Tamec 20 mg Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
tamoxifenum
Verfügbar ab:
Sandoz Pharmaceuticals AG
ATC-Code:
L02BA01
INN (Internationale Bezeichnung):
tamoxifenum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
tamoxifenum 20 mg zu bekommen tamoxifeni citras, excipiens pro compresso Dunst.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Oncologicum
Zulassungsnummer:
54989
Berechtigungsdatum:
2000-03-30

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Tamec® 20 mg, Filmtabletten

Sandoz Pharmaceuticals AG

Was ist Tamec und wann wird es angewendet?

Der Wirkstoff von Tamec heisst Tamoxifen und ist ein Antiöstrogen. Antiöstrogene sind Substanzen,

welche die Wirkung der Östrogene (= Geschlechtshormone) blockieren. Somit hemmt Tamec die

unerwünschte, wachstumsfördernde Wirkung der Östrogenhormone auf die Zellen und wird deshalb

zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt. Tamec darf nur auf Verschreibung und unter ständiger

Kontrolle des Arztes oder der Ärztin verwendet werden.

Wann darf Tamec nicht eingenommen werden?

·Während der Schwangerschaft und der Stillzeit darf Tamec nicht eingenommen werden (siehe

«Darf Tamec während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?»).

·Bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe darf Tamec nicht

angewendet werden.

·Tamec darf nicht von Kindern und Jugendlichen eingenommen werden.

Wann ist bei der Einnahme von Tamec Vorsicht geboten?

Unter der Behandlung mit Tamec kann es zu Schwäche und Müdigkeit kommen. Deshalb ist bei der

Teilnahme am Strassenverkehr und der Bedienung von Maschinen Vorsicht geboten.

Wird Tamec zusammen mit blutverdünnenden Mitteln (Acenocoumarol, Phenprocoumon)

eingenommen, so kann deren Wirkung gesteigert werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Tamec mit Arzneimitteln, die den Abbau des Wirkstoffes von

Tamec beschleunigen (z.B. das Antibiotikum Rifampicin) oder verlangsamen (z.B. gewisse

Arzneimittel gegen Depressionen), kann die Wirkung von Tamec beeinflussen. Solche

Kombinationen sollten deshalb vermieden werden.

Tamec sollte nicht gleichzeitig mit einem Aromatasehemmer wie zum Beispiel Arimidex®,

Femara® oder Aromasin® eingenommen werden.

Sie sollten Ihren Arzt oder Apotheker bzw. ihre Ärztin oder Apothekerin informieren, wenn Sie eines

der genannten Arzneimittel einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Tamec während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Während der Schwangerschaft und Stillzeit darf Tamec nicht eingenommen werden. Frauen im

gebärfähigen Alter müssen sichere, nicht-hormonelle empfängnisverhütende Massnahmen treffen.

Sie dürfen während einer Tamec-Therapie und bis zu 2 Monate nach Ende einer Tamec-Therapie

nicht schwanger werden. Fragen Sie deshalb Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin nach geeigneten

Verhütungsmitteln, da die Wirkung von einigen Verhütungsmitteln (Pille) durch Tamec

beeinträchtigt werden kann.

Wie verwenden Sie Tamec?

Der Arzt bzw. die Ärztin bestimmt die für Sie optimale Dosierung und die Dauer der Tamec-

Behandlung. Nehmen Sie die Filmtabletten immer bei der gleichen Gelegenheit ein, z.B. beim

Frühstück. Es spielt keine Rolle, ob Sie die Filmtabletten vor, während oder nach der Mahlzeit

schlucken. Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung und brechen Sie die Therapie

nicht ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin ab.

Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt

oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Tamec haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Tamec auftreten:

Überempfindlichkeitsreaktionen (häufig): Unterbrechen Sie die Einnahme von Tamec und

benachrichtigen Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls während der Therapie

Schwellungen im Gesicht, an Lippen, Zunge oder im Rachen, Atembeschwerden oder Quaddeln auf

der Haut auftreten.

Schlaganfall (häufig): plötzliches Auftreten von Schwäche oder Lähmungen in den Armen oder

Beinen, plötzliche Schwierigkeiten beim Sprechen, Laufen, Denken oder Schwierigkeiten etwas in

der Hand zu halten, können Zeichen einer reduzierten Blutversorgung im Gehirn sein. Diese

Symptome können Zeichen eines Schlaganfalles sein.

In diesem Fall soll sofort ein Arzt bzw. eine Ärztin aufgesucht werden.

Durch die Blockierung der Östrogenhormone sind die meisten unerwünschten Wirkungen ähnlich

den Symptomen wie bei Eintritt in die Wechseljahre. So können sehr häufig Wallungen auftreten. Es

kommt auch sehr häufig zu Vaginalausfluss oder häufig zu Jucken in der Scheidengegend. Bei

manchen Frauen bleibt während der Behandlung die Regelblutung aus. Auch in diesen Fällen muss

eine geeignete Verhütungsmethode angewendet werden (siehe auch «Darf Tamec während einer

Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?»). Sehr häufig können aber auch neue

oder ungewöhnliche Scheidenblutungen auftreten. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin bitte

sofort, wenn Sie ungewöhnliche Blutungen oder andere gynäkologische Symptome (z.B.

Beckenschmerzen oder Druckgefühl) während der Einnahme von Tamec oder auch zu einem

späteren Zeitpunkt beobachten sollten. Dies ist deshalb wichtig, da Veränderungen der Gebärmutter

(z.B. gutartige Geschwulste) auftreten können. Diese können aber auch schwerwiegender und

bösartiger Natur sein (z.B. Gebärmutterkrebs).

Es ist möglich, dass zu Beginn einer Behandlung mit Tamec die durch den Brustkrebs verursachten

Beschwerden, z.B. Schmerzen, verstärkt auftreten können. Wenn Sie zusätzlich ungewohnt stark

unter Übelkeit, Erbrechen und Durstgefühl leiden, müssen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

benachrichtigen.

Im Weiteren wurde über folgende Nebenwirkungen berichtet:

Sehr häufig: Übelkeit, Hautausschlag (in sehr seltenen Fällen schwerwiegende Form),

Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe, Schwäche und Müdigkeit.

Häufig: Anämie (Blutarmut), Überempfindlichkeitsreaktionen, erhöhte Blutfettwerte,

Kopfschmerzen, Benommenheit, Schlaganfall, Grauer Star, Netzhauterkrankung,

Sinnesveränderungen (inklusive Geschmacksstörungen und Taubheit oder Kribbeln der Haut), ein

erhöhtes Risiko von Blutgerinnseln (einschliesslich in kleinen Gefässen, tiefe Venenthrombose und

Lungenembolie), Bauchbeschwerden (z.B. Erbrechen, Durchfall und/oder Verstopfung),

Veränderungen der Leberenzymwerte, Haarausfall, Beinkrämpfe, Muskelschmerzen.

Gelegentlich: Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Verminderung der

Gesamtleukozytenzahl (Leukopenie), hohe Calciumwerte im Blut, Sehstörungen,

Lungenentzündung, Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Zirrhose.

Selten: Zystische Vergrösserungen der Eierstöcke bei Frauen vor Eintritt der Wechseljahre, Tumor

Flare, Endometriose (Bildung von Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutter), vaginale

Polypen (nicht krebsartige Verdickung der inneren Vaginalschicht), Verminderung bestimmter

weisser Blutkörperchen (Neutropenie und sehr selten Agranulozytose), Hornhautveränderungen im

Auge, Sehnerverkrankungen, Gelbsucht, Erkrankung der Leber (Schädigung der Leberzellen,

Leberversagen), Entzündung kleinerer Blutgefässe in der Haut, was zu Hautausschlag führen kann.

Sehr selten: Vereinzelte Fälle von Blindheit, die nur im Zusammenhang mit den

Sehnerverkrankungen auftrat. Entzündungen der Haut (Hautausschlag oder Hautrötung),

Hautbläschen auf Sonnenlicht exponierten Hautarealen.

Hautausschlag mit Rötung, Schwellung und/oder Blasenbildung der Haut nach vorausgegangener

Strahlentherapie (sog. «Radiation Recall»-Phänomen).

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Tamec ist ein hochwirksames Arzneimittel und muss für Kinder unerreichbar gelagert werden. Bitte

lassen Sie die Filmtabletten bis zum Gebrauch in der Blisterpackung, damit diese optimal vor Licht

und Feuchtigkeit geschützt sind.

In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15−25 °C), vor Licht geschützt und ausser

Reichweite von Kindern lagern.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden. Sollten Sie Filmtabletten besitzen, deren Haltbarkeit abgelaufen ist, so bringen Sie diese

bitte in Ihre Apotheke zur Vernichtung zurück.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Tamec enthalten?

Tamec enthält den Wirkstoff Tamoxifen (als Tamoxifen-Citrat) sowie Hilfsstoffe und ist erhältlich

als weisse Filmtablette zu 20 mg (teilbar).

Zulassungsnummer

54989 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Tamec? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Es gibt Packungen zu 30 und 100 Filmtabletten.

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz.

Diese Packungsbeilage wurde im Dezember 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Tamec® 20 mg, Filmtabletten

Sandoz Pharmaceuticals AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Tamoxifenum ut tamoxifeni citras.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 20 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

·Adjuvante Therapie des Mammakarzinoms

·palliative Therapie des metastasierten Mammakarzinoms

·palliative Therapie des lokal fortgeschrittenen Mammakarzinoms.

Dosierung/Anwendung

Adjuvante Therapie: 1× 20 mg täglich.

Palliative Therapie: 1× 20–40 mg täglich.

Bei adjuvanter Therapie wird eine Behandlungsdauer von 5 Jahren empfohlen. Inwieweit eine länger

dauernde Therapie von Nutzen ist, ist bisher nicht bekannt.

Bei schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen sollte eine Dosisreduktion vorgenommen werden.

Bei fehlender Besserung ist die Behandlung abzubrechen.

Eine Dosisanpassung im Alter ist nicht notwendig.

Es liegen keine Daten für die Dosierung bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz vor.

Die Filmtabletten sollten immer bei gleicher Gelegenheit, z.B. beim Frühstück, eingenommen

werden. Sie können vor, während oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.

Schwangerschaft und Stillzeit.

Tamec soll nicht an Kinder und Jugendliche verabreicht werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine erhöhte Inzidenz von Endometriumkarzinomen und Uterussarkomen (meistens maligne Müller-

Mischtumore) wurde im Zusammenhang mit einer Tamec-Behandlung beschrieben. Der

zugrundeliegende Mechanismus ist unbekannt, könnte jedoch im Zusammenhang mit der

östrogenähnlichen Wirkung von Tamoxifen stehen.

Alle Patientinnen, die während oder nach einer Tamec-Behandlung gynäkologische Symptome

aufweisen, insbesondere über abnorme Blutungen klagen, sollten sofort untersucht werden (siehe

«Unerwünschte Wirkungen»).

In publizierten Studien reduzierte die gleichzeitige Anwendung von CYP2D6-Inhibitoren die

Plasmakonzentrationen des aktiven Metaboliten Endoxifen, was mit einem Verlust an Wirksamkeit

einhergehen kann (siehe «Interaktionen»). Gemäss einer publizierten Studie führte bei gleichzeitiger

Behandlung mit dem SSRI Paroxetin der Wirkungsverlust von Tamoxifen zu einer erhöhten

Mortalität. Tamoxifen sollte daher nicht zusammen mit CYP2D6-Inhibitoren (z.B. SSRI-

Antidepressiva wie Paroxetin oder Fluoxetin, Cinacalcet, Chinidin) verabreicht werden. Auch bei

sogenannten poor metabolisern für CYP2D6 ist mit reduzierten Endoxifen-Konzentrationen und

damit einer verminderten Wirksamkeit zu rechnen (siehe «Pharmakokinetik» und

«Eigenschaften/Wirkungen»).

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen

Tamoxifen wird unter Beteiligung von CYP2D6 zu seinem aktiven Metaboliten Endoxifen

metabolisiert. Inhibitoren von CYP2D6 können daher den Metabolismus von Tamoxifen in klinisch

relevanter Weise beeinflussen und dadurch zu einer reduzierten Wirksamkeit bzw. einem

Wirkungsverlust von Tamec führen. Daneben sind CYP3A4 sowie in geringerem Masse auch

CYP2C9 und CYP2C19 am Metabolismus von Tamoxifen beteiligt.

CYP2D6: Die gleichzeitige Gabe von CYP2D6-Inhibitoren wie z.B. Paroxetin führte in publizierten

Studien zu einer Reduktion der Plasmakonzentrationen des aktiven Metaboliten Endoxifen um bis zu

75%. Die gleichzeitige Anwendung von CYP2D6-Inhibitoren (z.B. Paroxetin, Fluoxetin) zusammen

mit Tamoxifen sollte daher vermieden werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

CYP3A4: Die gleichzeitige Gabe des CYP3A4-Induktors Rifampicin zusammen mit Tamoxifen

führte zu einer Reduktion der Tamoxifen-Plasmaspiegel. Die klinische Relevanz dieser Interaktion

ist nicht bekannt. Aus Vorsichtsgründen ist jedoch die Anwendung von potenten CYP3A4-

Induktoren zusammen mit Tamoxifen nicht empfohlen.

Pharmakodynamische Interaktionen

Wird Tamoxifen in Kombination mit zytotoxischen Substanzen verabreicht, besteht ein erhöhtes

Risiko für thromboembolische Ereignisse. Wird Tamoxifen zusammen mit Antikoagulantien vom

Cumarintyp verabreicht, so wird deren blutgerinnungshemmende Wirkung wesentlich gesteigert. Zu

Beginn einer solchen Kombinationstherapie müssen die Gerinnungsparameter der Patientin sorgfältig

überwacht werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Tamoxifen und einem Aromatasehemmer führt nicht zu einer

verbesserten Wirkung und wird daher nicht empfohlen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es gibt klare Hinweise auf Risiken für den menschlichen Fœten.

Nach Einnahme von Tamoxifen wurde vereinzelt über spontane Aborte, Geburtsfehler und

Absterben der Fœten berichtet. Es konnte aber kein sicherer kausaler Zusammenhang gefunden

werden.

Die Resultate der Reproduktionsstudien bei Ratten, Kaninchen und Affen deuten auf kein

teratogenes Potential hin.

In Reproduktionsstudien mit Ratten zur Überprüfung der fœtalen Entwicklung des

Reproduktionstrakts wurden bei Tamoxifen ähnliche Veränderungen wie bei Estradiol,

Ethinylestradiol, Clomifen und Diethylstilbestrol (DES) beobachtet. Die klinische Relevanz dieser

Veränderungen ist nicht bekannt. Einige dieser Veränderungen, vor allem die vaginale Adenosis,

wurden auch bei Frauen, die vorgeburtlich DES ausgesetzt waren, beobachtet; diese Frauen weisen

ein Risiko von 1:1000 auf, ein Zervix- oder Vaginalkarzinom vom Klarzelltyp zu entwickeln. Es

liegen nur wenige Informationen zur Anwendung von Tamoxifen während der Schwangerschaft vor,

und es wurde über kein Auftreten von vaginaler Adenosis oder Zervix- bzw. Vaginalkarzinom nach

pränataler Tamoxifen-Exposition berichtet.

Tamec ist während der Schwangerschaft kontraindiziert. Bei prämenopausalen Frauen muss vor

Behandlungsbeginn eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Tamec unterdrückt nur bei einem

Teil der prämenopausalen Frauen die Menstruation. Alle Frauen im gebärfähigen Alter sollten darauf

aufmerksam gemacht werden, während der Tamoxifen-Einnahme nicht schwanger zu werden, und

sie sollten mechanische oder andere nicht-hormonelle Kontrazeptiva verwenden. Die Frauen sollten

auf mögliche Risiken für den Fœtus bei einer Schwangerschaft während der Tamoxifen-Einnahme

und während zwei Monaten nach Therapieende aufmerksam gemacht werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Tamoxifen in die Muttermilch übertritt. Während der Anwendung von

Tamoxifen soll nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Unter Tamoxifen wurde das Auftreten von Erschöpfung/Müdigkeit beobachtet. Deshalb ist bei der

Teilnahme am Strassenverkehr und bei der Bedienung von Maschinen Vorsicht geboten.

Unerwünschte Wirkungen

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem (MedDRA) und Häufigkeit

aufgeführt, welche unter der Anwendung von Tamoxifen beobachtet wurden. Die Häufigkeiten sind

dabei wie folgt definiert: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1000 bis

<1/100), selten (≥1/10'000 bis <1/1000), sehr selten (<1/10'000).

Gutartige, bösartige und nicht spezifizierte Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Gelegentlich: Endometriumkarzinom.

Selten: Tumorflare, Uterussarkom (meistens maligner Müller-Mischtumor).

In klinischen Studien wurde unter Anwendung von Tamoxifen auch über das Auftreten anderer

Tumoren, an anderen Stellen (d.h. ausserhalb von Endometrium und kontralateraler Brust) berichtet.

Es konnte kein kausaler Zusammenhang mit der Therapie nachgewiesen werden. Die klinische

Bedeutung bleibt unklar.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig: Anämie.

Gelegentlich: Thrombozytopenie, Leukopenie.

Selten: Neutropenie, Agranulozytose.

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig: Hypersensitivitätsreaktionen.

Selten: Angioödem.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Flüssigkeitsretention (11,1%).

Häufig: Erhöhung der Triglyzeride.

Gelegentlich: Hyperkalzämie.

Sehr selten: Porphyria cutanea tarda.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Benommenheit, sensorische Störungen (wie Parästhesien oder Dysgeusie).

Augenerkrankungen

Häufig: Katarakt, Retinopathie.

Gelegentlich: visuelle Störungen.

Selten: Korneaveränderungen (wie z.B. Ulzeration), Optikusneuropathie, Optikusneuritis.

Vereinzelte Fälle von Blindheit (verursacht durch Optikusneuropathie oder Optikusneuritis).

Gefässerkrankungen

Sehr häufig: Hitzewallungen (37,8%).

Häufig: venöse thromboembolische Ereignisse (einschliesslich tiefe Venenthrombose,

mikrovaskuläre Thrombosen und Lungenembolie; siehe auch «Interaktionen»), ischämische

zerebrovaskuläre Ereignisse.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: interstitielle Pneumonie.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Nausea (10,8%).

Häufig: gastrointestinale Unverträglichkeit, Obstipation, Diarrhoe, Erbrechen.

Gelegentlich: Pankreatitis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig: Veränderungen der Leberenzymwerte, Steatosis hepatis.

Gelegentlich: Zirrhose.

Selten: Cholestase, Hepatitis, hepatozelluläre Schädigungen, Leberversagen, andere

Leberabnormitäten (es wurde über Todesfälle berichtet).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Sehr häufig: Hautausschläge (12,5%).

Häufig: Alopezie.

Selten: Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, kutane Vasculitis, bullöses Pemphigoid.

Sehr selten: kutaner Lupus erythematodes.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Muskelkrämpfe der Beine, Myalgien.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr häufig: Fluor vaginalis (13.2%), vaginale Blutungen (10,2%).

Häufig: Pruritus vulvae, Endometriumsveränderungen (wie Hyperplasie, Hypertrophie und Polypen),

Myome.

Selten: Endometriose, Ovarialzysten, vaginale Polypen.

Allgemeine Erkrankungen

Sehr häufig: Erschöpfung/Müdigkeit (19%).

Häufig: periphere Ödeme.

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Sehr selten: «Radiation Recall»-Phänomen.

Überdosierung

Über akute Überdosierung beim Menschen wurde nicht berichtet. In einer Studie an Patientinnen mit

fortgeschrittenem metastasierenden Mammakarzinom wurde die maximal tolerierte Dosis von

Tamoxifen bestimmt. Diese Patientinnen erhielten initiale Dosen >400 mg/m2. Die Therapie wurde

aufrechterhalten mit zweimal täglich 150 mg/m2. Die beobachteten neurotoxischen Symptome traten

innerhalb von 3–5 Tagen nach Beginn der Therapie auf und endeten 2–5 Tage nach Abbruch der

Therapie mit Tamoxifen. Eine permanente neurologische Toxizität wurde nicht beobachtet. In der

gleichen Studie wurde über eine Prolongation des QT-Intervalls im EKG berichtet, wenn Tamoxifen

in einem Mehrfachen der Standarddosierung verabreicht wurde (Initialdosis: >250 mg/m²,

Erhaltungsdosis: 2-mal täglich 80 mg/m²).

Es gibt kein spezifisches Antidot, die Behandlung bleibt symptomatisch.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L02BA01

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Tamoxifen ist eine nichtsteroidale Wirksubstanz mit komplexer Funktion als Östrogen-Antagonist

und als Östrogen-Agonist. Bei Patientinnen mit Mammakarzinom wirkt Tamoxifen primär als

Antiöstrogen, welches die endogene Östrogenwirkung hemmt, wahrscheinlich indem es sich an

Östrogenrezeptoren (ER) bindet. Es ist frei von androgenen Eigenschaften. Tamoxifen kann

andererseits an verschiedenen Orten östrogenähnliche Effekte entfalten, wie an Endometrium (siehe

«Unerwünschte Wirkungen»), Knochen (Reduktion des postmenopausalen Knochenabbaus) und

Serumlipiden (Abnahme des LDL-Cholesterins).

Der Wirkungsmechanismus bei ER-negativen Tumoren ist bisher nicht geklärt.

Klinische Wirksamkeit

Die Ansprechrate (response rate) beim Mammakarzinom in kontrollierten klinischen Studien ist

ähnlich wie bei anderen hormonellen Massnahmen, doch zeichnet sich Tamoxifen durch weniger

gravierende unerwünschte Wirkungen aus.

Bei adjuvanter Therapie wurde mit Tamoxifen eine signifikante Reduktion der Rezidive und eine

Verbesserung des 10-Jahres-Überlebens erreicht. Eine Dosiserhöhung auf über 20 mg brachte keine

weitere Verbesserung. Eine Therapiedauer von 5 Jahren zeigte bessere Ergebnisse als eine Therapie

von 1–2 Jahren. Bei negativem ER-Status war der Therapieerfolg mit einer Reduktion der

Rezidivrate um 10% und einer Verbesserung der Mortalität um 6% deutlich niedriger. Andere

Faktoren wie Alter oder zusätzliche Chemotherapie hatten keinen signifikanten Einfluss.

Bei Behandlung des fortgeschrittenen Mammakarzinoms war das Ansprechen ER-positiver Tumore

wesentlich besser als jenes ER-negativer Tumore (47% vs. 10%).

Tamoxifen kann unabhängig vom Menopausenstatus verabreicht werden.

In publizierten Studien waren niedrige Plasmakonzentrationen des aktiven Metaboliten Endoxifen

bzw. eine höhere Tamoxifen-Endoxifen-Ratio mit einem ungünstigeren klinischen Outcome

assoziiert (siehe auch «Pharmakokinetik» und «Interaktionen»).

Pharmakokinetik

Absorption

Nach peroraler Applikation von Tamoxifen wird die maximale Serumkonzentration innerhalb von 4–

7 Stunden erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit von Tamoxifen wurde nicht geprüft.

Das Steady State ca. 300 ng/ml) wird bei einer Dosierung von 40 mg pro Tag nach 4 Wochen

erreicht. Es scheint, dass keine Korrelation zwischen Exposition und klinischem Ansprechen besteht.

Distribution

Tamoxifen ist zu über 99% an Serumalbumin gebunden.

Nach oraler Gabe beträgt das Verteilungsvolumen in der Endphase (V2/F) ca. 1620 Liter.

Metabolismus

Tamoxifen wird unter Beteiligung des Cytochrom P450-Systems extensiv metabolisiert durch

Hydroxylierung und Demethylierung sowie durch Konjugation. Die Bildung des Hauptmetaboliten

N-Desmethyltamoxifen wird dabei hauptsächlich durch CYP3A4 katalysiert. N-Desmethyltamoxifen

wird dann durch CYP2D6 zu Endoxifen metabolisiert. Bei Patientinnen, welche einen Mangel an

CYP2D6 aufweisen (sogenannte poor metaboliser), sind die Endoxifen -Konzentrationen etwa 75%

tiefer als bei Patientinnen mit normaler CYP2D6-Aktivität (siehe auch «Eigenschaften/Wirkungen»

und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Elimination

Die Ausscheidung erfolgt biphasisch, primär über die Faezes in Form von Metaboliten; nur ein

geringer Anteil wird über den Urin eliminiert. Die terminale Eliminationshalbwertszeit von

Tamoxifen beträgt ca. 7 Tage, jene des Hauptmetaboliten N-Desmethyltamoxifen ca. 14 Tage.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Pharmakokinetik von Tamoxifen wurde bei älteren Patientinnen sowie bei Leber- und

Niereninsuffizienz nicht evaluiert.

Präklinische Daten

Am Tier zeigt Tamoxifen bei 100–200facher Überdosierung Östrogenwirkung. Bei Behandlung mit

240–320 mg/Tag für über 17 Monate traten Veränderungen der Macula lutea und der Kornea auf, die

zu Sehstörungen führten.

In einigen in vitro und in vivo Genotoxizitäts-Studien an Nagetieren war Tamoxifen genotoxisch. In

Langzeitstudien an Ratten und Mäusen traten Gonaden- und Lebertumoren auf. Die klinische

Bedeutung dieser Befunde ist unklar.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15−25 °C), vor Licht geschützt und ausser

Reichweite von Kindern lagern.

Zulassungsnummer

54989 (Swissmedic).

Packungen

Tamec 20 mg: Packungen zu 30 und 100 Filmtabletten (teilbar). [A]

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz.

Stand der Information

Dezember 2017.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen