Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS) - 2 Suspension

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Wirkstoff:
Hämatopoetische Stammzellen vom Menschen [aus peripherem Blut, CD34-positiv], Kernhaltige Zellen inklusive Erythroblasten aus Nabelschnur-/Plazentarestblut vom Menschen
Verfügbar ab:
DKMS Nabelschnurblutbank gGmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Hematopoietic stem cells from human [from peripheral blood, CD34-positive], and Nucleated cells, including Erythroblasts from umbilical cord/placental residual blood from the people
Darreichungsform:
Suspension
Zusammensetzung:
Hämatopoetische Stammzellen vom Menschen [aus peripherem Blut, CD34-positiv] 0.1-37. x10(E06)Zellen; Kernhaltige Zellen inklusive Erythroblasten aus Nabelschnur-/Plazentarestblut vom Menschen 5.-30. x10(E08)Zellen
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
PEI.H.01759.01.1

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Gebrauchs- und Fachinformation

Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS)

Identifizierung des Arzneimittels

a) Bezeichnung

„Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS)“

b) Stoffgruppe

zelluläre Blutzubereitung

Anwendungsgebiete

Rekonstitution des Knochenmarkes als blutbildendes Organ nach Hochdosis-

Chemotherapie, Hochdosis-Radiotherapie bzw. bei Knochenmarkinsuffizienz bei

folgenden Erkrankungen:

maligne hämatologische lymphatische oder myeloische Systemerkrankungen

nichtmaligne angeborene oder erworbene hämatologische Erkrankungen

metabolische Erkrankungen

angeborene oder erworbene Immundefekte

solide Tumoren

Die Indikation zur Transplantation von Stammzellen aus Nabelschnurblut richtet

sich

nach

jeweiligen

medizinischen

Kenntnisstand

wird

durch

Ergebnis

vielfacher

derzeit

laufender

nationaler

internationaler

Studien

beeinflusst.

allogene

Transplantation

Stammzellen

Nabelschnurblut

grundsätzlich bei allen Erkrankungen möglich, die mit allogener Transplantation

von Knochenmark oder peripheren Blutstammzellen behandelt werden können.

Dies

gilt

auch

für

nichtmaligne

hämatopoetische

Erkrankungen,

für

Immundefektsyndrome sowie für angeborene Stoffwechselerkrankungen, wobei

hier in erster Linie Kinder als Transplantatempfänger in Frage kommen. Die

Indikation zur Transplantation von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut ist bei

Erwachsenen nur in Ausnahmefällen zu stellen, z.B., wenn ansonsten keine

geeignete Stammzellspende zur Verfügung steht.

Informationen zur Anwendung

a) Gegenanzeigen

Absolute Kontraindikationen:

nicht bekannt

Relative Kontraindikationen:

Gravidität

Stillzeit

bekannte Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe

(Dimethylsulfoxid, Fruktose).

Mangel an Fruktose-1-Phosphat-Aldolase

Diese sind entsprechend der Indikation nach Risikoeinschätzung und Therapie

durch andere kurative Möglichkeiten zu bewerten.

DKMS Nabelschnurblutbank

gemeinnützige GmbH

Blasewitzer Str. 43, 01307 Dresden

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b) Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Es werden generell 2 identische Endproduktbeutel (mit je 20ml) gleichzeitig

als Transplantat zur Applikation abgegeben.

„Stammzellen

Nabelschnurblut

(DKMS)“

müssen

HLA-

sollen

AB0-

kompatibel transfundiert werden.

„Stammzellen

Nabelschnurblut

(DKMS)“

sollen

geeigneten

Einwegmaterialien (Perfusorspritze 50ml) nach Auftauen und Waschen (siehe 8.

Auftau- und Waschanweisung) mit einem geeigneten Transfusionsbesteck (ohne

Leukozytenfilter) zügig transfundiert werden. Hierbei ist auf zügiges Vorgehen zu

achten, um die Wahrscheinlichkeit des Auftretens schädlicher Effekte des DMSO

zu minimieren.

Bei ABO-Unverträglichkeit ist vor Infusion von „Stammzellen aus Nabelschnurblut

(DKMS)“ eine Prämedikation mit Antihistaminikum und Hydrocortison zu erwägen.

Bei der Applikation DMSO-haltiger Stammzellpräparate besteht die Möglichkeit

des Auftretens von Übelkeit, abdominalen Krämpfen und Hautrötung. Darüber

hinaus können Atemnot, Hypo- und Hypertension, kardiale oder anaphylaktoide

Reaktionen auftreten (sieh 5. Nebenwirkungen). Diese Nebenwirkungen sind

abhängig von der DMSO-Dosis und der Geschwindigkeit der Applikation und

können

durch

Prämedikation

Kortikoiden,

Antihistaminika

Mannitol

gemildert werden. Durch fraktionierte Applikation kann das Auftreten kardialer

Komplikationen erheblich reduziert werden.

bekanntem

Fruktose-1,6-Diphosphatasemangel

sollten

während

Applikation des Präparates der Blutzucker, das Laktat und der Säure-Basen-

Haushalt kontrolliert werden. Bei erblicher Fruktose-Intoleranz ist die Bestimmung

von Fruktose1-Phosphat im Präparat vor Applikation empfohlen.

Bei HLA-Unverträglichkeit ist die Möglichkeit der höheren Ausprägung der akuten

GvHD

späteren

Thrombozytenrekonstitution,

ggf.

einer

Granulozytenrekonstitution zu berücksichtigen.

Während

Transfusion

klinische

Zustand

Empfängers

berücksichtigen.

hoher

Infusionsgeschwindigkeit

besteht

Gefahr

vasovagaler Reaktionen sowie in Abhängigkeit vom Gewicht des Patienten die

Gefahr

Hypervolämie

nachfolgendem

Lungenödem.

Auftreten

klinischer

Zeichen

Kreislaufüberlastung

müssen

(intensiv)medizinische

Maßnahmen eingeleitet werden, um die vollständige Infusion des Transplantates

ermöglichen.

Wird

Infusion

abgebrochen,

muss

relative

Risiko

(verzögertes Engraftment und höhere transplantationsbedingte Mortalität durch

niedrigere

transplantierte

Zellzahl)

entsprechend

Indikation

Transplantation und der aktuellen Situation des Patienten bewertet werden.

bekannter

Überempfindlichkeit

gegen

einen

Inhaltsstoffe

kann

notwendig

sein,

permanentes

Kreislaufmonitoring

eine

Allergieprophylaxe

durchzuführen

darüber

hinaus

Empfänger

klinischen Bild entsprechend medikamentös zu behandeln.

c)

Wechselwirkungen

mit

anderen

Arzneimitteln,

soweit

sie

die

Wirkungsweise

des

Arzneimittels

beeinflussen

können

und

Hauptinkompatibilitäten

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind nicht bekannt.

Wegen der Gefahr der hypotonen Lyse dürfen keine hypotonen Lösungen, wegen

der Gefahr von Gerinnselbildungen keine kalziumhaltigen Lösungen gleichzeitig

im selben Schlauchsystem gegeben werden. Die Beimischung von Medikamenten

zu „Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS)“ ist nicht zulässig.

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d) Verwendung für besondere Personengruppen

Verwendung während Schwangerschaft und Stillzeit und Personen mit bekannter

Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe:

Siehe 3a) Gegenanzeigen

Anwendung bei Kindern, Neugeborenen, Föten:

Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch bestehen keine Einschränkungen.

e) Warnhinweise

Sind nicht angeordnet

Hinweise zur ordnungsgemäßen Anwendung

a) Dosierung

Die derzeitig für eine erfolgreiche allogene Transplantation von „Stammzellen aus

Nabelschnurblut (DKMS)“ empfohlene Mindestdosis beträgt 3 x 10

kernhaltige

Zellen pro kg Körpergewicht.

b) Art der Anwendung

zur intravenösen Infusion nach Auftauen und Waschen

c) Häufigkeit der Verabreichung

zur Einmaltherapie

d) Dauer der Behandlung

zur Einmaltherapie

e) Überdosierung

Eine Gefahr der Überdosierung besteht nicht.

f) Notfallmaßnahmen

Treten Unverträglichkeiten auf, so ist die Transfusion unverzüglich zu stoppen,

der Venenzugang jedoch offen zu halten und eine Behandlung, der Ausprägung

Symptomatik

gemäß,

nach

aktuellen

Regeln

Notfallmedizin

einzuleiten. Nach Stabilisierung des Patienten sollte die Transfusion langsam und

unter

ständiger

ärztlicher

Aufsicht

fortgesetzt

werden.

unerwarteten

Transfusionsreaktionen

Transfusionsbeauftragte

Einrichtung

Einleitung

notwendiger

Maßnahmen

unverzüglich

benachrichtigen.

Dabei

muss

myeloablative

Behandlung

Empfängers

Transfusion

„Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS)“ beachtet werden.

bekannter

erblicher

Fruktose-Intoleranz

Fruktose-1,6-

Diphosphatasemangel sind ein permanentes Kreislaufmonitoring, engmaschige

Blutzucker- und Fruktose-1-Phosphat-Bestimmung und die Überwachung des

Säure-Basenhaushaltes angezeigt. Bei Hinweisen auf :

Anstieg der Fruktose-1-Phosphates im Blut ,

Abfall der Blutglukose und

Abfall des ph-Wertes und Base-Exzess ( BE)

sind

sofortige

Gegenmaßnahmen

entsprechend

Regeln

aktuellen

Notfallmedizin

Unterbrechung

Gabe

„Stammzellen

Nabelschnurblut (DKMS)“, Stabilisierung des Säure-Basengleichgewichtes und

intravenöser Zufuhr von Glukose angezeigt.

Nebenwirkungen

Übelkeit, abdominale Krämpfe, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen

Tachycardie, Bradykardie, Blutdruckanstieg, Blutdruckabfall

Urtikarielle Hautreaktionen und andere anaphylaktoide Reaktionen

Allergische Reaktionen bis hin zum Schock

Unverträglichkeitsreaktionen gegen Dimethylsulfoxid, Fructose oder

Plasmaproteine

Febrile Transfusionsreaktionen

Seite 4 von 8

Posttransfusionelle Purpura

Immunisierung des Empfängers gegen HLA-Antigene

Immunisierung gegen Blutgruppen-Antigene

Neugeborenen

sind

schneller

Transfusion

Herz-

Kreislaufreaktionen infolge von Citratintoxikationen möglich.

Graft-versus-Host-Disease (akut und chronisch)

Anwendung

menschlichem

Blut

hergestellten

Arzneimitteln

Übertragung

Infektionskrankheiten

durch

Übertragung von Erregern - auch bislang unbekannter Natur – nicht

völlig auszuschließen. Dies gilt auch für Hepatitis B und C und HIV

bzw. das erworbene Immundefektsyndrom (AIDS). Durch die Auswahl

der Spender und Testung der Präparate ist dieses Risiko minimiert.

Wirkungsweise, pharmakologische und toxikologische Eigenschaften

Die wirksamen Bestandteile eines Stammzellpräparates aus einer Einzelspende

von Nabelschnurblut sind morphologisch und funktionell intakte Stammzellen zur

Rekonstitution der Hämatopoese. Dabei wird der Fraktion der Stammzellen, die

CD-34-Antigen

exprimiert,

größte

haematopoetische

Potenz

zugeschrieben. Sie stellt einen Anteil von ca. 0,1 bis 1% der kernhaltigen Zellen.

Stammzellen

werden

durch

einen

Tieffrierprozess

Erhalt

Funktionsfähigkeit

lagerungsfähig

gemacht.

Kryoprotektivum

DMSO

(Dimethylsulfoxid) als Suspension in autologem Plasma in der Endkonzentration

von 10% im Präparat enthalten. Bei Raumtemperatur wirkt DMSO schädlich auf

Stammzellen. Deshalb sollen die Stammzellen möglichst weniger als 15 min bei

Raumtemperatur in DMSO-haltiger Lösung verbleiben. Unerwünschte Wirkungen

durch

DMSO-Anteil

Kryokonservierungsmedium

sind

strikter

Einhaltung der besonderen Hinweise zum Auftauen und Waschen (s. unter 8.

Auftau- und Waschanleitung) aufgrund des toxikologischen Wirkungsprofils dieser

Substanz

nicht

erwarten.

Kryokonservierungsprozess

für

eine

maximale

Vitalität

mononukleären

Zellen

optimiert

wurde,

werden

Erythrozyten weitgehend lysiert. Thrombozyten verlieren durch das Tieffrieren

teilweise ihre Funktionsfähigkeit.

Weitere Hinweise

a) Angaben zur Aufbewahrung und Haltbarkeit

„Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS)“ ist 8 Jahre haltbar, wenn

ununterbrochen

unterhalb

–130°

Gasphase

über

Flüssigstickstoff gelagert wird (Kühlkette beachten).

„Stammzellen

Nabelschnurblut

(DKMS)“

darf

nicht

bestrahlt

werden.

„Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS)“ darf nach Ablauf der

Haltbarkeit nicht mehr verwendet werden.

„Stammzellen

Nabelschnurblut

(DKMS)“

soll

gemäß

beigefügten Auftau- und Waschanweisung zur Infusion vorbereitet

werden.

„Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS)“ darf nach Auftauen nicht

erneut zu Transfusionszwecken kryokonserviert werden.

Seite 5 von 8

b) Optische Prüfung

Das kryokonservierte Präparat „Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS)“ ist

zerbrechlich.

Unmittelbar

Transfusion

muss

daher

Beutel

einer

optischen

Qualitätsprüfung

unterzogen

werden.

Wird

Inhalt

eines

beschädigten

Beutels

klinischen

Gründen

transfundiert,

erhöhte

Infektionsrisiko zu beachten.

c) Zusammensetzung des Fertigarzneimittels

Wirkstoffe (nach Art und Menge)

Humane, hämatopoetische Stammzellen, aus einer einzelnen Nabelschnurblut-

spende

Für die Wirkstoffe wurden die folgenden messbaren Parameter bestimmt:

Wirkstoffe pro Transplantat (40 ml, in 2 Endproduktbeuteln mit je 20 ml)

Kernhaltige Zellen exkl. Erythroblasten:

5 –24,71 x10

CD34+-Zellen

0,1 –20,2 x 10

CFU-Gesamt

1 - 275 x 10

Volumen der zellulären Bestandteile

4,6 – 9,6 ml

präparatespezifische

Wirkstoffmenge

äußeren

Behältnis-

beschriftung und im Begleitschein angegeben.

sonstige Bestandteile pro Transplantat (40 ml, in 2 Endproduktbeuteln mit je 20

Autologes Plasma ml

12,7 – 19,8

Antikoagulans CPD (Ph. Eur.)

18,8 – 6,6

DMSO

3,9 – 4

Erythrozyten

≤ 154 x 10

Thrombozyten

≤ 404 x 10

Erythroblasten

≤ 6,2 x 10

Das Transplantat kann bis zu 32 mg Fruktose enthalten.

d) Darreichungsform und Inhalt, Behältnis

40 ml in 2 Endproduktbeuteln mit je 20 ml „Stammzellen aus Nabelschnurblut

(DKMS)“ als Suspension, kryokonserviert im Kunststoffbeutel mit CE-Markierung

e) Angaben zum pharmazeutischen Unternehmer / Inhaber der Zulassung

DKMS Nabelschnurblutbank gemeinnützige GmbH, Blasewitzer Str. 43,

01307 Dresden

f)

Angaben

zum

Hersteller,

der

das

Fertigarzneimittel

für

das

Inverkehrbringen freigegeben hat

DKMS Nabelschnurblutbank gemeinnützige GmbH, Blasewitzer Str. 43,

01307 Dresden

g) Zulassungsnummer

PEI.H.01759.01.1

h) Datum der Erteilung der Zulassung

24.12.2008

i) Arzneimittelstatus

verschreibungspflichtig

Sonstige Hinweise:

Maßnahmen zur Reduktion des Übertragungsrisikos von Infektionserregern:

Da bei der Anwendung von aus menschlichem Blut hergestellten Arzneimitteln die

Übertragung von Infektionskrankheiten nicht völlig auszuschließen ist, werden

Maßnahmen getroffen, um das Risiko einer Übertragung von infektiösem Material

minimieren:

Für

Herstellung

„Stammzellen

Nabelschnurblut

Seite 6 von 8

(DKMS)“ wurden ausschließlich Spenden gesunder Spender verwendet. Das Blut

der Mutter wurde mit negativem Ergebnis auf Antikörper gegen HIV Typ 1 und 2,

Hepatitis-C-Virus (HCV), HTLV-I/II, Treponema pallidum und Hepatitis-B-Virus

(anti-HBc), Hepatitis-B-Virus-Oberflächenantigen (HBsAg) getestet. „Stammzellen

Nabelschnurblut

(DKMS)“

einer

Spende

wiederholt

reaktivem

Ergebnis auf Anti-HBc-Antikörper sind negativ getestet auf HBV-Genom und

enthalten mindestens 100 U/l an schützenden Anti-HBs-Antikörpern. Bei einem

positiven Anti-CMV-IgG- und/oder –IgM- Befund wurde das Nabelschnurblut mit

negativem

Ergebnis

für

CMV-Genom

(CMV-PCR)

getestet.

Nabelschnurblut

wurde

negativem

Ergebnis

Parvovirus

B19-

(Parvovirus

B19-PCR),

HCV-

(HCV-PCR)

HIV-1-Genom

(HIV-1-PCR)

getestet.

Bei der Sterilitätsprüfung fanden sich keine Hinweise auf Besiedlung mit aeroben,

anaeroben Mikroorganismen oder Pilzen.

Qualitätssicherung: Für die Transfusion von Stammzellpräparaten sind von den

Einrichtungen

Krankenversorgung

Maßnahmen

Rahmen

Qualitätssicherung

nach

Transfusionsgesetzes

ergreifen.

Dazu

gehören u.a. detaillierte Anweisungen für die Indikationsstellung abhängig vom

klinischen

Allgemeinzustand

Patienten

unterschiedlichen

Grunderkrankungen und die Dosierung, für Vorsorgemaßnahmen zur Erhaltung

Unversehrtheit

Präparates

Transfusion

Nachuntersuchung

Patienten

für

Feststellung

Transplantationserfolges. Dieser wird im Rahmen einer klinischen Dokumentation,

an der sich die anwendenden Einrichtungen beteiligen sollen, festgestellt

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung:

ordnungsgemäße

Beseitigung

angebrochenen

bzw.

nicht

mehr

verwendbaren Präparaten ist entsprechend den Vorgaben der Einrichtung der

Krankenversorgung sicherzustellen.

jeweils

aktuellen

Versionen

„Richtlinien

Transplantation

Stammzellen

Nabelschnurblut

Cord

Blood)“

sowie

aktuellen

„Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung

Blutprodukten

(Hämotherapie)“

sowie

gegebenenfalls

ergänzende

Veröffentlichungen der Bundesärztekammer und des Paul-Ehrlich-Instituts sind zu

berücksichtigen.

http://www.baek.de, http://pei.de

Seite 7 von 8

Auftau- und Waschanweisung

Räumlichkeiten

Die Präparation wird im Transplantationszentrum in Räumlichkeiten unter einer

Werkbank

GMP-Klasse

A

durchgeführt.

Durch

ein

geeignetes

Qualitätssicherungssystem

beim

Anwender

muss

das

Risiko

der

bakteriellen

Kontamination von „Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS)“ beim Auftauen

vermieden werden. Es werden eine Beutel-Zentrifuge mit Kühlung sowie ein

Wasserbad 37°C benötigt.

Auftauen mit Waschen (empfohlen)

Benötigte Geräte/Verbrauchsmaterial/Reagenzien

Schweißgerät für Schläuche

Waage

Kühlakkus

Dextran (Polyglucose) (z.B.Deltadex 40 (10%), Delta-Select, Zul.-Nr. 6120100)

Albumin 5% (z.B. HSA 5%, Baxter, Zul.-Nr. PEI.H.03271.01.1)

Sterile Auftaubeutel

150ml Vierfachblutbeutel

Mini-Spike Luer Lock zur Entnahme von Flüssigkeiten

Verbindungsdorne zur Injektion in Blutbeutel

Plasma Extraktor

3-Wege-Hähne

Atraumatische Klemmen

Donor Tube Stripper zum Entleeren der Schläuche

Spritzen verschiedener Volumina zur Probenentnahme

Kanülen (18 G)

1.

Das Auftauen von „Stammzellen aus Nabelschnurblut

(DKMS)“

der jeweils

2 Endproduktbeutel pro Transplantat wird nacheinander durchgeführt.

2.

Unter der Werkbank wird die Umverpackung des ersten Beutels vorsichtig

entfernt, das Präparat in einen sterilen Auftaubeutel transferiert und im

Wasserbad bei 37°C unter vorsichtigem Kneten aufgetaut.

3.

Sobald das Präparat leicht angetaut ist (es dürfen noch wenige kleine

Eisklumpen vorhanden sein), wird es aus dem Wasserbad genommen und

der Auftaubeutel unter der Werkbank vom Transplantatbeutel entfernt.

4.

Ein Verbindungsdorn mit Injektionsanschluss wird am Transplantatbeutel

angebracht.

5.

Unter

ständiger

Durchmischung

werden

zunächst

10

ml

Dextran

(Polyglucose) langsam (5 Minuten), anschließend 10 ml Albuminlösung

langsam (5 Minuten) hinzu gegeben.

6.

„Stammzellen

aus

Nabelschnurblut

(DKMS“)

weitere

5

Minuten

ruhen

lassen.

7.

Das Vierfachblutbeutelsystem an den Transplantatbeutel andornen. Das

Transplantat

wird

in

einen

mit

der

„CB-Nr.“

des

Transplantates

beschrifteten Transferbeutel überführt (die restlichen drei Transferbeutel

werden

mit

einer

Klemme

verschlossen).

Der

Beutelschlauch

des

Transferbeutels wird mit dem Stripper entleert und abgeklemmt. Der leere

Transplantatbeutel

wird

nahe

am

Dorn

abgeschweißt

und

nun

kühl

Seite 8 von 8

gelagert.

8.

Nun

folgt

die

Vorbereitung

des

zweiten

Beutels

wie

unter

2.

bis

6.

beschrieben. Anschließend wird der zweite Beutel zu dem ersten in den

gleichen Transferbeutel überführt.

9.

Der Transferbeutel wird zentrifugiert (500 x g, 10 min, 10°C).

10. Nach der Zentrifugation wird der Transferbeutel in einen Plasmaextraktor

gespannt.

Der

zweite

Transferbeutel

des

Vierfachblutbeutels

wird

beschriftet („CB-Nr.“, „Waschüberstand 1“) und die Klemme gelöst, so dass

die beiden Beutel miteinander verbunden sind. Der zellfreie Überstand aus

dem ersten wird vorsichtig in den zweiten Transferbeutel überführt und

anschließend abgeschweißt.

11. Sollten Zellen in den zweiten Transferbeutel übergegangen sein, müssen

der Inhalt in den ersten Transferbeutel zurückgeführt und die Zentrifugation

wiederholt werden.

12. Langsame Zugabe von 10 ml Dextran-Lösung zum Zellpellet über einen

Verbindungsdorn mit Injektionsanschluss

13. Langsame Zugabe von 10 ml Albumin-Lösung zum Zellpellet über einen

Verbindungsdorn mit Injektionsanschluss

14. 5 Minuten ruhen lassen

15. Zentrifugieren bei 500 x g, 10 min bei 10°C

16. Nach der Zentrifugation wird der Transferbeutel in einen Plasmaextraktor

gespannt. Der dritte Transferbeutel des Vierfachblutbeutels wird beschriftet

(„CB-Nr.“, „Waschüberstand 2“) und die Klemme gelöst, so dass die beiden

Beutel

miteinander

verbunden

sind.

Der

zellfreie

Überstand

aus

dem

ersten

wird

vorsichtig

in

den

dritten

Transferbeutel

überführt

und

anschließend

abgeschweißt.

Die

Überführung

muss

sehr

vorsichtig

geschehen, um einen Zellverlust zu verhindern.

17. Das Zellpellet wird in 10-50 ml Albuminlösung (ggf. weniger bei sehr

kleinen

Kindern!)

resuspendiert

und

muss

unverzüglich

transfundiert

werden.

18. „Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS“)darf nach dem Auftauen nicht

wieder zu Transfusionszwecken eingefroren werden.

9. Datum der letzten Überarbeitung 28.8.2009

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Gebrauchs- und Fachinformation

Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS)

Identifizierung des Arzneimittels

a) Bezeichnung

„Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS)“

b) Stoffgruppe

zelluläre Blutzubereitung

Anwendungsgebiete

Rekonstitution des Knochenmarkes als blutbildendes Organ nach Hochdosis-

Chemotherapie, Hochdosis-Radiotherapie bzw. bei Knochenmarkinsuffizienz bei

folgenden Erkrankungen:

maligne hämatologische lymphatische oder myeloische Systemerkrankungen

nichtmaligne angeborene oder erworbene hämatologische Erkrankungen

metabolische Erkrankungen

angeborene oder erworbene Immundefekte

solide Tumoren

Die Indikation zur Transplantation von Stammzellen aus Nabelschnurblut richtet

sich

nach

jeweiligen

medizinischen

Kenntnisstand

wird

durch

Ergebnis

vielfacher

derzeit

laufender

nationaler

internationaler

Studien

beeinflusst.

allogene

Transplantation

Stammzellen

Nabelschnurblut

grundsätzlich bei allen Erkrankungen möglich, die mit allogener Transplantation

von Knochenmark oder peripheren Blutstammzellen behandelt werden können.

Dies

gilt

auch

für

nichtmaligne

hämatopoetische

Erkrankungen,

für

Immundefektsyndrome sowie für angeborene Stoffwechselerkrankungen, wobei

hier in erster Linie Kinder als Transplantatempfänger in Frage kommen. Die

Indikation zur Transplantation von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut ist bei

Erwachsenen nur in Ausnahmefällen zu stellen, z.B., wenn ansonsten keine

geeignete Stammzellspende zur Verfügung steht.

Informationen zur Anwendung

a) Gegenanzeigen

Absolute Kontraindikationen:

nicht bekannt

Relative Kontraindikationen:

Gravidität

Stillzeit

bekannte Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe

(Dimethylsulfoxid, Fruktose).

Mangel an Fruktose-1-Phosphat-Aldolase

Diese sind entsprechend der Indikation nach Risikoeinschätzung und Therapie

durch andere kurative Möglichkeiten zu bewerten.

DKMS Nabelschnurblutbank

gemeinnützige GmbH

Blasewitzer Str. 43, 01307 Dresden

Seite 2 von 8

b) Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Es werden generell 2 identische Endproduktbeutel (mit je 20ml) gleichzeitig

als Transplantat zur Applikation abgegeben.

„Stammzellen

Nabelschnurblut

(DKMS)“

müssen

HLA-

sollen

AB0-

kompatibel transfundiert werden.

„Stammzellen

Nabelschnurblut

(DKMS)“

sollen

geeigneten

Einwegmaterialien (Perfusorspritze 50ml) nach Auftauen und Waschen (siehe 8.

Auftau- und Waschanweisung) mit einem geeigneten Transfusionsbesteck (ohne

Leukozytenfilter) zügig transfundiert werden. Hierbei ist auf zügiges Vorgehen zu

achten, um die Wahrscheinlichkeit des Auftretens schädlicher Effekte des DMSO

zu minimieren.

Bei ABO-Unverträglichkeit ist vor Infusion von „Stammzellen aus Nabelschnurblut

(DKMS)“ eine Prämedikation mit Antihistaminikum und Hydrocortison zu erwägen.

Bei der Applikation DMSO-haltiger Stammzellpräparate besteht die Möglichkeit

des Auftretens von Übelkeit, abdominalen Krämpfen und Hautrötung. Darüber

hinaus können Atemnot, Hypo- und Hypertension, kardiale oder anaphylaktoide

Reaktionen auftreten (sieh 5. Nebenwirkungen). Diese Nebenwirkungen sind

abhängig von der DMSO-Dosis und der Geschwindigkeit der Applikation und

können

durch

Prämedikation

Kortikoiden,

Antihistaminika

Mannitol

gemildert werden. Durch fraktionierte Applikation kann das Auftreten kardialer

Komplikationen erheblich reduziert werden.

bekanntem

Fruktose-1,6-Diphosphatasemangel

sollten

während

Applikation des Präparates der Blutzucker, das Laktat und der Säure-Basen-

Haushalt kontrolliert werden. Bei erblicher Fruktose-Intoleranz ist die Bestimmung

von Fruktose1-Phosphat im Präparat vor Applikation empfohlen.

Bei HLA-Unverträglichkeit ist die Möglichkeit der höheren Ausprägung der akuten

GvHD

späteren

Thrombozytenrekonstitution,

ggf.

einer

Granulozytenrekonstitution zu berücksichtigen.

Während

Transfusion

klinische

Zustand

Empfängers

berücksichtigen.

hoher

Infusionsgeschwindigkeit

besteht

Gefahr

vasovagaler Reaktionen sowie in Abhängigkeit vom Gewicht des Patienten die

Gefahr

Hypervolämie

nachfolgendem

Lungenödem.

Auftreten

klinischer

Zeichen

Kreislaufüberlastung

müssen

(intensiv)medizinische

Maßnahmen eingeleitet werden, um die vollständige Infusion des Transplantates

ermöglichen.

Wird

Infusion

abgebrochen,

muss

relative

Risiko

(verzögertes Engraftment und höhere transplantationsbedingte Mortalität durch

niedrigere

transplantierte

Zellzahl)

entsprechend

Indikation

Transplantation und der aktuellen Situation des Patienten bewertet werden.

bekannter

Überempfindlichkeit

gegen

einen

Inhaltsstoffe

kann

notwendig

sein,

permanentes

Kreislaufmonitoring

eine

Allergieprophylaxe

durchzuführen

darüber

hinaus

Empfänger

klinischen Bild entsprechend medikamentös zu behandeln.

c)

Wechselwirkungen

mit

anderen

Arzneimitteln,

soweit

sie

die

Wirkungsweise

des

Arzneimittels

beeinflussen

können

und

Hauptinkompatibilitäten

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind nicht bekannt.

Wegen der Gefahr der hypotonen Lyse dürfen keine hypotonen Lösungen, wegen

der Gefahr von Gerinnselbildungen keine kalziumhaltigen Lösungen gleichzeitig

im selben Schlauchsystem gegeben werden. Die Beimischung von Medikamenten

zu „Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS)“ ist nicht zulässig.

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d) Verwendung für besondere Personengruppen

Verwendung während Schwangerschaft und Stillzeit und Personen mit bekannter

Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe:

Siehe 3a) Gegenanzeigen

Anwendung bei Kindern, Neugeborenen, Föten:

Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch bestehen keine Einschränkungen.

e) Warnhinweise

Sind nicht angeordnet

Hinweise zur ordnungsgemäßen Anwendung

a) Dosierung

Die derzeitig für eine erfolgreiche allogene Transplantation von „Stammzellen aus

Nabelschnurblut (DKMS)“ empfohlene Mindestdosis beträgt 3 x 10

kernhaltige

Zellen pro kg Körpergewicht.

b) Art der Anwendung

zur intravenösen Infusion nach Auftauen und Waschen

c) Häufigkeit der Verabreichung

zur Einmaltherapie

d) Dauer der Behandlung

zur Einmaltherapie

e) Überdosierung

Eine Gefahr der Überdosierung besteht nicht.

f) Notfallmaßnahmen

Treten Unverträglichkeiten auf, so ist die Transfusion unverzüglich zu stoppen,

der Venenzugang jedoch offen zu halten und eine Behandlung, der Ausprägung

Symptomatik

gemäß,

nach

aktuellen

Regeln

Notfallmedizin

einzuleiten. Nach Stabilisierung des Patienten sollte die Transfusion langsam und

unter

ständiger

ärztlicher

Aufsicht

fortgesetzt

werden.

unerwarteten

Transfusionsreaktionen

Transfusionsbeauftragte

Einrichtung

Einleitung

notwendiger

Maßnahmen

unverzüglich

benachrichtigen.

Dabei

muss

myeloablative

Behandlung

Empfängers

Transfusion

„Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS)“ beachtet werden.

bekannter

erblicher

Fruktose-Intoleranz

Fruktose-1,6-

Diphosphatasemangel sind ein permanentes Kreislaufmonitoring, engmaschige

Blutzucker- und Fruktose-1-Phosphat-Bestimmung und die Überwachung des

Säure-Basenhaushaltes angezeigt. Bei Hinweisen auf :

Anstieg der Fruktose-1-Phosphates im Blut ,

Abfall der Blutglukose und

Abfall des ph-Wertes und Base-Exzess ( BE)

sind

sofortige

Gegenmaßnahmen

entsprechend

Regeln

aktuellen

Notfallmedizin

Unterbrechung

Gabe

„Stammzellen

Nabelschnurblut (DKMS)“, Stabilisierung des Säure-Basengleichgewichtes und

intravenöser Zufuhr von Glukose angezeigt.

Nebenwirkungen

Übelkeit, abdominale Krämpfe, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen

Tachycardie, Bradykardie, Blutdruckanstieg, Blutdruckabfall

Urtikarielle Hautreaktionen und andere anaphylaktoide Reaktionen

Allergische Reaktionen bis hin zum Schock

Unverträglichkeitsreaktionen gegen Dimethylsulfoxid, Fructose oder

Plasmaproteine

Febrile Transfusionsreaktionen

Seite 4 von 8

Posttransfusionelle Purpura

Immunisierung des Empfängers gegen HLA-Antigene

Immunisierung gegen Blutgruppen-Antigene

Neugeborenen

sind

schneller

Transfusion

Herz-

Kreislaufreaktionen infolge von Citratintoxikationen möglich.

Graft-versus-Host-Disease (akut und chronisch)

Anwendung

menschlichem

Blut

hergestellten

Arzneimitteln

Übertragung

Infektionskrankheiten

durch

Übertragung von Erregern - auch bislang unbekannter Natur – nicht

völlig auszuschließen. Dies gilt auch für Hepatitis B und C und HIV

bzw. das erworbene Immundefektsyndrom (AIDS). Durch die Auswahl

der Spender und Testung der Präparate ist dieses Risiko minimiert.

Wirkungsweise, pharmakologische und toxikologische Eigenschaften

Die wirksamen Bestandteile eines Stammzellpräparates aus einer Einzelspende

von Nabelschnurblut sind morphologisch und funktionell intakte Stammzellen zur

Rekonstitution der Hämatopoese. Dabei wird der Fraktion der Stammzellen, die

CD-34-Antigen

exprimiert,

größte

haematopoetische

Potenz

zugeschrieben. Sie stellt einen Anteil von ca. 0,1 bis 1% der kernhaltigen Zellen.

Stammzellen

werden

durch

einen

Tieffrierprozess

Erhalt

Funktionsfähigkeit

lagerungsfähig

gemacht.

Kryoprotektivum

DMSO

(Dimethylsulfoxid) als Suspension in autologem Plasma in der Endkonzentration

von 10% im Präparat enthalten. Bei Raumtemperatur wirkt DMSO schädlich auf

Stammzellen. Deshalb sollen die Stammzellen möglichst weniger als 15 min bei

Raumtemperatur in DMSO-haltiger Lösung verbleiben. Unerwünschte Wirkungen

durch

DMSO-Anteil

Kryokonservierungsmedium

sind

strikter

Einhaltung der besonderen Hinweise zum Auftauen und Waschen (s. unter 8.

Auftau- und Waschanleitung) aufgrund des toxikologischen Wirkungsprofils dieser

Substanz

nicht

erwarten.

Kryokonservierungsprozess

für

eine

maximale

Vitalität

mononukleären

Zellen

optimiert

wurde,

werden

Erythrozyten weitgehend lysiert. Thrombozyten verlieren durch das Tieffrieren

teilweise ihre Funktionsfähigkeit.

Weitere Hinweise

a) Angaben zur Aufbewahrung und Haltbarkeit

„Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS)“ ist 8 Jahre haltbar, wenn

ununterbrochen

unterhalb

–130°

Gasphase

über

Flüssigstickstoff gelagert wird (Kühlkette beachten).

„Stammzellen

Nabelschnurblut

(DKMS)“

darf

nicht

bestrahlt

werden.

„Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS)“ darf nach Ablauf der

Haltbarkeit nicht mehr verwendet werden.

„Stammzellen

Nabelschnurblut

(DKMS)“

soll

gemäß

beigefügten Auftau- und Waschanweisung zur Infusion vorbereitet

werden.

„Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS)“ darf nach Auftauen nicht

erneut zu Transfusionszwecken kryokonserviert werden.

Seite 5 von 8

b) Optische Prüfung

Das kryokonservierte Präparat „Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS)“ ist

zerbrechlich.

Unmittelbar

Transfusion

muss

daher

Beutel

einer

optischen

Qualitätsprüfung

unterzogen

werden.

Wird

Inhalt

eines

beschädigten

Beutels

klinischen

Gründen

transfundiert,

erhöhte

Infektionsrisiko zu beachten.

c) Zusammensetzung des Fertigarzneimittels

Wirkstoffe (nach Art und Menge)

Humane, hämatopoetische Stammzellen, aus einer einzelnen Nabelschnurblut-

spende

Für die Wirkstoffe wurden die folgenden messbaren Parameter bestimmt:

Wirkstoffe pro Transplantat (40 ml, in 2 Endproduktbeuteln mit je 20 ml)

Kernhaltige Zellen exkl. Erythroblasten:

5 –24,71 x10

CD34+-Zellen

0,1 –20,2 x 10

CFU-Gesamt

1 - 275 x 10

Volumen der zellulären Bestandteile

4,6 – 9,6 ml

präparatespezifische

Wirkstoffmenge

äußeren

Behältnis-

beschriftung und im Begleitschein angegeben.

sonstige Bestandteile pro Transplantat (40 ml, in 2 Endproduktbeuteln mit je 20

Autologes Plasma ml

12,7 – 19,8

Antikoagulans CPD (Ph. Eur.)

18,8 – 6,6

DMSO

3,9 – 4

Erythrozyten

≤ 154 x 10

Thrombozyten

≤ 404 x 10

Erythroblasten

≤ 6,2 x 10

Das Transplantat kann bis zu 32 mg Fruktose enthalten.

d) Darreichungsform und Inhalt, Behältnis

40 ml in 2 Endproduktbeuteln mit je 20 ml „Stammzellen aus Nabelschnurblut

(DKMS)“ als Suspension, kryokonserviert im Kunststoffbeutel mit CE-Markierung

e) Angaben zum pharmazeutischen Unternehmer / Inhaber der Zulassung

DKMS Nabelschnurblutbank gemeinnützige GmbH, Blasewitzer Str. 43,

01307 Dresden

f)

Angaben

zum

Hersteller,

der

das

Fertigarzneimittel

für

das

Inverkehrbringen freigegeben hat

DKMS Nabelschnurblutbank gemeinnützige GmbH, Blasewitzer Str. 43,

01307 Dresden

g) Zulassungsnummer

PEI.H.01759.01.1

h) Datum der Erteilung der Zulassung

24.12.2008

i) Arzneimittelstatus

verschreibungspflichtig

Sonstige Hinweise:

Maßnahmen zur Reduktion des Übertragungsrisikos von Infektionserregern:

Da bei der Anwendung von aus menschlichem Blut hergestellten Arzneimitteln die

Übertragung von Infektionskrankheiten nicht völlig auszuschließen ist, werden

Maßnahmen getroffen, um das Risiko einer Übertragung von infektiösem Material

minimieren:

Für

Herstellung

„Stammzellen

Nabelschnurblut

Seite 6 von 8

(DKMS)“ wurden ausschließlich Spenden gesunder Spender verwendet. Das Blut

der Mutter wurde mit negativem Ergebnis auf Antikörper gegen HIV Typ 1 und 2,

Hepatitis-C-Virus (HCV), HTLV-I/II, Treponema pallidum und Hepatitis-B-Virus

(anti-HBc), Hepatitis-B-Virus-Oberflächenantigen (HBsAg) getestet. „Stammzellen

Nabelschnurblut

(DKMS)“

einer

Spende

wiederholt

reaktivem

Ergebnis auf Anti-HBc-Antikörper sind negativ getestet auf HBV-Genom und

enthalten mindestens 100 U/l an schützenden Anti-HBs-Antikörpern. Bei einem

positiven Anti-CMV-IgG- und/oder –IgM- Befund wurde das Nabelschnurblut mit

negativem

Ergebnis

für

CMV-Genom

(CMV-PCR)

getestet.

Nabelschnurblut

wurde

negativem

Ergebnis

Parvovirus

B19-

(Parvovirus

B19-PCR),

HCV-

(HCV-PCR)

HIV-1-Genom

(HIV-1-PCR)

getestet.

Bei der Sterilitätsprüfung fanden sich keine Hinweise auf Besiedlung mit aeroben,

anaeroben Mikroorganismen oder Pilzen.

Qualitätssicherung: Für die Transfusion von Stammzellpräparaten sind von den

Einrichtungen

Krankenversorgung

Maßnahmen

Rahmen

Qualitätssicherung

nach

Transfusionsgesetzes

ergreifen.

Dazu

gehören u.a. detaillierte Anweisungen für die Indikationsstellung abhängig vom

klinischen

Allgemeinzustand

Patienten

unterschiedlichen

Grunderkrankungen und die Dosierung, für Vorsorgemaßnahmen zur Erhaltung

Unversehrtheit

Präparates

Transfusion

Nachuntersuchung

Patienten

für

Feststellung

Transplantationserfolges. Dieser wird im Rahmen einer klinischen Dokumentation,

an der sich die anwendenden Einrichtungen beteiligen sollen, festgestellt

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung:

ordnungsgemäße

Beseitigung

angebrochenen

bzw.

nicht

mehr

verwendbaren Präparaten ist entsprechend den Vorgaben der Einrichtung der

Krankenversorgung sicherzustellen.

jeweils

aktuellen

Versionen

„Richtlinien

Transplantation

Stammzellen

Nabelschnurblut

Cord

Blood)“

sowie

aktuellen

„Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung

Blutprodukten

(Hämotherapie)“

sowie

gegebenenfalls

ergänzende

Veröffentlichungen der Bundesärztekammer und des Paul-Ehrlich-Instituts sind zu

berücksichtigen.

http://www.baek.de, http://pei.de

Seite 7 von 8

Auftau- und Waschanweisung

Räumlichkeiten

Die Präparation wird im Transplantationszentrum in Räumlichkeiten unter einer

Werkbank

GMP-Klasse

A

durchgeführt.

Durch

ein

geeignetes

Qualitätssicherungssystem

beim

Anwender

muss

das

Risiko

der

bakteriellen

Kontamination von „Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS)“ beim Auftauen

vermieden werden. Es werden eine Beutel-Zentrifuge mit Kühlung sowie ein

Wasserbad 37°C benötigt.

Auftauen mit Waschen (empfohlen)

Benötigte Geräte/Verbrauchsmaterial/Reagenzien

Schweißgerät für Schläuche

Waage

Kühlakkus

Dextran (Polyglucose) (z.B.Deltadex 40 (10%), Delta-Select, Zul.-Nr. 6120100)

Albumin 5% (z.B. HSA 5%, Baxter, Zul.-Nr. PEI.H.03271.01.1)

Sterile Auftaubeutel

150ml Vierfachblutbeutel

Mini-Spike Luer Lock zur Entnahme von Flüssigkeiten

Verbindungsdorne zur Injektion in Blutbeutel

Plasma Extraktor

3-Wege-Hähne

Atraumatische Klemmen

Donor Tube Stripper zum Entleeren der Schläuche

Spritzen verschiedener Volumina zur Probenentnahme

Kanülen (18 G)

1.

Das Auftauen von „Stammzellen aus Nabelschnurblut

(DKMS)“

der jeweils

2 Endproduktbeutel pro Transplantat wird nacheinander durchgeführt.

2.

Unter der Werkbank wird die Umverpackung des ersten Beutels vorsichtig

entfernt, das Präparat in einen sterilen Auftaubeutel transferiert und im

Wasserbad bei 37°C unter vorsichtigem Kneten aufgetaut.

3.

Sobald das Präparat leicht angetaut ist (es dürfen noch wenige kleine

Eisklumpen vorhanden sein), wird es aus dem Wasserbad genommen und

der Auftaubeutel unter der Werkbank vom Transplantatbeutel entfernt.

4.

Ein Verbindungsdorn mit Injektionsanschluss wird am Transplantatbeutel

angebracht.

5.

Unter

ständiger

Durchmischung

werden

zunächst

10

ml

Dextran

(Polyglucose) langsam (5 Minuten), anschließend 10 ml Albuminlösung

langsam (5 Minuten) hinzu gegeben.

6.

„Stammzellen

aus

Nabelschnurblut

(DKMS“)

weitere

5

Minuten

ruhen

lassen.

7.

Das Vierfachblutbeutelsystem an den Transplantatbeutel andornen. Das

Transplantat

wird

in

einen

mit

der

„CB-Nr.“

des

Transplantates

beschrifteten Transferbeutel überführt (die restlichen drei Transferbeutel

werden

mit

einer

Klemme

verschlossen).

Der

Beutelschlauch

des

Transferbeutels wird mit dem Stripper entleert und abgeklemmt. Der leere

Transplantatbeutel

wird

nahe

am

Dorn

abgeschweißt

und

nun

kühl

Seite 8 von 8

gelagert.

8.

Nun

folgt

die

Vorbereitung

des

zweiten

Beutels

wie

unter

2.

bis

6.

beschrieben. Anschließend wird der zweite Beutel zu dem ersten in den

gleichen Transferbeutel überführt.

9.

Der Transferbeutel wird zentrifugiert (500 x g, 10 min, 10°C).

10. Nach der Zentrifugation wird der Transferbeutel in einen Plasmaextraktor

gespannt.

Der

zweite

Transferbeutel

des

Vierfachblutbeutels

wird

beschriftet („CB-Nr.“, „Waschüberstand 1“) und die Klemme gelöst, so dass

die beiden Beutel miteinander verbunden sind. Der zellfreie Überstand aus

dem ersten wird vorsichtig in den zweiten Transferbeutel überführt und

anschließend abgeschweißt.

11. Sollten Zellen in den zweiten Transferbeutel übergegangen sein, müssen

der Inhalt in den ersten Transferbeutel zurückgeführt und die Zentrifugation

wiederholt werden.

12. Langsame Zugabe von 10 ml Dextran-Lösung zum Zellpellet über einen

Verbindungsdorn mit Injektionsanschluss

13. Langsame Zugabe von 10 ml Albumin-Lösung zum Zellpellet über einen

Verbindungsdorn mit Injektionsanschluss

14. 5 Minuten ruhen lassen

15. Zentrifugieren bei 500 x g, 10 min bei 10°C

16. Nach der Zentrifugation wird der Transferbeutel in einen Plasmaextraktor

gespannt. Der dritte Transferbeutel des Vierfachblutbeutels wird beschriftet

(„CB-Nr.“, „Waschüberstand 2“) und die Klemme gelöst, so dass die beiden

Beutel

miteinander

verbunden

sind.

Der

zellfreie

Überstand

aus

dem

ersten

wird

vorsichtig

in

den

dritten

Transferbeutel

überführt

und

anschließend

abgeschweißt.

Die

Überführung

muss

sehr

vorsichtig

geschehen, um einen Zellverlust zu verhindern.

17. Das Zellpellet wird in 10-50 ml Albuminlösung (ggf. weniger bei sehr

kleinen

Kindern!)

resuspendiert

und

muss

unverzüglich

transfundiert

werden.

18. „Stammzellen aus Nabelschnurblut (DKMS“)darf nach dem Auftauen nicht

wieder zu Transfusionszwecken eingefroren werden.

9. Datum der letzten Überarbeitung 28.8.2009

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