Avonex Lyophilisat

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

05-02-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

05-02-2018

Wirkstoff:
interferonum beta-1a Rekombinantes
Verfügbar ab:
Biogen Switzerland AG
ATC-Code:
L03AB07
INN (Internationale Bezeichnung):
interferonum beta-1a Rdna
Darreichungsform:
Lyophilisat
Zusammensetzung:
Vorbereitung cryodesiccata: interferonum beta-1a ADNr 33 µg, albuminum Menschen, dinatrii phosphas monohydricus, natrii dihydrogenophosphas, natrii chloridum, für Glas. Loslassen: Wasser iniectabilia 1,1 ml. Lösung reconstituta: Endwerte. interferonum beta-1a ADNr 30 µg/ml.
Therapiegruppe:
Biotechnologika
Therapiebereich:
Multiple Sklerose
Zulassungsnummer:
54094
Berechtigungsdatum:
1997-03-07

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

06-02-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

06-02-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

05-02-2018

Patienteninformation

Avonex® Lyophilisat

Biogen Switzerland AG

Was ist Avonex und wann wird es angewendet?

Avonex enthält als Wirkstoff rekombinantes Interferon beta-1a, das gentechnologisch in tierischen

Zellen hergestellt wird. Interferon beta-1a gehört zu einer Gruppe von Substanzen, die bei der

Regelung des Immunsystems des Körpers helfen. Avonex dient zur Verbesserung der Verlaufsform

schubförmiger (d.h. wiederkehrender) Multipler Sklerose (MS). Es hat sich gezeigt, dass das

Arzneimittel das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt und die Häufigkeit der Krankheitsschübe

verringern kann.

Avonex darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin verwendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Jede Durchstechflasche enthält nur eine Einzeldosis Avonex. Der restliche Inhalt der

Durchstechflasche ist zu verwerfen.

Wenn Sie den Hausarzt resp. die Hausärztin oder das Krankenhaus zu einer Behandlung aufsuchen

oder zur Blutuntersuchung in die Klinik kommen, erwähnen Sie bitte, dass Sie mit Avonex behandelt

werden.

Avonex sollte nicht angewendet werden bei Kindern unter 12 Jahren.

Bei Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren liegen begrenzte Erfahrungen zur Anwendung vor.

Um unerwünschte Wirkungen an der Injektionsstelle zu vermeiden, sollte die Injektionsstelle jede

Woche gewechselt werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin unverzüglich, wenn Sie während der Behandlung an

Depressionen oder Suizidgedanken leiden.

Wann darf Avonex nicht angewendet werden?

Avonex darf nicht angewendet werden bei Patientinnen oder Patienten mit bekannter

Überempfindlichkeit gegenüber Interferon oder Albumin oder einem anderen Bestandteil des

Präparates.

Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie nicht mit der Anwendung von Avonex beginnen.

Wenn Sie unter schweren Depressionen leiden und/oder Suizidgedanken haben, darf Avonex auch

nicht angewendet werden.

Wann ist bei der Anwendung von Avonex Vorsicht geboten?

Falls Sie vor Behandlungsbeginn unter Depressionen leiden oder früher einmal darunter gelitten

haben, müssen Sie dies Ihrem Arzt resp. Ihrer Ärztin mitteilen. Informieren Sie Ihren Arzt resp. Ihre

Ärztin auch unverzüglich, wenn Sie während der Behandlung an Depressionen oder Suizidgedanken

zu leiden beginnen. Dies ist sehr wichtig, da Avonex möglicherweise an der Auslösung einer

Depression beteiligt sein kann.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin über bestehende oder neu auftretende epileptische

Anfallserkrankungen.

Setzen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin unverzüglich in Kenntnis, wenn bei Ihnen folgende Symptome

auftreten: Gelbsucht, diffuser Juckreiz, Übelkeit und Erbrechen sowie erhöhte Blutergussneigung.

Patientinnen oder Patienten mit schweren Nieren- oder Leberschäden bzw. Reduktion der

blutbildenden Funktion des Knochenmarks müssen während der Therapie mit Avonex sorgfältig

überwacht werden.

Patientinnen resp. Patienten, die eine Herzerkrankung haben, müssen zu Beginn der Therapie mit

Avonex auf eine Verschlechterung dieses Leidens achten.

Während der Behandlung mit Avonex können Nierenprobleme, die Ihre Nierenfunktion

einschränken können, einschliesslich Narbenbildung (Glomerulosklerose) auftreten. Ihr Arzt bzw.

Ärztin kann Tests durchführen, um Ihre Nierenfunktion zu überprüfen.

Während der Behandlung können Blutgerinnsel in den kleinen Blutgefässen auftreten. Diese

Blutgerinnsel können Auswirkungen auf Ihre Nieren haben. Dies kann mehrere Wochen bis mehrere

Jahre nach Beginn der Behandlung mit Avonex auftreten.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Ihren Blutdruck, Ihr Blut (Anzahl der Blutplättchen) und Ihre

Nierenfunktion überwachen.

Die Anwendung von Avonex kann bei Schwangeren einen Abort (Fehlgeburt) auslösen.

Ihre Fahrtüchtigkeit und Ihre Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen kann durch die Auswirkungen

der Krankheit selbst oder gewisse seltener durch die Interferon-beta-Behandlung hervorgerufene

Nebenwirkungen beeinträchtigt werden.

Sie sollten Ihrem Arzt resp. Ihrer Ärztin mitteilen, ob Sie zur Zeit irgendwelche anderen Arzneimittel

einnehmen oder in letzter Zeit eingenommen haben.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden!

Darf Avonex während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

·Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie nicht mit der Anwendung von Avonex beginnen;

·wenn Sie schwanger werden könnten, müssen Sie während der Anwendung von Avonex

Verhütungsmassnahmen ergreifen;

·wenn Sie Nachwuchs planen oder wenn Sie schwanger werden, während Sie Avonex anwenden,

müssen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin informieren. Sie können mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin

besprechen, ob Sie die Behandlung fortsetzen sollten;

·wenn Sie stillen möchten, sprechen Sie zunächst mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Wie verwenden Sie Avonex?

Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre: Normalerweise wird 1 ml zubereitete Lösung (30

Mikrogramm, 6 Mio I.E.) einmal pro Woche in den Muskel gespritzt.

Dieses Arzneimittel sollte wenn immer möglich jede Woche am selben Wochentag und zur selben

Zeit verabreicht werden.

Die Injektionsstelle sollte jede Woche gewechselt werden. Injizieren Sie nicht an einer entzündeten,

schmerzenden oder verletzten Hautstelle.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann die Dosis von Avonex zu Beginn der Behandlung allmählich erhöhen,

damit Sie sich an die Wirkungen von Avonex gewöhnen können, bevor Sie die volle Dosis

anwenden.

Avonex sollte allein, d.h. nicht zusammen mit anderen Injektionsflüssigkeiten verabreicht werden.

Wenn Sie eine Anwendung ausgelassen haben, holen Sie die Injektion so bald wie möglich nach. Mit

der nächsten Injektion von Avonex ist dann wieder eine Woche zu warten. Für die weiteren

wöchentlichen Injektionen gilt dann der «neue» Wochentag. Wenn Sie einen bevorzugten Tag für die

Anwendung von Avonex haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über die Handhabung

der Dosis, um zu Ihrem bevorzugten Tag zurückzukehren.

Eine Überdosierung soll vermieden werden. Applizieren Sie daher nicht die doppelte Dosis, wenn

Sie die vorherige Injektion vergessen haben.

Kinder: Avonex sollte bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewendet werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Anleitung zur Injektion

Die Injektion wird entweder von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin oder von Pflegepersonal oder auch von

Ihnen selbst durchgeführt, nachdem Ihnen sorgfältig die Injektionstechnik gezeigt wurde und Sie

hinreichend geübt haben. Nehmen Sie unbedingt solange Hilfe in Anspruch, bis Sie absolut sicher in

der Herstellung der Injektionslösung sind und die Handhabung der einzelnen Schritte für die

Injektion beherrschen.

Packungsinhalt

Jede Einzelpackung enthält eine Durchstechflasche mit Avonex-Lyophilisat (weisses, gepresstes

Pulver), eine mit sterilem Wasser (Aqua ad iniectabilia) gefüllte Fertigspritze und eine blaue Nadel

zur Injektion. Je nach Körpergewicht können Sie in Absprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin oder

dem Pflegepersonal eine kürzere und dünnere Injektionsnadel verwenden. Besprechen Sie bitte mit

Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin oder mit dem Pflegepersonal, ob diese für Sie geeignet ist.

Injektionsstelle

·Avonex ist zur intramuskulären Injektion vorgesehen. Geeignete Körperstellen zur Injektion der

Avonex-Lösung sind:

·Oberschenkel (vorne und seitlich, jedoch nicht im Bereich des Knies oder der Leistengegend),

·Oberarm.

Eine Injektion in das Gesäss wird nicht empfohlen.

·Spritzen Sie die Avonex-Injektionslösung jedes Mal an einer anderen Stelle. Dies führt zu

geringeren Reizungen der Haut und des Muskels.

·Verwenden Sie keine gequetschte, schmerzhafte, entzündete oder verletzte Hautstelle.

Die Anleitung zur Injektion ist in 3 wesentliche Schritte gegliedert:

I.Vorbereitung zur Injektion.

II.Zubereitung der erforderlichen Menge Avonex-Injektionslösung (1,0 ml).

III.Injektion der Avonex-Lösung in den Muskel (intramuskulär).

I. Vorbereitung zur Injektion

1.Waschen Sie die Hände sorgfältig mit Wasser und Seife.

2.Legen Sie Nadel, Alkoholtupfer, Pflaster, Fertigspritze mit sterilem Wasser (Aqua ad iniectabilia)

und Durchstechflasche mit Avonex-Lyophilisat auf eine saubere Oberfläche (bitte die Angaben im

Kapitel «Was ist ferner zu beachten?» lesen).

II. Zubereitung der erforderlichen Menge Avonex-Injektionslösung (1,0 ml)

Entfernen der Kappe der Durchstechflasche

Halten Sie das BIO-SET an der Basis und entfernen Sie die Kappe mit einer Dreh- und

Ziehbewegung ohne dabei das Ansatzstück zu berühren.

Legen Sie das BIO-SET auf eine flache Oberfläche.

Entfernen der Schutzkappe der Spritze

Halten Sie die vorgefüllte Spritze an der Basis fest und knicken Sie die Schutzkappe ab.

Vermeiden Sie es den Spritzenansatz zu berühren oder auf den Spritzenkolben zu drücken.

Zusammenfügen der Durchstechflasche und der Spritze

Halten Sie die Spritze an der Basis und setzen diese gerade auf das Ansatzstück des BIO-SET und

drehen es vorsichtig im Uhrzeigersinn fest.

Die Spritze senkrecht nach unten drücken bis zum «Klick».

Belassen Sie das BIO-SET auf der flachen Oberfläche und halten Sie die Spritze an der Basis.

Drücken Sie die Spritze bis zu einem hörbaren «Klick» senkrecht nach unten in das BIO-SET.

Wichtig: Die Spritze darf nicht schräg in die Vorrichtung gedrückt werden, da der Inhalt der Spritze

sonst daneben laufen kann.

Nicht mit der Aufbereitung fortfahren, solange Sie den «Klick» nicht gehört haben.

Mischen

Injizieren Sie nach und nach das Lösungsmittel (den gesamten Inhalt der Spritze) in die

Durchstechflasche, indem Sie langsam den Spritzenkolben nach unten drücken.

Achtung: Durch zu schnelles Injizieren kann es zu Schaumbildung kommen. Dadurch wird das

Aufziehen der fertigen Injektionslösung zurück in die Spritze erschwert.

Auflösen

Lassen Sie die Spritze am BIO-SET befestigt und schwenken Sie die Durchstechflasche behutsam

bis das gesamte Lyophilisat gelöst ist. Schütteln Sie die Ampulle nicht, da sich sonst Schaum bildet.

Vergewissern Sie sich, dass das gesamte Avonex-Lyophilisat gelöst ist.

Verwerfen Sie die Durchstechflasche falls die Lösung trüb oder verfärbt ist, oder Partikel erkennbar

sind.

Ausgenommen davon ist eine leichte Gelbfärbung.

Bevor Sie beginnen, die Spritze mit der Injektionslösung aufzuziehen, nehmen Sie bitte die

Injektionsnadel aus der Packung und legen Sie die Nadel mit der Schutzkappe für die spätere

Anwendung zur Seite.

Durch den Überdruck in der Spritze kann es sein, dass der Spritzkolben sich wieder nach oben

bewegt. Drücken Sie daher vor dem nächsten Schritt den Spritzkolben bis zum Anschlag durch, um

die gesamte Luft aus der Spritze zu entfernen.

Füllen der Spritze

Stellen Sie die Spritze und Durchstechflasche auf den Kopf.

Ziehen Sie den Spritzenkolben langsam zurück, bis sich die gesamte Flüssigkeit in der Spritze

befindet.

Wichtig: Die Spritze darf nicht schräg in der Vorrichtung sein, da der Inhalt sonst daneben laufen

kann.

Klopfen Sie leicht gegen die Aussenwand der Spritze, damit eingeschlossene Luftblasen sich an der

Oberfläche der in der Spritze aufgezogenen Injektionslösung sammeln. Entfernen Sie die Luftblasen

aus der Spritze, in dem Sie den Spritzenkolben vorsichtig in Richtung Durchstechflasche drücken.

Trennen der Spritze von der Durchstechflasche

Halten Sie die gefüllte Spritze an der Basis fest und drehen Sie diese gegen den Uhrzeigersinn, um

die Spritze vom BIO-SET zu entfernen. Berühren Sie dabei nicht den Spritzenansatz.

III. Injektion der Avonex-Lösung in den Muskel (intramuskulär)

Festschrauben der Injektionsnadel

Entnehmen Sie die Injektionsnadel aus der Packung ohne dabei die Schutzkappe zu entfernen.

Drehen Sie jetzt die Injektionsnadel im Uhrzeigersinn fest auf die Spritze.

Reinigen und Straffen der Injektionsstelle

Reinigen Sie die Haut an einer der empfohlenen Stellen (Oberschenkel, Oberarm) mit einem

Alkoholtupfer und lassen Sie diese kurz trocknen.

Entfernen Sie jetzt die Schutzkappe ohne diese dabei zu drehen. Wenn Sie die Schutzkappe beim

Entfernen abdrehen, entfernen Sie möglicherweise auch die Injektionsnadel.

Straffen Sie die Haut um die Injektionsstelle mit einer Hand. Entspannen Sie dabei den Muskel.

Injektion

Führen Sie die Injektionsnadel mit einer raschen Bewegung senkrecht im 90° Winkel durch die Haut

in den Muskel ein. Die Injektionsnadel sollte vollständig eindringen. Injizieren Sie langsam bis die

Spritze leer ist.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann die Dosis von Avonex zu Beginn der Behandlung allmählich erhöhen.

Nicht verwendetes Avonex muss dabei entsorgt werden und darf nicht wieder verwendet werden.

Entfernen der Injektionsnadel

Ziehen Sie die Injektionsnadel gerade heraus, während Sie die Haut gestrafft halten bzw. die Haut

um die Injektionsstelle zusammendrücken. Drücken Sie einen Alkoholtupfer auf die Injektionsstelle

und verwenden Sie, falls nötig, ein Pflaster.

Ordnungsgemässe Entsorgung des Abfalls

Versehen Sie die Nadel wieder mit der Plastikhülle. Nadeln, Spritzen und Flaschen geben Sie zur

Entsorgung in einen Sonderbehälter für scharfkantige Objekte. Papierreste und benutzte Tupfer

können zum normalen Abfall gegeben werden.

Hinweis: Gebrauchte Spritzen, Nadeln und restliche Lösung sollen nicht aufgehoben oder

wiederverwendet werden.

Welche Nebenwirkungen kann Avonex haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Avonex auftreten:

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber,

Schüttelfrost, Schwitzen, Muskel- und Gliederschmerzen, Schwächegefühl, und Müdigkeit und

Erschöpfung. Diese Symptome treten vorwiegend zu Beginn der Behandlung auf. Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin kann die Dosis von Avonex während den ersten Behandlungswochen allmählich erhöhen.

Dies kann helfen, grippeähnliche Symptome zu begrenzen.

Zur Linderung dieser Symptome rät Ihnen Ihr Arzt resp. Ihre Ärztin möglicherweise, unmittelbar vor

der Injektion von Avonex sowie nach der Injektion während 24 Stunden ein fiebersenkendes

Arzneimittel einzunehmen. Fragen sie jedoch vor der Einnahme jedwelcher Präparate in

Kombination mit Avonex stets Ihren Arzt oder Ihre Ärztin um Rat. Falls der Arzt oder die Ärztin

eine Einnahme von einem fiebersenkenden Arzneimittel empfiehlt, befolgen Sie genau die

angegebene Dosierung. Ändern Sie nicht von sich aus die Dosierung und nehmen Sie es solange ein,

bis Sie vom Arzt oder der Ärztin andere Anweisungen erhalten.

Weitere beobachtete Nebenwirkungen sind: Reaktionen bzw. Entzündungen an der Injektionsstelle,

Blutungen an der Applikationsstelle, Gefässerweiterungen, Herzklopfen, Durchfall, Nervosität,

Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme, Hitzewallungen, Übelkeit, Erbrechen,

Unwohlsein, Gelenkschmerzen, Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit, Schwindel,

Angstzustände, Haarausfall, Hautausschlag evtl. mit Juckreiz und Schwellung der Haut,

Wasseransammlung in den Gliedern, Unregelmässigkeiten und/oder Veränderungen im

Menstruationsblutungszyklus, Hepatitis, Leberversagen, Prellungen, Taubheitsgefühl, Zittern und

Verschlechterung einer vorbestehenden Psoriasis.

Seltenere Nebenwirkungen sind Schmerzen im Brustkorb, Herzrasen und Atemnot.

Schwere allergische Reaktionen sind ebenfalls selten. Sollte eine schwere allergische Reaktion

dennoch auftreten, kontaktieren Sie bitte sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Krämpfe und Arrhythmien (unregelmässige Pulsfolge) können in seltenen Fällen während der

Behandlung mit Avonex auftreten.

Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nach der Injektion neurologische Symptome wie

vorübergehende Muskelschwäche, eine erhöhte Muskelspannung und/oder Krämpfe erleiden können.

Diese Symptome treten selten, gewöhnlich zu Beginn der Therapie auf und sind in einigen Fällen mit

grippeähnlichen Symptomen verbunden.

Ein Ohnmachtsanfall kann nach einer Avonex-Injektion auftreten; normalerweise ist dies ein

einzelner Vorfall, der zu Beginn der Therapie vorkommen kann und bei weiteren Injektionen nicht

wieder auftritt.

Fälle von Depressionen traten unter der Behandlung mit Avonex, wie auch bei anderen

Interferonpräparaten auf; bei Patientinnen resp. Patienten, die unter Depressionen leiden, ist Avonex

daher mit Vorsicht anzuwenden (bitte die Angaben im Kapitel «Wann ist bei der Anwendung von

Avonex Vorsicht geboten?» beachten). Falls Sie solche Gefühle verspüren, wenden Sie sich sofort an

Ihren Arzt/Ihre Ärztin.

Die Anwendung von Interferonen ist mit bestimmten Autoimmunerkrankungen, auf das

Nervensystem bezogenen Nebenwirkungen und Erkrankungen des Herzens in Verbindung gebracht

worden. Seltene Fälle von Herzversagen, Kardiomyopathie (Erkrankung des Herzmuskels),

Gelenkentzündung, Schilddrüsenerkrankungen (Über- und Unterfunktionen), Verwirrung,

emotionaler Instabilität und ungeordneten Gedankenprozessen, sowie Migräne sind im

Zusammenhang mit Avonex berichtet worden.

Selten können Nierenprobleme, einschliesslich Narbenbildung, die Ihre Nierenfunktion

beeinträchtigen können, auftreten. Bitte informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls bei Ihnen

eines oder mehrere dieser Symptome auftreten, da dies Anzeichen eines möglichen Nierenproblems

sein können:

·schaumiger Urin

·Müdigkeit

·Schwellung, insbesondere an den Knöcheln und Augenlidern sowie Gewichtszunahme

Es können Blutgerinnsel in den kleinen Blutgefässen, die Auswirkungen auf Ihre Nieren haben

können auftreten. Entsprechende Krankheitszeichen können vermehrte Blutergüsse, Blutungen,

Fieber, extremes Schwächegefühl, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl oder Benommenheit sein. Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin wird dann möglicherweise Veränderungen in Ihrem Blut und Ihrer

Nierenfunktion feststellen.

Teilen Sie dem Arzt resp. der Ärztin oder dem Pflegepersonal sofort mit, falls während der

Behandlung mit Avonex eine der oben genannten Nebenwirkungen auftritt.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie ebenfalls Ihren

Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin resp. das Pflegepersonal informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Aufbewahrung

Ungeöffnete Avonex-Durchstechflaschen bei maximal 25 °C lagern; nicht einfrieren. Falls Sie

Avonex im Kühlschrank aufbewahren, nehmen Sie es ca. 30 Minuten vor der Injektion heraus, damit

es sich auf Raumtemperatur (15–25 °C) erwärmen kann. Hierdurch ist die Injektion weniger

unangenehm. Das Präparat sollte sofort nach der Zubereitung verwendet werden, darf aber vor der

Injektion während maximal 6 Stunden bei 2–8 °C aufbewahrt werden.

Avonex darf nicht mehr verwendet werden:

·Nach Ablauf des Verfalldatums.

·Wenn die Dichtung der BIO-SET Kappe beschädigt ist.

·Wenn die fertig zubereitete Lösung verfärbt ist oder Partikel enthält.

·Wenn Sie vermuten, dass die Injektionslösung möglicherweise versehentlich eingefroren wurde.

Avonex nach Zugabe des sterilen Wassers nicht schütteln.

Bewahren Sie das Arzneimittel ausserhalb der Reichweite von Kindern auf.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Avonex enthalten?

Eine Durchstechflasche mit Avonex-Lyophilisat enthält als Wirkstoff 33 Mikrogramm (6,6 Mio I.E.)

Interferon beta-1a.

Weitere Bestandteile sind Humanalbumin, Natriumchlorid, zwei- und einwertiges Natriumphosphat.

Zulassungsnummer

54094 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Avonex? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Folgende Packung Avonex ist erhältlich:

Avonex gibt es als Packung mit vier Einzeldosispackungen. Eine Einzeldosispackung besteht aus

gefriergetrocknetem Avonex-Lyophilisat in einer Durchstechflasche, einer Fertigspritze mit 1,1 ml

sterilem Wasser (Aqua ad iniectabilia) und einer blauen Nadel zur intramuskulären Injektion.

Zulassungsinhaberin

Biogen Switzerland AG, 6300 Zug.

Diese Packungsbeilage wurde im Dezember 2014 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Avonex®/- Pen™

Biogen Switzerland AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Interferonum beta-1a ADNr.

Rekombinantes Interferon beta-1a ist ein gentechnologisch hergestelltes, in Säugetierzellen (CHO =

Chinese Hamster Ovary) produziertes Glykoprotein.

Lyophilisat

Hilfsstoffe: Natrii chloridum, Natrii dihydrogenophosphas, Dinatrii phosphas, Albuminum

humanum.

Lösungsmittel: Fertigspritze mit 1,1 ml Aqua ad iniectabilia.

Avonex Lyophilisat enthält als Hilfsstoff Albumin, das aus gepooltem, humanem Plasma hergestellt

wird. Die Plasmaspenden stammen ausschliesslich aus behördlich zugelassenen Blutspendezentren

und von bezahlten freiwilligen Spendern. Alle zur Herstellung des Albumins verwendeten

Plasmaspenden sind HBs-Antigen, Anti-HCV und Anti-HIV negativ und weisen keine pathologisch

erhöhten GPT-Werte auf. Das Herstellungsverfahren enthält mehrere Schritte, deren

virusinaktivierende Wirkung allgemein anerkannt wird.

Injektionslösung (Fertigspritze und Fertigpen)

Hilfsstoffe: Natrii acetas, Acidum aceticum glaciale, Arginini hydrochloridum, Polysorbatum 20,

Aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem pro 0,5 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Lyophilisat

Lyophilisat zur i.m. Injektion, das vor der Verabreichung in sterilem Wasser für Injektionszwecke

aufgelöst wird. Eine Wirkstoffampulle Lyophilisat enthält 33 µg (6,6 Mio. IU) Interferonum beta-1a

ADNr bei einer kalkulierten Überfüllung von 10%. Nach Rekonstitution enthält 1 ml Lösung

(entspricht 1 Dosis) 30 µg (6 Mio. IU) Interferonum beta-1a ADNr.

Injektionslösung (Fertigspritze)

Eine Fertigspritze mit Injektionslösung enthält 30 µg/0,5 ml (6 Mio. IU) Interferonum beta-1a ADNr.

Injektionslösung (Fertigpen)

Ein Fertigpen für den einmaligen Gebrauch enthält 30 µg/0,5 ml (6 Mio. IU) Interferonum beta-1a

ADNr.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Avonex ist zur Behandlung der schubweise verlaufenden Multiplen Sklerose indiziert, um das

Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Häufigkeit klinischer Schübe zu verringern.

Bei Patienten mit einem einzelnen demyelinisierenden Ereignis und einem auffälligen MRT reduziert

Avonex das Schubrisiko.

Die Anwendung von Avonex bei Patienten mit progressiver Multipler Sklerose wurde bisher nicht

untersucht.

Nicht alle Patienten sprechen auf die Behandlung mit Avonex an. Es gibt allerdings keine klinischen

Kriterien zur Vorherbestimmung der Ansprechbarkeit eines Patienten auf die Therapie.

Dosierung/Anwendung

Die Behandlung ist unter Aufsicht eines in der Behandlung dieser Erkrankung erfahrenen Arztes zu

beginnen.

Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird

empfohlen, Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.

Erwachsene: Zur Behandlung schubförmiger Verlaufsformen der multiplen Sklerose wird die

intramuskuläre Injektion von 30 µg (1 ml der rekonstituierten Lösung bzw. Inhalt einer Fertigspritze

oder eines Fertigpens) Avonex einmal wöchentlich empfohlen.

Bei Verabreichung von höheren Dosen an Patienten mit schubweise verlaufender Multipler Sklerose

konnte kein zusätzlicher Nutzen festgestellt werden.

Bei der Verwendung von Avonex Lyophilisat und Injektionslösung in einer Fertigspritze besteht die

Möglichkeit, die Behandlung einschleichend zu beginnen, um die Verträglichkeit der Behandlung in

der Anfangsphase zu verbessern.

Die Titration wird durch eine schrittweise wöchentliche Erhöhung der Dosis um ein Viertel

durchgeführt, entsprechend wird die volle Dosis (30 µg/Woche) in der vierten Woche erreicht.

Dadurch konnte eine Reduktion des Schweregrads und der Inzidenz von grippeähnlichen

Symptomen gezeigt werden (siehe «Unerwünschte Wirkungen» und «Eigenschaften/Wirkungen»).

Ein alternatives Titrationsschema kann durch einschleichende Therapie mit ungefähr der halben

Dosis von Avonex einmal wöchentlich erzielt werden. Zum Erhalt der vollen Wirksamkeit soll

jedoch nach der anfänglichen Titrationsphase die volle Dosis von 30 Mikrogramm einmal

wöchentlich verabreicht werden.

Für die schrittweise Erhöhung mit Vierteldosen kann das für die Anwendung mit der Fertigspritze

entwickelte Avostartclip Titrationskit verwendet werden. Jeder Avostartclip sollte nur einmal

verwendet und dann zusammen mit allfällig in der Spritze verbleibendem Avonex entsorgt werden.

Nach der Titrationsphase können die Patienten auch den Avonex Pen verwenden.

Unmittelbar vor der Injektion und während 24 Stunden nach der Injektion kann ein antipyretisch

wirksames Analgetikum verabreicht werden, um grippeähnliche Symptome, die bei der Gabe von

Avonex auftreten können, zu lindern.

Kinder und Jugendliche: Es wurden keine klinischen oder pharmakokinetischen Studien bei Kindern

und Jugendlichen durchgeführt. Limitierte publizierte Daten deuten jedoch darauf hin, dass das

Sicherheitsprofil bei Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren gleich ist wie jenes, welches bei

Erwachsenen beobachtet wurde.

Es gibt keine Informationen über die Verwendung von Avonex bei Kindern unter 12 Jahren, weshalb

eine Anwendung in dieser Altersgruppe nicht empfohlen wird.

Die Injektionsstelle für die intramuskuläre Injektion sollte wöchentlich variiert werden. Empfohlene

Injektionsstellen für die Injektionslösung bzw. Fertigspritze sind Oberschenkel (vorne oder seitlich)

und Oberarm. Beim Avonex Pen ist die empfohlene Injektionsstelle der obere, äussere

Oberschenkelmuskel.

Die Verabreichung von Avonex kann nach sorgfältiger Instruktion durch den Patienten selbst

erfolgen. Bei der Verabreichung von Avonex sind die Anweisungen der entsprechenden

Packungsbeilage zu befolgen.

Bei einer Injektion mittels Avonex Lyophilisat oder Avonex Injektionslösung in einer Fertigspritze

kann anstelle der mitgelieferten 30 mm/23-G-Nadel eine 25 mm/25-G-Nadel zur Verabreichung der

intramuskulären Injektion verwendet werden, wenn diese für den Patienten geeignet ist.

Beim Avonex Pen ist die mitgelieferte Injektionsnadel zu verwenden.

Kontraindikationen

Avonex ist kontraindiziert bei:

Behandlungsbeginn während der Schwangerschaft (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber natürlichem oder rekombinantem Interferon

beta, Humanalbumin (Bestandteil des Lyophilisats) oder anderen Inhaltsstoffen des Präparates (siehe

«Zusammensetzung»).

Patienten, die an schweren Depressionen erkrankt sind und/oder Suizidgedanken haben (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Patienten sind über die häufigsten Nebenwirkungen aufzuklären, die bei der Gabe von Interferon

auftreten, z.B. Symptome des grippeähnlichen Syndroms (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Diese

Symptome treten vorwiegend zu Beginn der Behandlung auf und nehmen mit fortgesetzter

Behandlung an Häufigkeit und Schwere ab.

Avonex ist mit Vorsicht bei Patienten mit früheren oder aktuellen depressiven Erkrankungen

anzuwenden, insbesondere bei solchen, die in der Vorgeschichte schon einmal Selbstmordgedanken

hatten (siehe «Kontraindikationen»). Depressionen und Suizidgedanken treten bekanntermassen

besonders häufig bei Multiple Sklerose-Patienten und in Zusammenhang mit der Verabreichung von

Interferonen auf. Mit Avonex behandelte Patienten sind daher dazu anzuhalten, jegliche Anzeichen

einer Depression und/oder Suizidgedanken unverzüglich ihrem behandelnden Arzt mitzuteilen.

Patienten, die Anzeichen von Depressionen zeigen, müssen unter der Therapie mit Avonex

engmaschig überwacht und entsprechend behandelt werden. In diesen Fällen ist ein Abbruch der

Therapie mit Avonex in Erwägung zu ziehen (siehe «Kontraindikationen» und «Unerwünschte

Wirkungen»).

Avonex ist mit Vorsicht bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Krampfanfällen und bei mit

Antiepileptika behandelten Patienten anzuwenden, insbesondere wenn deren Epilepsie mit

Antiepileptika nicht hinreichend beherrscht wird (siehe «Interaktionen» und «Unerwünschte

Wirkungen»).

Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit schwerer Nieren- oder Leberinsuffizienz bzw. mit schwerer

Myelosuppression geboten.

Thrombotische Mikroangiopathie (TMA): Bei der Behandlung mit Interferon beta-Arzneimitteln

wurden Fälle von thrombotischer Mikroangiopathie, manifestiert als thrombotisch-

thrombozytopenische Purpura (TTP) oder hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS), einschliesslich

Fälle mit Todesfolge, berichtet. Die Ereignisse wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten während

der Behandlung gemeldet und können mehrere Wochen bis mehrere Jahre nach Beginn der

Behandlung mit Interferon beta auftreten. Zu den frühen klinischen Zeichen gehören eine

Thrombozytopenie, Neuauftreten einer Hypertonie, Fieber, ZNS-Symptome (z.B. Verwirrtheit und

Parese) und eine eingeschränkte Nierenfunktion. Zu den Laborbefunden, die auf TMA hinweisen

können, gehören verminderte Thrombozytenzahlen, erhöhte Serum-Laktatdehydrogenase (LDH)-

Spiegel aufgrund von Hämolyse sowie Schistozyten (fragmentierte Erythrozyten) im Blutausstrich.

Daher werden beim Beobachten klinischer Zeichen einer TMA weitere Untersuchungen des

Thrombozytenspiegels, der Serum-LDH, des Blutausstriches und der Nierenfunktion empfohlen. Bei

Diagnose einer TMA ist eine umgehende Behandlung (ggf. mit Plasmaaustausch) erforderlich und

ein sofortiges Absetzen von Avonex wird empfohlen.

Nephrotisches Syndrom: Während der Behandlung mit Interferon beta-Präparaten wurden Fälle von

nephrotischem Syndrom mit unterschiedlichen zugrunde liegenden Nephropathien berichtet, darunter

kollabierende fokal-segmentale Glomerulosklerose (FSGS), Minimal-changes-Glomerulopathie

(MCGP), membranoproliferative Glomerulonephritis (MPGN) und membranöse Glomerulopathie

(MGP). Die Ereignisse wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten während der Behandlung gemeldet

und können nach mehreren Jahren der Behandlung mit Interferon beta auftreten. Ein regelmässiges

Monitoring auf frühe Anzeichen oder Symptome, wie z.B. Ödeme, Proteinurie und eingeschränkte

Nierenfunktion, vor allem bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für Nierenerkrankungen, wird

empfohlen. Eine sofortige Behandlung des nephrotischen Syndroms ist erforderlich und ein Absetzen

der Behandlung mit Avonex sollte erwogen werden.

In Anwendungsbeobachtungen nach der Marktzulassung von Interferon beta wurde von

Leberschädigungen einschliesslich erhöhter Leberenzymspiegel im Serum, Hepatitis, Autoimmun-

Hepatitis und Leberversagen berichtet. Bei einigen Patienten kam es in Folge einer wiederholten

Gabe von Avonex zu einem erneuten übermässigen Anstieg der Leberenzymspiegel im Serum. In

einigen Fällen erfolgte dies bei begleitender Behandlung mit anderen Arzneimitteln, für die eine

leberschädigende Wirkung bekannt ist. Der mögliche verstärkende Einfluss der Gabe mehrerer

Arzneimittel oder weiterer lebertoxischer Substanzen (z.B. Alkohol) wurde bisher nicht untersucht.

Die Patienten sollten auf Anzeichen einer Leberschädigung hin regelmässig überwacht werden.

Ausserdem ist Vorsicht geboten, wenn Interferone zusammen mit anderen, als lebertoxisch

eingestuften Arzneimitteln verabreicht werden.

Patienten mit Herzerkrankungen wie Angina pectoris, dekompensierter Herzinsuffizienz oder

Arrhythmie sind während der Behandlung mit Avonex sorgfältig auf eine mögliche

Verschlechterung ihres klinischen Zustands hin zu überwachen. Die Symptome des grippeähnlichen

Syndroms, die während der Behandlung auftreten können, können eine zusätzliche Belastung für

Patienten mit schweren zugrundeliegenden Herzerkrankungen darstellen.

Bei der Gabe von Interferon können bestimmte, wenngleich in der Regel nicht

behandlungsbedürftige Veränderungen der Laborwerte auftreten. Es kann zur Verminderung der

Zahl von Lymphozyten, Leukozyten, Thrombozyten und Neutrophilen im peripheren Blut sowie zur

Verringerung des Hämatokrits kommen. Bei einer Interferonbehandlung wird allgemein ein

vorübergehender Anstieg des Kreatinins, des Harnstoff-Stickstoffs, des Kaliums, und der Serum-

Alanintransaminase sowie der Aspartattransaminase beobachtet. Zusätzlich kann es zu einem

vorübergehenden leichten Abfall des Serumcalciums kommen.

Neben den Laborparametern, die normalerweise bei Patienten mit Multipler Sklerose erforderlich

sind, wird während der Behandlung mit Avonex zusätzlich eine Überwachung des Gesamt-Blutbilds

und des Leukozyten-Differenzialblutbilds, der Thrombozytenzahl und der übrigen Laborwerte

(einschliesslich Leberfunktionstests) empfohlen. Bei myelosupprimierten Patienten ist

möglicherweise eine häufigere Überprüfung des Gesamt-Blutbilds mit Differenzialblutbild und

Thrombozytenzählung erforderlich.

Patienten können unter Avonex Antikörper entwickeln. Diese Antikörper reduzieren die Aktivität

von Interferon beta-1a in vitro (neutralisierende Antikörper). Neutralisierende Antikörper sind mit

einer Reduktion des in vivo biologischen Effekts von Avonex assoziiert und können unter

Umständen mit einer Reduktion der klinischen Wirksamkeit zusammenhängen. Es wird geschätzt,

dass das Plateau für die Bildung von Antikörpern nach 12 Monaten Behandlung erreicht ist. Daten

von Patienten, welche bis zu 2 Jahren mit Avonex Lyophilisat resp. Avonex Injektionslösung

behandelt wurden, deuten darauf hin, dass ca. 8% resp. 4% dieser Patienten neutralisierende

Antikörper entwickeln.

Da verschiedene Testverfahren zur Bestimmung von Serumantikörpern gegen Interferone verwendet

werden, ist ein Vergleich der Antigenität unterschiedlicher Präparate nur begrenzt möglich.

Die Antikörperbestimmung erfolgt mittels eines Avonex-spezifischen Assay, der jedoch zurzeit

weder kommerziell erhältlich ist noch in der Schweiz durchgeführt werden kann. Weitere

Informationen zu diesem Test können bei der Vertriebsfirma bezogen werden.

Interaktionen

Es wurden keine Interaktions-Studien mit Avonex am Menschen durchgeführt.

Die Auswirkung einer einmal wöchentlichen Behandlung von MS-Patienten mit 30 µg Interferon

beta-1a ADNr auf den Metabolismus anderer Medikamente ist nicht bekannt. Allerdings wurde die

gleichzeitige Behandlung dieser Patienten mit Avonex und Kortikosteroide oder

Adrenokortikotropen Hormon (ACTH) während einem Schub gut vertragen.

Aufgrund fehlender klinischer Erfahrung wird die Gabe anderer Immunmodulatoren als

Kortikosteroide oder ACTH bei MS-Patienten, die unter Avonex-Behandlung stehen, nicht

empfohlen.

Interferone verringern die Aktivität der Cytochrom-P450-abhängigen Enzyme bei Mensch und Tier.

Präklinische Studien mit Rhesusaffen zeigten nach Verabreichung von hohen Dosen Avonex keine

Beeinflussung des CYP450-abhängigen Leberstoffwechsels.

Vorsicht ist angebracht bei der gleichzeitigen Gabe von Avonex und Arzneimitteln, die eine enge

therapeutische Breite aufweisen und weitgehend über Cytochrom-P450-Isoenzyme metabolisiert

werden, wie z.B. Antiepileptika und verschiedene Klassen von Antidepressiva.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen nur begrenzte Informationen über die Anwendung von Avonex in der Schwangerschaft

vor. Die verfügbaren Daten deuten auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko für Spontanaborte hin.

Die Einleitung der Behandlung während der Schwangerschaft ist kontraindiziert (siehe

«Kontraindikationen»).

Frauen im gebärfähigen Alter müssen entsprechende kontrazeptive Massnahmen ergreifen. Wenn die

Patientin schwanger wird oder plant, unter der Einnahme von Avonex schwanger zu werden, sollte

sie über die potentiellen Gefahren informiert und eine Beendigung der Therapie in Betracht gezogen

werden (siehe «Präklinische Daten»). Bei Patientinnen mit einer hohen Schubhäufigkeit vor Beginn

der Behandlung ist das Risiko eines schweren Schubes nach Absetzen von Avonex im Fall einer

Schwangerschaft gegen ein mögliches erhöhtes Risiko eines Spontanaborts abzuwägen.

Bisher ist nicht bekannt, ob Avonex in die Muttermilch übergeht. Aufgrund möglicher ernsthafter

Nebenwirkungen beim Säugling sollte entweder abgestillt oder die Avonex-Behandlung beendet

werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen von Avonex auf die Verkehrstüchtigkeit und das

Bedienen von Maschinen durchgeführt. Gewisse seltener berichtete unerwünschte Wirkungen auf

das zentrale Nervensystem können die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zur Bedienung von

Maschinen beeinträchtigen (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Unerwünschte Wirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen infolge der Avonex-Therapie ähneln denen des Grippesyndroms. Zu

den am häufigsten berichteten Symptomen des Grippesyndroms zählen Muskelschmerzen, Fieber,

Schüttelfrost, Schwitzen, Asthenie, Kopfschmerzen und Übelkeit. Die Titration zu Beginn der

Behandlung (Titration der Dosis um einen Viertel über 3 Wochen) zeigte eine Reduktion des

Schweregrads und der Inzidenz der grippeähnlichen Symptome. Die grippeähnlichen Symptome

treten vorwiegend zu Beginn der Behandlung auf und nehmen mit fortgesetzter Behandlung an

Häufigkeit ab.

Vorübergehende neurologische Symptome, welche eine Verschlimmerung der MS vortäuschen

können, können nach der Injektion auftreten. Vorübergehende Episoden von erhöhtem Muskeltonus

und/oder starker Muskelschwäche, welche willkürliche Bewegungen verhindern, können zu jeder

Zeit der Behandlung auftreten. Diese Vorfälle sind von begrenzter Dauer, stehen in zeitlichem

Zusammenhang zu den Injektionen und können nach weiteren Injektionen erneut auftreten. In

einigen Fällen sind diese Symptome mit grippeähnlichen Symptomen assoziiert.

Die unerwünschten Wirkungen sind als MedDRA «Preferred Terms» nach MedDRA-

Systemorganklasse geordnet und nach Häufigkeit und Inzidenz (in Patientenjahren) aufgeführt.

Sehr häufig (>1/10 Patientenjahre); häufig (>1/100 bis <1/10 Patientenjahre); gelegentlich (>1/1’000

bis <1/100 Patientenjahre); selten (>1/10’000 bis <1/1’000 Patientenjahre); sehr selten (<1/10’000

Patientenjahre).

Unter Patientenzeit wird die Summe der einzelnen Zeitperioden verstanden, über die der Patient in

der Studie mit Avonex behandelt wurde, bevor die Nebenwirkungen auftraten. Zum Beispiel wurden

100 Personenjahre bei 100 Patienten beobachtet, die ein Jahr lang behandelt wurden, bzw. bei 200

Patienten, die ein halbes Jahr lang behandelt wurden.

In Studien gewonnene Erfahrungen (klinische Prüfungen und Anwendungsbeobachtungen mit einer

Nachbeobachtungszeit von 2 bis 6 Jahren) und andere unerwünschte Wirkungen gemäss

Spontanmeldungen mit unbekannter Häufigkeit.

Erkankungen des Blut- und des Lymphsystems

Häufig: Verminderte Zahl der Lymphozyten, verminderte Zahl der Leukozyten, verminderte Zahl

neutrophiler Granulozyten, herabgesetzter Hämatokrit.

Gelegentlich: Verminderte Thrombozytenzahl.

Sehr selten: Panzytopenie, Thrombozytopenie, peripheres Ödem.

Unbekannt: Thrombotische Mikroangiopathie, einschliesslich thrombotisch-thrombozytopenische

Purpura/hämolytisch urämisches Syndrom1.

Erkankungen des Immunsystems

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen (Angioödem, Atemnot, Urtikaria, Hautausschlag,

juckender Hautausschlag), schwerwiegende allergische Reaktionen (anaphylaktische Reaktion,

anaphylaktischer Schock), Autoimmunerkrankungen.

Endokrine Erkrankungen

Sehr selten: Hypo- und Hyperthyreoidismus.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Anorexia.

Sehr selten: Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Schlaflosigkeit, Depressionen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Sehr selten: Angstzustände, Suizid, Psychose, Desorientiertheit, emotionale Labilität.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Kopfschmerzen*.

Häufig: Hypoästhesie, Muskelspastizität.

Sehr selten: Neurologische Symptome, Synkope, erhöhter Muskeltonus, Schwindel, Parästhesie,

Konvulsionen, Migräne.

Herzerkrankungen

Sehr selten: Palpitationen, Tachykardie, Arrhythmie, Kardiomyopathie, dekompensierte

Herzinsuffizienz (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gefässerkrankungen

Häufig: Flush.

Sehr selten: Gefässerweiterung.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Rhinorrhö.

Selten: Dyspnoe.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Erbrechen, Diarrhö, Übelkeit*.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Sehr selten: Hepatitis, autoimmune Hepatitis, Leberversagen (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»), Leberfunktionstestveränderungen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hautausschlag, vermehrtes Schwitzen, Kontusionen.

Gelegentlich: Alopezie.

Sehr selten: Juckreiz, Hautausschlag (z.T. vesikulär), Urtikaria, Verschlechterung einer Psoriasis,

angioneurotisches Ödem.

Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Muskelkrämpfe, Nackenschmerzen, Schmerzen der Skelettmuskulatur*, Gelenkschmerzen,

Extremitätenschmerz, Rückenschmerzen, erhöhter Muskeltonus, Steifigkeit des

Bewegungsapparates.

Sehr selten: Muskelschwäche, Arthritis, systemischer Lupus erythematodes.

Erkankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Erhöhte Kaliumwerte im Blut, erhöhter Harnstoff-Stickstoff im Blut.

Sehr selten: Vorübergehender Anstieg des Kreatinins, des Calciums im Harn, vorübergehender

leichter Abfall des Serumcalciums.

Unbekannt: Nephrotisches Sydrom, Glomerulosklerose (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Metrorrhagie und/oder Menorrhagie.

Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Grippeähnliche Symptome, Fieber*, Schüttelfrost*, Schwitzen*.

Häufig: Asthenie*, Schmerzen, Erschöpfung*, Unwohlsein, nächtliches Schwitzen, Schmerzen an

der Injektionsstelle, Erythembildung an der Injektionsstelle, Blutergussbildung an der

Injektionsstelle, Brennen an der Injektionsstelle.

Gelegentlich: Entzündung an der Applikationsstelle, Abzess an der Applikationsstelle

Sehr selten: Schmerzen im Brustkorb, Entzündungen des Unterhautgewebes an der

Applikationsstelle, Blutungen an der Applikationsstelle

* Die Häufigkeit des Auftretens ist zu Beginn der Behandlung höher.

1 Class Label gilt für alle Interferon beta-Arzneimittel (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Nach dem derzeitigen Stand des Wissens und der Technik ist das Übertragungsrisiko aller bekannten

und unbekannten, aus Humanplasma stammenden Viren nicht mit absoluter Sicherheit

auszuschliessen.

Über die Übertragung von Hepatitis B oder Hepatitis Non A/Non B/Hepatitis C durch den Hilfsstoff

Albumin (Bestandteil des Lyophilisats) ist bisher nichts bekannt.

Überdosierung

Einzeldosen von 75 µg wurden Probanden unter Paracetamol-Prophylaxe gegeben mit dem

anschliessenden Auftreten der für Interferon bekannten Nebenwirkungen.

Berichte über eine Überdosierung liegen nicht vor. Bei einer Überdosierung sollten die Patienten

jedoch zur Beobachtung ins Krankenhaus eingewiesen und eine geeignete unterstützende

Behandlung eingeleitet werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L03AB07

Wirkungsmechanismus

Interferone sind eine Familie natürlich vorkommender Proteine, die von den eukaryotischen Zellen

im Rahmen der Immunantwort auf virale Infektionen und andere biologische Stimuli gebildet

werden. Interferone sind Zytokine, die antiviral, antiproliferativ und immunmodulatorisch wirken.

Die Interferone werden in drei Hauptgruppen eingeteilt: IFN-alpha, IFN-beta und IFN-gamma.

Interferon alpha und beta gehören der Interferon-Klasse I, Interferon gamma der Interferon-Klasse II

an. Die verschiedenen Interferone besitzen sich überschneidende, aber klar voneinander

unterscheidbare biologische Wirkungen und können sich auch in Bezug auf ihre Synthesestellen in

der Zelle unterscheiden.

Interferon beta wird im Körper von verschiedenen Zelltypen, u.a. den Fibroblasten und

Makrophagen, produziert. Natürliches Interferon beta und das rekombinante Interferon beta in

Avonex sind glykosyliert und haben eine durch Stickstoff verknüpfte komplexe

Kohlenhydratkomponente. Die Glykosylierung anderer Proteine beeinflusst ihre Stabilität, Aktivität,

biologische Verteilung und Halbwertszeit im Blut. Die Wirkungen von Interferon beta, die von der

Glykosylierung abhängig sind, sind bisher noch nicht vollständig erforscht.

Interferon beta-1a ADNr wird durch rekombinante Techniken aus CHO (Chinese Hamster Ovary)

Zellen, die ein gentechnisch hergestelltes Plasmid mit einem humanen Interferon beta-1a-Gen

enthalten, gewonnen.

Pharmakodynamik

Avonex entwickelt seine biologische Wirksamkeit durch Bindung an spezifische Rezeptoren auf der

Oberfläche der menschlichen Zellen. Durch diese Bindung wird eine komplexe Kaskade

intrazellulärer Abläufe eingeleitet, die zur Expression zahlreicher interferoninduzierter Genprodukte

und Marker führt, darunter 2’,5’-Oligoadenylat-Synthetase, beta2-Mikroglobulin und Neopterin.

Diese Substanzen wurden im Serum und in den Zellfraktionen von Patienten gemessen, die mit

Avonex behandelt wurden. Nach einer einzelnen intramuskulären Gabe von Avonex bleibt der

Serumspiegel dieser Substanzen 4 Tage bis eine Woche lang erhöht, wobei die Signifikanz dieser

Veränderung in Bezug auf den Wirkungsmechanismus von Avonex bei Multipler Sklerose zur Zeit

noch unklar ist.

Klinische Wirksamkeit

Eine Studie mit Patienten mit rezidivierender Multipler Sklerose hat gezeigt, dass – gemessen mit der

Erweiterten Invaliditätsskala (Expanded Disability Status Scale-EDSS) – das Fortschreiten der

Invalidität durch die intramuskuläre Gabe von einmal wöchentlich 30 µg Avonex signifikant

verzögert werden konnte.

Als weiterer Nutzen der Behandlung von Patienten mit rezidivierender Multipler Sklerose mit

Avonex konnte eine Verringerung der jährlichen Exazerbation um ein Drittel nachgewiesen werden.

Diese Wirkung auf den Verlauf der Multiplen Sklerose wurde nach einer ein- bis zweijährigen

Behandlung beobachtet.

Analog zu den beschriebenen klinischen Vorteilen ist bei der Behandlung mit Avonex auch bei den

Markern, die zur Beurteilung der Krankheitsintensität herangezogen werden (Kernspintomographie –

NMR – mit Läsionsdarstellung mit Gadolinium), eine signifikante Verringerung feststellbar.

Eine weitere randomisierte, doppelblinde Studie mit 383 Patienten (Avonex n= 193, Plazebo n= 190)

zeigte, dass Avonex das Schubrisiko bei Patienten mit einem einzelnen demyelinisierenden Ereignis

reduzieren konnte (p= 0.002). Ebenfalls wurde ein signifikanter Effekt von Avonex auf MRT

Parameter beobachtet. Unter der Behandlung mit Avonex konnte zu allen Zeitpunkten (6, 12 und 18

Monaten) eine Reduzierung der Anzahl neuer oder vergrösserter T2 Läsionen (p= 0.01, p <0.001 und

p <0.001), eine Verringerung des T2 Läsionsvolumens (p <0.001, p= 0.004, p <0.001) sowie eine

Reduzierung der Anzahl (p= 0.03, p= 0.02 und p <0.001) und des Volumens (p= 0.03, p= 0.03 und p

<0.001) Gadolinium-aufnehmender Läsionen gezeigt werden.

Titration: In einer Dosis-Titrationsstudie, in welcher keine Titration gegen eine einschleichende

Titration (wöchentliche Erhöhung der Dosis um ein Viertel über 3 Wochen) verglichen wurde,

konnte die statistisch signifikante Reduktion des Schweregrades und der Inzidenz von

grippeähnlichen Symptomen bei einschleichender Behandlung gezeigt werden. Die Wirkung der

Titration wurde von der ersten Woche an beobachtet und dauerte während der 8 Wochen der Studie

Die Wirksamkeit und Sicherheit einer Dosis von 30 µg Avonex wurde durch eine randomisierte,

doppelblinde Dosisvergleichsstudie an 802 Patienten mit schubweise verlaufender Multipler Sklerose

(Avonex 30 µg n= 402, Avonex 60 µg n= 400) bestätigt. Bei Verabreichung von höheren Dosen an

Patienten mit schubweise verlaufender MS konnte kein zusätzlicher Nutzen beobachtet werden. Die

Studie zeigte keine statistisch signifikanten Unterschiede oder Trends zwischen der 30 µg resp. 60

µg Dosierung von Avonex bezüglich klinischen und allgemeinen MRT-Wirksamkeitsparametern.

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik von Interferon beta-1a ADNr wurde bei gesunden Probanden indirekt durch die

Messung der antiviralen Aktivität des Interferons untersucht. Die Untersuchungsmethode erfasste

funktionell intaktes Interferon beta, war aber nicht spezifisch für Interferon beta-1a ADNr.

Alternative Untersuchungen mit ELISA waren bisher nicht ausreichend empfindlich.

Absorption

Interferon beta-1a ADNr wird nach intramuskulärer Injektion vollständig vom Applikationsort

absorbiert. Maximale Serumaktivitäten, entsprechend Serumkonzentrationen von etwa 20–40 IU/ml,

wurden 8–15 Stunden nach intramuskulärer Verabreichung von 30 µg (6 Mio. IU) Interferon beta-1a

ADNr gemessen.

Gemessen an der antiviralen Aktivität ist die Bioverfügbarkeit von Avonex nach intramuskulärer

Injektion etwa dreimal grösser als nach subkutaner Injektion. Die intramuskuläre Injektion kann

daher nicht durch eine subkutane Verabreichung ersetzt werden.

Distribution

Nach intravenöser Gabe wird Interferon beta-1a ADNr anfänglich relativ schnell aus dem

Kreislaufsystem entfernt und anschliessend etwas langsamer eliminiert (siehe «Elimination»).

Wirkstoffinjektionen im wöchentlichen Abstand führen nicht zur Kumulation des Wirkstoffs im

Serum, und die Pharmakokinetik scheint sich unter Therapie nicht zu verändern.

Metabolismus

Spezifische Studien zum Metabolismus von Avonex wurden nicht durchgeführt. Avonex ist ein

Protein mit sehr hoher Strukturhomologie zum natürlichen beta-Interferon. Damit ist mit hoher

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass Avonex über die gleichen enzymatischen Wege wie das

natürliche beta-Interferon inaktiviert und metabolisiert wird.

Elimination

Die Serum-Halbwertszeit von Avonex nach intramuskulärer Verabreichung beträgt ca. 10 Stunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Pharmakokinetik von Avonex bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion wurde bisher

nicht untersucht.

Präklinische Daten

Karzinogenität

Für Interferon beta-1a ADNr liegen keine Daten zur Karzinogenität bei Menschen oder Tieren vor.

Chronische Toxizität

In einer 26-wöchigen Studie zur Toxizität bei wiederholter Anwendung erhielten Rhesusaffen einmal

wöchentlich eine intramuskuläre Injektion in Kombination mit einem weiteren immunmodulierenden

Stoff, einem monoklonalen Antikörper gegen den CD40-Liganden. Dabei wurde keine

Immunreaktion auf Interferon beta-1a nachgewiesen. Ebenso gab es keine Anzeichen für eine

Toxizität.

Lokale Verträglichkeit

Die intramuskuläre Verträglichkeit nach wiederholten Injektionen an derselben Stelle wurde nicht

bei Tieren untersucht.

Mutagenität

Begrenzte aber relevante Mutagenitätstests wurden durchgeführt. Die Ergebnisse waren negativ.

Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit

Mit einer vergleichbaren Form des Interferon beta-1a ADNr wurden Fertilitäts- und

Entwicklungsstudien bei Rhesusaffen durchgeführt. Bei sehr hohen Dosen wurden anovulatorische

und abortive Wirkungen bei Testtieren beobachtet. Ähnliche dosisabhängige reproduktive

Wirkungen wurden auch mit anderen Formen von Interferon alpha oder beta beobachtet.

Bei Tests mit Rhesusaffen, denen das Präparat zwischen dem 21. und 49. Gestationstag alle zwei

Tage subkutan injiziert wurde, zeigte Interferon beta keine teratogene Wirkung und bis zu einer

Dosierung von 33 µg/kg keine schädlichen Auswirkungen auf die Entwicklung des Fötus. Bei einer

Dosierung von 33 µg/kg (etwa dem 80fachen der empfohlenen wöchentlichen Dosis beim

Menschen) war eine abortive Wirkung feststellbar; bei Gabe von 0,8 µg/kg (ca. das Doppelte der

empfohlenen wöchentlichen Dosis beim Menschen) wurde keine abortive Wirkung beobachtet.

Es wurden keine teratogenen Effekte oder Wirkungen auf die fötale Entwicklung beobachtet, aber

die verfügbare Information über die Wirkungen von Interferon beta-1a ADNr in der peri- und

postnatalen Zeit ist begrenzt.

Es gibt keine Informationen über die Wirkungen von Interferon beta-1a ADNr auf die Fruchtbarkeit

von Männern.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Lyophilisat

Zur Rekonstitution nur das in der Fertigspritze mitgelieferte Lösungsmittel verwenden.

Haltbarkeit

Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Lyophilisat

Avonex Lyophilisat kann bei maximal 25 °C gelagert werden. Das Präparat sollte sofort nach

Rekonstitution verabreicht werden, kann aber vor der Injektion bei 2–8 °C während maximal 6

Stunden aufbewahrt werden.

Lyophilisat und gelöstes Präparat nicht einfrieren.

Injektionslösung (Fertigspritze und Fertigpen)

Bei 2–8 °C im Kühlschrank lagern. Nicht einfrieren.

Avonex Injektionslösung kann bis zu einer Woche bei Raumtemperatur (15–30 °C) gelagert werden.

Nach Entnahme aus dem Kühlmedium muss das Produkt innerhalb von 7 Tagen aufgebraucht

werden. Eine erneute Kühlung verlängert diesen Zeitraum nicht. Zum Schutz vor Licht in der

Originalverpackung (versiegelte Plastikhartbox bzw. Faltschachtel) lagern.

Hinweise für die Handhabung

Avonex sollte allein, d.h. nicht zusammen mit anderen Injektionsflüssigkeiten, verabreicht werden.

Lyophilisat

Die Flasche enthält einen weissen bis gebrochen weissen Wirkstoffpressling.

Zur Rekonstitution von Avonex Lyophilisat vor der Injektion wird die mit Lösungsmittel (Aqua ad

iniectabilia) gefüllte Fertigspritze mitgeliefert. Kein anderes Lösungsmittel verwenden. Der

Spritzeninhalt wird in die Avonex-Ampulle gegeben, indem die Fertigspritze auf das Bio-Set

aufgeschraubt wird. Den Inhalt der Ampulle vorsichtig mischen, bis sich alle festen Bestandteile

gelöst haben; Ampulle nicht schütteln.

Falls die Lösung bei der Inspektion Partikel oder Verfärbungen (mit Ausnahme einer leichten

Gelbfärbung) aufweist, darf die Ampulle nicht mehr verwendet werden.

Nach der Rekonstitution ist die komplette Lösung (1 ml) zur Verabreichung von 30 µg Interferon

beta-1a in die Spritze aufzuziehen. Die Nadel zur intramuskulären Injektion (blau) liegt bei.

Das Präparat enthält keine Konservierungsmittel. Jede Ampulle Avonex enthält nur eine Einzeldosis.

Der restliche Inhalt der Ampulle ist zu verwerfen.

Das Präparat sollte sofort nach Rekonstitution verabreicht werden, kann aber vor der Injektion bei 2–

8 °C während maximal 6 Stunden aufbewahrt werden.

Injektionslösung (Fertigspritze)

Die Fertigspritze enthält eine klare und farblose Lösung.

Avonex Injektionslösung wird als gebrauchsfertige Lösung in Fertigspritzen zur Verfügung gestellt.

Avonex Injektionslösung sollte ca. 30 Minuten vor der Injektion aus dem Kühlschrank genommen

werden, damit sich die Lösung auf Raumtemperatur (15–25 °C) erwärmen kann. Verwenden Sie

keine externen Wärmequellen wie z.B. heisses Wasser zum Erwärmen von Avonex Injektionslösung.

Vor Gebrauch ist die Injektionslösung genau zu überprüfen. Enthält die Lösung Partikel oder weist

sie Verfärbungen – mit Ausnahme einer leichten Gelbfärbung – auf, ist die Fertigspritze nicht zu

verwenden. Die Injektionskanüle zur intramuskulären (i.m.) Injektion liegt bei. Das Präparat enthält

kein Konservierungsmittel. Jede Fertigspritze Avonex enthält nur eine Einzeldosis. Die gebrauchte

Fertigspritze ist zu verwerfen.

Injektionslösung (Fertigpen)

Der Fertigpen enthält eine klare und farblose Lösung.

Avonex Pen ist nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt. Der Fertigpen enthält die

Injektionslösung in einer Fertigspritze.

Der Avonex Pen sollte ca. 30 Minuten vor der Injektion aus dem Kühlschrank genommen werden,

damit sich die Lösung auf Raumtemperatur (15–25 °C) erwärmen kann. Verwenden Sie keine

externen Wärmequellen wie z.B. heisses Wasser zum Erwärmen von Avonex Injektionslösung im

Fertigpen.

Die Injektionslösung kann durch ein ovales Medikamentensichtfenster am Fertigpen betrachtet

werden. Wenn die Injektionslösung Partikel enthält oder irgendeine Farbe anstelle von farblos und

klar angenommen hat, darf der Fertigpen nicht verwendet werden. Die Injektionsnadel liegt bei. Das

Präparat enthält kein Konservierungsmittel. Nicht verwendetes oder gebrauchtes Material ist zu

entsorgen.

Zulassungsnummer

54094, 56735, 62178 (Swissmedic).

Packungen

Avonex Trockensub Fl c solv (Fertigspr 1,1 ml) mit 1 Nadel (30 mm/23 G) 4. (B)

Avonex Inj Lös Fertigspr mit 1 Nadel 4× 0,5 ml. (B)

Avonex Inj Lös Fertigpen mit 1 Nadel und 1 Nadelschutzkappe 4× 0,5 ml. (B)

Zulassungsinhaberin

Biogen Switzerland AG, 6300 Zug.

Stand der Information

September 2016

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen