Sandimmun 100 mg Weichkapsel

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Ciclosporin
Verfügbar ab:
EurimPharm Arzneimittel GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
cyclosporine
Darreichungsform:
Weichkapsel
Zusammensetzung:
Ciclosporin 100.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
33901.01.00

2248-ZI005b

LiebePatientin,lieberPatient!

BittelesenSiefolgendeGebrauchsinformationaufmerksam,weilsiewichtigeInformationendarüberenthält,

wasSiebeiderAnwendungdiesesArzneimittelsbeachtensollen.WendenSiesichbeiFragenbitteanIhren

ArztoderApotheker.

Gebrauchsinformation

Sandimmun100mg

Wirkstoff:Ciclosporin

Zusammensetzung

1Kapselenthält:

ArzneilichwirksamerBestandteil:100mgCiclosporin

SonstigerwirksamerBestandteil:

Ethanol

WeitereBestandteile:

Glycerol85%,Maiskeimöl,Mannitol-Sorbitol-Sorbitan-höherePolyole-Gemisch(0-6%/25-40%/20-30%/

12,5-19%),Poly(oxyethylen)-7-glycerol-tri(oleat,linolat),Gelatine,FarbstoffeE171,E172.

DarreichungsformundInhalt

Originalpackungmit50Kapseln

Stoff-oderIndikationsgruppe

Immunsuppressivum(Medikament,dasdiekörpereigeneAbwehrdämpft)

Import,UmpackungundVertrieb: Hersteller:

Eurim-PharmArzneimittelGmbH R.P.SchererLtd,

AmGänslehen4–6 Eberbach

83451Piding

Tel.:08651/704-0

Anwendungsgebiete

1.ZurVorbeugungderTransplantat-AbstoßungnachallogenenTransplantationenvonNiere,Leber,Herz,

Herz-Lunge,LungeundBauchspeicheldrüsesowiezurBehandlungderTransplantat-Abstoßungbei

Patienten,diezuvorandereImmunsuppressiva(Mittel,diediekörpereigeneAbwehrdämpfen)erhalten

haben.

2.ZurVorbeugungderTransplantat-AbstoßungnachKnochenmark-Transplantationen;zurVorbeugungund

BehandlungderGraft-versus-Host-Krankheit.

3.SchwereendogeneUveitis

-manifeste,nichtinfektiöseUveitisintermediaoderposterior(EntzündungderAderhautdesAuges)mit

Erblindungsgefahr,soweitdieüblicheTherapienichtansprichtoderunvertretbareNebenwirkungen

auftreten.

-Behcet-Uveitis(EntzündungderAderhautdesAuges)mitwiederholtementzündlichemBefallderNetzhaut.

4.SchwerstetherapieresistenteFormenderPsoriasis(Schuppenflechte),insbesonderevomPlaque-Typ,diemit

einerkonventionellensystemischenTherapienichtausreichendbehandelbarsind.

5.SteroidabhängigesundsteroidresistentesnephrotischesSyndrom(Nierenerkrankungenmitausgeprägtem

EiweißverlustundanderenSymptomen)infolgeglomerulärerKrankheitenwieglomerulärer

Minimalveränderungen,fokalersegmentalerGlomeruloskleroseodermembranöserGlomerulonephritisbei

ErwachsenenundKindern,beidenenGlukokortikoideoderAlkylantienentwedernichtausreichendwirksam

oderaufgrundihrerRisikennichtvertretbarsind.

Sandimmun100mgkannzurRückbildungderKrankheitszeichen(Remissionen)undzurAufrechterhaltung

diesesZustandesverabreichtwerden.EskannauchzurAufrechterhaltungvonsteroidinduzierten

RemissionenverwendetwerdenunddadurchdasAbsetzenderKortikosteroideermöglichen.

Gegenanzeigen

WanndürfenSieSandimmun100mgnichtbzw.nurnachRücksprachemitIhremArztanwenden?

ImFolgendenwirdbeschrieben,wannSieSandimmun100mggarnichtbzw.nurunterbestimmten

BedingungenundnurmitbesondererVorsichtanwendendürfen.BefragenSiehierzubitteIhrenArzt.Diesgilt

auch,wenndieseAngabenbeiIhnenfrühereinmalzutrafen.

GegenanzeigenbeiallenAnwendungsgebieten

BeibekannterÜberempfindlichkeitgegenCiclosporinund/odergegeneinenderHilfsstoffedarfSandimmun

100mgnichtangewendetwerden.VorsichtistgebotenbeiPatientenmiterhöhtenHarnsäure-Blutspiegeln

(Hyperur-ikämie;siehespeziellenHinweisimAbschnitt„SchwersteFormenderPsoriasis“).

GegenanzeigenbeianderenAnwendungsgebietenalsTransplantationen

-Nierenfunktionsstörungen(Ausnahmens.Abschnitt„NephrotischesSyndrom“)

-UnkontrollierterBluthochdruck.WennsicheinBluthochdruck,derwährendderBehandlungmitSandimmun

100mgentstandenist,nichtangemessenbehandelnlässt,empfiehltsicheineDosissenkungoderdie

BeendigungderTherapie.

-UnkontrollierteInfektionskrankheiten(s.auchHinweiseimAbschnitt„Vorsichtsmaßnahmenfürdie

AnwendungundWarnhinweise“sowieunter„Nebenwirkungen“).

-AusderVorgeschichtebekannteoderdiagnostiziertebösartigeTumorenjeglicherArt(s.auchHinweiseim

Abschnitt„SchwersteFormenderPsoriasis“sowieunter„Nebenwirkungen“).

WiebeianderenimmunsuppressivenTherapienbestehtauchunterSandimmun100mgeinerhöhtesRisiko,

lymphoproliferative(mitübermäßigerTeilungvonLymphozytenverbundene)Störungenundbösartige

Tumoren,insbesonderederHaut,zuentwickeln.ZurFrüherkennungsolltenPatienten,dieüberlangeZeit

mitSand-immun100mgbehandeltwerden,sorgfältigüberwachtwerden.Sofernirgendwelche

präkanzerösenoderkanzerösen(aufKrebshindeutenden)Veränderungenentdecktwerden,istdie

Behandlungabzubrechen.

WeitereindikationsbezogeneGegenanzeigen

SchwersteFormenderPsoriasis

Sandimmun100mgistnichtanzuwendenbeiPsoriasis-PatientenmitschwerwiegendenLebererkrankungen,

erhöhtenHarnsäure-oderKalium-BlutspiegelnsowiebeiPsoriasis-Formen,diemöglicherweisedurch

Arzneimittelhervorgerufenoderverschlimmertwerden.

EinegleichzeitigeAnwendungvonSandimmun100mgmitPsoralenundUV-A-Licht(PUVA),selektiver

ultravioletterPhototherapie,RetinoidenoderimmunsupprimierenderTherapiedarfnichterfolgen.

Sandimmun100mgsolltenichtvorAblaufvon4WochennachBeendigungeinerEtretinat-Therapie

Anwendungfinden.BeiPatienten,dieeinelangjährigePsoralen-undUV-A-Licht(PUVA)-Therapieerhielten

(erhöhtesHautkrebsrisiko),darfSandimmun100mgnurnacheingehenderNutzen-Risiko-Abwägung

angewendetwerden.

ÜbermäßigeSonnenbestrahlungsolltevermiedenwerden.

BeiPsoriasis-Patientenunter18Jahren,beiAlkoholkranken,beierythrodermischeroderpustulöserPsoriasis

undbeiPatientenmitvorangegangenerlangjährigerMethotrexat-TherapieistSandimmun100mgnicht

anzuwenden,dahierbeikeineausreichendenklinischenErfahrungenvorliegen.

Hinweis:

BeiHautveränderungen,dienichtabsoluttypischfüreinePsoriasissind,beidenenjedochderVerdachtauf

Hautkrebs,MycosisfungoidesoderaufeinekutanePräkanzerose(z.B.MorbusBowen)besteht,isteine

Ge-websprobezuuntersuchen(Biopsie),bevormitSandimmun100mgbehandeltwird.Patientenmit

bösartigenHautveränderungenoderentsprechendenVorstadiendürfenerstnachangemessenerBehandlung

dieserKrankheitszeichenundsofernkeineandereMöglichkeiteinererfolgversprechendenTherapiebesteht,

mitSandimmun100mgbehandeltwerden.

NephrotischesSyndrom

DaPatientenmitbereitsprimäreingeschränkterNierenfunktiondurchSandimmun100mgeineweitere

VerschlechterungderNierenfunktionerfahrenkönnen,müssendiesePatientensehrsorgfältigüberwacht

werden.DieGrenzefürKreatinin-Ausgangswerte,biszudeneneinevorsichtigeBehandlungmitDosenvon

maximal2,5mgprokgKörpergewichtproTagdurchgeführtwerdenkann,kannmit200µmol/lbei

Erwachsenenund140µmol/lbeiKindernangesetztwerden.

PatientenmitnephrotischemSyndromsolltenSandimmun100mgnichterhalten,wenneinunkontrollierter

Blut-hochdruckvorliegt.EinerhöhtesRisikoinBezugaufeineVerschlechterungderNierenfunktionbesteht

beiderBehandlungvonälterenPatienten.

WasmüssenSieinSchwangerschaftundStillzeitbeachten?

CiclosporinruftamVersuchstierkeineMissbildungenhervor.ObwohldieErfahrungenüberdieSicherheitder

AnwendungbeischwangerenFrauenbegrenztsind,gibteskeineHinweiseaufMissbildungenbeider

AnwendungamMenschen.ErsteErfahrungenbeiTransplantations-Patientinnenweisenjedochdaraufhin,

dassCiclo-sporinwieandereImmunsuppressivadieWahrscheinlichkeitfürschwangerschaftsspezifische

KomplikationenwieschwangerschaftsinduziertenBluthochdruck(Präeklampsie)undeineverfrühteGeburtbei

verringertemGeburtsgewichterhöht.Sandimmun100mgsolltewährendderSchwangerschaftnureingesetzt

werden,wennderpositiveNutzendiemöglichenRisikenüberwiegt.SchwangereFrauen,diemitSandimmun

100mgbehandeltwerden,solltensorgfältigbeobachtetwerden.

CiclosporinundAlkoholalsweitererBestandteilderKapsel(sieheZusammensetzung)gehenindie

Muttermilchüber.DahersolltenMütterwährendeinerBehandlungmitSandimmun100mgihreKindernicht

stillen.

WasistbeiKindernundälterenMenschenzuberücksichtigen?

AufgrundderhöherenCiclosporin-ClearancebeiKindernwerdenunterUmständenhöhereSandimmun100

mg-Dosenbenötigt,umvergleichbareBlutspiegelwiebeiErwachsenenzuerzielen(s.Abschnitt

„Dosierungsanleitung,ArtundDauerderAnwendung“).

DakeineausreichendenklinischenErfahrungenvorliegen,istSandimmun100mginderIndikationschwerste

FormenderPsoriasis(s.o.)nichtbeiKindernanzuwenden.

AuchüberdieAnwendungbeiälterenMenschenliegennurbeschränkteErfahrungenvor.Essindaberkeine

besonderenProblemenachAnwendungvonSandimmun100mginderempfohlenenDosierungbekannt

geworden.

VorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendungundWarnhinweise

WelcheVorsichtsmaßnahmenmüssenbeachtetwerden?

AllgemeineVorsichtsmaßnahmen:

BeiTransplantations-Patienten,PatientenmitUveitisundPatientenmitnephrotischemSyndromsinddie

Ciclo-sporin-BlutspiegelwährendderTherapiezukontrollieren,umdieDosisggf.anpassenzukönnen.Die

BestimmungerfolgtmittelsspezifischemmonoklonalenAntikörper.NäheresentnehmenSiebittedem

Abschnitt„Dosierungsanleitung,ArtundDauerderAnwendung“.

BeiallenPatientenisteineengmaschigeKontrollederNierenfunktiondurchBestimmungdes

Serum-Kreatininserforderlich.DieDosismussggf.entsprechendangepasstwerden.Näheressieheebenfalls

unter„Dosierungsanleitung,ArtundDauerderAnwendung“.

DieLeberfunktionmussebenfallssorgfältigüberwachtwerden.

DerBlutdrucksollteunterderTherapiemitSandimmun100mgregelmäßiggemessenwerden.Sofernein

Blut-hochdruckfestgestelltwird,sindzurSenkungangemesseneMaßnahmeneinzuleiten.

DieBestimmungdesKalium-BlutspiegelswirdinsbesonderebeiPatientenmitausgeprägten

Nierenfunktionsstörungenempfohlen.

ErniedrigteMagnesium-BlutspiegelkönnengleichfallsAusdruck(tubulärer)Nierenfunktionsstörungensein.

DieBestimmungdesMagnesium-BlutspiegelswirdinsbesondereinderoperationsnahenZeitundbeim

VorliegenneurologischerAuffälligkeitenempfohlen.Ggf.sollteeinezusätzlicheGabevonMagnesium

erwogenwerden.

Esempfiehltsich,vorBeginnderBehandlungundnachdem1.BehandlungsmonatdieBlutfettwertezu

bestimmen.BeiAuftretenvonerhöhtenBlutfettwertensollteeineVerminderungderSandimmun100mg-Dosis

und/odereineEinschränkungderFettzufuhrmitderNahrunginErwägunggezogenwerden.

BeiPatientenmitnephrotischemSyndromempfiehltessich,eineNierenbiopsie(EntnahmeeinerGewebsprobe

ausderNiere)durchzuführen,wenndieTherapiemitSandimmun100mgübereinenlängerenZeitraum

fortgesetztwerdensoll(z.B.längerals1Jahr).

Patienten,dieüberlängereZeitmitSandimmun100mgbehandeltwerden,solltenaufgrunddeserhöhten

Risikos,lymphoproliferativeStörungenundmaligneTumoren,insbesonderederHaut,zuentwickeln,

sorgfältigüberwachtwerden.InsbesondereistdielangfristigeBehandlungmiteinerKombinationaus

verschiedenenhochdosiertenImmunsuppressivamitVorsichtdurchzuführen,daeshierzuschwerwiegenden

lymphoproliferativenStörungenundsolidenTumorenkommenkannmitunterUmständentödlichemAusgang.

AufgrunddesmöglicherweiseerhöhtenRisikosfürverschiedenebakterielle,parasitäre,viralesowie

Pilzinfektionen,oftmitopportunistischenErregernmitunterUmständentödlichemAusgang,sollten

ausreichendeVorsichtsmaßnahmenundtherapeutischeVorkehrungengetroffenwerden.Insbesonderegiltdies

fürPatienten,dieüberlängereZeitmiteinerKombinationausverschiedenenhochdosiertenImmunsuppressiva

behandeltwerden.

Alkoholwarnhinweis:

DiesesArzneimittelenthält12,8Vol.-%Alkohol.

BeiBeachtungderDosierungsanleitungwerdenbeijederEinnahmebiszu1,0gAlkohol(10Kapseln)

zugeführt.EingesundheitlichesRisikobestehtu.a.beiLeberkranken,Alkoholkranken,Epileptikern,

Hirngeschädigten,SchwangerenundKindern.DieWirkungandererArzneimittelkannbeeinträchtigtoder

verstärktwerden.

WechselwirkungenmitanderenMitteln

WelcheanderenArzneimittelbeeinflussendieWirkungvonSandimmun100mg?

Sandimmun100mgwirdinderRegelmitanderenImmunsuppressivakombiniert.Essolltejedochnicht

zusammenmitanderenCalcineurin-InhibitorenwieTacrolimusgegebenwerden.

EsmussbeieinerKombinationmitanderenImmunsuppressivaberücksichtigtwerden,dassübermäßige

ImmunsuppressiondieEmpfindlichkeitgegenüberInfektionenerhöhenundmöglicherweisedieBildungvon

malignenLymphomen(bösartigenTumorendesLymphsystems,vorwiegendNon-Hodgkin-Lymphomeund

Retikulumzellsarkom)verursachenkann.BeiPsoriasis-Patienten,dienacheinerkonventionellenTherapiemit

Sandimmun100mgbehandeltwurden,istüberdieEntstehungbösartigerTumoren,insbesonderederHaut,

berichtetworden.

BeiKombinationmitdenKortikosteroidenMethylprednisolon,PrednisonundPrednisolonwurdeaußereiner

gegenseitigenBeeinflussungdesMetabolismus(s.nachfolgendeAbsätze)eineerhöhteNeigungzuzerebralen

Krampfanfällenfestgestellt.DiesgiltinsbesonderefürhoheKortikosteroid-Dosen.

BeidergleichzeitigenAnwendungvonSandimmun100mgundanderenVerbindungenmitbekannter

nierenschädigenderWirkung(z.B.AminoglykosidewiebeispielsweiseGentamycinundTobramycin,

AmphotericinB,Ciprofloxacin,Melphalan,TrimethoprimundSulfamethoxazol,Vancomycin,

nichtsteroidalenAntiphlogistikawieDiclofenac,NaproxenundSulindac)istVorsichtgeboten.Die

Nierenfunktion(insbesonderederSerum-Kreatinin-Spiegel)solltehäufigüberwachtwerden.Wenneine

signifikanteEinschränkungderNierenfunktionbeobachtetwird,solltedieDosisdesBegleitmedikamentes

verringertodereinealternativeBehandlungerwogenwerden.

InEinzelfällenwurdebeiorgantransplantiertenPatientenbeigleichzeitigerAnwendungmitfibrathaltigen

Arzneimitteln(z.B.Bezafibrat,Fenofibrat)übereineerhebliche,wennauchreversibleEinschränkungder

Nierenfunktion(mitentsprechendemAnstiegdesSerum-Kreatinins)berichtet.DaheristbeidiesenPatienten

dieNierenfunktionsorgfältigzuüberwachen.BeieinersignifikantenEinschränkungderNierenfunktionistdas

Begleitmedikamentggf.abzusetzen.

GleichzeitigeAnwendungvonDiclofenacundSandimmun100mgführtzueinersignifikantenErhöhungder

BioverfügbarkeitvonDiclofenac,mitdermöglichenFolgeeinerreversiblenNiereninsuffizienz.DieserAnstieg

derBioverfügbarkeitvonDiclofenacberuhthöchstwahrscheinlichaufeinerReduzierungseineshohen

First-pass-Effektes,d.h.diesonstgleichbeidererstenLeberpassageabgebauteMengevonDiclofenacwird

vermindertundentsprechendmehrWirkstoffverbleibtimBlutundgelangtandenWirkort.Die

Diclofenac-Dosissollteentsprechendreduziertwerden.

OrlistathemmtdieFettresorptionausderNahrungundkanndaherdieBioverfügbarkeitvonCiclosporin

verändern.NachgegenwärtigerErfahrungsindnuroraleinzunehmende,Ciclosporin-haltigeProdukte

betroffen.BeieinersignifikantenÄnderungderCiclosporin-Talspiegeloder–BioverfügbarkeitistOrlistat

gegebenenfallsabzusetzen.

VerschiedeneSubstanzenerhöhenodersenkendieVollblutkonzentrationvonCiclosporinentwederdurch

kompetitiveHemmungoderdurchInduktion(Aktivierung)derLeberenzyme,dieamAbbauundander

AusscheidungvonCiclosporinbeteiligtsind,insbesondereCytochromP-450.

ZudenStoffen,diedieVollblutkonzentrationvonCiclosporinerhöhenunddamitdessenWirkungverstärken

können,gehörenKetoconazolund–wenigerausgeprägt–auchFluconazolundItraconazol,einige

Makrolid-Antibiotikawiez.B.Erythromycin,Clarithromycin,Josamycin,PosinomycinundPristinamycin,

Doxycyclin,oraleKontrazeptiva,Propafenon,Methylprednisolon(hoheDosen),Metoclopramid,Danazol,

Allopurinol,Amiodaron,Cholsäureund–derivatesowieCalciumantagonisten(z.B.Diltiazem,Nicardipin,

Verapamil,Mibefradil).DaNifedipinGingivahyperplasie(Zahnfleischwucherung)verursachenkann,sollte

seineAnwendungbeiPatientenunterbleiben,dieunterSandimmun100mgZahnfleischwucherungen

entwickeln.

ZudenStoffen,diedieVollblutkonzentrationvonCiclosporinsenkenunddamitdessenWirkungvermindern

können,gehörenBarbiturate,Carbamazepin,Phenytoin,Metamizol,Rifampicin,Nafcillin,Octreotid,

Probucol,Troglitazonundintravenös(nichtjedochoral)verabreichtesSulfadimidinundTrimethoprimsowie

Johanniskraut-haltigePräparate.

WennaufeinekombinierteTherapiemitStoffen,diedieBioverfügbarkeitvonSandimmun100mgerhöhen

odererniedrigen,nichtverzichtetwerdenkann,isteinesorgfältigeÜberwachungdesCiclosporin-Blutspiegels

undentsprechendeAnpassungderSandimmun100mg-Dosierungangezeigt,besonderszuBeginnundEnde

derBegleitmedikation.

Sandimmun100mgkanndieAusscheidungvonDigoxin,Colchicin,CSE-Hemmern,z.B.Lovastatin,und

Prednisolonvermindern.DadurchkönnendieToxizität(Giftigkeit)vonDigoxinerhöhtunddie

NebenwirkungenvonColchicinundCSE-HemmernaufdieMuskelnwiez.B.Muskelschmerzen,

Muskelschwäche,MuskelentzündungundRhabdomyolyse(AuflösungquergestreifterMuskelfasern)verstärkt

werden.DiegleichzeitigeAnwendungdieserArzneimittelmitSandimmun100mgsolltesorgfältigabgewogen

werden.

WährendderBehandlungmitSandimmun100mgsolltenkaliumreicheErnährungsowiedieGabe

kaliumhaltigerArzneimittel,vonACE-HemmernundAngiotensinII-Rezeptor-Antagonisten(bestimme

MedikamentezurBehandlungdesnichtorganbedingtenBluthochdrucks)odersogenannterkaliumsparender

Diuretika(bestimmteMedikamente,diedieHarnausscheidungfördern)vermiedenwerden.

Wegen des disulfiramähnlichen Effektes (z.B. Antabus), der nach Verabreichung von

N-Methyl-thiotetrazol-Cephalosporinenbeobachtetwurde,istbeigleichzeitigerGabevonSandimmun100mg

(alkoholhaltigesArzneimittel)Vorsichtgeboten.

DurchSandimmun100mgkanndieWirksamkeitvonImpfungenbeeinträchtigtwerden;Lebendimpfstoffe

solltennichtgegebenwerden.

BeachtenSiebitte,dassdieseAngabennichtnurbeigleichzeitigerAnwendungvonBedeutungsind,sondern

auchfürvorkurzemangewandteArzneimittelgeltenkönnen.

WelcheGenussmittel,SpeisenundGetränkesolltenSiemeiden?

Sandimmun100mgsollnichtgleichzeitigmitGrapefruitsafteingenommenwerden,daGrapefruitsaftdie

Bioverfügbarkeiterhöht.DasAusmaßderBlutspiegelveränderungenistjedochinterindividuellsehrvariabel

undnichtvorhersehbar.DaheristGrapefruitsaftinZusammenhangmitderEinnahmevonSandimmun100

mgzuvermeiden.

FettreicheMahlzeitenkönnenebenfallsdieBioverfügbarkeitvonCiclosporinerhöhen.

EinekaliumreicheErnährungsolltevermiedenwerden(s.o.).

Dosierungsanleitung,ArtundDauerderAnwendung

DiefolgendenAngabengelten,soweitIhnenIhrArztSandimmun100mgnichtandersverordnethat.Bitte

haltenSiesichandieAnwendungsvorschriften,daSandimmun100mgsonstnichtrichtigwirkenkann.

DieEinstellungvonPatientenaufSandimmun100mgsolltenurvonÄrzten,diemitderimmunsuppressiven

Therapiebzw.derBehandlungvonTransplantations-Patientenvertrautsind,vorgenommenwerden.Zur

DurchführungeinerTherapiemitSandimmun100mgmussdieerforderlicheÜberwachungderPatienten

einschließlichdervollständigenkörperlichenUntersuchung,derBlutdruckmessungundderLaborwerte(siehe

Abschnitte„Nebenwirkungen“sowie„VorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendung“)gewährleistetsein.Derfür

dieNachsorgedesPatientenverantwortlicheArztsollteumfassendinformiertsein.

ZurFeineinstellungderDosis,dieaufgrunddesKörpergewichtesdesPatientenerforderlich,jedochmit

Sandimmun100mgalleinnichtrealisierbarist,kannSandimmun25mgherangezogenwerden.Außerdemist

Sandimmun25mgzurniedrigdosiertenBehandlungErwachsenerundzurBehandlungvonKindern

besondersgeeignet.SobaldeinehöhereTagesdosisals2x3Kapselnerforderlichist,empfiehltsichder

ÜbergangaufSandimmun100mgoderSandimmunLösung.

WievielSandimmun100mgsolltenSieeinnehmen?WielangesolltenSieSandimmun100mg

anwenden?

1.Organtransplantationen

DieAnfangsdosierungvon10-14mgCiclosporinprokgKörpergewichtwirdalsEinzeldosis4-12Stunden

vorderTransplantationgegeben.DieAnfangsdosierungsolltefür1-2WochennachderOperation

beibehaltenwerden.DanachwirdunterBlutspiegelkontrolle(vgl.Abschnitt„Nebenwirkungen“)die

Dosierungschrittweisevermindert,biseineErhaltungsdosisvon2-6mgCiclosporinprokgKörpergewicht

täglicherreichtist.

DerMinimalblutspiegelvordernächstenAnwendung(„troughbloodlevel“)liegtzwischen100und400ng

Ciclosporin/ml(gemessenmitspezifischemmonoklonalenAntikörper,s.u.).

BeiNierentransplantations-Patientenhatsichgezeigt,dassDosenamunterenEndedesgenannten

Bereichs,d.h.unter3-4mg/kgKörpergewichtproTag,undentsprechendniedrigeBlutspiegelunter100

ng/ml,zueinemerhöhtenRisikovonAbstoßungsreaktionenführen.

EinigePatientenkommenschoneinenMonatnachderTransplantationmitwenigerals5mgCiclosporin

prokgKörpergewichttäglichaus,wennSandimmun100mgzusammenmitKortikosteroidengegeben

wird.

DieTagesdosiswirdentwederaufeinmalgegebenodervorzugsweiseauf2Einzelgabenverteilt.

2a.Knochenmark-Transplantationen

ZurEinleitungderBehandlungwirddieersteDosisvon12,5-15mgCiclosporinprokgKörpergewichtam

TagevorderTransplantationverabreicht.DiegleicheTagesdosiswirdnachderOperationetwa5Tage

langgegeben.DanachwirddieBehandlungmit12,5mgCiclosporinprokgKörpergewichttäglich

mindestens3-6Monate,vorzugsweise6Monatelang,fortgesetzt,bevordieDosisschrittweisegesenktund

schließlichSandimmun100mgabgesetztwerdenkann.DieserVorgangkannbiszueinemJahrdauern.

EinenachdemAbsetzenvonSandimmun100mgetwaauftretendeGraft-versus-Host-Krankheitkann

erneutmitSandimmun100mgbehandeltwerden,einemildechronischeGraft-versus-Host-Krankheitmit

niedrigenDosen.

DieTagesdosiswirdentwederaufeinmalgegebenodervorzugsweiseauf2Einzelgabenverteilt.

2b.BehandlungeinerbestehendenGraft-versus-Host-Krankheit

FallsdieBehandlungvonAnfanganmitSandimmun100mgdurchgeführtwird,beträgtdieTagesdosis

12,5-15mgCiclosporinprokgKörpergewicht.DieAnfangsdosierungsollte50Tagelangfortgeführtund

danninwöchentlichenAbständenumje5%gesenktwerden,biseineTagesdosisvon2mgCiclosporinpro

kgKörpergewichterreichtist.DannkanndasArzneimittelabgesetztwerden.

Zu1.und2.

WirdbeivorübergehendengastrointestinalenBeschwerden,inderenVerlaufdieAufnahmevonSandimmun

100mgbeeinträchtigtist,ersatzweiseaufdieintravenöseInfusionvonSandimmunInfusionslösungskonzentrat

zurückgegriffen,isteinDrittelderzuvoreingenommenenoralenCiclosporin-TagesdosisineinmaligerGabe

intravenöszuverabreichen.

BeiKleinkindernliegenbisherwenigErfahrungenmitSandimmun100mgvor.KinderabeinemJahrhaben

Sandimmun100mginderüblichenDosierungerhalten,ohnedassbesondereProblemeaufgetretenwären.In

verschiedenenStudienhabenKinderhöhereDosenprokgKörpergewichtbenötigtundvertragenals

Erwachsene.AufgrundderhöherenCiclosporin-ClearancebeiKindernwerdenunterUmständenhöhere

Sandimmun100mg-Dosenbenötigt,umvergleichbareBlutspiegelwiebeiErwachsenenzuerzielen.Einige

Krankheitsbilder(z.B.LebertransplantationmitRoux-Y-Schlinge,zystischeFibrose,Short-bowel-Syndrom)

gehenzusätzlichmiteinerMalabsorptionvonSandimmun100mgeinher.

EinebestimmteBegrenzungderAnwendungsdaueristimBereichderTransplantationennichtvorgesehen.

3.SchwereendogeneUveitis

NurÄrztemitErfahrunginimmunsuppressiverTherapiesolltenSandimmun100mgunteraugenärztlicher

KontrolleundunterständigerKontrolledesCiclosporin-Blutspiegelseinsetzen.DaSandimmun100mgdie

Nierenfunktionbeeinträchtigenkann,solltennurPatientenmitintakterNierenfunktiondamitbehandelt

werden.DieNierenfunktionisthäufigzukontrollieren.DerSerum-Kreatinin-Spiegelsolltenach

wiederholterMessungnichtmehrals30%überdenAusgangswertansteigen,auchwennersichnochim

Normbereichbefindet.AnderenfallsmussdieDosisvonSandimmun100mgum25-50%gesenktwerden.

WennderSerum-Kreatinin-Spiegelummehrals50%ansteigt,mussdieDosisummindestens50%

reduziertwerden.

BisausreichendeErfahrungenvorliegen,werdenzuBeginn5-10mgCiclosporinprokgKörpergewichtals

EinzelgabeoderverteiltaufmehrereGabentäglicheingenommen,biseineRückbildungdermanifesten

UveitisundBesserungderSehkrafteintritt.

ZurEinleitungeinerraschenRückbildungoderimakutenStadiumkannzusätzlicheinesystemische

Kortikosteroid-Behandlungmit0,2-0,6mgPrednisonprokgKörpergewichttäglichodergleichwirksame

DosenandererKortikosteroideerwogenwerden,wennSandimmun100mgalleinnichtausreicht.

ZurWeiterbehandlungsolltedieDosislangsamaufdieniedrigstenochwirksameDosisgesenktwerden.

BeiKleinkindernliegenkeineundbeiKindernüber5JahrennurvereinzelteErfahrungenvor.

DieBehandlungsdauerliegtzwischen3und16Monaten.

4.SchwersteFormenderPsoriasis

DaSandimmun100mgdieNierenfunktionbeeinträchtigenkann,istvorBehandlungsbeginnmit

mindestens2MessungenderAusgangswertdesSerum-Kreatinin-Spiegelszubestimmen.Anschließend

sinddieSerum-Kreatinin-Spiegelindenersten3BehandlungsmonateninzweiwöchentlichenIntervallen

zukontrollieren.BeistabilenSerum-Kreatinin-SpiegelnundeinerDosierungvon2,5mgCiclosporinpro

kgKörpergewichttäglichsinddieWertedanachinzweimonatlichenAbständen,beihöherenDosenin

monatlichenAbständenzukontrollieren.DieDosismussum25-50%gesenktwerden,wennder

Serum-Kreatinin-Spiegelmehrals30%überdenAusgangswertansteigt,auchwennersichnochim

Normbereichbefindet.WennderSerum-Kreatinin-Spiegelummehrals50%ansteigt,mussdieDosisum

mindestens50%reduziertwerden.WenndieDosissenkunginnerhalbeinesMonatskeineWirkungzeigt,

istdieBehandlungmitSandimmun100mgzubeenden.

VorBehandlungsbeginnundindenersten3BehandlungsmonatensinddieHarnsäure-Spiegelzu

kontrollieren.

Leberenzym-undBilirubin-WertedürfennurmaximaldoppeltsohochwiedieNormsein.

ZurEinleitungeinerraschenRückbildungwerden2,5mgCiclosporinprokgKörpergewichttäglich,

aufgeteiltauf2Einzeldosen,verabreicht.Trittnach1MonatkeineBesserungdesHautbefundesein,kann

dieTagesdosisinSchrittenzu1mg/kgKörpergewichtbisaufmaximal5mgCiclosporinprokg

Körpergewichttäglichangehobenwerden.ZurWeiterbehandlungsolltederPatientaufdieniedrigstenoch

wirksameDosiseingestelltwerden.

DieDosierungvonSandimmun100mgdarf5mgCiclosporinprokgKörpergewichttäglichnicht

überschreiten.BeiPatienten,beidenennach6Wochenmit5mgCiclosporinprokgKörpergewichttäglich

keineausreichendeBesserungdesKrankheitsbildeserzieltwerdenkannoderbeidenendiewirksameDosis

nichtmitdenobengenanntenHinweisenvereinbarist,istdieBehandlungzubeenden.

Anfangsdosenvon5mgCiclosporinprokgKörpergewichttäglichaufgeteiltin2Einzeldosensindbei

Patientengerechtfertigt,derenZustandeinebesondersrascheBesserungerfordert.

DieAnwendungsdauervonSandimmun100mgbeiPsoriasisbeträgtüblicherweise12Wochen.

Erfahrungen,insbesondereanhandvonDosisfindungsstudienanca.100Patienten,liegenfürmaximal1

Jahrvor;übereinenochlängereAnwendungliegenbishernochkeineausreichendenErfahrungenvor.Eine

BeendigungderTherapieempfiehltsich,wennsicheinBluthochdruck,derwährendderTherapiemit

Sandimmun100mgentstandenist,nichtangemessenbehandelnlässt.

5.NephrotischesSyndrom

DieDosisistunterBerücksichtigungderWirksamkeit(Proteinurie)undderTherapiesicherheit

(hauptsächlichSerum-Kreatinin-Spiegel)individuelleinzustellen.Siesollteaber5mgCiclosporinprokg

KörpergewichttäglichbeiErwachsenenund6mgCiclosporinprokgKörpergewichttäglichbeiKindern

nichtüberschreiten.

ZurEinleitungeinerraschenRückbildungdesnephrotischenSyndromswerden5mgCiclosporinprokg

KörpergewichttäglichfürErwachseneund6mgCiclosporinprokgKörpergewichttäglichfürKinder,

aufgeteiltauf2Einzeldosen,verabreicht,soferndieNierenfunktionnormalist.BeiPatientenmit

eingeschränkterNierenfunktioninnochzulässigemAusmaß(Achtung:Serum-Kreatinin-Spiegelüber200

µmol/lbeiErwachsenenund140µmol/lbeiKindernsindKontraindikationen)solltedieanfänglicheDosis

2,5mgCiclo-sporinprokgKörpergewichttäglichnichtüberschreiten.DiePatientenmüssensehrsorgfältig

überwachtwerden.

ZurWeiterbehandlungsolltedieDosislangsamaufdieniedrigstenochwirksameDosisgesenktwerden.

DieerwünschtenVollblutkonzentrationenvonCiclosporinliegenzwischen60und160ng/ml(gemessen

mitspezifischemmonoklonalenAntikörper).DieEinhaltungdiesesBereichessollteanfangsmöglichst

täglich,späteralle2Wochen,kontrolliertwerden.

DaSandimmun100mgdieNierenfunktionbeeinträchtigenkann,sindindenersten3

BehandlungsmonatendieSerum-Kreatinin-Spiegelregelmäßigzukontrollieren(beinormaler

Nierenfunktionalle2Wochen,beieingeschränkterNierenfunktioneinmalwöchentlich).

BeistabilenKreatinin-SpiegelnsinddieWertedanachinzweimonatigenAbständenzuüberprüfen.Die

Dosismussum25-50%gesenktwerden,wennderSerum-Kreatinin-Spiegelmehrals30%überden

Ausgangswertansteigt,auchwennersichnochimNormbereichbefindet.Wennder

Serum-Kreatinin-Spiegelummehrals50%ansteigt,mussdieDosisummindestens50%reduziert

werden.WenndieDosissenkunginnerhalbeinesMonatskeineWirkungzeigt,istdieBehandlungmit

Sandimmun100mgzubeenden.

BeiPatientenmitschwerenLeberfunktionsstörungenistdieanfänglicheSandimmun100mg-Dosisum25-

50%zusenken.

DieKombinationvonSandimmun100mgmitniederenDosenoralerKortikosteroideistempfehlenswert,

wenndieWirkungvonSandimmun100mgalleinnichtausreicht,insbesonderebeiPatientenmiteinem

steroidresistentennephrotischenSyndrom.

WennnachdreimonatigerBehandlungeineWirkungaufdieSymptomatikdesnephrotischenSyndroms

ausbleibt,istdieTherapiemitSandimmun100mgzubeenden.

WiesolltenSieSandimmun100mganwenden?

DieKapselnsindmitFlüssigkeitunzerkautzuschlucken.SiesollenderDurchdrückpackungerstunmittelbar

vordemEinnehmenentnommenwerden.

AnwendungsfehlerundÜberdosierung

Wasistzutun,wennSandimmun100mginzugroßenMengeneingenommenwurde(beabsichtigteoder

versehentlicheÜberdosierung)?

MitÜberdosierungenliegenwenigErfahrungenvor.NachoraleingenommenenDosenvonbiszu10g(ca.150

mg/kgKörpergewicht)wurdenErbrechen,Somnolenz,Kopfschmerzen,gesteigerteHerzfrequenzund,bei

einigenPatienten,einemittelschwerereversibleNiereninsuffizienzbeobachtet.Eswurdejedochüberschwere

VergiftungssymptomenachversehentlicherparenteralerÜberdosierungbeiFrühgeborenenberichtet.

ImFalleeinerÜberdosierungsindeineBehandlungderaufgetretenenSymptomeundallgemeinunterstützende

Maßnahmenangezeigt.InnerhalbdererstenStundennachEinnahmesolltebeimPatientenErbrechen

ausgelöstwerden.AucheineMagenspülungkannvonNutzensein.Esistzuerwarten,dassetwaigeAnzeichen

vonNierenschädigungen(Nephrotoxizität)nachAbsetzendesArzneimittelsabklingen.Ciclosporinistnichtin

nennenswertemAusmaßdialysierbaroderdurchAktivkohle-Haemoperfusionzueliminieren.

WasmüssenSiebeachten,wennSiezuwenigSandimmun100mgeingenommenodereineEinnahme

vergessenhaben?

DievergesseneDosiswirdnichtnachgeholtunddiefolgendeDosisnichterhöht.NehmenSiedienächsteDosis

zurüblichenZeitein.

WasmüssenSiebeachten,wennSiedieBehandlungunterbrechenodervorzeitigbeenden?

BeiAbsetzendesArzneimittelsbestehteinsehrgroßesRisikoderTransplantatabstoßung.Beidenanderen

Anwendungsgebieten(außerhalbderTransplantation)mussmiteinerVerschlimmerungbzw.einem

WiedereinsetzenderBeschwerdengerechnetwerden.WennSieSandimmun100mgabsetzenmöchten,halten

SieunbedingtRücksprachemitIhremArzt.

Nebenwirkungen

WelcheNebenwirkungenkönnenbeiderAnwendungvonSandimmun100mgauftreten?

DieNebenwirkungenderSandimmun100mg-TherapiesindimAllgemeinendosisabhängigundsprechenauf

eineDosissenkungan.IndenverschiedenenIndikationenistdasGesamtbildderNebenwirkungenim

Wesentlichendasselbe;esgibtjedochUnterschiedeinderHäufigkeitunddemSchweregrad.Dabei

Transplantations-PatientenhöhereAnfangsdosenundeineDauertherapieerforderlichsind,treten

NebenwirkungendortüblicherweisehäufigerundstärkerausgeprägtaufalsbeiPatienten,diewegenanderer

Indikationenbehandeltwerden.

EinewichtigeSicherheitsmaßnahmezurTherapieüberwachungbeiTransplantations-Patientensowiebei

PatientenmitUveitisundnephrotischemSyndromstelltdieBestimmungderCiclosporin-Konzentrationim

Vollblutdar,gemessenmitspezifischemmonoklonalenAntikörper(siehe„Dosierungsanleitung

Organtransplantationen“).

Niere

AlshäufigsteundmöglicherweiseschwerwiegendsteKomplikationkannesindenerstenWocheneiner

Sand-immun100mg-TherapiezuerhöhtenSerumspiegelnvonKreatininundHarnstoffkommen.Diese

BefundeberuhenauffunktionellenVeränderungenderNiere,sinddosisabhängigundreversibelundsprechen

üblicherweiseaufeineDosisreduktionan.EinesorgfältigeÜberwachungderNierenfunktionistwegender

GefahreinerNiereninsuffizienzerforderlich.

UnterLangzeittherapiekannsichbeieinigenPatienteneineNierenschädigungmitStrukturveränderungen

(z.B.eineinterstitielleFibrose)entwickeln,welchebeiPatientenmiteinerNierentransplantationvon

VeränderungeninfolgechronischerAbstoßungzuunterscheidenist.

BeieinigenPatientenmitnephrotischemSyndromkannesschwierigsein,einedurchCiclosporinausgelöste

Nierenfunktionsstörungzuentdecken,wennsienämlichdurcheinegleichzeitigeintretendeBesserungdes

vorliegendenKrankheitsbildesmaskiertwird.Dieserklärt,weshalbinseltenenFällenCiclosporin-assoziierte

StrukturveränderungenindenNierenohneAnstiegderSerum-Kreatinin-Spiegelbeobachtetwurden.Es

empfiehltsichdaher,eineNierenbiopsie(EntnahmeeinerGewebsprobeausderNiere)durchzuführen,wenn

zurBehandlungdesnephrotischenSyndromsdieTherapiemitSandimmun100mgübereinenlängeren

Zeitraumfortgesetztwerdensoll(z.B.längerals1Jahr).

Herz-Kreislauf-System

Häufig: Bluthochdruck.

DerBlutdrucksolltedeswegenunterderTherapiemitSandimmun100mgregelmäßig

gemessenwerden.ZurSenkungdesBluthochdruckssindangemesseneMaßnahmen

einzuleiten.

Selten: IschämischeHerzkrankheit

NervensystemundSinnesorgane

Häufig: Zittern(Tremor),Müdigkeit,Kopfschmerzen,Empfindungsstörungen(Parästhesien),

insbesondereeinBrenneninHändenundFüßen(imAllgemeineninderersten

Behandlungswoche).

Gelegentlich: Krampfanfälle(Konvulsionen).

Selten: StörungderdiequergestreifteMuskulatursteuerndenNerven(motorischePolyneuropathie),

Enzephalopathie, die sich in unterschiedlicher Ausprägung äußern kann:

Verwirrtheitszustände,Bewusstseinsstörungen,manchmalbiszumKoma,Seh-und

Hörstörungen,Bewegungsstörungen,Rindenblindheit,Taubheit,Lähmungen(Paresen:

Hemiplegie,Tetraplegie),Koordinationsstörungen(Ataxie),Agitiertheit,Schlafstörungen.

InEinzelfällen:Papillenödem

LeberundGastrointestinaltrakt

Häufig: Zahnfleischentzündung und –wucherung (Gingivitis hypertrophicans),

Magen-Darm-Beschwerden,z.B.Appetitlosigkeit,Übelkeit,Erbrechen,Durchfall,

EntzündungderMagen-undDarmschleimhaut(Gastritis,Gastroenteritis).

Gelegentlich: Magengeschwüre

Selten: EntzündungderBauchspeicheldrüse(Pankreatitis).

InEinzelfällen:EntzündungdesDickdarms(Kolitis).

Sandimmun100mgkannzumAnstiegvonBilirubinundLeberenzymenimSerumführen;diese

Veränderungenscheinendosisabhängigundreversibelzusein.GegebenenfallsistdieDosierungzureduzieren.

EinesorgfältigeÜberwachungderLeberfunktionistwegenderGefahreinerLeberinsuffizienzerforderlich.

Stoffwechsel/VeränderungenvonLaborwerten(s.a.unter„Niere“und„Leber“)

Häufig: Leichte,umkehrbareErhöhungderBlutfettwerte,speziellinKombinationmit

Kortikosteroiden.

Esempfiehltsichdeshalb,vorBeginnderBehandlungundnachdem1.Behandlungsmonat

dieBlutfettwertezubestimmen.BeiAuftretenvonerhöhtenBlutfettwertensollteeine

VerminderungderSandimmun100mg-Dosisund/odereineEinschränkungderFettzufuhr

mitderNahrunginErwägunggezogenwerden.

Gelegentlich: Gewichtszunahme, erhöhte Blutzucker-Spiegel (Hyperglykämie), erhöhte

Harnsäure-Blutspiegel(Hyperurikämie),Gicht,erhöhterKalium-Blutspiegel(Hyperkaliämie)

oderVerschlechterungeinesbereitsbestehendenerhöhtenKalium-Blutspiegels,erniedrigter

Magnesium-Blutspiegel(Hypomagnesiämie).

DieBestimmungdesKalium-BlutspiegelswirdinsbesonderebeiPatientenmitausgeprägten

Nierenfunktionsstörungenempfohlen.ErniedrigteMagnesium-Blutspiegelkönnengleichfalls

Ausdruck (tubulärer) Nierenfunktionsstörungen sein. Die Bestimmung des

Magnesium-BlutspiegelswirdinsbesondereinderoperationsnahenZeitundbeimVorliegen

neurologischerAuffälligkeitenempfohlen.Ggf.solleeinezusätzlicheGabevonMagnesium

erwogenwerden.

Haut

Häufig: VerstärkteKörperbehaarung(Hypertrichose).

Gelegentlich: Akne,HautausschlagoderallergischeHauterscheinungen.

Selten: Hautrötung,Juckreiz.

Muskulatur

Selten: Muskelkrämpfe,Muskelschmerzen,Muskelschwäche(Myopathie).

BlutbildendesSystem

Gelegentlich: Blutarmut(Anämie).

Selten: VerminderungderZahlderweißenBlutkörperchen(Leukopenie).

InEinzelfällen:Blutplättchenmangel(Thrombozytopenie)inKombinationmiteinerSchädigungvonkleinen

BlutgefäßenundBlutkörperchen(mikroangiopathischerhämolytischerAnämie)mit

Nierenversagen(hämolytisch-urämischesSyndrom).

Immunsystem

WiebeianderenimmunsuppressivenTherapienbestehtauchunterSandimmun100mgeinerhöhtesRisiko,

lymphoproliferativeStörungenundmaligneTumoren,insbesonderederHaut,zuentwickeln.DieHäufigkeit

scheintehervonAusmaßundDauerderImmunsuppressionabzuhängenalsvonderAnwendungbestimmter

immunsuppressiverSubstanzen.DahersolltenPatienten,dieüberlängereZeitmitSandimmun100mg

behandeltwerden,sorgfältigüberwachtwerden.InsbesondereistdielangfristigeBehandlungmiteiner

KombinationausverschiedenenhochdosiertenImmunsuppressivamitVorsichtdurchzuführen,daeshierzu

schwerwiegendenlymphoproliferativenStörungenundsolidenTumorenkommenkannmitunterUmständen

tödlichemAusgang.

BeieinigenmitCiclosporinbehandeltenPsoriasis-PatiententratenbenignelymphoproliferativeStörungen

sowieB-undT-Zell-Lymphome(bösartigeTumorendesLymphsystems)auf,diebeisofortigemAbsetzendes

Mittelsverschwanden.

WiebeianderenimmunsuppressivenTherapienkannbeiderBehandlungmitSandimmun100mgdasRisiko

fürverschiedenebakterielle,parasitäre,viralesowiePilzinfektionen,oftmitopportunistischenErregern,erhöht

sein.DasolcheInfektionenunterUmständeneinentödlichenAusganghabenkönnen,solltenausreichende

VorsichtsmaßnahmenundtherapeutischeVorkehrungengetroffenwerden.InsbesonderegiltdiesfürPatienten,

dieüberlängereZeitmiteinerKombinationausverschiedenenhochdosiertenImmunsuppressivabehandelt

werden.

Sonstiges

Gelegentlich: Schwellungen (Ödeme), reversible Menstruationsstörungen (Dysmenorrhoe oder

Amenorrhoe).

Selten: Überwärmung(Hyperthermie),VergrößerungdermännlichenBrust(Gynäkomastie),

Hitzewallungen.

WennSieNebenwirkungenbeisichbeobachten,dienichtindieserPackungsbeilageaufgeführtsind,teilenSie

diesebitteIhremArztoderApothekermit.

HinweiseundAngabenzurHaltbarkeitdesArzneimittels

DasVerfalldatumdieserPackungistaufdemBlisterundaufderFaltschachtelaufgedruckt.VerwendenSie

diesePackungnichtmehrnachdiesemDatum!

Sandimmun100mg,Kapseln,sollennichtüber30°Caufbewahrtwerden.

StandderInformation

März2001

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ArzneimittelunzugänglichfürKinderaufbewahren!

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DiesePackungwurdevonderFirmaEurim-PharmArzneimittelGmbH,

83451Piding,importiert.DerBeipackzettelwurdeebenfallsvonder

FirmaEurim-PharmArzneimittelGmbHgedrucktundhinzugefügt.

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Fachinformation

Sandimmun

1.BezeichnungderArzneimittel

SandimmunLösung

Sandimmun25mg,Kapseln

Sandimmun100mg,Kapseln

Wirkstoff:Ciclosporin

2.Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht

Verschreibungspflichtig

DieseArzneimittelenthalteneinenStoff,dessenWirkungindermedizinischenWissenschaftnochnicht

allgemeinbekanntist.DerpharmazeutischeUnternehmerhatdafürderzuständigenBundesoberbehördeeinen

Erfahrungsberichtnach§49Abs.6AMGvorzulegen.

3.ZusammensetzungderArzneimittel

3.1Stoff-oderIndikationsgruppe

Immunsuppressivum

3.2ArzneilichwirksamerBestandteil

SandimmunLösung

1mlenthält:100mgCiclosporin

Sandimmun25mg,Kapseln

1Kapselenthält:25mgCiclosporin

Sandimmun100mg,Kapseln

1Kapselenthält:100mgCiclosporin

DasMolekulargewichtbeträgt:1202,63.

3.3SonstigeBestandteile

SandimmunLösung

Sandimmun25mg,Kapseln

Sandimmun100mg,Kapseln

Ethanol

-andereBestandteile

SandimmunLösung

Maiskeimöl,Poly(oxyethylen)-7-glycerol-tri(oleat,linolat)

August2001

Fachinformation

Sandimmun

Sandimmun25mg,-100mg,Kapseln

Glycerol85%,Maiskeimöl,Poly(oxyethylen)-7-glycerol-tri(oleat,linolat),Mannitol-Sorbitol-Sorbitan-höhere

Polyole-Gemisch,(0-6%/25-40%/20-30%/12,5-19%),Gelatine,FarbstoffeE171,E172.

4.Anwendungsgebiete

1.ProphylaxederTransplantat-AbstoßungnachallogenenTransplantationenvonNiere,Leber,Herz,Herz-

Lunge,LungeundPankreassowieBehandlungderTransplantat-AbstoßungbeiPatienten,diezuvorandere

Immunsuppressivaerhaltenhaben.

2.ProphylaxederTransplantat-AbstoßungnachKnochenmark-Transplantationen;ProphylaxeundTherapie

derGraft-versus-Host-Krankheit.

3.SchwereendogeneUveitis

-manifeste,nichtinfektiöseUveitisintermediaoderposteriormitErblindungsgefahr,soweitdieübliche

TherapienichtansprichtoderunvertretbareNebenwirkungenauftreten.

-Behcet-Uveitismitrezidivierend-entzündlicherMitbeteiligungderRetina.

4.SchwerstetherapieresistenteFormenderPsoriasis,insbesonderevomPlaque-Typ,diemiteiner

konventionellensystemischenTherapienichtausreichendbehandelbarsind.

5.SteroidabhängigesundsteroidresistentesnephrotischesSyndrominfolgeglomerulärerKrankheitenwie

glomerulärerMinimalveränderungen,fokalersegmentalerGlomeruloskleroseodermembranöser

GlomerulonephritisbeiErwachsenenundKindern,beidenenGlukokortikoideoderAlkylantienentwedernicht

ausreichendwirksamoderaufgrundihrerRisikennichtvertretbarsind.

SandimmunkannzurErzielungvonRemissionenundzurAufrechterhaltungdiesesZustandesverabreicht

werden.EskannauchzurAufrechterhaltungvonsteroidinduziertenRemissionenverwendetwerdenund

dadurchdasAbsetzenderKortikosteroideermöglichen.

5.Gegenanzeigen

GegenanzeigenbeiallenDarreichungsformenundallenAnwendungsgebieten

BeibekannterÜberempfindlichkeitgegenCiclosporinund/odergegeneinenderHilfsstoffedarfSandimmun

nichtangewendetwerden.VorsichtistgebotenbeiPatientenmitHyperurikämie;siehespeziellenHinweisim

Abschnitt“SchwersteFormenderPsoriasis”.

CiclosporinwirktamVersuchstiernichtteratogen.ObwohldieErfahrungenüberdieSicherheitderAnwendung

beischwangerenFrauenbegrenztsind,gibteskeineHinweiseaufTeratogenitätbeiderAnwendungam

Menschen.ErsteErfahrungenbeiTransplantations-Patientinnenweisenjedochdaraufhin,dassCiclosporin

wieandereImmunsuppressivadieWahrscheinlichkeitfürschwangerschaftsspezifischeKomplikationenwie

Prä-eklampsieundeineverfrühteGeburtbeiverringertemGeburtsgewichterhöht.Sandimmunsolltewährend

derSchwangerschaftnureingesetztwerden,wennderpositiveNutzendiemöglichenRisikenüberwiegt.

SchwangereFrauen,diemitSandimmunbehandeltwerden,solltensorgfältigbeobachtetwerden.

CiclosporinundAlkoholalsweitererBestandteil(siehe“Zusammensetzung”)gehenindieMuttermilchüber.

DahersolltenwährendeinerBehandlungmitSandimmunMütterihreKindernichtstillen.

August2001

Fachinformation

Sandimmun

AuchüberdieAnwendungbeiälterenMenschenliegennurbeschränkteErfahrungenvor.Essindaberkeine

besonderenProblemenachAnwendungvonSandimmuninderempfohlenenDosierungbekanntgeworden.

GegenanzeigenbeianderenAnwendungsgebietenalsTransplantationen

-Nierenfunktionsstörungen(Ausnahmens.Abschnitt“NephrotischesSyndrom”)

-UnkontrollierterBluthochdruck.WennsicheinBluthochdruck,derwährendderBehandlungmitSandimmun

entstandenist,nichtangemessenbehandelnlässt,empfiehltsicheineDosisreduktionoderdieBeendigung

derTherapie.

-UnkontrollierteInfektionskrankheiten(s.auchHinweiseunter“Nebenwirkungen”).

-AnamnestischbekannteoderdiagnostiziertemaligneTumorenjeglicherArt(s.auchHinweiseimAbschnitt

“SchwersteFormenderPsoriasis”sowieunter“Nebenwirkungen”).

WiebeianderenimmunsuppressivenTherapienbestehtauchunterSandimmuneinerhöhtesRisiko,

lymphoproliferativeStörungenundmaligneTumoren,insbesonderederHaut,zuentwickeln.Zur

FrüherkennungsolltenPatienten,dieüberlangeZeitmitSandimmunbehandeltwerden,sorgfältigüberwacht

werden.SofernirgendwelchepräkanzerösenoderkanzerösenVeränderungenentdecktwerden,istdie

Behandlungabzubrechen.

WeitereindikationsbezogeneGegenanzeigen

DakeineausreichendenklinischenErfahrungenvorliegen,istSandimmuninderIndikationPsoriasis(s.u.)

nichtbeiKindernanzuwenden.

SchwersteFormenderPsoriasis

SandimmunistnichtanzuwendenbeiPsoriasis-PatientenmitschwerwiegendenLebererkrankungen,erhöhten

Harnsäure-oderKalium-BlutspiegelnsowiebeiPsoriasis-Formen,diemöglicherweisedurchArzneimittel

hervorgerufenoderverschlimmertwerden.

EinegleichzeitigeAnwendungvonSandimmunmitPUVA,selektiverultravioletterPhototherapie,Retinoiden

oderimmunsupprimierenderTherapiedarfnichterfolgen.

SandimmunsolltenichtvorAblaufvon4WochennachBeendigungeinerEtretinat-TherapieAnwendung

finden.BeiPatienten,dieeinelangjährigePUVA-Therapieerhielten(erhöhtesHautkrebsrisiko),darf

SandimmunnurnacheingehenderNutzen-Risiko-Abwägungangewendetwerden.

ÜbermäßigeSonnenbestrahlungsolltevermiedenwerden.

BeiPsoriasis-Patientenunter18Jahren,beiAlkoholkranken,beierythrodermischeroderpustulöserPsoriasis

undbeiPatientenmitvorangegangenerlangjährigerMethotrexat-TherapieistSandimmunnichtanzuwenden,

dahierbeikeineausreichendenklinischenErfahrungenvorliegen.

Hinweis:

BeiHautveränderungen,dienichtabsoluttypischfüreinePsoriasissind,beidenenjedochderVerdachtauf

Hautkrebs,MycosisfungoidesoderaufeinekutanePräkanzerose(z.B.MorbusBowen)besteht,isteineGe-

websprobezuuntersuchen(Biopsie),bevormitSandimmunbehandeltwird.Patientenmitbösartigen

HautveränderungenoderentsprechendenVorstadiendürfenerstnachangemessenerBehandlungdieser

August2001

Fachinformation

Sandimmun

KrankheitszeichenundsofernkeineandereMöglichkeiteinererfolgversprechendenTherapiebesteht,mit

Sandimmunbehandeltwerden.

NephrotischesSyndrom

DaPatientenmitbereitsprimäreingeschränkterNierenfunktiondurchSandimmuneineweitere

VerschlechterungderNierenfunktionerfahrenkönnen,müssendiesePatientensehrsorgfältigüberwacht

werden.

DieGrenzefürKreatinin-Ausgangswerte,biszudeneneinevorsichtigeBehandlungmitDosenvonmaximal

2,5mgprokgKörpergewichtproTagdurchgeführtwerdenkann,kannmit200µmol/lbeiErwachsenenund

140µmol/lbeiKindernangesetztwerden.

PatientenmitnephrotischemSyndromsolltenSandimmunnichterhalten,wenneinunkontrollierterBlut-

hochdruckvorliegt.EinerhöhtesRisikoinBezugaufeineVerschlechterungderNierenfunktionbestehtbeider

BehandlungvonälterenPatienten.

6.Nebenwirkungen

DieNebenwirkungenderSandimmun-TherapiesindimAllgemeinendosisabhängigundsprechenaufeine

Dosisreduktionan.IndenverschiedenenIndikationenistdasGesamtbildderNebenwirkungenim

Wesentlichendasselbe;esgibtjedochUnterschiedeinderHäufigkeitunddemSchweregrad.Dabei

TransplantationspatientenhöhereInitialdosenundeineDauertherapieerforderlichsind,tretenNebenwirkungen

dortüblicherweisehäufigerundstärkerausgeprägtaufalsbeiPatienten,diewegenandererIndikationen

behandeltwerden.

EinewichtigeSicherheitsmaßnahmezurTherapieüberwachungbeiTransplantations-Patientensowiebei

PatientenmitUveitisundnephrotischemSyndromstelltdieBestimmungderCiclosporin-Konzentrationim

Vollblutdar,gemessenmitspezifischemmonoklonalenAntikörper(siehe“Dosierungsanleitung

Organtransplantationen”).

Niere

AlshäufigsteundmöglicherweiseschwerwiegendsteKomplikationkannesindenerstenWocheneinerSand-

immun-TherapiezuerhöhtenSerumspiegelnvonKreatininundHarnstoffkommen.DieseBefundeberuhenauf

funktionellenVeränderungenderNiere,sinddosisabhängigundreversibelundsprechenüblicherweiseaufeine

Dosisreduktionan.EinesorgfältigeÜberwachungderNierenfunktionistwegenderGefahreiner

Niereninsuffizienzerforderlich.

UnterLangzeittherapiekannsichbeieinigenPatienteneineNierenschädigungmitStrukturveränderungen(z.B.

eineinterstitielleFibrose)entwickeln,welchebeiPatientenmiteinerNierentransplantationvonVeränderungen

infolgechronischerAbstoßungzuunterscheidenist.

BeieinigenPatientenmitnephrotischemSyndromkannesschwierigsein,einedurchCiclosporinausgelöste

Nierenfunktionsstörungzuentdecken,wennsienämlichdurcheinegleichzeitigeintretendeBesserungdes

vorliegendenKrankheitsbildesmaskiertwird.Dieserklärt,weshalbinseltenenFällenCiclosporin-assoziierte

StrukturveränderungenindenNierenohneAnstiegderSerum-Kreatinin-Spiegelbeobachtetwurden.Es

empfiehltsichdaher,eineNierenbiopsiedurchzuführen,wennzurBehandlungdesnephrotischenSyndroms

dieTherapiemitSandimmunübereinenlängerenZeitraumfortgesetztwerdensoll(z.B.längerals1Jahr).

Herz-Kreislauf-System

August2001

Fachinformation

Sandimmun

Häufig:ArterielleHypertonie.

DerBlutdrucksolltedeswegenunterderTherapiemitSandimmunregelmäßiggemessenwerden.ZurSenkung

desBluthochdruckssindangemesseneMaßnahmeneinzuleiten.

Selten:IschämischeHerzkrankheit

NervensystemundSinnesorgane

Häufig:Tremor,Müdigkeit,Kopfschmerzen,Parästhesien,insbesondereeinBrenneninHändenundFüßen(im

AllgemeinenindererstenBehandlungswoche).

Gelegentlich:Konvulsionen

Selten:MotorischePolyneuropathie,Enzephalopathie,diesichinunterschiedlicherAusprägungäußernkann:

Verwirrtheitszustände,Bewusstseinsstörungen,manchmalbiszumKoma,Seh-undHörstörungen,

Bewegungsstörungen,corticaleBlindheit,Taubheit,Paresen(Hemiplegie,Tetraplegie),Ataxie,Agitation,

Schlafstörungen.

InEinzelfällen:Papillenödem

LeberundGastrointestinaltrakt

Häufig:Gingivitishypertrophicans,gastrointestinaleBeschwerden,z.B.Appetitlosigkeit,Übelkeit,Erbrechen,

Durchfall,GastritisoderGastroenteritis.

Gelegentlich:Magenulcera

Selten:Pankreatitis

InEinzelfällen:Kolitis

SandimmunkannzumAnstiegvonBilirubinundLeberenzymenimSerumführen;dieseVeränderungen

scheinendosisabhängigundreversibelzusein.GegebenenfallsistdieDosierungzureduzieren.Eine

sorgfältigeÜberwachungderLeberfunktionistwegenderGefahreinerLeberinsuffizienzerforderlich.

Stoffwechsel/VeränderungenvonLaborwerten(s.a.unter“Niere”und“Leber”)

Häufig:Leichte,umkehrbareErhöhungderBlutfettwerte,speziellinKombinationmitKortikosteroiden.

Esempfiehltsichdeshalb,vorBeginnderBehandlungundnachdem1.BehandlungsmonatdieBlutfettwerte

zubestimmen.BeiAuftretenvonerhöhtenBlutfettwertensollteeineVerminderungderSandimmun-Dosis

und/odereineEinschränkungderFettzufuhrmitderNahrunginErwägunggezogenwerden.

Gelegentlich:Gewichtszunahme,Hyperglykämie,Hyperurikämie,Gicht,HyperkaliämieoderVerschlechterung

einerbereitsbestehendenHyperkaliämie,Hypomagnesiämie.

DieBestimmungdesKalium-BlutspiegelswirdinsbesonderebeiPatientenmitausgeprägten

Nierenfunktionsstörungenempfohlen.

HypomagnesiämienkönnengleichfallsAusdruck(tubulärer)Nierenfunktionsstörungensein.DieBestimmung

desMagnesium-BlutspiegelswirdinsbesondereinderperioperativenPhaseundbeimVorliegen

neurologischerSymptomeempfohlen.Ggf.sollteeineMagnesium-Substitutionerwogenwerden.

Haut

August2001

Fachinformation

Sandimmun

Häufig:Hypertrichose

Gelegentlich:Akne,HautausschlagoderallergischeHauterscheinungen.

Selten:Hautrötung,Juckreiz.

Muskulatur

Selten:Muskelkrämpfe,Muskelschmerzen,Muskelschwäche(Myopathie).

BlutbildendesSystem

Gelegentlich:Anämie

Selten:Leukopenie

InEinzelfällen:ThrombozytopenieinKombinationmitmikroangiopathischerhämolytischerAnämiemit

Nierenversagen(hämolytisch-urämischesSyndrom).

Immunsystem

WiebeianderenimmunsuppressivenTherapienbestehtauchunterSandimmuneinerhöhtesRisiko,

lymphoproliferativeStörungenundmaligneTumoren,insbesonderederHaut,zuentwickeln.DieHäufigkeit

scheintehervonAusmaßundDauerderImmunsuppressionabzuhängenalsvonderAnwendungbestimmter

immunsuppressiverSubstanzen.DahersolltenPatienten,dieüberlängereZeitmitSandimmunbehandelt

werden,sorgfältigüberwachtwerden.InsbesondereistdielangfristigeBehandlungmiteinerKombinationaus

verschiedenenhochdosiertenImmunsuppressivamitVorsichtdurchzuführen,daeshierzuschwerwiegenden

lymphoproliferativenStörungenundsolidenTumorenkommenkannmitunterUmständentödlichemAusgang.

BeieinigenmitCiclosporinbehandeltenPsoriasis-PatiententratenbenignelymphoproliferativeStörungen

sowieB-undT-Zell-Lymphomeauf,diebeisofortigemAbsetzendesMittelsverschwanden.

WiebeianderenimmunsuppressivenTherapienkannbeiderBehandlungmitSandimmundasRisikofür

verschiedenebakterielle,parasitäre,viralesowiePilzinfektionen,oftmitopportunistischenErregern,erhöht

sein.DasolcheInfektionenunterUmständeneinentödlichenAusganghabenkönnen,solltenausreichende

VorsichtsmaßnahmenundtherapeutischeVorkehrungengetroffenwerden.InsbesonderegiltdiesfürPatienten,

dieüberlängereZeitmiteinerKombinationausverschiedenenhochdosiertenImmunsuppressivabehandelt

werden.

Sonstiges

Gelegentlich:Ödeme,reversibleDysmenorrhoe,Amenorrhoe.

Selten:Hyperthermie,Gynäkomastie,Hitzewallungen.

7.WechselwirkungenmitanderenMitteln

CiclosporinwirdinderRegelmitanderenImmunsuppressivakombiniert.Essolltejedochnichtzusammenmit

anderenCalcineurin-InhibitorenwieTacrolimusgegebenwerden.EsmussbeieinerKombinationmitanderen

Immunsuppressivaberücksichtigtwerden,dassübermäßigeImmunsuppressiondieInfektionsanfälligkeit

erhöhenundmöglicherweisedieBildungvonmalignenLymphomen(vorwiegendNon-Hodgkin-Lymphomeund

Retikulumzellsarkom)verursachenkann.BeiPsoriasis-Patienten,dienacheinerkonventionellenTherapiemit

August2001

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Sandimmun

Sandimmunbehandeltwurden,istüberdieEntstehungbösartigerTumoren,insbesonderederHaut,berichtet

worden.

BeiKombinationmitdenKortikosteroidenMethylprednisolon,PrednisonundPrednisolonwurdeaußereiner

gegenseitigenBeeinflussungdesMetabolismus(s.nachfolgendeAbsätze)eineerhöhteNeigungzuzerebralen

Krampfanfällenfestgestellt.DiesgiltinsbesonderefürhoheKortikosteroid-Dosen.

BeidergleichzeitigenAnwendungvonSandimmunundanderenVerbindungenmitbekannternephrotoxischer

Wirkung(z.B.AminoglykosidewiebeispielsweiseGentamycinundTobramycin,AmphotericinB,Ciprofloxacin,

Melphalan,TrimethoprimundSulfamethoxazol,Vancomycin,nichtsteroidalenAntiphlogistikawieDiclofenac,

NaproxenundSulindac)istVorsichtgeboten.DieNierenfunktion(insbesonderederSerum-Kreatinin-Spiegel)

solltehäufigüberwachtwerden.WenneinesignifikanteEinschränkungderNierenfunktionbeobachtetwird,

solltedieDosisdesBegleitmedikamentesverringertodereinealternativeBehandlungerwogenwerden.

InEinzelfällenwurdebeiorgantransplantiertenPatientenbeigleichzeitigerAnwendungvonfibrathaltigen

Arzneimitteln(z.B.Bezafibrat,Fenofibrat)übereineerhebliche,wennauchreversibleEinschränkungder

Nierenfunktion(mitentsprechendemAnstiegdesSerum-Kreatinins)berichtet.DaheristbeidiesenPatienten

dieNierenfunktionsorgfältigzuüberwachen.BeieinersignifikantenEinschränkungderNierenfunktionistdas

Begleitmedikamentggf.abzusetzen.

GleichzeitigeAnwendungvonDiclofenacundSandimmunführtzueinersignifikantenErhöhungder

BioverfügbarkeitvonDiclofenac,mitdermöglichenFolgeeinerreversiblenNiereninsuffizienz.DieserAnstieg

derBioverfügbarkeitvonDiclofenacberuhthöchstwahrscheinlichaufeinerReduzierungseineshohenFirst-

pass-Effektes.DieDiclofenac-Dosissollteentsprechendreduziertwerden.

OrlistathemmtdieFettresorptionausderNahrungundkanndaherdieBioverfügbarkeitvonCiclosporin

verändern.NachgegenwärtigerErfahrungsindnuroraleinzunehmende,Ciclosporin-haltigeProdukte

betroffen.BeieinersignifikantenÄnderungderCiclosporin-Talspiegeloder–BioverfügbarkeitistOrlistat

gegebenenfallsabzusetzen.

VerschiedeneSubstanzenerhöhenodersenkendieVollblutkonzentrationenvonCiclosporinentwederdurch

kompetitiveHemmungoderdurchInduktionderLeberenzyme,dieamAbbauundanderAusscheidungvon

Ciclosporinbeteiligtsind,insbesondereCytochromP-450.

ZudenStoffen,diedieVollblutkonzentrationvonCiclosporinerhöhen,gehörenKetoconazolund–weniger

ausgeprägt–auchFluconazolundItraconazol,einigeMakrolid-Antibiotikawiez.B.Erythromycin,

Clarithromycin,Josamycin,PosinomycinundPristinamycin,Doxycyclin,oraleKontrazeptiva,Propafenon,

Methylprednisolon(hoheDosen),Metoclopramid,Danazol,Allopurinol,Amiodaron,Cholsäureund–derivate

sowieCalciumantagonisten(z.B.Diltiazem,Nicardipin,Verapamil,Mibefradil).DaNifedipinGingivahyperplasie

verursachenkann,sollteseineAnwendungbeiPatientenunterbleiben,dieunterSandimmun

Zahnfleischwucherungenentwickeln.

ZudenStoffen,diedieVollblutkonzentrationvonCiclosporinsenken,gehörenBarbiturate,Carbamazepin,

Phenytoin,Metamizol,Rifampicin,Nafcillin,Octreotid,Probucol,Troglitazonundintravenös(nichtjedochoral)

verabreichtesSulfadimidinundTrimethoprimsowieJohanniskraut-haltigePräparate.

WennaufeinekombinierteTherapiemitStoffen,diedieBioverfügbarkeitvonSandimmunerhöhenoder

erniedrigen,nichtverzichtetwerdenkann,isteinesorgfältigeÜberwachungdesCiclosporin-Blutspiegelsund

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Sandimmun

entsprechendeAnpassungderSandimmun-Dosierungangezeigt,besonderszuBeginnundEndeder

Begleitmedikation.

SandimmunkanndieClearancevonDigoxin,Colchicin,CSE-Hemmern,z.B.Lovastatin,undPrednisolon

vermindern.DadurchkönnendieToxizitätvonDigoxinerhöhtunddieNebenwirkungenvonColchicinundCSE-

HemmernaufdieMuskeln(z.B.Muskelschmerzen,Muskelschwäche,MyositisundRhabdomyolyse)verstärkt

werden.DiegleichzeitigeAnwendungdieserArzneimittelmitSandimmunsolltesorgfältigabgewogenwerden.

WährendderBehandlungmitSandimmunsolltenkaliumreicheErnährungsowiedieGabekaliumhaltiger

Arzneimittel,vonACE-Hemmern,vonAngiotensinII-Rezeptor-AntagonistenoderkaliumsparenderDiuretika

vermiedenwerden.

WegendesdisulfiramähnlichenEffektes(z.B.Antabus),dernachVerabreichungvonN-Methyl-thiotetrazol-

Cephalosporinenbeobachtetwurde,istbeigleichzeitigerGabevonSandimmun(alkoholhaltigesArzneimittel)

Vorsichtgeboten.

DurchSandimmunkanndieWirksamkeitvonImpfungenbeeinträchtigtwerden;Lebendimpfstoffesolltennicht

gegebenwerden.

FettreicheMahlzeitenkönnendieBioverfügbarkeitvonCiclosporinerhöhen.

AuchGrapefruitsaftkanndurchWechselwirkungmitdemCytochromP-450-SystemdieBlutspiegelvonCiclo-

sporinerhöhen.DasAusmaßderBlutspiegelveränderungenistjedochinterindividuellsehrvariabelundnicht

vorhersehbar.DaheristGrapefruitsaftinZusammenhangmitderEinnahmevonSandimmunzuvermeiden.

8.Warnhinweise

SandimmunLösungenthält12,65Vol.-%Alkohol.BeiBeachtungderDosierungsanleitungwerdenbeijeder

Einnahme(11,25ml)biszu1,125gAlkoholzugeführt.

Sandimmun25mgundSandimmun100mgenthaltenjeweils12,8Vol.-%Alkohol.BeiBeachtungder

DosierungsanleitungwerdenbeijederEinnahmebiszu1,0gAlkohol(40Kapselná25mgoder10Kapselná

100mg)zugeführt.

EingesundheitlichesRisikobestehtu.a.beiLeberkranken,Alkoholkranken,Epileptikern,Hirngeschädigten,

SchwangerenundKindern.DieWirkungandererArzneimittelkannbeeinträchtigtoderverstärktwerden.

9.WichtigsteInkompatibilitäten

Inkompatibilitätensindbishernichtbekannt.

10.DosierungmitEinzel-undTagesgaben

DieEinstellungvonPatientenaufSandimmunsolltenurvonÄrzten,diemitderimmunsuppressivenTherapie

bzw.derBehandlungvonTransplantations-Patientenvertrautsind,vorgenommenwerden.ZurDurchführung

einerTherapiemitSandimmunmussdieerforderlicheÜberwachungderPatienteneinschließlichder

vollständigenkörperlichenUntersuchung,derBlutdruckmessungundderLaborwerte(sieheAbschnitt

“Nebenwirkungen”)gewährleistetsein.DerfürdieNachsorgedesPatientenverantwortlicheArztsollte

umfassendinformiertsein.

August2001

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Sandimmun

Sandimmun25mg,Kapseln,dienenvorwiegendzurFeineinstellungderDosis,dieaufgrunddes

KörpergewichtesdesPatientenerforderlichist.SobaldeinehöhereTagesdosisbenötigtwird,empfiehltsichder

ÜbergangaufSandimmun100mg,Kapseln.ZusätzlichstehtzuroralenTherapieSandimmunLösungzur

Verfügung.

EsgeltenfolgendeDosierungsrichtlinien:

a)Organtransplantationen

DieInitialdosisvon10-14mgCiclosporinprokgKörpergewichtwirdalsEinzeldosis4-12Stundenvorder

Transplantationgegeben.DieInitialdosissolltefür1-2Wochenpostoperativbeibehaltenwerden.Danachwird

unterBlutspiegelkontrolle(vgl.Abschnitt“Nebenwirkungen”)dieDosierungschrittweisevermindert,biseine

Erhaltungsdosisvon2-6mgCiclosporinprokgKörpergewichttäglicherreichtist.

DerMinimalblutspiegelvordernächstenAnwendung(“troughbloodlevel”)liegtzwischen100und400ng

Ciclosporin/ml(gemessenmitspezifischemmonoklonalenAntikörper).

BeiNierentransplantations-Patientenhatsichgezeigt,dassDosenamunterenEndedesgenanntenBereichs,

d.h.unter3-4mg/kgKörpergewichtproTag,undentsprechendniedrigeBlutspiegelunter100ng/ml,zueinem

erhöhtenRisikovonAbstoßungsreaktionenführen.

EinigePatientenkommenschoneinenMonatnachderTransplantationmitwenigerals5mgCiclosporinprokg

KörpergewichtamTageaus,wenngleichzeitigKortikosteroidegegebenwerden.

DieTagesdosiswirdentwederaufeinmalgegebenodervorzugsweiseauf2Einzelgabenverteilt.

b)Knochenmark-Transplantationen

ZurEinleitungderBehandlungwirddieersteDosisvon12,5-15mgCiclosporinprokgKörpergewichtamTage

vorderTransplantationverabreicht.DiegleicheTagesdosiswirdpostoperativetwa5Tagelanggegeben.

DanachwirddieBehandlungmit12,5mgCiclosporinprokgKörpergewichttäglichmindestens3-6Monate,

vorzugsweise6Monatelang,fortgesetzt,bevordieDosisschrittweisereduziertundschließlichSandimmun

abgesetztwerdenkann.DieserVorgangkannbiszueinemJahrdauern.

EinenachdemAbsetzenvonSandimmunetwaauftretendeGraft-versus-Host-Krankheit(GVHK)kannerneut

mitSandimmunbehandeltwerden,einemildechronischeGVHKmitniedrigenDosen.

DieTagesdosiswirdentwederaufeinmalgegebenodervorzugsweiseauf2Einzelgabenverteilt.

-BehandlungeinerbestehendenGraft-versus-Host-Krankheit

FallsdieBehandlungvonAnfanganmitSandimmundurchgeführtwird,beträgtdieTagesdosis12,5-15mg

CiclosporinprokgKörpergewicht.DieAnfangsdosierungsollte50Tagelangfortgeführtunddannin

wöchentlichenAbständenumje5%reduziertwerden,biseineTagesdosisvon2mgCiclosporinprokg

Körpergewichterreichtist.DannkanndasArzneimittelabgesetztwerden.

Zua)undb)

WirdbeivorübergehendengastrointestinalenBeschwerden,inderenVerlaufdieResorptionvonoral

appliziertemSandimmunbeeinträchtigtist,ersatzweiseaufdieintravenöseInfusionvonSandimmun

Infusionslösungskonzentratzurückgegriffen,isteinDrittelderzuvoreingenommenenoralenCiclosporin-

TagesdosisineinmaligerGabeintravenöszuverabreichen.

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Sandimmun

BeiKleinkindernliegenbisherwenigErfahrungenmitSandimmunvor.KinderabeinemJahrhabenSand-

immuninderüblichenDosierungerhalten,ohnedassbesondereProblemeaufgetretenwären.In

verschiedenenStudienhabenKinderhöhereDosenprokgKörpergewichtbenötigtundvertragenals

Erwachsene.AufgrundderhöherenCiclosporin-ClearancebeiKindernwerdenunterUmständenhöhere

Sandimmun-Dosenbenötigt,umvergleichbareBlutspiegelwiebeiErwachsenenzuerzielen.Einige

Krankheitsbilder(z.B.LebertransplantationmitRoux-Y-Schlinge,zystischeFibrose,Short-bowel-Syndrom)

gehenzusätzlichmiteinerMalabsorptionvonSandimmuneinher.

c)SchwereendogeneUveitis

NurÄrztemitErfahrunginimmunsuppressiverTherapiesolltenSandimmununterophthalmologischerKontrolle

undunterständigerKontrolledesCiclosporin-Blutspiegelseinsetzen.DaSandimmundieNierenfunktion

beeinträchtigenkann,solltennurPatientenmitintakterNierenfunktiondamitbehandeltwerden.Die

Nierenfunktionisthäufigzukontrollieren.DerSerum-Kreatinin-SpiegelsolltenachwiederholterMessungnicht

mehrals30%überdenAusgangswertansteigen,auchwennersichnochimNormbereichbefindet.

AnderenfallsmussdieDosisvonSandimmunum25-50%gesenktwerden.WennderSerum-Kreatinin-

Spiegelummehrals50%ansteigt,mussdieDosisummindestens50%reduziertwerden.

BisausreichendeErfahrungenvorliegen,werdenzuBeginn5-10mgCiclosporinprokgKörpergewichtals

EinzeldosisoderverteiltaufmehrereGabentäglicheingenommen,biseineRemissiondermanifestenUveitis

undBesserungderSehkrafteintritt.

ZurEinleitungeinerraschenRemissionoderimakutenSchubkannzusätzlicheinesystemischeKortikosteroid-

Behandlungmit0,2-0,6mgPrednisonprokgKörpergewichttäglichoderäquivalenteDosenanderer

Kortikosteroideerwogenwerden,wennSandimmunalleinnichtausreicht.

ZurErhaltungstherapiesolltedieDosislangsamaufdieniedrigstenochwirksameDosisgesenktwerden.

BeiKleinkindernliegenkeineundbeiKindernüber5JahrennurvereinzelteErfahrungenvor.

d)SchwersteFormenderPsoriasis

DaSandimmundieNierenfunktionbeeinträchtigenkann,istvorBehandlungsbeginnmitmindestens2

MessungenderAusgangswertdesSerum-Kreatinin-Spiegelszubestimmen.AnschließendsinddieSerum-

Kreatinin-Spiegelindenersten3BehandlungsmonateninzweiwöchentlichenIntervallenzukontrollieren.Bei

stabilenSerum-Kreatinin-SpiegelnundeinerDosierungvon2,5mgCiclosporinprokgKörpergewichttäglich

sinddieWertedanachinzweimonatlichenAbständen,beihöherenDoseninmonatlichenAbständenzu

kontrollieren.

DieDosismussum25-50%gesenktwerden,wennderSerum-Kreatinin-Spiegelmehrals30%überden

Ausgangswertansteigt,auchwennersichnochimNormbereichbefindet.WennderSerumkreatininspiegelum

mehrals50%ansteigt,mussdieDosisummindestens50%reduziertwerden.WenndieDosissenkung

innerhalbeinesMonatskeineWirkungzeigt,istdieBehandlungmitSandimmunzubeenden.

VorBehandlungsbeginnundindenersten3BehandlungsmonatensinddieHarnsäurespiegelzukontrollieren.

Leberenzym-undBilirubin-WertedürfennurmaximaldoppeltsohochwiedieNormsein.

ZurEinleitungeinerraschenRückbildungwerden2,5mgCiclosporinprokgKörpergewichttäglich,aufgeteilt

auf2Einzeldosen,verabreicht.Trittnach1MonatkeineBesserungdesHautbefundesein,kanndie

TagesdosisinSchrittenzu1mg/kgKörpergewichtbisaufmaximal5mgCiclosporinprokgKörpergewicht

August2001

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Sandimmun

täglichangehobenwerden.ZurWeiterbehandlungsolltederPatientaufdieniedrigstenochwirksameDosis

eingestelltwerden.DieDosierungvonSandimmundarf5mgCiclosporinprokgKörpergewichttäglichnicht

überschreiten.BeiPatienten,beidenennach6Wochenmit5mgCiclosporinprokgKörpergewichttäglich

keineausreichendeBesserungdesKrankheitsbildeserzieltwerdenkannoderbeidenendiewirksameDosis

nichtmitdenobengenanntenHinweisenvereinbarist,istdieBehandlungzubeenden.

Anfangsdosenvon5mgCiclosporinprokgKörpergewichttäglichin2EinzeldosensindbeiPatienten

gerechtfertigt,derenZustandeinebesondersrascheBesserungerfordert.

e)NephrotischesSyndrom

DieDosisistunterBerücksichtigungderWirksamkeit(Proteinurie)undderTherapiesicherheit(hauptsächlich

Serum-Kreatinin-Spiegel)individuelleinzustellen.Siesollteaber5mgCiclosporinprokgKörpergewichttäglich

beiErwachsenenund6mgCiclosporinprokgKörpergewichttäglichbeiKindernnichtüberschreiten.

ZurEinleitungeinerraschenRückbildungdesnephrotischenSyndromswerden5mgCiclosporinprokg

KörpergewichttäglichfürErwachseneund6mgCiclosporinprokgKörpergewichttäglichfürKinder,aufgeteilt

auf2Einzeldosen,verabreicht,soferndieNierenfunktionnormalist.BeiPatientenmiteingeschränkter

NierenfunktioninnochzulässigemAusmaß(Achtung:Serum-Kreatinin-Spiegelüber200µmol/lbei

Erwachsenenund140µmol/lbeiKindernsindKontraindikationen)solltedieanfänglicheDosis2,5mg

CiclosporinprokgKörpergewichttäglichnichtüberschreiten.DiePatientenmüssensehrsorgfältigüberwacht

werden.

ZurWeiterbehandlungsolltedieDosislangsamaufdieniedrigstenochwirksameDosisgesenktwerden.

DieerwünschtenVollblutkonzentrationenvonCiclosporinliegenzwischen60und160ng/ml(gemessenmit

spezifischemmonoklonalenAntikörper).DieEinhaltungdiesesBereichessollteanfangsmöglichsttäglich,

späteralle2Wochen,kontrolliertwerden.

DaSandimmundieNierenfunktionbeeinträchtigenkann,sindindenersten3BehandlungsmonatendieSerum-

Kreatinin-Spiegelregelmäßigzukontrollieren(beinormalerNierenfunktionalle2Wochen,beieingeschränkter

Nierenfunktioneinmalwöchentlich).

BeistabilenKreatinin-SpiegelnsinddieWertedanachinzweimonatigenAbständenzuüberprüfen.DieDosis

mussum25-50%gesenktwerden,wennderSerum-Kreatinin-Spiegelmehrals30%überdenAusgangswert

ansteigt,auchwennersichnochimNormbereichbefindet.WennderSerum-Kreatinin-Spiegelummehrals

50%ansteigt,mussdieDosisummindestens50%reduziertwerden.WenndieDosissenkunginnerhalbeines

MonatskeineWirkungzeigt,istdieBehandlungmitSandimmunzubeenden.

BeiPatientenmitschwerenLeberfunktionsstörungenistdieanfänglicheSandimmun-Dosisum25-50%zu

senken.

DieKombinationvonSandimmunmitniedrigerenDosenoralerKortikosteroideistempfehlenswert,wenndie

WirkungvonSandimmunalleinnichtausreicht,insbesonderebeiPatientenmiteinemsteroidresistenten

nephrotischenSyndrom.

11.ArtundDauerderAnwendung

SandimmunLösung

August2001

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Sandimmun

DieverordneteDosiswirdineinemGlas(keinKunststoffbecher!)mitvorzugsweisekaltemKakao,

gegebenenfallsauchMilch,FruchtsaftoderColaverrührt.Grapefruitsaftistjedochzuvermeiden.DasGetränk

darfnichtstehenbleiben,sondernistsofortzutrinken.DanachwirddasGlasmitdemgleichenGetränk

ausgespültundausgetrunken,umsicherzustellen,dassdiegesamteDosiseingenommenwird.Daseinmal

zumVerdünnengewählteGetränksolltemöglichstbeibehaltenwerden.

ZurEntnahmederSandimmunLösungausderFlaschebeachtenSiebittedieAnleitungindemderPackung

beiliegendenHeftchen.

Sandimmun25mg,Kapseln

Sandimmun100mg,Kapseln

DieKapselnsindmitFlüssigkeitunzerkautzuschlucken.Grapefruitsaftistjedochzuvermeiden.

SiesollenderDurchdrückpackungerstunmittelbarvordemEinnehmenentnommenwerden.

SandimmunLösung

Sandimmun25mg,Kapseln

Sandimmun100mg,Kapseln

Transplantations-Indikationen

EinebestimmteBegrenzungderAnwendungsdaueristnichtvorgesehen.

SchwereendogeneUveitis

DieBehandlungsdauerliegtzwischen3und16Monaten.

SchwersteFormenderPsoriasis

DieAnwendungsdauervonSandimmunbeträgtüblicherweise12Wochen.Erfahrungen,insbesondereanhand

vonDosisfindungsstudienanca.100Patienten,liegenfürmaximal1Jahrvor;übereinenochlängere

AnwendungliegenbishernochkeineausreichendenErfahrungenvor.EineBeendigungderTherapieempfiehlt

sich,wennsicheinBluthochdruck,derwährendderTherapiemitSandimmunentstandenist,nicht

angemessenbehandelnlässt.

NephrotischesSyndrom

WennnachdreimonatigerBehandlungeineWirkungaufdieSymptomatikdesnephrotischenSyndroms

ausbleibt,istdieTherapiemitSandimmunzubeenden.

12.Notfallmaßnahmen,SymptomeundGegenmittel

SymptomederIntoxikation

MitÜberdosierungenliegenwenigErfahrungenvor.NachoraleingenommenenDosenvonbiszu10g(ca.150

mg/kgKörpergewicht)wurdenErbrechen,Somnolenz,Kopfschmerzen,Tachykardieund,beieinigenPatienten,

einemittelschwere,reversibleNiereninsuffizienzbeobachtet.Eswurdejedochüberschwere

VergiftungssymptomenachversehentlicherparenteralerÜberdosierungbeiFrühgeborenenberichtet.

TherapievonIntoxikationen

August2001

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Sandimmun

ImFalleeinerÜberdosierungsindeinesymptomatischeBehandlungundallgemeinunterstützende

Maßnahmenangezeigt.InnerhalbdererstenStundennachEinnahmekannforciertesErbrechensowieeine

MagenspülungvonNutzensein.Esistzuerwarten,dassetwaigeAnzeichenvonNephrotoxizitätnach

AbsetzendesArzneimittelsabklingen.CiclosporinistnichtinnennenswertemAusmaßdialysierbaroderdurch

Aktivkohle-Haemoperfusionzueliminieren.

13.PharmakologischeundtoxikologischeEigenschaften,Pharmakokinetikund

Bioverfügbarkeit,soweitdieseAngabenfürdietherapeutischeVerwendung

erforderlichsind

13.1PharmakologischeEigenschaften

Ciclosporin(CyclosporinA)isteinzyklischesPolypeptidaus11Aminosäuren.Esisteinhochwirksames

Immunsuppressivum,unterdessenAnwendungallogeneNieren-,Pankreas,Leber-,Herz-,Herz-Lungen-und

Lungen-TransplantationensowieKnochenmark-Transplantationenerfolgreichdurchgeführtwordensind.

DarüberhinausbewährtesichCiclosporinauchbeiderBehandlungverschiedenerAutoimmunerkrankungen,

wiez.B.derschwerenendogenenUveitis,derschwerenPsoriasisunddesnephrotischenSyndroms.

AufgrundverschiedenerUntersuchungenwurdenachgewiesen,dassCiclosporindieEntwicklungder

folgendenzellvermitteltenReaktionenhemmt:Transplantat-Immunität,verzögertekutaneHypersensibilität,

experimentelleallergischeEnzephalomyelitis,ArthritisdurchFreund´schesAdjuvans,Graft-versus-Host-

KrankheitundT-zellabhängigeAntikörperbildung.CiclosporinblockiertdieruhendenLymphozyteninderG

-

oderG

-PhasedesZellzyklus.EshemmtauchdieProduktionundFreisetzungvonLymphokineneinschließlich

Interleukin2oderT-Zell-Wachstumsfaktor.

AlleverfügbarenErkenntnisseweisendaraufhin,dassCiclosporinspezifischundreversibelaufdie

Lymphozytenwirkt.

13.2ToxikologischeEigenschaften

BeiintravenöserInjektionbeträgtdieLD

107mg/kg(Maus),25mg/kg(Ratte)bzw.>10mg/kg(Kaninchen),

beioralerVerabreichung2329mg/kg(Maus),1480mg/kg(Ratte)bzw.>1000mg/kg(Kaninchen).Auchdie

chronischeToxizitäterwiessichalsgering:BeiHundenundRhesusaffenbliebenoraleDosenbis200

mg/kg/TagohneerkennbaretoxischeWirkung;in78bzw.104WochendauerndenUntersuchungenanMäusen

bzw.RattenwurdenbeidenhöchstengeprüftenDosen16bzw.8mg/kg/TageineerhöhteMortalitätalsFolge

toxischerEffekteaufLeberundNierenbeobachtet.Ciclosporinhatkeinmutagenesoderkanzerogenes

PotentialundzeigtkeineteratogenenWirkungen.EswirktjedochinDosen,diefürdieMuttertieretoxischsind

(100und300mg/kg/TagbeiKaninchen,30und100mg/kg/TagbeiRatten),embryotoxisch.DieFertilität

männlicherundweiblicherRattenwurdedurchDosenbis5mg/kg/Tagnichtbeeinträchtigt.

13.3Pharmakokinetik

NachEinnahmevonSandimmunwerdenmaximalePlasmakonzentrationenvonCiclosporininnerhalbvon1-6

Stundenerreicht.

CiclosporinistgrößtenteilsaußerhalbdesBlutvolumensverteilt,miteinemscheinbarenVerteilungsvolumen

vondurchschnittlich3,5l/kg.InnerhalbdesBlutesistdieVerteilungvonderWirkstoffkonzentrationabhängig:

33-47%findensichimPlasma,4-9%indenLymphozyten,5-12%indenGranulozytenund41-58%inden

August2001

Fachinformation

Sandimmun

Erythrozyten.BeihohenKonzentrationenwirddieAufnahmedurchLeukozytenundErythrozytengesättigt.Im

PlasmaistCiclosporinzuetwa90%anProteine,überwiegendLipoproteine,gebunden.

DieSubstanzwirdweitgehendmetabolisiert;etwa15Metabolitenwurdennachgewiesen.DieMetabolisierung

erfolgthauptsächlichüberdasCytochrom-P-450-abhängigeMonooxygenase-SysteminderLeber.

HauptabbauwegesinddieMono-undDihydroxylierungunddieN-DemethylierunganverschiedenenStellen

desMoleküls.Eswurdefestgestellt,dassArzneimittel,vondenenbekanntist,dasssiedasCytochromP-450-

abhän-gigeEnzymsystemhemmenoderstimulieren,dieCiclosporin-Spiegelerhöhenoderherabsetzen(vgl.

Wechselwirkungen).AllebisheridentifiziertenMetabolitenenthaltendieintaktePeptidstrukturder

Muttersubstanz;einigebesitzeneineschwacheimmunsuppressiveAktivität(bismaximaleinZehntelder

Muttersubstanz).

DieAusscheidungerfolgthauptsächlichüberdieGalleundnurzu6%deroralenDosisüberdenUrin;nur

0,1%derunverändertenSubstanzwerdenmitdemUrinausgeschieden.

ÜberdieterminaleEliminationshalbwertszeitvonCiclosporinliegenjenachverwendeterBestimmungsmethode

undZielgruppeschwankendeAngabenvor.Sieliegtzwischen6,3StundenbeigesundenProbandenund20,4

StundenbeiPatientenmitschwerenLebererkrankungen.

DasVerteilungsvolumenbeiKindernnachTransplantationsowiebeiKindernmitnephrotischemSyndrom

entsprichtetwadembeiErwachsenen.DieCiclosporin-ClearanceistbeiKindernjedochungefährdoppeltso

hochwiebeiErwachsenen.

13.4Bioverfügbarkeit

DieabsoluteBioverfügbarkeitvonSandimmunLösungoderKapselnzu25mgbzw.100mgbeträgtimsteady

state20-50%(Mittel34%).DieKapselnunddieLösungzumEinnehmensindbioäquivalent.

14.SonstigeHinweise

Keine.

15.DauerderHaltbarkeit

EntsprechendderindenLieferländernfestgelegtenHaltbarkeitsdauer.

SandimmunLösung:

NachdemÖffnenderFlaschedarfderInhaltnachAblaufvon2Monatennichtmehrangewendetwerden.

16.BesondereLager-undAufbewahrungshinweise

SandimmunLösungsollnichtimKühlschrank,sondernbeiRaumtemperaturnichtüber30°Caufbewahrt

werden.EinleichterNiederschlag,derwährendderLagerungauftretenkann,beeinträchtigtdieWirksamkeit

undUnbedenklichkeitdesPräparatesnicht.

Sandimmun25mgund100mg,Kapseln,sollennichtüber30°Caufbewahrtwerden.

17.DarreichungsformenundPackungsgrößen

SandimmunLösung

Originalpackungenmit50mlLösungzumEinnehmen

August2001

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Sandimmun

Anstaltspackungen

Sandimmun25mg,Kapseln

Originalpackungmit50Kapseln

Anstaltspackungen

Sandimmun100mg,Kapseln

Originalpackungmit50Kapseln

Anstaltspackungen

18.StandderInformation

März2001

19.NameoderFirmaundAnschriftdespharmazeutischenUnternehmers

EURIM-PHARMArzneimittelGmbH

AmGänslehen4-6

83451Piding

Tel.:08651/704-0

August2001

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