Sunitinib AqVida 12,5 mg Hartkapseln

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

30-06-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

10-11-2020

Wirkstoff:
Sunitinib-L-malat
Verfügbar ab:
AqVida GmbH (8135745)
ATC-Code:
L01XE04
INN (Internationale Bezeichnung):
Sunitinib-L-malate
Darreichungsform:
Hartkapsel
Zusammensetzung:
Sunitinib-L-malat (31912) 16,4 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
98710.00.00
Berechtigungsdatum:
2018-07-24

Dokumente in anderen Sprachen

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Englisch

14-06-2019

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Sunitinib AqVida 12,5 mg Hartkapseln

Sunitinib AqVida 25 mg Hartkapseln

Sunitinib AqVida 37,5 mg Hartkapseln

Sunitinib AqVida 50 mg Hartkapseln

Sunitinib

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie

Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Sunitinib AqVida und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Sunitinib AqVida beachten?

Wie ist Sunitinib AqVida einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Sunitinib AqVida aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Sunitinib AqVida und wofür wird es angewendet?

Sunitinib AqVida enthält den Wirkstoff Sunitinib, einen Proteinkinase-Inhibitor. Es wird zur

Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt, indem es die Wirkung einer bestimmten Gruppe von

Eiweißstoffen, von denen man weiß, dass sie am Wachstum und der Ausbreitung von Krebszellen

beteiligt sind, verhindert.

Sunitinib AqVida wird zur Behandlung von Erwachsenen mit den folgenden Krebsarten eingesetzt:

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST), einer Form von Magen-Darm-Krebs, wenn Imatinib

(ein anderes Krebsmittel) nicht mehr wirkt oder Sie es nicht einnehmen können.

Metastasierte Nierenzellkarzinome (mRCC), eine Form von Nierenkrebs, der sich auf andere

Körperregionen ausgebreitet hat.

Pankreatische neuroendokrine Tumoren (pNET), ein Krebs der hormonausscheidenden Zellen

der Bauchspeicheldrüse, mit Krankheitsprogression oder wenn er nicht operativ entfernt

werden kann.

Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie Fragen haben, wie Sunitinib AqVida wirkt oder warum

Ihnen dieses Arzneimittel verordnet wurde.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Sunitinib AqVida beachten?

Sunitinib AqVida darf nicht eingenommen werden:

wenn Sie allergisch gegen Sunitinib oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Sunitinib AqVida einnehmen, wenn Sie:

hohen Blutdruck haben.

Sunitinib AqVida kann den Blutdruck erhöhen. Während der

Behandlung mit Sunitinib AqVida wird Ihr Arzt möglicherweise Ihren Blutdruck kontrollieren

und Sie können gegebenenfalls mit Arzneimitteln zur Blutdrucksenkung behandelt werden.

Erkrankungen des Bluts, Blutungen oder blaue Flecke haben oder hatten.

Die Behandlung

mit Sunitinib AqVida kann die Blutungsgefahr erhöhen oder die Anzahl bestimmter Blutzellen

verändern, was wiederum zu Anämie führen oder die Blutgerinnung beeinflussen kann. Wenn

Sie Warfarin oder Acenocoumarol nehmen (Arzneimittel, die das Blut zur Vermeidung von

Blutgerinnseln verdünnen), kann die Blutungsgefahr erhöht sein. Informieren Sie Ihren Arzt,

wenn bei Ihnen während der Behandlung mit Sunitinib AqVida Blutungen jeglicher Art

auftreten.

Herzprobleme haben.

Sunitinib AqVida kann Herzprobleme auslösen. Informieren Sie Ihren

Arzt, wenn Sie sich sehr müde fühlen, kurzatmig sind oder wenn Sie geschwollene Füße oder

Knöchel haben.

ungewöhnliche Herzrhythmusstörungen haben.

Sunitinib AqVida kann

Herzrhythmusstörungen auslösen. Während Ihrer Behandlung mit Sunitinib AqVida kann Ihr

Arzt möglicherweise ein Elektrokardiogramm erstellen, um diese Symptome abzuklären.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie sich, während Sie Sunitinib AqVida nehmen,

benommen fühlen, ohnmächtig werden oder einen ungewöhnlichen Herzschlag bemerken.

kürzlich Probleme mit Blutgerinnseln in Ihren Venen und/oder Arterien (bestimmte

Blutgefäße) hatten, einschließlich Schlaganfall, Herzinfarkt, Embolie oder Thrombose.

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt beim Auftreten von Beschwerden wie z. B. Schmerzen

oder Druckgefühl im Brustbereich, Schmerzen in Ihren Armen, dem Rücken, dem Nacken oder

im Kiefer, Kurzatmigkeit, Taubheits- oder Schwächegefühl in 1 Körperhälfte, Sprachstörungen,

Kopfschmerzen oder Benommenheit, während Sie mit Sunitinib AqVida behandelt werden.

wenn Sie ein Aneurysma

(Erweiterung und Schwächung einer Blutgefäßwand) oder einen

Einriss in einer Blutgefäßwand haben oder hatten.

eine als thrombotische Mikroangiopathie (TMA) bekannte Schädigung der kleinsten

Blutgefäße haben oder hatten.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn bei Ihnen Fieber, Ermüdung,

Müdigkeit, blaue Flecken, Blutungen, Schwellungen, Verwirrtheit, Sehverlust oder

Krampfanfälle auftreten.

Probleme mit der Schilddrüse haben.

Sunitinib AqVida kann Schilddrüsenprobleme

verursachen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie während der Einnahme von Sunitinib

AqVida schneller ermüden, Ihnen im Allgemeinen kälter ist als anderen Personen oder wenn

Ihre Stimme tiefer wird. Ihre Schilddrüsenfunktion sollte kontrolliert werden, bevor Sie

Sunitinib AqVida einnehmen und während der Einnahme regelmäßig überprüft werden. Wenn

Ihre Schilddrüse zu wenig Schilddrüsenhormone produziert, können Sie möglicherweise eine

Schilddrüsenhormonersatztherapie erhalten.

Störungen der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenblase haben oder hatten.

Sprechen Sie

mit Ihrem Arzt, wenn eine der folgenden Beschwerden bei Ihnen auftritt: Schmerzen im

Magenbereich (Oberbauch), Übelkeit, Erbrechen oder Fieber. Diese können durch eine

Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder Gallenblase verursacht worden sein.

Leberprobleme haben oder hatten.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn während der

Behandlung mit Sunitinib AqVida einer der folgenden Hinweise auf Leberprobleme bei Ihnen

auftritt: Hautjucken, Gelbfärbung der Augen oder der Haut, dunkel gefärbter Urin und

Schmerzen oder Beschwerden im rechten oberen Magenbereich. Ihr Arzt sollte Bluttests zur

Bestimmung Ihrer Leberfunktion vor und während der Behandlung mit Sunitinib AqVida

durchführen sowie jeweils bei medizinischem Bedarf.

Nierenprobleme haben oder hatten.

Ihr Arzt wird Ihre Nierenfunktion kontrollieren.

demnächst operiert werden oder vor Kurzem operiert wurden.

Sunitinib AqVida kann die

Wundheilung beeinflussen. Wenn bei Ihnen eine Operation ansteht, wird Sunitinib AqVida

üblicherweise bei Ihnen abgesetzt werden. Ihr Arzt entscheidet dann, wann Sunitinib AqVida

wieder angewendet werden kann.

Bevor Sie eine Behandlung mit Sunitinib AqVida beginnen, kann man Sie zu einer

Abklärung Ihres Zahnstatus schicken.

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt und Zahnarzt, wenn Sie Schmerzen im Mund, der

Zähne und/oder im Kiefer, Schwellungen oder wunde Stellen im Mund, ein Taubheits- oder

Schweregefühl im Kiefer oder einen lockeren Zahn haben oder hatten.

Wenn Sie sich einer invasiven zahnärztlichen Behandlung oder einem zahnärztlichen

chirurgischen Eingriff unterziehen müssen, informieren Sie Ihren Zahnarzt, dass Sie mit

Sunitinib AqVida behandelt werden. Dies ist besonders dann wichtig, wenn Sie gleichzeitig

Bisphosphonate intravenös erhalten oder erhalten haben. Bisphosphonate sind Arzneimittel

zur Vermeidung von Komplikationen an den Knochen und können Ihnen wegen anderer

Erkrankungen verabreicht worden sein.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes haben oder hatten.

Während Sie

dieses Arzneimittel erhalten, kann ein „Pyoderma gangraenosum“ (schmerzhaftes

Hautgeschwür) oder eine „nekrotisierende Fasziitis“ (sich schnell ausbreitende Infektion der

Haut/Weichteile, die lebensbedrohlich sein kann) auftreten. Setzen Sie sich umgehend mit

Ihrem Arzt in Verbindung, wenn sich Anzeichen einer Infektion im Bereich einer

Hautverletzung zeigen, einschließlich Fieber, Schmerzen, Rötung, Schwellung oder Austreten

von Eiter oder Blut. Dieses Ereignis ist generell reversibel nach Absetzen von Sunitinib.

Schwere Hautausschläge (Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch-epidermale Nekrolyse, Erythema

multiforme) wurden während der Anwendung von Sunitinib berichtet. Zu Beginn treten diese als

rötliche, zielscheibenartige Punkte oder als kreisrunde Flecken, oft mit mittiger Blasenbildung

auf dem Körper auf. Der Ausschlag kann mit sich ausbreitender Blasenbildung oder einem

Abpellen der Haut fortschreiten und kann lebensbedrohlich sein. Wenn Sie einen Hautauschlag

oder derartige Hautsymptome entwickeln, müssen Sie umgehend Rat bei Ihrem Arzt einholen.

an Krämpfen leiden oder gelitten haben.

Informieren Sie Ihren Arzt so schnell wie möglich,

wenn Sie Bluthochdruck, Kopfschmerzen oder einen Sehverlust haben.

an Diabetes leiden.

Bei Diabetes-Patienten sollten die Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrolliert

werden, um abschätzen zu können, ob zur Minimierung des Risikos von Unterzuckerungen die

Antidiabetika-Dosierung angepasst werden muss. Setzen Sie sich so bald wie möglich mit

Ihrem Arzt in Verbindung, wenn Sie Anzeichen und Symptome eines niedrigen

Blutzuckerspiegels haben (Erschöpfung, Herzklopfen, Schwitzen, Hunger und

Bewusstseinsverlust).

Kinder und Jugendliche

Bei Personen unter 18 Jahren wird Sunitinib AqVida nicht empfohlen.

Einnahme von Sunitinib AqVida zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen, auch wenn es

sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Einige andere Arzneimittel können die Menge an Sunitinib AqVida in Ihrem Körper beeinflussen. Sie

sollten daher Ihren Arzt informieren, wenn Sie Arzneimittel mit den folgenden Wirkstoffen anwenden:

Ketoconazol, Itraconazol – zur Behandlung von Pilzinfektionen

Erythromycin, Clarithromycin, Rifampicin – zur Behandlung von Infektionen

Ritonavir – zur Behandlung von HIV-Infektionen

Dexamethason – ein Kortikosteroid zur Behandlung verschiedener Erkrankungen (wie

allergische/Atemstörungen oder Hauterkrankungen)

Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital – zur Behandlung von Epilepsie und anderen

neurologischen Erkrankungen

pflanzliche Arzneimittel mit Johanniskraut (Hypericum perforatum) – zur Behandlung von

Depression und Angstzuständen

Einnahme von Sunitinib AqVida zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Sie sollten während der Behandlung mit Sunitinib AqVida das Trinken von Grapefruitsaft vermeiden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Wenn Sie schwanger werden könnten, sollten Sie während der Behandlung mit Sunitinib AqVida für

eine zuverlässige Empfängnisverhütung sorgen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie stillen. Sie sollten während der Behandlung mit Sunitinib

AqVida nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Wenn Ihnen schwindelig ist oder Sie sich ungewöhnlich müde fühlen, müssen Sie beim Autofahren

oder Bedienen von Maschinen besonders aufpassen.

3.

Wie ist Sunitinib AqVida einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Ihr Arzt wird Ihnen die für Sie richtige Dosis verordnen, die von der Art des behandelten Krebses

abhängig ist. Wenn Sie behandelt werden wegen:

GIST oder mRCC: beträgt die übliche Dosierung 50 mg einmal täglich, einzunehmen über

28 Tage (4 Wochen), gefolgt von einer 14-tägigen (2 Wochen) Behandlungspause (kein

Arzneimittel), in einem 6-Wochen-Zyklus.

pNET: beträgt die übliche Dosierung 37,5 mg einmal täglich ohne eine Behandlungspause.

Ihr Arzt wird die für Sie geeignete Dosis festlegen und entscheiden, warum und wann Sie die

Behandlung mit Sunitinib AqVida beenden müssen.

Sunitinib AqVida kann mit und ohne Nahrungsmittel eingenommen werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Sunitinib AqVida eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie versehentlich zu viele Kapseln eingenommen haben, besprechen Sie dies umgehend mit

Ihrem Arzt. Möglicherweise brauchen Sie medizinische Betreuung.

Wenn Sie die Einnahme von Sunitinib AqVida vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Wenn eine der folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt, müssen Sie umgehend

Ihren Arzt aufsuchen (siehe auch „

Was sollten Sie vor der Einnahme von Sunitinib AqVida

beachten?

“).

Herzprobleme.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie sehr müde oder kurzatmig sind oder wenn Sie

geschwollene Füße oder Knöchel haben. Diese Beschwerden können auf Herzprobleme hinweisen, die

Herzversagen und Probleme des Herzmuskels (Kardiomyopathie) einschließen.

Lungen- oder Atemprobleme.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn bei Ihnen Husten, Schmerzen im

Brustbereich, plötzliche Kurzatmigkeit oder blutiger Husten auftritt. Dies können Beschwerden einer

als Lungenembolie bezeichneten Erkrankung sein, die dann auftritt, wenn Blutgerinnsel in die Lunge

wandern.

Nierenstörungen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn sich bei Ihnen die Häufigkeit, mit der Sie Wasser

lassen müssen, verändert oder die Harnausscheidung ganz ausbleibt, da dies auf ein Nierenversagen

hinweisen kann.

Blutungen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn bei Ihnen während der Behandlung mit Sunitinib

AqVida eine der nachfolgend genannten Erscheinungen oder ein schwerwiegendes Blutungsproblem

auftritt: schmerzhafter, geschwollener Magen (Bauch); Bluterbrechen; schwarzer, zäher Stuhlgang;

blutiger Urin; Kopfschmerzen oder Veränderungen Ihres mentalen Zustands; Bluthusten oder blutiger

Auswurf aus den Lungen oder Atemwegen.

Zerstörung eines Tumors, was zu einem Loch im Darm führen kann.

Informieren Sie Ihren Arzt,

wenn Sie starke Bauchschmerzen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen oder blutigen Stuhl haben oder wenn

sich Ihre Stuhlganggewohnheiten verändern.

Weitere Nebenwirkungen von Sunitinib AqVida können sein:

Sehr häufig:

kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

verringerte Anzahl an Blutplättchen, roten Blutzellen und/oder weißen Blutzellen (z. B.

Neutrophilen)

Kurzatmigkeit

Bluthochdruck

ausgeprägte Müdigkeit, Kraftlosigkeit

Gewebeschwellungen durch Flüssigkeitseinlagerungen unter der Haut und im Bereich der

Augen, tiefer allergischer Ausschlag

Schmerzen/Reizungen im Mund, Mundtrockenheit/Entzündungen/Wund sein im Mund,

Geschmacksstörungen, Magenverstimmung, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung,

Bauchschmerzen/aufgeblähter Bauch, Verlust/Verminderung des Appetits

Verringerung der Schilddrüsenfunktion (Hypothyreose)

Schwindelgefühl

Kopfschmerzen

Nasenbluten

Rückenschmerzen, Gelenkschmerz

Schmerzen in Armen und Beinen

Gelbfärbung/Verfärbung der Haut, starke Pigmentierung der Haut, Veränderung der

Haarfarbe, Ausschlag auf den Handinnenflächen und den Fußsohlen, Hautausschlag,

Hauttrockenheit

Husten

Fieber

Einschlafprobleme

Häufig:

kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Blutgerinnsel in den Blutgefäßen

nicht ausreichende Blutzufuhr zum Herzmuskel aufgrund eines Verschlusses oder einer

Verengung von Koronararterien

Schmerzen im Brustbereich

Verringerung des vom Herzen gepumpten Blutes

Flüssigkeitsansammlungen, auch im Bereich der Lunge

Infektionen

Komplikationen durch schwerwiegende Infektionen (auftretende Infektion im Blutstrom),

welche zu Gewebeschäden, Organversagen und zum Tod führen können

niedriger Blutzuckerspiegel (siehe Abschnitt 2)

Verlust von Eiweiß über den Urin, was gelegentlich zu Schwellungen führen kann

grippeähnliches Syndrom

ungewöhnliche Bluttests, einschließlich der Enzymwerte der Bauchspeicheldrüse und der

Leber

hoher Harnsäuregehalt im Blut

Hämorrhoiden, Schmerzen im Enddarm, Zahnfleischbluten, Schluckbeschwerden oder

Unfähigkeit zu schlucken

Brennen oder Schmerzen in der Zunge, Schleimhautentzündung im Verdauungstrakt,

Gasansammlungen in Magen und Darm

Gewichtsverlust

musculoskeletale Schmerzen (Schmerzen in Muskeln und Knochen), Muskelschwäche,

Muskelermüdung, Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe

trockene Nase, verstopfte Nase

ungewöhnlich starker Tränenfluss

Empfindungsstörungen der Haut, Juckreiz, Abschuppen der Haut oder Hautentzündung,

Blasenbildung, Akne, Verfärbung der Nägel, Haarausfall

Empfindungsstörungen in den Extremitäten

ungewöhnlich starke Verminderung/Verstärkung der Empfindlichkeit, speziell bei

Berührungen

Sodbrennen

Austrocknung (Dehydratation)

Hitzewallungen

Verfärbung des Urins

Depression

Schüttelfrost

Gelegentlich:

kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

lebensbedrohliche Infektionen der Weichteilgewebe, einschließlich der Region um After und

Genitalorgane (siehe Abschnitt 2)

Schlaganfall

Herzinfarkt aufgrund einer Unterbrechung oder Verminderung der Blutzufuhr zum Herzen

Veränderungen der elektrischen Leitfähigkeit des Herzens oder ungewöhnlicher Herzschlag

Flüssigkeit rund um das Herz (Perikarderguss)

Leberversagen

Bauchschmerzen durch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Absterben des Tumors, was zu einem Durchbruch im Darm führt (Perforation)

Entzündung (Schwellung und Rötung) der Gallenblase mit oder ohne begleitende Gallensteine

krankhafte röhrenförmige Verbindung zwischen einer Körperhöhle und einer anderen

Körperhöhle oder der Haut

Schmerzen im Mund, den Zähnen und/oder im Kiefer, Schwellungen oder Geschwüre im

Mund, Taubheitsgefühl oder ein Gefühl der Schwere im Kiefer oder das Gefühl, einen Zahn

zu verlieren. Dies können Zeichen und Symptome eines Knochenschadens im Kiefer sein

(Osteonekrose), siehe Abschnitt 2.

Überproduktion von Schilddrüsenhormonen, wodurch der Ruheenergiebedarf des Körpers

erhöht wird

Wundheilungsstörungen nach Operation

erhöhte Blutwerte von Enzymen (Kreatinkinase) aus den Muskeln

überschießende Reaktion auf ein Allergen einschließlich Heuschnupfen, Hautrötungen,

juckende Haut, Nesselsucht, Schwellungen an Körperteilen und Schwierigkeiten beim Atmen

Entzündung des Dickdarms (Colitis, ischämische Colitis)

Selten:

kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen

schwere Reaktionen der Haut und/oder der Schleimhäute (Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch-

epidermale Nekrolyse, Erythema multiforme)

Tumorlyse-Syndrom (TLS) – das TLS besteht aus einer Reihe metabolischer Komplikationen,

die während einer Krebstherapie auftreten können. Diese Komplikationen werden durch die

Abbauprodukte von absterbenden Krebszellen verursacht und können die folgenden

Beschwerden einschließen: Übelkeit, Kurzatmigkeit, unregelmäßiger Herzschlag,

Muskelkrämpfe, Krampfanfälle, Verfärbung des Urins und Müdigkeit zusammen mit

ungewöhnlichen Laborergebnissen (erhöhte Kalium-, Harnsäure- und Phosphorspiegel sowie

erniedrigte Calciumspiegel im Blut), was die Nierenfunktion verändern und zu einem akuten

Nierenversagen führen kann.

ungewöhnlicher Muskelabbau, was zu Nierenproblemen führen kann (Rhabdomyolyse)

ungewöhnliche Veränderungen des Gehirns, die zu einer Reihe von Symptomen wie

Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Krampfanfällen und Sehverlust (posteriores reversibles

Enzephalopathie-Syndrom) führen können

schmerzhaftes Hautgeschwür (Pyoderma gangraenosum)

Entzündung der Leber (Hepatitis)

Entzündung der Schilddrüse

als thrombotische Mikroangiopathie (TMA) bekannte Schädigung der kleinsten Blutgefäße

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Erweiterung und Schwächung einer Blutgefäßwand oder Einriss in einer Blutgefäßwand

(Aneurysmen und Arteriendissektionen).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Sunitinib AqVida aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Flasche nach

„Verwendbar bis“ bzw. der Folie der Blisterpackung nach „Verw. bis“ angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Verwenden Sie dieses Arzneimittel nicht, wenn Sie sehen, dass diese Packung beschädigt ist

oder sie manipuliert wurde.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Sunitinib AqVida enthält

Sunitinib AqVida 12,5 mg Hartkapseln

Der Wirkstoff ist Sunitinib. Jede Kapsel enthält Sunitinib-

-malat entsprechend 12,5 mg Sunitinib.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt:

Mannitol (Ph. Eur.), Croscarmellose-Natrium, Povidon (K-25) und

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich].

Kapselhülle:

Gelatine, Eisen(III)-oxid (E172) und Titandioxid (E171).

Sunitinib AqVida 25 mg Hartkapseln

Der Wirkstoff ist Sunitinib. Jede Kapsel enthält Sunitinib-

-malat entsprechend 25 mg Sunitinib. Die

sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt:

Mannitol (Ph. Eur.), Croscarmellose-Natrium, Povidon (K-25) und

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich].

Kapselhülle:

Gelatine, Titandioxid (E171), Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172), Eisen(III)-

oxid (E172) und Eisen(II,III)-oxid (E172).

Sunitinib AqVida 37,5 mg Hartkapseln

Der Wirkstoff ist Sunitinib. Jede Kapsel enthält Sunitinib-

-malat entsprechend 37,5 mg Sunitinib.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt:

Mannitol (Ph. Eur.), Croscarmellose-Natrium, Povidon (K-25) und

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich].

Kapselhülle:

Gelatine, Titandioxid (E171), Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172).

Sunitinib AqVida 50 mg Hartkapseln

Der Wirkstoff ist Sunitinib. Jede Kapsel enthält Sunitinib-

-malat entsprechend 50 mg Sunitinib. Die

sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt:

Mannitol (Ph. Eur.), Croscarmellose-Natrium, Povidon (K-25) und

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich].

Kapselhülle:

Gelatine, Titandioxid (E171), Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172), Eisen(III)-

oxid (E172) und Eisen(II,III)-oxid (E172).

Wie Sunitinib AqVida aussieht und Inhalt der Packung

Sunitinib AqVida 12,5 mg sind Gelatine-Hartkapseln mit orangefarbenem Oberteil und

orangefarbenem Unterteil, die ein gelbes bis orangefarbenes Granulat enthalten.

Sunitinib AqVida 25 mg sind Gelatine-Hartkapseln mit karamellfarbenem Oberteil und

orangefarbenem Unterteil, die ein gelbes bis orangefarbenes Granulat enthalten.

Sunitinib AqVida 37,5 mg sind Gelatine-Hartkapseln mit gelbem Oberteil und gelbem Unterteil, die

ein gelbes bis orangefarbenes Granulat enthalten.

Sunitinib AqVida 50 mg sind Gelatine-Hartkapseln mit karamellfarbenem Oberteil und

karamellfarbenem Unterteil, die ein gelbes bis orangefarbenes Granulat enthalten.

Es ist in Kunststoffflaschen mit 30 Kapseln und in Blisterpackungen zur Abgabe von Einzeldosen mit

28 Kapseln erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

AqVida GmbH

Kaiser-Wilhelm-Str. 89

20355 Hamburg

Deutschland

Hersteller

AqVida GmbH

Kaiser-Wilhelm-Str. 89

20355 Hamburg

Deutschland

oder

Combino Pharm (Malta) Ltd.

HF 60, Hal Far Industrial Estate

Hal Far, BBG 3000

Malta

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im April 2020.

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Sunitinib AqVida 12,5 mg Hartkapseln

Sunitinib AqVida 25 mg Hartkapseln

Sunitinib AqVida 37,5 mg Hartkapseln

Sunitinib AqVida 50 mg Hartkapseln

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

12,5 mg Hartkapseln

Eine Hartkapsel enthält Sunitinib-

-malat, entsprechend 12,5 mg Sunitinib.

25 mg Hartkapseln

Eine Hartkapsel enthält Sunitinib-

-malat, entsprechend 25 mg Sunitinib.

37,5 mg Hartkapseln

Eine Hartkapsel enthält Sunitinib-

-malat, entsprechend 37,5 mg Sunitinib.

50 mg Hartkapseln

Eine Hartkapsel enthält Sunitinib-

-malat, entsprechend 50 mg Sunitinib.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel

Sunitinib AqVida 12,5 mg Hartkapseln

Gelatinekapseln mit orangefarbenem Oberteil und orangefarbenem Unterteil, die ein gelbes bis

orangefarbenes Granulat enthalten.

Sunitinib AqVida 25 mg Hartkapseln

Gelatinekapseln mit karamellfarbenem Oberteil und orangefarbenem Unterteil, die ein gelbes bis

orangefarbenes Granulat enthalten.

Sunitinib AqVida 37,5 mg Hartkapseln

Gelatinekapseln mit gelbem Oberteil und gelbem Unterteil, die ein gelbes bis orangefarbenes Granulat

enthalten.

Sunitinib AqVida 50 mg Hartkapseln

Gelatinekapseln mit karamellfarbenem Oberteil und karamellfarbenem Unterteil, die ein gelbes bis

orangefarbenes Granulat enthalten.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST)

Sunitinib wird bei Erwachsenen zur Behandlung nicht resezierbarer und/oder metastasierter maligner

gastrointestinaler Stromatumoren (GIST) eingesetzt, wenn eine Behandlung mit Imatinib wegen

Resistenz oder Unverträglichkeit fehlgeschlagen ist.

Metastasierte Nierenzellkarzinome (mRCC)

Sunitinib wird bei Erwachsenen zur Behandlung fortgeschrittener/metastasierter Nierenzellkarzinome

(mRCC) eingesetzt.

Pankreatische neuroendokrine Tumoren (pNET)

Sunitinib wird bei Erwachsenen zur Behandlung nicht resezierbarer oder metastasierter, gut

differenzierter pankreatischer neuroendokriner Tumoren (pNET) mit Krankheitsprogression

eingesetzt.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung mit Sunitinib muss von einem in der Anwendung von Krebstherapeutika erfahrenen

Arzt eingeleitet werden.

Dosierung

Bei GIST und mRCC beträgt die empfohlene Dosierung von Sunitinib 50 mg einmal täglich als orale

Gabe für 4 aufeinander folgende Wochen, gefolgt von einer 2-wöchigen Therapiepause (4/2-Schema)

und umfasst damit einen kompletten Behandlungszyklus von 6 Wochen.

Bei pNET beträgt die empfohlene Dosierung von Sunitinib 37,5 mg einmal täglich als orale Gabe

ohne geplante Therapiepause.

Dosisanpassung

Sicherheit und Verträglichkeit

Bei GIST und mRCC kann abhängig von der individuellen Sicherheit und Verträglichkeit die

Dosierung in 12,5 mg-Schritten angepasst werden. Die Tagesdosis darf dabei weder 75 mg

überschreiten noch 25 mg unterschreiten.

Bei pNET kann abhängig von der individuellen Sicherheit und Verträglichkeit die Dosierung in

12,5 mg-Schritten angepasst werden. Die in der Phase-III-pNET-Studie verabreichte Höchstdosis

betrug 50 mg täglich.

Abhängig von der individuellen Sicherheit und Verträglichkeit können Dosierungsunterbrechungen

notwendig sein.

CYP3A4-Hemmer/-Induktoren

Die gleichzeitige Gabe mit stark wirksamen CYP3A4-Induktoren, wie beispielsweise Rifampicin, muss

vermieden werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5). Wenn das nicht möglich ist, kann es erforderlich

sein, die Dosis von Sunitinib unter sorgfältiger Kontrolle der Verträglichkeit in 12,5 mg-Schritten zu

erhöhen (bis zu 87,5 mg pro Tag bei GIST und mRCC oder 62,5 mg pro Tag bei pNET).

Die gleichzeitige Gabe mit stark wirksamen CYP3A4-Hemmern, wie beispielsweise Ketoconazol, muss

vermieden werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5). Wenn das nicht möglich ist, kann es erforderlich

sein, die Dosis von Sunitinib unter sorgfältiger Kontrolle der Verträglichkeit bis zu einem Minimum

von 37,5 mg täglich bei GIST und mRCC oder 25 mg pro Tag bei pNET zu verringern.

Der Einsatz einer alternativen Begleitmedikation mit keiner oder nur einer minimalen CYP3A4-

induzierenden bzw. -hemmenden Wirkung muss erwogen werden.

Besondere Populationen

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Sunitinib bei Patienten im Alter von unter 18 Jahren ist nicht

erwiesen.

Zurzeit vorliegende Daten werden in Abschnitt 4.8, 5.1 und 5.2 beschrieben; eine

Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.

Ältere Personen

Etwa ein Drittel der Patienten, die in klinischen Studien Sunitinib erhielten, waren 65 Jahre oder älter.

Zwischen jüngeren und älteren Patienten wurden keine signifikanten Unterschiede bezüglich

Sicherheit und Wirksamkeit beobachtet.

Eingeschränkte Leberfunktion

Wenn Sunitinib bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klassen

A und B) eingesetzt wird, wird keine Anpassung der Initialdosis empfohlen. Bei Patienten mit schwer

eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse C) wurde Sunitinib nicht untersucht. Daher wird

die Anwendung von Sunitinib bei Patienten mit schwer eingeschränkter Leberfunktion nicht

empfohlen (siehe Abschnitt 5.2).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (leicht bis schwer) oder bei Patienten mit terminaler

Niereninsuffizienz, die Dialyse erhalten, ist eine Anpassung der Initialdosis nicht notwendig. Die

nachfolgenden Dosisanpassungen sollten auf der individuellen Sicherheit und Verträglichkeit basieren

(siehe Abschnitt 5.2).

Art der Anwendung

Sunitinib wird oral angewendet. Es kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Wenn eine Einnahme ausgelassen wurde, darf der Patient keine zusätzliche Dosis einnehmen. Er muss

die übliche verordnete Dosis am nächsten Tag einnehmen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die gleichzeitige Gabe mit stark wirksamen CYP3A4-Induktoren sollte vermieden werden, da sich die

Plasmakonzentration von Sunitinib verringern kann (siehe Abschnitte 4.2 und 4.5).

Die gleichzeitige Gabe mit stark wirksamen CYP3A4-Hemmern sollte vermieden werden, da sich die

Plasmakonzentration von Sunitinib erhöhen kann (siehe Abschnitte 4.2 und 4.5).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Die Patienten müssen darüber aufgeklärt werden, dass unter der Behandlung mit Sunitinib eine

Depigmentierung der Haare und der Haut auftreten kann. Weitere mögliche Auswirkungen auf die

Haut können Trockenheit, Verdickung oder Rissbildung der Haut, Blasenbildung oder Ausschlag an

der Handfläche oder den Fußsohlen umfassen.

Die oben genannten Nebenwirkungen traten nicht kumulativ auf, waren typischerweise reversibel und

führten im Allgemeinen nicht zum Therapieabbruch. Es wurden Fälle von Pyoderma gangraenosum,

generell reversibel nach Absetzen von Sunitinib, berichtet. Es wurden schwere Hautreaktionen

berichtet, einschließlich Fälle von Erythema multiforme (EM) sowie Fälle, die auf Stevens-Johnson-

Syndrom (SJS) und toxisch-epidermale Nekrolyse (TEN) hinweisen. Einige dieser Fälle verliefen

tödlich. Wenn Anzeichen oder Symptome von SJS, TEN oder EM (z. B. progredienter Hautausschlag,

oft einhergehend mit Blasenbildung oder Schleimhautläsionen) auftreten, muss die Behandlung mit

Sunitinib beendet werden. Wenn eine Diagnose von SJS oder TEN bestätigt wird, darf die Behandlung

nicht wieder aufgenommen werden. In einigen Verdachtsfällen von EM vertrugen die Patienten nach

Abklingen der Reaktion die Wiederaufnahme der Sunitinib-Therapie mit einer geringeren Dosis.

Einige dieser Patienten erhielten zusätzlich eine begleitende Behandlung mit Kortikosteroiden oder

Antihistaminika (siehe Abschnitt 4.8).

Hämorrhagie und Blutungen von Tumoren

Hämorrhagische Ereignisse, mit zum Teil tödlichen Verläufen, wurden in klinischen Studien zu

Sunitinib und im Zuge der Marktüberwachung berichtet. Diese schlossen Blutungen des

Gastrointestinaltrakts, der Atemwege, der Harnwege und des Gehirns ein (siehe Abschnitt 4.8).

Die routinemäßige Abklärung von Blutungsereignissen sollte auch ein Differenzialblutbild sowie eine

körperliche Untersuchung umfassen.

Nasenbluten war die häufigste hämorrhagische Nebenwirkung und betraf rund die Hälfte der

hämorrhagischen Ereignisse bei Patienten mit soliden Tumoren. Einige dieser Ereignisse von

Nasenbluten wurden als schwer eingestuft, sie nahmen jedoch nur sehr selten einen tödlichen Verlauf.

Ereignisse von Tumorhämorrhagie, einige Male verbunden mit Tumornekrose, wurden berichtet;

einige dieser hämorrhagischen Ereignisse waren tödlich.

Eine Tumorhämorrhagie kann plötzlich auftreten und sich im Falle von Lungentumoren als schwere,

lebensbedrohliche Hämoptyse oder pulmonale Hämorrhagie manifestieren. In klinischen Studien und

aus Erfahrungen nach Markteinführung wurden Fälle von pulmonaler Hämorrhagie, einige mit

tödlichem Ausgang, bei Patienten berichtet, die mit Sunitinib bei mRCC, GIST und Lungenkrebs

behandelt wurden. Für die Anwendung bei Patienten mit Lungenkrebs ist Sunitinib nicht zugelassen.

Bei Patienten, die eine gleichzeitige Behandlung mit Antikoagulanzien erhalten (z. B. Warfarin,

Acenocoumarol), sollten regelmäßig Differenzialblutbild (Thrombozyten) und Gerinnungsfaktoren

(PT/INR) bestimmt werden sowie eine körperliche Untersuchung erfolgen.

Gastrointestinale Erkrankungen

Die am häufigsten berichteten gastrointestinalen Nebenwirkungen waren Diarrhö, Übelkeit/Erbrechen,

Bauchschmerzen, Dyspepsie und Stomatitis/Schmerzen im Mundbereich; Fälle von Ösophagitis

wurden ebenfalls berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Unterstützende Maßnahmen bei behandlungsbedürftigen gastrointestinalen Nebenwirkungen können

auch die Gabe eines Antiemetikums, eines Antidiarrhoikums oder eines Antazidums einschließen.

Bei Patienten, die wegen intraabdominaler Malignome mit Sunitinib behandelt wurden, wurden

schwerwiegende gastrointestinale Komplikationen, einschließlich gastrointestinaler Perforationen,

berichtet, manchmal auch mit tödlichem Verlauf.

Hypertonie

Hypertonie, einschließlich schwere Hypertonie (> 200 mmHg systolisch oder 110 mmHg diastolisch),

wurde in Verbindung mit Sunitinib berichtet. Die Patienten müssen bezüglich des Auftretens einer

Hypertonie überwacht und adäquat geführt werden. Bei Patienten mit schwerer Hypertonie, die nicht

medikamentös eingestellt sind, wird ein vorübergehendes Aussetzen der Behandlung empfohlen.

Sobald die Hypertonie angemessen unter Kontrolle ist, kann die Behandlung wieder aufgenommen

werden (siehe Abschnitt 4.8).

Hämatologische Erkrankungen

Eine Verminderung der Neutrophilenzahl und Verminderung der Thrombozytenzahl wurde in

Verbindung mit Sunitinib berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die oben genannten Erscheinungen traten

nicht kumulativ auf, waren typischerweise reversibel und führten im Allgemeinen nicht zum

Therapieabbruch. Keines dieser Ereignisse in den Phase-III-Studien nahm einen tödlichen Verlauf. Im

Zuge der Marktüberwachung wurde jedoch in seltenen Fällen von hämatologischen Ereignissen mit

tödlichem Ausgang berichtet, einschließlich mit Thrombozytopenie und neutropenischen Infektionen

assoziierten Blutungen.

Es wurde sowohl früh als auch spät während der Behandlung mit Sunitinib das Auftreten einer

Anämie beobachtet.

Bei Patienten, die mit Sunitinib behandelt werden, muss zu Beginn jedes Behandlungszyklus ein

Differenzialblutbild erhoben werden (siehe Abschnitt 4.8).

Herzerkrankungen

Kardiovaskuläre Ereignisse einschließlich Herzinsuffizienz, Kardiomyopathie, Verringerung der

linksventrikulären Ejektionsfraktion unter den unteren Normalwert, Myokarditis, myokardiale

Ischämie und Myokardinfarkt, mit zum Teil tödlichen Verläufen, wurden bei mit Sunitinib

behandelten Patienten berichtet. Diese Daten deuten an, dass Sunitinib das Risiko von

Kardiomyopathie erhöht. Bei den behandelten Patienten wurden außer den arzneimittelspezifischen

Effekten keine weiteren Risikofaktoren für eine Sunitinib-induzierte Kardiomyopathie identifiziert.

Sunitinib sollte bei Patienten, bei denen ein Risiko für diese Ereignisse besteht oder bei denen diese

Ereignisse in der Anamnese vorliegen, mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.8).

Von allen klinischen Studien mit Sunitinib ausgeschlossen waren Patienten, bei denen es während der

letzten 12 Monate zu kardialen Ereignissen gekommen war. Diese umfassten Myokardinfarkt

(einschließlich schwerer/instabiler Angina pectoris), Bypass-Operationen an den Koronararterien oder

peripheren Arterien, symptomatische dekompensierte Herzinsuffizienz, Schlaganfall oder transitorische

ischämische Attacke sowie Lungenembolie. Es ist nicht bekannt, ob Patienten mit diesen begleitenden

Beschwerden einem höheren Risiko ausgesetzt sind, eine Sunitinib-bezogene linksventrikuläre

Dysfunktion zu entwickeln.

Die Ärzte sind aufgefordert, dieses Risiko gegen den möglichen Nutzen von Sunitinib abzuwägen.

Wenn Patienten Sunitinib erhalten, müssen sie engmaschig bezüglich klinischer Anzeichen und

Symptome einer dekompensierte Herzinsuffizienz überwacht werden. Dies gilt insbesondere für

Patienten mit kardialen Risikofaktoren und/ oder einer Erkrankung der Koronararterien. Während der

Patient Sunitinib erhält, muss darüber hinaus zu Behandlungsbeginn und in regelmäßigen Abständen

eine Messung der LVEF in Erwägung gezogen werden. Bei Patienten ohne kardiale Risikofaktoren

muss zu Behandlungsbeginn eine Bestimmung der Ejektionsfraktion erwogen werden.

Beim Auftreten klinischer Zeichen einer dekompensierten Herzinsuffizienz wird empfohlen, Sunitinib

abzusetzen. Bei Patienten ohne klinische Zeichen einer dekompensierten Herzinsuffizienz, aber mit

einer Ejektionsfraktion < 50 % und einer Abnahme > 20 % unter den Ausgangswert muss die Gabe von

Sunitinib unterbrochen und/oder die Dosis reduziert werden.

Verlängerung des QT-Intervalls

Bei Sunitinib behandelten Patienten wurden Verlängerungen des QT-Intervalls und Torsade de pointes

beobachtet. Eine Verlängerung des QT-Intervalls kann zu einem erhöhten Risiko für ventrikuläre

Arrhythmien einschließlich Torsade de pointes führen.

Bei Patienten mit einer Verlängerung des QT-Intervalls in der Anamnese, bei Patienten, die

Antiarrhythmika oder andere Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern können, einnehmen, oder

bei Patienten mit gravierenden vorbestehenden Herzkrankheiten, Bradykardie oder

Elektrolytstörungen, darf Sunitinib nur mit Vorsicht angewendet werden. Die gleichzeitige Gabe von

Sunitinib zusammen mit stark wirksamen CYP3A4-Hemmern sollte wegen einer möglichen Erhöhung

der Plasmakonzentration von Sunitinib nur in Ausnahmefällen durchgeführt werden (siehe Abschnitte

4.2, 4.5 und 4.8).

Venöse thromboembolische Ereignisse

In Patienten, die Sunitinib erhielten, wurden behandlungsbedingte venöse thromboembolische

Ereignisse berichtet, einschließlich tiefer Venenthrombosen und Lungenembolien (siehe

Abschnitt 4.8). Im Zuge der Marktüberwachung wurden Fälle von Lungenembolien mit tödlichem

Ausgang beobachtet.

Arterielle thromboembolische Ereignisse

Es wurden Fälle arterieller thromboembolischer Ereignisse (ATE), gelegentlich tödlich, bei mit

Sunitinib behandelten Patienten berichtet. Die häufigsten Ereignisse schlossen Schlaganfall,

transitorische ischämische Attacke und zerebralen Infarkt ein. Zusätzlich zur zugrundeliegenden

Krankheit und einem Alter ≥ 65 Jahre schlossen die mit ATE assoziierten Risikofaktoren Hypertonie,

Diabetes mellitus und vorherige thromboembolische Erkrankung ein.

Aneurysmen und Arteriendissektionen

Die Verwendung von VEGF-Signalweg-Hemmern bei Patienten mit oder ohne Hypertonie kann die

Entstehung von Aneurysmen und/oder Arteriendissektionen begünstigen. Vor Beginn der Behandlung

mit Sunitinib sollte dieses Risiko bei Patienten mit Risikofaktoren wie Hypertonie oder Aneurysmen

in der Vorgeschichte sorgfältig abgewogen werden.

Thrombotische Mikroangiopathie (TMA)

Eine Diagnose von TMA, einschließlich thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP) und

hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS), die mitunter zu Nierenversagen oder tödlichem Ausgang

führen, sollte erwogen werden, falls hämolytische Anämie, Thrombozytopenie, Erschöpfung,

fluktuierende neurologische Symptome, eingeschränkte Nierenfunktion und Fieber auftreten. Bei

Patienten, die eine TMA entwickeln, sollte die Sunitinib-Therapie abgebrochen und eine Behandlung

der TMA unmittelbar eingeleitet werden. Nach Therapieabbruch wurde eine Aufhebung der Effekte

der TMA beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).

Veränderungen der Schilddrüsenfunktion

Es wird eine Eingangsuntersuchung der Schilddrüsenfunktion bei allen Patienten empfohlen. Bei

Patienten mit vorbestehender Hypothyreose oder Hyperthyreose muss vor Behandlungsbeginn mit

Sunitinib eine Therapie nach den gängigen medizinischen Standards durchgeführt werden. Während

der Behandlung mit Sunitinib ist eine regelmäßige Überwachung der Schilddrüsenfunktion alle

3 Monate notwendig. Zusätzlich müssen die Patienten während der Behandlung mit Sunitinib

engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Schilddrüsendysfunktion hin kontrolliert werden.

Falls klinisch angezeigt, müssen bei Patienten, die während der Behandlung Anzeichen und/oder

Symptome entwickeln, die auf eine Schilddrüsendysfunktion hinweisen, die Laborwerte zur

Schilddrüsenfunktion überprüft werden. Patienten, die eine Schilddrüsendysfunktion entwickeln,

sollten nach den gängigen medizinischen Standards behandelt werden.

Das Auftreten von Hypothyreose wurde sowohl früh als auch spät während der Behandlung mit

Sunitinib beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).

Pankreatitis

Bei mit Sunitinib behandelten Patienten mit unterschiedlichen soliden Tumoren wurde ein Anstieg der

Aktivität von Serumlipase und -amylase beobachtet. Bei den Patienten mit unterschiedlichen soliden

Tumoren waren die Erhöhungen der Lipaseaktivität vorübergehend und verliefen im Allgemeinen

ohne Begleitsymptome einer Pankreatitis (siehe Abschnitt 4.8).

Es wurden Fälle von schwerwiegenden Pankreas-Ereignissen mit zum Teil tödlichem Verlauf

berichtet. Wenn Symptome einer Pankreatitis auftreten, müssen die Patienten Sunitinib absetzen und

einer angemessenen medizinischen Behandlung zugeführt werden.

Hepatotoxizität

Hepatotoxizität wurde bei Patienten beobachtet, die mit Sunitinib behandelt wurden. Fälle von

Leberversagen, einige mit tödlichem Ausgang, wurden bei < 1 % der Patienten mit soliden Tumoren

beobachtet, die mit Sunitinib behandelt wurden. Überwachen Sie die Leberfunktionstests (Alanin-

Aminotransferase [ALT], Aspartat-Aminotransferase [AST], Bilirubinspiegel) vor

Behandlungsbeginn, während jedes Therapiezyklus und wenn klinisch indiziert. Wenn Zeichen oder

Symptome eines Leberversagens auftreten, muss Sunitinib abgesetzt und eine angemessene

medizinische Behandlung durchgeführt werden (siehe Abschnitt 4.8).

Nierenfunktion

Fälle von eingeschränkter Nierenfunktion, Nierenversagen und/oder akutem Nierenversagen, in

einigen Fällen mit tödlichem Ausgang, wurden berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Zusätzlich zum zugrundeliegenden RCC schlossen die mit eingeschränkter

Nierenfunktion/Nierenversagen assoziierten Risikofaktoren bei Patienten, die Sunitinib erhielten,

höheres Alter, Diabetes mellitus, zugrunde liegende eingeschränkte Nierenfunktion, Herzinsuffizienz,

Hypertonie, Sepsis, Dehydratation/Hypovolämie und Rhabdomyolyse ein.

Bei Patienten mit moderater bis ausgeprägter Proteinurie wurde die Sicherheit einer Langzeittherapie

mit Sunitinib nicht systematisch untersucht.

Es wurden Fälle von Proteinurie und seltene Fälle von nephrotischem Syndrom berichtet. Es wird

empfohlen, vor Behandlungsbeginn eine Urinanalyse vorzunehmen, und die Patienten sollten

hinsichtlich des Auftretens oder der Verschlechterung einer Proteinurie überwacht werden. Bei

Patienten mit nephrotischem Syndrom ist Sunitinib abzusetzen.

Fisteln

Beim Auftreten von Fisteln sollte die Therapie mit Sunitinib unterbrochen werden. Die Erfahrungen

über die fortgeführte Anwendung von Sunitinib bei Patienten mit Fisteln sind begrenzt (siehe

Abschnitt 4.8).

Eingeschränkte Wundheilung

Während der Sunitinib-Therapie wurden Fälle von eingeschränkter Wundheilung berichtet.

Es wurden keine formalen klinischen Studien zum Effekt von Sunitinib auf die Wundheilung

durchgeführt. Wenn Patienten einem größeren chirurgischen Eingriff unterzogen werden, wird eine

zeitweise Unterbrechung der Sunitinib-Therapie als Vorsichtsmaßnahme empfohlen. Es besteht

begrenzte klinische Erfahrung hinsichtlich der zeitlichen Abstimmung der Wiederaufnahme der

Therapie nach einem größeren chirurgischen Eingriff. Daher sollte die Entscheidung, die Sunitinib-

Therapie nach einem größeren chirurgischen Eingriff wieder aufzunehmen, auf der klinischen

Bewertung der Erholung vom chirurgischen Eingriff abhängen.

Osteonekrose des Kiefers

Es wurden Fälle von Osteonekrose des Kiefers bei Patienten berichtet, die mit Sunitinib behandelt

wurden. In der Mehrzahl der Fälle wurde von Patienten berichtet, die zuvor oder begleitend eine

Behandlung mit intravenösen Bisphosphonaten erhielten, für die die Kieferosteonekrose als Risiko

identifiziert ist. Daher ist Vorsicht geboten, wenn Sunitinib und intravenöse Bisphosphonate entweder

gleichzeitig oder aufeinanderfolgend gegeben werden.

Invasive dentale Eingriffe sind ebenfalls als Risikofaktor identifiziert. Vor der Behandlung mit

Sunitinib sollte der Zahnstatus untersucht und entsprechende präventive Zahnheilkunde erwogen

werden. Bei Patienten, die zuvor oder aktuell intravenöse Bisphosphonate erhalten, sollten invasive

dentale Eingriffe nach Möglichkeit vermieden werden (siehe Abschnitt 4.8).

Überempfindlichkeit/Angioödeme

Bei Auftreten von Angioödemen durch Überempfindlichkeit sollte die Sunitinib-Therapie

unterbrochen und eine Behandlung nach den gängigen medizinischen Standards durchgeführt werden

(siehe Abschnitt 4.8).

Epileptische Anfälle

In klinischen Studien und aus Erfahrungen durch Marktüberwachung von Sunitinib wurden

epileptische Anfälle berichtet. Patienten mit epileptischen Anfällen und Zeichen oder Symptomen, die

auf ein posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) hinweisen (z. B. Hypertonie,

Kopfschmerzen, verminderte Aufmerksamkeit, veränderte mentale Funktionen und Verlust des

Sehvermögens einschließlich kortikaler Blindheit), müssen medizinisch überwacht werden,

einschließlich einer Kontrolle des Bluthochdrucks. Ein vorübergehendes Absetzen von Sunitinib wird

empfohlen. Nach einer Rückbildung kann die Behandlung nach Ermessen des behandelnden Arztes

wieder aufgenommen werden (siehe Abschnitt 4.8).

Tumorlyse-Syndrom (TLS)

In klinischen Studien und aus Erfahrungen durch Marktüberwachung von Sunitinib wurden bei

Patienten, die mit Sunitinib behandelt wurden, Fälle von TLS berichtet, einige davon tödlich. Die

Risikofaktoren für TLS schließen eine hohe Tumorlast, vorbestehende chronische Niereninsuffizienz,

Oligurie, Dehydratation, Hypotonie und Azidurie ein. Diese Patienten sollten engmaschig überwacht

und wie klinisch indiziert behandelt werden; prophylaktische Hydratation sollte erwogen werden.

Infektionen

Schwere Infektionen, mit oder ohne Neutropenie, einschließlich einiger mit tödlichem Ausgang

wurden berichtet. In seltenen Fällen wurde über nekrotisierende Fasziitis, mit Beteiligung des

Perineums mit manchmal tödlichem Verlauf berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Bei Patienten, die eine nekrotisierende Fasziitis entwickeln, sollte die Sunitinib-Therapie abgebrochen

und sofort eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.

Hypoglykämie

Während der Behandlung mit Sunitinib wurden Verringerungen des Blutzuckers berichtet, die in

einigen Fällen klinisch symptomatisch waren und einen Krankenhausaufenthalt aufgrund von

Bewusstseinsverlust erforderlich machten. Im Falle einer symptomatischen Hypoglykämie sollte die

Sunitinib-Behandlung vorübergehend unterbrochen werden. Bei Diabetes-Patienten sollten die

Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrolliert werden, um abschätzen zu können, ob zur Minimierung des

Risikos von Hypoglykämien die Antidiabetika-Dosierung angepasst werden muss (siehe

Abschnitt 4.8).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

Arzneimittel, die die Plasmakonzentration von Sunitinib erhöhen können

Auswirkungen von CYP3A4-Hemmern

Die gleichzeitige Gabe einer Einzeldosis Sunitinib zusammen mit dem stark wirksamen CYP3A4-

Hemmer Ketoconazol erhöhte bei gesunden Probanden die gemeinsame Maximalkonzentration (C

von Sunitinib und seinem primären Metaboliten um 49 % und die Fläche unter der Kurve (AUC

0-∞

um 51 %

Die Gabe von Sunitinib zusammen mit stark wirksamen CYP3A4-Hemmern (z. B. Ritonavir,

Itraconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Grapefruitsaft) kann die Konzentrationen von Sunitinib

erhöhen.

Die Kombination mit CYP3A4-Hemmern muss daher vermieden oder eine alternative Komedikation

mit keinem oder nur geringem Potenzial für eine CYP3A4-Hemmung erwogen werden.

Wenn das nicht möglich ist, kann es erforderlich sein, die Dosis von Sunitinib unter sorgfältiger

Kontrolle der Verträglichkeit bis zu einem Minimum von 37,5 mg täglich bei GIST und mRCC oder

25 mg täglich bei pNET zu verringern (siehe Abschnitt 4.2).

Auswirkungen von BCRP (Breast Cancer Resistance Protein)-Hemmern

Zu den Wechselwirkungen zwischen Sunitinib und BCRP-Hemmern stehen begrenzte klinische Daten

zur Verfügung und die Möglichkeit von Wechselwirkungen zwischen Sunitinib und anderen BCRP-

Hemmern kann nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 5.2).

Arzneimittel, die die Plasmakonzentration von Sunitinib verringern können

Auswirkungen von CYP3A4-Induktoren

Die gleichzeitige Gabe

einer Einzeldosis

Sunitinib zusammen mit dem CYP3A4-Induktor Rifampicin

verringerte bei gesunden Probanden die gemeinsame C

von Sunitinib und seinem primären

Metaboliten um 23 % und die AUC

0-∞

um 46 %.

Die Gabe von Sunitinib zusammen mit stark wirksamen CYP3A4-Induktoren (z. B. Dexamethason,

Phenytoin, Carbamazepin, Rifampicin, Phenobarbital oder pflanzliche Produkten, die Johanniskraut

[Hypericum perforatum] enthalten) kann die Konzentrationen von Sunitinib verringern. Die

Kombination mit CYP3A4-Induktoren muss daher vermieden oder eine alternative Komedikation mit

keinem oder nur geringem Potenzial für eine CYP3A4-Induktion erwogen werden. Wenn das nicht

möglich ist, kann es erforderlich sein, die Dosierung von Sunitinib unter sorgfältiger Kontrolle der

Verträglichkeit in 12,5 mg-Schritten bis zu 87,5 mg pro Tag bei GIST und mRCC oder 62,5 mg pro

Tag bei pNET zu erhöhen (siehe Abschnitt 4.2).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen

Frauen im gebärfähigen Alter müssen angehalten werden, während der Behandlung mit Sunitinib eine

ausreichende Kontrazeption anzuwenden und nicht schwanger zu werden.

Schwangerschaft

Es liegen keine Studien mit Sunitinib bei schwangeren Frauen vor. Tierexperimentelle Studien haben

eine Reproduktionstoxizität, einschließlich fetaler Missbildungen, gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Sunitinib darf während der Schwangerschaft oder bei Frauen ohne ausreichende Kontrazeption nicht

angewendet werden, es sei denn, der mögliche Nutzen rechtfertigt ein eventuelles Risiko für den

Fetus. Wenn Sunitinib während der Schwangerschaft gegeben wird oder wenn die Patientin schwanger

wird, während sie mit Sunitinib behandelt wird, muss die Patientin über das mögliche Risiko für den

Fetus aufgeklärt werden.

Stillzeit

Sunitinib und/oder seine Metaboliten werden bei Ratten in der Milch ausgeschieden. Es ist nicht

bekannt, ob Sunitinib oder sein primärer aktiver Metabolit beim Menschen in die Muttermilch

übergeht. Da Wirkstoffe häufig in der Muttermilch ausgeschieden werden und wegen des Potenzials

schwerer Nebenwirkungen beim gestillten Säugling, dürfen Frauen nicht stillen, solange sie Sunitinib

einnehmen.

Fertilität

Aufgrund präklinischer Ergebnisse besteht die Möglichkeit, dass die männliche und weibliche

Fruchtbarkeit durch eine Behandlung mit Sunitinib beeinträchtigt wird (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Sunitinib hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen. Die Patienten müssen über ein mögliches Auftreten von Schwindel unter der Behandlung

mit Sunitinib informiert werden.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die schwersten Nebenwirkungen, einige davon tödlich, in Verbindung mit Sunitinib sind

Nierenversagen, Herzinsuffizienz, Lungenembolie, gastrointestinale Perforation und Hämorrhagie

(z. B. Atemwegs-, Gastrointestinaltrakt-, Tumor-, Harnwegs- oder Gehirnblutungen). Die häufigsten

Nebenwirkungen jeden Grades (bei Patienten in mRCC-, GIST und pNET-Zulassungsstudien)

schlossen verminderten Appetit, Beeinträchtigung des Geschmackssinns, Hypertonie, Erschöpfung,

gastrointestinale Störungen (z. B. Diarrhö, Übelkeit, Stomatitis, Dyspepsie und Erbrechen),

Verfärbung der Haut und palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom ein. Diese Symptome können

bei fortgesetzter Behandlung abnehmen. Während der Behandlung kann sich eine Hypothyreose

entwickeln. Hämatologische Störungen (z. B. Neutropenie, Thrombozytopenie und Anämie) gehören

zu den häufigsten Nebenwirkungen.

Ereignisse mit tödlichem Ausgang, die über die in Abschnitt 4.4 oder in Abschnitt 4.8 genannten

hinausgehen und möglicherweise auf Sunitinib zurückzuführen waren, umfassten u. a.

Multiorganversagen, disseminierte intravasale Koagulopathie, peritoneale Blutungen,

Nebenniereninsuffizienz, Pneumothorax, Schock und plötzlichen Tod.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Nebenwirkungen, die bei Patienten mit GIST, mRCC und mit pNET, in einem Datenset von

7115 Patienten zusammengefasst, berichtet wurden, sind in der folgenden Tabelle nach Organklasse,

Häufigkeit und Schweregrad (NCI-CTCAE) aufgeführt. Nebenwirkungen, die in klinischen Studien

nach Markteinführung identifiziert wurden, sind ebenfalls eingeschlossen. Innerhalb jeder

Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Die genannten Häufigkeiten entsprechen folgenden Inzidenzen: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100,

< 1/10), gelegentlich (≥ 1/1000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1000), sehr selten (< 1/10 000), nicht

bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Tabelle 1

Nebenwirkungen in klinischen Studien

Systemorgan-

klasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht bekannt

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Virusinfek-

tionen

Atemwegs-

infektionen

Abszess

Pilzinfektionen

Harnwegs-

infektion

Hautinfektion

Sepsis

Nekrotisierende

Fasziitis*

Bakterielle

Infektionen

Erkrankungen

des Blutes und

des Lymph-

systems

Neutropenie

Thrombozyto-

penie

Anämie

Leukopenie

Lymphopenie

Panzytopenie

Thrombotische

Mikroangio-

pathie

Erkrankungen

des Immun-

systems

Überempfind-

lichkeit

Angioödem

Endokrine

Erkrankungen

Hypothyreose

Hyperthyreose

Thyroiditis

Stoffwechsel-

und

Ernährungs-

störungen

Appetit

vermindert

Dehydratation

Hypoglykämie

Tumorlyse-

Syndrom*

Psychiatrische

Erkrankungen

Schlaflosigkeit

Depression

Erkrankungen

des Nerven-

systems

Schwindel-

gefühl

Kopfschmerz

Beeinträchti-

gung des

Geschmacks-

sinns

Periphere

Neuropathie

Parästhesie

Hypästhesie

Hyperästhesie

Hirnblutung*

Schlaganfall*

Transitorische

ischämische

Attacke

Posteriores

reversibles

Enzephalo-

pathie-

Syndrom*

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