Prasugrel HCS 5 mg Filmtabletten

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

03-05-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

03-05-2020

Wirkstoff:
PRASUGREL
Verfügbar ab:
HCS bvba
ATC-Code:
B01AC22
INN (Internationale Bezeichnung):
PRASUGREL
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
138430
Berechtigungsdatum:
2018-08-03

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Prasugrel HCS 5 mg Filmtabletten

Prasugrel HCS 10 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Prasugrel

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Prasugrel HCS und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Prasugrel HCS beachten?

Wie ist Prasugrel HCS einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Prasugrel HCS aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Prasugrel HCS und wofür wird es angewendet?

Prasugrel HCS enthält den Wirkstoff Prasugrel und gehört zur Gruppe von Arzneimitteln, die als

Blutplättchenfunktionshemmer (Thrombozytenaggregationshemmer) bezeichnet werden.

Blutplättchen sind sehr kleine Blutzellen, die im Blut kreisen. Wenn ein Blutgefäß beschädigt wird, z.

B. durch einen Schnitt, dann klumpen die Blutplättchen zusammen und helfen, einen Blutpfropf

(Thrombus) zu bilden.

Somit sind Blutplättchen notwendig, um eine Blutung zu stoppen. Bildet sich ein solches

Blutgerinnsel (Thrombus) in verhärteten (verkalkten) Blutgefäßen wie z. B. in einer Arterie, kann dies

sehr gefährlich sein, da dieses die Blutversorgung unterbinden kann, was dann zu einem Herzinfarkt

(Myokardinfarkt), Schlaganfall oder Tod führen kann. Blutgerinnsel in Arterien, die das Herz mit Blut

versorgen, können auch die Blutzufuhr vermindern, was zu einer Brustenge mit starken

Brustschmerzen (instabile Angina pectoris) führen kann.

Prasugrel HCS verhindert das Verklumpen der Blutplättchen und vermindert auf diese Weise die

mögliche Bildung von Blutgerinnseln.

Ihnen wurde Prasugrel HCS verschrieben, weil Sie bereits einen Herzinfarkt oder eine instabile

Brustenge (Angina pectoris) hatten und die blockierten Arterien in Ihrem Herzen durch einen

medizinischen Eingriff geöffnet wurden. Auch können bei Ihnen ein oder mehrere ‚Stents’ eingesetzt

worden sein, um die blockierten oder verengten herzversorgenden Arterien offen zu halten. Prasugrel

vermindert das Risiko weiterer Herzinfarkte oder Schlaganfälle oder an einem dieser

atherothrombotischen Ereignisse zu versterben. Ihr Arzt wird Ihnen zusätzlich Acetylsalicylsäure (z.

B. Aspirin), einen anderen Blutplättchenfunktionshemmer, verschreiben.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Prasugrel HCS beachten?

Prasugrel HCS darf nicht eingenommen werden,

­

wenn Sie allergisch gegen Prasugrel oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind. Eine allergische Reaktion kann erkannt werden an

Hautausschlag, Juckreiz, Gesichtsschwellungen, geschwollene Lippen oder Kurzatmigkeit. Wenn

dies auftritt, informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt.

­

wenn Sie eine Erkrankung haben, die derzeit zu Blutungen führt, z. B. Magen- oder

Darmblutungen.

­

wenn Sie jemals einen Schlaganfall oder eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns

(transitorische ischämische Attacke, TIA) erlitten haben.

­

wenn Sie eine schwerwiegende Lebererkrankung haben.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bevor Sie Prasugrel HCS einnehmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bevor Sie Prasugrel HCS einnehmen.

Sie müssen Ihrem Arzt vor der Einnahme von Prasugrel HCS mitteilen, wenn eine der nachfolgenden

Beschreibungen auf Sie zutrifft:

­

Wenn Sie ein erhöhtes Risiko für Blutungen haben, z. B.:

Sie sind 75 Jahre alt oder älter. Ihr Arzt wird Ihnen eine tägliche Dosis von 5 mg

verschreiben, da das Blutungsrisiko bei Patienten über 75 Jahre höher ist

eine kürzlich erfolgte schwere Verletzung

eine kürzlich erfolgte Operation (einschließlich einiger zahnärztlicher Behandlungen)

kürzlich erst aufgetretene oder wiederkehrende Blutungen des Magens oder Darms (z. B.

Magengeschwür oder Darmpolypen)

ein Körpergewicht unter 60 kg. Ihr Arzt wird Ihnen eine tägliche Dosis von 5 mg

Prasugrel HCS zu verschreiben, wenn Sie weniger als 60 kg wiegen.

eine Nierenerkrankung oder mittelschwere Lebererkrankung

wenn Sie bestimmte Arzneimittel einnehmen/anwenden (siehe unten „Einnahme von

Prasugrel HCS zusammen mit anderen Arzneimitteln“)

geplante Operation (einschließlich einiger zahnärztlicher Behandlungen) in den nächsten 7

Tagen. Es kann sein, dass Ihr Arzt sie anweist die Prasugrel HCS Einnahme aufgrund des

erhöhten Blutungsrisikos für eine gewisse Zeit auszusetzen.

­

Wenn Sie schon einmal allergische Reaktionen (Überempfindlichkeit) gegen Clopidogrel oder

einen anderen Blutplättchenfunktionshemmer hatten, sagen Sie dies bitte vor Beginn der

Behandlung mit Prasugrel HCS Ihrem Arzt. Wenn Sie dann Prasugrel HCS einnehmen und

allergische Reaktionen entwickeln, das kann ein Ausschlag, Jucken, ein geschwollenes Gesicht,

geschwollene Lippen oder Kurzatmigkeit sein, müssen Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt

wenden.

Während Sie Prasugrel HCS einnehmen

Teilen Sie Ihrem Arzt unverzüglich mit, wenn Sie eine Erkrankung bekommen, die Thrombotisch-

Thrombozytopenische Purpura (TTP) genannt wird. Diese ist verbunden mit Fieber und Blutergüssen,

die als stecknadelkopfgroße, rote Punkte auf der Haut auftreten mit oder ohne unerklärliche extreme

Müdigkeit, Verwirrung, Gelbfärbung der Haut oder der Augen (Gelbsucht) (siehe Abschnitt 4.

„Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Kinder und Jugendliche

Prasugrel HCS darf nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden.

Einnahme von Prasugrel HCS zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel,

Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Heilmittel handelt. Es ist besonders wichtig Ihrem Arzt

mitzuteilen, wenn Sie mit Clopidogrel (ein Blutplättchenfunktionshemmer), Warfarin (ein

Blutgerinnungshemmer) oder einem “nicht-steroidalen entzündungshemmenden Arzneimittel” gegen

Schmerzen und Fieber (wie z. B. Ibuprofen, Naproxen oder Etoricoxib) behandelt werden. Wenn diese

zusammen mit Prasugrel gegeben werden, kann das Blutungsrisiko ansteigen.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie Morphin oder andere Opioide (zur Behandlung von schweren

Schmerzen) einnehmen.

Nehmen Sie andere Arzneimittel während der Behandlung mit Prasugrel nur ein bzw. wenden Sie

andere Arzneimittel nur an, wenn Ihnen Ihr Arzt gesagt hat, dass dies möglich ist.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Teilen Sie bitte Ihrem Arzt mit, wenn Sie während der Behandlung mit Prasugrel HCS schwanger

werden oder wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu werden.

Sie dürfen Prasugrel HCS nur einnehmen, nachdem Sie mit Ihrem Arzt über einen möglichen Nutzen

der Behandlung und mögliche Risiken für Ihr ungeborenes Kind gesprochen haben.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es ist unwahrscheinlich, dass Prasugrel HCS eine Auswirkung auf die Verkehrstüchtigkeit und das

Bedienen von Maschinen hat.

Prasugrel HCS enthält Lactose und Natrium

Bitte nehmen Sie dieses Arzneimittel erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt

ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Prasugrel HCS enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosiereinheit, d. h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

3.

Wie ist Prasugrel HCS einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Prasugrel HCS Dosis ist einmal täglich 10 mg. Ihre Behandlung wird mit einer

einmaligen Dosis in Höhe von 60 mg begonnen.

Wenn Sie weniger als 60 kg wiegen oder älter als 75 Jahre sind, beträgt die tägliche Dosis 5 mg

Prasugrel HCS.

Ihr Arzt wird Ihnen zusätzlich Acetylsalicylsäure verordnen und er/sie wird Ihnen die genaue Dosis

nennen, die Sie einnehmen müssen (üblicherweise zwischen 75 mg und 325 mg täglich).

Sie können Prasugrel HCS unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen oder auch zum Essen. Nehmen

Sie Ihre Dosis jeden Tag etwa zur selben Zeit ein. Teilen oder zerkleinern Sie die Filmtablette nicht.

Es ist wichtig, dass Sie Ihrem Arzt, Zahnarzt und Apotheker sagen, dass Sie Prasugrel HCS

einnehmen.

Wenn Sie eine größere Menge von Prasugrel HCS eingenommen haben, als Sie sollten

Setzen Sie sich direkt mit Ihrem Arzt oder dem nächstgelegenen Krankenhaus in Verbindung, da Sie

ein Risiko für sehr starke Blutungen haben könnten. Zeigen Sie dem Arzt die Prasugrel HCS

Verpackung.

Wenn Sie die Einnahme von Prasugrel HCS vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die geplante tägliche Einnahme von Prasugrel HCS vergessen haben sollten, nehmen Sie

Prasugrel HCS, sobald es Ihnen wieder einfällt. Wenn Sie die Einnahme für einen ganzen Tag

vergessen haben sollten, setzen Sie die Prasugrel HCS Einnahme wie gewohnt am nächsten Tag fort.

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Prasugrel HCS abbrechen

Beenden Sie nicht die Einnahme von Prasugrel HCS, ohne vorher mit Ihrem Arzt gesprochen zu

haben, wenn Sie die Einnahme von Prasugrel HCS zu früh abbrechen, kann das Risiko, dass Sie einen

Herzinfarkt erleiden bei Ihnen ansteigen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Setzen Sie sich

unverzüglich

mit Ihrem Arzt in Verbindung, wenn Sie Folgendes bemerken:

­

Plötzliche Taubheit oder Schwäche im Arm, Bein oder Gesicht, vor allem, wenn nur eine

Körperseite betroffen ist

­

Plötzliche Verwirrung, Schwierigkeiten beim Sprechen oder beim Verstehen anderer

­

Plötzliche Schwierigkeiten beim Gehen oder Gleichgewichts- oder Koordinationsverlust

­

Plötzlicher Schwindel oder schwere Kopfschmerzen mit unbekannter Ursache

All das können Anzeichen für einen Schlaganfall sein. Schlaganfall ist eine gelegentliche

Nebenwirkung von Prasugrel HCS bei Patienten, die noch keinen Schlaganfall oder eine

vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns (transitorische ischämische Attacke, TIA) hatten.

Setzen Sie sich ebenfalls

unverzüglich

mit Ihrem Arzt in Verbindung, wenn Sie Folgendes bemerken:

­

Fieber und Blutergüsse, die als stecknadelkopfgroße, rote Punkte auf der Haut auftreten mit oder

ohne unerklärlicher extremer Müdigkeit, Verwirrung, Gelbfärbung der Haut oder der Augen

(Gelbsucht) (siehe Abschnitt 2. „Was sollten Sie vor der Einnahme von Prasugrel HCS

beachten?“)

­

Einen Hautausschlag, Jucken oder ein geschwollenes Gesicht, geschwollene Lippen/Zunge oder

Kurzatmigkeit. Dies können Anzeichen einer schwerwiegenden allergischen Reaktion sein (siehe

Abschnitt 2. „Was sollten Sie vor der Einnahme von Prasugrel HCS beachten?“).

Benachrichtigen Sie Ihren Arzt

umgehend

, wenn Sie Folgendes bemerken:

­

Blut im Urin

­

Enddarmblutung, Blut im Stuhl (Verdauung) oder schwarzer Stuhl

­

Unkontrollierbare Blutung, z. B. aus einer Schnittwunde

All das oben genannte können Anzeichen für Blutungen, der häufigsten Nebenwirkung von Prasugrel

HCS, sein. Wenngleich nur gelegentlich, können Blutungen lebensbedrohlich sein.

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

­

Magen- oder Darmblutung

­

Blutung an der Nadeleinstichstelle

­

Nasenbluten

­

Hautausschlag

­

Kleine rote Flecken auf der Haut (Ekchymosen)

­

Blut im Urin

­

Hämatome (Blutung unter der Haut an der Injektionsstelle oder bei Injektion in den Muskel, die zu

Schwellungen führt)

­

Niedriger Hämoglobinwert oder geringe Anzahl an roten Blutkörperchen (Blutarmut, Anämie)

­

Blaue Flecken/Prellung

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

­

Allergische Reaktion (Hautausschlag, Jucken, geschwollene Lippen/Zunge oder Kurzatmigkeit)

­

Spontane Augen-, Enddarm-, Zahnfleischblutung oder spontane Bauchraumblutung im Bereich

der inneren Organe

­

Blutungen nach Operation

­

Bluthusten

­

Blut im Stuhl (Verdauung)

Seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

­

Niedrige Blutplättchenanzahl

­

Subkutane Hämatome (Blutungen unter der Haut, die zu Schwellungen führt)

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Prasugrel HCS aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton bzw. der Blisterpackung nach „verw.

bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten

Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 30°C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Prasugrel HCS enthält

­

Der Wirkstoff ist Prasugrel. Jede Filmtablette enthält 5 mg oder 10 mg Prasugrel.

­

Die sonstigen Bestandteile sind mikrokristalline Cellulose, Macrogol 4000, Poloxamer 188,

Fumarsäure –

für die pH-Wert-Einstellung

, Croscarmellose-Natrium, hochdisperses hydrophobes

Siliciumdioxid, Mannitol, Magnesiumstearat im Tablettenkern und Hypromellose, Lactose

Monohydrat, Titandioxid (E 171), Triacetin, Gelbes Eisenoxid (E 172) –

nur für 5 mg

Filmtabletten

, Rotes Eisenoxid (E 172) –

nur für 10 mg Filmtabletten

, im Filmüberzug. Siehe

Abschnitt 2 „Prasugrel HCS enthält Lactose und Natrium“.

Wie Prasugrel HCS aussieht und Inhalt der Packung

5 mg Filmtabletten sind hellbraun-gelbe, ovale bikonvexe, Filmtablette, Dimensionen 8,5 mm x 4,5

10 mg Filmtabletten sind pink, ovale, leicht bikonvexe, Filmtablette, Dimensionen 10,5 mm x 5,5 mm.

Prasugrel HCS 5 mg Filmtabletten

Blister (OPA/Alu/PE+DES//Alu/PE): 28, 30 und 84 Filmtabletten in einer Faltschachtel.

Prasugrel HCS 10 mg Filmtabletten

Blister (OPA/Alu/PE+DES//Alu/PE): 28, 30, 84 und 90 Filmtabletten in einer Faltschachtel.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

HCS bvba

H. Kennisstraat 53

2650 Edegem

Belgien

Hersteller:

KRKA, d.d., Novo mesto

Šmarješka cesta 6

8501 Novo mesto

Slowenien

Zulassungsnummern

Prasugrel HCS 5 mg Filmtabletten

Z.Nr.: 138430

Prasugrel HCS 10 mg Filmtabletten

Z.Nr.: 138431

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des EWR unter den folgenden Bezeichnungen

zugelassen:

Name des Mitgliedstaats

Bezeichnung

Belgien, Dänemark, Spanien, Frankreich, Irland,

Island, Italien, Norwegen, Schweden, Ungarn,

Vereinigtes Königreich

Prasugrel Krka

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2019.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Prasugrel HCS 5 mg Filmtabletten

Prasugrel HCS 10 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthält 5 mg oder 10 mg Prasugrel.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Jede 5 mg Filmtablette enthält 1,5 mg Lactose.

Jede 5 mg Filmtablette enthält 0,28 mg Natrium.

Jede 10 mg Filmtablette enthält 3 mg Lactose.

Jede 10 mg Filmtablette enthält 0,56 mg Natrium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe, Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

5 mg Filmtabletten: Hellbraun-gelbe, ovale bikonvexe, Filmtablette, Dimensionen 8,5 mm x 4,5 mm.

10 mg Filmtabletten: Pink, ovale, leicht bikonvexe, Filmtablette, Dimensionen 10,5 mm x 5,5 mm.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Prasugrel HCS ist in Kombination mit Acetylsalicylsäure (ASS) angezeigt zur Prävention

atherothrombotischer Ereignisse bei erwachsenen Patienten mit akutem Koronarsyndrom (d. h.

instabiler Angina pectoris, Nicht-ST- (Strecken-)Hebungsinfarkt [UA/NSTEMI] oder ST- (Strecken-)

Hebungsinfarkt [STEMI]) mit primärer oder verzögerter perkutaner Koronarintervention (PCI).

Weitere Informationen siehe Abschnitt 5.1.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene

Prasugrel HCS ist mit einer einzelnen 60 mg Aufsättigungsdosis zu beginnen und dann mit einer

Erhaltungsdosis von einmal täglich 10 mg fortzusetzen. Bei UA/NSTEMI Patienten, bei denen die

Koronarangiographie innerhalb von 48 Stunden nach Krankenhausaufnahme durchgeführt wird, ist die

Aufsättigungsdosis erst zum Zeitpunkt der PCI zu verabreichen (siehe Abschnitte 4.4, 4.8 und 5.1).

Patienten, die Prasugrel HCS einnehmen, müssen außerdem täglich ASS (75 mg bis 325 mg)

einnehmen.

Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS), bei denen eine PCI durchgeführt wurde, kann das

vorzeitige Absetzen der antithrombotischen Arzneimittel, einschließlich Prasugrel HCS, zu einem

erhöhten Risiko von Thrombosen, Myokardinfarkt oder Tod aufgrund der beim Patienten zugrunde

liegenden Erkrankung führen. Es wird eine Therapiedauer von bis zu 12 Monaten empfohlen, es sei

denn, das Absetzen von Prasugrel HCS ist klinisch indiziert (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Patienten ≥ 75 Jahre

Im Allgemeinen wird die Prasugrel HCS-Behandlung von Patienten, die 75 Jahre und älter sind, nicht

empfohlen. Wenn nach einer sorgfältigen individuellen Nutzen-Risiko-Abschätzung durch den

verschreibenden Arzt (siehe Abschnitt 4.4) die Behandlung eines Patienten in der Altersgruppe ≥ 75

Jahre für notwendig erachtet wird, ist nach einer 60 mg Aufsättigungsdosis eine reduzierte

Erhaltungsdosis von 5 mg zu verschreiben. Patienten, die 75 Jahre und älter sind, haben eine größere

Empfindlichkeit gegenüber Blutungen und eine höhere Exposition mit dem aktiven Metaboliten von

Prasugrel (siehe Abschnitte 4.4, 4.8, 5.1 und 5.2).

Patienten mit einem Gewicht < 60 kg

Prasugrel HCS ist mit einer einzelnen 60 mg Aufsättigungsdosis zu beginnen und dann mit einer

Erhaltungsdosis von 5 mg einmal täglich fortzusetzen.

Eine Erhaltungsdosis von 10 mg wird nicht empfohlen. Dies ist bedingt durch eine erhöhte Exposition

mit dem aktiven Metaboliten von Prasugrel und einem erhöhten Risiko für Blutungen bei Patienten

mit einem Gewicht < 60 kg, die einmal täglich 10 mg erhielten, verglichen mit Patienten ≥ 60 kg

(siehe Abschnitte 4.4, 4.8 und 5.2).

Nierenfunktionsstörung

Es ist keine Dosisanpassung notwendig bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung, einschließlich

Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (ESRD) (siehe Abschnitt 5.2). Es gibt eingeschränkte

therapeutische Erfahrungen bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung (siehe Abschnitt 4.4).

Leberfunktionsstörung

Es ist keine Dosisanpassung notwendig bei Patienten mit leichter bis moderater Leberfunktionsstörung

(Child Pugh Class A und B) (siehe Abschnitt 5.2). Es gibt eingeschränkte therapeutische Erfahrungen

bei Patienten mit leichter bis moderater Leberfunktionsstörung (siehe Abschnitt 4.4). Prasugrel ist

kontraindiziert bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child Pugh Class C).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Prasugrel bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht

erwiesen. Bei Kindern mit Sichelzellanämie stehen begrenzte Daten zur Verfügung (siehe Abschnitt

5.1).

Art der Anwendung

Zum Einnehmen. Prasugrel HCS kann mit oder ohne einer Mahlzeit eingenommen werden. Die

Einnahme einer 60 mg Prasugrel Aufsättigungsdosis im nüchternen Zustand bietet die schnellste

Möglichkeit des Einsetzens der Wirkung (siehe Abschnitt 5.2). Die Filmtablette nicht zerkleinern oder

teilen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Aktive pathologische Blutung.

Schlaganfall oder transitorische ischämische Attacke (TIA) in der Anamnese.

Schwere Leberfunktionsstörung (Child Pugh Class C).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Blutungsrisiko

In der klinischen Phase 3 Studie (TRITON) waren die Hauptausschlusskriterien: erhöhtes

Blutungsrisiko, Anämie, Thrombozytopenie, pathologischer intrakranieller Befund in der Anamnese.

Patienten mit akutem Koronarsyndrom, bei denen eine PCI durchgeführt wurde und die mit Prasugrel

und ASS behandelt wurden, zeigten ein erhöhtes Risiko für Major- und Minor-Blutungen der TIMI

Klassifikation. Daher ist die Einnahme von Prasugrel bei Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko nur in

Erwägung zu ziehen, wenn der Nutzen im Hinblick auf die Prävention von ischämischen Ereignissen

das Risiko für schwerwiegende Blutungen überwiegen kann. Diese Einschränkungen gelten besonders

für Patienten:

­

≥ 75 Jahre (siehe unten)

­

mit einer Blutungsneigung (z. B. durch ein kürzlich erlittenes Trauma, kürzlich vorgenommene

Operation, kürzlich aufgetretene oder wieder auftretende gastrointestinale Blutung oder ein akutes

Magengeschwür)

­

mit einem Körpergewicht < 60 kg (siehe Abschnitte 4.2 und 4.8). Bei diesen Patienten wird die

10 mg Erhaltungsdosis nicht empfohlen. Es ist eine 5 mg Erhaltungsdosis einzunehmen.

­

die gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, die das Risiko für Blutungen erhöhen können,

einschließlich oraler Antikoagulantien, Clopidogrel, nicht-steroidaler Antiphlogistika (NSAIDs)

und Fibrinolytika.

Für Patienten mit aktiven Blutungen, bei denen eine Umkehrung der pharmakologischen Wirkung von

Prasugrel erforderlich ist, kann eine Thrombozyten-Transfusion angebracht sein.

Die Anwendung von Prasugrel bei Patienten ≥ 75 Jahre wird im Allgemeinen nicht empfohlen und

darf nur mit Vorsicht nach einer sorgfältigen, individuellen Nutzen-Risiko Abwägung durch den

verschreibenden Arzt erfolgen, wenn der Nutzen im Hinblick auf die Prävention von ischämischen

Ereignissen das Risiko für schwerwiegende Blutungen überwiegen kann. In der klinischen Phase 3

Studie hatten diese Patienten im Vergleich zu Patienten < 75 Jahre ein höheres Risiko für Blutungen,

einschließlich letaler Blutungen. Bei Verschreibung ist eine herabgesetzte Erhaltungsdosis von 5 mg

zu verwenden, die 10 mg Erhaltungsdosis wird nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.8).

Die therapeutische Erfahrung mit Prasugrel bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung (einschließlich

ESRD) und bei Patienten mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist begrenzt. Diese Patienten

können ein erhöhtes Blutungsrisiko haben. Daher hat die Prasugrel Anwendung bei diesen Patienten

nur mit Vorsicht zu erfolgen.

Patienten müssen darüber informiert werden, dass es länger dauern kann bis Blutungen aufhören,

wenn sie Prasugrel (in Kombination mit ASS) einnehmen und, dass sie jede außergewöhnliche

Blutung (Lokalisation oder Dauer) ihrem Arzt mitteilen.

Blutungsrisiko im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Verabreichung der Aufsättigungsdosis bei

NSTEMI Patienten

In einer klinischen Studie mit NSTEMI Patienten (ACCOAST Studie), wurden die Patienten für eine

Koronarangiographie innerhalb von 2 bis 48 Stunden nach Randomisierung vorgesehen. Eine

Prasugrel Aufsättigungsdosis, die durchschnittlich 4 Stunden vor der Koronarangiographie verabreicht

wurde, führte zu einem erhöhten Risiko für schwere und leichte peri-prozedurale Blutungen im

Vergleich mit einer Aufsättigungsdosis, die zum Zeitpunkt der PCI gegeben wurde. Daher ist bei

UA/NSTEMI Patienten, bei denen die Koronarangiographie innerhalb von 48 Stunden nach

Krankenhausaufnahme durchzuführen, die Aufsättigungsdosis ist erst zum Zeitpunkt der PCI zu

verabreichen (siehe Abschnitte 4.2, 4.8 und 5.1).

Operation

Patienten müssen angewiesen werden, dass sie ihren Arzt bzw. Zahnarzt informieren, dass sie

Prasugrel einnehmen bevor irgendeine Operation geplant wird und bevor irgendein weiteres

Arzneimittel eingenommen wird. Wenn bei einem Patienten eine Operation geplant und keine

antithrombotische Wirkung gewünscht wird, ist Prasugrel spätestens 7 Tage vor der Operation

abzusetzen. Blutungen können mit erhöhter Häufigkeit (3-fach) und Schwere auftreten, wenn koronare

Bypass-Operationen (CABG) bei Patienten innerhalb von 7 Tagen nach Beendigung der Prasugrel-

Einnahme vorgenommen werden (siehe Abschnitt 4.8). Nutzen und Risiken von Prasugrel müssen bei

Patienten mit ungeklärter Koronaranatomie und eventuell dringend notwendiger CABG sorgfältig in

Betracht gezogen werden.

Allergische Reaktionen einschließlich Angioödemen

Bei mit Prasugrel behandelten Patienten wurde über allergische Reaktionen berichtet. Einige dieser

Patienten zeigten in der Anamnese eine allergische Reaktion auf Clopidogrel. Patienten mit einer

bekannten Hypersensitivität gegen Thienopyridine sind auf Anzeichen einer allergischen Reaktion hin

zu beobachten (siehe Abschnitt 4.8).

Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP)

TTP wurde bei der Anwendung von Prasugrel berichtet. TTP ist eine schwerwiegende Erkrankung

und erfordert eine sofortige Behandlung.

Morphin und andere Opioide

Bei Patienten, die neben Prasugrel auch Morphin eingenommen haben, wurde eine verringerte

Wirksamkeit von Prasugrel festgestellt (siehe Abschnitt 4.5).

Prasugrel HCS enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,

totalem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht

einnehmen.

Prasugrel HCS enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d. h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Warfarin:

Die gleichzeitige Einnahme von Prasugrel und anderen Cumarinderivaten außer Warfarin

wurde nicht untersucht. Wegen des erhöhten Risikos von Blutungen hat die gleichzeitige

Verabreichung von Warfarin (oder anderen Cumarinderivaten) und Prasugrel nur mit Vorsicht zu

erfolgen (siehe Abschnitt 4.4).

Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAIDs):

Die gleichzeitige Langzeit-Einnahme von NSAIDs wurde

nicht untersucht. Aufgrund des erhöhten Blutungsrisikos hat die gleichzeitige Langzeit-Einnahme

NSAIDs (einschließlich COX-2 Inhibitoren) und Prasugrel HCS nur mit Vorsicht zu erfolgen (siehe

Abschnitt 4.4).

Prasugrel HCS kann zusammen mit Arzneimitteln (einschließlich Statinen) eingenommen werden, die

über Cytochrom P450 Enzyme metabolisiert werden oder die Cytochrom P450 Enzyme induzieren

oder inhibieren. Prasugrel HCS kann auch zusammen eingenommen werden mit: ASS, Heparin,

Digoxin und Arzneimitteln, die den pH-Wert des Magens erhöhen, einschließlich

Protonenpumpenhemmern und H2-Blockern. Obwohl dies nicht in spezifischen Interaktionsstudien

untersucht wurde, gibt es aus der klinischen Phase 3 Studie, in der Prasugrel zusammen mit

niedrigmolekularen Heparinen, Bivalirudin und GP IIb/IIIa-Inhibitoren (keine Information verfügbar

bezüglich der Art der angewendeten GP IIb/IIIa-Inhibitoren) eingesetzt wurde, keinen Beleg für

klinisch signifikante nachteilige Wechselwirkungen.

Wirkungen anderer Arzneimittel auf Prasugrel HCS

Acetylsalicylsäure:

Prasugrel HCS muss zusammen mit Acetylsalicylsäure (ASS) eingenommen

werden. Obwohl eine pharmakodynamische Wechselwirkungen mit ASS zu einem erhöhten

Blutungsrisiko führen kann, wurde die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Prasugrel in der

Kombinationsbehandlung mit ASS gezeigt.

Heparin:

Eine einzelne intravenöse Bolusgabe von unfraktioniertem Heparin (100 U/kg) veränderte

die Prasugrel-vermittelte Thrombozytenaggregationshemmung nicht signifikant. Ebenso veränderte

Prasugrel auch nicht signifikant die Wirkung von Heparin bezüglich der Koagulationsmessungen.

Daher können beide Arzneimittel gleichzeitig verabreicht werden. Ein erhöhtes Blutungsrisiko ist bei

gleichzeitiger Anwendung von Heparin und Prasugrel HCS möglich.

Statine:

Atorvastatin (80 mg täglich) veränderte die Pharmakokinetik von Prasugrel und seine

Thrombozytenaggregationshemmung nicht. Daher wird angenommen, dass Statine, die Substrate für

CYP3A sind, keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Prasugrel haben oder auf seine

Thrombozytenaggregationshemmung.

Arzneimittel, die den pH-Wert des Magens erhöhen:

Eine gleichzeitige tägliche Einnahme von

Ranitidin (ein H2-Blocker) oder Lansoprazol (ein Protonenpumpeninhibitor) veränderte die AUC und

des aktiven Metaboliten von Prasugrel nicht, aber verminderte die C

um 14 % bzw. 29 %. In

der klinischen Phase 3 Studie wurde die gleichzeitige Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren oder

H2-Blockern bei der Einnahme von Prasugrel nicht berücksichtigt. Die Verabreichung der 60 mg

Prasugrel Aufsättigungsdosis ohne gleichzeitige Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren kann den

schnellsten Wirkeintritt ermöglichen.

CYP3A - Inhibitoren:

Ketoconazol (400 mg täglich), ein selektiver und potenter Inhibitor von

CYP3A4 und CYP3A5, beeinflusst nicht die Prasugrel-vermittelte

Thrombozytenaggregationshemmung oder die AUC und T

des aktiven Metaboliten von Prasugrel

aber verminderte die C

um 34 % bis 46 %. Daher wird angenommen, dass CYP3A Inhibitoren, wie

z. B. Azol-Antimykotika, HIV Protease-Inhibitoren, Clarithromycin, Telithromycin, Verapamil,

Diltiazem, Indinavir, Ciprofloxacin und Grapefruitsaft keinen signifikanten Einfluss auf die

Pharmakokinetik des aktiven Metaboliten haben.

Cytochrom P450 Induktoren:

Rifampicin (600 mg täglich), ein potenter Induktor von CYP3A und

CYP2B6 und ein Induktor von CYP2C9, CYP2C19 und CYP2C8 veränderte die Pharmakokinetik von

Prasugrel nicht signifikant. Daher wird angenommen, dass CYP3A Induktoren, wie z. B. Rifampicin,

Carbamazepin und andere Cytochrom P450 Induktoren keinen signifikanten Einfluss auf die

Pharmakokinetik des aktiven Metaboliten haben.

Morphin und andere Opioide:

Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom, die mit Morphin behandelt wurden, wurde eine verzögerte

und verringerte Exposition gegenüber oralen P2Y12-Inhibitoren, einschließlich Prasugrel und seinem

aktiven Metaboliten, beobachtet. Diese Wechselwirkung kann mit einer verminderten

gastrointestinalen Motilität zusammenhängen und gilt auch für andere Opioide. Die klinische

Relevanz ist nicht bekannt, aber Daten zeigen ein Potenzial für eine verminderte Prasugrel-

Wirksamkeit bei Patienten, denen Prasugrel und Morphin gleichzeitig verabreicht wurde. Bei

Patienten mit akutem Koronarsyndrom, bei denen auf den Einsatz von Morphin nicht verzichtet

werden kann und eine schnelle P2Y12-Hemmung als entscheidend erachtet wird, kann der Einsatz

eines parenteralen P2Y12-Inhibitors erwogen werden.

Wirkungen von Prasugrel HCS auf andere Arzneimittel

Digoxin

: Prasugrel hat keinen klinisch signifikanten Effekt auf die Pharmakokinetik von Digoxin.

Arzneimittel, die über CYP2C9 metabolisiert werden

: Prasugrel inhibiert CYP2C9 nicht, da es die

Pharmakokinetik von S-Warfarin nicht beeinflusst. Aufgrund der Möglichkeit eines erhöhten

Blutungsrisikos hat eine Kombination von Warfarin und Prasugrel mit Vorsicht zu erfolgen (siehe

Abschnitt 4.4).

Arzneimittel, die über CYP2B6 metabolisiert werden:

Prasugrel ist ein schwacher CYP2B6 Inhibitor.

Bei gesunden Probanden verringerte Prasugrel die Exposition von Hydroxybupropion, ein CYP2B6

Metabolit des Bupropions um 23 %. Dieser Effekt ist aber wahrscheinlich nur von klinischer

Bedeutung, wenn Prasugrel zusammen mit Arzneimitteln eingenommen wird, die ausschließlich über

einen CYP2B6 Metabolismus eliminiert werden und eine geringe therapeutische Breite aufweisen (z.

B. Cyclophosphamid, Efavirenz).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Es wurden keine klinischen Studien mit Schwangeren oder stillenden Frauen durchgeführt.

Schwangerschaft

Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf

Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen

(siehe Abschnitt 5.3). Da Reproduktionsstudien an Tieren nicht immer auf den Menschen übertragbar

sind, ist Prasugrel während einer Schwangerschaft nur einzusetzen, wenn der mögliche Nutzen für die

Mutter das mögliche Risiko für den Fötus rechtfertigt.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Prasugrel bei stillenden Frauen in die Muttermilch übergeht. Tierstudien

haben gezeigt, dass Prasugrel über die Milch der Tiere ausgeschieden wurde. Die Anwendung von

Prasugrel während der Stillzeit wird nicht empfohlen.

Fertilität

Prasugrel hatte keinen Einfluss auf die Fertilität von männlichen und weiblichen Ratten nach oralen

Dosen bis hin zu einer Exposition, die der 240-fachen des Menschen in der empfohlenen täglichen

Erhaltungsdosis entsprach (basierend auf mg/m

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Prasugrel hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen hat.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitssprofils

Die Unbedenklichkeit bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS), bei denen eine PCI

durchgeführt wurde, wurde in einer Clopidogrel kontrollierten Studie (TRITON) gezeigt, in der 6741

Patienten mit Prasugrel (60 mg Aufsättigungsdosis und 10 mg einmal täglich als Erhaltungsdosis) für

median 14,5 Monate (5802 Patienten wurden über 6 Monate und 4136 Patienten für mehr als 1 Jahr)

behandelt wurden. Die Studienabbruchrate aufgrund von unerwünschten Ereignissen lag für Prasugrel

bei 7,2 % und für Clopidogrel bei 6,3 %. Von diesen waren Blutungen die häufigste Nebenwirkung

bei beiden Arzneimitteln, die zur Beendigung der Studienmedikationseinnahme führte (2,5 % bei

Prasugrel und 1,4 % bei Clopidogrel).

Blutungen

Nicht durch koronare Bypass-Operation bedingte Blutung

Tabelle 1 zeigt die Häufigkeit der nicht durch CABG (Coronary Artery Bypass Graft) bedingten

Blutungsereignisse von Patienten aus der TRITON-Studie. Die Inzidenz von nicht-CABG bedingten

TIMI-Major-Blutungen, einschließlich lebensbedrohlicher und tödlich verlaufender wie auch

TIMIMinor-Blutungen, war im Vergleich zu Clopidogrel in der UA/NSTEMI und in der

ACSGesamtpopulation bei Patienten, die mit Prasugrel behandelt wurden, statisch signifikant höher.

Es gab keine signifikanten Unterschiede in der STEMI Population. Spontane Blutungen waren am

häufigsten im Gastrointestinaltrakt (1,7 % bei Prasugrel und 1,3 % bei Clopidogrel); provozierte

Blutungen waren am Häufigsten an der arteriellen Punktionsstelle lokalisiert (1,3 % bei Prasugrel und

1,2 % bei Clopidogrel).

Tabelle 1: Inzidenz von nicht durch CABG bedingten Blutungsereignissen

a

(% Patienten)

Ereignis

ACS gesamt

UA/NSTEMI

STEMI

Prasugrel

b

+ASS

(N = 6741)

Clopidogrel

b

+ASS

(N = 6716)

Prasugrel

b

+ASS

(N = 5001)

Clopidogrel

b

+ASS

(N = 4980)

Prasugrel

b

+ASS

(N = 1740)

Clopidogrel

b

+ASS

(N = 1736)

TIMI-Major-

Blutungen

Lebensbedrohlich

Tödlich

Symptomatische

intrakranielle

Blutung (ICH

Einsatz von

Inotropika

notwendig

Operativer Eingriff

notwendig

Transusion

notwendig

(≥4 Einheiten)

TIMI-Minor

Blutungen

a

Zentral zugeordnete Ereignisse definiert durch die Kriterien der ‘Thrombolysis in Myocardial Infarction

(TIMI) - Study Group’.

b

Andere Standardtherapien wurden angewendet soweit angemessen.

c

Jede intrakranielle Blutung oder jede klinisch sichtbare Blutung, die mit einem Hämoglobinabfall ≥ 5 g/dl

verbunden war.

d

Lebensbedrohliche Blutung ist eine Untergruppe der TIMI-Major-Blutungen und schließt die darunter

nachfolgenden eingerückten Typen ein. Patienten können in mehr als einer Zeile aufgeführt sein.

e

ICH = intracranial haemorrhage

f

Klinisch sichtbare Blutung, die mit einem Abfall von Hämoglobin von ≥ 3 g/dl, aber < 5 g/dl verbunden war.

Patienten ≥ 75 Jahre

Nicht-CABG-bedingte TIMI-Major- oder TIMI-Minor-Blutungen:

Alter

Prasugrel

10 mg

Clopidogrel 75 mg

≥75 Jahre (N=1785)*

9,0 % (1,0 % tödlich)

6,9 % (0,1 % tödlich)

<75 Jahre (N=11672)*

3,8 % (0,2 % tödlich)

2,9 % (0,1 % tödlich)

<75 Jahre (N=7180)**

2,0 % (0,1 % tödlich)

1,3 % (0,1 % tödlich)

Prasugrel

5 mg

Clopidogrel 75 mg

≥75 Jahre (N=2060)**

2,6 % (0,3 % tödlich)

3,0 % (0,5 % tödlich)

*

TRITON Studie mit ACS Patienten, bei denen eine PCI durchgeführt wurde.

**

TRILOGY-ACS Studie mit Patienten, bei denen keine PCI durchgeführt wurde (siehe 5.1):

a

10 mg Prasugrel; 5 mg Prasugrel wenn < 60 kg

Patienten < 60 kg

Nicht-CABG-bedingte TIMI-Major- oder TIMI-Minor-Blutungen:

Gewicht

Prasugrel

10 mg

Clopidogrel 75 mg

< 60 kg (N=664)*

10,1 % (0 % tödlich)

6,5 % (0,3 % tödlich)

≥ 60 kg (N=12672)*

4,2 % (0,3 % tödlich)

3,3 % (0,1 % tödlich)

≥ 60 kg (N=7845)**

2,2 % (0,2 % tödlich)

1,6 % (0,2 % tödlich)

Prasugrel

5 mg

Clopidogrel 75 mg

< 60 kg (N=1391)**

1,4 % (0,1 % tödlich)

2,2 % (0,3 % tödlich)

*

TRITON Studie mit ACS Patienten, bei denen eine PCI durchgeführt wurde.

**

TRILOGY-ACS Studie mit Patienten, bei denen keine PCI durchgeführt wurde (siehe 5.1):

a

10 mg Prasugrel; 5 mg Prasugrel wenn ≥ 75 Jahre alt

Patienten ≥ 60 kg und Alter < 75 Jahre

Bei Patienten ≥ 60 kg und Alter < 75 Jahre war der Anteil der nicht-CABG-bedingten TIMI-Major

oder TIMI-Minor-Blutungen 3,6 % für Prasugrel und 2,8 % für Clopidogrel. Der Anteil tödlich

verlaufender Blutungen war 0,2 % für Prasugrel und 0,1 % für Clopidogrel.

CABG-bedingte Blutung

In der klinischen Phase 3 Studie wurde bei 437 Patienten im Rahmen der Studie eine CABG

durchgeführt. Bei diesen Patienten lag der Anteil der CABG-bedingten TIMI-Major- oder

TIMIMinor-Blutungen bei 14,1 % in der Prasugrel-Gruppe und bei 4,5 % in der Clopidogrel-Gruppe.

Das höhere Risiko für Blutungsereignisse blieb bei Studienteilnehmern, die mit Prasugrel behandelt

wurden, nach der letzten Einnahme der Studienmedikation bis zu 7 Tage bestehen. Bei Patienten, die

Thienopyridine innerhalb der letzten 3 Tage vor der CABG erhielten, lag die Häufigkeit der

TIMIMajor-oder TIMI-Minor-Blutungen bei 26,7 % (12 von 45 Patienten) in der Prasugrel-Gruppe,

verglichen mit 5,0 % (3 von 60 Patienten) in der Clopidogrel-Gruppe. Bei Patienten, die ihre letzte

Dosis Thienopyridin innerhalb der letzten 4-7 Tage vor der CABG erhielten, verringerte sich die

Häufigkeit auf 11,3 % (9 von 80 Patienten) in der Prasugrel-Gruppe und 3,4 % (3 von 89 Patienten) in

der Clopidogrel-Gruppe. Mehr als 7 Tage nach Therapie-Ende war der beobachtete Anteil der

CABGbedingten Blutungen zwischen den Behandlungsarmen vergleichbar (siehe Abschnitt 4.4).

Blutungsrisiko im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Verabreichung der Aufsättigungsdosis bei

NSTEMI Patienten.

In einer klinischen Studie mit NSTEMI Patienten (ACCOAST Studie), wurden die Patienten für eine

Koronarangiographie innerhalb von 2-48 Stunden nach Randomisierung vorgesehen. Die Patienten

erhielten eine 30 mg Aufsättigungsdosis, die durchschnittlich 4 Stunden vor der Koronarangiographie

verabreicht wurde, gefolgt von einer weiteren 30 mg Aufsättigungsdosis zum Zeitpunkt der PCI. Dies

führte zu einem erhöhten Risiko für nicht CABG bedingte peri-prozedurale Blutungen und hatte

keinen zusätzlichen Nutzen im Vergleich zu den Patienten, die eine 60 mg Aufsättigungsdosis zum

Zeitpunkt der PCI erhielten (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Die nicht CABG bedingten TIMI Blutungsraten der Patienten nach 7 Tagen waren wie folgt:

Ereignis

Prasugrel vor

Koronarangiographie

a

(N=2037)

%

Prasugrel zum

Zeitpunkt der PCI

a

(N=1996)

%

TIMI- Major-Blutung

Lebensbedrohlich

Tödlich

Symptomische intrakranielle Blutung (ICH)

Einsatz von Inotropika notwendig

Operativer Eingriff notwendig

Transfusion notwendig (≥4 Einheiten)

TIMI-Minor-Blutung

a

Andere Standardtherapien wurden angewendet soweit angemessen. Der klinische Prüfplan sah für alle

Patienten eine tägliche Verabreichung von Acetylsalicylsäure (ASS) und eine Prasugrel Erhaltungsdosis vor.

b

Jede intrakranielle Blutung oder jede klinisch sichtbare Blutung, die mit einem Hämoglobinabfall ≥ 5 g/dl

verbunden war.

c

Lebensbedrohliche Blutung ist eine Untergruppe der TIMI-Major-Blutungen und schließt die darunter

nachfolgenden eingerückten Typen ein. Patienten können in mehr als einer Zeile aufgeführt sein.

d

ICH=intracranial haemorrhage.

e

Klinisch sichtbare Blutung, die mit einem Abfall von Hämoglobin von ≥ 3 g/dl, aber < 5 g/dl verbunden war.

Tabellarisch aufgelistete Nebenwirkungen

Tabelle 2 fasst die nach Häufigkeit und Systemorganklasse klassifizierten, hämorrhagischen und

nicht-hämorrhagischen Nebenwirkungen aus der TRITON Studie bzw. aus Spontanberichten

zusammen. Häufigkeitsangaben sind wie folgt definiert:

Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, <

1/1.000), sehr selten (< 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar).

Tabelle 2: Hämorrhagische und nicht-hämorrhagische Nebenwirkungen

Systemorganklasse

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht bekannt

Erkrankungen des Blutes

und des Lymphsystems

Anämie

Thrombo-

zytopenie

Thrombotisch-

thrombo-

zytopenische

Purpura (TTP) –

siehe Abschnitt 4.4

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfindlich-

keitsreaktion

einschließlich

Angioödem

Augenerkrankungen

Augenblutung

Gefäßerkrankungen

Hämatom

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Epistaxis

Bluthusten

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Gastrointestinale

Blutung

Retroperitoneale

Hämorrhagie

Rektale

Hämorrhagie

Blutstuhl

Zahnfleischbluten

Erkrankungen der Haut

und des

Unterhautzellgewebes

Hautausschlag

Ekchymose

Erkrankungen der

Nieren und Harnwege

Hämaturie

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Hämatom an der

Punktionsstelle

Blutung an der

Punktionsstelle

Verletzung, Vergiftung

und durch Eingriffe

bedingte Komplikationen

Bluterguss nach

stumpfer äußerer

Einwirkung

Blutung nach

Eingriff

Subkutanes

Hämatom

Bei Patienten mit oder ohne TIA oder Schlaganfall in der Anamnese traten Schlaganfälle in der

klinischen Phase 3 Studie wie folgt auf (siehe Abschnitt 4.4):

TIA oder Schlaganfall in der

Anamnese

Prasugrel

Clopidogrel

Ja (N=518)

6,5% (2,3% ICH*)

1,2% (0% ICH*)

Nein (N=13090)

0,9% (0,2% ICH*)

1,0% (0,3% ICH*)

*

ICH = Intrakranielle Blutung (intracranial haemorrhage)

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

das nationale Meldesystem anzuzeigen.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: +43 (0) 50 555 36207

http://www.basg.gv.at/

4.9

Überdosierung

Symptome

Eine Überdosierung von Prasugrel kann zu verlängerter Blutungszeit und nachfolgenden

Blutungskomplikationen führen.

Behandlung

Über die Aufhebung des pharmakologischen Effekts von Prasugrel sind keine Daten verfügbar;

dennoch können, wenn eine umgehende Korrektur der verlängerten Blutungszeit notwendig ist, eine

Thrombozytentransfusion und/oder die Anwendung anderer Blutprodukte in Erwägung gezogen

werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: antithrombotische Wirstoffe, Thrombozytenaggregationshemmer,

exkl. Heparin, ATC-Code: B01AC22.

Wirkmechanismus/Pharmakodynamische Wirkungen

Prasugrel hemmt die Thrombozytenaktivierung und -aggregation. Es wirkt durch die irreversible

Bindung seines aktiven Metaboliten an einen ADP Rezeptor der Klasse P2Y12 auf Thrombozyten. Da

Thrombozyten bei der Entstehung und/oder Entwicklung von thrombotischen Komplikationen bei

einer Atherosklerose beteiligt sind, kann die Hemmung der Thrombozytenfunktion kardiovaskuläre

Ereignisse wie Tod, Myokardinfarkt und Schlaganfall reduzieren.

Nach einer 60 mg Prasugrel Aufsättigungsdosis tritt eine Hemmung der ADP-induzierten

Thrombozytenaggregation mit 5 μM ADP nach 15 Minuten und mit 20 μM ADP nach 30 Minuten ein.

Die maximale Inhibierung der ADP-induzierten Thrombozytenaggregation durch Prasugrel beträgt 83

% mit 5 μM ADP und 79 % mit 20 μM ADP, in beiden Fällen bei 89 % der gesunden Probanden.

Patienten mit stabiler Atherosklerose erreichen mindestens 50 % Thrombozytenaggregationshemmung

nach 1 Stunde. Die Prasugrel-bedingte Thrombozytenaggregationshemmung zeigt nur eine geringe

interindividuelle (9 %) und intraindividuelle (12 %) Variabilität sowohl mit 5 μM als auch mit 20 μM

ADP. Nach 3- bis 5-tägiger Einnahme der 10 mg Prasugrel Erhaltungsdosis nach vorangegangener

Prasugrel 60 mg Aufsättigungsdosis erreichte man eine durchschnittliche

Thrombozytenaggregationshemmung im ’steady-state’ von 74 % bzw. 69 % entsprechend für 5 μM

ADP und 20 μM ADP. Mehr als 98 % der Testpersonen mit Erhaltungsdosierung zeigten eine

Thrombozytenaggregationshemmung ≥ 20 %.

Die Thrombozytenaggregation kehrt nach 7 bis 9 Tagen nach Einnahme einer einmaligen Prasugrel

60 mg Aufsättigungsdosis stufenweise zum Ausgangswert zurück bzw. in 5 Tagen nach Beendigung

der Erhaltungsdosierung, die sich im ‚steady-state’ befunden hat.

Daten bzgl. Präparatewechsel: Nach 10-tägiger einmal täglicher Einnahme von 75 mg Clopidogrel

wechselten 40 Probanden auf 10 mg Prasugrel einmal täglich mit oder ohne 60 mg

Aufsättigungsdosis. Mit Prasugrel wurde eine ähnliche oder eine stärkere

Thrombozytenaggregationshemmung beobachtet. Ein direkter Wechsel auf Prasugrel mit 60 mg

Aufsättigungsdosis führte zum schnellsten Einsetzen einer stärkeren

Thrombozytenaggregationshemmung. Nach der Gabe einer 900 mg Clopidogrel Aufsättigungsdosis

(zusammen mit ASS) erhielten 56 Patienten mit ACS für 14 Tage entweder einmal täglich 10 mg

Prasugrel oder einmal täglich 150 mg Clopidogrel. Anschließend wechselten sie für weitere 14 Tage

entweder auf einmal täglich 150 mg Clopidogrel oder auf einmal täglich 10 mg Prasugrel. Eine

stärkere Thrombozytenaggregationshemmung wurde bei den Patienten beobachtet, die auf 10 mg

Prasugrel gewechselt hatten, im Vergleich zu denen, die mit Clopidogrel 150 mg behandelt wurden. In

einer Studie mit 276 ACS Patienten, die eine PCI erhielten, wechselten diese von einer anfänglichen

Aufsättigungsdosis mit 600 mg Clopidogrel oder Placebo, die beim Eintreffen im Krankenhaus vor

der Koronarangiographie verabreicht wurde, auf eine 60 mg Aufsättigungsdosis Prasugrel, die zum

Zeitpunkt der perkutanen Koronarintervention (PCI) verabreicht wurde. Es zeigte sich eine

vergleichbare stärkere Thrombozytenaggregationshemmung über die 72 stündige Dauer der Studie.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Akutes Koronarsyndrom (ACS)

In der Phase 3 TRITON-Studie wurde Prasugrel mit Clopidogrel, jeweils kombiniert mit ASS und

anderer Standardtherapie, verglichen. TRITON war eine multizentrische, internationale,

randomisierte, doppelblinde Studie mit parallelen Gruppen mit 13.608 Patienten.

Die Patienten hatten ein ACS mit Mittel- bis Hochrisiko UA, NSTEMI oder STEMI und wurden

mittels PCI behandelt. Patienten mit UA/NSTEMI wurden innerhalb von 72 Stunden nach

Symptombeginn oder Patienten mit STEMI wurden zwischen 12 Stunden und 14 Tagen nach

Symptombeginn nach Kenntnis der Koronaranatomie randomisiert. Patienten mit STEMI innerhalb

von 12 Stunden nach Symptombeginn und geplanter primärer PCI konnten ohne Kenntnis der

Koronaranatomie randomisiert werden. Alle Patienten konnten die Aufsättigungsdosis jederzeit

zwischen der Randomisierung und 1 Stunde nach Verlassen des Katheterlabors erhalten.

Die Patienten wurden auf Prasugrel (60 mg Aufsättigungsdosis mit anschließend 10 mg einmal

täglich) oder Clopidogrel (300 mg Aufsättigungsdosis mit anschließend 75 mg einmal täglich)

randomisiert und wurden für im Median 14,5 Monate behandelt (maximal 15 Monate mit einer

minimalen Nachbeobachtungszeit von 6 Monaten). Die Patienten erhielten außerdem ASS (75 mg bis

325 mg einmal täglich). Ein Ausschlusskriterium für die Studienteilnahme war die Anwendung von

Thienopyridinen innerhalb der letzten 5 Tage vor Einschluss in die Studie. Andere Therapien, wie z.

B. Heparin und GP IIb/IIIa-Inhibitoren, konnten nach Ermessen des Arztes angewendet werden. Ca.

40 % der Patienten (je Behandlungsgruppe) erhielten GP IIb/IIIa-Inhibitoren zur Unterstützung der

PCI (es ist keine Information über die Art des GP IIb/IIIa-Inhibitors verfügbar). Ca. 98 % der

Patienten (je Behandlungsgruppe) erhielten Antithrombotika (Heparin, niedrigmolekulares Heparin,

Bivalirudin oder andere Arzneimittel) direkt zur Unterstützung der PCI.

Primärer Studienendpunkt war die Zeit bis zum ersten Auftreten eines kardiovaskulären (CV) Todes,

nicht tödlichen Myokardinfarkts (MI) oder nicht tödlichen Schlaganfalls. Die Analyse des

kombinierten Endpunkts in der ACS Gesamtpopulation (gemischte UA/NSTEMI und STEMI

Kohorten) war abhängig von dem Nachweis der statistischen Überlegenheit von Prasugrel versus

Clopidogrel in der UA/NSTEMI Kohorte (p < 0,05 %).

ACS Gesamtpopulation:

Prasugrel zeigte eine überlegene Wirksamkeit im Vergleich zu Clopidogrel bei der Reduktion der

primären, kombinierten Endpunkte wie auch bei den zuvor festgelegten sekundären Endpunkten,

einschließlich Stentthrombosen (siehe Tabelle 3). Der Nutzen von Prasugrel wurde innerhalb der

ersten 3 Tage sichtbar und blieb bis zum Ende der Studie bestehen. Die überlegene Wirksamkeit

wurde begleitet von einem Anstieg schwerwiegender Blutungsereignisse (siehe Abschnitte 4.4 und

4.8). Die Patientenpopulation bestand aus 92 % Kaukasiern, 26 % Frauen und 39 % ≥ 65 Jahre alt. Der

mit Prasugrel verbundene Nutzen war unabhängig von der Anwendung anderer kardiovaskulärer akut

oder Langzeit-Therapien, einschließlich Heparin/niedrigmolekulares Heparin, Bivalirudin, GP

IIb/IIIa-Inhibitoren intravenös, Lipidsenkern, Betablockern und ACEHemmern. Die Wirksamkeit von

Prasugrel war unabhängig von der ASS Dosierung (75 mg bis 325 mg einmal täglich). Die

Anwendung oraler Antikoagulantien, nicht-studienbedingte Thrombozytenfunktionshemmer und die

Langzeit-Einnahme von NSAID waren in der TRITON Studie nicht erlaubt. Prasugrel zeigte in der

ACS Gesamtpopulation im Vergleich zu Clopidogrel eine geringere Inzidenz eines CV Todes, nicht

tödlichen MI oder nicht tödlichen Schlaganfalls, unabhängig der grundlegenden Eigenschaften wie

Alter, Geschlecht, Körpergewicht, geographischer Herkunft, Verwendung von GP IIb/IIIa-Inhibitoren

und Stent-Typ. Der Nutzen war in erster Linie durch eine signifikante Herabsetzung der nicht

tödlichen MI gegeben (siehe Tabelle 3). Patienten mit Diabetes zeigten eine signifikante Reduktion

der primären als auch aller sekundären, kombinierten Endpunkte.

Der beobachtete Nutzen von Prasugrel bei Patienten ≥ 75 Jahre war geringer als bei Patienten < 75

Jahre. Patienten, die 75 Jahre und älter waren, hatten ein erhöhtes Blutungsrisiko, einschließlich der

Fälle mit tödlichem Ausgang (siehe Abschnitte 4.2, 4.4 und 4.8). Patienten ≥ 75 Jahre, bei denen der

Nutzen einer Prasugrel-Behandlung besser belegt werden konnte, waren solche mit Diabetes, STEMI,

einem erhöhten Risiko einer Stentthrombose oder mit wiederkehrenden Ereignissen.

Patienten, die in ihrer Anamnese mehr als 3 Monate vor der Prasugrel Behandlung eine TIA oder

einen ischämischen Schlaganfall hatten, zeigten keine Reduktion im primären, kombinierten

Endpunkt.

Tabelle 3: Patienten mit klinischen Endpunkt-Ereignissen aus der TRITON - Primäranalyse

Klinische Endpunkt-Ereignisse

Prasugrel

+ASS

Clopidogrel

+ ASS

Hazard Ratio (HR)

(95% CI)

p-Wert

ACS gesamt

(N = 6813)

%

(N = 6795)

%

0,812 (0,732, 0,902)

< 0,001

Primäre kombinierte

Endpunkte

Kardiovaskulärer (CV) Tod, nicht

tödlicher MI oder nicht tödlicher

Schlaganfall

11,5

Primäre einzelne Endpunkte

CV Tod

0,886 (0,701, 1,118)

0,307

Nicht tödlicher MI

0,757 (0,672, 0,853)

< 0,001

Nicht tödlicher Schlaganfall

1,016 (0,712, 1,451)

0,930

UA/NSTEMI

Primäre kombinierte

Endpunkte

(N = 5044)

%

(N = 5030)

%

CV Tod, nicht tödlicher MI oder

nicht tödlicher Schlaganfall

11,2

0,820 (0,726, 0,927)

0,002

CV Tod

0,979 (0,732, 1,309)

0,885

Nicht tödlicher MI

0,761 (0,663, 0,873)

< 0,001

Nicht tödlicher Schlafanfall

0,979 (0,633, 1,513)

0,922

STEMI

Primäre kombinierte

Endpunkte

(N = 1769)

%

(N = 1765)

%

CV Tod, nicht tödlicher MI oder

nicht tödlicher Schlaganfall

12,2

0,793 (0,649, 0,968)

0,019

CV Tod

0,738 (0,497, 1,094)

0,129

Nicht tödlicher MI

0,746 (0,588, 0,948)

0,016

Nicht tödlicher Schlafanfall

1,097 (0,590, 2,040)

0,770

In der ACS-Gesamtpopulation ergab die Analyse für jeden der einzelnen sekundären Endpunkte einen

signifikanten Nutzen (p < 0,001) für Prasugrel versus Clopidogrel. Dies beinhaltet definitive oder

wahrscheinliche Stentthrombosen bis zum Studienende (0,9 % vs. 1,8 %; HR 0,498; CI 0,364; 0,683);

CV Tod, nicht tödlicher MI oder notfallmäßige Zielgefäß-Revaskularisation bis zu 30 Tage (5,9 % vs.

7,4 %; HR 0,784; CI 0,688; 0,894); Todesfälle jeglicher Ursache, nicht tödlicher MI oder nicht

tödlicher Schlaganfall bis zum Studienende (10,2 % vs. 12,1 %; HR 0,831; CI 0,751; 0,919); CV Tod,

nicht tödlicher MI, nicht tödlicher Schlaganfall oder Rehospitalisierung durch kardiale ischämische

Ereignisse bis zum Studienende (11,7 % vs. 13,8 %; HR 0,838; CI 0,762; 0,921). Die Analyse der

Todesfälle jeglicher Ursache zeigte keine signifikanten Unterschiede zwischen Prasugrel und

Clopidogrel in der ACS-Gesamtpopulation (2,76 % vs. 2,90 %), in der UA/NSTEMI Population

(2,58 % vs. 2,41 %), und in der STEMI Population (3,28 % vs. 4,31 %).

Prasugrel war bis zum Ende der 15-monatigen Nachbeobachtungsphase mit einer 50 % Reduktion der

Stentthrombosen verbunden. Die Reduktion der Stentthrombosen mit Prasugrel wurde sowohl früh als

auch nach 30 Tagen für unbeschichtete wie auch arzneimittelbeschichtete Stents beobachtet.

In einer Analyse von Patienten, die ein ischämisches Ereignis überlebt hatten, war Prasugrel

verbunden mit einer Reduktion der Inzidenz von nachfolgenden primären Endpunktereignissen (7,8 %

für Prasugrel vs. 11,9 % für Clopidogrel).

Obwohl Blutungen mit Prasugrel erhöht waren, zeigte eine Analyse des kombinierten Endpunkts –

Todesfälle jeglicher Ursache, nicht tödlicher Myokardinfarkt, nicht tödlicher Schlaganfall und nicht-

CABG-bedingte TIMI-Major-Blutung - einen Vorteil von Prasugrel im Vergleich zu Clopidogrel

(Hazard ratio 0,87; 95 % CI: 0,79 bis 0,95; p = 0,004). In der TRITON-Studie waren je 1000

Patienten, die mit Prasugrel behandelt wurden, 22 Patienten weniger mit einem Myokardinfarkt und 5

mehr mit einer nicht-CABG-bedingten TIMI-Major-Blutung verglichen mit Patienten, die mit

Clopidogrel behandelt wurden.

Die Ergebnisse einer Pharmakodynamik/Pharmakogenetik Studie bei 720 asiatischen ACS PCI

Patienten zeigen, dass mit Prasugrel, im Vergleich zu Clopidogrel, ein höheres Niveau der

Thrombozytenaggregationshemmung erreicht werden konnte. Prasugrel 60 mg Aufsättigungsdosis und

10 mg Erhaltungsdosis ist ein angemessenes Dosierungsschema bei Asiaten, die mindestens 60 kg

wiegen und die jünger als 75 Jahre alt sind (siehe Abschnitt 4.2).

In einer 30-monatigen Studie (TRILOGY–ACS) bei 9326 Patienten mit UA/NSTEMI wurde das akute

Koronarsyndrom (ACS) medikamentös ohne Revaskularisierung behandelt (nicht zugelassene

Indikation); Prasugrel reduzierte die Häufigkeit des kombinierten Endpunkts (CV Tod, MI oder

Schlaganfall) nicht signifikant im Vergleich zu Clopidogrel. Der Anteil der TIMI-Major-Blutungen

(einschließlich der lebensbedrohlichen, tödlichen und intrakraniellen Blutungen (ICH)) war bei

Prasugrel und Clopidogrel behandelten Patienten ähnlich. Patienten ≥ 75 Jahren oder unter 60 kg (N =

3022) erhielten randomisiert 5 mg Prasugrel. Wie auch bei den Patienten < 75 Jahren und ≥ 60 kg, die

mit 10 mg Prasugrel behandelt wurden, gab es keine Unterschiede zwischen 5 mg Prasugrel und

75 mg Clopidogrel in Hinblick auf die CV Ereignisse. Der Anteil der Major-Blutungen war bei den

Patienten, die mit 5 mg Prasugrel behandelt wurden und bei den Patienten, die mit 75 mg Clopidogrel

behandelt wurden, ähnlich. Prasugrel 5 mg zeigte einen stärkeren antithrombotischen Effekt als

Clopidogrel 75 mg. Prasugrel sollte bei Patienten ≥ 75 Jahren und bei Patienten < 60 kg Gewicht mit

Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.2, 4.4 und 4.8).

Die ACCOAST Studie mit 4033 NSTEMI Patienten untersuchte über 30 Tage Patienten mit erhöhten

Troponinwerten, für die eine Koronarangiographie mit anschließender PCI innerhalb von 2-48

Stunden nach der Randomisierung vorgesehen war. Patienten, die eine Aufsättigungsdosis von 30 mg

Prasugrel durchschnittlich 4 Stunden vor der Koronar-angiographie gefolgt von einer weiteren 30 mg

Aufsättigungsdosis zum Zeitpunkt der PCI erhielten (N=2037), hatten ein erhöhtes Risiko für nicht

CABG bedingte peri-prozedurale Blutungen und hatten keinen zusätzlichen Nutzen im Vergleich zu

den Patienten, die eine 60 mg Aufsättigungsdosis zum Zeitpunkt der PCI erhielten (N=1996).

Insbesondere wurde die Häufigkeit des Auftretens des kombinierten Endpunktes (kardiovaskulärer

Tod, Myokardinfarkt, Schlaganfall, dringende Revaskularisation oder Glykoprotein (GP) IIb/IIIa

Inhibitor als Notfallgabe während der ersten 7 Tage nach der Randomisierung) bei Patienten, die

Prasugrel vor der Angiographie erhielten, nicht signifikant reduziert im Vergleich zu Patienten, die die

gesamte Dosis zum Zeitpunkt der PCI erhielten. Die Rate wichtiger Sicherheitsendpunkte für alle

TIMI Major Blutungen (CABG und nicht-CABG bedingte Ereignisse) war bei allen behandelten

Patienten während 7 Tagen nach der Randomisierung bei den Patienten signifikant erhöht, die

Prasugrel vor der Angiographie erhielten im Vergleich zu den Patienten, die die gesamte Dosis zum

Zeitpunkt der PCI erhielten. Daher sollte bei UA/NSTEMI Patienten, bei denen die

Koronarangiographie innerhalb von 48 Stunden nach der Krankenhausaufnahme durchgeführt wird,

die Aufsättigungsdosis erst zum Zeitpunkt der PCI verabreicht werden (siehe Abschnitte 4.2, 4.4 und

4.8).

Kinder und Jugendliche

In der Studie TADO (klinische Phase 3 Studie) wurde die Anwendung von Prasugrel (n=171)

gegenüber Placebo (n=170) zur Reduzierung von vasookklusiven Krisen bei Patienten mit

Sichelzellanämie im Alter von 2 bis 18 Jahren untersucht. Keine der primären und sekundären

Studienpunkte wurden erreicht. Insgesamt wurden, für Prasugrel als Monotherapie, in dieser

Patientengruppe keine neuen sicherheitsrelevanten Ereignisse identifiziert.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Prasugrel ist ein ‚Prodrug’ und wird in vivo schnell in seinen aktiven und seine inaktiven Metabolite

metabolisiert. Die Exposition (AUC) des aktiven Metaboliten hat eine mittlere bis leichte

interindividuelle (27 %) und intraindividuelle (19 %) Variabilität. Die Prasugrel-Pharmakokinetik ist

bei gesunden Probanden, Patienten mit stabiler Atherosklerose und Patienten mit perkutaner

Koronarintervention ähnlich.

Resorption

Die Resorption und Verstoffwechselung von Prasugrel erfolgt schnell, die maximale

Plasmakonzentration (C

) des aktiven Metaboliten wird innerhalb von ca. 30 Minuten erreicht. Die

Exposition (AUC) des aktiven Metaboliten nahm proportional über den therapeutischen

Dosierungsbereich zu. In einer Studie mit gesunden Probanden war die AUC des aktiven Metaboliten

von einem großen, fetthaltigen, kalorienreichen Essen unbeeinflusst, aber die C

war um 49 %

herabgesetzt und die Zeit des Erreichens von C

) hatte sich von 0,5 auf 1,5 Stunden verlängert.

In der TRITON-Studie wurde Prasugrel unabhängig vom Essen eingenommen. Daher kann Prasugrel

unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Aber wenn die Prasugrel-Aufsättigungsdosis

nüchtern eingenommen wird, kann der schnellste Wirkeintritt erzielt werden (siehe Abschnitt 4.2).

Verteilung

Aktive Metabolite binden zu 98 % an das humane Serumalbumin (4 %ige, gepufferte Lösung).

Biotransformation

Prasugrel wird nach oraler Verabreichung nicht im Plasma nachgewiesen. Es wird schnell im Darm zu

einem Thiolacton hydrolysiert und anschließend in einer Ein-Schritt-Metabolisierung über Cytochrom

P450 in seinen aktiven Metaboliten umgewandelt, in erster Linie durch CYP3A4 und CYP2B6 und in

einem geringfügigeren Ausmaß durch CYP2C9 und CYP2C19. Der aktive Metabolit wird weiter zu

zwei inaktiven Verbindungen durch S-Methylierung oder Konjugation mit Cystein metabolisiert.

Bei gesunden Probanden, Patienten mit stabiler Atherosklerose und Patienten mit ACS, die Prasugrel

erhalten haben, zeigten genetische Variationen von CYP3A5, CYP2B6, CYP2C9 oder CYP2C19

keine relevanten Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Prasugrel oder seiner

Thrombozytenaggregationshemmung.

Elimination

Ca. 68 % der Prasugrel-Dosis werden als inaktive Metabolite über den Urin und 27 % über den Faeces

ausgeschieden. Der aktive Metabolit hat eine Eliminationshalbwertszeit von ca. 7,4 Stunden (Spanne:

2 bis 15 Stunden).

Pharmakokinetik in besonderen Patientengruppen

Ältere Personen:

In einer Studie mit gesunden Probanden im Alter zwischen 20 und 80 Jahren hatte das Alter keinen

signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Prasugrel oder seine

Thrombozytenaggregationshemmung. In der großen klinischen Phase 3 Studie lag im Vergleich mit

Personen < 75 Jahre die durchschnittliche geschätzte Exposition (AUC) des aktiven Metaboliten bei

sehr alten Patienten (≥ 75 Jahre) 19 % höher. Prasugrel darf bei Patienten ≥ 75 Jahre aufgrund des

möglichen Risikos von Blutungen bei dieser Patientengruppe nur mit Vorsicht eingesetzt werden

(siehe Abschnitte 4.2 und 4.4). In einer Studie bei Patienten mit stabiler Arteriosklerose betrug die

mittlere AUC des aktiven Metaboliten bei Patienten ≥ 75 Jahre, die 5 mg Prasugrel erhielten, ungefähr

die Hälfte der AUC bei Patienten < 65 Jahren, die 10 mg Prasugrel erhielten; und die

antithrombotische Wirkung von 5 mg war zwar vermindert, aber im Vergleich zu 10 mg nicht

unterlegen.

Leberfunktionsstörung:

Es ist keine Dosisanpassung notwendig bei Patienten mit leichter bis moderater Leberfunktionsstörung

(Child Pugh Class A und B). Die Pharmakokinetik von Prasugrel und seine

Thrombozytenaggregationshemmung sind im Vergleich mit gesunden Probanden bei Patienten mit

leichter bis moderater Leberfunktionsstörung ähnlich. Die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

von Prasugrel wurde bei Patienten mit schwerer Lebererkrankung nicht untersucht. Prasugrel darf bei

Patienten mit schwerer Lebererkrankung nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).

Nierenfunktionsstörung:

Es ist keine Dosisanpassung notwendig bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung, einschließlich

terminaler Niereninsuffizienz (ESRD). Die Pharmakokinetik von Prasugrel und seine

Thrombozytenaggregationshemmung sind bei Patienten mit moderater Nierenfunktionsstörung (GFR

30-<50 ml/min/1,73m

) und gesunden Probanden ähnlich. Im Vergleich zu gesunden Probanden war

die Prasugrel-vermittelte Thrombozytenaggregationshemmung auch bei Patienten mit ESRD, die eine

Hämodialyse benötigen, ähnlich, auch wenn C

und AUC des aktiven Metaboliten bei ESRD

Patienten um 51 % bzw. 42 % vermindert waren.

Körpergewicht:

Die durchschnittliche Exposition (AUC) des aktiven Metaboliten von Prasugrel ist ca. 30 bis 40 %

höher bei gesunden Probanden und Patienten deren Körpergewicht < 60 kg ist, verglichen mit

Patienten, die ≥ 60 kg wiegen. Prasugrel darf bei Patienten < 60 kg aufgrund des möglichen Risikos

von Blutungen bei dieser Patientengruppe nur mit Vorsicht eingesetzt werden (siehe Abschnitt 4.4). In

einer Studie bei Patienten mit stabiler Arteriosklerose war die mittlere AUC des aktiven Metaboliten

bei Patienten < 60 kg, die 5 mg Prasugrel erhielten, 38 % geringer, als die AUC bei Patienten ≥ 60 kg,

die 10 mg Prasugrel erhielten; und die antithrombotische Wirkung von 5 mg war vergleichbar mit der

von 10 mg.

Ethnische Zugehörigkeit:

In klinischen pharmakologischen Studien war unter Berücksichtigung des Körpergewichts die AUC

des aktiven Metaboliten bei chinesischen, japanischen und koreanischen Testpersonen ca. 19 % höher

im Vergleich zu Kaukasiern, vornehmlich bedingt durch eine höhere Exposition asiatischer

Testpersonen < 60 kg. Es gibt keinen Unterschied zwischen chinesischen, japanischen und

koreanischen Testpersonen. Die Expositionen bei Testpersonen afrikanischer und spanischer Herkunft

sind vergleichbar mit denen der Kaukasier. Nur aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit ist keine

Dosisanpassung notwendig.

Geschlecht:

Bei gesunden Probanden und Patienten ist die Pharmakokinetik von Prasugrel bei Männern und

Frauen ähnlich.

Kinder und Jugendliche:

Die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Prasugrel wurde in der pädiatrischen

Bevölkerungsgruppe nicht bewertet (siehe Abschnitt 4.2).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter

Gabe, Reproduktionstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potential lassen die präklinischen

Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Präklinische Effekte wurden nur nach

Expositionen beobachtet, die ausreichend über der maximalen humantherapeutischen Exposition

lagen. Die Relevanz für den Menschen wird als gering bewertet.

Toxizitätsstudien mit Ratten und Kaninchen zur embryofetalen Entwicklung gaben keinen Hinweis

auf Missbildungen verursacht durch Prasugrel. Bei sehr hohen Dosen (> 240fache empfohlene tägliche

Erhaltungsdosis für den Menschen - basierend auf mg/m

), die eine Auswirkungen auf das maternale

Körpergewicht und/oder die Nahrungsaufnahme hatten, zeigte sich eine geringfügige Abnahme des

Körpergewichts der Nachkommenschaft (relativ zur Kontrollgruppe). In pre- und post-natalen Studien

an Ratten hatte die maternale Behandlung in Dosen bis hin zu einer Exposition, die der 240fachen des

Menschen in der empfohlenen täglichen Erhaltungsdosis entsprach (basierend auf mg/m

), keine

Auswirkung auf die Verhaltens- oder Reproduktionsentwicklung der Nachkommenschaft.

In einer 2 Jahre dauernden Studie mit Ratten, die Prasugrel in Expositionen, bis zu mehr als dem

75fachen der empfohlenen therapeutischen Exposition beim Menschen erhielten (basierend auf den

Plasmaexpositionen der aktiven, und wesentlichen zirkulierenden Humanmetaboliten), wurden keine

Substanz-bedingten Tumore beobachtet. Bei Mäusen, die über 2 Jahre eine Hochdosis (> 75fache

Exposition für den Menschen) erhalten hatten, war die Inzidenz für Tumore (hepatozelluläre

Adenome) erhöht, aber es wird angenommen, dass diese sekundär als Folge einer

Leberenzyminduktion durch Prasugrel entstanden sind. Der Zusammenhang der nagerspezifischen

Lebertumore und der arzneimittelinduzierten Enzyminduktion ist in der Literatur umfassend

beschrieben. Daher wird der Anstieg der Lebertumore bei Mäusen unter Prasugrel-Verabreichung für

den Menschen als nicht relevantes Risiko angesehen.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

mikrokristalline Cellulose

Macrogol 4000

Poloxamer 188

Fumarsäure –

für die pH-Wert-Einstellung

Croscarmellose-Natrium

Hochdisperses hydrophobes Siliciumdioxid

Mannitol

Magnesiumstearat

Filmüberzug

Hypromellose

Lactose Monohydrat

Titandioxid (E 171)

Triacetin

Gelbes Eisenoxid (E 172) –

nur für 5 mg Filmtabletten

Rotes Eisenoxid (E172) –

nur für 10 mg Filmtabletten

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

18 Monate

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30°C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Prasugrel HCS 5 mg Filmtabletten

Blister (OPA/Alu/PE+DES//Alu/PE): 28, 30 und 84 Filmtabletten in einer Faltschachtel.

Prasugrel HCS 10 mg Filmtabletten

Blister (OPA/Alu/PE+DES//Alu/PE): 28, 30, 84 und 90 Filmtabletten in einer Faltschachtel.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

HCS bvba

H. Kennisstraat 53

2650 Edegem

Belgien

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Prasugrel HCS 5 mg Filmtabletten

Z. Nr. 138430

Prasugrel HCS 10 mg Filmtabletten

Z. Nr. 138431

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 03.08.2018

10. STAND DER INFORMATION

03/2019

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig

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