Arimidex 1mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Anastrozol
Verfügbar ab:
EurimPharm Arzneimittel GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
anastrozole
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Anastrozol 1.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
40266.00.00

0177/855-ZAE004b

Sehr geehrte Patientin,

bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält,

was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihre(n)

Ärztin/Arzt oder Ihre(n) Apothekerin/Apotheker.

Gebrauchsinformation

Arimidex

Wirkstoff: Anastrozol

Zusammensetzung

Eine Filmtablette enthält:

Arzneilich wirksamer Bestandteil:

1 mg Anastrozol

Sonstige Bestandteile:

Lactose; Poly(O-carboxymethyl)stärke, Natriumsalz; Povidon; Hypromellose; Magnesiumstearat (Ph.Eur.);

Macrogol 300; Titandioxid (E 171).

Darreichungsform und Inhalt

Packungen mit 30 bzw. 100 Filmtabletten

Stoff- oder Indikationsgruppe oder Wirkungsweise

Aromatasehemmer; Arzneimittel, das die Umwandlung bestimmter weiblicher Sexualhormone hemmt.

Import, Umpackung und Vertrieb:

Hersteller:

Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH

Astra Zeneca UK Ltd.

Am Gänslehen 4 – 6

Macclesfield

83451 Piding

(Großbritannien)

Anwendungsgebiete

Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium bei Frauen nach dem Ausbleiben der Monatsblutungen (Menopause).

Bei Patientinnen, deren Tumor keine Östrogenrezeptoren aufwies (Östrogenrezeptor-negativ), ist die

Wirksamkeit von Arimidex bisher nicht belegt, es sei denn, die Patientinnen sprachen zuvor bereits auf

Tamoxifen an.

Gegenanzeigen

Wann dürfen Sie Arimidex nicht einnehmen?

Vor dem Ausbleiben der Monatsblutungen (Menopause) sowie während Schwangerschaft und Stillzeit darf

Arimidex nicht angewendet werden. Da keine entsprechenden Erfahrungen vorliegen, darf Arimidex bei

schweren Störungen der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 20 ml/min) und bei mäßigen oder schweren

Lebererkrankungen ebenfalls nicht angewendet werden.

Arimidex darf bei Überempfindlichkeit gegen Anastrozol oder einen der sonstigen Bestandteile nicht

angewendet werden.

Arzneimittel, die Östrogen enthalten, sollten nicht zusammen mit Arimidex verabreicht werden, da sie dessen

Wirkung aufheben.

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise

Arimidex sollte nicht bei Kindern angewendet werden, da keine diesbezüglichen Erfahrungen vorliegen.

Bei Frauen, bei denen nicht eindeutig geklärt ist, ob die Menopause tatsächlich eingetreten ist, sollten

entsprechende Hormonuntersuchungen durchgeführt werden.

Für Patientinnen mit mäßiger oder schwerer Leberfunktionsstörung oder Patientinnen mit schwerer

Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 20 ml/min) liegen keine Daten vor, die eine sichere Anwendung

von Arimidex belegen.

Was müssen Sie im Straßenverkehr sowie bei der Arbeit mit Maschinen beachten?

Es ist unwahrscheinlich, dass Arimidex die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen,

beeinträchtigt. Jedoch wurden während der Behandlung gelegentlich Schwächegefühl und Schläfrigkeit

beobachtet, und solange diese Symptome bestehen, ist beim Führen von Fahrzeugen und beim Bedienen von

Maschinen Vorsicht geboten.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Arimidex?

Untersuchungen mit anderen Arzneimitteln (Phenazon und Cimetidin) sowie die bisher vorliegenden Daten aus

klinischen Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln.

Über die gleichzeitige Anwendung von Arimidex und anderen Arzneimitteln zur Krebsbehandlung liegen bisher

keine Erfahrungen vor.

Östrogenhaltige Arzneimittel sollten nicht zusammen mit Arimidex verabreicht werden, da sie dessen arzneiliche

Wirkung aufheben.

Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung

Bitte beachten Sie die Anwendungsvorschriften, da Arimidex sonst nicht die gewünschte Wirkung hat.

Wie viele Filmtabletten sollten Sie einnehmen?

Wenn von Ihrem Arzt nicht anders verordnet, beträgt die Dosierung einmal täglich 1 Filmtablette.

Dies gilt auch für ältere Patientinnen sowie für Patientinnen mit leichten bis mäßigen Nierenfunktionsstörungen

oder leichten Lebererkrankungen.

Wie sollten Sie Arimidex anwenden?

Die Filmtablette wird unzerkaut mit Wasser eingenommen. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten

erfolgen.

Wie lange sollten Sie Arimidex anwenden?

Die Behandlung mit Arimidex ist im Allgemeinen eine Langzeittherapie. Die Dauer wird in Absprache mit dem

behandelnden Arzt festgelegt.

Überdosierung und andere Anwendungsfehler

Was ist zu tun, wenn Arimidex in zu großen Mengen angewendet wurde?

Bisher liegen keine Erfahrungen mit Überdosierungen vor. Einzeldosen von bis zu 60 mg bzw. 10 mg Anastrozol

wurden von gesunden männlichen Probanden bzw. von Frauen nach den Wechseljahren mit fortgeschrittenem

Brustkrebs gut vertragen. Eine Einzeldosis, die lebensbedrohliche Symptome zur Folge hat, ist nicht bekannt.

Es gibt kein spezifisches Gegenmittel, sodass die Behandlung symptomatisch erfolgen muss.

Im Falle einer Überdosierung ist zu berücksichtigen, dass möglicherweise auch andere Präparate eingenommen

wurden; bei Bewusstsein sollte Erbrechen ausgelöst werden. Möglicherweise ist eine Blutwäsche (Dialyse) von

Nutzen. Darüber hinaus empfehlen sich allgemeine unterstützende Maßnahmen wie häufige Kontrollen von

Atmung und Kreislauf und eine engmaschige Überwachung der Patientin.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Arimidex auftreten?

Arimidex ist im Allgemeinen gut verträglich. Wenn Nebenwirkungen auftraten, waren sie meist leicht bis mäßig

ausgeprägt und führten nur in wenigen Fällen zum Abbruch der Behandlung.

Aufgrund der arzneilichen Wirkung von Arimidex (Östrogenentzug) können u.a. Hitzewallungen, trockene

Scheide und leichter Haarausfall auftreten. Außerdem wurde von Magen-Darm-Beschwerden (Appetitlosigkeit,

Übelkeit, Erbrechen und Durchfall), Schwächegefühl, Gelenkschmerzen/-steifheit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen

oder

Hautausschlag,

sehr

seltenen

Fällen

Blasenbildung

einhergehende

Haut-

Schleimhautveränderungen (Erythema multiforme und Stevens-Johnson-Syndrom), berichtet.

Selten wurde, vor allem in den ersten Wochen nach der Umstellung von einer bestehenden Hormontherapie auf

Arimidex, von Blutungen aus der Scheide berichtet. Wenn solche Blutungen anhalten, sollte eine weitere

Abklärung erfolgen.

Bei den in klinischen Prüfungen beobachteten Thromboembolien ist ein ursächlicher Zusammenhang mit

Anastrozol nicht gesichert. Nach Gabe von 1 mg Anastrozol bzw. Megestrolacetat war die Häufigkeit von

Thromboembolien nicht signifikant verschieden, nach 10 mg Anastrozol hingegen war sie geringer.

Veränderungen von Laborwerten für die Leber (erhöhte Gamma-GT oder – weniger häufig – erhöhte alkalische

Phosphatase) wurden bei Patientinnen mit Brustkrebs beobachtet, von denen viele Leber- und/oder

Knochenmetastasen hatten. Ein ursächlicher Zusammenhang mit der Behandlung konnte nicht nachgewiesen

werden. In klinischen Prüfungen wurden auch geringe Anstiege des Gesamtcholesterins beobachtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, auch solche, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt

sind, teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

Hinweise zur Haltbarkeit des Arzneimittels

Das Verfallsdatum ist auf der Faltschachtel aufgedruckt. Verwenden Sie diese Packung nicht mehr nach diesem

Datum!

Nicht über 30°C aufbewahren!

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!

Stand der Information

10/2001

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Diese Packung wurde von der Firma Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH,

83451 Piding, importiert. Der Beipackzettel wurde ebenfalls von der

Firma Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH gedruckt und hinzugefügt.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Fachinformation

ARIMIDEX

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Arimidex

Wirkstoff: Anastrozol

2. Verschreibungsstatus / Apothekenpflicht

Verschreibungspflichtig

3. Zusammensetzung des Arzneimittels

3.1 Stoff- oder Indikationsgruppe

Aromatasehemmer

3.2 Arzneilich wirksame Bestandteile

1 Filmtablette Arimidex enthält 1 mg Anastrozol.

3.3 Sonstige Bestandteile

Lactose; Poly(O-carboxymethyl)stärke, Natriumsalz; Povidon; Hypromellose; Magnesiumstearat (Ph.Eur.); Macrogol 300;

Titandioxid (E 171).

4. Anwendungsgebiete

Fortgeschrittenes Mammakarzinom bei postmenopausalen Frauen.

Bei Patientinnen mit östrogenrezeptornegativen Tumoren ist die Wirksamkeit von Arimidex bisher nicht belegt, es sei

denn, die Patientinnen sprachen zuvor bereits auf Tamoxifen an.

5. Gegenanzeigen

Arimidex ist kontraindiziert bei:

Prämenopausalen Frauen,

Schwangerschaft und Stillzeit,

Patientinnen mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 20 ml/min),

Patientinnen mit mäßigen oder schweren Lebererkrankungen und

Überempfindlichkeit gegen Anastrozol oder einen der sonstigen Bestandteile.

Für Patientinnen mit mäßiger oder schwerer Leberfunktionsstörung und Patientinnen mit schwerer Nierenfunktionsstörung

(Kreatinin-Clearance < 20 ml/min) liegen keine Daten für eine sichere Anwendung vor.

Östrogenhaltige Arzneimittel sollten nicht zusammen mit Arimidex verabreicht werden, da sie dessen pharmakologische

Wirkung aufheben.

Arimidex sollte nicht bei Kindern angewendet werden, da keine diesbezüglichen Erfahrungen vorliegen.

Bei Frauen, deren Menopausenstatus nicht eindeutig ist, sollte dieser durch Hormonuntersuchungen festgestellt werden.

6. Nebenwirkungen

Arimidex wurde im Allgemeinen gut vertragen.

Die bei klinischen Prüfungen beobachteten Nebenwirkungen waren meist leicht bis mäßig ausgeprägt und führten nur in

wenigen Fällen zum Abbruch der Behandlung.

Aufgrund der pharmakologischen Wirkung (Östrogenentzug) von Arimidex können u. a. Hitzewallungen, trockene

Scheide und leichter Haarausfall auftreten.

Juni 2002

Fachinformation

ARIMIDEX

Außerdem wurde von Magen-Darm-Beschwerden (Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall), Schwächegefühl,

Gelenkschmerzen/-steifheit, Somnolenz, Kopfschmerzen oder Hautausschlag berichtet.

Selten wurde, vor allem in den ersten Wochen nach der Umstellung von einer anderen Hormontherapie auf Arimidex, von

Vaginalblutungen berichtet. Wenn solche Blutungen anhalten, sollte eine weitere Abklärung erfolgen.

Leberenzymveränderungen (erhöhte Gamma-GT oder – weniger häufig – erhöhte alkalische Phosphatase) wurden bei

Patientinnen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom beobachtet, von denen viele Leber- und/oder Knochenmetastasen

hatten. Inwieweit ein ursächlicher Zusammenhang mit der Arimidex-Behandlung besteht, kann nicht beurteilt werden.

In klinischen Prüfungen wurden auch geringe Anstiege des Gesamtcholesterins beobachtet.

Bei den in klinischen Prüfungen beobachteten Thromboembolien ist ein ursächlicher Zusammenhang mit Anastrozol nicht

gesichert. Nach Gabe von 1 mg Anastrozol bzw. Megestrolacetat war die Häufigkeit von Thromboembolien nicht

signifikant verschieden, nach 10 mg Anastrozol hingegen war sie geringer.

Hinweis für Verkehrsteilnehmer:

Es ist nicht zu erwarten, dass Arimidex die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigt.

Jedoch wurden während der Behandlung gelegentlich Schwächegefühl und Somnolenz beobachtet. Bei Bestehen dieser

Symptome wird die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt.

7. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Ergebnisse von Interaktionsstudien mit Phenazon und Cimetidin deuten darauf hin, dass bei Gabe von Arimidex keine

klinisch relevanten durch Cytochrom P450 vermittelten Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln zu erwarten sind.

Die vorliegenden Daten aus klinischen Studien ergaben ebenfalls keine Hinweise auf klinisch relevante Wechselwirkungen

mit anderen Arzneimitteln.

Über die kombinierte Anwendung von Arimidex und anderen Arzneimitteln zur Krebsbehandlung liegen bisher keine

Erfahrungen vor.

Östrogenhaltige Arzneimittel sollten nicht zusammen mit Arimidex verabreicht werden, da diese dessen pharmakologische

Wirkung aufheben.

8. Warnhinweise

Keine.

9. Wichtigste Inkompatibilitäten

Bisher nicht bekannt.

10. Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben

Die Dosierung beträgt einmal täglich 1 Filmtablette.

Dies gilt auch für ältere Patientinnen sowie Patientinnen mit leichten bis mäßigen Nierenfunktionsstörungen oder leichten

Lebererkrankungen.

11. Art und Dauer der Anwendung

Die Filmtablette wird unzerkaut mit Wasser eingenommen. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Die Behandlung mit Arimidex ist im Allgemeinen eine Langzeittherapie.

12. Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmittel

Bisher liegen keine Erfahrungen mit Überdosierungen vor.

In Tierversuchen erwies sich die akute Toxizität von Anastrozol als gering (s. a. Abschnitt 13.2).

In klinischen Studien wurden gesunden männlichen Probanden Einzeldosen von bis zu 60 mg und postmenopausalen

Frauen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom von bis zu 10 mg Anastrozol täglich verabreicht. Diese Dosierungen

wurden gut vertragen. Eine Einzeldosis, die lebensbedrohliche Symptome zur Folge hat, ist nicht bekannt.

Juni 2002

Fachinformation

ARIMIDEX

Es gibt kein spezifisches Antidot, so dass die Behandlung symptomatisch erfolgen muss.

Im Falle einer Überdosierung muss in Erwägung gezogen werden, dass die Patientin verschiedene Präparate eingenommen

haben könnte. Wenn sie bei Bewusstsein ist, sollte Erbrechen ausgelöst werden.

Da Anastrozol keine hohe Proteinbindung besitzt, kann eine Dialyse in Betracht gezogen werden. Darüber hinaus sind

allgemein unterstützende Maßnahmen wie häufige Kontrolle der Vitalfunktionen und engmaschige Überwachung der

Patientin angezeigt.

13. Pharmakologische und toxikologische Eigenschaften, Pharmakokinetik und Bioverfügbarkeit, soweit diese

Angaben für die therapeutische Verwendung erforderlich sind

13.1 Pharmakologische Eigenschaften

Anastrozol ist ein nicht-steroidaler, hochselektiver Aromataseinhibitor.

Bei postmenopausalen Frauen wird Östradiol hauptsächlich durch enzymatische Umwandlung von Androstendion zu

Östron im peripheren Gewebe und die anschließende Umwandlung von Östron in Östradiol gebildet. Bei Frauen mit

Brustkrebs konnte bei einer Verminderung des zirkulierenden Östradiols ein günstiger Effekt nachgewiesen werden.

Bei postmenopausalen Frauen konnte die tägliche Gabe von 1 mg Arimidex den Östradiolplasmaspiegel um mehr als 80 %

senken.

Arimidex besitzt keine gestagene, androgene oder östrogene Wirkung.

Auch bei einer Dosierung von bis zu 10 mg Anastrozol pro Tag ergaben sich keine signifikanten Veränderungen vor oder

nach dem ACTH-Test, d. h. die Bildung von Cortisol und Aldosteron wird durch diese Dosen nicht beeinflusst.

Ergänzende Kortikoidgaben sind daher nicht erforderlich.

13.2 Toxikologische Eigenschaften

Akute Toxizität

Die mittlere letale Dosis bei Ratten und Mäusen war bei oraler Gabe > 100 mg/kg/Tag und bei intraperitonealer Gabe > 50

mg/kg/Tag. In einer Studie zur akuten Toxizität an Hunden war die mittlere letale Dosis bei oraler Gabe > 45 mg/kg/Tag.

Chronische Toxizität

Untersuchungen zur chronischen Toxizität von Anastrozol wurden an Ratten und Hunden durchgeführt.

In den Toxizitätsprüfungen wurde kein “No-Effect”-Plasmaspiegel für Anastrozol ermittelt. Die bei den niedrigen (1

mg/kg/Tag) und mittleren Dosen (3 mg/kg/Tag bei Hunden bzw. 5 mg/kg/Tag bei Ratten) beobachteten Befunde waren

entweder auf die pharmakologischen oder auf die enzyminduzierenden Eigenschaften von Anastrozol bei diesen Spezies

zurückzuführen. Sie waren nicht mit signifikant toxischen oder degenerativen Veränderungen verbunden.

Mutagenität

Mutagenitätsstudien ergaben keine Hinweise auf ein mutagenes oder klastogenes Potential von Anastrozol.

Teratogenität

Die orale Verabreichung von Anastrozol in Dosierungen bis zu 1,0 mg/kg/Tag an trächtige Ratten und bis zu 0,2

mg/kg/Tag an trächtige Kaninchen ergab keinen Hinweis auf eine teratogene Wirkung. Die beobachteten Befunde wie

Vergrößerung der Placenta bei Ratten und Totalresorptionen bei Kaninchen waren auf die pharmakologische Wirkung von

Anastrozol zurückzuführen.

Das Überleben der Jungen von Ratten, denen vom 17. Tag der Gestation bis zum 22. Tag post partum Anastrozol in Dosen

von 0,02 mg/kg/Tag und mehr verabreicht worden waren, war beeinträchtigt. Diese Wirkungen standen mit den

pharmakologischen Wirkungen der Substanz auf den Geburtsvorgang in Zusammenhang. Es wurden keine negativen

Auswirkungen auf das Verhalten oder die Reproduktionsfunktion der ersten Nachwuchsgeneration beobachtet, die auf die

Behandlung des Muttertieres mit Anastrozol zurückgeführt werden könnten.

Kanzerogenität

In einer 2-Jahres-Onkogenitätsstudie an Ratten führte nur die Gabe hoher Dosen (25 mg/kg/Tag) zu einem vermehrten

Auftreten von Lebertumoren und Bindegewebspolypen des Uterus bei weiblichen Tieren sowie Schilddrüsenadenomen bei

Juni 2002

Fachinformation

ARIMIDEX

männlichen Tieren. Diese Veränderungen traten bei Dosen auf, die das 100fache der therapeutischen Dosen beim

Menschen betrugen, und werden für die Behandlung von Patienten mit Anastrozol nicht als klinisch relevant angesehen.

Eine 2-Jahres-Onkogenitätsstudie an Mäusen führte zur Bildung benigner Ovarialtumoren und einer Störung in der

Inzidenz lymphoretikulärer Neoplasmen (weniger histiozytäre Sarkome bei weiblichen Tieren und mehr Todesfälle infolge

von Lymphomen). Diese Veränderungen werden bei der Maus für artspezifische Wirkungen der Aromatasehemmung

gehalten und für die Behandlung von Patienten mit Anastrozol nicht als klinisch relevant angesehen.

13.3 Pharmakokinetik

Anastrozol wird nach oraler Gabe schnell resorbiert; üblicherweise werden innerhalb von 2 Stunden (bei nüchterner

Einnahme)

maximale

Plasmakonzentrationen

erzielt.

Anastrozol

wird

langsam

eliminiert,

Plasmaeliminationshalbwertszeit beträgt 40 bis 50 Stunden. Nahrungsaufnahme führt zu einer geringfügigen Verzögerung

der Resorption, beeinflusst jedoch nicht das Resorptionsausmaß. Diese geringfügige Verzögerung läßt keinen klinisch

bedeutsamen Einfluss auf die Anastrozol-Plasmakonzentration im steady-state während der einmal täglichen Einnahme

von Arimidex-Filmtabletten erwarten. Nach 7 Tagen werden ca. 90 bis 95 % der Anastrozol-Plasmakonzentration im

steady-state erreicht. Es gibt keine Hinweise auf eine Zeit- oder Dosisabhängigkeit der pharmakokinetischen Parameter.

Es liegt keine Abhängigkeit vom Alter der postmenopausalen Frauen vor.

Die Pharmakokinetik bei Kindern ist nicht untersucht worden.

Die Plasmaproteinbindung von Anastrozol beträgt 40 %.

Anastrozol wird bei postmenopausalen Frauen extensiv metabolisiert, wobei weniger als 10 % der Dosis innerhalb von 72

Stunden unverändert mit dem Urin ausgeschieden werden. Die Metabolisierung von Anastrozol erfolgt über N-

Desalkylierung, Hydroxylierung und Glukuronidierung. Die Metaboliten werden überwiegend mit dem Urin

ausgeschieden. Die Aromatase wird durch Triazol, den Hauptmetaboliten im Plasma, nicht gehemmt.

Die Clearance von Anastrozol bei Probanden mit stabiler Leberzirrhose oder eingeschränkter Nierenfunktion unterscheidet

sich nicht von der gesunder Probanden.

13.4 Bioverfügbarkeit

Die mittlere relative Bioverfügbarkeit von Anastrozol für Arimidex-Filmtabletten beträgt ca. 100 % der einer

Anastrozollösung.

14. Sonstige Hinweise

Keine.

15. Dauer der Haltbarkeit

Wie in den Bezugsländern angegeben.

Nicht über 30°C aufbewahren.

Nach Ablauf des Verfalldatums sollen die Filmtabletten nicht mehr verwendet werden.

16. Besondere Lager- und Aufbewahrungshinweise

Keine.

17. Darreichungsformen und Packungsgrößen

Packung mit 30 Filmtabletten

Packung mit 100 Filmtabletten

Anstaltspackung

18. Stand der Information

Januar 2002

Juni 2002

Fachinformation

ARIMIDEX

19. Name oder Firma und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers

Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH

Am Gänslehen 4 - 6

83451 Piding

Tel.: 08651/704-0

Juni 2002

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen