Inspra 50 mg Filmtabletten

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-09-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
eplerenonum
Verfügbar ab:
Pfizer PFE Switzerland GmbH
ATC-Code:
C03DA04
INN (Internationale Bezeichnung):
eplerenonum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
eplerenonum 50 mg, lactosum monohydricum 71.4 mg, cellulosum microcristallinum, carmellosum natricum, hypromellosum, natrii laurilsulfas, talcum, magnesii stearas, Überzug: hypromellosum, macrogolum 400, polysorbatum 80, color.: E 171, E 172 (flavum), E 172 (rubrum) pro compresso obducto corresp. natrium 1.73 mg.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Diuretikum
Zulassungsnummer:
57147
Berechtigungsdatum:
2005-12-12

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-09-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-09-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

06-05-2021

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Inspra®

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Was ist Inspra und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Inspra gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, welche selektive Aldosteron-Antagonisten genannt

werden. Aldosteron ist eine vom Körper produzierte Substanz, die an der Regulierung des Blutdruckes

und der Herzfunktion beteiligt ist.

Inspra wird in folgenden Fällen zur Behandlung Ihrer Herzmuskelschwäche angewendet, um so eine

weitere Verschlechterung Ihrer Herzmuskelschwäche zu verhindern und mögliche

Krankenhausaufenthalte zu reduzieren:

1.Falls Sie kürzlich einen Herzinfarkt hatten in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung

einer Herzmuskelschwäche oder

2.falls Sie trotz der Behandlung, die Sie bisher erhalten haben, anhaltende leichte Symptome haben.

Wann darf Inspra nicht angewendet werden?

Inspra darf nicht eingenommen werden:

·Wenn Sie auf den Wirkstoff Eplerenon oder einen Hilfsstoff von Inspra Filmtabletten allergisch sind.

·Wenn Sie an einer Hyperkaliämie (erhöhte Kaliumwerte im Blut) leiden.

·Wenn Sie eine schwere Einschränkung der Nierenfunktion haben.

·Wenn Sie eine schwere Einschränkung der Leberfunktion haben.

·Wenn Sie kaliumsparende Diuretika (harntreibende Arzneimittel, z.B. mit dem Wirkstoff

Spironolacton) oder Arzneimittel, die die Verstoffwechselung von Inspra beeinträchtigen wie z.B.

Itraconazol (Sporanox®), Ketoconazol (Nizoral®), Ritonavir (Norvir®), Nelfinavir (Viracept®) oder

Clarithromycin (Klacid®) einnehmen.

·Wenn Sie an erhöhtem Blutdruck (Hypertonie) leiden und kaliumhaltige Präparate einnehmen oder

kaliumhaltige Salzersatzprodukte verwenden.

·Wenn Sie bereits eine Kombination von Arzneimitteln zur Behandlung von gewissen

Herzerkrankungen oder Bluthochdruck (sogenannte ACE-Hemmer und Angiotensinrezeptor-Blocker)

einnehmen.

Wann ist bei der Einnahme von Inspra Vorsicht geboten?

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Inspra ist erforderlich, wenn einer der folgenden Umstände

auf Sie zutrifft:

·Wenn Ihre Nieren- oder Leberfunktion eingeschränkt ist, wenn Sie zuckerkrank (Diabetiker) oder

bereits älter sind. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird dann Ihre Kaliumwerte regelmässig überprüfen.

·Wenn Sie Arzneimittel zur Behandlung von Herzerkrankungen einnehmen.

·Inspra Filmtabletten enthalten Laktosemonohydrat. Bitte nehmen Sie Inspra Filmtabletten erst nach

Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit

leiden.

Inspra Filmtabletten enthalten weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. sie sind nahezu

«natriumfrei».

Die gleichzeitige Anwendung von Inspra mit anderen Arzneimitteln wird von Ihrem Arzt bzw. Ihrer

Ärztin beurteilt werden, um unerwünschte Wechselwirkungen möglichst zu verhindern.

Die gleichzeitige Einnahme von Lithium (z.B. Lithiofor®, Quilonorm®, Arzneimittel gegen manisch-

depressive Erkrankungen), Ciclosporin (Sandimmun®) oder Tacrolimus (Prograf®) (Arzneimittel zur

Beeinflussung des Immunsystems z.B. nach Organtransplantation) sollte vermieden werden.

Erythromycin (z.B. Erythrocin®, zur Behandlung von bakteriellen Infektionen), Saquinavir (Invirase®,

eine antivirale Substanz, welche zur HIV-Behandlung eingesetzt wird), Amiodaron (Cordarone®, zur

Behandlung von Herzrhythmusstörungen), Diltiazem (Dilzem®) und Verapamil (Isoptin®) (u.a. zur

Behandlung von Herzrhythmusstörungen) sowie Fluconazol (Diflucan®, zur Behandlung von

Pilzinfektionen) hemmen den Abbauweg von Eplerenon. In der Kombination sollte eine maximale Dosis

von 25 mg Eplerenon (Inspra®) nicht überschritten werden.

Johanniskraut (pflanzliches Arzneimittel gegen depressive Verstimmung), Rifampicin (Rimactan®, zur

Behandlung von bakteriellen Infektionen), Carbamazepin (z.B. Tegretol®), Phenytoin (Phenydan®) und

Phenobarbital (z.B. Luminal®) (u.a. zur Behandlung von Krampfanfällen) können den Abbau von

Inspra beschleunigen und dadurch die Wirkung abschwächen. Eine gemeinsame Gabe mit Inspra wird

deshalb nicht empfohlen.

Vor der gleichzeitigen Behandlung von Antirheumatika (Arzneimittel gegen Schmerzen und

Entzündung) und Inspra muss die Nierenfunktion überprüft werden.

Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen wird nicht empfohlen.

Da während der Behandlung Schwindel oder Ohnmacht auftreten können, ist beim Autofahren oder

Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten bis Begleiterscheinungen der Behandlung bekannt sind.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Darf Inspra während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Inspra sollte während der Schwangerschaft nur auf ausdrückliche Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin

eingenommen werden. Eine Anwendung während der Stillzeit wird nicht empfohlen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn sie schwanger sind, es werden möchten oder wenn

Sie stillen.

Wie verwenden Sie Inspra?

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie über die korrekte Einnahme von Inspra informieren.

Inspra wird üblicherweise in Kombination mit einer Standardtherapie verschrieben. Die übliche

Dosierung beträgt 50 mg einmal täglich, wobei die Behandlung mit 25 mg, einmal täglich, begonnen

und die Dosierung dann langsam während vier Wochen auf 50 mg, einmal täglich, gesteigert wird. Die

Filmtabletten können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Nehmen Sie die Filmtabletten

unzerkaut mit einem Glas Wasser ein.

Vor Beginn der Therapie mit Inspra müssen Ihre Kaliumwerte im Blut überprüft werden. Danach

müssen Ihre Kaliumwerte weiterhin kontrolliert werden, z.B. bei Dosisänderungen. Abhängig vom

Ergebnis wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Dosierung von Inspra eventuell verändern.

Wenn Sie zu viele Filmtabletten eingenommen haben

Falls Sie mehr Filmtabletten als verordnet eingenommen haben, konsultieren Sie sofort Ihren Arzt oder

Apotheker resp. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Wenn Sie die Einnahme von Inspra vergessen haben

Wenn Sie eine Filmtablette vergessen haben einzunehmen, holen Sie die vergessene Einnahme nicht

nach. Nehmen Sie die nächste Filmtablette zum nächstfolgenden gewohnten Zeitpunkt ein.

Die Anwendung und Sicherheit von Inspra bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht geprüft

worden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Inspra haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Inspra auftreten:

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Infektion, erhöhte Kaliumwerte im Blut (mit möglichen Beschwerden wie Muskelkrämpfe, Durchfall,

Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen), Flüssigkeitsverlust (Dehydrierung), Schwindel, Ohnmacht,

Herzinfarkt, zu tiefer Blutdruck, Husten, Durchfall, Übelkeit, Verstopfung, Juckreiz, Muskelkrämpfe,

Schmerzen des Bewegungsapparats, Nierenfunktionsstörungen und erhöhte Harnstoffwerte im Blut.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Nierenbeckenentzündung, Entzündung im Rachenbereich, Unterfunktion der Schilddrüse, erhöhte

Blutfettwerte (Cholesterin oder Triglyceride), Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Verminderung der

Berührungs- und Drucksensibilität der Haut, Herzbeschwerden wie Herzrhythmusstörungen

(Vorhofflimmern) und Herzschwäche (Linksherzinsuffizienz), Kreislaufstörungen beim Stehen,

Thrombose der Beinarterien, Blähungen, Erbrechen, Gallenblasenentzündung, vermehrtes Schwitzen,

Rückenschmerzen, Kraftlosigkeit, Unwohlsein, erhöhte Kreatininwerte im Blut (was auf

Nierenprobleme hinweisen kann) und erhöhte Blutzuckerwerte.

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern)

Ausschlag, Schwellungen insbesondere im Bereich des Kopfes mit Schwellung der Zunge, der

Augenlider etc. (Angioödem) und Vergrösserung der Brustdrüsen (beim Mann).

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Inspra enthalten?

Wirkstoffe

Filmtablette zu 25 mg Eplerenon

1 Filmtablette enthält 25 mg Eplerenon.

Gelbliche, rautenförmige Filmtabletten mit abgerundeten Ecken mit den Prägungen «NSR» oberhalb

von «25» auf der einen und «Pfizer» auf der anderen Seite.

Filmtablette zu 50 mg Eplerenon

1 Filmtablette enthält 50 mg Eplerenon.

Gelbliche, rautenförmige Filmtabletten mit abgerundeten Ecken mit den Prägungen «NSR» oberhalb

von «50» auf der einen und «Pfizer» auf der anderen Seite.

Hilfsstoffe

Filmtablette zu 25 mg Eplerenon

Laktosemonohydrat, mikrokristalline Cellulose, Carmellose-Natrium, Hypromellose,

Natriumdodecylsulfat, Talkum, Magnesiumstearat, Titandioxid, Macrogol 400, Polysorbat 80, Eisenoxid

gelb und Eisenoxid rot.

Natriumgehalt pro Filmtablette: 0.87 mg.

Filmtablette zu 50 mg Eplerenon

Laktosemomohydrat, mikrokristalline Cellulose, Carmellose-Natrium, Hypromellose,

Natriumdodecylsulfat, Talkum, Magnesiumstearat, Titandioxid, Macrogol 400, Polysorbat 80, Eisenoxid

gelb und Eisenoxid rot.

Natriumgehalt pro Filmtablette: 1.73 mg.

Zulassungsnummer

57147 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Inspra? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Inspra 25 mg: Packungen zu 30 oder 100 Filmtabletten.

Inspra 50 mg: Packungen zu 30 oder 100 Filmtabletten.

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Diese Packungsbeilage wurde im September 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

PIL V008

Fachinformation

Inspra®

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoff: Eplerenonum.

Hilfsstoffe

Kern: Lactosum monohydricum, Cellulosum microcristallinum, Carboxymethylcellulosum natricum,

Hypromellosum, Natrii laurilsulfas, Talcum, Magnesii stearas.

Filmüberzug: Hypromellosum, Titanii dioxidum (E171), Macrogolum 400, Polysorbatum 80, Ferrum

oxydatum flavum (E172), Ferrum oxydatum rubrum (E172).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 25 mg und 50 mg Eplerenon.

Gelbliche, rautenförmige Filmtabletten mit abgerundeten Ecken mit den Prägungen «NSR» oberhalb

von «25» bzw. «50» auf der einen Seite und «Pfizer» auf der anderen Seite.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Eplerenon ist indiziert:

·zusätzlich zu einer Standardtherapie, welche Betablocker einschliesst, zur Verringerung des Risikos

der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei stabilen Patienten mit linksventrikulärer

Dysfunktion (LVEF ≤40%) und klinischen Zeichen einer Herzinsuffizienz nach kürzlich

aufgetretenem Myokardinfarkt;

·zusätzlich zu einer optimalen Standardtherapie zur Verringerung des Risikos kardiovaskulär

bedingter Mortalität und Morbidität bei Patienten mit (chronischer) Herzinsuffizienz der NYHA-

Klasse II und linksventrikulärer systolischer Dysfunktion (LVEF ≤30%) (siehe

«Eigenschaften/Wirkungen»).

Dosierung/Anwendung

Eplerenon kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Zur individuellen

Dosisanpassung stehen die Dosierungen 25 mg und 50 mg zur Verfügung. Die Tageshöchstdosis

kann 25 mg oder 50 mg betragen (siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen»).

Empfohlene Anwendung

Bei Patienten mit einem Serumkaliumwert über 5.0 mmol/l oder einer eGFR <30 ml/min/1.73 m2

darf keine Behandlung mit Eplerenon begonnen werden (siehe «Kontraindikationen»).

Die Serumkaliumwerte müssen vor Beginn der Therapie mit Eplerenon, innerhalb der ersten

Behandlungswoche, des ersten Monats nach Therapiebeginn sowie jeweils nach einer

Dosisanpassung bestimmt werden. Danach müssen die Kaliumwerte je nach Bedarf in regelmässigen

Abständen kontrolliert werden. Dies gilt vor allem für ältere Patienten, Patienten mit Diabetes

mellitus und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion.

Die Dosierung von Eplerenon muss jeweils in Abhängigkeit des Serum-Kaliums überprüft werden

(siehe Tabelle 1).

Empfohlene Dosierung bei Patienten mit einer eGFR ≥50 ml/min/1.73 m2

Patienten mit Herzinsuffizienz der Klasse NYHA II sowie Patienten mit Herzinsuffizienz nach

Myokardinfarkt, welche Serum-Kalium von ≤5 mmol/l aufweisen, sollen eine Anfangsdosis von

25 mg/Tag erhalten. Diese soll innerhalb von 4 Wochen nach Therapiebeginn auf die Zieldosis von

50 mg/Tag erhöht werden, in Abhängigkeit des Serum-Kaliums (siehe Tabelle 1).

Die maximale Dosis für diese Patienten beträgt 50 mg/Tag.

Bei Patienten nach Myokardinfarkt sollte die Therapie 3-14 Tage nach dem Ereignis begonnen

werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Patienten mit mässiger Niereninsuffizienz (eGFR zwischen 30 und 49 ml/min/1.73 m2)

Patienten mit Herzinsuffizienz der Klasse NYHA II, welche ein Serum-Kalium von von ≤5 mmol/l

aufweisen, sollen eine Anfangsdosis von 25 mg jeden 2. Tag erhalten. Diese soll innerhalb von 4

Wochen nach Therapiebeginn auf die Zieldosis von 25 mg/Tag erhöht werden, in Abhängigkeit des

Serum-Kaliums (siehe Tabelle 1). Die maximale Dosis beträgt 25 mg/Tag.

Für Patienten mit Herzinsuffizienz nach Myokardinfarkt und einer Kreatininclearance von

<50 ml/min liegen keine Erfahrungen vor. Die Anwendung von Eplerenon bei diesen Patienten sollte

mit Vorsicht erfolgen.

Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (eGFR <30 ml/min/1.73 m2)

Für diese Patienten ist die Anwendung von Eplerenon kontraindiziert.

Eplerenon ist nicht dialysierbar.

Patienten, welche CYP3A4-Inhibitoren erhalten

Bei der gleichzeitigen Einnahme von schwachen bis moderaten CYP3A4-Inhibitoren beträgt die

Höchstdosis von Eplerenon 25 mg/Tag.

Die gleichzeitige Einnahme von starken CYP3A4-Inhibitoren mit Eplerenon ist kontraindiziert (siehe

«Kontraindikationen»).

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Zur Anwendung von Eplerenon bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren liegen keine Daten

vor. Die Anwendung bei dieser Patientengruppe wird daher nicht empfohlen.

Ältere Patienten

In Studie EMPHASIS-HF wurden n=330 Patienten ≥75 Jahre mit Eplerenon behandelt. Die

Behandlungsdosis richtete sich hierbei nach der Nierenfunktion (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).

Ältere Patienten zeigten ein erhöhtes Hyperkaliämie-Risiko im Vergleich zu jüngeren

Vergleichspersonen. Eine besonders regelmässige Kontrolle des Serum-Kaliums wird empfohlen.

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit leichter bis mässiger Leberinsuffizienz ist keine Anpassung der Anfangsdosis

erforderlich. Da es jedoch bei Patienten mit leichter bis mässiger Leberinsuffizienz zu einer erhöhten

systemischen Wirkstoffbelastung mit Eplerenon kommt, wird eine häufige und regelmässige

Kontrolle der Serumkaliumwerte empfohlen, insbesondere bei älteren Patienten (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die Anwendung von Eplerenon bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh C) ist

kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Tabelle 1: Dosisanpassung nach Behandlungsbeginn

Serumkaliumwerte

(mmol/l)

Änderung der

Dosierung

Dosisanpassung

<5.0

Erhöhung

Von Behandlungspause auf 25 mg jeden 2. Tag.

Von 25 mg jeden 2. Tag auf 25 mg täglich.

Von 25 mg einmal täglich auf 50 mg einmal täglich,

ausser bei:

·Patienten mit einer eGFR von 30-

49 ml/min/1.73 m2

·Patienten, welche einen schwachen bis mässigen

CYP3A4-Inhibitor einnehmen.

5.0–5.4

Keine

Keine Veränderung.

5.5–5.9

Verringerung

Von 50 mg einmal täglich auf 25 mg einmal täglich.

Von 25 mg einmal täglich auf 25 mg jeden 2. Tag.

Von 25 mg jeden 2. Tag auf Behandlungspause.

≥6.0

Behandlungspause

Mit 25 mg jeden 2. Tag wieder beginnen, wenn

Kalium <5.0 mmol/l.

Kontraindikationen

·Überempfindlichkeit gegenüber Eplerenon oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

·Alle Patienten mit Serumkaliumwerten >5.0 mmol/l vor Behandlungsbeginn.

·Alle Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (eGFR <30 ml/min/1.73 m2).

·Alle Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh C).

·Alle Patienten, die kaliumsparende Diuretika (z.B. Spironolacton) oder starke CYP3A4-Inhibitoren

(z.B. Itraconazol, Ketoconazol, Ritonavir, Nelfinavir, Clarithromycin) erhalten (siehe

«Interaktionen»).

·Hypertonie-Patienten, die kaliumhaltige Präparate/Salzersatzprodukte erhalten.

·Kombination von Eplerenon mit einer bestehenden dualen Blockade des Renin-Angiotensin-

Aldosteron-Systems (ACE-Inhibitor PLUS Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Hyperkaliämie

Aufgrund des Wirkungsmechanismus von Eplerenon können Hyperkaliämien auftreten. Die Serum-

Kalium-Werte sollten daher bei allen Patienten zu Beginn einer Behandlung sowie bei einer

Dosisanpassung überwacht werden. Ausserdem wird eine periodische Kontrolle bei Patienten mit

einem erhöhten Risiko zur Entwicklung einer Hyperkaliämie empfohlen (Patienten mit

Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus, ältere Patienten). Bei Kaliumwerten ≥6.0 mmol/l sollte die

Behandlung mit Eplerenon abgebrochen werden (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Das Risiko einer Hyperkaliämie kann erhöht sein, wenn Eplerenon in Kombination mit einem ACE-

Inhibitor oder einem Angiotensin-Rezeptor Blocker verwendet wird. Die Kombination eines ACE-

Inhibitoren und eines Angiotensin-Rezeptor Blockers darf zusammen mit Eplerenon nicht verwendet

werden (siehe «Kontraindikationen» und «Interaktionen»).

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, einschliesslich diabetischer Mikroalbuminurie,

müssen die Kaliumspiegel regelmässig überwacht werden. Nach Behandlungsbeginn soll die Dosis

abhängig vom Serumkaliumspiegel angepasst werden (siehe Tabelle 1 unter

«Dosierung/Anwendung»). Das Risiko einer Hyperkaliämie nimmt mit abnehmender Nierenfunktion

zu. Patienten mit einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) <30 ml/min/1.73 m2 dürfen

nicht mit Eplerenon behandelt werden. Obwohl die Daten aus der EPHESUS-Studie zu Patienten mit

einem Typ-2 Diabetes und Mikroalbuminurie begrenzt sind, wurde bei dieser kleinen Anzahl von

Patienten ein erhöhtes Auftreten einer Hyperkaliämie beobachtet. Daher sollten diese Patienten mit

Vorsicht behandelt werden. Eplerenon ist nicht hämodialysierbar (siehe «Dosierung/Anwendung»

und «Kontraindikationen»).

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit leichter bis mässiger Leberinsuffizienz (Child-Pugh A und B) wurde kein Anstieg

der Serumkaliumwerte über 5.5 mmol/l beobachtet. Eine häufige und regelmässige Kontrolle der

Serumkaliumwerte wird jedoch empfohlen, insbesondere bei älteren Patienten. Die Anwendung von

Eplerenon bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh C) wurde nicht untersucht

(siehe «Dosierung/Anwendung» und «Kontraindikationen»).

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

Die gleichzeitige Verabreichung von anderen kaliumsparenden Substanzen mit NSAR führte zu einer

Verminderung des antihypertensiven Effekts sowie bei Patienten mit Niereninsuffizienz zu einer

Hyperkaliämie (siehe «Interaktionen»).

CYP3A4-Induktoren

Die Gabe von Eplerenon zusammen mit starken CYP3A4 Induktoren wird nicht empfohlen (siehe

«Interaktionen»).

Andere Arzneimittel

Lithium, Ciclosporin und Tacrolimus müssen unter der Behandlung mit Eplerenon vermieden

werden (siehe «Interaktionen»).

Alpha-Blocker, Amifostin, Trimethoprim, ACE-Inhibitoren und Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten (siehe oben: «Hyperkaliämie»), trizyklische Antidepressiva, Neuroleptika, Baclofen,

Glukokortikoide, Tetracosactid siehe «Interaktionen».

Hinweise zu den Hilfsstoffen

Inspra Filmtabletten enthalten Laktose. Patienten mit der seltenen hereditären Galaktoseintoleranz,

Lapp-Laktase-Mangel oder Glucose-Galaktose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht

einnehmen.

Interaktionen

Pharmakodynamische Interaktionen

Kaliumsparende Diuretika, kaliumhaltige Präparate/Salzersatzprodukte

Wegen des erhöhten Hyperkaliämie-Risikos darf Eplerenon nicht angewendet werden bei allen

Patienten, welche andere kaliumsparende Diuretika erhalten sowie bei Hypertonie-Patienten, welche

kaliumhaltige Präparate/Salzersatzprodukte erhalten (siehe «Kontraindikationen» und

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Kaliumsparende Diuretika können auch die Wirkung

von Antihypertonika und anderen Diuretika potenzieren.

ACE-Inhibitoren, Angiotensin-Rezeptor Blocker (ARB)

Das Risiko einer Hyperkaliämie kann erhöht sein, wenn Eplerenon in Kombination mit einem ACE-

Inhibitor oder einem Angiotensin-Rezeptor Blocker verwendet wird. Eine strenge Überwachung der

Serumkaliumwerte und der Nierenfunktion wird vor allem bei Patienten mit vorbestehender

Einschränkung der Nierenfunktion empfohlen. Die Dreifachkombination eines ACE-Inhibitoren und

eines Angiotensin-Rezeptor Blockers mit Eplerenon darf nicht angewendet werden (siehe

«Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Lithium

Es wurden keine Arzneimittelinteraktions-Studien mit Lithium und Eplerenon durchgeführt. Bei

Patienten, die Lithium zusammen mit Diuretika und ACE-Inhibitoren erhielten, wurde jedoch von

einer Lithium-Toxizität berichtet. Die gemeinsame Gabe von Eplerenon und Lithium muss

vermieden werden. Wenn eine Kombination notwendig erscheint, müssen die Plasmakonzentrationen

von Lithium engmaschig überwacht werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Ciclosporin, Tacrolimus

Ciclosporin und Tacrolimus können zu Nierenfunktionsstörungen führen und erhöhen das

Hyperkaliämie-Risiko. Die gemeinsame Gabe von Eplerenon mit Ciclosporin oder Tacrolimus muss

vermieden werden. Wenn Ciclosporin und Tacrolimus während einer Behandlung mit Eplerenon

gegeben werden müssen, wird eine enge Überwachung von Serumkalium und Nierenfunktion

empfohlen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR)

Speziell bei Risikopatienten (ältere und/oder dehydrierte Patienten) kann eine Behandlung mit NSAR

durch direkte Beeinflussung der glomerulären Filtration zu akutem Nierenversagen führen. Vor

Beginn einer Behandlung müssen Patienten, die Eplerenon und NSAR erhalten, einen

ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt aufweisen und deren Nierenfunktion muss überprüft werden.

Trimethoprim

Die gleichzeitige Gabe von Trimethoprim und Eplerenon erhöht das Hyperkaliämie- Risiko.

Besonders bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und bei älteren Patienten muss das

Serumkalium und die Nierenfunktion überwacht werden.

Alphablocker (z.B. Alfuzosin)

Bei Kombination von Alphablockern mit Eplerenon besteht die Möglichkeit, dass die

antihypertensive Wirkung und/oder eine orthostatische Hypotonie verstärkt werden. Bei

Begleittherapie mit Alphablockern wird eine klinische Überwachung bezüglich einer orthostatischen

Hypotonie empfohlen.

Trizyklische Antidepressiva, Neuroleptika, Amifostin, Baclofen

Die Begleitmedikation mit diesen Arzneimitteln kann möglicherweise die antihypertensive Wirkung

und die Gefahr einer orthostatischen Hypotonie verstärken.

Glukokortikoide, Tetracosactid

Die zusätzliche Gabe dieser Wirkstoffe zu Eplerenon kann möglicherweise die antihypertensive

Wirkung verringern (Natrium- und Flüssigkeitsretention).

Pharmakokinetische Interaktionen

In-vitro-Studien weisen darauf hin, dass Eplerenon kein Inhibitor der CYP1A2-, CYP2C19-,

CYP2C9-, CYP2D6- oder CYP3A4-Isoenzyme ist. Eplerenon ist weder ein Substrat noch ein

Inhibitor von P-Glycoprotein.

CYP3A4-Inhibitoren

·Starke CYP3A4-Inhibitoren: Aufgrund pharmakokinetischer Wechselwirkung ist die gleichzeitige

Anwendung von Eplerenon mit starken CYP3A4-Inhibitoren wie z.B. Ketoconazol, Itraconazol,

Ritonavir, Nelfinavir oder Clarithromycin kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

·Schwache bis mässige CYP3A4-Inhibitoren: Die gleichzeitige Gabe mit Erythromycin, Saquinavir,

Amiodaron, Diltiazem, Verapamil oder Fluconazol führte zu signifikanten pharmakokinetischen

Interaktionen und einem Anstieg der AUC auf bis das 2-fache. Bei gleichzeitiger Gabe von

schwachen bis mässigen CYP3A4-Inhibitoren mit Eplerenon sollte die Dosierung von Eplerenon

daher 25 mg/Tag nicht überschreiten.

CYP3A4-Induktoren

Die gleichzeitige Gabe von Johanniskraut (einem starken CYP3A4-Induktor) mit Eplerenon führte

zu einer Verringerung der AUC von Eplerenon um 30%. Bei stärkeren CYP3A4-Induktoren wie z.B.

Rifampicin, dürfte eine ausgeprägtere Verringerung der AUC von Eplerenon auftreten. Aufgrund des

Risikos einer verringerten Wirksamkeit von Eplerenon wird die gleichzeitige Gabe von starken

CYP3A4-Induktoren (Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Johanniskraut) mit

Eplerenon nicht empfohlen.

CYP3A4-Substrate

Die Ergebnisse von Pharmakokinetikstudien mit CYP3A4-Testsubstraten, z.B. Midazolam und

Cisaprid, ergaben keine signifikanten pharmokokinetischen Interaktionen, wenn diese Wirkstoffe

zusammen mit Eplerenon angewendet wurden.

Digoxin

Die gleichzeitige Gabe mit Eplerenon erhöht die AUC von Digoxin um 16% (90%

Konfidenzintervall: 4-30%). Vorsicht ist geboten, wenn Digoxin nahe dem oberen Limit des

therapeutischen Bereichs eingesetzt wird.

Warfarin

Vorsicht ist geboten, wenn Warfarin nahe dem oberen Limit des therapeutischen Bereichs eingesetzt

wird.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Zur Anwendung von Eplerenon in der Schwangerschaft sind nur unzureichende Daten vorhanden.

Studien an Ratten und Kaninchen zeigten keine teratogenen Effekte. Bei den Kaninchen-Muttertieren

wurden jedoch unter der höchsten applizierten Dosis herabgesetztes Körpergewicht und erhöhte

fetale Resorptionen sowie Abortrate (Verlust nach der Nidation) festgestellt. Das potentielle Risiko

für den Menschen ist unbekannt. Eplerenon sollte daher während der Schwangerschaft nicht

angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Stillzeit

Es ist unbekannt, ob Eplerenon nach oraler Einnahme in die Muttermilch übergeht. Daten aus

präklinischen Studien zeigen, dass Eplerenon und/oder seine Metaboliten in der Muttermilch von

Ratten vorhanden sind. Bei eindeutiger Indikation für die Anwendung von Eplerenon soll nicht

gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Da während der Behandlung Schwindel oder Synkope auftreten können, ist beim Autofahren oder

Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten, bis die individuelle Therapieantwort bekannt ist.

Unerwünschte Wirkungen

Sowohl in der EPHESUS- als auch in der EMPHASIS-HF-Studie waren die Gesamtinzidenz

unerwünschter Wirkungen sowie die Abbruchrate aufgrund von unerwünschten Wirkungen, die im

Zusammenhang mit Eplerenon berichtet wurden, ähnlich wie unter Placebo. Die häufigste in der

EPHESUS- und der EMPHASIS-HF-Studie gemeldete unerwünschte Wirkung war Hyperkaliämie

mit einer Inzidenzrate von 3.4% bzw. 8.7% unter Eplerenon.

Die unerwünschten Wirkungen sind nach Organsystemen und ihrer absoluten Häufigkeit geordnet.

Die Häufigkeiten werden wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10),

gelegentlich (≥1/1'000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1'000), sehr selten (<1/10'000).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Infektion.

Gelegentlich: Pyelonephritis, Pharyngitis.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich: Eosinophilie.

Endokrine Erkrankungen

Gelegentlich: Hypothyreose.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Hyperkaliämie, Dehydrierung.

Gelegentlich: Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie, Hyponatriämie.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Schlaflosigkeit.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schwindel, Synkope.

Gelegentlich: Kopfschmerzen, Hypästhesie.

Herzerkrankungen

Häufig: Myokardinfarkt.

Gelegentlich: Vorhofflimmern, Linksherzinsuffizienz.

Gefässerkrankungen

Häufig: Hypotonie.

Gelegentlich: Orthostatische Hypotonie, Thrombose der Beinarterien.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Husten.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Durchfall, Übelkeit, Obstipation.

Gelegentlich: Blähungen, Erbrechen.

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: Cholezystitis.

Erkrankungen der Haut und des Unterzellgewebes

Häufig: Juckreiz.

Gelegentlich: Hyperhidrosis.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Muskelkrämpfe, muskuloskelettale Schmerzen.

Gelegentlich: Rückenschmerzen.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Nierenfunktionsstörungen.

Allgemeine Erkrankungen

Gelegentlich: Kraftlosigkeit, Unwohlsein.

Untersuchungen

Häufig: Erhöhter Blutharnstoffwert.

Gelegentlich: Erhöhter Serumkreatininwert, verminderter EGFR-Wert (epidermal growth factor

receptor), erhöhter Blutzuckerwert.

In der Ephesus-Studie kam es bei älteren Patienten (≥75 Jahre) zu einer numerisch höheren Anzahl

von Schlaganfällen (Eplerenon 4.9%, Placebo 3.1%, p=0.10). In der EMPHASIS-HF Studie betrug

die Anzahl von Schlaganfällen bei älteren Patienten (≥75 Jahre) n=9 (2.7%) in der Eplerenon-Gruppe

und n=8 (2.4%) in der Placebo-Gruppe.

Post–Marketing Erfahrungen

Nach Markteinführung wurden zusätzlich folgende Nebenwirkungen beobachtet:

Haut: Angioödem, Ausschlag.

Reproduktionssystem und Brust: Gynäkomastie.

Überdosierung

Es sind noch keine Fälle von unerwünschten Wirkungen im Zusammenhang mit einer Überdosierung

von Eplerenon beim Menschen bekannt geworden. Es ist anzunehmen, dass eine Überdosierung

beim Menschen zu Hypotension und Hyperkaliämie führt. Eplerenon ist nicht hämodialysierbar. Es

bindet jedoch stark an Aktivkohle. Hypotension muss symptomatisch behandelt werden. Beim

Auftreten einer Hyperkaliämie müssen die üblichen Therapiemassnahmen eingeleitet werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C03DA04

Pharmakodynamik

Eplerenon bindet relativ selektiv an rekombinante menschliche Mineralokortikoid- Rezeptoren

verglichen mit seiner Bindungsaffinität zu rekombinanten menschlichen Glukokortikoid-,

Progesteron- und Androgen-Rezeptoren. Eplerenon verhindert die Bindung von Aldosteron.

Klinische Wirksamkeit

Eplerenon wurde in der Eplerenone post-acute myocardial infarction heart failure efficacy and

survival study (EPHESUS) untersucht. EPHESUS war eine doppelblinde, placebokontrollierte

Multizenter-Studie an n=6632 Patienten (mittleres Follow-up 16 Monate) mit akutem

Myokardinfarkt, linksventrikulärer Dysfunktion (gemessen als linksventrikuläre Ejektionsfraktion

[LVEF] <40%), und klinischen Anzeichen einer Herzinsuffizienz. Die Patienten wurden 3 bis 14

Tage nach der Diagnose Myokardinfarkt randomisiert in die EPHESUS Studie aufgenommen. Die

durchschnittliche Dauer bis zur Aufnahme betrug 7 Tage. Aufgrund des erhöhten kardiovaskulären

Risikos assoziiert mit Diabetes, wurden Patienten mit Diabetes und einer linksventrikulären

Dysfunktion in Abwesenheit von Symptomen einer Herzinsuffizienz in die Studie aufgenommen;

10% der Studienpopulation entsprachen diesem Kriterium. Zusätzlich zur Standardtherapie erhielten

die Patienten entweder Eplerenon oder Placebo in einer Initialdosierung von 25 mg einmal täglich

mit anschliessender Erhöhung auf die Erhaltungsdosis von 50 mg einmal täglich innerhalb von 4

Wochen bei Serumkaliumwerten <5.0 mEq/l. Während der Studie erhielten die Patienten zusätzlich

eine Standardtherapie, bestehend aus Aspirin (92%), ACE-Inhibitor (90%), Betablockern (83%),

Nitraten (72%), Schleifendiuretika (66%) oder HMG-CoA-Reduktase Inhibitoren (60%).

In der EPHESUS-Studie waren die co-primären Endpunkte Gesamtmortalität und der kombinierte

Endpunkt aus kardiovaskulärer Mortalität oder kardiovaskulärer Hospitalisierung. Unter Eplerenon

verstarben 14.4% der Patienten und unter Placebo 16.7% (alle Ursachen), während 26.7% der

Patienten mit Eplerenon und 30.0% unter Placebo den kombinierten Studienendpunkt aus

kardiovaskulärer Mortalität oder kardiovaskulärer Hospitalisierung erfüllten. Somit verringerte

Eplerenon in der EPHESUS-Studie im Vergleich zu Placebo das Risiko der Gesamtsterblichkeit um

15% (absolute Risikoreduktion 2.3%, RR 0.85; 95% Konfidenzintervall, 0.75–0.96; p=0.008; NNT:

43), hauptsächlich durch die Reduktion der kardiovaskulären Mortalität. Das Risiko eines

kardiovaskulären Todes bzw. einer kardiovaskulären Hospitalisierung wurde durch Eplerenon um

13% verringert (absolute Risikoreduktion 3.3%; RR 0.87; 95% Konfidenzintervall, 0.79–0.95;

p=0.002; NNT: 31).

Die klinische Wirksamkeit einer Behandlung mit Eplerenon zeigte sich bei Patienten <75 Jahren. Der

therapeutische Nutzen bei Patienten ≥75 Jahren ist unklar. Bei einem signifikant grösseren Anteil der

mit Eplerenon behandelten Patienten (n=2372 Patienten, 75.3%) verbesserte sich verglichen mit

Placebo (n=2242 Patienten, 71.3%) die NYHA-Klassifikation oder blieb unverändert (p<0.001).

Abbildung 1: Hazard Ratios aller Todesursachen geordnet nach Subgruppen

In Studie EMPHASIS-HF (Eplerenone in Mild Patients Hospitalization and Survival Study in Heart

Failure) wurde Eplerenon zusätzlich zu einer Standardtherapie bei Patienten mit systolischer

Herzinsuffizienz und milden Symptomen (NYHA-Funktionsklasse II) untersucht. Patienten der

NYHA-Funktionsklassen III und IV wurden in der Studie nicht untersucht.

In die Studie aufgenommen wurden Patienten im Alter von ≥55 Jahren mit einer linksventrikulären

Ejektionsfraktion (LVEF) von ≤30% oder einer LVEF ≤35% und zusätzlich einer QRS-Dauer von

>130 msec. Zusätzlich mussten die Studienteilnehmer entweder innerhalb der vorangegangenen 6

Monate aufgrund einer kardiovaskulären (KV) Ursache hospitalisiert worden sein oder einen BNP-

Plasmaspiegel ≥250 pg/ml oder einen Pro-BNP-Spiegel von ≥500 pg/ml (Männer) bzw. ≥750 pg/ml

(Frauen) aufweisen. Die Behandlung mit Eplerenon wurde mit einer Dosis von 25 mg einmal täglich

begonnen, welche nach 4 Wochen auf 50 mg einmal täglich erhöht wurde, sofern die

Serumkaliumwerte bei <5.0 mmol/l und die eGFR bei ≥50 ml/min lagen. Alternativ wurde, wenn die

geschätzte glomeruläre Filtrationsrate bei 30-49 ml/min/1.73 m2 lag, die Behandlung mit Eplerenon

mit einer Dosis von 25 mg jeden 2. Tag begonnen, welche auf 25 mg einmal täglich erhöht werden

konnte.

Die häufigsten kardiovaskulären Begleitmedikationen zusätzlich zu Eplerenon oder Plazebo bei den

insgesamt n=2737 Studienteilnehmern waren Diuretika (85%), ACE-Inhibitor (78%), Angiotensin-

II-Rezeptor-Antagonisten (19%), Betablocker (87%), antithrombotisch wirksame Arzneimittel

(88%), Lipidsenker (63%) und Digitalisalkaloide (27%). Die mittlere LVEF betrug 26% und die

mittlere QRS-Dauer lag bei 122 msec. Die meisten Patienten (83.4%) waren innerhalb der letzten 6

Monate vor der Randomisierung aufgrund kardiovaskulärer Ursachen hospitalisiert worden, ca. 50%

wegen Herzinsuffizienz. Etwa 20% der Patienten hatten implantierbare Defibrillatoren oder eine

kardiale Resynchronisationsbehandlung.

Der primäre Endpunkt (kardiovaskuläre Todesfälle oder Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz)

ereignete sich bei n=249 Patienten (18.3%) der Eplerenon-Gruppe und n=356 (25.9%) der Placebo-

Gruppe (RR 0.63, 95% CI, 0.54-0.74; p<0.001). Das Ergebnis war in allen untersuchten Subgruppen

konsistent.

Der sekundäre Endpunkt Gesamtmortalität ereignete sich bei n=171 Patienten (12.5%) der

Eplerenon-Gruppe und n=213 Patienten (15.5%) der Placebo-Gruppe (RR 0.76; 95% CI, 0.62-0.93;

p=0.008). Kardiovaskuläre Todesfälle wurden bei n=147 (10.8%) Patienten der Eplerenon-Gruppe

und bei n=185 (13.5%) der Placebo-Gruppe berichtet (RR 0.76; 95% CI, 0.61-0.94; p=0.01).

Während der Studie wurde bei n=158 Patienten (11.8%) der Eplerenon-Gruppe und bei n=96

Patienten (7.2%) der Placebo-Gruppe über Hyperkaliämie (Serumkaliumwerte >5.5 mmol/l)

berichtet (p<0.001). Eine Hypokaliämie, definiert als Serumkaliumwerte <4.0 mmol/l, ereignete sich

seltener mit Eplerenon als mit Placebo (38.9% mit Eplerenon im Vergleich zu 48.4% mit Placebo,

p<0.0001).

Pharmakokinetik

Absorption und Distribution

Die absolute Bioverfügbarkeit von Eplerenon beträgt 69%. Maximale Plasmakonzentrationen

werden ungefähr 1.5-2 Stunden nach oraler Einnahme von Eplerenon erreicht. Die Resorption im

terminalen Ileum und Colon erfolgt mit einer Verzögerung von 3-4 Stunden. Die maximalen

Plasmakonzentrationen (Cmax) wie auch die AUC-Werte sind dosisproportional in Dosierungen von

10 bis 100 mg und weniger proportional in Dosierungen über 100 mg. Die Absorption wird durch

gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht beeinflusst.

Die Plasmaproteinbindung von Eplerenon beträgt ca. 50%, wobei die Bindung hauptsächlich an

Alpha-1-Säureglykoproteine erfolgt. Das apparente Verteilungsvolumen im Steady State wird auf

42–90 l geschätzt. Eplerenon bindet nicht bevorzugt an Erythrozyten.

Metabolismus und Elimination

Die Metabolisierung von Eplerenon erfolgt hauptsächlich durch Cytochrom P450 (CYP) 3A4. Im

menschlichen Plasma wurden keine aktiven Metaboliten gefunden. Die Eliminationshalbwertszeit

beträgt 4-6 Stunden. Die apparente Plasmaclearance beträgt ca. 10 l/h. Der Steady State wird

innerhalb von 2 Tagen erreicht. Weniger als 5% der verabreichten Eplerenon-Dosis werden als

unveränderte Substanz im Urin und in den Faeces gefunden. Nach oraler Einmalgabe von radioaktiv

markiertem Eplerenon werden ungefähr 32% der Dosis mit den Faeces und ungefähr 67% mit dem

Urin ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Alter, Geschlecht und Rasse

Die Pharmakokinetik bei Frauen und Männern unterschied sich nicht signifikant. Im Steady State

wiesen ältere Probanden verglichen mit jüngeren Probanden (18 bis 45 Jahre) erhöhte Cmax- (22%)

und AUC-Werte (45%) auf. Bei Menschen mit schwarzer Hautfarbe waren im Steady State die Cmax

um 19% und die AUC um 26% erniedrigt (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Niereninsuffizienz

Die Pharmakokinetik von Eplerenon wurde bei Patienten mit unterschiedlich schwerer

Niereninsuffizienz und bei Hämodialyse-Patienten untersucht. Verglichen mit gesunden Probanden,

waren bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz im Steady State die AUC und Cmax um 38%

resp. 24% erhöht, bei Hämodialyse-Patienten um 26% resp. 3% erniedrigt. Es wurde keine

Korrelation zwischen der Plasmaclearance von Eplerenon und der Kreatininclearance beobachtet.

Eplerenon ist nicht hämodialysierbar (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Leberinsuffizienz

Die Pharmakokinetik von 400 mg Eplerenon wurde bei Patienten mit mässiger Leberinsuffizienz

(Child-Pugh B) untersucht und mit derjenigen von gesunden Probanden verglichen. Im Steady State

waren die Cmax und AUC von Eplerenon um 3.6% resp. 42% erhöht (siehe

«Dosierung/Anwendung»).

Herzinsuffizienz

Die Pharmakokinetik von 50 mg Eplerenon wurde bei Patienten mit Herzinsuffizienz (NYHA

Klassifikation II-IV) untersucht. Verglichen mit gesunden Probanden des gleichen Alters, Gewichts

und Geschlechts waren die AUC und Cmax bei den Patienten mit Herzinsuffizienz um 38% resp.

30% höher. In Übereinstimmung mit den oben genannten Resultaten ergab eine pharmakokinetische

Analyse basierend auf einer Subpopulation aus der EPHESUS Studie, dass die Clearance von

Eplerenon bei Patienten mit Herzinsuffizienz vergleichbar mit derjenigen von gesunden älteren

Probanden ist.

Präklinische Daten

Präklinische Untersuchungen zur pharmakologischen Sicherheit, Toxizität bei wiederholter

Einnahme, Genotoxizität, Karzinogenität und Reproduktionstoxizität zeigten keine besonderen

Risiken für den Menschen.

In Studien zur chronischen Toxizität kam es bei Ratten und Hunden bei Expositionen, die mehrfach

über der klinischen Dosierung lagen, zu Prostata-Atrophie. Die Veränderungen der Prostata gingen

nicht mit einer negativen Funktionsveränderung einher. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist

unklar.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

57147 (Swissmedic).

Packungen

Inspra 25 mg: Packungen zu 30 und 100 Filmtabletten. [B]

Inspra 50 mg: Packungen zu 30 und 100 Filmtabletten. [B]

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Stand der Information

Oktober 2016.

LLD V009

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