Colistin 1 Mio U.I. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Lösung für einen Vernebler

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製品の特徴 製品の特徴 (SPC)

24-10-2018

有効成分:
colistimethatum natricum
から入手可能:
Mepha Pharma AG
ATCコード:
J01XB01
INN(国際名):
colistimethatum natricum
医薬品形態:
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Lösung für einen Vernebler
構図:
colistimethatum natricum 1 Mio U. I., für Glas. Freigabe: natrii chloridi Lösung 9 g/L 3 ml.
クラス:
A
治療群:
Synthetika
治療領域:
Infektionskrankheiten
承認番号:
54915
承認日:
2000-04-26

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01-05-2019

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01-05-2019

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Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Colistin® zur Inhalation

Mepha Pharma AG

Was ist Colistin und wann wird es angewendet?

Der Wirkstoff von Colistin, Colistinmethat, ist ein Antibiotikum aus der Familie der so genannten

Polymyxine.

Colistin wird zur wiederholten, zeitlich beschränkten Inhalationstherapie bei Atemwegsinfektionen

durch Pseudomonas aeruginosa bei Patienten mit cystischer Fibrose (CF) eingesetzt und darf nur auf

Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin verwendet werden. Die erste Anwendung von Colistin

sollte unter Aufsicht von medizinischem Personal erfolgen, das Erfahrung mit der Erkrankung

Cystische Fibrose hat.

Was sollte dazu beachtet werden?

Colistin wird nicht geschluckt, sondern mit Hilfe eines Verneblers und eines geeigneten

Kompressors inhaliert. Colistin steht Ihnen in Form von Trockensubstanz zur Verfügung. Die

Trockensubstanz wird in dem beigefügten (3 ml für Colistin 1 Mio U.I.) oder vom Arzt verordneten

(4 ml für Colistin 2 Mio U.I.) Lösungsmittel aufgelöst und in einen Vernebler überführt (siehe auch

Kapitel «Wie verwenden Sie Colistin?»).

Colistin darf in Ihrem Vernebler nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Wann darf Colistin nicht angewendet werden?

Colistin darf nicht angewendet werden bei:

·Überempfindlichkeit gegenüber Colistin oder Polymyxin B;

·wenn Sie an einer schweren Muskelschwäche leiden (Myastenia gravis);

·Früh- und Neugeborenen.

Wann ist bei der Anwendung von Colistin Vorsicht geboten?

·Bei empfindlichen Patientinnen und Patienten kann Colistin zu Bronchokonstriktionen (Verengung

der Bronchien, Atembeschwerden) führen. Deshalb soll die erste Dosis Colistin unter Aufsicht

medizinisch erfahrenen Personals erfolgen.

·Bei eingeschränkter Nierenfunktion sollte auf Nebenwirkungen auf das Nervensystem (z.B.

Schwindel) geachtet werden und die Nierenfunktion regelmässig durch den Arzt bzw. die Ärztin

kontrolliert werden.

·Die Inhalation von Colistin kann einen Hustenreflex auslösen. Wenn Sie beim aktiven Aushusten an

blutigem Sputum leiden, sollte die Anwendung von Colistin zur Inhalation nur unter Abwägung des

Nutzen-Risiko Verhältnisses erfolgen.

Unter der Therapie mit Colistin kann es – wie auch bei anderen Antibiotika – zum Auftreten von

Keimen mit verminderter Empfindlichkeit kommen. Nach Absetzen von Colistin zur Inhalation und/

oder Änderung der Therapie kann es zu einer Wiederherstellung der Wirksamkeit kommen.

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemässem Gebrauch die Reaktionsfähigkeit, die

Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen (z.B.

durch Auftreten von Schwindel)! Dies gilt in verstärktem Masse im Zusammenwirken mit Alkohol.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23mg) pro Inhalation, d.h. es ist nahezu

«natriumfrei».

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden (Externa)! Die Inhalation von Dornase alfa (Pulmozyme) sollte zeitlich versetzt

zur Inhalation von Colistin erfolgen.

Erfahrungen in der Behandlung von Kindern unter 12 Jahren liegen nur in sehr eingeschränktem

Umfang vor. Insbesondere liegen keine wissenschaftlich begründeten Dosierungsempfehlungen vor.

Deshalb ist Colistin zur Inhalation für die Verwendung bei Kindern unter 12 Jahren nicht geeignet.

Darf Colistin während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Schwangerschaft

Falls Sie eine Schwangerschaft planen oder schwanger sind, sollten Sie Colistin zur Inhalation nicht

anwenden, ausser auf ausdrückliche Anweisung Ihres Arztes. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin über die Möglichkeit einer schädlichen Wirkung dieses Medikamentes.

Stillzeit

Wenn Sie ein Kind stillen, sollten Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin sprechen, bevor Sie Colistin

zur Inhalation anwenden.

Wie verwenden Sie Colistin zur Inhalation?

Wenden Sie Colistin zur Inhalation immer genau nach Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin an.

Colistin ist für die inhalative Anwendung mit geeigneten Inhalationsgeräten vorgesehen.

Falls nicht anders verordnet, beträgt die Tagesdosis von Colistin zur Inhalation für Erwachsene und

Jugendliche >12 Jahren 2× 0,5 Mio U.I. bis 2× 2 Mio U.I. pro Tag. Im Durchschnitt werden 2× 1

Mio. U.I. verabreicht. Die Therapiedauer sollte pro Zyklus 4–6 Wochen nicht überschreiten.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisreduktion nicht notwendig. Wenn

Colistin zur Inhalation bei eingeschränkter Nierenfunktion angewendet wird, sollte jedoch sorgfältig

auf zentralnervöse Nebenwirkungen (wie z.B. Schwindel) geachtet werden, und die Nierenfunktion

regelmässig durch den Arzt bzw. die Ärztin kontrolliert werden.

Kinder:

Colistin sollte bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewendet werden (siehe «Wann ist bei der

Anwendung Vorsicht geboten?»).

Wie und wann sollten Sie Colistin zur Inhalation anwenden?

Zur Herstellung der Lösung zur Inhalation gehen Sie folgendermassen vor:

Der Inhalt der Durchstechflasche muss in isotonischer Kochsalzlösung gelöst werden.

Entfernen Sie die rote Abdeckkappe und den Gummistopfen von der Durchstechflasche (siehe

Abbildung).

Geben Sie das Lösungsmittel aus der beigefügten (3 ml für Colistin 1 Mio U.I.) oder vom Arzt

verordneten (4 ml für Colistin 2 Mio U.I.) Lösungsmittelampulle, der Glaswand entlang, dem Pulver

in der geöffneten Durchstechflasche zu.

Schliessen Sie den Gummistopfen und schwenken Sie die Flasche leicht, um das Pulver zu lösen.

Vermeiden Sie das Schütteln wegen der Gefahr übermässiger Schaumbildung. Überführen Sie die

Lösung vorsichtig in einen Vernebler (z.B. Pari LC Plus, Pari eflow). Die zubereitete Lösung soll

sofort verwendet werden und soll nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Reinigen und desinfizieren Sie den Vernebler nach jeder Anwendung. Beachten Sie dabei die

Anweisungen des Herstellers.

Inhalieren Sie Colistin, während Sie aufrecht sitzen oder stehen und atmen Sie normal und ruhig, mit

möglichst tiefen Atemzügen durch das Mundstück des Verneblers. Nasenklemmen können Ihnen das

Atmen durch den Mund erleichtern.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Colistin haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Colistin auftreten:

Mit über 10% ist Bronchospasmus (Verengung der Bronchien) die häufigste Nebenwirkung.

Andere Nebenwirkungen sind: Pilzinfektionen im Mund, Überwucherung mit resistenten Keimen bei

Langzeitbehandlung, vermehrter Husten, vermehrte Sputumproduktion, Dyspnoe (Atemnot),

Schleimhautentzündungen, Pharyngitis (Rachenentzündung), Hustenreiz, Schwindel, Parästhesien

(Missempfindungen wie z.B. Kribbeln oder taubes Gefühl), Übelkeit, Zungenbrennen, schlechter

Geschmack, akutes Nierenversagen und Überempfindlichkeitsreaktionen (Angioödem). Sehr selten

Hautausschläge, Juckreiz und Arzneimittelfieber.

Beim Auftreten von Nebenwirkungen setzen Sie sich bitte mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin in

Verbindung.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, oder Apotheker oder Ihre

Ärztin oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

In der Originalverpackung, vor Licht geschützt und bei Raumtemperatur (15–25°C) lagern.

Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Die Lösung sollte vor der Anwendung frisch zubereitet werden.

Lösungen von Colistin in physiologischer Natriumchloridlösung sind im Kühlschrank oder unter

25°C bis zu 6 Stunden stabil.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Colistin enthalten?

Colistin 1 Mio U.I.:

1 Flasche mit 79 mg Pulver enthält 79 mg (entspr. 1 Mio. U.I.) Colistimethat-Natrium, entsprechend

33,3 mg Colistin.

1 Ampulle mit 3 ml Lösungsmittel (0.9% NaCl) enthält als Hilfsstoffe Wasser für Injektionszwecke

sowie 27 mg Kochsalz (entspr. 0,46 mmol Na+).

Colistin 2 Mio U.I.:

1 Flasche mit 158 mg Pulver enthält 158 mg (entspr. 2 Mio. U.I.) Colistimethat-Natrium,

entsprechend 66,6 mg Colistin.

Zulassungsnummer

54915 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Colistin? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Colistin 1 Mio U.I.: Colistin zur Inhalation ist in 10er Packungen mit je 1 Flasche Pulver und 1

Ampulle mit Lösungsmittel oder in einer 14er Packung mit 14 Flaschen Pulver und 14 Ampullen mit

Lösungsmittel erhältlich.

Colistin 2 Mio U.I.: Colistin zur Inhalation ist in 14er Packungen mit je 1 Flasche Pulver erhältlich.

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Interne Versionsnummer: 2.3

Fachinformation

Transferiert von Actavis Switzerland AG

Colistin®

Teva Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Colistimethat Natrium Pulver.

Hilfsstoffe: 1 Ampulle mit Lösungsmittel enthält: 3 ml isotonische Kochsalzlösung (= 0,46 mmol

Na+).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Lösung für einen Vernebler. 1 Flasche Colistin

enthält: Colistimethat Natrium 1 Mio. U.I.

1 ml rekonstituierte Lösung enthält: 11,1 mg Colistin (= 26,33 mg Colistimethat Natrium).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Anwendungsmöglichkeit: Colistin eignet sich zur intermittierenden Aerosoltherapie bei

Atemwegsinfektionen durch Pseudomonas aeruginosa bei Patienten mit Cystischer Fibrose.

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden,

insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Zur Aerosoltherapie kann Colistin in einer Dosierung von 30'000 U.I./kg KG und Tag angewendet

werden.

Die übliche Tagesdosis von Colistin beträgt für Erwachsene und Jugendliche >12 Jahre zweimal 0,5

Mega bis zweimal 2 Mega als Inhalation pro Tag (1 Mega = 1'000'000 U.I.). Im Durchschnitt werden

zweimal 1 Mega als Inhalation verabreicht. Die Therapiedauer sollte pro Zyklus 4–6 Wochen nicht

überschreiten.

Die erste Anwendung von Colistin sollte unter Aufsicht von medizinischem Personal erfolgen, das

Erfahrung mit der Erkrankung Cystische Fibrose hat.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisreduktion nicht notwendig (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Auf neurologische Nebenwirkungen sollte jedoch

sorgfältig geachtet werden und die Nierenfunktion regelmässig kontrolliert werden.

Kinder

Erfahrungen in der Behandlung von Kindern unter 12 Jahren liegen nur in sehr eingeschränktem

Umfang vor. Insbesondere liegen keine wissenschaftlich begründeten Dosierungsempfehlungen vor.

Deshalb ist Colistin zur Inhalation für die Verwendung bei Kindern unter 12 Jahren nicht geeignet.

Kontraindikationen

Colistin darf nicht angewendet werden bei

Überempfindlichkeit gegenüber Colistin und Polymyxin B,

Myastenia gravis,

Früh- und Neugeborenen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bronchospasmus: Inhalative Arzneimittel wie Colistin können bei empfindlichen Patienten zu akuten

Bronchokonstriktionen führen. Deshalb sollte die erste Dosis Colistin zur Inhalation unter Aufsicht

medizinisch erfahrenen Personals erfolgen, wobei vor der Inhalation ein Broncholytikum eingesetzt

werden sollte, falls dies zum gegenwärtigen Regime des betreffenden Patienten gehört. Die forcierte

Einsekundenkapazität (FEV1) sollte vor und nach der Inhalation gemessen werden. Wenn bei einem

Patienten, der nicht mit einem Broncholytikum behandelt wurde, Hinweise auf therapieinduzierte

Bronchialobstruktionen auftreten, sollte der Test bei der nächsten Colistin Verabreichung mit einem

Broncholytikum wiederholt werden.

Nierenfunktionsstörungen: Die Pharmakokinetik von Colistimethat nach inhalativer Verabreichung

an niereninsuffizienten Patienten ist nicht bekannt. Insbesondere ist nicht bekannt, ob Colistin bei

Niereninsuffizienz nach inhalativer Gabe kumuliert. Die Gefahr ist aber aufgrund der geringen

systemischen Bioverfügbarkeit nach inhalativer Verabreichung als gering anzusehen.

Wenn Colistin zur Inhalation bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion angewendet werden

soll, sollte sorgfältig auf neurologische Nebenwirkungen geachtet und die Nierenfunktion

regelmässig kontrolliert werden.

Nephrotoxizität: Obwohl Nephrotoxizität mit der Aminoglykosid-Therapie in Zusammenhang

gebracht worden ist, ist in der Literatur nur ein Fall bei parenteraler Anwendung bekannt. Bei

Patienten, die gleichzeitig potentiell nephrotoxische Präparate (z.B. Aminoglykoside,

Cephalosporine, Ciclosporin) erhalten, sollte die Behandlung mit Colistin zur Inhalation mit Vorsicht

durchgeführt werden, weil eine verstärkte Beeinträchtigung der Nierenfunktion durch solche

Kombinationen nicht ausgeschlossen werden kann (siehe auch Kapitel «Interaktionen»).

Porphyrie: Colistin kann zur Exazerbation einer Porphyria führen. Daher sollte die Behandlung mit

Colistin bei Patienten mit Porphyria mit Vorsicht durchgeführt werden.

Hämoptysis: Die Inhalation von Colistin kann einen Hustenreflex auslösen. Deshalb sollte der

Einsatz von Colistin zur Inhalation bei Patienten mit aktiver Hämoptysis nur unter Abwägung des

Nutzen-Risiko Verhältnisses erfolgen.

Resistenz

Unter der Therapie mit Colistin kann es – wie auch bei anderen Antibiotika – zum Auftreten

nichtempfindlicher Keime kommen. In diesen Fällen ist eine entsprechende Therapie einzuleiten.

Ebenso ist in seltenen Fällen eine Erhöhung der minimalen Hemmkonzentration bei Pseudomonas

aeruginosa Keimen möglich. Nach Absetzen und/oder Änderung der Therapie kann es zu einer

Wiederherstellung der Wirksamkeit kommen.

Interaktionen

Das Nephrotoxizitätsrisiko von Colistin kann durch Kombination mit Substanzen, die eine

gleichgerichtete Toxizität haben (z.B. Aminoglykoside, Cephalosporine, Ciclosporin, Furosemid,

Etacrynsäure) erhöht werden.

Die Gefahr einer neuromuskulären Blockade kann durch die gleichzeitige Gabe von

Inhalationsnarkotika (z.B. Äther, Halothan), Muskelrelaxantien bzw. curareartigen Arzneimitteln

(z.B. Tubocurarin, Succinylcholin) oder Aminoglykosiden gesteigert werden.

In vitro wurden für die Kombination von Colistin und Cotrimoxazol bei einer Reihe von

gramnegativen Bakterien synergistische Effekte gefunden.

Bei vorheriger Inhalation mit Dornase alfa sollte die Inhalation von Colistin zur Inhalation zeitlich

versetzt erfolgen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine dokumentierten Erfahrungen mit einer Anwendung von Colistin zur Inhalation an

Schwangeren vor. Colistin passiert die Plazenta. Tierexperimentelle Studien mit Colistin zeigten eine

Reproduktionstoxizität (siehe Kapitel Präklinik). Aufgrund der möglichen Resorption und des

dadurch vorhandenen Risikos nephro- bzw. neurotoxischer Reaktionen beim Ungeborenen, darf die

Anwendung von Colistin zur Inhalation während der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation

erfolgen.

Stillzeit

Colistin geht in die Muttermilch über. Falls die Mutter während der Stillzeit mit Colistin zur

Inhalation behandelt werden muss, soll abgestillt werden. Beim gestillten Säugling ist die

Möglichkeit einer Beeinflussung der physiologischen Darmflora mit Durchfall oder

Sprosspilzbesiedelung gegeben. Ebenfalls ist die Möglichkeit einer Sensibilisierung nicht

auszuschliessen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemässem Gebrauch z.B. durch Auftreten von

Schwindel (s.a. Kapitel «Unerwünschte Wirkungen») das Reaktionsvermögen so weit verändern,

dass die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten

ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt im verstärkten Masse im Zusammenwirken mit

Alkohol.

Unerwünschte Wirkungen

Die meisten genannten unerwünschten Wirkungen wurden anhand von Literatur beziehungsweise

Spontanberichten erfasst. Die Häufigkeiten sind demnach nicht genau bekannt.

Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100 bis <1/10); gelegentlich (≥1/1'000 bis <1/100); selten (≥1/10'000

bis <1/1'000); sehr selten (<1/10'000); unbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Unbekannt: Orale Candidiasis. Bei Langzeitanwendung kann es zu Überwucherung mit resistenten

Keimen kommen.

Erkrankungen des Immunsystems

Unbekannt: Angioödem.

In sehr seltenen Fällen kann es sowohl unter parenteraler wie auch unter inhalativer Therapie zu

Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlägen, Juckreiz und Arzneimittelfieber kommen.

Erkrankungen des Nervensystems

Unbekannt: Schwindel, Parästhesien.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr häufig: Bronchospasmus.

Unbekannt: Vermehrter Husten, vermehrte Sputumproduktion, Dyspnoe, Schleimhautentzündungen,

Pharyngitis, Hustenreiz.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Unbekannt: Übelkeit, Zungenbrennen, schlechter Geschmack.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Unbekannt: Akutes Nierenversagen.

Nephrotoxische Reaktionen sind bei der parenteralen Anwendung von Colistin die häufigsten

Nebenwirkungen, bei der Aerosoltherapie können sie nicht völlig ausgeschlossen werden. Sie

äussern sich in Albuminurie, Hämaturie, Zylindrurie, Anstieg von Harnstoffstickstoff und Kreatinin

im Serum, Verminderung der glomerulären Filtration. Bei Kumulation oder Überdosierung droht ein

akutes Nierenversagen (Anurie, akute Tubulusnekrose).

Überdosierung

Die systemische Verfügbarkeit von Colistimethat nach inhalativer Verabreichung ist gering. Das

Risiko von Intoxikationen nach inhalativer Verabreichung von Colistimethat ist als sehr gering

anzusehen. Entsprechende Beobachtungen sind bislang nicht bekannt geworden.

Bei versehentlicher oraler Einnahme von Colistin zur Inhalation sind toxische Wirkungen

unwahrscheinlich, da Colistimethat aus dem intakten Gastrointestinaltrakt kaum resorbiert wird. Bei

parenteraler Gabe können nach Überdosierung nephrotoxische (Albuminurie, Hämaturie,

Zylindrurie, Anstieg von Harnstoffstickstoff und Kreatinin im Serum, Verminderung der

glomerulären Filtration) und neurotoxische Reaktionen (Kribbeln im Mund, verwaschene Sprache,

ataktischer Gang) auftreten. Als besonders schwere Reaktion kann es dabei zur neuromuskulären

Blockade mit Atemstillstand kommen.

Es existiert kein Antidot gegen Colistin. Bei der Überdosierung sollen Colistin und andere

nephrotoxische bzw. neurotoxische Arzneimittel umgehend abgesetzt werden. Die Ausscheidung von

Colistin kann durch osmotische Diurese mit Mannitol beschleunigt werden. Durch Hämo- und

Peritonealdialyse werden nur geringfügige Mengen Colistin entfernt. Daher soll Hämo- und

Peritonealdialyse nur beim gleichzeitigen Nierenversagen angewendet werden.

Bei der neuromuskulären Blockade oder Atemstillstand ist eine künstliche Beatmung erforderlich.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01XB01

Wirkungsmechanismus

Colistin ist ein zyklisches Polypeptidantibiotikum, das von Bacillus polymyxa subsp. colistinus

produziert wird. Colistimethat ist das Methansulfonsäure-Derivat des Colistins. Colistin wirkt als

Kationendetergenz bakterizid auf sich teilende und ruhende Erreger durch Störung der Struktur und

Funktion der äusseren Membran und Zytoplasmamembran gramnegativer Erreger.

Die anerkannten Empfindlichkeitsgrenzen für die parenterale Verabreichung von Colistimethat

können bei inhalativer Verabreichung des Arzneimittels nicht aufrechterhalten werden. Bei der

Definition der Empfindlichkeitsgrenzen empfindlich oder resistent für die Verabreichung von

Colistimethat mittels Inhalation ist Vorsicht geboten. Auf der Grundlage von Erfahrungen aus

klinischen Studien und/oder in-vitro Untersuchungen kann man die Keime, die mit einer

Lungeninfektion bei Cystischer Fibrose assoziiert sind, einteilen:

Üblicherweise empfindliche Spezies: Pseudomonas aeruginosa, Haemophilus influenzae.

Von Natur aus resistente Mikroorganismen: Burkholderia cepacia, Staphylococcus aureus.

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit

variieren. Deshalb sind – insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen – lokale

Informationen über die Resistenzsituation wünschenswert. Sollte auf Grund der lokalen Prävalenz

der Resistenz die Anwendung von Colistin zumindest bei einigen Infektionen bedenklich erscheinen,

sollte eine Beratung durch Experten angestrebt werden.

Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagern ist eine mikrobiologische

Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber Colistin

anzustreben.

Pharmakokinetik

Absorption und Distribution

Die Resorption von Colistimethat-Natrium nach Inhalation kann von Patient zu Patient stark

schwanken. Die bisher ermittelten maximalen Konzentrationen im Serum liegen nach Inhalation von

2 Mio. U.I. Colistimethat-Natrium zwischen «nicht messbar» und 280 µg/l. Vergleicht man diese

Werte mit den Serumkonzentrationen nach parenteraler Gabe, kann man schlussfolgern, dass die

Resorption mit weniger als 2% sehr gering ist. Dafür spricht auch der Befund, dass im Urin nach

Inhalation von 2 Mio. U.I. Colistimethat-Natrium die mittlere kumulative Ausscheidung bei 1%

liegt.

Eine bzw. vier Stunden nach Ende der Inhalation von 1 Mio. U.I. Colistimethat-Natrium wurden im

Sputum Konzentrationen von 183,6 mg/l bzw. 22,8 mg/l gefunden. Die pulmonale Deposition liegt

bei ca. 15% der verabreichten Dosis.

Elimination

Nach intravenöser Gabe erfolgt die Elimination vorwiegend durch glomeruläre Filtration. Innerhalb

von 8 Stunden werden ca. 60% der verabreichten Dosis in unveränderter Form im Urin

ausgeschieden. Dies dürfte grundsätzlich auch für den resorbierten Teil der inhalativ verabreichten

Dosis zutreffen.

Colistimethat-Natrium, das nach inhalativer Gabe nicht resorbiert wird, wird vermutlich primär über

expektoriertes Sputum ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Pharmakokinetik von Colistimethat nach inhalativer Verabreichung an niereninsuffizienten

Patienten ist nicht bekannt. Insbesondere ist nicht bekannt, ob Colistin bei Niereninsuffizienz nach

inhalativer Gabe kumuliert. Die Gefahr ist aber aufgrund der geringen systemischen

Bioverfügbarkeit nach inhalativer Verabreichung als gering anzusehen.

Präklinische Daten

Colistin war bei längerfristiger Verabreichung mittels unterschiedlicher Applikationsformen in hohen

Dosierungen bei Ratte und Hund nephrotoxisch.

In vitro und in vivo Untersuchungen zur Mutagenität haben keine Hinweise hinsichtlich eines

klinisch relevanten genotoxischen Potentials von Colistin ergeben.

Langzeituntersuchungen zum kanzerogenen Potential liegen nicht vor.

Unzureichend dokumentierte reproduktionstoxikologische Untersuchungen, in denen Colistin bei

Mäusen, Ratten und Kaninchen mittels unterschiedlicher Applikationsformen verabreicht wurde,

erbrachten keine Hinweise auf teratogene Wirkungen. Embryotoxische Effekte (verzögerte

Ossifikationen, erhöhte Resorptionsraten) wurden bei i.v.-Applikation in höheren Dosierungen bei

allen getesteten Spezies beobachtet. Die Fertilität männlicher und weiblicher Nager war nicht

beeinträchtigt. Bei Ratten wurde ein negativer Einfluss auf die Geburtenrate und das Säugen

festgestellt, die postnatale Entwicklung war nicht beeinträchtigt. Bei Mäusen führte die i.v.-Gabe von

Colistin jedoch zu einer geringeren Spontanaktivität der Nachkommen.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Die zubereitete Lösung von Colistimethat-Natrium für einen Vernebler sollte nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Haltbarkeit

Colistin zur Inhalation darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP:» bezeichneten Datum

angewendet werden.

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Lösungen von Colistin im beigefügten Lösungsmittel (3 ml physiologische Natriumchloridlösung)

sind im Kühlschrank oder unter 25 °C bis zu 6 Stunden stabil.

Besondere Lagerungshinweise

Nur zur einmaligen Anwendung. Unverbrauchte Lösung ist sofort nach der ersten Anwendung zu

verwerfen.

Vor Licht schützen!

Hinweise für die Handhabung

Das Pulver wird im beigefügten Lösungsmittel durch leichtes Umschwenken gelöst. Starkes

Schütteln sollte dabei wegen übermässiger Schaumbildung vermieden werden. Die Lösung wird in

einen Vernebler (z.B. Pari LC Plus, Pari eflow) überführt und durch Inhalation verabreicht. Die

Lösung sollte vor der Inhalation frisch zubereitet werden.

Zulassungsnummer

54915 (Swissmedic).

Packungen

1 Grosspackung à 10 Packungen mit je 1 Vial Pulver und je 1 Ampulle mit 3 ml Lösungsmittel. [A]

Zulassungsinhaberin

Teva Pharma AG, Basel.

Stand der Information

Mai 2016.

Interne Versionsnummer: 1.1

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