Epi-onkovis 2 mg/ml Injektionslösung

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

09-04-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

09-04-2021

Wirkstoff:
Epirubicinhydrochlorid
Verfügbar ab:
Onkovis GmbH (8111905)
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Epirubicinhydrochlorid (22966) 2 Milligramm
Verabreichungsweg:
intravesikale Anwendung; intravenöse Anwendung
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
7000512.00.00
Berechtigungsdatum:
2021-03-09

Dokumente in anderen Sprachen

MMR MMR - Englisch

27-08-2021

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Epi-onkovis 2 mg/ml Injektionslösung

Epirubicinhydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Ihnen dieses Arzneimittel

verabreicht wird, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Epi-onkovis und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Epi-onkovis beachten?

Wie ist Epi-onkovis anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Epi-onkovis aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Epi-onkovis und wofür wird es angewendet?

Epirubicinhydrochlorid, der Wirkstoff in Epi-onkovis, gehört zu einer Gruppe von Wirkstoffen, die

Anthrazykline genannt werden. Diese zellschädigenden Wirkstoffe werden zur Behandlung von Krebs

angewendet.

Epi-onkovis wird angewendet zur Behandlung von

Brustkrebs,

Magenkrebs,

kleinzelligem Lungenkrebs (eine bestimmte Art von Lungenkrebs),

oberflächlichem oder örtlich sehr begrenztem Blasenkrebs.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Epi-onkovis beachten?

Epi-onkovis darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Epirubicinhydrochlorid, einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels oder Anthrazykline (z. B. Doxorubicin und Daunorubicin) sind.

wenn Sie allergisch gegen Anthracendione sind (Arzneimittel, die zur Behandlung von Krebs

angewendet werden).

wenn bei Ihnen die Bildung von Blutzellen im Knochenmark aufgrund einer vorherigen

Behandlung mit anderen zellschädigenden Arzneimitteln oder einer Strahlentherapie dauerhaft

gehemmt ist.

wenn Sie Epirubicin oder andere Anthrazykline (z. B. Doxorubicin und Daunorubicin) sowie

Anthracendione (Arzneimittel, die zur Behandlung von Krebs angewendet werden) in der

Höchstdosis erhalten haben.

wenn Sie Herzbeschwerden haben oder hatten (z. B. Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche,

Herzinfarkt, Erkrankung des Herzmuskels, akute Entzündung des Herzens, instabile Angina

pectoris).

wenn Sie eine schwere Lebererkrankung haben.

wenn Sie an einer systemischen Infektion leiden.

wenn Sie stillen.

Bei der Anwendung in der Blase darf Epi-onkovis nicht angewendet werden,

wenn Sie an einer Entzündung der Harnwege leiden.

wenn der Tumor in die Blasenwand eingedrungen ist.

wenn es Schwierigkeiten gibt, den Katheter in die Blase einzuführen.

wenn Sie an einer Blasenentzündung leiden.

wenn Sie Blut im Urin haben.

wenn Sie eine Schrumpfblase haben.

wenn in Ihrer Blase nach dem Wasserlassen eine große Menge Urin zurückbleibt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie Epi-

onkovis anwenden.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Epi-onkovis ist erforderlich (fragen Sie Ihren Arzt),

wenn Ihre Leber oder Ihre Nieren nicht richtig arbeiten.

wenn Sie während der Infusion ein unangenehmes Gefühl im Bereich der oder an der

Injektionsstelle verspüren (mögliches Auslaufen in das umliegende Gewebe).

wenn die Anzahl Ihrer weißen und roten Blutkörperchen sowie die Ihrer Blutplättchen vermindert

ist.

wenn Sie an einer Schleimhaut- oder Mundschleimhautentzündung (wunde Lippen oder

Geschwüre im Mund) leiden.

wenn Sie zuvor im Brustbereich mit einer Strahlentherapie behandelt wurden oder Medikamente

erhalten haben, die Nebenwirkungen auf Ihr Herz haben könnten.

wenn Sie vor Kurzem geimpft wurden oder geimpft werden möchten.

wenn Sie zuvor Trastuzumab (ein Arzneimittel, das zur Behandlung von Krebs angewendet wird)

erhalten haben.

Kinder

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Epi-onkovis bei Kindern wurde nicht untersucht.

Anwendung von Epi-onkovis zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden, einschließlich rezeptfreier Arzneimittel, insbesondere

andere Arzneimittel, die Ihr Herz beeinträchtigen können; zum Beispiel andere Arzneimittel zur

Behandlung von Krebs (wie etwa 5-Fluorouracil, Cyclophosphamid, Cisplatin oder Taxane) oder

Kalziumkanalblocker (z. B. Dexverapamil) sowie eine gleichzeitig oder zuvor verabreichte

Strahlentherapie.

andere Arzneimittel, die Ihre Leberfunktion beeinträchtigen können.

Trastuzumab (ein Arzneimittel zur Behandlung von Krebs); Epirubicin sollte innerhalb von

27 Wochen nach Anwendung von Trastuzumab nicht angewendet werden.

Cimetidin (ein Arzneimittel, das in der Regel zur Behandlung von Magengeschwüren und

Sodbrennen angewendet wird); Cimetidin kann die Wirkung von Epirubicin verstärken.

Paclitaxel (ein Arzneimittel zur Behandlung von Krebs): Zwischen der Behandlung mit

Epirubicin und der Behandlung mit Paclitaxel sollten mindestens 24 Stunden vergehen.

Docetaxel (ein Arzneimittel zur Behandlung von Krebs).

Chinin (ein Arzneimittel zur Behandlung von Malaria und Krämpfen in den Beinen).

Interferon alfa-2b (ein Arzneimittel zur Behandlung einiger Krebsformen und Lymphome sowie

einiger Formen von Hepatitis).

Arzneimittel, die das Blutbild beeinflussen können (zum Beispiel andere zytotoxische

Arzneimittel, Antibiotika, wie etwa Sulfonamide und Chloramphenicol, Arzneimittel zur

Behandlung von Epilepsie, wie etwa Diphenylhydantoin, antiretrovirale Arzneimittel, die

üblicherweise zur Behandlung von HIV-Infektionen angewendet werden, sowie Schmerzmittel,

wie etwa Aminopyrin-Derivate).

Dexrazoxan (zur Vorbeugung einer chronischen kumulativen Kardiotoxizität aufgrund von

Epirubicin).

Wenn Sie geimpft werden sollen, müssen Sie Ihren Arzt vor der Impfung darüber informieren, dass

Sie mit Epirubicin behandelt werden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Epirubicinhydrochlorid, der Wirkstoff von Epi-onkovis, kann Fehlbildungen verursachen. Daher ist es

wichtig, dass Sie Ihrem Arzt mitteilen, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein. Während der

Schwangerschaft dürfen Sie Epi-onkovis nicht anwenden, es sei denn, es wurde Ihnen ausdrücklich

von Ihrem Arzt verordnet. Vermeiden Sie schwanger zu werden, während Sie oder Ihr Partner mit

Epi-onkovis behandelt werden. Falls Sie während der Behandlung mit Epi-onkovis schwanger werden,

wird Ihnen eine genetische Beratung empfohlen.

Männern, die in der Zukunft ein Kind zeugen möchten, wird empfohlen, sich vor Beginn der

Behandlung mit Epi-onkovis hinsichtlich der Möglichkeit einer Spermienkonservierung beraten zu

lassen.

Sie müssen vor und während der Behandlung mit Epi-onkovis eine Stillpause einlegen.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Epi-onkovis kann zu Übelkeit und Erbrechen führen, wodurch Ihre Verkehrstüchtigkeit und Ihre

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen zeitweise beeinträchtigt werden können.

Epi-onkovis enthält Natrium.

Dieses Arzneimittel enthält 0,154 mmol (oder 3,54 mg) Natrium pro ml Injektionslösung.

Die verschiedenen Packungsgrößen von Epi-onkovis enthalten die folgenden Mengen an Natrium:

5-ml-Durchstechflasche:

0,77 mmol (oder 17,7 mg)

10-ml-Durchstechflasche:

1,54 mmol (oder 35,4 mg)

25-ml-Durchstechflasche:

3,85 mmol (oder 88,5 mg)

50-ml-Durchstechflasche:

7,70 mmol (oder 177,0 mg)

100-ml-Durchstechflasche:

15,40 mmol (oder 354,0 mg)

Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.

3.

Wie ist Epi-onkovis anzuwenden?

Epi-onkovis wird Ihnen nur unter Aufsicht eines Arztes verabreicht, der auf diese Art der Behandlung

spezialisiert ist. Vor und während der Behandlung mit Epi-onkovis wird Ihr Arzt bei Ihnen

verschiedene Laborwerte untersuchen (z. B. eine Zählung der roten und weißen Blutzellen, den

Harnsäurespiegel im Blut, die Leberfunktion) und sorgfältig Ihre Herzfunktion überwachen. Auch

nach Abschluss der Behandlung mit Epi-onkovis wird Ihre Herzfunktion noch einige Wochen lang

überwacht werden.

Die Dosis von Epi-onkovis hängt von der Art Ihrer Erkrankung ab, von Ihrem Ansprechen auf die

Behandlung sowie davon, welche anderen Arzneimittel Sie erhalten.

Die Dosis von Epi-onkovis wird anhand Ihrer Körperoberfläche bestimmt. Diese wird aus Ihrer

Körpergröße und Ihrem Körpergewicht ermittelt.

Die empfohlene Dosis von Epi-onkovis beträgt 60 bis 90 mg pro Quadratmeter Körperoberfläche. Sie

wird Ihnen als intravenöse Injektion, d.h. in ein Blutgefäß, über drei bis fünf Minuten verabreicht. Sie

erhalten alle drei Wochen eine Injektion.

Zur Behandlung von kleinzelligem Lungenkrebs wird Ihnen alle drei Wochen eine höhere Dosis von

120 mg pro Quadratmeter Körperoberfläche als Injektion in eine Vene über drei bis fünf Minuten oder

als Infusion (Tropf) über bis zu 30 Minuten verabreicht.

Zur Behandlung von Brustkrebs entscheidet Ihr Arzt über die Dosis und das Behandlungsschema.

Die Dosis wird reduziert, wenn die Anzahl der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen in Ihrem

Körper vermindert ist, wenn Sie Leber- oder Nierenbeschwerden haben oder wenn das Arzneimittel

zusammen mit anderen zellschädigenden Arzneimitteln angewendet wird.

Epi-onkovis kann Ihnen auch direkt in die Blase verabreicht werden, um oberflächlichen Blasenkrebs

zu behandeln oder um ein erneutes Auftreten dieses Tumors nach seiner operativen Entfernung zu

verhindern. Die Dosis hängt von der Art Ihrer Blasenkrebserkrankung ab.

Um eine zu starke Verdünnung von Epi-onkovis durch Urin zu vermeiden wird Ihnen geraten, in den

12 Stunden vor der Behandlung nichts mehr zu trinken.

Ihr Allgemeinzustand wird vor, während und nach der Behandlung mit Epi-onkovis sorgfältig

überwacht.

Wenn Sie eine größere Menge von Epi-onkovis erhalten haben, als Sie sollten

Wurde Ihnen eine höhere Dosis von Epi-onkovis als erforderlich verabreicht, werden Ihre

Herzfunktion und die Anzahl Ihrer Blutkörperchen besonders sorgfältig überwacht werden. Die

auftretenden Nebenwirkungen können ausgeprägter sein.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Informieren Sie bitte sofort Ihren Arzt, wenn Sie Nebenwirkungen bei sich bemerken, und besprechen

Sie das weitere Vorgehen mit ihm.

Epi-onkovis kann für ein bis zwei Tage nach der Verabreichung den Urin rot färben. Dies ist jedoch

ganz normal und sollte Sie nicht beunruhigen.

Sehr häufige Nebenwirkungen (können bei mehr als 1 Behandelten von 10 auftreten):

Infektionen

Hemmung der Bildung von Blutzellen im Knochenmark (Myelosuppression), verminderte

Anzahl weißer Blutzellen (Leukopenie), verminderte Anzahl einer bestimmten Art weißer

Blutzellen (Granulozytopenie und Neutropenie), verminderte Anzahl von roten Blutzellen

(Anämie) sowie niedriger Spiegel bestimmter weißer Blutzellen begleitet von Fieber (febrile

Neutropenie), verminderte Anzahl von Blutplättchen (Thrombozytopenie)

Verminderter Appetit/Appetitlosigkeit

Schleimhautentzündung (Mukositis), Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis), Erbrechen,

wässriger Stuhl oder häufiger Stuhlgang (Durchfall), Übelkeit, was zu Appetitlosigkeit und

Bauchschmerzen führen kann

Haarausfall, in der Regel reversibel

Rotfärbung des Urins für 1 bis 2 Tage nach der Verabreichung

Häufige Nebenwirkungen (können bei 1 bis 10 Behandelten von 100 auftreten):

Flüssigkeitsverlust (Dehydratation)

Beeinträchtigte Herzfunktion (kongestive Herzinsuffizienz), die zu Atemnot (Dyspnoe),

Wasseransammlung in den Beinen (Ödeme), Vergrößerung der Leber, Flüssigkeitsansammlung

in der Bauchhöhle (Aszites), Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem),

Flüssigkeitsansammlung zwischen Brustkorb und Lunge (Pleuraerguss) oder einem dritten

Herzton (Galopprhythmus) führen kann

Hitzewallungen

Entzündung der Speiseröhre, Mundschleimhautentzündung mit Brennen und Schmerzen

Lokale Toxizität, Ausschlag, Juckreiz

Ausbleiben der Monatsblutung

Rötung entlang der Vene (Erythem an der Infusionsstelle), schwere Gewebeschäden nach

Austreten von Injektionsflüssigkeit in das umliegende Gewebe

Gefühl von Unbehagen (Unwohlsein), Schwächegefühl (Asthenie), Fieber

Veränderungen bestimmter Leberenzyme (sogenannte Transaminasen)

Veränderungen der Herzfunktion ohne Beschwerden (asymptomatischer Abfall der

linksventrikulären Auswurffraktion)

Blasenentzündung (chemische Zystitis), manchmal mit Blut im Urin (wurde nach Verabreichung

in die Blase beobachtet)

Gelegentliche Nebenwirkungen (können bei 1 bis 10 Behandelten von 1.000 auftreten):

Bestimmte Arten von Blutkrebs (akute lymphatische Leukämie, akute myeloische Leukämie)

Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Entzündung der Hornhaut des Auges (Keratitis)

Erosionen und Verletzungen im Magen, Blutungen im Magen-Darm-Trakt, verstärkte

Pigmentierung der Mundschleimhaut

Hautveränderungen, Hautrötung (Erythem), Flush, verstärkte Pigmentierung der Haut und der

Nägel, erhöhte Lichtempfindlichkeit (Photosensibilität), erhöhte Empfindlichkeit bestrahlter

Hautpartien („Recall-Phänomen“)

Venenentzündung (Phlebitis), Venenentzündung aufgrund eines Blutgerinnsels

(Thrombophlebitis)

Seltene Nebenwirkungen (können bei 1 bis 10 Behandelten von 10.000 auftreten):

Schwere Überempfindlichkeitsreaktion (Anaphylaxie) einschließlich allergieartiger Reaktion

(anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen mit oder ohne Schock, einschließlich

Hautausschlag, Juckreiz, Fieber und Schüttelfrost); Überempfindlichkeitsreaktionen nach

Verabreichung des Arzneimittels in die Blase

Erhöhte Harnsäurespiegel im Blut

Schwindel

Toxische Wirkungen auf das Herz wie Veränderungen im EKG (Elektrokardiogramm),

verschiedene Formen von unregelmäßigem Herzschlag (Arrhythmien) oder Erkrankungen des

Herzmuskels (Kardiomyopathie), lebensbedrohlicher unregelmäßiger Herzschlag (ventrikuläre

Tachykardie), langsamer Herzschlag, Störung des Erregungsleitungssystems des Herzens (AV-

Block, Schenkelblock)

Nesselsucht

Verminderte Anzahl von Samenzellen im Sperma

Schüttelfrost

Sehr seltene Nebenwirkungen (können bei bis zu 1 Behandelten von 10.000 auftreten):

Schock

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Septischer Schock, systemische Infektion (Sepsis), Lungeninfektion (Pneumonie)

Blutungen und unzureichende Sauerstoffversorgung des Gewebes können als Folge einer

Hemmung der Bildung von Blutzellen im Knochenmark (Myelosuppression) auftreten

Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel, das sich gelöst hat (Thromboembolie),

einschließlich Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel in der Lunge, das sich gelöst

hat (Lungenembolie)

Verhärtungen der Venenwände, lokale Schmerzen, schwere Entzündungen des

Unterhautfettgewebes

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

http://www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass

mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Epi-onkovis aufzubewahren?

Im Kühlschrank lagern (2 °C – 8 °C).

Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Zum Einmalgebrauch.

Nicht verbrauchte Mengen sind sofort und entsprechend den lokalen Anforderungen zu entsorgen.

Gebrauchsfertige Lösung:

Epi-onkovis 2 mg/ml Injektionslösung kann unter aseptischen Bedingungen mit 5%iger

Glukoselösung oder 0,9%iger Natriumchloridlösung weiterverdünnt und als intravenöse Infusion

verabreicht werden. Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung wurde

für 48 Stunden nachgewiesen, sofern die Lösung bei 25 °C und vor Licht geschützt aufbewahrt wird.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die Lösung jedoch sofort verwendet werden. Wird die Lösung

nicht sofort verwendet, liegt die Verantwortlichkeit für die Aufbewahrung beim Anwender. Die

Aufbewahrungsdauer sollte normalerweise nicht mehr als 24 Stunden bei 2 °C – 8 °C betragen, es sei

denn, die Lösung wurde unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen hergestellt.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Epi-onkovis enthält

Der Wirkstoff ist: Epirubicinhydrochlorid.

Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumchlorid, Salzsäure 0,36 % und Wasser für

Injektionszwecke.

1 ml Lösung enthält 2 mg Epirubicinhydrochlorid.

Eine Durchstechflasche mit 5 ml (10 ml, 25 ml, 50 ml, 100 ml) enthält 10 mg (20 mg, 50 mg, 100 mg,

200 mg) Epirubicinhydrochlorid.

Wie Epi-onkovis aussieht und Inhalt der Packung

Epi-onkovis ist eine klare rote Lösung.

Packungsgrößen:

1 Durchstechflasche mit 5 ml, 10 ml, 25 ml, 50 ml oder 100 ml Injektionslösung

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

onkovis GmbH

Grube 45

82377 Penzberg

Tel.: +49 (0)8856 901 748-0

Fax: +49 (0)8856 901 748-18

Hersteller

AqVida GmbH

Kaiser-Wilhelm-Str.89

20355 Hamburg

Deutschland

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im November 2020.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Epi-onkovis kann mit 5%iger Glukoselösung oder 0,9%iger Natriumchloridlösung weiter verdünnt

und als intravenöse Infusion verabreicht werden. Die Infusionslösung sollte unmittelbar vor Gebrauch

zubereitet werden.

Die Injektionslösung enthält keine Konservierungsstoffe. Nicht verbrauchte Mengen sind sofort und

entsprechend den lokalen Anforderungen zu entsorgen.

Inkompatibilitäten

Längerer Kontakt des Arzneimittels mit Lösungen mit einem alkalischen pH-Wert (einschließlich

Natriumbikarbonat-Lösungen) muss vermieden werden. Dies würde zur Hydrolyse (Abbau) des

Wirkstoffs führen. Nur die unten genannten Lösungsmittel dürfen verwendet werden.

Es wurde über eine physikalische Inkompatibilität des Arzneimittels mit Heparin berichtet.

Das Arzneimittel darf, außer mit den unten aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln vermischt

werden.

Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung

Epi-onkovis kann unter aseptischen Bedingungen mit 5%iger Glukoselösung oder 0,9%iger

Natriumchloridlösung weiter verdünnt und als intravenöse Infusion verabreicht werden. Die

chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung wurde für 48 Stunden

nachgewiesen, sofern die Lösung bei 25 °C und vor Licht geschützt aufbewahrt wird.

Aus mikrobiologischer Sicht jedoch sollte die Lösung sofort verwendet werden. Wird die Lösung

nicht sofort verwendet, liegt die Verantwortlichkeit für die Aufbewahrung beim Anwender. Die

Aufbewahrungsdauer sollte normalerweise nicht mehr als 24 Stunden bei 2 °C–8 °C betragen, es sei

denn, die Lösung wurde unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen hergestellt.

Richtlinien für die sichere Handhabung und Entsorgung antineoplastischer Wirkstoffe:

Muss eine Infusionslösung zubereitet werden, so muss dies durch speziell ausgebildetes

Personal unter aseptischen Bedingungen erfolgen.

Die Zubereitung von Infusionslösungen muss in einem dafür vorgesehenen aseptischen Bereich

erfolgen.

Angemessene Schutzkleidung (Einmalhandschuhe, Schutzbrille, Kittel und Schutzmaske) muss

getragen werden.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen sollten getroffen werden, damit das Arzneimittel nicht

versehentlich mit den Augen in Kontakt kommt. Sollte dies dennoch geschehen, so müssen sie

mit viel Wasser und/oder 0,9%iger Natriumchloridlösung ausgespült werden, und ein Arzt sollte

aufgesucht werden.

Sollte das Arzneimittel mit der Haut in Kontakt kommen, so ist der betroffene Bereich

sorgfältig mit Wasser und Seife oder mit Natriumbikarbonat-Lösung zu waschen. Jedoch sollte

die Haut nicht durch die Verwendung einer Scheuerbürste verletzt werden. Nach dem

Ausziehen der Handschuhe immer die Hände waschen.

Verschüttetes oder ausgelaufenes Arzneimittel sollte mit verdünnter Natriumhypochlorit-

Lösung (1 % verfügbares Chlor), vorzugsweise durch Einweichen, und anschließend mit

Wasser behandelt werden. Alle Reinigungsmaterialien müssen wie unten beschrieben entsorgt

werden.

Schwangere Mitarbeiterinnen dürfen nicht mit der zytotoxischen Zubereitung arbeiten.

Bei der Entsorgung von Materialien (Spritzen, Nadeln usw.), die zur Rekonstitution und/oder

Verdünnung von zytotoxischen Arzneimitteln verwendet wurden, ist Vorsicht geboten, und

angemessene Vorsichtsmaßnahmen müssen getroffen werden. Nicht verwendetes Arzneimittel

oder Abfälle müssen gemäß den örtlichen Vorschriften entsorgt werden.

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Epi-onkovis 2 mg/ml Injektionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Lösung enthält 2 mg Epirubicinhydrochlorid.

Eine Durchstechflasche mit 5 ml / 10 ml / 25 ml / 50 ml / 100 ml enthält 10 mg / 20 mg / 50 mg /

100 mg / 200 mg Epirubicinhydrochlorid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung.

Eine klare rote Lösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Epirubicin wird zur Behandlung folgender neoplastischer Erkrankungen eingesetzt:

Mammakarzinom,

Magenkarzinom,

kleinzelliges Lungenkarzinom.

Bei intravesikaler Anwendung hat sich Epirubicin bei der Behandlung folgender Erkrankungen als

wirksam erwiesen:

papilläres Übergangszellkarzinom der Harnblase,

Carcinoma in situ der Harnblase,

intravesikale Instillation zur Rezidivprophylaxe von oberflächlichem Harnblasenkarzinom nach

transurethraler Resektion.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Epirubicinhydrochlorid ist ausschließlich zur intravenösen oder intravesikalen Anwendung bestimmt.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Epirubicinhydrochlorid bei Kindern ist nicht erwiesen.

Intravenöse Verabreichung

Es wird empfohlen, Epirubicinhydrochlorid über den Schlauch einer laufenden intravenösen

Natriumchlorid-Infusion zu verabreichen, nachdem die korrekte Lage der Nadel in der Vene überprüft

wurde. Besondere Sorgfalt ist erforderlich, um Extravasate zu vermeiden (siehe Abschnitt 4.4). Im

Falle eines Extravasats muss die Verabreichung sofort beendet werden.

Dosierung

Um eine kardiale Toxizität zu vermeiden, sollte eine kumulative Gesamtdosis von 900 – 1000 mg/m

Epirubicinhydrochlorid nicht überschritten werden (siehe Abschnitt 4.4).

Standarddosierung

Wird Epirubicinhydrochlorid als Monotherapie verabreicht, beträgt die empfohlene Dosierung für

Erwachsene 60 – 90 mg/m

Körperoberfläche. Epirubicinhydrochlorid sollte intravenös über

3 – 5 Minuten injiziert werden. In Abhängigkeit vom Blutbild und der Knochenmarksfunktion des

Patienten sollte diese Dosierung alle 21 Tage intervallartig wiederholt werden.

Treten Toxizitätsanzeichen auf, einschließlich schwerer Neutropenie, neutropenischem Fieber und

Thrombozytopenie (die bis Tag 21 anhalten können), kann eine Dosisanpassung oder eine

Verlängerung des Dosierungsintervalls erforderlich sein.

Hochdosis-Behandlung

Epirubicinhydrochlorid als Monotherapie in der Hochdosisbehandlung von Lungenkrebs sollte nach

den folgenden Therapieschemata verabreicht werden:

kleinzelliges Lungenkarzinom (nicht vorbehandelt): 120 mg/m

Epirubicinhydrochlorid an Tag 1,

alle 3 Wochen.

In der Hochdosisbehandlung kann Epirubicinhydrochlorid als intravenöse Bolusinjektion über

3 – 5 Minuten oder als Infusion über bis zu 30 Minuten verabreicht werden.

Mammakarzinom

Für die adjuvante Behandlung von Patienten mit Mammakarzinom in frühem Erkrankungsstadium mit

positivem Lymphknoten-Befall werden Dosierungen von Epirubicinhydrochlorid zwischen 100 mg/m

(als Einzeldosis an Tag 1) und 120 mg/m

(verteilt auf zwei Dosen an Tag 1 und Tag 8) alle 3–

4 Wochen in Kombination mit intravenöser Gabe von Cyclophosphamid und 5-Fluorouracil sowie

oraler Gabe von Tamoxifen empfohlen.

Niedrigere Dosierungen (60 – 75 mg/m

bei Standarddosierung und 105 – 120 mg/m

Hochdosierung) wird bei Patienten empfohlen, deren Knochenmarksfunktion durch eine

vorangegangene Chemotherapie oder Strahlentherapie, durch das Alter oder durch neoplastische

Infiltration des Knochenmarks beeinträchtigt wurde. Die Gesamtdosis für einen Zyklus kann aufgeteilt

an 2 – 3 aufeinander folgenden Tagen verabreicht werden.

Die folgenden Dosierungen von Epirubicinhydrochlorid werden für gewöhnlich in der Monotherapie

und der Kombinationschemotherapie zur Behandlung verschiedener anderer Tumorarten wie folgt

eingesetzt:

Epirubicinhydrochlorid-Dosierung (mg/m

2

)

a

Krebsindikation

Monotherapie

Kombinationstherapie

Magenkarzinom

60 – 90

kleinzelliges

Lungenkarzinom

Harnblasenkrebs

Intravesikale Verabreichung von

50 mg/50 ml oder 80 mg/50 ml

(Carcinoma in situ)

Prophylaxe:

50 mg/50 ml einmal

wöchentlich über 4 Wochen,

dann einmal monatlich über

11 Monate

Die Dosierungen werden normalerweise an Tag 1, oder an Tag 1, 2 und 3 in 21-Tage-Intervallen

verabreicht.

Kombinationstherapie

Wird Epirubicinhydrochlorid in Kombination mit anderen zytotoxischen Arzneimitteln angewendet,

muss die Dosierung entsprechend reduziert werden. Die üblicherweise verwendeten Dosierungen sind

in der oben stehenden Tabelle dargestellt.

Leberinsuffizienz

Epirubicinhydrochlorid wird hauptsächlich über das hepatobiliäre System eliminiert. Bei Patienten mit

eingeschränkter Leberfunktion sollte die Dosis in Abhängigkeit vom Wert des Serumbilirubins wie

folgt reduziert werden:

Serumbilirubin

SGOT

Dosisreduktion

1,4 – 3 mg/100 ml

50 %

> 3 mg/100 ml

> 4-facher oberer Normwert

75 %

Niereninsuffizienz

In Anbetracht der Tatsache, dass nur ein geringer Teil von Epirubicinhydrochlorid renal

ausgeschieden wird, scheint bei mäßig ausgeprägter Niereninsuffizienz keine Dosisreduktion

erforderlich zu sein. Jedoch kann eine Dosisanpassung bei Patienten mit einem Serumkreatininwert

von > 5 mg/dl erforderlich sein.

Intravesikale Verabreichung

Für die Behandlung von oberflächlichen oder in-situ Karzinomen der Harnblase kann

Epirubicinhydrochlorid intravesikal verabreicht werden. Bei invasiven Tumoren, die in die

Harnblasenwand eingedrungen sind, sollte Epirubicinhydrochlorid nicht intravesikal verabreicht

werden. In diesen Fällen ist eine systemische Behandlung oder eine Operation die bessere

Behandlungsalternative (siehe Abschnitt 4.3). Epirubicinhydrochlorid wurde intravesikal ebenfalls

erfolgreich zur Rezidivprophylaxe von oberflächlichem Harnblasenkarzinom nach transurethraler

Resektion eingesetzt.

Für die Behandlung von oberflächlichem Blasenkrebs wird das folgende Therapieschema unter

Verwendung der unten stehenden Verdünnungstabelle empfohlen:

Eine Instillation von 50 mg/50 ml (verdünnt mit Natriumchloridlösung oder Wasser für

Injektionszwecke) pro Woche über 8 Wochen.

Beim Auftreten lokaler Toxizität: Eine Dosisreduktion auf 30 mg/50 ml wird empfohlen.

Bei Carcinoma in situ: Bis zu 80 mg/50 ml (abhängig von der Verträglichkeit für den Patienten).

Zur Rezidiv-Prophylaxe: Eine Instillation von 50 mg/50 ml pro Woche über 4 Wochen, gefolgt von

einer Instillation pro Monat mit der gleichen Dosis über 11 Monate.

Verdünnungstabelle für Lösungen zur Blaseninstillation

Erforderliche

Epirubicin-

hydrochlorid-

Dosis

Volumen der

2 mg/ml

Epirubicin-

hydrochlorid-

Injektion

Volumen des Lösungsmittels

(Wasser für Injektionszwecke

oder 0,9%ige sterile

Natriumchloridlösung)

Gesamtvolumen für

Blaseninstillation

30 mg

15 ml

35 ml

50 ml

50 mg

25 ml

25 ml

50 ml

80 mg

40 ml

10 ml

50 ml

Die Lösung sollte 1–2 Stunden in der Blase verbleiben. Um eine unerwünschte Verdünnung mit Urin

zu vermeiden, muss der Patient angewiesen werden, 12 Stunden vor der Instillation keine Flüssigkeit

mehr zu sich zu nehmen. Während der Instillation sollte der Patient gelegentlich gedreht werden. Nach

Ende der Verweilzeit sollte der Patient die Blase möglichst vollständig entleeren.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile sowie gegen andere Anthrazykline oder Anthracendione.

Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).

Intravenöse Anwendung:

persistierende Myelosuppression,

stark eingeschränkte Leberfunktion,

schwere Herzinsuffizienz,

kürzlich erlittener Myokardinfarkt,

schwere Arrhythmien,

vorhergehende Behandlungen mit maximalen kumulativen Dosen von Epirubicinhydrochlorid

und/oder anderen Anthrazyklinen und Anthracendionen (siehe Abschnitt 4.4),

Patienten mit akuten systemischen Infektionen,

instabile Angina pectoris,

Myokardiopathie,

akute entzündliche Herzerkrankungen.

Intravesikale Anwendung:

Harnwegsinfektionen,

invasive Tumoren, die in die Blasenwand eingedrungen sind,

Probleme bei der Katheterisierung,

Blasenentzündung,

Hämaturie,

Schrumpfblase,

große Restharnmengen.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allgemein

Epirubicinhydrochlorid darf nur unter Aufsicht qualifizierter Ärzte, die in der Anwendung

zytotoxischer Therapien erfahren sind, verabreicht werden.

Die Patienten sollten sich vor Beginn der Behandlung mit Epirubicinhydrochlorid von akuten

Toxizitäten (wie Stomatitis, Mukositis, Neutropenie, Thrombozytopenie und generalisierte

Infektionen) einer vorausgehenden zytotoxischen Behandlung erholt haben.

Obwohl die Behandlung mit hohen Dosierungen von Epirubicinhydrochlorid (z. B. ≥ 90 mg/m

alle

3 bis 4 Wochen) unerwünschte Ereignisse verursacht, die denen unter Standarddosierungen

(< 90 mg/m

alle 3 bis 4 Wochen) gesehenen vergleichbar sind, kann der Schweregrad einer

Neutropenie und Stomatitis/Mukositis erhöht sein. Die Behandlung mit hohen Dosierungen von

Epirubicinhydrochlorid erfordert besondere Aufmerksamkeit hinsichtlich möglicher klinischer

Komplikationen infolge einer ausgeprägten Myelosuppression.

Herzfunktion

Kardiotoxizität ist ein Risiko einer Anthrazyklin-Behandlung, das sich durch früh (d.h. akute) oder

spät auftretende (d.h. verzögerte) Nebenwirkungen äußern kann.

Früh auftretende (d.h. akute) Nebenwirkungen

Früh auftretende Kardiotoxizität von Epirubicinhydrochlorid besteht vorwiegend aus einer

Sinustachykardie und/oder Abweichungen im Elektrokardiogramm (EKG) wie unspezifische ST-T-

Wellenveränderungen. Tachyarrhythmien einschließlich ventrikulärer Extrasystolen, ventrikuläre

Tachykardie und Bradykardie sowie atrioventrikulärer Block und Schenkelblock wurden ebenfalls

berichtet. Diese Wirkungen sagen gewöhnlich nichts über eine spätere Entwicklung verzögerter

Kardiotoxizität aus, sind selten von klinischer Bedeutung, im Allgemeinen vorübergehend und

umkehrbar und kein Grund für einen Abbruch der Behandlung mit Epirubicinhydrochlorid.

Spät auftretende (d.h. verzögerte) Nebenwirkungen

Verzögerte Kardiotoxizität entwickelt sich normalerweise im späteren Verlauf einer Behandlung mit

Epirubicinhydrochlorid oder innerhalb von 2 bis 3 Monaten nach Ende der Behandlung, jedoch wurde

auch über später auftretende Nebenwirkungen (mehrere Monate bis Jahre nach Abschluss der

Behandlung) berichtet. Verzögert auftretende Kardiomyopathie äußert sich durch eine verminderte

linksventrikuläre Auswurffraktion (LVEF) und/oder Anzeichen und Symptome einer kongestiven

Herzinsuffizienz wie Dyspnoe, Lungenödem, lageabhängige Ödeme, Kardiomegalie, Hepatomegalie,

Oligurie, Aszites, Pleuraerguss und Galopprhythmus. Lebensbedrohliche kongestive Herzinsuffizienz

ist die schwerste Form anthrazyklin-induzierter Kardiomyopathie und repräsentiert die kumulative

dosislimitierende Toxizität des Arzneimittels.

Das Risiko, eine kongestive Herzinsuffizienz zu entwickeln, steigt mit steigenden kumulativen

Epirubicinhydrochlorid-Gesamtdosen von mehr als 900 mg/m

rasch an. Diese kumulative Dosis sollte

nur mit äußerster Vorsicht überschritten werden (siehe Abschnitt 5.1).

Überwachung der Herzfunktion

Die Herzfunktion sollte beurteilt werden, bevor sich die Patienten einer Behandlung mit

Epirubicinhydrochlorid unterziehen, und muss, um das Risiko zu verringern, eine schwere kardiale

Beeinträchtigung zu erleiden, während der gesamten Behandlung überwacht werden.

Das Risiko kann durch eine regelmäßige Überwachung der LVEF im Verlauf der Behandlung und ein

sofortiges Absetzen von Epirubicinhydrochlorid beim ersten Anzeichen einer beeinträchtigten

Funktion verringert werden. Die geeigneten quantitativen Methoden für die wiederholte Beurteilung

der Herzfunktion (Bestimmung der LVEF) schließen die Multigate Radionuklidangiographie (MUGA)

oder die Echokardiographie (ECHO) ein. Vor Beginn der Behandlung wird eine kardiale Beurteilung

mittels EKG und entweder MUGA oder ECHO empfohlen, insbesondere bei Patienten mit

Risikofaktoren für eine erhöhte Kardiotoxizität. Insbesondere bei höheren, kumulativen Anthrazyklin-

Dosen sollten wiederholte MUGA- oder ECHO-Bestimmungen der LVEF durchgeführt werden. Die

zur Beurteilung verwendete Methode sollte bei allen Verlaufskontrollen gleich bleiben.

In Anbetracht des Risikos einer Kardiomyopathie sollte eine kumulative Epirubicinhydrochlorid-Dosis

von 900 mg/m

nur mit äußerster Vorsicht überschritten werden.

Eine durch Anthrazykline induzierte Kardiomyopathie ist verbunden mit einer persistierenden QRS-

Niedervoltage, einer Verlängerung des systolischen Zeitintervalls über die normalen Werte hinaus

(PEP) sowie mit einer Abnahme der Auswurffraktion (LVEF). Veränderungen im

Elektrokardiogramm (EKG) können auf eine durch Anthrazykline induzierte Kardiomyopathie

hindeuten, jedoch ist das EKG keine sensitive oder spezifische Methode, eine durch Anthrazykline

bedingte Kardiotoxizität nachzuverfolgen.

Risikofaktoren für kardiale Toxizität schließen eine aktive oder latente Herz-Kreislauferkrankung,

vorhergehende oder gleichzeitige Strahlentherapie im mediastinalen/perikardialen Bereich,

vorhergehende Behandlung mit anderen Anthrazyklinen oder Anthracendionen sowie die gleichzeitige

Anwendung anderer Arzneimittel mit der Fähigkeit, die kardiale Kontraktilität zu unterdrücken oder

kardiotoxische Arzneimittel (z. B. Trastuzumab) ein (siehe Abschnitt 4.5). Bei älteren Patienten

besteht ein erhöhtes Risiko.

Die Herzfunktion muss besonders streng bei Patienten überwacht werden, die hohe kumulative Dosen

erhalten sowie bei denjenigen mit Risikofaktoren. Jedoch kann Kardiotoxizität durch

Epirubicinhydrochlorid auch bei niedrigeren kumulativen Dosen auftreten, unabhängig davon, ob

Risikofaktoren vorhanden sind.

Es ist wahrscheinlich, dass die Toxizität von Epirubicinhydrochlorid und anderen Anthrazyklinen oder

Anthracendionen additiv ist.

Kardiale Toxizität in Verbindung mit Trastuzumab

Bei Patienten, die Trastuzumab alleine oder in Kombination mit Anthrazyklinen wie

Epirubicinhydrochlorid erhielten, wurde das Auftreten einer Herzinsuffizienz (New York Heart

Association [NYHA] Klasse II-IV) beobachtet. Diese kann mäßig bis schwer ausgeprägt sein und

wurde mit Todesfällen in Verbindung gebracht.

Trastuzumab und Anthrazykline wie Epirubicinhydrochlorid dürfen derzeit nur im Rahmen streng

kontrollierter klinischer Studien mit kardiologischer Überwachung kombiniert werden. Für mit

Anthrazyklinen vorbehandelte Patienten besteht bei einer Trastuzumab-Behandlung das Risiko

einer Kardiotoxizität, auch wenn das Risiko geringer ist als bei einer gleichzeitigen Anwendung

von Anthrazyklinen und Trastuzumab.

Da die Halbwertszeit von Trastuzumab ca. 28 bis 38 Tage beträgt, kann die Substanz noch bis zu

27 Wochen nach dem Absetzen im Blut des Patienten zirkulieren. Patienten, die nach einer

Behandlung mit Trastuzumab Anthrazykline wie Epirubicinhydrochlorid erhalten, können

ebenfalls einem erhöhten Kardiotoxizitätsrisiko ausgesetzt sein. Wenn möglich, sollten Ärzte eine

Behandlung mit Anthrazyklinen bis zu 27 Wochen nach Beendigung der Behandlung mit

Trastuzumab vermeiden. Sollten Anthrazykline wie Epirubicinhydrochlorid angewendet werden,

muss die Herzfunktion des Patienten sorgfältig überwacht werden.

Falls sich während einer Trastuzumab-Behandlung im Anschluss an eine Epirubicinhydrochlorid-

Behandlung eine symptomatische Herzinsuffizienz entwickelt, sollte diese mit den üblichen

Maßnahmen behandelt werden.

Hämatologische Toxizität

Wie andere zytotoxische Wirkstoffe kann Epirubicinhydrochlorid Myelosuppression verursachen. Vor

jedem Behandlungszyklus und während jedes Behandlungszyklus mit Epirubicinhydrochlorid sollten

die hämatologischen Profile beurteilt werden, einschließlich Differenzialblutbild der weißen

Blutzellen (WBK). Eine dosisabhängige reversible Leukopenie und/oder Granulozytopenie

(Neutropenie) ist die vorherrschende Manifestation der hämatologischen Toxizität von

Epirubicinhydrochlorid und ist die häufigste akute dosislimitierende Toxizität dieses Arzneimittels.

Leukopenie und Neutropenie sind im Allgemeinen schwerer bei Hochdosisschemata, wobei der Nadir

in den meisten Fällen zwischen Tag 10 und Tag 14 nach Verabreichung des Arzneimittels erreicht

wird. Dies ist normalerweise vorübergehend, wobei die Anzahl der WBK/Neutrophilen in den meisten

Fällen bis Tag 21 auf normale Werte zurückgeht. Thrombozytopenie und Anämie können ebenfalls

auftreten. Klinische Folgen schwerer Myelosuppression schließen Fieber, Infektion,

Sepsis/Septikämie, septischen Schock, Blutungen, Gewebehypoxie oder Tod ein.

Sekundäre Leukämie

Bei Patienten, die mit Anthrazyklinen, einschließlich Epirubicinhydrochlorid, behandelt wurden,

wurde über sekundäre Leukämie mit oder ohne präleukämische Phase berichtet. Sekundäre Leukämie

tritt häufiger auf, wenn solche Arzneimittel in Kombination mit DNA-schädigenden

antineoplastischen Wirkstoffen in Kombination mit einer Strahlentherapie gegeben werden, wenn

Patienten mit zytotoxischen Arzneimitteln stark vorbehandelt waren oder wenn die Dosierung der

Anthrazykline gesteigert wurde. Diese Leukämien können eine Latenzzeit von 1 bis 3 Jahren haben

(siehe Abschnitt 5.1).

Gastrointestinal

Epirubicinhydrochlorid ist emetogen. Mukositis/Stomatitis tritt im Allgemeinen kurz nach

Verabreichung des Arzneimittels auf und kann sich, wenn sie schwer ist, innerhalb weniger Tage zu

Schleimhautulzera entwickeln. Die meisten Patienten erholen sich von dieser Nebenwirkung bis zur

dritten Behandlungswoche.

Leberfunktion

Der hauptsächliche Eliminationsweg von Epirubicinhydrochlorid ist das hepatobiliäre System. Vor

Beginn und während der Behandlung mit Epirubicinhydrochlorid sollten die Gesamtbilirubin- und

AST-Spiegel im Serum untersucht werden. Patienten mit erhöhtem Bilirubin oder AST können eine

verlangsamte Arzneimittel-Clearance mit einem Anstieg der Gesamttoxizität haben. Bei diesen

Patienten werden niedrigere Dosen empfohlen (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2). Patienten mit stark

eingeschränkter Leberfunktion sollten kein Epirubicinhydrochlorid erhalten (siehe Abschnitt 4.3).

Nierenfunktion

Das Serumkreatinin sollte vor und während der Behandlung beurteilt werden. Bei Patienten mit einem

Serumkreatinin > 5 mg/dl ist eine Dosisanpassung notwendig (siehe Abschnitt 4.2).

Nebenwirkungen an der Injektionsstelle

Eine Phlebosklerose kann aus einer Injektion in eine kleine Vene oder wiederholten Injektionen in

dieselbe Vene resultieren. Das Befolgen der empfohlenen Verabreichungsprozedur kann das Risiko

einer Phlebitis/Thrombophlebitis an der Injektionsstelle minimieren (siehe Abschnitt 4.2).

Extravasation

Eine Extravasation von Epirubicinhydrochlorid während der intravenösen Injektion kann lokale

Schmerzen, schwerwiegende Gewebeschädigungen (Bläschenbildung, schwere Cellulitis) und

Nekrose verursachen. Sollten während der intravenösen Verabreichung von Epirubicinhydrochlorid

Anzeichen oder Symptome einer Extravasation auftreten, muss die Infusion des Arzneimittels sofort

abgebrochen werden. Die unerwünschten Folgen einer Extravasation von Anthrazyklinen können

durch die umgehende Einleitung einer gezielten Behandlung mit z. B Dexrazoxan (zur Anwendung

siehe jeweilige Produktinformation) verhindert oder verringert werden. Die Schmerzen des Patienten

können durch Abkühlen des Bereichs und Kühlhalten sowie Anwendung von Hyaluronsäure und

DMSO gelindert werden. Der Patient sollte während des Zeitabschnitts engmaschig überwacht

werden, da eine Nekrose auch nach mehreren Wochen auftreten kann. Wenn eine Extravasation

auftritt, sollte im Hinblick auf eine mögliche Exzision ein plastischer Chirurg hinzugezogen werden.

Sonstiges

Wie bei anderen zytotoxischen Wirkstoffen wurde gleichzeitig mit der Anwendung von

Epirubicinhydrochlorid über Thrombophlebitis und thromboembolische Phänomene, einschließlich

Lungenembolie (in einigen Fällen mit tödlichem Verlauf), berichtet.

Tumor-Lyse-Syndrom

Epirubicinhydrochlorid kann infolge des extensiven Purinkatabolismus, der mit der raschen,

arzneimittelinduzierten Lyse neoplastischer Zellen einhergeht (Tumor-Lyse-Syndrom), eine

Hyperurikämie verursachen. Nach der ersten Behandlung sollten die Harnsäurespiegel, Kalium,

Kalziumphosphat und Kreatinin im Blut beurteilt werden. Hydratation, Alkalisierung des Urins und

eine Prophylaxe mit Allopurinol, um eine Hyperurikämie zu vermeiden, können mögliche

Komplikationen eines Tumor-Lyse-Syndroms minimieren.

Immunsupprimierende Wirkungen/Erhöhte Infektionsanfälligkeit

Auf die Verabreichung von Lebendimpfstoffen sollte bei Patienten, die bereits durch

chemotherapeutische Wirkstoffe, einschließlich Epirubicinhydrochlorid, immungeschwächt sind,

verzichtet werden, da dies zu schweren oder tödlich verlaufenden Infektionen führen kann (siehe

Abschnitt 4.5). Totimpfstoffe bzw. inaktivierte Impfstoffe können verabreicht werden, jedoch kann die

Immunantwort auf solche Impfstoffe vermindert sein.

Geschlechtsorgane

Epirubicinhydrochlorid kann genotoxisch sein. Männer und Frauen, die mit Epirubicinhydrochlorid

behandelt werden, sollten eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Patienten, die nach

Abschluss der Behandlung einen Kinderwunsch haben, sollte geraten werden, genetische Beratung in

Anspruch zu nehmen, falls erforderlich und möglich.

Zusätzliche Warnungen und Vorsichtsmaßnahmen für andere Arten der Anwendung

Intravesikale Anwendung

Die Verabreichung von Epirubicinhydrochlorid kann zu Symptomen einer chemischen Zystitis (wie

Dysurie, Polyurie, Nykturie, Strangurie, Hämaturie, Blasenbeschwerden, Nekrose der Blasenwand)

und Blasenverengung führen. Besondere Aufmerksamkeit ist auf Probleme bei der Katheterisierung

(z. B. urethrale Obstruktion aufgrund massiver Blasentumore) zu richten.

Sonstiges

Epi-onkovis enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Durchstechflasche mit 5 ml Inhalt.

Epi-onkovis enthält 35,4 mg / 88,5 mg / 177 mg / 354 mg Natrium pro Durchstechflasche mit 10 ml /

25 ml / 50 ml / 100 ml Inhalt, entsprechend 1,8 % / 4,4 % / 8,9 % / 17,7 % der von der WHO für einen

Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Epirubicin wird hauptsächlich in Kombination mit anderen zytotoxischen Arzneimitteln angewendet.

Additive Toxizität kann auftreten, insbesondere hinsichtlich Wirkungen auf das Knochenmark sowie

hämatologischer und gastrointestinaler Wirkungen (siehe Abschnitt 4.4).

Bei Patienten, die gleichzeitig andere kardiotoxische Arzneimittel (z. B. 5-Fluorouracil,

Cyclophosphamid, Cisplatin, Taxane) oder die gleichzeitig (oder zuvor) eine Strahlentherapie des

mediastinalen Bereichs erhalten haben, kann sich das potenzielle Kardiotoxizitätsrisiko erhöhen.

Sowohl die Anwendung von Epirubicin als Kombinationschemotherapie mit anderen potenziell

kardiotoxischen Arzneimitteln als auch die gleichzeitige Anwendung anderer kardioaktiver

Substanzen (z. B. Kalziumkanalblocker) erfordert eine Überwachung der Herzfunktion während der

gesamten Behandlung.

Epirubicin wird extensiv über die Leber metabolisiert. Durch gleichzeitige Behandlungen verursachte

Veränderungen der Leberfunktion können den Metabolismus, die Pharmakokinetik, die therapeutische

Wirksamkeit und/oder Toxizität von Epirubicin beeinflussen (siehe Abschnitt 4.4).

Anthrazykline, einschließlich Epirubicin, sollten nicht in Kombination mit anderen kardiotoxischen

Wirkstoffen verabreicht werden, es sei denn, die Herzfunktion des Patienten wird engmaschig

überwacht. Patienten, die Anthrazykline erhalten, nachdem eine Behandlung mit anderen

kardiotoxischen Wirkstoffen, insbesondere solche mit langen Halbwertzeiten wie Trastuzumab,

beendet wurde, können ebenfalls ein erhöhtes Risiko haben, eine Kardiotoxizität zu entwickeln. Die

Halbwertzeit von Trastuzumab beträgt etwa 28 bis 38 Tage und es kann bis zu 27 Wochen im

Blutkreislauf verbleiben. Daher sollten Ärzte möglichst bis zu 27 Wochen nach Beendigung einer

Behandlung mit Trastuzumab eine anthrazyklinbasierte Behandlung vermeiden. Werden

Anthrazykline vor Ablauf dieser Frist angewendet, wird eine sorgfältige Überwachung der

Herzfunktion empfohlen.

Eine Impfung mit Lebendimpfstoff ist bei Patienten, die Epirubicin erhalten, zu vermeiden.

Totimpfstoffe oder inaktivierte Impfstoffe können verabreicht werden, jedoch kann die Immunantwort

auf solche Impfstoffe vermindert sein.

Cimetidin erhöhte die AUC von Epirubicin um 50 % und sollte während der Behandlung mit

Epirubicin abgesetzt werden.

Paclitaxel kann, wenn es vor Epirubicin gegeben wird, zu erhöhten Plasmakonzentrationen von

unverändertem Epirubicin und seinen Metaboliten führen, wobei letztere jedoch weder toxisch noch

aktiv sind. Die gleichzeitige Verabreichung von Paclitaxel oder Docetaxel beeinflusst die

Pharmakokinetik von Epirubicin nicht, wenn Epirubicin vor dem Taxan verabreicht wurde.

Diese Kombination kann angewendet werden, wenn eine zeitlich versetzte Verabreichung der beiden

Wirkstoffe erfolgt. Die Infusion von Epirubicin und Paclitaxel sollte mit einem Intervall von

mindestens 24 Stunden zwischen den 2 Wirkstoffen durchgeführt werden.

Eine Studie zeigte, dass Docetaxel die Plasmakonzentrationen von Epirubicin-Metaboliten erhöhen

kann, wenn es unmittelbar nach Epirubicin verabreicht wird.

Dexverapamil kann die Pharmakokinetik von Epirubicin verändern und möglicherweise dessen

knochenmarksupprimierenden Wirkungen erhöhen.

Chinin kann die initiale Verteilung von Epirubicin aus dem Blut in die Gewebe beschleunigen und

einen Einfluss auf die Aufnahme von Epirubicin in die roten Blutkörperchen haben.

Die gleichzeitige Verabreichung von Interferon

kann eine Verminderung der terminalen

Eliminierungshalbwertzeit und der Gesamtclearance von Epirubicin verursachen.

Wenn Patienten zuvor mit Medikamenten behandelt wurden, die die Knochenmarkfunktion

beeinflussen (z. B. Zytostatika, Sulfonamide, Chloramphenicol, Diphenylhydantoin, Amidopyrin-

Derivate, antiretrovirale Arzneimittel), ist die Möglichkeit einer ausgeprägten Störung der

Hämatopoese zu beachten.

Bei Patienten, die Anthrazykline und Dexrazoxane in Kombination erhalten, kann eine verstärkte

Myelosuppression auftreten.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Siehe auch Abschnitt 5.3.

Wie die meisten anderen antineoplastischen Wirkstoffe zeigte auch Epirubicin in Tierversuchen

mutagene und karzinogene Eigenschaften. Männer und Frauen, die mit Epirubicin behandelt werden,

sollten auf das potenzielle Risiko von nachteiligen Wirkungen auf die Fortpflanzung hingewiesen

werden und sollten während der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Schwangerschaft

Tierexperimentelle Studien deuten darauf hin, dass Epirubicin den Fötus schädigen kann, wenn es bei

Schwangeren angewendet wird. Frauen im gebärfähigen Alter sollten angewiesen werden, während

der Behandlung nicht schwanger zu werden. Weiterhin sollten sie umfassend über die möglichen

Gefahren für den Fötus informiert werden, und die Möglichkeit einer genetischen Beratung sollte in

Betracht gezogen werden, falls eine Patientin während der Behandlung mit Epirubicin schwanger

wird. Die chemotherapeutische Behandlung von Krebs mit Epirubicin sollte nicht bei Schwangeren

oder Frauen im gebärfähigen Alter, die schwanger werden könnten, angewendet werden, es sei denn,

der potenzielle Nutzen für die Mutter ist größer als die möglichen Risiken für den Fötus. Es wurden

keine Untersuchungen mit Schwangeren durchgeführt.

Stillzeit

Epirubicin geht in die Milch von Ratten über. Es ist nicht bekannt, ob Epirubicin in die Muttermilch

des Menschen übergeht. Da viele Arzneimittel, einschließlich anderer Anthrazykline, in die

Muttermilch ausgeschieden werden und aufgrund der möglichen schweren Nebenwirkungen bei

Säuglingen durch Epirubicin, sollte vor der Anwendung dieses Arzneimittels abgestillt werden.

Fertilität

Epirubicin kann bei menschlichen Spermien zu chromosomalen Schäden führen. Männlichen

Patienten, die mit Epirubicin behandelt werden, wird empfohlen, während der Behandlung kein Kind

zu zeugen und sich vor einer Behandlung aufgrund der Möglichkeit einer Infertilität durch die

Behandlung mit Epirubicin hinsichtlich einer Spermakonservierung beraten zu lassen.

Epirubicin kann bei prämenopausalen Frauen eine Amenorrhö oder vorzeitige Menopause

verursachen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Die Auswirkungen von Epirubicin auf die Verkehrstüchtigkeit wurden nicht systematisch ausgewertet.

Epirubicin kann Episoden von Übelkeit und Erbrechen hervorrufen, die zeitweise zu einer

Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit oder der Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen führen

können.

4.8

Nebenwirkungen

Die folgenden Nebenwirkungen wurden während der Behandlung mit Epirubicin mit folgenden

Häufigkeiten des Auftretens beobachtet und berichtet:

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000 bis < 100)

Selten

(≥ 10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Mehr als 10 % der behandelten Patienten können erwarten, dass Nebenwirkungen auftreten. Die

häufigsten Nebenwirkungen sind Myelosuppression, gastrointestinale Nebenwirkungen,

Appetitlosigkeit, Alopezie und Infektionen.

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkungen

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Sehr häufig

Infektionen

Nicht bekannt

Septischer Schock, Sepsis, Pneumonie

Gutartige, bösartige und

unspezifische Neubildungen

(einschl. Zysten und

Polypen)

Gelegentlich

Akute lymphatische Leukämie, akute

myeloische Leukämie (siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen des Blutes

und des Lymphsystems

Sehr häufig

Myelosuppression (Leukopenie,

Granulozytopenie und Neutropenie,

Anämie und febrile Neutropenie,

Thrombozytopenie)

Nicht bekannt

Blutungen und Gewebehypoxie als Folge

der Myelosuppression

Erkrankungen des

Immunsystems

Selten

Anaphylaxie

(anaphylaktische/anaphylaktoide

Reaktionen mit oder ohne Schock,

einschließlich Hautausschlag, Pruritus,

Fieber und Schüttelfrost), allergische

Reaktionen nach intravesikaler Anwendung

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Sehr häufig

Anorexie

Häufig

Dehydratation

Selten

Hyperurikämie (siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen des

Nervensystems

Selten

Schwindel

Augenerkrankungen

Gelegentlich

Konjunktivitis, Keratitis

Herzerkrankungen

Häufig

Kongestive Herzinsuffizienz (Dyspnoe,

Ödeme, Hepatomegalie, Aszites,

Lungenödem, Pleuraerguss, Extrasystolen,

Galopprhythmus)

Selten

Kardiotoxizität (z. B. Veränderungen im

EKG, Arrhythmien,

Kardiomyopathie),ventrikuläre

Tachykardie, Bradykardie, AV-Block,

Schenkelblock (siehe Abschnitt 4.4)

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkungen

Gefäßerkrankungen

Häufig

Hitzewallungen

Gelegentlich

Phlebitis, Thrombophlebitis

Sehr selten

Schock

Nicht bekannt

Thromboembolie einschließlich

Lungenembolie

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Mukositis, Stomatitis, Erbrechen, Diarrhö,

Übelkeit, was zu Appetitverlust und

Bauchschmerzen führen kann

Häufig

Schmerzen im Mund, Brennen der

Mundschleimhaut, Ösophagitis

Gelegentlich

Gastrische Erosionen und Ulzerationen,

gastrointestinale Blutungen,

Hyperpigmentation der Mundschleimhaut

Erkrankungen der Haut

und des

Unterhautzellgewebes

Sehr häufig

Alopezie

Häufig

Lokale Haut- und Gewebetoxizität,

Exanthem, Pruritus

Gelegentlich

Hautveränderungen, Erytheme, Flush,

Hyperpigmentierung der Haut und der

Nägel, Lichtempfindlichkeit,

Überempfindlichkeit bestrahlter

Hautpartien („Recall-Phänomen“)

Selten

Urtikaria

Erkrankungen der Nieren

und Harnwege

Sehr häufig

Rotfärbung des Urins für 1 bis 2 Tage nach

der Verabreichung

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane und der

Brustdrüse

Häufig

Amenorrhö

Selten

Azoospermie

Allgemeine Erkrankungen

und Beschwerden am

Verabreichungsort

Häufig

Rötung an der Infusionsstelle, paravenöse

Injektion, die zu Gewebsnekrose führen

kann.

Unwohlsein, Asthenie, Fieber

Selten

Schüttelfrost

Nicht bekannt

Phlebosklerose, lokale Schmerzen, schwere

Cellulitis

Untersuchungen

Häufig

Veränderungen in den

Transaminasenspiegeln, asymptomatische

Abfälle der linksventrikulären

Auswurffraktion (LVEF)

Verletzung, Vergiftung und

durch Eingriffe bedingte

Komplikationen

Häufig

Chemische Zystitis, manchmal

hämorrhagisch, wurde nach intravesikaler

Verabreichung beobachtet (siehe

Abschnitt 4.4).

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschließlich Zysten und Polypen):

Sekundäre akute myeloische Leukämie mit oder ohne präleukämische Phase bei Patienten, die mit

Epirubicin in Kombination mit DNA schädigenden antineoplastischen Wirkstoffen behandelt wurden.

Diese Leukämien haben eine kurze Latenzzeit (1–3 Jahre).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Hohe Dosierungen von Epirubicin wurden bei einer großen Anzahl nicht vorbehandelter Patienten mit

verschiedenen soliden Tumoren sicher verabreicht. Die auftretenden Nebenwirkungen unterschieden

sich nicht von denen bei Standarddosierungen, mit Ausnahme von reversibler schwerer Neutropenie

(< 500 Neutrophile/mm

über < 7 Tage), die bei der Mehrzahl der Patienten auftrat. Nur wenige

Patienten mussten hospitalisiert werden und benötigten eine supportive Therapie aufgrund schwerer

infektiöser Komplikationen bei Hochdosis-Behandlung.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Alopezie, die für gewöhnlich reversibel ist, tritt bei 60 – 90 % der Patienten auf; bei Männern wird sie

von vermindertem Bartwuchs begleitet.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Mukositis kann 5–10 Tage nach Beginn der Behandlung auftreten und umfasst für gewöhnlich

Stomatitis mit Bereichen schmerzhafter Erosionen, Ulzeration und Blutungen, vor allem entlang der

Zungenseite und der Schleimhaut unterhalb der Zunge.

Lokale Schmerzen und Gewebsnekrose (infolge einer versehentlichen paravenösen Injektion) können

auftreten.

Intravesikale Verabreichung:

Da nach intravesikaler Instillation nur eine geringe Menge des Wirkstoffs resorbiert wird, sind

schwerwiegende systemische Nebenwirkungen sowie allergische Reaktionen selten. Häufig wird über

lokale Reaktionen wie Brennen oder häufiges Wasserlassen (Pollakisurie) berichtet. Gelegentlich

wurde über bakterielle oder chemische Zystitis berichtet (siehe Abschnitt 4.4). Diese Nebenwirkungen

sind meist umkehrbar.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Akute Überdosierung mit Epirubicin führt zu schwerer Myelosuppression (innerhalb von 10–14 Tagen,

vorwiegend als Leukopenie und Thrombozytopenie), toxischen Wirkungen auf den Gastrointestinaltrakt

(vorwiegend Mukositis) und akuten kardialen Komplikationen (innerhalb von 24 Stunden). Latente

Herzinsuffizienz im Zusammenhang mit der Anwendung von Anthrazyklinen wurde einige Monate bis

Jahre nach Abschluss der Behandlung beobachtet (siehe Abschnitt 4.4). Die Patienten müssen sorgfältig

überwacht werden. Treten Anzeichen einer Herzinsuffizienz auf, sollten die Patienten nach

konventionellen Behandlungsleitlinien behandelt werden.

Behandlung:

Symptomatisch. Epirubicin ist nicht dialysierbar.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: antineoplastischer Wirkstoff, ATC-Code: L01D B03

Epirubicin ist ein zytotoxisch wirksames Antibiotikum aus der Gruppe der Anthrazykline. Der

Wirkmechanismus von Epirubicin hängt mit dessen Fähigkeit zusammen, sich an DNA zu binden.

Studien mit Zellkulturen zeigten ein rasches Eindringen in die Zellen, Lokalisierung im Zellkern sowie

Hemmung der Nukleinsäuresynthese und der Mitose. Epirubicin erwies sich bei einem weiten

Spektrum experimenteller Tumoren als wirksam, darunter die L1210- und P388-Leukämien, Sarkom

SA180 (solide und aszitische Formen), Melanom B16, Mammakarzinom, Lewis-Lungenkarzinom und

Kolonkarzinom 38. Die Wirksamkeit gegen humane Tumoren, die in athymische Nacktmäuse

implantiert wurden (Melanom, Mamma-, Lungen-, Prostata- und Ovarialkarzinom), konnte ebenfalls

nachgewiesen werden.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Bei Patienten mit normaler Leber- und Nierenfunktion nehmen die Plasmaspiegel nach der

intravenösen Injektion von 60 – 150 mg/m

des Arzneimittels triexponentiell ab, mit einer sehr

schnellen initialen Phase und einer langsamen terminalen Phase mit einer mittleren Halbwertszeit von

etwa 40 Stunden. In diesem Dosisspektrum liegt sowohl im Hinblick auf die Plasmaclearance als auch

auf den Abbauweg eine lineare Pharmakokinetik vor. Zwischen 60 und 120 mg/m

besteht eine

weitgehend lineare Pharmakokinetik, 150 mg/m

liegen an der Grenze der Dosislinearität. Als

Hauptmetaboliten wurden Epirubicinol (13-OH-Epirubicin) und Glucuronide von Epirubicin und

Epirubicinol identifiziert.

In pharmakokinetischen Untersuchungen an Patienten mit Carcinoma in situ der Blase waren die

Plasmaspiegel von Epirubicin nach intravesikaler Instillation typischerweise niedrig (< 10 ng/ml).

Eine signifikante systemische Resorption ist deshalb nicht anzunehmen. Bei Patienten mit Läsionen

der Blasenschleimhaut (z. B. Tumor, Zystitis, Operationen) ist eine höhere Resorptionsrate zu

erwarten.

Die 4’-

O

-Glukuronidierung unterscheidet Epirubicin von Doxorubicin und mag die schnellere

Elimination von Epirubicin und seine geringere Toxizität erklären. Die Plasmaspiegel des

Hauptmetaboliten, des 13-OH-Derivats (Epirubicinol), sind durchweg niedriger und verlaufen nahezu

parallel zu denen des unveränderten Wirkstoffs.

Epirubicin wird hauptsächlich über die Leber eliminiert. Hohe Plasmaclearancewerte (0,9 l/min)

deuten darauf hin, dass die langsame Ausscheidung auf eine ausgeprägte Umverteilung ins Gewebe

zurückzuführen ist. Etwa 9 – 10 % der verabreichten Dosis werden im Verlauf von 48 Stunden über

die Harnwege ausgeschieden.

Epirubicin wird hauptsächlich über die Gallenblase eliminiert. Ca. 40 % der verabreichten Dosis

werden in der 72-h-Galle nachgewiesen. Der Wirkstoff passiert nicht die Blut-Hirn-Schranke.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Nach wiederholter Gabe von Epirubicin waren die Zielorgane bei Ratten, Kaninchen und Hunden das

blutbildende System, der Gastrointestinaltrakt, die Nieren, die Leber und die Reproduktionsorgane.

Bei Ratten, Kaninchen und Hunden erwies sich Epirubicin auch als kardiotoxisch.

Wie andere Anthrazykline zeigte sich Epirubicin bei Ratten als mutagen, genotoxisch und karzinogen.

Embryotoxizität wurde bei Ratten in klinisch relevanten Dosierungen beobachtet.

Bei Ratten und Kaninchen wurden keine Missbildungen beobachtet. Epirubicin muss jedoch wie

andere Anthrazykline und zytotoxische Wirkstoffe als potenziell teratogen angesehen werden.

Eine lokale Toleranzstudie mit Ratten und Mäusen zeigte, dass Extravasate von Epirubicin

Gewebenekrosen verursachen.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumchlorid

Salzsäure 0,36 % (zur Einstellung des pH-Werts)

Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Längerer Kontakt des Arzneimittels mit Lösungen mit einem alkalischen pH-Wert (einschließlich

Natriumbicarbonat-Lösungen) muss vermieden werden. Dies würde zur Hydrolyse (Abbau) des

Wirkstoffs führen. Nur die in Abschnitt 6.3 aufgeführten Lösungsmittel dürfen verwendet werden.

Über eine physikalische Inkompatibilität des Arzneimittels mit Heparin wurde berichtet.

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

Nach Anbruch:

Zum Einmalgebrauch.

Nicht verbrauchte Mengen sind sofort und entsprechend den lokalen Anforderungen zu entsorgen.

Gebrauchsfertige Lösung:

Epi-onkovis 2 mg/ml Injektionslösung kann unter aseptischen Bedingungen mit 5%iger

Glukoselösung oder 0,9%iger Natriumchloridlösung weiterverdünnt und als intravenöse Infusion

verabreicht werden. Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung wurde

für 48 Stunden nachgewiesen, sofern die Lösung bei 25 °C und vor Licht geschützt aufbewahrt wird.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die Lösung jedoch sofort verwendet werden. Wird die Lösung

nicht sofort verwendet, liegt die Verantwortlichkeit für die Aufbewahrung beim Anwender. Die

Aufbewahrungsdauer sollte normalerweise nicht mehr als 24 Stunden bei 2 °C – 8 °C betragen, es sei

denn, die Lösung wurde unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen hergestellt.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C – 8 °C).

Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Aufbewahrungsbedingungen nach Verdünnung des Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Klare Durchstechflaschen aus Glas Typ I mit fluorpolymerbeschichtetem Chlorobutyl-Gummistopfen,

die 5 ml, 10 ml, 25 ml, 50 ml oder 100 ml Epirubicinhydrochlorid-Lösung in einer Konzentration von

2 mg/ml enthalten.

Packungsgröße: 1 Durchstechflasche.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Epi-onkovis 2 mg/ml Injektionslösung kann mit 5%iger Glukoselösung oder 0,9%iger

Natriumchloridlösung weiterverdünnt und als intravenöse Infusion verabreicht werden. Zu Angaben

zur Stabilität der Infusionslösungen siehe Abschnitt 6.3.

Die Injektionslösung enthält keine Konservierungsstoffe. Nicht verbrauchte Mengen sind sofort und

entsprechend den lokalen Anforderungen zu entsorgen.

Richtlinien für die sichere Handhabung und Entsorgung antineoplastischer Wirkstoffe:

Muss eine Infusionslösung zubereitet werden, so muss dies durch speziell ausgebildetes

Personal unter aseptischen Bedingungen erfolgen.

Die Zubereitung von Infusionslösungen muss in einem dafür vorgesehenen aseptischen Bereich

erfolgen.

Angemessene Schutzkleidung (Einmalhandschuhe, Schutzbrille, Kittel und Schutzmaske) muss

getragen werden.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen sollten getroffen werden, damit das Arzneimittel nicht

versehentlich mit den Augen in Kontakt kommt. Sollte dies dennoch geschehen, so ist mit viel

Wasser und/oder 0,9%iger Natriumchloridlösung zu spülen, und ein Arzt sollte aufgesucht

werden.

Sollte das Arzneimittel mit der Haut in Kontakt kommen, so ist der betroffene Bereich

sorgfältig mit Wasser und Seife oder mit Natriumbikarbonat-Lösung zu waschen. Jedoch sollte

die Haut nicht durch die Verwendung einer Scheuerbürste verletzt werden. Nach dem

Ausziehen der Handschuhe immer die Hände waschen.

Verschüttetes oder ausgelaufenes Arzneimittel sollte mit verdünnter Natriumhypochlorit-

Lösung (1 % verfügbares Chlor), vorzugsweise durch Einweichen, und anschließend mit

Wasser behandelt werden. Alle Reinigungsmaterialien müssen wie unten beschrieben entsorgt

werden.

Schwangere Mitarbeiterinnen dürfen nicht mit der zytotoxischen Zubereitung arbeiten.

Bei der Entsorgung von Materialien (Spritzen, Nadeln usw.), die zur Rekonstitution und/oder

Verdünnung von zytotoxischen Arzneimitteln verwendet wurden, ist Vorsicht geboten, und

angemessene Vorsichtsmaßnahmen müssen getroffen werden. Nicht verwendetes Arzneimittel

oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

onkovis GmbH

Grube 45

82377 Penzberg

Tel.: (0)8856 901 748-0

Fax: (0)8856 901 748-18

8.

ZULASSUNGSNUMMER

7000512.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

03.03.2021

10.

STAND DER INFORMATION

11/2020

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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