Agomaval 25 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

14-06-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

14-06-2021

Wirkstoff:
Agomelatin-Citronensäure (1:1)
Verfügbar ab:
TAD Pharma GmbH (3044021)
ATC-Code:
NO6AX22
INN (Internationale Bezeichnung):
Agomelatine-Citric Acid (1:1)
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Agomelatin-Citronensäure (1:1) (42912) 44,739 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
2201747.00.00
Berechtigungsdatum:
2018-09-06

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Agomaval

®

25 mg Filmtabletten

Agomelatin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht:

1. Was ist Agomaval und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Agomaval beachten?

3. Wie ist Agomaval einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Agomaval aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Agomaval und wofür wird es angewendet?

Agomaval enthält den Wirkstoff Agomelatin. Er gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als

Antidepressiva bezeichnet werden und wurde Ihnen zur Behandlung Ihrer depressiven Erkrankung

verschrieben.

Agomaval wird bei Erwachsenen angewendet.

Bei einer depressiven Erkrankung handelt es sich um eine andauernde Störung der Stimmungslage, die

das Leben im Alltag beeinträchtigt. Die Symptome der depressiven Erkrankung sind bei den

betroffenen Patienten unterschiedlich, dazu zählen jedoch häufig tiefe Traurigkeit, ein Gefühl der

Wertlosigkeit, der Verlust des Interesses an Lieblingsbeschäftigungen, Schlafstörungen, das Gefühl,

gebremst zu sein, Angstgefühle sowie Gewichtsveränderungen.

Der zu erwartende Nutzen von Agomaval ist, die Beschwerden im Zusammenhang mit Ihrer

Depression zu bessern und schrittweise zu beseitigen.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Agomaval beachten?

Agomaval darf nicht eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Agomelatin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Ihre Leber nicht richtig arbeitet (Leberfunktionsstörung).

wenn Sie Fluvoxamin (ein anderes Arzneimittel zur Behandlung von depressiven Erkrankungen)

oder Ciprofloxacin (ein Antibiotikum) einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Es kann Gründe geben, weshalb Agomaval möglicherweise nicht für Sie geeignet ist:

Wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die die Leber beeinflussen, fragen Sie Ihren Arzt diesbezüglich

um Rat.

Wenn Sie übergewichtig oder fettleibig sind, fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

Wenn Sie Diabetiker sind, fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

Wenn bei Ihnen vor der Behandlung mit Agomaval erhöhte Leberenzymwerte festgestellt wurden,

wird Ihr Arzt entscheiden, ob Agomaval für Sie geeignet ist.

Wenn Sie unter einer bipolaren Störung leiden, manische Symptome hatten oder diese entstehen

(d.h. eine Phase ungewöhnlich starker Erregbarkeit und Gefühle), sprechen Sie mit Ihrem Arzt,

bevor Sie beginnen, das Arzneimittel einzunehmen bzw. weiterhin einnehmen (siehe auch 4.

„Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Wenn Sie an Demenz leiden, wird Ihr Arzt individuell beurteilen, ob Agomaval für Sie geeignet ist.

Während Ihrer Behandlung mit Agomaval:

Was ist zu tun, um mögliche schwerwiegende Leberprobleme zu vermeiden

Ihr Arzt sollte

vor Beginn der Behandlung

überprüft haben, ob Ihre Leber richtig arbeitet. Bei

manchen Patienten können während der Behandlung mit Agomaval erhöhte Leberenzymwerte im Blut

auftreten. Deshalb sollen zu folgenden Zeitpunkten Nachfolgeuntersuchungen erfolgen:

Behandlungs-

beginn oder

Dosissteigerung

nach ca.

Wochen

nach ca.

Wochen

nach ca.

Wochen

nach ca.

Wochen

Blutuntersuchung

Basierend auf der Auswertung dieser Tests wird Ihr Arzt entscheiden, ob Sie Agomaval weiter

einnehmen oder absetzen sollen (siehe auch 3. „

Wie ist Agomaval einzunehmen?“

Achten Sie auf Anzeichen und Symptome, die darauf hindeuten, dass Ihre Leber nicht richtig arbeitet

Wenn Sie eines der folgenden Anzeichen und Symptome von Leberproblemen

beobachten: ungewöhnlich dunkler Urin, hell gefärbter Stuhl, gelbe Haut/Augen,

Schmerzen im rechten Oberbauch, ungewöhnliche Erschöpfung (vor allem im

Zusammenhang mit den anderen hier aufgeführten Symptomen), holen Sie unverzüglich

den Rat Ihres Arztes ein, der Ihnen gegebenenfalls raten wird, Agomaval abzusetzen.

Die Wirksamkeit von Agomaval bei Patienten ab 75 Jahren ist nicht belegt. Agomaval sollte daher bei

diesen Patienten nicht angewendet werden.

Suizidgedanken und Verschlechterung Ihrer Depression

Wenn Sie depressiv sind, können Sie manchmal Gedanken daran haben, sich selbst zu verletzen oder

Suizid zu begehen. Solche Gedanken können bei der erstmaligen Anwendung von Antidepressiva

verstärkt sein, denn alle diese Arzneimittel brauchen einige Zeit bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei

Wochen, manchmal auch länger.

Das Auftreten derartiger Gedanken ist wahrscheinlicher,

wenn Sie bereits früher einmal Gedanken daran hatten, sich das Leben zu nehmen oder daran

gedacht haben, sich selbst zu verletzen.

wenn Sie ein junger Erwachsener sind. Ergebnisse aus klinischen Studien haben ein erhöhtes

Risiko für das Auftreten von Suizidverhalten bei jungen Erwachsenen (im Alter bis 25 Jahre)

gezeigt, die unter einer psychiatrischen Erkrankung litten und mit einem Antidepressivum

behandelt wurden.

Gehen Sie zu einem Arzt oder suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf, wenn Sie zu

irgendeinem Zeitpunkt Gedanken daran entwickeln, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu

nehmen.

Es kann hilfreich sein, wenn Sie einem Freund oder Verwandten erzählen, dass Sie depressiv sind.

Bitten Sie diese Personen, diese Packungsbeilage zu lesen. Fordern Sie sie auf, Ihnen mitzuteilen,

wenn sie den Eindruck haben, dass sich Ihre Depression verschlimmert oder wenn sie sich Sorgen

über Verhaltensänderungen bei Ihnen machen.

Kinder und Jugendliche

Agomaval sollte nicht bei Kindern und Jugendlichen angewendet werden (unter 18 Jahre alt).

Einnahme von Agomaval zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Sie dürfen Agomaval nicht zusammen mit bestimmten Arzneimitteln einnehmen (siehe auch 2.

„Agomaval darf nicht eingenommen werden“

Fluvoxamin (ein anderes Arzneimittel zur Behandlung von depressiven Erkrankungen) und

Ciprofloxacin (ein Antibiotikum) können die zu erwartende Dosis von Agomelatin in Ihrem Blut

verändern.

Achten Sie darauf, Ihren Arzt über die Einnahme folgender Arzneimittel zu informieren: Propranolol

(ein Betablocker zur Behandlung des Bluthochdrucks), Enoxacin (ein Antibiotikum).

Außerdem sollten Sie Ihren Arzt informieren, falls Sie mehr als 15 Zigaretten pro Tag rauchen.

Einnahme von Agomaval zusammen mit Alkohol

Es ist nicht ratsam, während einer Behandlung mit Agomaval Alkohol zu trinken.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Wenn Sie Agomaval einnehmen, sollten Sie abstillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es kann bei Ihnen zu Schwindelgefühl oder Schläfrigkeit kommen, was Ihre Verkehrstüchtigkeit und

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen kann. Sie sollten sicherstellen, dass Ihre

Reaktionsfähigkeit normal ist, bevor Sie ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen.

Agomaval enthält Natrium.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d. h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

3.

Wie ist Agomaval einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis von Agomaval beträgt eine Tablette (25 mg) beim Zubettgehen. In manchen

Fällen kann der Arzt eine höhere Dosis verschreiben (50 mg), das heißt zwei Tabletten beim

Zubettgehen.

Art der Anwendung

Agomaval ist zum Einnehmen bestimmt. Schlucken Sie Ihre Tablette mit etwas Wasser. Agomaval

kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Dauer der Anwendung

Bei den meisten depressiven Patienten beginnt Agomaval innerhalb von zwei Wochen nach

Behandlungsbeginn auf die Symptome einer Depression zu wirken.

Um sicherzustellen, dass Sie beschwerdefrei sind, sollte die Behandlung Ihrer Depression über einen

ausreichenden Zeitraum von mindestens 6 Monaten erfolgen.

Der Arzt kann Ihnen Agomaval auch dann noch verordnen, wenn Sie sich besser fühlen, um ein

Wiederauftreten Ihrer depressiven Erkrankung zu verhindern.

Wenn Sie Nierenprobleme haben, wird Ihr Arzt individuell beurteilen, ob die Einnahme von

Agomaval für Sie sicher ist.

Kontrolle der Leberfunktion (siehe auch Abschnitt 2):

Ihr Arzt wird Laboruntersuchungen durchführen, um zu überprüfen, ob Ihre Leber richtig arbeitet, vor

Beginn der Behandlung und danach in regelmäßigen Abständen, normalerweise nach 3, 6, 12 und 24

Wochen.

Wenn Ihr Arzt die Dosierung auf 50 mg erhöht, sollten Laboruntersuchungen durchgeführt werden, zu

Beginn der Dosissteigerung und danach in regelmäßigen Abständen, normalerweise nach 3, 6, 12 und

24 Wochen. Falls es nach Ansicht des Arztes erforderlich ist, können daran anschließend weitere

Laborkontrollen erfolgen.

Sie dürfen Agomaval nicht nehmen, wenn Ihre Leber nicht richtig arbeitet.

Wie wechselt man von einem Antidepressivum (SSRI/SNRI) auf Agomaval?

Wenn Ihr Arzt Ihre bisherige antidepressive Behandlung von einem SSRI oder SNRI auf Agomaval

umstellt, wird er Sie anleiten, wie Sie Ihr bisheriges Arzneimittel absetzen sollen, wenn Sie mit der

Einnahme von Agomaval beginnen.

Im Zusammenhang mit dem Absetzen Ihres bisherigen Arzneimittels können für einige Wochen

Absetzsymptome auftreten, selbst dann, wenn die Dosierung Ihres bisherigen Antidepressivums

schrittweise verringert wird.

Absetzsymptome beinhalten: Schwindel, Benommenheit, Schlafstörungen, Unruhe oder Angst,

Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Zittern. Diese Beschwerden sind in der Regel schwach bis

mäßig ausgeprägt und verschwinden spontan innerhalb weniger Tage.

Wenn mit Agomaval während der Ausschleichphase des bisherigen Arzneimittels begonnen wird,

sollten mögliche Absetzsymptome nicht mit dem Fehlen eines frühen Ansprechens auf Agomaval

verwechselt werden.

Sie sollten mit Ihrem Arzt besprechen, wie Sie am besten Ihr bisheriges Antidepressivum absetzen,

wenn Sie mit der Einnahme von Agomaval beginnen.

Wenn Sie eine größere Menge von Agomaval eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine größere Menge von Agomaval als vorgesehen eingenommen haben, oder wenn zum

Beispiel ein Kind das Arzneimittel versehentlich eingenommen hat, wenden Sie sich bitte

unverzüglich an Ihren Arzt.

Es liegen nur begrenzt Erfahrungen zur Überdosierung mit Agomaval vor. Zu den berichteten

Symptomen gehören Schmerzen im oberen Bauchbereich, Schläfrigkeit, Ermüdung, Unruhe, Angst,

Anspannung, Schwindel, Zyanose (blaue Färbung der Haut) oder Unwohlsein.

Wenn Sie die Einnahme von Agomaval vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Nehmen Sie die nächste Dosis zur üblichen Zeit ein.

Wenn Sie die Einnahme von Agomaval abbrechen

Beenden Sie die Einnahme dieses Arzneimittels nicht ohne die Anweisung Ihres Arztes, selbst wenn

Sie sich besser fühlen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Die meisten Nebenwirkungen sind in ihrer Ausprägung leicht oder mäßig. Sie treten normalerweise in

den ersten beiden Behandlungswochen auf und sind im Allgemeinen vorübergehend.

Zu diesen Nebenwirkungen gehören:

Sehr häufige Nebenwirkungen (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen): Kopfschmerzen

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen): Schwindel, Schläfrigkeit

(Somnolenz), Schlafschwierigkeiten (Schlaflosigkeit), Übelkeit, Durchfall, Verstopfung,

Bauchschmerzen, Rückenschmerzen, Müdigkeit, Angst, ungewöhnliche Träume, erhöhte

Leberenzymwerte im Blut, Erbrechen, Gewichtszunahme

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen): Migräne, Kribbeln

in Fingern und Zehen (Parästhesie), verschwommenes Sehen, Restless leg Syndrom (eine

Erkrankung, die durch einen unkontrollierbaren Bewegungsdrang in den Beinen gekennzeichnet

ist), Ohrensausen, vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrose), Ekzem, Juckreiz, Urtikaria (Nesselsucht),

Unruhe, Gereiztheit, Ruhelosigkeit, aggressives Verhalten, Alpträume, Manie/Hypomanie (siehe

auch

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“

in Abschnitt 2), Suizidgedanken oder suizidales

Verhalten, Verwirrtheit, Gewichtsabnahme, Muskelschmerz

Seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen): Schwerer

Hautausschlag (erythematöser Hautausschlag), Gesichtsödem (Schwellung) und Angioödem

(Anschwellen von Gesicht, Lippen, Zunge und /oder Hals, was zu Schwierigkeiten beim Atmen

oder Schlucken führen kann), Hepatitis, gelbe Färbung der Haut oder des Augapfels (Gelbsucht),

Leberversagen*, Halluzinationen, Unfähigkeit still zu halten (aufgrund körperlicher und mentaler

Unruhe), Unfähigkeit die Harnblase vollständig zu entleeren

* es wurden wenige Fälle mit Lebertransplantation oder tödlichem Ausgang berichtet

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Agomaval aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen

erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z. B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht

mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie

unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Agomaval enthält

Der Wirkstoff ist Agomelatin. Jede Filmtablette enthält 25 mg Agomelatin (als Agomelatin-

Citronensäure (1:1)).

Die sonstigen Bestandteile sind: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Siliciumdioxid-

beschichtet, Mannitol (Ph.Eur.), Povidon K30, hochdisperses Siliciumdioxid, Crospovidon Typ A,

Natriumstearylfumarat (Ph.Eur.), Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich], Stearinsäure (Ph.Eur.).

Siehe Abschnitt 2 „Agomaval enthält Natrium“.

Filmüberzug: Hypromellose, Macrogol 6000, Titandioxid (E171), Talkum, Eisen(III)-hydroxid-

oxid x H

O (E172)

Wie Agomaval aussieht und Inhalt der Packung

Agomaval 25 mg Filmtabletten (Tabletten) sind gelbe, längliche, bikonvexe, 9 mm lange, 4,5 mm

breite Filmtabletten.

Agomaval 25 mg Filmtabletten sind in Blisterpackungen mit 14, 28, 56, 98 Filmtabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

TAD Pharma GmbH

Heinz-Lohmann-Straße 5

27472 Cuxhaven

Tel.: (04721) 606 0

Fax: (04721) 606 333

E-Mail: info@tad.de

Hersteller

Medis International a.s.

Karlovo námesti 319/3

120 00 PRAHA 2

Tschechische Republik

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten der EU unter den folgenden Bezeichnungen

zugelassen

Deutschland

Agomaval 25 mg Fimtabletten

Niederlande

Agomaval 25 mg, filmomhulde tablet

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im JanuarDezember 20210.

Fachinformation

Agomaval

25 mg Filmtabletten

BEZEICHNUNG

ARZNEI-

MITTELS

Agomaval

25 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATI-

VE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthält 25 mg Agomelatin

(als Agomelatin-Citronensäure (1:1)).

Vollständige Auflistung der sonstigen Be-

standteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette (Tablette)

Gelbe, längliche, bikonvexe, 9 mm lange,

4,5 mm breite Filmtabletten.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Agomelatin wird zur Behandlung von Epi-

soden einer Major Depression bei Erwach-

senen angewendet.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die empfohlene Dosis beträgt 25 mg, die

einmal

täglich

beim

Zubettgehen

einzu-

nehmen ist. Sofern nach zweiwöchiger Be-

handlung keine Besserung der Symptome

eingetreten ist, kann die Dosis auf einmal

täglich 50 mg (2 Tabletten à 25 mg) beim

Zubettgehen erhöht werden.

Eine Entscheidung für eine Dosissteigerung

muss gegen das höhere Risiko eines An-

stiegs der Transaminasenwerte abgewogen

werden. Jede Dosissteigerung auf 50 mg

sollte

einer

individuellen

Nut-

zen/Risiko-Abwägung für den Patienten be-

ruhen und die Vorgaben zur Kontrolle der

Leberfunktion sollten strikt befolgt werden.

Bei allen Patienten sollen vor Beginn der

Behandlung Leberfunktionstests (Kontrolle

der Transaminasen) durchgeführt werden.

Die Behandlung darf nicht begonnen wer-

den, wenn die Transaminasenwerte das 3-

Fache des oberen Normbereichs überschrei-

ten (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Während

Behandlung

sollen

Transaminasenwerte regelmäßig nach ca. 3

Wochen, 6 Wochen (Ende der akuten Pha-

se), 12 und 24 Wochen (Ende der Erhal-

tungsphase) sowie danach, wenn klinisch

indiziert, kontrolliert

werden

(siehe

auch

Abschnitt 4.4). Die Behandlung soll abge-

brochen

werden,

wenn

Anstieg

Transaminasen

3-Fache

oberen

Normbereichs

überschreitet

(siehe

schnitte 4.3 und 4.4).

Nach einer Dosissteigerung sollen Leber-

funktionstests erneut in derselben Häufig-

keit wie zu Beginn der Behandlung durch-

geführt werden.

Dauer der Anwendung

Patienten mit einer Depression sollen über

einen ausreichenden Zeitraum von mindes-

tens 6 Monaten behandelt werden um si-

cherzustellen, dass sie symptomfrei sind.

Wechsel

Therapie

einem

SSRI/SNRI-Antidepressivum zu Agomelatin

Nach

Absetzen

SSRI/SNRI-

Antidepressiva können bei Patienten Ab-

setzsymptome auftreten.

Fachinformation

aktuell

einge-

nommenen SSRI/SNRI sollte bezüglich des

Absetzens der Behandlung zu Rate gezogen

werden,

dies

vermeiden. Mit der

Einnahme von Agomelatin kann sofort be-

gonnen

werden,

während

Dosis

SSRI/SNRI

schrittweise

reduziert

wird

(siehe Abschnitt 5.1).

Absetzen der Behandlung

einem

Absetzen

Behandlung

kein Ausschleichen der Dosis erforderlich.

Spezielle Patientengruppen

Ältere Patienten

Bei älteren depressiven Patienten (< 75 Jah-

re) wurde die Wirksamkeit und Sicherheit

von Agomelatin (25 bis 50 mg/Tag) belegt.

Bei Patienten ≥ 75 Jahre wurde die Wirk-

samkeit

nicht

belegt.

Agomelatin

sollte

deshalb nicht bei Patienten dieser Alters-

gruppe

angewendet

werden

(siehe

schnitte 4.4 und 5.1). Eine Dosisanpassung

hinsichtlich des Alters ist nicht erforderlich

(siehe Abschnitt 5.2).

Niereninsuffizienz

Es wurde keine wesentliche Veränderung

pharmakokinetischen

Parameter

Agomelatin bei Patienten mit schwerer Nie-

reninsuffizienz beobachtet. Jedoch ist die

klinische Datenlage über die Anwendung

von Agomelatin bei depressiven Patienten

mit schwerer oder mäßiger Niereninsuffizi-

enz begrenzt. Daher ist Vorsicht bei der

Anwendung von Agomelatin bei diesen Pa-

tienten geboten.

Eingeschränkte Leberfunktion

Agomelatin

Patienten

einge-

schränkter

Leberfunktion

kontraindiziert

(siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.2).

Kinder und Jugendliche

Sicherheit

Wirksamkeit

Agomelatin

Kindern

einem

Alter

von 2 Jahren zur Behandlung von Episoden

einer Major Depression ist nicht erwiesen.

Es liegen keine Daten vor (siehe Abschnitt

4.4).

gibt

Anwendungsgebiet

Episoden

einer

Major-Depression

keinen

relevanten Nutzen von Agomaval bei Kin-

dern ab Geburt bis zu einem Alter von 2

Jahren.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Agomaval kann unabhängig von den Mahl-

zeiten eingenommen werden.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff

oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile.

Eingeschränkte Leberfunktion (d.h. Leber-

zirrhose oder aktive Lebererkrankung) oder

erhöhte Transaminasenwerte um mehr als

das 3-Fache des oberen Normbereichs (sie-

he Abschnitte 4.2 und 4.4).

Gleichzeitige

Anwendung

starken

CYP1A2-Inhibitoren

Fluvoxamin,

Ciprofloxacin) (siehe Abschnitt 4.5).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vor-

sichtsmaßnahmen für die Anwendung

Kontrolluntersuchungen der Leberfunktion

(Serumtransaminasen)

Nach der Markteinführung sind bei Patien-

ten, die mit Agomelatin behandelt wurden,

Fälle von Leberschädigung, einschließlich

Leberinsuffizienz (bei Patienten mit Risiko-

faktoren für eine Leberschädigung in weni-

Ausnahmefällen

tödlichem

Aus-

gang

oder

Lebertransplantation),

erhöhte

Leberenzymwerte

mehr

Fache des oberen Normbereichs, Hepatitis

Ikterus

berichtet

worden

(siehe

schnitt 4.8). Die meisten traten in den ers-

ten Behandlungsmonaten auf. Die Form der

Leberschädigung ist überwiegend hepato-

zellulär, wobei die erhöhten Transamina-

senwerte für gewöhnlich nach dem Abset-

zen von Agomelatin auf normale Werte zu-

rückgehen.

Vor Beginn der Behandlung ist Vorsicht

geboten und alle Patienten sollen wäh-

rend der Behandlung engmaschig über-

wacht werden, vor allem Patienten mit

Risikofaktoren für eine Leberschädigung

oder bei gleichzeitiger Behandlung mit

Arzneimitteln, die zu einer Leberschädi-

gung führen können.

Vor Beginn der Behandlung

Agomelatin soll bei Patienten mit Risiko-

faktoren für eine Leberschädigung, wie z.

Fettleibigkeit,

Übergewicht,

nicht-

alkoholisch bedingte Fettleber, Diabe-

tes,

Alkoholmissbrauch und/oder Konsum

beträchtlicher Mengen an Alkohol o-

gleichzeitige

Behandlung

Arzneimitteln,

einer

Leber-

schädigung führen können, nur nach

sorgfältiger

Abwägung

Nutzen

und Risiko angewendet werden.

Fachinformation

Agomaval

25 mg Filmtabletten

Vor Behandlungsbeginn sollen bei allen Pa-

tienten

Transaminasenkontrollen

durchge-

führt

werden.

Behandlung

darf

Ausgangswerten von ALT und/oder AST >

3-fach

höher

obere

Normbereich

nicht initiiert werden (siehe Abschnitt 4.3).

Vorsicht ist geboten bei der Anwendung

von Agomelatin bei Patienten, die bereits

vor der Behandlung erhöhte Transamina-

senwerte aufweisen (> als der obere Norm-

bereich und ≤ 3-fach höher als der obere

Normbereich).

Während der Behandlung

Agomelatin ist sofort abzusetzen, wenn:

Symptome

oder

Anzeichen

einer

möglichen Leberschädigung auftreten

dunkler

Urin,

hell

gefärbter

Stuhl, gelbe Haut/Augen, Schmerzen

rechten

Oberbauch,

anhaltende,

auftretende

unerklärliche

Müdigkeit).

Transaminasenwerte über das 3-Fache

des oberen Normbereiches ansteigen.

Nach dem Absetzen von Agomelatin soll-

ten Leberfunktionstests so lange wiederholt

werden, bis die Transaminasenwerte wieder

den Normbereich erreicht haben.

Kinder und Jugendliche

Agomelatin wird für die Behandlung der

Depression bei Patienten unter 18 Jahren

nicht

empfohlen,

Sicherheit

Wirksamkeit von Agomelatin in dieser Al-

tersgruppe nicht belegt wurden.

Suizidales Verhalten (Suizidversuche und -

gedanken)

sowie

Feindseligkeit

(vorwie-

gend Aggressivität, oppositionelles Verhal-

ten und Wut) wurden in klinischen Studien

bei Kindern und Jugendlichen mit anderen

Antidepressiva

häufiger

Vergleich

Placebo beobachtet (siehe Abschnitt 4.2).

Ältere Patienten

Bei Patienten ≥ 75 Jahren wurde die Wirk-

samkeit

Agomelatin

nicht

belegt.

Agomelatin

sollte

deshalb

Patienten

dieser Altersgruppe nicht angewendet wer-

den (siehe Abschnitt 4.2 und 5.1).

Anwendung bei älteren Patienten mit De-

menz

Agomelatin

sollte

nicht

Behandlung

von depressiven Episoden bei älteren Pati-

enten mit Demenz angewendet werden, da

Sicherheit

Wirksamkeit

Agomelatin bei diesen Patienten nicht be-

legt wurden.

Bipolare Störung/ Manie/ Hypomanie

Agomelatin sollte bei Patienten mit bipola-

rer Störung, Manie oder Hypomanie in der

Anamnese mit Vorsicht eingesetzt werden.

Behandlung sollte abgebrochen

wer-

den, wenn bei einem Patienten manische

Symptome auftreten (siehe Abschnitt 4.8).

Suizid/ Suizidgedanken

Depressive Erkrankungen sind mit einem

erhöhten Risiko für die Auslösung von Sui-

zidgedanken,

selbstschädigendem

Verhal-

ten und Suizid (Suizid-bezogene Ereignis-

se) verbunden. Dieses erhöhte Risiko be-

steht, bis es zu einer signifikanten Linde-

rung der Symptome kommt. Da diese nicht

unbedingt schon während der ersten Be-

handlungswochen auftritt, sollten die Pati-

enten daher bis zum Eintritt einer Besse-

rung engmaschig überwacht werden. Die

bisherige

klinische

Erfahrung

zeigt,

dass

das Suizidrisiko zu Beginn einer Behand-

lung ansteigen kann.

Bei Patienten mit suizidalem Verhalten in

der Anamnese oder solchen, die vor der

Therapie ausgeprägte Suizidabsichten hat-

ten, ist das Risiko für die Auslösung von

Suizidgedanken oder -versuchen erhöht. Sie

sollten daher während der Behandlung be-

sonders sorgfältig überwacht werden.

Eine

Meta-Analyse

Placebo-

kontrollierten klinischen Studien zur An-

wendung von Antidepressiva bei Erwach-

senen mit psychiatrischen Störungen zeigte

für Patienten unter 25 Jahren, die Antide-

pressiva einnahmen, ein erhöhtes Risiko für

suizidales Verhalten im Vergleich zu Pla-

cebo.

Arzneimitteltherapie

sollte

einer

engmaschigen Überwachung der Patienten,

vor allem der Patienten mit hohem Sui-

zidrisiko, insbesondere zu Beginn der Be-

handlung und nach Dosisanpassungen ein-

hergehen. Patienten (und deren Betreuer)

sind auf die Notwendigkeit einer Überwa-

chung

hinsichtlich

jeder

klinischen

Ver-

schlechterung, des Auftretens von suizida-

Verhalten

oder

Suizidgedanken

ungewöhnlicher

Verhaltensänderungen

hinzuweisen. Sie sollten unverzüglich me-

dizinischen

einholen,

wenn derartige

Symptome auftreten.

Kombination

CYP1A2-Inhibitoren

(siehe Abschnitte 4.3 und 4.5)

gleichzeitiger

Anwendung

Agomelatin

mäßigen

CYP1A2-

Inhibitoren (z. B. Propranolol, Enoxacin)

ist Vorsicht geboten, da dies zu einer er-

höhten

Agomelatin-Exposition

führen

könnte.

Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1

mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d.

h. es ist nahezu „natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arz-

neimitteln und sonstige Wechselwirkun-

Mögliche Wirkungen von anderen Arznei-

mitteln auf Agomelatin

Agomelatin wird hauptsächlich durch Cy-

tochrom P450 1A2 (CYP1A2) (90%) und

durch CYP2C9/2C19 (10%) metabolisiert.

Arzneimittel, die mit diesen Isoenzymen in-

teragieren,

können

Bioverfügbarkeit

von Agomelatin entweder vermindern oder

verstärken.

Fluvoxamin, ein starker CYP1A2- und mo-

derater CYP2C9-Inhibitor, hemmt deutlich

den Metabolismus von Agomelatin. Dies

führt

einem

60-fachen

(12-

412-

fachen)

Anstieg

Agomelatin-

Exposition. Daher ist die gleichzeitige An-

wendung

Agomelatin

starken

Häufigkeit der Leberfunktionstests (Kontrolle der Transaminasen)

vor Beginn der Behandlung

und dann:

nach ca. 3 Wochen,

nach ca. 6 Wochen (Ende der akuten Phase),

nach ca. 12 und 24 Wochen (Ende der Erhaltungsphase)

und danach, wenn klinisch angezeigt.

Nach Dosissteigerung sollen diese Leberwertkontrollen erneut in derselben Häufigkeit wie zu Beginn der Behandlung

durchgeführt werden.

Bei jedem Patienten, bei dem erhöhte Transaminasenwerte auftreten, sollten diese Leberwertkontrollen innerhalb von

48 Stunden wiederholt werden.

Fachinformation

Agomaval

25 mg Filmtabletten

CYP1A2-Inhibitoren

Fluvoxamin,

Ciprofloxacin) kontraindiziert.

Die Kombination von Agomelatin mit Öst-

rogenen

(mäßige

CYP1A2-Inhibitoren)

führt zu einer mehrfach erhöhten Agomela-

tin-Exposition. Obwohl es bei den 800 Pa-

tienten, die gleichzeitig Östrogene erhiel-

ten, keine speziellen Anzeichen auf man-

gelnde Sicherheit gab, sollte die gleichzei-

tige Anwendung von Agomelatin und mä-

ßigen CYP1A2-Inhibitoren (z. B. Proprano-

lol, Enoxacin) mit Vorsicht erfolgen, bis

mehr Daten zur Verfügung stehen (siehe

Abschnitt 4.4).

Rifampicin induziert alle drei an der Meta-

bolisierung von Agomelatin beteiligten Cy-

tochrom-Isoenzyme

kann

daher

Bioverfügbarkeit

Agomelatin

verrin-

gern.

Es wurde gezeigt, dass Zigarettenrauch, ein

CYP1A2-Induktor,

Bioverfügbarkeit

von Agomelatin vor allem bei starken Rau-

chern (≥ 15 Zigaretten pro Tag) verringern

kann (siehe Abschnitt 5.2).

Mögliche Wirkungen von Agomelatin auf

andere Arzneimittel

vivo

induziert

Agomelatin

CYP450-

Isoenzyme nicht. Agomelatin hemmt in vi-

vo weder CYP1A2 noch in vitro andere Cy-

tochrom-P450-Isoenzyme.

Daher

Agomelatin keinen Einfluss auf die Exposi-

tion anderer Arzneimittel, die durch Cy-

tochrom P450 metabolisiert werden.

Andere Arzneimittel

Phase-1-Studien ergaben keinen Nachweis

für eine pharmakokinetische oder pharma-

kodynamische

Interaktion

Arzneimit-

teln,

entsprechenden

Patienten

gleichzeitig mit Agomelatin verordnet wer-

den könnten: Benzodiazepine, Lithium, Pa-

roxetin, Fluconazol und Theophyllin.

Alkohol

Die gleichzeitige Einnahme von Agomela-

tin und Alkohol ist nicht ratsam.

Elektrokonvulsionstherapie (EKT)

liegen

keine

Erfahrungen

über

gleichzeitige Anwendung von Agomelatin

und EKT vor.

Tierstudien haben keine krampffördernden

Eigenschaften

gezeigt

(siehe

Abschnitt

5.3). Daher werden klinische Auswirkun-

gen bei der gleichzeitigen Behandlung mit

EKT und Agomelatin als unwahrscheinlich

angesehen.

Kinder und Jugendliche

Studien zur Erfassung von Wechselwirkun-

gen wurden nur bei Erwachsenen durchge-

führt.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Still-

zeit

Schwangerschaft

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte

Erfahrungen (weniger als 300 Schwanger-

schaftsausgänge) mit der Anwendung von

Agomelatin bei Schwangeren vor. Tierex-

perimentelle Studien lassen nicht auf direk-

te oder indirekte schädliche Auswirkungen

Schwangerschaft,

embryonale/fetale

Entwicklung, Geburt oder postnatale Ent-

wicklung schließen (siehe Abschnitt 5.3).

Aus Vorsichtsgründen sollte eine Anwen-

dung

Agomelatin

während

Schwangerschaft vermieden werden.

Stillzeit

nicht

bekannt,

Agomela-

tin/Metabolite

Muttermilch

beim

Menschen übergehen. Die zur Verfügung

stehenden

pharmakodynami-

schen/toxikologischen Daten vom Tier ha-

ben gezeigt, dass Agomelatin/Metabolite in

die Milch übergehen (siehe Abschnitt 5.3).

Ein Risiko für Neugeborene/Kinder kann

nicht ausgeschlossen werden. Es muss da-

eine

Entscheidung

darüber

getroffen

werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist

oder ob auf die Behandlung mit Agomela-

tin verzichtet werden soll bzw. die Behand-

lung zu unterbrechen ist. Dabei ist sowohl

der Nutzen des Stillens für das Kind als

auch der Nutzen der Therapie für die Frau

zu berücksichtigen.

Fertilität

Reproduktionsstudien

Ratten

ninchen

haben

keine

Auswirkung

Agomelatin auf die Fertilität gezeigt (siehe

Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüch-

tigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen

Agomelatin hat einen geringen Einfluss auf

die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

Bedienen

Maschinen

durchge-

führt.

Da Schwindelgefühl und Schläfrigkeit häu-

fige Nebenwirkungen darstellen, sollten Pa-

tienten

ihre

möglicherweise

einge-

schränkte

Verkehrstüchtigkeit

Fähig-

keit zum Bedienen von Maschinen hinge-

wiesen werden.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die Nebenwirkungen waren in der Regel

leicht bis mäßig und traten während der ers-

beiden

Behandlungswochen

auf.

häufigsten

Nebenwirkungen

waren

Kopf-

schmerzen, Übelkeit und Schwindel. Diese

Nebenwirkungen waren meistens vorüber-

gehend und führten im Allgemeinen nicht

zum Abbruch der Behandlung.

Tabellarische

Zusammenstellung

benwirkungen

Die nachfolgende Tabelle repräsentiert die

Nebenwirkungen,

welche

Placebo-

kontrollierten und aktiv-kontrollierten Stu-

dien beobachtet wurden.

Die Nebenwirkungen werden nach folgen-

Häufigkeiten

unten

aufgeführt:

sehr

häufig (≥1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10);

gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100); selten

(≥

1/10.000

<1/1.000);

sehr

selten

(<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren Daten nicht ab-

schätzbar).

Häufigkeiten

sind

nicht

Placebo-korrigiert.

Systemorganklasse

Häufigkeit

Psychiatrische Erkrankungen

häufig

Angst

Abnorme Träume*

gelegentlich

Suizidgedanken oder suizidales Verhalten (siehe Abschnitt 4.4)

Agitiertheit und damit verbundene Symptome*

(wie Gereiztheit und Unruhe)

Aggression*

Alpträume*

Manie/Hypomanie*

Diese Symptome können auch durch die Grunderkrankung be-

dingt sein (siehe Abschnitt 4.4).

Verwirrtheitszustand*

selten

Halluzinationen*

Erkrankungen des Nervensystems

sehr häufig

Kopfschmerzen

Fachinformation

Agomaval

25 mg Filmtabletten

häufig

Schwindel

Schläfrigkeit

Schlaflosigkeit

gelegentlich

Migräne

Parästhesie

Restless leg Syndrom*

selten

Akathisie

Augenerkrankungen

gelegentlich

verschwommenes Sehen

Erkrankungen des Ohrs und des Laby-

rinths

gelegentlich

Tinnitus*

Erkrankungen des Gastrointestinal-

trakts

häufig

Übelkeit

Diarrhoe

Obstipation

Bauchschmerzen

Erbrechen*

Leber- und Gallenerkrankungen

häufig

Erhöhte AST- und/oder ALT-Werte (in klinischen Studien

wurden Erhöhungen > 3-fach höher als der obere Normbereich

bei 1,2% der Patienten unter Agomelatin 25 mg/Tag und 2,6%

unter Agomelatin 50 mg/Tag vs. 0,5% unter Placebo beobach-

tet)

gelegentlich

Erhöhte γ-GT* (Gammaglutamyltransferase) (> 3-fach höher

als der obere Normbereich)

selten

Hepatitis

Erhöhte alkalische Phosphatase* (> 3-fach höher als der obere

Normbereich)

Leberinsuffizienz*

Ikterus*

Erkrankungen der Haut und des Unter-

hautzellgewebes

gelegentlich

Vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrose)

Ekzem

Pruritus*

Urtikaria*

selten

Erythematöser Ausschlag

Gesichtsödem und Angioödem*

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

häufig

Rückenschmerzen

gelegentlich

Myalgie*

Erkrankungen der Nieren und Harnwe-

selten

Harnretention*

Allgemeine Erkrankungen und Be-

schwerden am Verabreichungsort

häufig

Müdigkeit

Untersuchungen

häufig

Gewichtszunahme*

gelegentlich

Gewichtsabnahme*

* Die Häufigkeit für unerwünschte Reaktionen aus Spontanberichten wurde anhand von Daten aus klinischen Studien berechnet.

Bei Patienten mit Risikofaktoren für eine Leberschädigung wurden wenige Ausnahmefälle mit tödlichem Ausgang oder Leber-

transplantation berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwir-

kungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwir-

kungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinu-

ierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehöri-

ge von Gesundheitsberufen sind aufgefor-

dert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwir-

kung dem Bundesinstitut für Arzneimittel

Medizinprodukte,

Abt.

Pharmakovi-

gilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-

53175 Bonn, Website: www.bfarm.de an-

zuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome

liegen

begrenzt

Erfahrungen

Überdosierung

Agomelatin

vor.

Erfahrung

Agomelatin-

Überdosierungen

zeigte,

dass

Schmerzen

im Epigastrium, Schläfrigkeit, Ermüdung,

Agitiertheit, Angst, Anspannung, Schwin-

del,

Zyanose

oder

Unwohlsein

berichtet

wurden.

Eine Person, die 2.450 mg Agomelatin ein-

genommen hatte, erholte sich spontan ohne

kardiovaskuläre und biologische Auffällig-

keiten.

Behandlung

Für Agomelatin ist kein spezifisches Anti-

bekannt.

Eine

Überdosierung

sollte

symptomatisch und unter laufender Über-

wachung behandelt werden. Eine weitere

Überwachung in einer spezialisierten Ein-

richtung wird empfohlen.

PHARMAKOLOGISCHE

EIGEN-

SCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische

Gruppe:

Psycho-

analeptika, andere Antidepressiva,

ATC-Code: NO6AX22

Wirkmechanismus

Agomelatin ist ein melatonerger (MT

- und

-Rezeptoren)

Agonist

5-HT

Antagonist.

Bindungsstudien zeigen, dass Agomelatin

keinen Effekt auf die Monoaminaufnahme

keine

Affinität

adrenergen,

histaminergen,

cholinergen,

dopaminergen

Benzodiazepin-

Rezeptoren aufweist.

Agomelatin

resynchronisiert

circadiane

Rhythmen in Tiermodellen mit Störung des

Fachinformation

Agomaval

25 mg Filmtabletten

circadianen Rhythmus. Agomelatin erhöht

die Freisetzung von Noradrenalin und Do-

pamin speziell im frontalen Cortex und hat

keinen Einfluss auf den extrazellulären Se-

rotoninspiegel.

Pharmakodynamische Wirkungen

Agomelatin

Tiermodellen

für De-

pression

(learned

helplessness,

despair-

Test, chronic mild stress) sowie auch in

Modellen zur Desynchronisation circadia-

ner Rhythmen und in Modellen zu Stress

und Angstzuständen antidepressive Effekte

gezeigt.

Beim Menschen hat Agomelatin positive

Eigenschaften auf die Phasenverschiebung;

es induziert eine Phasenvorverlagerung so-

wohl des Einschlafens als auch der Absen-

kung

Körpertemperatur

ginns der Melatoninsekretion.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Wirksamkeit

Sicherheit

Agomelatin zur Behandlung von Episoden

einer Major Depression wurden in einem

klinischen Studienprogramm mit 7.900 Pa-

tienten untersucht, welche mit Agomelatin

behandelt wurden.

Untersuchung

Kurzzeit-

Wirksamkeit von Agomelatin bei Episoden

einer Major Depression bei Erwachsenen

wurden zehn Placebo-kontrollierte Studien

mit fixer Dosierung und/oder Dosissteige-

rung durchgeführt. Nach dem Ende der Be-

handlung (über 6 oder 8 Wochen) wurde

die signifikante Wirksamkeit von Agomela-

tin 25-50 mg in sechs dieser zehn Placebo-

kontrollierten

Doppelblindstudien

nachge-

wiesen. Der primäre Endpunkt war die Än-

derung des HAMD-17 Score im Vergleich

zur Baseline. Agomelatin zeigte keinen Un-

terschied gegenüber Placebo in zwei Stu-

dien, in denen die aktiven Kontrollsubstan-

Paroxetin

oder

Fluoxetin

Assay-

Sensitivität

zeigten.

Agomelatin

wurde

nicht direkt mit Paroxetin oder Fluoxetin

verglichen, da beide Vergleichssubstanzen

eingesetzt

wurden,

Assay-

Sensitivität

sicherzustellen.

Zwei

weitere

Studien konnten nicht bewertet werden, da

sich die aktiven Kontrollsubstanzen Paro-

xetin oder Fluoxetin nicht von Placebo un-

terschieden. Jedoch war es in diesen Stu-

dien

nicht

zulässig

Startdosis

Agomelatin, Paroxetin oder Fluoxetin

erhöhen,

selbst

nicht

ausreichender

Response.

Die Wirksamkeit wurde auch bei Patienten

mit schwerer Depression (Baseline HAM-D

allen

positiven

Placebo-

kontrollierten Studien beobachtet.

Die Responderraten waren unter Agomela-

tin im Vergleich zu Placebo statistisch sig-

nifikant höher.

Überlegenheit

Studien)

oder

Nicht-

Unterlegenheit (4 Studien) im Vergleich zu

SSRI/SNRI (Sertralin, Escitalopram, Fluo-

xetin, Venlafaxin oder Duloxetin) wurde in

sechs von sieben Wirksamkeitsstudien in

einer heterogenen Population von depressi-

ven erwachsenen Patienten gezeigt. Die an-

tidepressive Wirksamkeit wurde entweder

als primärer Endpunkt oder als sekundärer

Endpunkt

anhand

HAMD-17

Score

bewertet.

einer

Studie

Rückfallprävention

konnte der Erhalt der antidepressiven Wirk-

samkeit gezeigt werden. Patienten, die auf

eine 8- bzw. 10-wöchige Akutbehandlung

mit Agomelatin 25-50 mg (einmal täglich,

open-label) ansprachen, wurden für weitere

6 Monate entweder auf Agomelatin 25-50

mg einmal täglich oder Placebo randomi-

siert. Agomelatin 25-50 mg einmal täglich

zeigten eine statistisch signifikante Überle-

genheit gegenüber Placebo (p=0,0001) be-

zogen auf das primäre Zielkriterium (Prä-

vention eines depressiven Rückfalls), ge-

messen als Zeit bis zum Auftreten eines

Rückfalls. Die Inzidenz für Rückfälle wäh-

rend

6-monatigen

doppelblinden

follow-up-Phase betrug 22 % für Agomela-

tin bzw. 47 % für Placebo.

Agomelatin

verändert

gesunden

Pro-

banden nicht die Aufmerksamkeit am Tag

oder das Gedächtnis. Bei depressiven Pati-

enten erhöhte Agomelatin 25 mg den „Slow

Wave Sleep“ ohne den REM (Rapid Eye

Movement)-Schlafanteil

oder

REM-

Latenz zu verändern. Agomelatin 25 mg

induzierte auch eine Verkürzung der Ein-

schlafzeit und der Zeit bis zum Herzfre-

quenzminimum. Bereits ab der ersten Be-

handlungswoche

zeigte

sich

eine

signifi-

kante Verbesserung im

Hinblick auf das

Einschlafen und die Schlafqualität, wobei

nach Beurteilung durch die Patienten keine

Tagesmüdigkeit auftrat.

In einer speziellen Vergleichsstudie zur se-

xuellen Dysfunktion konnte bei Patienten in

Remission unter Agomelatin ein numeri-

scher Trend (statistisch nicht signifikant) zu

weniger sexueller Dysfunktion bei den Er-

regungs-

Orgasmus-Scores

nach

Effects

Scale

(SEXFX)

unter

Venlafaxin

gezeigt

werden.

zusam-

mengefasste Analyse verschiedener Studien

mit der Arizona Sexual Experience Scale

(ASEX) ergab, dass Agomelatin nicht im

Zusammenhang mit sexueller Dysfunktion

stand. Bei gesunden Probanden blieb unter

Agomaval die sexuelle Funktion im Ver-

gleich zu Paroxetin erhalten.

Agomelatin verhielt sich in klinischen Stu-

dien in Bezug auf Herzfrequenz und Blut-

druck neutral.

In einer Studie zur Beurteilung von Absetz-

symptomen

mittels

Discontinuation

Emergent

Signs

Symptoms

(DESS)-

Checkliste bei Patienten in der Remission

induzierte Agomelatin nach abruptem Be-

handlungsabbruch kein Absetzsyndrom.

Agomelatin hat kein Missbrauchspotential,

wie in Studien an gesunden Probanden mit

Hilfe einer speziellen visuellen Analogska-

la oder auch der Addiction Research Center

Inventory (ARCI) 49-Punkte-Liste festge-

stellt wurde.

In einer 8-wöchigen Placebo-kontrollierten

Studie an älteren depressiven Patienten (≥

Jahre;

n=222,

davon

erhielten

Agomelatin),

täglich

25-50

Agomelatin erhielten, zeigte sich ein statis-

tisch

signifikanter

Unterschied

2,67

Punkten im HAM-D-Gesamt Score, dem

primären Endpunkt. Die Analyse der Res-

ponderraten zeigte einen Vorteil zugunsten

von Agomelatin. Bei sehr alten Patienten (≥

Jahre;

n=69,

davon

erhielten

Agomelatin)

konnte

keine

Verbesserung

beobachtet werden. Die Verträglichkeit von

Agomelatin bei älteren Patienten ist ver-

gleichbar mit der bei jüngeren Erwachse-

nen.

Eine spezifische kontrollierte Studie über 3

Wochen wurde bei Patienten mit Episoden

einer Major Depression, die sich nur unzu-

reichend unter Paroxetin (einem SSRI) oder

Venlafaxin

(einem

SNRI)

verbesserte,

durchgeführt.

einer

Umstellung

Therapie

diesen

Antidepressiva

Agomelatin traten nach dem Absetzen des

SSRI oder des SNRI, sowohl nach abrup-

tem als auch bei ausschleichendem Abset-

vorangegangenen

Therapie,

setzsymptome auf. Diese Absetzsymptome

können mit einem fehlenden frühen An-

sprechen auf Agomelatin verwechselt wer-

den.

Der Prozentsatz an Patienten mit zumindest

einem

Absetzsymptom

eine

Woche

nach

Behandlungsende mit SSRI/SNRI war ge-

ringer

Gruppe

längerer

Aus-

schleichphase (schrittweises Absetzen des

bisherigen SSRI/SNRI über einen Zeitraum

von 2 Wochen) im Vergleich zur Gruppe

mit kurzer Ausschleichphase (schrittweises

Absetzen des bisherigen SSRI/SNRI über

einen Zeitraum von 1 Woche) sowie zur

Gruppe

abruptem

Wirkstoffwechsel

(abruptes Absetzen): 56,1 %, 62,6 % bzw.

79,8 %.

Kinder und Jugendliche

Fachinformation

Agomaval

25 mg Filmtabletten

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat

für das Referenzarzneimittel, das Agomela-

enthält,

eine

Zurückstellung

Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen

zu Studien in allen pädiatrischen Alters-

klassen in der Behandlung von Episoden

einer Major Depression gewährt (siehe Ab-

schnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwen-

dung bei Kindern und Jugendlichen).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption und Bioverfügbarkeit

Agomelatin

wird

nach

oraler

Einnahme

schnell und gut (≥ 80%) resorbiert. Die ab-

solute Bioverfügbarkeit ist gering (< 5%

bei der oralen therapeutischen Dosis) und

inter-individuelle

Variabilität

trächtlich.

Bioverfügbarkeit

Frauen höher als bei Männern. Sie wird

durch die Einnahme oraler Kontrazeptiva

erhöht und durch Rauchen verringert. Die

maximale Plasmakonzentration wird 1 bis 2

Stunden nach der Einnahme erreicht.

Im therapeutischen Dosisbereich nimmt die

systemische

Agomelatin-Exposition

pro-

portional zur Dosis zu. Bei höherer Dosie-

rung kommt es zu einer Sättigung des First-

Pass-Effekts.

Die Bioverfügbarkeit und Resorptionsrate

werden durch Nahrungsaufnahme (normale

oder auch stark fetthaltige Speisen) nicht

verändert. Die Variabilität nimmt bei stark

fetthaltigen Speisen zu.

Verteilung

Das Verteilungsvolumen beträgt im Steady-

State ungefähr 35 l. Die Plasmaproteinbin-

dung

beträgt

95%,

unabhängig

Konzentration, und bleibt auch bei zuneh-

mendem Alter sowie bei Patienten mit Nie-

reninsuffizienz unverändert. Die ungebun-

dene Fraktion ist jedoch bei Patienten mit

eingeschränkter

Leberfunktion doppelt so

hoch.

Biotransformation

Nach

oraler

Einnahme

wird

Agomelatin

schnell - hauptsächlich durch CYP1A2 in

der Leber - metabolisiert. Die Isoenzyme

CYP2C9 und CYP2C19 sind ebenfalls be-

teiligt,

haben

jedoch

einen

geringen

Anteil am Metabolismus.

Die Hauptmetaboliten, hydroxyliertes und

demethyliertes Agomelatin, sind nicht aktiv

und werden rasch konjugiert und im Urin

ausgeschieden.

Elimination

Die Elimination erfolgt rasch. Die mittlere

Plasmahalbwertszeit

beträgt

zwischen

und 2 Stunden. Die Clearance ist hoch (un-

gefähr

1.100

ml/min)

hauptsächlich

metabolisch.

Die Ausscheidung erfolgt vorwiegend (zu

80%) über den Urin in Form von Metaboli-

ten. Die Ausscheidung des unveränderten

Wirkstoffs über den Urin ist vernachlässig-

bar.

Die Kinetik ist nach wiederholter Einnahme

unverändert.

Patienten mit Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizi-

enz wurde keine wesentliche Veränderung

pharmakokinetischen

Parameter

beo-

bachtet (n=8; 25 mg als Einzeldosis). Je-

doch ist bei Patienten mit schwerer oder

mäßiger Niereninsuffizienz Vorsicht gebo-

ten, da bei diesen Patienten nur begrenzt

klinische Daten zur Verfügung stehen (sie-

he Abschnitt 4.2).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunkti-

In einer speziellen Studie bei zirrhotischen

Patienten mit leichter chronischer (Child-

Pugh

oder

mäßiger

(Child-Pugh

Typ B) Leberfunktionseinschränkung war

die Exposition nach Gabe von Agomelatin

Vergleich

entsprechenden

Probanden (Alter, Gewicht und Rauchge-

wohnheiten)

ohne

Leberfunktionsstörung

deutlich erhöht (70-fach bei Typ A bzw.

140-fach bei Typ B) (siehe Abschnitte 4.2,

4.3 und 4.4).

Ältere Patienten

Eine pharmakokinetische Studie an älteren

Patienten (≥ 65 Jahre) zeigte, dass bei einer

Dosis von 25 mg bei Patienten ≥ 75 Jahre

die mittlere AUC und die mittlere C

das 4-Fache und 13-Fache höher waren als

bei Patienten < 75 Jahre. Die Gesamtzahl

an Patienten, die 50 mg erhielten war zu ge-

ring, um Rückschlüsse zu ziehen. Eine Do-

sisanpassung bei älteren Patienten ist nicht

erforderlich.

Ethnische Gruppen

Es liegen keine Daten zum Einfluss der

Rasse

Pharmakokinetik

Agomelatin vor.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Bei Mäusen, Ratten und Affen wurden so-

wohl nach einmaliger als auch nach wie-

derholter Verabreichung hoher Dosen se-

dierende Effekte beobachtet.

Bei Nagern wurde ab einer Dosis von 125

mg/kg/Tag eine ausgeprägte Induktion von

CYP2B sowie eine mäßige Induktion von

CYP1A und CYP3A festgestellt, während

bei Affen die Induktion von CYP2B und

CYP3A bei einer Dosis von 375 mg/kg/Tag

gering war. In Toxizitätsstudien mit wie-

derholter

Applikation

wurde

Nagern

und Affen keine Hepatotoxizität beobach-

tet.

Agomelatin geht in die Plazenta und die

Föten trächtiger Ratten über.

Reproduktionsstudien

Ratten

ninchen

haben

keinerlei

Effekte

Agomelatin auf die Fertilität, die embryofe-

tale Entwicklung sowie auf die prä- und

postnatale Entwicklung gezeigt.

Eine

Reihe

vitro-

vivo-

Standarduntersuchungen zur Genotoxizität

ergab, dass Agomelatin kein mutagenes o-

der klastogenes Potential besitzt.

Karzinogenitätsstudien

induzierte

Agomelatin in einer Dosierung, die mindes-

tens 110-mal höher war als die therapeuti-

sche Dosis, eine Zunahme der Inzidenz von

Lebertumoren bei Ratten und Mäusen. Die

Lebertumore

stehen

höchstwahrscheinlich

in Zusammenhang mit einer für Nager spe-

zifischen Enzyminduktion. Die Häufigkeit

von gutartigen Mammafibroadenomen bei

Ratten nahm bei hohen Expositionen (60-

fach höher als die therapeutische Dosis) zu,

blieb jedoch im Rahmen der Kontrollen.

Studien zur Sicherheitspharmakologie ha-

ben keinen Effekt von Agomelatin auf den

hERG (human Ether à-go-go Related Ge-

ne)-Strom

oder

Aktionspotential

von Purkinje-Zellen beim Hund ergeben.

Agomelatin hat keine prokonvulsiven Ei-

genschaften nach intraperitonealer Applika-

tion von Dosen bis zu 128 mg/kg bei Mäu-

sen und Ratten gezeigt.

Es wurden keine Effekte von Agomelatin

auf Verhaltensmuster, visuelle und repro-

duktive Funktionen bei jungen Tieren fest-

gestellt.

Eine

leichte

dosisunabhängige

Gewichtsabnahme, die auf die pharmakolo-

gischen Eigenschaften zurückzuführen ist,

sowie

geringfügige

Auswirkungen

männliche Geschlechtsorgane, jedoch ohne

Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähig-

keit, wurden beobachtet.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Mikrokristalline Cellulose, Siliciumdioxid-

beschichtet

Mannitol (Ph.Eur.)

Povidon K30

Hochdisperses Siliciumdioxid

Crospovidon Typ A

Natriumstearylfumarat (Ph.Eur.)

Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

Stearinsäure (Ph.Eur.)

Filmüberzug:

Hypromellose

Macrogol 6000

Titandioxid (E171)

Talkum

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172)

Fachinformation

Agomaval

25 mg Filmtabletten

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für

die Aufbewahrung

Originalverpackung

aufbewahren,

um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der

Temperatur keine

besonderen

Lagerungs-

bedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackung (OPA/Al/PVC//Al)

Packungsgrößen:

14, 28, 56, 98 Filmtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Pa-

ckungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für

die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

TAD Pharma GmbH

Heinz-Lohmann-Straße 5

27472 Cuxhaven

Tel.: (04721) 606 0

Fax: (04721) 606 333

E-Mail: info@tad.de

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

2201747.00.00

DATUM

ERTEILUNG

ZULASSUNG

04. September 2018

10. STAND DER INFORMATION

Januar 2021

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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