Doxorubicin Accord 2 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

26-05-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

05-04-2019

Wirkstoff:
DOXORUBICIN HYDROCHLORID
Verfügbar ab:
Accord Healthcare B.V.
ATC-Code:
L01DB01
INN (Internationale Bezeichnung):
DOXORUBICINE HYDROCHLORIDE
Einheiten im Paket:
1 x 5 ml (Durchstechflasche), Laufzeit: 18 Monate 1 x 25 ml (Durchstechflasche), Laufzeit: 18 Monate 1 x 100 ml (Durchstechflasc
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Therapiegruppe:
Doxorubicin
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-29692
Berechtigungsdatum:
2010-09-22

Lesen Sie das vollständige Dokument

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Doxorubicin Accord 2 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Wirkstoff: Doxorubicin-Hydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor mit der Anwendung dieses

Arzneimittels begonnen wird, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Medikament wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann

anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist Doxorubicin Accord und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Doxorubicin Accord beachten?

Wie ist Doxorubicin Accord anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Doxorubicin Accord aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ist Doxorubicin Accord und wofür wird es angewendet?

Die Bezeichnung Ihres Medikaments ist „Doxorubicin Accord 2 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung“. In diesem Informationsblatt wird es jedoch kurz ‚Doxorubicin Accord‘ genannt.

Doxorubicin gehört zu der Arzneimittelgruppe der Anthrazykline. Diese Arzneimittel sind auch als

Antikrebsmittel, Chemotherapie oder „Chemo“ bekannt. Sie werden bei der Behandlung diverser

Krebserkrankungen eingesetzt, um das Wachstum der Krebszellen zu verlangsamen oder zu unterbinden.

Um bessere Ergebnisse zu erzielen und zur Verminderung der Nebenwirkungen wird oft eine Kombination

verschiedener Antikrebsmittel angewendet.

Doxorubicin Accord wird zur Behandlung der folgenden Krebserkrankungen verabreicht:

Brustkrebs

Krebserkrankungen des Bindegewebes, der Bänder, Knochen und Muskeln (Sarkom)

Magen- oder Darmkrebs

Lungenkrebs

Lymphome (Krebserkrankungen des Immunsystems)

Leukämie, eine Krebserkrankung des blutbildenden Systems

Schilddrüsenkrebs

Fortgeschrittenes Ovarial- und Endometriumkarzinom (Krebserkrankung der Gebärmutter oder der

Gebärmutterschleimhaut)

Harnblasenkrebs

Fortgeschrittenes Neuroblastom (eine Krebserkrankung der Nervenzellen, die häufig bei Kindern auftritt)

Bösartiger Nierentumor bei Kindern (Wilms-Tumor)

Myelom (Krebserkrankung des Knochenmarks)

Was sollten Sie vor der Anwendung von Doxorubicin Accord beachten?

Doxorubicin Accord darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Doxorubicin-Hydrochlorid oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Ihnen mitgeteilt wurde, dass Ihr Blut dünn ist (Ihre Knochenmarksfunktion ist beeinträchtigt).

wenn Sie schon einmal mit Doxorubicin oder ähnlichen Chemotherapiemitteln wie Idarubicin,

Epirubicin oder Daunorubicin behandelt worden sind, da eine vorausgegangene Behandlung mit diesen

ähnlichen Medikamenten das Risiko von Nebenwirkungen unter Doxorubicin erhöhen kann.

wenn Sie leicht bluten.

wenn Sie an einer Infektion jeglicher Art leiden.

wenn Sie Geschwüre im Mund haben.

wenn Ihre Leberfunktion beeinträchtigt ist.

wenn Sie an einer Infektion der Harnblase leiden (für den Fall, dass das Medikament Ihnen durch

Verabreichung in die Harnblase gegeben wird).

wenn Sie Blut im Urin haben.

wenn Sie einen Herzinfarkt hatten.

wenn Ihre Herzfunktion eingeschränkt ist.

wenn Sie Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie) haben.

Das Arzneimittel sollte nicht durch einen Katheter (ein dünner flexibler Schlauch) in Ihre Blase verabreicht

werden, wenn:

Sie einen Tumor haben, der in die Blasenwand eingedrungen ist.

Sie eine Harnwegsinfektion haben.

Sie eine Blasenentzündung haben.

bei Ihnen Probleme bei der Einführung eines Katheters bestehen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie an den folgenden Erkrankungen leiden oder

gelitten haben:

unzureichende Bildung von Blutkörperchen im Knochenmark

Herzerkrankungen

Leberfunktionsstörungen

Nierenfunktionsstörungen

Sie sollten Ihren Arzt auch informieren, wenn:

Sie jemals Doxorubicin oder ein ähnliches Antikrebsmittel (Anthrazyklin) zur Krebsbekämpfung

erhalten haben.

Sie Strahlentherapie im Bereich des Oberkörpers erhalten haben.

Vor und während der Therapie mit Doxorubicin Accord wird Ihr Arzt die folgenden Untersuchungen

durchführen:

Blutbilduntersuchungen

Untersuchungen Ihrer Herz-, Leber- und Nierenfunktion

Doxorubicin bewirkt eine starke Verminderung der Bildung von Blutkörperchen im Knochenmark. Dies

kann dazu führen, dass Sie anfälliger für Infektionen oder Blutungen sind. Es sollte sicher gestellt werden,

dass schwere Infektionen und/oder Blutungen ohne Verzögerung und wirksam behandelt werden können.

Informieren Sie Ihren Arzt umgehend, wenn:

Sie an der Injektionsstelle stechenden oder brennenden Schmerz empfinden. Solche Schmerzen können

auftreten, wenn das Arzneimittel aus der Vene ausläuft.

Ihr Arzt wird während der Therapie Ihre Herzfunktion sorgfältig überwachen, denn:

Doxorubicin schädigt möglicherweise den Herzmuskel.

die Doxorubicin-Therapie kann nach einer gewissen kumulativen Dosis (Summierung einzelner Dosen)

zu Herzversagen führen.

das Risiko eines Herzmuskelschadens ist höher, wenn Sie zuvor Arzneimittel erhalten haben, die das

Herz beeinträchtigen können, oder nach Strahlentherapie des Oberkörpers.

Während der Behandlung ist es möglich, dass Ihre Harnsäurewerte im Blut (Hinweis, dass Krebszellen

abgetötet werden) erhöht sind. Ihr Arzt wird Sie informieren, ob es erforderlich ist, ein Arzneimittel zur

Kontrolle dessen einzunehmen.

Vor dem Therapiestart mit Doxorubicin Accord sollten bestehende Infektionen behandelt werden.

Dieses Arzneimittel wird im Allgemeinen nicht in Kombination mit abgeschwächten Lebendimpfstoffen

empfohlen. Der Kontakt mit Personen, die vor kurzem gegen Polio geimpft wurden, sollte vermieden

werden.

Da Doxorubicin Accord überwiegend über die Leber und die Galle ausgeschieden wird, kann im Fall

von Leberfunktionsstörung oder Gallengangverengung die Ausscheidung vermindert sein. Dies kann zu

schweren sekundären Nebenwirkungen führen.

Doxorubicin Accord kann den Urin rot färben. Dies ist kein Zeichen eines gesundheitlichen Schadens.

Anwendung von Doxorubicin Accord zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Die folgenden Arzneimittel können mit Doxorubicin Accord interagieren:

Andere Zytostatika (Arzneimittel zur Krebsbekämpfung) z. B. Trastuzumab, Anthrazykline

(Daunorubicin, Epirubicin, Idarubicin), Cisplatin, Cyclophosphamid, Ciclosporin, Cytarabin,

Dacarbazin, Dactinomycin, Fluorouracil, Mitomycin C, Taxane (z. B. Paclitaxel), Mercaptopurin,

Methotrexat, Streptozocin

Herzaktive Medikamente (Arzneimittel zur Behandlung von Herzerkrankungen) z. B.

Kalziumkanalblocker, Verapamil, und Digoxin

Arzneimittel, die den Harnsäurespiegel im Blut senken

Hemmstoffe von Cytochrom P-450 (Medikamente, welche die Wirkung von Cytochrom P-450, das bei

der Entgiftung Ihres Körpers eine wichtige Rolle spielt, unterbinden: z. B. Cimetidin), Arzneimittel, die

Cytochrom P–450 induzieren (z. B. Rifampicin, Barbiturate einschließlich Phenobarbital)

Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Phenytoin, Valproat)

Antipsychotika: Clozapin (Arzneimittel zur Behandlung der Schizophrenie)

Heparin (verhindert die Blutgerinnung)

Antiretrovirale Medikamente (Arzneimittel zur Bekämpfung gewisser Viren)

Chloramphenicol und Sulfonamide (Arzneimittel zur Behandlung von Bakterien)

Progesteron (z. B. bei Gefahr einer Fehlgeburt)

Amphotericin B (Medikamente zur Behandlung von Pilzerkrankungen)

Lebendimpfstoffe (z. B. Polio (-myelitis), Malaria)

Bitte beachten Sie, dass dies auch auf kürzlich verwendete Arzneimittel zutreffen kann.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Schwangerschaft

In tierexperimentellen Studien wurde festgestellt, dass Doxorubicin durch die Plazenta dringt und den Fötus

gefährdet. Wenn Sie schwanger sind, wird Ihr Arzt Ihnen nur dann Doxorubicin verordnen, wenn die

Vorteile der Behandlung die potenzielle Gefährdung des ungeborenen Kindes überwiegen. Informieren Sie

Ihren Arzt umgehend, wenn Sie schwanger sind, oder glauben schwanger zu sein.

Stillzeit

Während der Behandlung mit Doxorubicin Accord dürfen Sie nicht stillen. Das Arzneimittel kann über die

Muttermilch an das Baby weiter gegeben werden.

Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Frauen sollten während der Behandlung mit Doxorubicin oder bis zu 6 Monate danach nicht schwanger

werden.

Männer, die mit Doxorubicin behandelt werden, sollten entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen, um

sicherzustellen, dass ihre Partnerin während der Behandlung oder bis zu 6 Monate danach nicht schwanger

wird. Aufgrund der Möglichkeit einer irreversiblen Infertilität durch die Therapie mit Doxorubicin sollten

sie sich über Kryokonservierung (Kältekonservierung) von Sperma vor der Behandlung beraten lassen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie nach der Behandlung in Erwägung ziehen, ein Kind zu zeugen.

Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung aller Arzneimittel Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Aufgrund des häufigen Vorkommens von Übelkeit und Erbrechen wird das Führen von Fahrzeugen und

Bedienen von Maschinen nicht empfohlen.

Doxorubicin Accord enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält 0,15 mmol (3,5 mg) Natrium pro ml. Dies muss bei Patienten, die eine

kochsalzarme Diät einhalten, berücksichtigt werden.

Wie ist Doxorubicin Accord anzuwenden?

Hinweise zu und Art der Anwendung:

Doxorubicin Accord darf nur unter Aufsicht eines Arztes mit Erfahrung in der Tumorbehandlung

verabreicht werden.

Dosierung: Ihr Arzt wird entscheiden, welche Dosis Sie erhalten.

Sie dürfen das Arzneimittel nicht selbst verabreichen. Das Medikament wird Ihnen im Rahmen einer

intravenösen Infusion in ein Blutgefäß und unter der Anweisung eines Facharztes verabreicht. Während und

nach der Behandlung werden Sie regelmäßig untersucht. Falls Sie an oberflächlichem Harnblasenkrebs

leiden, ist es möglich, dass das Arzneimittel in Ihre Harnblase verabreicht wird (intravesikale Anwendung).

Dosierung:

Die Dosierung wird im Allgemeinen aufgrund Ihrer Körperoberfläche berechnet. Bei einer Monotherapie

werden möglicherweise 60-75 mg pro Quadratmeter Körperoberfläche alle 3 Wochen verabreicht. Bei

Verabreichung in Kombination mit anderen krebsbekämpfenden Medikamenten ist es gegebenenfalls

notwendig, die Dosis auf 30-60 mg pro Quadratmeter Körperoberfläche zu reduzieren und das

Behandlungsintervall zu verlängern. Ihr Arzt wird Sie davon unterrichten, wie viel Sie benötigen. Bei

wöchentlichen Gaben beträgt die empfohlene Dosis 15 - 20 mg pro Quadratmeter Körperoberfläche. Ihr

Arzt wird Sie davon unterrichten, wie viel Sie benötigen.

Patienten mit reduzierter Leber- oder Nierenfunktion

Im Fall von verminderter Leber- oder Nierenfunktion sollte die Dosis reduziert werden. Ihr Arzt wird Sie

davon unterrichten, wie viel Sie benötigen.

Kinder, ältere Patienten oder Patienten nach einer Strahlentherapie

Bei Kindern und älteren Patienten oder wenn Sie eine Strahlentherapie erhalten haben, ist es gegebenenfalls

notwendig, die Dosierung zu vermindern. Ihr Arzt wird Sie davon unterrichten, wie viel Sie benötigen.

Patienten mit Knochenmarkdepression

Bei Patienten mit Knochenmarkdepression

kann eine Verminderung der Dosis erforderlich sein. Ihr Arzt

wird Sie davon unterrichten, wie viel Sie benötigen.

Fettleibige Patienten

Bei fettleibigen Patienten kann die Anfangsdosis gegebenenfalls reduziert oder das Dosisintervall verlängert

werden. Ihr Arzt wird Sie davon unterrichten, wie viel Sie benötigen.

Wenn Sie eine größere Menge von Doxorubicin Accord angewendet haben, als Sie sollten

Ihr Arzt oder Ihre Krankenschwester werden Sie während und nach der Behandlung sorgfältig überwachen.

Die Symptome einer Überdosierung sind eine Zunahme der möglichen Nebenwirkungen von Doxorubicin.

Dies gilt besonders für Änderungen der Blutwerte, Magen-Darm- und Herzerkrankungen. Erkrankungen des

Herzens können sogar bis zu sechs Monate nach Gabe der Überdosis auftreten.

Im Fall einer Überdosierung wird Ihr Arzt die entsprechenden Maßnahmen ergreifen, wie zum Beispiel eine

Bluttransfusion und/oder Behandlung mit Antibiotika.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn irgendwelche der Symptome auftreten.

Wenn Sie die Anwendung von Doxorubicin Accord vergessen haben

Ihr Arzt wird über die Dauer Ihrer Therapie mit Doxorubicin Accord entscheiden. Falls die Therapie vor der

empfohlenen Behandlungsreihe abgebrochen wird, kann es sein, dass die Wirkung der Doxorubicin-

Therapie vermindert ist. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat, wenn Sie die Behandlung abbrechen möchten.

Wenn Sie die Anwendung von Doxorubicin Accord abbrechen

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder das Pflegepersonal umgehend, wenn Sie irgendwelche der folgenden

Nebenwirkungen bemerken:

Schwindelgefühl, Fieber, Atemnot mit Enge im Brustkorb oder Hals oder juckender Hautausschlag.

Diese Art allergischer Reaktion kann sehr ernsthaft sein.

Anämie (niedrige Anzahl roter Blutkörperchen) kann das Gefühl von Müdigkeit und Lethargie

verursachen.

Die Anzahl der weißen Blutkörperchen (die Infektionen bekämpfen) kann ebenfalls abnehmen, was die

Möglichkeit von Infektionen und erhöhter Temperatur (Fieber) erhöht.

Die Blutplättchen (Zellen, die bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle spielen) können ebenfalls

beeinträchtigt sein, sodass es eher zu Blutergüssen und Blutungen kommt. Wenn dies auftritt, sollten Sie

unbedingt ärztlichen Rat einholen. Ihr Arzt sollte während der Behandlung Ihr Blutbild untersuchen.

Doxorubicin kann die Aktivität Ihres Knochenmarkes vermindern. Ihr Arzt sollte während der

Behandlung Ihr Blutbild untersuchen.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung)

Änderungen im EKG (Elektrokardiogramm)

Knochenmarkdepression (Mangel an Blutkörperchen, was zu Infektionen und Blutungen führt)

Änderungen des Blutbilds (Leukopenie, Neutropenie)

Übelkeit (Brechreiz)

Erbrechen

Mukositis (Entzündung der Schleimhaut des Verdauungstrakts)

Stomatitis (Entzündung der Schleimhaut im Mund)

Anorexie (Essstörung)

Durchfall – was zu Dehydratisierung führen kann

Chemisch induzierte Zystitis (Blasenentzündung) manchmal hämorrhagisch (mit Blut im Urin) nach

Verabreichung in die Harnblase

Alopezie (Haarausfall) in der Regel reversibel

Sepsis (Bakterieninfektion)

Septikämie (Bakterieninfektion des Blutes)

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Ulzeration und Nekrose (Absterben von Zellen/Gewebe) des Dickdarms in Kombination mit

Cytarabin

Phlebitis (Venenentzündung)

Gastrointestinale Blutungen

Bauchschmerzen

Lokale Überempfindlichkeitsreaktion im Bereich der Strahlentherapie

Dehydratisierung

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Sekundäre akute myeloische Leukämie (Blutkrebs, der nach Behandlung einer anderen

Krebserkrankung auftritt) bei gleichzeitiger Anwendung von antineoplastischen Arzneimitteln,

welche die DNS schädigen

Tumorlyse-Syndrom (Komplikationen der Chemotherapie)

Konjunktivitis (Entzündung der Bindehaut des Auges)

Urtikaria (Nesselausschlag)

Exanthem (eine Art Hautausschlag)

Erythematöse Reaktionen (Hautausschlag-ähnliche Symptome) entlang der für die Injektion

verwendeten Vene

Hyperpigmentierung (dunkle Stellen) der Haut und Nägel

Onycholyse (Ablösung der Nägel vom Nagelbett)

Anaphylaktische Reaktion (schwere allergische Reaktion mit oder ohne Schock einschließlich

Hautausschlag, Pruritus (Juckreiz))

Schüttelfrost

Fieber

Schwindelanfälle

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Akute lymphozytäre Leukämie (Erkrankung, bei der zu viele unreife weiße Blutkörperchen namens

Lymphoblasten im Blut und Knochenmark zu finden sind)

Akute myeloische Leukämie (Erkrankung, bei der zu viele unreife blutbildende Zellen im Blut und

Knochenmark zu finden sind)

Thrombophlebitis (Venenentzündung unter der Haut)

Thromboembolie (Blutgerinnsel in einem Blutgefäß)

Verminderte Mengen eines Blutgerinnungsfaktors (Thrombozyten)

Schock

Schüttelfrost

Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis)

Entzündung des Dickdarms (Kolitis)

Arrhythmie (ungleichmäßiger Herzschlag)

Herzinsuffizienz (Funktionsschwäche des Herzens)

Hyperurikämie (hoher Harnsäurespiegel im Blut)

Bronchospasmus (Husten oder Atembeschwerden aufgrund einer plötzlichen Verengung der

Atemwege)

Pneumonitis (Entzündung des Lungengewebes)

Amenorrhö (Ausbleiben der Menstruation)

Akutes Nierenversagen (geringe Harnmenge/oder kein Harn)

Keratitis (Entzündung der Augenhornhaut)

Übermäßige Tränenbildung

Erythem der Akren (Schwellung und Taubheit der Hände und Füße)

Plantar-palmare Dysästhesie (Hand-Fuß-Syndrom ist eine speziell ausgeprägte und relativ häufige

toxische Hautreaktion)

Übermäßige Pigmentierung der Mundschleimhaut

Hitzewallungen

Oligospermie (niedrige Spermienzahl)

Azoospermie (Spermienmangel)

Anämie (Verminderung der roten Blutkörperchen)

Ein stechendes oder brennendes Gefühl am Verabreichungsort in Verbindung mit Extravasation.

Eine Extravasation kann zum lokalen Absterben von Gewebezellen führen, was gegebenenfalls

chirurgische Maßnahmen erfordert.

Toxische Leberwirkungen

Vorübergehender Anstieg der Leberenzyme

Asthenie (Verlust oder Mangel an körperlicher Stärke, Schwäche, Hinfälligkeit)

Photosensibilität (erhöhte Hautempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht)

Andere Nebenwirkungen: Doxorubicin Accord kann für einen oder zwei Tage nach Verabreichung eine

Rotfärbung des Urins verursachen. Dies ist normal und nichts Besorgniserregendes.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesamt für Sicherheit im

Gesundheitswesen, Traisengasse 5, AT-1200 WIEN, Fax: + 43 (0) 50 555 36207, Website:

http://www.basg.gv.at

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie ist Doxorubicin Accord aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Durchstechflasche angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C). Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor

Licht zu schützen.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nicht verwenden, wenn Sie bemerken, dass die Lösung nicht klar, rot und

ohne Partikel ist.

Nur zum Einmalgebrauch.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt

bei.

Beachten Sie die Richtlinien zur Handhabung zytotoxischer Substanzen.

Nicht angebrochene Durchstechflaschen: 18 Monate

Angebrochene Durchstechflaschen: Nach dem ersten Öffnen der Durchstechflasche sofort verbrauchen.

Bei Zubereitung in vor Licht geschützten Glasbehältnissen wurde die chemische und physikalische

Anbruchstabilität in 0,9%iger physiologischer Kochsalzlösung und 5%iger Glucoselösung für einen

Zeitraum von bis zu 28 Tagen bei 2 – 8°C und bis zu 7 Tagen bei 25°C nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel sofort verwendet werden. Bei nicht sofortiger

Verwendung liegen Dauer und Bedingungen der Aufbewahrung vor Gebrauch in der Verantwortung des

Anwenders und dürfen normalerweise 24 Stunden bei 2°C bis 8°C nicht überschreiten, außer die

Verdünnung erfolgte unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Doxorubicin Accord enthält

Doxorubicin Accord enthält den Wirkstoff Doxorubicin-Hydrochlorid.

1 ml enthält 2 mg Doxorubicin-Hydrochlorid

Jede 5-ml-Durchstechflasche enthält 10 mg Doxorubicin-Hydrochlorid.

Jede 10-ml-Durchstechflasche enthält 20 mg Doxorubicin-Hydrochlorid.

Jede 25-ml-Durchstechflasche enthält 50 mg Doxorubicin-Hydrochlorid.

Jede 50-ml-Durchstechflasche enthält 100 mg Doxorubicin-Hydrochlorid.

Jede 100-ml-Durchstechflasche enthält 200 mg Doxorubicin-Hydrochlorid.

Die sonstigen Bestandteile sind Natriumchlorid (Kochsalz), Salzsäure (zur Einstellung des pH-Werts) und

Wasser für Injektionszwecke.

Wie Doxorubicin Accord aussieht und Inhalt der Packung:

Doxorubicin Accord ist eine klare, rote Lösung, die so gut wie keine Partikel enthält.

Packungsgrößen:

5-ml-Durchstechflasche

10-ml-Durchstechflasche

25-ml-Durchstechflasche

50-ml-Durchstechflasche

100-ml-Durchstechflasche

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Accord Healthcare B.V.

Winthontlaan 200

3526KV Utrecht

Niederlande

Hersteller

Accord Healthcare Limited

Sage House

319, Pinner Road,

North Harrow,

Middlesex, HA1 4HF,

Vereinigtes Königreich

Accord Healthcare Polska Sp.z o.o.,

ul. Lutomierska 50,95-200 Pabianice, Polen

Accord Healthcare B.V.,

Winthontlaan 200,

3526KV Utrecht,

Niederlande

Z.Nr.:1-29692

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes

(EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Name des

Mitgliedstaates

Bezeichnung des Arzneimittels

Belgien

Doxorubicin Accord Healthcare 2 mg/ml, solution à diluer pour

perfusion/ concentraat voor oplossing voor infusie / Konzentrat zur

Herstellung einer Infusionslösung

Bulgarien

Доксорубицин Акорд 2 mg/ml концентрат за инфузионен разтвор

Dänemark

Doxorubicin Accord 2 mg/ml koncentrat til infusionsvæske, opløsning

Deutschland

Doxorubicin Accord 2 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung

Estland

Doxorubicin Accord 2 mg/ml infusioonilahuse kontsentraat

Finnland

Doxorubicin Accord 2 mg/ml infuusiokonsentraatti, liuosta

varten/koncentrat till infusionsvätska, lösning

Großbritannien

Doxorubicin 2 mg/ml Concentrate for Solution for Infusion

Irland

Doxorubicin 2 mg/ml Concentrate for Solution for Infusion

Italien

Doxorubicina Accord Healthcare 2 mg/ml concentrato per soluzione per

infusione

Lettland

Doxorubicin Accord 2 mg/ml koncentrāts infūziju šķīduma

pagatavošanai

Litauen

Doxorubicin Accord 2 mg/ml koncentratas infuziniam tirpalui

Niederlande

Doxorubicin Accord 2 mg/ml concentraat voor oplossing voor infusie

Norwegen

Doxorubicin Accord 2 mg/ml Konsentrat til infusjonsvæke

Österreich

Doxorubicin Accord 2 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung

Polen

Doxorubicinum Accord

Portugal

Doxorrubicina Accord

Rumänien

Doxorubicinã Accord 2 mg/ml concentrat pentru soluþie perfuzabilã

Schweden

Doxorubicin Accord 2 mg/ml koncentrat till infusionsvätska, lösning

Slowenien

Doksorubicin Accord 2 mg/ml koncentrat za raztopino za infundiranje

Spanien

Doxorubicina Accord 2 mg/ml concentrado para solución para perfusión

Ungarn

Doxorubicin Accord 2 mg/ml koncentrátum oldatos infúzióhoz

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt genehmigt im April 2021.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Doxorubicin zur Injektion sollte nur unter der Aufsicht eines qualifizierten Arztes, der in der

Anwendung von Chemotherapeutika umfangreiche Erfahrung hat, verabreicht werden. Während der

Behandlung müssen Patienten sorgfältig und regelmäßig überwacht werden.

Aufgrund des Risikos von oft letaler

Kardiomyopathie

sollten vor jeder Anwendung Risiken und

Nutzen für den jeweiligen Patienten abgewogen werden.

Doxorubicin wird intravenös und intravesikal verabreicht und darf nicht oral, subkutan,

intramuskulär oder intrathekal gegeben werden. Doxorubicin kann intravenös als Bolusgabe

innerhalb von Minuten, als Kurzinfusion bis zu einer Stunde oder als Dauerinfusion bis zu 96

Stunden verabreicht werden.

Die Verabreichung der Lösung erfolgt über den Schlauch einer frei fließenden intravenösen

Infusion von physiologischer Kochsalzlösung 9 mg/ml (0,9%) zur Injektion oder Glucoselösung

50 mg/ml (5%) zur Injektion innerhalb von 2 bis 15 Minuten. Dieses Verfahren reduziert das Risiko

von Thrombophlebitis oder perivenöser Extravasation, was zu schwerer lokaler Cellulitis,

Blasenbildung und Gewebenekrose führen kann. Eine direkte intravenöse Injektion wird aufgrund

des Risikos einer Extravasation, die selbst bei ausreichendem Blutrückfluss bei Nadelaspiration

auftreten kann, nicht empfohlen.

Intravenöse Verabreichung:

Die Dosierung von Doxorubicin ist abhängig vom Dosierungsschema, dem Allgemeinzustand und

vorausgehender Therapie des Patienten. Das Dosierungsschema der Verabreichung von

Doxorubicin-Hydrochlorid variiert je nach Indikation (solide Tumore oder akute Leukämie) und

gemäß der Anwendung in dem spezifischen Behandlungsregime (als Monotherapie oder in

Kombination mit anderen zytotoxischen Arzneimitteln oder als Bestandteil von interdisziplinären

Verfahren, die eine Kombination von Chemotherapie, chirurgischem Eingriff und Strahlentherapie

sowie Hormontherapie einschließen).

Monotherapie

Die Dosierung wird im Allgemeinen aufgrund der Körperoberfläche (mg/m

) berechnet. Auf dieser

Basis wird bei Anwendung von Doxorubicin als Monotherapie eine Dosis von 60 - 75 mg/m

Körperoberfläche alle drei Wochen empfohlen.

Kombinationstherapie

Bei Verabreichung von Doxorubicin-Hydrochlorid in Kombination mit anderen

krebsbekämpfenden Arzneimitteln mit überschneidender Toxizität, wie hoch dosierte i.v.

Cyclophosphamide oder verwandte Anthrazykline wie Daunorubicin, Idarubicin und/oder

Epirubicin, sollte die Dosierung von Doxorubicin auf 30-60 mg/m

alle 3 – 4 Wochen reduziert

werden.

Bei Patienten, die nicht die volle Dosis erhalten können (z. B. in Fällen von Immunsuppression,

hohem Alter), beträgt die alternative Dosis 15-20 mg/m² Körperoberfläche pro Woche.

Intravesikale Verabreichung:

Doxorubicin kann als intravesikale Instillation zur Behandlung von oberflächlichem

Blasenkarzinom oder zur Rezidivprophylaxe nach transurethraler Resektion (T.U.R) bei Patienten

mit hohem Rezidivrisiko verabreicht werden. Die empfohlene Dosis Doxorubicin-Hydrochlorid zur

lokalen intravesikalen Therapie eines oberflächlichen Harnblasentumors ist die Instillation von

30-50 mg in 25-50 ml physiologischer Kochsalzlösung 9 mg/ml (0,9%) zur Injektion. Die optimale

Konzentration beträgt ca. 1mg/ml. Im Allgemeinen sollte die Lösung für 1-2 Stunden in der Blase

verbleiben. Während dieser Zeit sollte der Patient alle 15 Minuten um 90° gedreht werden. Um

eine unerwünschte Verdünnung mit Urin zu vermeiden, sollte der Patient 12 Stunden vor der

Behandlung keine Flüssigkeiten zu sich nehmen (dies sollte die Urinproduktion auf ca. 50 ml/h

reduzieren). Abhängig davon ob die Behandlung therapeutisch oder prophylaktisch ist, kann die

Instillation gegebenenfalls mit einem Abstand von 1 Woche bis zu 1 Monat wiederholt werden.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Da Doxorubicin-Hydrochlorid hauptsächlich über die Leber und die Galle ausgeschieden wird,

kann die Eliminierung des Arzneimittels bei Patienten mit Leberfunktions- oder

Gallenabflussstörung vermindert sein, was schwere sekundäre Auswirkungen zur Folge haben

kann.

Die allgemein empfohlenen Dosierungsanpassungen bei Patienten mit Leberfunktionsstörung

basieren auf die Serumbilirubin-Konzentration:

Serumbilirubin

Empfohlene Dosis

20-50 Mikromol/L

½ der Normaldosis

> 50 Mikromol/L

¼ der Normaldosis

Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung ist Doxorubicin kontraindiziert.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz (GFR < 10 ml/min) sollten nur 75% der geplanten Dosis

verabreicht werden.

Zur Vermeidung einer Kardiomyopathie wird empfohlen, dass die kumulative Gesamtlebensdosis

Doxorubicin (einschließlich verwandter Arzneimittel wie Daunorubicin) 450-550mg/m2

Körperoberfläche nicht überschreiten sollte. Bei Patienten mit gleichzeitiger Herzerkrankung, die

Strahlentherapie des Mediastinums und/oder Herzens erhalten, einer Vorbehandlung mit

Alkylierungsmitteln sowie anderen Hochrisiko-Patienten (mit vorbestehender arterieller

Hypertonie > 5 Jahren, mit vorbestehender koronarer, valvulärer oder myokardialer

Schädigung, Alter über 70 Jahre)

sollte eine maximale Gesamtdosis von 400

mg/m

Körperoberfläche nicht überschritten werden. Die Herzfunktion dieser Patienten sollte

überwacht werden.

Dosierung bei Kindern

Bei Kindern ist die Dosierung gegebenenfalls zu reduzieren. Bitte beziehen Sie sich auf

Behandlungsprotokolle und die entsprechende Fachliteratur.

Adipöse Patienten

Bei adipösen Patienten muss gegebenenfalls eine verminderte Anfangsdosis oder ein verlängertes

Dosisintervall in Erwägung gezogen werden.

Inkompatibilitäten

Doxorubicin sollte nicht mit Heparin oder 5-Fluorouracil in einer Infusion gemischt werden, da dies

zu Ausflockung bzw. Zersetzung führen kann. Anhaltender Kontakt mit jeglicher alkalischen

Lösung sollte vermieden werden, da dies die Hydrolyse des Arzneimittels zur Folge hat.

Bis genaue Angaben zur Kompatibilität bezüglich der Mischbarkeit vorliegen, sollte Doxorubicin

mit keinen anderen Arzneimitteln außer 0,9%iger physiologischer Kochsalzlösung und 5%iger

Glucoselösung vermischt werden.

Zubereitete Infusionslösungen

Bei Zubereitung in vor Licht geschützten Glasbehältnissen wurde die chemische und physikalische

Anbruchstabilität in 0,9%iger physiologischer Kochsalzlösung und 5%iger Glucoselösung bis zu 28

Tage bei 2 – 8°C und bis zu 7 Tage bei 25°C nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel sofort verwendet werden. Bei nicht sofortiger

Verwendung liegen Dauer und Bedingungen der Aufbewahrung vor Gebrauch in der

Verantwortung des Anwenders und dürfen normalerweise 24 Stunden bei 2°C bis 8°C nicht

überschreiten, außer die Verdünnung erfolgte unter kontrollierten und validierten aseptischen

Bedingungen.

Entsorgung

Reste des Arzneimittels sowie sämtliche Materialien, die bei der Verdünnung und Verabreichung

verwendet wurden, müssen entsprechend krankenhausüblicher Standardverfahren für zytotoxische

Stoffe in Übereinstimmung mit den nationalen Vorschriften für die Entsorgung von Sondermüll

vernichtet werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu entsorgen.

Dauer der Haltbarkeit und Aufbewahrung

Nicht angebrochene Durchstechflaschen: 18 Monate

Angebrochene Durchstechflaschen: Nach dem ersten Öffnen der Durchstechflasche sofort

verbrauchen.

Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C).

Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Doxorubicin Accord 2 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml enthält 2 mg Doxorubicin-Hydrochlorid.

Jede 5-ml-Durchstechflasche enthält 10 mg Doxorubicin-Hydrochlorid.

Jede 10-ml-Durchstechflasche enthält 20 mg Doxorubicin-Hydrochlorid.

Jede 25-ml-Durchstechflasche enthält 50 mg Doxorubicin-Hydrochlorid.

Jede 50-ml-Durchstechflasche enthält 100 mg Doxorubicin-Hydrochlorid.

Jede 100-ml-Durchstechflasche enthält 200 mg Doxorubicin-Hydrochlorid.

Sonstige(r) Bestandteil(e) mit bekannter Wirkung

Enthält Natrium 3,5 mg/ml (0,15 mmol)

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Das Arzneimittel ist eine klare, rote Flüssigkeit mit einem pH im Bereich von 2,5 bis

3,5 und einer Osmolalität zwischen 270 mOsm/kg und 320 mOsm/kg.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Doxorubicin ist zur Behandlung der folgenden neoplastischen Erkrankungen angezeigt,

Anwendungsbeispiele umfassen:

Kleinzelliges Lungenkarzinom (SCLC)

Mammakarzinom

Fortgeschrittenes Ovarialkarzinom

Intravesikal bei Harnblasenkarzinom

Neoadjuvante und adjuvante Therapie von Osteosarkom

Fortgeschrittenes Weichteilsarkom bei Erwachsenen

Ewing-Sarkom

Hodgkin-Krankheit

Non-Hodgkin-Lymphom

Akute lymphatische Leukämie

Akute Myeloblastenleukämie

Fortgeschrittenes multiples Myelom

Fortgeschrittenes oder rezidives Endometriumkarzinom

Wilms-Tumor

Fortgeschrittener papillärer/follikulärer Schilddrüsenkrebs

Anaplastischer Schilddrüsenkrebs

Fortgeschrittenes Neuroblastom

Doxorubicin wird häufig in kombinierten Chemotherapien mit anderen zytotoxischen

Arzneimitteln eingesetzt.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Doxorubicin sollte nur unter der Aufsicht eines qualifizierten Arztes, der in der

Anwendung zytotoxischer Therapie umfangreiche Erfahrung hat, verabreicht werden.

Des weiteren müssen Patienten während der Behandlung sorgfältig und regelmäßig

überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Aufgrund

Risikos

einer

letalen

Kardiomyopathie

sollten

jeder

Anwendung die Risiken und Nutzen für den jeweiligen Patienten abgewogen werden.

Doxorubicin

wird

intravenös

intravesikal

verabreicht

darf

nicht

oral,

subkutan,

intramuskulär

oder

intrathekal

gegeben

werden.

Doxorubicin

kann

intravenös als Bolusgabe innerhalb von Minuten, als Kurzinfusion bis zu einer Stunde

oder als Dauerinfusion bis zu 96 Stunden verabreicht werden.

Verabreichung

Lösung

erfolgt

über

Schlauch

einer

frei

fließenden

intravenösen Infusion von physiologischer Kochsalzlösung 9 mg/ml (0,9%) oder

Glucoselösung 50 mg/ml (5%) innerhalb von 2 bis 15 Minuten. Dadurch wird das

Risiko von Thrombophlebitis oder perivenöser Extravasation vermindert, was zu

schwerer lokaler Zellulitis, Blasenbildung und Gewebenekrose führen kann. Eine

direkte intravenöse Injektion wird aufgrund des Risikos einer Extravasation, die selbst

bei ausreichendem Blutrückfluss bei Nadelaspiration auftreten kann, nicht empfohlen.

Intravenöse Verabreichung:

Dosierung

Doxorubicin

abhängig

Behandlungsplan,

Allgemeinzustand

vorausgehender

Therapie

Patienten.

Dosierungsschema der Verabreichung von Doxorubicin-Hydrochlorid variiert je nach

Indikation (solide Tumore oder akute Leukämie) und gemäß der Anwendung in dem

spezifischen Behandlungsregime (als Monotherapie oder in Kombination mit anderen

zytotoxischen Arzneimitteln oder als Bestandteil von interdisziplinären Verfahren, die

eine Kombination von Chemotherapie, chirurgischem Eingriff und Strahlentherapie

sowie Hormontherapie einschließen).

Monotherapie

Dosierung

wird

Allgemeinen

aufgrund

Körperoberfläche

(mg/m

berechnet. Auf dieser Basis wird bei Anwendung von Doxorubicin als Monotherapie

eine Dosis von 60 - 75 mg/m

Körperoberfläche alle drei Wochen empfohlen.

Kombinationstherapie

Verabreichung

Doxorubicin-Hydrochlorid

Kombination

anderen

krebsbekämpfenden

Arzneimitteln

überschneidender

Toxizität,

hoch

dosierten

i.v.

Cyclophosphamiden

oder

verwandten

Anthrazyklinen

Daunorubicin, Idarubicin und/oder Epirubicin, sollte die Dosierung von Doxorubicin

auf 30-60 mg/m

alle 3 – 4 Wochen reduziert werden.

Patienten,

nicht

volle

Dosis

erhalten

können

Fällen

Immunsuppression,

hohem

Alter),

beträgt

alternative

Dosis

15-20

mg/m²

Körperoberfläche pro Woche.

Intravesikale Verabreichung:

Doxorubicin

kann

intravesikale

Instillation

Behandlung

oberflächlicher

Blasenkarzinome oder als Rezidivprophylaxe nach transurethraler Resektion (T.U.R)

bei Patienten mit hohem Rezidivrisiko verabreicht werden. Die empfohlene Dosis

Doxorubicin-Hydrochlorid bei lokaler intravesikaler Therapie eines oberflächlichen

Harnblasentumors ist die Instillation von 30-50 mg in 25-50 ml physiologischer

Kochsalzlösung 9 mg/ml (0,9%) zur Injektion. Die optimale Konzentration beträgt ca.

1mg/ml. Im Allgemeinen sollte die Lösung für 1-2 Stunden in der Blase verbleiben.

Während dieser Zeit sollte der Patient alle 15 Minuten um 90° gedreht werden. Um

eine unerwünschte Verdünnung mit Urin zu vermeiden, sollte der Patient 12 Stunden

Behandlung

keine

Flüssigkeiten

sich

nehmen

(dies

sollte

Urinproduktion auf ca. 50 ml/h reduzieren). Abhängig davon, ob die Behandlung

therapeutisch oder prophylaktisch ist, kann die Instillation gegebenenfalls im Abstand

von 1 Woche bis zu 1 Monat wiederholt werden.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Doxorubicin-Hydrochlorid

hauptsächlich

über

Leber

Galle

ausgeschieden

wird,

kann

Eliminierung

Arzneimittels

Patienten

Leberfunktions- oder Gallenabflussstörung gegebenenfalls vermindert sein und kann

schwere sekundäre Auswirkungen zur Folge haben.

allgemein

empfohlene

Dosierungsanpassung

Patienten

Leberfunktionsstörung basiert auf der Serumbilirubin-Konzentration:

Serumbilirubin

Empfohlene Dosis

20-50 Mikromol/L

½ der Normaldosis

> 50 Mikromol/L

¼ der Normaldosis

Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung ist Doxorubicin kontraindiziert

(siehe Abschnitt 4.3).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Patienten

Niereninsuffizienz

(GFR

<

ml/min)

sollten

geplanten Dosis verabreicht werden.

Vermeidung

einer

Kardiomyopathie

wird

empfohlen,

dass

kumulative

Gesamt-Lebenszeitdosis von Doxorubicin (einschließlich verwandter Arzneimittel

wie Daunorubicin) 450-550mg/m

Körperoberfläche nicht überschreiten sollte. Bei

Patienten

gleichzeitiger

Herzerkrankung,

Strahlentherapie

des

Mediastinums

und/oder

Herzens

erhalten,

einer

Vorbehandlung

mit

Alkylierungsmitteln sowie Hochrisiko-Patienten (mit arterieller Hypertonie seit

>

5

Jahren,

mit

vorbestehendem

koronaren,

valvulären

oder

myokardialen

Herzschaden, Alter über 70 Jahre) sollte eine maximale Gesamtdosis von 400

mg/m

Körperoberfläche

nicht

überschritten

werden.

Herzfunktion

dieser

Patienten sollte überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Dosierung bei Kindern

Bei Kindern ist die Dosierung gegebenenfalls zu reduzieren. Bitte beziehen Sie sich

auf Behandlungsprotokolle und die entsprechende Fachliteratur.

Adipöse Patienten

Bei adipösen Patienten muss gegebenenfalls eine verminderte Anfangsdosis oder ein

verlängertes Dosisintervall in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Doxorubicin-Hydrochlorid oder einen der

sonstigen Bestandteile.

Kontraindikationen bei intravenöser Verabreichung:

Überempfindlichkeit gegen Anthrazendione oder andere Anthrazykline

Ausgeprägte

andauernde

Myelosuppression

und/oder

schwere

Stomatitis

verursacht

durch

vorausgehende

Behandlung

anderen

zytotoxischen

Arzneimitteln und/oder Strahlentherapie.

Frühere

Behandlung

maximalen

kumulativen

Dosen

Doxorubicin

und/oder anderen Anthrazyklinen (z. B. Daunorubicin, Epirubicin, Idarubicin) und

Anthrazendionen (siehe Abschnitt 4.4).

Allgemeine Infektion

Schwere Leberfunktionsstörung

Schwere

Arrhythmien,

Herzversagen,

vorbestehender

Myokardinfarkt,

akute

entzündliche Herzerkrankung.

Erhöhte Blutungsneigung

Stillen (siehe Abschnitt 4.6)

Kontraindikationen bei intravesikaler Anwendung:

Invasive Tumore, welche die Harnblase durchdrungen haben (> T1)

Harnblasenentzündung

Hämaturie

Probleme bei der Einführung eines Harnblasenkatheters (z. B. bei großen

intravesikalen Tumoren)

Stillen (siehe Abschnitt 4.6)

Harnwegsinfektionen

Doxorubicin darf während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht verabreicht werden

(siehe Abschnitt 4.6).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Doxorubicin Injektion sollte nur unter der Aufsicht eines qualifizierten Arztes, der in

der intravenösen oder intravesikalen Anwendung zytotoxischer Therapie Erfahrung

hat,

verabreicht

werden.

Doxorubicin-Hydrochlorid

kann

Toxizität

anderer

Therapien

Krebsbekämpfung

verstärken.

allem

älteren

Patienten,

Patienten

vorbestehender

Herzerkrankung

oder

Knochenmarkdepression

oder

Patienten, die zuvor mit Anthrazyklinen behandelt wurden oder, die Strahlentherapie

des Mediastinums erhalten haben, sollte eine sorgfältige Überwachung möglicher

klinischer Komplikationen erfolgen.

Der Beginn einer Therapie mit Doxorubicin erfordert enge Beobachtung des Patienten

sowie umfangreiche Laboruntersuchungen. Daher wird empfohlen, dass der Patient

zumindest

während

Anfangsphase

Behandlung

Krankenhaus

eingewiesen

wird.

Doxorubicin

kann

während

Dauer

Anwendung

möglicherweise Infertilität verursachen.

Vor Behandlungsbeginn mit Doxorubicin, sollten Patienten sich von den akuten

Toxizitäten vorausgegangener zytotoxischer Therapien (wie Stomatitis, Neutropenie,

Thrombozytopenie und allgemeinen Infektionen) erholt haben.

Die folgenden Kontrolluntersuchungen werden vor und während der Behandlung mit

Doxorubicin

empfohlen

(wie

diese

durchgeführt

werden,

abhängig

Allgemeinzustand, der Dosis und der Begleitmedikation):

Röntgenaufnahmen der Lungen und des Brustkorbs sowie EKG

Regelmäßige Kontrolle der Herzfunktion (LVEF mittels z. B. EKG, UKG und

MUGA Scan)

Tägliche

Überprüfung

Mundhöhle

Rachens

Schleimhautveränderungen

Blutuntersuchungen: Hämatokrit, Thrombozyten, Differenzialblutbild, SGPT,

SGOT, LDH, Bilirubin, Harnsäure.

Behandlungskontrolle

Es wird empfohlen, vor Behandlungsbeginn mittels konventioneller Untersuchungen

von AST, ALT, ALP und Bilirubin die Leber- und Nierenfunktion zu kontrollieren

(siehe Abschnitt 4.4).

Kontrolle der linksventrikulären Funktion

Um den Herzzustand des Patienten zu optimieren, sollte eine Analysis der LVEF

(linksventrikuläre

Ejektionsfraktion)

mittels

Ultraschall

oder

Herzszintigraphie

durchgeführt werden. Diese Kontrolle sollte vor Behandlungsbeginn und nach jeder

akkumulierten Dosis von ca. 100 mg/m

ausgeführt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Herzfunktion

Bei der Therapie mit Anthrazyklinen besteht das Risiko von Kardiotoxizität, die sich

durch frühe (d.h. akute) oder späte (d.h. verzögerte) Ereignisse manifestieren kann.

Frühe (d.h. Akute) Ereignisse: Die frühe Form der Kardiotoxizität von Doxorubicin

besteht

hauptsächlich

Sinustachykardien

und/oder

EKG-Abweichungen

unspezifischen Änderungen der ST-Strecke und der T-Welle. Des Weiteren wurden

Tachyarrhythmien,

einschließlich

vorzeitiger

ventrikulärer

Kontraktionen

Kammertachykardie, Bradykardie sowie AV- und Schenkelblock berichtet. Diese

Symptome weisen im Allgemeinen auf eine akute vorübergehende Toxizität. Diese

Wirkungen sind in der Regel nicht prädiktiv für die nachfolgende Entstehung einer

verzögerten Kardiotoxizität und sind im Allgemeinen kein wesentlicher Faktor für die

Erwägung

Absetzens

Behandlung

Doxorubicin.

Abflachen

Erweiterung des QRS-Komplexes über die normalen Werte hinaus können auf eine

durch

Doxorubicin-Hydrochlorid

verursachte

Kardiomyopathie

hinweisen.

Patienten mit einem normalen LVEF-Ausgangswert (=50%) deutet eine 10%ige

Verringerung

absoluten

Wertes

oder

Unterschreiten

50%-

Schwellenwertes in der Regel auf Herzfunktionsstörung. In solchen Situationen sollte

die Behandlung mit Doxorubicin-Hydrochlorid sorgfältig bedacht werden.

Späte (d.h. Verzögerte) Ereignisse: Eine verzögerte Form der Kardiotoxizität tritt im

Allgemeinen im späteren Verlauf der Therapie mit Doxorubicin oder 2-3 Monate

nach Behandlungsende auf. Es wurden jedoch auch spätere Ereignisse, mehrere

Monate oder Jahre nach Abschluss der Therapie, berichtet. Die spät auftretende

Kardiomyopathie

manifestiert

sich

durch

eine

reduzierte

linksventrikuläre

Ejektionsfraktion

(LVEF)

und/oder

Anzeichen

Symptome

kongestiver

Herzinsuffizienz wie Dyspnoe, Lungenödem, lageabhängigem Ödem, Kardiomegalie

und Hepatomegalie, Oligurie, Ascites, Pleuraerguss und Galopprhythmus. Weniger

akute Auswirkungen wie Perikarditis/Myokarditis wurden ebenfalls berichtet. Eine

lebensbedrohende kongestive Herzinsuffizienz ist die schwerste Form der durch

Anthrazykline verursachten Kardiomyopathie und repräsentiert die kumulative Dosis-

beschränkende Toxizität des Arzneimittels.

Die Herzfunktion sollte vor Behandlungsbeginn mit Doxorubicin kontrolliert, und

während der gesamten Behandlungsdauer beobachtet werden, um das Risiko einer

schweren

Funktionsstörung

Herzens

reduzieren.

Risiko

kann

durch

regelmäßige Kontrolle der LVEF während der Behandlung vermindert werden, mit

sofortigem

Abbruch

Doxorubicin-Gabe

beim

ersten

Anzeichen

einer

eingeschränkten Funktion. Eine geeignete quantitative Methode zur wiederholten

Überprüfung der Herzfunktion (LVEF-Bestimmung) stellt die Multigate Radionuclid-

Angiographie (MUGA) oder die Echokardiographie (ECHO) dar. Besonders bei

Patienten

Risikofaktoren

einer

erhöhten

Kardiotoxizität

wird

Ausgangsbewertung des Herzens mittels EKG und entweder MUGA oder ECHO

empfohlen. Wiederholte LVEF-Bestimmungen durch MUGA oder ECHO sollten

insbesonders bei höheren, kumulativen Anthrazyklin-Dosen durchgeführt werden.

Das bei der Ausgangskontrolle eingesetzte Verfahren sollte während des gesamten

Beobachtungszeitraums verwendet werden.

Die Wahrscheinlichkeit kongestiver Herzinsuffizienz, die bei einer kumulativen Dosis

von 300 mg/m

auf etwa 1% bis 2% geschätzt wird, steigt langsam bis zu einer

kumulativen

Gesamtdosis

450-550

mg/m2.

Danach

erhöht

sich

Risiko

kongestiver

Herzinsuffizienz

stark

wird

empfohlen,

eine

kumulative

Höchstdosis von 550 mg/m

nicht zu überschreiten. Wenn bei dem Patienten andere

potenzielle

Risikofaktoren

Kardiotoxizität

bestehen

(Anamnese

Herz-

Kreislauf-Erkrankung, vorausgegangene Therapie mit anderen Anthrazyklinen oder

Anthracendionen,

vorherige

oder

gleichzeitige

Radiotherapie

Mediastinal-

/Perikardbereichs

sowie

Begleittherapie

Arzneimitteln,

welche

Kontraktionsfähigkeit

Herzens

unterdrücken

können,

einschließlich

Cyclophosphamid

5-Fluorouracil),

kann

durch

Doxorubicin

bewirkte

Kardiotoxizität schon bei niedrigeren kumulativen Dosen eintreten. Daher sollte die

Herzfunktion sorgfältig überwacht werden.

Kindern

Jugendlichen

besteht

erhöhtes

Risiko

einer

verzögerten

Kardiotoxizität nach der Verabreichung von Doxorubicin. Bei Frauen könnte das

Risiko

höher

sein

Männern.

Überwachung

dieser

Wirkung

werden

regelmäßige Nachuntersuchungen der Herzfunktion empfohlen.

besteht

Möglichkeit,

dass

Toxizität

Doxorubicin

anderen

Anthrazyklinen oder Anthracendionen additiv ist.

Leberfunktion

Doxorubicin wird hauptsächlich über das hepatobiläre System ausgeschieden. Vor

und während der Behandlung mit Doxorubicin sollte das Gesamtbilirubin im Serum

überprüft werden.

Bei Patienten mit erhöhtem Bilirubin kann es zur langsameren

Clearance

Arzneimittels

zusammen

einer

Zunahme

Gesamttoxizität

kommen.

Für

diese

Patienten

werden

niedrigere

Dosierungen

empfohlen

(siehe

Abschnitt 4.2). Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz sollten Doxorubicin nicht

erhalten (siehe Abschnitt 4.3).

Hämatologische Toxizität

Doxorubicin kann Myelosuppression verursachen (siehe Abschnitt 4.8). Vor und

während eines jeden Behandlungszyklus‘ mit Doxorubicin sollten hämatologische

Profile erstellt werden, einschließlich des Differenzialblutbilds. Eine dosisabhängige,

reversible

Leukopenie

und/oder

Granulozytopenie

(Neutropenie)

Hauptmanifestation einer durch Doxorubicin ausgelösten hämatologischen Toxizität

häufigste

akute

Dosis-beschränkende

Toxizität

dieses

Arzneimittels.

Leukopenie und Neutropenie erreichen im Allgemeinen den Nadir zwischen Tag 10

und 14 nach Verabreichung des Medikaments; in den meisten Fällen erreicht die

Leukozyten-/Neutrophilenzahl bis zum 21. Tag wieder den Normalwert. Falls sich die

Blutwerte

nicht

normalisieren,

sollte

Dosisreduzierung

oder

Verlängerung

Dosisintervalls in Betracht gezogen werden. Des Weiteren können Thrombozytopenie

Anämie

auftreten.

klinischen

Auswirkungen

einer

schweren

Myelosuppression

umfassen

Fieber,

Infektionen,

Sepsis/Septikämie,

septischer

Schock, Hämorrhagie, Gewebehypoxie oder Tod.

Sekundäre Leukämie

Sekundäre

Leukämie

oder

ohne

präleukämische

Phase

wurde

Anthrazyklinen

(einschließlich

Doxorubicin)

behandelten

Patienten

festgestellt.

Sekundäre Leukämie tritt häufiger auf, wenn solche Arzneimittel in Kombination mit

anderen

DNA-schädigenden

Antineoplastika

verabreicht

werden,

nach

einer

Vorbehandlung

zytotoxischen

Arzneimitteln

oder

wenn

Dosis

Anthrazykline erhöht wurde. Diese Leukämien haben eine Latenzzeit von 1 bis 3

Jahren.

Intravesikale Verabreichung

Die intravesikale Verabreichung von Doxorubicin kann gegebenenfalls Symptome

chemisch

induzierter

Zystitis

(d.h.

Dysurie,

Miktionshäufigkeit,

Nycturie,

Strangurie,

Hämaturie,

Nekrose

Harnblasenwand)

verursachen.

Besondere

Vorsicht

Fall

Problemen

Katheterisierung

(d.h.

urethrale

Obstruktion,

durch

Eindringen

eines

intravesikalen

Tumors

bedingt

wird)

erforderlich. Bei Tumoren, welche die Harnblase durchdrungen haben (> T1), ist die

intravesikale Verabreichung kontraindiziert.

Die intravesikale Applikation sollte bei Patienten mit invasiven Tumoren, welche die

Harnblasenwand

durchdrungen

haben,

Harnwegsinfektionen

entzündlichen

Erkrankungen der Harnblase nicht in Betracht gezogen werden.

Kontrolle der Serum-Harnsäure:

Während der Therapie kann der Harnsäuregehalt des Blutes erhöht sein. Im Fall einer

Hyperurikämie sollte eine harnsäuresenkende Therapie eingeleitet werden.

Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion kann eine Dosisreduzierung

erforderlich sein (siehe Abschnitt 4.2).

Gastrointestinale Auswirkungen

Eine antiemetische Prophylaxe wird empfohlen.

Hinweis:

Doxorubicin

sollte

Entzündungen,

Geschwüren

oder

Diarrhö

nicht

verabreicht werden.

Extravasation

Eine perivenöse Fehlinjektion führt zu lokaler Nekrose und Thrombophlebitis. Ein

brennendes

Gefühl

Bereich

Infusionskanüle

lässt

perivenöse

Verabreichung schließen. Bei Auftreten einer Extravasation muss die Infusion oder

Injektion umgehend abgebrochen werden; die Kanüle sollte erst nach einer Weile und

nach kurzer Aspiration entfernt werden. Die intravenöse Infusion von Dexrazoxan

nicht

später

Stunden

nach

Extravasation

einleiten

(siehe

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels für Dexrazoxan bzgl. Dosierung

und weiteren Informationen). Im Fall, dass Dexrazoxan kontraindiziert ist, wird die

topische Applikation von 99%igem Dimethylsulfoxid (DMSO) auf einen Bereich

zweimal

groß

betroffene

Stelle

empfohlen

Tropfen

cm²

Hautoberfläche). Dies wird dreimal täglich für mindestens 14 Tage wiederholt. Falls

erforderlich,

sollte

Debridement

Erwägung

gezogen

werden.

Aufgrund

antagonistischen Wirkung sollte die Stelle nach der Anwendung von DMSO gekühlt

werden (Vasokonstriktion gegenüber Vasodilatation), z. B. zur Schmerzlinderung.

DMSO nicht bei Patienten anwenden, die Dexrazoxan zur Behandlung einer durch

Anthrazykline verursachten Extravasation erhalten. Andere Maßnahmen sind in der

Fachliteratur umstritten und haben keinen konkreten Nutzen.

Strahlentherapie

Durch Strahlentherapie induzierte Toxizitäten (Herzmuskel, Schleimhaut, Haut und

Leber) wurden ebenfalls berichtet. Bei Patienten mit vorausgegangener, gleichzeitiger

oder geplanter Radiotherapie muss besondere Vorsicht walten. Diese Patienten sind

dem Risiko lokaler Reaktionen im Bestrahlungsbereich (Recall-Phänomen) bei der

Anwendung

Doxorubicin-Hydrochlorid

besonders

ausgesetzt.

Schwere,

manchmal

tödliche,

Lebertoxizität

(Leberschädigung)

wurde

diesem

Zusammenhang berichtet. Vorausgehende mediastinale Strahlentherapie verstärkt die

Kardiotoxizität von Doxorubicin. Die kumulative Dosis von 400 mg/m² darf vor

allem in diesem Fall nicht überschritten werden.

Infertilität

Doxorubicin

kann

genotoxische

Wirkungen

haben.

Während

Dauer

Anwendung kann Doxorubicin Infertilität verursachen. Bei Frauen kann Doxorubicin

Amenorrhö

bewirken.

Obwohl

Ovulation

Menstruation

nach

Abbruch

Therapie anscheinend wieder einsetzen, kann es zu einem frühzeitigen Beginn der

Menopause kommen. Frauen sollten während der Behandlung mit Doxorubicin oder

bis zu 6 Monate danach nicht schwanger werden.

Doxorubicin

mutagen

kann

Chromosomenschaden

menschlichen

Spermien führen. Oligospermie oder Azoospermie kann von Dauer sein; dennoch

wurde in manchen Fällen berichtet, dass Spermienzahlen auf ihre normalen Werte

zurückkehren. Dies kann mehrere Jahre nach Therapieende eintreten. Männer unter

Doxorubicin-Therapie sollten wirksame Verhütungsmethoden anwenden. Ihnen wird

des Weiteren empfohlen, während der Behandlung und bis zu 6 Monaten danach kein

Kind zu zeugen. Aufgrund der Möglichkeit einer irreversiblen Infertilität aufgrund der

Therapie mit Doxorubicin sollten sie sich über Kryokonservierung von Sperma vor

der Behandlung beraten lassen.

Therapien zur Krebsbekämpfung:

Doxorubicin kann die Toxizität anderer Therapien zur Krebsbekämpfung verstärken.

Die Verschlimmerung von Cyclophosphamid-induzierter hämorrhagischer Zystitis

und erhöhte Lebertoxizität durch 6-Mercaptopurin wurden berichtet. Wie bei anderen

zytotoxischen Arzneimitteln wurden auch für Doxorubicin Thrombophlebitis und

thromboembolische

Ereignisse

einschließlich

Lungenembolie

manchen

Fällen

tödlich) berichtet.

Impfungen:

Dieses Arzneimittel wird im Allgemeinen nicht in Kombination mit abgeschwächten

Lebendimpfstoffen empfohlen.

Der Kontakt mit Personen, die vor Kurzem gegen Polio geimpft wurden, sollte

vermieden werden. Die Verabreichung von Lebendimpfstoffen oder abgeschwächten

Lebendimpfstoffen

Patienten,

deren

Immunsystem

durch

Chemotherapeutika

einschließlich

Doxorubicin

beeinträchtigt

ist,

kann

schwerwiegenden

oder

tödlichen

Infektionen

führen.

Abgetötete

oder

deaktivierte

Impfstoffe

können

verabreicht werden; das Ansprechen auf solche Impfstoffe kann aber vermindert sein.

Sonstige:

Bei adipösen Patienten (d.h. >130% ideales Körpergewicht) ist die systemische

Clearance von Doxorubicin vermindert (siehe Abschnitt 4.2).

Tumorlysesyndrom:

Doxorubicin

kann

infolge

beträchtlichen

Purinabbaus,

medikamenteninduzierten

raschen

Zerfall

Tumorzellen

begleitet

(Tumorlyse-

Syndrom), Hyperurikämie verursachen (siehe Abschnitt 4.8). Nach Therapiebeginn

sollten

Blutharnsäurespiegel,

Kalium,

Calciumphosphat

Kreatinin

überprüft

werden. Hydratation, Harn-Alkalinisierung und eine Prophylaxe mit Allopurinol zur

Verhinderung

einer

Hyperurikämie

können

potenzielle

Komplikationen

Tumorlyse-Syndroms vermindern.

Ein stechendes oder brennendes Gefühl an der Injektionsstelle kann eine leichte

Extravasation anzeigen. Wenn Extravasation vermutet wird oder auftritt, sollte die

Injektion abgebrochen und in einem anderen Blutgefäß erneut gestartet werden. Das

Kühlen der Stelle für 24 Stunden kann die Beschwerden lindern. Der Patient sollte

mehrere Wochen sorgfältig überwacht werden. Chirurgische Maßnahmen können

erforderlich sein.

Doxorubicin-Hydrochlorid kann eine Rotfärbung des Urins verursachen. Patienten

sollten darauf hingewiesen werden, dass dies gesundheitlich unbedenklich ist.

Bei Vorliegen oder Auftreten von Knochenmarkdepression oder Geschwüren in den

Wangen

sollte

Dosierung

nicht

wiederholt

werden.

Letzteren

kann

möglicherweise

brennendes

Gefühl

Wangenschleimhaut

warnendes

Zeichen vorausgehen. Bei Vorhandensein dieser Beschwerden ist die Wiederholung

der Verabreichung nicht empfohlen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Vorherige

oder

gleichzeitige

Anwendung

anderer

Anthrazykline

oder

potenziell

kardiotoxischer Arzneimittel (z. B. 5-Fluorouracil, Cyclophosphamid oder Paclitaxel)

oder

Arzneimittel,

welche

Herzfunktion

beeinträchtigen

(wie

Calcium-

Antagonisten)

erhöht

Kardiotoxizität

Doxorubicin.

Wenn

Doxorubicin

zusammen

oben

erwähnten

Arzneimitteln

angewendet

wird,

muss

Herzfunktion sorgfältig überwacht werden.

Verabreichung

Trastuzumab

Kombination

Anthrazyklinen

(wie

Doxorubicin) wird mit einem hohen kardiotoxischen Risiko assoziiert. Trastuzumab

und Anthrazykline sollten vorerst nicht als Kombinationspräparate eingesetzt werden,

außer in gut kontrollierten klinischen Studien mit Überwachung der Herzfunktion.

Die Anwendung von Anthrazyklinen nach Abschluss einer Therapie mit Trastuzumab

kann ein erhöhtes Risiko von Kardiotoxizität zur Folge haben. Die Halbwertzeit von

Trastuzumab beträgt ungefähr 28-38 Tage, und das Arzneimittel kann bis zu 27

Wochen lang im Blut zirkulieren. Wenn möglich sollte zwischen dem Ende der

Therapie mit Trastuzumab und dem Behandlungsbeginn mit Anthrazyklinen ein

ausreichend langes Intervall (bis zu 27 Wochen) liegen. Die sorgfältige Überwachung

der Herzfunktion ist unbedingt erforderlich.

Lebertoxizität

Doxorubicin

kann

durch

andere

hepatotoxische

Behandlungsformen (z. B. 6-Mercaptopurin) verstärkt sein.

Doxorubicin wird über Cytochrom P450 (CYP450) metabolisiert und ist ein Substrat

für den Pgp Transporter. Gleichzeitige Verabreichung des Hemmstoffs von CYP450

und/oder

kann

erhöhte

Plasmakonzentrationen

Doxorubicin

somit

erhöhte Toxizität zur Folge haben. Umgekehrt kann die gleichzeitige Anwendung

eines

Induktors

CYP450,

Rifampicin

Barbiturate,

Plasmakonzentrationen von Doxorubicin vermindern und die Wirksamkeit reduzieren.

Ciclosporin, ein Hemmstoff von CYP3A4 und Pgp, bewirkte die Zunahme der AUC

von Doxorubicin und Doxorubicinol um 55% bzw. 350%. Bei dieser Kombination ist

gegebenenfalls eine Dosisanpassung erforderlich. Von Cimetidin wurde des Weiteren

gezeigt, dass es die Plasma-Clearance von Doxorubicin reduziert und die AUC

erhöht.

Paclitaxel kurz vor Doxorubicin verabreicht, kann die Clearance vermindern und die

Plasmakonzentrationen von Doxorubicin erhöhen. Manche Angaben deuten darauf

hin,

dass

diese

Wechselwirkung

weniger

ausgeprägt

ist,

wenn

Doxorubicin

Paclitaxel verabreicht wird.

Barbiturate

können

einer

beschleunigten

Plasma-Clearance

Doxorubicin

führen, während die gleichzeitige Anwendung von Phenytoin in niedrigere Plasma-

Phenytoinspiegel resultieren kann.

Nach

gleichzeitigen

Verabreichung

Doxorubicin

Ritonavir

wurden

erhöhte Serumkonzentrationen von Doxorubicin berichtet.

Kombination

anderen

Zytostatika

Cytarabin,

Cisplatin,

Cyclophosphamid) können die toxischen Auswirkungen der Doxorubicin-Therapie

vermehrt

sein.

Nekrosen

Dickdarms

massiver

Blutung

schweren

Infektionen können bei einer Kombinationstherapie mit Cytarabin entstehen.

Clozapin kann das Risiko und den Schweregrad der hämatologischen Toxizität von

Doxorubicin erhöhen.

Während

Doxorubicin-Therapie

kann

eine

ausgeprägte

Nephrotoxizität

Amphotericin B auftreten.

Da Doxorubicin rasch abgebaut und überwiegend über die Gallenwege ausgeschieden

wird,

kann

gleichzeitige

Verabreichung

bekannten

hepatotoxischen

Chemotherapeutika (z. B. Mercaptopurin, Methotrexat, Streptozocin) möglicherweise

die Toxizität von Doxorubicin infolge der verminderten hepatischen Clearance des

Arzneimittels steigern. Wenn die Begleittherapie mit hepatotoxischen Arzneimitteln

unbedingt erforderlich ist, muss die Dosierung von Doxorubicin angepasst werden.

Doxorubicin

eine

hochwirksame,

radiosensibilisierende

Substanz

(“Radiosensitizer”) und das verursachte Recall-Phänomen kann lebensbedrohend sein.

Jede vorausgehende, gleichzeitige oder anschließende Bestrahlungstherapie kann die

Kardio-

oder

Hepatotoxizität

Doxorubicin

erhöhen.

Dies

gilt

ebenfalls

für

gleichzeitige Behandlungen mit kardio- oder hepatotoxischen Arzneimitteln.

Eine

durch

vorangegangene

Behandlung

Cyclophosphamid

verursachte

hämorrhagische Zystitis kann durch Doxorubicin verschlimmert werden.

Die Behandlung mit Doxorubicin kann zu gesteigerten Harnsäurewerten im Serum

führen; daher kann eine Dosisanpassung von Harnsäure senkenden Arzneimitteln

erforderlich sein.

Doxorubicin kann die orale Bioverfügbarkeit von Digoxin reduzieren.

Während der Doxorubicin-Behandlung sollten Patienten keine aktiven Impfungen

erhalten und zudem den Kontakt mit Personen vermeiden, die kürzlich gegen Polio

geimpft wurden.

In einer klinischen Studie wurde beobachtet, dass sich die AUC von Doxorubicin bei

Gabe

Sorafenib

zweimal

täglich

erhöhte.

klinische

Bedeutung dieses Befunds ist nicht bekannt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Doxorubicin wurde im fetalen Gewebe (Leber, Nieren, Lungen) in Konzentrationen

gefunden, welche die im mütterlichen Plasma mehrfach überschreiten, was darauf

schließen lässt, dass es die Plazenta passiert. In Tierversuchen zeigte Doxorubicin

embryo-, feto- und teratogene Wirkung (siehe Abschnitt 5.3) und hat sich beim Ames-

Test als stark mutagen erwiesen. Zytostatische Arzneimittel sollten während der

Schwangerschaft nur wenn unbedingt erforderlich verabreicht werden und wenn der

Nutzen der Mutter gegenüber den potenziellen Gefahren des Fötus abgewogen wurde.

Stillzeit

Es wurde berichtet, dass Doxorubicin in der Muttermilch ausgeschieden wird. Ein

Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Da die Anwendung

von Doxorubicin-Hydrochlorid während der Stillzeit kontraindiziert ist, sollte vor

einer Behandlung mit Doxorubicin abgestillt werden (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

Aus Sicherheitsgründen sollten Männer mit Kinderwunsch vor einer Behandlung mit

Doxorubicin ihr nicht beeinträchtigtes Sperma konservieren lassen sowie während

und bis zu 6 Monate nach der Therapie keine Kinder zeugen. Frauen im gebärfähigen

Alter müssen während und bis zu 6 Monate nach der Doxorubicin-Therapie eine

wirksame Empfängnisverhütung benutzen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Aufgrund des häufigen Vorkommens von Übelkeit und Erbrechen wird das Führen

von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen nicht empfohlen.

4.8

Nebenwirkungen

Bei der Behandlung mit Doxorubicin treten oft Nebenwirkungen auf. Diese sind

teilweise so schwerwiegend, dass der Patient sorgfältig beobachtet werden muss.

Häufigkeit und Art der Nebenwirkungen sind abhängig von der Geschwindigkeit der

Verabreichung und der Dosierung. Knochenmarkssuppression ist eine akute Dosis-

limitierende

jedoch

vorübergehende

Nebenwirkung.

klinische

Folgen

einer

Knochenmarks-/hämatologischen

Toxizität

können

Fieber,

Infektionen,

Sepsis/Septikämie,

septischer

Schock,

Hämorrhagie,

Gewebehypoxie

oder

auftreten. Übelkeit und Erbrechen sowie Alopezie werden bei fast allen Patienten

beobachtet.

folgenden

unerwünschten

Ereignisse

wurden

Verbindung

einer

Doxorubicin-Theapie berichtet:

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde

gelegt:

Sehr häufig (

1/10)

Häufig (

1/100 bis <1/10)

Gelegentlich (

1/1.000 bis <1/100)

Selten (

1/10.000 bis <1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000), unbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar).

Häufig

Gelegentlich

Selten

Unbekannt

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Sepsis, Septikämie

Gutartige und

bösartige

Neubildungen

Sekundäre

akute

myeloische

Leukämie

Kombination

antineoplastisc

Arzneimitteln,

welche

die DNS

schädigen.

(siehe

Abschnitt 4.4)

Tumorlyse-

Syndrom

Akute

lymphozytäre

Leukämie und

akute myeloische

Leukämie

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Knochenmarks-

suppression,

Leukopenie und

Neutropenie

Thrombozytopeni

e, Anämie

Erkrankungen des

Immunsystems

Anaphylaktisc

he Reaktionen

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörug

Anorexie

Dehydratation

Hyperurikämie

(siehe Abschnitt

4.4)

Augenerkrankung

Konjunktivitis

Keratitis und

Tränenbildung

Herzerkrankungen

Kardiomyopathie,

(2%: z. B.

reduzierte

LVEF,

Dyspnoe

Arrhythmie,

asymptomatische

Reduktion der

linksventrikulären

Ejektionsfraktion

und kongestive

Herzinsuffizienz

Kardiotoxizität

kann sich durch

Tachykardie

manifestieren,

u. a.

supraventrikuläre

Tachykardie und

Änderungen im

(z. B.

Sinustachykardie,

Tachyarrythmie,

ventrikuläre

Tachykardie,

Bradykardie, AV-

Schenkelblock).

Bei Patienten mit

Herzfunktionsstör

ungen ist Sorgfalt

geboten und eine

routinemäßige

EKG-

Überwachung

wird empfohlen.

Gefäßerkrankunge

Phlebitis

Thrombophlebitis;

Thromboembolie,

Hitzewallungen,

Schock

Erkrankungen des

Gastrointestinaltra

Übelkeit:

Erbrechen;

Schleimhautentzü

ndung/Stomatitis;

Durchfall

Magen-Darm-

Blutungen,

Abdominal-

schmerzen:

Ulzeration der

Schleimhaut

im Mund,

Rachen,

Ösophagus

Gastrointestina

ltrakt

können in

Kombination

Cytarabin

auftreten,

Ulzeration und

Nekrose des

Colon

besonders

Blinddarms

wurden

berichtet

(siehe

Abschnitt 4.5)

Ösophagitis,

Magenerosionen,

Kolitis,

Hyperpigmentieru

ng der

Mundschleimhaut

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Bronchospasmus,

Strahlenpeumoniti

des Mediastinums

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgewe

Alopezie

Juckreiz,

lokale

Überempfind-

lichkeitsreakti

on im Bereich

der Strahlen-

therapie

(Recall-

Phänomen)

Urtikaria,

Exanthem,

lokale

erythematöse

Reaktionen

entlang der für

die Injektion

verwendeten

Vene,

Hyperpigmenti

erung

der Haut und

Nägel,

Onycholyse

Gewebehypoxie,

Erythem der

Akren und

plantar-palmare

Dysästhesie,

Photosensibilität

Erkrankungen der

Nieren und

Harnwege

Lokale Reaktionen

(chemisch

induzierte Zystitis)

können bei

intravesikaler

Behandlung

auftreten (d.h.

Dysurie

erhöhte

Miktionshäufigkei

Nycturie,

Strangurie,

Hämaturie,

Nekrose der

Blasenwand)

akutes

Nierenversagen

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane

und der

Brustdrüse

Amenorrhö,

Oligospermie,

Azoospermie

(Siehe Abschnitt

4.4)

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

anaphylaktisch

e Reaktionen,

Fieber,

Schwindel

Ein stechendes

oder brennendes

Gefühl am

Verabreichungsort

(siehe Abschnitt

4.4)

Krankheitsgefühl/

Schwäche,

Asthenie,

Schüttelfrost

Leber- und

Gallenerkrankung

Lebertoxizität,

vorübergehender

Anstieg der

Leberenzyme.

Chirurgische und

medizinische

Eingriffe

Extravasation

kann schwere

Zellulitis,

Blasenbildung

und lokale

Gewebenekrose

verursachen, die

möglicherweise

chirurgische

Maßnahmen

benötigen

(einschließlich

Hauttransplantatio

nen)

(siehe Abschnitt

4.4)

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses

Arzneimittels.

Angehörige

Gesundheitsberufen

sind

aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesamt für Sicherheit

im Gesundheitswesen, Traisengasse 5, AT-1200 WIEN, Fax: + 43 (0) 50 555 36207,

Website: http://www.basg.gv.at/ anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Es wurde nachgewiesen, dass Einzeldosen von 250 mg und 500 mg Doxorubicin

tödlich waren.

Akute Überdosierung von Doxorubicin kann im Allgemeinen 10 bis 15 Tage nach der

Überdosierung

einer

Myelosuppression

(besonders

Leukopenie

Thrombozytopenie) und akuten Veränderungen des Herzens führen, die innerhalb von

24 Stunden auftreten können. Die Gegenmaßnahmen umfassen intravenöse Gaben

Antibiotika,

Transfusion

Granulozyten

Thrombozyten

Schutzisolierung des Patienten sowie Behandlung der kardiologischen Effekte. Die

Verlegung des Patienten in einen sterilen Raum sowie die Gabe eines hämopoetischen

Wachstumsfaktors sollten in Erwägung gezogen werden.

Akute Überdosierung mit Doxorubicin führt außerdem zu toxischen Effekten auf den

Gastrointestinaltrakt (insbesonders Mukositis). Diese treten im Allgemeinen schon

früh nach der Gabe des Arzneimittels auf, aber die meisten Patienten erholen sich

innerhalb von drei Wochen wieder davon.

Chronische Überdosierung mit einer kumulativen Dosis von mehr als 550 mg/m

erhöht das Risiko einer Kardiomyopathie und kann zu einer Herzinsuffizienz führen.

Verzögertes Herzversagen kann bis zu 6 Monate nach der Überdosierung auftreten.

Patienten sollten sorgfältig überwacht werden und bei Auftreten von Hinweisen auf

eine Herzinsuffizienz konventionell behandelt werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Anthrazycline und verwandte Substanzen

ATC-Code: L01DB01

Doxorubicin ist ein Anthrazykclin-Antibiotikum. Der Wirkungsmechanismus ist noch

nicht vollständig erforscht. Man geht davon aus, dass Doxorubicin-Hydrochlorid

seine

antineoplastische

Wirkung

über

verschiedene

zytotoxische

Wirkungsmechanismen ausübt, besonders Interkalation in die DNS, Hemmung des

Enzyms Topoisomerase II und Bildung von reaktiven Sauerstoffverbindungen (ROS,

reactive oxygen species). Sie haben alle eine schädigende Wirkung auf die DNS-

Synthese: Interkalation der Doxorubicin-Moleküle führt zur Hemmung der RNS und

DNS-Polymerase

durch

Beeinträchtigung

Basenerkennung

Frequenzspezifität.

Blockierung

Topoisomerase

bewirkt

Einzel-

Doppelstrangbrüche

DNS-Helix.

Spaltung

wird

auch

durch

chemische Reaktion mit stark reaktiven Sauerstoffverbindungen wie dem Hydroxyl-

Radikal OH

verursacht. Dies hat Mutagenese und chromosomale Abweichungen zur

Folge.

Die Spezifität der durch Doxorubicin ausgelösten Toxizität scheint im Wesentlichen

mit der proliferativen Aktivität des normalen Gewebes zusammenzuhängen. Daher

sind

hauptsächlich

Knochenmark,

Gastrointestinaltrakt

Keimdrüsen

beeinträchtigt.

Eine

bedeutende

Ursache

Therapieversagens

Doxorubicin

anderen

Anthrazyklinen

Resistenzentwicklung.

zelluläre

Resistenz

gegen

Doxorubicin zu überwinden, wurde die Anwendung von Calcium-Antagonisten wie

Verapamil in Erwägung gezogen, da die Zellmembran das Primärziel ist. Verapamil

hemmt

langsamen

Kanal

Calcium-Transports

kann

zelluläre

Aufnahme

Doxorubicin

erhöhen.

Eine

Kombination

Doxorubicin

Verapamil wird mit schweren kardiotoxischen Effekten assoziiert.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Verteilung

Nach intravenöser Injektion wird Doxorubicin rasch aus dem Blut eliminiert und

weitgehend in die Gewebe einschließlich Lungen, Leber, Herz, Milz, Lymphknoten,

Knochenmark und Nieren verbreitet. Das Verteilungsvolumen beträgt ungefähr 25

Liter. Der Grad der Proteinbindung beträgt 60-70%.

Doxorubicin passiert

nicht die

Blut-Hirn-Schranke, obwohl beim

Vorliegen

Gehirnmetastasen oder leukämischer zerebraler Dissemination höhere Werte erreicht

werden

können.

Doxorubicin

wird

rasch

Aszites

verbreitet,

höhere

Konzentrationen erreicht werden als im Plasma. Doxorubicin wird in die Muttermilch

ausgeschieden.

Elimination

Die Elimination von Doxorubicin aus dem Blut verläuft triphasich mit mittleren

Halbwertzeiten von 12 Minuten (Verbreitung), 3,3 Stunden und ca. 30 Stunden.

Doxorubicin

wird

Leber

rasch

metabolisiert.

Hauptmetabolit

pharmakologisch wirksame Doxorubicinol. Andere Metaboliten sind Deoxyrubicin

Aglykon, Glucuronid und Sulfatkonjugat. Innerhalb von 7 Tagen werden ca. 40 bis

50% der Dosis biliär eliminiert, wobei etwa die Hälfte als unverändertes Arzneimittel

und der Rest als Metaboliten ausgeschieden wird. Lediglich 5-15% der verabreichten

Dosis wird im Urin eliminiert.

Besondere Patientengruppen

Eliminierung

Doxorubicin

hauptsächlich

hepatisch

ist,

führt

eine

Leberfunktionsstörung zu verlangsamter Ausscheidung und infolgedessen erhöhter

Retention und Akkumulation in Plasma und Gewebe. Eine Dosisreduzierung wird

generell empfohlen.

Obwohl

renale

Elimination

Doxorubicin

unbedeutend

ist,

kann

schwere

Nierenfunktionsstörung

Gesamtausscheidung

beeinträchtigen

erfordert

Dosisreduzierung.

In einer Studie an adipösen Patienten (>130% des idealen Körpergewichts) war im

Vergleich

einer

Kontrollgruppe

Normalgewicht

Clearance

Doxorubicin reduziert und die Halbwertszeit erhöht. Bei adipösen Patienten kann eine

Dosisanpassung erforderlich sein.

Krebspatienten

wird

Doxorubicin

Adriamycinol reduziert,

einem

aktiven

zytoxischen

Wirkstoff.

Diese

Reduktion

scheint

durch

zytoplasmische

NADPH-

abhängige

Aldo-Keto-Reduktasen

katalysiert

werden,

allen

Geweben

vorkommen und eine wichtige Rolle bei der Pharmakokinetik von Doxorubicin

insgesamt spielen.

In den meisten Geweben vorhandene mikrosomale Glycosidasen spalten Doxorubicin

und Adriamycinol in inaktive Aglycone. Die Aglycone können anschließend eine

0-Demethylierung mit nachfolgender Konjugation an Sulfat- oder Glucuronidester

unterlaufen und über die Gallenflüssigkeit ausgeschieden werden.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Aus der Literatur bekannte tierexperimentelle Studien zeigen, dass Doxorubicin die

Fertilität beeinflusst und embryotoxisch, fetotoxisch und teratogen ist. Andere Daten

weisen darauf hin, dass Doxorubicin mutagen ist.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumchlorid

Salzsäure (zur pH-Einstellung)

Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Doxorubicin sollte nicht mit Heparin oder 5-Fluorouracil in einer Infusion gemischt

werden, da dies zu Ausflockung bzw. Zersetzung führen kann. Anhaltender Kontakt

mit jeglicher alkalischen Lösung sollte vermieden werden, da dies die Hydrolyse des

Arzneimittels zur Folge hat.

genaue

Angaben

Kompatibilität

über

Mischbarkeit

vorliegen,

sollte

Doxorubicin nicht mit anderen Arzneimitteln außer den in Abschnitt 6.6 genannten

vermischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Nicht angebrochene Durchstechflaschen: 18 Monate

Angebrochene Durchstechflaschen: Nach dem ersten Öffnen der Durchstechflasche

sofort verbrauchen.

Zubereitete Infusionslösungen:

Bei Zubereitung in vor Licht geschützten Glasbehältnissen wurde die chemische und

physikalische

Anbruchstabilität

0,9%iger

physiologischer

Kochsalzlösung

5%iger Glucoselösung bis zu 28 Tage bei 2 – 8°C und bis zu 7 Tage bei 25°C

nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel sofort verwendet werden. Bei

nicht sofortiger Verwendung liegen Dauer und Bedingungen der Aufbewahrung vor

Gebrauch

Verantwortung

Anwenders

dürfen

normalerweise

Stunden bei 2°C bis 8°C nicht überschreiten, außer die Verdünnung erfolgte unter

kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C).

Durchstechflasche

Umkarton

aufbewahren,

Inhalt

Licht

schützen.

Bezüglich der Lagerungsbedingungen des verdünnten Arzneimittels siehe Abschnitt

6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

5 ml:

Konzentrat

Herstellung

einer

Infusionslösung

einer

zylindrischen

Durchstechflasche Typ I aus Klarglas, versiegelt mit Chlorbutylkautschuk-Stopfen

und pinkfarbenem Aluminium-Schnappdeckel.

10 ml:

Konzentrat

Herstellung

einer

Infusionslösung

einer

zylindrischen

Durchstechflasche Typ I aus Klarglas, versiegelt mit Chlorbutylkautschuk-Stopfen

und pinkfarbenem Aluminium-Schnappdeckel.

25 ml:

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung in einer 30-ml-Durchstechflasche

klarem

Pressglas,

versiegelt

Chlorbutylkautschuk-Stopfen

pinkfarbenem Aluminiumschnappdeckel.

50 ml:

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung in einer 50-ml-Durchstechflasche

klarem

Pressglas,

versiegelt

Chlorbutylkautschuk-Stopfen

pinkfarbenem Aluminiumschnappdeckel.

100 ml:

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung in einer 100-ml-Durchstechflasche

klarem

Pressglas,

versiegelt

Chlorbutylkautschuk-Stopfen

pinkfarbenem Aluminium-Schnappdeckel.

Packungsgrößen:

5-ml-Durchstechflasche

10-ml-Durchstechflasche

25-ml-Durchstechflasche

50-ml-Durchstechflasche

100-ml-Durchstechflasche

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Doxorubicin ist eine hochwirksame zytotoxische Substanz, die nur von Fachpersonal,

das in der sicheren Anwendung des Präparates geschult ist, verordnet, zubereitet und

verabreicht werden darf. Bei der Handhabung, Zubereitung und Entsorgung von

Doxorubicin sollten die folgenden Richtlinien beachtet werden.

Zubereitung

Das Personal sollte in der entsprechenden Handhabung geschult sein.

Schwangere sollten nicht mit diesem Arzneimittel in Berührung kommen.

Personal

sollte

beim

Umgang

Doxorubicin

Schutzkleidung

tragen:

Schutzbrille, Kittel, Einmalhandschuhe und Schutzmaske.

Alle

Verabreichung

oder

Reinigung

verwendeten

Artikel,

einschließlich

Handschuhe, sollten in einem Abfallbeutel zur Entsorgung von Sondermüll zur

Hochtemperatur-Verbrennung (700°C) gegeben werden.

Alle

Reinigung

verwendeten

Materialien

sollten

oben

beschrieben

entsorgt werden.

Nach Entfernen der Handschuhe immer die Hände waschen.

Verunreinigung

Fall

Kontakt

Haut

oder

Schleimhaut,

betroffene

Stelle

gründlich

Wasser

Seife

oder

Natriumbicarbonatlösung

waschen.

Allerdings nicht die Haut durch Gebrauch einer Handwaschbürste aufscheuern.

Eine milde Creme kann verwendet werden, um das vorübergehende stechende

Gefühl der Haut zu behandeln.

Bei Kontakt mit dem Auge, das Augenlid zurückhalten und das Auge mindestens

15 Minuten mit reichlich Wasser oder normaler physiologischer Kochsalzlösung 9

mg/ml (0,9%) spülen. Danach einen Arzt oder Augenfacharzt konsultieren.

Im Fall von Verschütten oder Auslaufen mit 1%iger Natriumhypochloritlösung

oder am einfachsten mit einem Phosphatpuffer (pH>8) behandeln, bis die Lösung

entfärbt ist. Dazu ein Tuch oder einen Schwamm benutzen, der in dem dazu

vorgesehen Bereich aufbewahrt wird. Zweimal mit Wasser ausspülen. Alle Tücher

in eine Plastiktüte geben und zur Verbrennung verschließen.

Anwendung:

Die intravenöse (IV) Verabreichung von Doxorubicin muss sorgfältig ausgeführt

werden. Es ist ratsam, das Arzneimittel über den Schlauch einer frei fließenden

intravenösen physiologischen Kochsalzlösung 9 mg/ml (0,9%) oder Glucoselösung 50

mg/ml (5%) innerhalb von 2 bis 15 Minuten zu geben. Dieses Verfahren reduziert das

Risiko einer Thrombose und perivenösen Extravasation, die zu schwerer Zellulitis,

Blasenbildung und Gewebenekrose führen, und spült zudem die Vene nach der

Verabreichung.

Reste des Arzneimittels sowie sämtliche Materialien, die bei der Verdünnung und

Verabreichung

verwendet

wurden,

müssen

entsprechend

krankenhausüblicher

Standardverfahren für zytotoxische Stoffe in Übereinstimmung mit den nationalen

Vorschriften für die Entsorgung von Sondermüll vernichtet werden.

Entsorgung

Nur zum Einmalgebrauch. Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist

entsprechend

nationalen

Anforderungen

entsorgen.

Beachten

Richtlinien zur Handhabung zytotoxischer Substanzen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Accord Healthcare B.V.

Winthontlaan 200

3526KV Utrecht

Niederlande

8.

ZULASSUNGSNUMMER

1-29692

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

22.09.2010/24.02.2015

10.

STAND DER INFORMATION

04/2019

VERSCHREIBUNGSPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT:

Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen