Recormon PS 4000 U.I./0,3 mL Fertigspritzen

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01-07-2019

Scheda tecnica Scheda tecnica (SPC)

24-10-2018

Principio attivo:
epoetinum beta ADNr
Commercializzato da:
Roche Pharma (Schweiz) AG
Codice ATC:
B03XA01
INN (Nome Internazionale):
epoetinum beta ADNr
Forma farmaceutica:
Fertigspritzen
Composizione:
epoetinum beta ADNr 4000 U. I., ureum, natrii chloridum, polysorbatum 20, natrii dihydrogenophosphas dihydricus, dinatrii phosphas dodecahydricus, calcium chloridum dihydricum, glycinum, leucinum, isoleucinum, threoninum, Säure glutamicum, phenylalaninum, Wasser ad iniectabilia q.s. die Lösung für 0,3 ml.
Classe:
A
Gruppo terapeutico:
Biotechnologika
Area terapeutica:
Stimulierung der Erythropoese
Numero dell'autorizzazione:
54766
Data dell'autorizzazione:
1998-09-29

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23-10-2018

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Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie sollten es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Recormon® PS 2000/3000/4000/5000/10’000/30’000

Roche Pharma (Schweiz) AG

Was ist Recormon und wann wird es angewendet?

Der Wirkstoff von Recormon ist Erythropoetin, eine Substanz, die bei gesunden Menschen von der

Niere gebildet wird. Über das Blut gelangt sie in das Knochenmark, wo sie die Bildung von roten

Blutkörperchen anregt. Beim Vorliegen einer chronischen Nierenerkrankung, fehlt das körpereigene

Erythropoetin und es werden zu wenig rote Blutkörperchen gebildet. Die dadurch verursachte

symptomatische Blutarmut wird durch die Gabe von Recormon bei Patienten bzw. Patientinnen

korrigiert.

Recormon wird auch bei der Eigenblutspende vor einer Operation angewendet.

Recormon ist zur Behandlung der symptomatischen Blutarmut bei erwachsenen Patientinnen und

Patienten mit bestimmten Krebserkrankungen unter Chemotherapie indiziert. Für weitere

Informationen zu dieser Anwendungsmöglichkeit steht Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin gerne zur

Verfügung.

Recormon darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Wann darf Recormon nicht angewendet werden?

Recormon darf von Patientinnen und Patienten, die an einem schwer kontrollierbaren Bluthochdruck

(Hypertonie) leiden, nicht angewendet werden sowie bei Überempfindlichkeit gegenüber

Erythropoetin bzw. den anderen Inhaltsstoffen.

Recormon darf nicht angewendet werden, wenn vor einer Operation eine Eigenblutspende geplant ist

und, Sie innerhalb eines Monats vor der Behandlung einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten

haben, oder Sie an instabiler Angina pectoris leiden, oder Sie ein Risiko für die Entstehung von

tiefen Venenthrombosen (Blutgerinnsel in den Gefässen) haben.

Recormon darf auch während der Schwangerschaft und der Stillzeit sowie bei Kindern, die jünger als

zwei Jahre sind, nicht eingesetzt werden, da hierzu bisher noch keine Erfahrungen vorliegen.

Wann ist bei der Anwendung von Recormon Vorsicht geboten?

Recormon sollte bei von Krampfanfällen begleiteten (epileptiformen) Erkrankungen, bei zu hohem

Gehalt an Blutplättchen (Thrombozytose), bei einer chronischen Lebererkrankung mit Vorsicht

angewendet werden.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn sich Ihre Anämie unter der Behandlung mit Recormon nicht

verbessert.

Wenn Sie Antikörper gegen Erythropoetin und eine Erythroblastopenie (verminderte oder gar keine

Produktion von roten Blutkörperchen) während einer früheren Behandlung mit einem anderen

Erythropoetin-Präparat entwickelt haben, dürfen Sie nicht auf Recormon umgestellt werden.

Die insbesondere zu Beginn der Behandlung häufig auftretende, dosisabhängige Erhöhung des

Blutdruckes wird vom Arzt bzw. von der Ärztin mit geeigneten Arzneimitteln behandelt. Vereinzelt

können auch bei Patientinnen und Patienten mit normalem oder niedrigem Blutdruck

Blutdruckentgleisungen vorkommen. Ein Warnsignal dafür können plötzlich auftretende, stechende,

migräneartige Kopfschmerzen darstellen. Gehen Sie bei einem solchen Vorfall sofort zum Arzt oder

zur Ärztin!

Sollten Sie ein Krebspatient bzw. Krebspatientin sein, beachten Sie bitte, dass Epoetine wie

Wachstumsfaktoren wirken können. Bitte besprechen Sie mögliche Risiken mit Ihrem Arzt oder

Ihrer Ärztin.

Sollten Sie ein Patient bzw. eine Patientin mit einer chronischen Nierenerkrankung sein, wird Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin sich vergewissern, dass Ihr Hämoglobin einen bestimmten Wert nicht

überschreitet. Ein hohes Hämoglobin könnte Sie der Gefahr von Herz- und Blutgefässproblemen wie

Thrombosen (Blutgerinnsel in den Gefässen) aussetzen und die Todesfallgefahr erhöhen.

Durch die erhöhte Zahl roter Blutkörperchen wird das Blut dickflüssiger. Der Arzt oder die Ärztin

wird Sie darüber informieren, dass im Verlauf der Behandlung deshalb häufig eine Erhöhung der

Heparindosis während der Hämodialyse notwendig ist.

Es wurde über schwere Hautreaktionen, einschliesslich Stevens-Johnson Syndrom (SJS) und

Toxischer Epidermaler Nekrolyse (TEN), im Zusammenhang mit Epoetin-Behandlungen berichtet.

Schwerere Fälle wurden im Zusammenhang mit langwirksamen Epoetinen beobachtet. SJS/TEN

können zu Beginn als rötliche, zielscheibenartige Punkte oder als kreisrunde Flecken, oft mit in der

Mitte gelegenen Blasen auf dem Rumpf, auftreten. Es können auch Geschwüre im Bereich von

Mund, Rachen, Nase, Genitalien und Augen (rote und geschwollene Augen) auftreten. Diesen

schweren Hautreaktionen gehen oftmals Fieber und/oder grippeähnliche Symptome voraus. Die

Hautausschläge können zu einem grossflächigen Ablösen der Haut und lebensbedrohlichen

Komplikationen führen. Wenn bei Ihnen ein schwerwiegender Hautausschlag oder ein anderes dieser

Hautsymptome auftritt, beenden Sie sofort die Behandlung mit Recormon und setzen Sie sich

unverzüglich mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin in Verbindung oder begeben Sie sich unverzüglich in

medizinische Behandlung.

Warnhinweis

Missbräuchliche Verwendung bei Gesunden, z.B. zu Dopingzwecken, kann zu einem übermässigen

Anstieg der Anzahl roter Blutkörperchen (des Hämatokrits) führen. In diesem Zusammenhang wurde

über lebensbedrohliche Komplikationen des Herz-Kreislauf-Systems (Thrombosen) berichtet.

Recormon enthält Phenylalanin; dies stellt ein Problem bei Patienten mit Pheylketonurie (eine

angeborene Erkrankung des Stoffwechsels) dar. Wenn Sie daran erkrankt sind, sollten Sie die

Behandlung mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin besprechen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden (Externa!).

Darf Recormon während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Recormon darf während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wie verwenden Sie Recormon?

Recormon Formulierungen können sowohl subkutan (unter die Haut) als auch intravenös (in eine

Vene) verabreicht werden, wobei die intravenöse Verabreichung nur durch medizinisches

Fachpersonal erfolgen sollte. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen laufend genaue

Dosierungsanweisungen geben.

Behandlung mit Recormon bei Patientinnen und Patienten mit einer Nierenerkrankung

Die Behandlung mit Recormon bei Patientinnen und Patienten mit einer Nierenerkrankung gliedert

sich in zwei Phasen:

Korrekturphase

Das Ziel der Korrekturphase ist es, den sogenannten Hämoglobinwert, auf 10 bis 12 g/dl anzuheben.

Der Arzt bzw. die Ärztin wird das Ergebnis der Behandlung ständig überwachen, damit ein Wert von

12 g/dl nicht überschritten wird.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen laufend genaue Dosierungsanweisungen geben.

Im Allgemeinen gelten folgende Dosierungsrichtlinien:

Die Anfangsdosis ist 3× 20 IE/kg Körpergewicht und Woche.

Bei nicht ausreichendem Anstieg des Hämoglobinwertes kann die Dosis in monatlichen Abständen

um 3× 20 IE/kg Körpergewicht und Woche erhöht werden.

Die Wochendosis kann auch auf tägliche Einzelgaben verteilt werden.

Die maximale Dosis von 720 IE/kg Körpergewicht und Woche sollte unter keinen Umständen

überschritten werden.

Erhaltungsphase

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen laufend genaue Dosierungsanweisungen geben.

Im Allgemeinen gelten folgende Dosierungsrichtlinien:

Zur Aufrechterhaltung eines Hämoglobinwertes zwischen 10 und 12 g/dl wird die Dosierung

zunächst auf die Hälfte der zuletzt eingesetzten Dosis der Korrekturphase gesenkt. Ein

Hämoglobinwert von 12 g/dl soll nicht überschritten werden. Anschliessend wird der Arzt bzw. die

Ärztin die Dosierung in ein- bis zweiwöchigen Abständen individuell auf Ihren Bedarf einstellen.

Die Verabreichung der Erhaltungsdosis kann in einer einmal wöchentlichen subkutanen Gabe oder

verteilt auf drei bis sieben Einzeldosen pro Woche erfolgen. Patienten, die in der einmal

wöchentlichen Anwendung stabil sind, können auf eine Anwendung alle zwei Wochen umgestellt

werden. In diesem Fall können Dosiserhöhungen nötig werden.

Für die Anwendung bei Kindern wird empfohlen, sich an das angeführte Dosierungsschema zu

halten, da die individuelle Ansprechbarkeit nicht vorhersagbar ist.

Die Behandlung mit Recormon ist normalerweise eine Langzeitbehandlung. Eine Unterbrechung

kann gegebenenfalls vom Arzt oder von der Ärztin veranlasst werden und jederzeit erfolgen.

Behandlung mit Recormon bei Patientinnen und Patienten mit Tumorerkrankungen

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin leitet die Behandlung mit Recormon ein, wenn Ihr Hämoglobinspiegel bei

10 g/dl oder darunter liegt. Nach Einleitung der Therapie stellt Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihren

Hämoglobinspiegel auf einen Wert zwischen 10 und 12 g/dl ein.

Zur Behandlung der symptomatischen Blutarmut bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit

bestimmten Krebserkrankungen beträgt die Anfangsdosis 450 IE/kg Körpergewicht pro Woche.

Dabei wird normalerweise eine fixe Dosis von 30'000 IE einmal pro Woche gegeben. Wenn nötig

wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Dosis gemäss Ihrem Körpergewicht anpassen. Die Dosis kann bei

nicht ausreichendem Behandlungserfolg verdoppelt werden. Ein Hämoglobinwert von 12 g/dl sollte

nicht überschritten werden. Die Dauer der Behandlung richtet sich nach den Bedürfnissen der

Patientin bzw. des Patienten. Bei Patientinnen und Patienten mit festen Tumoren sollte nach

Beendigung der Chemotherapie die Behandlung mit Recormon bis zu 3 Wochen weitergeführt

werden.

Die Verabreichung der Dosis kann in einer einmal wöchentlichen subkutanen Gabe oder verteilt auf

drei bis sieben Einzeldosen pro Woche erfolgen.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin bestimmt die für Sie zutreffende Dosierung und das Zeitintervall, in

welchem Recormon injiziert werden soll. Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene

Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit

Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Anwendungshinweise

Die Injektion unter die Haut muss unter keimfreien Bedingungen erfolgen. Bevor Sie die erste

Verabreichung von Recormon PS gemäss dem am Ende des Textes beschriebenen Vorgehen

durchführen, ist es unerlässlich, dass der Arzt oder die Ärztin Sie genau schult, und dass Sie

seine/ihre Weisungen genau befolgen. Während der weiteren Behandlung wird der Arzt oder die

Ärztin Ihre Selbstverabreichung regelmässig überprüfen (siehe «Gebrauchsanweisung für Recormon

PS» am Ende des Textes).

Welche Nebenwirkungen kann Recormon haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Recormon auftreten:

Schwere Hautausschläge, einschliesslich Stevens-Johnson Syndrom und Toxische Epidermale

Nekrolyse wurden im Zusammenhang mit der Injektion von Recormon beobachtet, die Folgendes

beinhalten können:

·Rötliche, zielscheibenartige Punkte oder kreisrunde Flecken, oft mit in der Mitte gelegenen Blasen

auf dem Rumpf,

·Ablösen der Haut,

·Geschwüre an Mund, Rachen, Nase, Genitalien und Augen,

·Vorangehendes Fieber und grippeähnliche Symptome.

Beenden Sie sofort die Behandlung mit Recormon, wenn bei Ihnen diese Symptome auftreten, und

setzen Sie sich unverzüglich mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin in Verbindung oder begeben Sie sich

unverzüglich in medizinische Behandlung.

Bei den meisten Patienten kann sich der Blut-Eisenwert verringern. Viele Patienten müssen daher

während der Behandlung mit Recormon ein Eisen-Präparat erhalten.

Zu Beginn der Behandlung kann die Zahl der für die Blutgerinnung wichtigen Blutplättchen

(Thrombozytenzahl) ansteigen; der Arzt oder die Ärztin wird diese Zahl in den ersten 8 Wochen

regelmässig kontrollieren. Es kann zu einer Thrombose (Blutgerinnsel in den Gefässen) kommen.

Selten kam es zu Allergien oder Hautreaktionen, wie z.B. Ausschlag, Nesselsucht, Juckreiz oder

Reaktionen an der Injektionsstelle.

Sehr selten kam es zu ernsthaften allergische Reaktionen, insbesondere direkt nach der Injektion.

Sehr selten wurde insbesondere zu Beginn der Behandlung von grippeähnlichen Symptomen wie

Fieber, Frösteln, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Unwohlsein und/oder Knochenschmerzen

berichtet. Diese Reaktionen waren mild bis mässig-gradig und verschwanden nach wenigen Stunden

oder Tagen.

Zusätzliche Nebenwirkungen bei Patientinnen und Patienten mit chronischer Nierenerkrankung

Die häufigsten Nebenwirkungen unter der Behandlung mit Recormon ist eine dosisabhängige

Erhöhung des Blutdruckes bzw. die Verstärkung eines bereits bestehenden Bluthochdruckes und

Kopfschmerzen. Diese Blutdruckerhöhungen lassen sich medikamentös behandeln. Darüber hinaus

wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin auch insbesondere zu Beginn der Behandlung eine Blutdruckkontrolle

vornehmen.

Bei einzelnen Patientinnen und Patienten mit normalem oder niedrigem Blutdruck können auch

Blutdruckentgleisungen mit Anzeichen auftreten, die gewissen Gehirnerkrankungen ähneln, wie z.B.

Kopfschmerzen, Verwirrtheitszustände, Sinnes- und Bewegungsstörungen (Sprachstörungen,

Gangstörungen) sowie Krampfanfälle. In diesen Fällen muss sofort ein Arzt bzw. eine Ärztin

beigezogen werden, der bzw. die die notwendigen Notfallmassnahmen einleitet.

Während der Therapie mit Erythropoetin wurden Fälle von sog. Erythroblastopenie beobachtet (pure

red cell aplasia, PRCA: der Körper bildet keine oder nur verminderte rote Blutkörperchen).

Einzelfälle hat es auch mit Recormon gegeben. In solchen Fällen darf Recormon oder ein anderes

Erythropoetin nicht mehr angewendet werden. Sehr selten kann es zu Thrombose (Blutgerinnsel in

den Gefässen) kommen.

Zusätzliche Nebenwirkungen bei Patientinnen und Patienten mit Tumorerkrankungen

Gelegentlich kann es zu einem Anstieg des Blutdrucks kommen, der medikamentös behandelt

werden kann. Gelegentlich können auch Kopfschmerzen auftreten.

Ein Anstieg im Auftreten von Thrombosen (Blutgerinnseln) wurde beobachtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Um einen Wirkungsverlust auszuschliessen, sind folgende Hinweise zu beachten:

Zur Injektion nur die beigefügte, steril verpackte Injektionsnadel verwenden!

Recormon PS muss im Umkarton aufbewahrt werden, um den Inhalt vor Licht zu schützen und ist im

Kühlschrank (2-8 °C) zu lagern.

Die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden. Im Rahmen der ambulanten Behandlung kann

Recormon PS einmalig für einen Zeitraum von maximal 3 Tagen ausserhalb des Kühlschranks bei

Raumtemperatur (nicht über 25 °C) gelagert werden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Das Arzneimittel ist ausserhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Jede Fertigspritze darf nur für eine Injektion verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin; diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Recormon PS enthalten?

Recormon PS enthält als Wirkstoff Epoetin beta (rekombinantes humanes Erythropoetin). Dieser

Wirkstoff wird aus gentechnisch veränderten Tierzellen hergestellt. Der Hilfsstoff Polysorbat 20

wird aus gentechnisch verändertem Mais hergestellt.

Recormon PS 2000

Wirkstoff

1 Fertigspritze enthält 2000 IE Epoetin beta.

Hilfsstoffe

Harnstoff, Natriumchlorid, Natriumdihydrogenphosphat, Natriummonohydrogenphosphat,

Kalziumchlorid, Polysorbat 20, Glycin, Leucin, Isoleucin, Threonin, Glutaminsäure, Phenylalanin.

Lösungsmittel: steriles Wasser.

Recormon PS 3000

Wirkstoff

1 Fertigspritze enthält 3000 IE Epoetin beta.

Hilfsstoffe

Harnstoff, Natriumchlorid, Natriumdihydrogenphosphat, Natriummonohydrogenphosphat,

Kalziumchlorid, Polysorbat 20, Glycin, Leucin, Isoleucin, Threonin, Glutaminsäure, Phenylalanin.

Lösungsmittel: steriles Wasser.

Recormon PS 4000

Wirkstoff

1 Fertigspritze enthält 4000 IE Epoetin beta.

Hilfsstoffe

Harnstoff, Natriumchlorid, Natriumdihydrogenphosphat, Natriummonohydrogenphosphat,

Kalziumchlorid, Polysorbat 20, Glycin, Leucin, Isoleucin, Threonin, Glutaminsäure, Phenylalanin.

Lösungsmittel: steriles Wasser.

Recormon PS 5000

Wirkstoff

1 Fertigspritze enthält 5000 IE Epoetin beta.

Hilfsstoffe

Harnstoff, Natriumchlorid, Natriumdihydrogenphosphat, Natriummonohydrogenphosphat,

Kalziumchlorid, Polysorbat 20, Glycin, Leucin, Isoleucin, Threonin, Glutaminsäure, Phenylalanin.

Lösungsmittel: steriles Wasser.

Recormon PS 10'000

Wirkstoff

1 Fertigspritze enthält 10'000 IE Epoetin beta.

Hilfsstoffe

Harnstoff, Natriumchlorid, Natriumdihydrogenphosphat, Natriummonohydrogenphosphat,

Kalziumchlorid, Polysorbat 20, Glycin, Leucin, Isoleucin, Threonin, Glutaminsäure, Phenylalanin.

Lösungsmittel: steriles Wasser.

Recormon PS 30'000

Wirkstoff

1 Fertigspritze enthält 30'000 IE Epoetin beta.

Hilfsstoffe

Harnstoff, Natriumchlorid, Natriumdihydrogenphosphat, Natriummonohydrogenphosphat,

Kalziumchlorid, Polysorbat 20, Glycin, Leucin, Isoleucin, Threonin, Glutaminsäure, Phenylalanin.

Lösungsmittel: steriles Wasser.

Zulassungsnummer

54766 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Recormon PS? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Recormon PS 2000

Packung mit 6 Fertigspritzen mit gebrauchsfertiger Injektionslösung und 6 Kanülen 27G ½.

Recormon PS 3000

Packung mit 6 Fertigspritzen mit gebrauchsfertiger Injektionslösung und 6 Kanülen 27G ½.

Recormon PS 4000

Packung mit 6 Fertigspritzen mit gebrauchsfertiger Injektionslösung und 6 Kanülen 27G ½.

Recormon PS 5000

Packung mit 6 Fertigspritzen mit gebrauchsfertiger Injektionslösung und 6 Kanülen 27G ½.

Recormon PS 10'000

Packung mit 6 Fertigspritzen mit gebrauchsfertiger Injektionslösung und 6 Kanülen 27G ½.

Recormon PS 30'000

Packung mit 4 Fertigspritzen mit gebrauchsfertiger Injektionslösung und 4 Kanülen 27G ½.

Zulassungsinhaberin

Roche Pharma (Schweiz) AG, Basel.

Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Gebrauchsanweisung für Recormon PS

Recormon PS wird als gebrauchsfertige Injektionslösung in Fertigspritzen angeboten. Die Lösung

wird subkutan (das heisst unter die Haut) gespritzt. Die intravenöse Verabreichung darf nur durch

medizinisches Fachpersonal erfolgen. Üblicherweise wird die erste Dosis unter ärztliche Kontrolle

verabreicht, da die Möglichkeit einer allergischen Reaktion besteht. Wenn es Ihnen gezeigt wurde,

wie man die Lösung verabreicht, können Sie sich auch selbst die Lösung spritzen.

Nur klare oder leicht opaleszierende (schillernde), farblose und von sichtbaren Teilchen freie

Lösungen dürfen gespritzt werden.

Zuerst Hände waschen!

1.Fertigspritze der Verpackung entnehmen und Lösung auf Klarheit überprüfen

Nehmen Sie eine Fertigspritze aus der Verpackung und überprüfen Sie, ob die Lösung klar, farblos

und frei von sichtbaren Schwebeteilen ist.

2.Schutzkappe der Fertigspritze entfernen und Nadel aufsetzen

Entfernen Sie die Gummi-Schutzkappe von der Fertigspritze. Nehmen Sie die steril verpackte Nadel

aus demselben Fach der Packung und setzen Sie anschliessend die Nadel auf die Fertigspritze.

Drehen Sie die Nadel vorsichtig, bis sie fest sitzt. Bewegen Sie das Sicherheitsschild von der Nadel

weg in Richtung Spritzenkörper. Entfernen Sie die Schutzkappe von der Nadel durch gerades

Auseinanderziehen.

3.Entfernen der Luft aus der Fertigspritze

Entfernen Sie die Luft aus der Spritze und der Nadel, indem Sie die Spritze senkrecht nach oben

halten und den Kolben leicht nach oben drücken. Drücken Sie den Kolben danach soweit nach oben,

dass die verordnete Menge an Recormon in der Spritze bleibt.

4.Injizieren

Desinfizieren Sie die Haut an der Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer. Bilden Sie mit Hilfe von

Daumen und Zeigefinger eine Hautfalte. Stechen Sie die Nadel ruckartig in die Hautfalte und

spritzen Sie die Recormon-Lösung. Ziehen Sie die Nadel schnell heraus und drücken Sie einen

trockenen, sterilen Tupfer fest auf die Einstichstelle.

5.Nach der Injektion

Schieben Sie das Sicherheitsschild in einem Winkel von 90° vom Spitzenkörper weg nach vorne.

Halten Sie die Spritze mit einer Hand und drücken Sie das Sicherheitsschild mit einer festen, raschen

Bewegung gegen eine ebene Fläche, bis Sie ein Klickgeräusch hören.

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Fachinformation

Recormon® PS

Roche Pharma (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Epoetinum beta (rekombinantes humanes Erythropoetin [rhEPO]: gentechnologisch

hergestellt in CHO-Zellen).

Hilfsstoffe

Recormon PS, Fertigspritze

Ureum, natrii chloridum, natrii dihydrogenphosphas, dinatrii phosphas, calcii chloridum,

polysorbatum 20 (aus gentechnisch verändertem Mais hergestellt), glycinum, leucinum, isoleucinum,

threoninum, acidum glutamicum, phenylalaninum, aqua ad injectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Recormon PS 2000

1 Fertigspritze mit gebrauchsfertiger Injektionslösung enthält 2000 IE entsprechend 16,6 µg Epoetin

beta.

Excip. q.s. ad solutionem 0,3 ml.

Recormon PS 3000

1 Fertigspritze mit gebrauchsfertiger Injektionslösung enthält 3000 IE entsprechend 24,9 µg Epoetin

beta.

Excip. q.s. ad solutionem 0,3 ml.

Recormon PS 4000

1 Fertigspritze mit gebrauchsfertiger Injektionslösung enthält 4000 IE entsprechend 33,2 µg Epoetin

beta.

Excip. q.s. ad solutionem 0,3 ml.

Recormon PS 5000

1 Fertigspritze mit gebrauchsfertiger Injektionslösung enthält 5000 IE entsprechend 41,5 µg Epoetin

beta.

Excip. q.s. ad solutionem 0,3 ml.

Recormon PS 10’000

1 Fertigspritze mit gebrauchsfertiger Injektionslösung enthält 10’000 IE entsprechend 83 µg Epoetin

beta.

Excip. q.s. ad solutionem 0,6 ml.

Recormon PS 30’000

1 Fertigspritze mit gebrauchsfertiger Injektionslösung enthält 30’000 IE entsprechend 249 µg

Epoetin beta.

Excip. q.s. ad solutionem 0,6 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Anämie bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung

Behandlung der symptomatischen, transfusionsbedürftigen, renalen Anämie bei chronischer

Nierenerkrankung bei dialysierten und nicht dialysierten erwachsenen Patienten und Kindern über 2

Jahre (für Hb-Grenzwerte, siehe «Dosierung/Anwendung»).

Tumorpatienten

Behandlung der symptomatischen Anämie bei erwachsenen Patienten mit nicht-myeloiden malignen

Erkrankungen, die eine Chemotherapie erhalten (für Hb-Grenzwerte, siehe

«Dosierung/Anwendung»).

Gewinnung von Eigenblut (Eigenblutspendeprogramm)

Steigerung der Menge an Eigenblut bei Patienten, die in ein Eigenblutspendeprogramm zur

Vermeidung von Fremdbluttransfusionen einbezogen sind. Die Anwendung in dieser Indikation

muss gegenüber dem berichteten erhöhten Risiko für thromboembolische Ereignisse abgewogen

werden. Die Behandlung ist bei Patienten mit mässiggradiger Anämie (Hb 10–13 g/dl (6,21–8,07

mmol/l), kein Eisenmangel) indiziert, falls blutsparende Verfahren nicht verfügbar oder

unzureichend sind, sofern der geplante grössere chirurgische Eingriff grosse Mengen an Blut

erfordert (4 oder mehr Blutkonserven bei Frauen bzw. 5 oder mehr bei Männern) oder die Zeitspanne

zu kurz ist, um die benötigte Eigenblutmenge zu gewinnen.

Dosierung/Anwendung

Eine Therapie mit Recormon sollte von Ärztinnen oder Ärzten eingeleitet werden, die Erfahrung in

den oben genannten Indikationen haben.

Anämie bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung

Patienten sollten engmaschig überwacht werden, um sicherzustellen, dass die niedrigste zugelassene

wirksame Dosis von Recormon angewandt wird um die Symptome der Anämie adäquat zu

kontrollieren und dabei einen Hämoglobinwert unter oder gleich 12 g/dl (7.5 mmol/l) einzuhalten.

Recormon-Dosissteigerungen bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz sollten mit Vorsicht

erfolgen. Bei Patienten mit schlechtem Ansprechen des Hämoglobinwerts auf Recormon sollten

verschiedene Ursachen für das schlechte Ansprechen abgeklärt werden (siehe Abschnitt

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Eigenschaften/Wirkungen»). Die

Anämiesymptome und ihre Folgeerscheinungen können sich abhängig von Alter, Geschlecht und

allgemeinem Schweregrad der Erkrankung unterscheiden; daher ist eine Beurteilung des klinischen

Verlaufs und des Zustandes des jeweiligen Patienten durch eine Ärztin oder einen Arzt erforderlich.

Alle Recormon Formulierungen können sowohl subkutan als auch intravenös verabreicht werden,

um das Hämoglobin auf einen Wert von maximal 12 g/dl (7,5 mmol) anzuheben.

Dabei wird bei subkutaner im Vergleich zu intravenöser Verabreichung das Ziel eines maximalen

Hämoglobinwertes von 12 g/dl (7,5 mmol) mit einer um etwa 20–25% geringeren Dosis erreicht.

Aufgrund intraindividueller Schwankungen bei den Patienten können gelegentlich einzelne

Hämoglobinwerte beobachtet werden, die über oder unter dem erwünschten Hämoglobinspiegel

liegen. Derartige Hämoglobin-Schwankungen sollten mittels Anpassung der Dosis ausgeglichen

werden, wobei der Hämoglobin-Zielbereich von 10 g/dl (6,2 mmol/l) bis 12 g/dl (7,5 mmol/l) zu

berücksichtigen ist. Ein anhaltender Hämoglobinspiegel über 12 g/dl (7,5 mmol/l) sollte vermieden

werden; Leitlinien für die richtige Anpassung der Dosis bei Auftreten von Hämoglobinwerten über

12 g/dl (7,5 mmol/l) werden weiter unten beschrieben.

Ein Hämoglobin-Anstieg um mehr als 2 g/dl (1,25 mmol/l) innerhalb eines Zeitraums von vier

Wochen ist zu vermeiden. Falls es dazu kommt, ist wie vorgesehen eine geeignete Dosisanpassung

vorzunehmen. Falls die Anstiegsrate von Hämoglobin 2 g/dl (1,25 mmol/l) in einem Monat

überschreitet oder wenn der Hämoglobinspiegel ansteigt und sich dem Grenzwert von 12 g/dl (7,45

mmol/l) nähert, sollte die Dosis um ca. 25% gesenkt werden. Falls der Hämoglobinspiegel weiter

ansteigt, sollte die Therapie unterbrochen werden, bis der Hämoglobinspiegel wieder zu sinken

beginnt; an diesem Punkt sollte die Therapie mit einer Dosis, die um ca. 25% unter der zuvor

verabreichten Dosis liegt, erneut begonnen werden.

Zur Aufrechterhaltung des Hämoglobinzielwertes soll sichergestellt werden, dass die niedrigste

effektive Dosis zur Kontrolle der Anämie-Symptome von Recormon verwendet wird.

Bei Vorliegen einer Hypertonie oder kardiovaskulären, zerebrovaskulären oder peripheren

vaskulären Erkrankungen sollten der wöchentliche Hämoglobinanstieg und der Hämoglobin-Zielwert

individuell unter Berücksichtigung des klinischen Zustandsbilds ermittelt werden.

Die Therapie mit allen Recormon Formulierungen unterteilt sich in zwei Behandlungsphasen:

Korrekturphase

Subkutane Verabreichung

Die Anfangsdosis beträgt 3× 20 IE/kg Körpergewicht pro Woche. Bei nicht ausreichendem Anstieg

des Hämoglobinwertes (<0,25 g/dl pro Woche), kann die Dosis in Abständen von 4 Wochen um

jeweils 3× 20 IE/kg/Woche erhöht werden. Die wöchentliche Dosierung kann auch auf tägliche

Gaben verteilt verabreicht werden.

Intravenöse Verabreichung

Die Anfangsdosis beträgt 3× 40 IE/kg Körpergewicht pro Woche. Die Dosis kann nach 4 Wochen

auf 80 IE/kg Körpergewicht, 3× pro Woche, und, falls erforderlich, in monatlichen Abständen um

weitere 20 IE/kg Körpergewicht, 3× pro Woche, erhöht werden.

Die maximale Wochendosis sollte unabhängig von der Art der Verabreichung 720 IE/kg

Körpergewicht nicht überschreiten.

Erhaltungsphase

Zur Aufrechterhaltung eines Hämoglobinspiegels zwischen 10–12 g/dl wird die Dosierung zunächst

auf 50% der zuletzt eingesetzten Dosis der Korrekturphase reduziert. Anschliessend wird die

Dosierung in ein- bis zweiwöchigen Abständen individuell entsprechend dem Bedarf des Patienten

eingestellt (Erhaltungsdosis).

Die Verabreichung der Erhaltungsdosis kann in einer einmal wöchentlichen subkutanen Gabe oder

verteilt auf drei bis sieben Einzeldosen pro Woche erfolgen. Patienten, die in der einmal

wöchentlichen Anwendung stabil sind, können auf eine Anwendung alle zwei Wochen umgestellt

werden. In diesem Fall können Dosiserhöhungen nötig werden. Erfahrungsgemäss benötigen

Patienten mit einem anfänglichen Hämoglobinwert unter 6 g/dl höhere Erhaltungsdosen als solche

mit einem höheren anfänglichen Hämoglobinwert. Ein Hämoglobinwert von 12 g/dl sollte nicht

überschritten werden.

Kinder über 2 Jahre und Jugendliche

Klinische Studien mit Kindern und Jugendlichen haben ergeben, dass die Erhaltungsdosis im Mittel

bei jüngeren Kindern höher als bei älteren war. Trotzdem wird empfohlen, sich an das angeführte

Dosierungsschema zu halten, da die individuelle Ansprechbarkeit nicht vorhersagbar ist.

Therapiedauer

Die Behandlung mit allen Recormon Formulierungen ist normalerweise eine Langzeittherapie. Die

Unterbrechung der Therapie ist möglich und kann jederzeit erfolgen.

Tumorpatienten

Recormon sollte den Anämiepatienten (z.B. Hämoglobinwert ≤10 g/dl [6,2 mmol/l]) subkutan

verabreicht werden. Die Anämiesymptome und ihre Folgeerscheinungen können sich je nach Alter,

Geschlecht und allgemeinem Schweregrad der Erkrankung unterscheiden; daher ist eine Beurteilung

des klinischen Verlaufs und des Zustands des jeweiligen Patienten durch einen Arzt erforderlich.

Die Wochendosis kann in einer einzigen Injektion oder verteilt auf 3 bis 7 Einzeldosen verabreicht

werden.

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 450 IE/kg Körpergewicht pro Woche. Dabei kann eine fixe

Dosis von 30’000 IE einmal pro Woche, basierend auf einem Durchschnittsgewicht der Patienten um

67 kg, bei Patienten ohne grössere Gewichtsabweichungen gegeben werden. Bei ungenügendem

Ansprechen mit der Notwendigkeit einer Dosiserhöhung ist aber auf eine gewichtsbezogenen

Dosierung zurückzugreifen.

Aufgrund intraindividueller Schwankungen bei den Patienten können gelegentlich einzelne

Hämoglobinwerte beobachtet werden, die über oder unter dem erwünschten Hämoglobinspiegel

liegen. Derartige Hämoglobin-Schwankungen sollten mittels Anpassung der Dosis ausgeglichen

werden. Der Hämoglobin Zielbereich liegt zwischen 10 g/dl (6,2 mmol/l) bis 12 g/dl (7,5 mmol/l).

Ein anhaltender Hämoglobinspiegel über 12 g/dl (7,5 mmol/l) sollte vermieden werden.

Dosisanpassungen

Wenn nach 4-wöchiger Therapie der Hämoglobinwert um mindestens 1 g/dl (0,62 mmol/l) gestiegen

ist, sollte die derzeitige Dosis beibehalten werden. Die Dosis sollte verdoppelt werden, wenn nach 4

Wochen der Hämoglobinwert nicht um mindestens 1 g/dl (0,62 mmol/l) gestiegen ist. Wenn nach 8-

wöchiger Therapie der Hämoglobinwert nicht um mindestens 1 g/dl (0,62 mmol/l) angestiegen ist, ist

ein weiterer Therapieerfolg fraglich.

Die maximale Dosis von 900 IE/kg Körpergewicht pro Woche sollte nicht überschritten werden.

Ist das individuelle Therapieziel eines Patienten erreicht, sollte die Dosis um 25 bis 50% reduziert

werden, um diese Hämoglobinkonzentration zu erhalten. Eine entsprechende Dosistitration sollte in

Erwägung gezogen werden. Beträgt der Anstieg des Hämoglobinwertes mehr als 2 g/dl (1,3 mmol/l)

in 4 Wochen, sollte die Dosis um 25 bis 50% reduziert werden.

Falls der Hämoglobinwert 12 g/dl (7,5 mmol/l) überschreitet, sollte die Dosis um ca. 25 bis 50%

gesenkt werden. Die Behandlung mit Recormon ist vorübergehend zu unterbrechen, wenn der

Hämoglobinspiegel 13 g/dl (8,1 mmol/l) überschreitet. Nachdem der Hämoglobinspiegel wieder auf

≤12 g/dl (7,5 mmol/l) abgesunken ist, sollte die Therapie mit einer Dosis, die um ca. 25% unter der

zuvor verabreichten Dosis liegt, erneut begonnen werden.

Nach Beendigung der Chemotherapie sollte die Behandlung mit Recormon bis zu 3 Wochen

weitergeführt werden.

Zur Aufrechterhaltung des Hämoglobinzielwertes soll sichergestellt werden, dass die zur Kontrolle

der Anämie-Symptome niedrigste effektive Dosis von Recormon verwendet wird.

Gewinnung von Eigenblut (Eigenblutspendeprogramm)

Die Recormon-Lösung wird intravenös über zwei Minuten verabreicht. Besteht die Möglichkeit einer

Blutspende (Hämatokrit >33 Vol.-%), so ist die Recormon Formulierung nach der Blutabnahme zu

applizieren. Ein Hämatokrit von 48 Vol.-% sollte während des gesamten Behandlungszeitraumes

nicht überschritten werden.

Die individuelle Dosis soll vom behandelnden Arzt in Abhängigkeit von der erforderlichen Menge

an zu spendendem Eigenblut und der endogenen Erythrozytenreserve des jeweiligen Patienten

ermittelt werden.

1.Die erforderliche Menge an zu spendendem Eigenblut hängt vom erwarteten Blutverlust, dem

Einsatz von blutsparenden Massnahmen und dem körperlichen Zustand des Patienten ab. Diese

Menge soll so bemessen sein, dass sie ausreicht, homologe Transfusionen zu vermeiden. Sie ist in

der Regel identisch mit der Anzahl angeforderter Blutkonserven. Die erforderliche Menge an zu

spendendem Eigenblut wird in Einheiten ausgedrückt. Hierbei entspricht eine Einheit 450 ml

Vollblut mit einem Hämatokrit von 40%.

2.Die Blutspendefähigkeit des Patienten ist in erster Linie abhängig von seinem Blutvolumen und

dem Ausgangshämatokritwert. Diese beiden Variablen bestimmen die endogene

Erythrozytenreserve, die wie folgt berechnet wird:

Endogene Erythrozytenreserve (ml) = Blutvolumen (ml) × (Hkt-33) : 100.

Berechnung des Blutvolumens

Männer

Blutvolumen (ml) = 44 (ml/kg) × Körpergewicht (kg) + 1600 (ml).

Frauen

Blutvolumen (ml) = 41 (ml/kg) × Körpergewicht (kg) + 1200 (ml) (Körpergewicht >45 kg).

Die Notwendigkeit für eine Behandlung mit einer Recormon Formulierung sowie, falls gegeben, die

Einzeldosis wird aus der erforderlichen Menge an zu spendendem Eigenblut und der endogenen

Erythrozytenreserve bestimmt (anhand der folgenden Nomogramme).

Die so bestimmte Einzeldosis wird zweimal wöchentlich über 4 Wochen verabreicht. Eine maximale

Dosis von 1600 IE/kg Körpergewicht/Woche sollte nicht überschritten werden.

Spezielle Anweisungen für die Applikation

Da in Einzelfällen anaphylaktoide Reaktionen beobachtet wurden, sollte die erste Verabreichung nur

unter klinischen Bedingungen und unter Einhaltung einer Nachbeobachtungszeit von mindestens 4

Stunden erfolgen.

Anämie bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung

Alle Recormon Formulierungen können subkutan oder intravenös verabreicht werden. Bei

intravenöser Anwendung von Recormon sollte die Lösung über ca. 2 Minuten injiziert werden, z.B.

den Hämodialyse-Patienten über die arteriovenöse Fistel im Anschluss an die Dialyse.

Bei nicht hämodialysierten Patienten mit renaler Anämie ist die subkutane Anwendung zu

bevorzugen, um die Venen zu schonen. Die subkutane Injektion sollte ebenfalls langsam erfolgen.

Dabei sollte nach Möglichkeit nicht mehr als 1 ml Injektionslösung an der gleichen Stelle verabreicht

werden, weil bei empfindlichen Patienten lokale Schmerzreaktionen auftreten können. Grössere

Volumen sollten an mehreren Stellen injiziert werden, oder die Injektionsnadel sollte intracutan

zurückgezogen werden, und die weitere Injektion in eine andere Richtung erfolgen.

Sollte die subkutane Verabreichung vom Patienten selbst durchgeführt werden, so muss dieser über

die Selbstverabreichung genau aufgeklärt und instruiert werden. Regelmässige Kontrollen durch den

Arzt sind notwendig.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Eisen ist gegebenenfalls die Dosierung von rhEPO zu

reduzieren, um einen zu raschen und zu starken Anstieg des Hämoglobins zu verhindern.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss

Zusammensetzung.

Recormon darf bei unbehandelter oder schwer kontrollierbarer Hypertonie nicht eingesetzt werden.

Recormon darf zur Gewinnung von Eigenblut (Eigenblutspendeprogramm) nicht angewendet werden

bei Patienten, die innerhalb eines Monats vor der Behandlung einen Herzinfarkt oder Schlaganfall

erlitten haben, bei Patienten mit instabiler Angina pectoris oder bei Patienten mit einem Risiko für

die Entstehung tiefer Venenthrombosen, z.B. solchen Patienten mit bereits bekannten venösen

Thromboembolien.

Recormon darf während der Schwangerschaft und der Stillzeit sowie bei Kindern, die jünger als zwei

Jahre sind, nicht eingesetzt werden, da hierzu bisher noch keine ausreichenden klinischen

Erfahrungen vorliegen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Vorliegen einer schweren akuten Anämie, die einer sofortigen Korrektur bedarf, stellte

Recormon keinen Ersatz für eine Notfalltransfusion dar.

Recormon sollte mit Vorsicht angewendet werden bei refraktärer Anämie mit Blastenexzess in

Transformation, bei epileptiformen Erkrankungen, bei Thrombozytose, bei chronischer

Leberinsuffizienz und bei ischämischen Gefässerkrankungen. Folsäure-, Vitamin B12- und

Eisenmangel sollten ausgeschlossen sein, da hierdurch die Wirksamkeit von Recormon vermindert

wird.

Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz

Recormon-Dosissteigerungen bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz sollten mit Vorsicht

erfolgen, da hohe kumulative Epoetin-Dosen mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko, schweren

kardiovaskulären und cerebrovaskulären Ereignissen assoziiert sein können. Bei Patienten mit

schlechtem Ansprechen des Hämoglobinwerts auf Epoetine sollten verschiedene Ursachen für das

schlechte Ansprechen abgeklärt werden(siehe Abschnitte «Dosierung/Anwendung» und

«Eigenschaften/Wirkungen»).

Untersuchungen

Um eine wirksame Erythropoese sicherzustellen, sollte bei allen Patienten vor und während der

Behandlung der Eisenwert bestimmt werden und gegebenenfalls eine Eisenersatztherapie gemäss den

therapeutischen Richtlinien durchgeführt werden.

Die Wirksamkeit von Recormon kann durch eine Aluminiumüberladung infolge der Therapie der

chronischen Nierenerkrankung oder durch andere Ursachen einer Anämie, wie z.B. okkulten

Blutverlust, hämatologische Krankheiten (z.B. Thalassämie, Myelodysplasien), Osteitis fibrosa

cystica abgeschwächt werden.

Serum-Kaliumspiegel sollten während der Behandlung mit Recormon regelmässig überprüft werden.

Erhöhte Kaliumspiegel wurden bei einigen urämischen Patienten unter einer Behandlung mit

Recormon berichtet, ohne dass ein kausaler Zusammenhang gezeigt wurde. Sollten erhöhte oder

ansteigende Kaliumspiegel beobachtet werden, dann sollte eine Unterbrechung der Behandlung mit

Recormon in Betracht gezogen werden, bis die Hyperkaliämie korrigiert ist.

Nephrosklerose

Die Anwendung von Recormon bei Prädialyse-Patienten mit Nephrosklerose sollte individuell

entschieden werden, da eine beschleunigte Progression der Niereninsuffizienz bei diesen Patienten

nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

Fehlendes Ansprechen

In Verbindung mit einer Therapie mit ESA, einschliesslich der Gabe von Recormon, wurde über eine

durch neutralisierende Antikörper gegen Erythropoietin hervorgerufene Erythroblastopenie (PRCA =

pure red cell aplasia) berichtet. Für diese Antikörper konnte eine Kreuzreaktivität mit allen

erythropoietischen Proteinen gezeigt werden. Patienten, bei denen der Verdacht auf neutralisierende

Antikörper gegen Erythropoietin besteht oder bei denen diese nachgewiesen wurden, sollen nicht auf

Recormon umgestellt werden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Blutdruck

Bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und bei Krebspatienten kann eine Erhöhung des

Blutdrucks erfolgen bzw. die Verstärkung einer bereits bestehenden Hypertension auftreten,

insbesondere in Fällen eines schnellen Hämatokrit-Anstiegs. Diese Blutdruckerhöhungen lassen sich

medikamentös behandeln.

Wenn der Blutdruckanstieg nicht durch medikamentöse Therapie kontrolliert werden kann, wird eine

vorübergehende Unterbrechung der Therapie mit Recormon empfohlen. Insbesondere zu Beginn der

Behandlung wird darüber hinaus eine regelmässige Blutdruckkontrolle empfohlen, auch zwischen

den Dialysen. Eine hypertonische Krise mit Enzephalopathie-ähnlicher Symptomatik kann vereinzelt

auftreten, auch mit Patienten mit initial normalem oder niedrigem Blutdruck, die eine sofortige

ärztliche Untersuchung und intensivmedizinische Massnahmen erfordert. Plötzlich auftretende

stechende migräneartige Kopfschmerzen sind als mögliches Warnzeichen besonders zu beachten

(siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Thrombozyten

Bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung kann es insbesondere bei intravenöser Anwendung

zu einem mässiggradigen dosisabhängigen Anstieg der Thrombozytenzahl innerhalb des

Normbereiches kommen, der im Verlauf der Therapie wieder zurückgeht. Es wird empfohlen, die

Thrombozytenzahl in den ersten 8 Wochen der Therapie regelmässig zu kontrollieren.

Erhaltungs-Hämoglobinkonzentration

Bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung sollte die Erhaltungs-Hämoglobinkonzentration die

unter Dosierung/Anwendung empfohlene obere Grenze der Hämoglobin-Zielkonzentration nicht

überschreiten. In klinischen Studien wurde bei der Anwendung von Erythropoese stimulierenden

Wirkstoffen (ESAs) zur Erzielung eines Hämoglobin-Zielwerts über 12 g/dl (7,5 mmol/l) ein

erhöhtes Risiko für Todesfälle und schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse beobachtet.

Kontrollierte klinische Studien zeigten keine signifikanten Vorteile, wenn die Hämoglobin-

Konzentration über das für die Beherrschung der Anämiesymptome und zur Vermeidung einer

Bluttransfusion erforderliche Mass hinaus erhöht wurde.

Krebspatienten

ESAs sind Wachstumsfaktoren, welche in erster Linie die Produktion von roten Blutkörperchen

stimulieren. Erythropoietin-Rezeptoren können auf der Oberfläche verschiedenster Tumorzellen

gebildet werden. Wie bei allen Wachstumsfaktoren besteht die Vermutung, dass auch ESAs das

Wachstum von Tumoren stimulieren könnten. In mehreren kontrollierten Studien konnte kein

Nachweis für eine Veränderung des Gesamtüberlebens oder des Risikos für eine Tumorprogression

bei Patienten mit krebsbedingter Anämie erbracht werden.

In kontrollierten klinischen Studien wurden bei der Anwendung von Recormon und anderen ESAs

folgende Beobachtungen gemacht:

·Eine kürzere Zeit bis zur Tumorprogression bei Patienten mit fortgeschrittenen Kopf-und-Hals-

Tumoren, die eine Strahlentherapie erhielten, wenn die Verabreichung bis zum Erreichen eines

Hämoglobin-Zielwertes über 14 g/dl (8,7 mmol/l) erfolgte.

·Ein kürzeres Gesamtüberleben und mehr Todesfälle, die auf die Krankheitsprogression

zurückzuführen waren, nach 4 Monaten bei Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs, die eine

Chemotherapie erhielten, wenn die Verabreichung bis zum Erreichen eines Hämoglobin-Zielwertes

von 12–14 g/dl (7,5–8,7 mmol/l) erfolgte.

·Ein höheres Todesrisiko bei Verabreichung bis zu einem Hämoglobin-Zielwert von 12 g/dl (7,5

mmol/l) bei Patienten mit aktiven malignen Erkrankungen, die weder eine Chemotherapie noch eine

Strahlentherapie erhielten. ESAs sind zur Anwendung bei dieser Patientenpopulation nicht angezeigt.

Thrombozytenzahl und Hämoglobinkonzentration sollten bei Krebspatienten in regelmässigen

Abständen überprüft werden.

Vor dem Einsatz von Epoetin-Präparaten bei symptomatischen anämischen Tumor-Patientinnen und

-Patienten unter myelosuppressiver Chemotherapie, sollte eine sorgfältige individuelle Evaluation

des Nutzen/Risiko-Verhältnisses, unter besonderer Berücksichtigung der Prognose in Absprache mit

der Patientin/dem Patienten erfolgen. Bei kurativer Therapie sollen Epoetin-Präparate nicht

eingesetzt werden.

Heparin

Bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung ist im Verlauf der Therapie mit Recormon aufgrund

des gesteigerten Hämatokritwertes häufig eine Erhöhung der Heparin-Dosis während der

Hämodialyse notwendig. Bei nicht optimaler Heparinisierung ist ein Verschluss des Dialyse-Systems

möglich. Besonders bei Patienten, die zu hypotonen Reaktionen neigen oder deren arteriovenöse

Fisteln Komplikationen (z.B. Stenosen, Aneurysmen o.ä.) aufweisen, können Shunt-Thrombosen

auftreten. Eine frühzeitige Shunt-Revision und auch eine Thrombose-Prophylaxe durch Gabe von

z.B. Acetylsalicylsäure wird bei diesen Patienten empfohlen.

Die Erfahrung der Anämiebehandlung mit Recormon bei multiplem Myelom, non-Hodgkin-

Lymphom und chronischer lymphatischer Leukämie ist beschränkt auf erwachsene Patienten.

Eigenblutspende

Bei Patienten in einem Eigenblutspendeprogramm kann es zu einem Anstieg der Thrombozytenzahl,

in der Regel innerhalb des Normbereiches, kommen. Es wird daher empfohlen, die

Thrombozytenzahl mindestens einmal wöchentlich zu kontrollieren. Beträgt die Steigerung mehr als

150× 109/l oder liegt die Thrombozytenzahl über dem Normbereich, sollte die Therapie mit

Recormon abgebrochen werden.

Für den Einsatz von Recormon im Rahmen der Eigenblutspende müssen die offiziellen Richtlinien

zur Blutspende berücksichtigt werden, insbesondere:

·Patienten mit einem Hämatokritwert von >33 Vol.-% (Hämoglobinwert >11 g/dl [6,83 mmol/l])

dürfen Blut spenden.

·Patienten mit einem Körpergewicht unter 50 kg sollten besonders sorgfältig beobachtet werden.

·Das Volumen einer einzelnen Blutspende sollte nicht grösser sein als ca. 12% des Blutvolumens des

Patienten.

Phenylalanin

Recormon enthält Phenylalanin als Hilfsstoff. Dieses sollte bei Patienten mit schweren Formen der

Phenylketonurie berücksichtigt werden.

Missbrauch

Missbrauch von Gesunden (z.B. für Dopingzwecke) kann zu einem übermässigen Anstieg des

Hämatokritwertes führen. Dies ist mit dem Risiko lebensbedrohlicher Komplikationen des Herz-

Kreislauf-Systems (Thromboserisiko durch Hämokonzentration bei Polyglobulie) verbunden.

Interaktionen

Die erythropoetische Wirkung von rhEPO kann durch gleichzeitige Anwendung von hämatopoetisch

wirksamen Substanzen, wie z.B. Ferrosulfat, Cyanocobalamin und Folsäure, verstärkt werden, wenn

ein Mangelzustand besteht.

Bei Aluminiumintoxikation oder Infektionen kann die Wirkung von Recormon verzögert oder

abgeschwächt auftreten.

Durch die mittels Recormon erzielte Erhöhung der Hämoglobinkonzentration können Substanzen

gegen Angina pectoris in ihrer Wirkung verstärkt werden.

Die Wirkung gleichzeitig verabreichter Antihypertensiva kann reduziert sein.

Bei gleichzeitiger antikonvulsiver Therapie kann es zu einer Erhöhung der Krampfneigung kommen.

Weil Ciclosporin A an Erythrozyten gebunden wird, ist eine potentielle Interaktion mit Ciclosporin

A gegeben. Dabei sollte bei gleichzeitiger Gabe von Ciclosporin A und Recormon die Konzentration

von Ciclosporin A im Blut bestimmt werden. Gegebenenfalls ist die Ciclosporin-A-Dosierung

anzupassen.

Untersuchungen am Tier haben gezeigt, dass Recormon die Knochenmarkstoxizität bezüglich

Neutrophilen und Thrombozyten von Zytostatika wie Etoposid, Cisplatin, Cyclophosphamid,

Fluorouracil nicht erhöht.

Schwangerschaft/Stillzeit

Reproduktionstudien bei Tieren haben keine Risiken für die Feten gezeigt, aber man verfügt über

keine Studien bei schwangeren Frauen.

Aufgrund fehlender Studien bei schwangeren oder stillenden Frauen ist Recormon während der

Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

beobachtet.

Unerwünschte Wirkungen

Folgende unerwünschte Wirkungen wurden beobachtet:

Anämie bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung

Die häufigste Nebenwirkung (21,9%) unter der Therapie mit Recormon ist eine dosisabhängige

Erhöhung des Blutdrucks bzw. die Verstärkung einer bereits bestehenden Hypertonie, insbesondere

in Fällen eines schnellen Hämoglobin-Anstiegs (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Vereinzelt können auch bei Patienten mit initial normalem oder niedrigem Blutdruck, hypertensiven

Krisen mit Enzephalopathie-ähnlicher Symptomatik (z.B. Kopfschmerzen, Verwirrtheitszustände,

sensomotorische Störungen – wie Sprachstörungen, Gangstörungen usw. – bis hin zu generalisiert

tonisch-klonischen Krämpfen) auftreten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Shunt-Thrombosen können auftreten, insbesondere bei Patienten, die zu hypotonen Reaktionen

neigen oder deren arteriovenöse Fisteln Komplikationen (z.B. Stenosen, Aneurysmen) aufweisen

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Parallel zum Anstieg des Hämatokritwertes

kommt es in den meisten Fällen zu einer Abnahme der Serum-Ferritin-Werte (siehe «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»). Weiterhin wurde vereinzelt eine vorübergehende Erhöhung des

Kalium- und Phosphat-Spiegels beobachtet (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Insbesondere bei intravenöser Anwendung von Recormon kann es zu einem mässiggradigen,

dosisabhängigen Anstieg der Thrombozytenzahl innerhalb des Normbereiches kommen, der im

Verlauf der Therapie wieder zurückgeht. Die Entwicklung einer Thrombozytose ist sehr selten (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

In sehr seltenen Fällen traten bei Patienten mit chronischem Nierenversagen unter Therapie mit

rhEPO neutralisierende Anti-Erythropoietin-Antikörper mit oder ohne Erythroblastopenie (PRCA)

auf. Im Falle einer diagnostizierten PRCA muss die Epoetin-Therapie abgesetzt werden. Die

Patienten sollten keinesfalls auf ein anderes ESA umgestellt werden (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Die Häufigkeiten von Nebenwirkungen aus klinischen Studien in Verbindung mit der Recormon

Behandlung sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden

die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Gefässe

Häufig (≥1%, <10%): Bluthochdruck.

Gelegentlich (≥0,1%, <1%): Hypertensive Krise.

Nervensystem

Häufig (≥1%, <10%): Kopfschmerzen.

Blut und Lymphsystem

Selten (≥0,01%, <0,1%): Shunt-Thrombose.

Sehr selten (<0,01%): Thrombozytose.

Tumorpatienten

Kopfschmerzen und Bluthochdruck bedingt durch eine Behandlung mit Epoetin beta, die

medikamentös behandelt werden können, wurden bei 1–10% der Fälle beobachtet (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Bei einigen Patienten wurde eine Abnahme der Serum-Eisen-Parameter beobachtet (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

In klinischen Studien bei Patienten wurde ein leicht vermehrtes Auftreten thromboembolischer

Ereignisse beobachtet bei mit Recormon behandelten Krebspatienten im Vergleich zu unbehandelten

Kontroll- oder Placebo-Patienten. Bei Patienten, die mit Recormon behandelt wurden, traten diese

Ereignisse in 7% der Fälle auf im Vergleich zu 4% bei den Kontroll-Patienten; verglichen mit der

Kontrollgruppe ist dies jedoch nicht verbunden mit einem Anstieg der Mortalität aufgrund

thromboembolischer Ereignisse.

Die Häufigkeiten von Nebenwirkungen aus klinischen Studien in Verbindung mit der Recormon

Behandlung sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden

die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Gefässe

Häufig (≥1%, <10%): Bluthochdruck.

Blut und Lymphsystem

Häufig (≥1%, <10%): Thromboembolische Ereignisse.

Nervensystem

Häufig (≥1%, <10%): Kopfschmerzen.

Gewinnung von Eigenblut (Eigenblutspendeprogramm)

Bei Patienten in einem Eigenblutspendeprogramm wurde über eine leichte Zunahme von

thromboembolischen Ereignissen berichtet. Ein kausaler Zusammenhang mit der Recormon

Behandlung konnte jedoch nicht gezeigt werden.

In Placebo-kontrollierten Studien war ein zeitweiser Eisenmangel bei mit Recormon behandelten

Patienten ausgeprägter als in der Kontrollgruppe (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Die Häufigkeiten von Nebenwirkungen aus klinischen Studien in Verbindung mit der Recormon

Behandlung sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden

die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Nervensystem

Häufig (≥1%, <10%): Kopfschmerzen.

Alle Indikationen

Selten (≥0,01%, <0,1%) kann es zu Hautreaktionen wie Ausschlag, Juckreiz, Nesselsucht oder

Reaktionen an der Injektionsstelle kommen. In sehr seltenen Fällen (<0,01%) wurde in Verbindung

mit einer Epoetin beta-Behandlung über anaphylaktoide Reaktionen berichtet. In kontrollierten

klinischen Studien ergab sich jedoch kein Hinweis auf ein vermehrtes Auftreten von

Überempfindlichkeitsreaktionen.

In sehr seltenen Fällen (<0,01%) wurden insbesondere zu Beginn der Behandlung Grippe-ähnliche

Symptome wie Fieber, Frösteln, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Unwohlsein und/oder

Knochenschmerzen berichtet. Diese Reaktionen waren mild bis mässiggradig und verschwanden

nach wenigen Stunden oder Tagen.

Überdosierung

Das Ansprechen auf rhEPO ist dosisabhängig und individuell unterschiedlich. Von einer einmalig

verabreichten Überdosis sind keine unerwünschten Wirkungen zu erwarten, doch kann eine

wiederholte Überdosierung zu Hypertonie und Polyglobulie führen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B03XA01

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Rekombinantes, humanes Erythropoetin (rhEPO) ist ein gereinigtes Glykoprotein, welches die

Erythropoese stimuliert.

Das gentechnologisch gewonnene Epoetin beta ist in seiner Aminosäure- und Kohlenhydrat-

Zusammensetzung identisch mit Erythropoetin, das aus dem Urin anämischer Patienten isoliert

wurde.

Rekombinantes humanes Erythropoetin (rhEPO) hat ein Molekulargewicht von 32’000–40’000

Dalton. Der Proteinanteil des Moleküls beträgt ca. 58% und besteht aus 165 Aminosäuren. Die vier

Kohlehydratketten sind über drei N-glykosidische und eine O-glykosidische Bindung mit dem

Protein verknüpft.

Erythropoetin wird bei gesunden Menschen von der Niere gebildet und entsprechend dem Grad der

Sauerstoffsättigung der Gewebe in die Blutbahn abgegeben. Mit dem Blut gelangt Erythropoetin zum

Zielorgan, dem Knochenmark.

Bei therapeutischer Verabreichung von rhEPO an anämischen Patienten beginnt der Anstieg des

Hämoglobins im Allgemeinen 2–6 Wochen nach dem Beginn der Behandlung. Bei Kindern konnte

bisher nicht nachgewiesen werden, dass dabei auch das retardierte Wachstum beschleunigt wird.

Studien bei Krebspatienten

Erythropoietin ist ein Wachstumsfaktor, welcher in erster Linie die Produktion von roten

Blutkörperchen stimuliert. Erythropoietin-Rezeptoren können auf der Oberfläche verschiedenster

Tumorzellen gebildet werden.

Die Überlebensdauer und die Tumorprogression wurden in fünf grossen kontrollierten Studien mit

insgesamt 2833 Patienten untersucht. Vier dieser Studien waren doppelblinde, placebokontrollierte

Studien, in einem Fall handelte es sich um eine offene Studie. Zwei Studien rekrutierten Patienten,

die eine Chemotherapie erhielten. Die Hämoglobin-Zielkonzentration betrug in zwei Studien

>13 g/dl; in den anderen drei Studien betrug sie 12–14 g/dl. In der offenen Studie gab es bezüglich

des Gesamtüberlebens keinen Unterschied zwischen den Patienten, die mit einem ESA behandelt

wurden, und den Kontrollen. In den vier placebokontrollierten Studien betrug die Hazard Ratio für

das Gesamtüberleben 1,25 bis 2,47 zugunsten der Kontrollen. Diese Studien zeigten gegenüber den

Kontrollgruppen einen durchgehenden, ungeklärten, statistisch signifikanten Anstieg der Mortalität

bei den Patienten, die eine Anämie im Zusammenhang mit verschiedenen häufigen Karzinomen

aufwiesen und ein ESA erhielten. Das Resultat des Gesamtüberlebens in den Studien liess sich durch

Unterschiede in der Inzidenz von Thrombosen und damit zusammenhängenden Komplikationen

zwischen den Patienten, die ein ESA erhielten und den Patienten in den Kontrollgruppen nicht

zufriedenstellend erklären.

Eine Metaanalyse (basiert auf individuellen Patienten Werten), die Daten aus allen 12 kontrollierten

klinischen Studien an anämischen Krebspatienten umfasste, die mit Recormon durchgeführt wurden

(n= 2301), zeigte eine Punktschätzung für die Hazard Ratio des Gesamtüberlebens von 1,13

zugunsten der Kontrollen (95% KI: 0,87, 1,46). Bei Patienten mit einem Hämoglobin-Ausgangswert

von ≤10 g/dl (n= 899) betrug die Punktschätzung für die Hazard Ratio des Überlebens 0,98 (95% KI:

0,68 bis 1,40).

In der Gesamtpopulation wurde ein erhöhtes relatives Risiko für thromboembolische Ereignisse

beobachtet (RR 1,62, 95% KI: 1,13; 2,31).

Es wurde eine systematische Überprüfung von mehr als 9000 Krebspatienten vorgenommen, die an

57 klinischen Studien teilnahmen. Eine Metaanalyse der Daten für das Gesamtüberleben ergab eine

Punktschätzung für die Hazard Ratio des Gesamtüberlebens von 1,08 zugunsten der Kontrollen (95%

KI: 0,99; 1,18; 42 Studien und 8167 Patienten). Ein erhöhtes relatives Risiko für thromboembolische

Ereignisse (RR 1,67, 95% KI: 1,35; 2,06, 35 Studien und 6769 Patienten) wurde bei Patienten

beobachtet, die mit einem ESA behandelt wurden. Es gibt daher eine einheitliche Evidenz, die darauf

schliessen lässt, dass Krebspatienten, die mit einem ESA behandelt werden, keine Vorteile bezüglich

Gesamtüberleben haben. Das Ausmass, in dem diese Ergebnisse auf Krebspatienten unter einer

Chemotherapie zutreffen könnten, die ein ESA zur Etablierung eines Hämoglobinwertes von weniger

als 13 g/dl erhalten, ist unklar, da das überprüfte Datenmaterial nur wenige Patienten mit diesen

Merkmalen enthielt.

Die Wirksamkeit von Recormon bei Patienten mit multiplem Myelom, niedrig-malignem Non-

Hodgkin-Lymphom oder chronisch lymphatischer Leukämie wurde bei Patienten mit einem relativen

Erythropoetinmangel belegt, welche wie folgt definiert war:

Serum-Erythropoietin-Spiegel ≤100 mE/ml bei einem Hämoglobinwert von >9 bis <10 g/dl (>5,58

bis <6,2 mmol/l).

Serum-Erythropoietin-Spiegel ≤180 mE/ml bei einem Hämoglobinwert von >8 bis <9 g/dl (>4,96 bis

<5,58 mmol/l).

Serum-Erythropoietin-Spiegel ≤300 mE/ml bei einem Hämoglobinwert von ≤8 g/dl (≤4,96 mmol/l).

Studien bei CRF-Patienten

In einer randomisierten Studie (CREATE) mit Epoetin beta an 603 Patienten mit renaler Anämie

wurde in der Gruppe mit Normalisierung der Hämoglobinwerte auf 13 und 15 g/dl im Vergleich zur

Gruppe mit niedrigeren Zielwerten von 10,5–11,5 g/dl eine Tendenz zu erhöhten kardiovaskulären

Ereignissen beobachtet, die aber nicht statistisch signifikant war (58 vs. 47 Fälle, p= 0,20).

Die Häufigkeit thromboembolischer Ereignisse war 11,3% bei Patienten, die mit den höheren

Hämoglobin-Zielwerten (13–15 g/dl) behandelt wurden, gegenüber 7,3% bei Patienten mit einem

niedrigerem Hämoglobinzielwert (10,5–12,5 g/dl) (p= 0,06). Die Rate von Thrombosen des

arteriovenösen Zugangs bei den Patienten, die einer Dialyse zugeführt wurden war bei höheren

Hämoglobinzielwerten ebenfalls höher (4% gegenüber 3%) (p= 0,42).

Die Zeit bis zum Beginn einer Dialyse war in der Gruppe mit höheren Hämoglobin-Zielwerten

verkürzt (p= 0,034), obwohl keine Unterschiede in der medianen Kreatinin-Clearance festgestellt

werden konnten. Insgesamt sprechen diese Resultate jedoch eher für eine partielle Korrektur als für

eine routinemässige Normalisierung des Hämoglobins mit Recormon.

In einer randomisierten Studie mit Epoetin alpha bei Prädialyse-Patienten (CHOIR), in der 1432

Patienten in einem Studienarm mit hohem Hämoglobin-Zielwert von 13,5 g/dl oder einem solchen

mit tiefem Hämoglobin-Zielwert von 11,5 g/dl zugeteilt wurden, gab es in der Gruppe mit höheren

Hämoglobinwerten signifikant mehr kardiovaskuläre Ereignisse als in derjenigen mit tieferen

Hämoglobin-Zielwerten (17% gegenüber 14%; 125 bzw. 97 Fälle; p= 0,03). Die Häufigkeit

thromboembolischer Ereignisse betrug im Studienarm mit hohem Hämoglobin 18% und in

demjenigen mit tiefem Hämoglobin 17% (p= 0,65).

Zusammenfassende Post-hoc-Analysen von klinischen Sudien mit Erythropoese-stimulierenden

Wirkstoffen (ESAs) wurden bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz (dialysepflichtigen

Patienten, Diabetikern und nicht-Diabetikern) durchgeführt. Mit höheren kumulativen ESA-Dosen

wurde, unabhängig vom Diabetes- oder Dialyse-Status, ein Trend zu erhöhten

Risikoereigniswahrscheinlichkeiten für Gesamtmortalität, kardiovaskuläre und cerebrovaskuläre

Ereignisse beobachtet (siehe Abschnitte «Dosierung/Anwendung» und «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Pharmakokinetik

Absorption

Nach subkutaner Gabe von Epoetin beta bei urämischen Patienten führte die verzögerte Aufnahme

aus dem Gewebe zu einem plateauartigen Verlauf der Serumkonzentration. Maximale

Konzentrationen wurden im Mittel nach 12 bis 28 Stunden erreicht. Es besteht keine direkte

Beziehung zwischen Serumkonzentration von rhEPO und seiner therapeutischen Wirkung.

Die Bioverfügbarkeit von Epoetin beta nach subkutaner Gabe liegt zwischen 23 und 42% im

Vergleich zur intravenösen Gabe.

Distribution

Das Verteilungsvolumen entspricht etwa dem Ein- bis Zweifachen des Plasmavolumens.

Es ist nicht bekannt, ob rhEPO die Plazentaschranke passiert oder in die Muttermilch übertritt, doch

passiert es die Blut-Hirn-Schranke nicht.

Elimination

Die pharmakokinetischen Untersuchungen an gesunden Probanden und urämischen Patienten zeigen,

dass die Halbwertszeit von intravenös verabreichtem Epoetin beta zwischen 4 und 12 Stunden liegt.

Die terminale Halbwertszeit nach subkutaner Applikation ist länger als bei der i.v. Applikation und

beträgt durchschnittlich 13 bis 28 Stunden.

Präklinische Daten

Karzinogenität

Epoetin beta beeinflusst weder die Proliferation von nicht-hämatologischen normalen oder malignen

Zelllinien in vitro noch die von transplantierbaren «Modelltumoren» in vivo. Ergebnisse einer

Karzinogenitätsstudie mit homologem Erythropoietin bei Mäusen ergaben keine Hinweise auf ein

proliveratives oder tumorigenes Potential.

Mutagenität

In der Mutagenitätsprüfung nach Ames, im Micronucleus-Test, im in vitro HGPRT-

Punktmutationstest sowie im Chromosomen-Aberrationstest an kultivierten menschlichen

Lymphozyten erwies sich Epoetin beta als nicht genotoxisch.

Reproduktionstoxikologie

Studien an Ratten und Kaninchen erbrachten keinen Hinweis auf embryotoxische, fetotoxische oder

teratogene Eigenschaften. Fertilitätsstörungen wurden nicht beobachtet. Eine peri-postnatale

Toxizitätsstudie zeigte keine schädlichen Auswirkungen auf die Schwangerschaft und Laktation der

Muttertiere sowie die prä- und postnatale Entwicklung der Nachkommen.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Um einen Wirkungsverlust auszuschliessen, sind folgende Hinweise zu beachten:

Kein anderes Lösungsmittel verwenden!

Nicht mit anderen Arzneimitteln oder Infusionslösungen mischen.

Zur Injektion oder Kurzzeitinfusion nur das beigefügte Kunststoffmaterial verwenden!

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum

verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Die Recormon Fertigspritzen vor Licht geschützt in der verschlossenen Originalverpackung bei einer

Temperatur zwischen 2–8 °C (im Kühlschrank) lagern.

Die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden. Die Lagerung von Recormon PS muss bei der

Lieferfirma, dem Grossisten und dem Apotheker ständig im Kühlschrank (2–8 °C) gelagert werden.

Auch der Patient muss das Präparat ständig im Kühlschrank (2–8 °C) lagern. Im Rahmen der

ambulanten Behandlung kann das Präparat einmalig für einen Zeitraum von maximal 3 Tagen

ausserhalb des Kühlschranks bei Raumtemperatur (nicht über 25 °C) gelagert werden.

Hinweise für die Handhabung

Spezielle Anweisungen für die Applikation

Recormon PS Fertigspritzen sind gebrauchsfertig. Es dürfen nur Lösungen injiziert werden, die klar

oder leicht opaleszent, farblos und frei von sichtbaren Partikeln sind. Recormon PS Fertigspritzen

sind sterile, jedoch nicht konservierte Produkte. Es darf keinesfalls mehr als 1 Dosis je Fertigspritze

verabreicht werden.

Anleitung zur Zubereitung und Injektion der Recormon PS Fertigspritzen

Für die Anwendung der Recormon PS Fertigspritzen siehe Gebrauchsanweisung am Ende der

Patienteninformation.

Zulassungsnummer

54766 (Swissmedic).

Packungen

Recormon PS 2000

Fertigspritzen mit gebrauchsfertiger Injektionslösung und 6 Kanülen 27 G½: 6. (A)

Recormon PS 3000

Fertigspritzen mit gebrauchsfertiger Injektionslösung und 6 Kanülen 27 G½: 6. (A)

Recormon PS 4000

Fertigspritzen mit gebrauchsfertiger Injektionslösung und 6 Kanülen 27 G½: 6. (A)

Recormon PS 5000

Fertigspritzen mit gebrauchsfertiger Injektionslösung und 6 Kanülen 27 G½: 6. (A)

Recormon PS 10'000

Fertigspritzen mit gebrauchsfertiger Injektionslösung und 6 Kanülen 27 G½: 6. (A)

Recormon PS 30'000

Fertigspritzen mit gebrauchsfertiger Injektionslösung und 4 Kanülen 27 G½: 4. (A)

Zulassungsinhaberin

Roche Pharma (Schweiz) AG, 4153 Reinach.

Stand der Information

Januar 2017.

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