Firazyr 30 mg Injektionslösung

Švica - nemščina - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Kupite ga zdaj

Navodilo za uporabo Navodilo za uporabo (PIL)

01-12-2019

Lastnosti izdelka Lastnosti izdelka (SPC)

25-10-2018

Aktivna sestavina:
icatibantum
Dostopno od:
Takeda Pharma AG
Koda artikla:
B06AC02
INN (mednarodno ime):
icatibantum
Farmacevtska oblika:
Injektionslösung
Sestava:
icatibantum 10 mg zu icatibanti acetas, natrii chloridum, natrii hydroxidum, Säure aceticum glaciale, Wasser ad iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle von 1 ml.
Razred:
B
Terapevtska skupina:
Synthetika
Terapevtsko območje:
Behandlung von Angioödem (Treatment of Angioedema)
Številka dovoljenja:
58178
Datum dovoljenje:
2009-06-17

Dokumenti v drugih jezikih

Navodilo za uporabo Navodilo za uporabo - francoščina

01-12-2019

Lastnosti izdelka Lastnosti izdelka - francoščina

23-10-2018

Navodilo za uporabo Navodilo za uporabo - italijanščina

01-12-2019

Preberite celoten dokument

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Firazyr 30 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Was ist Firazyr und wann wird es angewendet?

Firazyr ist eine Injektionslösung, die den Wirkstoff Icatibant enthält.

Firazyr wird zur Behandlung der Symptome eines hereditären Angioödems (HAE) bei Erwachsenen,

Jugendlichen und Kindern ab 2 Jahren angewendet.

Bei HAE ist der Spiegel einer Substanz im Blut namens Bradykinin erhöht, was Symptome wie

Schwellungen, Schmerzen, Übelkeit und Durchfall hervorruft.

Firazyr blockiert die Aktivität von Bradykinin und verhindert so das weitere Fortschreiten der

Symptome einer HAE-Attacke.

Was sollte dazu beachtet werden?

Die Injektionslösung enthält weniger als 1 mmol (23 Milligramm) Natrium und ist daher im

Wesentlichen „natriumfrei“.

Wann darf Firazyr nicht angewendet werden?

Firazyr darf nicht angewendet werden, wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Icatibant oder einen

der sonstigen Bestandteile von Firazyr sind.

Wann ist bei der Anwendung von Firazyr Vorsicht geboten?

Sie dürfen sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen oder Maschinen bedienen, wenn Sie sich als

Ergebnis Ihrer HAE-Attacke oder nach Anwendung von Firazyr müde fühlen oder Schwindelgefühle

haben.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Firazyr ist in folgenden Situationen erforderlich:

Einige der Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Firazyr sind den Symptomen Ihrer Krankheit

ähnlich. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie feststellen, dass sich die Symptome der

Attacke nach Verabreichung von Firazyr verschlimmern.

Wenn Sie an Angina pectoris (verringerter Blutfluss zum Herzmuskel) leiden. Wenden Sie sich bitte an

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, bevor Sie Firazyr anwenden.

Wenn Sie vor kurzem einen Schlaganfall hatten. Wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin,

bevor Sie Firazyr anwenden.

Bevor Sie Firazyr selbst injizieren oder Ihre Pflegeperson es Ihnen injiziert, müssen Sie oder Ihre

Pflegeperson in der Technik der subkutanen Injektion (Injektion unter die Haut) geschult worden sein.

Wenn Sie Firazyr selbst injizieren oder eine Injektion von Ihrer Pflegeperson erhalten und dabei eine

Verstopfung der oberen Atemwege mit Atemnot (laryngeale Attacke) haben, müssen Sie sich

unverzüglich in medizinische Behandlung in einer medizinischen Einrichtung begeben.

Wenn Ihre Symptome nach einer selbst angewendeten oder von Ihrer Pflegeperson verabreichten

Firazyr-Injektion nicht zurückgehen oder wieder auftreten, sprechen Sie bezüglich der weiteren

Behandlung mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Unter ärztlicher Überwachung können erwachsene

Patienten bis zu 2 weitere Injektionen innerhalb von 24 Stunden erhalten (siehe „Wie verwenden Sie

Firazyr?“).

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung von Firazyr bei Kindern die jünger als 2 Jahre sind oder weniger als 12 kg wiegen wird

nicht empfohlen, da keine Studien an diesen Patienten vorgenommen wurden.

Wechselwirkungen von Firazyr mit anderen Arzneimitteln sind nicht bekannt. Wenn Sie zur Senkung

Ihres Blutdrucks oder aus anderen Gründen ein Arzneimittel anwenden, das als Angiotensin Converting

Enzyme (ACE)-Inhibitor bezeichnet wird (beispielsweise: Captopril, Enalapril, Ramipril, Quinapril,

Lisinopril), informieren Sie vor der Behandlung mit Firazyr bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

§an anderen Krankheiten leiden,

§Allergien haben oder

§andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden (Externa)!

Darf Firazyr während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin, bevor mit der Anwendung von Firazyr begonnen wird.

Nachdem Sie Firazyr erhalten haben, sollten Sie 12 Stunden lang nicht stillen.

Fragen Sie vor der Einnahme bzw. Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Ihre Ärztin bzw.

Ihren Apotheker oder Ihre Apothekerin um Rat.

Wie verwenden Sie Firazyr?

Wenn Sie noch niemals Firazyr erhalten haben, wird Ihre erste Firazyr-Dosis immer von Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin oder einer Krankenschwester injiziert.

Ihr Arzt bzw. Ärztin teilt Ihnen mit, wenn es für Sie sicher ist, nach Hause zu gehen.

Nach Absprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin oder dem medizinischen Fachpersonal, und nachdem

Sie eine Schulung in der Technik der subkutanen Injektion (Injektion unter die Haut) erhalten haben,

können Sie selbst oder Ihre Pflegeperson möglicherweise die Firazyr-Injektion durchführen, wenn Sie

eine HAE-Attacke haben. Es ist wichtig, dass Firazyr subkutan (unter die Haut) injiziert wird, sobald Sie

Anzeichen für eine Attacke des Angioödems bemerken. In Ihrer medizinischen Versorgungseinrichtung

wird man Ihnen zeigen, wie Sie oder Ihre Pflegeperson Firazyr sicher injizieren, indem Sie die

Anweisungen in der Packungsbeilage befolgen.

Wann und wie oft sollte Firazyr angewendet werden?

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin hat die genaue Dosierung von Firazyr ermittelt und wird Ihnen mitteilen, wie

häufig es anzuwenden ist.

Erwachsene

Die empfohlene Dosis von Firazyr ist eine Injektion (3 ml, 30 mg), subkutan (unter die Haut) injiziert,

sobald Sie eine Attacke Ihres Angioödems feststellen (beispielsweise verstärkte Hautschwellungen, die

besonders das Gesicht und den Hals betreffen, oder stärkere Bauchschmerzen).

Wenn Sie nach 6 Stunden noch keine Symptomlinderung verspüren oder die Symptome wieder

aufgetreten sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ärztin bezüglich weiterer Injektionen von Firazyr.

Unter ärztlicher Überwachung können Erwachsene bis zu 2 weitere Injektionen innerhalb von 24

Stunden erhalten. Zwischen den einzelnen Injektionen muss ein Zeitabstand von mindestens 6 Stunden

eingehalten werden.

Sie dürfen innerhalb von 24 Stunden höchstens 3 Injektionen erhalten. Falls Sie mehr als 8 Injektionen

im Monat benötigen, sollten Sie ärztlichen Rat suchen.

Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 17 Jahren

Die empfohlene Dosis Firazyr beträgt je nach Körpergewicht 1 ml bis höchstens 3 ml, die als eine

subkutane (unter die Haut gespritzte) Injektion gegeben werden, sobald Sie Anzeichen einer

Angioödem-Attacke (zum Beispiel zunehmende Schwellung der Haut, besonders an Gesicht und Hals,

zunehmende Bauchschmerzen) entwickeln.

Für die empfohlene Dosis in Abhängigkeit vom Körpergewicht siehe Tabelle

Körpergewicht

Injektionsvolumen (Dosis)

12 kg bis 25 kg 1,0 ml

26 kg bis 40 kg 1,5 ml

41 kg bis 50 kg 2,0 ml

51 kg bis 65 kg 2,5 ml

über 65 kg

3,0 ml

Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin oder das

medizinische Fachpersonal, wenn Sie sich nicht sicher sind, wie hoch die zu injizierende Dosis sein

muss.

Sie müssen sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben, wenn sich Ihre Beschwerden

verschlimmern oder Sie keine Linderung der Beschwerden feststellen.

Wie wird Firazyr verabreicht?

Firazyr ist für die subkutane Injektion (unter die Haut) bestimmt. Jede Spritze darf nur einmal verwendet

werden.

Firazyr wird mit einer kurzen Injektionsnadel in das Fettgewebe unter die Haut am Bauch injiziert.

Bitte beachten Sie die schrittweise Anleitung für die Injektion am Ende dieser Packungsbeilage.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Firazyr haben?

Wie alle Arzneimittel kann Firazyr Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Fast alle Patienten, die Firazyr erhalten, entwickeln eine Reaktion an der Injektionsstelle (wie

Hautreizung, Schwellung, Schmerzen, Juckreiz, Hautrötung und Brennen). Diese Reaktionen sind in der

Regel leicht und klingen ab, ohne dass eine weitere Behandlung erforderlich ist.

Die unten aufgeführte Häufigkeit möglicher Nebenwirkungen ist wie folgt definiert: sehr häufig (betrifft

mehr als 1 von 10 Patienten), häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Patienten), gelegentlich (betrifft 1 bis 10

von 1 000 Patienten), selten (betrifft 1 bis 10 von 10 000 Patienten), sehr selten (betrifft weniger als 1

von 10 000 Patienten), nicht bekannt (die Häufigkeit kann anhand der verfügbaren Daten nicht geschätzt

werden).

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Reaktionen an der Injektionsstelle (Hautreizung, Schwellung und/oder Druckgefühl, Schmerzen,

Juckreiz, Hautrötung, Brennen, blauer Fleck, Unempfindlichkeit und/oder Taubheitsgefühl, erhabener

juckender Hautausschlag und Wärmegefühl).

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Übelkeit, Kopfschmerz, Schwindelgefühl, Fieber, Juckreiz, Hautausschlag, Hautrötung, anormale

Leberfunktionswerte.

Informieren Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie feststellen, dass sich die

Symptome der Attacke bei Ihnen verschlimmern, nachdem Sie Firazyr erhalten haben.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn eine der

aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken,

wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Dies gilt

insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit „EXP“ bezeichneten Datum verwendet

werden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Lagerungshinweis

Nicht über 25°C lagern. Nicht einfrieren.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Firazyr darf nicht verwendet werden, wenn die Verpackung von Fertigspritze oder Injektionsnadel

beschädigt ist. Die Lösung sollte klar und farblos sein und kann Spuren von durchscheinenden bis

weissen Teilchen enthalten. Verwenden Sie die Lösung nicht, wenn sich die Farbe verändert hat oder die

Lösung Klumpen, Flocken oder andere als die beschriebenen Teilchen enthält.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren

Apotheker bzw. Ihre Apothekerin, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr

benötigen. Diese Massnahme hilft, die Umwelt zu schützen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Firazyr enthalten?

Wirkstoffe

Der Wirkstoff ist Icatibant 30 Milligramm (als Acetat) in 3 ml einer Injektionslösung je Fertigspritze.

Hilfsstoffe

Die sonstigen Bestandteile sind Natriumchlorid, Eisessig, Natriumhydroxid und Wasser für

Injektionszwecke. Die Lösung enthält keine Konservierungsstoffe.

Firazyr ist eine Injektionslösung in einer 3 ml-Fertigspritze aus Glas. Die Lösung sollte klar und farblos

sein und kann Spuren von durchscheinenden bis weissen Teilchen enthalten.

Die Packung enthält eine Injektionsnadel (25 G; 16 mm).

Zulassungsnummer

58'178 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Firazyr? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung.

Packung mit

1 Fertigspritze zu 3 ml

1 Injektionsnadel (25 G; 16 mm).

Zulassungsinhaberin

Takeda Pharma AG, 8152 Opfikon

Diese Packungsbeilage wurde im Dezember 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Die folgende schrittweise Anleitung ist für folgende Fälle bestimmt:

Selbstverabreichung (Erwachsene)

Gabe durch eine Pflegeperson oder medizinisches Fachpersonal an Erwachsene, Jugendliche oder

Kinder, die älter als 2 Jahre sind (mit einem Körpergewicht von mindestens 12 kg)

Die Anleitung beinhaltet die folgenden Schritte:

1) Allgemeine Informationen

2a) Vorbereiten der Spritze für Kinder und Jugendliche (2 - 17 Jahre) mit einem Körpergewicht von 65

kg oder weniger

2b) Vorbereiten der Spritze und der Injektionsnadel (alle Patienten)

3) Vorbereiten der Injektionsstelle

4) Injizieren der Lösung

5) Entsorgung des Injektionsmaterials

Anweisungsschritte für die Injektion

1) Allgemeine Informationen

Reinigen Sie vorher den Arbeitsbereich (Oberfläche), den Sie benutzen wollen.

Waschen Sie vorher Ihre Hände mit Wasser und Seife.

Öffnen Sie die Schale, indem Sie den Verschluss abziehen.

Nehmen Sie die Firazyr Fertigspritze aus der Schale heraus.

Schrauben Sie die Kappe von dem einen Ende der Fertigspritze ab.

Nach dem Abschrauben der Kappe legen Sie die Fertigspritze beiseite.

2a) Vorbereiten der Spritze für

Kinder und Jugendliche (2-17 Jahre)

mit einem Gewicht von 65 kg oder weniger:

Wichtige Hinweise für medizinisches Fachpersonal und Pflegepersonen:

Wenn die Dosis weniger als 3 ml (30mg) beträgt, werden zur Entnahme und Verabreichung der

geeigneten Dosis folgende Gegenstände benötigt:

a) Firazyr-Fertigspritze (mit Icatibant-Lösung)

b) Anschlussstück (Adapter)

c) 3-ml-Spritze mit Graduierung

Das benötigte Injektionsvolumen in ml muss in eine leere 3-ml-Spritze mit Graduierung aufgezogen

werden (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1: Dosierungsschema für Kinder und Jugendliche

Körpergewicht

Injektionsvolumen (Dosis)

12 kg bis 25 kg 1,0 ml

26 kg bis 40 kg 1,5 ml

41 kg bis 50 kg 2,0 ml

51 kg bis 65 kg 2,5 ml

Patienten, die mehr als 65 kg wiegen, verwenden den gesamten Inhalt der Firazyr Fertigspritze (3 ml).

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin oder das medizinische

Fachpersonal, wenn Sie nicht genau wissen, wie viele ml der Injektionslösung Sie aufziehen müssen.

1. Entfernen Sie die Kappen an beiden Enden des Anschlussstücks.

Achten Sie darauf, die Enden des Anschlussstücks und die Spritzenspitzen nicht zu berühren. So

vermeiden Sie Verunreinigungen.

2. Schrauben Sie das Anschlussstück auf die Firazyr Fertigspritze.

3. Befestigen Sie die 3ml-Spritze mit Graduierung am anderen Ende des Anschlussstücks. Beide

Verbindungen müssen festsitzen.

Die Icatibant-Lösung in die Spritze mit Graduierung umfüllen:

1.Um mit dem Umfüllen der Icatibant-Lösung zu beginnen, drücken Sie den Kolben der Fertigspritze

(ganz links in der Abbildung unten).

2.Falls die Icatibant-Lösung noch nicht in die Spritze mit Graduierung übergeht, ziehen Sie den Kolben

der Spritze mit Graduierung leicht, bis die Icatibant-Lösung in die Spritze mit Graduierung zu fliessen

beginnt (siehe Abbildung unten).

3. Drücken Sie den Kolben der Fertigspritze solange, bis das benötigte Injektionsvolumen in ml (Dosis)

in die Spritze mit Graduierung umgefüllt worden ist. Hinweise zur Dosis und Injektionsvolumen siehe

Tabelle 1 oben.

Falls sich in der Spritze mit Graduierung Luft befindet:

Drehen Sie die miteinander verbundenen Spritzen um, sodass die Fertigspritze oben ist (siehe

Abbildung unten).

Drücken Sie den Kolben der Spritze mit Graduierung, sodass eventuell vorhandene Luft in die

Fertigspritze zurückgeleitet wird (diesen Schritt bei Bedarf mehrmals wiederholen).

4. Nehmen Sie die Fertigspritze und das Anschlussstück von der Spritze mit Graduierung ab.

5. Entsorgen Sie die Fertigspritze, auch wenn sich darin noch Restlösung befindet, und das

Anschlussstück in ein durchstichsicheres Behältnis

2b) Vorbereiten der Spritze (Fertigspritze für Erwachsene, Spritze mit Graduierung für Jugendliche und

Kinder) und der Injektionsnadel

Alle Patienten (Erwachsene, Jugendliche und Kinder)

Nehmen Sie die Nadelkappe aus der Blisterpackung heraus.

Ziehen Sie den Verschluss von der Nadelkappe ab (die Nadel muss in der Nadelkappe bleiben).

Nehmen Sie die Spritze (Fertigspritze für Erwachsene, Spritze mit Graduierung für Jugendliche und

Kinder bis 65 kg) fest in die Hand. Befestigen Sie dann die Nadel sorgfältig an der Spritze mit der

farblosen Lösung.

Schrauben Sie dazu die Spritze auf die Nadel, die immer noch fest in der Nadelkappe sitzt.

Ziehen Sie die Nadel von der Nadelkappe ab, indem Sie am Gehäuse der Spritze ziehen. Nicht am

Kolben ziehen.

Die Spritze ist nun fertig für die Injektion.

3) Vorbereiten der Injektionsstelle

Wählen Sie die Injektionsstelle. Dies sollte eine Hautfalte an einer Seite des Bauches sein, etwa 5-10

cm unterhalb Ihres Nabels. Der Bereich sollte mindestens 5 cm von etwaigen Narben entfernt sein.

Wählen Sie keine Stelle, die schmerzt, oder an der sich Blutergüsse oder Schwellungen befinden.

Reinigen Sie die Injektionsstelle mit einem mit Desinfektionsalkohol getränkten Wattebausch. Warten

Sie, bis die Stelle getrocknet ist.

4) Injizieren der Lösung

Halten Sie die Spritze zwischen zwei Fingern einer Hand, wobei sich der Daumen unter dem Kolben

befindet.

Sorgen Sie dafür, dass sich keine Luftblase in der Spritze befindet, indem Sie den Kolben drücken, bis

der erste Tropfen der Lösung an der Nadelspitze sichtbar wird.

Halten Sie die Spritze in einem Winkel von 45-90 Grad zu Ihrer Haut, wobei die Nadel in Richtung

Haut zeigt.

Während Sie mit einer Hand die Spritze halten, fassen Sie mit der anderen Hand an der zuvor

desinfizierten Injektionsstelle vorsichtig eine Hautfalte zwischen Daumen und Fingern.

Während Sie die Hautfalte festhalten, führen Sie die Spritze in Richtung Haut und stechen Sie die

Nadel schnell in die Hautfalte ein.

Drücken Sie langsam den Kolben der Spritze. Halten Sie dabei Ihre Hand ruhig, bis die gesamte

Flüssigkeit in die Haut injiziert wurde und sich keine Flüssigkeit mehr in der Spritze befindet.

Drücken Sie den Kolben so langsam, dass der Vorgang etwa 30 Sekunden dauert.

Lassen Sie die Hautfalte los und ziehen Sie vorsichtig die Nadel heraus.

5) Entsorgung des Injektionsmaterials

Entsorgen Sie die Spritze, die Nadel und die Nadelkappe in ein durchstichsicheres Behältnis, um zu

vermeiden, dass sich jemand damit verletzt.

Preberite celoten dokument

Fachinformation

Transferiert von Drac AG

Firazyr®

Shire Switzerland GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoff: Icatibantum (ut icatibantum acetas).

Hilfsstoffe: Natrii chloridum, acidum acetas, natrii hydroxidum, aqua ad injectabilia q.s. ad

solutionem pro 1 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung in Fertigspritze, 10 mg/ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Firazyr ist für die symptomatische Behandlung akuter Attacken eines hereditären Angioödems

(HAE) bei Erwachsenen (mit C1-Esterase-Inhibitor-Mangel) indiziert.

Dosierung/Anwendung

Firazyr ist für die Anwendung unter der Anleitung durch medizinisches Fachpersonal bestimmt.

Dosierung

Die empfohlene Dosierung ist eine subkutane Injektion von Firazyr 30 mg.

In den meisten Fällen ist eine einzelne Injektion von Firazyr ausreichend, um eine Attacke zu

behandeln. Bei unzureichender Linderung oder Wiederauftreten der Symptome kann 6 Stunden

später eine zweite Injektion von Firazyr erfolgen. Wenn auch die zweite Injektion keine ausreichende

Symptomlinderung bewirkt bzw. ein Wiederauftreten der Symptome festgestellt wird, kann nach

weiteren 6 Stunden eine dritte Injektion von Firazyr verabreicht werden. Innerhalb von 24 Stunden

dürfen maximal 3 Injektionen von Firazyr verabreicht werden.

In den klinischen Studien sind maximal 8 Injektionen von Firazyr pro Monat angewendet worden.

Spezielle Patientengruppen

Ältere Personen

Für Patienten im Alter von über 65 Jahren liegen begrenzte Daten vor.

Es wurde festgestellt, dass die systemische Exposition gegenüber Icatibant bei älteren Personen

höher ist. Die Bedeutung dieses Sachverhalts für die Sicherheit von Firazyr ist nicht bekannt (s.

«Pharmakokinetik»).

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Kinder und Jugendliche

Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Firazyr bei Kindern im Alter von 0-18 Jahren ist nicht

nachgewiesen.

Es liegen keine Studien vor.

Art der Anwendung

Firazyr ist für die subkutane Anwendung, vorzugsweise im Abdominalbereich, bestimmt.

Firazyr kann von den Patienten selbst oder von Pflegepersonen angewendet werden, sofern sie zuvor

durch medizinisches Fachpersonal in der subkutanen Injektionstechnik geschult worden sind.

Die Entscheidung zur Selbstanwendung von Firazyr sollte nur von einem Arzt getroffen werden, der

über Erfahrungen in der Diagnose und Therapie des hereditären Angioödems verfügt (s.

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Jede Firazyr-Spritze ist nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt.

Firazyr Injektionslösung sollte aufgrund des zu verabreichenden Volumens (3 ml) langsam injiziert

werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Laryngeale Attacken

Patienten mit laryngealen Attacken sollten nach der Injektion in einer geeigneten medizinischen

Einrichtung behandelt werden, bis der Arzt eine Entlassung als sicher erachtet.

Ischämische Herzkrankheit

Unter ischämischen Bedingungen kann sich durch Blockierung des Bradykinin-Rezeptors Typ 2 eine

Verschlechterung der Herzfunktion und eine Verminderung der Durchblutung der Herzkranzgefässe

ergeben. Bei der Anwendung von Firazyr bei Patienten mit akuter ischämischer Herzkrankheit oder

instabiler Angina pectoris ist daher Vorsicht angezeigt (s. «Präklinische Daten»).

Schlaganfall

Obgleich es Hinweise auf einen günstigen Effekt einer B2-Rezeptorblockade unmittelbar nach einem

Schlaganfall gibt, besteht theoretisch die Möglichkeit, dass Icatibant die positive neuroprotektive

Spätphasenwirkung von Bradykinin abschwächt. Entsprechend ist bei der Anwendung von Icatibant

bei Patienten in den Wochen nach einem Schlaganfall Vorsicht angezeigt.

Selbstanwendung

Patienten, die zuvor noch nicht mit Firazyr behandelt wurden, sollten die erste Behandlung in einer

medizinischen Einrichtung oder unter der Anleitung eines Arztes erhalten.

Im Falle einer unzureichenden Linderung oder eines Wiederauftretens der Symptome nach der

Selbstbehandlung wird empfohlen, dass der Patient ärztlichen Rat einholt und die Anwendung

zukünftig in einer medizinischen Einrichtung erfolgt (s. «Dosierung/Anwendung»).

Patienten mit laryngealen Attacken sollten grundsätzlich medizinischen Rat einholen und in einer

medizinischen Einrichtung beobachtet werden, auch wenn sie die Injektion zu Hause erhalten haben.

Interaktionen

Es werden keine pharmakokinetischen Arzneimittelwechselwirkungen in Verbindung mit CYP450

erwartet (s. «Pharmakokinetik»).

Die gleichzeitige Anwendung von Firazyr und Angiotension Converting Enzyme (ACE)-Hemmern

wurde nicht untersucht. ACE-Hemmer sind bei HAE-Patienten infolge einer möglichen Erhöhung

des Bradykininspiegels kontraindiziert.

Schwangerschaft/Stillzeit

Für Icatibant liegen keine klinischen Daten über exponierte Schwangere vor. Tierstudien zeigten

Auswirkungen auf die Einnistung in den Uterus und während der Geburt (s. «Präklinische Daten»),

aber das mögliche Risiko beim Menschen ist nicht bekannt.

Firazyr sollte während einer Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen

gegenüber dem möglichen Risiko für den Fetus überwiegt (z. B. zur Behandlung potenziell

lebensgefährlicher laryngealer Attacken).

Icatibant wird in die Milch laktierender Ratten in ähnlichen Konzentrationen wie im mütterlichen

Blut sezerniert. Es wurden keine Auswirkungen auf die postnatale Entwicklung der neugeborenen

Ratten festgestellt.

Es ist nicht bekannt, ob Icatibant in die menschliche Muttermilch übertritt, aber es wird empfohlen,

dass stillende Mütter, die Firazyr anwenden möchten, in den 12 Stunden nach der Behandlung nicht

stillen.

Bei Ratten wie auch bei Hunden kam es bei wiederholter Anwendung von Icatibant zu

Auswirkungen auf die Geschlechtsorgane. Icatibant hatte keine Auswirkungen auf die Fertilität von

männlichen Mäusen und Ratten (s. «Präklinische Daten»). In einer Studie mit 39 gesunden Männern

und Frauen, die insgesamt 9 Dosierungen zu je 30 mg alle 6 Stunden, verteilt auf jeweils 3

Dosierungen alle 3 Tage erhalten hatten, gab es gegenüber dem Ausgangswert weder bei Männern

noch bei Frauen klinisch signifikante Veränderungen der basalen und GnRH-stimulierten

Konzentration der Reproduktionshormone. Icatibant hatte bei Frauen keine signifikanten

Auswirkungen auf die Progesteron-Konzentration in der Lutealphase und die Lutealfunktion sowie

auf die Länge des Menstruationszyklus. Bei Männern hatte Icatibant keine signifikanten

Auswirkungen auf die Anzahl, Motilität und Morphologie der Spermien. Es ist unwahrscheinlich,

dass das für diese Studie verwendete Dosierungsschema im klinischen Einsatz beibehalten würde.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Firazyr hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen. Nach Anwendung von Firazyr sind Abgeschlagenheit, Lethargie, Müdigkeit,

Schläfrigkeit und Schwindel berichtet worden. Diese Symptome können als Ergebnis einer HAE-

Attacke auftreten. Patienten sollte empfohlen werden, sich nicht ans Steuer eines Fahrzeugs zu setzen

oder Maschinen zu bedienen, wenn sie sich müde fühlen oder ein Schwindelgefühl haben.

Unerwünschte Wirkungen

In den für die Zulassung verwendeten klinischen Studien wurden insgesamt 999 HAE-Attacken mit

30 mg Firazyr behandelt, die subkutan durch medizinisches Fachpersonal verabreicht wurden.

Firazyr 30 mg s.c. wurden durch medizinisches Fachpersonal an 129 gesunden Probanden und an

236 Patienten mit HAE verabreicht.

Fast alle Studienteilnehmer, die in klinischen Studien mit Icatibant subkutan behandelt worden sind,

entwickelten Reaktionen an der Injektionsstelle (gekennzeichnet durch Hautirritation, Schwellung,

Schmerzen, Erythem oder Brennen). Diese Reaktionen waren im Allgemeinen ihrem Schweregrad

nach leicht bis mässig ausgeprägt, vorübergehend und klangen ohne weitere Massnahmen ab.

Die Häufigkeit der unten aufgeführten unerwünschten Wirkungen ist wie folgt definiert: Sehr häufig

(≥1/10); häufig (>1/100, <1/10); gelegentlich (>1/1’000, <1/100); selten (>1/10’000, <1/1’000); sehr

selten (<1/10’000).

Nervensystem

Häufig: Schwindelgefühl, Kopfschmerzen.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit.

Haut

Häufig: Ausschlag, Erythem, Pruritus.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle*.

Häufig: Fieber.

Untersuchungen

Häufig: Transaminasen erhöht.

* Blauer Fleck an der Injektionsstelle, Injektionsstelle Hämatom, Brennen an der Injektionsstelle,

Erythem an der Injektionsstelle, Injektionsstelle Hypästhesie, Injektionsstelle gereizt, Injektionsstelle

Taubheitsgefühl, Injektionsstelle Ödem, Schmerzen an der Injektionsstelle, Injektionsstelle

Druckgefühl, Injektionsstelle juckend, Schwellung an der Injektionsstelle, Urtikaria an der

Injektionsstelle und Wärme an der Injektionsstelle.

Immunogenität

In den kontrollierten Studien der Phase III wurden bei wiederholter Behandlung in seltenen Fällen

vorübergehend positive Testergebnisse auf Anti-Icatibant-Antikörper beobachtet. Die Wirksamkeit

blieb bei allen Patienten erhalten. Ein mit Firazyr behandelter Patient wurde vor und nach der Firazyr

–Therapie positiv auf Anti-Icatibant-Antikörper getestet. Der Patient wurde 5 Monate lang

nachuntersucht; dabei waren die späteren Tests auf Anti-Icatibant-Antikörper negativ. Unter Firazyr

wurden keine Hypersensibilitätsreaktionen oder anaphylaktische Reaktionen berichtet.

Überdosierung

Es liegen keine klinischen Daten zu Überdosierungen vor.

Eine Dosis von 3,2 mg/kg intravenös (etwa das 8-fache der therapeutischen Dosis) verursachte bei

gesunden Personen ein transientes Erythem, Jucken oder Hypotonie. Ein therapeutisches Eingreifen

war nicht erforderlich.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B06AC02

Wirkungsmechanismus

HAE (eine autosomal dominante Krankheit) wird durch Fehlen bzw. eine Funktionsstörung des C1-

Esteraseinhibitors verursacht. HAE-Attacken gehen mit einer erhöhten Ausschüttung von Bradykinin

einher, bei dem es sich um den wichtigsten Faktor bei der Entwicklung klinischer Symptome

handelt.

HAE äussert sich in Form intermittierender Attacken eines subkutanen und/oder submukosalen

Ödems der oberen Atemwege, der Haut und des Magendarmtraktes. Eine Attacke dauert

üblicherweise 2 bis 5 Tage.

Icatibant ist ein selektiver kompetitiver Antagonist des Bradykininrezeptors Typ 2 (B2). Es handelt

sich um ein synthetisches Dekapeptid mit einer ähnlichen Struktur wie Bradykinin, aber mit 5 nicht

proteinogenen Aminosäuren. Bei HAE sind erhöhte Bradykininkonzentrationen die wichtigsten

Einflussfaktoren bei der Entwicklung klinischer Symptome.

Pharmakodynamische Effekte

Bei gesunden jungen Personen wurden durch Anwendung von Icatibant in einer Dosierung von 0,8

mg/kg über 4 Stunden, von 1,5 mg/kg/Tag oder 0,15 mg/kg/Tag für 3 Tage die Entwicklung einer

bradykinininduzierten Hypotonie, Vasodilatation und Reflextachykardie verhindert. Icatibant erwies

sich als kompetitiver Antagonist, wenn die Bradykinin-Testdosis auf das 4-fache erhöht wurde.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Daten zur Wirksamkeit stammten aus einer ersten offenen Phase-II-Studie und drei kontrollierten

Phase-III-Studien.

Die klinischen Studien der Phase III (FAST-1 und FAST-2) waren randomisierte, kontrollierte

Doppelblindstudien mit – bis auf das verwendete Vergleichspräparat – gleichem Design (eine mit

oraler Tranexamsäure als Vergleichspräparat und eine placebokontrolliert).

Es wurden insgesamt 130 Patienten randomisiert und erhielten entweder eine Icatibant-Dosis von 30

mg (63 Patienten) oder ein Vergleichspräparat (entweder Tranexamsäure, 38 Patienten, oder ein

Placebo, 29 Patienten). Spätere HAE-Attacken wurden in einer offenen Anschlussstudie behandelt.

Patienten mit Symptomen eines laryngealen Ödems erhielten eine offene Behandlung mit Icatibant.

In den Phase-III-Studien war der primäre Wirksamkeitsendpunkt die Zeit bis zum Einsetzen der

Symptomlinderung, was mithilfe einer visuellen Analogskala (VAS) festgestellt wurde. Die Tabelle

2 zeigt die Wirksamkeitsergebnisse für diese Studien.

FAST-3 war eine randomisierte, placebokontrollierte Parallelgruppenstudie mit 98 erwachsenen

Patienten im Alter von durchschnittlich 36 Jahren. Die Patienten wurden randomisiert auf zwei

Gruppen verteilt, die entweder Icatibant 30 mg oder Placebo als subkutane Injektion erhielten. Eine

Untergruppe der Patienten in dieser Studie entwickelte akute HAE-Attacken unter der Behandlung

mit Androgenen, Antifibrinolytika bzw. Cl-Inhibitoren. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die

Zeit bis zum Einsetzen der Symptomlinderung. Die Beurteilung erfolgte dabei mithilfe einer

dreiteiligen zusammengesetzten visuellen Analogskala (VAS-3), auf der die Schwellung der Haut,

Hautschmerzen und Bauchschmerzen beurteilt wurden. Die Tabelle 3 zeigt die

Wirksamkeitsergebnisse für FAST-3.

In diesen Studien war der mittlere Zeitraum bis zum Einsetzen der Symptomlinderung bei Patienten

unter Icatibantbehandlung kürzer (2,0 h, 2,5 h und 2,0 h) als bei Gabe von Tranexamsäure (12,0 h)

und Placebo (4,6 h und 19,8 h). Der Behandlungseffekt von Icatibant wurde durch die sekundären

Wirksamkeitsendpunkte bestätigt.

Unabhängig von der Altersgruppe, vom Geschlecht, der Rasse und dem Gewicht sowie von der

Anwendung oder Nichtanwendung von Androgenen oder Antifibrinolytika waren die Zeit bis zum

Einsetzen der Symptomlinderung und die Zeit bis zum Einsetzen der Linderung des Primärsymptoms

in der zusammenfassenden Analyse dieser kontrollierten Phase-III-Studien gleich.

In den kontrollierten Phase-III-Studien war die Reaktion auch über wiederholte Attacken hinweg

gleichbleibend. Insgesamt 237 Patienten erhielten 1'386 Dosierungen mit 30 mg Icatibant zur

Behandlung von 1'278 akuten HAE-Attacken. Bei den ersten 15 mit Firazyr behandelten Attacken

(1'114 Dosen für 1'030 Attacken) waren die medianen Zeiten bis zum Einsetzen der

Symptomlinderung bei den Attacken ähnlich (2,0 bis 2,5 h). Dabei wurden 92,4% dieser HAE-

Attacken mit einer einzigen Dosis Firazyr behandelt.

Tabelle 2: Wirksamkeitsergebnisse von FAST-1 und FAST-2

Kontrollierte klinische Studie von FIRAZYR im Vergleich zu Tranexamsäure bzw. Placebo:

Wirksamkeitsergebnisse

FAST-2

FAST-1

Icatibant

Tranexamsäure

Icatibant

Placebo

Anzahl der Patienten

in der ITT-Population

Anzahl der Patienten

in der ITT-Population

Basis-VAS-Wert (mm)

63,7

61,5

Basis-VAS-Wert (mm)

69,3

67,7

Änderung zwischen

Basis-Wert und

4 Stunden

-41,6

-14,6

Änderung zwischen

Basis-Wert und

4 Stunden

-44,8

-23,5

Unterschied zwischen

Behandlungen (95% CI,

p-Wert)

-27,8 (-39,4, -16,2)

p <0,001

Unterschied zwischen

Behandlungen (95% CI,

p-Wert)

-23,3 (-37,1, -9,4)

p= 0,002

Änderung zwischen

Basis-Wert und

12 Stunden

-54,0

-30,3

Änderung zwischen

Basis-Wert und

12 Stunden

-54,2

-42,4

Unterschied zwischen

Behandlungen

(95 % CI, p-Wert)

-24,1 (-33,6, -14,6)

p <0,001

Unterschied zwischen

Behandlungen

(95% CI, p-Wert)

-15,2 (-28,6, -1,7)

p= 0,028

Mittlere Zeit bis zum

Einsetzen der Symptom-

Mittlere Zeit bis zum

Einsetzen der Symptom-

linderung (Stunden)

linderung (Stunden)

Alle Episoden (N= 74)

12,0

Alle Episoden (N= 56)

Ansprechrate (%, VI) 4

Stunden

nach Beginn der

Behandlung

Ansprechrate (%, VI) 4

Stunden

nach Beginn der

Behandlung

Alle Episoden (N= 74)

80,0

(63,1,

91,6)

30,6

(16,3, 48,1)

Alle Episoden (N= 56)

66,7

(46,0,

83,5)

46,4

(27,5,

66,1)

Mittlere Zeit bis zum

Einsetzen

der Symptomlinderung:

alle

Symptome (Std.):

Mittlere Zeit bis zum

Einsetzen

der Symptomlinderung:

alle

Symptome (Std.):

Bauchschmerzen

Bauchschmerzen

Hautschwellung

18,1

Hautschwellung

10,2

Hautschmerzen

12,0

Hautschmerzen

Mittlere Zeit bis zum fast

vollständigen Abklingen

der Symptome (Std.)

Mittlere Zeit bis zum fast

vollständigen Abklingen

der Symptome (Std.)

Alle Episoden (N= 74)

10,0

51,0

Alle Episoden (N= 56)

19,4

Mittlere Zeit bis zur

Regression der

Symptome,

nach Patient (Std.)

Mittlere Zeit bis zur

Regression der

Symptome,

nach Patient (Std.)

Alle Episoden (N= 74)

Alle Episoden (N= 56)

16,9

Mittlere Zeit bis zur

Verbesserung der

Gesamtverfassung des

Patienten, nach Arzt

(Std.)

Mittlere Zeit bis zur

Verbesserung der

Gesamtverfassung des

Patienten, nach Arzt

(Std.)

Alle Episoden (N= 74)

Alle Episoden (N= 56)

Wirksamkeitsergebnisse für FAST-3

Wirksamkeitsergebnisse: FAST-3, kontrollierte Phase – ITT-Population

Endpunkt

Statistische

Masszahl

Firazyr

(n= 43)

Placebo

(n= 45)

p-Werte

Primärer Endpunkt

Zeit bis zum Einsetzen der Symptom-

linderung – mehrteilige VAS (Stunden)

Medianwert

19,8

<0,001

Andere Endpunkte

Zeit bis zum Einsetzen der Linderung

des Primärsymptoms (Stunden)

Medianwert

18,5

<0,001

Veränderung des zusammengesetzten

VAS-Wertes 2 Std. nach der Behandlung

Mittelwert

-19,74

-7,49

<0,001

Veränderung des zusammengesetzten

Probanden-Eigenbewertungswerts nach

2 Stunden

Mittelwert

-0,53

-0,22

<0,001

Veränderung des zusammengesetzten

Prüfarzt-Bewertungswerts nach 2 Stunden

Mittelwert

-0,44

-0,19

<0,001

Zeit bis zur nahezu vollständigen

Symptomlinderung (Stunden)

Medianwert

36,0

0,012

Zeit bis zur ersten Symptomverbesserung

gemäss Probanden-Eigenbewertung (Stunden)

Medianwert

<0,001

Zeit bis zur ersten visuellen Symptom-

verbesserung gemäss Probanden-Eigenbe-

wertung (Stunden)

Medianwert

<0,001

Insgesamt 66 Patienten wurden in diesen kontrollierten klinischen Studien der Phase III wegen HAE-

Attacken behandelt, die den Kehlkopf betrafen. Die Ergebnisse waren in Bezug auf die Zeit bis zum

Einsetzen der Symptomlinderung ähnlich wie bei Patienten mit nicht den Kehlkopf betreffenden

HAE-Attacken.

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik von Icatibant wurde in Studien mit intravenöser und subkutaner Anwendung

bei gesunden Freiwilligen und Patienten ausführlich charakterisiert. Das pharmakokinetische Profil

von Icatibant bei Patienten mit HAE ist dem bei gesunden Freiwilligen ähnlich.

Absorption

Nach subkutaner Anwendung beträgt die absolute Bioverfügbarkeit von Icatibant 97%. Es dauert

etwa 30 Minuten, bis eine maximale Konzentration erreicht ist.

Distribution

Das Verteilungsvolumen (Vss) von Icatibant liegt bei etwa 20 bis 25 Liter. Die Bindung an

Plasmaproteine liegt bei 44%.

Metabolismus

Der Grossteil von Icatibant wird von proteolytischen Enzymen in inaktive Metaboliten umgewandelt,

die überwiegend im Harn ausgeschieden werden.

In vitro-Studien haben bestätigt, dass Icatibant nicht durch oxidative Stoffwechselwege abgebaut

wird, kein Inhibitor wichtiger Cytochrom P450 (CYP)-Isoenzyme (CYP 1A2, 2A6, 2B6, 2C8, 2C9,

2C19, 2D6, 2E1 und 3A4) ist und CYP 1A2 und 3A4 nicht induziert.

Elimination

Icatibant wird hauptsächlich durch Verstoffwechselung eliminiert, während weniger als 10% einer

Icatibantdosis unverändert mit dem Harn ausgeschieden werden. Die Clearance beträgt ungefähr 15-

20 l/h und ist von der Dosis unabhängig. Die terminale Halbwertszeit im Plasma beträgt etwa 1 bis 2

Stunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Daten deuten auf einen altersbezogenen Rückgang bei der Clearance hin, woraus sich eine um

50-60% höhere Exposition bei älteren Patienten (75-80 Jahre) im Vergleich zu Patienten im Alter

von 40 Jahren ergibt. Die Daten deuten darauf hin, dass das Geschlecht und das Gewicht keinen

erheblichen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Icatibant haben.

Limitierte Daten deuten an, dass eine Icatibant-Behandlung durch eine Leber- oder

Nierenfunktionsstörung nicht beeinflusst wird. Der Einfluss der ethnischen Zugehörigkeit auf die

Pharmakokinetik von Icatibant ist nicht untersucht worden. Es liegen keine pharmakokinetischen

Daten bei Kindern vor.

Präklinische Daten

Bei Ratten und Hunden sind Studien mit Mehrfachdosierung über einen Zeitraum von bis zu

6 Monaten bzw. bis zu 9 Monaten durchgeführt worden. Bei Ratten wie bei Hunden wurde eine

dosisabhängige Verminderung der Spiegel der zirkulierenden Sexualhormone beobachtet. Zudem

kam es bei wiederholter Anwendung von Icatibant zu einer reversiblen Verzögerung der

Geschlechtsreife.

Die anhand der Fläche unter der Kurve (AUC) definierte maximale tägliche Exposition bei der

höchsten Dosis, bei der noch keine schädliche Wirkung erkennbar ist (NOAEL-Konzentration),

betrug in der über 9 Monate laufenden Studie bei Hunden das 2,3-fache des AUC-Werts bei

Menschen nach einer subkutanen Dosis von 30 mg. Eine NOAEL-Konzentration war in der Studie

an Ratten nicht messbar, jedoch zeigten sämtliche aus dieser Studie gewonnenen Ergebnisse

vollständige oder partiell reversible Auswirkungen bei den behandelten Ratten. Bei allen an Ratten

getesteten Dosen wurde eine Nebennierenhypertrophie beobachtet, die nach Einstellung der

Behandlung mit Icatibat zurückging. Die klinische Relevanz der Nebennierenbefunde ist nicht

bekannt.

Icatibant hatte keine Auswirkungen auf die Fertilität von männlichen Mäusen (Höchstdosis

80,8 mg/kg/Tag) und Ratten (Höchstdosis 10 mg/kg/Tag).

Zur Beurteilung des karzinogenen Potentials von Icatibant wurden 2-Jahres-Studien bei Mäusen und

Ratten durchgeführt. Bei subkutanen Icatibant Dosen bis zu 15 mg/kg/Tag (zweimal wöchentlich)

resp. 6 mg/kg/Tag (täglich) (ungefähr 3-fach und 2-fach höher als die für den Menschen höchste

maximale empfohlene Tagesdosis [drei 30 mg Dosen an einem einzigen Tag] auf der Basis der

AUC) wurde kein Hinweis auf Kanzerogenität beobachtet.

In einer Reihe von Standardtests in vitro und in vivo war Icatibant nicht genotoxisch.

Bei Ratten (Höchstdosis 25 mg/kg/Tag) und Kaninchen (Höchstdosis 10 mg/kg/Tag) war Icatibant

nach subkutaner Injektion während der frühen embryonalen und fetalen Entwicklung nicht teratogen.

Icatibant ist ein wirksamer Antagonist von Bradykinin, und eine Behandlung in hoher Dosierung

kann daher in der Frühphase einer Trächtigkeit Auswirkungen auf den Einnistungsvorgang in den

Uterus und auf die anschliessende Stabilität des Keims im Uterus haben. Diese uterinen Effekte

äussern sich auch in einem späten Trächtigkeitsstadium, da Icatibant bei Ratten tokolytisch wirkt und

zu einem verzögerten Geburtseintritt führt mit erhöhter Belastung für den Fetus (fetaler Distress) und

Tod unter der Geburt bei hoher Dosis (10 mg/kg/Tag).

In einer Studie zur Toxizität bei Jungtieren, in der nicht geschlechtsreife Ratten 7 Wochen lang

täglich 3 mg/kg erhielten, wurde eine Atrophie der Hoden und Nebenhoden beobachtet. Bei

geschlechtsreifen Ratten und Hunden wurden ähnliche Wirkungen von Icatibant auf das reproduktive

Gewebe beobachtet. Diese Befunde entsprachen den berichteten Wirkungen auf die Gonadotropine

und erwiesen sich in den anschliessenden behandlungsfreien Zeiträumen als reversibel.

Untersuchungen in vitro (hERG Kanal) und an verschiedenen Modellen in vivo (ventrikuläre

Stimulation, körperliche Belastung sowie Koronarligatur am Hund im Vergleich zur gesunden

Kontrolle) ergaben keine Hinweise auf eine Beeinflussung hämodynamischer Parameter durch

Icatibant. An mehreren Tiermodellen wurde jedoch beobachtet, dass Icatibant eine kardiale Ischämie

verstärkt, obgleich bei akuter Ischämie ein nachteiliger Effekt nicht einheitlich aufgezeigt werden

konnte.

Sonstige Hinweise

Eine Fertigspritze zu 3 ml enthält Icatibant-Acetat entsprechend 30 mg Icatibant.

Die Lösung ist klar und farblos.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit EXP bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25 °C lagern. Nicht einfrieren. Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Die Lösung sollte klar und farblos und frei von sichtbaren Partikeln sein. Nur für den

Einmalgebrauch. Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial entsprechend entsorgen.

Zulassungsnummer

58178 (Swissmedic).

Packungen

Fertigspritze (3-ml-Fertigspritze, Typ I Glas) mit Kolbenstopfen (mit Fluorcarbonpolymer

beschichtetes Brombutyl).

Packung mit:

1 Fertigspritze zu 3 ml

1 Injektionsnadel (25 G; 16 mm). [B]

Zulassungsinhaberin

Shire Switzerland GmbH, Zug

Stand der Information

November 2015.

Podobni izdelki

Opozorila o iskanju, povezana s tem izdelkom

Ogled zgodovine dokumentov

Delite te podatke