Actos 45 mg Tabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
pioglitazonum
Verfügbar ab:
Takeda Pharma AG
ATC-Code:
A10BG03
INN (Internationale Bezeichnung):
pioglitazonum
Darreichungsform:
Tabletten
Zusammensetzung:
pioglitazonum 45 mg ut pioglitazoni hydrochloridum, excipiens pro compresso.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
orales Antidiabetikum
Zulassungsnummer:
55378
Berechtigungsdatum:
2000-09-27

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Actos®

Was ist Actos und wann wird es angewendet?

Actos Tabletten enthalten den Wirkstoff Pioglitazon, der die Insulinwirkung unterstützt und dadurch

Ihren Blutzuckerspiegel kontrolliert, wenn Sie an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) vom Typ 2

erkrankt sind. Diese Diabetesform tritt gewöhnlich erst im Erwachsenenalter auf und muss durch

eine Ernährungsumstellung, körperliche Aktivität und manchmal medikamentös behandelt werden.

Actos wird nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin zur Behandlung von Diabetes vom Typ

2 (Altersdiabetes oder nicht-insulinpflichtiger Diabetes) eingesetzt, wenn der Blutzuckerspiegel nicht

durch eine Ernährungsumstellung und ausreichende körperliche Aktivität eingestellt werden kann

und Metformin (ein anderes blutzuckersenkendes Arzneimittel) nicht geeignet ist. Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin wird regelmässig alle 3 bis 6 Monate überprüfen, ob Actos wirkt und ob Actos die für Sie

geeignete Behandlung darstellt.

Actos kann in Verbindung mit einer Diät allein oder zusammen mit anderen blutzuckersenkenden

Arzneimitteln wie orale Antidiabetika (z.B. Chlorpropamid, Glibenclamid, Gliclazid, Glibornurid,

Glimepirid, Glipizid, Metformin) oder Insulin angewendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Zur Behandlung von Diabetes vom Typ 2 ist auch eine Ernährungskontrolle notwendig. Ihr Arzt oder

Ihre Ärztin wird Ihnen raten, Ihre Kalorienzufuhr einzuschränken, abzunehmen und sich körperlich

zu betätigen. Die Befolgung dieser Anweisungen ist wichtig, um sicherzustellen, dass die

Wirksamkeit von Actos erhalten bleibt.

Wie bei allen anderen Arzneimitteln zur Behandlung des Diabetes sind unter der Therapie mit Actos

regelmässige Kontrollen des Blut- und Urinzuckerspiegels notwendig. Den Konsum von Alkohol

sollten Sie während einer Diabetes-Behandlung meiden.

Wann darf Actos nicht eingenommen werden?

·Wenn Sie bekanntermassen gegen den Wirkstoff Pioglitazon, andere ähnliche Substanzen (so

genannte Thiazolidindione) oder einen der sonstigen Bestandteile der Tabletten allergisch sind.

·Wenn Sie an Diabetes vom Typ 1 leiden (juveniler oder insulinabhängiger Diabetes; diese

Diabetesform tritt in der Regel bereits in der Jugend auf und muss mit Insulininjektionen behandelt

werden).

·Wenn Sie an einer schweren Herzkrankheit leiden (Herzschwäche).

·Bei Zuckerkrankheit mit Stoffwechselentgleisungen (diabetische Ketoazidose).

·Wenn Sie an einer mittelschweren bis schweren Lebererkrankung leiden.

·Wenn Sie schwanger sind oder stillen.

·Bei Kindern und Jugendlichen.

·Wenn Sie Blasenkrebs haben oder jemals gehabt haben.

·Wenn Sie Blut im Urin haben und Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin das nicht untersucht hat

Wann ist bei der Einnahme von Actos Vorsicht geboten?

Wenn Actos zusammen mit anderen oralen Antidiabetika oder Insulin verabreicht wird, kann eine

Hypoglykämie (Unterzuckerung, übermässige Senkung des Blutzuckerspiegels) entstehen.

Bitte beachten Sie Anzeichen von unerwünschten Blutzuckerveränderungen:

·Zu hoher Blutzucker: starkes Durstgefühl, Mundtrockenheit, häufiges Wasserlassen und trockene

Haut. Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, damit er/sie mit Ihnen Ihre Diät besprechen oder

die Tabletteneinnahme korrigieren kann.

·Zu tiefer Blutzucker: u.a. Heisshunger, Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Zittern, Unruhe,

Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Verwirrtheit, Schwindel, Herzklopfen. Diese

Zustände lassen sich häufig rasch durch Einnahme von Zucker (z.B. Würfelzucker: 2-4 Stück, süsse

Fruchtsäfte oder gezuckerten Tee) beheben. Beachten Sie, dass künstliche Süssstoffe unwirksam

sind.

Wird die Einnahme von Zucker unterlassen, kann es infolge extremer Blutzuckersenkungen zu

Sprech- und Sehstörungen, Lähmungserscheinungen oder Empfindungsstörungen und

Bewusstlosigkeit kommen. Besprechen Sie die Beobachtungen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Wenn die Anzeichen nicht verschwinden, informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Ein nicht richtig eingestellter Blutzuckerspiegel kann Ihre Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit

vermindern. Sie sollten Vorsichtsmassnahmen ergreifen, um eine Hypoglykämie (Unterzuckerung)

beim Lenken eines Fahrzeugs oder beim Bedienen von Maschinen zu vermeiden. Das ist besonders

dann wichtig, wenn bei Ihnen die Anzeichen einer Hypoglykämie nur schwach ausgeprägt sind oder

fehlen oder wenn bei Ihnen häufig Hypoglykämien auftreten. In diesen Fällen sollten Sie in Betracht

ziehen, das Lenken eines Fahrzeugs oder das Bedienen von Maschinen zu unterlassen.

Teilen Sie Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mit, wenn bei Ihnen die Leberfunktion eingeschränkt ist. Bei

Patienten mit mittelschweren und schweren Lebererkrankungen soll Actos nicht angewendet werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie an einer diabetischen Augenerkrankung

leiden.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie an einer Herzerkrankung (Herzschwäche)

leiden, insbesondere wenn Sie älter als 75 Jahre sind. Actos kann zu einer Flüssigkeitsansammlung

im Körper mit Gewichtszunahme führen, was die Herzerkrankung verschlimmern kann. Wenn Sie an

einer leichteren Herzschwäche leiden, wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin entscheiden, ob Sie Actos

einnehmen dürfen.

Unter der Behandlung mit Actos kann es zu einer Gewichtszunahme kommen. Eine regelmässige

Kontrolle des Körpergewichtes ist deshalb wichtig.

In klinischen Langzeitstudien beobachtete man bei Frauen, die Pioglitazon erhielten, eine

geringfügig höhere Anzahl von Knochenbrüchen als unter einer Vergleichsbehandlung, nicht jedoch

bei Männern. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird dies bei der Behandlung Ihres Diabetes berücksichtigen.

Actos wird mit einer geringen Erhöhung des Risikos von Blasenkrebs in Verbindung gebracht. Das

Risiko für einen Blasenkrebs steigt bei längerer Therapie. Blasenkrebs ist gelegentlich (kann bis zu 1

von 100 Behandelten betreffen) bei Patienten unter Behandlung mit Actos aufgetreten. Anzeichen

und Symptome umfassen Blut im Urin, Schmerzen beim Harnlassen oder plötzlichen Harndrang.

Wenn Sie eines dieser Anzeichen oder Symptome beobachten, sprechen Sie so bald wie möglich mit

Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Bei Frauen, bei denen keine monatliche Blutung auftritt, die aber auch nicht in den Wechseljahren

sind, können der Eisprung und damit die Monatsblutung bei Einnahme von Actos wieder einsetzen.

Wenn dies bei Ihnen der Fall ist, konsultieren Sie dann bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, da Sie

wieder schwanger werden können.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte) einnehmen!

Dies betrifft insbesondere Arzneimittel zur Behandlung des Diabetes (Zuckerkrankheit) wie z.B.

Chlorpropamid, Glibenclamid, Gliclazid, Glibornurid, Glimepirid, Glipizid oder Insulin.

Darf Actos während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Arzneimittel wie Actos dürfen in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Während der

Schwangerschaft wird der Diabetes mit Insulin behandelt.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft

planen, damit die Diabetesbehandlung auf Insulin umgestellt werden kann.

Während der Stillzeit darf Actos nicht eingenommen werden.

Wie verwenden Sie Actos?

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin bestimmt die Dosierung. In der Regel beträgt die Dosis 1 Tablette Actos 15

mg oder 1 Tablette Actos 30 mg einmal täglich.

Die Einnahme erfolgt morgens mit etwas Flüssigkeit mit oder ohne Mahlzeit.

Falls notwendig, kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die Dosis auf 1 Tablette Actos 45 mg einmal täglich

erhöhen.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann Ihnen Actos auch in Kombination mit anderen blutzuckersenkenden

Arzneimitteln zum Einnehmen oder mit Insulin verschreiben.

Wenn Sie einmal eine Dosis vergessen haben, sollten Sie die nächste Dosis einfach wie gewohnt

einnehmen. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, um die vergessene Tablette nachzuholen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Actos haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Actos, entweder alleine oder zusammen

mit anderen Arzneimitteln gegen Diabetes eingenommen, auftreten:

Häufig: Herzinsuffizienz ist häufig bei Patienten unter Behandlung mit Actos in Kombination mit

Insulin aufgetreten. Symptome sind ungewöhnliche Kurzatmigkeit oder rasche Gewichtszunahme

oder lokale Schwellungen (Ödeme). Wenn eines dieser Symptome bei Ihnen auftritt, insbesondere

wenn Sie über 65 Jahre alt sind, konsultieren Sie sofort einen Arzt bzw. eine Ärztin. Infektionen der

oberen Atemwege, Nasennebenhöhlenentzündung, Halsentzündung, Gewichtszunahme,

Unterzuckerung, Kopfschmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühl, Müdigkeit, Schlaflosigkeit,

Sehstörungen, Schwellungen bedingt durch Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme), Magen-Darm-

Entzündung, Verdauungsstörungen, Zahnprobleme, Gelenk-, Muskel- oder Rückenschmerzen,

Atemnot und Blut im Urin.

Gelegentlich: Blasenkrebs ist gelegentlich bei Patienten unter Behandlung mit Actos aufgetreten.

Anzeichen und Symptome umfassen Blut im Urin, Schmerzen beim Harnlassen oder plötzlicher

Harndrang. Wenn Sie eines dieser Anzeichen oder Symptome beobachten, sprechen Sie sobald wie

möglich mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin. Appetitzunahme.

Selten: Herzschwäche.

Sehr selten: Leberfunktionsstörung.

Sehr selten kann verschwommenes Sehen oder Abnahme des Sehvermögens, vor allem auch nachts,

aufgrund einer Schwellung oder Flüssigkeitsansammlung auftreten. Wenn diese Symptome oder

andere Sehstörungen bei Ihnen zum ersten Mal auftreten oder wenn diese stärker werden, sollten Sie

so schnell wie möglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin informieren.

Wenn Actos zusammen mit anderen Arzneimitteln gegen Diabetes eingenommen wird, kann es

häufiger zu einer Unterzuckerung kommen als mit Actos allein (vor allem bei Kombination mit

Insulin).

Falls Sie die genannten Nebenwirkungen bei sich feststellen, melden Sie diese bitte Ihrem Arzt oder

Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie ebenfalls Ihren

Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Nicht über 30°C lagern. Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung aufgedruckten Verfalldatum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Actos enthalten?

1 Tablette Actos zu 15 mg, 30 mg resp. 45 mg enthält:

Den Wirkstoff Pioglitazon 15 mg, 30 mg resp. 45 mg (als Pioglitazon-Hydrochlorid) und Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

55'378 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Actos? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Actos 15 mg: 28 und 98 Tabletten.

Actos 30 mg: 28 und 98 Tabletten.

Actos 45 mg: 28 und 98 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

Takeda Pharma AG, Freienbach.

Diese Packungsbeilage wurde im November 2016 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Actos®

Takeda Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Pioglitazonum ut Pioglitazoni hydrochloridum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 15 mg, 30 mg und 45 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Actos ist als Therapie der 2. Wahl zur Behandlung von Diabetes mellitus vom Typ 2 (nicht-

insulinpflichtiger Diabetes) bei Patienten indiziert, deren Blutzuckerspiegel durch Diät und

körperliche Aktivität nur unzureichend eingestellt werden kann.

Als Monotherapie soll Actos nur eingenommen werden, wenn Metformin kontraindiziert ist oder

nicht ertragen wird.

Als Zweifach-Kombinationstherapie soll Actos

·mit Metformin nur bei Patienten angewendet werden, die trotz einer Monotherapie mit maximal

verträglichen Dosen von Metformin unzureichend eingestellt sind.

·mit einem Sulfonylharnstoff nur bei Patienten angewendet werden, die eine Metformin-

Unverträglichkeit aufweisen oder bei denen Metformin kontraindiziert ist, und die trotz einer

Monotherapie mit maximal verträglichen Dosen eines Sulfonylharnstoffes unzureichend eingestellt

sind.

Als Dreifach-Kombinationstherapie kann Actos mit Metformin und einem Sulfonylharnstoff bei

Patienten angewendet werden, die trotz einer oralen Zweifach-Kombinationstherapie unzureichend

eingestellt sind.

Pioglitazon ist auch angezeigt für die Kombination mit Insulin bei Patienten, deren Blutzucker mit

Insulin unzureichend eingestellt und bei denen Metformin aufgrund von Kontraindikationen oder

Unverträglichkeit ungeeignet ist.

Drei bis sechs Monate nach Beginn einer Pioglitazon-Behandlung sollten Patienten nochmals

untersucht werden um zu beurteilen, ob diese angemessen auf die Therapie ansprechen (z.B.

Senkung des HbA1c). Bei Patienten, die nicht adäquat auf die Therapie ansprechen, sollte

Pioglitazon abgesetzt werden. Im Hinblick auf die potentiellen Risiken bei verlängerter Therapie

sollten die verschreibenden Ärzte bei den nachfolgenden Routine-Untersuchungen bestätigen, dass

der Nutzen von Pioglitazon weiterhin fortbesteht (siehe Abschnitt «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Die Behandlungsdauer soll auf maximal zwei Jahre eingeschränkt werden, es sei denn, eine Re-

Evaluation nach dieser Zeit ergibt, dass eine längere Dauer überwiegenden Nutzen im Verhältnis

zum Blasenkrebsrisiko aufweist.

Dosierung/Anwendung

Die empfohlene Dosis von Actos beträgt 15 mg oder 30 mg einmal täglich und kann mit oder ohne

Mahlzeit eingenommen werden. Wenn die therapeutische Wirkung nicht ausreicht, kann die Dosis

schrittweise auf 45 mg einmal täglich erhöht werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Patienten mit Niereninsuffizienz:

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance >4 ml/min) ist keine

Dosisanpassung erforderlich. Für Dialysepatienten liegen keine Angaben vor.

Patienten mit Leberinsuffizienz:

Die Clearance von Pioglitazon kann bei leberkranken Patienten verringert sein. Bei Patienten mit

leichter Leberinsuffizienz sollte die Anfangsdosis 15 mg betragen und sollte nur vorsichtig gesteigert

werden.

Aufgrund des veränderten pharmakokinetischen Profils soll Pioglitazon bei Patienten mit mittlerer

und schwerer Leberinsuffizienz nicht angewendet werden (siehe «Kontraindikationen»).

Ältere Patienten:

Wenn Pioglitazon bei älteren Patienten angewendet wird, sollten Ärzte mit der niedrigsten zur

Verfügung stehenden Dosierung beginnen und diese schrittweise erhöhen, insbesondere bei der

Kombination mit Insulin (siehe Abschnitt «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen», unter

«Flüssigkeitsretention und Herzinsuffizienz»).

Kinder und Jugendliche:

Die Untersuchungen zur Wirksamkeit und Sicherheit von Pioglitazon bei Kindern und Jugendlichen

liegen nicht vor.

Kontraindikationen

·Überempfindlichkeit gegen Pioglitazon, andere Thiazolidindione oder einen der Hilfsstoffe.

·Diabetes mellitus vom Typ 1.

·Patienten mit Herzinsuffizienz NYHA III und IV, aufgrund des Risikos einer Flüssigkeitsretention.

·Mittlere bis schwere Leberinsuffizienz.

·Diabetische Ketoazidose.

·Schwangerschaft und Stillzeit.

·Bestehendem Blasenkrebs oder Blasenkrebs in der Vergangenheit.

·Ungeklärter Hämaturie.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Hypoglykämie

Actos kann die Wirkungen von Sulfonylharnstoffen und Insulin verstärken. Daher muss die Dosis

dieser Arzneimittel bei Kombination mit Actos unter Umständen entsprechend reduziert werden.

Flüssigkeitsretention und Herzinsuffizienz

Pioglitazon kann eine Flüssigkeitsretention hervorrufen, die zu einem Auftreten oder zu einer

Verschlechterung einer Herzinsuffizienz führen kann. Die Patienten sollten auf Symptome einer

Herzinsuffizienz, Ödeme und Gewichtszunahme hin beobachtet werden, besonders jene mit

reduzierter kardialer Reserve. Nach Markteinführung wurde über Fälle von Herzinsuffizienz

berichtet, insbesondere wenn Pioglitazon in Kombination mit Insulin angewendet wurde oder bei

Patienten, die eine Herzinsuffizienz in der Anamnese aufwiesen. In einer Outcome-Studie bei

Patienten mit Diabetes mellitus vom Typ 2 und vorbestehender makrovaskulärer Erkrankung wurde

unter Pioglitazon vermehrt über Herzinsuffizienz berichtet. Dies führte jedoch nicht zu einer

erhöhten Mortalität.

Wenn Patienten mit Herzinsuffizienz der Klasse I und II NYHA (New York Heart Association) oder

ältere Patienten mit Pioglitazon behandelt werden, sollte der potentielle Nutzen gegenüber dem

möglichen Risiko sorgfältig abgewogen werden. Bei diesen Patienten muss mit der kleinsten

verfügbaren Dosis begonnen werden. Bei einer Verschlechterung der Herzfunktion muss Pioglitazon

abgesetzt werden.

Da nicht-steroidale Antirheumatika und Pioglitazon mit einer Flüssigkeitsretention assoziiert sind,

kann die gleichzeitige Gabe das Risiko, Ödeme, Gewichtszunahme und Herzinsuffizienz zu

entwickeln, erhöhen.

Ältere Patienten

Die Kombination von Pioglitazon mit Insulin sollte bei älteren Patienten wegen des erhöhten Risikos

einer schweren Herzinsuffizienz mit Vorsicht erwogen werden.

Im Hinblick auf altersbedingte Risiken (insbesondere Blasenkarzinom, Frakturen und

Herzinsuffizienz), sollte vor als auch während der Behandlung bei älteren Patienten das Nutzen-

Risiko Verhältnis sorgfältig abgewogen werden.

Blasenkrebs

Bei der Indikationsstellung ist zu berücksichtigen, dass Pioglitazon mit einem gering erhöhten Risiko

von Blasenkrebs in Verbindung gebracht wird. Fälle von Blasenkarzinomen wurden in einer Meta-

Analyse von kontrollierten klinischen Studien unter Pioglitazon häufiger berichtet (19 Fälle bei

12506 Patienten, 0,15%) als in den Kontrollgruppen (7 Fälle von 10212 Patienten, 0,07%) HR=2,64

(95% KI 1,11-6,31, p=0,029). Nach Ausschluss von Patienten, die der Studienmedikation zum

Zeitpunkt der Blasenkarzinom-Diagnose weniger als 1 Jahr exponiert waren, gab es 7 Fälle (0,06%)

unter Pioglitazon und 2 Fälle (0,02%) in den Kontrollgruppen.

Epidemiologische Studien deuten ebenfalls auf ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs bei Diabetes-

Patienten hin, wobei nicht alle Studien ein signifikant erhöhtes Risiko identifiziert haben. Eine

Assoziation zwischen der kumulierten Expositionsdauer und erhöhtem Blasenkrebsrisiko wurde in

einigen Studien nicht belegt, in anderen schon. Die inkonsistenten Ergebnisse und die inhärenten

Beschränkungen in einigen dieser Studien schliessen eine endgültige Bewertung der

Beobachtungsdaten aus.

Risikofaktoren für Blasenkarzinome sollten vor Beginn einer Pioglitazon-Behandlung beurteilt

werden (Risiken umfassen Alter, Rauchen in der Anamnese, Exposition gegenüber einigen

berufsbedingten oder chemotherapeutischen Stoffen, z.B. Cyclophosphamid oder früherer

Strahlenbehandlung im Beckenbereich).Jegliche Hämaturie sollte vor Aufnahme einer Pioglitazon-

Therapie abgeklärt werden.

Patienten sollten angehalten werden, umgehend ihren Arzt aufzusuchen, wenn während der

Behandlung Hämaturie oder andere Symptome wie Dysurie oder vermehrter Harndrang auftreten.

Leberfunktion

Die Leberenzyme sollten bei allen Patienten vor Beginn der Therapie mit Pioglitazon überprüft

werden. Bei Patienten mit erhöhten Ausgangswerten (ALT >2,5× höher als der obere Normalwert)

oder mit klinischen Anzeichen von aktiven Leberfunktionsstörungen sollte die Therapie mit

Pioglitazon nicht durchgeführt werden.

Nach Beginn der Therapie mit Pioglitazon wird empfohlen, die Leberenzyme regelmässig zu

überprüfen. Falls bei Patienten, die mit Pioglitazon behandelt werden, der ALT-Wert den oberen

Normalwert um mehr als das Dreifache übertrifft, sollte die Überprüfung der Leberenzymwerte

möglichst bald wiederholt werden. Bleiben die ALT-Werte über dem dreifachen Normalwert, sollte

die Therapie abgebrochen werden.

Die Leberenzyme sollten überprüft werden, wenn der Patient Symptome entwickelt, die auf eine

Dysfunktion der Leber hinweisen könnten, worunter unerklärliche Übelkeit, Erbrechen,

Bauchschmerzen, Müdigkeit, Anorexie und/oder dunkel gefärbter Urin fallen. Die Entscheidung über

die Weiterführung der Therapie mit Pioglitazon sollte sich, bis die Laborwerte eingetroffen sind, auf

die klinische Beurteilung stützen. Wenn eine Gelbsucht beobachtet wird, sollte die Therapie

abgebrochen werden.

Gewichtszunahme

In kontrollierten Studien betrug die mittlere Gewichtszunahme innerhalb eines Jahres unter

Pioglitazon als Monotherapie 2-3 kg. Dies ist vergleichbar mit der Gewichtszunahme, die in der

Vergleichsgruppe unter Sulfonylharnstoff beobachtet wurde. In Kombinationsstudien führte die

Gabe von Pioglitazon zusätzlich zu Metformin zu einer mittleren Gewichtszunahme von 1,5 kg und

von Pioglitazon zusätzlich zu Sulfonylharnstoff zu einer Gewichtszunahme von 2,8 kg innerhalb

eines Jahres. In Vergleichsgruppen, in denen Sulfonylharnstoff zusätzlich zu Metformin gegeben

wurde, betrug die mittlere Gewichtszunahme 1,3 kg. Bei Gabe von Metformin zusätzlich zu

Sulfonylharnstoff zeigte sich eine Gewichtsreduktion um 1,0 kg.

Das Gewicht ist unter Behandlung mit Pioglitazon engmaschig zu kontrollieren. Ein Teil der

Behandlung des Diabetes ist die diätetische Kontrolle. Den Patienten sollte geraten werden, sich

strikt an eine kalorienkontrollierte Ernährung zu halten.

Hämatologie

Als Folge einer Hämodilution trat unter der Therapie mit Pioglitazon eine geringfügige Reduktion

der mittleren Hämoglobinwerte (relative Reduktion um 4%) und des Hämatokrits (relative Reduktion

um 4,1%) auf. Ähnliche Veränderungen wurden unter Metformin (relative Reduktion des

Hämoglobins um 3–4% und des Hämatokrits um 3,6–4,1%) und zu einem geringeren Ausmass auch

unter Sulfonylharnstoffen (relative Reduktion des Hämoglobins um 1–2% und des Hämatokrits um

1–3,2%) bei Patienten in kontrollierten Studien mit Pioglitazon beobachtet.

Augen

Unter der Therapie mit Thiazolidindionen, einschliesslich Pioglitazon, wurde sehr selten über ein

Auftreten oder eine Verschlechterung eines Makulaödems mit Verschlechterung des Sehvermögens

berichtet. In der Mehrzahl der Fälle berichteten die Patienten gleichzeitig über periphere Ödeme. Es

ist unklar, ob ein direkter Zusammenhang zwischen Pioglitazon und Makulaödem besteht oder nicht.

Bei Patienten, die über Störungen des Sehvermögens klagen, sollte die Möglichkeit von

Makulaödemen in Betracht gezogen werden und gegebenenfalls eine entsprechende

ophtalmologische Abklärung eingeleitet werden.

Knochen

Bei einer Analyse von Berichten zu unerwünschten Ereignissen aus randomisierten, kontrollierten

Doppelblindstudien mit Pioglitazon (8'100 Patienten unter Pioglitazon und 7'400 Patienten unter

Vergleichsbehandlung bei einer Behandlungsdauer von bis zu 3,5 Jahren) wurde eine erhöhte

Inzidenz von Knochenfrakturen bei Frauen beobachtet.

Unter Pioglitazon wurden bei 2,6% der Frauen Frakturen festgestellt, im Vergleich zu 1,7% bei den

Frauen unter Vergleichsbehandlung. Dies entspricht 1,9 Frakturen pro 100 Patientenjahre unter

Pioglitazon und 1,1 Frakturen pro 100 Patientenjahre unter Vergleichsbehandlung. Bei Männern

wurde unter Pioglitazon keine Zunahme der Frakturrate gegenüber Vergleichsbehandlung

beobachtet. Die Mehrzahl der Frakturen, die bei Frauen unter Pioglitazon beobachtet wurden,

betrafen Unterarm, Hand und Handgelenk bzw. Fuss, Knöchel, Waden- und Schienbein. Das

Frakturrisiko sollte bei der Langzeitbehandlung von Frauen mit Pioglitazon berücksichtigt werden.

Ovulation

Durch die verbesserte Insulinwirkung kann die Behandlung mit Pioglitazon bei Patientinnen mit

polyzystischem Ovarialsyndrom zum Wiedereinsetzen der Ovulation führen. Bei diesen Patientinnen

besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft. Die Patientinnen sind entsprechend zu informieren.

Falls eine Patientin eine Schwangerschaft wünscht oder diese eintritt, ist die Behandlung abzusetzen

(siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Interaktionen

In Humanstudien fanden sich keinerlei Hinweise auf eine Induktion von CYP1A, 2C8/9 und 3A4

durch Pioglitazon.

In-vitro-Studien zeigten keine Hemmung von CYP-Subtypen durch Pioglitazon. Wechselwirkungen

mit Arzneimitteln, die von diesen Enzymen metabolisiert werden, sind nicht zu erwarten.

Actos übt keine relevanten Wirkungen auf die Pharmakokinetik oder Pharmakodynamik von

Digoxin, Warfarin und Phenprocoumon aus.

Eine gleichzeitige Verabreichung von Actos und Sulfonylharnstoffen bzw. Metformin hat keinen

Einfluss auf die Kinetik der Sulfonylharnstoffe und Metformin.

Die Bioverfügbarkeit von Pioglitazon wird durch die gleichzeitige Gabe von aluminium- und

magnesiumhaltigen Antazida nicht beeinträchtigt.

Da nicht-steroidale Antirheumatika und Pioglitazon mit einer Flüssigkeitsretention assoziiert sind,

kann die gleichzeitige Gabe das Risiko erhöhen, Ödeme und Herzinsuffizienz zu erleiden.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Pioglitazon und Gemfibrozil (einem CYP2C8-Inhibitor) wurde

über eine 3-fache Erhöhung der Pioglitazon-AUC berichtet. Eine Verringerung der Pioglitazon-Dosis

bei gleichzeitiger Verabreichung von Gemfibrozil oder einem anderen CYP2C8-Inhibitor (z.B.

Trimethoprim) kann gegebenenfalls notwendig sein. Eine engmaschische Überwachung des

Blutzuckerspiegels sollte in Betracht gezogen werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Pioglitazon und Rifampicin (einem CYP2C8-Induktor) wurde über eine

Erniedrigung der Pioglitazon-AUC um 54% berichtet. Bei gleichzeitiger Verabreichung von

Rifampicin muss gegebenenfalls die Pioglitazon-Dosis erhöht werden. Eine engmaschige

Überwachung des Blutzuckerspiegels sollte in Betracht gezogen werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Tierstudien haben unerwünschte Effekte auf den Foeten gezeigt (verzögertes Wachstum), aber es

existieren keine kontrollierten Humanstudien. Das verzögerte Wachstum des Föten ist darauf

zurückzuführen, dass Pioglitazon die Hyperinsulinämie der Mutter verringerte und die in der

Schwangerschaft erhöhte Insulinresistenz erniedrigte, wodurch sich die Verfügbarkeit der

metabolischen Substrate für das fötale Wachstum verringerte. Die Bedeutung dieses

Wirkmechanismus für Frauen mit nicht-insulinpflichtigem Diabetes mellitus ist noch unklar.

Pioglitazon soll in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden (siehe «Kontraindikationen»).

Pioglitazon wurde in der Milch säugender Ratten nachgewiesen. Es ist nicht bekannt, ob Pioglitazon

in die Muttermilch ausgeschieden wird. Wenn die Behandlung mit Actos als notwendig erachtet

wird, muss abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Durch die mögliche Verstärkung der hypoglykämischen Wirkung von Sulfonylharnstoffen und

Insulin bei einer Kombinationstherapie mit Actos kann die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu lenken oder

eine Maschine zu bedienen, beeinträchtigt werden.

Unerwünschte Wirkungen

Bei Verabreichung von Actos als Monotherapie oder in Kombination mit Sulfonylharnstoffen,

Metformin oder Insulin wurden unerwünschte Ereignisse in 50–70% der Patienten festgestellt. Diese

waren meist leichter Natur. Im Vordergrund standen Infektionen der oberen Atemwege,

Kopfschmerzen, Arthralgien, periphere Ödeme und Gewichtszunahme.

In klinischen Studien mit Verabreichung von Pioglitazon als Monotherapie traten hypoglykämische

Reaktionen bei 1% der Patienten auf. In Kombinationstherapie mit Sulfonylharnstoffen, Metformin

oder Insulin traten hypoglykämische Reaktionen bei 1,9%, 0,6% und 11,6% der Patienten auf. Diese

zeigen in der Regel einen leichten Verlauf und sind durch die Einnahme von Kohlenhydraten zu

behandeln. In schweren Fällen ist eine Glukoseinfusion erforderlich.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Infektionen der oberen Atemwege, Sinusitis, Pharyngitis.

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Gelegentlich: Blasenkrebs.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Hypoglykämie in Kombination mit Insulin (11,6%).

Häufig: Gewichtszunahme. Hypoglykämie bei Monotherapie oder in Kombination mit

Sulfonylharnstoffen.

Gelegentlich: Appetitzunahme, Hypoglykämie in Kombination mit Metformin.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Parästhesie, Hypästhesie, Müdigkeit, Schlaflosigkeit.

Augenerkrankungen

Häufig: Sehstörungen.

Sehstörungen wurden überwiegend im Frühstadium der Behandlung berichtet und sind eine Folge

der Veränderungen der Blutzuckerwerte. Diese führen zu einer vorübergehenden Veränderung des

Turgors und des Brechungsindexes der Linse, wie sie auch bei anderen hypoglykämischen

Wirkstoffen beobachtet werden.

Herzerkrankungen

Selten: Herzinsuffizienz.

Gefässerkrankungen

Häufig: Ödeme, periphere Ödeme.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Gastroenteritis, Dyspepsie, Zahnprobleme.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten: Erhöhung der Transaminasen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Arthralgien, Myalgien, Rückenschmerzen.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Dyspnoe.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Hämaturie.

Untersuchungen

Häufig: Erhöhung der LDH, Erhöhung der Kreatinphosphokinase.

PMS-Erfahrungen

Seit Markteinführung wurden selten Fälle von Herzinsuffizienz, erhöhten Leberenzymwerten und

hepatozellulärer Dysfunktion berichtet, dies v.a. bei älteren Patienten mit kardialer Vorbelastung

sowie bei Patienten mit weiteren Risikofaktoren. In sehr seltenen Fällen wurde bei Patienten mit

Leberveränderungen über einen tödlichen Verlauf berichtet. Ein Kausalzusammenhang konnte

jedoch nicht nachgewiesen werden.

Über das Auftreten von Makulaödem wurde berichtet. Die Häufigkeit von Makulaödem lässt sich

aufgrund der vorhandenen Daten jedoch nicht bestimmen (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Bei retrospektiven Analysen von klinischen Studien wurde ein erhöhtes Frakturrisiko bei Frauen

festgestellt (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Überdosierung

Die maximal untersuchte Dosis ist 60 mg. Eine maximal tolerierte Dosis wurde nicht etabliert.

Bei einer Überdosierung sind symptomatische und allgemein unterstützende Massnahmen zu

ergreifen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A10BG03

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Pioglitazon gehört zur Gruppe der Thiazolidindione und scheint über eine Aktivierung spezifischer

Kernrezeptoren (Peroxisom-Proliferator-aktivierter Rezeptor γ, PPARγ) zu wirken, was zu einer

erhöhten Insulinsensitivität von Leber-, Fett- und Skelettmuskelzellen führt. Es konnte gezeigt

werden, dass Pioglitazon die Fähigkeit von Insulin zur Unterdrückung der Glukoseproduktion der

Leber und zur Erhöhung des peripheren Glukoseverbrauchs im Fall einer Insulinresistenz

wiederherstellt.

Die nüchterne und post-prandiale Blutzuckerkontrolle von Patienten mit Diabetes mellitus vom Typ

2 wird verbessert. Diese verbesserte Blutzuckerkontrolle geht mit einer Senkung der nüchternen und

post-prandialen Plasmainsulinkonzentrationen einher.

Klinische Wirksamkeit

In klinischen Studien über 2 Jahre, in denen Pioglitazon entweder als Monotherapie oder als

Zusatztherapie zu Metformin oder einem Sulfonylharnstoff im Vergleich zu Metformin oder einem

Sulfonylharnstoff untersucht wurde, bewirkte Pioglitazon eine Verbesserung der glykämischen

Kontrolle.

Pioglitazon senkt die Gesamt-Triglyzeride und die freien Fettsäuren und erhöht die HDL-

Cholesterinspiegel. LDL-Cholesterinspiegel bleiben unverändert.

Pioglitazon führt zu einer Gewichtszunahme. Es handelt sich überwiegend um eine Zunahme des

peripheren und subkutanen Körperfettes. Die Veränderungen der Körperfettverteilung unter

Pioglitazon gehen mit einer Verbesserung der Insulinsensitivität einher.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Verabreichung wird Pioglitazon schnell absorbiert, wobei maximale

Plasmakonzentrationen ca. 2 Stunden nach Verabreichung erreicht werden. Proportionale Anstiege

der Plasmakonzentration wurden für Dosierungen im Bereich von 2-60 mg beobachtet. Der Steady-

State wird 4-7 Tage nach Beginn der Einnahme erreicht.

Eine wiederholte Verabreichung führt nicht zur Akkumulation des Wirkstoffs und seiner

Metaboliten. Die Absorption wird durch die Nahrungsaufnahme nicht beeinflusst. Die absolute

Bioverfügbarkeit ist >80%.

Distribution

Das geschätzte Verteilungsvolumen beträgt 0,25 l/kg.

Pioglitazon wird zu über 99% an Plasmaproteine (Albumin) gebunden. Es wird kaum von

Erythrozyten aufgenommen.

Metabolismus

Pioglitazon wird in der Leber durch Hydroxylierung der aliphatischen Methylengruppen

metabolisiert. Die Metabolisierung erfolgt hauptsächlich über CYP2C8 und in geringerem Umfang

über CYP3A4; ebenfalls beteiligt sind verschiedene andere Isoformen einschliesslich des

überwiegend extrahepatischen CYP1A1. Drei der sechs identifizierten Metaboliten sind aktiv. Die

beiden aktiven Hauptmetaboliten M-IV und M-III haben eine 3-mal längere Halbwertszeit und die

Plasmaspiegel überschreiten nach 8 Stunden den der Muttersubstanz. Die Plasmaproteinbindung der

Metaboliten M-II, M-III und M-IV ist vergleichbar mit derjenigen der Muttersubstanz.

Elimination

Nach oraler Verabreichung von radioaktiv markiertem Pioglitazon beim Menschen wurde der

Marker hauptsächlich in den Fäzes (55%) und zu einem geringeren Ausmass im Urin (45%)

wiedergefunden. M-III wird nicht über die Nieren eliminiert.

Die mittlere Plasmaeliminationshalbwertszeit der Muttersubstanz beträgt 5–6 Stunden, diejenige der

aktiven Metaboliten liegt bei 16–23 Stunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Die Pharmakokinetik im Steady-state ist bei älteren und jüngeren Patienten vergleichbar.

Pädiatrie

Zur Pharmakokinetik in der Pädiatrie liegen keine Daten vor.

Patienten mit Niereninsuffizienz

Die Plasmakonzentrationen von Pioglitazon und seiner Metaboliten sind bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion niedriger als bei gesunden Probanden, wobei die Clearance der

Muttersubstanz aber ähnlich ist. Die Konzentration von freiem Pioglitazon bleibt somit unverändert.

Patienten mit Leberinsuffizienz

Die Clearance von Pioglitazon ist bei Leberinsuffizienz reduziert. Die Gesamtkonzentration von

Pioglitazon im Plasma bleibt unverändert, aber das Verteilungsvolumen und die ungebundene

Fraktion nehmen zu.

Präklinische Daten

In toxikologischen Studien trat bei Mäusen, Ratten, Hunden und Affen übereinstimmend nach

wiederholter Verabreichung eine Plasmavolumen-Vergrösserung mit Hämodilution, Anämie und

reversibler exzentrischer Herzhypertrophie auf. Zusätzlich wurden vermehrte Fettablagerungen und

Infiltrationen beobachtet. Bei Plasmakonzentrationen, die dem 4-fachen und weniger des

Plasmaspiegels bei klinischer Anwendung entsprechen, wurden diese Befunde bei allen Spezies

gefunden.

In Tierstudien mit Pioglitazon traten fötale Wachstumsverzögerungen auf. Dies ist darauf

zurückzuführen, dass unter Behandlung mit Pioglitazon die in der Gestation entstehende

Hyperinsulinämie und erhöhte Insulinresistenz des Muttertieres vermindert und dadurch die

Verfügbarkeit der metabolischen Substrate für das fötale Wachstum verringert wird.

Pioglitazon zeigte in einer umfangreichen Serie von In-vivo- und In-vitro-Studien kein genotoxisches

Potential. In Langzeitstudien (bis zu 2 Jahren) wurden bei der Ratte erhöhte Inzidenzen von

Hyperplasien (bei männlichen und weiblichen Ratten) und Tumoren (bei männlichen Ratten) des

Harnblasenepithels induziert. Die Bildung bzw. das Vorhandensein von Harnsteinen mit

nachfolgender Reizung und Hyperplasie wurde als Grundlage für die beobachtete karzinogene

Reaktion bei männlichen Ratten angesehen. Eine 24-monatige mechanistische Studie an männlichen

Ratten zeigte, dass die Verabreichung von Pioglitazon zu einer erhöhten Inzidenz von

hyperplastischen Veränderungen in der Blase führte. Eine durch Diät bei Zugabe von NH4Cl zu

Pioglitazon herbeigeführte Ansäuerung des Urins verringerte die Inzidenz von Tumoren signifikant,

beseitigte sie jedoch nicht. Das Vorhandensein von Mikrokristallen verschlimmerte die

hyperplastische Reaktion, wurde aber nicht als primäre Ursache für die hyperplastischen

Veränderungen angesehen. Eine Relevanz der karzinogenen Befunde, die bei männlichen Ratten

auftraten, kann für den Menschen nicht ausgeschlossen werden. Bei Mäusen beiderlei Geschlechts

traten keine Tumoren auf. Hyperplasien der Harnblase wurden bei Hunden und Affen, die bis zu 12

Monaten mit Pioglitazon behandelt wurden, nicht beobachtet.

In einem Tiermodell der familiären adenomatösen Polyposis (FAP) führte die Behandlung mit zwei

anderen Thiazolidindionen zu einer erhöhten Häufigkeit von Kolontumoren. Die Relevanz dieser

Befunde ist unbekannt.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung aufgedruckten Verfalldatum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 30 °C lagern.

Zulassungsnummer

55378 (Swissmedic).

Packungen

Tabletten zu 15 mg: 28 und 98. [B]

Tabletten zu 30 mg: 28 und 98. [B]

Tabletten zu 45 mg: 28 und 98. [B]

Zulassungsinhaberin

Takeda Pharma AG, Freienbach.

Stand der Information

November 2016.

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