Sulfure de Rhénium (186Re)-RE-186-MM-1 Cis bio International Fahrwerk

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Kaufe es jetzt

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
rhenii(186-Re) sulfidum zum Kalibrierungszeitpunkt
Verfügbar ab:
b.e.imaging.ag
ATC-Code:
V10AX05
INN (Internationale Bezeichnung):
rhenii(186-Re) sulfidum to the calibration time
Darreichungsform:
Fahrwerk
Zusammensetzung:
rhenii(186-Re) sulfidum zum Kalibrierungszeitpunkt 148-370 MBq, Gelatine, Säure hydrochloridum oder natrii hydroxidum, Säure ascorbicum, Wasser ad iniectabilia q.s. zu einer suspension pro 1 ml Endwerte. Natrium-12.1 - 12.7 mg.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Radiopharmazeutika
Therapiebereich:
Radiosynoviorthese mittelgrosser Gelenke nach Versagen konventioneller Behandlungen
Zulassungsnummer:
51705
Berechtigungsdatum:
1999-07-20

Dokumente in anderen Sprachen

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-10-2014

Fachinformation

Transferiert von Solumedics GmbH

Rhenium (186Re)-Sulfid, Cis Bio international

Kolloidale Suspension zur intraartikulären Injektion, RE-186-MM1

Zusammensetzung

Wirkstoff

Rhenii (186-Re) sulfidum

Hilfsstoffe

Gelatina, Antiox.: E 300, Aqua q.s. ad suspensionem pro 1 ml.

Spezifikationen

Reinheit des Radionuklids

≥ 99 % 186Re, ≤ 1 % 188Re und 184Re

Radiochemische Reinheit

> 95 %

Mittlere Partikelgrösse

zwischen 50 und 500 nm

Gehalt an löslichen Komplexen ≤ 1 %

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Gebrauchsfertiges radiotherapeutisches Produkt für direkte Anwendung.

Intraartikulär injizierbare kolloidale Suspension mit pH zwischen 3,5 und 5,5.

Jeder Milliliter enthält am Kalibrationsdatum 148 bis 370 MBq Rhenium (186Re)-Sulfid.

Indikationen / Anwendungsmöglichkeiten

Synoviorthese der mittleren und grossen Gelenke bei Patienten, die auf eine lokale Behandlung mit

Glukokortikoiden nicht ansprechen, insbesondere bei Mono- oder Oligoarthritiden im Rahmen

chronisch-entzündlicher rheumatischer Erkrankungen, vor allem rheumatoider Arthritis; bei

Hämophilie-bedingter Arthropathie und chronischer Arthropathie durch Chondrokalzinose.

Dosierung / Anwendung

Streng intra-artikuläre Applikation

Die applizierte Aktivität muss dem zu behandelnden Gelenktyp angepasst werden:

- 74 MBq für Schulter, Ellbogen, Hand- und Sprunggelenk

- 111 MBq für die Hüfte

Es ist möglich, mehrere Synoviorthesen gleichzeitig oder hintereinander durchzuführen, sofern eine

Gesamtaktivität von 370 MBq beim einzelnen Patienten nicht überschritten wird.

Bei ungenügender oder fehlender Wirksamkeit kommt eine erneute Injektion in das gleiche Gelenk

nicht vor Ablauf von mindestens 6 Monaten in Betracht. Nach zwei erfolglosen Anwendungen darf

keine weitere Synoviorthese vorgenommen werden.

Pädiatrie

Die Sicherheit und die Wirksamkeit in der Pädiatrie sind bisher nicht ausreichend dokumentiert. Die

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen vor dem Verschwinden des Epiphysenfugenknorpels ist

kontraindiziert (siehe Kontraindikationen).

Anwendungsweise

Die Injektion muss streng intra-artikulär erfolgen, um eine Radionekrose durch Rückfliessen des

radioaktiven Produkts aus der Punktionstelle zu vermeiden. Eine arthrographische Kontrolle sowie

streng aseptische Bedingungen sind unerlässlich.

Es wird empfohlen, die Injektion wie folgt vorzunehmen:

-Lokalanästhesie, z.B. mit 1 % oder 2 % Xylocain.

-Vollständige Entleerung eines etwa vorhandenen Gelenkergusses.

-Intra-artikuläre Injektion der kolloidalen Suspension von Rhenium (186Re)-Sulfid.

-Vor dem Zurückziehen der Kanüle injiziert man ein wasserlösliches Glukokortikoid (z.B.

Hydrocortison oder Prednisolonacetat) ins Gelenk, um die lokale Entzündung und synoviale

Permeabilität zu verringern und gleichzeitig die Kanüle zu spülen, damit es nicht zum Rückfliessen

des radioaktiven Produkts und lokaler Radionekrose kommt. Das Spülen der Kanüle kann auch mit

physiologischem Serum erfolgen. Für die Dosierung des Kortikosteroids ist die Fachinformation des

verwendeten Präparats massgeblich.

-Um die extra-artikuläre Diffusion des Isotops zu begrenzen, erfolgt eine Ruhigstellung des Gelenks

während 3 Tagen und zwar an der oberen Gliedmasse durch Schienung und an der unteren

Gliedmasse mittels Bettruhe.

Erfolgte die intra-artikuläre Injektion unter guten Bedingungen, so überschreitet der Anteil der

Gesamtdosis, welcher in den extra-artikulären Raum diffundiert, 10 % nicht (siehe „Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen").

Strahlenexposition

Theoretisch lässt sich die vom Zielorgan – der Synovialmembran – aufgenommene Dosis berechnen.

Die absorbierte Dosis hängt nicht nur vom Radioisotop und der applizierten Radioaktivität ab,

sondern auch von der Grösse und Form des Gelenks sowie der synovialen Oberfläche. Die

radioaktiven Partikel werden in den ersten Stunden nach der Injektion von der Synovialis aus der

Gelenkflüssigkeit aufgenommen und die Art Ihrer Verteilung ist bei den einzelnen Patienten sehr

unterschiedlich (siehe „Pharmakokinetik").

Die absorbierten Dosen können mit Hilfe der untenstehenden Dosimetrietabelle abgeschätzt werden.

Diese absorbierten Dosen wurden mit Hilfe einer Modellisierung (OLINIDA/ICRP 53) geschätzt.

Tabelle 1: Von den Organen absorbierte Dosen (µGy/MBq injiziert) und effektive Dosis (µSv/MBq

injiziert

Zielorgan

Absorbierte Dosis

µGy/MBq /%

Diffusion

Absorbierte Dosis nach Injektion von 74 MBq und mit

Diffusion von 10 % mGy

Milz

137,00

101,00

Leber

92,50

68,00

Knochenmark

15,90

11,80

Knochenoberfläche

9,86

7,30

Uterus

0,21

0,15

Ovarien

0,22

0,16

Testes

0,18

0,13

Nieren

0,41

0,31

Andere Organe

< 1,00

< 0,74

Gesamter Körper

3,48

2,60

µSv/MBq/%

Diffusion

Effektive Dosis

10,20

7.50

Nach intra-artikulärer Injektion von 74 MBq beträgt bei Annahme einer 10 %-igen extra-artikulären

Diffusion die effektive Dosis bei einem 70 kg schweren Erwachsenen 7,5 mSv (10,2 µsv/MBq/%

extra-artikuläre Diffusion, siehe Tabelle 1).

Bei Injektion in das Hüftgelenk führt die vom kolloidalen Rhenium (186Re)-Sulfid herrührende

Gammastrahlung aufgrund ihrer anatomischen Nähe zu einer Bestrahlung der Gonaden.

Nach Injektion von 111 MBq beträgt bei Annahme einer 10 %-igen extra-artikulären Diffusion die

effektive Dosis bei einem 70 kg schweren Erwachsenen 11,8 mSv (10,2 µsv/MBq/% extra-artikuläre

Diffusion). Diese Dosis entsteht durch die zusätzliche Bestrahlung der Gonaden aufgrund der

Gammastrahlung aus der Hüfte bei Anwendung des biologischen Gewichtungsfaktors gemäss

ICRP60 (siehe Tabelle 2).

Die Bestrahlung der regionalen Lymphknoten variiert in Abhängigkeit von der in den

Lymphkreislauf entwichenen Aktivitätsmenge und der Anzahl der Lymphknoten, die die

Radioaktivität fixiert haben. Die Bestrahlung kann daher bei einer intra-artikulären Injektion von

111 MBq Rhenium (186Re)-Sulfid und einer 3 %-igen Fixierung in den Lymphknoten von 78 Gy

(ein fixierender Lymphknoten) bis 20 Gy (4 fixierende Lymphknoten) variieren.

Tabelle 2: Von den Organen absorbierte Dosen (µGy/MBq injiziert) und effektive Dosis (µSv/MBq

injiziert) nach Injektion in das Hüftgelenk.

Zielorgan

Absorbierte

Dosis

µGy/MBq /%

Diffusion

Absorbierte Dosis nach Injektion von 111 MBq und mit 10 %

Diffusion unter Berücksichtigung der zusätzlichen

Gammabestrahlung der Gonaden ausgehend vom Hüftgelenk

Milz

137,00

152,00

Leber

92,50

103,00

Knochenmark

15,90

17,60

Knochenoberfläche 9,86

10,90

Uterus

0,21

0,23

Ovarien

0,22

2,80

Testes

0,18

2,80

Nieren

0,41

0,46

Andere Organe

< 1,00

< 1,10

Gesamter Körper

3,48

3,90

µSv/MBq/%

Diffusion

Effektive Dosis

10,20

11,80

Es muss festgehalten werden, dass diese Werte darauf beruhen, dass die erwähnten

Vorsichtsmassnahmen in der Rubrik “Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“ eingehalten

wurden, sowie eine adäquate Ruhigstellung durchgeführt wurde.

Im schlimmsten Fall könnte ein Verzicht auf eine Ruhigstellung des behandelten Gelenks zu einer

Bestrahlung der regionalen Lymphknoten führen, die mit der im behandelten Gelenk beobachteten

Bestrahlung identisch ist, was eine relativ starke Bestrahlung der Lymphozyten bewirken würde.

Kontraindikationen

-Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem Hilfsstoff

-Jegliche nicht intra-artikuläre Injektion

-Infektiöse Arthritis

-Ruptur einer Synovialzyste

-Kinder und Jugendliche vor dem Verschwinden des Epiphysenfugenknorpels

-Schwangerschaft

-Stillzeit

In der Hüfte ist wegen der Möglichkeit einer Hüftkopfnekrose nach lokaler Injektion unabhängig

vom verwendeten Präparat die Kombination von Rhenium-186-Sulfid mit einem mikrokristallinen

Retard-Kortikoid wie Triamcinolon-Hexacetonid kontraindiziert. Derartige Kortikoide können zu

einem entzündlichen Schub mit Gelenkerguss, ischämischer Drosselung und Durchblutungsstörung

des Caput femoris führen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Mögliche Überempfindlichkeit oder anaphylaktische Reaktion

Bei Überempfindlichkeitsreaktion oder anaphylaktischer Reaktion muss die Verabreichung des

Arzneimittels unterbrochen und ggf. eine intravenöse Behandlung eingeleitet werden. Um im Notfall

ein schnelle Betreuung zu ermöglichen, sollten die notwendigen Arzneimittel und das Material wie

ein Trachealtubus und Beatmungsmaterial unmittelbar bereitstehen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen

Bei jedem Patient muss die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung durch den erwarteten

Nutzen gerechtfertigt sein. Die verabreichte Radioaktivität muss dabei so gewählt werden, dass die

resultierende Strahlendosis so niedrig wie möglich ist und dennoch das angestrebte therapeutische

Ergebnis liefert.

Patienten im fortpflanzungsfähigen Alter

Bei Patienten im fortpflanzungsfähigen Alter darf das Präparat nur bei zwingender Indikation

verwendet werden, nach Fehlschlagen aller Behandlungen ohne radioaktive Substanzen und

kritischer Beurteilung des potenziellen Risikos im Verhältnis zum erwarteten Nutzen.

Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollen Untersuchungen oder Behandlungen unter Verwendung

radiopharmazeutischer Präparate möglichst innerhalb von 10 Tagen nach Beginn der Menstruation

erfolgen und eine Schwangerschaft zuvor ausgeschlossen werden.

Nach der Behandlung

Die extra-artikuläre Diffusion des Radiopharmakons ist das Hauptrisiko der Synoviorthesen, da sie

zur Bestrahlung entfernter Gewebe, insbesondere von lymphatischen Organen und Gonaden, führen

kann. Durch die gleichzeitige intra-artikuläre Applikation von Kortikoiden (siehe auch

„Kontraindikationen") wird die extra-artikuläre Diffusion stark verringert, ebenso durch

Ruhigstellung während 3 Tagen: strenge Bettruhe bei einem behandelten Gelenk im Bereich der

unteren Extremitäten, Schienung im Bereich oberen Extremitäten. Allerdings liegen bis heute keine

quantitativen Daten zur Verminderung der extra-artikulären Diffusion des Isotops vor.

Eine extra-artikuläre Diffusion bis zu 10 % der injizierten Dosis oder noch mehr ist ausnahmsweise

möglich, doch überschreitet sie normalerweise 2-3 % nicht. Das ist weniger als die

Lymphozytenmigration, die als potenziell gefährlich gilt.

Spezielle Vorsichtsmassnahmen bei Verwendung von Radionukliden:

Die Verabreichung radioaktiver Präparate beim Menschen wird durch die

„Strahlenschutzverordnung” geregelt (gültige Fassung).

Die Handhabung radiopharmazeutischer Produkte bedarf der vorherigen Genehmigung durch das

Bundesamt für Gesundheit.

Die in der „Strahlenschutzverordnung” (gültige Fassung) beschriebenen Vorsichtsmassnahmen sind

strikt einzuhalten.

Diese Vorsichtsmassnahmen betreffen die gehandhabte Radioaktivität sowie radioaktive Abfälle und

haben zum Ziel, jede Kontamination zu vermeiden und die Strahlenexposition von Patienten und

Personal möglichst gering zu halten.

Radioaktive Reststoffe (nicht-verwendete radiopharmazeutische Produkte) sowie während der

Verabreichung kontaminierte Materialien sind in einem speziell dafür vorgesehenen Raum bis zum

Abklingen unter die tolerierbare Radioaktivitätsschwelle zwischenzulagern.

Risiko für das Auftreten von Krebs oder Leukämie

Für Rhenium (186Re)-Sulfid REMM-1 ist bis heute kein karzinogenes Risiko nachgewiesen. Da die

mit diesem Präparat durchgeführten Synoviorthesen zu anderen Synoviorthesen, z.B. mit Yttrium-90,

hinzukommen können, sollte die Zahl der behandelten Gelenke auf das strikte Minimum beschränkt

werden (siehe „Dosierung / Anwendung").

Interaktionen

Es ist nicht bekannt, ob die Applikation anderer Substanzen gleichzeitig mit der Injektion der

kolloidalen Suspension des Isotops, oder kurze Zeit vorher oder nachher, die Eigenschaften der

Suspension ändert. Vorsichtshalber sollte man derartige Kombinationen vermeiden, ausser wenn das

Behandlungsziel es erfordert.

Schwangerschaft, Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Wenn vorgesehen ist, einer Frau im gebärfähigen Alter radioaktive Arzneimittel zu verabreichen,

sollte die Möglichkeit einer Schwangerschaft grundsätzlich vorher ausgeschlossen werden. Jede Frau

mit verspäteter Menstruation sollte als schwanger betrachtet werden, bis der Gegenbeweis erbracht

wurde. Wo Ungewissheit hinsichtlich einer eventuellen Schwangerschaft besteht (bei Amenorrhö,

sehr unregelmäßigen Monatszyklen usw.), müssen der Patientin andere Untersuchungsmethoden

ohne Verwendung ionisierender Strahlen (sofern vorhanden) vorgeschlagen werden.

Erweist sich bei einer Frau im gebärfähigen Alter die Synoviorthese als unerlässlich, so ist vor

Anwendung des Radiopharmakons und während mehrerer Monate nach der Behandlung für eine

zuverlässige Kontrazeption zu sorgen.

Schwangerschaft

Die Verabreichung von Rhenium (186Re)-Sulfid CIS bio international ist bei schwangeren Frauen

aufgrund der Strahlenexposition des Fötus kontraindiziert.

Bei ihnen sind andere Behandlungsmethoden ohne ionisierende Strahlen zu bevorzugen.

Wird das Präparat aus Versehen während der Schwangerschaft, vor allem zu Beginn, angewendet, so

ist die Patientin über das mit einer Fortsetzung der Schwangerschaft verbundene Risiko zu

informieren.

Stillen

Die Verabreichung von Rhenium (186Re)-Sulfid CIS bio international ist während der Stillzeit

kontraindiziert. Vor Verabreichung dieses Präparats an eine Frau, die weiterhin stillen möchte, sollte

man abwägen, ob sich die Behandlung bis nach dem Ende der Stillzeit verschieben lässt. Erweist sich

die Synoviorthese bei einer stillenden Frau als unumgänglich, so ist abzustillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Während der notwendigen Ruhigstellung der Gliedmasse mittels Schienen oder Bettruhe für drei

Tage nach der Applikation des Präparats ist das Führen eines Fahrzeugs und die Arbeit an Maschinen

ausgeschlossen. Nach dieser Frist ist nicht zu erwarten, dass Rhenium (186Re) die Fähigkeit zum

Führen eines Fahrzeugs oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigt, doch kann diese Fähigkeit

durch das Grundleiden eingeschränkt sein.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeiten sind folgendermassen definiert:

Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1’000 bis < 1/100), selten (≥

1/10.000 bis < 1/1’000), sehr selten (< 1/10’000); nicht bekannte Häufigkeit (Bestimmung anhand

der verfügbaren Daten nicht möglich).

In der folgenden Tabelle werden die unerwünschten Wirkungen nach der MedDRA-Datenbank

klassifiziert:

MedDRA-Systemorganklassen

Symptom

Häufigkeit

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Infektiöse Arthritis

Nicht bekannt

Erkrankungen des Immunsystems

Überempfindlichkeit

Ödem

Nicht bekannt

Häufig

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Übelkeit

Nicht bekannt

Erbrechen

Nicht bekannt

Erkrankungen der Haut und des Unterzellgewebes

Pigmentstörungen

Häufig

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Osteonekrose

Nicht bekannt

Gelenkerguss

Nicht bekannt

Gelenkschwellung

Sehr häufig

Arthralgie

Sehr häufig

Kongenitale, familiäre und genetische Erkrankungen

Zytogenetische

Anomalie

Gelegentlich

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am

Verabreichungsort

Hyperthermie

Häufig

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen nach Synoviorthese mit einer kolloidalen Suspension von

Rhenium (186Re)-Sulfid sind wie folgt:

-In ungefähr 3 % der Fälle tritt eine vorübergehende Temperaturerhöhung innerhalb 24 Stunden nach

der Synoviorthese auf.

-In ungefähr 1,4 % der Fälle wurden segmentale Ödeme des Unterarms nach Synoviorthese des

Handgelenks mitgeteilt. Sie scheinen einer Blockade des Lymphstroms zu entsprechen und es ist

schwierig festzustellen, ob das Ödem mit den Radioisotopen oder mit der Kontrastmittel-

Arthrographie zusammenhängt.

-Eine Hautnekrose oder schwärzliche Pigmentierung von Korium und Epidermis an der

Injektionsstelle beobachtet man bei ungefähr 1 % der Patienten. Sie entsteht wahrscheinlich durch

Zurückfliessen von radioaktivem Material nach der Injektion, oder Injektion in unmittelbarer Nähe

einer Lücke infolge Synovialbiopsie oder Arthroskopie. In einigen Fällen zeigte sich eine Infiltration

der Streckmuskeln am Handgelenk mit Sklerose.

-Es wurde von vorübergehenden lokalen Schmerzen oder Gelenkschwellungen (Entzündungsschub)

nach Punktion des behandelten Gelenks berichtet, die auch noch nach einigen Stunden bis Tagen

nach der Radiosynoviorthese mit Rhenium (186Re)-Sulfid (bis zu 40% der Fälle) auftreten können.

Sie können mit Analgetika oder nicht steroidalen Entzündungshemmern behandelt werden.

-Gelenkinfektionen im Anschluss an eine Synoviorthese.

-Übelkeit und Erbrechen

-Osteonekrosefälle

-Nach Synoviorthese mit Rhenium 186-Sulfid wurden Chromosomenaberrationen in den

Lymphozyten beobachten, und zwar in geringeren Proportionen als bei Patienten mit

Schilddrüsenüberfunktion, die mit Iod-131 behandelt wurden. Bei Aktivitäten von 60 bis 200 MBq

beträgt der Prozentsatz an dizentrischen Ringchromosomen ca. 0,11 %.

-Vereinzelt wurden allergische Reaktionen berichtet.

Risiko des Auftretens von bösartigen Tumoren oder Leukämie:

Siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen".

Die Exposition gegenüber ionisierenden Strahlungen kann Krebserkrankungen verursachen oder zu

Erbschädigungen führen. Im Rahmen einer Therapie kann die Exposition gegenüber ionisierenden

Strahlungen die Inzidenz von Krebs und Mutationen erhöhen. In allen Fällen ist sicherzustellen, dass

die Risiken aufgrund der Exposition gegenüber ionisierenden Strahlungen geringer sind als die, die

von der Krankheit selbst ausgehen.

Überdosierung

Bei Anwendung des Präparats gemäss obigen Empfehlungen ist eine Überdosierung praktisch

ausgeschlossen.

Im Falle einer versehentlichen Überdosierung erfolgt die physiologische Elimination des Isotops sehr

langsam und es gibt keine Möglichkeit, sie zu beschleunigen.

Eigenschaften / Wirkungen

ATC-Code: V10AX05

Physikalische Eigenschaften

Rhenium 186, das durch Bestrahlung von mit Rhenium 185 angereichertem metallischem Rhenium

gewonnen wird, oxidiert in einer konzentrierten Lösung von Wasserstoffsuperoxid zu Re2O7. Dieses

wird durch Zugabe von Wasser in Perrheniumsäure umgewandelt, dann in Rheniumsulfid 186Re

überführt, indem man Schwefelwasserstoff in ein Tauchbad der Perrheniumsäure einleitet, das mit

dem gleichen Volumen von 60 mg/ml Gelatine aufgefüllt wurde. Hat sich das Kolloid gebildet, so

verdrängt man mittels Stickstoffstrom den Schwefelwasserstoff aus dem Tauchbad, um die Reaktion

zu stoppen. Nun wird das pH auf 4,5 eingestellt und die kolloidale Lösung über einen Anionen-

Austauscher geleitet, um die verbliebene Perrheniumsäure zu entfernen. Nach Zugabe von

Ascorbinsäure zwecks Stabilisierung des Kolloids wird das pH erneut eingestellt.

Rhenium-186 ist ein Beta-Minus-Strahler (maximale Energien: 939,4 keV,

Emissionswahrscheinlichkeit 21,5 % und 1076,6 keV, Emissionswahrscheinlichkeit 71,6 %) und ein

schwacher Gammastrahler (Energie: 137,15 keV, Emissionswahrscheinlichkeit 9,4 %). Die

Halbwertszeit beträgt 3,7 Tage. Rhenium-186 zerfällt durch Betastrahlung (92 %) in stabiles

Osmium-186 und durch Elektroneneinfang (8%) in stabiles Wolfram-186.

Pharmakodynamik

Bei den klinisch verabreichten Mengen, einer einzigen Injektion von 74 bis 111 MBq Rhenium

(186Re)-Sulfid, sind keine pharmakologischen Nebenwirkungen zu erwarten; die biologische

Wirkung des Präparats ist durch die Betastrahlung des Isotops bedingt.

Die mittlere Eindringtiefe beträgt 1,2 mm (maximal 3,7 mm) in Weichteilgeweben und 1,0 mm

(maximal 3,1 mm) im Knorpel.

Die Wirkungsweise der radioaktiven Kolloide auf Gelenkergüsse ist nur teilweise aufgeklärt. Die

verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass die Kolloide nach ihrer intra-artikulären Injektion von

oberflächlichen Synovialzellen aufgenommen werden. Unter dem Einfluss der Strahlung kommt es

ab dem ersten Tag zur Nekrose der oberflächlichen Schicht der Synovialmembran. Nach mehreren

Monaten zeigt sich eine Fibrose der Synovialis, wobei im entzündeten und infiltrierten Gewebe die

Grösse und Zahl der synovialen Fransen sowie die Dicke der benachbarten Schichten abnimmt.

Dennoch können entzündete Bereiche persistieren, was zur Bildung einer Neo-Synovialis mit oder

ohne weiterbestehende, abgeschwächte Synovitis führt.

Diese histologische Entwicklung verläuft parallel zur allmählichen Rückbildung der klinischen

Zeichen einer Gelenkentzündung.

Pharmakokinetik

Verteilung

Beim Menschen ist die Verteilung der Rhenium (186Re)-Sulfid-Partikel individuell sehr

verschieden, weil sie nicht nur von der Partikelgrösse abhängt, sondern auch von Grösse und Form

des Gelenks und der Synovialoberfläche. Bis heute verfügt man weder beim Tier noch beim

Menschen über weitere pharmakokinetische Daten. Berücksichtigt man aber das beim Tier

nachgewiesene Verhalten von Rhenium (186Re)-Sulfid einerseits und seine Halbwertszeit von 3,7

Tagen andererseits, so ist beim Menschen ein längeres Verweilen des Isotops, wahrscheinlich in der

Grössenordnung von mehreren Wochen, zu erwarten.

Präklinische Daten

Bei der Maus beträgt die DL50 von Rhenium (186Re)-Sulfid bei intravenöser Verabreichung 1,5

mg/kg und die DL100 ist 1,7 mg/kg.

Es wurden keine Untersuchungen zum mutagenen oder kanzerogenen Potenzial oder zur foetalen

Toxizität durchgeführt. Derartige Effekte sind allerdings in der Klinik wenig wahrscheinlich, da das

Präparat nur für eine einzige intra-artikuläre Injektion verwendet wird.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

In Abwesenheit von Kompatibilitätsstudien darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln

als den im Abschnitt Dosierung/Anwendung angegebenen gemischt werden.

Haltbarkeit

10 Tage nach dem Herstellungsdatum. Das Verfalldatum ist auf der äußeren Verpackung und auf

dem Etikett des Flacons angegeben.

Lagerungshinweise

Bei einer Temperatur unter 25°C in der Originalverpackung lagern.

Nach der ersten Entnahme das Präparat im Kühlschrank (bei 2°C bis 8°C) aufbewahren und

innerhalb von 8 Stunden verwenden.

Die Lagerung muss gemäß den nationalen Vorschriften für radioaktives Material erfolgen.

Hinweise zur Handhabung

Die geeigneten Vorsichtsmassnahmen bezüglich Asepsis sind zu beachten.

Wenn die Unversehrtheit des Flacons bei der Vorbereitung des Präparats nicht gewährleistet ist, darf

das Präparat nicht mehr verwendet werden.

Vor der Anwendung sind die Verpackung, der pH-Wert und die Aktivität zu kontrollieren.

Das Flacon darf nie geöffnet werden und muss in seinem Bleischutz bleiben.

Das Präparat ist gebrauchsfertig.

Die Lösung entnimmt man unter aseptischen Kautelen durch den desinfizierten Stopfen mit Hilfe

einer Spritze mit geeigneter Abschirmung und einer sterilen Kanüle für einmaligen Gebrauch.

Gesetzliche Bestimmungen

Die Verabreichung radioaktiver Substanzen beim Menschen ist in der Strahlenschutzverordnung

geregelt (gültige Fassung).

Radiopharmazeutische Präparate dürfen nur von ermächtigten Personen in den behördlich

genehmigten Institutionen verordnet, verwendet und verabreicht werden. Ihre Entgegennahme,

Lagerung, Verwendung, weiterer Transport und Beseitigung erfordern die vorherige Genehmigung

des Bundesamts für Gesundheit.

Bei der Anwendung radioaktiver Substanzen und Beseitigung von bei ihrer Anwendung

entstehenden radioaktiven Abfällen sind alle in der genannten Verordnung beschriebenen

Vorsichtsmassnahmen einzuhalten, um die Strahlenbelastung von Patient und Pflegepersonal auf das

strikte Minimum zu beschränken. Nicht verwendete Lösung und das bei ihrer Anwendung

kontaminierte Material sind an einem dafür bestimmten Ort zu lagern, bis die Radioaktivität auf den

für das betreffende Radioisotop tolerierten Schwellenwert zurückgegangen ist.

Die Anwendung von Radiopharmaka bringt Risiken für die Umgebung des Patienten mit sich

aufgrund der externen Strahlung oder der Kontamination durch Harn, Erbrechen oder Sputum.

Infolgedessen müssen den nationalen Vorschriften entsprechende Strahlenschutzmaßnahmen

getroffen werden. Jedes nicht verwendete Arzneimittel und jeder Abfall sind nach den gültigen

Vorschriften zu entsorgen.

Zulassungsnummer

51705 (Swissmedic)

Packungen

Fläschchen zu 15 ml aus farblosem gezogenem Glas vom Typ I gemäss europäischer Pharmakopöe,

mit Gummistopfen verschlossen und mit einer Metallkapsel versiegelt (A).

Packungsgröße: 1 Multidosis-Flacon mit 0,20 bis 10 ml (37 bis 3700 MBq am Kalibrationsdatum).

Abgabekategorie: A

Hersteller

CIS bio international

F-91192 Gif-sur-Yvette

Zulassungsinhaberin

b.e.imaging AG

6430 Schwyz

Stand der Information

Oktober 2014

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen