Certican 0,25 mg - Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

10-05-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

13-01-2021

Wirkstoff:
EVEROLIMUS
Verfügbar ab:
Novartis Pharma GmbH
ATC-Code:
L04AA18
INN (Internationale Bezeichnung):
EVEROLIMUS
Einheiten im Paket:
50 Stück, Laufzeit: 36 Monate,60 Stück, Laufzeit: 36 Monate,100 Stück, Laufzeit: 36 Monate,250 Stück, Laufzeit: 36 Monate
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Therapiebereich:
Everolimus
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-25276
Berechtigungsdatum:
2004-03-02

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Certican 0,25 mg – Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Wirkstoff: Everolimus

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Certican und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Certican beachten?

Wie ist Certican einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Certican aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Certican und wofür wird es angewendet?

Der Wirkstoff von Certican ist Everolimus.

Everolimus gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln mit der Bezeichnung Immunsuppressiva. Es

wird bei Erwachsenen angewendet, um eine Abstoßung einer transplantierten Niere, eines

transplantierten Herzens oder einer transplantierten Leber durch das körpereigene Immunsystem zu

verhindern. Certican wird gemeinsam mit anderen Arzneimitteln, wie etwa Ciclosporin in der Nieren-

und Herztransplantation, Tacrolimus in der Lebertransplantation und Kortikosteroiden, angewendet.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Certican beachten?

Certican darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Everolimus oder einen der in Abschnitt 6 genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Sirolimus sind.

Wenn einer der obenstehenden Punkte für Sie zutrifft, informieren Sie bitte Ihren Arzt und

nehmen Sie Certican nicht ein.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bevor Sie Certican einnehmen:

Arzneimittel wie Certican, die das Immunsystem unterdrücken, vermindern Ihre körpereigene

Abwehrkraft gegen Infektionen. Wenn Sie Fieber haben oder sich generell unwohl fühlen oder

wenn Sie lokale Symptome wie Husten oder Brennen beim Wasserlassen haben, die stark sind

oder über mehrere Tage anhalten, ist es daher ratsam, dass Sie Ihren Arzt oder das

Transplantationszentrum konsultieren. Sie sollten Ihren Arzt oder das Transplantationszentrum

unverzüglich zu Rate ziehen, wenn Sie sich verwirrt fühlen, Probleme beim Sprechen,

Gedächtnisverlust, Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Krampfanfälle haben, da dies Symptome

einer seltenen, aber sehr schwerwiegenden Krankheit mit der Bezeichnung progressive

multifokale Leukoenzephalopathie (PML) sein können.

Wenn Sie kürzlich eine größere Operation hatten oder wenn Sie noch eine unverheilte

Operationswunde haben, kann Certican das Risiko für Wundheilungsstörungen erhöhen.

Arzneimittel wie Certican, die das Immunsystem unterdrücken, erhöhen das Risiko für

Krebserkrankungen, vor allem der Haut und des Lymphsystems. Daher sollten Sie Ihre Exposition

gegenüber Sonnenlicht und UV-Licht einschränken, indem Sie entsprechende schützende

Kleidung tragen und häufig Sonnenschutz mit einem hohen Lichtschutzfaktor auftragen.

Ihr Arzt wird Ihre Nierenfunktion, Ihre Blutfette (Lipide) und Ihren Blutzucker ebenso wie die

Menge an Eiweiß in Ihrem Urin überwachen.

Falls Sie Leberprobleme haben oder bereits einmal eine Krankheit hatten, die auch die Leber

betraf, informieren Sie bitte Ihren Arzt. Ihr Arzt wird unter Umständen Ihre Dosis von Certican

ändern müssen.

Wenn Sie bei sich Atembeschwerden feststellen (z.B. Husten, Atemprobleme und pfeifendes

Atmen), informieren Sie bitte Ihren Arzt. Ihr Arzt wird entscheiden, ob und wie Sie Certican

weiterverwenden sollten und/oder ob Sie andere Arzneimittel erhalten müssen, um diese

Beschwerden zu behandeln.

Certican kann die Spermaproduktion bei Männern reduzieren und dadurch die Fähigkeit

vermindern, Kinder zu zeugen. Der Effekt ist generell reversibel. Männliche Patienten, die Kinder

zeugen möchten, sollten ihre Therapie mit ihrem Arzt besprechen.

Ältere Menschen (65 Jahre und älter)

Es gibt nur beschränkte Erfahrungen mit der Anwendung von Certican bei älteren Personen.

Kinder und Jugendliche (im Alter von unter 18 Jahren)

Certican sollte bei nieren-, herz- oder lebertransplantierten Kindern und Jugendlichen nicht

angewendet werden.

Einnahme von Certican zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige

Arzneimittel handelt.

Bestimmte Arzneimittel könnten Einfluss darauf haben, wie Certican im Körper wirkt. Es ist daher

sehr wichtig, dass Sie Ihren Arzt informieren, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel verwenden:

andere immunsuppressive Arzneimittel, abgesehen von Ciclosporin, Tacrolimus oder

Kortikosteroiden,

Antibiotika wie Rifampicin, Rifabutin, Clarithromycin, Erythromycin oder Telithromycin,

Arzneimittel gegen Virusinfektionen wie Ritonavir, Efavirenz, Nevirapin, Nelfinavir, Indinavir

oder Amprenavir, die zur Behandlung von HIV-Infektionen eingesetzt werden,

Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen wie Voriconazol, Fluconazol, Ketoconazol oder

Itraconazol,

Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie wie Phenytoin, Phenobarbital oder Carbamazepin,

Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck oder Herzproblemen wie Verapamil, Nicardipin

oder Diltiazem,

Dronedaron, ein Arzneimittel zur Regulierung des Herzschlags,

Arzneimittel zur Senkung von Cholesterin im Blut wie etwa Atorvastatin, Pravastatin oder Fibrate,

Arzneimittel zur Behandlung von akuten Krampfanfällen oder Arzneimittel, die als

Beruhigungsmittel vor oder während einer Operation oder eines anderen medizinischen Eingriffes

eingesetzt werden, z.B. Midazolam,

Octreotid, ein Arzneimittel zur Behandlung von Akromegalie, einer seltenen Hormonstörung, die

üblicherweise bei Erwachsenen im mittleren Alter auftritt,

Imatinib, ein Arzneimittel zur Hemmung des Wachstums von abnormalen Zellen

Johanniskraut (Hypericum perforatum), ein pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von

Depression.

Wenn Sie eine Impfung benötigen, sprechen Sie bitte zuerst mit Ihrem Arzt.

Einnahme von Certican zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Eine gleichzeitige Einnahme von Nahrungsmitteln kann Einfluss darauf haben, wieviel Certican

aufgenommen wird. Damit die Konzentration von Certican im Körper immer gleichbleibt, sollten Sie

es immer in der gleichen Form einnehmen. Sie sollten es entweder immer mit einer Mahlzeit

einnehmen oder immer auf leeren Magen.

Certican sollte nicht gemeinsam mit Grapefruit oder Grapefruit-Saft eingenommen werden, da dies die

Wirkung von Certican im Körper beeinflussen könnte.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind, sollten Sie Certican nicht einnehmen, es sei denn Ihr Arzt ist der Meinung,

dass dies unbedingt notwendig ist. Falls Sie eine Frau sind, die schwanger werden könnte, sollten Sie

während der Behandlung mit Certican und bis 8 Wochen nach Ende der Behandlung eine zuverlässige

Verhütungsmethode anwenden.

Falls Sie vermuten, dass Sie schwanger sein könnten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker,

bevor Sie Certican einnehmen.

Sie sollten nicht stillen, während Sie Certican einnehmen. Es ist nicht bekannt, ob Certican in die

Muttermilch übergeht.

Certican kann Einfluss auf die männliche Zeugungsfähigkeit haben.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien über die Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von

Maschinen durchgeführt.

Certican enthält Lactose

Certican Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthalten Bitte nehmen Sie

Certican erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer

Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

Wie ist Certican einzunehmen?

Ihr Arzt wird genau bestimmen, welche Dosis von Certican Sie einnehmen sollten und wann Sie

Certican einnehmen sollten.

Nehmen Sie Certican immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie

bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Welche Dosis ist einzunehmen?

Die übliche Startdosis ist 1,5 mg/Tag bei Nieren- und Herztransplantation und 2,0 mg/Tag bei

einer Lebertransplantation.

Diese Tagesdosis wird üblicherweise auf zwei Dosen aufgeteilt, eine am Morgen und eine am

Abend.

Wie ist Certican einzunehmen?

Certican ist nur zur Einnahme vorgesehen.

Sie sollten die erste Dosis dieses Arzneimittels so früh wie möglich nach einer Nieren- und

Herztransplantation und etwa vier Wochen nach einer Lebertransplantation einnehmen.

Die Tabletten sollten gemeinsam mit Ciclosporin-Mikroemulsion bei Nieren- und Herztransplantation

und mit Tacrolimus bei einer Lebertransplantation eingenommen werden.

Sie sollten nicht von Certican Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen auf

Certican Tabletten wechseln, ohne vorher mit Ihrem Arzt zu sprechen.

Geben Sie die Certican Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen in einen

Plastikbecher mit ungefähr 25 ml Wasser.

Die größte Menge Certican, die in 25 ml Wasser aufgelöst werden kann, ist 1,5 mg.

Warten Sie 2 Minuten, damit sich die Tabletten auflösen können und schwenken Sie den Becher

vorsichtig, bevor Sie die Flüssigkeit trinken.

Spülen Sie den Becher unmittelbar danach mit weiteren 25 ml Wasser aus und trinken Sie das

gesamte Wasser aus dem Becher.

Überwachung während Ihrer Behandlung mit Certican

Ihr Arzt wird Ihre Dosis unter Berücksichtigung Ihrer Blutspiegel von Certican und nach Ihrem

Ansprechen auf die Behandlung einstellen. Ihr Arzt wird auch regelmäßige Bluttests durchführen, um

so die Spiegel von Everolimus und Ciclosporin in Ihrem Blut zu bestimmen. Ihr Arzt wird auch

sorgfältig Ihre Nierenfunktion, Ihre Blutfette, Ihren Blutzucker und die Menge an Eiweiß in Ihrem

Urin überwachen.

Wenn Sie eine größere Menge von Certican eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine größere Menge von diesem Arzneimittel eingenommen haben als Sie sollten, sprechen

Sie bitte sofort mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie die Einnahme von Certican vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme Ihrer Dosis von Certican vergessen haben, nehmen Sie diese sobald Sie sich

erinnern und nehmen Sie danach die nächste Dosis zur gewohnten Zeit. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, um eine vergessene Tablette auszugleichen.

Wenn Sie die Einnahme von Certican abbrechen

Brechen Sie die Einnahme der Tabletten nur dann ab, wenn Ihnen Ihr Arzt die Anweisung dazu gibt.

Sie werden dieses Arzneimittel solange einnehmen müssen, solange Sie Immunsuppressiva zur

Vermeidung einer Abstoßungsreaktion für Ihre transplantierte Niere, Ihr Herz oder Ihre Leber

verwenden müssen. Wenn Sie die Einnahme von Certican abbrechen, besteht für Sie ein höheres

Risiko für eine Abstoßung des implantierten Organs durch Ihren Körper.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Da Sie Certican gemeinsam mit anderen Arzneimitteln einnehmen, ist nicht immer ganz klar, ob die

Nebenwirkungen durch Certican oder durch die anderen Arzneimittel verursacht werden.

Bei den folgenden Nebenwirkungen sind unverzüglich medizinische Maßnahmen erforderlich:

Infektionen

Lungenentzündung

allergische Reaktionen

Fieber und Blutergüsse unter der Haut, die als rote Flecken erscheinen können, mit oder ohne

ungeklärter Müdigkeit, Verwirrtheit, Gelbfärbung der Haut oder der Augen, verminderter

Urinmenge (thrombotische Mikroangiopathie, hämolytisches-urämisches Syndrom).

Sollten Sie eine der folgenden Nebenwirkungen entwickeln:

anhaltende oder sich verschlechternde Lungen-/Atemsymptome wie Husten, Atemschwierigkeiten

oder pfeifendes Atmen,

Fieber, allgemeines Unwohlsein, Brust- oder Unterleibsschmerzen, Schüttelfrost, brennendes

Gefühl beim Wasserlassen,

Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen,

Probleme beim Schlucken,

spontane Blutergüsse oder Blutungen ohne offensichtlichen Grund,

Ausschlag,

Schmerzen, ungewöhnliches Wärmegefühl, Schwellung oder ein Nässen der Operationsstelle

sollten Sie die Einnahme von Certican abbrechen und

sofort

mit Ihrem Arzt sprechen

Weitere berichtete Nebenwirkungen:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Patienten betreffen)

Infektionen (durch Viren, Bakterien oder Pilze)

Infektionen der unteren Atemwege, wie eine Lungeninfektion einschließlich Lungenentzündung

Infektionen der oberen Atemwege, wie eine Entzündung des Rachens oder eine Erkältung

Harnwegsinfektionen

Anämie (verminderte Anzahl roter Blutkörperchen)

verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen mit einem höheren Risiko für Infektionen.

verminderte Blutplättchenzahl (kann zu Blutung und/oder Blutergüssen unter der Haut führen)

hohe Blutfettwerte (Lipide, Cholesterin und Triglyceride)

Neuauftreten von Diabetes (hohe Zuckerspiegel im Blut)

verminderte Kaliumspiegel im Blut

Angstzustände

Schlaf- und Einschlafprobleme

Kopfschmerzen

Flüssigkeitseinlagerung im Beutel, der das Herz umgibt; wenn diese schwerwiegend ist, kann die

Pumpfähigkeit des Herzens vermindert werden.

hoher Blutdruck

Venenthrombose (Blockade einer größeren Vene durch ein Blutgerinnsel)

Flüssigkeitseinlagerung in den Lungen und in der Brusthöhle, die, wenn sie schwerwiegend ist, zu

Kurzatmigkeit führen kann.

Husten

Atemlosigkeit

Durchfall

Übelkeit

Erbrechen

Magenschmerzen/Bauchschmerzen

generelle Schmerzen

Fieber

Ansammlung von Flüssigkeit in den Geweben

abnormale Wundheilung

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Patienten betreffen)

Blutvergiftung

Wundinfektionen

Krebskrankheiten und gutartige Tumore

Hautkrebs

Nierenschaden mit niedrigen Zahlen für Blutplättchen und rote Blutkörperchen mit oder ohne

Ausschlag (thrombozytopenische Purpura/hämolytisch urämisches Syndrom)

Abbau von roten Blutkörperchen

niedrige Anzahl von roten Blutkörperchen und Blutplättchen

rascher Herzschlag

Nasenbluten

verminderte Anzahl von Blutzellen (Symptome können Schwäche, Blutergüsse und häufige

Infektionen einschließen)

Blutgerinnsel in Blutgefäßen der Niere, die in einem Transplantatverlust meistens innerhalb der

ersten 30 Tage nach der Nierentransplantation enden können

Blutungsstörungen

Zysten mit Lymphflüssigkeit

Schmerzen im Mund oder im Rachen

Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Entzündung der Mundhöhle

Akne

Nesselsucht (Urtikaria) und andere allergische Beschwerden, wie Schwellung im Gesicht oder im

Rachen (Angioödem)

Ausschlag

Gelenkschmerzen

Muskelschmerzen

Eiweiß im Urin

Erkrankungen der Niere

Impotenz

Narbenbruch an der Operationsstelle

abnormale Leberfunktionswerte

Menstruationsstörungen (einschließlich ausbleibender oder starker Regelblutungen)

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Patienten betreffen)

Krebserkrankung des Lymphgewebes (Lymphom/lymphoproliferative Erkrankung nach

Transplantation)

niedrige Werte von Testosteron

Entzündung der Lungen

Entzündung der Leber

Gelbsucht

Ovarialzysten

Weitere Nebenwirkungen

Bei einer geringen Anzahl an Personen sind weitere Nebenwirkungen aufgetreten, deren genaue

Häufigkeit jedoch nicht bekannt ist:

abnormale Ansammlung von Eiweiß in den Lungen (mögliche Symptome sind anhaltender

trockener Husten, Müdigkeit und Atemprobleme)

Entzündung der Blutgefäße

starker Ausschlag mit Hautschwellung

Schwellung, Gefühl der Schwere oder Enge, Schmerzen, eingeschränkte Bewegungsfähigkeit von

Körperteilen (könnte überall im Körper auftreten und ist ein mögliches Anzeichen einer anomalen

Flüssigkeitsansammlung in Weichgewebe aufgrund einer Blockade im Lymphsystem, die auch

„Lymphödem“ genannt wird)

zu wenig Eisen im Blut

Falls Sie Bedenken oder Sorgen bezüglich einer dieser Nebenwirkungen haben,

sprechen Sie mit

Ihrem Arzt.

Es könnten auch Nebenwirkungen bestehen, deren Sie sich nicht bewusst sind, wie etwa abnormale

Labortestwerte einschließlich der Nierenfunktionswerte. Das bedeutet, dass Ihr Arzt Bluttests

durchführen wird, um sie so auf Veränderungen Ihrer Nierenfunktion während der Behandlung mit

Certican zu überwachen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

AT-1200 WIEN

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Certican aufzubewahren?

Bewahren Sie Certican für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen Certican nach dem auf dem Umkarton nach "Verwendbar bis" angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel ist keine spezielle Lagertemperatur erforderlich

Blisterpackungen im Originalkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu

schützen.

Die Certican Packung darf nicht verwendet werden, wenn sie beschädigt ist oder Zeichen einer

unberechtigten Verwendung aufweist.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker,

wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum

Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Certican enthält

Der Wirkstoff ist:

Everolimus.

Jede Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthält 0,25 mg Everolimus.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Butylhydroxytoluol (E 321), Magnesiumstearat, Lactose-Monohydrat (2 mg), Hypromellose,

Crospovidon, hochdisperses Siliciumdioxid und Lactose, wasserfrei (179 mg).

Wie Certican aussieht und Inhalt der Packung

Certican 0,25 mg – Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen sind weiße bis

gelbliche, marmorierte, runde, flache Tabletten von 9 mm Durchmesser, mit der Prägung „JO“ auf

einer Seite und „NVR“ auf der anderen Seite.

Certican Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen sind in Packungen mit 50, 60,

100 oder 250 Tabletten erhältlich. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den

Verkehr gebracht. Certican ist auch in Form von Tabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

Novartis Pharma GmbH, Wien

Hersteller:

Novartis Pharma GmbH, Wien

Novartis Farmacéutica SA

Gran Via de les Corts Catalanes, 764

08013 Barcelona

Spanien

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Certican:

Österreich, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland,, Finnland, Frankreich,

Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Portugal,

Rumänien, Slovakei, Slovenien, Spanien, Schweden, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich

(Nordirland), Zypern

Zulassungsnummern:

0,25 mg:

1-25276

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2021

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Die folgenden Informationen sind nur für medizinisches Fachpersonal bestimmt

Hinweise für die Anwendung und Handhabung der Tablette zur Herstellung einer Suspension

zum Einnehmen

Verabreichung mit einer 10 ml-Oral-Spritze.

Geben Sie die Certican Tabletten zur Herstellung

einer Suspension zum Einnehmen in die Spritze. In einer 10 ml-Spritze kann maximal eine Menge von

1,25 mg Certican suspendiert werden. Füllen Sie mit Wasser bis zur 5 ml-Markierung auf. Unter

vorsichtigem Schütteln 90 Sekunden lang warten. Nach Auflösung die Suspension direkt in den Mund

spritzen. Spülen Sie die Spritze mit 5 ml Wasser nach und spritzen Sie auch dieses in den Mund. 10

bis 100 ml Wasser oder verdünnten Saft nachtrinken lassen.

Verabreichung aus einem Plastik-Becher.

Geben Sie Certican Tabletten zur Herstellung einer

Suspension zum Einnehmen in einen Plastikbecher mit ungefähr 25 ml Wasser. In 25 ml Wasser

können maximal 1,5 mg Certican suspendiert werden. Lassen Sie den Becher ungefähr 2 Minuten

stehen, damit die Tabletten zerfallen können, und schwenken Sie den Becher vorsichtig vor dem

Trinken. Spülen Sie den Becher unmittelbar danach mit weiteren 25 ml Wasser aus und lassen Sie es

nachtrinken.

Verabreichung durch eine Nasen-Magen-Sonde.

Geben Sie Certican Tabletten zur Herstellung

einer Suspension zum Einnehmen in ein kleines medizinisches Plastik-Becherglas mit 10 ml Wasser.

90 Sekunden unter vorsichtigem Schwenken warten. Geben Sie die Suspension in eine Spritze und

injizieren Sie den Inhalt langsam (innerhalb von 40 Sekunden) in die Nasen-Magen-Sonde. Waschen

Sie das Becherglas und (die Spritze) 3-mal mit je 5 ml Wasser nach, das Sie dann in die Sonde geben.

Waschen Sie anschließend die Sonde mit 10 ml Wasser nach. Die Nasen-Magen-Sonde soll für

mindestens 30 Minuten nach der Verabreichung von Certican abgeklemmt werden.

Falls Ciclosporin-Mikroemulsion ebenfalls über eine Nasen-Magen-Sonde verabreicht wird, soll es

vor Certican gegeben werden. Die beiden Arzneimittel dürfen nicht gemischt werden.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

(FACHINFORMATION)

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Certican

®

0,25 mg – Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthält 0,25 mg Everolimus.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Jede Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthält 2 mg Lactose-Monohydrat und

179 mg Lactose, wasserfrei.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Die Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen sind weiß bis gelblich, marmoriert, rund,

flach mit abgeschrägter Kante.

0,25 mg (Durchmesser 9 mm):

Prägung „JO“ auf einer Seite und „NVR“ auf der anderen Seite

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Nieren- und Herztransplantation

Certican wird angewendet zur Prophylaxe der Transplantatabstoßung nach allogener Nieren- oder

Herztransplantation bei erwachsenen Patienten mit einem geringen bis mittelgradigen immunologischen

Risiko. Certican soll in der Nieren- und Herztransplantation in Kombination mit Ciclosporin-

Mikroemulsion und Kortikosteroiden eingesetzt werden.

Lebertransplantation

Certican wird angewendet zur Prophylaxe der Transplantatabstoßung bei erwachsenen Patienten nach

Lebertransplantation. Certican soll in der Lebertransplantation in Kombination mit Tacrolimus und

Kortikosteroiden eingesetzt werden.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung mit Certican soll nur von Ärzten mit Erfahrung in der immunsuppressiven Therapie nach

Organtransplantationen eingeleitet und fortgeführt werden, die auch Vollblutspiegel-Bestimmungen von

Everolimus veranlassen können.

Dosierung

Erwachsene

Für die allgemeine Nieren- und Herz-Transplantationspopulation wird eine anfängliche Dosierung von

0,75 mg zweimal täglich bei gleichzeitiger Gabe von Ciclosporin empfohlen, beginnend sobald wie

möglich nach der Transplantation.

Für die Leber-Transplantationspopulation wird eine Dosierung von 1,0 mg zweimal täglich bei

gleichzeitiger Gabe von Tacrolimus empfohlen, beginnend mit einer Initialdosis circa 4 Wochen nach der

Transplantation.

Bei Patienten, die Certican erhalten, können in Abhängigkeit vom erreichten Blutspiegel, von der

Verträglichkeit, vom individuellen Ansprechen, von einer Änderung der Begleitmedikation und vom

klinischen Zustand Dosisanpassungen erforderlich sein. Dosisanpassungen können in Intervallen von 4

bis 5 Tagen erfolgen (siehe „Therapeutische Blutspiegel-Überwachung“).

Spezielle Patientenpopulation

Patienten mit schwarzer Hautfarbe

Die Inzidenz einer Biopsie-bestätigten akuten Abstoßungsepisode war bei nierentransplantierten Patienten

mit schwarzer Hautfarbe signifikant höher als bei nicht schwarzen Patienten. Es gibt begrenzte

Informationen, die darauf hindeuten, dass Patienten mit schwarzer Hautfarbe möglicherweise höhere

Certican-Dosen benötigen, um die gleiche Wirksamkeit wie bei nicht-schwarzen Patienten zu erzielen

(siehe Abschnitt 5.2). Die gegenwärtig vorliegenden Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit sind zu

begrenzt, um spezifische Empfehlungen für den Gebrauch von Everolimus bei Patienten mit schwarzer

Hautfarbe zu erlauben.

Kinder und Jugendliche

Certican sollte bei nierentransplantierten und lebertransplantierten pädiatrischen Patienten nicht

angewendet werden Die Sicherheit und Wirksamkeit von Certican bei herztransplantierten pädiatrischen

Patienten wurde nicht untersucht (siehe Abschnitt 5.1).

Ältere Patienten

(≥

65 Jahre)

Die klinische Erfahrung mit Patienten ≥ 65 Jahre ist begrenzt. Trotz der begrenzten Datenlage gibt es

keine offensichtlichen Unterschiede in der Pharmakokinetik von Everolimus bei Patienten ≥ 65 und 70

Jahren (siehe Abschnitt 5.2).

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Es ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Patienten mit gestörter Leberfunktion

Die Vollblut-Talspiegel von Everolimus sollen bei Patienten mit Leberfunktionsstörung engmaschig

überwacht werden. Für Patienten mit leichter Leberinfunktionsstörung (Child-Pugh Klasse A) soll die

Dosierung auf circa zwei Drittel der normalen Dosierung reduziert werden, für Patienten mit

mittelschwerer Leberfunktionssörung (Child-Pugh Klasse B) sollte die Dosierung auf circa die Hälfte der

normalen Dosierung und für Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh Klasse C) sollte

die Dosierung auf circa ein Drittel der normalen Dosierung reduziert werden. Die weitere Dosistitration

sollte auf der therapeutischen Blutspiegel-Überwachung basieren (siehe Abschnitt 5.2). Reduzierte

Dosierungen gerundet auf die nächst verfügbare Tablettenstärke sind wie folgt aufgeführt:

Tabelle 1: Certican-Dosisreduzierungen für Patienten mit Leberfunktionsstörung

Normale Leber-

funktion

Leichte Leber-

funktionsstörung

(Child-Pugh A)

Mittelschwere

Leber-

funktionsstörung

(Child-Pugh B)

Schwere Leber-

funktionsstörung

(Child-Pugh C)

Nieren- und

Herztrans-

plantation

0,75 mg bid

0,5 mg bid

0,5 mg bid

0,25 mg bid

Lebertrans-

plantation

1 mg bid

0,75 mg bid

0,5 mg bid

0,5 mg bid

Therapeutische Blutspiegel-Überwachung

Die Verwendung von Arzneimittel-Assays mit geeigneten Leistungsmerkmalen bei der Messung von

niedrigen Ciclosporin- oder Tacrolimuskonzentrationen wird empfohlen.

Certican hat eine geringe therapeutische Breite (Narrow Therapeutic Index, NTI), was Dosisanpassungen

für ein therapeutisches Ansprechen erforderlich machen kann. Eine routinemäßige Überwachung der

therapeutischen Vollblutspiegel von Everolimus wird empfohlen. Basierend auf einer Expositions-

Wirksamkeits- und einer Expositions-Verträglichkeits-Analyse wurde für Patienten mit einem Vollblut-

Talspiegel von Everolimus ≥ 3,0 Nanogramm/ml sowohl nach Nieren-, Herz- und Lebertransplantation

eine geringere Inzidenz von Biopsie-bestätigten akuten Abstoßungsreaktionen gefunden als bei Patienten,

deren Vollblut-Talspiegel unter 3,0 Nanogramm/ml lagen. Die empfohlene Obergrenze des

therapeutischen Bereichs ist 8 Nanogramm/ml. Expositionen über 12 Nanogramm/ml wurden nicht

untersucht. Die empfohlenen Bereiche für Everolimus basieren auf einer chromatographischen

Bestimmung.

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung ist es während einer begleitenden Medikation mit starken

CYP3A4-Induktoren und -Inhibitoren, bei einem Wechsel zu einer anderen Darreichungsform und/oder

wenn die Ciclosporin-Dosierung deutlich reduziert wird, besonders wichtig, die Everolimus-Blutspiegel

zu überwachen (siehe Abschnitt 4.5). Nach Einnahme einer Tablette zur Herstellung einer Suspension

zum Einnehmen ist die Konzentration an Everolimus möglicherweise etwas geringer.

Im Idealfall sollten Dosisanpassungen von Certican auf einer Talblutspiegel-Bestimmung basieren, die

mehr als 4 bis 5 Tage nach der letzten Dosisanpassung erfolgte. Aufgrund der Wechselwirkung zwischen

Ciclosporin und Everolimus können die Blutspiegel von Everolimus fallen, wenn die Ciclosporin-

Exposition deutlich sinkt (d. h. Talblutspiegel < 50 Nanogramm/ml).

Patienten mit Leberfunktionsstörung sollten vorzugsweise auf Talblutspiegel im oberen Bereich des 3-8

Nanogramm/ml Dosierungsregime eingestellt werden.

Nach Therapiebeginn oder nach einer Dosisanpassung sollte die Überwachung alle 4 bis 5 Tage

durchgeführt werden, solange bis 2 aufeinanderfolgende Talblutspiegel konstante Everolimus-

Konzentrationen aufweisen, da die verlängerten Halbwertszeiten bei Patienten mit Leberfunktionsstörung

die Zeit bis zum Erreichen eines Steady State verzögern (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Dosisanpassungen

sollten basierend auf konstanten Everolimus-Talblutspiegeln erfolgen.

Dosierungsempfehlung für Ciclosporin nach Nierentransplantation

Es sollte keine Langzeittherapie mit Certican in Kombination mit einer vollen Dosis von Ciclosporin

erfolgen. Mit Certican behandelte Nieren-Transplantationspatienten, deren Exposition gegenüber

Ciclosporin verringert wird, zeigen eine verbesserte Nierenfunktion. Aufgrund der Erfahrungen aus der

Studie A2309 sollte mit der Reduktion der Ciclosporin-Exposition unverzüglich nach der Transplantation

mit den folgenden empfohlenen Bereichen für Vollblut-Talspiegel begonnen werden:

Tabelle 2: Nierentransplantation: empfohlene Zielbereiche für Ciclosporin-Talblutspiegel

Zielbereich Ciclosporin C

0

(Nanogramm/ml)

Monat 1

Monat 2-3

Monat 4-5

Monat 6-12

Certican- Gruppe

100-200

75-150

50-100

25-50

(Gemessene C

- und C

-Spiegel sind in Abschnitt 5.1 zu finden.)

Vor einer Dosisreduktion von Ciclosporin soll sichergestellt werden, dass die Vollblut-Talspiegel von

Everolimus im Steady-State 3 Nanogramm/ml oder darüber beträgt.

Es liegen begrenzte Daten über eine Dosierung von Certican bei Ciclosporin-Talspiegel unterhalb von 50

Nanogramm/ml, oder C2-Spiegeln unterhalb von 350 Nanogramm/ml bei Patienten vor, die bereits vor

längerer Zeit transplantiert wurden. Falls ein Patient die Reduktion der Ciclosporin-Exposition nicht

verträgt, soll die Fortsetzung der Certican-Therapie überdacht werden.

Dosierungsempfehlung für Ciclosporin nach Herztransplantation

Bei Herztransplantationspatienten in der Erhaltungsphase sollte die Dosierung von Ciclosporin soweit wie

toleriert reduziert werden, um die Nierenfunktion zu verbessern. Sollte die Nierenfunktion sich weiter

verschlechtern oder die berechnete Kreatinin-Clearance unter 60 ml/min absinken, soll das

Behandlungsschema angepasst werden. Für Herztransplantationspatienten kann die Ciclosporin-

Dosierung auf den Ciclosporin-Vollblut-Talspiegeln basieren. Siehe Abschnitt 5.1, wo Erfahrungen mit

verminderten Ciclosporin-Blutkonzentrationen beschrieben sind.

Für Herz-Transplantationen liegen begrenzte Daten bezüglich der Dosierung von Certican bei

Ciclosporin-Talkonzentrationen von 50-100 Nanogramm/ml nach 12 Monaten vor.

Vor der Dosisreduzierung von Ciclosporin soll sichergestellt werden, dass die Vollblut-Tal-Konzentration

von Everolimus im Steady State mindestens 3 Nanogramm/ml beträgt.

Dosierungsempfehlung für Tacrolimus nach Lebertransplantation:

Bei Leber-Transplantationspatienten soll die Dosierung von Tacrolimus reduziert werden um die

Calcineurin-bedingte renale Toxizität zu minimieren. Circa 3 Wochen nach Beginn der gemeinsamen

Gabe mit Certican sollte die Tacrolimus-Dosis basierend auf den Zielwerten für die Tacrolimus-

Talblutspiegel (C

) von 3 bis5 Nanogramm/ml reduziert werden. In einer kontrollierten klinischen Studie

wurde festgestellt, dass die totale Eliminierung von Tacrolimus mit einem erhöhten Risiko von akuten

Abstoßungen verbunden war.

Certican wurde in kontrollierten klinischen Studien nicht zusammen mit einer vollen Dosierung von

Tacrolimus untersucht.

Art der Anwendung

Certican darf nur oral verabreicht werden.

Die Tagesdosis an Certican soll immer aufgeteilt auf zwei Dosen (zweimal täglich) oral verabreicht

werden, gleichbleibend immer während der Nahrungsaufnahme oder unabhängig davon (siehe Abschnitt

5.2) und zur gleichen Zeit wie Ciclosporin-Mikroemulsion oderTacrolimus (siehe „Therapeutische

Blutspiegel-Überwachung“).

Weitere Hinweise siehe Abschnitt 6.6.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Everolimus, Sirolimus oder einen der sonstigen Bestandteile

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Handhabung der Immunsuppression

In klinischen Studien wurde Certican gleichzeitig mit Ciclosporin-Mikroemulsion, Basiliximab, oder mit

Tacrolimus und Kortikosteroiden verabreicht. Die Kombination von Certican mit anderen als den hier

genannten Immunsuppressiva wurde nicht ausreichend untersucht.

Certican wurde an Patienten mit hohem immunologischen Risiko nicht ausreichend untersucht.

Kombination mit Thymoglobulin-Induktion

Besondere Vorsicht wird bei der Anwendung der Thymoglobulin-(Kaninchen-Anti-Thymozyten-

Immunglobulin) Induktionstherapie und dem Certican-Ciclosporin-Steroid-Therapieregime empfohlen. In

einer klinischen Studie mit herztransplantierten Patienten (Studie A2310, siehe Abschnitt 5.1) wurde

innerhalb der ersten drei Monate nach Transplantation in der Untergruppe der Patienten, die eine

Induktion mit Kaninchen-Anti-Thymozyten-Immunglobulin erhalten haben, eine erhöhte Inzidenz an

schweren Infektionen einschließlich tödlicher Infektionen beobachtet.

Schwere und opportunistische Infektionen

Patienten, die mit Immunsuppressiva, einschließlich Certican, behandelt werden, haben ein erhöhtes

Risiko für opportunistische Infektionen (bakteriell, mykotisch, viral oder parasitär). Zu diesen Infektionen

zählen BK-Virus-assoziierte Nephropathie und JC-Virus-assoziierte progressive multiple

Leukoenzephalopathie (PML). Diese Infektionen sind oft mit hohen immunsuppressiven

Gesamtbelastungen verbunden und können zu schwerwiegenden oder tödlich verlaufenden Zuständen

führen, die Ärzte bei der Differenzialdiagnose immunsupprimierter Patienten mit sich verschlechternder

Nierenfunktion oder neurologischen Symptomen in Betracht ziehen sollten. Es wurde von tödlichen

Infektionen und Sepsis bei Patienten berichtet, die mit Certican behandelt wurden (siehe Abschnitt 4.8).

In den klinischen Studien mit Certican wurde eine antimikrobielle Prophylaxe gegen Pneumocystis-

jiroveci (carinii)-induzierte Pneumonie und Cytomegalieviren (CMV) nach Transplantation empfohlen,

insbesondere für Patienten, die ein erhöhtes Risiko für opportunistische Infektionen aufwiesen

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen werden engmaschiges Monitoring der Everolimus-Vollblut-

Talspiegel (C

) und Everolimus-Dosisanpassungen empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).

Aufgrund der längeren Everolimus-Halbwertszeiten bei Patienten mit Leberfunktionsstörung (siehe

Abschnitt 5.2), sollte die therapeutische Überwachung der Blutspiegel von Everolimus nach Beginn der

Therapie oder nach einer Dosisanpassung solange erfolgen bis stabile Blutspiegel erreicht sind.

Wechselwirkungen mit oralen CYP3A4-Substraten

Aufgrund des Risikos von Arzneimittelwechselwirkungen sollte Certican nur unter Vorsicht in

Kombination mit oralen CYP3A4-Substraten mit einer geringen therapeutischen Breite verabreicht

werden. Wenn Certican zusammen mit oralen CYP3A4-Substraten mit einer geringen therapeutischen

Breite eingenommen wird (z.B. Pimozid, Terfenadin, Astemizol, Cisaprid, Chinidin oder

Mutterkornalkaloid-Derivate), sollte der Patient hinsichtlich unerwünschter Nebenwirkungen, die in der

Fachinformation des oralen CYP3A4-Substrates beschrieben sind, überwacht werden (siehe Abschnitt

4.5).

Wechselwirkung mit starken CYP3A4-Inhibitoren oder -Induktoren

Die gleichzeitige Gabe von starken CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol,

Clarithromycin, Telithromycin, Ritonavir) und -Induktoren (z. B. Rifampicin, Rifabutin, Carbamazepin,

Phenytoin) wird nicht empfohlen, solange nicht der Nutzen die Risiken überwiegt.

Es wird empfohlen, die Vollblut-Talspiegel von Everolimus zu überwachen, sobald Induktoren oder

Inhibitoren von CYP3A4 gleichzeitig angewendet werden, und nach deren Absetzen (siehe Abschnitt

4.5).

Lymphome und andere Malignitäten

Patienten, die eine Therapie mit immunsuppressiven Arzneimitteln - inklusive Certican - erhalten, weisen

ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Lymphomen oder andere maligne Erkrankungen, insbesondere

der Haut, auf (siehe Abschnitt 4.8). Das absolute Risiko scheint eher von der Dauer und Intensität der

Immunsuppression als von der Anwendung eines bestimmten Arzneimittels abzuhängen. Die Patienten

sollen regelmäßig auf die Bildung von Haut-Neoplasmen überwacht werden und angewiesen werden, die

Exposition gegenüber UV-Licht und Sonnenlicht zu minimieren und geeigneten Sonnenschutz zu

verwenden.

Hyperlipidämie

Die Einnahme von Certican mit Ciclosporin-Mikroemulsion oder Tacrolimus bei Transplantations-

Patienten wurde mit erhöhten Serum-Cholesterin- und Triglyzerid-Spiegeln in Verbindung gebracht, die

eine Behandlung erfordern können. Patienten, die Certican erhalten, sollen wegen einer Hyperlipidämie

überwacht werden und, falls nötig, mit lipidsenkenden Arzneimitteln und entsprechenden diätetischen

Maßnahmen behandelt werden (siehe Abschnitt 4.5). Die Nutzen-Risiko-Abwägung soll bei Patienten mit

bekannter Hyperlipidämie vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie unter Einschluss von Certican

erfolgen. Ebenso soll das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Dauertherapie mit Certican für Patienten mit

schwerer refraktärer Hyperlipidämie erneut überdacht werden. Patienten, die HMG-CoA-Reduktase-

Inhibitoren und/oder Fibrate einnehmen, sollen wegen möglicher Entwicklung von Rhabdomyolyse und

anderen Nebenwirkungen überwacht werden, die in den Fachinformationen der jeweiligen Arzneimittel

aufgeführt werden (siehe Abschnitt 4.5).

Angioödeme

Certican wird mit der Entwicklung von Angioödemen in Zusammenhang gebracht. In der Mehrheit der

Fälle erhielten die Patienten ACE-Inhibitoren als Begleitmedikation.

Everolimus- und Calcineurin-Inhibitor-induzierte renale Funktionsstörungen

Bei nieren- und herztransplantierten Patienten erhöht Certican mit maximalen Ciclosporin-Dosen das

Risiko einer renalen Funktionsstörung. Für die Anwendung in Kombination mit Certican werden

reduzierte Ciclosporin-Dosen benötigt, um eine renale Dysfunktion zu vermeiden.

Für Patienten mit erhöhten Serum-Kreatinin-Werten soll eine adäquate Anpassung der

immunsuppressiven Therapie – insbesondere eine Reduktion der Ciclosporin-Dosis – in Betracht gezogen

werden.

In einer Lebertransplantationsstudie wurde festgestellt, dass Certican in Kombination mit einer

reduzierten Tacrolimus-Dosis die Nierenfunktion im Vergleich zu einer Tacrolimus-Standarddosis ohne

Certican nicht verschlechtert. Eine regelmäßige Überwachung der Nierenfunktion wird für alle Patienten

empfohlen.

Die gleichzeitige Anwendung von anderen Arzneimitteln, die bekannterweise einen negativen Effekt auf

die Nierenfunktion haben, soll mit Vorsicht erfolgen.

Proteinurie

Die Anwendung von Certican mit Calcineurin-Inhibitoren bei Transplantatempfängern wurde mit einer

erhöhten Proteinurie assoziiert. Das Risiko steigt mit höheren Everolimus-Blutspiegeln. Bei

Nierentransplantationspatienten mit geringer Proteinurie, die sich in der immunsuppressiven

Erhaltungstherapie mit einem Calcineurininhibitor (CNI) befinden, wurde berichtet, dass sich die

Proteinurie verschlechtert, wenn der CNI durch Certican ersetzt wird. Eine Reversibilität wurde

beobachtet, wenn Certican abgesetzt und der CNI wieder verabreicht wurde. Die Sicherheit und

Wirksamkeit der Umstellung von einem CNI auf Certican bei diesen Patienten ist nicht bekannt.

Patienten, die Certican erhalten, sollten hinsichtlich einer Proteinurie überwacht werden.

Nierentransplantatthrombose

Ein erhöhtes Risiko für eine arterielle oder venöse Thrombose, resultierend in dem Verlust des

Transplantats, wurde häufig innerhalb der ersten 30 Tage nach der Transplantation berichtet.

Wundheilungsstörungen

Certican kann, wie andere mTOR-Inhibitoren, die Heilung beeinträchtigen, indem es das Auftreten von

Komplikationen nach der Transplantation wie Wunddehiszenz, Flüssigkeitsansammlungen und

Wundinfektionen erhöht, die eine weitere chirurgische Nachsorge erfordern. Eine Lymphozele ist das am

häufigsten berichtete Ereignis bei nierentransplantierten Empfängern und neigt dazu häufiger bei

Patienten mit einem hohen Body-Mass-Index aufzutreten. Die Häufigkeit eines Perikard- und

Pleuraergusses ist bei herztransplantierten Empfängern erhöht, bei lebertransplantierten Empfängern ist

die Häufigkeit von Narbenhernien erhöht

Thrombotische Mikroangiopathie/ Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura/ Hämolytisch-urämisches

Syndrom

Die gleichzeitige Verabreichung von Certican und einem Calcineurin-Inhibitor (CNI) kann das Risiko

von CNI-induziertem hämolytisch-urämischem Syndrom/ thrombotisch-thrombozytopenischer

Purpura/thrombotischer Mikroangiopathie erhöhen.

Impfungen

Immunsupressiva können die Immunantwort bei Impfungen herabsetzen. Während der Behandlung mit

Immunsupressiva, einschließlich Everolimus, können Impfungen weniger wirksam sein. Die Anwendung

von Lebendimpfstoffen muss vermieden werden.

Interstitielle Lungenerkrankung/ Nicht infektiöse Pneumonitis

Bei Patienten mit stetigen Symptomen von infektiöser Pneumonie, die nicht auf eine antibiotische

Therapie ansprechen und bei denen durch geeignete Untersuchungen infektiöse, neoplastische und andere

Arzneimittel-unabhängige Ursachen ausgeschlossen werden können, muss eine interstitielle

Lungenerkrankung (ILD) in Betracht gezogen werden. Unter Certican wurde über Fälle von ILD

berichtet, die sich im Allgemeinen nach Therapieabbruch mit oder ohne Glucocorticoidtherapie wieder

zurückbildete (siehe Abschnitt 4.8). Allerdings sind auch Fälle mit tödlichem Ausgang aufgetreten.

Neuauftreten eines Diabetes mellitus

Certican erhöht das Risiko eines Neuauftretens von Diabetes mellitus nach Transplantation. Die

Blutzuckerspiegel sollten bei Patienten, die mit Certican behandelt werden, engmaschig überwacht

werden.

Männliche Infertilität

Es gibt Literaturberichte über eine reversible Azoospermie und Oligospermie bei Patienten, die mit

mTOR-Inhibitoren behandelt wurden. Da präklinische toxikologische Studien gezeigt haben, dass

Everolimus die Spermatogenese reduzieren kann, muss männliche Infertilität als potenzielles Risiko bei

einer anhaltenden Certican-Therapie erachtet werden.

Risiko der Unverträglichkeit von sonstigen Bestandteilen

Certican Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthalten Lactose. Patienten mit

seltenen hereditären Störungen wie Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Everolimus wird hauptsächlich über CYP3A4 in der Leber und in gewissem Ausmaß in der Darmwand

metabolisiert. Es ist ein Substrat für die Multisubstanz-Efflux-Pumpe P-Glykoprotein (PgP). Die

Resorption und darauffolgende Elimination von systemisch aufgenommenem Everolimus kann daher

durch Arzneimittel beeinflusst werden, die auf CYP3A4 und / oder P-Glykoprotein einwirken. Die

gleichzeitige Behandlung mit starken 3A4-Inhibitoren und -Induktoren wird nicht empfohlen. Inhibitoren

von P-Glykoprotein können die Ausschleusung von Everolimus aus den Darmzellen behindern und die

Blutkonzentrationen von Everolimus erhöhen. In vitro erwies sich Everolimus als kompetitiver Inhibitor

von CYP3A4 und als gemischter Inhibitor von CYP2D6. Alle Studien zur In-vivo-Wechselwirkung

wurden ohne begleitende Ciclosporin-Gabe durchgeführt.

Tabelle 3: Wirkungen anderer Wirkstoffe auf Everolimus

Wirkstoff nach

Wechselwirkung

Wechselwirkung – Änderung des

geometrischen Everolimus AUC/C

m

Mittelwertsquotienten (untersuchter

Bereich)

Empfehlung bezüglich

gemeinsamer Anwendung

Starke CYP3A4/PgP-Inhibitoren

Ketoconazol

AUC ↑15,3-faches

(Bereich 11,2-22,5)

↑4,1-faches

(Bereich 2,6-7,0)

Itraconazol,

Posaconazol,

Voriconazol

Telithromycin,

Clarithromycin

Nefazodon

Ritonavir,

Atazanavir,

Saquinavir,

Darunavir,

Indinavir, Nelfinavir

Nicht untersucht. Starke Erhöhung der

Everolimus-Spiegel ist zu erwarten.

Gemeinsame Anwendung mit starken

CYP3A4/PgP-Inhibitoren wird nicht

empfohlen, es sei denn der erwartete

Nutzen überwiegt das Risiko.

Mäßige CYP3A4/PgP-Inhibitoren

Erythromycin

AUC ↑4,4-faches

(Bereich 2,0-12,6)

↑2,0-faches

(Bereich 0,9-3,5)

Imatinib

AUC ↑3,7-faches C

↑2,2-faches

Everolimus-Vollblut-Talspiegel

sollten bei gleichzeitiger Anwendung

von CYP3A4/PgP-Inhibitoren und

nach deren Absetzen immer

überwacht werden.

Falls eine gleichzeitige Anwendung

von mäßigen CYP3A4- oder PgP-

Inhibitoren nicht vermieden werden

kann, ist entsprechende Vorsicht

geboten.

Verapamil

AUC ↑3,5-faches (Bereich 2,2-6,3) C

↑2,3-faches (Bereich 1,3-3,8)

Ciclosporin oral

AUC ↑2,7-faches (Bereich 1,5-4,7) C

↑1,8-faches (Bereich 1,3-2,6)

Fluconazol

Diltiazem,

Nicardipin

Nicht untersucht. Verstärkte Exposition

ist zu erwarten.

Dronedaron

Nicht untersucht. Verstärkte Exposition

ist zu erwarten.

Amprenavir,

Fosamprenavir

Nicht untersucht. Verstärkte Exposition

ist zu erwarten.

Grapefruitsaft oder

andere Speisen mit

Wirkung auf

CYP3A4/PgP

Nicht untersucht. Verstärkte Exposition

ist zu erwarten(Wirkung ist stark

unterschiedlich).

Kombination sollte vermieden

werden.

Starke und mäßige CYP3A4-Induktoren

Rifampicin

AUC ↓63%

(Bereich 0-80%) C

↓58%

(Bereich 10-70%)

Rifabutin

Nicht untersucht. Verminderte

Exposition ist zu erwarten.

Carbamazepin

Nicht untersucht. Verminderte

Exposition ist zu erwarten.

Phenytoin

Nicht untersucht. Verminderte

Exposition ist zu erwarten.

Gemeinsame Anwendung mit starken

CYP3A4-Induktoren wird nicht

empfohlen, es sei denn der erwartete

Nutzen überwiegt das Risiko.

, Phenobarbital,

Nicht untersucht. Verminderte

Exposition ist zu erwarten.

Efavirenz, Nevirapin

Nicht untersucht. Verminderte

Exposition ist zu erwarten.

Everolimus-Vollblut-Talspiegel

sollten bei gleichzeitiger Anwendung

von CYP3A4-Induktoren und nach

deren Absetzen immer überwacht

werden.

Johanniskraut

(Hypericum perforatum)

Nicht untersucht. Stark verminderte

Exposition ist zu erwarten.

Präparate mit Johanniskraut sollten

während der Behandlung mit

Everolimus nicht angewendet

werden.

Arzneimittel, deren Plasmakonzentrationen durch Everolimus verändert werden könnten

Octreotid

Die gleichzeitige Anwendung von Everolimus (10 mg täglich) mit Depot-Octreotid erhöhte die C

Octreotid um das 1,47-fache (Quotient des geometrischen Mittelwerts Everolimus/Placebo)

Ciclosporin

Bei Patienten nach Nieren- und Herztransplantation, die Ciclosporin-Mikroemulsion erhielten, hatte

Certican einen geringen klinischen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Ciclosporin.

Atorvastatin (CYP3A4-Substrat) und Pravastatin (PgP-Substrat)

Die Einmalgabe von Certican an gesunde Probanden die entweder Atorvastatin oder Pravastatin

einnahmen, beeinflusste die Pharmakokinetik von Atorvastatin, Pravastatin und Everolimus ebenso wenig

in klinisch relevantem Ausmaß wie die Gesamtaktivität der HMG-CoA-Reduktase im Plasma. Diese

Ergebnisse können jedoch nicht auf andere HMG-CoA-Reduktase-Hemmer übertragen werden.

Patienten sollen auf die Entwicklung einer Rhabdomyolyse oder anderer Nebenwirkungen hin überwacht

werden, wie sie in der Fachinformation von HMG-CoA-Reduktase-Hemmern beschrieben werden.

Orale CYP3A4-Substrate

Basierend auf In-vitro-Daten ist bei den systemischen Konzentrationen, die nach Gabe von oralen Dosen

von 10 mg erreicht werden, eine Hemmung von PgP, CYP3A4 und CYP2D6 unwahrscheinlich.

Allerdings kann eine Hemmung von CYP3A4 und PgP im Darm nicht ausgeschlossen werden. Eine

Wechselwirkungsstudie an gesunden Probanden hat gezeigt, dass die gleichzeitige Verabreichung einer

oralen Dosis von Midazolam, einem empfindlichen CYP3A4-Substrat, mit Everolimus in einer 25%igen

Erhöhung der Midazolam-C

und in einer 30%igen Erhöhung der Midazolam-AUC resultiert. Der

Effekt ist wahrscheinlich auf die Hemmung des intestinalen CYP3A4 durch Everolimus zurückzuführen.

Deshalb kann Everolimus die Bioverfügbarkeit von gleichzeitig oral verabreichten CYP3A4-Substraten

beeinflussen. Allerdings wird ein klinisch relevanter Effekt auf die Verfügbarkeit von systemisch

verabreichten CYP3A4-Substraten nicht angenommen. Wenn Certican zusammen mit oralen CYP3A4-

Substraten mit einer geringen therapeutischen Breite eingenommen wird (z.B. Pimozid, Terfenadin,

Astemizol, Cisaprid, Chinidin oder Mutterkornalkaloid-Derivate), sollte der Patient hinsichtlich

unerwünschter Nebenwirkungen, die in der Fachinformation des oralen CYP3A4-Substrates beschrieben

sind, überwacht werden.

Impfungen

Immunsuppressiva können die Immunantwort bei Impfungen herabsetzen. Während der Behandlung mit

Immunsuppressiva einschließlich Everolimus können Impfungen weniger wirksam sein. Die Anwendung

von Lebendimpfstoffen muss vermieden werden.

Kinder und Jugendliche:

Wechselwirkungsstudien wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es gibt keine ausreichenden Daten über die Anwendung von Certican bei schwangeren Frauen.

Tierstudien haben reproduktionstoxische Effekte einschließlich Embryo-/Fetotoxizität ergeben (siehe

Abschnitt 5.3). Das potenzielle Risiko beim Menschen ist unbekannt. Certican darf schwangeren Frauen

nicht verabreicht werden, es sei denn, der potenzielle Nutzen übersteigt das potenzielle Risiko für den

Fetus. Frauen im gebärfähigen Alter sollen angewiesen werden, effektive Verhütungsmethoden

anzuwenden solange sie Certican erhalten und bis zu 8 Wochen nachdem die Behandlung beendet wurde.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Certican in die Muttermilch übertritt. In Tierstudien gingen Everolimus und/oder

seine Metaboliten leicht in die Milch von säugenden Ratten über. Frauen, die Certican einnehmen, dürfen

daher nicht stillen.

Fertilität

Es gibt Literaturberichte über reversible Azoospermie und Oligospermie bei mit mTor-Inhibitoren

behandelten Patienten (siehe Abschnitt 4.4., 4.8 und 5.3). Das Potenzial von Everolimus, bei männlichen

und weiblichen Patienten zu Unfruchtbarkeit zu führen, ist nicht bekannt, es wurden jedoch

Unfruchtbarkeit bei Männern und sekundäre Amenorrhö beobachtet.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien über Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von

Maschinen durchgeführt.

4.8

Nebenwirkungen

a) Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die Häufigkeiten der aufgelisteten Nebenwirkungen stammen aus der Analyse der 12-Monats-

Häufigkeiten von Ereignissen, die in multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studien berichtet

wurden, die Certican in Kombination mit Calcineurin-Inhibitoren (CNI) und Kortikosteroiden bei

erwachsenen transplantierten Empfängern untersuchen. Alle bis auf zwei der Studien (bei

nierentransplantierten Empfängern) schlossen Certican-freie, CNI-basierte Standardtherapie-Arme ein.

Certican in Kombination mit Ciclosporin wurde in fünf Studien bei nierentransplantierten Empfängern

mit insgesamt 2497 Patienten (einschließlich zweier Studien ohne eine Nicht-Certican-Kontrollgruppe)

und in 3 Studien bei herztransplantierten Empfängern mit insgesamt 1531 Patienten untersucht (ITT-

Populationen

siehe Abschnitt 5.1).

Certican in Kombination mit Tacrolimus wurde in einer Studie mit insgesamt 719 lebertransplantierten

Empfängern untersucht (ITT-Population, siehe Abschnitt 5.1).

Die häufigsten Nebenwirkungen sind: Infektionen, Anämie, Hyperlipidämie, Neuauftreten von Diabetes

mellitus, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Hypertonie, Husten, Obstipation, Übelkeit, periphere Ödeme,

Wundheilungsstörungen (einschließlich Pleura- und Perikarderguss).

Das Auftreten von Nebenwirkungen kann mit der immunsuppressiven Therapie (d. h. Ausmaß und Dauer)

in Zusammenhang stehen. In Studien, in denen Certican mit Ciclosporin kombiniert wurde, wurde ein

erhöhtes Serum-Kreatinin häufiger bei Patienten beobachtet, die Certican in Kombination mit voller

Ciclosporin-Dosierung als Mikroemulsion erhalten hatten, als bei Patienten der Kontrollgruppe. Die

Gesamtinzidenz der Nebenwirkungen war bei reduzierter Dosierung von Ciclosporin-Mikroemulsion

geringer (siehe Abschnitt 5.1).

Wenn Certican in Kombination mit einer reduzierten Ciclosporin-Dosis gegeben wurde, war das

Sicherheits-Profil von Certican vergleichbar mit dem in den 3 pivotalen Studien beschriebenen, bei denen

die volle Ciclosporin-Dosis gegeben wurde, außer dass eine Erhöhung des Serum-Kreatinins seltener

vorkam, und dass Mittelwert und Median der Serum-Kreatinin-Werte niedriger als in den Phase-III-

Studien waren.

b) Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen

Tabelle 4 enthält Nebenwirkungen, die möglicherweise oder wahrscheinlich auf Certican zurückzuführen

sind und die während der klinischen Studien der Phase III beobachtet wurden. Sofern nicht anders

angegeben, wurden diese Beschwerden durch eine erhöhte Inzidenz in Phase-III- Studien identifiziert, die

Certican-behandelte Patienten mit Patienten mit einem nicht-Certican-Standardtherapieschema verglichen

haben (siehe Abschnitt 5.1). Sofern nicht anders angegeben, ist das Nebenwirkungsprofil in allen

Transplantatindikationen relativ einheitlich. Die Zusammenstellung erfolgte gemäß der MedDRA-

Standardklassifizierung.

Die Nebenwirkungen sind gemäß ihrer Häufigkeit aufgelistet, die wie folgt definiert sind:

Sehr häufig:

(≥ 1/10)

Häufig:

(≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich:

(≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten:

(≥ 1/10. 000 bis < 1/1.000)

Sehr selten:

(< 1/10.000

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