Nebilet Tabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
nebivololum
Verfügbar ab:
A. Menarini AG
ATC-Code:
C07AB12
INN (Internationale Bezeichnung):
nebivololum
Darreichungsform:
Tabletten
Zusammensetzung:
nebivololum 5 mg zu nebivololi hydrochloridum, excipiens pro compresso.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Beta-Rezeptorenblocker
Zulassungsnummer:
54489
Berechtigungsdatum:
1998-02-26

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Nebilet®

A. Menarini AG

Was ist Nebilet und wann wird es angewendet?

Nebilet enthält den Wirkstoff Nebivolol, der zur Gruppe der Betarezeptorenblocker gehört. Nebilet

wird eingesetzt in der Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie) und chronischer Herzschwäche

(Herzinsuffizienz) bei über 70-Jährigen Patienten.

Das Arzneimittel darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewandt werden.

Wann darf Nebilet nicht angewendet werden?

Nebilet darf nicht eingenommen werden bei Überempfindlichkeit gegenüber Nebivolol oder einem

der Hilfsstoffe, bei Leberfunktionsstörungen, vom Herzen ausgehenden (kardiogenen)

Schockzuständen, unbehandelter akuter Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder bei Schwangerschaft

und in der Stillzeit.

Wie andere Betarezeptorenblocker darf Nebilet nicht angewendet werden bei: der

Herzrhythmusstörung Sinusknoten-Syndrom (Sick-Sinus-Syndrom), einer Herzrhythmusstörung,

bestimmten Erregungsleitungsstörungen am Herzen (SA-Block, AV-Block 2. und 3. Grades),

Bronchialverkrampfung und Asthma in der Vorgeschichte, bestimmten unbehandelten Tumoren der

Nebenniere (Phäochromozytom), Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose), einer

Herzfrequenz in Ruhe unter 60 Schlägen pro Minute (Bradykardie), krankhaft niedrigem Blutdruck

(Hypotonie) sowie schweren Durchblutungsstörungen in den Gliedmassen.

Wann ist bei der Anwendung von Nebilet Vorsicht geboten?

Die folgenden Vorsichtsmassnahmen gelten allgemein für Betarezeptorenblocker wie Nebilet. Unter

den folgend aufgeführten Bedingungen soll Nebilet nur mit Vorsicht angewendet werden.

Informieren Sie deshalb Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

eine oder mehrere der untenstehenden Bedingungen aufweisen oder im Laufe der Therapie mit

Nebilet entwickeln.

Ungewöhnlich niedriger Puls (Bradykardie): Ruhepuls unter 60 Schlägen pro Minute und/oder

Zeichen wie Schwindel, Schwäche und Gangunsicherheit.

Herzerkrankungen (z.B. Angina pectoris, ischämische Herzkrankheiten, Reizleitungsstörungen).

Durchblutungsstörungen in den Armen und Beinen. Anhaltende Atembeschwerden, insbesondere

chronische, die Atmung behindernde Erkrankungen, schwere Nierenfunktionsstörung.

Diabetes: Nebilet hat keinen Einfluss auf den Blutzucker, aber es kann die Anzeichen eines zu tiefen

Blutzuckers (Nervosität, Zittern, hoher Puls) verdecken.

Schilddrüsenüberfunktion: ein erhöhter Puls, der ein Krankheitszeichen ist, kann durch Nebilet

verdeckt werden. Beim abrupten Absetzen des Arzneimittels besteht die Gefahr einer erhöhten

Herzschlagfrequenz (Tachykardie).

Allergien: Nebilet kann die Reaktion auf Pollen oder andere Substanzen verstärken.

Schuppenflechte (Psoriasis): Patienten mit bestehender oder aus der Vorgeschichte bekannter

Schuppenflechte sollten Nebilet nur nach sorgfältiger Abwägung einnehmen.

Bitte teilen Sie dem behandelnden Arzt oder der Ärztin vor einer Operation mit, dass Sie mit Nebilet

behandelt werden.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln:

Bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Herzerkrankungen (z:B. Calciumantagonisten, wie

Verapamil oder Diltiazem, Antiarrhythmika, Clonidin und Digitalis), Narkosemittel, Mittel zur

Behandlung von Magengeschwüren, bestimmte Substanzen, die die Wirkung des Sympathikus

verstärken und Arzneimittel, die bei Depressionen und Schlaflosigkeit eingesetzt werden, Baclofen

und Amifostin, beeinflussen die Wirkung von Nebilet bzw. werden in ihrer Wirkung durch Nebilet

beeinflusst. Bitte teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie solche Arzneimittel

einnehmen, da eine Dosisanpassung notwendig sein kann.

Dieses Präparat enthält Milchzucker (Lactose) und sollte bei einer Unverträglichkeit von gewissen

Zuckerarten nicht eingenommen werden.

Die Behandlung mit Nebivolol soll nicht abrupt abgebrochen werden.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder

äusserlich anwenden.

Darf Nebilet während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Über die Sicherheit von Nebilet in der Schwangerschaft beim Menschen liegen nur unzureichende

Daten vor. Es ist jedoch bekannt, dass Betablocker die Durchblutung der Plazenta reduzieren, was

zum Tod des Fetus während der Schwangerschaft oder einer frühzeitigen Geburt führen könnte und

zudem besteht die Möglichkeit von Nebenwirkungen beim Fetus und beim Neugeborenen. Deshalb

darf Nebilet in der Schwangerschaft nicht verwendet werden.

Da die Möglichkeit besteht, dass Nebivolol in die Muttermilch ausgeschieden wird, darf das

Arzneimittel auch in der Stillzeit nicht eingenommen werden.

Wie verwenden Sie Nebilet?

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Nebilet nicht anders verordnet

hat.

Bluthochdruck:

Im Allgemeinen beträgt die Dosierung für Erwachsene eine Tablette zu 5 mg täglich. Bis zur

optimalen blutdrucksenkenden Wirkung dauert es ca. 1-2 Wochen, gelegentlich bis zu 4 Wochen.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und bei Patienten über 65 Jahren beträgt die

empfohlene Anfangsdosis eine halbe Tablette täglich und kann wenn erforderlich auf 1 Tablette

erhöht werden.

Chronische Herzschwäche:

Die Behandlung der stabilen chronischen Herzinsuffizienz wird mit einer tiefen Dosis begonnen,

gefolgt von einer schrittweisen, wöchentlichen Erhöhung der Dosis, bis die optimale Erhaltungsdosis

erreicht ist. Die Anfangsdosis ist üblicherweise eine viertel Tablette (= 1,25 mg) pro Tag und wird je

nach Bedarf bis auf 2 Tabletten (= 10 mg) täglich erhöht.

Nach der ersten Dosis sowie nach jeder weiteren Dosisänderung werden Sie vom Arzt überwacht um

sicherzustellen, dass Ihr Zustand stabil bleibt.

Nebilet wird zusätzlich zu einer Standardtherapie eingesetzt.

Die Tabletten können mit einer Mahlzeit, vorzugsweise immer zur selben Tageszeit, eingenommen

werden.

Die Anwendung und Sicherheit von Nebilet bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bisher

nicht geprüft worden. Bei dieser Altersgruppe wird das Arzneimittel daher nicht angewendet.

Teilung der Tablette:

Legen Sie die Tablette mit der Kreuzbruchrille nach oben auf eine ebene und harte Unterlage.

Brechen Sie nun die Tablette entlang der Bruchrille wie in Abbildung 1 und 2 gezeigt, indem Sie sie

mit beiden Zeigefingern auf die Unterlage drücken. Um eine viertel Tablette zu erhalten,

wiederholen Sie bitte die Teilung mit einer halben Tablette wie bereits beschrieben und in den

Abbildungen 3 und 4 gezeigt.

Abb. 1 und 2: Halbieren

Abb. 3 und 4: Vierteln

Die Dauer der Behandlung mit Nebilet wird vom Arzt festgelegt und ist abhängig von der

Erkrankung.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Nebilet haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Nebilet auftreten:

Bei der Therapie der chronischen Herzschwäche treten sehr häufig (über 10%) Schwindel (vor allem

in der Phase der Dosiseinstellung) und verlangsamter Herzschlag (Bradykardie) auf. Weitere häufig

auftretende Nebenwirkungen sind: Kopfschmerzen, Müdigkeit/Kraftlosigkeit, Hautkribbeln,

Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Atemnot und Schwellungen (Ödeme) sowie zusätzlich vor allem

in der Phase der Dosiseinstellung in der Behandlung der chronischen Herzschwäche:

Verschlechterung der Herzschwäche, Herzblock (Anzeichen sind unregelmässiger Herzschlag,

Müdigkeit und Schwindel bei zu raschem Aufstehen), tiefer Blutdruck und Blutdruckabfall beim

Aufstehen, Arzneimittelunverträglichkeit.

Gelegentlich sind die folgenden Nebenwirkungen bei der Behandlung von Bluthochdruck beobachtet

worden: verlangsamter Pulsschlag, bestimmte Herzfunktionsstörungen, zu niedriger Blutdruck,

Herzschwäche (inklusive Verschlechterung einer bestehenden), Auftreten oder Verstärkung von

zeitweiligem Hinken, Sehstörungen, Impotenz, Depressionen, Alpträume, Verdauungsstörungen,

Blähungen, Erbrechen, krampfhafte Verengungen der Bronchien und Hautreaktionen wie Juckreiz

und Ausschläge.

Sehr selten aufgetreten sind anfallsartige, kurzdauernde Ohnmacht und Verschlimmerung einer

Schuppenflechte.

In Einzelfällen wurden Überempfindlichkeitsreaktionen und Schwellung von Haut oder

Schleimhäuten durch Flüssigkeitsansammlung im Gewebe (angioneurotisches Ödem) und

Nesselsucht beobachtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht aufgeführt sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel ist ausserhalb der Reichweite von Kindern und bei Raumtemperatur (15-25 °C)

aufzubewahren. Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten

Datum verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Nebilet enthalten?

Eine Tablette enthält 5 mg Nebivolol (als Hydrochlorid) und Hilfsstoffe zur Herstellung einer

Tablette. Die Tablette hat eine Kreuzbruchrille und kann in zwei oder vier Teile geteilt werden

Zulassungsnummer

54489 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Nebilet? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Es sind Packungen zu 28, 56 und 98 Tabletten erhältlich.

Zulassungsinhaberin

A. Menarini AG, Zürich.

Diese Packungsbeilage wurde im März 2016 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Nebilet®

A. Menarini AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Nebivololum (ut Nebivololi hydrochloridum).

Hilfsstoffe: Lactosum monohydrat, excip. pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Eine weisse Tablette mit Kreuzbruchrille enthält 5 mg Nebivolol (als Nebivolol Hydrochlorid).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hypertonie:

Behandlung der essentiellen Hypertonie.

Chronische Herzinsuffizienz:

Behandlung der stabilen leichten und mittelschweren chronischen Herzinsuffizienz bei Patienten ≥70

Jahren als Zusatz zur Standardtherapie.

Dosierung/Anwendung

Hypertonie:

Übliche Dosierung:

Die Dosis beträgt 1 Tablette (5 mg Nebivolol) täglich. Sie wird bevorzugt jeweils zur gleichen

Tageszeit eingenommen. Die Tablette können mit einer Mahlzeit eingenommen werden.

Die blutdrucksenkende Wirkung zeigt sich nach 1 bis 2 Wochen Behandlung. Gelegentlich wird ein

optimales Resultat erst nach 4 Wochen erreicht.

Kombination mit anderen Antihypertensiva:

Ein zusätzlicher antihypertensiver Effekt wurde bisher nur in der Kombination von Nebilet 5 mg mit

12.5-25 mg Hydrochlorthiazid beobachtet.

Spezielle Dosierungsanweisung bei Hypertonie:

Niereninsuffizienz:

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz wird empfohlen die Behandlung mit 2.5 mg täglich einzuleiten.

Bei Bedarf kann die Dosis auf 5 mg erhöht werden.

Leberinsuffizienz:

Zur Anwendung von Nebivolol bei leberinsuffizienten Patienten und jenen mit beeinträchtigter

hepatischer Funktion liegen nur limitierte Daten vor. Deshalb ist Nebilet bei diesen Patienten

kontraindiziert.

Geriatrie:

Bei Patienten, die über 65 Jahre alt sind, soll die Therapie der Hypertonie mit 2,5 mg eingeleitet und

bei Bedarf auf 5 mg erhöht werden. Da jedoch bei über 75 jährigen beschränkte Erfahrungen

vorliegen, ist Vorsicht geboten und diese Patienten sollen streng überwacht werden.

Pädiatrie:

Es wurden keine Studien mit Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren durchgeführt, weshalb die

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen wird.

Chronische Herzinsuffizienz:

Übliche Dosierung:

Die Behandlung der stabilen chronischen Herzinsuffizienz wird mit einer langsamen Dosistitration

eingeleitet, bis die individuelle optimale Erhaltungsdosis erreicht ist.

Die Herzinsuffizienz sollte stabil sein, ohne akute Phasen in den vergangenen sechs Wochen. Der

behandelnde Arzt sollte Erfahrung in der Behandlung der Herzinsuffizienz haben.

Bei Patienten, die Diuretika, und/oder Digoxin und/oder ACE-Hemmer und/oder Angiotensin-II-

Antagonisten erhalten, muss die Dosierung dieser Arzneimittel in den vorhergehenden zwei Wochen

stabil eingestellt sein, bevor die Behandlung mit Nebilet begonnen werden kann.

Die initiale Auftitrierung soll in Intervallen von ein bis zwei Wochen nach der Verträglichkeit des

Patienten durchgeführt werden:

Anfangsdosierung 1.25 mg Nebivolol, gefolgt von 2.5 mg Nebivolol einmal täglich, gefolgt von

5 mg und dann 10 mg einmal täglich. Die optimale und maximal empfohlene Erhaltungsdosis beträgt

10 mg Nebivolol einmal täglich.

Der Patient soll nach der ersten Gabe sowie den folgenden Dosiserhöhungen während 2 Stunden von

einem erfahrenen Arzt überwacht werden um sicherzustellen, dass der klinische Status (im

speziellen: Blutdruck, Herzfrequenz, Überleitungsstörungen, Anzeichen einer Verschlechterung der

Herzinsuffizienz) stabil bleibt.

Das Auftreten von unerwünschten Wirkungen kann dazu führen, dass nicht alle Patienten mit der

optimalen Erhaltungsdosis behandelt werden können. Wenn nötig kann die erreichte Dosis

schrittweise reduziert und wenn angebracht auch wieder erhöht werden.

Wenn in der Titrationsphase eine Verschlechterung der Herzinsuffizienz auftritt, wird empfohlen die

Dosis von Nebivolol zu reduzieren oder wenn nötig sofort zu stoppen (schwere Hypotonie,

Verschlechterung der Herzinsuffizienz mit akutem Lungenödem, kardiogener Schock,

symptomatische Bradykardie oder AV-Block). Die Behandlung der stabilen chronischen

Herzinsuffizienz mit Nebivolol ist im Allgemeinen eine Langzeit-Behandlung.

Die Behandlung mit Nebivolol soll nicht abrupt abgebrochen werden, da dies zu einer

vorübergehenden Verschlechterung der Herzinsuffizienz führen kann. Wenn eine Unterbrechung

nötig ist, soll die Dosis schrittweise wöchentlich halbiert werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen bei chronischer Herzinsuffizienz:

Niereninsuffizienz:

Bei Patienten mit leicht bis mässig eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung nötig,

da die maximal tolerierte Dosis individuell auftitriert wird. Zur Anwendung von Nebivolol bei

Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz liegen keine Daten vor. Deshalb wird Nebilet bei diesen

Patienten nicht empfohlen. Hämodialysierte Patienten wurden nicht untersucht.

Leberinsuffizienz:

Zur Anwendung von Nebivolol bei leberinsuffizienten Patienten und jenen mit beeinträchtigter

hepatischer Funktion liegen nur limitierte Daten vor. Deshalb ist Nebilet bei diesen Patienten

kontraindiziert.

Geriatrie:

Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich, da die optimale Erhaltungsdosis

individuell auftitriert wird.

Pädiatrie:

Es wurden keine Studien mit Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren durchgeführt, weshalb die

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen werden kann.

Kontraindikationen

Nebilet ist kontraindiziert bei einer Überempfindlichkeit gegenüber Nebivolol oder einem der

Hilfsstoffe, bei Leberinsuffizienz, Leberfunktionsstörung, akuter Herzinsuffizienz, kardiogenem

Schock oder Episoden von dekompensierter Herzinsuffizienz, die inotropische Behandlung erfordert

sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit.

Zusätzlich, wie andere Betarezeptorenblocker ist Nebilet kontraindiziert bei:

Sick-Sinus-Syndrom einschliesslich Sino-Atrialer Block, AV Block 2. und 3. Grades,

Bronchospasmen und Bronchialasthma in der Anamnese, unbehandeltem Phäochromozytom,

metabolischer Azidose, Bradykardie (Herzfrequenz unter 60 Schlägen pro Minute), Hypotonie,

schweren peripheren Durchblutungsstörungen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Dieses Arzneimittel enthält Laktose. Patienten mit der seltenen, vererbten Galaktoseintoleranz, Lapp-

Laktase-Defizienz oder Glukose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen

Die folgenden Hinweise gelten generell für Betarezeptorenblocker.

Anästhesie:

Die Aufrechterhaltung der Betablockade verringert das Risiko für Rhythmusstörungen während der

Einleitung und der Intubation. Wenn die Betablockade in der Vorbereitung auf einen chirurgischen

Eingriff unterbrochen wird, ist der Betarezeptoren-Antagonist mindestens 24 Stunden vor der

Einleitung einer Anästhesie abzusetzen.

Vorsicht ist geboten bei bestimmten Anästhetika, die eine myokardiale Dämpfung verursachen, wie

Cyclopropan, Ether oder Trichlorethylen. Der Patient kann vor einer vagalen Reaktion durch

intravenöse Verabreichung von Atropin geschützt werden.

Kardiovaskulär:

Betarezeptorenblocker sollten generell bei Patienten mit unbehandeltem Herzversagen solange nicht

eingesetzt werden, bis deren Zustand stabilisiert ist.

Bei Patienten mit ischämischer Herzkrankheit soll die Beendigung der Therapie mit

Betarezeptorenblockern schrittweise - über ein bis zwei Wochen - erfolgen. Bei Bedarf sollte

gleichzeitig eine Ersatztherapie eingeleitet werden, um so eine Verschlechterung der Angina pectoris

zu verhindern.

Betarezeptorenblocker können eine Bradykardie auslösen. Wenn der Ruhepuls unter 50 bis 55

Schläge/Minute sinkt und/oder der Patient verdächtige Symptome (Vertigo, Lageschwindel,

Sehstörungen) aufweist, soll die Dosis reduziert werden.

Bei Patienten mit folgenden Erkrankung und Störungen sollen Betarezeptorenblocker mit Vorsicht

eingesetzt werden: peripheren Durchblutungsstörungen (Raynaud's Disease oder Syndrom,

Claudicatio intermittens), AV-Block 1.Grades, Prinzmetal-Angina.

Die Kombination von Nebivolol mit Calciumkanalblockern des Verapamil- oder Diltiazem-Typs, mit

Klasse I Antiarrhythmika oder zentral wirksamen Antihypertensiva ist generell nicht empfohlen

(siehe «Interaktionen»).

Metabolisch/Endokrinologisch:

Nebilet beeinflusst den Glucose-Spiegel nicht. Bei diabetischen Patienten soll jedoch mit Vorsicht

behandelt werden, da Nebivolol gewisse Symptome einer Hypoglykämie maskieren kann

(Tachykardie, Palpitationen).

Betarezeptorenblocker können tachykarde Symptome bei einer Schilddrüsenüberfunktion maskieren.

Ein abruptes Absetzen der Therapie kann diese Symptome verstärken.

Respiratorisch:

Bei Patienten mit chronischen obstruktiven Atemwegserkrankungen sollen Betarezeptorenblocker

mit Vorsicht eingesetzt werden, da die Atemwegskonstriktion verstärkt werden kann.

Andere:

Patienten mit Psoriasis in der Anamnese sollen nur nach sorgfältiger Abwägung mit

Betarezeptorenblocker behandelt werden.

Betarezeptorenblocker können die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen erhöhen sowie

anaphylaktische Reaktionen verstärken.

In pharmakodynamischen Studien wurde keine Beeinträchtigung der psychomotorischen Funktion

durch Nebilet gefunden. Beim Lenken von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen soll

berücksichtigt werden, dass gelegentlich Schwindel und Müdigkeit auftreten können.

Interaktionen

Die folgenden Interaktionen gelten allgemein für Betarezeptorenblocker.

Calciumantagonisten: Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Gabe von Verapamil oder

Diltiazem, wegen ihrer negativen Wirkung auf die Kontraktilität und die atrioventrikuläre

Erregungsleitung. Bei Patienten die Nebilet erhalten, ist die intravenöse Gabe von Verapamil

kontraindiziert.

Antiarrhythmika: Betarezeptorenblocker sollen mit Vorsicht gleichzeitig mit Antiarrhythmika der

Klasse I oder Amiodaron verabreicht werden, wegen einer möglichen Potenzierung ihrer Wirkung

auf die atriale Überleitungszeit und ihrer negativ inotropen Wirkung.

Clonidin: Betarezeptorenblocker erhöhen das Risiko für eine Rebound-Hypertonie nach abruptem

Absetzen einer Langzeitbehandlung mit Clonidin.

Digitalis: Digitalis-Glykoside können in Verbindung mit Betarezeptorenblockern die

atrioventrikuläre Überleitungszeit verlängern.

Insulin und orale Antidiabetika: Obwohl Nebilet die Glucose-Spiegel nicht beeinflusst, können

bestimmte Symptome einer Hypoglykämie maskiert werden.

Anästhetika: Die gleichzeitige Anwendung mit Betarezeptorenblocker kann Reflextachykardien

unterdrücken und das Risiko einer Hypotonie vergrössern. Der Anästhesist muss über die

Behandlung mit Nebilet informiert werden.

Baclofen (Antispastikum), Amifostin: Unter gleichzeitiger Therapie mit oralem Baclofen und

Betarezeptorenblocker ist ein verstärkter Blutdruckabfall zu erwarten. Deshalb sollten der Blutdruck

überwacht und die Dosierung des Betablockers entsprechend angepasst werden.

Andere:

Die gleichzeitige Verabreichung von NSAID mit Nebilet hat keinen Effekt auf die

blutdrucksenkende Wirkung. Die Co-Administration mit Cimetidin erhöhte die Plasmaspiegel von

Nebivolol, ohne den klinischen Effekt zu beeinflussen. Die gleichzeitige Gabe mit Ranitidin hat

keinen Effekt auf die Pharmakokinetik von Nebivolol. Ein Antazidum kann gleichzeitig verschrieben

werden, wenn Nebilet mit den Mahlzeiten und das Antacidum zwischen den Mahlzeiten genommen

wird. Die Kombination von Nebivolol mit Nicardipin erhöhte die Plasmaspiegel beider Substanzen

leicht, ohne die klinischen Wirkungen zu verändern. Die gleichzeitige Gabe von Alkohol, Furosemid

oder Hydrochlorthiazid beeinflusste die Pharmakokinetik von Nebivolol nicht. Nebivolol hatte

keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Warfarin.

Sympathomometika können der Wirkung von Betarezeptorenblocker entgegenwirken.

Betarezeptorenblocker können zu ungehinderter alpha-adrenerger Wirksamkeit von

Sympathomimetika mit sowohl alpha- als auch beta-adrenergen Wirkungen führen (Gefahr von

Hypertonie, schwerer Bradykardie und Herzblock).

Die gleichzeitige Gabe von trizyklischen Antidepressiva, Barbituraten und Phenothiazinen kann die

blutdrucksenkende Wirkung verstärken.

Da das CYP2D6-Isoenzym am Metabolismus von Nebivolol beteiligt ist, kann die Co-

Administration von Substanzen, die dieses Enzym hemmen, im speziellen Paroxetin, Fluoxetin,

Thioridazin und Quinidin, zu erhöhten Nebivolol-Plasmaspiegeln führen, was mit einem grösseren

Risiko von Bradykardie und anderen unerwünschten Wirkungen verbunden ist.

Schwangerschaft/Stillzeit

Reproduktionsstudien bei Ratten haben eine erhöhte Embryotoxizität bei oralen Dosen von 40 mg/kg

gezeigt, aber es liegen keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen vor. Betablocker

reduzieren generell die Durchblutung der Plazenta, was zu intrauterinem Tod oder einer frühzeitigen

Geburt führen könnte. Zudem besteht die Möglichkeit von Nebenwirkungen beim Fetus und dem

Neugeborenen (Hypoglykämie und Bradykardie) sowie ein erhöhtes Risiko kardialer und pulmonaler

Komplikationen beim Neugeborenen. Deshalb ist Nebilet in der Schwangerschaft kontraindiziert.

Die meisten Betarezeptorenblocker und ihre Metaboliten gelangen - in unterschiedlichem Mass - in

die Muttermilch. Bei Tieren wurde Nebivolol in der Muttermilch nachgewiesen. Beim Menschen ist

dies bisher nicht untersucht worden, weshalb Nebilet in der Stillzeit kontraindiziert ist.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Da Nebilet zu Schwindel und Müdigkeit führen kann, kann es die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Unerwünschte Wirkungen

Die Nebenwirkungen sind für Hypertonie und Herzinsuffizienz wegen den unterschiedlichen

Grunderkrankungen separat aufgelistet.

Hypertonie:

Die beobachteten Nebenwirkungen, die in den meisten Fällen leichten bis mittleren Grades waren,

sind folgend nach Organklassen und Inzidenz geordnet:

Organsystemklasse

häufig

(≥1/100, <1/10)

gelegentlich

(≥1/1000, <1/100)

sehr selten

(<1/10'000)

unbekannt

Immunsystem:

Einzelfälle:

Angioödem,

Überempfindlichkeit

Psychiatrische

Störungen:

Alpträume,

Depressionen

Nervensystem:

Kopfschmerzen,

Schwindel,

Parästhesien

Synkope

Augen:

Sehstörungen

Herz:

Bradykardie,

Herzversagen,

Herzinsuffizienz,

verlangsamte AV-

Überleitung/AV-Block

Gefässe:

Hypotonie,

(Verstärkung einer)

Claudicatio intermittens

Atmungsorgane:

Dyspnoe

Bronchospasmen

Gastrointestinale

Störungen:

Obstipation,

Nausea, Diarrhöe

Dyspepsie, Flatulenz,

Erbrechen

Haut:

Pruritus, Rash

Verschlimmerung

einer Psoriasis

Urticaria

Reproduktionssystem

und Brust:

Impotenz

Sonstige:

Müdigkeit,

Oedeme

Ausserdem sind folgende Nebenwirkungen bei anderen Betarezeptorenblocker beobachtet worden,

die auch bei Nebilet auftreten können: Halluzinationen, Psychosen, Verwirrungen, kalte/zyanotische

Extremitäten, Raynaud-Syndrom, trockene Augen und okulo-mukokutane Toxizität des Practolol-

Typs.

Chronische Herzinsuffizienz:

Die Daten über die unerwünschten Wirkungen stammen aus einer placebokontrollierten klinischen

Studie mit 1067 Patienten unter Nebivolol und 1061 Patienten unter Placebo. In dieser Studie traten

bei 449 Patienten (42.1%), die Nebivolol erhielten unerwünschte Wirkungen in kausalem

Zusammenhang auf, verglichen mit 334 (31.5%) die Placabo erhielten.

Die bei den Nebivolol-Patienten am häufigsten beobachteten unerwünschten Wirkungen waren

Bradykardie (Häufigkeit in der aktiven Gruppe 11,2% vs. 2,2% in der Placebo-Gruppe) und

Schwindel (Häufigkeit in der aktiven Gruppe 10,4% vs. 7,3% in der Placebo-Gruppe). Sämtliche

unerwünschten Wirkungen, die als mindestens in einem möglichen Zusammenhang stehend beurteilt

wurden und eine gegenüber Placebo über 0.5% höhere Inzidenz aufweisen sind folgend nach

Organklassen und Inzidenz geordnet aufgeführt:

Organsystemklasse

sehr häufig

(≥1/10)

häufig

(≥1/100, <1/10)

Nervensystem:

Schwindel* (ohne

Vertigo) 10,4%

Kopfschmerzen*

Herz:

Bradykardie 11,2%

Verschlechterung der Herzinsuffizienz*,

Atrioventrikulärer Block 1.Grades

Gefässe:

Posturale Hypotonie*

Allgemeines:

Müdigkeit/Kraftlosigkeit*,

Arzneimittelunverträglichkeit*, Ödeme der unteren

Extremitäten

Untersuchungen:

Verminderte Herzfrequenz*, tieferer Blutdruck*

Die mit * bezeichneten unerwünschten Wirkungen traten hauptsächlich (>70%) in der Phase der

Dosiseinstellung auf.

Überdosierung

Es liegen keine spezifischen Daten zur Überdosierung mit Nebilet vor.

Symptome:

Die Symptome einer Überdosierung mit Betarezeptorenblockern sind: Bradykardie, Hypotonie,

Bronchospasmen und akute Herzinsuffizienz.

Behandlung:

Im Falle einer Überdosierung sollte der Patient unter ständiger Beobachtung behalten und

intensivmedizinisch behandelt werden. Die Blutglucose-Werte sollten kontrolliert werden.

Durch Magenspülung kann die Resorption von noch im Gastrointestinaltrakt befindlicher

Wirksubstanz und durch Verabreichung von Aktivkohle und Laxantien verhindert werden.

Künstliche Beatmung kann erforderlich sein. Bradykardie oder ein erhöhter Vagotonus sollten durch

Verabreichung von Atropin oder Methylatropin behandelt werden. Hypotonie und Schock können

mit Plasma/Plasmaersatzmitteln und falls erforderlich mit Katecholaminen behandelt werden. Die

betablockierende Wirkung kann durch langsame intravenöse Gabe von Isoprenalinhydrochlorid

entgegengewirkt werden, beginnend mit einer Dosis von etwa 5 µg/min oder Dobutamin, beginnend

mit einer Dosis von 2.5 µg/min, bis sich die erwartete Wirkung eingestellt hat. In refraktären Fällen

kann Isoprenalin mit Dopamin kombiniert werden.

Falls dieses Vorgehen nicht die erwünschte Wirkung zeigt, kann die i.v. Verabreichung von 50-

100 µg Glucagon/kg erwogen werden. Falls notwendig, sollte die Injektion innerhalb von einer

Stunde wiederholt und anschliessend - wenn notwendig - eine i.v. Infusion von 70 µg Glucagon/kg

gegeben werden. In extremen Fällen einer therapieresistenten Bradykardie könnte ein Schrittmacher

eingesetzt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C07AB12

Nebivolol ist ein kompetitiver und selektiver Beta-1-rezeptorblocker, der auch leichte

vasodilatorische Eigenschaften aufweist. Diese zwei additiven Aktivitäten beruhen darauf, dass

Nebivolol ein Racemat aus zwei Enantiomeren ist: Die Hemmung der Beta-1-Rezeptoren wird

hauptsächlich der d-Form, die Vasodilatation über die NO-Modulation hauptsächlich der l-Form

zugeschrieben.

Nebivolol reduziert die Herzfrequenz und den Blutdruck in Ruhe und bei Belastung, sowohl bei

normotensiven wie auch bei hypertonen Patienten. Die antihypertensive Wirkung bleibt auch bei

einer Langzeitbehandlung erhalten. Während der akuten und chronischen Behandlung mit Nebivolol

bleibt die Funktion des linken Ventrikels erhalten.

In therapeutischen Dosen tritt kein alpha-adrenerger Antagonismus auf. Bei gesunden Probanden hat

Nebivolol keinen signifikanten Einfluss auf die maximale Belastungsfähigkeit oder die Ausdauer.

In Studien an Hypertonie-Patienten, die während bis zu drei Monaten mit Nebivolol behandelt

wurden, konnte keine Beeinflussung des Lipidstoffwechsels festgestellt werden.

In einer placebo-kontrollierten Mortalitäts-/Morbiditäts-Studie mit 2128 Patienten (≥70 Jahre) mit

chronischer Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse I: 2.8%, II: 56.4%, III: 38.8%, IV: 2.0%) und einer

reduzierten oder erhaltenen linksventrikulären Auswurffraktion, verlängerte Nebivolol als Zusatz zur

Standardtherapie die Zeit bis zum Auftreten von Todesfällen oder Klinikeinweisungen infolge

kardiovaskulärer Ereignisse (primärer Endpunkt). Die relative Risikoreduktion betrug 14% (absolute

Risikoreduktion 4.2%).

Die folgende Graphiken (Forest Plots) zeigen die Resultate der primären Endpunkte in den

vordefinierten Subgruppen sowie die sekundären Endpunkte:

Graphik 1: primäre Endpunkte per definierte Subgruppe

Graphik 2: sekundäre Endpunkte

In-vitro und in-vivo Tierexperimente zeigten, dass Nebivolol keine intrinsische

sympathikomimetische Aktivität aufweist. In solchen Experimenten wurde auch gezeigt, dass

Nebivolol in pharmakologischen Dosen keine membranstabilisierende Wirkung hat.

Pharmakokinetik

Absorption:

Nach oraler Verabreichung werden beide Nebivolol-Enantiomere rasch resorbiert.

Die Verfügbarkeit variiert stark zwischen schnell und langsam metabolisierenden Individuen. Die

absolute orale Bioverfügbarkeit von Nebivolol liegt bei 12% in schnellen Metabolisierern und ist

praktisch vollständig bei langsamen Metabolisierern, die maximalen Plasmaspiegel werden 0.5 bis 2,

bzw. 3 bis 6 Stunden nach der Einnahme der Tablette erreicht.

Im steady-state ist die maximale Plasmakonzentration bei langsamen Metabolisierern etwa um das

23-fache höher als bei schnellen Metabolisierern. Die Steady-state-Plasmaspiegel werden bei den

meisten Patienten (schnelle Metabolisierer) innerhalb von 24 Stunden erreicht.

Im Bereich von 1 bis 30 mg Nebivolol sind die Plasmakonzentrationen proportional zur Dosis. Die

Resorption von Nebivolol wird durch Nahrung nicht beeinflusst.

Distribution:

Beide Enantiomere von Nebivolol sind im Plasma überwiegend an Albumin gebunden. Die

Plasmaeiweiss-Bindung ist für beide Formen etwa 98%. Das Verteilungsvolumen beträgt

durchschnittlich 681 l (Vdss).

Metabolismus:

Nebivolol wird über alizyklische und aromatische Hydroxylierung, N-Dealkylierung und

Glukuroinisierung, zum Teil zu aktiven Metaboliten, metabolisiert. Obwohl die aromatische

Hydroxylierung Teil des CYP2D6-abhängigen genetischen oxidativem Polymorphismus (ca. 10%

der Bevölkerung) ist, wird durch die aktiven Metaboliten eine ähnliche Wirkung bei den schnell und

langsam metabolisierenden Patienten erreicht.

Elimination:

Die Eliminationshalbwertszeit für die Nebivolol-Enantiomere beträgt bei schnellen Metabolisierern

durchschnittlich 10 Stunden, bei langsamen Metabolisierern ist sie 3-5mal länger. Bei den schnellen

Metabolisierern betragen die Eliminationshalbwertszeiten der Hydroxymetaboliten beider

Enantiomere im Mittel 24 Stunden und sind bei den langsamen Metabolisierern ungefähr zweimal so

lang.

Eine Woche nach der Verabreichung sind bei schnellen Metabolisierern 38% der Dosis renal und

48% über die Faeces ausgeschieden. Die renale Ausscheidung von unverändertem Nebivolol beträgt

weniger als 0.5% der Dosis.

Kinetik spezieller Patientengruppen:

Alter: Die Pharmakokinetik von Nebivolol wird nicht durch das Alter beeinflusst.

Nierenerkrankungen: Obwohl die Plasmaspiegel der Enantiomere und der Hydroxymetaboliten

signifikant erhöht waren, zeigten der Blutdruck, die Herzfrequenz und die EKG-Parameter keine

klinisch relevanten Unterschiede. Bei Nierenerkrankungen soll die Behandlung mit der halben Dosis

begonnen werden (siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen»).

Präklinische Daten

Es sind keine für die Anwendung von Nebivolol relevanten präklinischen Daten bekannt.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit:

Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» (= Verfall) angegebenen Datum

verwendet werden und ist bei Raumtemperatur (15-25 °C) zu lagern.

Zulassungsnummer

54489 (Swissmedic).

Packungen

Nebilet Tabl 28 (mit Kreuzbruchrille). (B)

Nebilet Tabl 98 (mit Kreuzbruchrille). (B)

Zulassungsinhaberin

A. Menarini AG, Zürich.

Stand der Information

März 2016.

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