Ebixa 5 mg Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
memantinum
Verfügbar ab:
Lundbeck (Schweiz) AG
ATC-Code:
N06DX01
INN (Internationale Bezeichnung):
memantinum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
memantini hydrochloridum 5 mg Endwerte. memantinum 4.15 mg, excipiens pro compresso Dunst.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Alzheimer-Krankheit
Zulassungsnummer:
55828
Berechtigungsdatum:
2003-10-28

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Ebixa® Filmtabletten

Lundbeck (Schweiz) AG

Was ist Ebixa und wann wird es angewendet?

Ebixa wird zur symptomatischen Behandlung von Patienten und Patientinnen mit mittelschwerer bis

schwerer Alzheimer-Krankheit angewendet.

Der Gedächtnisverlust, der mit der Alzheimer-Krankheit einhergeht, wird durch eine Störung der

Signalübertragung im Gehirn verursacht. Im Gehirn finden sich so genannte NMDA-Rezeptoren, die

an der Übertragung der Nervensignale beteiligt sind, die für das Lernen und die Erinnerung wichtig

sind. Memantin, der Wirkstoff von Ebixa, gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als NMDA-

Rezeptorantagonisten bezeichnet werden. Memantin wirkt an diesen NMDA-Rezeptoren und

verbessert die Übertragung der Nervensignale und damit das Gedächtnis.

Ebixa darf nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin verwendet werden.

Wann darf Ebixa nicht eingenommen werden?

·Ebixa darf nicht angewendet werden, wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber dem

Wirkstoff (Memantinhydrochlorid) oder einem der Hilfsstoffe von Ebixa Filmtabletten sind.

·Ebixa darf nicht zusammen angewendet werden mit Präparaten, welche den Wirkstoff

Dextromethorphan enthalten. Dextromethorphan ist in vielen Hustenpräparaten enthalten.

Wann ist bei der Einnahme von Ebixa Vorsicht geboten?

Ebixa soll unter gewissen Bedingungen nur mit Vorsicht angewendet werden. Deshalb sollten Sie

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin darüber informieren,

·wenn in Ihrer Krankengeschichte epileptische Anfälle aufgetreten sind,

·wenn Sie kürzlich einen Myokardinfarkt (Herzanfall) erlitten haben oder wenn Sie unter

dekompensierter Herzinsuffizienz oder unbehandeltem Bluthochdruck leiden.

Wenn Sie an einer Funktionsstörung der Nieren leiden, muss Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihre

Nierenfunktion sorgfältig überwachen und wenn nötig die Dosierung von Ebixa entsprechend

anpassen.

Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln zur Behandlung von Parkinson mit dem Wirkstoff

Amantadin und Arzneimitteln zur Anästhesie mit dem Wirkstoff Ketamin sowie ähnlich wirksamen

Arzneimitteln sollte vermieden werden.

Insbesondere folgende Wirkstoffe können in ihrer Wirkung durch die Einnahme von Ebixa

beeinflusst werden, wodurch eine Anpassung ihrer Dosis durch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

erforderlich sein kann:

·Dantrolen, Baclofen (Substanzen mit muskelentspannender Wirkung)

·Cimetidin, Ranitidin (Substanzen zur Hemmung der Säureproduktion im Magen)

·Procainamid (Substanz mit lokal betäubender Wirkung)

·Chinidin (Substanz gegen unregelmässigen Herzrhythmus)

·Chinin (Substanz mit infektionshemmender Wirkung)

·Nicotin (Substanz, enthalten in Raucherentwöhnungsmitteln)

·Hydrochlorothiazid (Substanz mit harntreibender Wirkung) oder Kombinationspräparate, die

Hydrochlorothiazid enthalten

·Anticholinergika (Substanzen, die normalerweise zur Behandlung von Bewegungsstörungen oder

Darmkrämpfen angewendet werden)

·Antikonvulsiva (Substanzen, die zur Vermeidung oder zum Lösen von Krampfanfällen dienen)

·Barbiturate (Substanzen, die normalerweise zur Förderung des Schlafs dienen)

·Dopaminerge Agonisten (Substanzen wie L-Dopa (Substanz zur Behandlung von Parkinson) und

Bromocriptin (Substanz, welche die Milchbildung hemmt))

·Neuroleptika (Substanzen zur Behandlung von psychischen Störungen)

·Orale Antikoagulanzien (Substanzen, die die Blutgerinnung hemmen).

Wenn Sie in ein Krankenhaus aufgenommen werden, informieren Sie den dortigen Arzt bzw. die

Ärztin, dass Sie Ebixa einnehmen.

Die Anwendung von Ebixa bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie darüber informieren, ob Ihre Krankheit es Ihnen erlaubt, gefahrlos

ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie Ihre Ernährung kürzlich grundlegend

umgestellt haben (z.B. von normaler Kost auf streng vegetarische Kost) oder wenn Sie dies

vorhaben, wenn Sie unter einer renalen tubulären Azidose (RTA, ein Überschuss an säurebildenden

Substanzen im Blut aufgrund einer Störung der Nierenfunktion) oder unter einer schweren Infektion

des Harntrakts leiden. Unter diesen Umständen muss Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin möglicherweise die

Dosierung Ihres Arzneimittels anpassen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Ebixa während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden

möchten. Die Anwendung von Ebixa bei schwangeren Frauen wird nicht empfohlen.

Frauen, die Ebixa einnehmen, dürfen nicht stillen.

Wie verwenden Sie Ebixa?

Nehmen Sie Ebixa immer genau nach Anweisung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin ein. Damit das

Arzneimittel bei Ihnen optimal wirken kann, sollten Sie es regelmässig jeden Tag einnehmen. Bitte

fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin nach, wenn Sie sich

nicht ganz sicher sind.

Die empfohlene Dosis von Ebixa bei Erwachsenen und älteren Patienten bzw. Patientinnen beträgt

20 mg/Tag in Tablettenform. Um das Risiko von Nebenwirkungen zu verringern, wird diese Dosis

schrittweise nach dem folgenden täglichen Behandlungsplan erreicht:

Woche 1 (Tag 1-7): Einmal täglich 5 mg (1 Filmtablette à 5 mg).

Woche 2 (Tag 8-14): Einmal täglich 10 mg (1 Filmtablette à 10 mg).

Woche 3 (Tag 15-21): Einmal täglich 15 mg (1 Filmtablette à 15 mg).

Woche 4 (Tag 22-28): Einmal täglich 20 mg (1 Filmtablette à 20 mg).

Ab der vierten Woche kann die Behandlung mit der empfohlenen Erhaltungsdosis von 20 mg täglich

(1 Filmtablette) fortgesetzt werden.

Zur einfachen Dosistitration steht eine Starterpackung mit Filmtabletten für die ersten 4

Behandlungswochen zur Verfügung.

Dosierung bei Patienten und Patientinnen mit eingeschränkter Nierenfunktion:

Wenn Ihre Nierenfunktion eingeschränkt ist, entscheidet der Arzt bzw. die Ärztin über eine

Dosierung, die Ihrem Krankheitszustand entspricht. In diesem Fall sollte Ihre Nierenfunktion in

regelmässigen Abständen durch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin überwacht werden.

Anwendung:

Ebixa sollte einmal täglich oral eingenommen werden. Die Filmtabletten sollten mit etwas Wasser

geschluckt und können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Dauer der Behandlung:

Setzen Sie die Einnahme von Ebixa fort, solange das Arzneimittel Ihnen hilft und bei Ihnen keine

unannehmbaren Nebenwirkungen auftreten. Die Behandlung sollte regelmässig durch einen Arzt

bzw. eine Ärztin beurteilt werden.

Wenn Sie eine grössere Menge von Ebixa eingenommen haben, als Sie sollten:

·Möglicherweise treten bei Ihnen verstärkt Symptome auf, wie sie im Abschnitt «Welche

Nebenwirkungen kann Ebixa haben?» beschrieben werden.

·Wenn Sie eine grosse Überdosis von Ebixa eingenommen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin oder holen Sie sich medizinischen Rat, da Sie möglicherweise eine medizinische

Behandlung brauchen.

Wenn Sie die Einnahme von Ebixa vergessen haben:

·Sollten Sie feststellen, dass Sie vergessen haben, Ihre Dosis von Ebixa einzunehmen, nehmen Sie

Ihre nächste Dosis zur gewohnten Zeit ein.

·Nehmen Sie keine doppelte Dosis ein, um die Einnahme der vergessenen Dosis nachzuholen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Ebixa haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Ebixa auftreten: Im Allgemeinen sind die

beobachteten Nebenwirkungen leicht bis mittelschwer. Die häufigsten Nebenwirkungen sind

Kopfschmerzen, erhöhter Blutdruck, Schläfrigkeit, Kurzatmigkeit, Verstopfung, Schwindel,

Arzneimittelüberempfindlichkeitsreaktionen und Gleichgewichtsstörungen.

Weniger häufig wurden Müdigkeit, Verwirrtheit, Erbrechen, Gangstörung und Halluzinationen

(diese hauptsächlich bei Patienten mit schwerer Alzheimer-Krankheit) beobachtet. Gelegentlich

traten Venenthrombose/Thromboembolie (akuter Gefässverschluss durch verschleppten Blutpfropf),

Herzschwäche, Pilzinfektionen und erhöhte Werte bei Leberfunktionstests auf. Sehr selten wurden

Krampfanfälle, psychotische Reaktionen, Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder der Leber

gemeldet.

Die Alzheimer-Krankheit wird mit Depression, Suizidgedanken und Suizid in Verbindung gebracht.

Seit Markteinführung wurden solche Ereignisse bei Patienten unter Ebixa berichtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Arzneimittel sind für Kinder unzugänglich aufzubewahren.

Die Filmtabletten sollen in der Originalpackung nicht über 30 °C gelagert werden.

Die Filmtabletten dürfen nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum

verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Ebixa enthalten?

Der Wirkstoff von Ebixa heisst Memantinhydrochlorid.

Filmtabletten zu 5 mg, 10 mg, 15 mg und 20 mg Memantinhydrochlorid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

·im Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, wasserfreies kolloidales

Silizium, Magnesiumstearat.

·Tablettenfilm: Hypromellose, Macrogol, der Farbstoff Titandioxid (E171).

Die Filmtabletten zu 10 mg enthalten zusätzlich den Farbstoff gelbes Eisenoxid (E172), diejenigen

zu 15 und 20 mg die Farbstoffe gelbes Eisenoxid (E172) und rotes Eisenoxid (E172).

Aussehen:

5 mg: weiss bis gebrochen weiss, länglich oval; Aufdruck «5» auf der einen bzw. «MEM» auf der

anderen Seite.

10 mg: blass gelb bis gelb, länglich oval; Aufdruck «10» auf der einen bzw. «M M» auf der anderen

Seite, mit je einer Bruchrille.

15 mg: orange, länglich oval; Aufdruck «15» auf der einen bzw. «MEM» auf der anderen Seite.

20 mg: blassrot, länglich oval; Aufdruck «20» auf der einen bzw. «MEM» auf der anderen Seite.

Zulassungsnummer

55828 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Ebixa? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Es gibt folgende Packungen:

Filmtabletten zu 10 mg (mit Bruchrille): 50.

Filmtabletten zu 20 mg: 98.

Starterpackung (7× 5 mg, 7× 10 mg, 7× 15 mg, 7× 20 mg).

Zulassungsinhaberin

Lundbeck (Schweiz) AG, Opfikon.

Diese Packungsbeilage wurde im Oktober 2015 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

13102015PI

Fachinformation

Ebixa® Filmtabletten

Lundbeck (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Memantin als Memantinhydrochlorid.

Hilfsstoffe

Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, wasserfreies kolloidales

Silizium, Magnesiumstearat.

Tablettenfilm: Hypromellose, Macrogol, der Farbstoff Titandioxid (E171).

Die Filmtabletten zu 10 mg enthalten zusätzlich den Farbstoff gelbes Eisenoxid (E172), diejenigen

zu 15 und 20 mg die Farbstoffe gelbes Eisenoxid (E172) und rotes Eisenoxid (E172).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 5 mg, 10 mg, 15 mg und 20 mg Memantinhydrochlorid (entspricht 4.15 mg, 8.31

mg, 12.46 mg bzw. 16.62 mg Memantin).

Aussehen:

5 mg: weiss bis gebrochen weiss, länglich oval; Aufdruck «5» auf der einen bzw. «MEM» auf der

anderen Seite.

10 mg: blass gelb bis gelb, länglich oval; Aufdruck «10» auf der einen bzw. «M M» auf der anderen

Seite, mit einer Bruchrille.

15 mg: orange, länglich oval; Aufdruck «15» auf der einen bzw. «MEM» auf der anderen Seite.

20 mg: blassrot, länglich oval; Aufdruck «20» auf der einen bzw. «MEM» auf der anderen Seite.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Symptomatische Behandlung von Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Krankheit

(Mini-Mental State Examination (MMSE) Werte von 3 bis und mit 19).

Dosierung/Anwendung

Die Einleitung und Überwachung der Behandlung sollte durch einen Arzt erfolgen, der über

Erfahrungen in der Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Demenz verfügt. Mit der Therapie

sollte nur begonnen werden, wenn eine Betreuungsperson zur Verfügung steht, die die Einnahme des

Arzneimittels durch den Patienten überwacht. Die Diagnose sollte anhand der aktuellen Richtlinien

erfolgen.

Erwachsene:

Die tägliche Höchstdosis beträgt 20 mg pro Tag. Um das Risiko von Nebenwirkungen zu reduzieren,

wird die Erhaltungsdosis durch eine wöchentliche Steigerung der Dosis um 5 mg während den ersten

drei Behandlungswochen erreicht.

Zur einfachen Dosistitration steht eine Starterpackung mit Filmtabletten für die ersten 4

Behandlungswochen zur Verfügung.

Dosistitration:

Woche 1 (Tag 1-7): Eine 5 mg Filmtablette täglich.

Woche 2 (Tag 8-14): Eine 10 mg Filmtablette täglich.

Woche 3 (Tag 15-21): Eine 15 mg Filmtablette täglich.

Woche 4 (Tag 22-28): Eine 20 mg Filmtablette täglich.

Erhaltungsdosis:

Ab der vierten Woche kann die Behandlung mit der empfohlenen Erhaltungsdosis von 20 mg täglich

(eine 20 mg Filmtablette) fortgesetzt werden.

Die Filmtabletten können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Ältere Patienten:

Die auf der Basis klinischer Studien empfohlene Dosis für Patienten über 65 Jahre beträgt 20 mg

täglich, wie oben beschrieben.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren:

Ebixa ist nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren vorgesehen. Sicherheit

und Wirksamkeit von Ebixa bei pädiatrischen Patienten wurden nicht untersucht.

Patienten mit Nierenfunktionsstörung:

Bei Patienten mit leichter Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 50-80 ml/min)

ist keine Anpassung der Dosis erforderlich. Bei Patienten mit einer mittelschweren

Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 30-49 ml/min) sollte die Dosis 10 mg täglich betragen.

Bei guter Verträglichkeit über mindestens 7 Tage kann die Dosis auf 20 mg pro Tag entsprechend

dem Standardtitrationsschema erhöht werden. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung

(Kreatinin-Clearance 5-29 ml/min) sollte die Dosis 10 mg pro Tag betragen.

Patienten mit Leberfunktionsstörung:

Bei Patienten mit leichten bis mittelschweren Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh A und Child-

Pugh B) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Für Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen

sind keine Daten bezüglich der Anwendung von Memantin verfügbar.

Die Anwendung von Ebixa wird bei schweren Leberfunktionsstörungen nicht empfohlen.

Kontraindikationen

·Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.

·Gleichzeitige Anwendung von Präparaten, die den N-Methyl-D-aspartat (NMDA)-Antagonisten

Dextromethorphan enthalten, welcher Bestandteil vieler Antitussiva ist.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Basierend auf pharmakologischen Gesichtspunkten und aufgrund von Einzelfallberichten wird bei

Patienten, die an Epilepsie leiden, oder bei Patienten mit Krampfanfällen in der Anamnese oder mit

Prädisposition für Epilepsie, besondere Vorsicht empfohlen.

Die gleichzeitige Anwendung von N-Methyl-D-Aspartat (NMDA)-Antagonisten, wie Amantadin

oder Ketamin, sollte vermieden werden. Diese Verbindungen wirken am gleichen Rezeptorsystem

wie Memantin. Daher können unerwünschte (hauptsächlich das ZNS betreffende) Nebenwirkungen

häufiger oder in stärkerer Ausprägung auftreten (siehe auch «Interaktionen»).

Einige Faktoren, die zu einem Anstieg des pH-Werts im Urin führen können (siehe auch

«Pharmakokinetik»), machen u. U. eine besonders sorgfältige Überwachung des Patienten

erforderlich, da ein alkalischer pH-Wert des Urins die Ausscheidung von Memantin vermindert. Zu

diesen Faktoren gehören eine grundlegende Umstellung der Ernährung, z.B. von fleischhaltiger auf

vegetarische Kost, oder die massive Einnahme von Mitteln zur Neutralisierung der Magensäure.

Darüber hinaus kann ein erhöhter pH-Wert auch durch eine renale tubuläre Azidose (RTA) oder

schwere Infektionen des Harntrakts mit Proteus-Bakterien verursacht werden.

In den meisten klinischen Studien waren Patienten mit kürzlich zurückliegendem Myokardinfarkt,

dekompensierter Herzinsuffizienz (NYHA lll-IV) oder unkontrolliertem Bluthochdruck

ausgeschlossen. Demzufolge liegen für Patienten mit diesen Beschwerden nur begrenzte Daten vor,

sie müssen daher engmaschig überwacht werden.

Es liegen keine pharmakokinetischen Interaktionsstudien und nur begrenzte Daten über die

Sicherheit einer gleichzeitigen Verabreichung von Memantin und Neuroleptika, Benzodiazepinen

und Antidepressiva vor. Auf mögliche Wechselwirkungen sollte daher geachtet werden.

Interaktionen

Aufgrund der pharmakologischen Effekte und des Wirkmechanismus von Memantin können die

folgenden Wechselwirkungen auftreten:

·Die Wirkungen von L-Dopa, dopaminergen Agonisten und Anticholinergika werden bei

gleichzeitiger Behandlung mit NMDA-Antagonisten, wie Memantin, möglicherweise verstärkt. Die

Wirkungen von Barbituraten und Neuroleptika können abgeschwächt werden. Die gleichzeitige

Anwendung von Memantin und den Spasmolytika Dantrolen oder Baclofen kann zu einer Änderung

in der Wirkung dieser Arzneimittel führen, wodurch ggf. eine Anpassung der Dosierung erforderlich

wird.

·Die gleichzeitige Anwendung von Memantin und Amantadin sollte vermieden werden, da diese das

Risiko einer pharmakotoxischen Psychose birgt. Beide Verbindungen sind chemisch verwandte

NMDA-Antagonisten. Dasselbe kann auch auf Ketamin und Dextromethorphan zutreffen (siehe auch

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Kontraindikationen»). Ein veröffentlichter

Fallbericht weist auch auf eine mögliche Gefahr einer pharmakotoxischen Psychose bei der

Kombination von Memantin und Phenytoin hin.

·Bei anderen Arzneimitteln, wie Cimetidin, Ranitidin, Procainamid, Quinidin, Quinin und Nicotin,

die das gleiche renale Kationen-Transportsystem wie Amantadin benutzen, besteht ebenfalls die

Möglichkeit der Wechselwirkung mit Memantin, und dadurch die potentielle Gefahr eines erhöhten

Plasmaspiegels.

·Der Serumspiegel von Hydrochlorothiazid (HCT) kann möglicherweise erniedrigt sein, wenn

Memantin gleichzeitig mit HCT oder HCT-haltigen Kombinationsarzneimitteln angewendet wird.

In pharmakokinetischen Studien mit Einmalgabe bei jungen gesunden Probanden wurden keine

relevanten Wechselwirkungen von Memantin mit Glibenclamid/Metformin oder Donepezil

beobachtet. In einer klinischen Studie mit jungen gesunden Probanden wurden keine relevanten

Effekte von Memantin auf die Pharmakokinetik von Galantamin beobachtet.

·Seit Markteinführung von Ebixa wurden einzelne Fälle von INR-Erhöhungen bei Patienten, die

gleichzeitig mit Warfarin behandelt wurden, berichtet. Obwohl kein kausaler Zusammenhang

hergestellt werden konnte, ist eine engmaschige Überwachung der Prothrombin-Zeit oder der INR

bei Patienten, die gleichzeitig mit oralen Antikoagulanzien behandelt werden, ratsam.

Memantin inhibierte CYP 1A2, 2A6, 2C9, 2D6, 2E1, 3A, Flavinhaltige Monooxygenase,

Epoxydhydrolase oder Sulfatierungen in vitro nicht.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft:

Es liegen keine klinischen Daten über die Anwendung von Memantin während der Schwangerschaft

vor. Tierstudien zeigten ein Potential zur Verminderung des intrauterinen Wachstums bei Exposition,

die identisch oder leicht höher war als die beim Menschen (siehe auch «Präklinische Daten»). Das

potentielle Risiko für den Menschen ist unbekannt. Memantin darf nicht während der

Schwangerschaft angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Stillzeit:

Es ist nicht bekannt, ob Memantin in die Muttermilch übergeht. Angesichts des lipophilen Charakters

der Substanz ist jedoch von dieser Annahme auszugehen. Frauen, die Memantin einnehmen, dürfen

nicht stillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Eine mittelschwere bis schwere Alzheimer-Krankheit führt normalerweise zu einer Einschränkung

der Verkehrstüchtigkeit und beeinträchtigt die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen. Darüber hinaus

kann Memantin die Reaktionsfähigkeit so weit verändern, dass ambulante Patienten zu besonderer

Vorsicht beim Führen von Fahrzeugen oder beim Bedienen von Maschinen angehalten werden

sollten.

Unerwünschte Wirkungen

In klinischen Studien bei leichter bis schwerer Demenz, in denen 1'784 Patienten Memantin und

1'595 Patienten Placebo erhielten, unterschied sich die Gesamthäufigkeit unerwünschter Ereignisse

unter Memantin nicht von derjenigen in der Placebogruppe. Die unerwünschten Ereignisse waren im

Allgemeinen leicht bis mittelschwer. Die am häufigsten aufgetretenen unerwünschten Ereignisse mit

einer höheren Inzidenz in der Memantin-Gruppe als in der Placebogruppe waren Schwindel (6.3%

vgl. mit 5.6%), Kopfschmerzen (5.2% vgl. mit 3.9%), Verstopfung (4.6% vgl. mit 2.6%),

Schläfrigkeit (3.4% vgl. mit 2.2%) und erhöhter Blutdruck (4.1% vgl. mit 2.8%).

Die im Folgenden gelisteten unerwünschten Arzneimittelwirkungen sind aus klinischen Studien und

seit der Markteinführung von Memantin mitgeteilt worden. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe

werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Die unerwünschten Arzneimittelwirkungen sind nach Systemorganklassen gemäss der folgenden

Konvention geordnet:

sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1'000, <1/100), selten (≥1/10'000,

<1/1'000), sehr selten (<1/10'000, einschliesslich Einzelfälle), nicht bekannt (Häufigkeit aufgrund der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Infektionen

Gelegentlich: Pilzinfektionen.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Schläfrigkeit.

Gelegentlich: Verwirrtheit, Halluzinationen (Halluzinationen sind hauptsächlich bei Patienten mit

schwerer Alzheimer-Krankheit beobachtet worden).

Häufigkeit nicht bekannt: Psychotische Reaktionen*.

Die Alzheimer-Krankheit wird mit Depression, Suizidgedanken und Suizid in Verbindung gebracht.

Seit Markteinführung wurden solche Ereignisse bei Patienten unter Ebixa berichtet.

Immunsystem

Häufig: Arzneimittelüberempfindlichkeitsreaktionen.

Nervensystem

Häufig: Schwindel, Gleichgewichtsstörungen.

Gelegentlich: Gangstörung.

Sehr selten: Krampfanfälle.

Funktionsstörungen des Herzens

Gelegentlich: Herzinsuffizienz.

Gefässerkrankungen

Häufig: erhöhter Blutdruck.

Gelegentlich: Venenthrombose/Thromboembolie.

Erkrankungen der Atemwege

Häufig: Dyspnoe.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Verstopfung.

Gelegentlich: Erbrechen.

Häufigkeit nicht bekannt: Pankreatitis*.

Funktionsstörungen der Leber und Galle

Gelegentlich: erhöhte Leberfunktionsparameter.

Häufigkeit nicht bekannt: Hepatitis*.

Körper insgesamt

Häufig: Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Müdigkeit.

* Einzelfallberichte seit Markteinführung.

Überdosierung

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen zu Überdosierung aus klinischen Studien sowie nach

Markteinführung vor.

Symptome: Relativ hohe Überdosierungen (200 mg/Tag bzw. 105 mg/Tag, jeweils über 3 Tage)

gingen entweder lediglich mit Symptomen wie Müdigkeit, Schwächegefühl und/oder Diarrhö oder

ohne Symptome einher.

In Überdosierungsfällen mit weniger als 140 mg oder mit unbekannter Dosis zeigten die Patienten

Symptome zentralnervösen Ursprungs (Verwirrtheit, Benommenheit, Schläfrigkeit, Schwindel,

Agitiertheit, Aggression, Halluzinationen und Gangstörungen) und/oder gastrointestinalen Ursprungs

(Erbrechen und Diarrhö).

Im extremsten Fall einer Überdosierung überlebte der Patient die orale Einnahme von insgesamt

2'000 mg Memantin mit Wirkungen auf das zentrale Nervensystem (Koma über 10 Tage sowie

später Diplopie und Agitiertheit). Der Patient erhielt eine symptomatische Behandlung sowie

Plasmapherese und erholte sich ohne Ausbildung dauerhafter Folgeerscheinungen.

In einem weiteren Fall massiver Überdosierung überlebte und erholte sich der Patient ebenfalls.

Dieser Patient hatte 400 mg Memantin oral erhalten und entwickelte zentralnervöse Symptome wie

Ruhelosigkeit, Psychose, visuelle Halluzinationen, erniedrigte Krampfschwelle, Schläfrigkeit, Stupor

und Bewusstlosigkeit.

Behandlung: Im Falle einer Überdosierung sollte die Behandlung symptomatisch erfolgen. Ein

spezifisches Antidot gegen eine Intoxikation bzw. Überdosierung ist nicht verfügbar. Klinische

Standardverfahren zur Entfernung des Wirkstoffes, z.B. Magenspülung, Aktivkohle (zur

Unterbrechung der möglichen enterohepatischen Rezirkulation), Ansäuerung des Urins und forcierte

Diurese sollten, wenn angemessen, zur Anwendung kommen.

Im Fall von Anzeichen oder Symptomen einer allgemeinen Überstimulation des zentralen

Nervensystems (ZNS) sollte eine sorgfältige symptomatische klinische Behandlung in Erwägung

gezogen werden.

Bezüglich Dialyse stehen keine Daten zur Verfügung.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N06DX01

Pharmakodynamik:

Es gilt zunehmend als erwiesen, dass eine Fehlfunktion der glutamatergen Neurotransmission,

insbesondere an den NMDA-Rezeptoren, sowohl zur Ausprägung der Symptome wie auch zum

Fortschreiten der Erkrankung bei der neurodegenerativen Demenz beiträgt.

Memantin ist ein spannungsabhängiger, nicht kompetitiver NMDA-Rezeptorantagonist mittlerer

Affinität. Memantin reguliert die Wirkung pathologisch erhöhter tonischer Konzentrationen von

Glutamat, die zu neuronalen Funktionsstörungen führen können.

Klinische Wirksamkeit:

Definitionen der verwendeten Abkürzungen:

ADAS-cog = Alzheimer Disease Assessment Scale (zur Bewertung der kognitiven Funktionen)

ADCS-ADLsev = Alzheimer's Disease Cooperative Study – Activities of Daily Living (für

Alltagsaktivität)

CIBIC-plus = Clinician's Interview Based Impression of Change (für den klinischen

Gesamteindruck)

LOCF = Last Observation Carried Forward (letzter gültiger Messwert für die Endauswertung)

MMSE = Gesamtscore des Mini-Mental-Status-Examination

SIB = Severe Impairment Battery (für Kognition)

Monotherapiestudien

In die pivotale Monotherapiestudie an Patienten, die an einer mittelschweren bis schweren

Alzheimer-Krankheit litten (MMSE Gesamtscores bei Studienbeginn 3-14), wurden insgesamt 252

ambulante Patienten aufgenommen. In der Studie wurden vorteilhafte Wirkungen der Memantin-

Behandlung im Vergleich zu Placebo zum Untersuchungszeitpunkt von 6 Monaten gezeigt (Analyse

der beobachteten Fälle für CIBIC-plus: p=0.025; ADCS-ADLsev: p=0.003; SIB: p=0.002).

Die pivotale Monotherapiestudie mit Memantin zur Behandlung der leichten bis mittelschweren

Alzheimer-Krankheit (MMSE-Gesamtscores zu Studienbeginn 10 bis 22) umfasste 403 Patienten.

Mit Memantin behandelte Patienten zeigten verglichen zu Patienten unter Placebo statistisch

signifikant bessere Wirkungen bei den primären Endpunkten ADAS-cog (p=0.003) und CIBIC-plus

(p=0.004) in Woche 24 (LOCF). In einer weiteren Monotherapiestudie bei leichter bis

mittelschwerer Alzheimer-Krankheit wurden insgesamt 470 Patienten (MMSE-Gesamtscores bei

Studienbeginn 11-23) randomisiert. In der prospektiv festgelegten primären Analyse erreichte der

Unterschied zwischen Memantin und Placebo im Hinblick auf den primären Wirksamkeitsendpunkt

in Woche 24 keine Signifikanz.

Eine Metaanalyse der Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Krankheit (MMSE-

Gesamtscore <20) aus sechs Phase III, placebokontrollierten, 6-monatigen Studien (inkl. Memantin-

Monotherapiestudien und Studien mit Patienten, die stabil auf einen Acetylcholinesterasehemmer

eingestellt waren) zeigte statistisch signifikante Wirkung zugunsten der Memantin-Behandlung in

den kognitiven, globalen und funktionalen Bereichen.

Bei Patienten, bei denen sich der Krankheitsverlauf in allen drei Bereichen verschlechterte, zeigte

sich eine statistisch signifikante Wirkung von Memantin zur Verhinderung einer Verschlechterung:

unter der Placebo-Behandlung zeigte sich eine Verschlechterung in allen drei Bereichen bei doppelt

so vielen Patienten wie unter Memantin-Behandlung (21% vs. 11%, p<0.0001).

Studie mit Donepezil

In einer anderen 6-monatigen placebo-kontrollierten Studie bei Patienten mit mittelschwerer bis

schwerer Alzheimer-Krankheit zeigte sich ein signifikanter Nutzen von Memantin als Zusatz zu

einer bereits bestehenden Donepezil-Therapie.

In dieser doppelblinden placebo-kontrollierten Phase-Ill Parallelgruppen-Studie wurden 403

Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Krankheit während 6 Monaten zusätzlich zu

einer Donepezil-Therapie mit 20 mg Memantin täglich resp. mit Placebo behandelt.

Einschlussbedingung war eine vorherige Donepezil-Therapie bei stabiler Dosierung während

mindestens 6 Monaten. Primäre Bewertungsparameter waren der kognitive Bereich (SIB) sowie der

funktionale Bereich (ADCS-ADLsev), Auswertung mittels LOCF-Analyse (last observation carried

forward). Zur Beurteilung des globalen Bereichs diente der CIBIC-plus.

Am Ende der Behandlungszeit nach 6 Monaten zeigte sich eine statistisch signifikante Überlegenheit

von Memantin+Donepezil gegenüber Placebo+Donepezil bei den Primärparametern SIB und ADCS-

ADLsev, ebenso beim CIBIC-plus: LOCF-Analyse (last observation carried forward) für SIB:

p<0.001; ADCS-ADLsev: p=0.028; CIBIC-plus: p=0.027. Resultate der OC-Analyse (observed

cases) für SIB: p<0.001; ADCS-ADLsev: p=0.020; CIBIC-plus: p=0.028.

Pharmakokinetik

Absorption:

Memantin besitzt eine absolute Bioverfügbarkeit von ca. 100%. Tmax liegt zwischen 3 und 8

Stunden. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Resorption von Memantin durch Nahrung

beeinflusst wird.

Linearität:

Studien an Probanden zeigten eine lineare Pharmakokinetik im Dosisbereich von 10 bis 40 mg.

Distribution:

Tägliche Dosen von 20 mg führen zu Memantin-Plasmakonzentrationen im Steady-State im Bereich

von 70 bis 150 ng/ml (0.5-1 µmol) mit grossen interindividuellen Schwankungen. Bei Anwendung

von Tagesdosen zwischen 5 und 30 mg wurde ein mittlerer Liquor (CSF)-Serum-Quotient von 0.52

ermittelt. Das Verteilungsvolumen beträgt ca. 10 l/kg. Etwa 45% von Memantin liegt an

Plasmaproteine gebunden vor.

Metabolismus:

Beim Menschen liegen ca. 80% der Memantin-verwandten Stoffe im Blut als Ausgangssubstanz vor.

Die Hauptmetabolite beim Menschen sind N-3,5-Dimethyl-Gludantan, ein Isomerengemisch von 4-

und 6-Hydroxy-Memantin, sowie 1-Nitroso-3,5-Dimethyl-Adamantan. Keiner dieser Metaboliten

zeigt eine Aktivität als NMDA-Antagonist. Bei In-vitro Untersuchungen konnte kein durch

Cytochrom P 450 katalysierter Metabolismus festgestellt werden.

In einer Studie mit oral verabreichtem 14C-Memantin wurden im Mittel 84% der Dosis innerhalb

von 20 Tagen wiedergefunden, wobei über 99% renal ausgeschieden wurden.

Elimination:

Memantin wird monoexponentiell mit einer terminalen t½ von 60 bis 100 Stunden eliminiert. Bei

Probanden mit normaler Nierenfunktion wurde eine Gesamt-Clearance (Cltot) von 170 ml/min/1.73

m2 ermittelt. Ein Teil der renalen Gesamt-Clearance wird dabei durch tubuläre Sekretion erzielt.

In der Niere erfolgt ebenfalls eine tubuläre Rückresorption, die wahrscheinlich durch Kationen-

Transportproteine vermittelt wird.

Bei alkalischem Urin kann die renale Eliminationsrate von Memantin um den Faktor 7 bis 9 reduziert

sein (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Ein alkalischer pH-Wert des Urins

kann durch eine grundlegende Umstellung der Ernährung, z.B. von fleischhaltiger auf vegetarische

Kost, oder die massive Einnahme von Mitteln zur Neutralisierung der Magensäure verursacht

werden.

Kinetik spezieller Patientengruppen:

Bei älteren Probanden mit normaler und verminderter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance von 50-

100 ml/min/1.73 m2) wurde eine signifikante Korrelation zwischen der Kreatinin-Clearance und der

renalen Gesamt-Clearance von Memantin beobachtet (siehe auch «Dosierung/Anwendung»).

Pharmakokinetische/pharmakodynamische Beziehung:

Bei einer Tagesdosis von 20 mg Memantin entspricht der Liquorspiegel (CSF) dem ki-Wert (ki =

Inhibitionskonstante für die Bindung am NMDA-Rezeptor) von Memantin, der beim Menschen in

der vorderen Grosshirnrinde 0.5 µmol beträgt.

Präklinische Daten

In Kurzzeitstudien an Ratten induzierte Memantin, wie andere NMDA-Antagonisten auch,

Vakuolenbildungen und Nekrosen des Nervengewebes (Olney-Läsionen), jedoch nur nach

Dosierungen, die zu sehr hohen Spitzenkonzentrationen im Serum führten. Der Vakuolisierung und

Nekrotisierung gingen Ataxie und weitere präklinische Anzeichen voraus. Diese Wirkungen wurden

weder in Langzeitstudien bei Nagern noch bei anderen Versuchstieren beobachtet. Die klinische

Relevanz dieser Befunde ist unbekannt.

In Toxizitätsstudien mit wiederholter Gabe wurden Augenveränderungen inkonsistent (d.h. nicht

durchgängig in allen Studien) bei Nagern und Hunden beobachtet, jedoch nicht bei Affen. Bei

speziellen ophthalmoskopischen Untersuchungen in klinischen Studien mit Memantin wurden keine

Augenveränderungen festgestellt.

Bei Nagern wurde eine Störung des Phospholipidhaushalts in Lungenmakrophagen, die auf

Akkumulation von Memantin in Lysosomen zurückzuführen ist, beobachtet. Diese Wirkung ist von

anderen Arzneimitteln, die kationisch-amphiphile Eigenschaften besitzen, bekannt. Möglicherweise

besteht eine Beziehung zwischen dieser Akkumulation und der beobachteten Vakuolenbildung in den

Lungen. Diese Wirkung wurde nur unter hoher Dosierung bei Nagern festgestellt. Die klinische

Relevanz dieser Befunde ist unbekannt.

Die Prüfung von Memantin in Standard-Tests ergab keine Genotoxizität. In Langzeitstudien an

Mäusen und Ratten gab es keine Hinweise auf Kanzerogenität. Memantin hatte bei Ratten und

Kaninchen keine teratogene Wirkung, selbst bei für die Muttertiere toxischen Dosen. Darüber hinaus

zeigte Memantin keine negativen Wirkungen auf die Fertilität. Bei Ratten wurde ein vermindertes

Wachstum der Föten beobachtet bei Exposition mit identischen oder etwas höheren Spiegeln als

denen, die beim Menschen bei therapeutischer Anwendung erreicht werden.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Eine Beeinflussung diagnostischer Methoden durch Memantin ist nicht bekannt.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

In der Originalpackung nicht über 30 °C aufbewahren.

Zulassungsnummer

55828 (Swissmedic)

Packungen

Starterpackung (7× 5 mg, 7× 10 mg, 7× 15 mg, 7× 20 mg). [B]

Packung zu 10 mg: 50. [B]

Packungen zu 20 mg: 98. [B]

Zulassungsinhaberin

Lundbeck (Schweiz) AG, Opfikon

Stand der Information

Oktober 2015.

13102015FI

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