Bicalutamid-Teva 50 mg Filmtabletten

Швейцария - немски - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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01-05-2020

Активна съставка:
bicalutamidum
Предлага се от:
Teva Pharma AG
АТС код:
L02BB03
INN (Международно Name):
bicalutamidum
Лекарствена форма:
Filmtabletten
Композиция:
bicalutamidum 50 mg, excipiens pro compresso obducto.
Клас:
B
Терапевтична група:
Synthetika
Терапевтична област:
Prostatakarzinom
Номер на разрешението:
58427
Дата Оторизация:
2009-05-14

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Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Bicalutamid-Teva Filmtabletten

Teva Pharma AG

Was ist Bicalutamid-Teva und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Bicalutamid-Teva enthält den Wirkstoff Bicalutamid. Dieser blockiert die unerwünschte Wirkung der

Androgene (männliche Sexualhormone) auf das Zellwachstum der Prostata.

Bicalutamid-Teva in der Dosierung 50 mg wird angewendet zur Behandlung des fortgeschrittenen

Prostatatumors mit Metastasen (Ableger) in Kombination mit anderer medikamentöser oder

chirurgischer Behandlung.

Bicalutamid-Teva in der Dosierung 150 mg wird eingesetzt zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen

Prostatatumors ohne Metastasen (Ableger), sofern eine andere medikamentöse Behandlung, eine

chirurgische Behandlung oder eine Bestrahlung nicht angewendet werden können oder als

unterstützende Behandlung nach operativer Entfernung oder Bestrahlung.

Bicalutamid-Teva darf nur unter ständiger Kontrolle des Arztes oder der Ärztin verwendet werden.

Wann darf Bicalutamid-Teva nicht eingenommen werden?

Bicalutamid-Teva darf bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe

nicht eingenommen werden.

Bicalutamid-Teva darf nicht von Frauen eingenommen werden, dies gilt im Besonderen auch für

schwangere oder stillende Frauen.

Bicalutamid-Teva darf auch nicht von Kindern und Jugendlichen eingenommen werden.

Wann ist bei der Einnahme von Bicalutamid-Teva Vorsicht geboten?

Bei mässigen bis schweren Lebererkrankungen sollte Bicalutamid-Teva nur mit Vorsicht angewendet

werden. Der Arzt oder die Ärztin wird deshalb eventuell vor und während der Therapie Ihre

Leberfunktion überprüfen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, falls Sie an Herz- oder Blutgefässerkrankungen

einschliesslich Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) leiden oder Arzneimittel zur Behandlung dieser

Krankheiten einnehmen. Das Risiko für Herzrhythmusstörungen kann durch die Einnahme von

Bicalutamid-Teva erhöht sein.

Bicalutamid-Teva kann Auswirkungen auf einige Arzneimittel haben, die zur Behandlung von

Herzrhythmusstörungen (z.B. Chinidin, Procainamid, Amiodaron und Sotalol) angewendet werden, oder

kann das Risiko von Herzrhythmusstörungen erhöhen, wenn es zusammen mit einigen anderen

Arzneimitteln angewendet wird (z.B. Methadon, Moxifloxacin (Antibiotikum) und Antipsychotika).

Es kann sein, dass Bicalutamid-Teva die Wirkung von blutgerinnungshemmenden Medikamenten

verstärkt. Informieren Sie deshalb Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls Sie Blutverdünner oder

blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen müssen.

Bicalutamid-Teva enthält den Hilfsstoff Laktose. Bei Patienten mit Laktoseunverträglichkeit ist deshalb

Vorsicht geboten.

Wenn Sie an Diabetes leiden, kann Bicalutamid-Teva Ihre Diabeteserkrankung verstärken oder den

Blutzuckerspiegel verändern. Informieren Sie deshalb Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls Sie an Diabetes

leiden.

Während Sie Bicalutamid-Teva einnehmen und auch bis 130 Tage nach dem Absetzen von Bicalutamid-

Teva sollten Sie und/oder Ihr Partner eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Sprechen Sie mit

Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin, falls Sie Fragen zur Verhütung haben.

Bicalutamid-Teva kann die männliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Diese Beeinträchtigung ist

möglicherweise reversibel.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen, auf Grund von Nebenwirkungen wie Schwindel und

Schläfrigkeit.Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Bicalutamid-Teva während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Bicalutamid-Teva darf nicht von Frauen eingenommen werden. Dies gilt insbesondere für schwangere

und stillende Frauen.

Wie verwenden Sie Bicalutamid-Teva?

Die übliche Dosierung beträgt eine Filmtablette (50 mg bzw. 150 mg) pro Tag. Nehmen Sie die

Filmtabletten immer bei der gleichen Gelegenheit, z.B. beim Frühstück, ein. Es spielt keine Rolle, ob Sie

die Filmtabletten vor, während oder nach der Mahlzeit schlucken.

Falls Sie an einem Tag vergessen haben, die Filmtablette einzunehmen, sollten Sie dies nicht nachholen,

sondern nehmen Sie am darauffolgenden Tag die nächste Filmtablette zur üblichen Zeit ein. Falls Sie

mehr als die vorgeschriebene Dosierung eingenommen haben, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

konsultieren.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Bicalutamid-Teva haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Bicalutamid-Teva auftreten:

Bicalutamid-Teva 50 mg und 150 mg

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern) und häufig (betrifft 1 bis 10 von 100

Anwendern)

Hitzewallungen, Brustschwellen, Spannungsgefühl und Schmerzen der Brust, Schwäche, Schmerzen im

Bereich des Brustkorbs, Bauchschmerzen, Rückenschmerzen, Verstopfung, Verdauungsbeschwerden,

Übelkeit, Blähungen, Schwindel, Flüssigkeitsansammlung im Gewebe, Hautausschläge, Juckreiz,

Störungen der Leberfunktion, evtl. mit Gelbsucht (gelbe Haut und Augen), Blut im Urin, Schläfrigkeit,

vermindertes sexuelles Verlangen, Impotenz, Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme, Anstieg des

Blutzuckers, Blutarmut, Appetitlosigkeit, Haarausfall, Depressionen.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Allergische Reaktionen einschliesslich Schwellung an Gesicht, Lippen und Hals oder mit

Quaddelbildung, Nesselfieber, schwere Lungenerkrankung.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

Leberversagen, Lichtempfindlichkeit.

Unbekannt

Trockene Haut, vermehrter Haarwuchs.

Bicalutamid-Teva 50 mg

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Herzinfarkt und Herzversagen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden. Sollten Sie Filmtabletten besitzen, deren Haltbarkeit abgelaufen ist, so bringen Sie diese bitte in

Ihre Apotheke zur Vernichtung zurück.

Lagerungshinweis

Nicht über 30°C und vor Licht geschützt aufbewahren. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Bicalutamid-Teva enthalten?

1 Filmtablette enthält 50 mg bzw. 150 mg Bicalutamid als Wirkstoff, Laktose und weitere Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

58427 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Bicalutamid-Teva? Welche Packungen sind erhältlich?

Bicalutamid-Teva erhalten Sie in Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen zu 30 und 100 Filmtabletten à 50 mg.

Packungen zu 30 und 100 Filmtabletten à 150 mg.

Zulassungsinhaberin

Teva Pharma AG, Basel.

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Interne Versionsnummer: 6.1

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Fachinformation

Bicalutamid-Teva Filmtabletten

Teva Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Bicalutamidum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten à 50 mg bzw. 150 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Bicalutamid-Teva (50 mg/Tag) in Kombination mit LHRH-Analoga oder Orchiektomie beim

fortgeschrittenen, metastasierenden Prostatakarzinom (M1). Die Erfahrungen in Kombination mit

chirurgischer Kastration sind beschränkt.

Bicalutamid-Teva (150 mg/Tag) beim lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom (T3-4, jedes N, M0;

T1-2, N+, M0) als Monotherapie, wenn die Standardtherapien radikale Prostatektomie,

Radiotherapie, chirurgische oder medikamentöse Kastration nicht geeignet sind.

Bicalutamid-Teva (150 mg/Tag) adjuvant nach radikaler Prostatektomie oder Strahlentherapie bei

Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom und hohem Risiko einer Progression.

Beim metastasierenden Prostatakarzinom soll die Monotherapie mit Bicalutamid-Teva 150 mg/Tag

nicht angewendet werden.

Dosierung/Anwendung

Art der Anwendung

Anwendung einmal täglich unabhängig von einer Mahlzeit.

Bicalutamid-Teva 50 mg (beim fortgeschrittenen, metastasierenden Prostatakarzinom)

Die Dosierung bei Männern beträgt 50 mg. Die Behandlung mit Bicalutamid-Teva soll gleichzeitig

mit der Behandlung mit LHRH-Analoga beginnen.

Bicalutamid-Teva 150 mg (beim lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom)

Die Dosierung bei Männern beträgt 150 mg.

Dauer der Behandlung

Die Anwendung von Bicalutamid-Teva kann solange fortgesetzt werden, wie Hinweise für ein

therapeutisches Ansprechen vorliegen oder bis unerwünschte Wirkungen einen Therapieabbruch

erforderlich machen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ältere Patienten

Eine Dosisanpassung in Abhängigkeit vom Alter ist nicht erforderlich.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Bei leichten bis mittelschweren Nierenerkrankungen sind keine Dosisanpassungen notwendig. Es

liegen keine Daten für die Dosierung bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz vor (Kreatinin-

Clearance <20 ml/Min.) (siehe «Kinetik spezieller Patientengruppen»).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei leichten Lebererkrankungen sind keine Dosisanpassungen notwendig. Bei Patienten mit

mässigen bis schweren Lebererkrankungen ist eine gesteigerte Kumulierung der Substanz möglich.

Bei diesen Patienten soll Bicalutamid-Teva deshalb nur mit Vorsicht und unter Überwachung der

Leberenzyme angewendet werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Kinetik

spezieller Patientengruppen»).

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe, Anwendung bei Frauen,

Kindern und Jugendlichen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Anwendung von Bicalutamid bei Patienten mit Lebererkrankungen

Da Bicalutamid extensiv in der Leber metabolisiert wird und es Hinweise gibt, dass der Wirkstoff bei

Patienten mit schweren Lebererkrankungen verstärkt kumulieren kann, soll Bicalutamid bei

Patienten mit mässigen oder schweren Lebererkrankungen nur mit Vorsicht angewendet werden. In

diesen Fällen ist ein engmaschiges Monitoring erforderlich. Entsprechende Labortests sollten

regelmässig während der ersten 4 Monate der Therapie und danach periodisch sowie bei Auftreten

von Symptomen einer Leberfunktionsstörung wie z.B. Pruritus, dunklem Urin, persistierender

Appetitlosigkeit oder Ikterus durchgeführt werden.

Hepatotoxizität

Selten wurden schwere Leberfunktionsstörungen und Leberversagen beobachtet. Über Todesfälle

wurde berichtet.

Es wird empfohlen, im Falle schwerer Leberfunktionsstörungen (z.B. bei Ikterus, Anstieg der

Transaminasen auf über das Dreifache der Normwerte, Auftreten abdominaler Schmerzen, unklaren

Verdauungsstörungen) die Therapie abzubrechen.

QT-Dauer

Bei einer Androgen-Entzugstherapie kann das QT-Intervall verlängert sein, auch wenn ein kausaler

Zusammenhang mit Bicalutamid bisher nicht hergestellt werden konnte.

Bei Patienten mit einer QT-Verlängerung in der Anamnese oder mit Risikofaktoren für eine QT-

Verlängerung sowie bei Patienten, die gleichzeitig Arzneimittel erhalten, die das QT-Intervall

verlängern können, muss bei der Nutzen-Risiko-Abwägung vor Behandlungsbeginn mit

Bicalutamid-Teva das mögliche Risiko für Torsade de Pointes berücksichtigt werden.

Interaktion mit Antikoagulantien

Nach der Marktzulassung von Bicalutamid wurde bei Patienten, welche gleichzeitig mit oralen

Antikoagulantien vom Cumarintyp (wie beispielsweise Warfarin) behandelt wurden, eine Erhöhung

der Prothrombinzeit bzw. der INR beobachtet. In einigen Fällen wurde über ein erhöhtes

Blutungsrisiko berichtet. Klinische Interaktionsstudien mit Cumarinen wurden nicht durchgeführt.

In-vitro zeigte Bicalutamid jedoch eine Verdrängung von Warfarin aus der Proteinbindung.

Bei Patienten mit gleichzeitiger Einnahme von Antikoagulantien vom Cumarintyp wird daher eine

engmaschige Überwachung von Prothrombinzeit bzw. INR sowie ggf. eine Dosisanpassung der

Antikoagulantien empfohlen (siehe «Interaktionen»).

Einfluss auf die Spermienqualität

Eine Antiandrogentherapie kann morphologische Veränderungen in Spermatozoen hervorrufen.

Patienten und/oder deren Partner sollten während der Bicalutamid-Teva Therapie und auch bis 130

Tage danach eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden, obwohl der Effekt von Bicalutamid

auf die Spermienmorphologie nicht untersucht wurde und solche Veränderungen auch nicht von

Patienten, welche Bicalutamid erhielten, berichtet wurden.

Bei Nicht-Ansprechen auf die Behandlung wird empfohlen, Bicalutamid abzusetzen.

Das Absetzen von Bicalutamid kann klinisch bei einem Teil der Patienten zu einem Antiandrogen-

Entzugssyndrom führen.

Bei Patienten, die LHRH-Agonisten erhalten, wurde eine Reduktion der Glukose-Toleranz

beobachtet. Dies kann Diabetes bzw. bei Patienten mit vorbestehendem Diabetes mellitus einen

Verlust der glykämischen Kontrolle herbeiführen. Bei Patienten, die Bicalutamid in Kombination mit

einem LHRH-Agonisten erhalten, sollten deshalb Kontrollen des Glukosespiegels in Betracht

gezogen werden.

Interaktionen

Spezifische Interaktionsstudien mit Bicalutamid wurden nicht durchgeführt.

Zwischen Bicalutamid und LHRH-Analoga sind keine pharmakodynamischen oder

pharmakokinetischen Interaktionen bekannt.

Pharmakokinetische Interaktionen

Interaktionen an der Proteinbindung: In-vitro-Studien zeigten eine Verdrängung von Warfarin aus

der Plasmaproteinbindung (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Interaktionen mit CYP450-Enzymen: In-vitro-Studien zeigten, dass das R-Enantiomer ein Hemmer

von CYP 3A4 und in geringerem Ausmass von CYP 2C9, 2C19 und 2D6 ist. Bei Dosierungen bis zu

150 mg pro Tag wurden weder eine Enzyminduktion noch eine Hemmung des Antipyrin-

Metabolismus beobachtet.

Die AUC von Midazolam war nach Co-Administration mit Bicalutamid 50 mg während 28 Tagen

um bis zu 80% erhöht. Für Arzneimittel mit geringer therapeutischer Breite (z.B. Cisaprid oder

Ciclosporin) könnte eine solche Interaktion relevant sein. Bei Co-Administration solcher

Arzneimittel mit Bicalutamid ist daher Vorsicht geboten.

Pharmakodynamische Interaktionen

Da eine Androgen-Entzugstherapie das QT-Intervall verlängern kann, sollte vor einer gleichzeitigen

Anwendung von Bicalutamid mit Arzneimitteln, die bekanntermassen das QT-Intervall verlängern

oder möglicherweise Torsade de Pointes induzieren, eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung

erfolgen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Zu diesen Arzneimitteln gehören

beispielsweise Antiarrhythmika der Klasse IA (z.B. Chinidin, Disopyramid) oder Klasse III (z.B.

Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid) sowie Methadon, Moxifloxacin und Antipsychotika.

Schwangerschaft/Stillzeit

Bicalutamid-Teva ist nur zur Anwendung bei Männern bestimmt und bei Frauen kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Spezielle Untersuchungen zum Einfluss auf das Reaktionsvermögen beim Lenken von Fahrzeugen

oder beim Bedienen von Maschinen liegen nicht vor. Patienten, bei denen unerwünschte Wirkungen

wie Schwindel und/oder Schläfrigkeit auftreten, sollten beim Autofahren und beim Bedienen von

Maschinen Vorsicht walten lassen.

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen sind dosisabhängig und ergeben sich überwiegend aus der

pharmakologischen Wirkung von Bicalutamid. Solche sind Hitzewallungen, Gynäkomastie und

Berührungsempfindlichkeit der Brust.

Die Häufigkeiten der unerwünschten Wirkungen sind wie folgt definiert: Sehr häufig (≥1/10), häufig

(<1/10, ≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1000), selten (<1/1000, ≥1/10'000), sehr selten

(<1/10'000), unbekannt (basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung,

genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden.

Bicalutamid-Teva 150 mg (Monotherapie) (zu den in der Kombinationstherapie mit LHRH-Analoga

beobachteten unerwünschten Wirkungen siehe unten)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig: Anämie.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: Überempfindlichkeit, Urtikaria, Angioödem.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Gewichtszunahme, verringerter Appetit, Diabetes mellitus, Hyperglykämie.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Depressionen, verminderte Libido.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schläfrigkeit, Schwindel.

Gefässerkrankungen

Häufig: Hitzewallungen.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: interstitielle Lungenerkrankung (über Todesfälle wurde berichtet).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Obstipation, Dyspepsie, Nausea, Abdominalschmerzen, Flatulenz.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Häufig: Hepatotoxizität, Transaminasenerhöhung, Ikterus.

Gelegentlich: schwere Leberfunktionsstörungen.

Selten: Leberversagen (über Todesfälle wurde berichtet).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Exanthem (10%).

Häufig: Alopezie, Pruritus, Hirsutismus.

Selten: Photosensibilitätsreaktionen.

Unbekannt: trockene Haut, vermehrter Haarwuchs.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr häufig: Rückenschmerzen (15,9%), Beckenschmerzen (13%), Thoraxschmerzen (11%).

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Hämaturie.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr häufig: Spannungsgefühl/Schmerzen in der Brust (73,7%), Gynäkomastie (68,8%).

Häufig: erektile Dysfunktion.

Allgemeine Erkrankungen

Sehr häufig: Asthenie (15%).

Häufig: Ödeme.

Bicalutamid-Teva 50 mg (in Kombination mit einem LHRH-Agonisten)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig: Anämie (12,7%).

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: Überempfindlichkeit, Urtikaria.

Unbekannt: Angioödem.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Gewichtsabnahme, Hyperglykämie, verringerter Appetit, Gewichtszunahme, Diabetes

mellitus.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Depressionen, verminderte Libido.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Schwindel (10,2%).

Häufig: Schläfrigkeit.

Herzerkrankungen

Häufig: Herzinfarkt, Herzversagen.

Gefässerkrankungen

Sehr häufig: Hitzewallungen (bis zu 49%).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: interstitielle Lungenerkrankung (über Todesfälle wurde berichtet).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Obstipation (16,7%), Nausea (14,0%), Abdominalschmerzen (11,5%).

Häufig: Dyspepsie, Flatulenz.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Häufig: Hepatotoxizität, Erhöhung der Transaminasen, Ikterus.

Gelegentlich: schwere Leberfunktionsstörungen.

Selten: Leberversagen (über Todesfälle wurde berichtet).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Alopezie, trockene Haut, Exanthem, Pruritus, Hirsutismus.

Selten: Photosensibilitätsreaktionen.

Unbekannt: vermehrter Haarwuchs.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr häufig: Rückenschmerzen (15,9%), Beckenschmerzen (13%), Thoraxschmerzen (11,0%).

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr häufig: Hämaturie (12,0%).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr häufig: Gynäkomastie (ca. 10%), Spannungsgefühl/Schmerzen in der Brust (<10%).

Häufig: erektile Dysfunktion.

Allgemeine Erkrankungen

Sehr häufig: Asthenie (22.2%), Ödeme (13,2%).

Überdosierung

Es sind keine Fälle von Überdosierung beim Menschen bekannt. Es gibt kein spezifisches Antidot,

die Behandlung bleibt symptomatisch. Die Durchführung einer Dialyse ist nicht sinnvoll, da

Bicalutamid-Teva eine hohe Proteinbindung aufweist und in Form seiner Metaboliten über die

Nieren und Galle ausgeschieden wird (siehe «Pharmakokinetik»). Generelle supportive Massnahmen

sind indiziert, insbesondere eine regelmässige Überwachung der lebenswichtigen Funktionen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L02BB03

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Bicalutamid ist ein nichtsteroidales Antiandrogen, welches keine weiteren endokrinen Eigenschaften

aufweist. Bicalutamid ist ein Racemat, wobei fast ausschliesslich das (R)-Enantiomer für die

antiandrogene Wirkung verantwortlich ist. Es bindet kompetitiv an Androgenrezeptoren, ohne die

Genexpression zu aktivieren, und verhindert so die Androgenwirkung. Dies führt zu einer Regression

des Prostatatumors. Die endogene Androgen- und Estrogenproduktion wird nicht beeinträchtigt. Die

Beendigung der Therapie mit Bicalutamid-Teva kann zu einem Antiandrogen-Entzug Syndrom

führen.

Klinische Wirksamkeit

Bei Kombination von Bicalutamid-Teva 50 mg mit einem LHRH-Agonisten (bzw. Orchiektomie) ist

sowohl die testikuläre wie auch die adrenale Androgenproduktion unterdrückt.

Bei metastasierendem Prostatakarzinom ist nur die Kombinationstherapie untersucht.

Bicalutamid 150 mg wurde bei 8113 Patienten mit lokalisiertem (T1-T2, N0-Nx, M0) oder lokal

fortgeschrittenem (T3-T4, alle N, M0; T1-T2, N+, M0), nicht metastasiertem Prostata-Karzinom in

einem Programm von 3 doppelblinden Placebo kontrollierten Studien untersucht. In einer

kombinierten Analyse aller drei Studien, in welcher Bicalutamid adjuvant nach radikaler

Prostatektomie oder Strahlentherapie (Studie 23) oder entweder adjuvant oder als Ersttherapie

(watchful waiting) eingesetzt wurde (Studien 24 und 25), zeigte sich bei einer medianen

Beobachtungsdauer von 9,7 Jahren eine Progression der Erkrankung unter Bicalutamid bei 36,6%

und unter Placebo bei 38,1% (Hazard Ratio [= HR] 0,85; [CI 95% 0,79-0,91]) (p= 0,001).

Hinsichtlich des Gesamtüberlebens wurde bei einer Mortalität von 31,8% nach einer medianen

Beobachtungsdauer von 9,7 Jahren kein Unterschied zu Placebo festgestellt (HR 1,01 [CI 95% 0,94-

1,09]). In exploratorischen Subgruppenanalysen (Patienten mit lokalisierter bzw. fortgeschrittener

Erkrankung) waren einige Tendenzen ersichtlich.

Bei Patienten mit lokalisierter Erkrankung ergab sich für die Behandlung mit Bicalutamid 150 mg

kein signifikanter Unterschied zu Placebo im progressionsfreien Überleben oder im

Gesamtüberleben, in der Untergruppe watchful waiting fand sich ein Trend zu verminderter

Lebensdauer (HR 1,15; CI 95% 1,00-1,32).

Bei Patienten mit lokal fortgeschrittener Erkrankung waren die Ereignisse im progressionsfreien

Überleben unter Bicalutamid weniger häufig als unter Placebo, und zwar bei watchful waiting 73,1%

vs. 78,3% (HR 0,67 Cl 95% 0,56-0,80), bei adjuvanter Therapie nach Strahlentherapie 55,3% vs.

71,5% (HR 0,62 Cl 95% 0,47-0,83) und nach radikaler Prostatektomie 28,2% vs. 30,3% (HR 0,85 Cl

95% 0,71-1,01). Das Gesamtüberleben war in der Untergruppe Strahlentherapie mit 72 vs. 82 (HR

0,70 [CI 95% 0,51-0,97]) (p= 0,031) Ereignisse verbessert.

Das Nutzen-Risiko-Profil für die Anwendung von Bicalutamid bei lokalisierter Erkrankung wird als

unvorteilhaft angesehen. Bei lokal fortgeschrittener Erkrankung ist die Wirksamkeit der adjuvanten

Behandlung im erfassten Zeitraum erst bei hohem Risiko zur Progression erkennbar. Bei Patienten

nach radikaler Prostatektomie besteht ein geringes Progressionsrisiko.

In einer kombinierten Analyse von zwei Studien in der Erstlinien Therapie an 480 Patienten mit lokal

fortgeschrittenem, nicht metastasiertem Prostatakarzinom (medianer Follow-up 6,3 Jahre,

Gesamtmortalität 56%) zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen der

Behandlung mit Bicalutamid 150 mg und einer chirurgischen oder medikamentösen Kastration in der

Zeit bis zur Progression (HR 1,20 [Cl 95% 0,96 bis 1,51]) und im Gesamtüberleben, (HR 1,05 [Cl

95% 0,81 bis 1,36]). Die Noninferiorität zwischen beiden Behandlungen ist nicht gezeigt.

In einer weiteren kombinierten Analyse von zwei Studien an 805 unvorbehandelten Patienten mit

metastasierendem Prostatakarzinom (M1) war bei einer Mortalitat von 43% Bicalutamid 150 mg im

Gesamtüberleben weniger wirksam als Kastration (HR 1,30 [CI 95% 1,04-1,65]) mit einem

numerischen Unterschied von 6 Wochen.

Pharmakokinetik

Absorption

Bicalutamid liegt als Racemat, d.h. als Gemisch aus (R)- bzw. (S)-Enantiomer vor. Die beiden

Enantiomere werden nach einer Einmalgabe von 50 mg bzw. 150 mg Bicalutamid unterschiedlich

absorbiert, was auch zu unterschiedlichen Plasmakonzentrationen führt.

Cmax [ng/ml]

tmax [h]

AUC0-∞ [µg

h/ml]

50 mg 150 mg 50 mg 150 mg 50 mg 150 mg

(R)-Bicalutamid 741

1445

(S)-Bicalutamid 66,1

4,04

Bei einer täglichen Dosierung von 1× 10 mg bis 1× 150 mg steigt die Plasmakonzentration direkt

proportional zur Dosis an.

Die Nahrungsaufnahme scheint keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von

Bicalutamid auszuüben.

Distribution

Bicalutamid als Racemat wird zu 96%, das R-Enantiomer zu >99% an Plasmaproteine gebunden.

Bei einer täglichen Dosierung von 50 mg bzw. 150 mg beträgt die css des (R)-Enantiomers ca. 9

µg/ml bzw. 22 µg/ml. Im Steady-State beträgt der Anteil des für die antiandrogene Wirkung

verantwortlichen (R)-Enantiomers 99% der gesamten im Plasma vorhandenen Enantiomere.

Metabolismus

Bicalutamid wird extensiv in der Leber metabolisiert. Dies erfolgt vor allem durch Oxidation und

Glucuronidierung. (S)-Bicalutamid wird hauptsächlich durch Glucuronidierung metabolisiert. In-

vitro-Studien haben auch einen oxidativen Metabolismus dieses Enantiomers durch CYP 3A4

gezeigt. In vitro-Daten von (R)-Bicalutamid sind aufgrund des sehr langsamen Metabolismus

weniger eindeutig. Es scheint, dass CYP 3A4 am oxidativen Metabolismus beteiligt ist.

Elimination

Die Metaboliten von Bicalutamid werden ungefähr zu gleichen Teilen über Niere (36%) und Galle

(43%) ausgeschieden. Die Hauptmetaboliten im Urin sind Glucuronid-Konjugate des Bicalutamid

und Hydroxy-Bicalutamid. Hydroxy-Bicalutamid ist pharmakologisch inaktiv. Aufgrund der

chemischen Struktur ist auch nicht anzunehmen, dass das Bicalutamid-Glucuronid eine androgene

Wirkung haben könnte. In den Faeces werden Bicalutamid und Hydroxy-Bicalutamid gefunden, die

wahrscheinlich durch enzymatische Spaltung der entsprechenden Glucuronid-Konjugate durch die

Darmflora entstanden sind. Die mittlere Plasmahalbwertszeit des (S)-Enantiomers beträgt 1,3 Tage,

jene des (R)-Enantiomers ca. 5,75 Tage. Auf Grund der langen Halbwertszeit weist das (R)-

Enantiomer bei täglicher Verabreichung der vorgeschriebenen Dosis (1× 50 mg/Tag oder 1× 150

mg/Tag) im Plasma einen Kumulationsfaktor von ca. 10 auf.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Die Pharmakokinetik wird nicht durch das Alter beeinflusst.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Leichte bis mittelschwere Nierenerkrankungen scheinen keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik

auszuüben. Es liegen keine Daten vor zur Pharmakokinetik bei Patienten mit schwerer

Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <20 ml/Min.).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Leichte Lebererkrankungen scheinen keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik auszuüben. Es gibt

aber Hinweise für eine Verlangsamung der Elimination des (R)-Enantiomers bei Patienten mit

mässigen oder schweren Leberleiden (siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen» und

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Präklinische Daten

Karzinogenität/Mutagenität

Bicalutamid war in in-vitro Tests nicht mutagen und in-vitro und in-vivo Tests nicht klastogen.

Studien zur Bestimmung der Karzinogenität von Bicalutamid wurden an weiblichen und männlichen

Ratten und Mäusen über einen Zeitraum von 2 Jahren durchgeführt. Bicalutamid wurde oral in einer

Dosis von 5, 15 oder 75 mg/kg/Tag verabreicht. Es wurden einige Organveränderungen beobachtet,

die auf die antiandrogene Aktivität von Bicalutamid zurückgeführt werden könnten. Hierzu zählen

gutartige Tumore der testikulären Interstitialzellen (Leydigzellen) bei männlichen Ratten und uterine

Adenokarzinome bei weiblichen Ratten. Bisher gibt es keine Hinweise auf Leydigzellhyperplasien

bei Patienten unter der Bicalutamid-Teva-Therapie. Uterine Tumore sind für die hier behandelte

Indikation irrelevant.

Bei männlichen Mäusen wurde bei der Dosierung von 75 mg/kg/Tag (Plasmakonzentration um das

2-fache höher als beim Menschen) eine geringe Zunahme der Inzidenz an Leberzellkarzinomen

festgestellt. Ratten zeigten bei einer Dosierung von >5 mg/kg/Tag (weniger als die beim Menschen

therapeutisch maximal empfohlene Dosis von 150 mg) eine erhöhte Inzidenz an benignen

follikulären Schilddrüsenadenomen. Beide zuletzt genannten Veränderungen waren Progressionen

nicht-neoplastischer Prozesse, die mit der hepatischen Enzyminduktion zusammenhängen, wie sie in

tierexperimentellen Toxizitätsstudien beobachtet wurden. Beim Menschen wurde eine derartige

Enzyminduktion unter Bicalutamid nicht beobachtet.

Ein bekannter Klasseneffekt von Antiandrogenen ist die Atrophie von Samenkanälchen der Hoden.

Dieser Effekt wurde bei allen untersuchten Spezies beobachtet. 4 Monate nach dem Beenden der

Dosierungsperiode in einer 6-monatigen Rattenstudie (mit Dosen, welche etwa dem 1,5- oder 0,6-

fachen der therapeutischen Konzentration beim Menschen entsprachen (50 mg oder 150 mg)), war

die testikuläre Atrophie wieder reversibel. 24 Wochen nach einer Dosierungsperiode einer 12-

monatigen Rattenstudie (mit Dosen, welche dem 2- oder 0,9-fachen der empfohlenen therapeutischen

Konzentration beim Menschen entsprachen (50 oder 150 mg)) war die Atrophie nicht reversibel. Die

Inzidenz der testikulären Atrophie in Hunden war nach einer 12-monatigen Periode wiederholter

Dosierung (mit Dosen, welche dem 7- oder 3-fachen der empfohlenen therapeutischen Konzentration

im Menschen (50 mg oder 150 mg) entsprachen) die gleiche in behandelten Hunden wie in

Kontrollhunden nach einer 6-monatigen Erholungsperiode.

Fertilität

Die Verabreichung von Bicalutamid kann zu einer Hemmung der Spermatogenese führen. Die

Langzeitwirkung von Bicalutamid auf die männliche Fertilität wurde nicht untersucht. Bei

männlichen Ratten unter Bicalutamid 250 mg/kg/Tag (weniger als die beim Menschen therapeutisch

maximal empfohlene Dosis von 150 mg) war bei der ersten Paarung das präkoitale Intervall und die

Zeit bis zur erfolgreichen Paarung verlängert. Es wurde kein Effekt auf die Fertilität nach

erfolgreicher Paarung beobachtet. Diese Wirkungen waren 7 Wochen nach Ende einer 11-wöchigen

Dosierungsperiode aufgehoben. Eine reversible Beeinträchtigung der männlichen Fertilität wurde in

Tierstudien beobachtet. Daher kann beim Mann eine zeitlich begrenzte Beeinträchtigung der

Fertilität oder eine Periode der Infertilität nicht ausgeschlossen werden.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 30 °C und vor Licht geschützt aufbewahren. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

58427 (Swissmedic).

Packungen

Bicalutamid-Teva Filmtabletten 50 mg: 30 (B)

Bicalutamid-Teva Filmtabletten 50 mg: 100 (B)

Bicalutamid-Teva Filmtabletten 150 mg: 30 (B)

Bicalutamid-Teva Filmtabletten 150 mg: 100 (B)

Zulassungsinhaberin

Teva Pharma AG, Basel.

Stand der Information

Dezember 2017.

Interne Versionsnummer: 5.1

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