Rivendo 13,3 mg/24 Stunden transdermales Pflaster

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

07-09-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

10-11-2020

Wirkstoff:
Rivastigmin
Verfügbar ab:
Endomedica GmbH (8801636)
Darreichungsform:
transdermales Pflaster
Zusammensetzung:
Rivastigmin (23590) 23 Milligramm
Verabreichungsweg:
transdermale Anwendung
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
2203237.00.00
Berechtigungsdatum:
2020-07-08

Lesen Sie das vollständige Dokument

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Rivendo 13,3 mg/ 24 Stunden trandermales Pflaster

Rivastigmin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben

sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Rivendo und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Rivendo beachten?

Wie ist Rivendo anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Rivendo aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Rivendo und wofür wird es angewendet?

Der Wirkstoff in Rivendo ist Rivastigmin.

Rivastigmin gehört zu einer Gruppe von Wirkstoffen, die Cholinesterasehemmer genannt

werden. Bei Patienten mit Alzheimer-Krankheit sterben bestimmte Nervenzellen im

Gehirn ab, was zu einem niedrigen Spiegel des Neurotransmitters Acetylcholin (eine

Substanz, welche die Kommunikation der Nervenzellen miteinander ermöglicht) führt.

Rivastigmin wirkt durch Blockade der Enzyme, die Acetylcholin abbauen:

Acetylcholinesterase und Butyrylcholinesterase. Durch Blockade dieser Enzyme bewirkt

Rivendo einen Anstieg von Acetylcholin im Gehirn und hilft, die Symptome der

Alzheimer-Demenz zu verringern.

Rivendo wird zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit leichter bis mittelgradiger

Alzheimer-Demenz angewendet, einer fortschreitenden Erkrankung des Gehirns, die

schrittweise Gedächtnis, intellektuelle Fähigkeiten und Verhalten beeinflusst.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Rivendo beachten?

Rivendo darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Rivastigmin (den Wirkstoff von Rivendo) oder einen der in

Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie schon einmal allergisch auf ein ähnliches Arzneimittel reagiert haben

(Carbamat Derivate).

wenn Sie Hautreaktionen haben, die sich über die Pflastergröße hinaus ausdehnen,

wenn eine intensive lokale Reaktion auftritt (wie Blasenbildung, zunehmende

Hautentzündung, Schwellung) und wenn sich der Zustand nicht innerhalb von 48

Stunden nach Entfernung des transdermalen Pflasters verbessert.

Wenn dies auf Sie zutrifft, informieren Sie Ihren Arzt und wenden Sie kein Rivendo

transdermales Pflaster an.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Rivendo anwenden:

wenn Sie einen unregelmäßigen oder langsamen Herzschlag (Herzrhythmusstörungen)

haben oder schon einmal hatten.

wenn Sie ein aktives Magengeschwür haben oder schon einmal hatten.

wenn Sie Schwierigkeiten beim Wasserlassen haben oder schon einmal hatten.

wenn Sie Krampfanfälle haben oder schon einmal hatten.

wenn Sie Asthma oder eine schwere Atemwegserkrankung haben oder schon einmal

hatten.

wenn Sie krankhaft zittern.

wenn Sie ein sehr niedriges Körpergewicht haben.

wenn Sie Probleme mit Ihrem Verdauungstrakt haben wie Übelkeit, Erbrechen und

Durchfall. Sie können zu viel Flüssigkeit verlieren, wenn Erbrechen und Durchfall zu

lange anhalten.

wenn Sie eine eingeschränkte Leberfunktion haben

Wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, muss Ihr Arzt Sie eventuell besonders

sorgfältig überwachen, solange Sie dieses Arzneimittel anwenden.

Sollten Sie die Anwendung von Rivendo mehr als drei Tage lang unterbrochen haben,

müssen Sie mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie wieder damit anfangen.

Kinder und Jugendliche

Es gibt im Anwendungsgebiet Alzheimer-Demenz keinen relevanten Nutzen von Rivendo

bei Kindern und Jugendlichen.

Anwendung von Rivendo zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen.

Rivendo kann Wechselwirkungen mit Anticholinergika haben, darunter sind einige

Arzneimittel, die zur Linderung von Magenkrämpfen oder Spasmen (z.B. Dicyclomin),

zur Behandlung der Parkinson-Krankheit (z.B. Amantadin) oder zur Vorbeugung von

Reisekrankheit angewendet (z.B. Diphenhydramin, Scopolamin oder Meclizin) werden.

Rivendo sollte nicht gleichzeitig mit Metoclopramid (ein Arzneimittel zur Linderung

oder Verhinderung von Übelkeit und Erbrechen) angewendet werden. Die gleichzeitige

Anwendung beider Arzneimittel kann Probleme wie steife Gliedmaßen und zitternde

Hände verursachen.

Wenn Sie sich einer Operation unterziehen müssen, während Sie Rivendo transdermale

Pflaster anwenden, informieren Sie diesbezüglich Ihren Arzt, da die Pflaster die Wirkung

bestimmter Muskelrelaxanzien während der Narkose verstärken können.

Vorsicht bei Anwendung von Rivendo zusammen mit Betablockern (Arzneimittel wie

Atenolol zur Behandlung von Bluthochdruck, Angina und anderen Herzleiden). Die

gleichzeitige Anwendung beider Arzneimittel kann Probleme wie Verlangsamung des

Herzschlags (Bradykardie) verursachen, die zur Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit führen

kann.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Wenn Sie schwanger sind, müssen die Vorteile der Behandlung mit Rivendo sorgfältig

gegen die eventuellen Auswirkungen auf das ungeborene Kind abgewogen werden.

Rivendo sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist

unbedingt notwendig.

Während der Behandlung mit Rivendo transdermalen Pflastern dürfen Sie nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Ihr Arzt sagt Ihnen, ob Ihre Erkrankung es zulässt, dass Sie am Straßenverkehr

teilnehmen und Maschinen bedienen. Rivendo transdermale Pflaster können

Ohnmachtsanfälle und schwere Verwirrtheit verursachen. Falls Sie sich schwach oder

verwirrt fühlen, führen Sie kein Fahrzeug, bedienen Sie keine Maschinen und tun Sie

auch sonst nichts, wofür man konzentrierte Aufmerksamkeit braucht.

3. Wie ist Rivendo anzuwenden?

Wenden Sie Rivendo transdermale Pflaster immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt

an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

WICHTIG

Nehmen Sie das Pflaster vom Vortag ab, bevor Sie EIN neues Pflaster aufkleben.

Nur ein Pflaster pro Tag anwenden.

Schneiden Sie das Pflaster nicht in Stücke.

Das Pflaster an der entsprechenden Stelle für mindestens 30 Sekunden mit der

Handfläche anpressen.

Wie beginnen Sie mit der Behandlung?

Ihr Arzt sagt Ihnen, welche Stärke Rivendo transdermale Pflaster am besten für Sie

geeignet ist.

Normalerweise beginnt die Behandlung mit Rivendo 4,6 mg/24 Stunden.

Die empfohlene übliche Tagesdosis ist Rivendo 9,5 mg/24 Stunden. Wird sie gut

vertragen, kann der behandelnde Arzt eine Erhöhung der Dosis auf 13,3 mg/24

Stunden in Betracht ziehen.

Tragen Sie immer nur ein Rivendo Pflaster zur gleichen Zeit; und ersetzen Sie

das Pflaster nach 24Stunden durch ein neues.

Im Laufe der Behandlung kann Ihr Arzt die Dosis noch Ihren persönlichen Bedürfnissen

entsprechend anpassen.

Sollten Sie die Anwendung der Pflaster mehr als drei Tage lang unterbrochen haben,

müssen Sie mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie das nächste Pflaster aufkleben. Die

Behandlung mit transdermalem Pflaster kann mit der gleichen Dosis fortgesetzt werden,

wenn die Behandlung nicht länger als drei Tage unterbrochen wurde. Ansonsten wird Ihr

Arzt die Behandlung wieder mit Rivendo 4,6 mg/24 Stunden beginnen.

Rivendo kann zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol angewendet

werden.

Die richtige Platzierung von Ihrem Rivendo transdermalen Pflaster

Bevor Sie ein Pflaster aufkleben, achten Sie darauf, dass Ihre Haut sauber, trocken und

unbehaart ist; frei von Puder, Öl, Feuchtigkeitscreme oder Lotion ist, die das Pflaster

daran hindern können, richtig zu kleben; keine Verletzung, keinen Ausschlag und/oder

Reizungen aufweist.

Entfernen Sie sorgfältig das vorhandene Pflaster, bevor Sie ein neues verwenden.

Mehrere Pflaster an Ihrem Körper könnten eine überhöhte Menge dieses Arzneimittels

freisetzen, was möglicherweise gefährlich sein könnte.

Kleben Sie täglich

Pflaster auf

NUR EINEN

der in der folgenden Abbildung

gezeigten möglichen Bereiche:

linker Oberarm oder rechter Oberarm

linker oberer Brustkorb oder rechter oberer Brustkorb (jedoch nicht direkt auf

die Brust)

linker oberer Rückenbereich oder rechter oberer Rückenbereich

linker unterer Rückenbereich oder rechter unterer Rückenbereich

Entfernen Sie alle 24Stunden das vorhandene Pflaster, bevor Sie EIN neues

Pflaster auf NUR EINEN der folgenden möglichen Bereich kleben.

Kleben Sie beim Wechsel des Pflasters, nachdem Sie das Pflaster vom Vortag entfernt

haben, das neue Pflaster immer in einen anderen Bereich als an den Tagen davor (zum

Beispiel einen Tag auf der rechten Körperseite, am nächsten Tag links, einen Tag im

oberen Rückenbereich, am nächsten Tag unten und so weiter). Dieselbe Körperstelle soll

nur einmal alle 14 Tage ein Pflaster tragen.

Wie kleben Sie Ihr Rivendo transdermales Pflaster richtig auf?

Rivendo-Pflaster sind dünne, selbstklebende Pflaster. Jedes Pflaster ist in einem

versiegelten Beutel verpackt. Erst unmittelbar bevor Sie ein neues Pflaster aufkleben

wollen, öffnen Sie den Beutel und nehmen das Pflaster heraus.

Patienten, die mit der Behandlung zum ersten Mal beginnen oder die Behandlung nach

einer Behandlungsunterbrechung wieder aufnehmen, bitte bei der zweiten Abbildung

beginnen.

Entfernen Sie sorgfältig das vorhandene

Pflaster, bevor Sie ein neues verwenden.

Jedes Pflaster ist einzeln in einem

versiegelten Beutel verpackt.

Öffnen Sie den Beutel erst, wenn Sie

gleich danach das Pflaster aufkleben

wollen. Schneiden Sie den Beutel an der

gestrichelten Linie mit einer Schere auf

und entnehmen Sie das Pflaster dem

Beutel.

Das Pflaster ist am leichtesten zu

entnehmen, wenn Sie den Beutel auf

zwei Seiten aufschneiden.

Die selbstklebende Seite des

Pflasters ist mit einer Schutzfolie

bedeckt.

Ziehen Sie eine Hälfte der Schutzfolie

ab und achten Sie darauf, die

Klebeflächen nicht mit den Fingern zu

berühren.

Legen Sie das Pflaster mit der selbst-

klebenden Seite auf den oberen oder

unteren Rückenbereich, den Oberarm

oder den Brustkorb und ziehen Sie

dann die zweite Hälfte der

Schutzfolie ab.

Drücken Sie dann das Pflaster mit

der Handfläche mindestens 30

Sekunden fest, sodass alle Kanten

ordentlich haften.

Als Gedächtnisstütze können Sie beispielsweise den Wochentag mit einem feinen

Kugelschreiber auf das Pflaster schreiben.

Tragen Sie das Pflaster ohne Unterbrechung, bis es Zeit ist, es durch ein neues zu

ersetzen. Es kann sinnvoll sein, für neue Pflaster immer wieder verschiedene Stellen

auszuprobieren, um herauszufinden, welche für Sie am angenehmsten sind und wo die

Kleidung am wenigsten auf dem Pflaster reibt.

Wie nehmen Sie Ihr Rivendo transdermales Pflaster ab?

Ziehen Sie das Pflaster behutsam an einer Ecke ab, bis es langsam von der Haut gelöst ist.

Falls Klebstoffrückstände auf Ihrer Haut bleiben sollten, befeuchten Sie behutsam diesen

Bereich mit warmen Wasser und milder Seife oder verwenden Sie Babyöl um diese zu

entfernen. Alkohol oder andere Lösungsmittel (Nagellackentferner oder andere

Lösungsmittel) sollten nicht angewendet werden.

Waschen Sie Ihre Hände nach dem Entfernen des Pflasters mit Seife und Wasser. Im Fall

eines Kontakts mit den Augen oder wenn die Augen nach der Handhabung des Pflasters

rot werden, spülen Sie unverzüglich mit viel Wasser und holen Sie medizinischen Rat ein,

falls die Symptome nicht zurückgehen.

Können Sie mit Ihrem Rivendo transdermalen Pflaster auch baden, schwimmen

oder in die Sonne gehen?

Baden, Schwimmen oder Duschen schaden dem Pflaster normalerweise nicht.

Achten Sie jedoch darauf, dass das Pflaster sich nicht lockert oder löst.

Setzen Sie das Pflaster nicht über längere Zeit äußeren Wärmequellen aus (z.B.

übermäßige Sonnenstrahlung, Sauna, Solarium).

Was tun, wenn ein Pflaster sich löst?

Wenn ein Pflaster sich löst, kleben Sie für den Rest des Tages ein neues Pflaster auf und

wechseln Sie am nächsten Tag das Pflaster wie gewöhnlich zur gleichen Zeit.

Wann und wie lange wird Ihr Rivendo transdermales Pflaster getragen?

Damit das Arzneimittel optimal wirkt, müssen Sie jeden Tag ein neues Pflaster

aufkleben, vorzugsweise zur gleichen Tageszeit.

Tragen Sie immer nur ein Rivendo Pflaster zur gleichen Zeit; und ersetzen Sie

das Pflaster nach 24 Stunden durch ein neues.

Wenn Sie eine größere Menge von Rivendo angewendet haben, als Sie sollten

Wenn Sie versehentlich mehrere Pflaster gleichzeitig aufgeklebt haben, nehmen Sie sie

alle ab und informieren Sie Ihren Arzt, dass Sie versehentlich mehrere Pflaster getragen

haben. Möglicherweise benötigen Sie ärztliche Hilfe. Bei manchen Menschen, die

versehentlich zu viel Rivendo auf einmal eingenommen haben, sind Übelkeit, Erbrechen,

Durchfall, erhöhter Blutdruck und Halluzinationen aufgetreten. Auch eine

Verlangsamung des Herzschlags und Ohnmachtsanfälle können auftreten.

Wenn Sie die Anwendung von Rivendo vergessen haben

Wenn Ihnen auffällt, dass Sie vergessen haben, ein Pflaster aufzukleben, holen Sie es

sofort nach. Das nächste Pflaster kleben Sie dann am nächsten Tag zur gewohnten Zeit

auf. Tragen Sie niemals zwei Pflaster auf einmal, um das vergessene Pflaster

auszugleichen.

Wenn Sie die Anwendung von Rivendo abbrechen

Wenn Sie aufhören, die Pflaster zu verwenden, informieren Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber

nicht bei jedem auftreten müssen.

Nebenwirkungen können am ehesten dann auftreten, wenn Sie die Behandlung gerade

begonnen oder die Dosis erhöht haben. In den meisten Fällen werden die

Nebenwirkungen allmählich wieder verschwinden, wenn sich Ihr Körper an das

Arzneimittel gewöhnt hat.

Nehmen Sie sofort Ihr Pflaster ab und informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie bei sich

eins der folgenden Symptome bemerken, die schwere Ausmaße annehmen können:

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Appetitlosigkeit

Schwindel

Aufgeregtheit oder Schläfrigkeit

Harninkontinenz (Blasenschwäche)

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Störungen des Herzrhythmus (z.B. zu langsamer Herzschlag)

Halluzinationen (Dinge sehen, die es nicht wirklich gibt)

Magengeschwür

Dehydrierung (zu starker Flüssigkeitsverlust)

Hyperaktivität (hohe Aktivität, Ruhelosigkeit)

Aggression

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Stürze

Sehr selten

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Steife Arme oder Beine

Zitternde Hände

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Allergische Reaktionen an der Stelle, auf der das Pflaster verwendet wurde, z.B.

Blasen oder entzündete Haut

Verschlechterung der Symptome einer Parkinson-Krankheit; z.B. Zittern,

Steifheit, schlurfender Gang

Entzündung der Bauchspeicheldrüse; Anzeichen sind starke Schmerzen im

Oberbauch, oft in Verbindung mit Übelkeit oder Erbrechen

Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag

Bluthochdruck

Krampfanfälle

Lebererkrankungen (gelbe Haut, Gelbfärbung des weißen Bereiches in den

Augen, anormales Dunklerwerden des Urins oder ungeklärte Übelkeit,

Erbrechen, Müdigkeit und Appetitverlust)

Veränderung von Leberfunktionswerten

Ruhelosigkeit

Albträume

Wenn eine dieser Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt, nehmen Sie sofort Ihr Pflaster ab

und informieren Sie Ihren Arzt.

Weitere Nebenwirkungen, die bei Rivastigmin Hartkapseln beobachtet wurden und

die möglicherweise auch bei den transdermalen Pflastern auftreten können:

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Vermehrter Speichelfluss

Appetitverlust

Ruhelosigkeit

Allgemeines Unwohlsein

Zittern oder Verwirrtheit

Vermehrtes Schwitzen

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Unregelmäßiger Herzrhythmus (z.B. zu schneller Herzschlag)

Schlafstörungen

Hinfallen

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Krampfanfälle

Darmgeschwür

Brustschmerzen (können durch Herzmuskelkrämpfe verursacht werden)

Sehr selten

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Bluthochdruck

Entzündung der Bauchspeicheldrüse; typische Anzeichen sind starke Schmerzen

im Oberbauch, oft in Verbindung mit Übelkeit oder Erbrechen

Blutungen im Darm; zu erkennen als Blut im Stuhl oder im Erbrochenen

Halluzinationen (Dinge sehen, die es nicht wirklich gibt)

In einigen Fällen kam es bei heftigem Erbrechen zum Einreißen der Speiseröhre

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Rivendo aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Beutel nach

„verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das

Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 25 °C lagern.

Die transdermalen Pflaster bis zur Anwendung im Beutel aufbewahren.

Verwenden Sie niemals ein Pflaster, das beschädigt aussieht oder Zeichen einer

unsachgemäßen Behandlung zeigt.

Nachdem Sie ein Pflaster abgenommen haben, falten Sie es in der Mitte

zusammen, sodass die klebende Seite innen liegt, und drücken Sie die

Klebeflächen zusammen. Stecken Sie das gebrauchte Pflaster wieder in seinen

Beutel und entsorgen Sie es so, dass es nicht in die Hände von Kindern gelangen

kann. Berühren Sie nicht Ihre Augen und waschen Sie sich mit Wasser und Seife

die Hände, nachdem Sie das Pflaster abgenommen haben. Entsorgen Sie

Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen

ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt

bei.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Rivendo enthält

Der Wirkstoff ist Rivastigmin.

Ein transdermales Pflaster von 13,5 cm

Größe enthält 23 mg Rivastigmin und setzt pro

24 Stunden 13,3 mg Rivastigmin frei.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Trägerschicht

Poly(ethylenterephthalat)

Wirkstoffhaltige Klebematrix I

Poly[(2-ethylhexyl)acrylat-co-methylacrylat-co-acrylsäure] (62:32:6)

Ammoniummethacrylat-Copolymer (Typ B) (Ph.Eur.)

Wirkstoffhaltige Klebematrix II

Poly[(2-ethylhexyl)acrylat-co-(2-hydroxyethyl)acrylat-co-methylacrylat (72:5:23)

Schutzfolie

Poly(ethylenterephthalat)

Drucktinte

Wie Rivendo aussieht und Inhalt der Packung

Jedes transdermale Pflaster ist ein dünnes Pflaster und besteht aus drei Schichten. Die

äußere Schicht ist farblos und trägt die folgende Aufschrift in brauner Farbe:

„RVS“ und „13,3 mg/24 h“

Ein transdermales Pflaster ist versiegelt in einem kindergesicherten Beutel.

Die transdermalen Pflaster sind in Packungen mit 7, 30 oder 42 Beuteln und in

Bündelpackungen mit 60 (2 x 30), 84 (2 x 42) oder 90 (3 x 30) Beuteln erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Endomedica GmbH

Weinbergweg 23

06120 Halle/Saale

Deutschland

Tel.: + 49 345 131 427 60

Hersteller

AMW GmbH

Birkerfeld 11

83627 Warngau

Deutschland

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2020.

Weitere Informationsquellen

Hinweise zur Anwendung & Patiententagebuch für Rivendo transdermales Pflaster

Um die Anwendung von Rivendo transdermales Pflaster zu erleichtern, können Sie das

Patiententagebuch direkt bei der Endomedica GmbH kostenfrei anfordern (Kontaktdaten

siehe oben unter Punkt 6).

FACHINFORMATION

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Rivendo 13,3 mg/24 Stunden transdermales Pflaster

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Ein transdermales Pflaster setzt pro 24 Stunden 13,3 mg Rivastigmin frei. Ein transder-

males Pflaster von 13,5 cm

Größe enthält 23 mg Rivastigmin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Transdermales Pflaster

Das Pflaster ist ein dünnes, transdermales Pflaster vom Matrixtyp mit drei Schichten. Die

Außenseite der Trägerschicht ist farblos und mit „RVS“ und „13,3 mg/24 h“ mit brauner

Tinte beschriftet.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung ist durch einen Arzt zu beginnen und zu überwachen, der Erfahrung in

der Diagnose und Therapie der Alzheimer-Demenz besitzt. Die Diagnose ist nach den

derzeit gültigen Richtlinien zu stellen. Wie jede Therapie bei Demenz-Patienten darf eine

Therapie mit Rivastigmin nur begonnen werden, wenn eine Bezugsperson zur Verfügung

steht, die die regelmäßige Anwendung der Medikation gewährleistet und die Behandlung

überwacht.

Dosierung

Transdermales Pflaster

Rivastigmin-Freisetzung innerhalb

24 Stunden in vivo

Rivendo 4,6 mg/24 Stunden transdermales

Pflaster

4,6 mg

Rivendo 9,5 mg /24 Stunden transdermales

Pflaster

9,5 mg

Rivendo 13,3 mg /24 Stunden transdermales

Pflaster

13,3 mg

Anfangsdosis

Die Einleitung der Behandlung erfolgt mit Rivendo 4,6 mg/24 Stunden.

Erhaltungsdosis

Nach mindestens vierwöchiger Behandlung, und wenn diese Dosis nach Einschätzung des

behandelnden Arztes gut vertragen wird, sollte die Dosis von 4,6 mg/24 Stunden auf die

empfohlene tägliche wirksame Dosis von 9,5 mg/24 Stunden erhöht werden. Diese sollte

solange angewendet werden, wie der Patient daraus einen therapeutischen Nutzen zieht.

Dosiserhöhung

9,5 mg/24 Stunden ist die empfohlene tägliche wirksame Dosis. Diese sollte solange an-

gewendet werden, wie der Patient daraus einen therapeutischen Nutzen zieht. Wenn die

Dosis von 9,5 mg/24 Stunden gut vertragen wird, und nur nach einer Behandlungsdauer

von mindestens sechs Monaten, kann der behandelnde Arzt in Betracht ziehen, die Dosis

bei Patienten, die eine deutliche kognitive Verschlechterung (z. B. Verringerung des

MMSE) und/ oder einen funktionellen Rückgang (basierend auf der Beurteilung durch ei-

nen Arzt) gezeigt haben, während sie mit der empfohlenen täglichen wirksamen Dosis

von 9,5 mg/24 Stunden behandelt wurden, auf 13,3 mg/24 Stunden zu erhöhen (siehe Ab-

schnitt 5.1).

Der klinische Nutzen von Rivastigmin sollte regelmäßig überprüft werden. Ein Abbruch

der Behandlung sollte in Betracht gezogen werden, falls eine therapeutische Wirkung bei

der optimalen Dosis nicht mehr nachweisbar ist.

Falls gastrointestinale Nebenwirkungen auftreten, ist die Behandlung bis zum Abklingen

der Symptome zeitweise zu unterbrechen. Wenn die Unterbrechung nicht länger als drei

Tage dauerte, kann die Behandlung mit dem transdermalen Pflaster in unveränderter Do-

sierung fortgeführt werden. Andernfalls ist die Behandlung mit 4,6 mg/24 Stunden wie-

deraufzunehmen.

Umstellung von Hartkapseln oder Lösung zum Einnehmen auf transdermale Pflaster

Basierend auf einer zwischen oralem und transdermalem Rivastigmin vergleichbaren Ex-

position (siehe Abschnitt 5.2) können Patienten, die zuvor mit Rivastigmin Hartkapseln

oder Rivastigmin Lösung zum Einnehmen behandelt wurden, nach folgendem Schema

auf Rivendo transdermale Pflaster umgestellt werden:

Patienten mit einer Tagesdosis von 3 mg Rivastigmin oral können auf 4,6 mg/ 24

Stunden transdermale Pflaster umgestellt werden.

Patienten mit einer Tagesdosis von 6 mg Rivastigmin oral können auf 4,6 mg/ 24

Stunden transdermale Pflaster umgestellt werden.

Patienten mit einer stabilen und gut vertragenen Tagesdosis von 9 mg Rivastig-

min oral können auf 9,5 mg/24 Stunden transdermale Pflaster umgestellt werden.

Ist die orale Dosis von 9 mg pro Tag nicht stabil oder wird sie nicht gut vertra-

gen, wird eine Umstellung auf 4,6 mg/24 Stunden transdermale Pflaster empfoh-

len.

Patienten mit einer Tagesdosis von 12 mg Rivastigmin oral können auf 9,5 mg/24

Stunden transdermale Pflaster umgestellt werden.

Nach der Umstellung auf 4,6 mg/24 Stunden transdermale Pflaster sollte, vorausgesetzt

diese werden nach einer mindestens vierwöchigen Behandlung gut vertragen, auf die

empfohlene wirksame Dosis von 9,5 mg/ 24 Stunden erhöht werden.

Es wird empfohlen, das erste transdermale Pflaster am Tag nach der letzten oralen Dosis

aufzubringen.

Besondere Patientengruppen

Kinder und Jugendliche: Es gibt im Anwendungsgebiet Alzheimer-Demenz kei-

nen relevanten Nutzen von Rivastigmin bei Kindern und Jugendlichen.

Patienten mit einem Körpergewicht unter 50 kg: Besondere Vorsicht gilt bei Pati-

enten mit einem Körpergewicht unter 50 kg bei einer Dosistitration oberhalb der

empfohlenen wirksamen Dosis von 9,5 mg/24 Stunden (siehe Abschnitt 4.4). Bei

diesen Patienten können verstärkt Nebenwirkungen auftreten, und ein Therapie-

abbruch wegen Nebenwirkungen kann wahrscheinlicher sein.

Leberinsuffizienz: Aufgrund der erhöhten Exposition bei leichter bis mäßiger Le-

berinsuffizienz, wie sie auch mit den oralen Darreichungsformen beobachtet

wurde, sollten die Empfehlungen zur Dosistitration nach individueller Verträg-

lichkeit genau eingehalten werden. Bei Patienten mit klinisch signifikanten Le-

berfunktionsstörungen können mehr dosisabhängige Nebenwirkungen auftreten.

Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz wurden nicht untersucht. Besondere

Vorsicht ist bei der Titration dieser Patienten geboten (siehe Abschnitte 4.4 und

5.2).

Niereninsuffizienz: Bei Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion ist

keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Art der Anwendung

Transdermale Anwendung

Transdermale Pflaster sind einmal täglich auf saubere, trockene, unbehaarte, intakte ge-

sunde Haut im oberen oder unteren Rückenbereich, Oberarm oder Brustkorb aufzukleben,

und zwar an einer Stelle ohne Reibung durch eng anliegende Kleidungsstücke. Es wird

nicht empfohlen, das transdermale Pflaster auf den Oberschenkel oder Bauchbereich auf-

zukleben, da dort die Bioverfügbarkeit von Rivastigmin vermindert ist.

Das transdermale Pflaster soll nicht auf gerötete, gereizte oder verletzte Haut aufgebracht

werden. Zur Minimierung des möglichen Risikos von Hautreizungen ist es zu vermeiden,

innerhalb von 14 Tagen ein Pflaster mehrmals auf dieselbe Stelle aufzukleben.

Um die Haftfähigkeit des transdermalen Pflasters nicht zu beeinträchtigen, dürfen auf die

Stelle, auf die das Pflaster aufgebracht werden soll, zuvor keine Cremes, Lotionen oder

Puder aufgetragen werden.

Patienten und Pflegepersonen sollten über wichtige Anwendungshinweise aufgeklärt

werden:

Das Pflaster vom Vortag muss jeden Tag vor dem Aufkleben eines neuen Pflas-

ters entfernt werden (siehe Abschnitt 4.9).

Nach 24 Stunden ist das Pflaster durch ein neues zu ersetzen. Es darf jeweils nur

ein Pflaster zur gleichen Zeit getragen werden (siehe Abschnitt 4.9).

Das Pflaster ist mindestens 30 Sekunden mit der Handfläche kräftig anzudrücken,

bis die Ränder sicher kleben.

Falls sich das Pflaster löst, sollte für den Rest des Tages ein neues aufgebracht

werden. Am nächsten Tag sollte es dann zur gleichen Zeit wie üblich ersetzt wer-

den.

Das Pflaster kann in allen Alltagssituationen getragen werden, auch beim Du-

schen/ Baden und bei heißem Wetter.

Das Pflaster sollte externen Hitzequellen (z. B. übermäßiges Sonnenlicht, Sauna,

Solarium) nicht über einen langen Zeitraum ausgesetzt werden.

Das Pflaster darf nicht in Stücke geschnitten werden.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Rivastigmin, gegen andere Carbamat-Derivate

oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Vorgeschichte mit Reaktionen an der Anwendungsstelle als Hinweis auf eine allergische

Kontaktdermatitis mit Rivastigmin-Pflastern (siehe Abschnitt 4.4).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Das Auftreten und die Schwere von Nebenwirkungen nehmen in der Regel mit höheren

Dosen zu, insbesondere im Anschluss an die Dosissteigerung. Wenn die Behandlung län-

ger als drei Tage unterbrochen wurde, ist sie mit 4,6 mg/24 Stunden wiederaufzunehmen.

Unsachgemäße Anwendung des Arzneimittels und Dosierungsfehler, die zu einer Über-

dosierung führen

Die unsachgemäße Anwendung des Arzneimittels und Dosierungsfehler mit Rivastigmin

transdermalen Pflastern führten zu schweren Nebenwirkungen; in einigen Fällen war eine

Hospitalisierung erforderlich und in seltenen Fällen kam es zu Todesfällen (siehe Ab-

schnitt 4.9). Die häufigsten Fälle von unsachgemäßer Anwendung des Arzneimittels und

Dosierungsfehlern betrafen das Nicht-Entfernen des alten Pflasters beim Aufbringen ei-

nes neuen und die Anwendung mehrerer Pflaster gleichzeitig. Patienten und ihre Pflege-

personen müssen über die wichtigen Anwendungshinweise für Rivastigmin transdermales

Pflaster aufgeklärt werden (siehe Abschnitt 4.2).

Gastrointestinale Beschwerden

Gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö sind dosisabhängig

und können bei Therapiebeginn und/oder Dosissteigerungen auftreten (siehe Abschnitt

4.8). Diese Nebenwirkungen treten häufiger bei Frauen auf. Patienten, die Krankheitszei-

chen oder Symptome einer Dehydration nach anhaltendem Erbrechen oder Durchfall zei-

gen, können mit intravenöser Flüssigkeitsgabe und Dosisreduktion oder Absetzen des

Arzneimittels versorgt werden, wenn die Dehydration erkannt und sofort behandelt wird.

Eine Dehydration kann schwere Folgen nach sich ziehen.

Gewichtsverlust

Patienten mit Alzheimer-Demenz verlieren unter der Behandlung mit Cholinestera-

sehemmern wie Rivastigmin möglicherweise an Gewicht. Während der Behandlung mit

Rivastigmin transdermalen Pflastern sollte das Gewicht der Patienten überwacht werden.

Bradykardie

Rivastigmin kann Bradykardie verursachen, die ein Risikofaktor für das Auftreten von

Torsade de Pointes darstellt, vor allem bei Patienten mit Risikofaktoren. Vorsicht ist ge-

boten bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Torsade de Poin-

tes; wie zum Beispiel solche mit nicht kompensierter Herzinsuffizienz, kürzlichem Herz-

infarkt, Bradyarrhythmien, einer Prädisposition zu Hypokaliämien oder Hypomagnesä-

mien oder mit Begleitmedikation, die bekannterweise zu einer QT- Verlängerung

und/oder Torsade de Pointes führt (siehe Abschnitt 4.5 und 4.8).

Andere Nebenwirkungen

Rivastigmin transdermale Pflaster sind in folgenden Fällen nur mit besonderer Vorsicht

verschreiben:

Patienten mit Sick-Sinus-Syndrom oder Störungen der Erregungsleitung

(sinuatrialer oder atrioventrikulärer Block, siehe Abschnitt 4.8);

Patienten mit floriden Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren oder mit einer

Prädisposition für solche Erkrankungen, da Rivastigmin die Magensäuresekretion

erhöhen kann (siehe Abschnitt 4.8);

Patienten mit Neigung zu Harnstauung und Krampfanfällen, da Cholinomimetika

diese auslösen oder verstärken können;

Patienten mit Asthma oder obstruktiver Lungenerkrankung in der Vorgeschichte.

Hautreaktionen an der Applikationsstelle

Es können durch Rivastigmin-Pflaster an der Anwendungsstelle Hautreaktionen auftreten,

die üblicherweise in milder oder mäßiger Intensität verlaufen. Patienten und Pflegeperso-

nal sollten entsprechend aufgeklärt werden.

Diese Reaktionen alleine sind noch kein Anzeichen für eine Sensibilisierung. Allerdings

kann die Anwendung von Rivastigmin-Pflastern zu einer allergischen Kontaktdermatitis

führen.

Eine allergische Kontaktdermatitis sollte in Betracht gezogen werden, wenn sich die Re-

aktionen an der Anwendungsstelle über die Pflastergröße hinaus ausdehnen, wenn es An-

zeichen für eine intensive lokale Reaktion gibt (z. B. eine sich vergrößernde Hautrötung,

Ödeme, Hautknötchen, Bläschenbildung) und wenn sich die Symptome nicht innerhalb

von 48 Stunden nach Entfernung des Pflasters signifikant bessern. In diesen Fällen soll

die Behandlung abgebrochen werden (siehe Abschnitt 4.3).

Patienten, die eine Reaktion an der Anwendungsstelle entwickeln, welche auf eine aller-

gische Kontaktdermatitis mit Rivastigmin-Pflastern hindeutet, und die dennoch einer Ri-

vastigmin-Behandlung bedürfen, sollten nur nach einem negativen Allergietest und unter

enger medizinischer Überwachung auf eine orale Rivastigmin-Behandlung umgestellt

werden. Es ist möglich, dass manche Patienten, die durch die Anwendung von Rivastig-

min-Pflastern gegenüber Rivastigmin sensibilisiert sind, Rivastigmin in keiner Darrei-

chungsform anwenden können.

Es gibt seltene Berichte nach Markteinführung über Patienten mit allergischer Dermatitis

(disseminiert) nach Anwendung von Rivastigmin, unabhängig von der Art der Anwen-

dung (oral, transdermal). In diesen Fällen sollte die Behandlung abgebrochen werden

(siehe Abschnitt 4.3).

Sonstige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Rivastigmin kann extrapyramidale Symptome verschlimmern oder induzieren.

Nach Handhabung eines Rivastigmin transdermalen Pflasters ist der Kontakt mit den Au-

gen zu vermeiden (siehe Abschnitt 5.3). Die Hände sind nach dem Entfernen des Pflasters

mit Seife und Wasser zu waschen. Im Fall eines Kontakts mit den Augen oder wenn die

Augen nach der Handhabung des Pflasters rot werden, ist unverzüglich mit viel Wasser

zu spülen und medizinischer Rat einzuholen, falls die Symptome nicht zurückgehen.

Besondere Patientengruppen

Bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 50 kg können verstärkt Nebenwir-

kungen auftreten, und ein Therapieabbruch wegen Nebenwirkungen ist wahr-

scheinlicher (siehe Abschnitt 4.2). Bei diesen Patienten ist die Dosis vorsichtig zu

steigern und auf Nebenwirkungen zu achten (z. B. übermäßige Übelkeit oder Erb-

rechen). Beim Auftreten dieser Nebenwirkungen ist zu erwägen, die Erhaltungs-

dosis auf das 4,6 mg/24 Stunden transdermale Pflaster zu reduzieren.

Patienten mit Leberfunktionsstörung: Bei Patienten mit klinisch signifikanten

Leberfunktionsstörungen können verstärkt Nebenwirkungen auftreten. Die Emp-

fehlungen zur Dosistitration nach individueller Verträglichkeit sollen genau ein-

gehalten werden. Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen wurden nicht

untersucht. Besondere Vorsicht ist bei der Titration dieser Patienten geboten (sie-

he Abschnitte 4.2 und 5.2).

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine gezielten Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit Rivastigmin

transdermalen Pflastern durchgeführt.

Aufgrund seiner Eigenschaft als Cholinesterasehemmer verstärkt Rivastigmin möglich-

erweise während der Anästhesie die Wirkung von Muskelrelaxanzien vom Succinylcho-

lin-Typ. Vorsicht ist geboten bei der Auswahl von Anästhetika. Mögliche Dosisanpas-

sungen oder eine zeitweilige Unterbrechung der Behandlung können gegebenenfalls in

Betracht gezogen werden.

Aufgrund seiner pharmakodynamischen Wirkungen und möglicher additiver Effekte soll-

te Rivastigmin nicht zusammen mit anderen Cholinomimetika gegeben werden. Ein Ein-

fluss von Rivastigmin auf die Wirkung von Anticholinergika kann nicht ausgeschlossen

werden (z. B. Oxybutynin, Tolterodin).

Es wurde über additive Effekte berichtet, die bei kombiniertem Gebrauch von verschie-

denen Betablockern (einschließlich Atenolol) und Rivastigmin zu Bradykardie führen

(die möglicherweise eine Synkope zur Folge haben kann). Kardiovaskuläre Betablocker

werden mit dem höchsten Risiko assoziiert, es wurde in diesem Zusammenhang aber

auch über Patienten berichtet, die andere Betablocker verwenden. Es ist daher Vorsicht

geboten, wenn Rivastigmin zusammen mit Betablockern und auch mit anderen Bradykar-

die-auslösenden Mitteln (z. B. Klasse-III-Antiarrhythmika, Kalziumkanalantagonisten,

Digitalis-Glykosid, Pilocarpin) angewendet wird.

Da Bradykardie ein Risikofaktor für das Auftreten von Torsade de Pointes ist, sollte die

Kombination von Rivastigmin mit anderen Torsade de Pointes-induzierenden Arzneimit-

teln, wie Antipsychotika z. B. einige Phenothiazine (Chlorpromazin, Levomepromazin),

Benzamide (Sulpirid, Sultoprid, Amisulprid, Tiaprid, Veraliprid), Pimozid, Haloperidol,

Droperidol, Cisaprid, Citalopram, Diphemanil, Erythromycin i.v., Halofantrin, Mizolas-

tin, Methadon, Pentamidin und Moxifloxacin, mit Vorsicht beobachtet werden und es

könnte eine klinische Überwachung (EKG) ebenfalls erforderlich sein.

In Studien an gesunden Probanden wurden keine pharmakokinetischen Wechselwirkun-

gen zwischen oralem Rivastigmin und Digoxin, Warfarin, Diazepam oder Fluoxetin beo-

bachtet. Die unter Warfarin verlängerte Prothrombinzeit wird von oralem Rivastigmin

nicht beeinflusst. Nach gleichzeitiger Gabe von Digoxin und oralem Rivastigmin wurden

keine unerwünschten Wirkungen auf die kardiale Erregungsleitung beobachtet.

Die gleichzeitige Gabe von Rivastigmin und häufig verschriebenen Arzneimitteln wie

Antazida, Antiemetika, Antidiabetika, zentral wirksamen Antihypertensiva, Kalziuman-

tagonisten, inotropen Wirkstoffen, Angina-pectoris- Therapeutika, nicht steroi dalen An-

tiphlogistika, Östrogenen, Analgetika, Benzodiazepinen und Antihistaminika war nicht

mit Veränderungen der Kinetik von Rivastigmin oder einem erhöhten Risiko für klinisch

relevante unerwünschte Wirkungen assoziiert.

Aufgrund der Art des Abbaus im Körper erscheinen metabolische Arzneimittelwechsel-

wirkungen unwahrscheinlich, obwohl Rivastigmin möglicherweise den durch Butyryl-

cholinesterase vermittelten Abbau anderer Arzneimittel hemmt.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bei trächtigen Tieren überschritten Rivastigmin und/oder dessen Metaboliten die Plazen-

taschranke. Es ist nicht bekannt, ob dies für Menschen zutrifft. Es liegen keine klinischen

Daten über exponierte Schwangere vor. In peri-/postnatalen Studien an Ratten wurde eine

verlängerte Tragzeit beobachtet. Rivastigmin darf nicht während der Schwangerschaft

verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Stillzeit

Bei Tieren wird Rivastigmin mit der Muttermilch ausgeschieden. Es ist nicht bekannt, ob

Rivastigmin beim Menschen in die Muttermilch übertritt; daher dürfen Patientinnen wäh-

rend einer Behandlung mit Rivastigmin nicht stillen.

Fertilität

Bei Ratten wurden durch Rivastigmin keine Beeinträchtigungen der Fertilität oder Re-

produktionsleistung beobachtet (siehe Abschnitt 5.3). Es sind keine Auswirkungen von

Rivastigmin auf die Fertilität von Menschen bekannt.

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Die Alzheimer-Krankheit kann allmählich zu einer Beeinträchtigung der Verkehrstüch-

tigkeit und der Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen führen. Weiterhin kann Rivas-

tigmin Synkopen und Delirium hervorrufen. Folglich hat Rivastigmin geringen oder mä-

ßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschi-

nen. Die Fähigkeit von mit Rivastigmin behandelten Demenz-Patienten zur aktiven Teil-

nahme am Straßenverkehr und zum Bedienen komplizierter Maschinen ist daher regel-

mäßig vom behandelnden Arzt zu überprüfen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Hautreaktionen an der Applikationsstelle (üblicherweise gering- bis mittelgradiges Eryth-

em an der Applikationsstelle) sind die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen bei

der Anwendung von Rivastigmin transdermalem Pflaster. Die nächst häufigen Nebenwir-

kungen sind gastrointestinaler Art, einschließlich Übelkeit und Erbrechen.

Die Nebenwirkungen in Tabelle 1 sind gemäß MedDRA Systemorganklassen und Häu-

figkeitskategorien aufgelistet.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde

gelegt:

Sehr häufig

(≥1/10)

Häufig

(≥1/100, <1/10)

Gelegentlich

(≥1/1.000, <1/100)

Selten

(≥1/10.000, <1/1.000)

Sehr selten

(<1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar)

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In Tabelle 1 sind die unerwünschten Arzneimittelreaktionen aufgeführt, die bei 1.670

Alzheimer-Patienten auftraten, die im Rahmen von randomisierten, doppelblinden, place-

bo- und wirkstoffkontrollierten klinischen Studien zu Rivastigmin transdermalen Pflas-

tern für die Dauer von 24 bis 48 Wochen behandelt wurden und aus Daten nach der

Markteinführung.

Tabelle 1

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig:

Harnwegsinfektionen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig:

Appetitlosigkeit, verminderter Appetit

Gelegentlich:

Dehydration

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig:

Angst, Depression, Delirium, Agitiertheit

Gelegentlich:

Aggression

Nicht bekannt:

Halluzinationen, Ruhelosigkeit, Albträume

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Kopfschmerzen, Synkope, Schwindel

Gelegentlich:

Psychomotorische Überaktivität

Sehr selten:

Extrapyramidale Symptome

Nicht bekannt:

Verschlechterung einer Parkinson-Erkrankung, Krampfanfälle, Tre-

mor, Somnolenz

Herzerkrankungen

Gelegentlich:

Bradykardie

Nicht bekannt:

AV-Block, Vorhofflimmern, Tachykardie, Sick-Sinus-Syndrom

Gefäßerkrankungen

Nicht bekannt:

Bluthochdruck

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig:

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Dyspepsie, Bauchschmerzen

Gelegentlich:

Magenulcera

Nicht bekannt:

Pankreatitis

Leber- und Gallenerkrankungen

Nicht bekannt:

Hepatitis, erhöhte Leberfunktionswerte

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig:

Hautausschlag

Nicht bekannt:

Pruritus, Erythem, Urtikaria, Hautbläschen, allergische Dermatitis

(disseminiert)

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig:

Harninkontinenz

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig:

Hautreaktionen an der Applikationsstelle (z. B. Erythem an der Appli-

kationsstelle*, Pruritus an der Applikationsstelle*, Ödem an der Ap-

plikationsstelle*, Dermatitis an der Applikationsstelle, Irritation an der

Applikationsstelle), asthenische Erscheinungen (z. B. Abgeschlagen-

heit, Kraftlosigkeit), Fieber, Gewichtsabnahme

Selten:

Stürze

* Bei einer 24-wöchigen kontrollierten Studie an japanischen Patienten wurde sehr häufig

über Erytheme an der Applikationsstelle, Ödeme an der Applikationsstelle und Pruritus

an der Applikationsstelle berichtet.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Bei Anwendung höherer Dosen als 13,3 mg/ 24 Stunden traten in der oben genannten

placebokontrollierten Studie Schlaflosigkeit und Herzversagen häufiger auf als unter 13,3

mg/24 Stunden oder Placebo, was auf eine Dosis-Wirkungs-Beziehung hindeutet. Unter

Rivastigmin 13,3 mg/24 Stunden transdermalem Pflaster traten die Ereignisse jedoch

nicht häufiger auf als unter Placebo. Folgende Nebenwirkungen sind lediglich unter Riva-

stigmin Hartkapseln und Lösung zum Einnehmen beobachtet worden und nicht in den

klinischen Studien zu Rivastigmin transdermalen Pflastern: Unwohlsein, Verwirrtheit,

vermehrtes Schwitzen (häufig); Duodenalulcera, Angina pectoris (selten); gastrointestina-

le Blutungen (sehr selten); einzelne Fälle von schwerem Erbrechen waren mit einer Öso-

phagusruptur verbunden (nicht bekannt).

Hautreizung

In doppelblinden kontrollierten klinischen Studien waren Reaktionen an der Applikati-

onsstelle meist von leichter bis mäßiger Ausprägung. Hautreaktionen an der Applikati-

onsstelle, die bei Patienten, die mit Rivastigmin transdermalem Pflaster behandelt wur-

den, zum Abbruch führten, traten mit einer Häufigkeit von ≤ 2,3 % auf. Die Häufigkeit

von Hautreaktionen an der Applikationsstelle, die zum Abbruch führte, war in der asiati-

schen Bevölkerung höher mit 4,9 % in der chinesischen bzw. mit 8,4 % in der japani-

schen Bevölkerung.

In zwei 24-wöchigen doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studien wurden bei

jedem Termin die Hautreaktionen anhand einer Hautirritationsskala gemessen.

Bei Patienten unter Behandlung mit Rivastigmin transdermalem Pflaster konnte beobach-

tet werden, dass Hautreaktionen meist von geringfügiger oder leichter Ausprägung waren.

In diesen Studien wurden sie bei ≤ 2,2 % der Patienten als schwerwiegend eingestuft und

in einer japanischen Studie bei ≤ 3,7 % der Patienten, die mit Rivastigmin transdermales

Pflaster behandelt wurden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medi-

zinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome

In den meisten Fällen unbeabsichtigter Überdosierung von oralem Rivastigmin traten

keine klinischen Anzeichen oder Symptome auf, und fast alle Patienten setzten die Be-

handlung mit Rivastigmin 24 Stunden nach der Überdosierung fort.

Es wurde eine cholinerge Toxizität mit muskarinischen Symptomen berichtet, die mit

moderaten Vergiftungserscheinungen wie Miosis, Hitzegefühl, Verdauungsstörungen ein-

schließlich Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Bradykardie, Bronchos-

pasmus und erhöhter Bronchialsekretionen, Hyperhidrose, unfreiwilligem Wasserlassen

und/oder Stuhlgang, Tränenfluss, Hypotonie und vermehrtem Speichelfluss einherging.

In schwereren Fällen können nikotinerge Effekte entwickelt werden, wie Muskelschwä-

che,Faszikulationen, Krampfanfälle und Atemstillstand mit möglichem tödlichem Aus-

gang.

Darüber hinaus gab es nach der Markteinführung Fälle von Schwindel, Tremor, Kopf-

schmerzen, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Bluthochdruck, Halluzinationen und Unwohlsein.

Überdosierung mit Rivastigmin transdermalem Pflaster resultierend aus unsachgemäßer

Anwendung/von Dosierungsfehlern (gleichzeitige Anwendung von mehreren Pflastern)

wurde nach Markteinführung berichtet und selten in klinischen Studien.

Behandlung

Da Rivastigmin eine Plasmahalbwertszeit von etwa 3,4 Stunden hat und die Acetylcholi-

nesterase über einen Zeitraum von etwa 9 Stunden hemmt, wird für den Fall einer asymp-

tomatischen Überdosierung empfohlen, alle vorhandenen Rivastigmin transdermalen

Pflaster abzunehmen und in den nächsten 24 Stunden kein weiteres transdermales Pflaster

aufzubringen. Bei Überdosierung mit schwerer Übelkeit und Erbrechen ist die Gabe von

Antiemetika zu erwägen. Bei anderen unerwünschten Wirkungen ist gegebenenfalls

symptomatisch zu behandeln.

Bei massiver Überdosierung kann Atropin verabreicht werden. Initial werden 0,03 mg/kg

Atropinsulfat intravenös empfohlen; weitere Dosen sollten nach der klinischen Reaktion

bemessen werden. Die Verwendung von Scopolamin als Antidot ist nicht zu empfehlen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Psychoanaleptika, Cholinesterasehemmer; ATC-Code:

N06DA03

Rivastigmin ist ein Hemmstoff der Acetyl- und Butyrylcholinesterase vom Carbamat-

Typ, von dem angenommen wird, dass er die cholinerge Neurotransmission durch Ver-

langsamung des Abbaus von Acetylcholin fördert, welches von funktionell intakten cho-

linergen Neuronen freigesetzt wird. Aus diesem Grund kann Rivastigmin die bei der De-

menz in Zusammenhang mit Alzheimer-Krankheit auftretenden cholinerg vermittelten

kognitiven Defizite günstig beeinflussen.

Rivastigmin geht mit seinen Zielenzymen eine kovalente Bindung ein, wodurch die En-

zyme vorübergehend inaktiviert werden. Eine orale Dosis von 3 mg setzt bei gesunden

jungen männlichen Freiwilligen die Acetylcholinesterase (AChE)-Aktivität im Liquor in-

nerhalb der ersten 1,5 Stunden nach Einnahme um etwa 40 % herab. Etwa 9 Stunden nach

Erreichen des maximalen Hemmeffektes kehrt die Aktivität des Enzyms auf die Aus-

gangswerte zurück. Bei Patienten mit Alzheimer-Krankheit war die Hemmung der AChE

im Liquor durch orales Rivastigmin bis zur höchsten untersuchten Dosis von zweimal 6

mg pro Tag dosisabhängig.

Die Hemmung der Butyrylcholinesterase-Aktivität im Liquor von 14 mit oralem Rivas-

tigmin behandelten Alzheimer-Patienten war ähnlich der bei Hemmung der AChE-

Aktivität.

Klinische Studien bei Alzheimer-Demenz

Die Wirksamkeit der Rivastigmin transdermalen Pflaster bei Patienten mit Alzheimer-

Demenz wurde in einer doppelblinden, placebokontrollierten, pivotalen Studie von 24

Wochen Dauer sowie einer anschließenden nicht verblindeten Verlängerungsstudie und

einer 48-wöchigen doppelblinden Vergleichsstudie untersucht.

24-wöchige placebokontrollierte Studie

Die untersuchten Patienten der placebokontrollierten Studie hatten einen MMSE-Wert

(Mini-Mental State Examination) von 10 bis 20. Die Beurteilung der Wirksamkeit erfolg-

te mit Hilfe voneinander unabhängiger Messverfahren, die im Laufe des 24-wöchigen

Behandlungszeitraums regelmäßig angewendet wurden. Zu diesen Messverfahren zählen

ADAS-Cog (Alzheimer’s Disease Assessment Scale – Cognitive subscale, ein leistungs-

bezogenes Instrument zur Messung der kognitiven Fähigkeit), ADCS-CGIC (Alzheimer’s

Disease Cooperative Study – Clinician’s Global Impression of Change, eine umfassende

globale Bewertung des Patienten durch den Arzt unter Einbeziehung der Angaben der Be-

treuungsperson) und ADCS-ADL (Alzheimer’s Disease Cooperative Study – Activities of

Daily Living, eine von der Betreuungsperson vorgenommene Bewertung der Aktivitäten

des täglichen Lebens wie Körperpflege, Nahrungsaufnahme, Bekleidung, Haushaltsarbei-

ten wie Einkaufen, Erhalt der Orientierungsfähigkeit sowie die Erledigung von Geldange-

legenheiten). Die Ergebnisse aller drei Messverfahren nach 24 Wochen sind in Tabelle 2

zusammengefasst.

Tabelle 2

ITT-LOCF-Population

Rivastigmin 9,5

mg/24 Stunden

transdermale

Pflaster

N = 251

Rivastigmin

Hartkapseln 12

mg/Tag

N = 256

Placebo

N = 282

ADAS-Cog

(n = 248)

(n = 253)

(n = 281)

Mittlerer Ausgangswert ± SD

27,0 ± 10,3

27,9 ± 9,4

28,6 ± 9,9

Mittlere Veränderung nach 24

Wochen ± SD

– 0,6 ± 6,4

– 0,6 ± 6,2

1,0 ± 6,8

p-Wert im Vergleich zu Pla-

cebo

0,005

0,003

ADCS-CGIC

(n = 248)

(n = 253)

(n = 278)

Mittlerer Wert ± SD

3,9 ± 1,20

3,9 ± 1,25

4,2 ± 1,26

p-Wert im Vergleich zu Pla-

cebo

0,010

0,009

ADCS-ADL

(n = 247)

(n = 254)

(n = 281)

Mittlerer Ausgangswert ± SD

50,1 ± 16,3

49,3 ± 15,8

49,2 ± 16,0

Mittlere Veränderung nach 24

Wochen ± SD

– 0,1 ± 9,1

– 0,5 ± 9,5

– 2,3 ± 9,4

p-Wert im Vergleich zu Pla-

cebo

0,013

0,039

* p ≤ 0,05 im Vergleich zu Placebo

ITT: Intent-To-Treat; LOCF: Last Observation Carried Forward

ANCOVA mit den Faktoren Behandlung und Land und dem Ausgangswert als einer

Kovariablen; eine negative Veränderung des ADAS-Cog zeigt eine Verbesserung an.

Beim ADCS-ADL entspricht eine positive Veränderung einer Verbesserung.

CMH-Test (van-Elteren-Test) mit Blockbildung nach Land. ADCS-CGIC-Scores < 4

zeigen eine Verbesserung an.

Die Ergebnisse der Patienten mit klinisch relevantem Ansprechen in der 24-wöchigen

placebokontrollierten Studie sind in Tabelle 3 aufgeführt. Eine klinisch relevante Verbes-

serung wurde vorab definiert als Verbesserung um mindestens vier Punkte auf der

ADAS-Cog-Skala, dabei keine Verschlechterung auf der ADCS-CGIC und keine Ver-

schlechterung auf der ADCS-ADL.

Tabelle 3

Patienten

klinisch

signifikantem

Ansprechen

ITT-LOCF-Population

Rivastigmin 9,5

mg/24 Stunden

transdermale

Pflaster

N = 251

Rivastigmin

Hartkapseln 12

mg/Tag

N = 256

Placebo

N = 282

mindestens

Punkte

verbesserter

ADAS-Cog

Verschlechterung

ADCS-CGIC

ADCS-

17,4

19,0

10,5

p-Wert im Vergleich zu Place-

0,037

0,004

* p ≤ 0,05 im Vergleich zu Placebo

Wie die Modellierung mit Hilfe eines Kompartimentmodells zeigt, führen die transderma-

len Pflaster mit einer Freisetzung von 9,5 mg/24 Stunden zu einer Wirkstoffexposition

ähnlich einer oralen Dosis von etwa 12 mg/Tag.

48-wöchige aktiv-kontrollierte Vergleichsstudie

Die untersuchten Patienten der aktiv kontrollierten Vergleichsstudie hatten einen initialen

MMSE-Wert von 10 bis 24. Das Ziel der Studie war der Vergleich der Wirksamkeit des

13,3 mg/24 Stunden transdermalen Pflasters mit dem 9,5 mg/24 Stunden transdermalen

Pflaster während der 48-wöchigen doppelblinden Behandlungsphase bei Alzheimer- Pati-

enten, die einen funktionellen und kognitiven Rückgang nach einer initialen 24- bis 48-

wöchigen offenen Behandlungsphase gezeigt hatten, während sie mit einer Erhaltungsdo-

sis von 9,5 mg/24 Stunden transdermalem Pflaster behandelt wurden. Der funktionelle

Rückgang wurde durch den Prüfarzt bewertet und der kognitive Rückgang

wurde als eine Verringerung des MMSE-Wertes um > 2 Punkte zum vorhergehenden Be-

such oder eine Verringerung um > 3 Punkte zum Ausgangswert definiert.

Die Beurteilung der Wirksamkeit erfolgte mit Hilfe des ADAS-Cog (Alzheimer’s Disease

Assessment Scale – Cognitive subscale, ein leistungsbezogenes Instrument zur Messung

der kognitiven Fähigkeit) und des ADCS-IADL (Alzheimer’s Disease Cooperative Study

– Instrumental Activities of Daily Living), die instrumentale Aktivitäten bewerten wie

Umgang mit Finanzen, Zubereiten von Mahlzeiten, Einkaufen, Orientierungsfähigkeit

und die Fähigkeit unbeaufsichtigt zu bleiben. Die Ergebnisse der zwei Messverfahren

nach 48 Wochen sind in Tabelle 4 zusammengefasst.

Tabelle 4

Population/Besuch

Rivastigmin

15 cm

N = 265

Rivastigmin

10 cm

N = 271

Rivastigmin

15 cm

Rivas-

tigmin

10 cm2

Mittel-

wert

Mittel-

wert

DLSM

95%-

p-Wert

ADAS-Cog

Woche

Ausgangs-

wert

34,4

34,9

Wert

38,5

39,7

Veränderung

– 0,8

2,1;0,5)

0,227

ADCS-IADL

Woche

Ausgangs-

wert

27,5

25,8

Wert

23,1

19,6

Veränderung

– 4,4

– 6,2

(0,8;3,6

0,002*

KI – Konfidenzintervall.

DLSM – difference in least square means.

LOCF – Last Observation Carried Forward.

ADAS-cog scores: Eine negative Differenz bei DLSM zeigt eine größere Verbesserung

bei Rivastigmin 15 cm

im Vergleich zu Rivastigmin 10 cm

ADCS-IADL scores: Eine positive Differenz bei DLSM zeigt eine größere Verbesserung

bei Rivastigmin 15 cm

im Vergleich zu Rivastigmin 10 cm

N ist die Anzahl der Patienten mit einer Bewertung des Ausgangswertes (letzte Bewer-

tung in der initialen offenen Phase) und mit mindestens 1 Bewertung nach dem Aus-

gangswert (für den LOCF).

DLSM, 95%-KI, und p-Wert basieren auf dem ANCOVA (Analyse der Kovarianz) Mo-

del, das für das Land und den Ausgangswert des ADAS-cog

score angepasst wurde.

* p < 0,05

Quelle: Studie D2340 – Tabelle 11-6 und Tabelle 11-7

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für das Referenzarzneimittel, das Rivastigmin

enthält, eine Freistellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien

in allen pädiatrischen Altersklassen in der Behandlung der Alzheimer-Demenz gewährt

(siehe Abschnitt 4.2 bzgl Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen)

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Die Resorption von Rivastigmin aus den Rivastigmin transdermalen Pflastern verläuft

langsam. Nach der ersten Dosis sind nachweisbare Plasmaspiegel nach einer Verzögerung

von 0,5 bis 1 Stunde festzustellen. Die C

wird nach 10 bis 16 Stunden erreicht. Nach

dem Spitzenwert sinkt der Plasmaspiegel über den Rest des 24-stündigen Applikationsin-

tervalls langsam ab. Nach wiederholter Gabe (wie im Steady-State) nimmt der Plasma-

spiegel nach dem Wechsel des transdermalen Pflasters zunächst noch durchschnittlich 40

Minuten lang leicht ab. Danach wird aus dem neuen transdermalen Pflaster mehr Wirk-

stoff aufgenommen als eliminiert wird, und der Plasmaspiegel steigt wieder an, um nach

rund acht Stunden einen neuen Höchststand zu erreichen. Im Steady- State beträgt der

minimale Spiegel etwa 50 % des Spitzenspiegels. Bei der oralen Anwendung hingegen

fällt die Konzentration zwischen zwei Einnahmezeitpunkten auf nahezu Null. Die Exposi-

tion mit Rivastigmin (C

und AUC) stieg bei der Dosissteigerung von 4,6 mg/24 Stun-

den auf 9,5 mg/ 24 Stunden bzw. auf 13,3 mg/24 Stunden zwar weniger stark an als bei

der oralen Formulierung, aber dennoch überproportional um den Faktor 2,6 und 4,9. Der

Fluktuationsindex (FI), eine Messgröße für die relative Differenz zwischen Spitzen- und

Talspiegel ((C

durchschnitt

), hatte für Rivastigmin 4,6 mg/24 Stunden transdermale

Pflaster und Rivastigmin 9,5 mg/24 Stunden transdermale Pflaster den Wert 0,58 bzw.

0,77 und 0,72 für Rivastigmin 13,3 mg/24 Stunden transdermale Pflaster, was einer we-

sentlich geringeren Fluktuation zwischen Tiefst- und Höchstkonzentration entspricht als

bei oraler Einnahme (FI = 3,96 bei 6 mg/Tag bzw. 4,15 bei 12 mg/Tag).

Die Rivastigmin-Dosis, die aus dem transdermalen Pflaster über 24 Stunden (mg/ 24

Stunden) freigesetzt wird, kann hinsichtlich der Plasmakonzentration über 24 Stunden

nicht direkt mit der aus der Kapsel freigesetzten Menge (mg) verglichen werden.

Die interindividuelle Variabilität der pharmakokinetischen Parameter nach einer Einzel-

dosis Rivastigmin (bezogen auf Dosis/kg Körpergewicht) betrug 43 % (C

) bzw. 49 %

(AUC

0 – 24 h

) beim transdermalen Pflaster und 74 % bzw. 103 % nach Einnahme. Die Va-

riabilität von Patient zu Patient in einer Studie im Steady-State bei Alzheimer-Demenz

betrug nach Anwendung des transdermalen Pflasters maximal 45 % (C

) bzw. 43 %

(AUC

0 – 24 h

), bei Gabe der oralen Form hingegen 71 % bzw. 73 %.

Bei Alzheimer-Patienten war außerdem ein Zusammenhang zwischen Wirkstoffexpositi-

on im Steady-State (Rivastigmin und sein Metabolit NAP226-90) und dem Körperge-

wicht festzustellen. Verglichen mit einem 65 kg schweren Patienten, wäre die Rivastig-

min- Konzentration im Steady-State bei einem Patienten mit 35 kg Körpergewicht etwa

doppelt so hoch, bei einem Patienten mit 100 kg halb so hoch. Die Auswirkungen des

Körpergewichts auf die Wirkstoffexposition machen besondere Vorsicht bei der Do-

sissteigerung bei Patienten mit sehr niedrigem Körpergewicht erforderlich (siehe Ab-

schnitt 4.4).

Die Exposition (AUC

) gegenüber Rivastigmin (und seinem Metaboliten NAP266-90)

war am höchsten, wenn das transdermale Pflaster auf den oberen Rückenbereich, den

Brustkorb oder den Oberarm aufgeklebt wurde, und um rund 20 bis 30 % erniedrigt,

wenn das Pflaster sich auf Bauch oder Oberschenkel befand.

Eine relevante Kumulation von Rivastigmin oder seinem Metaboliten NAP226-90 im

Plasma von Alzheimer-Patienten war nicht festzustellen, außer dass die Plasmaspiegel am

zweiten Tag in der Pflaster-Gruppe höher waren als am ersten.

Verteilung

Rivastigmin wird schwach an Plasmaproteine gebunden (zu rund 40 %). Es passiert die

Blut-Hirnschranke leicht und hat ein scheinbares Verteilungsvolumen im Bereich von

1,8−2,7 l/kg.

Biotransformation

Rivastigmin wird rasch und weitgehend abgebaut; die scheinbare Eliminationshalbwerts-

zeit aus dem Plasma beträgt nach Entfernung des transdermalen Pflasters rund 3,4 Stun-

den. Die Elimination wird durch die Resorptionsrate begrenzt („Flip-Flop-Kinetik“), was

auch erklärt, warum die t½ nach Applikation des transdermalen Pflasters (3,4 h) länger ist

als nach oraler oder intravenöser Gabe (1,4−1,7 h). Die Metabolisierung erfolgt haupt-

sächlich über eine durch Cholinesterase vermittelte Hydrolyse zum Metaboliten NAP226-

90. In vitro zeigt der Metabolit eine minimal inhibierende Wirkung auf Acetylcholines-

terase (< 10

%). In-vitro

-Ergebnisse lassen keine pharmakokinetische Interaktion mit

Arzneimitteln erwarten, die durch die folgenden Cytochrom- Isoenzyme metabolisiert

werden: CYP1A2, CYP2D6, CYP3A4/5, CYP2E1, CYP2C9, CYP2C8, CYP2C19 oder

CYP2B6. Tierexperimentelle Untersuchungen zeigen nur eine sehr geringe Beteiligung

der wichtigsten Cytochrom-P450-Isoenzyme an der Metabolisierung von Rivastigmin.

Die Gesamtplasma- Clearance von Rivastigmin beträgt etwa 130 l/Std. nach einer intra-

venösen Dosis von 0,2 mg und nahm nach einer intravenösen Dosis von 2,7 mg auf 70

l/Std. ab. Dieser Rückgang deckt sich mit der nicht-linearen, überproportional verlaufen-

den Pharmakokinetik von Rivastigmin infolge der Sättigung der Eliminationswege. Das

Verhältnis der AUC∞ von Metabolit zu Ausgangssubstanz betrug bei der Anwendung

von transdermalem Pflaster 0,7 gegenüber 3,5 nach oraler Anwendung, was darauf hin-

deutet, dass nach dermaler Anwendung wesentlich weniger metabolisiert wurde als nach

oraler Einnahme. Dass bei Anwendung des transdermalen Pflasters weniger NAP226-90

gebildet wird als nach oraler Einnahme, ist vermutlich auf den fehlenden Einfluss der

präsystemischen Verstoffwechselung (hepatischer First-Pass) zurückzuführen.

Elimination

Spuren von Rivastigmin werden unverändert mit dem Urin ausgeschieden; der Hauptweg

der Elimination nach Applikation des transdermalen Pflasters ist die renale Ausscheidung

der Metaboliten. Nach oraler Gabe von

C-Rivastigmin erfolgt die renale Elimination

rasch und fast vollständig (> 90 %) innerhalb von 24 Stunden. Weniger als 1 % der ver-

abreichten Dosis wird mit den Fäzes ausgeschieden.

Eine pharmakokinetische Populationsanalyse hat gezeigt, dass bei Patienten mit Alzhei-

mer-Krankheit (n = 75 Raucher und 549 Nichtraucher) der Konsum von Nikotin die orale

Rivastigmin-Clearance nach Einnahme oraler Rivastigmin-Kapsel-Dosen von bis zu 12

mg/Tag um 23 % erhöht.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Das Alter hatte keinen Einfluss auf die Rivastigmin-Exposition von Alzheimer-Patienten,

die mit Rivastigmin transdermalen Pflastern behandelt wurden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Es wurde keine Studie mit Rivastigmin transdermalen Pflastern speziell bei Patienten mit

eingeschränkter Leberfunktion durchgeführt. Bei oraler Einnahme lag die C

von Riva-

stigmin bei Patienten mit gering- bis mittelgradig eingeschränkter Leberfunktion rund 60

% höher, die AUC von Rivastigmin war mehr als doppelt so hoch wie bei Gesunden.

Nach einer einzelnen Dosis von 3 mg oder 6 mg war bei Patienten mit leicht bis mäßig

eingeschränkter Leberfunktion (n = 10, Child-Pugh-Kriterien 5 – 12, Biopsie-Nachweis)

die mittlere orale Rivastigmin-Clearance etwa 46 – 63 % niedriger als bei gesunden Pro-

banden (n = 10).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Es wurde keine Studie mit Rivastigmin transdermalen Pflastern speziell bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion durchgeführt. Basierend auf Populationsanalysen zeigte

die Kreatinin-Clearance keine eindeutigen Effekte auf die Steady-State-Konzentration

von Rivastigmin oder seiner Metaboliten. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunk-

tion ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 4.2).

Präklinische Daten zur Sicherheit

In Studien zur Toxizität nach wiederholter oraler und topischer Gabe bei Mäusen, Ratten,

Kaninchen, Hunden und Minischweinen wurden stark übersteigerte pharmakologische

Wirkungen beobachtet. Organspezifische Toxizität trat nicht auf. Aufgrund der hohen

Empfindlichkeit der verwendeten Tierspezies war die orale und topische Gabe im Rah-

men der Tierstudien nur begrenzt möglich.

Rivastigmin erwies sich in einer Reihe von Standardtests

in vitro

in vivo

als nicht

mutagen, außer in einem Chromosomenaberrationstest an menschlichen peripheren Lym-

phozyten in Dosen, die um das 10

-Fache höher lagen als die maximal in der Klinik an-

gewendeten Dosen. Der

in vivo

-Micronucleus-Test fiel negativ aus. Auch der Hauptme-

tabolit NAP226-90 zeigte kein genotoxisches Potenzial.

In Studien zur oralen und topischen Gabe an Ratten und Mäusen wurden bei der maxima-

len tolerierten Dosis keine Hinweise auf Kanzerogenität gefunden. Die Exposition gegen-

über Rivastigmin und seinen Metaboliten entsprach etwa der nach Anwendung der

Höchstdosis Rivastigmin Kapseln bzw. transdermalen Pflastern beim Menschen.

Bei Tieren überschreitet Rivastigmin die Plazentaschranke und wird mit der Milch ausge-

schieden. Studien per os an trächtigen Ratten und Kaninchen zeigten für Rivastigmin kein

teratogenes Potenzial. In Studien

per os

mit männlichen und weiblichen Ratten wurden

durch Rivastigmin keine Beeinträchtigungen der Fertilität oder Reproduktionsleistung

beobachtet, weder bei der Elterngeneration noch bei den Nachkommen. Spezifische der-

matologische Studien an trächtigen Tieren sind bisher nicht durchgeführt worden.

Die Rivastigmin transdermalen Pflaster wirkten nicht phototoxisch und werden als Nicht-

Allergen angesehen. In weiteren Studien zur dermalen Toxizität wurde eine leichte Irrita-

tion der Haut der Labortiere, einschließlich der Kontrolltiere, beobachtet.

Dies könnte darauf hindeuten, dass Rivastigmin transdermale Pflaster bei den Patienten

ein leichtes Erythem induzieren können.

In einer Kaninchen-Studie wurde ein Potenzial für eine leichte Augen/Mukosa-Reizung

identifiziert. Der Patient/seine Pflegeperson muss daher nach jeglicher Handhabung der

Pflaster vermeiden, die Augen zu berühren (siehe Abschnitt 4.4).

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Trägerschicht

Poly(ethylenterephthalat)

Wirkstoffhaltige Klebematrix I

Poly[(2-ethylhexyl)acrylat-co-methylacrylat-co-acrylsäure] (62:32:6)

Ammoniummethacrylat-Copolymer (Typ B) (Ph.Eur.)

Wirkstoffhaltige Klebematrix II

Poly[(2-ethylhexyl)acrylat-co-(2-hydroxyethyl)acrylat-co-methylacrylat (72:5:23)

Schutzfolie

Poly(ethylenterephthalat)

Drucktinte

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

Die transdermalen Pflaster bis zur Anwendung im Beutel aufbewahren.

Art und Inhalt des Behältnisses

Kindergesicherte Beutel aus einem mehrfach laminierten Verbundwerkstoff aus entweder

Papier/orientiertes Polyamid/Aluminium/Poly(acrylnitril), Pa-

pier/Poly(ethylenterephthalat) /Aluminium/Poly(acrylnitril) oder Pa-

pier/Poly(ethylenterephthalat) /Aluminium/COC.

Jeder Beutel enthält ein transdermales Pflaster.

Die Beutel sind in einem Umkarton verpackt.

Erhältlich in Packungen mit 7, 30 oder 42 Beuteln und Bündelpackungen mit 60 (2 x 30),

84 (2 x 42) oder 90 (3 x 30) Beuteln.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nach dem Gebrauch sind die transdermalen Pflaster in der Mitte zu falten (Haftseite nach

innen), in den Verpackungsbeutel zu stecken und sicher, außerhalb der Sicht und Reich-

weite von Kindern, zu entsorgen. Gebrauchte und ungebrauchte transdermale Pflaster

sind entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Endomedica GmbH

Weinbergweg 23

06120 Halle/Saale

Deutschland

Tel.: + 49 345 131 427 60

8. ZULASSUNGSNUMMER

2203237.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

03.07.2020

10. STAND DER INFORMATION

Juli 2020

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen