Comtan Filmtabletten

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-11-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
entacaponum
Verfügbar ab:
Orion Pharma AG
ATC-Code:
N04BX02
INN (Internationale Bezeichnung):
entacaponum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
entacaponum 200.0 mg, cellulosum microcristallinum, mannitolum, carmellosum natricum conexum corresp. natrium 7.28 mg, oleum vegetabile hydrogenatum, magnesii stearas, Überzug: hypromellosum, saccharum 1.82 mg, E 171, E 172 (flavum), E 172 (rubrum), magnesii stearas, polysorbatum 80, glycerolum (85 per centum), pro compresso obducto.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Morbus Parkinson
Zulassungsnummer:
54522
Berechtigungsdatum:
1999-02-16

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-11-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-11-2019

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-11-2019

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-11-2019

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Comtan®

Orion Pharma AG

Was ist Comtan und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Comtan Tabletten enthalten den Wirkstoff Entacapon und werden in Kombination mit Levodopa+Dopa-

Decarboxylase-Hemmern (DDC-Hemmer) zur Behandlung der Symptome der Parkinson-Krankheit

angewendet.

Bei der Parkinson-Krankheit ist die Menge an Dopamin (einer körpereigenen Substanz) in bestimmten

Gebieten des Gehirns vermindert. Dieser Mangel wird durch Einnahme von Levodopa ausgeglichen.

Levodopa wird im Gehirn zu Dopamin umgewandelt. Ein Teil der Levodopa-Dosis wird jedoch durch

ein Enzym zu einer unwirksamen chemischen Verbindung umgewandelt, bevor er das Gehirn erreicht.

Comtan hemmt diesen enzymatischen Abbau von Levodopa, so dass eine grössere Menge an Levodopa

das Gehirn erreicht. Wenn Comtan zusammen mit Levodopa eingenommen wird, unterstützt es

Levodopa bei der Linderung der Parkinson-Symptome. Ohne Levodopa besitzt Comtan keine Wirkung

gegen die Symptome der Parkinson-Krankheit

Wann darf Comtan nicht eingenommen werden?

Sie dürfen Comtan nicht einnehmen, wenn Sie:

·in der Vergangenheit auf Entacapon (Wirkstoff) oder einen der anderen Bestandteile von Comtan

Filmtabletten überempfindlich reagiert haben,

·eine Lebererkrankung haben,

·früher an einem malignen neuroleptischen Syndrom und/oder an einer atraumatischen (d.h. nicht durch

eine Verletzung verursachten) Rhabdomyolyse (eine seltene Form einer Muskelerkrankung) litten,

·ein Phäochromozytom (einen Tumor der Nebenniere) haben, denn Comtan kann das Risiko von

schwerwiegenden Blutdruckerhöhungen steigern,

·bestimmte Antidepressiva einnehmen (selektive MAO-A-Hemmer oder nichtselektive MAO-Hemmer),

·unter 18 Jahre alt sind.

Wann ist bei der Einnahme von Comtan Vorsicht geboten?

Comtan verstärkt die Wirkungen von Levodopa. Innerhalb der ersten Tage oder Wochen der

Behandlung können daher unerwünschte dopaminerge Wirkungen auftreten, z.B. Bewegungsstörungen,

Übelkeit, Erbrechen und Halluzinationen. Wenn derartige Nebenwirkungen auftreten, sollten Sie Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen, da eventuell die Dosierung Ihrer Arzneimittel angepasst werden muss.

Comtan wird immer in Kombination mit Levodopa/DDC-Hemmern angewendet. Die

Vorsichtsmassnahmen, welche für die Behandlung mit Levodopa gelten, sind daher auch bei der

Anwendung von Comtan zu berücksichtigen.

Wenn Sie schwere Muskelsteifheit, heftige Muskelzuckungen, starke Muskelschmerzen oder

Muskelschwäche, Zittern, Unruhe, Verwirrung, Fieber, Herzrasen oder grosse Blutdruckschwankungen

bemerken, sollten Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen.

Wenn Sie Comtan absetzen müssen, darf das nur in Absprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin

erfolgen, da Comtan möglicherweise langsam abgesetzt und die Dosis Ihrer anderen Arzneimittel gegen

die Parkinson-Krankheit angepasst werden muss, um eine Verschlechterung Ihrer Parkinson-Symptome

oder Nebenwirkungen zu vermeiden.

Wenn Sie vermehrt oder anhaltend unter Durchfall leiden, kann dies ein Zeichen einer entzündlichen

Darmerkrankung sein. Sie sollten in diesem Falle Ihr Körpergewicht regelmässig überprüfen und Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren.

Wenn Sie innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums eine fortschreitende Appetitlosigkeit, Erschöpfung

(Asthenie) und Gewichtsverlust entwickeln, ist eine umfassende medizinische Untersuchung in Betracht

zu ziehen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. mit Ihrer Ärztin, wenn Sie einen Herzinfarkt oder andere

Herzkrankheiten hatten oder wenn Sie ein Arzneimittel anwenden, das Schwindel oder Benommenheit

(durch tiefen Blutdruck bedingt) nach dem Aufrichten aus dem Bett oder von einem Stuhl verursachen

kann.

Wenn Sie selbst, Familienangehörige oder Betreuungspersonen bemerken, dass Sie den Drang oder das

Verlangen entwickeln, sich in einer für Sie ungewöhnlichen Weise zu verhalten, oder Sie dem Drang,

dem Trieb oder dem Verlangen zur Ausführung bestimmter Handlungen, die für Sie oder andere

möglicherweise schädlich sind, nicht widerstehen können, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer

Ärztin. Solche Verhaltensweisen werden als Impulskontrollstörungen bezeichnet und können Spielsucht,

Ess- oder Kaufsucht, ungewöhnlich gesteigertes sexuelles Verlangen oder übermässige

Inanspruchnahme durch sexuelle Gedanken oder Gefühle umfassen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin muss Ihre

Behandlung möglicherweise überprüfen.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Comtan kann bestimmte, durch Levodopa-Präparate verursachte Nebenwirkungen (z.B. Benommenheit,

Schläfrigkeit, plötzlich eintretender Schlafanfall, manchmal auch ohne Vorwarnung, oder Anzeichen

eines niedrigen Blutdrucks beim Aufstehen) verstärken und auf diese Weise Ihre Leistungsfähigkeit

beim Lenken von Fahrzeugen oder bei der Bedienung von Maschinen beeinträchtigen. Falls derartige

Nebenwirkungen bei Ihnen auftreten, dürfen Sie deshalb kein Fahrzeug führen oder andere Aktivitäten

ausüben (z.B. Werkzeuge oder Maschinen bedienen), bei denen eine verminderte Aufmerksamkeit Sie

selbst oder andere gefährdet. Sie sollen solange auf das Führen eines Fahrzeuges wie auf oben genannte

Aktivitäten verzichten, bis Sie durch eine ausreichende Erfahrung mit der Einnahme des Arzneimittels

das eventuelle Auftreten dieser Beeinträchtigungen hinreichend sicher ausschliessen können.

Bei Einnahme anderer Arzneimittel:

Comtan kann die Wirkungen und Nebenwirkungen bestimmter anderer Arzneimittel beeinflussen.

Umgekehrt können Wirkungen und Nebenwirkungen von Comtan durch andere Arzneimittel verändert

werden.

Diese sind insbesondere Antidepressiva (mit Wirkstoffen wie Desipramin, Maprotilin, Venlafaxin,

Paroxetin), Arzneimittel gegen Asthma bronchiale (mit Wirkstoffen wie Rimiterol oder Isoprenalin)

sowie bestimmte Arzneimittel gegen zu hohen bzw. zu tiefen Blutdruck resp. zu niedrige Herzleistung

(mit Wirkstoffen wie Adrenalin, Noradrenalin, Dobutamin, Alfa-Methyldopa), weiterhin Arzneimittel

gegen akut-allergische Schleimhautschwellungen sowie gegen Glaukom, eisenhaltige Präparate,

Warfarin zur Blutverdünnung sowie Apomorphin.

Bitte nehmen Sie Comtan erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Comtan enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d.h. es ist nahezu

«natriumfrei».

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Comtan während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Comtan darf während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden.

Wie verwenden Sie Comtan?

Comtan wird immer in Kombination mit Levodopa-Präparaten (Antiparkinson-Mitteln), und zwar

entweder mit Levodopa/Carbidopa oder Levodopa/Benserazid, angewendet.

Von Beginn der Behandlung an wird eine Filmtablette Comtan zu 200 mg zusammen mit jeder Dosis

Levodopa eingenommen. Die höchste empfohlene Dosis beträgt 10 Filmtabletten Comtan pro Tag, d.h.

2'000 mg Entacapon.

Wenn Sie wegen einer Nierenfunktionsstörung dialysiert werden, wird Sie Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

informieren, wie Ihr persönliches Dosierungsschema anzupassen ist. In solchen Situationen wird in der

Regel der Zeitabstand zwischen den Einnahmen verlängert.

Wenn Sie einmal vergessen haben, die Comtan Filmtablette mit Ihrer Dosis Levodopa einzunehmen,

setzen Sie die Behandlung fort und nehmen Sie die nächste Comtan Filmtablette mit Ihrer nächsten

Dosis Levodopa.

Comtan kann die Aufnahme von Eisen aus dem Magen-Darm-Trakt beeinträchtigen. Daher muss

zwischen der Einnahme von Comtan und der von eisenhaltigen Arzneimitteln ein Abstand von

mindestens 2-3 Stunden liegen.

Nehmen Sie Comtan, ebenso wie alle anderen Arzneimittel, genau nach den Anweisungen Ihres Arztes

oder Ihrer Ärztin ein, damit Sie den grösstmöglichen Nutzen Ihrer Antiparkinson-Therapie erreichen.

Stoppen Sie die Einnahme von Comtan nicht, ausser auf Geheiss Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin. Bei

Stoppen der Einnahme muss Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Dosierung der anderen Parkinson-

Arzneimittel möglicherweise anpassen. Ein abrupter Abbruch der Behandlung mit Comtan und anderen

Arzneimitteln gegen Parkinson kann zu Nebenwirkungen führen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Comtan haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Comtan auftreten:

Die häufigsten Nebenwirkungen, über die mit Comtan berichtet wurden, waren Bewegungsstörungen

(Dyskinesien), Übelkeit, Erbrechen, Ereignisse im Zusammenhang mit koronarer Herzkrankheit (wie

Brustschmerz), verstärkte Parkinson-Symptome, harmlose rötlich-braune Verfärbung des Urins,

Schwindel, Durchfall, Bauchschmerzen, Verstopfung, Mundtrockenheit, Halluzinationen (das Sehen,

Hören, Fühlen und Riechen von Dingen, die nicht wirklich vorhanden sind), Schlaflosigkeit, Alpträume,

verlängerte Muskelkrämpfe (Dystonie), übermässige Bewegungen (Hyperkinesie), Müdigkeit,

verstärktes Schwitzen, Stürze und Verwirrtheit. Gelegentlich: Herzinfarkt; Selten: Hautausschlag inkl.

allergische Reaktionen, abnorme Resultate bei Leberfunktionstests; Sehr selten wurde unter Comtan

über verminderter Appetit, Gewichtsverlust, Entzündung des Dickdarms (Kolitis), die schmerzhafte

Blähungen, Durchfall und Gewichtsverlust verursachen kann, Unruhe berichtet.

Sehr selten wird ein sogenanntes malignes neuroleptisches Syndrom verursacht, welches sich vor allem

durch Fieber, Bewusstseinsstörungen und Muskelsteifheit äussert. Sehr selten treten starke

Muskelschmerzen oder Muskelschwäche auf, welche Zeichen eines schwerwiegenden Muskelabbaus

(Rhabdomyolyse) sein können. In beiden Fällen muss sofort der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde

Ärztin kontaktiert werden.

Es können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Die Anzeichen dafür können sein: Nesselsucht

(Nesselausschlag), Juckreiz, Hautausschlag, punktförmige Blutungen in der Haut, Schwellung des

Gesichts, der Lippen, Zunge oder Kehle (dies kann zu Atemschwierigkeiten oder Schluckbeschwerden

führen). Falls bei Ihnen solche Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, müssen Sie unverzüglich

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin kontaktieren.

Nebenwirkungen von unbekannter Häufigkeit sind: Entzündung der Leber (Hepatitis) mit Gelbfärbung

der Haut oder Augen, Verfärbung der Haut, Haare (einschliesslich Barthaare), Nägel und Zähne.

Die häufigsten durch Comtan verursachten Nebenwirkungen stehen in Zusammenhang mit der

verstärkten Wirkung der Levodopa-Therapie. Sie treten meist zu Beginn der Behandlung auf. Einige der

Nebenwirkungen, z.B. Bewegungsstörungen, Übelkeit und Bauchschmerzen, treten unter Umständen bei

höheren Dosen (1'400 bis 2'000 mg pro Tag) häufiger auf als bei niedriger Dosierung. Wenn Sie daher

eine beunruhigende Zunahme von Bewegungsstörungen (Dyskinesien) zu Beginn der Behandlung mit

Comtan feststellen, wenden Sie sich an Ihren Arzt bzw. an Ihre Ärztin. Er bzw. sie wird unter

Umständen Ihre Levodopa-Dosierung entsprechend anpassen, um Schweregrad und Häufigkeit dieser

Ereignisse zu vermindern.

Über Einzelfälle von übermässiger Müdigkeit am Tag und von plötzlichem Einschlafen wurde berichtet

(siehe «Wann ist bei der Einnahme von Comtan Vorsicht geboten»).

Sie können möglicherweise folgende Nebenwirkungen verspüren:

Unfähigkeit, dem Impuls zu widerstehen, eine Handlung auszuführen, die schädlich sein könnte; dazu

gehören:

·ein starker Impuls zu exzessivem Glücksspiel trotz erheblichen oder persönlichen, familiären

Konsequenzen,

·verändertes oder erhöhtes sexuelles Interesse und Verhalten, das besorgniserregend ist für Sie oder

andere, zum Beispiel ein gesteigerter Sexualtrieb,

·unkontrollierbares, übermässiges Einkaufen und Geld ausgeben,

·Binge Eating (Essen von grossen Mengen in einer kurzen Periode) oder zwanghaftes Essen (mehr

Essen als normal und mehr als nötig wäre, um den Hunger zu stillen).

Benachrichtigen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn sie eines dieser Verhaltensmuster erleben; Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin wird mit Ihnen Wege erörtern um mit diesen Symptomen umzugehen, oder sie zu

reduzieren.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin,

Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Nicht über 30 °C lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen

verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Comtan enthalten?

Eine Filmtablette enthält:

Wirkstoffe

Entacapon 200 mg

Hilfsstoffe

Mikrokristalline Cellulose, Mannitol, Croscarmellose-Natrium, hydriertes Pflanzenöl,

Magnesiumstearat, Hypromellose, Saccharose, Titandioxid, gelbes Eisenoxid, rotes Eisenoxid,

Polysorbat 80, Glycerin 85%

Zulassungsnummer

54522 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Comtan? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Comtan ist in Packungen zu 30 und 100 Filmtabletten erhältlich.

Zulassungsinhaberin

Orion Pharma AG, 6300 Zug

Diese Packungsbeilage wurde im November 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Transferiert von Novartis Pharma Schweiz AG

Comtan®

Orion Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Entacaponum.

Hilfsstoffe: Excip. pro compr. obduct.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 200 mg Entacaponum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Comtan ist als Zusatztherapie zu einer Kombination von Levodopa/Benserazid oder

Levodopa/Carbidopa indiziert, wenn diese Medikamente allein oder in Kombination mit anderen

Antiparkinson-Medikamenten eingesetzt werden, bei Patienten mit Morbus Parkinson, die mit diesen

Medikamenten nicht stabilisiert werden können, und welche fluktuierende motorische Symptome

(sog. Enddosis- bzw. on-off-Symptome) aufweisen.

Dosierung/Anwendung

Art der Anwendung

Comtan wird in Kombination mit Levodopa/Benserazid-Präparaten oder Levodopa/Carbidopa-

Präparaten angewendet. Die Angaben zur Anwendung dieser Levodopa-Kombinationspräparate

gelten ebenso für ihre gleichzeitige Anwendung mit Comtan.

Die Wirksamkeit von Entacapon in Kombination mit Levodopa/Dopadecarboxylase-Hemmern mit

verzögerter Wirkstofffreisetzung wurde nicht nachgewiesen.

Comtan kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden (s. «Pharmakokinetik»).

Comtan und Eisenpräparate müssen im Abstand von 2-3 h eingenommen werden.

Übliche Dosierung

1 Filmtablette Comtan zu 200 mg wird zusammen mit jeder Dosis Levodopa/Carbidopa oder

Levodopa/Benserazid eingenommen.

Die empfohlene Höchstdosis beträgt 200 mg 10×/d, d.h. 2000 mg Entacapon.

Entacapon verstärkt die Wirkung von Levodopa bereits mit der ersten Gabe. Um die von Levodopa

verursachten unerwünschten dopaminergen Wirkungen, z.B. Dyskinesien, Übelkeit, Erbrechen und

Halluzinationen, zu vermindern, ist es daher häufig nötig, die Levodopa-Dosis während der ersten

Tage bis Wochen nach Beginn der Behandlung mit Entacapon anzupassen.

Die Tagesdosis von Levodopa kann um etwa 10-30% verringert werden, indem je nach dem

klinischen Zustandsbild des Patienten das Dosierungsintervall verlängert und/oder die Einzeldosis

von Levodopa verringert wird. Werden die Dosierungsintervalle der Einzelgaben von Levodopa

verlängert, werden die Dosierungsintervalle der Gabe von 200 mg Comtan im gleichen Ausmass

verlängert, sodass weiterhin mit jeder Dosis von Levodopa eine Dosis von 200 mg Comtan

verabreicht wird.

Wird Entacapon abgesetzt, muss die Dosierung anderer Antiparkinson-Mittel, insbesondere von

Levodopa, angepasst werden, um die Symptome der Parkinson-Krankheit ausreichend unter

Kontrolle zu halten.

Entacapon erhöht die Bioverfügbarkeit von Levodopa aus Standardkombinationen von Levodopa mit

Benserazid geringfügig stärker (5-10%) als aus Standardkombinationen von Levodopa mit

Carbidopa. Daher kann bei Patienten, die mit Standardkombinationen von Levodopa mit Benserazid

behandelt werden, nach Beginn der Behandlung mit Entacapon möglicherweise eine stärkere

Verringerung der Levodopa-Dosis erforderlich sein.

Sollte keine Besserung der klinischen Symptome nach 3 Monaten eintreten, sollte die Behandlung

mit Comtan abgesetzt werden, jedoch unter Berücksichtigung der entsprechenden Empfehlungen und

Vorsichtsmassnahmen (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Spezielle Dosierungsanweisungen

Niereninsuffizienz: Eine Niereninsuffizienz beeinflusst die Pharmakokinetik von Entacapon nicht

und es ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Dialysepatienten: Bei Dialysepatienten ist strikte Überwachung geboten und unter Umständen ein

längeres Dosierungsintervall zu erwägen (s. «Pharmakokinetik»).

Leberinsuffizienz: Bei Patienten mit Leberinsuffizienz ist Comtan kontraindiziert

(s. «Kontraindikationen»).

Pädiatrie: Die Anwendung des Medikamentes bei Patienten unter 18 Jahren wurde bisher nicht

geprüft und kann daher nicht empfohlen werden.

Geriatrie: Für ältere Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Kontraindikationen

Comtan ist kontraindiziert bei:

·Überempfindlichkeit gegenüber Entacapon (dem Wirkstoff) oder einem der anderen Bestandteile.

·Leberinsuffizienz.

·Malignes neuroleptisches Syndrom oder atraumatische Rhabdomyolyse in der Anamnese.

·Phäochromozytom, aufgrund des erhöhten Risikos einer hypertensiven Krise.

·Comtan darf nicht zusammen mit nicht-selektiven Monoaminoxidase (MAO-A und MAO-B)-

Hemmern (z.B. Phenelzin, Tranylcypromin) gegeben werden.

Ebenso ist die gleichzeitige Gabe eines selektiven MAO-A- und eines selektiven MAO-B-Hemmers

zusammen mit Comtan kontraindiziert (s. «Interaktionen»). Comtan kann zusammen mit Selegilin

(ein selektiver MAO-B-Hemmer) gegeben werden, aber die tägliche Dosis von Selegilin sollte nicht

mehr als 10 mg betragen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Unter einer Therapie mit Entacapon und zusätzlich anderen dopaminergen Arzneimitteln wurden

seltene Fälle mit Rhabdomyolyse beschrieben.

Das maligne neuroleptische Syndrom, einschliesslich Rhabdomyolyse und Fieber, wird durch

motorische Symptome (Rigor, Myoklonien, Tremor), Bewusstseinsveränderungen (z.B. Erregung,

Verwirrtheit, Koma), Fieber, Störungen des autonomen Nervensystems (Tachykardie, labiler

Blutdruck) und erhöhte Spiegel der Serumkreatinphosphokinase (CPK) gekennzeichnet. Im

Einzelfall können jeweils nur einzelne dieser Symptome und/oder Befunde auffällig sein.

Im Zusammenhang mit der Entacapon-Behandlung in kontrollierten Studien, bei denen Entacapon

abrupt abgesetzt wurde, wurde weder über ein malignes neuroleptisches Syndrom noch über

Rhabdomyolyse berichtet.

Seit der Markteinführung wurde über Einzelfälle eines malignen neuroleptischen Syndroms

berichtet, speziell nach abrupter Dosisreduktion oder nach abruptem Abbruch der Behandlung mit

Entacapon und mit anderen dopaminergen Arzneimitteln. Wenn notwendig sollte das Absetzen von

Entacapon oder anderen dopaminergen Arzneimitteln langsam erfolgen und es kann, falls trotz des

langsamen Absetzens von Entacapon Anzeichen und/oder Symptome auftreten, eine Erhöhung der

Levodopa-Dosis notwendig werden.

Entacapon sollte mit Vorsicht bei Patienten mit ischämischer Herzerkrankung verabreicht werden.

Aufgrund seines Wirkungsmechanismus kann Comtan den Metabolismus von Medikamenten, die

eine Katecholgruppe enthalten, beeinflussen und ihre Wirkung verstärken. Bei Patienten, die mit

Medikamenten behandelt werden, welche durch das Enzym Catechol-O-Methyltransferase (COMT)

metabolisiert werden, z.B. Rimiterol, Isoprenalin, Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Dobutamin,

Alpha-Methyldopa und Apomorphin, ist Comtan daher mit Vorsicht anzuwenden

(s. «Interaktionen»).

Comtan wird stets als Zusatzmedikation zu Levodopa verwendet. Die Vorsichtsmassnahmen, welche

für die Behandlung mit Levodopa gelten, sind daher auch bei der Behandlung mit Comtan zu

beachten.

Entacapon erhöht die Bioverfügbarkeit von Levodopa aus Standardkombinationen von Levodopa mit

Benserazid um 5–10% stärker als aus Standardkombinationen von Levodopa mit Carbidopa. Daher

können unerwünschte dopaminerge Wirkungen häufiger auftreten, wenn Entacapon zusätzlich zu

einer Behandlung mit Levodopa/Benserazid gegeben wird (s. «Unerwünschte Wirkungen»).

Um die von Levodopa verursachten unerwünschten dopaminergen Wirkungen zu vermindern, muss

häufig während der ersten Tage bis Wochen nach Beginn der Behandlung mit Comtan die Dosierung

von Levodopa entsprechend dem klinischen Zustandsbild des Patienten angepasst werden

(s. «Dosierung/Anwendung»).

In klinischen Studien traten einige dopaminerge Wirkungen, z.B. Dyskinesien, häufiger bei Patienten

auf, die Entacapon zusammen mit Dopamin-Agonisten (z.B. Bromocriptin), mit Selegilin oder mit

Amantadin erhielten, verglichen mit Patienten, die Placebo mit dieser Kombination erhielten. Die

Dosierung anderer Antiparkinson-Mittel muss möglicherweise angepasst werden, wenn die

Behandlung mit Entacapon begonnen wird.

Entacapon kann eine durch Levodopa verursachte orthostatische Hypotonie verstärken. Bei

Patienten, die andere Arzneimittel einnehmen, die eine orthostatische Hypotonie hervorrufen können,

ist Entacapon daher mit Vorsicht anzuwenden.

Die Kombination von Entacapon und Levodopa ist bei Patienten, die an Parkinson-Krankheit leiden,

mit Müdigkeit und plötzlichem Einschlafen in Verbindung gebracht worden. Das plötzliche

Einschlafen kann auch ohne vorherige Warnzeichen oder vorhergehende Schläfrigkeit auftreten und

auch ohne, dass sich der Patient dem aufgetretenen plötzlichen Einschlafen bewusst ist. Die Patienten

müssen über dieses Risiko informiert werden. Die Patienten müssen davor gewarnt werden,

Motorfahrzeuge zu führen oder Maschinen zu bedienen, wenn sie sich schläfrig fühlen oder bereits

plötzliches Einschlafen aufgetreten ist (s. «Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen

von Maschinen»).

Für Patienten, die eine Diarrhöe entwickeln, wird eine Überwachung des Gewichtes, des

Flüssigkeitshaushaltes und ggf. des Elektrolythaushaltes empfohlen. Länger dauernder oder

anhaltender Durchfall, der in Zusammenhang mit Entacapon vermutet wird, kann ein Anzeichen von

Kolitis sein. Bei Auftreten von länger dauernder oder anhaltender Diarrhöe sollte Entacapon

abgesetzt und eine angemessene medizinische Behandlung und Abklärungen in Betracht gezogen

werden.

Bei Patienten, die innerhalb kurzer Zeit zunehmend unter Appetitlosigkeit, Schwächegefühl und

Gewichtsverlust leiden muss eine allgemeinärztliche Untersuchung inkl. Leberfunktionstest in

Betracht gezogen werden.

Patienten sollten regelmässig im Hinblick auf die Entwicklung von Impulskontrollstörungen

überwacht werden. Patienten und ihre Betreuer sollten darauf hingewiesen werden, dass bei

Patienten, die mit Dopamin-Agonisten und/oder anderen dopaminergen Arzneimittel, wie Entacapon

zusammen mit Levodopa, behandelt werden, Verhaltenssymptome von Impulskontrollstörungen wie

pathologisches Spielen/Spielsucht, gesteigerte Libido, Hypersexualität, zwanghaftes Geld ausgeben

oder Kaufsucht sowie Essanfälle und Esssucht auftreten können (s. «Unerwünschte Wirkungen»).

Wenn solche Symptome auftreten, wird eine Überprüfung der Behandlung empfohlen.

Die Tabletten enthalten Saccharose. Deshalb wird dieses Arzneimittel nicht für Patienten mit der

seltenen, erblich bedingten Fruktose-Intoleranz, Glukose-Galaktose-Malabsorption oder Saccharase-

Isomaltase-Mangel empfohlen.

Interaktionen

Hohe Einzeldosen (>400 mg) von Comtan können die Bioverfügbarkeit von Carbidopa reduzieren.

Unter dem empfohlenen Dosierungsschema wurde jedoch keine Wechselwirkung von Entacapon mit

Carbidopa beobachtet.

Die pharmakokinetische Wechselwirkung mit Benserazid wurde nicht untersucht.

Das Ansprechen motorischer Symptome auf Levodopa war mit oder ohne Selegilin nicht signifikant

unterschiedlich. Selegilin hat die durch Entacapon erreichte Erhöhung der Bioverfügbarkeit von

Levodopa nicht beeinflusst. Hingegen lassen die Ergebnisse einer Studie vermuten, dass sich

Dyskinesien unter gleichzeitiger Behandlung mit Selegilin, Entacapon und Levodopa verschlechtern

könnten.

Formale pharmakokinetische Interaktionsstudien mit anderen Antiparkinson-Medikamenten (mit

Ausnahme von Selegilin und Bromocriptin) wurden nicht durchgeführt. Unerwünschte dopaminerge

Ereignisse wurden häufig bei Patienten, welche Dopaminagonisten zusammen mit Entacapon

einnahmen, berichtet. Mangels einer entsprechenden Studie ist auch ungeklärt, ob der Zusatz von

Dopaminagonisten zu einer bestehenden Behandlung mit Entacapon einen Wirksamkeitsvorteil

erbringt.

Die Verabreichung einer Einzeldosis von 5 mg Bromocriptin ergab keinen offensichtlichen Effekt

auf die Kinetik von Entacapon 200 mg nach Einmalgabe.

Die gleichzeitige Verabreichung von Entacapon 200 mg und Bromocriptin 5 mg ergab im Vergleich

zur alleinigen Gabe von Bromocriptin einen Anstieg von Cmax und AUC0-t (38%; 19%). Auf das

Auftreten möglicher Nebenwirkungen sollte daher geachtet werden.

In Einzeldosisstudien an gesunden Probanden wurden keine Interaktionen zwischen Entacapon und

Imipramin oder zwischen Entacapon und Moclobemid beobachtet.

Die Wechselwirkung zwischen Entacapon und Selegilin wurde wiederholt in Dosisfindungsstudien

bei Parkinson-Patienten, die mit Levodopa/DDC-Hemmer behandelt wurden, untersucht.

Wechselwirkungen sind in diesen Studien nicht aufgetreten: Die gleichzeitige Einnahme von

Selegilin und Carbidopa-Levodopa wurde aber mit schwerwiegender orthostatischer Hypotonie in

Verbindung gebracht, die aber nicht alleine auf Carbidopa-Levodopa zurückzuführen war.

Jedoch liegen über die klinische Anwendung von Entacapon zusammen mit anderen Arzneimitteln

wie MAO-A-Hemmern, trizyklischen Antidepressiva, Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern wie

Desipramin, Maprotilin und Venlafaxin sowie Substanzen, die durch COMT metabolisiert werden

(z.B. solche, die eine Katecholgruppe besitzen: Rimiterol, Isoprenalin, Adrenalin, Noradrenalin,

Dopamin, Dobutamin, alpha-Methyldopa, Apomorphin und Paroxetin) bisher nur begrenzte

Erfahrungen vor. Bei der Gabe derartiger Substanzen zusammen mit Entacapon ist Vorsicht geboten

(s. «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Entacapon kann zusammen mit Selegilin (einem selektiven MAO-B-Hemmer) angewendet werden,

jedoch darf die Tagesdosis von Selegilin 10 mg nicht überschreiten.

Entacapon kann, ebenso wie Levodopa, im Magen-Darm-Trakt Chelatkomplexe mit Eisen bilden.

Daher müssen Comtan und Eisenpräparate im Abstand von 2-3 h eingenommen werden.

Entacapon wird von Humanalbumin an der Bindungsstelle II gebunden, die auch verschiedene

andere Arzneimittel wie z.B. Diazepam und Ibuprofen bindet. Klinische Studien zur

Wechselwirkung mit Diazepam und nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs) wurden nicht

durchgeführt. Aufgrund von in-vitro-Studien ist bei therapeutischen Konzentrationen des

Arzneimittels keine signifikante Verdrängung zu erwarten.

Aufgrund seiner in-vitro-Affinität zu Cytochrom P450 2C9 (s. «Pharmakokinetik») kann es

potentiell zu Wechselwirkungen mit Substanzen kommen, deren Metabolisierung von diesem

Isoenzym abhängig ist, wie z.B. S-Warfarin. In einer Interaktionsstudie an gesunden Probanden

veränderte Entacapon jedoch nicht die Plasmaspiegel von S-Warfarin, während die AUC von R-

Warfarin im Mittel 18% (90% Konfidenzintervall: 11% bis 26%) erhöht war. Die INR-Werte

erhöhten sich im Mittel um 13% (90% Konfidenzintervall: 6% bis 19%). Daher wird bei mit

Warfarin behandelten Patienten zu Beginn der Behandlung mit Entacapon eine Kontrolle der INR-

Werte empfohlen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

In Tierexperimenten, in denen die Exposition mit Entacapon deutlich höher war als die

therapeutische Exposition, wurden keine offenkundigen teratogenen oder primär fetotoxischen

Wirkungen festgestellt. Über die Anwendung von Entacapon bei schwangeren Frauen liegen jedoch

keine Erfahrungen vor. Comtan darf daher in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Stillzeit

Bei Tieren wird Entacapon mit der Muttermilch ausgeschieden. Über die Sicherheit von Comtan bei

Säuglingen ist nichts bekannt; stillende Mütter dürfen Comtan deshalb nicht anwenden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Unter Entacapon in Kombination mit Levodopa können hypostatische Symptome, Somnolenz und

sogar plötzliche Schlafanfälle auftreten. Die Patienten müssen darauf hingewiesen werden, dass sie

in diesen Fällen kein Fahrzeug führen oder keinen anderen Tätigkeiten (z.B. Bedienen von

Maschinen) nachgehen dürfen, bei denen sie sich selbst oder andere aufgrund verminderter

Aufmerksamkeit in Gefahr bringen. Sie dürfen erst dann wieder ein Fahrzeug führen oder solche

Tätigkeiten aufnehmen, wenn diese Episoden nicht mehr auftreten.

Unerwünschte Wirkungen

Die häufigsten durch Comtan verursachten unerwünschten Wirkungen hängen mit der verstärkten

dopaminergen Aktivität zusammen und treten meist zu Beginn der Behandlung auf (Dyskinesien).

Durch Herabsetzung der Levodopa-Dosis wird der Schweregrad und die Häufigkeit dieser

unerwünschten Wirkungen vermindert.

Die zweite wichtige Gruppe von unerwünschten Wirkungen sind gastrointestinale Beschwerden,

einschliesslich Übelkeit, Erbrechen, Abdominalschmerzen, Obstipation und Diarrhöe. Comtan kann

eine harmlose, rötlich-braune Verfärbung des Urins hervorrufen.

Bei einer gemeinsamen Auswertung von klinischen Studien, in denen 406 Patienten das Arzneimittel

und 296 Patienten Placebo erhielten, ergaben sich unter Entacapon signifikant grössere Häufigkeiten

für Dyskinesien (27%), Übelkeit (11%), Diarrhöe (8%), Abdominalschmerzen (7%) und

Mundtrockenheit (4.2%) als unter Placebo.

Die durch Comtan verursachten unerwünschten Wirkungen sind in der Regel leicht bis mittelschwer

und führen nur selten zum Abbruch der Behandlung. Die unerwünschten Wirkungen, welche einen

Abbruch der Behandlung mit Comtan zur Folge hatten, waren gastrointestinale Beschwerden (z.B.

Diarrhöe 2.5%) und vermehrte Nebenwirkungen durch erhöhte dopaminerge Aktivität von Levodopa

(z.B. Dyskinesien: 1.7%).

Einige der unerwünschten Wirkungen, z.B. Dyskinesien, Übelkeit und Abdominalschmerzen,

können bei höherer Dosierung (1400 bis 2000 mg/d) häufiger auftreten als bei niedrigerer.

Die nachfolgend aufgeführten Nebenwirkungen traten in klinischen Studien mit Entacapon und seit

der Markteinführung von Entacapon auf.

Die Nebenwirkungen sind entsprechend ihrer Häufigkeit geordnet, wobei die häufigste

Nebenwirkung zuerst genannt wird.

Häufigkeiten

Sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100 <1/10), gelegentlich (>1/1000 <1/100), selten (>1/10'000

<1/1000), sehr selten (<1/10'000).

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr selten: Anorexie, Gewichtsverlust, Kolitis

Erhöhte Serumglukosewerte wurden beobachtet. Die Erhöhungen der Mittelwerte waren klinisch

nicht signifikant, und eine weitere Analyse deutete darauf hin, dass Entacapon die Glukosetoleranz

nicht negativ beeinflusst.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Schlaflosigkeit, Halluzinationen, Verwirrtheit, Alpträume.

Sehr selten: Agitation (Unruhe).

Nervensystem

Sehr häufig: Dyskinesie (27%).

Häufig: Verstärkung der Parkinson-Symptome, Schwindel, Dystonie, Hyperkinesie.

In Einzelfällen ist die Kombination von Entacapon und Levodopa mit übermässiger Müdigkeit am

Tage und dem Auftreten plötzlicher Schlafepisoden in Verbindung gebracht worden.

Es wurde über isolierte Fälle eines malignen neuroleptischen Syndroms nach abrupter

Dosisreduktion oder nach abruptem Abbruch der Behandlung mit Entacapon und mit anderen

dopaminergen Arzneimitteln berichtet.

Herz

Häufig: Vorfälle ischämischer Herzerkrankung ausgenommen Myokardinfarkt* (z.B. Angina

pectoris).

Gelegentlich: Myokardinfarkt*.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Übelkeit (11%).

Häufig: Diarrhöe, Abdominalschmerzen, Mundtrockenheit, Obstipation, Erbrechen.

Leber und Galle

Selten: Leberfunktionswerte ausserhalb der Norm.

In einzelnen Fällen wurde über Hepatitis mit cholestatischen Erscheinungen berichtet.

Haut

Selten: Erythematöser oder makulopapulöser Ausschlag.

Sehr selten: Urtikaria

Es sind Einzelfälle von Haut-, Haar-, Bart-, Nagel-, Bindehaut- und Zahnverfärbungen bekannt.

Muskelskelettsystem

Es wurde über isolierte Fälle von Rhabdomyolyse berichtet.

Nieren und Harnwege

Sehr häufig: Verfärbung des Urins (13.1%).

Allgemeine Störungen

Häufig: Müdigkeit, verstärktes Schwitzen, Stürze.

* Die Häufigkeitsrate für Myokardinfarkt und für andere Ereignisse ischämischer Herzerkrankungen

(0.43% bzw. 1.54%) wurden von einer Analyse von 13 doppelblinden Studien mit 2'082 Patienten

unter Entacapon mit «end-of-dose» motorischen Fluktuationen abgeleitet.

Impulskontrollstörungen: Spielsucht/pathologisches Spielen, gesteigerte Libido, Hypersexualität,

zwanghaftes Geld ausgeben oder Kaufsucht sowie Essanfälle und Esssucht können bei Patienten

auftreten, die mit Dopamin-Agonisten und/oder anderen dopaminergen Arzneimittel, wie Entacapon

zusammen mit Levodopa, behandelt werden (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Überdosierung

Aus den Post-Marketingdaten sind einzelne Fälle von Überdosierung bekannt mit einer Höchstdosis

Entacapon von 16'000 mg/d. Die akuten Symptome in solchen Fällen waren Verwirrtheit,

Aktivitätsverminderung, Somnolenz, Hypotonie, Verfärbungen der Haut und Urtikaria.

Die Behandlung einer akuten Überdosierung erfolgt symptomatisch.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N04BX02

Wirkungsmechanismus

Comtan ist ein oral wirksamer, spezifischer und hauptsächlich peripher wirksamer Catechol-O-

Methyltransferase(COMT)-Hemmstoff mit reversibler Wirkung, der dazu bestimmt ist, in

Kombination mit einem Levodopa-Präparat und einem Dopa-Decarboxylase-Hemmer wie Carbidopa

oder Benserazid verabreicht zu werden.

Entacapon hemmt die Catechol-O-Methyl-Transferase und verhindert, zusammen mit einem

Hemmstoff der L-Dopa-Decarboxylase, den Abbau von Levodopa zu 3-O-Methyldopa (3-OMD) und

Dopamin. Dadurch werden länger anhaltende Plasmaspiegel von Levodopa erreicht ohne eine

Verlängerung der Zeit bis zum Maximum des Plasmaspiegels (= t max). Die Menge des im Striatum

verfügbaren Levodopas wird erhöht und im Zentralnervensystem wird mehr Dopamin gebildet. Auf

diese Weise verlängert Comtan die klinische Reaktion auf Levodopa.

Entacapon hemmt das Enzym COMT hauptsächlich im peripheren Gewebe. Die Hemmung von

COMT in den Erythrozyten korreliert eng mit den Plasmakonzentration von Entacapon und zeigt so

die Reversibilität der COMT-Hemmung.

Die Antiparkinson-Effekte von Comtan, d.h. die Wirkungen von Comtan auf die Pharmakokinetik

von Levodopa, sind 24 h nach Absetzen von Comtan nahezu verschwunden.

Es existieren zwei Isomere von Entacapon: auf das (E)-Isomer entfallen 95% des AUC-Werts von

Entacapon, auf das (Z)-Isomer und Spuren anderer Metaboliten die übrigen 5%. Beide Stereoisomere

sind pharmakologisch aktiv und hemmen das Enzym COMT gleich stark.

Klinische Wirksamkeit

Der Nachweis der therapeutischen Wirkung beruht auf zwei doppelblinden Phase-III-Studien, in

denen 376 Patienten mit Morbus Parkinson und «end-of-dose»-Fluktuationen zusammen mit jeder

Dosis Levodopa/Dopadecarboxylase-Hemmer entweder Entacapon oder Placebo erhielten. Die

Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt. In Studie I wurde die tägliche «On-Zeit» in

Stunden aus Patiententagebüchern ermittelt. In Studie II wurde der prozentuale Anteil der täglichen

«On-Zeit» bestimmt.

Tabelle: On-Zeit pro Tag (Mittelwert ± SD)

Studie I: On-Zeit pro Tag (h)

Entacapon (n=85) Placebo (n=86) Differenz

Baseline* 9.3 ± 2.2

9.2 ± 2.5

Woche

8–24*

10.7 ± 2.2

9.4 ± 2.6

1 h 20 min (8.3%)

VI 95% 45 min, 1 h 56 min

Studie II: Anteil der On-Zeit pro Tag (%)

Entacapon (n=103) Placebo (n=102) Differenz

Baseline** (%) 60.0 ± 15.2

60.8 ± 14.0

Woche

8–24**

66.8 ± 14.5

62.8 ± 16.80

4.5% (0 h 35 min)

VI 95% 0.93%, 7.97%

* tägliche ON-Zeit in Stunden

** Anteil der täglichen ON-Zeit %

VI = Vertrauensintervall

Es erfolgte eine entsprechende Verringerung der «Off-Zeit».

In Studie I betrug die prozentuale Änderung der «Off-Zeit» verglichen mit dem Ausgangswert -24%

in der Entacapon-Gruppe und 0% in der Placebo-Gruppe. Die entsprechenden Werte der Studie II

betrugen -18% und -5%.

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik von Entacapon unterliegt grossen intra- und inter-individuellen Schwankungen.

Absorption

Die maximale Plasmakonzentration (Cmax) wird in der Regel ca. 30-60 min nach Einnahme einer

Filmtablette Comtan zu 200 mg Entacapon erreicht.

Die Substanz unterliegt einem sehr starken First-Pass-Metabolismus. Die Bioverfügbarkeit von

Entacapon nach oraler Gabe beträgt 35%. Die Resorption von Entacapon wird durch die

Nahrungsaufnahme nicht wesentlich beeinflusst.

Entacapon kann ebenso wie Levodopa im Magen-Darm-Trakt Chelatkomplexe mit Eisen bilden

(s. «Interaktionen»).

Distribution

Nach der Resorption aus dem Magen-Darm-Trakt verteilt sich Entacapon rasch im peripheren

Gewebe mit einem Verteilungsvolumen von 20 Litern im Steady State (Vdss).

Entacapon wird zu 98% an Plasmaproteine, vor allem Albumin, gebunden. Im menschlichen Plasma

beträgt im therapeutischen Konzentrationsbereich der ungebundene Anteil ca. 2%. Obwohl

Entacapon stark an Proteine gebunden wird, haben in-vitro-Studien keine signifikante Verdrängung

anderer stark gebundener Medikamente (z.B. Warfarin, Salicylsäure oder Phenylbutazon) gezeigt.

Ebenso wurde Entacapon von keiner dieser Substanzen in therapeutischen oder höheren

Konzentrationen in signifikantem Ausmass verdrängt. Da Entacapon an der gleichen Stelle wie

Ibuprofen, Naproxen und Diazepam an Albumin gebunden wird, könnte Entacapon bei hohen Dosen

dieser Substanzen aus der Bindung verdrängt werden (s. «Interaktionen»).

Metabolismus

Eine geringe Menge des (E)-Isomers von Entacapon wird in sein (Z)-Isomer umgewandelt. Auf das

(E)-Isomer entfallen 95% des AUC-Wertes von Entacapon, auf das (Z)-Isomer und Spuren anderer

Metaboliten die übrigen 5%.

Daten aus in-vitro Studien mit menschlichen Lebermikrosomen zeigen, dass Entacapon das

Cytochrom P450 2C9 hemmt (IC50 ~ 4 µM). Entacapon zeigte eine geringe oder keine Hemmung

anderer P450 Isoenzyme (CYP1A2, CYP2A6, CYP2D6, CYP2E1, CYP3A und CYP2C19) (s.

«Interaktionen»).

Elimination

Etwa 92% einer Entacapon-Dosis werden in der Beta-Phase mit einer kurzen Halbwertszeit von

30 min eliminiert. Die Gesamt-Clearance von Entacapon beträgt ca. 800 ml/min.

Die Elimination von Entacapon erfolgt hauptsächlich nicht-renal auf metabolischem Weg.

Schätzungsweise 80-90% der Dosis werden mit den Faeces ausgeschieden, obwohl dieser Wert beim

Menschen nicht bestätigt ist. Etwa 10-20% werden mit dem Urin ausgeschieden. Im Urin werden

lediglich Spuren von unverändertem Entacapon gefunden. Die Hauptmenge der im Urin

ausgeschiedenen Substanz (95%) ist mit Glucuronsäure konjugiert. Nur 1% der im Urin gefundenen

Metaboliten wurden durch Oxidation gebildet.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Geriatrie: Die Pharmakokinetik von Entacapon bei jungen und älteren Erwachsenen ist vergleichbar.

Pädiatrie: Entacapon wurde bisher nicht bei Patienten unter 18 Jahren geprüft.

Leberfunktionsstörungen: Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz (Child-

Pugh Klassen A und B) ist der Metabolismus von Entacapon verlangsamt, wodurch es in der

Resorptions- und in der Eliminationsphase zu erhöhten Plasmaspiegeln von Entacapon kommt.

Comtan ist in allen Fällen von Leberinsuffizienz kontraindiziert (s. «Kontraindikationen»).

Niereninsuffizienz: Eine Niereninsuffizienz beeinflusst die Pharmakokinetik von Entacapon nicht

und erfordert daher keine Dosisanpassung.

Dialysepatienten: Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass bei Dialysepatienten eine Verlängerung des

Dosierungsintervalls erforderlich ist.

Präklinische Daten

Präklinische Daten aus konventionellen Studien zur Arzneimittelsicherheit, zur chronischen

Toxizität, Genotoxizität und Kanzerogenität von Entacapon haben kein besonderes Risiko für den

Menschen aufgezeigt. In Studien zur chronischen Toxizität ist Anämie aufgetreten, wahrscheinlich

wegen der Eisen-chelierenden Eigenschaft von Entacapon.

Die Überprüfung toxischer Wirkung von Entacapon auf die Reproduktionsfähigkeit ergab ein

vermindertes fetales Gewicht und eine leicht verzögerte Knochenentwicklung bei Kaninchen, die

therapeutischen Dosierungen systemisch ausgesetzt waren.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Keine bekannt.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Comtan soll nicht über 30 °C aufbewahrt werden.

Arzneimittel sind für Kinder unerreichbar aufzubewahren.

Zulassungsnummer

54522 (Swissmedic).

Packungen

Filmtabletten zu 200 mg: 30 und 100. [B]

Zulassungsinhaberin

Orion Pharma AG, 6300 Zug.

Stand der Information

November 2013.

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