Systen Sequi transdermale Pflaster (Kombipackung)

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
estradiolum hemihydricum, norethisteroni acetas
Verfügbar ab:
Future Health Pharma GmbH
ATC-Code:
G03FA01
INN (Internationale Bezeichnung):
estradiolum hemihydricum, norethisteroni acetas
Darreichungsform:
transdermale Pflaster (Kombipackung)
Zusammensetzung:
I) Phase I Pflaster: estradiolum hemihydricum 3.2 mg, excipiens auf die Vorbereitung für die 16 cm2 mit der Befreiung von 50 µg/24 h auf. II) Phase II Pflaster: estradiolum hemihydricum 3.2 mg, norethisteroni acetas 11.2 mg, excipiens auf die Vorbereitung für die 16 cm2 mit der Befreiung von 50 µg 170 µg/24 h auf.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Oestrogen-Gestagen-Substitutionstherapie nach der Menopause
Zulassungsnummer:
54716
Berechtigungsdatum:
1998-12-24

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Systen® Sequi

Janssen-Cilag AG

Was ist Systen Sequi und wann wird es angewendet?

Systen Sequi wird bei Frauen mit intaktem Uterus zur Behandlung von Wechseljahrbeschwerden, die

durch Hormonmangel bedingt sind, eingesetzt. Dazu gehören Beschwerden wie Hitzewallungen,

nächtliche Schweissausbrüche, Stimmungsschwankungen und Blasen- und Scheidenbeschwerden.

Systen Sequi besteht aus zwei unterschiedlichen Pflastern. Die eine Sorte Pflaster (Systen Sequi

Phase 1) enthält nur Estradiol, die andere Sorte (Systen Sequi Phase 2) eine Mischung aus Estradiol

und Norethisteronacetat (NETA). Es sind 16 cm² grosse durchsichtige Matrixpflaster, welche auf

eine Schutzfolie aufgeklebt sind. Der Haftfilm der Pflaster enthält als Wirkstoff entweder Estradiol

allein (Systen Sequi Phase 1) oder eine Mischung aus Estradiol und Norethisteron (Systen Sequi

Phase 2). Wird ein solches Pflaster auf die Haut geklebt, so gelangen die Hormone - unter

Umgehung von Magen und Leber - direkt in die Blutbahn.

Estradiol wird von der Pubertät bis zu den Wechseljahren in den Eierstöcken produziert. Während

den Wechseljahren (Klimakterium) wird die Produktion zunächst vermindert und später ganz

eingestellt.

Die Monatsblutungen werden unregelmässig, bis sie schliesslich ganz ausbleiben. Die Senkung der

Estradiolproduktion ist für die typischen Beschwerden der Wechseljahre wie z.B. Hitzewallungen,

nächtliche Schweissausbrüche, Stimmungsschwankungen, Blasenbeschwerden (Brennen) und

Veränderungen der Schleimhaut der Scheide (trockene Scheide, Schmerzen beim

Geschlechtsverkehr), verantwortlich.

Estradiol regt das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut an, was zu unregelmässigen Blutungen

oder zu Erkrankungen der Gebärmutter, wie z.B. Endometriumshyperplasie (Gewebevermehrung der

Gebärmutterschleimhaut), führen kann. In den fruchtbaren Jahren der Frau wird die Gebärmutter-

Schleimhaut während den Periodenblutungen regelmässig abgestossen. Ein übermässiges Wachstum

der Gebärmutterschleimhaut wird so verhindert. Diese Menstruationszyklen werden durch das

Progesteron (Gelbkörperhormon) gesteuert, welches ebenfalls im Eierstock produziert wird.

Norethisteronacetat (NETA) hat eine ähnliche Wirkung wie das Progesteron auf die

Gebärmutterschleimhaut. Während der Behandlung mit Systen Sequi erhalten Sie fortlaufend

(kontinuierlich) Estradiol und während 2 Wochen (sequentiell) zusätzlich Norethisteronacetat.

Dadurch kommt es, fast wie bei einem normalen Menstruationszyklus, zu einer Periodenblutung, bei

der die Gebärmutterschleimhaut abgestossen wird.

Systen Sequi darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Eine Hormonersatztherapie kann mit erhöhten Risiken für Brustkrebs, Eierstockkrebs und

Gebärmutterhalskrebs und Herz-Kreislaufkrankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, venöse

Thrombosen und Lungenembolien in Verbindung gebracht werden (siehe «Wann ist bei der

Anwendung von Systen Sequi Vorsicht geboten?»). Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird mit Ihnen dieses

Nutzen-Risiko Verhältnis abwägen.

Systen Sequi hat keine empfängnisverhütende Wirkung.

Wann darf Systen Sequi nicht angewendet werden?

Systen Sequi darf nicht angewendet werden, wenn Sie an einem Tumor der Brust oder der

Gebärmutter oder Vorstufen davon (z.B. unbehandelte Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut)

oder an einer Lebererkrankung (inkl. gut- oder bösartigen Lebertumoren) leiden oder einmal gelitten

haben. Ebenfalls dürfen Sie Systen Sequi nicht anwenden, wenn Sie an Erkrankungen der

Blutgefässe aufgrund von Bildung von Blutgerinnseln (z.B. Thrombose, Lungenembolie,

Schlaganfall, Herzinfarkt) leiden oder einmal gelitten haben oder bei Ihnen ein erhöhtes Risiko zum

Auftreten einer solchen Erkrankung vorliegt (z.B. Gerinnungsstörung oder Auftreten dieser

Krankheiten in der nahen Verwandtschaft).

Sind bei Ihnen in letzter Zeit Vaginalblutungen aufgetreten, sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin

darauf aufmerksam machen, denn erst, wenn deren Ursache geklärt ist, wird er/sie sich bei Ihnen für

oder gegen eine Anwendung von Systen Sequi entscheiden können.

Teilen Sie ihm/ihr des Weiteren mit, ob an Störungen des Fettstoffwechsels leiden, wenn Sie gegen

den Wirkstoff Estradiol, Norethisteronacetat oder eine andere der in Systen Sequi enthaltenen

Substanzen überempfindlich (allergisch) reagieren oder wenn Sie schwanger sind oder stillen, denn

in allen diesen Fällen dürfen Sie Systen Sequi nicht verwenden.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wissen, was in solchen Fällen zu tun ist.

Wann ist bei der Anwendung von Systen Sequi Vorsicht geboten?

Vor Beginn einer Behandlung mit Systen Sequi sollte eine gründliche allgemeine und

gynäkologische Untersuchung durchgeführt werden. Solange Sie Systen Sequi verwenden, sollten

Sie sich regelmässig, z.B. einmal im Jahr, ärztlich untersuchen lassen. In gewissen Fällen sind auch

häufigere Untersuchungen erforderlich. Dabei werden, wie für alle Frauen, auch für die, die eine

Hormonersatzbehandlung erhalten, regelmässige Brustuntersuchungen (durch einen Arzt oder eine

Ärztin und durch Selbstuntersuchung) empfohlen.

Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird Nutzen und Risiken einer Hormonsubstitutionstherapie mit Ihnen

besprechen.

Falls während einer Hormonersatztherapie eine der folgenden Situationen auftritt, müssen Sie die

Behandlung sofort abbrechen und unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren: Auftreten

oder Verdacht auf Symptom einer Blutgerinselbildung (wie z.B. schmerzhafte Schwellung eines

Beins, plötzliche Schmerzen im Brustkasten, Atemnot); Erstmaliges Auftreten mirgräneartiger oder

häufigeres Auftreten ungewohnt starker Kopfschmerzen; Plötzlicher vollständiger oder teilweiser

Sehverlust; Plötzliche Hörstörungen; wesentlicher Anstieg des Blutdrucks; Gelbsucht; Zunahme

epileptischer Anfälle und Schwangerschaft.

Wenn Sie an folgenden Erkrankungen leiden oder an solchen bei einer Schwangerschaft oder

früheren Hormontherapie gelitten haben, liegt es im Ermessen des behandelnden Arztes, resp. der

behandelnden Ärztin darüber zu entscheiden, ob eine Hormonersatztherapie mit Systen Sequi

eingeleitet werden kann: Bluthochdruck, Epilepsie, Nieren-, Leberfunktionsstörungen (z.B,

Gelbsucht; Gallensteine), Herzprobleme, erhöhtes Risiko zur Bildung von Blutgerinnsel (wie

Thrombose, Embolie, Schlaganfall, Herzinfarkt), Migräne oder schwere Kopfschmerzen,

Zuckerkrankheit, gutartigen Brustknoten, Bildung von Gebärmuttergewebe ausserhalb der

Gebärmutter (Endometriose), Verdickung der Gebärmutterschleimhaut, schwere chronische

Depression, sowie gutartiger Tumor des Hypophysenvorderlappens (Prolaktinom), erhöhte

Blutfettwerte, Hyperpigmentierung (Chloasma) und schmerzlose, selten juckende Schwellung im

Gesicht (Angiödem), schwere Fettsucht, anhaltender Juckreiz bzw. Bläschenausschlag (systemischer

Lupus erythematodes), «Veitstanz» (Chorea minor), Asthma, Stoffwechselerkrankung mit Störung

der Blutfarbstoffbildung (Porphyrie), Mittelohrschwerhörigkeit (Otosklerose).

Wenn Sie Schilddrüsenhormone einnehmen müssen, kann sich während der Anwendung von Systen

Sequi der Bedarf an Schilddrüsenhormonen ändern. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird dies entsprechend

überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Informieren Sie auf jeden Fall Ihren behandelnden Arzt,

resp. Ihre behandelnde Ärztin, wenn Sie an einer der oben erwähnten Krankheiten leiden, oder wenn

eine solche neu auftreten sollte.

In verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen wurde berichtet, dass das Risiko für Brustkrebs

bei Frauen, die länger als 5 Jahre eine Hormonsubstitutionstherapie anwenden, leicht erhöht ist.

Dieses erhöhte Risiko nimmt in den ersten fünf Jahren nach dem Absetzen der Hormonsubstitution

langsam ab und ist dann wieder vergleichbar mit demjenigen von Frauen, die keine

Hormonsubstitutionstherapie angewendet haben.

Ihr Arzt resp. Ihre Ärztin sollte auch über Fälle von Brustkrebs, bei Ihnen selber oder in Ihrer

Familie, Bescheid wissen.

Das Risiko unter einer Oestrogenmonotherapie an Gebärmutterkrebs zu erkranken ist höher als bei

unbehandelten Frauen. Die Risikoerhöhung ist dabei abhängig von Östrogendosis und

Behandlungsdauer. Durch die zusätzliche Gabe eines Gestagens (anderes Geschlechtshormon) wie

das in Systen Sequi Phase 2 enthaltene NETA, kann das Risiko einer Wucherung der

Gebärmutterschleimhaut, was als Vorstufe von Gebärmutterkrebs angesehen wird, vermindert

werden.

Es ist daher wichtig, dass Sie regelmässig gynäkologisch untersucht werden. Melden Sie sich

insbesondere bei Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie anhaltende oder wiederkehrende

ungewöhnliche Blutungen haben.

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass eine Hormonersatztherapie (sowohl für eine Östrogen-

Monotherapie als auch für eine kombinierte Hormonersatztherapie) mit einem gering erhöhten

Risiko für die Entwicklung von Eierstockkrebs verbunden sein könnte.

In seltenen Fällen wurden nach Anwendung hormonaler Wirkstoffe gutartige, seltener, bösartige

Veränderungen an der Leber beobachtet, die vereinzelt zu lebensgefährlichen inneren Blutungen im

Bauchbereich geführt haben. Wenn bei Ihnen starke Oberbauchbeschwerden auftreten, müssen Sie

unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren.

Oestrogen oder kombinierte Oestrogen-Gestagen Ersatztherapien sind mit einem erhöhten Risiko

einer venösen Thromboembolie (Blutgerinnselbildung in den Gefässen z.B. Venenthrombose,

Lungenembolie) verbunden. Das Risiko scheint in den ersten Jahren der Behandlung höher zu sein.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin sollte deshalb auch über Fälle von Blutgerinnselbildung (Thrombose,

Embolie, Schlaganfall, Herzinfarkt), bei Ihnen selber oder in Ihrer Familie, Bescheid wissen.

Kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, sobald Sie sich eines möglichen thrombo-

embolischen Symptoms bewusstwerden (z.B. schmerzhafte Schwellung eines Beins, plötzliche

Schmerzen im Brustkasten, Atemnot).

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin auch rechtzeitig, wenn bei Ihnen eine Operation mit

nachfolgender Bettruhe geplant ist, da die Hormonersatztherapie mit Systen Sequi 4-6 Wochen vor

dem Eingriff abgesetzt werden sollte.

Grosse klinische Studien zeigten ein erhöhtes Risiko einer koronaren Herzerkrankung bei Einnahme

einer kombinierten Hormonersatztherapie. In klinischen Studien zeigte sich bei Frauen unter

Hormonersatztherapie ein erhöhtes Risiko für das Auftreten eines Schlaganfalles.

In Studien mit anderen Hormonersatzpräparaten bei älteren Frauen wurde in seltenen Fällen eine

Abnahme des Erinnerungsvermögens und der geistigen Leistungsfähigkeit beobachtet.

Wie die meisten Arzneimittel enthält auch Systen Sequi neben den Wirkstoffen noch andere

Substanzen, die für die Herstellung und die Haltbarkeit der Pflaster notwendig sind. Falls Sie an

einer Allergie leiden, kann Ihnen der Arzt oder Apotheker bzw. die Ärztin oder Apothekerin sagen,

ob eine dieser Substanzen für Sie eventuell problematisch sein könnte.

Estradiol kann die Ergebnisse gewisser medizinischer Labortest beeinflussen. Es ist deshalb wichtig

auch Ihre weiteren Ärzte bzw. Ärztinnen zu informieren, dass Sie Systen Sequi anwenden.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Hormonersatzpräparate wie Systen Sequi, welche Östrogene enthalten, können die Wirkung von

Medikamenten mit dem Wirkstoff Lamotrigin, einem Antiepileptikum, herabsetzen. Informieren Sie

Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie dieses Arzneimittel einnehmen.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, falls Sie mit Arzneimitteln zur Behandlung von

Hepatitis C-Infektionen behandelt werden (Arzneimittel mit Wirksubstanzen wie Ombitasvir,

Paritaprevir, Ritonavir, Dasabuvir). Arzneimittel mit Östrogenen wie Systen Sequi könnten

gegebenenfalls die Wirkung dieser Arzneimittel beeinflussen.

Bestimmte rezeptpflichtige Arzneimittel können die Wirkung von Östrogenen beeinträchtigen. Dazu

zählen gewisse Beruhigungsmittel (Barbiturate, Meprobamat), Arzneimittel gegen Epilepsie

(Hydantoine, Carbamazepin), Depressionen (Antidepressiva) und andere psychische Erkrankungen

(Neuroleptika), gewisse Antibiotika (Penicilline, Tetrazykline, Makrolide), gewisse Antibiotika zur

Behandlung von Tuberkulose (Rifampicin, Rifabutin), gewisse Arzneimittel zur Behandlung von

Pilzinfektionen (Azol-Antimykotika), gewisse Arzneimittel gegen den HIV-Virus (Ritonavir,

Nelfinavir), gewisse Arzneimittel gegen Viren (Nevirapin, Efavirenz), Bosentan (ein Arzneimittel

gegen pulmonale arterielle Hypertonie) sowie Zubereitungen, die Johanniskraut (Hypericum

perforatum) enthalten (= pflanzliche Produkte, welche bei gedrückter Stimmung und depressiven

Symptomen eingesetzt werden).

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden.

Darf Systen Sequi während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Systen Sequi darf während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkstoffe, wie sie in Systen Sequi enthalten sind, können die gesunde Entwicklung des

ungeborenen Kindes und des Säuglings beeinträchtigen. Deshalb darf Systen Sequi während einer

Schwangerschaft und in der Stillzeit nicht angewendet werden. Für dieses Präparat gibt es in der

Schwangerschaft und Stillzeit auch keine medizinisch begründete Anwendung.

Sollten Sie Systen Sequi unbeabsichtigt während der Schwangerschaft angewendet haben oder unter

einer Behandlung mit Systen Sequi schwanger werden, müssen Sie so rasch wie möglich den Arzt

oder die Ärztin benachrichtigen.

Wie verwenden Sie Systen Sequi?

a) Dosierung

Ein Behandlungszyklus Systen Sequi enthält 4 Pflaster Systen Sequi Phase 1 und 4 Pflaster Systen

Sequi Phase 2. Sie beginnen die Therapie mit einem Systen Sequi Phase 1-Pflaster. Die Pflaster

werden zweimal wöchentlich angewendet, d.h. ein Pflaster wird üblicherweise während 3-4

aufeinanderfolgenden Tagen auf der Haut belassen und nach dem Entfernen sofort durch ein neues

ersetzt.

Zwei Wochen lang verwenden Sie ohne Unterbruch 2mal wöchentlich 1 Systen Sequi Phase 1

Pflaster (= 4 Pflaster).

Während den 2 darauffolgenden Wochen wird 2mal wöchentlich 1 Systen Sequi Phase 2 Pflaster

angewendet; auch hier muss das Pflaster alle 3-4 Tage gewechselt werden.

Der nächste Behandlungszyklus wird wieder mit Systen Sequi Phase 1 begonnen, und zwar

unmittelbar nach dem Entfernen des letzten Systen Sequi Phase 2 Pflasters. Die Pflaster werden

kontinuierlich, das heisst ohne Unterbruch, angewendet.

Die zyklische Anwendung einer Progesteron-ähnlichen Substanz wie NETA (in Systen Sequi Phase

2 enthalten) führt im Allgemeinen zu einer regelmässigen Blutung, die zwischen dem 8. und 13. Tag

der Anwendung von Systen Sequi Phase 2 einsetzt. Die Blutung dauert ca. 6 Tage an. Das Fortführen

der Behandlung mit dem ersten Systen Sequi Phase 1 Pflaster wird unabhängig von der Blutung

begonnen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

b) Korrekte Anwendung

Wo wird das Pflaster aufgeklebt?

Systen Sequi sollte auf eine saubere, trockene und intakte Hautstelle am Rumpf unterhalb der Taille

geklebt werden. Cremes, Körperlotionen oder Puder können die Klebeeigenschaften des Pflasters

beeinträchtigen. Das Pflaster darf nicht in der Nähe der Brüste oder auf den Brüsten aufgeklebt

werden. Die ausgewählte Hautstelle darf weder verletzt noch gereizt sein. Die Gürtellinie sollte als

Applikationsstelle gemieden werden, um Scheuerstellen auf dem Pflaster zu vermeiden. Die

Erfahrung hat gezeigt, dass am Gesäss weniger Hautreizungen auftreten als an anderen

Körperstellen. Es ist daher ratsam, das Pflaster möglichst am Gesäss anzubringen.

Das Pflaster darf nicht direkt dem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Es ist an einer Hautstelle

anzubringen, die von der Kleidung bedeckt wird.

Die Applikationsstelle sollte im Intervall von mindestens einer Woche gewechselt werden.

Öffnen des Beutels und Aufkleben des Pflasters

Systen Sequi Phase 1 und Systen Sequi Phase 2 Pflaster sind in luftdichten Beuteln verpackt. Die

Pflaster sollen sofort nach Entnahme aus dem Schutzbeutel aufgeklebt werden. Zur Entnahme eines

Pflasters wird ein Beutel an den eingekerbten Stellen an zwei Seiten aufgerissen. Das auf die

Schutzfolie aufgeklebte Pflaster wird dem Beutel entnommen und mit der Schutzfolie nach Aussen,

entlang dem S-förmigen Einschnitt, so weit gebogen, bis der S-förmige Einschnitt in der Schutzfolie

aufklafft. Der eine Teil der Schutzfolie wird, ohne den darunterliegenden Haftfilm zu berühren,

entfernt. Das Pflaster wird mit der nun freiliegenden Hälfte des Haftfilms auf die Haut geklebt und

der zweite Teil der Schutzfolie wird abgezogen, wiederum ohne den Haftfilm zu berühren. Drücken

Sie das durchsichtige Pflaster 10 Sekunden lang, mit dem Handballen, fest. Durch das Anpressen und

die Erwärmung auf Körpertemperatur werden die Hafteigenschaften optimiert. Eine Faltenbildung

beim Aufkleben sollte vermieden werden.

Wechsel des Pflasters

Machen Sie es sich zur Gewohnheit, das Pflaster jeweils an gleichbleibenden Wochentagen (z.B.

Montag und Donnerstag, oder Dienstag und Freitag etc.) zu wechseln. Sollte sich einmal ein Pflaster

losgelöst haben oder sonst unbrauchbar geworden sein, ersetzen Sie es sofort. Wechseln Sie es am

nächsten festgelegten Tag wieder aus, unabhängig davon, wie lange Sie dieses Pflaster getragen

haben. Machen Sie weiter im üblichen Rhythmus (z.B. Montag und Donnerstag, oder Dienstag und

Freitag etc.).

Sollten Sie einmal vergessen haben, ein Pflaster zum üblichen Zeitpunkt abzunehmen, ist dies nicht

weiter von Bedeutung, es kann jedoch zu Zwischen- oder Schmierblutungen kommen. Ersetzen Sie

es sobald als möglich durch ein neues. Wechseln Sie es am nächsten fixen Tag wieder aus,

unabhängig davon, wie lange Sie dieses Pflaster getragen haben. Machen Sie weiter im üblichen

Rhythmus (z.B. Montag und Donnerstag, oder Dienstag und Freitag etc.).

Zum Duschen und Baden soll das Pflaster nicht entfernt werden. Es wird allerdings empfohlen, das

Pflaster vor einem Saunabesuch zu entfernen und das neue Pflaster unmittelbar nach Beendigung zu

applizieren.

Um das Pflaster zu entfernen soll es sorgfältig von der Ecke her entfernt werden. Wenn Reste des

Klebstoffes auf der Haut verbleiben, können sie durch Waschen mit Seife oder durch Abrubbeln mit

den Fingern entfernt werden.

Systen Sequi wird bei Kindern und Jugendlichen nicht angewendet.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Systen Sequi haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Systen Sequi auftreten:

Sehr häufig: Juckreiz oder Hautausschlag oder Rötungen an der Applikationsstelle, Häufig:

Depression, Schlaflosigkeit, emotionale Labilität, Nervosität, Migräne, Kopfschmerzen,

Sehstörungen, hoher Blutdruck, Bauchschmerzen, Störungen des Gastrointestinaltraktes, Durchfall,

Blähungen, Übelkeit, Juckreiz, Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen,

Muskelschmerzen und -krämpfe, Brustschmerzen, Regelschmerzen (Dysmenorrhö),

Zwischenblutungen (Metrorrhagie), verlängerte Monatsblutung (Menorrhagie), Schmerzen,

Unwohlsein, Gewichtszunahme, Wassereinlagerung (Ödeme).

Gelegentlich: Pilzinfektionen (Candidiasis), Bindegewebswucherungen in der Brust, Brustkrebs,

Überempfindlichkeit, Veränderung des Sexualtriebes, Ängstlichkeit, Schwindel,

Empfindungsstörungen (wie Taubheit, Kribbeln), Zittern, Konzentrationsprobleme, Müdigkeit,

Schläfrigkeit, Herzklopfen und –rasen, Hitzewallungen, niedriger Blutdruck, Erbrechen,

Gallestauung (Cholestase), verstärkte Körperbehaarung, Akne, Haarausfall, erhöhte Blutfettwerte

und Leberfunktionswerte, Brustdrüsenvergrösserung, Veränderung der Gebärmutterschleimhaut

(Endometrium-Hyperplasie), Bindegewebsgeschwulst der Gebärmutter, Veränderungen der Scheide.

Selten (Einzelfälle): Gebärmutterkrebs, Stimmungschwankungen, Epilepsie, Thrombosen

(Blutgerinnsel) z.B. tiefe Beinvenen- oder Beckenboden- Lungenembolie und Schlaganfälle,

Gallensteine, Hautrötung (mit dunklem Zentrum) mit massiver Beteiligung der Schleimhäute sowie

Blasen im Mund Rachen und Genitalbereicht einhergehend mit schlechtem Allgemeinbefinden,

hohem Temperaturen und Augenbindehautentzündung (Steven-Johnson Symptome).

Bei der Anwendung von anderen Hormonsubstitutionspräparaten wurde auch noch über

Appetitsteigerung, Verdauungsbeschwerden inkl. Verstopfung, Nesselsucht, vaginaler Ausfluss,

gutartiger Geschwulst des Gebärmutterhalses (Zervixpolyp) und Eierstockzysten berichtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Ihre Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Bewahren Sie Systen Sequi - wie alle Arzneimittel - ausserhalb der Reichweite von Kindern auf.

Systen Sequi sollte nicht über 25 °C aufbewahrt werden. Nicht im Kühlschrank lagern, nicht

einfrieren. Der in Systen Sequi enthaltene Wirkstoff Estradiol wird durch ultraviolettes Licht

zersetzt. Die Pflaster dürfen daher nicht direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden.

Entsorgung des gebrauchten Pflasters

Nach der Entfernung sollte das gebrauchte Pflaster mit der Klebeseite nach innen umgefaltet werden,

so dass die Wirkstoffmembran nicht freiliegt. Danach sollte das Pflaster an einem sicheren, für

Kinder unzugänglichen Ort mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker, bzw. Ihre Ärztin oder Ihre Apothekerin.

Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Systen Sequi enthalten?

1 Packung Systen Sequi enthält je 4 Systen Sequi Phase 1 und Systen Sequi Phase 2 Matrixpflaster,

d.h. insgesamt 8 Pflaster.

Systen Sequi Phase 1 enthält als Wirkstoff 3,2 mg Estradiol-Hemihydrat (entspr. 3,10 mg Estradiol)

sowie Hilfsstoffe.

Pro Tag werden 50 µg (µg = Mikrogramm) Estradiol durch die Haut in die Blutbahn freigesetzt.

Systen Sequi Phase 2 enthält als Wirkstoff 3,2 mg Estradiol-Hemihydrat (entspr. 3,10 mg Estradiol)

und 11,2 mg Norethisteronacetat (entspr. 9,82 mg Norethisteron) sowie Hilfsstoffe.

Pro Tag werden 50 µg Estradiol und 170 µg Norethisteronacetat durch die Haut in die Blutbahn

freigesetzt.

Ein Matrixpflaster hat eine Fläche von 16 cm².

Zulassungsnummer

54716 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Systen Sequi? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

1-Monats-Packung enthält je 4 Matrixpflaster Systen Sequi Phase 1 und Systen Sequi Phase 2 (d.h.

insgesamt 8 Pflaster).

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Diese Packungsbeilage wurde im Februar 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Systen® Sequi

Janssen-Cilag AG

Zusammensetzung

1 Packung Systen Sequi enthält je 4 Matrixpflaster Systen Sequi Phase 1 und Systen Sequi Phase 2.

Systen Sequi Phase 1

Wirkstoff: estradiolum hemihydricum.

Hilfsstoffe: Excipiens ad praeparationem pro 16 cm².

Systen Sequi Phase 2

Wirkstoffe: estradiolum hemihydricum et norethisteroni acetas (NETA).

Hilfsstoffe: Excipiens ad praeparationem pro 16 cm².

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Galenische Form

Systen Sequi Phase 1 und Systen Sequi Phase 2 sind flache (0,1 mm) transdermale Matrixpflaster

von je 16 cm² Grösse. Jedes Pflaster hat abgerundete Ecken und besteht aus den drei folgenden

Schichten:

1.einer durchsichtigen, fast farblosen Abdeckfolie als Rückseite, welche das Pflaster beim Tragen

vor äusseren Einwirkungen schützt;

2.einem Haftfilm (Matrix), in welchem das (die) Hormon(e) gleichmässig verteilt ist (sind) und

3.einer Schutzfolie, welche vor dem Auftragen des Pflasters entfernt wird.

Wirkstoffgehalt pro Matrixpflaster

Systen Sequi

Systen Sequi

Phase 1

Phase 2

Gehalt

Estradiol-Hemihydrat

corresp. Estradiol

3,2 mg

3,1 mg

3,2 mg

3,1 mg

Norethisteronacetat (NETA)

corresp. Norethisteron

11,2 mg

9,82 mg

Nominelle Abgaberate

Estradiol

50 µg/Tag

50 µg/Tag

NETA

170 µg/Tag

Grösse (Kontaktfläche)

16 cm²

16 cm²

Aufdruck Pflaster

CE 50

CEN 1

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung der Symptome des Östrogenmangels infolge der natürlichen oder künstlichen

Menopause bei nicht-hysterektomierten Patientinnen.

Die Wirksamkeit von Systen Sequi in der Osteoporoseprophylaxe wurde bisher nicht ausreichend

untersucht.

Dosierung/Anwendung

Systen Sequi dient der kontinuierlichen Östrogen- und der zyklischen Gestagen-Substitutionstherapie

bei nicht-hysterektomierten Frauen.

Ein Behandlungszyklus mit Systen Sequi besteht aus je 4 Pflastern Systen Sequi Phase 1 und 4

Pflastern Systen Sequi Phase 2. Der Beginn der Behandlung erfolgt mit Systen Sequi Phase 1.

Während 2 Wochen wird 2× wöchentlich ein Pflaster Systen Sequi Phase 1 appliziert, d.h. jedes

Pflaster bleibt während 3–4 aufeinanderfolgenden Tagen auf der Haut. Während den 2

darauffolgenden Wochen wird 2× wöchentlich ein Pflaster Systen Sequi Phase 2 angebracht. Auch

dieses Pflaster wird alle 3–4 Tage gewechselt. Der folgende Behandlungszyklus beginnt wieder mit

Systen Sequi Phase 1; ohne Unterbruch wird nach dem letzten Systen Sequi Phase 2 Pflaster wieder

ein Systen Sequi Phase 1 Pflaster angebracht.

Die zyklische Verabreichung des Gestagens Norethisteronacetat führt bei den meisten Patientinnen

zu einer regelmässigen zyklischen Blutung.

Im Durchschnitt setzt die Blutung zwischen dem 8.–13. Tag der Behandlung mit Systen Sequi Phase

2 ein. Die Dauer der Blutung beträgt ca. 5–6 Tage. Das erste Systen Sequi Phase 1 Pflaster des

folgenden Behandlungszyklus wird unabhängig von der Blutungsdauer angebracht.

Für die Behandlung menopausaler Beschwerden soll stets die niedrigste wirksame Dosierung

verwendet und so kurz wie möglich behandelt werden.

Korrekte Anwendung

Systen Sequi sollte auf eine intakte Hautstelle am Rumpf unterhalb der Taille geklebt werden. Die

ausgewählte Hautstelle darf weder verletzt noch gereizt sein und sollte mindestens einmal

wöchentlich gewechselt werden. Das Pflaster darf nicht in der Nähe der Brüste oder auf den Brüsten

aufgeklebt werden. Die Gürtellinie sollte als Applikationsstelle gemieden werden, um Scheuerstellen

auf dem Pflaster zu vermeiden. Das Pflaster darf nicht direkt dem Sonnenlicht ausgesetzt werden.

Cremen, Körperlotionen oder Puder können die Klebeeigenschaften des Pflasters beeinträchtigen.

Systen Sequi soll sofort nach Entnahme aus dem Schutzbeutel appliziert werden. Die Schutzfolie

wird entlang des S-förmigen Einschnittes aufgeklappt und die Hälfte der Folie entfernt. Der

freigelegte Teil des Pflasters wird auf die Haut geklebt. Anschliessend wird der zweite Teil der

Schutzfolie entfernt, das restliche Pflaster auf die Haut geklebt und mit dem Handballen gut

angepresst. Durch das Anpressen und die Erwärmung auf Körpertemperatur werden die

Hafteigenschaften optimiert. Eine Faltenbildung beim Aufkleben sollte vermieden werden.

Die klebende Seite des Pflasters sollte beim Aufkleben auf die Haut so wenig wie möglich in

Kontakt mit den Fingern kommen. Zum Duschen und Baden soll das Pflaster nicht entfernt werden.

Es wird allerdings empfohlen, das Pflaster vor einem Saunabesuch zu entfernen und das neue

Pflaster unmittelbar nach Beendigung zu applizieren.

Sollte sich das Pflaster abgelöst haben, soll sofort ein neues Pflaster aufgeklebt werden. Der übliche

Pflasterwechseltag soll trotzdem eingehalten werden.

Wird ein Pflaster versehentlich nicht zum vorgeschriebenen Zeitpunkt gewechselt, sollte dies so bald

wie möglich nachgeholt werden. Der nächste Pflasterwechsel sollte dann jedoch an dem normal

üblichen Tag erfolgen. Eine vergessene Dosis erhöht möglicherweise die Wahrscheinlichkeit von

Zwischen- oder Schmierblutungen.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Ältere Patientinnen: Eine Dosisanpassung in Abhängigkeit vom Alter ist nicht erforderlich.

Kinder/Jugendliche: In dieser Altersgruppe besteht keine Indikation.

Eingeschränkte Nierenfunktion: Systen Sequi wurde bei Patienten mit Niereninsuffizienz nicht

untersucht. Es können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.

Eingeschränkte Leberfunktion: Systen Sequi wurde bei Patienten mit Leberinsuffizienz nicht

untersucht.

Wie alle Östrogenpräparate ist Systen Sequi bei schwerer Leberinsuffizenz (Child Pugh C)

kontraindiziert. Bei leicht- bis mässiggradiger Leberinsuffizienz (Child Pugh A und B) sollte die

Behandlung unter besonderer Vorsicht erfolgen.

Kontraindikationen

·bekanntes oder vermutetes Mammakarzinom, auch in der Anamnese;

·bekannte oder vermutete Sexualhormon-abhängige maligne Tumoren (z.B. Endometriumkarzinom)

oder Präkanzerosen (z.B. unbehandelte Endometrium-Hyperplasie);

·ungeklärte genitale Blutungen;

·bestehende oder vorausgegangene benigne oder maligne Lebertumoren;

·Lebererkrankungen (auch in der Anamnese), solange sich die Leberfunktionstests nicht vollständig

normalisiert haben;

·vorausgegangene oder bestehende venöse thromboembolische Ereignisse (z.B. tiefe

Venenthrombose, Lungenembolie);

·akute oder kürzlich aufgetretene arterielle thromboembolische Ereignisse (z.B. zerebrovaskulärer

Insult, Myokardinfarkt);

·Vorliegen von Risikofaktoren für die Entstehung venöser oder arterieller thromboembolischer

Ereignisse (z.B. bekannter Thrombophilie);

·schwere Hypertriglyzeridämie;

·Schwangerschaft; Stillzeit;

·bekannte Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Jeder HRT sollte eine Untersuchung des klinischen Allgemeinzustandes und eine gründliche

gynäkologische Untersuchung vorangehen, die mindestens jährlich zu wiederholen sind. Die Eigen-

und Familienanamnese sollte ebenfalls berücksichtigt werden.

Das Nutzen-Risikoverhältnis muss vor jeder Therapie und für jede Patientin individuell sorgfältig

abgewogen werden. Es sollte immer die niedrigste wirksame Dosis und die kürzest mögliche

Behandlungsdauer gewählt werden.

Gründe für einen sofortigen Therapieabbruch:

Falls während einer Hormonersatzbehandlung eine der oben genannten Kontraindikationen auftritt

sowie bei Eintreten einer der folgenden Situationen muss die Behandlung mit Systen Sequi sofort

abgebrochen werden:

·Symptome eines venösen oder arteriellen thromboembolischen Ereignisses bzw. bei Verdacht

darauf

·erstmaliges Auftreten migräneartiger oder häufigeres Auftreten ungewohnt starker Kopfschmerzen

·plötzlicher partieller oder vollständiger Visusverlust

·plötzliche Hörstörungen

·klinisch relevanter Blutdruckanstieg

·Verschlechterung der Leberfunktion oder Auftreten von Hepatitis oder Ikterus

·erkennbares Wachstum von Myomen

·Zunahme epileptischer Anfälle

·Schwangerschaft

Umstände, die eine besondere Überwachung erfordern:

Falls die folgenden Konditionen vorliegen, in der Vergangenheit aufgetreten sind und/oder sich

während einer Schwangerschaft oder bei einer früheren Hormontherapie verschlechtert haben, muss

die Patientin sorgfältig überwacht werden. Es sollte berücksichtigt werden, dass diese Konditionen

bei der Behandlung mit Systen Sequi erneut auftreten oder sich verschlechtern können:

·Risikofaktoren für Sexualhormon-abhängige Tumoren, z.B. Verwandte ersten Grades mit

Mammakarzinom

·Benigne Brustveränderungen

·Endometriumshyperplasie in der Anamnese

·Leiomyome des Uterus oder Endometriose

·Risikofaktoren für thromboembolische Erkrankungen (siehe unten)

·Hypertonie

·Migräne oder schwere Kopfschmerzen

·Diabetes mellitus mit oder ohne vaskuläre Beteiligung

·Erkrankungen der Leber oder der Gallenblase (z.B. Cholelithiasis, cholestatischer Ikterus)

·Porphyrie

·Asthma

·Epilepsie

·Systemischer Lupus erythematodes

·Schwere chronische Depression

·Chorea minor

·Otosklerose

Tumorerkrankungen

Brustkrebs

Randomisierte, kontrollierte Studien und epidemiologische Studien ergaben bei Frauen, die eine

Hormonsubstitutionstherapie über mehrere Jahre anwandten, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Bei allen

Frauen sollten deshalb vor Beginn einer HRT sowie jährlich Brustuntersuchungen durch den Arzt

und monatliche Selbstuntersuchungen der Brust durchgeführt werden. Die Anwenderinnen sollten

darüber aufgeklärt werden, welche Veränderungen der Brust sie ihrem Arzt/ihrer Ärztin mitteilen

müssen. Abhängig vom Alter und den jeweiligen Risikofaktoren kann zusätzlich eine

Mammographie indiziert sein.

Eine Metaanalyse von 51 epidemiologischen Studien zeigte, dass das Risiko an Brustkrebs zu

erkranken mit der Dauer der HRT zunimmt und nach Absetzen der HRT abnimmt. Das relative

Risiko (RR) an Brustkrebs zu erkranken war 1,35 (95% Cl 1,21–1,49) für Frauen, die eine HRT

während 5 Jahren oder länger anwendeten.

Die Women's Health Initiative (WHI) Studie, eine grosse, prospektive, placebokontrollierte,

randomisierte Studie zeigte im Vergleich zu Placebo unter kombinierter HRT mit konjugierten

Östrogenen und Medroxyprogesteronacetat (MPA) nach einer durchschnittlichen Behandlungszeit

von 5,6 Jahren eine Zunahme von invasiven Mammakarzinomen in der Östrogen/Gestagen Gruppe

(RR 1,24 [95% CI 1,02–1,50]). Es ist nicht bekannt, ob für andere kombinierte HRT-Präparate ein

vergleichbares Risiko besteht. Für die Östrogen-Monotherapie war das Risiko hingegen nicht erhöht

(RR 0,77 [95% CI 0,59–1,01]).

Die Million Women Study, eine nicht-randomisierte Kohorten-Studie, rekrutierte 1'084'110 Frauen.

Das durchschnittliche Alter der Frauen bei Eintritt in die Studie war 55,9 Jahre. Die Hälfte der

Frauen erhielt vor und/oder zum Zeitpunkt des Studienantrittes eine HRT, die übrigen Frauen

wurden nie mit HRT behandelt. Es wurden 9'364 Fälle von invasivem Brustkrebs und 637 Todesfälle

in Folge von Brustkrebs registriert, nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 2,6

beziehungsweise 4,1 Jahren. Frauen, die bei Aufnahme in die Studie eine HRT anwendeten, zeigten

verglichen mit Frauen, die nie eine solche Behandlung erhalten hatten, ein höheres Risiko in Bezug

auf Morbidität (1,66 [95% Cl 1,58–1,75]) und möglicherweise in geringerem Ausmasse auch für die

Mortalität in Folge Brustkrebs (1,22 [95% Cl 1,00–1,48]) Das höchste Risiko wurde unter

kombinierter Östrogen-Gestagen Therapie gesehen (2,00 [1,88–2,12]). Für eine Östrogen

Monotherapie betrug das RR 1,30 [95% Cl 1,21–1,40]. Die Resultate fielen für verschiedene

Östrogene und Gestagene, für unterschiedliche Dosierungen und Verabreichungswege sowie für

kontinuierliche und sequentielle Therapie ähnlich aus. Bei allen Arten der HRT stieg das Risiko mit

zunehmender Dauer der Anwendung. Nach Absetzen der Therapie war das Risiko regredient (letzte

Anwendung vor <5 Jahren: RR 1,04 [95% CI 0,95–1,12])

Eine HRT erhöht die Dichte der mammographischen Bilder, was die radiologische Detektion von

Mammakarzinomen in manchen Fällen beeinträchtigen kann.

Endometriumkarzinom

Die Einnahme von Östrogenen erhöht das Risiko für die Entwicklung einer

Endometriumshyperplasie oder eines Endometriumkarzinoms. Die Risikoerhöhung ist dabei

abhängig von Östrogendosis und Behandlungsdauer

Es wird geschätzt, dass eine Östrogen-Monotherapie über einen Zeitraum von 1 bis 5 Jahren das

Risiko eines Endometriumkarzinoms etwa verdreifacht. Dieser Effekt hält vermutlich noch mehrere

Jahre nach Absetzen des Östrogens an.

Es konnte gezeigt werden, dass bei Zugabe eines Gestagens für mindestens 12 Tage pro Zyklus der

Anstieg dieses Risikos weitgehend reduziert wird.

Eine ärztliche Überwachung aller Frauen, die eine HRT anwenden, ist wichtig. Angemessene

diagnostische Methoden, ggf. einschliesslich einer Endometriumsbiopsie sollten eingesetzt werden,

um bei anhaltenden oder rezidivierenden abnormalen Blutungen Malignität auszuschliessen.

Ovarialkarzinom

Mehrere epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass eine HRT mit einem erhöhten Risiko für

die Entwicklung eines epithelialen Ovarialkarzinomes verbunden sein könnte. Eine Risikoerhöhung

wurde sowohl für eine Östrogen-Monotherapie als auch für eine kombinierte HRT gefunden.

Während die meisten Studien eine Risikoerhöhung erst bei einer Langzeitanwendung (d.h.

mindestens 5 Jahre) zeigten, fand sich in einer 2015 publizierten Metaanalyse (unter

Berücksichtigung von insgesamt 17 prospektiven und 35 retrospektiven Studien) kein solcher

Zusammenhang mit der Anwendungsdauer.

In der prospektiven, randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie, «WHI-Studie», fand sich für eine

kombinierte HRT eine statistisch nicht signifikante Risikoerhöhung (HR 1,41; 95%-KI 0,75-2,66).

Da Ovarialkarzinome sehr viel seltener sind als Brustkrebs, ist die absolute Risikoerhöhung bei

Frauen, welche eine HRT anwenden oder bis vor kurzem angewendet haben, gering.

Lebertumoren

In seltenen Fällen wurden nach Anwendung hormonaler Wirkstoffe, wie sie auch Systen Sequi

enthält, gutartige, noch seltener bösartige Veränderungen an der Leber beobachtet, die vereinzelt zu

lebensgefährlichen intraabdominalen Blutungen geführt haben. Wenn starke Oberbauchbeschwerden,

eine Lebervergrösserung oder Anzeichen einer intraabdominalen Blutung auftreten, sollte ein

Lebertumor in die differentialdiagnostischen Überlegungen einbezogen und eine geeignete Therapie

eingeleitet werden.

Thromboembolische Erkrankungen

Koronare Herzerkrankungen

Eine HRT sollte nicht eingesetzt werden zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen.

Grosse klinische Studien zeigten keinen günstigen Effekt in der Primärprophylaxe (WHI-Studie)

oder Sekundärprophylaxe (HERS II Studie) kardiovaskulärer Erkrankungen.

Die WHI-Studie zeigte bei mehr als 8'000 älteren, postmenopausalen Frauen (Alter bei

Studieneinschluss 50 bis 79 Jahre, mittleres Alter 63 Jahre), welche eine orale HRT mit konjugierten

Östrogenen und Medroxyprogesteronacetat (MPA) während durchschnittlich 5,2 Jahren erhielten, ein

erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse gegenüber Placebo (RR 1,24 [95% CI 1,00–1,54],

absolute Risikoerhöhung 6 Fälle pro 10'000 Frauenjahre). Das Risiko war am höchsten im ersten Jahr

nach Beginn der HRT, RR 1,81 (95% CI 1,09–3,01). Mit zunehmendem Abstand zur Menopause

nahm das Risiko zu (Menopause seit <10 Jahren, RR 0,89; Menopause 10 bis 19 Jahre, RR 1,22;

Menopause ≥20 Jahre, RR 1,71).

Im Östrogen Monotherapiearm war kein signifikanter Einfluss auf das kardiovaskuläre Risiko

ersichtlich (RR 0,91 [95% CI 0,75–1,12]).

Die Heart and Estrogen/Progestin Replacement Study (HERS und HERS II), eine prospektive,

placebokontrollierte, randomisierte Studie, zeigte bei mehr als 1'300 postmenopausalen Frauen mit

vorbestehender koronarer Herzkrankheit (mittleres Alter bei Studieneinschluss 67 Jahre), welche

eine orale HRT mit konjugierten Östrogenen und mit MPA während durchschnittlich 4,1 Jahren

(HERS) und 2,7 Jahren (HERS II) erhielten, keine Reduktion des kardiovaskulären Risikos. Das RR

war 0,99 (95% CI 0,84–1,17). Das Risiko war am höchsten im ersten Jahr nach Beginn der HRT (RR

1,52 [95% CI 1,01–2,29].

Obwohl unklar ist, in wie weit die Resultate dieser beiden Studien auf eine jüngere Population, oder

auf HRT Präparate mit anderen Wirkstoffen und/oder Verabreichungswegen extrapoliert werden

können, sollten sie vom Arzt vor der Verschreibung einer HRT berücksichtigt werden. Bei Frauen,

welche bereits Risikofaktoren für das Auftreten von kardio- oder zerebovaskulärer Ereignissen

aufweisen, sollten alternative Therapien in Betracht gezogen werden.

Schlaganfall

In einer Subgruppe der WHI-Studie erhielten n=10'739 hysterektomierte Frauen im Alter von 50–79

Jahren entweder eine Monotherapie mit konjugierten equinen Östrogenen (0,625 mg/Tag) oder

Placebo. Die durchschnittliche Beobachtungsdauer betrug 6,8 Jahre. Unter einer Östrogen-

Monotherapie fand sich ein erhöhtes Risiko für zerebrovaskuläre Insulte (RR 1,33 [95% CI 1,05–

1,68]). Auch unter einer kombinierten Östrogen-Gestagen-Therapie war das Risiko erhöht (RR 1,31

[95%CI 1,03–1,68]). Das erhöhte Risiko zeigte sich nach dem ersten Behandlungsjahr und blieb über

die weitere Behandlungsdauer bestehen.

Das RR ist unabhängig vom Alter oder der Zeit seit der Menopause. Da das Grundrisiko für einen

Schlaganfall jedoch stark vom Alter abhängt, erhöht sich das Gesamtrisiko bei Frauen unter einer

HRT mit zunehmendem Alter. So muss bei Anwenderinnen im Alter von 50–59 Jahren mit 0–3, bei

jenen im Alter von 60–69 Jahren mit 1–9 zusätzlichen Fällen pro 1000 Frauen gerechnet werden.

Venöse Thromboembolien (VTE)

Östrogen oder kombinierte Östrogen-Gestagen Substitutionstherapien sind mit einem erhöhten

Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) verbunden, zum Beispiel Venenthrombose oder

Lungenembolie. Zwei kontrollierte randomisierte Studien (WHI und HERS) und mehrere

epidemiologische Studien ergaben ein 2 bis 3-fach erhöhtes Risiko bei Frauen, die eine HRT

anwandten verglichen mit Frauen, die nie eine solche Behandlung angewendet hatten.

Die WHI-Studie zeigte insbesondere eine erhöhte Inzidenz von Lungenembolien. Die absolute

Risikoerhöhung bei den mit kombinierter Hormonsubstitution behandelten Frauen betrug 8 Fälle auf

10'000 Personenjahre (15 versus 7), das RR 2,13 (95% CI 1,39–3,25). Das erhöhte Risiko wurde nur

bei Frauen unter Hormonsubstitutionstherapie gefunden und bestand nicht bei früheren

Anwenderinnen. Das Risiko scheint in den ersten Jahren der Anwendung höher zu sein.

Auch im Östrogen Monotherapiearm der WHI-Studie war das Risiko einer venösen Thromboembolie

tendenziell erhöht. Das RR einer tiefen Venenthrombose war 1,47 (95% CI 0,87–2,47) und jenes

einer Lungenembolie war 1,34 (95% CI 0,70–2,55).

Für Nicht-Anwenderinnen wird die Anzahl der VTE Fälle während eines Zeitraumes von 5 Jahren

auf 3 von 1'000 Frauen für die Altersgruppe 50–59 Jahre und auf 8 von 1'000 Frauen für die

Altersgruppe 60–69 Jahre geschätzt. Bei gesunden Frauen, die eine Hormonsubstitutionstherapie

über 5 Jahre durchführen, treten pro 1'000 Frauen 2–6 zusätzliche Fälle von VTE in der Altersgruppe

50–59 Jahre und 5–15 zusätzliche Fälle in der Altersgruppe 60–69 Jahre auf.

Bei Auftreten entsprechender Symptome oder Verdacht einer thromboembolischen Erkrankung muss

das Präparat sofort abgesetzt werden. Patientinnen mit Risikofaktoren für thromboembolische

Ereignisse sollen sorgfältig überwacht werden. Wo möglich sollten andere Therapien in Betracht

gezogen werden. Die Risikofaktoren für venöse Thromboembolien umfassen eine entsprechende

Anamnese oder Familienanamnese mit thromboembolischen Erkrankungen, Rauchen, Adipositas

(Body Mass Index über 30 kg/m²) und systemischen Lupus erythematodes. Das Risiko für venöse

Thromboembolien erhöht sich auch mit zunehmendem Alter. Es gibt keinen Konsensus über die

mögliche Rolle von Varizen bei der Entwicklung venöser Thromboembolien.

Eine Anamnese mit wiederholten Spontanaborten sollte abgeklärt werden, um eine Thrombophilie-

Prädisposition auszuschliessen. Bei Frauen mit dieser Diagnose ist die Anwendung einer

Hormonersatztherapie kontraindiziert.

Bei Frauen, welche eine Kombination von Risikofaktoren oder einen höheren Schweregrad eines

einzelnen Risikofaktors aufweisen, sollte berücksichtigt werden, dass das Risiko überadditiv erhöht

sein kann. Daraus kann sich unter Umständen eine Kontraindikation für eine Hormonersatztherapie

ergeben.

Das Risiko venöser Thromboembolien kann vorübergehend erhöht sein bei längerer

Immobilisierung, grösseren operativen Eingriffen oder nach einem schweren Trauma. Bei Frauen

unter Hormonsubstitution ist grösste Beachtung auf prophylaktische Massnahmen zu legen, um

venöse Thromboembolien nach chirurgischen Eingriffen zu vermeiden. Abhängig von der Art des

Eingriffs und der Dauer der Immobilisierung sollte eine vorübergehende Unterbrechung der

Hormonsubstitutionstherapie in Betracht gezogen werden, falls möglich einige Wochen vor dem

Eingriff. Die Behandlung soll erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Frau vollständig

mobil ist.

Demenz

In der Women's Health Initiative Memory Study (WHIMS), einer randomisierten,

placebokontrollierten, der WHI untergeordneten Studie wurden über 2'000 Frauen im Alter von >65

Jahren (Durchschnittsalter 71 Jahre) mit oralen konjugierten equinen Östrogenen und

Medroxyprogesteronacetat (MPA) behandelt und während durchschnittlich 4 Jahren überwacht.

Zudem wurden 1'464 hysterektomierte Frauen im Alter von 65–79 Jahren mit oralen konjugierten

equinen Östrogenen allein behandelt und während durchschnittlich 5,2 Jahren überwacht. Weder die

Behandlung mit konjugierten Östrogenen und MPA noch die Östrogen Monotherapie zeigte einen

günstigen Effekt auf die kognitive Funktion. Das Risiko für das Auftreten einer wahrscheinlichen

Demenz war für die kombinierte HRT sogar erhöht (RR 2,05 [95% CI 1,21–3,48]). Das bedeutet in

absoluten Zahlen pro Jahr 23 zusätzliche Fälle pro 10'000 behandelten Frauen.

Obschon noch unklar ist, wie weit diese Resultate auf eine jüngere Population oder auf HRT

Präparate mit anderen Wirkstoffen und/oder Verabreichungswegen extrapoliert werden können,

sollten sie vom Arzt bei der Beurteilung des Nutzen/Risiko Verhältnisses einer HRT berücksichtigt

werden.

Weitere Vorsichtsmassnahmen

Östrogene können eine Flüssigkeitsretention verursachen. Patientinnen mit Herz- oder

Nierenfunktionsstörungen sollten daher sorgfältig überwacht werden.

Ein definitiver Zusammenhang zwischen der Anwendung einer HRT und dem Entstehen einer

klinischen Hypertonie wurde bisher nicht dokumentiert. Eine leichte Erhöhung des Blutdruckes

wurde bei Frauen unter einer HRT beobachtet, eine klinisch relevante Erhöhung ist jedoch selten.

Wenn es während der HRT zu dauerhaft erhöhten Blutdruckwerten kommt, sollte ein Abbruch der

HRT in Erwägung gezogen werden.

Bei Patientinnen, die neben Systen Sequi gleichzeitig blutdrucksenkende Medikamente einnehmen,

sollte der Blutdruck regelmässig kontrolliert werden.

Klinische Studien zeigten einen Einfluss einer HRT auf die periphere Insulinresistenz und die

Glukosetoleranz. Im Allgemeinen ist jedoch trotzdem keine Anpassung der antidiabetischen

Therapie erforderlich. Bei Diabetikerinnen unter einer HRT sollten aber die Blutzuckerspiegel

sorgfältig überwacht werden.

Frauen mit mässiger Hypertriglyzeridämie benötigen eine spezielle Überwachung, da eine HRT zu

einem weiteren Anstieg der Triglyzeridwerte führen kann, wodurch das Risiko einer Pankreatitis

erhöht ist. Bei Vorliegen einer schweren Hypertriglyzeridämie ist eine HRT kontraindiziert.

Frauen mit Leberfunktionsstörungen (einschliesslich Hyperbilirubinämien wie Dubin-Johnson-

Syndrom oder Rotor-Syndrom) sind sorgfältig zu überwachen, und die Leberparameter müssen

kontrolliert werden. Bei einer Verschlechterung der Leberwerte sollte die HRT abgebrochen werden.

Die gleichzeitige Anwendung hepatotoxischer Medikamente (wie insbesondere Dantrolen) kann das

Risiko einer Hepatotoxizität von Sexualhormonen erhöhen.

Östrogene können die Lithogenizität der Galle erhöhen. Dadurch ist bei einigen Frauen das Risiko

für Gallenblasenerkrankungen (v.a. Cholelithiasis) unter einer Östrogentherapie erhöht.

Bei Patientinnen mit vorbestehendem Prolaktinom ist eine engmaschige ärztliche Überwachung

erforderlich (einschliesslich regelmässiger Bestimmung des Prolaktinspiegels), da in Einzelfällen

unter einer Östrogentherapie über eine Grössenzunahme von Prolaktinomen berichtet wurde.

Während einer HRT können bei einigen Patientinnen infolge der Östrogenstimulation unerwünschte

Wirkungen auftreten, wie ungewöhnlich starke Blutungen. Häufige oder anhaltende irreguläre

Blutungen sind Zeichen einer endometrialen Aktivität und müssen durch geeignete diagnostische

Massnahmen abgeklärt werden, um organische Erkrankungen auszuschliessen.

Uterine Myome können unter einer Östrogentherapie an Grösse zunehmen. Falls dies beobachtet

wird, sollte die Therapie abgebrochen werden.

Sollte unter einer HRT eine Endometriose wieder reaktiviert werden, wird empfohlen, die Therapie

abzubrechen.

Eine exogene Östrogenzufuhr führt zu einem Anstieg der Serumkonzentrationen des Thyroxin-

bindenden Globulins (TBG). Bei Frauen mit normaler Schilddrüsenfunktion ist dies ohne klinische

Relevanz. Studien deuten darauf hin, dass bei Patientinnen unter einer Substitutionstherapie mit

Schilddrüsenhormonen die zusätzliche Gabe eines Östrogenpräparates (wie Systen Sequi) zu einem

erhöhten Thyroxinbedarf führen könnte. Bei Patientinnen unter einer Substitutionsbehandlung mit

Schilddrüsenhormonen sollte daher die Schilddrüsenfunktion regelmässig überwacht werden (mittels

TSH-Bestimmung), insbesondere in den ersten Monaten einer HRT.

Bei Frauen mit hereditärem Angioödem können exogen zugeführte Östrogene die Symptome des

Angioödems induzieren oder verschlimmern.

Gelegentlich kann ein Chloasma auftreten, v.a. bei Frauen mit Chloasma gravidarum in der

Anamnese. Frauen mit entsprechender Prädisposition sollten sich während einer HRT nicht der

Sonne oder anderer ultravioletter Strahlung aussetzen.

Die oben angegebenen Risiken einer HRT wurden überwiegend bei der Behandlung von Frauen im

Alter über 50 Jahre beschrieben. Über die Übertragbarkeit dieser Daten auf Patientinnen mit

vorzeitiger Menopause (d.h. Ausfall der Ovarialfunktion vor Vollendung des 40. Lebensjahres

infolge endokriner/genetischer Erkrankungen, Ovarektomie, Malignomtherapie etc.) bis zum

Erreichen des normalen Menopausenalters liegen keine Daten vor. In dieser Altersgruppe sollte eine

spezielle Nutzen-Risiko-Bewertung durchgeführt werden, wobei auch die Ätiologie der vorzeitigen

Menopause (chirurgisch versus andere Ursachen) berücksichtigt werden sollte.

Diagnostik und Einleitung der Therapie sollten bei Patientinnen mit vorzeitiger Menopause

möglichst in einem entsprechenden Zentrum erfolgen, welches Erfahrung mit der Behandlung dieses

Krankheitsbildes besitzt.

Systen Sequi ist kein Mittel zur Empfängnisverhütung.

Bei jeder topischen Anwendung kann es zu einer Kontaktsensibilisierung kommen. Im extrem

seltenen Fall einer Kontaktsensibilisierung durch eine der Komponenten des Pflasters sollte die

Patientin darauf hingewiesen werden, dass es bei fortgesetztem Kontakt mit der auslösenden

Substanz zu einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion kommen kann.

Interaktionen

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Sexualhormonen

Die Langzeiteinnahme von Präparaten mit Leberenzym-induzierenden Eigenschaften kann die

Clearance von Sexualhormonen erhöhen und zu einer verminderten klinischen Wirksamkeit sowie zu

Blutungsunregelmässigkeiten führen. Hierzu gehören z.B. Barbiturate, Bosentan, Carbamazepin,

Hydantoine, Meprobamat, Rifabutin und Rifampicin sowie die sogenannten nicht-nukleosidalen-

Reverse-Transkriptase-Hemmer (z.B. Nevirapin und Efavirenz). Auch pflanzliche Präparate, die

Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, können den Östrogen-Metabolismus induzieren

und zu erniedrigten Estradiol-Plasmakonzentrationen führen.

Ritonavir und Nelfinavir, obwohl als starke Cyt P450-Isoenzym-Hemmer bekannt, bewirken bei

gleichzeitiger Verabreichung mit Steroidhormonen ebenfalls eine Enzyminduktion.

Bei transdermaler Verabreichung wird der First-pass-Effekt in der Leber umgangen; daher werden

transdermal verabreichte Östrogene möglicherweise weniger durch Enzyminduktoren beeinflusst als

oral applizierte Hormone.

Es ist möglich, dass auch die Plasma-Konzentrationen der Gestagen-Komponente infolge der

Enzyminduktion reduziert werden, was den schützenden Effekt gegen eine Östrogen-bedingte

Endometrium-Hyperplasie vermindern kann.

Bei gleichzeitiger kurzdauernder (bis zu 10 Tagen) Anwendung von Antibiotika, welche keine

lnteraktionen mit dem CYP3A4-Enzymsystem aufweisen, ist nicht mit pharmakokinetischen

lnteraktionen zu rechnen. Über mögliche lnteraktionen bei längerfristiger Komedikation mit

Antibiotika (z.B. bei Borreliose oder Osteomyelitis) liegen keine ausreichenden Daten vor. Eine

Reduktion der Wirkstoffspiegel infolge einer Beeinflussung des enterohepatischen Kreislaufs ist hier

(z.B. für Penicilline und Tetrazykline) nicht auszuschliessen.

Die Wirkung von Systen Sequi kann durch Enzyminhibitoren (z.B. Azol-Antimykotika, Makrolide)

verstärkt werden.

Einfluss von Sexualhormonen auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Sexualhormone können auch den Metabolismus anderer Arzneimittel beeinflussen. Entsprechend

können deren Plasmakonzentrationen entweder erhöht (z.B. Cyclosporin) oder vermindert (z.B.

Lamotrigin. s.u.) werden.

Eine Interaktionsstudie mit Lamotrigin, einem Antiepileptikum, und einem kombinierten oralen

Kontrazeptivum (30 µg Ethinylestradiol/150 µg Levonorgestrel) zeigte eine klinisch relevante

Steigerung der Lamotrigin-Clearance mit einer entsprechenden signifikanten Abnahme der

Lamotrigin-Plasmaspiegel, wenn diese Arzneimittel gleichzeitig verabreicht wurden. Eine derartige

Senkung der Plasmakonzentrationen kann mit einer reduzierten Anfallskontrolle einhergehen.

Andere hormonale Kontrazeptiva und Hormonersatztherapien wurden nicht untersucht. Es wird

jedoch erwartet, dass solche Präparate ein vergleichbares Interaktionspotential aufweisen. Wird bei

einer Patientin, welche Lamotrigin einnimmt, eine Behandlung mit Systen Sequi neu begonnen, kann

daher eine Anpassung der Lamotrigindosis erforderlich sein, und die Lamotriginkonzentrationen

sollten zu Beginn der Therapie engmaschig überwacht werden. Hierbei ist insbesondere auch zu

beachten, dass es bei Beendigung der Anwendung von Systen Sequi zu einem Anstieg des

Lamotriginspiegels (unter Umständen in den toxischen Bereich) kommen kann.

Interaktionen mit unbekanntem Mechanismus

In klinischen Studien kam es bei gleichzeitiger Gabe Ethinylestradiol-haltiger kombinierter

Kontrazeptiva zusammen mit der in der Therapie von HCV-Infektionen eingesetzten

Wirkstoffkombination Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir gegenüber

Patientinnen, welche ausschliesslich mit den antiviralen Wirkstoffen behandelt wurden, signifikant

häufiger zu einer klinisch relevanten Erhöhung der ALT (einschliesslich Fällen eines Anstiegs auf

über das Fünffache der oberen Grenze des Normbereiches). Bei Anwendung anderer Östrogene

(insbesondere Estradiol und Estradiolvalerat) war hingegen die Inzidenz einer

Transaminasenerhöhung nicht höher als bei Patientinnen ohne Östrogentherapie. Aufgrund der

begrenzten Anzahl Frauen, welche derartige andere östrogenhaltige Arzneimittel einnahmen, ist

jedoch bei gleichzeitiger Verabreichung von Östrogenen mit der Wirkstoffkombination

Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir grundsätzlich Vorsicht geboten.

Es wird empfohlen, auch die Fachinformation von gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln zu

konsultieren.

Schwangerschaft/Stillzeit

Die Anwendung von Systen Sequi ist während einer Schwangerschaft kontraindiziert. Tritt unter der

Anwendung eine Schwangerschaft ein oder wird eine solche vermutet, ist das Arzneimittel sofort

abzusetzen und der Arzt zu konsultieren.

Es gibt Hinweise auf fötale Risiken, basierend auf tierexperimentellen Untersuchungen. Die meisten

bis heute durchgeführten epidemiologischen Studien haben jedoch keine eindeutigen Hinweise auf

eine embryotoxische oder teratogene Wirkung ergeben, wenn Östrogene oder Kombinationen aus

Östrogenen und Gestagenen versehentlich während der Schwangerschaft verabreicht wurden.

Das Arzneimittel sollte nicht in der Stillzeit angewendet werden, da die Milchproduktion reduziert

und die Milchqualität verändert sein kann und geringe Wirkstoffmengen in die Milch übergehen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Die schwerwiegendsten unerwünschten Wirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung einer

HRT werden auch in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben (siehe

dort).

Die Sicherheit von Systen Sequi wurde in 2 klinischen Studien an insgesamt 165 Frauen untersucht.

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen (Inzidenz >5%) waren dabei Reaktionen an der

Applikationsstelle (14,6%), Kopfschmerzen (7,9%), Brustschmerzen (5,5%) und Depression (5,5%).

Nachfolgend sind die während der Anwendung von SystenSequi in klinischen Studien oder nach

Markteinführung aufgetretenen unerwünschten Wirkungen nach Organsystem und Häufigkeit

aufgelistet.

Bei den Häufigkeitsangaben werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000, <1/100), selten (≥1/10'000,

<1/1000), sehr selten (<1/10'000) und nicht bekannt (basierend überwiegend auf Spontanmeldungen

aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden).

Infektionen

Gelegentlich: Candidiasis.

Neoplasmen

Gelegentlich: Fibroadenom der Brust, Mammakarzinom.

Nicht bekannt: Endometriumkarzinom.

Immunsystem

Gelegentlich: Überempfindlichkeit.

Stoffwechsel und Ernährung

Häufig: Gewichtszunahme.

Gelegentlich: Hyperlipidämie.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Depression, Nervosität, Affektlabilität.

Gelegentlich: Libidoveränderungen (Reduktion oder Steigerung), Ängstlichkeit.

Nicht bekannt: Stimmungsschwankungen.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Migräne.

Gelegentlich: Schwindel, Konzentrationsprobleme, Schläfrigkeit, Parästhesien, Tremor.

Nicht bekannt: Krampfanfälle.

Herz

Gelegentlich: Palpitationen, Tachykardie.

Gefässe

Häufig: Blutdruckanstieg.

Gelegentlich: Hitzewallungen, Hypotonie.

Nicht bekannt: venöse und arterielle thromboembolische Ereignisse (z.B. tiefe Venenthrombose,

Lungenembolie, zerebrovaskulärer Insult).

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Bauchschmerzen, Nausea, Diarrhoe, Flatulenz.

Gelegentlich: Erbrechen.

Leber und der Galle

Gelegentlich: erhöhte Leberfunktionswerte, Cholestase.

Nicht bekannt: Cholelithiasis.

Haut

Häufig: Erythem, Pruritus.

Gelegentlich: Hirsutismus, Akne, Alopezie, Dermatitis.

Selten: Kontaktdermatitis.

Nicht bekannt: Hautausschlag, Stevens-Johnson-Syndrom.

Muskelskelettsystem

Häufig: Rückenschmerzen, Arthralgie, Muskelkrämpfe, Myalgie.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: Brustschmerzen, Menstruationsstörungen (wie Menorrhagie, Metrorrhagie), Dysmenorrhoe.

Gelegentlich: uterine Fibromyome, Brustvergrösserung, Endometrium-Hyperplasie,

Vulvaveränderungen.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: Reaktionen an der Applikationsstelle wie Erythem, Pruritus, Rash (14,6%).

Häufig: Schmerz, Ödeme, Unwohlsein.

Gelegentlich: Müdigkeit, generalisiertes Ödem, Fieber.

Unter anderen HRT-Präparaten wurde ausserdem über die folgenden unerwünschten Wirkungen

berichtet: Angioödem, Appetitsteigerung, Sehstörungen, Dyspepsie, Obstipation, Chloasma,

Urtikaria, Erythema nodosum, Erythema multiforme, vaskuläre Purpura, Fluor vaginalis,

Zervixdysplasie, Zervixpolypen, Ovarialzysten.

Überdosierung

Eine akute Überdosierung ist aufgrund der Anwendungsweise unwahrscheinlich.

Anzeichen einer chronischen Überdosierung mit Östrogen/Gestagen-Kombinationen sind

Durchbruchblutungen, Spannungsgefühl in den Brüsten, Bauchkrämpfe, Blähungen, niedergedrückte

Stimmung, Akne, Hirsutismus, Müdigkeit. Diese Symptome können durch Absetzen der Therapie

behoben werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03FB05

Systen Sequi besteht aus zwei unterschiedlichen Pflastern: Systen Sequi Phase 1 mit nur Estradiol

und Systen Sequi Phase 2 mit Estradiol und Norethisteronacetat. Beide Pflaster gewährleisten jeweils

über 4 Tage eine kontinuierliche Hormonfreisetzung. Die tägliche Freisetzungsrate beträgt für Systen

Sequi Phase 1 50 µg Estradiol, für Systen Sequi Phase 2 50 µg Estradiol + 170 µg

Norethisteronacetat. Aus dem Matrixpflaster gelangen die Hormone durch die Haut direkt in den

Blutkreislauf und werden unter Umgehung des First-pass-Effekts zu den Zellen der Zielorgane

transportiert.

Estradiol

Estradiol reichert sich in den Zielorganen (v.a. Hypothalamus, Hypophyse, Uterus, Vagina, Mamma,

Urethra und Leber) an. Der Angriffsort für die Wirkung der Östrogene liegt, wie der aller

Steroidhormone, intrazellulär. In den Zellen der Zielorgane bindet sich Estradiol an spezifische

Rezeptoren und bewirkt eine vermehrte DNS- und Proteinsynthese.

Estradiol ist auf Rezeptorebene das wichtigste Östrogen. Es wird bei der Frau von der Menarche bis

zur Menopause vorwiegend im Ovar produziert.

Das Endometrium ist hoch empfindlich auf Estradiol. Unter dem Einfluss der Östrogene findet

während der Follikelphase der Aufbau des Endometriums statt. Während der Lutealphase induziert

Progesteron die sekretorische Transformation des Endometriums. Im Klimakterium nimmt die

ovarielle Estradiol-Produktion ab, um letztlich ganz zu erlöschen. Im Organismus verbleibt dann nur

noch wenig Estradiol, welches aus Androgenen der Nebennierenrinde gebildet wird.

Die Substitutionstherapie mit Systen Sequi erhöht den Estradiolserumspiegel auf Werte, wie sie

physiologischerweise bei Frauen im gebärfähigen Alter während der frühen bis mittleren

Follikelphase beobachtet werden. Gleichzeitig erhöhte sich in den klinischen Studien das

Konzentrationsverhältnis von Estradiol (E2) zu Estron (E1) im Plasma von <0,3 auf ca. 1:1, d.h. auf

ein Verhältnis, wie es bei prämenopausalen Frauen gefunden wird.

Eine Östrogensubstitution kann die Symptome, welche durch die verminderte Estradiolsekretion im

Klimakterium auftreten (wie vasomotorische Störungen, Schlafstörungen, depressive

Verstimmungen und atrophische Veränderungen im Urogenitalsystem) grösstenteils beheben.

Norethisteronacetat (NETA)

Norethisteronacetat (NETA) ist ein synthetisches Gestagen, das im Wesentlichen die gleiche

biologische Wirkung zeigt wie das endogen gebildete Progesteron. Als Hauptwirkung löst

Progesteron an der Uterusschleimhaut den Übergang von der Proliferationsphase in die

Sekretionsphase aus.

Transdermal appliziertes NETA vermindert eine Östrogen-bedingte Proliferation des Endometriums.

Kombination von Estradiol und Norethisteronacetat

Während einer Hormonsubstitutionstherapie mit Systen Sequi wird Estradiol kontinuierlich und

Norethisteron zyklisch verabreicht. Die zusätzliche Verabreichung von NETA an 12–14 Tagen eines

jeden Zyklus verhindert die Überstimulierung des Endometriums, zu der es bei einer

Östrogenmonotherapie kommen könnte. Die Häufigkeit von Hyperplasien (unter Umständen mit der

Folge unregelmässiger Blutungen) sowie das Risiko für ein Endometriumkarzinom werden deutlich

herabgesetzt. Die zyklische NETA-Gabe führt üblicherweise zu einer regelmässigen zyklischen

Blutung.

Pharmakokinetik

Estradiol

Absorption

Nach Applikation eines Systen Sequi Phase 2 Matrixpflasters stiegen die Estradiolkonzentrationen

rasch an von einem Ausgangswert von 5 pg/ml auf 19 pg/ml nach 4 Stunden. Die

Serumspitzenkonzentration von ca. 41 pg/ml wurde nach etwa 23 Stunden erreicht. Die Estradiol-

Serumkonzentrationen blieben während der gesamten Applikationsdauer (3,5 Tage pro Pflaster)

erhöht. Nach Entfernung des Pflasters sank die Estradiolkonzentration innerhalb von 24 Stunden auf

die ursprüngliche Konzentration.

Die Mehrfachanwendung des Pflasters resultierte in einer geringen bis fehlenden Akkumulation von

Estradiol in der systemischen Zirkulation.

Nach Applikation von Systen Sequi Phase 1-Pflastern wurden höhere Estradiol-Plasmaspiegel

erreicht als nach Applikation von Systen Sequi Phase 2-Pflastern. Im Steady State lagen die unter

den Phase 2-Pflastern gemessenen Estradiol-Spitzenkonzentrationen im Serum bei etwa der Hälfte

jener Konzentrationen, wie sie unter den Phase 1-Pflastern beobachtet wurden. Dennoch werden

sowohl unter Pflaster 1 als auch unter Pflaster 2 Estradiol-Serumkonzentrationen entsprechend jenen

bei prämenopausalen Frauen erreicht.

Distribution

Estradiol wird im Körpergewebe extensiv verteilt. Im Plasma ist Estradiol zu ~60–65% an Albumin

und zu ~35–45% an SHBG gebunden, nur 1–2% liegen als freies Estradiol vor.

Estradiol passiert die Plazentaschranke und tritt in geringen Mengen in die Muttermilch über.

Metabolismus

Estradiol wird hauptsächlich in der Leber zu den pharmakologisch schwächer wirksamen

Metaboliten Estron und Estriol und deren Konjugaten umgewandelt. Estradiol, Estron und

Estronsulfat werden ineinander umgewandelt. Die Haut metabolisiert Estradiol nur zu einem kleinen

Teil.

Elimination

Nach intravenöser Verabreichung beträgt die Eliminations-Halbwertszeit von Estradiol ungefähr

1 Stunde. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend (90%) in Form der Glukuronide und Sulfate mit

dem Urin, zu einem geringeren Teil (10%) auch mit den Faeces. Die Östrogenmetaboliten

unterliegen einem enterohepatischen Kreislauf.

Nach Entfernen des Matrixpflasters wurde für Estradiol eine Serum-Halbwertszeit von ~6,6 Std.

ermittelt, was auf einen Depot-Effekt in der Haut hindeutet.

NETA:

Absorption

Nach Applikation eines Systen Sequi Phase 2 Matrixpflasters wird innerhalb von 24 Stunden ein

Steady state erreicht mit einer Serum-Norethisteron-Konzentration von im Mittel 199 pg/ml. Nach

Mehrfach-Applikation lag die mittlere Steady State Norethisteron-Konzentration während der

Applikationsdauer von 3,5 Tagen zwischen 141–224 pg/ml. Nach Entfernung des Pflasters sank die

Norethisteron-Konzentration innerhalb von 24 Stunden unter die Detektionsgrenze.

Nach Mehrfach-Anwendung des Pflasters wurde nur ein geringer Anstieg der Serum-Norethisteron-

Konzentration beobachtet.

Distribution

Norethisteron wird im Körpergewebe verteilt und ist im Plasma zu ~61% an Albumin und zu ~36%

an SHBG gebunden.

Metabolismus

Norethisteronacetat wird rasch zum aktiven Gestagen Norethisteron hydrolisiert. Die transdermale

Applikation von Norethisteronacetat resultiert in einem gleichmässigen und wirksamen

Norethisteron-Spiegel in der systemischen Zirkulation.

Norethisteron wird in der Leber metabolisiert, durch Reduktion der α, β-ungesättigten Ketogruppe in

Ring A des Moleküls. Von den vier möglichen stereoisomeren Tetrahydrosteroiden scheint das 5 β-,

3α-Hydroxy-Derivat der Hauptmetabolit zu sein.

Elimination

Nach Entfernen des Matrixpflasters wurde für NETA eine Serum-Halbwertszeit von ~15 Std.

ermittelt, was auf einen Depot-Effekt in der Haut hindeutet. Die Metaboliten werden überwiegend als

Konjugate (Sulfate, Glukuronide) mit Urin oder Faeces ausgeschieden.

Präklinische Daten

Präklinische Untersuchungen mit Estradiol oder Kombinationen aus Estradiol und Norethisteron zur

Toxizität nach wiederholter Gabe, zur Genotoxizität und zum karzinogenen Potential ergaben keine

eindeutigen Hinweise auf besondere Risiken für den Menschen, wenn auch in epidemiologischen

Studien sowie in Tierstudien mit Estradiol ein erhöhtes Karzinogenitäts-Risiko nachgewiesen werden

konnte.

Bei Versuchstieren zeigte Estradiol bereits in geringer Dosierung einen embryoletalen Effekt sowie

eine dosisabhängige Reduktion der Fertilität in Ratten. Norethisteron zeigte im Tierexperiment nach

hohen Dosen eine virilisiernde Wirkung auf weibliche Feten. Reproduktionstoxikologische Studien

in Ratten, Mäusen und Kaninchen erbrachten keinen Hinweis auf eine teratogene Wirkung. Für

Erfahrungen beim Menschen siehe Rubrik «Schwangerschaft/Stillzeit».

Studien zur lokalen Verträglichkeit bei Kaninchen und zur Sensibilisierung bei Meerschweinchen

riefen eine milde lokale Hautirritation hervor. Die Erfahrung in klinischen Studien mit transdermalen

Systemen über mehr als ein Jahr gaben keine Hinweise für eine klinische Relevanz des

Sensibilisierungspotentials beim Menschen.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden:

Sexualhormone können die Ergebnisse gewisser Labortests beeinflussen wie z.B. biochemische

Parameter der Leber, Schilddrüse, Nebennieren- und Nierenfunktion, Plasmaspiegel von

Bindungsproteinen und Lipid/Lipoprotein-Fraktion, Parameter des Kohlehydratstoffwechsels, der

Koagulation und der Fibrinolyse.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Systen Sequi Matrixpflaster sollen nicht über 25 °C aufbewahrt werden. Nicht im Kühlschrank

lagern, nicht einfrieren.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Das in Systen Sequi enthaltene Estradiol wird durch ultraviolettes Licht abgebaut. Die Pflaster

dürfen deshalb nicht direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden.

Entsorgung des gebrauchten Pflasters

Nach der Entfernung sollte das gebrauchte Pflaster mit der Klebeseite nach innen umgefaltet werden,

so dass die Wirkstoffmembran nicht freiliegt. Danach sollte das Pflaster an einem sicheren, für

Kinder unzugänglichen Ort mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Zulassungsnummer

54716 (Swissmedic).

Packungen

Systen Sequi Matrixpflaster 8 (B)

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Stand der Information

Februar 2017.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen