Belarina Fimtabletten

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-04-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
chlormadinoni acetas, ethinylestradiolum
Verfügbar ab:
Gedeon Richter (Schweiz) AG
ATC-Code:
G03AA15
INN (Internationale Bezeichnung):
chlormadinoni acetas, ethinylestradiolum
Darreichungsform:
Fimtabletten
Zusammensetzung:
I) Wirkstoffhaltige Filmtablette: chlormadinoni acetas 2 mg, ethinylestradiolum 0.02 mg, lactosum monohydricum 68.980 mg, maydis amylum, povidonum K 30, magnesii stearas, Überzug: hypromellosum, lactosum monohydricum 0.644 mg, E 171, talcum, macrogolum 6000, propylenglycolum, E 172 (rubrum), pro compresso obducto. II) Placebo Filmtablette: lactosum monohydricum 96.973 mg, povidonum K 30, crospovidonum, magnesii stearas, Überzug: propylenglycolum, macrogolum 6000, E 171, talcum, lactosum monohydricum 0.650 mg, hypromellosum, pro compresso obducto.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Hormonale Kontrazeption
Zulassungsnummer:
58766
Berechtigungsdatum:
2010-06-02

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-05-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-04-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

07-05-2021

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Belarina® Filmtabletten

Was ist Belarina und wann wird es angewendet?

Belarina ist ein Arzneimittel zur hormonalen Empfängnisverhütung zur oralen Einnahme, ein

sogenanntes kombiniertes hormonales Kontrazeptivum (CHC) bzw. die «Pille». Jede Tablette enthält

eine geringe Menge von zwei verschiedenen weiblichen Hormonen, und zwar Chlormadinon als

Gelbkörperhormon und Ethinylestradiol als Östrogen.

Die 24 hellrosa Filmtabletten in einer Monatspackung enthalten alle genau die gleiche Menge der beiden

Hormone, deshalb wird Belarina auch «monophasisches Präparat» genannt.

Belarina bietet bei vorschriftsmässiger Anwendung auf mehrfache Weise Schutz vor einer

Schwangerschaft: Im Allgemeinen wird verhindert, dass ein befruchtungsfähiges Ei heranreift.

Ausserdem bleibt der Schleim im Gebärmutterhals verdickt, so dass das Aufsteigen des männlichen

Samens erschwert wird. Weiterhin ist die Schleimhaut der Gebärmutter für eine Schwangerschaft nicht

vorbereitet. Die durch CHC ausgelösten hormonellen Veränderungen können ausserdem dazu führen,

dass Ihr Zyklus regelmässiger und Ihre Menstruation schwächer und kürzer werden kann.

Belarina darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin verwendet werden.

Wichtige Information über kombinierte hormonale Kontrazeptiva (CHC)

·Bei korrekter Anwendung zählen die CHC zu den zuverlässigsten reversiblen Verhütungsmethoden.

·CHC bewirken eine leichte Zunahme des Risikos für ein Blutgerinnsel in den Venen und Arterien,

insbesondere im ersten Jahr der Anwendung oder bei Wiederaufnahme der Anwendung eines CHC nach

einer Unterbrechung von 4 oder mehr Wochen.

·Achten Sie bitte aufmerksam auf Symptome eines Blutgerinnsels (siehe Abschnitt «Blutgerinnsel») und

wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin, wenn Sie vermuten, diese zu haben.

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Was sollte dazu beachtet werden?

Bitte lesen Sie die Informationen zu Blutgerinnseln in der Rubrik «Wann ist bei der Einnahme von

Belarina Vorsicht geboten?», bevor Sie mit der Anwendung von Belarina beginnen. Besonders wichtig

ist es, die Informationen zu den Symptomen eines Blutgerinnsels zu lesen (vgl. «So erkennen Sie ein

Blutgerinnsel»).

Bevor Sie mit der Einnahme hormonaler Mittel zur Schwangerschaftsverhütung beginnen, sollte Ihr Arzt

bzw. Ihre Ärztin eine sorgfältige Eigen- und Familienanamnese (Vorkommnisse von eigenen

Krankheiten und von Krankheiten in der Familie) erheben sowie eine gründliche allgemeine und

gynäkologische Untersuchung durchführen. Eine Schwangerschaft ist auszuschliessen.

Während der Anwendung von Belarina empfehlen sich ärztliche Kontrolluntersuchungen in etwa

halbjährlichen bis jährlichen Abständen. Dabei wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin eventuell vorliegende Risiken

(wie Alter, Gewicht, chirurgischer Eingriff, Änderung Ihres Gesundheitszustandes und/oder Ihrer

Risiken) erneut gegen den erwarteten Nutzen abwägen und mit Ihnen über das Fortführen der

Anwendung von Belarina entscheiden.

Das Vergessen der Tabletteneinnahme, Erbrechen und Durchfall (siehe Kapitel «Wie verwenden Sie

Belarina? Anwendungsfehler und Überdosierung») sowie die gleichzeitige Einnahme anderer

Arzneimittel (siehe Kapitel «Wann ist bei der Einnahme von Belarina Vorsicht geboten?

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln») können die Wirksamkeit eines hormonalen

Empfängnisverhütungsmittels beeinträchtigen.

Falls Sie bisher ein anderes hormonales Empfängnisverhütungsmittel eingenommen haben oder sehr

bald nach einer Entbindung oder Fehlgeburt mit der Einnahme von Belarina beginnen wollen, fragen Sie

bitte zunächst Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Bis zu 12 Wochen nach einer Entbindung ist das Risiko für

die Bildung von Blutgerinnseln erhöht. Sie sollten deshalb Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin fragen, wann Sie

wieder mit der Einnahme von Belarina beginnen können.

Belarina ist ein Arzneimittel. Im Falle eines Unfalls oder eines operativen Eingriffs informieren Sie die

behandelnden Ärzte darüber, dass sie Belarina anwenden.

Auch bei korrekter Anwendung können hormonale Empfängnisverhütungsmittel keinen 100%igen

Schutz vor einer Schwangerschaft garantieren.

Orale Empfängnisverhütungsmittel wie Belarina können weder vor AIDS noch anderen sexuell

übertragbaren Erkrankungen schützen. Nur Kondome können dagegen schützen.

Wann darf Belarina nicht eingenommen / angewendet werden?

Belarina darf nicht angewendet werden, wenn einer der nachstehend aufgeführten Punkte auf Sie

zutrifft. Wenn einer der nachstehend aufgeführten Punkte auf Sie zutrifft, müssen Sie dies Ihrem

Arzt/Ihrer Ärztin mitteilen. Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird dann mit Ihnen besprechen, welche andere

Verhütungsmethode für Sie besser geeignet ist.

·wenn Sie ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäss der Beine (tiefe Beinvenenthrombose), der Lunge

(Lungenembolie) oder eines anderen Organs haben (oder in der Vergangenheit hatten);

·wenn Sie jemals einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten;

·wenn Sie unter Angina pectoris leiden oder in der Vergangenheit gelitten hatten (d.h. insbesondere bei

Anstrengung auftretenden Brustschmerzen oder einem Druckgefühl hinter dem Brustbein, die Vorbote

eines Herzinfarkts sein können);

·wenn Sie bereits eine transitorische ischämische Attacke (sogenannte TIA; vorübergehende Symptome

eines Schlaganfalls) hatten;

·wenn bei Ihnen eine Störung der Blutgerinnung bekannt ist – beispielsweise Protein-C-Mangel, Protein-

S-Mangel, Antithrombin-III-Mangel, Faktor-V-Leiden-Mutation oder Antiphospholipid-Antikörper;

·wenn bei Ihnen gleichzeitig mehrere Risikofaktoren für das Auftreten eines Blutgerinnsels vorliegen,

wie z.B. Übergewicht zusammen mit Alter über 35 Jahre (vgl. im Kapitel «Wann ist bei der Einnahme

von Belarina Vorsicht geboten?» - «Faktoren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Vene

erhöhen» und «Faktoren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Arterie erhöhen»);

·wenn Sie an einer bestimmten Form von Migräne (sog. «Migräne mit Aura» die mit Empfindungs-,

Wahrnehmungs- und/oder Bewegungsstörungen einhergeht) leiden oder in der Vergangenheit gelitten

haben;

·wenn Sie an Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) mit Gefässveränderungen leiden;

·wenn Sie stark erhöhten Blutdruck haben;

·wenn Sie stark erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin oder Triglyzeride) haben;

·wenn Sie an schweren Lebererkrankungen (z.B. Gelbsucht) leiden oder gelitten haben und sich die

Leberwerte noch nicht normalisiert haben;

·wenn Sie unter Hepatitis C leiden und antivirale Arzneimittel einnehmen, welche

Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir oder Glecaprevir/Pibrentasvir enthalten;

·wenn Sie einen Lebertumor haben oder hatten;

·wenn Sie Brust- oder Gebärmutterkrebs haben oder hatten, bei dem Geschlechtshormone eine Rolle

spielen oder spielten;

·wenn Sie nicht abgeklärte Scheidenblutungen haben;

·wenn Sie an einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) und damit verbundenen hohen

Blutfettwerten leiden oder gelitten haben;

·wenn sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft vermutet wird;

·wenn Sie überempfindlich gegenüber einem der Bestandteile von Belarina sind.

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Belarina Vorsicht geboten?

Bei Auftreten einer oder mehrerer der folgenden Beschwerden sollten Sie unverzüglich einen Arzt/eine

Ärztin kontaktieren (vgl. auch Tabelle «So erkennen Sie ein Blutgerinnsel»):

·Neu auftretende Migräne oder ungewohnt starke Kopfschmerzen.

·Plötzliche Atembeschwerden oder plötzliches Auftreten von Husten unklarer Ursache.

·Unerklärliche Beinschmerzen mit oder ohne Schwellung.

·Plötzliche Seh-, Hör-, Sprech- oder sonstige Wahrnehmungsstörung.

·Plötzlicher starker Schmerz im Oberbauch oder Brustkorb mit oder ohne Ausstrahlung in den Arm.

·Plötzliches Auftreten von Schwindel, Schwächegefühl, Gefühlsstörungen.

·Kollaps.

·mindestens 4 Wochen vor geplanten Operationen und während der Genesung nach Unfall oder

Operation.

·deutlicher Blutdruckanstieg bei mehreren Messungen.

·Bei Gelbsucht.

·bei Schwangerschaft oder Verdacht auf Schwangerschaft.

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin informieren, wenn folgende Krankheiten bestehen oder

einmal bestanden haben oder sich während der Anwendung von Belarina verschlimmern oder zum

ersten Mal auftreten:

·wenn Sie unregelmässige Monatsblutungen, Brustveränderungen, Brustkrebs in der Familie oder

gutartige Geschwülste der Gebärmutter (sogenannte Myome) haben;

·wenn Sie eine Flüssigkeitsansammlung im Gewebe (sogenannte Ödeme) haben;

·wenn Sie eine schwere Nierenerkrankung haben;

·wenn Sie an Epilepsie oder Veitstanz (Chorea minor) leiden;

·wenn Sie Depressionen haben;

·wenn Sie erhöhte Blutfettspiegel (Hypertriglyceridämie) haben oder diese Erkrankung in Ihrer Familie

vorgekommen ist. Unter Anwendung von CHC bei Hypertriglyceridämie wurde über ein erhöhtes Risiko

für Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) berichtet;

·wenn Sie an einer Venenentzündung leiden (oberflächliche Thrombophlebitis);

·wenn Sie Krampfadern (Varizen) haben.

·wenn Sie eine Lebererkrankung (z.B. Gelbsucht) oder eine Gallenblasenerkrankung (z.B. Gallensteine)

haben;

·wenn Sie an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa (chronische entzündliche Darmerkrankung) leiden;

·wenn Sie an systemischem Lupus erythematodes leiden (SLE; eine Erkrankung, die Ihr natürliches

Abwehrsystem beeinträchtigt);

·wenn Sie an einem hämolytisch-urämischen Syndrom leiden (HUS; eine Störung der Blutgerinnung,

die zu Nierenversagen führt);

·wenn Sie eine Sichelzellenanämie haben (eine seltene Bluterkrankung);

·wenn Sie eine Herpes-Erkrankung während einer früheren Schwangerschaft (Herpes gestationis) hatten;

·wenn Sie eine bestimmte Form der Mittelohrschwerhörigkeit (Otosklerose) haben;

·wenn Sie an der Stoffwechselerkrankung Porphyrie leiden;

Dies gilt auch, wenn folgende Krankheiten bestehen oder einmal bestanden haben: Endometriose;

Depressionen; Epilepsie; Multiple Sklerose; Tetanie (starke Muskelkrämpfe); Herzinsuffizienz; Asthma.

Gelegentlich können während der Anwendung von kombinierten hormonalen

Empfängnisverhütungsmitteln bräunliche Flecken im Gesicht (Chloasma) auftreten, insbesondere wenn

sich diese Erscheinung in einer vorausgegangenen Schwangerschaft gezeigt hat. Wenn Sie dazu neigen,

sollten Sie längere Sonnenbäder und ultraviolette Strahlen während der Anwendung von Belarina

meiden.

BLUTGERINNSEL

Als Thrombose wird die Bildung eines Blutgerinnsels bezeichnet, welches ein Blutgefäss verstopfen

kann. Bei der Anwendung eines kombinierten hormonalen Kontrazeptivums (CHC) wie Belarina ist Ihr

Risiko für die Ausbildung eines Blutgerinnsels höher als wenn Sie keines anwenden.

Blutgerinnsel können auftreten

·in Venen (sog. «Venenthrombose», «venöse Thromboembolie»)

·in den Arterien (sog. «Arterienthrombose», «arterielle Thromboembolie»).

Am häufigsten ereignet sich eine Thrombose in den tiefen Beinvenen (tiefe Venenthrombose). Wenn

sich ein Blutgerinnsel von der Venenwand loslöst, kann es weiterwandern und die Lungenarterien

verstopfen, was zu einer sogenannten Lungenembolie führt. Blutgerinnsel können sehr selten auch in

den Blutgefässen des Herzens auftreten, was zu einem Herzinfarkt führen kann. Blutgerinnsel im Gehirn

können einen Schlaganfall verursachen. Sehr selten können sich Blutgerinnsel in anderen Körperteilen,

einschliesslich Leber, Darm, Nieren oder Auge bilden.

Venöse oder arterielle thomboembolische Ereignisse können selten zu schwerwiegenden bleibenden

Gesundheitsschäden führen oder tödlich sein.

So erkennen Sie ein Blutgerinnsel

Beim Auftreten folgender Zeichen sollten Sie sofort einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen:

Tritt bei Ihnen eines dieser Anzeichen auf?

Woran könnten Sie leiden?

Schwellung eines Beins oder längs einer Vene im Bein oder Fuss, vor

allem, wenn gleichzeitig Folgendes auftritt:

·Schmerz oder Druckschmerz im Bein, der möglicherweise nur beim

Stehen oder Gehen bemerkt wird

·Erwärmung des betroffenen Beins;

·Änderung der Hautfarbe des Beins, z.B. Blau- oder Rotfärbung, oder

selten aufkommende Blässe

Tiefe Beinvenenthrombose

·plötzliche unerklärliche Kurzatmigkeit oder schnelle Atmung;

·plötzlicher Husten ohne offensichtliche Ursache, bei dem evtl. Blut

ausgehustet werden kann;

·stechender Brustschmerz, der bei tiefem Einatmen zunimmt;

·starke Benommenheit oder Schwindelgefühl;

·schneller oder unregelmässiger Herzschlag;

·starke Magenschmerzen.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, sprechen Sie mit einem Arzt/einer

Ärztin, da einige dieser Symptome wie Husten oder Kurzatmigkeit

mit einer leichteren Erkrankung wie z.B. einer Entzündung der

Atemwege (z.B. einem grippalen Infekt) verwechselt werden können.

Lungenembolie

·sofortiger Verlust des Sehvermögens oder

·schmerzloses verschwommenes Sehen, welches zu einem Verlust des

Sehvermögens fortschreiten kann.

Diese Symptome treten meistens nur in einem Auge auf.

Thrombose eines

Netzhautgefässes (Blutgerinnsel

in einer Vene oder Arterie im

Auge)

·Brustschmerz, Druckgefühl in der Brust, Unwohlsein, Schweregefühl

·Engegefühl in Brust, Arm oder unterhalb des Brustbeins;

Herzinfarkt

·Völlegefühl, Verdauungsstörungen oder Erstickungsgefühl;

·in den Rücken, Kiefer, Hals, Arm oder Magen ausstrahlende

Beschwerden im Oberkörper;

·Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindelgefühl;

·extreme Schwäche, Angst oder Kurzatmigkeit;

·schneller oder unregelmässiger Herzschlag.

·plötzliche Schwäche oder Taubheitsgefühl des Gesichtes, Arms oder

Beins, die auf einer Köperseite besonders ausgeprägt ist;

·plötzliche Verwirrtheit, Sprech- oder Verständnisschwierigkeiten;

·plötzliche Sehstörungen in einem oder beiden Augen;

·plötzliche Gehschwierigkeiten, Schwindelgefühl, Gleichgewichts-

verlust oder Koordinationsstörungen;

·plötzliche schwere oder länger anhaltende Kopfschmerzen

unbekannter Ursache;

·Verlust des Bewusstseins oder Ohnmacht.

In manchen Fällen können die Symptome eines Schlaganfalls

kurzfristig sein und mit einer nahezu sofortigen und vollständigen

Erholung einhergehen. Sie sollten sich aber trotzdem dringend in

ärztliche Behandlung begeben, da Sie erneut einen Schlaganfall

erleiden könnten.

Schlaganfall

·Schwellung und leicht bläuliche Verfärbung eines Armes oder

Beines;

·starke Magenschmerzen.

Blutgerinnsel, die andere

Blutgefässe verstopfen

Wann ist das Risiko für Blutgerinnsel in einer Vene erhöht?

Das Risiko für venöse Thromboembolien ist während des ersten Anwendungsjahres am höchsten. Dieses

erhöhte Risiko besteht ab der erstmaligen Einnahme von Belarina oder bei der erneuten Einnahme (nach

einem mindestens 4-wöchigen oder länger dauernden CHC-freien Zeitraum). Daten einer grossen Studie

deuten darauf hin, dass dieses erhöhte Risiko vorwiegend während der ersten 3 Monate besteht.

Nach dem ersten Jahr sinkt das Risiko, es bleibt aber stets geringfügig höher als wenn Belarina nicht

angewendet würde.

Wenn Sie die Anwendung von Belarina beenden, kehrt das Risiko für ein Blutgerinnsel in wenigen

Wochen auf den Normalwert zurück.

Wie gross ist das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels in einer Vene?

Das Gesamtrisiko für ein Blutgerinnsel in Bein oder Lunge bei Anwendung von Belarina ist gering, ist

aber mehrfach höher als bei Frauen, die kein Belarina anwenden:

Ungefähr 2 von 10'000 Frauen, die weder schwanger sind noch ein CHC anwenden, erleiden im Verlauf

eines Jahres ein Blutgerinnsel.

Ungefähr 5 bis 12 von 10'000 Frauen, die ein CHC anwenden, erleiden im Verlauf eines Jahres ein

Blutgerinnsel. Ungefähr 5 bis 7 von 10'000 Frauen, die ein CHC mit Levonorgestrel, Norethisteron oder

mit Norgestimat anwenden, erleiden im Verlauf eines Jahres ein Blutgerinnsel. Bisher ist nicht bekannt,

wie hoch das Risiko für ein Blutgerinnsel mit Belarina im Vergleich zu einem Levonorgestrel-haltigen

CHC ist.

In beiden Fällen ist die Anzahl an Blutgerinnseln pro Jahr geringer als die erwartete Anzahl während

einer Schwangerschaft oder in der Phase nach der Geburt.

Das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels ist entsprechend Ihrer persönlichen medizinischen

Vorgeschichte unterschiedlich hoch (siehe folgender Abschnitt «Faktoren, die das Risiko für ein

Blutgerinnsel in einer Vene erhöhen»).

Faktoren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Vene erhöhen

Das Risiko für Gerinnselbildung in Venen (z.B. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie) nimmt zu:

·mit steigendem Alter (insbesondere ab einem Alter von ungefähr 35 Jahren);

·bei Übergewicht (Body-Mass-Index über 30 kg/m2);

·bei früherem Auftreten eines Blutgerinnsels (Venenthrombose, Lungenembolie oder anderswo), bei

einem Geschwister oder Elternteil in jungen Lebensjahren (jünger als 50 Jahre), oder falls Sie oder einer

Ihrer nahen Verwandten bekannte oder vermutete vererbliche Störungen der Blutgerinnung (eine

sogenannte Thrombophilie) haben. In diesem Fall sollten Sie vor Beginn der Einnahme von Belarina

einen Spezialisten aufsuchen. Falls die Untersuchung Hinweise auf eine Thrombophilie ergibt, darf

Belarina nicht angewendet werden (siehe «Wann darf Belarina nicht angewendet werden?»);

·bei längerfristiger Immobilisierung, grösseren chirurgischen Eingriffen, jedem chirurgischen Eingriff an

den Beinen oder wenn ein Bein eingegipst ist, sowie bei schweren Verletzungen. In diesen Fällen sollte

Belarina abgesetzt werden (bei geplanten chirurgischen Eingriffen mind. 4 Wochen vorher). Der

Arzt/die Ärztin entscheidet, wann mit der Einnahme von Belarina wieder begonnen werden kann

(frühestens 2 Wochen nach vollständiger Mobilisierung);

·bei längerem Sitzen wie z.B. bei Langstreckenflügen (>4 Stunden), insbesondere wenn bei Ihnen

andere der aufgeführten Faktoren vorliegen.

Bis zu 12 Wochen nach einer Entbindung ist das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln erhöht. Sie

sollten deshalb Ihren Arzt oder Ihre Ärztin fragen, wann Sie wieder mit der Anwendung von Belarina

beginnen können.

Andere Risikofaktoren sind systemischer Lupus erythematodes, hämolytisch- urämisches Syndrom,

Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Sichelzellanämie und Krebs.

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin informieren, wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft,

auch wenn Sie nicht sicher sind. Ihr Arzt/ihre Ärztin kann dann entscheiden, ggf. Belarina abzusetzen.

Wann ist das Risiko für Blutgerinnsel in einer Arterie erhöht?

Genau wie ein Blutgerinnsel in einer Vene kann auch ein Gerinnsel in einer Arterie schwerwiegende

Konsequenzen haben. Es kann zum Beispiel einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hervorrufen.

Faktoren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Arterie erhöhen

Es ist wichtig zu beachten, dass das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall aufgrund der

Anwendung von Belarina sehr gering ist, jedoch ansteigen kann:

·mit zunehmendem Alter (älter als 35 Jahre);

·wenn Sie rauchen. Bei der Anwendung von Belarina wird geraten, mit dem Rauchen aufzuhören. Wenn

Sie nicht mit dem Rauchen aufhören können und älter als 35 Jahre sind, kann Ihr Arzt/Ihre Ärztin Ihnen

raten, eine andere Verhütungsmethode anzuwenden;

·wenn Sie übergewichtig sind (Body-Mass-Index über 30 kg/m2);

·wenn Sie einen hohen Blutdruck haben

·wenn einer Ihrer nächsten Angehörigen in jungen Jahren (jünger als 50 Jahre) einen Herzinfarkt oder

Schlaganfall hatte. In diesem Fall könnten Sie ebenfalls ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder

Schlaganfall haben;

·wenn Sie oder einer Ihrer nächsten Angehörigen einen hohen Blutfettspiegel (Cholesterin oder

Triglyceride) haben;

·wenn Sie unter Migräne, insbesondere Migräne mit Aura leiden;

·wenn Sie an Herzproblemen leiden, wie einer Herzklappenerkrankung oder Vorhofflimmern (einer

bestimmten Herzrhythmusstörung);

·wenn Sie zuckerkrank (Diabetikerin) sind.

Andere Risikofaktoren sind Hyperhomocysteinämie und systemischer Lupus erythematodes.

Wenn mehr als einer dieser Punkte auf Sie zutrifft oder eine dieser Erkrankungen besonders schwer ist,

kann Ihr Risiko für die Ausbildung eines Blutgerinnsels zusätzlich erhöht sein.

Teilen Sie Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin mit, wenn es bei einer der oben erwähnten Punkte während der

Anwendung von Belarina zu einer Veränderung kommt, zum Beispiel wenn Sie mit dem Rauchen

anfangen, bei einem nahen Angehörigen aus unbekannter Ursache eine Thrombose auftritt, oder wenn

Sie stark zunehmen.

Tumorerkrankungen

Brustkrebs wurde bei Frauen, die CHC wie Belarina anwenden, geringfügig öfter festgestellt als bei

Frauen gleichen Alters, die keine solchen Präparate anwenden. 10 Jahre nach Absetzen dieser Präparate

besteht allerdings kein Unterschied mehr. Es ist nicht bekannt, ob der Unterschied durch diese Präparate

verursacht wird. Möglicherweise wurden diese Frauen nur sorgfältiger und öfter untersucht, so dass der

Brustkrebs früher erkannt wurde.

In einigen Studien waren Frauen, die ein CHC wie Belarina über längere Zeit anwendeten, häufiger von

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) betroffen. Den stärksten Risikofaktor für das Auftreten von

Gebärmutterhalskrebs stellt jedoch eine langandauernde Infektion mit dem Papillomavirus (HPV-

Infektion) dar. Es ist nicht bekannt, inwieweit die Langzeitanwendung von CHC wie Belarina oder

andere Faktoren wie z.B. das Sexualverhalten (z.B. häufiger Partnerwechsel mit Übertragung des Virus)

zu der in den Studien beobachteten höheren Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs beigetragen haben

könnte.

In seltenen Fällen wurden gutartige – noch seltener bösartige – Lebertumoren nach der Einnahme

hormonaler Mittel zur Schwangerschaftsverhütung beobachtet. Dies kann zu ernsthaften Blutungen im

Magen führen. Bei starken Schmerzen im Magen, welche nicht von selbst aufhören, sollten Sie Ihren

Arzt oder Ihre Ärztin informieren.

Psychiatrische Erkrankungen

Manche Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel wie Belarina anwenden, berichten über Depressionen

oder depressive Verstimmung. Depressionen können schwerwiegend sein und gelegentlich zu

Selbsttötungsgedanken führen. Wenn bei Ihnen Stimmungsschwankungen und depressive Symptome

auftreten, lassen Sie sich so rasch wie möglich von einem Arzt / einer Ärztin medizinisch beraten.

Sonstige Vorsichtsmassnahmen

Die in Belarina enthaltenen Hormone können die Ergebnisse bestimmter Blutuntersuchungen

beeinflussen. Informieren Sie deshalb Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, dass Sie Belarina einnehmen, wenn

bei Ihnen eine Blutuntersuchung durchgeführt wird.

Bitte nehmen Sie Belarina erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie

unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Fachinformation

Belarina®

Gedeon Richter (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Chlormadinoni acetas, Ethinylestradiolum.

Hilfsstoffe: Lactosum, Excip. pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

24 hellrosa Filmtabletten: Chlormadinoni acetas 2 mg und Ethinylestradiolum 0,02 mg.

4 weisse Placebo-Tabletten ohne Wirkstoffe.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hormonale Kontrazeption.

Bei der Entscheidung Belarina zu verschreiben, sollten die aktuellen, individuellen Risikofaktoren

der einzelnen Frau, insbesondere im Hinblick auf venöse Thromboembolien (VTE), berücksichtigt

werden. Auch sollte das Risiko für eine VTE bei Anwendung von Belarina mit jenem anderer

kombinierter hormonaler Kontrazeptiva (CHC) verglichen werden (vgl. «Kontraindikationen» und

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Dosierung/Anwendung

CHC wie Belarina sollten nur von einem Arzt, bzw. einer Ärztin mit entsprechender Erfahrung

verordnet werden, welche in der Lage sind, eine umfassende Aufklärung der Patientin über die Vor-

und Nachteile sämtlicher verfügbarer Kontrazeptionsmethoden sowie neben einer allgemeinen auch

eine gynäkologische Untersuchung durchzuführen.

Die Verordnung eines CHC sollte grundsätzlich unter Beachtung der jeweils aktuellen Richtlinien

der Schweizer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe erfolgen.

Es muss jeden Tag zur selben Zeit eine hellrosa, wirkstoffhaltige Filmtablette (vorzugsweise am

Abend) an 24 aufeinander-folgenden Tagen eingenommen werden, gefolgt von einem 4-tägigen

Zeitraum, in dem die weissen Placebo-Tabletten eingenommen werden; innerhalb dieses Zeitraums

sollte die Menstruationsblutung zwei bis vier Tage nach Einnahme der letzten wirkstoffhaltigen

Tablette eintreten. Nach der 4-tägigen Placebo-Tabletten Einnahme, wird die Einnahme mit der

ersten wirkstoffhaltigen Tablette aus der nächsten Packung Belarina fortgesetzt, und zwar

unabhängig davon, ob die Blutung schon beendet ist oder noch andauert.

Am Starttag des Blisters muss der entsprechende Wochentag auf dem Blister markiert werden.

Die Filmtabletten sollten aus der Packung gedrückt werden, und unzerkaut, gegebenenfalls

zusammen mit etwas Flüssigkeit, geschluckt werden. Die Filmtabletten werden täglich in

Pfeilrichtung entnommen.

Beginn der Anwendung

Keine vorherige Einnahme eines hormonalen Kontrazeptivums (während des letzten

Menstruationszyklus)

Die erste wirkstoffhaltige Filmtablette sollte am ersten Tag der nächsten Monatsblutung

(Menstruation) eingenommen werden. Wenn die erste wirkstoffhaltige Filmtablette am ersten

Zyklustag eingenommen wird, beginnt der Empfängnisschutz mit dem ersten Einnahmetag und

besteht auch während der 4-tägigen Einnahme der Placebo-Tabletten.

Wenn die Monatsblutung bereits eingesetzt hat, sollte die erste wirkstoffhaltige Filmtablette am 2.–5.

Tag des Menstruationszyklus eingenommen werden, unabhängig davon, ob die Blutung aufgehört

hat oder nicht. In diesem Fall müssen während der ersten 7 Einnahmetage zusätzliche mechanische

Massnahmen zur Empfängnisverhütung ergriffen werden.

Wenn die Menstruation mehr als 5 Tage vorher eingesetzt hat, sollte die Frau angewiesen werden,

ihre nächste Menstruation abzuwarten, bevor sie mit der Einnahme von Belarina beginnt.

Bei Umstellung von einem anderen Präparat auf Belarina

Umstellung von einer 22-Tage-Pille oder von einer 21-Tage-Pille (Kombinationspille)

Alle Tabletten in der alten Packung sollten regulär eingenommen werden. Die erste wirkstoffhaltige

Filmtablette Belarina sollte am darauf folgenden Tag genommen werden. In diesem Fall gibt es keine

Einnahmepause und die Frau muss auch nicht warten, bis ihre nächste Entzugsblutung beginnt. Mit

der Einnahme von Belarina kann auch am ersten Tag nach dem üblichen einnahmefreien Intervall

begonnen werden. Zusätzliche empfängnisverhütende Massnahmen sind nicht erforderlich.

Umstellung von einem täglich einzunehmenden Kombinationspille (28-Tage-Pille mit 21 oder 22

wirkstoffhaltige und 6 oder 7 Placebo-Tabletten)

Mit der Einnahme von Belarina sollte nach der Einnahme der letzten wirkstoffhaltigen Tablette aus

der Packung mit der «Pille für jeden Tag» begonnen werden (d.h. nach Einnahme von 21 oder 22

Tabletten). Die erste Belarina Filmtablette sollte am nächsten Tag eingenommen werden. Es gibt

keine Einnahmepause, und die Frau muss auch nicht den Beginn ihrer nächsten Menstruation

abwarten. Mit der Einnahme von Belarina kann auch im Anschluss an die letzte Placebo-Tablette

begonnen werden. Weitere empfängnisverhütende Massnahmen sind nicht erforderlich.

Umstellung von einer nur gestagenenthaltenden Pille («POP» Progesteron only pill oder Minipille)

Die erste wirkstoffhaltige Belarina Filmtablette sollte am Tag nach Absetzen des

Gestagenmonopräparats eingenommen werden. Während der ersten 7 Tage müssen zusätzliche

mechanische Massnahmen zur Empfängnisverhütung ergriffen werden.

Umstellung von einer kontrazeptiven Hormoninjektion, einem gestagenabgebenden IUD oder einem

Implantat

Mit der Einnahme von Belarina kann am Tag der Entfernung des Implantats bzw. des

gestagenabgebenden IUD oder dem Tag der ursprünglich geplanten Injektion begonnen werden.

Während der ersten 7 Tage müssen zusätzliche mechanische Massnahmen zur Empfängnisverhütung

ergriffen werden.

Nach einer Fehlgeburt oder einem Schwangerschaftsabbruch im 1. Trimenon

Nach einer Fehlgeburt oder einem Schwangerschaftsabbruch kann mit der Einnahme von Belarina

sofort begonnen werden. In diesem Fall sind keine weiteren empfängnisverhütenden Massnahmen

erforderlich.

Nach der Entbindung oder einem Abort im 2. Trimenon

Bei der Entscheidung, zu welchem Zeitpunkt nach einer Geburt bzw. nach einem Abort im 2.

Trimenon (wieder) mit der Anwendung eines CHC wie Belarina begonnen werden kann, ist zu

berücksichtigen, dass postpartal das Risiko für venöse thromboembolische Ereignisse erhöht ist

(während bis zu 12 Wochen; vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

In jedem Fall sollte nach einer Geburt bzw. einem Abort im 2. Trimenon mit der Anwendung von

Belarina frühestens zwischen dem 21. und dem 28. Tag begonnen werden. Bei einem späteren

Beginn wird an den ersten 7 Tagen der Anwendung die zusätzliche Anwendung nicht- hormonaler

Kontrazeptionsmethoden empfohlen. Hat in der Zwischenzeit bereits Geschlechtsverkehr

stattgefunden, ist vor Beginn der Anwendung eine Schwangerschaft auszuschliessen oder die erste

Monatsblutung abzuwarten.

Absetzen von Belarina

Nachdem Belarina abgesetzt worden ist, kann der erste Zyklus um ungefähr eine Woche verlängert

sein.

Unregelmässige Einnahme

Wenn eine wirkstoffhaltige Filmtablette vergessen wurde, die Einnahme jedoch innerhalb von 12

Stunden nachgeholt wurde, sind keine weiteren empfängnisverhütenden Massnahmen erforderlich.

Die Einnahme der wirkstoffhaltigen Tabletten sollte normal fortgesetzt werden.

Wenn der Zeitraum, in dem die Einnahme einer wirkstoffhaltiger Filmtablette vergessen wurde, 12

Stunden überschreitet, ist die kontrazeptive Sicherheit des Präparates vermindert. Die letzte

vergessene wirkstoffhaltige Filmtablette sollte umgehend eingenommen werden. Die weiteren

wirkstoffhaltigen Filmtabletten sollten nach dem normalen Schema eingenommen werden.

Zusätzlich sind weitere mechanische Massnahmen zur Empfängnisverhütung, z.B. Kondome, für die

nächsten 7 Tage anzuwenden. Wenn die laufende Packung weniger als 7 wirkstoffhaltige

Filmtabletten enthält, muss mit der nächsten Packung Belarina begonnen werden, sobald die

wirkstoffhaltigen Filmtabletten der laufende Packung verbraucht sind. Die 4 Placebo Tabletten sind

zu verwerfen. Es wird dabei wahrscheinlich nicht zur üblichen Menstruation bis zum Aufbrauchen

der zweiten Packung kommen, es können aber gehäuft Durchbruch- bzw. Schmierblutungen während

der Tabletteneinnahme auftreten. Falls nach Einnahme der zweiten Packung die Menstruation

ausbleibt, sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.

Verhalten bei gastrointestinalen Störungen

Im Falle von schweren gastrointestinalen Störungen – unabhängig von deren Ursache (d.h. auch bei

Arzneimittel-induzierter Diarrhoe etc.) – ist die Resorption möglicherweise unvollständig, und

zusätzliche kontrazeptive Methoden sollten angewendet werden.

Besondere Patientengruppen

Niereninsuffizienz: Belarina wurde bei Frauen mit Niereninsuffizienz nicht untersucht und es können

keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.

Leberinsuffizienz: Belarina darf bei Frauen mit Leberinsuffizienz nicht angewendet werden.

Jugendliche: Die Wirksamkeit und Sicherheit von Belarina wurde an Frauen ab einem Alter von 18

Jahren untersucht. Für Jugendliche wird, falls indiziert, die gleiche Dosierung wie bei Erwachsenen

empfohlen.

Kontraindikationen

·Vorliegen einer oder Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE)

·Venöse Thromboembolie – bestehende VTE (auch unter Therapie mit Antikoagulanzien) oder VTE

in der Anamnese (z.B. tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie)

·Vorliegen starker Risikofaktoren für venöse thromboembolische Ereignisse wie

·hereditäre oder erworbene Prädisposition für venöse thromboembolische Ereignisse, wie z.B. APC-

Resistenz (einschliesslich Faktor-V-Leiden-Mutation), Antithrombin-III-Mangel, Protein-C-Mangel

oder Protein-S-Mangel

·Gleichzeitiges Vorliegen mehrerer Risikofaktoren für venöse thromboembolische Ereignisse, wie

sie in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben sind.

·Vorliegen einer oder Risiko für eine arterielle Thromboembolie (ATE)

·bestehende oder vorausgegangene arterielle thromboembolische Ereignisse und deren Prodromi

(z.B. Angina pectoris, Myokardinfarkt, transitorische ischämische Attacke, zerebrovaskulärer Insult)

·Vorliegen starker Risikofaktoren für arterielle thromboembolische Ereignisse wie

·Diabetes mellitus mit Gefässkomplikationen

·schwere arterielle Hypertonie

·schwere Dyslipoproteinämie

·Migräne mit fokalen neurologischen Symptomen (auch in der Anamnese)

·hereditäre oder erworbene Prädisposition für eine arterielle Thromboembolie, wie z.B.

Hyperhomocysteinämie oder Antiphospholipid-Antikörper (Anticardiolipin-Antikörper,

Lupusantikoagulans)

·Gleichzeitiges Vorliegen mehrerer Risikofaktoren für arterielle thromboembolische Ereignisse, wie

sie in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben sind.

·Bestehende oder vorausgegangene schwere Lebererkrankung, solange abnorme

Leberfunktionsparameter bestehen;

·Bestehende oder vorausgegangene benigne oder maligne Lebertumore;

·Bestehende oder vermutete maligne Erkrankungen der Genitalorgane oder der Mammae, wenn diese

sexualhormonabhängig sind;

·Bestehende oder vorausgegangene Pankreatitis, falls diese mit schwerer Hypertriglyceridämie

assoziiert ist, bzw. war;

·Ungeklärte vaginale Blutungen;

·Vermutete oder bestehende Schwangerschaft;

·Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen oder einem der Hilfsstoffe von Belarina.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Anwendung eines CHC erhöht das Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) und für arterielle

Thromboembolien (ATE) im Vergleich zur Nichtanwendung. Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen, welche nachfolgend beschrieben werden, müssen vor jeder Verschreibung

berücksichtigt werden (vgl. «Risiko für venöse Thromboembolien [VTE]» und «Risiko für arterielle

Thromboembolien [ATE]»). Es ist wichtig, die Patientin auf die Informationen zu venösen und

arteriellen thromboembolischen Ereignissen hinzuweisen, insbesondere auf die möglichen

Symptome von VTE und ATE und die bekannten vaskulären Risikofaktoren sowie darauf, was im

Falle einer vermuteten Thrombose zu tun ist (vgl. «Symptome einer VTE [tiefe Venenthrombose und

Lungenembolie]» und «Symptome einer ATE»).

Der Nutzen einer Anwendung eines CHC, wie Belarina, sollte gegen die nachfolgend aufgeführten

Erkrankungen/Risiken – unter Berücksichtigung des Schweregrades jedes einzelnen oder dem

Aufeinandertreffen mehrerer Faktoren – abgewogen und mit jeder Patientin besprochen werden,

bevor man sich zur Anwendung von Belarina entschliesst (siehe auch «Kontraindikationen»). Die

Patientin ist zudem anzuweisen, die Packungsbeilage sorgfältig zu lesen und die darin gegebenen

Ratschläge zu befolgen.

Vor Beginn oder Wiederaufnahme der Anwendung eines CHC wie Belarina soll eine sorgfältige

Eigen- und Familienanamnese erhoben, sowie unter Beachtung der «Kontraindikationen» und

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» eine gründliche allgemeine und gynäkologische

Untersuchung durchgeführt werden, um behandlungsbedürftige Erkrankungen sowie deren

Risikofaktoren feststellen und eine Schwangerschaft ausschliessen zu können. Diese Untersuchungen

schliessen im Allgemeinen Blutdruck, Mammae, Abdomen, Beckenorgane (inkl. Zervixzytologie)

und relevante Laboruntersuchungen ein.

Während der Anwendung des CHC müssen diese Untersuchungen in regelmässigen Abständen

wiederholt werden, wobei Häufigkeit und Art auf die individuelle Anwenderin abgestimmt werden

und sich an den Richtlinien der Schweizer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG)

orientieren sollten. Bei diesen Kontrollen sollten die Kontraindikationen (z.B. eine transitorische

ischämische Attacke) und Risikofaktoren (z.B. Familienanamnese venöser oder arterieller

Thrombosen, vgl. «Risikofaktoren für VTE» und «Risikofaktoren für ATE») erneut überprüft

werden, da diese während der Anwendung eines CHC zum ersten Mal auftreten können.

Es soll darüber aufgeklärt werden, dass CHC keinen Schutz vor HIV- Infektionen (AIDS) und

anderen sexuell übertragbaren Krankheiten bieten.

Gründe für das sofortige Absetzen

Die Anwenderin muss darüber informiert werden, dass sie bei Auftreten einer der oben genannten

Kontraindikationen sowie bei Eintreten einer der nachfolgenden Situationen schnellstmöglich einen

Arzt/eine Ärztin konsultieren muss, der/die dann über die weitere Anwendung des CHC entscheiden

wird:

·Erstmaliges Auftreten oder Exazerbation migräneartiger oder häufigeres Auftreten ungewohnt

starker Kopfschmerzen;

·plötzliche Seh-, Hör-, Sprech- oder sonstige Wahrnehmungsstörungen;

·erste Anzeichen von thromboembolischen Ereignissen (vgl. «Symptome einer VTE [tiefe

Venenthrombose und Lungenembolie]» und «Symptome einer ATE»);

·mindestens 4 Wochen vor geplanten Operationen und während einer Immobilisation (z.B. nach

Unfall oder Operation);

·motorische Störungen (insbesondere Paresen);

·signifikanter Blutdruckanstieg (bei wiederholter Messung);

·Auftreten von Ikterus, Hepatitis, generalisiertem Pruritus;

·starke Oberbauchschmerzen oder Lebervergrösserung;

·Symptome für intraabdominale Blutungen;

·Zunahme epileptischer Anfälle.

Risiko für venöse Thromboembolien (VTE)

Die Anwendung jedes CHC erhöht das Risiko für VTE im Vergleich zur Nichtanwendung.

Arzneimittel, die Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron enthalten, sind mit dem geringsten

Risiko für eine VTE verbunden. Bisher ist nicht bekannt, wie hoch das Risiko mit Belarina im

Vergleich zu diesen Arzneimitteln mit geringerem Risiko ist.

Die Entscheidung, das Arzneimittel anzuwenden, sollte nur nach einem Gespräch mit der Patientin

getroffen werden, bei dem sicherzustellen ist, dass sie Folgendes versteht:

·Das Risiko für VTE bei Anwendung von Belarina.

·Wie beeinflussen ihre vorbestehenden individuellen Risikofaktoren dieses Risiko?

·Stärkste Risikoerhöhung für VTE im allerersten Anwendungsjahr (insbesondere während der ersten

3 Monate).

·Die vorhandenen Daten deuten darauf hin, dass dieses erhöhte Risiko sowohl bei der erstmaligen

Anwendung eines CHC als auch bei der erneuten Anwendung des gleichen oder eines anderen CHC

besteht (nach einem mindestens 4-wöchigen oder länger dauernden anwendungsfreien Intervall).

·Belarina ist ein Arzneimittel. Im Falle eines Unfalls oder eines operativen Eingriffs muss die

Anwenderin die behandelnden Ärzte darüber informieren, dass sie Belarina anwendet.

Ungefähr 2 von 10'000 Frauen, die kein CHC anwenden und nicht schwanger sind, erleiden im

Verlauf eines Jahres eine VTE. Bei der einzelnen Frau kann das Risiko jedoch in Abhängigkeit von

ihren zugrundeliegenden Risikofaktoren bedeutend höher sein (siehe unten).

Aufgrund der vorliegenden epidemiologischen Daten wird geschätzt, dass im Verlauf eines Jahres 5-

12 von 10'000 Frauen, die ein niedrig dosiertes (<50 µg Ethinylestradiol) CHC anwenden, eine VTE

erleiden; ungefähr bei 5-7 von 10'000 Frauen, die ein Levonorgestrel-haltiges CHC anwenden,

kommt es im Verlauf eines Jahres zu einer VTE. Bisher ist nicht bekannt, wie das Risiko mit

Chlormadinon-haltigen CHC im Vergleich zum Risiko mit Levonorgestrel-haltigen CHC ist.

In beiden Fällen ist die Anzahl an VTE pro Jahr geringer als die erwartete Anzahl während einer

Schwangerschaft oder in der postpartalen Phase.

VTE verlaufen in 1-2% der Fälle tödlich.

Äusserst selten wurde bei Anwenderinnen von CHC auch über venöse Thrombosen ausserhalb der

Extremitäten berichtet, z.B. Sinusvenenthrombosen oder Thrombosen in hepatischen, mesenterialen,

renalen oder retinalen Venen.

Risikofaktoren für VTE

Das Risiko für venöse thromboembolische Komplikationen bei Anwenderinnen von CHC kann

deutlich ansteigen, wenn bei der Anwenderin zusätzliche Risikofaktoren bestehen, insbesondere

wenn mehrere Risikofaktoren gleichzeitig vorliegen (siehe Tabelle). Insbesondere ist bei der Nutzen-

Risiko-Abwägung zu berücksichtigen, dass das Risiko venöser thromboembolischer Ereignisse

überadditiv erhöht sein kann, wenn eine Kombination von Risikofaktoren vorliegt. In diesem Fall

muss das Gesamtrisiko für eine VTE in Betracht gezogen werden. Belarina ist kontraindiziert, wenn

bei einer Frau mehrere Risikofaktoren gleichzeitig bestehen, die sie insgesamt einem hohen Risiko

für eine Venenthrombose aussetzen.

Tabelle: Risikofaktoren für VTE

Risikofaktor

Anmerkung

Adipositas (Body-Mass-Index über

30 kg/m²)

Das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu.

Besonders wichtig, wenn weitere Risikofaktoren vorliegen.

Längere Immobilisierung, grössere

chirurgische Eingriffe, jeder

Eingriff an Beinen oder Hüfte,

neurochirurgischer Eingriff oder

schweres Trauma

In diesen Fällen ist es ratsam, die Anwendung der Tablette/des

Pflasters/des Rings zu unterbrechen (bei einer geplanten

Operation mindestens vier Wochen vorher) und frühestens zwei

Wochen nach vollständiger Mobilisierung wieder aufzunehmen.

Ggf. ist eine andere Kontrazeptionsmethode anzuwenden, um

eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern.

Eine medikamentöse Thromboseprophylaxe muss erwogen

werden, wenn Belarina nicht vorab abgesetzt wurde.

Positive Familienanamnese (jede

venöse Thromboembolie bei einem

Geschwister oder Elternteil,

insbesondere in relativ jungen

Jahren, z.B. jünger als 50 Jahre).

Bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist die Patientin

zur Beratung an einen Spezialisten zu überweisen, bevor eine

Entscheidung über die Anwendung von Belarina getroffen wird.

Falls die Untersuchung Hinweise auf eine Thrombophilie

ergibt, ist die Anwendung von Belarina kontraindiziert.

Andere Erkrankungen, die mit

einem erhöhten VTE-Risiko

assoziiert sind

Systemischer Lupus erythematodes, hämolytisch- urämisches

Syndrom, chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus

Crohn oder Colitis ulcerosa), Sichelzellanämie, maligne

Erkrankungen

Zunehmendes Alter

Insbesondere älter als 35 Jahre

Hinweis: Eine vorübergehende Immobilisierung wie beispielsweise eine Flugreise von >4 Stunden

Dauer kann ebenfalls einen Risikofaktor für eine VTE darstellen, insbesondere bei Patientinnen mit

weiteren Risikofaktoren.

Über die mögliche Rolle von Varizen und oberflächlicher Thrombophlebitis bezüglich des Beginns

oder Fortschreitens einer Venenthrombose besteht kein Konsens.

Es muss beachtet werden, dass das Risiko thromboembolischer Ereignisse in der postpartalen Phase

erhöht ist. Es gibt Daten, die darauf hindeuten, dass das Thromboserisiko bis 12 Wochen nach der

Entbindung erhöht sein kann.

Symptome einer VTE (tiefe Venenthrombose und Lungenembolie)

Der Patientin ist anzuraten, bei Auftreten eines oder mehrerer der folgenden Symptome,

unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und das medizinische Fachpersonal darüber zu

informieren, dass sie Belarina anwendet.

·Symptome einer tiefen Beinvenenthrombose können sein

·unilaterale Schwellung in einem Bein oder entlang einer Vene im Bein;

·Spannungsgefühl oder Schmerzen in einem Bein, auch wenn sie nur beim Stehen oder Gehen

spürbar sind;

·Überwärmung, Rötung oder Verfärbung der Haut am betroffenen Bein.

·Symptome einer Lungenembolie können sein

·plötzliche unerklärliche Kurzatmigkeit, schnelles Atmen oder Atemnot; Anstrengungsintoleranz;

·plötzliches Auftreten von Husten, eventuell mit blutigem Sputum;

·plötzlicher starker Schmerz im Brustkorb, welcher sich bei tiefer Atmung verstärken kann;

·starke Benommenheit, Schwindel, oder Angstgefühl;

·Tachykardie oder Arrhythmien.

Einige dieser Symptome (z.B. Kurzatmigkeit oder Husten) sind nicht spezifisch und können als

häufige oder weniger schwere Ereignisse (z.B. Atemwegsinfektionen) missdeutet werden.

Risiko für arterielle Thromboembolien (ATE)

Epidemiologische Studien haben ausserdem die Anwendung hormonaler Kontrazeptiva mit einem

erhöhten Risiko für arterielle thromboembolische Ereignisse (wie Myokardinfarkt, Schlaganfall oder

transitorische ischämische Attacken) in Verbindung gebracht. Bevor die Entscheidung getroffen

wird, Belarina zu verordnen, ist die Patientin über dieses Risiko sowie insbesondere auch darüber

aufzuklären, wie eventuell vorbestehende individuelle Risikofaktoren dieses Risiko zusätzlich

erhöhen können.

Äusserst selten wurde bei Anwenderinnen von CHC auch über Thrombosen in anderen Blutgefässen

(wie z.B. hepatischen, mesenterialen, renalen oder retinalen Arterien) berichtet.

Risikofaktoren für ATE

Ein erhöhtes Risiko für einen zerebrovaskulären Insult oder andere arterielle thromboembolische

Komplikationen bei Anwenderinnen von CHC besteht v.a. bei Frauen, die bereits Risikofaktoren für

solche Erkrankungen aufweisen (siehe Tabelle). Insbesondere muss bei der Nutzen-Risiko-

Abwägung beachtet werden, dass das Risiko für arterielle thromboembolische Ereignisse überadditiv

erhöht sein kann, wenn eine Kombination von Risikofaktoren vorliegt. In diesem Fall muss das

Gesamtrisiko für eine ATE betrachtet werden. Bei Patientinnen, die aufgrund eines

schwerwiegenden oder des Vorliegens mehrerer Risikofaktoren ein hohes Risiko für eine ATE

aufweisen, ist Belarina kontraindiziert.

Tabelle: Risikofaktoren für ATE

Risikofaktor

Anmerkung

Zunehmendes Alter

Insbesondere älter als 35 Jahre

Rauchen

Frauen ist anzuraten, nicht zu rauchen, wenn sie ein

CHC wie Belarina anwenden möchten. Frauen über

35 Jahren, die weiterhin rauchen, ist dringend zu

empfehlen, eine andere Kontrazeptionsmethode

anzuwenden.

Arterielle Hypertonie

Diabetes mellitus

Bei Diabetikerinnen mit bereits bestehenden

Gefässkomplikationen ist die Anwendung von CHC

kontraindiziert.

Dyslipoproteinämie

Herzklappenerkrankungen

Vorhofflimmern

Adipositas (Body-Mass-Index über 30 kg/m²)

Das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu.

Besonders wichtig bei Frauen mit zusätzlichen

Risikofaktoren.

Positive Familienanamnese (jede arterielle

Thromboembolie bei einem Geschwister oder

Elternteil, insbesondere in relativ jungen

Jahren, d.h. jünger als 50 Jahre).

Bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist

die Patientin zur Beratung an einen Spezialisten zu

überweisen, bevor eine Entscheidung über die

Anwendung von Belarina getroffen wird.

Falls die Untersuchung Hinweise auf eine

Thrombophilie ergibt, ist die Anwendung von

Belarina kontraindiziert.

Migräne

Ein Anstieg der Häufigkeit oder des Schweregrads

einer Migräne während der Anwendung von Belarina

kann ein Prodromalsymptom eines zerebrovaskulären

Ereignisses darstellen und Grund für ein sofortiges

Absetzen sein.

Andere Erkrankungen, die mit einem

erhöhten Risiko für ATE assoziiert sind

Hyperhomocysteinämie, Systemischer Lupus

erythematodes, Sichelzellanämie, maligne

Erkrankungen.

Symptome einer ATE

Der Patientin ist anzuraten, beim Auftreten eines oder mehrerer der folgenden Symptome

unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und das medizinische Fachpersonal darüber zu

informieren, dass sie Belarina anwendet.

·Symptome eines zerebrovaskulären Insults können sein

·plötzliche Taubheit oder Kraftlosigkeit des Gesichtes, eines Armes oder Beines, vor allem einer

Körperhälfte;

·plötzliche Verwirrtheit;

·undeutliche Aussprache oder Verständnisprobleme;

·plötzliche Sehstörungen in einem oder beiden Augen;

·plötzliche Gehstörungen;

·Schwindel;

·Gleichgewichts- oder Koordinationsstörungen;

·plötzliche schwere oder länger anhaltende Kopfschmerzen unbekannter Ursache;

·Bewusstseinsverlust oder Ohnmacht mit oder ohne Krampfanfall.

·Symptome eines Myokardinfarktes können sein

·Schmerzen, Unwohlsein, Druckgefühl, Schweregefühl, Enge- oder Spannungsgefühl in der Brust,

im Arm oder hinter dem Brustbein;

·Beschwerden, welche in Rücken, Kiefer, Hals, Arm oder Magen ausstrahlen;

·Völlegefühl, Magenbeschwerden oder Würgereiz;

·Schwitzen, Nausea, Erbrechen oder Schwindel;

·extremes Schwäche-, oder Angstgefühl oder Kurzatmigkeit;

·Tachykardie oder Arrhythmien.

·Andere Symptome eines vaskulären Verschlusses können sein

·Plötzlicher Schmerz, Schwellung oder leichte Cyanose einer Extremität;

·akutes Abdomen.

Verdacht auf hereditäre oder erworbene Prädisposition für thromboembolische Komplikationen

Bei Verdacht auf eine hereditäre oder erworbene Prädisposition für thromboembolische

Komplikationen ist eine gerinnungs-physiologische Abklärung durch einen Spezialisten angezeigt,

welcher ggf. eine Bestimmung bestimmter hämostatischer Parameter veranlassen wird.

Tumorerkrankungen

In einigen epidemiologischen Untersuchungen wurde über ein erhöhtes Zervixkarzinom-Risiko bei

Langzeitanwendung von CHC (>5 Jahre) berichtet. Es wird jedoch nach wie vor kontrovers

diskutiert, in wie weit dieses Ergebnis durch andere Faktoren wie eine Infektion durch humane

Papillomaviren (HPV) (stärkster Risikofaktor), die Frequenz der Teilnahme am Zervix-Screening

oder das Sexualverhalten beeinflusst wird.

Eine Metaanalyse von 54 epidemiologischen Studien zeigt, dass es unter Anwendung von CHC zu

einer geringfügigen Erhöhung des Brustkrebsrisikos kommt (RR = 1,24). Das erhöhte Risiko ist

vorübergehend und geht allmählich innerhalb von 10 Jahren nach Beendigung der Anwendung

zurück. Diese Studien geben keinen Aufschluss über die Ursachen. Das beobachtete höhere Risiko

ist möglicherweise auf eine frühzeitige Diagnose von Brustkrebs bei CHC-Anwenderinnen, die

biologischen Wirkungen von CHC oder auf eine Kombination von beidem zurückzuführen.

In seltenen Fällen wurden unter der Anwendung von CHC gutartige und in noch selteneren Fällen

bösartige Lebertumoren gemeldet. In Einzelfällen führten diese Tumoren zu lebensbedrohlichen

intraabdominellen Blutungen. Bei Auftreten starker, nicht spontan reversibler Schmerzen im

Oberbauch, Lebervergrösserung oder Zeichen intraabdomineller Blutungen muss daher ein

Lebertumor in Betracht gezogen werden und Belarina abgesetzt werden.

Sonstige Vorsichtsmassnahmen

Frauen, die ein hormonales Kontrazeptivum anwenden, sollen nicht gleichzeitig mit

Johanniskrautpräparaten (Hypericum) behandelt werden, da die kontrazeptive Wirkung

beeinträchtigt sein kann. Über Zwischenblutungen und Einzelfälle ungewollter Schwangerschaften

wurde berichtet (vgl. auch «Interaktionen»).

Bei Frauen mit bestehender oder familiärer Hypertriglyceridämie ist unter der Anwendung von CHC

möglicherweise mit einem erhöhten Pankreatitis-Risiko zu rechnen.

Obwohl unter der Anwendung von CHC relativ häufig über einen geringfügigen Blutdruckanstieg

berichtet wird, sind klinisch relevant erhöhte Blutdruckwerte selten. Kommt es unter der Anwendung

eines CHC zu einer klinisch relevanten Blutdruckerhöhung (bei wiederholter Messung), sollte das

CHC abgesetzt werden. Wo es angezeigt erscheint, kann die erneute Anwendung eines CHC

erwogen werden, wenn sich die Blutdruckwerte (unter Behandlung) normalisiert haben.

Akute oder chronische Störungen der Leberfunktion können das Absetzen des CHC erforderlich

machen, bis sich die Leberfunktionswerte normalisiert haben. Beim Wiederauftreten eines

cholestatischen Ikterus, der erstmalig während einer Schwangerschaft oder während einer früheren

Anwendung von Sexualsteroidhormonen aufgetreten ist, müssen CHC abgesetzt werden.

Unter Anwendung von CHC wurde über eine reduzierte Glukosetoleranz berichtet. Diabetikerinnen

sowie Frauen mit reduzierter Glukosetoleranz sollten daher während der Anwendung eines CHC,

insbesondere während der ersten Monate, sorgfältig überwacht werden. Eine Anpassung der

antidiabetischen Therapie ist jedoch im allgemeinen nicht erforderlich.

Östrogene können die Lithogenität der Galle erhöhen. Über eine Cholelithiasis und andere

Erkrankungen der Gallenblase (z.B. Cholezystitis) wurde im Zusammenhang mit der Anwendung

hormoneller Kontrazeptiva berichtet.

Bei Frauen mit hereditärem und/oder erworbenem Angioödem können exogene Östrogene die

Symptome des Angioödems induzieren oder verschlimmern.

Die folgenden Erkrankungen können sowohl während einer Schwangerschaft als auch während der

Anwendung eines CHC auftreten oder ungünstig beeinflusst werden, doch lassen die verfügbaren

Daten keine eindeutigen Schlüsse auf einen Kausalzusammenhang mit der Anwendung eines CHC

zu: cholestatischer Ikterus und/oder Pruritus; Cholelithiasis; Porphyrie; systemischer Lupus

erythematodes; hämolytisch-urämisches Syndrom; Chorea minor; Herpes gestationis; Otosklerose-

bedingter Hörverlust. Die Anwendung von CHC wurde ausserdem auch mit dem Auftreten von

Enteritis regionalis Crohn sowie Colitis ulcerosa assoziiert.

Bestimmte Krankheiten/Zustände können durch die Einnahme von Östrogen oder

Östrogen/Gestagenkombinationen negativ beeinflusst werden. Hier ist eine besondere ärztliche

Überwachung erforderlich: Endometriose; Gebärmuttermyome; Mastopathie; Depressionen;

Epilepsie; multiple Sklerose; Tetanie; Herz- oder Niereninsuffizienz; Asthma.

Bei prädisponierten Frauen kann die Anwendung von CHC gelegentlich ein Chloasma verursachen,

das durch intensive Sonnenbestrahlung noch verstärkt wird. Frauen, die hierzu neigen, sollten sich

deshalb keiner starken UV-Strahlung aussetzen.

Jede hellrosa Filmtablette enthält <70 mg, jede weisse Filmtablette <100 mg Laktose. Patientinnen

mit der seltenen hereditären Galaktose-Intoleranz, Lapp-Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-

Malabsorption, die eine laktosefreie Diät einhalten, sollten diese Menge beachten.

Verminderung der Wirksamkeit

Die vergessene Einnahme einer Filmtablette (siehe «Unregelmässige Tabletteneinnahme»),

Erbrechen oder Darmbeschwerden einschliesslich Durchfall, die gleichzeitige langfristige Einnahme

von bestimmten Arzneimitteln (siehe Kapitel «Interaktionen») oder in sehr seltenen Fällen

Stoffwechselstörungen können die Wirksamkeit der Empfängnisverhütung beeinflussen.

Beeinflussung der Zyklusstabilität

Zwischenblutungen und Schmierblutungen

Alle oralen Kontrazeptiva können irreguläre vaginale Blutungen

(Durchbruchblutung/Schmierblutung) insbesondere in den ersten Einnahmezyklen hervorrufen. Aus

diesem Grund ist eine medizinische Beurteilung unregelmässiger Zyklen erst nach einer

Anpassungsperiode von ca. drei Zyklen sinnvoll. Wenn die Durchbruchblutungen anhalten oder es

nach zuvor regelmässigen Zyklen unter Belarina zu Durchbruchblutungen kommt, empfiehlt sich

eine eingehende Untersuchung, zum Ausschluss einer Schwangerschaft oder einer organischen

Störung. Wenn dies ausgeschlossen wurde, kann Belarina weiter eingenommen oder zu einem

anderen Präparat gewechselt werden.

Zwischenblutungen können Hinweise auf eine reduzierte kontrazeptive Wirksamkeit sein (siehe

«Unregelmässige Tabletteneinnahme», «Massnahmen bei Erbrechen» und Kapitel «Interaktionen»).

Ausbleiben der Entzugsblutung

Nach der 24-tägigen Einnahme der wirkstoffhaltigen Filmtabletten kommt es normalerweise zu einer

Entzugsblutung im Zeitraum der Einnahme der Placebo-Tabletten. Gelegentlich und insbesondere in

den ersten Monaten der Tabletteneinnahme kann die Entzugsblutung ausbleiben, aber dies muss kein

Hinweis auf eine verminderte empfängnisverhütende Wirkung sein. Wenn die Blutung nach einem

Einnahmezyklus ausbleibt, in dem keine wirkstoffhaltige Filmtablette vergessen worden ist, der

Zeitraum der Einnahme der Placebo-Tabletten von 4 Tagen nicht verlängert worden ist oder von

einem Unterbruch gefolgt ist, keine anderen Arzneimittel gleichzeitig eingenommen worden sind

und es nicht zum Erbrechen oder Durchfall gekommen ist, ist eine Empfängnis unwahrscheinlich

und die Einnahme von Belarina kann fortgesetzt werden. Wenn Belarina vor der ersten

ausbleibenden Entzugsblutung nicht gemäss diesen Anweisungen angewendet wurde oder die

Entzugsblutung in 2 aufeinander folgenden Zyklen nicht eintritt, muss vor der weiteren Anwendung

eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Interaktionen

Es wird empfohlen, auch die Fachinformation gleichzeitig verabreichter Arzneimittel zu

konsultieren, um das Potential für Interaktionen abschätzen zu können.

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik hormonaler Kontrazeptiva

Die Angaben können auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten.

Enzyminduktoren

Interaktionen zwischen hormonalen Kontrazeptiva und Arzneimitteln, die mikrosomale Enzyme

induzieren und dadurch eine erhöhte Clearance von Sexualhormonen verursachen können, können zu

einer Verminderung der kontrazeptiven Wirksamkeit sowie zu Durchbruchblutungen führen. Dies

gilt z.B. für Barbiturate, Bosentan, Carbamazepin, Felbamat, Modafinil, Oxcarbazepin, Phenytoin,

Primidon, Rifabutin, Rifampicin und Topiramat sowie für Arzneimittel, welche Johanniskraut

(Hypericum perforatum) enthalten.

Die max. Enzyminduktion wird im Allgemeinen nach 2 bis 3 Wochen beobachtet und kann während

mindestens 4 oder mehr Wochen nach dem Absetzen dieser Arzneimittel andauern.

Frauen, welche kurzfristig mit einem dieser Arzneimittel behandelt werden, sollten dazu aufgefordert

werden, vorübergehend zusätzlich zum CHC eine nicht-hormonale Kontrazeptionsmethode

anzuwenden oder eine andere Art der Kontrazeption zu wählen. Die Barrieremethode sollte während

der gleichzeitigen Anwendung der Arzneimittel sowie für weitere 28 Tage nach Absetzen der

Behandlung verwendet werden. Wird die gleichzeitige Anwendung eines Enzyminduktors über das

Ende der aktuellen Packung des CHC hinaus fortgesetzt, sollte unmittelbar im Anschluss an die

Einnahme der wirkstoffhaltigen Tabletten mit der nächsten Packung begonnen werden, d.h. unter

Auslassen der 4 Placebo-Filmtabletten. In diesem Fall ist eine Entzugsblutung nicht vor dem Ende

der zweiten Packung zu erwarten. Kommt es während des einnahmefreien Intervalls am Ende der

zweiten Packung nicht zu einer Entzugsblutung, muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden,

bevor die Einnahme mit der nächsten Packung fortgesetzt wird.

Bei Langzeitbehandlung mit Arzneimitteln, welche zu einer Enzyminduktion in der Leber führen,

sollten alternative Kontrazeptionsmethoden angewendet werden.

Darüber hinaus ist bekannt, dass verschiedene Inhibitoren der HIV/HCV-Protease und der

Nichtnukleosidischen Reverse-Transkriptase zu einer Erniedrigung oder einer Erhöhung der

Plasmakonzentrationen von Östrogenen oder Gestagenen führen können. Diese Veränderungen

können in manchen Fällen klinisch relevant sein.

Insbesondere sind Proteaseinhibitoren wie Ritonavir oder Nelfinavir (einschliesslich deren

Kombinationen) zwar als starke Inhibitoren von CYP3A4 bekannt, können jedoch bei gleichzeitiger

Anwendung mit Steroidhormonen enzyminduzierende Eigenschaften aufweisen und dadurch die

Plasmaspiegel von Östrogenen und Gestagenen reduzieren.

Enzyminhibitoren

Starke und moderate CYP3A4-Inhibitoren wie Azol-Antimykotika (z.B. Itraconazol, Voriconazol,

Fluconazol), Makrolid-Antibiotika (Clarithromycin, Erythromycin), Diltiazem, Verapamil und

Grapefruitsaft können die Plasmaspiegelkonzentrationen von Östrogenen und/oder Gestagenen

erhöhen und dadurch zum vermehrten Auftreten unerwünschter Wirkungen führen.

Interferenz mit dem enterohepatischen Kreislauf

Bei gleichzeitiger kurzdauernder (bis zu 10 Tagen) Anwendung von Antibiotika, welche keine

Interaktionen mit dem CYP3A4-Enzymsystem aufweisen, ist nicht mit pharmakokinetischen

Interaktionen zu rechnen. Bei der Beratung der Patientin sollte jedoch berücksichtigt werden, dass

unter Umständen die Grunderkrankung (z.B. Geschlechtskrankheiten), deretwegen das Antibiotikum

eingesetzt wird, die zusätzliche Verwendung einer Barrieremethode nahelegen kann.

Über mögliche Interaktionen bei längerfristiger Komedikation mit Antibiotika (z.B. bei

Osteomyelitis oder Borreliose) liegen keine ausreichenden Daten vor. Soll eine Schwangerschaft

sicher ausgeschlossen werden, wird in solchen Fällen während der Antibiotikatherapie sowie in den

ersten 7 Tagen nach Absetzen die zusätzliche Verwendung einer Barrieremethode empfohlen.

Sollte es unter der antibiotischen Therapie zu Durchfällen und/oder Erbrechen kommen, sind

ausserdem die Angaben im Abschnitt «Verhalten bei gastrointestinalen Störungen» in der Rubrik

«Dosierung/Anwendung» zu beachten.

Einfluss hormonaler Kontrazeptiva auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Hormonale Kontrazeptiva können – durch verschiedene Interaktionsmechanismen – auch die

Pharmakokinetik einiger anderer Arzneimittel beeinflussen. Sie können die hepatischen

mikrosomalen Enzyme hemmen oder die hepatische Konjugation, insbesondere die

Glukuronidierung, induzieren. Entsprechend können die Plasma- und Gewebekonzentrationen

anderer Arzneimittel entweder erhöht (z.B. Cyclosporin) oder erniedrigt (z.B. Lamotrigin, siehe

unten) werden. Weiter kann auch die pharmakologische Wirkung folgender Arzneimittelgruppen

beeinflusst werden: Analgetika, Antidepressiva, Antidiabetika, Antimalariamittel, einige

Benzodiazepine, einige β-Blocker, kortikosteroide, orale Antikoagulantien und Theophyllin. Nicht in

allen Fällen sind die aus diesen Interaktionen resultierenden Veränderungen der Plasmaspiegel

klinisch relevant.

Lamotrigin

Eine Interaktionsstudie mit dem Antiepileptikum Lamotrigin und einem kombinierten oralen

Kontrazeptivum (30 µg Ethinylestradiol/150 µg Levonorgestrel) zeigte eine klinisch relevante

Steigerung der Lamotrigin-Clearance mit einer entsprechenden signifikanten Abnahme der

Lamotrigin-Plasmaspiegel, wenn diese Arzneimittel gleichzeitig verabreicht wurden. Eine derartige

Senkung der Plasmakonzentrationen kann mit einer reduzierten Anfallskontrolle einhergehen. Es ist

nicht bekannt, in wieweit diese Befunde auf andere kombinierte Kontrazeptiva mit anderer

Gestagenkomponente und/oder anderer Östrogendosis übertragbar sind. Es ist jedoch davon

auszugehen, dass diese Präparate ein vergleichbares Interaktionspotential aufweisen.

Beginnt eine Patientin, welche Lamotrigin einnimmt, neu mit der Anwendung von Belarina, kann

daher eine Anpassung der Lamotrigindosis erforderlich sein, und die Lamotrigin-Konzentration

sollte zu Beginn der Therapie engmaschig überwacht werden. Hierbei ist insbesondere auch zu

beachten, dass es zu einem deutlichen Anstieg des Lamotriginspiegels (unter Umständen in den

toxischen Bereich) kommen kann, wenn das hormonale Kontrazeptivum abgesetzt wird (sowie unter

Umständen in den 4-tägigen Anwendungspausen).

Schwangerschaft/Stillzeit

Die Einnahme von Belarina ist in der Schwangerschaft kontraindiziert. Vor Beginn der Anwendung

des Arzneimittels ist eine Schwangerschaft auszuschliessen. Tritt unter der Anwendung mit Belarina

eine Schwangerschaft ein oder wird eine solche vermutet, ist das Arzneimittel sofort abzusetzen und

der Arzt/die Ärztin zu konsultieren.

Es gibt Hinweise auf fetale Risiken, basierend auf tierexperimentellen Untersuchungen (siehe

«Präklinische Daten»). Die meisten bis heute durchgeführten epidemiologischen Studien haben

jedoch keine eindeutigen Hinweise auf eine embryotoxische oder teratogene Wirkung ergeben, wenn

Kombinationen aus Östrogenen und Gestagenen versehentlich während der Schwangerschaft

angewendet wurden.

Das Arzneimittel sollte in der Stillzeit nicht angewendet werden, da die Milchproduktion reduziert

und die Milchqualität verändert sein kann und geringe Wirkstoffkonzentrationen in der Milch

gemessen werden können. Wenn möglich sollten bis zum vollständigen Abstillen des Kindes

nichthormonale Kontrazeptionsmethoden angewendet werden.

Zum postpartalen Risiko thromboembolischer Ereignisse bei der Mutter siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen».

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es ist nicht bekannt, dass kombinierte orale Kontrazeptiva sich negativ auf die Verkehrstüchtigkeit

oder das Bedienen von Maschinen auswirken können.

Unerwünschte Wirkungen

Die schwerwiegendsten unerwünschten Wirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung von

CHC sind in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben (siehe dort).

Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen sind insbesondere arterielle und venöse

Thromboembolien.

Die folgenden Nebenwirkungen können nach der Einnahme von Belarina auftreten.

Ihre Häufigkeiten sind folgendermassen definiert:

Sehr häufig: ≥1/10.

Häufig: ≥1/100, <1/10.

Gelegentlich: ≥1/1000, <1/100.

Selten: ≥1/10'000, <1/1000.

Sehr selten: <1/10'000.

Als häufigste Nebenwirkungen (>20%) wurden Kopfschmerzen angegeben.

Infektionen und Infestationen

Häufig: genitale Candida-Infektion.

Gelegentlich: Zystitis.

Selten: Vulvovaginitis.

Neoplasmen, gutartig und bösartig (einschliesslich Zysten und Polypen)

Gelegentlich: Fibroadenom der Brust.

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber dem Arzneimittel einschliesslich allergische

Hautreaktionen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Gewichtszunahme

Gelegentlich: Appetitzunahme.

Selten: Hypertriglyzeridämie.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Stimmungsschwankungen, Nervosität, Reizbarkeit.

Gelegentlich: Abnahme der Libido.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Kopfschmerzen.

Häufig: Schwindel.

Gelegentlich: Migräne.

Augenerkrankungen

Häufig: Sehstörungen

Selten: Konjunktivitis.

Herz-/Gefässerkrankungen

Gelegentlich: Hypertonie.

Selten: Hypotonie, venöse thromboembolische Ereignisse (z.B. tiefe Venenthrombose,

Lungenembolie), arterielle thromboembolische Ereignisse (z.B. transitorische ischämische Attacke,

Schlaganfall, Myokardinfarkt).

Gastrointestinale Erkrankungen

Sehr häufig: Übelkeit.

Häufig: Erbrechen, Bauchschmerzen.

Gelegentlich: Durchfall, Blähungen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Akne.

Gelegentlich: Pigmentierungsstörung, Haarausfall, Ekzem, Juckreiz, Hyperhidrosis.

Selten: Urtikaria, Hirsutismus, Erythem, trockene Haut.

Muskelskelettsystem

Häufig: Gefühl von Schwere.

Gelegentlich: Muskelbeschwerden, Rückenschmerzen, Schmerzen in den Extremitäten.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brust

Sehr häufig: Metrorrhagie, Brustbeschwerden.

Häufig: Ovarialzyste, Dysmenorrhö, Fluor vaginalis.

Gelegentlich: Menorrhagie, Amenorrhö, Unterbauchschmerzen.

Selten: Prämenstruelles Syndrom, Galactorrhö, Brustvergrösserung.

Allgemeine Störungen

Häufig: Müdigkeit, Ödem.

Überdosierung

Es liegen keine Informationen über schwerwiegende toxische Wirkungen bei einer Überdosierung

vor. Es können die folgenden Symptome auftreten: Übelkeit, Erbrechen und insbesondere bei jungen

Mädchen eine leichte vaginale Blutung. Antidote gibt es nicht; die Behandlung erfolgt

symptomatisch. In seltenen Fällen kann eine Kontrolle des Elektrolyt- und Wasserhaushalts sowie

der Leberfunktion erforderlich sein.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03AA15

Pharmakodynamische Eigenschaften

Chlormadinonacetat besitzt antiandrogene Eigenschaften durch Verdrängung der Androgene von

ihrem Rezeptor.

Ethinylestradiol erhöht das SHBG (Sexualhormone bindendes Globulin) und vermindert somit die

Menge an freiem Testosteron im Blut. Das Gestagen Chlormadinonacetat wirkt diesem Effekt nicht

entgegen, da dem Chlormadinonacetat eine androgene Partialwirkung fehlt.

Wie bei allen kombinierten hormonalen Kontrazeptiva (CHC) beruht die kontrazeptive Wirkung von

Belarina auf verschiedenen Faktoren, als deren wichtigste die Ovulationshemmung und die

Veränderung des Cervixsekrets anzusehen sind. Darüber hinaus bietet das Endometrium infolge der

morphologischen und enzymatischen Veränderungen ungünstige Verhältnisse für die Nidation.

Ausserdem führen die durch das CHC induzierten hormonellen Veränderungen zu regelmässigeren

Zyklen und einer geringeren Blutungsstärke.

Die niedrigste tägliche Dosis Chlormadinonacetat zur vollen Ovulationshemmung beträgt 1,7 mg.

Die volle Transformationsdosis beträgt 25 mg pro Zyklus.

Klinische Wirksamkeit

In klinischen Studien, bei denen die Einnahme von Belarina bis zu 21 folgenden

Menstruationszyklen in 2011 Frauen und bei mehr als 23'000 Menstruationszyklen untersucht wurde,

kam es zu 7 Schwangerschaften. Bei 5 Frauen lagen im Empfängniszeitraum entweder

Einnahmefehler, Begleiterkrankungen, die Übelkeit oder Erbrechen verursachten, oder die

gleichzeitige Einnahme von Medikamenten vor, die dafür bekannt sind, dass sie die

empfängnisverhütende Wirkung hormoneller Kontrazeptiva vermindern.

Der Pearl Index über alle Studien betrug somit 0,392 (CI 95% 0,158–0,808). Der bereinigte Pearl

Index, d.h. bei korrekter Einnahme, lag bei 0,117 (CI 95% 0,014–0,418).

Pharmakokinetik

Absorbtion

Chlormadinonacetat (CMA) wird nach der oralen Einnahme rasch und nahezu vollständig resorbiert.

Die systemische Bioverfügbarkeit von CMA ist hoch, da es keinem First-Pass-Metabolismus

unterliegt. Die Konzentrationen im Plasma erreichen ihren Spitzenwert nach 1–2 Stunden.

Ethinylestradiol (EE) wird nach oraler Einnahme schnell und fast vollständig resorbiert; die

durchschnittlichen Spitzenplasmawerte werden nach 1,5 Stunden erreicht. Aufgrund der

präsystemischen Konjugation und des First-Pass-Metabolismus in der Leber beträgt die absolute

Bioverfügbarkeit nur ungefähr 40% und unterliegt beträchtlichen interindividuellen Schwankungen

(20–65%).

Distribution

Die Bindung von Chlormadinonacetat (CMA) an menschliche Plasmaproteine, hauptsächlich

Albumine, beträgt mehr als 95%. CMA hat keine Bindungsaffinität zu SHBG oder CBG. CMA wird

hauptsächlich im Fettgewebe gespeichert.

Ethinylestradiol (EE): Die in der Literatur angegebenen EE-Konzentrationen im Plasma variieren

deutlich. EE ist zu ca. 98% an Plasmaproteine, fast ausschliesslich an Albumin, gebunden.

Metabolismus

Chlormadinonacetat (CMA): Verschiedene Reduktions- und Oxidationsprozesse und Konjugation zu

Glukuroniden und Sulfaten resultieren in einer Vielzahl von Metaboliten. Die Hauptmetaboliten im

menschlichen Plasma sind 3α- und 3β-Hydroxy-CMA, deren biologische Halbwertzeiten sich nicht

wesentlich von nicht metabolisiertem CMA unterscheiden. Die 3-Hydroxy-Metaboliten weisen eine

ähnliche antiandrogene Aktivität wie CMA selbst auf. Im Harn treten die Metaboliten hauptsächlich

als Konjugate auf. Nach enzymatischer Spaltung ist der Hauptmetabolit 2α-Hydroxy-CMA neben 3-

Hydroxy-Metaboliten und Dihydroxy-Metaboliten.

Ethinylestradiol (EE) wird, wie natürliche Östrogene, über (durch Cytochrom P-450 katalysierte)

Hydroxylierung am aromatischen Ring biotransformiert. Der Hauptmetabolit ist 2-Hydroxy-EE, der

zu weiteren Metaboliten und Konjugaten verstoffwechselt wird. EE unterliegt einer präsystemischen

Konjugation sowohl in der Dünndarmschleimhaut als auch in der Leber. Im Harn werden

hauptsächlich Glukuronide und in der Galle und im Plasma hauptsächlich Sulfate vorgefunden.

Elimination

Chlormadinonacetat (CMA) wird aus dem Plasma mit einer durchschnittlichen Halbwertzeit von

ungefähr 34 Stunden (nach Einzeldosis) und ungefähr 36–39 Stunden (nach Mehrfachdosen)

ausgeschieden. Nach der oralen Einnahme werden CMA und seine Metaboliten sowohl über die

Nieren als auch über die Faeces in ungefähr gleichen Mengen ausgeschieden.

Ethinylestradiol (EE): Die durchschnittliche Plasmahalbwertzeit von EE beträgt ungefähr 12–14

Stunden. EE wird über die Nieren und die Faeces im Verhältnis 2:3 ausgeschieden. Das biliär

ausgeschiedene EE-Sulfat unterliegt nach Hydrolyse durch die Darmbakterien dem

enterohepatischen Kreislauf.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Daten zur Pharmakokinetik bei Frauen mit Leber- oder Niereninsuffizienz liegen nicht vor.

Präklinische Daten

Präklinische Untersuchungen mit kombinierten oralen Kontrazeptiva zur Toxizität nach wiederholter

Gabe, zur Genotoxizität und zum karzinogenen Potential ergaben keine eindeutigen Hinweise auf

besondere Risiken für den Menschen, wenn auch in epidemiologischen Studien ein erhöhtes Risiko

für Leberkarzinome nachgewiesen werden konnte. Bei Versuchstieren zeigte Ethinylestradiol bereits

in relativ geringer Dosierung einen embryoletalen Effekt; Missbildungen des Urogenitaltrakts und

Feminisierung männlicher Feten wurden beobachtet.

Chlormadinonacetat zeigte in Kaninchen, Ratte und Maus embryoletale Effekte. Zudem wurde

Teratogenität bei embryotoxischen Dosen in Kaninchen und bereits bei der niedrigsten getesteten

Dosis (1 mg/kg/Tag) in Mäusen beobachtet. Die Bedeutung dieser Befunde für die Anwendung am

Menschen ist unklar.

Präklinische Daten aus konventionellen Studien zur chronischen Toxizität, Genotoxizität und zum

karzinogenen Potential zeigten keine speziellen Risiken für den Menschen ausser denen, die bereits

in anderen Kapiteln der Fachinformation beschrieben sind.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Unter Anwendung von CHC können die Ergebnisse bestimmter Labortests verändert werden,

einschliesslich derer zur Bestimmung der Leber-, Nebennierenrinden- und Schilddrüsenfunktion, der

Plasmaspiegel von Trägerproteinen (z.B. SHBG, Lipoproteine), der Parameter des

Kohlenhydratstoffwechsels, der Gerinnung und der Fibrinolyse, der Blutsenkungsgeschwindigkeit

(Erhöhung), der Serumkupfer- und -eisenwerte und der alkalischen Leukozytenphosphatase.

Art und Ausmass sind zum Teil abhängig von der Art und Dosis der angewendeten Hormone.

Das Laborpersonal sollte daher über die Anwendung oraler Kontrazeptiva informiert werden, wenn

Laboruntersuchungen durchgeführt werden sollen.

Haltbarkeit/Besondere Lagerungshinweise

Das Präparat darf nicht länger als bis zu dem auf der Packung mit «EXP» (= Verfall) angegebenen

Datum verwendet werden. Nicht über 30 °C lagern. Lichtgeschützt in der Originalpackung und

ausser Reichweite von Kinderhand aufbewahren.

Zulassungsnummer

58766 (Swissmedic).

Packungen

Belarina Filmtabl 1× 28. (B)

Belarina Filmtabl 3× 28. (B)

Belarina Filmtabl 6× 28. (B)

Zulassungsinhaberin

Gedeon Richter (Schweiz) AG, 6330 Cham.

Stand der Information

September 2015.

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