Evra transdermales Patch

Sveitsi - saksa - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Osta se nyt

Pakkausseloste Pakkausseloste (PIL)

01-12-2020

Valmisteyhteenveto Valmisteyhteenveto (SPC)

25-10-2018

Aktiivinen ainesosa:
norelgestrominum, ethinylestradiolum
Saatavilla:
Janssen-Cilag AG
ATC-koodi:
G03AA13
INN (Kansainvälinen yleisnimi):
norelgestrominum, ethinylestradiolum
Lääkemuoto:
transdermales Patch
Koostumus:
norelgestrominum 6 mg, ethinylestradiolum 0,6 mg, excipiens auf die Vorbereitung für die 20 cm2 mit der Befreiung von 150 µg und 20 µg/24 h auf.
luokka:
B
Terapeuttinen ryhmä:
Synthetika
Terapeuttinen alue:
Hormonelle Kontrazeption
Myyntiluvan numero:
56039
Valtuutus päivämäärä:
2003-11-05

Asiakirjat muilla kielillä

Pakkausseloste Pakkausseloste - ranska

01-12-2020

Valmisteyhteenveto Valmisteyhteenveto - ranska

23-10-2018

Pakkausseloste Pakkausseloste - italia

01-05-2019

Valmisteyhteenveto Valmisteyhteenveto - italia

01-12-2020

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Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Evra®

Janssen-Cilag AG

Was ist Evra und wann wird es angewendet?

Evra ist ein hormonales Empfängnisverhütungsmittel (Kontrazeptivum) in Form eines transdermalen

Patches. Es handelt sich um ein dünnes, beiges Kunststoffpflaster mit einer Fläche von 20 cm², in

welches die Wirkstoffe eingebettet sind. Nach dem Aufkleben des Patches auf die Haut werden die

Wirkstoffe über einen Zeitraum von 7 Tagen kontinuierlich in die Haut abgegeben und gelangen von

dort in den Blutkreislauf. Evra enthält die weiblichen Geschlechtshormone Norelgestromin (ein

Gestagen) und Ethinylestradiol (ein Östrogen) und wird auch als kombiniertes hormonales

Kontrazeptivum (CHC) bezeichnet.

Evra bietet bei vorschriftsgemässer Anwendung auf mehrfache Weise Schutz vor einer

Schwangerschaft. Im Allgemeinen wird verhindert, dass ein befruchtungsfähiges Ei heranreift.

Ausserdem bleibt der Schleim im Gebärmutterhals verdickt, so dass das Aufsteigen des männlichen

Samens erschwert wird. Weiterhin ist die Schleimhaut der Gebärmutter nicht für die Aufnahme eines

befruchteten Eies vorbereitet. Die durch CHC ausgelösten hormonellen Veränderungen können

ausserdem dazu führen, dass Ihr Zyklus regelmässiger und Ihre Menstruation schwächer und kürzer

werden kann.

Evra darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Wichtige Information über kombinierte hormonale Kontrazeptiva (CHC)

·Bei korrekter Anwendung zählen die CHC zu den zuverlässigsten reversiblen Verhütungsmethoden.

·CHC bewirken eine leichte Zunahme des Risikos für ein Blutgerinnsel in den Venen und Arterien,

insbesondere im ersten Jahr der Anwendung oder bei Wiederaufnahme der Anwendung eines CHC nach

einer Unterbrechung von 4 oder mehr Wochen.

·Achten Sie bitte aufmerksam auf Symptome eines Blutgerinnsels (siehe Abschnitt «Blutgerinnsel») und

wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin, wenn Sie vermuten, diese zu haben.

Was sollte dazu beachtet werden?

Bitte lesen Sie die Informationen zu Blutgerinnseln in der Rubrik «Wann ist bei der Anwendung von

Evra Vorsicht geboten?», bevor Sie mit der Anwendung von Evra beginnen. Besonders wichtig ist es,

die Informationen zu den Symptomen eines Blutgerinnsels zu lesen (vgl. «So erkennen Sie ein

Blutgerinnsel»).

Bevor Sie mit der Anwendung hormonaler Mittel zur Schwangerschaftsverhütung beginnen, sollte Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin eine sorgfältige Eigen- und Familienanamnese (Vorkommnisse von eigenen

Krankheiten und von Krankheiten in der Familie) erheben sowie eine gründliche allgemeine und

gynäkologische Untersuchung durchführen. Eine Schwangerschaft ist auszuschliessen.

Während der Anwendung von Evra empfehlen sich ärztliche Kontrolluntersuchungen in etwa

halbjährlichen bis jährlichen Abständen. Dabei wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin eventuell vorliegende Risiken

(wie Alter, Gewicht, chirurgischer Eingriff, Änderung Ihres Gesundheitszustandes und/oder Ihrer

Risiken) erneut gegen den erwarteten Nutzen abwägen und mit Ihnen über das Fortführen der

Anwendung von Evra entscheiden.

Auch bevor Sie von einem anderen Verhütungsmittel auf Evra übergehen oder sehr bald nach einer

Entbindung oder Fehlgeburt mit der Einnahme von Evra beginnen wollen, sollten Sie unbedingt Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin fragen (vgl. auch «Wie verwenden Sie Evra?»). Bis zu 12 Wochen nach einer

Entbindung ist das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln erhöht. Sie sollten deshalb Ihren Arzt bzw.

Ihre Ärztin fragen, wann Sie wieder mit der Einnahme von Evra beginnen können.

Evra ist ein Arzneimittel. Im Falle eines Unfalls oder eines operativen Eingriffs informieren Sie die

behandelnden Ärzte darüber, dass sie Evra anwenden.

Hormonale Empfängnisverhütungsmittel können weder vor AIDS noch vor anderen sexuell

übertragbaren Erkrankungen schützen.

Wann darf Evra nicht angewendet werden?

Evra darf nicht angewendet werden, wenn einer der nachstehend aufgeführten Punkte auf Sie zutrifft.

Wenn einer der nachstehend aufgeführten Punkte auf Sie zutrifft, müssen Sie dies Ihrem Arzt/Ihrer

Ärztin mitteilen. Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird dann mit Ihnen besprechen, welche andere

Verhütungsmethode für Sie besser geeignet ist:

·wenn Sie ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäss der Beine (tiefe Beinvenenthrombose), der Lunge

(Lungenembolie) oder eines anderen Organs haben (oder in der Vergangenheit hatten);

·wenn Sie jemals einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten;

·wenn Sie unter Angina pectoris leiden oder in der Vergangenheit gelitten hatten (d.h. insbesondere bei

Anstrengung auftretenden Brustschmerzen oder einem Druckgefühl hinter dem Brustbein, die Vorbote

eines Herzinfarkts sein können);

·wenn Sie bereits eine transitorische ischämische Attacke (sogenannte TIA; vorübergehende Symptome

eines Schlaganfalls) hatten;

·wenn bei Ihnen eine Störung der Blutgerinnung bekannt ist – beispielsweise Protein-C-Mangel, Protein-

S-Mangel, Antithrombin-III-Mangel, Faktor-V-Leiden-Mutation oder Antiphospholipid-Antikörper;

·wenn bei Ihnen gleichzeitig mehrere Risikofaktoren für das Auftreten eines Blutgerinnsels vorliegen,

wie z.B. Übergewicht zusammen mit Alter über 35 Jahre (vgl. im Kapitel «Wann ist bei der Anwendung

von Evra Vorsicht geboten?» - «Faktoren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Vene erhöhen»

und «Faktoren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Arterie erhöhen»);

·wenn Sie an einer bestimmten Form von Migräne (sog. «Migräne mit Aura» die mit Empfindungs-,

Wahrnehmungs- und/oder Bewegungsstörungen einhergeht) leiden oder in der Vergangenheit gelitten

haben;

·wenn Sie an Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) mit Gefässveränderungen leiden;

·wenn Sie stark erhöhten Blutdruck haben;

·wenn Sie stark erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin oder Triglyzeride) haben;

·wenn Sie an schweren Lebererkrankungen (z.B. Gelbsucht) leiden oder gelitten haben und sich die

Leberwerte noch nicht normalisiert haben;

·wenn Sie an Hepatitis C leiden und Medikamente einnehmen oder in den letzten 2 Wochen

eingenommen haben, die Paritaprevir/Ritonavir, Ombitasvir und/oder Dasabuvir oder die

Wirkstoffkombination Glecaprevir/Pibrentasvir enthalten;

·wenn Sie einen Lebertumor haben oder hatten;

·wenn Sie Brust oder Gebärmutterkrebs haben oder hatten, bei dem Geschlechtshormone eine Rolle

spielen oder spielten;

·wenn Sie nicht abgeklärte Scheidenblutungen haben;

·wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft vermutet wird;

·wenn Sie überempfindlich gegenüber einem der Bestandteile von Evra sind.

Wann ist bei der Anwendung von Evra Vorsicht geboten?

Bei Auftreten einer oder mehrerer der folgenden Beschwerden sollten Sie unverzüglich einen Arzt/eine

Ärztin kontaktieren (vgl. auch Tabelle «So erkennen Sie ein Blutgerinnsel»):

·neu auftretende Migräne oder ungewohnt starke Kopfschmerzen;

·plötzliche Atembeschwerden oder plötzliches Auftreten von Husten unklarer Ursache;

·unerklärliche Beinschmerzen mit oder ohne Schwellung;

·plötzliche Seh-, Hör-, Sprech- oder sonstige Wahrnehmungsstörung;

·plötzlicher starker Schmerz im Oberbauch oder Brustkorb mit oder ohne Ausstrahlung in den Arm;

·plötzliches Auftreten von Schwindel, Schwächegefühl, Gefühlsstörungen;

·Kollaps;

·mindestens 4 Wochen vor geplanten Operationen und während der Genesung nach Unfall oder

Operation;

·bei Depressionen;

·deutlicher Blutdruckanstieg bei mehreren Messungen;

·bei Gelbsucht;

·bei Schwangerschaft oder Verdacht auf Schwangerschaft.

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin informieren, wenn folgende Krankheiten bestehen oder

einmal bestanden haben oder sich während der Anwendung von Evra verschlimmern oder zum ersten

Mal auftreten:

·wenn Sie unregelmässige Monatsblutungen, Brustveränderungen, Brustkrebs in der Familie oder

gutartige Geschwülste der Gebärmutter (sogenannte Myome) haben;

·wenn Sie eine Flüssigkeitsansammlung im Gewebe (sogenannte Ödeme) haben;

·wenn Sie eine schwere Nierenerkrankung haben;

·wenn Sie an Epilepsie oder Veitstanz (Chorea minor) leiden;

·wenn Sie erhöhte Blutfettspiegel (Hypertriglyceridämie) haben oder diese Erkrankung in Ihrer Familie

vorgekommen ist. Unter Anwendung von CHC bei Hypertriglyceridämie wurde über ein erhöhtes Risiko

für Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) berichtet;

·wenn Sie an einer Venenentzündung leiden (oberflächliche Thrombophlebitis);

·wenn Sie Krampfadern (Varizen) haben;

·wenn Sie eine Lebererkrankung (z.B. Gelbsucht) oder eine Gallenblasenerkrankung (z.B. Gallensteine)

haben;

·wenn Sie an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa (chronische entzündliche Darmerkrankung) leiden;

·wenn Sie an systemischem Lupus erythematodes leiden (SLE; eine Erkrankung, die ihr natürliches

Abwehrsystem beeinträchtigt);

·wenn Sie an einem hämolytischen urämischen Syndrom leiden (HUS; eine Störung der Blutgerinnung,

die zu Nierenversagen führt);

·wenn Sie eine Sichelzellanämie haben (eine seltene Bluterkrankung);

·wenn Sie eine Herpes-Erkrankung während einer früheren Schwangerschaft (Herpes gestationis) hatten;

·wenn Sie eine bestimmte Form der Mittelohrschwerhörigkeit (Otosklerose) haben;

·wenn Sie an der Stoffwechselerkrankung Porphyrie leiden.

Bei Frauen mit einem Körpergewicht über 90 kg kann die Wirksamkeit von Evra vermindert sein.

Bei Frauen mit erblich bedingtem oder erworbenem Angioödem (Schwellungen der Haut, Schleimhäute

und an inneren Organen) kann die Einnahme von Östrogenen Angioödeme induzieren oder die

Symptome verstärken.

In seltenen Fällen können bräunliche Flecken im Gesicht (Chloasma) auftreten, insbesondere wenn sich

diese Erscheinung in einer vorausgegangenen Schwangerschaft gezeigt hat. Wenn Sie dazu neigen,

sollten Sie längere Sonnenbäder und ultraviolette Strahlen während der Anwendung von Evra meiden.

BLUTGERINNSEL

Als Thrombose wird die Bildung eines Blutgerinnsels bezeichnet, welches ein Blutgefäss verstopfen

kann. Bei der Anwendung eines kombinierten hormonalen Kontrazeptivums (CHC) wie Evra ist Ihr

Risiko für die Ausbildung eines Blutgerinnsels höher als wenn Sie keines anwenden.

Blutgerinnsel können auftreten

·in Venen (sog. «Venenthrombose», «venöse Thromboembolie»)

·in den Arterien (sog. «Arterienthrombose», «arterielle Thromboembolie»).

Am häufigsten ereignet sich eine Thrombose in den tiefen Beinvenen (tiefe Venenthrombose). Wenn

sich ein Blutgerinnsel von der Venenwand loslöst, kann es weiterwandern und die Lungenarterien

verstopfen, was zu einer sogenannten Lungenembolie führt. Blutgerinnsel können sehr selten auch in

den Blutgefässen des Herzens auftreten, was zu einem Herzinfarkt führen kann. Blutgerinnsel im Gehirn

können einen Schlaganfall verursachen. Sehr selten können sich Blutgerinnsel in anderen Körperteilen,

einschliesslich Leber, Darm, Nieren oder Augen bilden.

Venöse oder arterielle thromboembolische Ereignisse können selten zu schwerwiegenden bleibenden

Gesundheitsschäden führen oder tödlich sein.

So erkennen Sie ein Blutgerinnsel

Beim Auftreten folgender Zeichen sollten Sie sofort einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen:

Tritt bei Ihnen eines dieser Anzeichen auf?

Woran könnten Sie leiden?

Schwellung eines Beins oder längs einer Vene im Bein oder Fuss, vor

allem, wenn gleichzeitig Folgendes auftritt:

·Schmerz oder Druckschmerz im Bein, der möglicherweise nur beim

Stehen oder Gehen bemerkt wird;

·Erwärmung des betroffenen Beins;

·Änderung der Hautfarbe des Beins, z.B. Blau- oder Rotfärbung, oder

selten aufkommende Blässe.

Tiefe Beinvenenthrombose

·plötzliche unerklärliche Kurzatmigkeit oder schnelle Atmung;

·plötzlicher Husten ohne offensichtliche Ursache, bei dem evtl. Blut

ausgehustet werden kann;

·stechender Brustschmerz, der bei tiefem Einatmen zunimmt;

·starke Benommenheit oder Schwindelgefühl;

·schneller oder unregelmässiger Herzschlag;

Lungenembolie

·starke Magenschmerzen.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, sprechen Sie mit einem Arzt/einer

Ärztin, da einige dieser Symptome wie Husten oder Kurzatmigkeit

mit einer leichteren Erkrankung wie z.B. einer Entzündung der

Atemwege (z.B. einem grippalen Infekt) verwechselt werden können.

·sofortiger Verlust des Sehvermögens oder

·schmerzloses verschwommenes Sehen, welches zu einem Verlust des

Sehvermögens fortschreiten kann.

Diese Symptome treten meistens nur in einem Auge auf.

Thrombose eines

Netzhautgefässes (Blutgerinnsel

in einer Vene oder Arterie im

Auge)

·Brustschmerz, Druckgefühl in der Brust, Unwohlsein,

Schweregefühl;

·Engegefühl in Brust, Arm oder unterhalb des Brustbeins;

·Völlegefühl, Verdauungsstörungen oder Erstickungsgefühl;

·in den Rücken, Kiefer, Hals, Arm oder Magen ausstrahlende

Beschwerden im Oberkörper;

·Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindelgefühl;

·extreme Schwäche, Angst oder Kurzatmigkeit;

·schneller oder unregelmässiger Herzschlag.

Herzinfarkt

·plötzliche Schwäche oder Taubheitsgefühl des Gesichtes, Arms oder

Beins, die auf einer Köperseite besonders ausgeprägt ist;

·plötzliche Verwirrtheit, Sprech- oder Verständnisschwierigkeiten;

·plötzliche Sehstörungen in einem oder beiden Augen;

·plötzliche Gehschwierigkeiten, Schwindelgefühl,

Gleichgewichtsverlust oder Koordinationsstörungen;

·plötzliche schwere oder länger anhaltende Kopfschmerzen

unbekannter Ursache;

·Verlust des Bewusstseins oder Ohnmacht.

In manchen Fällen können die Symptome eines Schlaganfalls

kurzfristig sein und mit einer nahezu sofortigen und vollständigen

Erholung einhergehen. Sie sollten sich aber trotzdem dringend in

ärztliche Behandlung begeben, da Sie erneut einen Schlaganfall

erleiden könnten.

Schlaganfall

·Schwellung und leicht bläuliche Verfärbung eines Armes oder

Beines;

·starke Magenschmerzen.

Blutgerinnsel, die andere

Blutgefässe verstopfen

Wann ist das Risiko für Blutgerinnsel in einer Vene erhöht?

Das Risiko für venöse Thromboembolien ist während des ersten Anwendungsjahres am höchsten. Dieses

erhöhte Risiko besteht ab der erstmaligen Anwendung von Evra oder bei der erneuten Anwendung (nach

einem mindestens 4-wöchigen oder länger dauernden CHC-freien Zeitraum). Daten einer grossen Studie

deuten darauf hin, dass dieses erhöhte Risiko vorwiegend während der ersten 3 Monate besteht.

Nach dem ersten Jahr sinkt das Risiko, es bleibt aber stets geringfügig höher als wenn Evra nicht

angewendet würde.

Wenn Sie die Anwendung von Evra beenden, kehrt das Risiko für ein Blutgerinnsel in wenigen Wochen

auf den Normalwert zurück.

Wie gross ist das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels in einer Vene?

Das Gesamtrisiko für ein Blutgerinnsel in Bein oder Lunge bei Anwendung von Evra ist gering, ist aber

mehrfach höher als bei Frauen, die kein Evra anwenden:

Ungefähr 2 von 10'000 Frauen, die weder schwanger sind noch ein CHC anwenden, erleiden im Verlauf

eines Jahres ein Blutgerinnsel.

Ungefähr 6 bis 12 von 10'000 Frauen, die ein Norelgestromin-haltiges CHC wie Evra anwenden,

erleiden im Verlauf eines Jahres ein Blutgerinnsel. Ungefähr 5 bis 7 von 10'000 Frauen, die ein CHC mit

Levonorgestrel, Norethisteron oder mit Norgestimat anwenden, erleiden im Verlauf eines Jahres ein

Blutgerinnsel.

In beiden Fällen ist die Anzahl an Blutgerinnseln pro Jahr geringer als die erwartete Anzahl während

einer Schwangerschaft oder in der Phase nach der Geburt.

Das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels ist entsprechend Ihrer persönlichen medizinischen

Vorgeschichte unterschiedlich hoch (siehe folgender Abschnitt «Faktoren, die das Risiko für ein

Blutgerinnsel in einer Vene erhöhen»).

Faktoren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Vene erhöhen

Das Risiko für Gerinnselbildung in Venen (z.B. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie) nimmt zu:

·mit steigendem Alter (insbesondere ab einem Alter von ungefähr 35 Jahren);

·bei Übergewicht (Body-Mass-Index über 30 kg/m2);

·bei früherem Auftreten eines Blutgerinnsels (Venenthrombose, Lungenembolie oder anderswo), bei

einem Geschwister oder Elternteil in jungen Lebensjahren (jünger als 50 Jahre), oder falls Sie oder einer

Ihrer nahen Verwandten bekannte oder vermutete vererbliche Störungen der Blutgerinnung (eine

sogenannte Thrombophilie) haben. In diesem Fall sollten Sie vor Beginn der Anwendung von Evra

einen Spezialisten aufsuchen. Falls die Untersuchung Hinweise auf eine Thrombophilie ergibt, darf Evra

nicht angewendet werden (siehe «Wann darf Evra nicht angewendet werden?»);

·bei längerfristiger Immobilisierung, grösseren chirurgischen Eingriffen, jedem chirurgischen Eingriff an

den Beinen oder wenn ein Bein eingegipst ist, sowie bei schweren Verletzungen. In diesen Fällen sollte

Evra abgesetzt werden (bei geplanten chirurgischen Eingriffen mind. 4 Wochen vorher). Der Arzt/die

Ärztin entscheidet, wann mit der Anwendung von Evra wieder begonnen werden kann (frühestens 2

Wochen nach vollständiger Mobilisierung);

·bei längerem Sitzen wie z.B. bei Langstreckenflügen (>4 Stunden), insbesondere wenn bei Ihnen

andere der aufgeführten Faktoren vorliegen.

Bis zu 12 Wochen nach einer Entbindung ist das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln erhöht. Sie

sollten deshalb Ihren Arzt oder Ihre Ärztin fragen, wann Sie wieder mit der Anwendung von Evra

beginnen können.

Andere Risikofaktoren sind systemischer Lupus erythematodes, hämolytisches urämisches Syndrom,

Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Sichelzellanämie und Krebs.

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin informieren, wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft,

auch wenn Sie nicht sicher sind. Ihr Arzt/Ihre Ärztin kann dann entscheiden, ggf. Evra abzusetzen.

Wann ist das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Arterie erhöht?

Genau wie ein Blutgerinnsel in einer Vene kann auch ein Gerinnsel in einer Arterie schwerwiegende

Konsequenzen haben. Es kann zum Beispiel einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hervorrufen.

Faktoren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Arterie erhöhen

Es ist wichtig zu beachten, dass das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall aufgrund der

Anwendung von Evra sehr gering ist, jedoch ansteigen kann:

·mit zunehmendem Alter (älter als 35 Jahre);

·wenn Sie rauchen. Bei der Anwendung von Evra wird geraten, mit dem Rauchen aufzuhören. Wenn Sie

nicht mit dem Rauchen aufhören können und älter als 35 Jahre sind, kann Ihr Arzt/Ihre Ärztin Ihnen

raten, eine andere Verhütungsmethode anzuwenden;

·wenn Sie übergewichtig sind (Body-Mass-Index über 30 kg/m2);

·wenn Sie einen hohen Blutdruck haben;

·wenn einer Ihrer nächsten Angehörigen in jungen Jahren (jünger als 50 Jahre) einen Herzinfarkt oder

Schlaganfall hatte. In diesem Fall könnten Sie ebenfalls ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder

Schlaganfall haben;

·wenn Sie oder einer Ihrer nächsten Angehörigen einen hohen Blutfettspiegel (Cholesterin oder

Triglyceride) haben;

·wenn Sie unter Migräne, insbesondere Migräne mit Aura leiden;

·wenn Sie an Herzproblemen leiden, wie einer Herzklappenerkrankung oder Vorhofflimmern (einer

bestimmten Herzrhythmusstörung);

·wenn Sie zuckerkrank (Diabetikerin) sind.

Andere Risikofaktoren sind Hyperhomocysteinämie und systemischer Lupus erythematodes.

Wenn mehr als einer dieser Punkte auf Sie zutrifft oder eine dieser Erkrankungen besonders schwer ist,

kann Ihr Risiko für die Ausbildung eines Blutgerinnsels zusätzlich erhöht sein.

Teilen Sie Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin mit, wenn es bei einer der oben erwähnten Punkte während der

Anwendung von Evra zu einer Veränderung kommt, zum Beispiel wenn Sie mit dem Rauchen anfangen,

bei einem nahen Angehörigen aus unbekannter Ursache eine Thrombose auftritt, oder wenn Sie stark

zunehmen.

Tumorerkrankungen

In einigen Studien waren Frauen, die ein CHC wie Evra über längere Zeit anwendeten, häufiger von

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) betroffen. Den stärksten Risikofaktor für das Auftreten von

Gebärmutterhalskrebs stellt jedoch eine langandauernde Infektion mit dem Papillomavirus (HPV-

Infektion) dar. Es ist nicht bekannt, inwieweit die Langzeitanwendung von CHC wie Evra oder andere

Faktoren wie z.B. das Sexualverhalten (z.B. häufiger Partnerwechsel mit Übertragung des Virus) zu der

in den Studien beobachteten höheren Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs beigetragen haben könnte.

Brustkrebs wurde bei Frauen, die ein CHC wie Evra anwenden, geringfügig öfter festgestellt als bei

Frauen gleichen Alters, die keine solchen Präparate anwenden. 10 Jahre nach Absetzen dieser Präparate

besteht allerdings kein Unterschied mehr. Es ist nicht bekannt, ob der Unterschied durch diese Präparate

verursacht wird. Möglicherweise wurden diese Frauen nur sorgfältiger und öfter untersucht, so dass der

Brustkrebs früher erkannt wurde.

In seltenen Fällen sind nach Langzeitanwendung hormonaler Wirkstoffe, wie sie Evra enthält, gutartige,

noch seltener bösartige Veränderungen an der Leber beobachtet worden, die zu inneren Blutungen

führen, die das Absetzen des Präparates erforderlich machen können. Deshalb ist der Arzt/die Ärztin zu

informieren, wenn ungewohnte Oberbauchbeschwerden auftreten, die nicht von selbst bald

vorübergehen.

In den folgenden Fällen sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin befragen:

·wenn sich irgendeine Veränderung Ihres Gesundheitszustandes einstellt;

·wenn Sie während der Anwendung von Evra starke oder anhaltende Blutungen haben;

·wenn Sie Evra eine Zeit lang nicht angewendet haben und nun wieder damit beginnen möchten;

·wenn Sie die Empfängnisverhütungsmethode wechseln möchten;

·wenn Sie einen Knoten in der Brust bemerken.

Es ist erwiesen, dass die regelmässige Einnahme von Folsäure vor und während einer Schwangerschaft

zur Verhinderung von Neuralrohrdefekten (Spina bifida, Anencephalie) beiträgt. Deshalb wird bei

Absetzen der hormonalen Empfängnisverhütung für alle Frauen, welche schwanger werden möchten

oder könnten, zusätzlich zu einer folsäurereichen Ernährung die kontinuierliche Einnahme von 0,4 mg

Folsäure pro Tag (z.B. in Form eines Multivitaminpräparates) empfohlen.

Psychiatrische Erkrankungen

Manche Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel wie Evra anwenden, berichten über Depression oder

depressive Verstimmung. Depressionen können schwerwiegend sein und gelegentlich zu

Selbsttötungsgedanken führen. Wenn bei Ihnen Stimmungsschwankungen und depressive Symptome

auftreten, lassen Sie sich so rasch wie möglich von einem Arzt oder einer Ärztin medizinisch beraten.

Sonstige Vorsichtsmassnahmen

Die in Evra enthaltenen Hormone können die Ergebnisse bestimmter Blutuntersuchungen beeinflussen.

Informieren Sie deshalb Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, dass Sie Evra anwenden, wenn bei Ihnen eine

Blutuntersuchung durchgeführt wird.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Gewisse Arzneimittel können bei gleichzeitiger Einnahme die Wirkung von Evra beeinträchtigen oder

zu unerwarteten Blutungen führen (Schmier, Durchbruchblutungen): z.B. Arzneimittel zur Behandlung

der Epilepsie (Barbiturate, Phenytoin, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Topiramat, Felbamat, Primidon),

von HIV und Hepatitis-C-Infektionen (Proteaseinhibitoren und Nichtnukleosidische Reverse

Transkriptase Inhibitoren) und Tuberkulose (Rifampicin, Rifabutin), von hohem Blutdruck in den

Lungen (Bosentan), von einer speziellen Art der übermässigen Schläfrigkeit (Modafinil) sowie

längerfristige Einnahme (über 10 Tage) gewisser Antibiotika zur Behandlung bestimmter Infektionen

(Tetracycline), und Johanniskrautpräparate (siehe unten).

Wenn Sie eines der oben genannten Arzneimittel über kurze Zeit anwenden, können Sie Evra weiterhin

anwenden. Während der Behandlung und für 28 Tage nach dem Beenden der Behandlung mit diesem

Arzneimittel, müssen Sie jedoch zusätzliche, nichthormonale Massnahmen zur Empfängnisverhütung

z.B. Kondom, Diaphragma oder Schaum anwenden. Fragen Sie diesbezüglich Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Wird die gleichzeitige Behandlung mit dem Arzneimittel über das Ende der aktuellen Packung von Evra

fortgesetzt, ist die nächste Packung ohne Unterbrechung, also ohne die übliche Anwendungspause (siehe

«Wie verwenden Sie Evra») anzufangen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Sie darüber instruieren.

Bitte informieren Sie sich bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin oder Apotheker bzw. Apothekerin über das

weitere Vorgehen, falls Sie längerfristig (d.h. über mehr als 1014 Tage) Antibiotika einnehmen müssen

(z.B. bei Entzündungen der Knochen oder bei Borreliose).

Wenn Sie Evra anwenden, sollen Sie nicht gleichzeitig ein Johanniskrautpräparat (Hypericum) gegen

Depressionen anwenden, da die empfängnisverhütende Wirkung beeinträchtigt werden kann. Über

Zwischenblutungen und Einzelfälle unerwünschter Schwangerschaften wurde berichtet.

Einige Arzneimittel sowie Grapefruitsaft können die Konzentrationen der Wirkstoffe von Evra im Blut

erhöhen und dadurch unter Umständen zu vermehrten Nebenwirkungen führen. Bitte informieren Sie

Ihren Arzt oder Ihrer Ärztin oder Apotheker bzw. Apothekerin, wenn Sie eines der folgenden

Arzneimittel oder Grapefruitsaft einnehmen:

·Antipilzmittel, die Wirkstoffe wie z.B. Itraconazol, Voriconazol, oder Fluconazol enthalten;

·bestimmte Antibiotika (sogenannte Makrolide), die als Wirkstoff Clarithromycin oder Erythromycin

enthalten;

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Fachinformation

Evra®

Janssen-Cilag AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Norelgestromin, Ethinylestradiol.

Hilfsstoffe: Excipiens ad praeparationem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Transdermales Matrixpatch mit 6 mg Norelgestromin und 600 µg Ethinylestradiol, Kontaktfläche 20

cm².

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hormonelle Kontrazeption.

Bei der Entscheidung Evra zu verschreiben, sollten die aktuellen, individuellen Risikofaktoren der

einzelnen Frau, insbesondere im Hinblick auf venöse Thromboembolien (VTE), berücksichtigt

werden. Auch sollte das Risiko für eine VTE bei Anwendung von Evra mit jenem anderer

kombinierter hormonaler Kontrazeptiva (CHC) verglichen werden (vgl. «Kontraindikationen» und

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Dosierung/Anwendung

Dosierung

CHC wie Evra sollten nur von einem Arzt bzw. einer Ärztin mit entsprechender Erfahrung verordnet

werden, welche in der Lage sind, eine umfassende Aufklärung der Patientin über die Vor- und

Nachteile sämtlicher verfügbarer Kontrazeptionsmethoden sowie neben einer allgemeinen auch eine

gynäkologische Untersuchung durchzuführen.

Die Verordnung eines CHC sollte grundsätzlich unter Beachtung der jeweils aktuellen Richtlinien

der Schweizer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe erfolgen.

Die Anwendung von Evra erfolgt über 3 Wochen, wobei ein Patch jeweils während 7 Tagen getragen

wird.

An Tag 8 und Tag 15 der Anwendung (Patch-Wechseltag), immer am selben Wochentag, wird das

gebrauchte Patch entfernt und sofort durch ein neues ersetzt. Der Patchwechsel kann am

vorgesehenen Patch-Wechseltag zu jeder beliebigen Uhrzeit erfolgen. In der vierten Woche (Tag 22–

28) wird kein Patch getragen.

Nach der patchfreien Woche beginnt am nächsten Tag ein neuer Kontrazeptionszyklus. Während der

patchfreien Woche kommt es üblicherweise zu einer Entzugsblutung, die normalerweise nach dem

Entfernen des dritten Patches einsetzt und noch anhalten kann, wenn das neue Patch aufgeklebt wird.

Unter keinen Umständen soll das patchfreie Intervall mehr als 7 Tage dauern (siehe «Versäumnis des

Aufklebens/Wechselns/Entfernens des Patches»).

Korrekte Anwendung

Evra muss genau nach Anweisung angewendet werden. Es darf jeweils nur ein Patch getragen

werden. Das Evra-Patch darf nicht zerschnitten, beschädigt oder auf sonstige Weise verändert

werden. Wird das Evra-Patch zerschnitten oder beschädigt kann seine kontrazeptive Wirksamkeit

beeinträchtigt sein.

Evra soll auf saubere, trockene, unbehaarte und intakte Haut an Gesäss, Bauch, Aussenseite des

Oberarms oder Oberkörpers aufgeklebt werden und darf nicht an enger Kleidung reiben. Evra soll

nicht auf die Brüste oder auf gerötete, gereizte oder verletzte Hautstellen aufgeklebt werden. Die

Applikationsstelle für das nächste Patch sollte jedesmal gewechselt werden, um mögliche

Hautreizungen zu vermeiden, wobei der anatomische Bereich aber derselbe bleiben kann. Wenn bei

der Anwendung des Patch unangenehme Hautreizungen auftreten, kann ein neues Patch bis zum

nächsten Patch-Wechseltag auf eine andere Hautstelle geklebt werden. Es soll jeweils nur ein Patch

aufgeklebt sein.

Evra soll sofort nach Entnahme aus dem Schutzbeutel appliziert werden. Das Patch muss 10

Sekunden lang mit der Handfläche fest angedrückt werden, bis die Ränder gut anhaften.

Um die Hafteigenschaften von Evra nicht zu beeinträchtigen, sollen auf dem Hautareal, auf dem das

Patch klebt oder in Kürze aufgeklebt werden soll, weder Make-up noch Cremes, Lotionen, Puder

oder andere topische Präparate aufgetragen werden.

Um sicherzustellen, dass das Patch noch fest anhaftet, wird die tägliche visuelle Überprüfung

empfohlen.

Das Patch muss beim Baden, Duschen, Saunabesuch etc. nicht entfernt oder ersetzt werden (siehe

aber «Vorgehen bei sich ablösendem Patch»). Intensive Lichtbestrahlung (z.B. Sonnenbaden) führt

zu keiner signifikanten Beeinträchtigung des Ethinylestradiol- und Norelgestromingehalts. Aussagen

über die Wirksamkeit können daraus nicht abgeleitet werden.

Beginn der Anwendung

Frauen, die im letzten Monat kein hormonelles Kontrazeptivum angewendet haben

Mit der Anwendung von Evra ist am 1. Tag des normalen Menstruationszyklus (also am 1. Tag der

Regelblutung) zu beginnen. Der Wochentag, an dem das erste Patch aufgeklebt wird (Tag

1/Starttag), legt die folgenden Wechseltage (Zyklustage 8 und 15) fest. Der Patch-Wechseltag ist

dann jede Woche genau dieser Tag. Am Tag 22 wird der gebrauchte Patch entfernt, ohne ihn durch

einen neuen zu ersetzen. Ein Beginn ist auch vom 2.–5. Zyklus-Tag an möglich, wobei dann während

der ersten 7 Tage der Anwendung von Evra im 1. Zyklus die zusätzliche Anwendung

nichthormoneller Methoden der Kontrazeption (mit Ausnahme der Methoden wie Knaus-Ogino oder

Temperaturmessung) empfohlen wird.

Wechsel von einem kombinierten oralen Kontrazeptivum (COC)

Mit der Anwendung von Evra ist vorzugsweise am folgenden Tag nach Einnahme der letzten

wirkstoffhaltigen Tablette des COC zu beginnen. Alternativ kann die Anwendung von Evra auch am

ersten Tag der Entzugsblutung beginnen. In beiden Fällen ist der Kontrazeptionsschutz ab dem 1.

Anwendungstag von Evra gewährleistet, und es muss keine zusätzliche nichthormonelle

Kontrazeptionsmethode angewendet werden. Wenn innerhalb von 5 Tagen nach der letzten

Einnahme des kombinierten oralen Kontrazeptivums noch keine Entzugsblutung eingetreten ist,

muss vor Behandlungsbeginn mit Evra die Möglichkeit einer Schwangerschaft ausgeschlossen

werden. Wenn die Anwendung nach dem ersten Tag der Entzugsblutung beginnt, muss 7 Tage lang

gleichzeitig eine nicht hormonelle Kontrazeptionsmethode angewendet werden.

Wenn nach Einnahme der letzten wirkstoffhaltigen Tablette mehr als 7 Tage verstrichen sind, könnte

es bereits zur Ovulation gekommen sein. Ist es während eines solchen verlängerten hormonfreien

Intervalls zum Koitus gekommen, muss die Möglichkeit einer Schwangerschaft in Erwägung

gezogen werden. Die Anwenderin sollte deshalb vor der Anwendung von Evra ihren Arzt oder ihre

Ärztin aufsuchen.

Wechsel von einem Gestagenmonopräparat (Minipille, Injektion, Implantat, gestagenabgebendes

IUD)

Die Umstellung von der Minipille kann an jedem beliebigen Tag erfolgen, von einem Implantat bzw.

IUD frühestens am Tag der Entfernung und von einem Injektionspräparat zum Zeitpunkt, an dem die

nächste Injektion fällig wäre. In all diesen Fällen sind während der ersten 7 Tage der Anwendung

von Evra zusätzlich nichthormonelle Methoden der Kontrazeption anzuwenden.

Nach einem Abort im 1. Trimenon

Mit der Anwendung von Evra kann sofort begonnen werden. Zusätzliche Verhütungsmassnahmen

sind dann nicht erforderlich.

Nach einem Abort im 2. Trimenon oder einer Geburt

Bei der Entscheidung, zu welchem Zeitpunkt nach einer Geburt bzw. nach einem Abort im 2.

Trimenon (wieder) mit der Anwendung eines CHC wie Evra begonnen werden kann, ist zu

berücksichtigen, dass postpartal das Risiko für venöse thromboembolische Ereignisse erhöht ist

( während bis zu 12 Wochen; vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

In jedem Fall sollte nach einer Geburt bzw. einem Abort im 2. Trimenon mit der Anwendung von

Evra frühestens zwischen dem 21. und dem 28. Tag begonnen werden. Bei einem späteren Beginn

wird an den ersten 7 Tagen der Anwendung die zusätzliche Anwendung nicht-hormonaler

Kontrazeptionsmethoden empfohlen.

Hat in der Zwischenzeit bereits Geschlechtsverkehr stattgefunden, ist vor dem Beginn der

Anwendung eine Schwangerschaft auszuschliessen oder die erste Monatsblutung abzuwarten.

Versäumen des Aufklebens/Wechsels/Entfernens des Patches

Vergessen des Aufklebens zu Beginn des Zyklus, d.h. Anwendungspause von mehr als 7 Tagen: Die

kontrazeptive Wirkung kann beeinträchtigt sein. Sobald sie das Versäumnis bemerkt, sollte die

Anwenderin das erste Patch des neuen Zyklus aufkleben. Es gibt dann einen neuen «Tag 1» und

einen neuen «Patch-Wechseltag». In den ersten 7 Tagen des neuen Zyklus muss gleichzeitig eine

nichthormonelle Kontrazeptionsmethode angewandt werden. Wenn es während der verlängerten

Anwendungspause zum Koitus gekommen ist, muss die Möglichkeit einer Schwangerschaft in

Erwägung gezogen werden.

Vergessen des Patch-Wechsels in der Mitte des Zyklus (zweite Woche/Tag 8 oder dritte Woche/Tag

Während ein oder zwei Tagen (bis zu 48 Stunden): Die Anwenderin sollte sofort ein neues Patch

aufkleben. Das nächste Patch wird dann am gewohnten «Patch-Wechseltag» aufgeklebt. Zusätzliche

kontrazeptive Massnahmen sind nicht erforderlich.

Während mehr als zwei Tagen (48 Stunden oder länger): Die kontrazeptive Wirkung kann

beeinträchtigt sein. Die Anwenderin sollte den aktuellen Kontrazeptionszyklus beenden und durch

Aufkleben eines neuen Patches sofort einen neuen vierwöchigen Zyklus beginnen. Jetzt gibt es einen

neuen «Tag 1» und einen neuen «Patch-Wechseltag». In den ersten 7 Tagen des neuen Zyklus muss

gleichzeitig eine nichthormonelle Kontrazeptionsmethode angewendet werden.

Vergessen des Entfernens des dritten Patches (vierte Woche/Tag 22): Wenn das Patch zu Beginn der

vierten Woche (Tag 22) nicht entfernt wird, sollte es schnellstmöglich entfernt werden, sobald das

Versäumnis bemerkt wird. Der nächste Zyklus beginnt dann am gewohnten «Patch-Wechseltag»,

d.h. am Tag nach Tag 28. Zusätzliche kontrazeptive Massnahmen sind nicht erforderlich.

Vorgehen bei sich ablösendem Patch

Wenn sich das Patch an den Rändern lockert oder sich völlig ablöst und abgelöst bleibt, ist die

Wirkstoffaufnahme ungenügend bzw. unterbrochen.

Folgende Massnahmen sollten ergriffen werden, wenn Evra abgelöst bleibt (auch teilweise):

Für weniger als einen Tag (bis zu 24 Stunden): Das Patch an derselben Stelle wieder aufkleben oder

sofort durch ein neues Patch ersetzen. Zusätzliche kontrazeptive Massnahmen sind nicht erforderlich.

Das nächste Patch sollte am gewohnten «Patch-Wechseltag» aufgeklebt werden.

Für mehr als einen Tag (24 Stunden oder länger) oder wenn die Anwenderin nicht weiss, wann sich

das Patch gelockert oder abgelöst hat: Die kontrazeptive Wirkung kann beeinträchtigt sein. Die

Anwenderin sollte den aktuellen Kontrazeptionszyklus beenden und durch Aufkleben eines neuen

Patches sofort einen neuen vierwöchigen Zyklus beginnen. Jetzt gibt es einen neuen «Tag 1» und

einen neuen Patch-Wechseltag. In den ersten 7 Tagen des neuen Zyklus soll zusätzlich eine

nichthormonelle Kontrazeptionsmethode angewendet werden.

Ein Patch sollte nicht wieder aufgeklebt werden, wenn es nicht mehr richtig haftet, an sich selbst

oder an einer anderen Fläche klebt, anderes Material auf ihm klebt, sich bereits früher gelockert hat

oder abgefallen ist. Wenn ein Patch nicht wieder angeklebt werden kann, muss sofort ein neues Patch

aufgeklebt werden. Das Patch darf nicht mit anderen Klebstoffen oder Verbänden fixiert werden.

Verschieben der Menstruation

Hinausschieben der Menstruation (Verlängerung des Zyklus): Um die Menstruation

hinauszuschieben, muss ein neues Patch zu Beginn von Woche 4 (Tag 22) aufgeklebt werden, d.h.

das patchfreie Intervall entfällt. Die Menstruation kann so lange wie gewünscht, längstens bis zum

Ende der zweiten 3-wöchigen Anwendungsphase hinausgezögert werden. Dabei kann es zu einer

Durchbruchblutung oder einer Schmierblutung kommen. Nach dem üblichen patchfreien Intervall

von 7 Tagen kann Evra wieder wie gewohnt angewendet werden.

Änderung des Patch-Wechseltages oder Vorverschieben der Menstruation: Der Beginn der

Menstruation kann auf einen anderen Wochentag verschoben werden, indem die Anwendungspause

beliebig verkürzt wird. Je kürzer diese ist, desto unwahrscheinlicher kommt es zu einer

Entzugsblutung bzw. desto häufiger treten während der Anwendung der neuen Patches Schmier- und

Durchbruchblutungen auf (ähnlich wie beim Hinausschieben der Menstruation). Das patchfreie

Intervall darf jedoch keinesfalls länger als 7 Tage andauern.

Verhalten bei Blutungsunregelmässigkeiten

Bei allen kombinierten hormonellen Kontrazeptiva kann es, insbesondere in den ersten Monaten der

Anwendung, zu unregelmässigen Blutungen (Schmier- bzw. Durchbruchblutungen) kommen. Daher

ist eine diagnostische Abklärung unregelmässiger Blutungen erst nach einer Anpassungsphase von

ca. 3 Zyklen sinnvoll.

Persistieren die Blutungsunregelmässigkeiten oder treten sie erstmals nach zuvor regelmässigen

Zyklen auf, müssen auch nichthormonell bedingte Ursachen in Betracht gezogen werden. Demnach

sind entsprechende diagnostische Massnahmen zum Ausschluss einer Schwangerschaft oder einer

malignen Erkrankung angezeigt.

Die Entzugsblutung kann während der Anwendungspause ausbleiben. Falls Evra entsprechend den

Dosierungsanweisungen angewendet wurde, ist eine Schwangerschaft unwahrscheinlich. Wurde

Evra allerdings vor der ersten ausgebliebenen Entzugsblutung nicht vorschriftsgemäss angewendet

oder sind zwei Entzugsblutungen ausgeblieben, muss vor der weiteren Anwendung eine

Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Besondere Patientengruppen

Niereninsuffizienz: Evra wurde bei Frauen mit Niereninsuffizienz nicht untersucht. Da sich in der

Literatur Hinweise finden, dass bei eingeschränkter Nierenfunktion die ungebundene Fraktion von

Ethinylestradiol erhöht ist, sollte Evra bei diesem Personenkreis unter ärztlicher Überwachung

angewendet werden. Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.

Leberinsuffizienz: Evra darf bei Frauen mit Leberinsuffizienz nicht angewendet werden.

Jugendliche: Die Sicherheit und Wirksamkeit von Evra wurde an Frauen ab einem Alter von 18

Jahren untersucht. Für Jugendliche wird, falls indiziert, die gleiche Dosierung empfohlen.

Kontraindikationen

·Vorliegen einer oder Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE)

·venöse Thromboembolie – bestehende VTE (auch unter Therapie mit Antikoagulanzien) oder VTE

in der Anamnese (z.B. tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie)

·Vorliegen starker Risikofaktoren für venöse thromboembolische Ereignisse wie

·hereditäre oder erworbene Prädisposition für venöse thromboembolische Ereignisse, wie z.B. APC-

Resistenz (einschliesslich Faktor-V-Leiden-Mutation), Antithrombin-III-Mangel, Protein-C-Mangel

oder Protein-S-Mangel

·gleichzeitiges Vorliegen mehrerer Risikofaktoren für venöse thromboembolische Ereignisse, wie sie

in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben sind.

·Vorliegen einer oder Risiko für eine arterielle Thromboembolie (ATE)

·bestehende oder vorausgegangene arterielle thromboembolische Ereignisse und deren Prodromi

(z.B. Angina pectoris, Myokardinfarkt, transitorische ischämische Attacke, zerebrovaskulärer Insult)

·Vorliegen starker Risikofaktoren für arterielle thromboembolische Ereignisse wie

·Diabetes mellitus mit Gefässkomplikationen

·schwere arterielle Hypertonie

·schwere Dyslipoproteinämie

·Migräne mit fokalen neurologischen Symptomen (auch in der Anamnese)

·hereditäre oder erworbene Prädisposition für eine arterielle Thromboembolie, wie z.B.

Hyperhomocysteinämie oder Antiphospholipid-Antikörper (Anticardiolipin-Antikörper,

Lupusantikoagulans)

·gleichzeitiges Vorliegen mehrerer Risikofaktoren für arterielle thromboembolische Ereignisse, wie

sie in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben sind.

·bestehende oder vorausgegangene Lebererkrankung, solange abnorme Leberfunktionsparameter

bestehen;

·gleichzeitige Anwendung zusammen mit der Wirkstoffkombination

Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir (Arzneimittel zur Therapie der Hepatitis

C) sowie bis 2 Wochen nach Absetzen dieser Arzneimittel (siehe «Interaktionen» und

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»);

·bestehende oder vorausgegangene Leberadenome oder -karzinome;

·bestehende oder vermutete maligne Erkrankungen des Genitales oder der Mammae, wenn diese

sexualhormonabhängig sind;

·Genitalblutungen unbekannter Ursache;

·bekannte oder vermutete Schwangerschaft;

·Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Anwendung eines CHC erhöht das Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) und für arterielle

Thromboembolien (ATE) im Vergleich zur Nichtanwendung. Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen, welche nachfolgend beschrieben werden, müssen vor jeder Verschreibung

berücksichtigt werden (vgl. «Risiko für venöse Thromboembolien [VTE]» und «Risiko für arterielle

Thromboembolien [ATE]»). Es ist wichtig, die Patientin auf die Informationen zu venösen und

arteriellen thromboembolischen Ereignissen hinzuweisen, insbesondere auf die möglichen

Symptome von VTE und ATE und die bekannten vaskulären Risikofaktoren sowie darauf, was im

Falle einer vermuteten Thrombose zu tun ist (vgl. «Symptome einer VTE [tiefe Venenthrombose und

Lungenembolie]» und «Symptome einer ATE»).

Der Nutzen einer Anwendung eines CHC wie Evra sollte gegen die nachfolgend aufgeführten

Erkrankungen/Risiken — unter Berücksichtigung des Schweregrades jedes einzelnen oder dem

Aufeinandertreffen mehrerer Faktoren — abgewogen und mit jeder Patientin besprochen werden,

bevor man sich zur Anwendung von Evra entschliesst (siehe auch «Kontraindikationen»). Die

Patientin ist zudem anzuweisen, die Packungsbeilage sorgfältig zu lesen und die darin gegebenen

Ratschläge zu befolgen.

Vor Beginn der Anwendung oder erneuter Anwendung eines CHC wie Evra soll eine sorgfältige

Eigen- und Familienanamnese erhoben sowie unter Beachtung der «Kontraindikationen» und

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» eine gründliche allgemeine und gynäkologische

Untersuchung durchgeführt werden, um behandlungsbedürftige Erkrankungen sowie deren

Risikofaktoren feststellen und eine Schwangerschaft ausschliessen zu können. Diese Untersuchungen

schliessen im Allgemeinen Blutdruck, Mammae, Abdomen und Beckenorgane inkl. Zervixzytologie,

und relevante Laboruntersuchungen mit ein.

Während der Anwendung des CHC müssen diese Untersuchungen in regelmässigen Abständen

wiederholt werden, wobei Art und Häufigkeit auf die individuelle Anwenderin abgestimmt werden

und sich an den Richtlinien der Schweizer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG)

orientieren sollten. Bei diesen Kontrollen sollten die Kontraindikationen (z.B. eine transitorische

ischämische Attacke) und Risikofaktoren (z.B. Familienanamnese venöser oder arterieller

Thrombosen, vgl. «Risikofaktoren für VTE» und «Risikofaktoren für ATE») erneut überprüft

werden, da diese während der Anwendung eines CHC zum ersten Mal auftreten können.

Analysen von Daten aus Phase III Studien deuten darauf hin, dass Evra bei Frauen mit einem

Körpergewicht von ≥90 kg weniger wirksam sein kann als bei Frauen mit niedrigerem

Körpergewicht. Unterhalb eines Körpergewichts von 90 kg fand sich kein Zusammenhang zwischen

Körpergewicht und dem Auftreten einer Schwangerschaft (s. «Eigenschaften/Wirkungen, Klinische

Wirksamkeit»).

Gründe zum sofortigen Absetzen

Die Anwenderin muss darüber informiert werden, dass sie bei Auftreten einer der oben genannten

Kontraindikationen sowie bei Eintreten einer der nachfolgenden Situationen schnellstmöglich einen

Arzt/eine Ärztin konsultieren muss, der/die dann über die weitere Anwendung des CHC entscheiden

wird:

·erstmaliges Auftreten oder Exazerbation migräneartiger oder häufigeres Auftreten ungewohnt

starker Kopfschmerzen;

·plötzliche Seh-, Hör-, Sprech- oder sonstige Wahrnehmungsstörungen;

·erste Anzeichen von thromboembolischen Ereignissen (vgl. «Symptome einer VTE [tiefe

Venenthrombose und Lungenembolie]» und «Symptome einer ATE»);

·mindestens 4 Wochen vor geplanten Operationen und während einer Immobilisation, z.B. nach

Unfall oder Operation;

·schwere depressive Zustände;

·klinisch relevanter Blutdruckanstieg (bei wiederholter Messung);

·Auftreten von Ikterus, Hepatitis, generalisiertem Pruritus;

·starke Oberbauchschmerzen oder Lebervergrösserung;

·Schwangerschaft.

Risiko für venöse Thromboembolien (VTE)

Die Anwendung jedes CHC erhöht das Risiko für VTE im Vergleich zur Nichtanwendung.

Arzneimittel, die Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron enthalten, sind mit dem geringsten

Risiko für eine VTE verbunden. Andere Arzneimittel, wie Evra, können ein bis zu doppelt so hohes

Risiko aufweisen.

Die Entscheidung, das Arzneimittel anzuwenden, sollte nur nach einem Gespräch mit der Patientin

getroffen werden, bei dem sicherzustellen ist, dass sie Folgendes versteht:

·Das Risiko für VTE bei Anwendung von Evra.

·Wie beeinflussen ihre vorbestehenden individuellen Risikofaktoren dieses Risiko?

·Stärkste Risikoerhöhung für VTE im allerersten Anwendungsjahr (insbesondere während der ersten

3 Monate).

·Die vorhandenen Daten deuten darauf hin, dass dieses erhöhte Risiko sowohl bei der erstmaligen

Anwendung eines CHC als auch bei der erneuten Anwendung des gleichen oder eines anderen CHC

besteht (nach einem mindestens 4-wöchigen oder länger dauernden anwendungsfreien Intervall).

·Evra ist ein Arzneimittel. Im Falle eines Unfalls oder eines operativen Eingriffs muss die

Anwenderin die behandelnden Ärzte darüber informieren, dass sie Evra anwendet.

Ungefähr 2 von 10'000 Frauen, die kein CHC anwenden und nicht schwanger sind, erleiden im

Verlauf eines Jahres eine VTE. Bei der einzelnen Frau kann das Risiko jedoch in Abhängigkeit von

ihren zugrundeliegenden Risikofaktoren bedeutend höher sein (siehe unten).

Aufgrund der vorliegenden epidemiologischen Daten wird geschätzt, dass im Verlauf eines Jahres 6-

12 von 10'000 Frauen, die ein Norelgestromin-haltiges CHC anwenden, eine VTE erleiden; im

Vergleich hierzu kommt es pro Jahr bei 5-7 von 10'000 Frauen, die ein Levonorgestrel-haltiges CHC

anwenden, zu einer VTE.

In beiden Fällen ist die Anzahl an VTE pro Jahr geringer als die erwartete Anzahl während einer

Schwangerschaft oder in der postpartalen Phase.

VTE verlaufen in 1-2% der Fälle tödlich.

Äusserst selten wurde bei Anwenderinnen von CHC auch über venöse Thrombosen ausserhalb der

Extremitäten berichtet, z.B. Sinusvenenthrombosen oder Thrombosen in hepatischen, mesenterialen,

renalen oder retinalen Venen.

Risikofaktoren für VTE

Das Risiko für venöse thromboembolische Komplikationen bei Anwenderinnen von CHC kann

deutlich ansteigen, wenn bei der Anwenderin zusätzliche Risikofaktoren bestehen, vor allem wenn

mehrere Risikofaktoren gleichzeitig vorliegen (siehe Tabelle). Insbesondere ist bei der Nutzen-

Risiko-Abwägung zu berücksichtigen, dass das Risiko venöser thromboembolischer Ereignisse

überadditiv erhöht sein kann, wenn eine Kombination von Risikofaktoren vorliegt. In diesem Fall

muss das Gesamtrisiko für eine VTE in Betracht gezogen werden. Evra ist kontraindiziert, wenn bei

einer Frau mehrere Risikofaktoren gleichzeitig bestehen, die sie insgesamt einem hohen Risiko für

eine Venenthrombose aussetzen.

Tabelle: Risikofaktoren für VTE

Risikofaktor

Anmerkung

Adipositas (Body-Mass-Index über

30 kg/m²)

Das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu.

Besonders wichtig, wenn weitere Risikofaktoren vorliegen.

Längere Immobilisierung, grössere

chirurgische

Eingriffe, jeder Eingriff an Beinen

oder Hüfte,

neurochirurgischer Eingriff oder

schweres Trauma

In diesen Fällen ist es ratsam, die Anwendung des Pflasters zu

unterbrechen (bei einer geplanten Operation mindestens vier

Wochen vorher) und frühestens zwei Wochen nach

vollständiger Mobilisierung wieder aufzunehmen. Ggf. ist eine

andere Kontrazeptionsmethode anzuwenden, um eine

ungewollte Schwangerschaft zu verhindern.

Eine medikamentöse Thromboseprophylaxe muss erwogen

werden, wenn Evra nicht vorab abgesetzt wurde.

Positive Familienanamnese (jede

venöse Thromboembolie bei einem

Geschwister oder Elternteil,

insbesondere in relativ jungen

Jahren, z.B. jünger als 50 Jahre)

Bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist die

Patientin zur Beratung an einen Spezialisten zu überweisen,

bevor eine Entscheidung über die Anwendung von Evra

getroffen wird.

Falls die Untersuchung Hinweise auf eine Thrombophilie

ergibt, ist die Anwendung von Evra kontraindiziert.

Andere Erkrankungen, die mit

einem erhöhten VTE-Risiko

assoziiert sind

Systemischer Lupus erythematodes, hämolytisch-urämisches

Syndrom, chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus

Crohn oder Colitis ulcerosa), Sichelzellanämie, maligne

Erkrankungen

Zunehmendes Alter

Insbesondere älter als 35 Jahre

Hinweis: Eine vorübergehende Immobilisierung wie beispielsweise eine Flugreise von >4 Stunden

Dauer kann ebenfalls einen Risikofaktor für eine VTE darstellen, insbesondere bei Patientinnen mit

weiteren Risikofaktoren.

Über die mögliche Rolle von Varizen und oberflächlicher Thrombophlebitis bezüglich des Beginns

oder Fortschreitens einer Venenthrombose besteht kein Konsens.

Es muss beachtet werden, dass das Risiko thromboembolischer Ereignisse in der postpartalen Phase

erhöht ist. Es gibt Daten, die darauf hindeuten, dass das Thromboserisiko bis 12 Wochen nach der

Entbindung erhöht sein kann.

Symptome einer VTE (tiefe Venenthrombose und Lungenembolie)

Der Patientin ist anzuraten, bei Auftreten eines oder mehrerer der folgenden Symptome unverzüglich

ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und das medizinische Fachpersonal darüber zu informieren,

dass sie Evra anwendet.

·Symptome einer tiefen Beinvenentrombose können sein

·unilaterale Schwellung in einem Bein oder entlang einer Vene im Bein;

·Spannungsgefühl oder Schmerzen in einem Bein, auch wenn sie nur beim Stehen oder Gehen

spürbar sind;

·Überwärmung, Rötung oder Verfärbung der Haut am betroffenen Bein.

·Symptome einer Lungenembolie können sein

·plötzliche unerklärliche Kurzatmigkeit, schnelles Atmen oder Atemnot; Anstrengungsintoleranz;

·plötzliches Auftreten von Husten, eventuell mit blutigem Sputum;

·plötzlicher starker Schmerz im Brustkorb, welcher sich bei tiefer Atmung verstärken kann;

·starke Benommenheit, Schwindel, oder Angstgefühl;

·Tachykardie oder Arrhythmien.

Einige dieser Symptome (z.B. Kurzatmigkeit oder Husten) sind nicht spezifisch und können als

häufige oder weniger schwere Ereignisse (z.B. Atemwegsinfektionen) missdeutet werden.

Risiko für arterielle Thromboembolien (ATE)

Epidemiologische Studien haben ausserdem die Anwendung hormonaler Kontrazeptiva mit einem

erhöhten Risiko für arterielle thromboembolische Ereignisse (wie Myokardinfarkt, Schlaganfall oder

transitorische ischämische Attacken) in Verbindung gebracht. Bevor die Entscheidung getroffen

wird, Evra zu verordnen, ist die Patientin über dieses Risiko sowie insbesondere auch darüber

aufzuklären, wie eventuell vorbestehende individuelle Risikofaktoren dieses Risiko zusätzlich

erhöhen können.

Äusserst selten wurde bei Anwenderinnen von CHC auch über Thrombosen in anderen Blutgefässen

(wie z.B. hepatischen, mesenterialen, renalen oder retinalen Arterien) berichtet.

Risikofaktoren für ATE

Ein erhöhtes Risiko für einen zerebrovaskulären Insult oder andere arterielle thromboembolische

Komplikationen bei Anwenderinnen von CHC besteht v.a. bei Frauen, die bereits Risikofaktoren für

solche Erkrankungen aufweisen (siehe Tabelle). Insbesondere muss bei der Nutzen-Risiko-

Abwägung beachtet werden, dass das Risiko für arterielle thromboembolische Ereignisse überadditiv

erhöht sein kann, wenn eine Kombination von Risikofaktoren vorliegt. In diesem Fall muss das

Gesamtrisiko für eine ATE betrachtet werden. Bei Patientinnen, die aufgrund eines

schwerwiegenden oder des Vorliegens mehrerer Risikofaktoren ein hohes Risiko für eine ATE

aufweisen, ist Evra kontraindiziert.

Tabelle: Risikofaktoren für ATE

Risikofaktor

Anmerkung

Zunehmendes Alter

Insbesondere älter als 35 Jahre

Rauchen

Frauen ist anzuraten, nicht zu rauchen, wenn sie ein

CHC wie Evra anwenden möchten. Frauen über 35

Jahren, die weiterhin rauchen, ist dringend zu

empfehlen, eine andere Kontrazeptionsmethode

anzuwenden.

Arterielle Hypertonie

Diabetes mellitus

Bei Diabetikerinnen mit bereits bestehenden

Gefässkomplikationen ist die Anwendung von CHC

kontraindiziert.

Dyslipoproteinämie

Herzklappenerkrankungen

Vorhofflimmern

Adipositas (Body-Mass-Index über 30 kg/m²)

Das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu.

Besonders wichtig bei Frauen mit zusätzlichen

Risikofaktoren.

Positive Familienanamnese (jede arterielle

Thromboembolie bei einem Geschwister oder

Elternteil, insbesondere in relativ jungen

Jahren, d.h. jünger als 50 Jahre).

Bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist

die Patientin zur Beratung an einen Spezialisten zu

überweisen, bevor eine Entscheidung über die

Anwendung von Evra getroffen wird.

Falls die Untersuchung Hinweise auf eine

Thrombophilie ergibt, ist die Anwendung von Evra

kontraindiziert.

Migräne

Ein Anstieg der Häufigkeit oder des Schweregrads

einer Migräne während der Anwendung von Evra

kann ein Prodromalsymptom eines zerebrovaskulären

Ereignisses darstellen und Grund für ein sofortiges

Absetzen sein.

Andere Erkrankungen, die mit einem erhöhten

Risiko für ATE assoziiert sind

Hyperhomocysteinämie, Systemischer Lupus

erythematodes, Sichelzellanämie, maligne

Erkrankungen.

Symptome einer ATE

Der Patientin ist anzuraten, beim Auftreten eines oder mehrerer der folgenden Symptome

unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und das medizinische Fachpersonal darüber zu

informieren, dass sie Evra anwendet.

·Symptome eines zerebrovaskulären Insults können sein

·plötzliche Taubheit oder Kraftlosigkeit des Gesichtes, eines Armes oder Beines, vor allem einer

Körperhälfte;

·plötzliche Verwirrtheit;

·undeutliche Aussprache oder Verständnisprobleme;

·plötzliche Sehstörungen in einem oder beiden Augen;

·plötzliche Gehstörungen;

·Schwindel;

·Gleichgewichts- oder Koordinationsstörungen;

·plötzliche schwere oder länger anhaltende Kopfschmerzen unbekannter Ursache;

·Bewusstseinsverlust oder Ohnmacht mit oder ohne Krampfanfall.

·Symptome eines Myokardinfarktes können sein

·Schmerzen, Unwohlsein, Druckgefühl, Schweregefühl, Enge- oder Spannungsgefühl in der Brust,

im Arm oder hinter dem Brustbein;

·Beschwerden, welche in Rücken, Kiefer, Hals, Arm oder Magen ausstrahlen;

·Völlegefühl, Magenbeschwerden oder Würgereiz;

·Schwitzen, Nausea, Erbrechen oder Schwindel;

·extremes Schwäche-, oder Angstgefühl oder Kurzatmigkeit;

·Tachykardie oder Arrhythmien.

·Andere Symptome eines vaskulären Verschlusses können sein

·plötzlicher Schmerz, Schwellung oder leichte Cyanose einer Extremität;

·akutes Abdomen.

Verdacht auf hereditäre oder erworbene Prädisposition für thromboembolische Komplikationen

Bei Verdacht auf eine hereditäre oder erworbene Prädisposition für thromboembolische

Komplikationen ist eine gerinnungs-physiologische Abklärung durch einen Spezialisten angezeigt,

welcher ggf. eine Bestimmung bestimmter hämostatischer Parameter veranlassen wird.

Tumorerkrankungen

·In einigen epidemiologischen Untersuchungen wurde über ein erhöhtes Zervixkarzinom-Risiko bei

Langzeitanwendung von CHC (>5 Jahre) berichtet. Es wird jedoch nach wie vor kontrovers

diskutiert, in wie weit dieses Ergebnis durch andere Faktoren wie eine Infektion durch humane

Papillomaviren (HPV) (stärkster Risikofaktor), die Frequenz der Teilnahme am Zervix-Screening

oder das Sexualverhalten beeinflusst wird.

·Eine Metaanalyse von 54 epidemiologischen Studien hat ergeben, dass das relative Risiko (RR) der

Diagnosestellung eines Mammakarzinoms bei Frauen, die CHC anwenden, geringfügig erhöht (RR =

1,24) ist. Nach Absetzen der CHC sinkt das erhöhte Risiko kontinuierlich ab und ist nach 10 Jahren

nicht mehr nachweisbar. Da Mammakarzinome vor dem 40. Lebensjahr selten sind, ist bei Frauen,

die ein CHC anwenden oder bis vor kurzem angewendet haben, die zusätzlich diagnostizierte Anzahl

an Mammakarzinomen im Verhältnis zum Mammakarzinom-Gesamtrisiko gering. Diese Studien

liefern keine Hinweise auf eine Kausalität. Die beobachtete Risikoerhöhung kann sowohl auf eine

bei Anwenderinnen von CHC frühzeitigere Erkennung als auch auf biologische Wirkungen von CHC

oder auf beide Faktoren gemeinsam zurückzuführen sein. Mammakarzinome bei Frauen, die ein

CHC angewendet haben, waren zum Zeitpunkt der Diagnosestellung tendenziell weniger weit

fortgeschritten als bei Frauen, die nie ein CHC angewendet hatten.

·In seltenen Fällen wurden unter Anwendung CHC gutartige und noch seltener bösartige

Lebertumore beobachtet, zu deren möglichen Komplikationen lebensbedrohliche intraabdominale

Blutungen gehören. Wenn starke Oberbauchbeschwerden, eine Lebervergrösserung oder Hinweise

auf intraabdominale Blutungen auftreten, sollte ein Lebertumor in die differentialdiagnostischen

Überlegungen miteinbezogen werden.

Sonstige Vorsichtsmassnahmen

Frauen, die ein hormonelles Kontrazeptivum anwenden, sollen nicht gleichzeitig mit Johanniskraut-

Präparaten (Hypericum) behandelt werden, da die kontrazeptive Wirkung beeinträchtigt sein kann.

Über Zwischenblutungen und Einzelfälle unerwünschter Schwangerschaften bei gleichzeitiger

Anwendung von CHC und Johanniskraut-Präparaten wurde berichtet (siehe auch «Interaktionen»).

Bei Frauen mit Hypertriglyzeridämie, insbesondere bei familiären Formen, ist unter der Anwendung

von CHC möglicherweise mit einem erhöhten Pankreatitis-Risiko zu rechnen.

Obwohl es unter der Anwendung von CHC zu einer Beeinflussung der peripheren Insulinresistenz

und der Glukosetoleranz kommen kann, scheint eine Änderung des Therapieschemas bei

Diabetikerinnen nicht erforderlich. Dennoch sollten Frauen mit Diabetes – insbesondere während der

ersten Monate der Anwendung eines CHC — sorgfältig überwacht werden.

Obwohl unter der Anwendung von CHC relativ häufig über einen geringfügigen Blutdruckanstieg

berichtet wird, sind klinisch relevant erhöhte Blutdruckwerte selten. Es gibt keinen gesicherten

Zusammenhang zwischen der Anwendung von CHC und Hypertonie. Kommt es unter Anwendung

von Evra zu einer klinisch relevanten Blutdruckerhöhung (bei wiederholter Messung), sollte dieses

abgesetzt werden. Wo es angezeigt erscheint, kann die erneute Anwendung eines CHC erwogen

werden, sobald sich die Blutdruckwerte (unter Behandlung) normalisiert haben.

Akute oder chronische Störungen der Leberfunktion können das Absetzen eines CHC erforderlich

machen, bis sich die Leberfunktionswerte normalisiert haben.

Bei Patientinnen mit Hepatitis C, welche gleichzeitig ein Ethinylestradiol-haltiges CHC anwendeten,

wurde unter Anwendung der Wirkstoffkombination Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne

Dasabuvir signifikant häufiger ein Anstieg der ALT (einschliesslich Fällen einer Erhöhung auf über

das Fünffache der Obergrenze des Normbereiches) beobachtet, als bei Patientinnen, welche

ausschliesslich mit den antiviralen Wirkstoffen behandelt wurden (siehe «Interaktionen»). Evra muss

daher vor Beginn einer Therapie mit dieser Wirkstoffkombination abgesetzt werden. Unter der

Voraussetzung, dass normale Leberwerte vorliegen, kann die Anwendung von Evra frühestens 2

Wochen, besser jedoch 4 Wochen nach Absetzen der antiviralen Kombination wieder aufgenommen

werden. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass bei einem Intervall von weniger als 4 Wochen

aufgrund der enzyminduzierenden Eigenschaften von Ritonavir die Wirksamkeit des CHC noch

beeinträchtigt sein kann und daher zusätzlich eine Barrieremethode angewendet werden sollte (siehe

„Interaktionen, Abschnitt «Enzyminduktoren»).

Beim Wiederauftreten eines cholestatischen Ikterus, der erstmalig während einer Schwangerschaft

oder während einer früheren Anwendung von Sexualsteroidhormonen aufgetreten ist, müssen CHC

abgesetzt werden. Auch Anwenderinnen, welche in der Familienanamnese hereditäre Formen einer

Hyperbilirubinämie (z.B. Dubin-Johnson-Syndrom, Rotor-Syndrom) aufweisen, sollten sorgfältig auf

das Auftreten eines cholestatischen Ikterus überwacht werden.

Östrogene können die Lithogenität der Galle erhöhen. Über eine Cholelithiasis und andere

Erkrankungen der Gallenblase (z.B. Cholezystitis, einschliesslich Fällen, in welchen eine

Cholezystektomie erforderlich wurde) wurde im Zusammenhang mit der Anwendung von CHC

berichtet.

Möglicherweise werden folgende Erkrankungen, die sich in der Gravidität verschlimmern können,

auch durch CHC ungünstig beeinflusst, doch lassen die verfügbaren Daten keine eindeutigen

Schlüsse auf einen Kausalzusammenhang zu: cholestatischer Ikterus und/oder Pruritus;

Cholelithiasis; Porphyrie; systemischer Lupus erythematodes; hämolytisch-urämisches Syndrom;

Chorea minor; Herpes gestationis; Otosklerose-bedingter Hörverlust.

Unter Anwendung von CHC wurde auch über eine Verschlechterung endogener Depressionen, von

Epilepsie, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa berichtet. Anwenderinnen mit einer schweren

Depression in der Anamnese sollten daher sorgfältig überwacht werden. Falls es unter der

Anwendung von Evra erneut zu schweren depressiven Zuständen kommt, muss das CHC abgesetzt

werden. Bei Frauen mit hereditärem oder erworbenem Angioödem kann die Gabe von exogenen

Östrogenen Angioödeme induzieren oder die Symptome verstärken.

Bei prädisponierten Frauen kann die Anwendung von CHC gelegentlich ein Chloasma verursachen,

das durch intensive Sonnenbestrahlung noch verstärkt wird. Frauen, die hierzu neigen, sollten sich

deshalb keiner starken UV-Strahlung aussetzen.

Es soll darüber aufgeklärt werden, dass hormonelle Kontrazeptiva keinen Schutz vor HIV-

Infektionen (AIDS) und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten bieten.

Es ist erwiesen, dass die regelmässige Einnahme von Folsäure vor und während einer

Schwangerschaft zur Verhinderung von Neuralrohrdefekten (Spina bifida, Anencephalie) beiträgt.

Deshalb wird bei Absetzen der hormonellen Kontrazeption für alle Frauen, welche schwanger

werden möchten oder könnten, zusätzlich zu einer folsäurereichen Ernährung die kontinuierliche

Einnahme von 0,4 mg Folsäure pro Tag (z.B. in Form eines Multivitaminpräparates) empfohlen.

Interaktionen

Es wird empfohlen, auch die Fachinformation gleichzeitig verabreichter Arzneimittel zu

konsultieren, um das Potential für Interaktionen abschätzen zu können.

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik hormoneller Kontrazeptiva

Enzyminduktoren

Interaktionen zwischen hormonalen Kontrazeptiva und Arzneimitteln, die mikrosomale Enzyme

induzieren und dadurch eine erhöhte Clearance von Sexualhormonen verursachen können, können zu

einer Verminderung der kontrazeptiven Wirksamkeit sowie zu Durchbruchblutungen führen. Dies

gilt z.B. für, Barbiturate, Bosentan, Carbamazepin, Felbamat, Modafinil, Oxcarbazepin, Phenytoin,

Primidon, Rifabutin, Rifampicin und Topiramat sowie für Arzneimittel, welche Johanniskraut

(Hypericum perforatum) enthalten.

Eine Enzyminduktion kann bereits nach wenigen Tagen beobachtet werden. Die maximale

Enzyminduktion wird im Allgemeinen nach 2 bis 3 Wochen erreicht und kann während mindestens 4

oder mehr Wochen nach Absetzen dieser Arzneimittel andauern.

Frauen, welche kurzfristig mit einem dieser Arzneimittel behandelt werden, sollten dazu aufgefordert

werden, zusätzlich zu Evra vorübergehend eine nichthormonelle Kontrazeptionsmethode oder eine

andere Art der Kontrazeption anzuwenden. Die Barrieremethode sollte während der gleichzeitigen

Anwendung der Arzneimittel sowie für weitere 28 Tage nach dem Absetzen der Behandlung

verwendet werden. Wird die gleichzeitige Anwendung eines Enzyminduktors über das Ende der

aktuellen drei-wöchigen Anwendung von Evra hinaus fortgesetzt, so ist der nächste

Anwendungszyklus ohne Unterbrechung, d.h. ohne Anwendungspause anzuschliessen.

Bei Langzeitbehandlung mit Arzneimitteln, welche zu einer Enzyminduktion in der Leber führen,

sollten alternative Methoden der Kontrazeption angewendet werden.

Darüber hinaus ist bekannt, dass verschiedene Inhibitoren der HIV/HCV Protease (z.B. Boceprevir,

Nelfinavir, Telaprevir) und der Nichtnukleosidischen Reverse-Transkriptase (z.B. Efavirenz) zu

einer Erniedrigung oder einer Erhöhung der Plasmakonzentrationen von Östrogenen oder

Gestagenen führen können. Diese Veränderungen können in manchen Fällen klinisch relevant sein.

Insbesondere sind Proteaseinhibitoren wie Ritonavir oder Nelfinavir (einschliesslich deren

Kombinationen) zwar als starke Inhibitoren von CYP3A4 bekannt, können jedoch bei gleichzeitiger

Anwendung mit Steroidhormonen enzyminduzierende Eigenschaften aufweisen und dadurch die

Plasmaspiegel von Östrogenen und Gestagenen reduzieren.

Enzyminhibitoren

Starke und moderate CYP3A4-Inhibitoren wie Azol-Antimykotika (z.B. Itraconazol, Voriconazol,

Fluconazol), Makrolid-Antibiotika (Clarithromycin, Erythromycin), Cobicistat, Diltiazem,

Verapamil und Grapefruitsaft können die Plasmakonzentrationen von Östrogenen und/oder

Gestagenen erhöhen und dadurch zum vermehrten Auftreten unerwünschter Wirkungen führen.

Interferenz mit dem enterohepatischen Kreislauf

Bei gleichzeitiger kurzdauernder (bis zu 10 Tagen) Anwendung von Antibiotika, welche keine

Interaktionen mit dem CYP3A4-Enzymsystem aufweisen, ist nicht mit pharmakokinetischen

Interaktionen zu rechnen. Bei der Beratung der Patientin sollte jedoch berücksichtigt werden, dass

unter Umständen die Grunderkrankung (z.B. Geschlechtskrankheiten), derentwegen das

Antibiotikum eingesetzt wird, die zusätzliche Verwendung einer Barrieremethode nahelegen kann.

Über mögliche Interaktionen bei längerfristiger Komedikation mit Antibiotika (z.B. bei

Osteomyelitis oder Borreliose) liegen keine ausreichenden Daten vor. Soll eine Schwangerschaft

sicher ausgeschlossen werden, wird während der Antibiotikatherapie sowie in den ersten 7 Tagen

nach Absetzen die zusätzliche Verhütung mit einer Barrieremethode empfohlen.

Einfluss hormoneller Kontrazeptiva auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Hormonelle Kontrazeptiva können – durch verschiedene Interaktionsmechanismen – auch die

Pharmakokinetik einiger anderer Arzneimittel beeinflussen: Sie können die hepatischen

mikrosomalen Enzyme hemmen oder die hepatische Konjugation, insbesondere die

Glukuronidierung, induzieren. Entsprechend können die Plasma- und Gewebekonzentrationen

anderer Arzneimittel entweder erhöht (z.B. Cyclosporin) oder erniedrigt (z.B. Lamotrigin, siehe

unten) werden. Weiter kann auch die pharmakologische Wirkung ausgewählter Substanzen der

folgenden Arzneimittelklassen beeinflusst werden: Analgetika, Antidepressiva, Antidiabetika,

Antimalariamittel, einige Benzodiazepine, einige β-Blocker, Kortikosteroide, orale Antikoagulantien

und Theophyllin. Nicht in allen Fällen sind die aus diesen Interaktionen resultierenden

Veränderungen der Plasmaspiegel klinisch relevant.

Lamotrigin

Eine lnteraktionsstudie mit Lamotrigin, einem Antiepileptikum, und einem kombinierten oralen

Kontrazeptivum (30 µg Ethinylestradiol/150 µg Levonorgestrel) zeigte eine klinisch relevante

Steigerung der Lamotrigin-Clearance mit einer entsprechenden signifikanten Abnahme der

Lamotrigin-Plasmaspiegel, wenn diese Arzneimittel gleichzeitig verabreicht wurden. Eine derartige

Senkung der Plasmakonzentrationen kann mit einer reduzierten Anfallskontrolle einhergehen. Es ist

nicht bekannt, in wieweit diese Befunde auf andere kombinierte Kontrazeptiva mit anderer

Gestagenkomponente und/oder anderer Östrogendosis oder anderem Applikationsweg übertragbar

sind.

Es wird jedoch erwartet, dass solche Präparate ein vergleichbares lnteraktionspotential aufweisen.

Wird bei einer Patientin, welche Lamotrigin einnimmt, eine Behandlung mit Evra neu begonnen,

kann daher eine Anpassung der Lamotrigindosis erforderlich sein, und die

Lamotriginkonzentrationen sollten zu Beginn der Therapie engmaschig überwacht werden. Hierbei

ist insbesondere auch zu beachten, dass es beim Absetzen von Evra sowie in den Anwendungspausen

zu einem deutlichen Anstieg des Lamotriginspiegels (unter Umständen in den toxischen Bereich)

kommen kann.

Interaktionen mit unbekanntem Mechanismus

In klinischen Studien kam es bei gleichzeitiger Gabe Ethinylestradiol-haltiger CHC zusammen mit

der in der Therapie von HCV-Infektionen eingesetzten Wirkstoffkombination

Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir gegenüber Patientinnen, welche

ausschliesslich mit den antiviralen Wirkstoffen behandelt wurden, signifikant häufiger zu einer

Erhöhung der ALT (einschliesslich Fällen eines Anstiegs auf über das Fünffache der oberen Grenze

des Normbereiches). Evra muss daher vor Beginn einer Therapie mit einer solchen antiviralen

Kombination abgesetzt werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Die Anwendung von Evra ist während der Schwangerschaft kontraindiziert. Vor Beginn der

Anwendung des Arzneimittels ist eine Schwangerschaft auszuschliessen. Tritt unter der Anwendung

eine Schwangerschaft ein oder wird eine solche vermutet, ist das Arzneimittel sofort abzusetzen und

der Arzt oder die Ärztin zu konsultieren.

Es gibt Hinweise auf fötale Risiken, basierend auf tierexperimentellen Untersuchungen (siehe

«Präklinische Daten»). Die meisten bis heute durchgeführten epidemiologischen Studien haben

jedoch keine eindeutigen Hinweise auf eine embryotoxische oder teratogene Wirkung ergeben, wenn

Kombinationen aus Östrogenen und Gestagenen versehentlich während der Schwangerschaft

angewendet wurden.

Stillzeit

Das Arzneimittel sollte nicht in der Stillzeit angewendet werden, da die Milchproduktion reduziert

und die Milchqualität verändert sein kann und geringe Wirkstoffkonzentrationen in der Milch

gemessen werden können. Wenn möglich sollten bis zum vollständigen Abstillen des Kindes

nichthormonelle Kontrazeptionsmethoden angewendet werden.

Zum postpartalen Risiko thromboembolischer Ereignisse bei der Mutter siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen».

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es sind keine Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen festgestellt

worden.

Unerwünschte Wirkungen

Die schwerwiegendsten unerwünschten Wirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung von

CHC sind in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben (siehe dort).

Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen sind insbesondere arterielle und venöse

Thromboembolien.

Daten aus klinischen Studien

Die Sicherheit von Evra wurde in drei Phase III-Studien zur Untersuchung der kontrazeptiven

Wirksamkeit bei insgesamt 3330 sexuell aktiven Frauen untersucht. Die Studienteilnehmerinnen

erhielten ein Kontrazeptivum (Evra oder ein orales Vergleichs-Kontrazeptivum) über jeweils 6 bzw.

13 Zyklen.

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen, welche während der klinischen Studie berichtet wurden,

waren: Brustbeschwerden, Kopfschmerzen, Reaktionen an der Applikationsstelle und Übelkeit. Die

häufigsten Ereignisse, welche zu einem Therapie-Abbruch führten waren: Reaktionen an der

Applikationsstelle, Brustbeschwerden (einschliesslich Schwellung der Brust und Schmerzen in den

Brüsten), Übelkeit, Kopfschmerzen und emotionale Labilität.

Folgende unerwünschten Wirkungen wurden im Rahmen der klinischen Studien oder nach der

Marktzulassung bei Evra-Anwenderinnen beobachtet, wobei ein Kausalzusammenhang nicht in

jedem Fall belegt ist. Bei Spontanmeldungen aus der Post-Marketing-Überwachung kann die

Häufigkeit nur geschätzt werden.

Häufigkeitsangaben: sehr häufig: ≥1/10; häufig: ≥1/100 <1/10; gelegentlich: ≥1/1000 <1/100; selten:

≥1/10'000 <1/1000, sehr selten: <1/10'000.

Neoplasmen

Selten: Carcinoma in situ der Zervix.

Sehr selten: Mammakarzinom, Zervixkarzinom, Leiomyom des Uterus, Leberadenom.

Blut- und Lymphsystem

Gelegentlich: Anämie, Lymphadenopathie.

Immunsystem

Häufig: allergische Reaktionen.

Sehr selten: Angioödem bzw. Verschlechterung eines hereditären Angioödems.

Endokrines System

Selten: Hyperprolaktinämie.

Sehr selten: Insulinresistenz, Hyperglykämie, Hypoglykämie.

Stoffwechsel und Ernährung

Häufig: Gewichtszunahme.

Gelegentlich: Appetitzunahme, Anorexie, Hypertriglyceridämie, Hypercholesterinämie.

Selten: Gewichtsabnahme, Adipositas.

Sehr selten: LDL-Erhöhung, gesteigerter Appetit.

Psychiatrische Störungen

Häufig: emotionale Labilität, Depression.

Gelegentlich: verminderte Libido, Angst.

Selten: gesteigerte Libido, Apathie, gehäuftes Weinen, Depersonalisierung, Paranoia.

Nervensystem

Sehr häufig: Kopfschmerzen (21%).

Häufig: Müdigkeit, Schwindel, Migräne.

Gelegentlich: Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Beinkrämpfe, Parästhesien, Hypästhesien, Krämpfe,

Tremor.

Selten: Koordinationsstörungen, Neuralgie, Dysphonie, Hemiplegie, Stupor.

Sehr selten: Migräne mit Aura, Geschmacksstörung.

Augen

Gelegentlich: Konjunktivitis, Sehstörungen.

Selten: Xerophathalmie.

Sehr selten: Kontaktlinsen-Unverträglichkeit.

Herz/Gefässe

Gelegentlich: Palpitationen, Synkope, Hitzewallungen, Varizen, Ödeme, Hypertonie.

Selten: Hypotonie, Venenschmerz, Venenstauung, oberflächliche Thrombophlebitis, venöse

thromboembolische Ereignisse (z.B. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie), arterielle

thromboembolische Ereignisse (z.B. transitorische ischämische Attacke, Schlaganfall,

Myokardinfarkt).

Sehr selten: Subarachnoidalblutung, hypertensive Krise.

Atmungsorgane

Häufig: Infektionen der oberen Atemwege.

Gelegentlich: Dyspnoe.

Gastrointestinaltrakt

Sehr häufig: Übelkeit (17%).

Häufig: Bauchschmerzen, Dyspepsie, Flatulenz, Erbrechen, Diarrhö.

Gelegentlich: Obstipation, Gastritis, Hämorrhoiden, Gingivitis, Zahnstörungen.

Selten: Mundtrockenheit, verstärkter Speichelfluss, Enanthem, Colitis.

Leber und Galle

Selten: Transaminasenerhöhung, Cholelithiasis, Cholecystitis.

Sehr selten: Ikterus, Cholestase.

Haut und Unterhautzellgewebe

Häufig: Exanthem, Pruritus, Akne.

Gelegentlich: Hauttrockenheit, Hautverfärbung, Ekzem, Urtikaria, Photosensitivität,

Kontaktdermatitis, verstärkte Schweissbildung, Alopezie, Abszess.

Selten: Pigmentierungsstörungen (oder Chloasma), Cellulitis, Purpura.

Sehr selten: pustulöses Exanthem, exfoliatives Exanthem, generalisierter Pruritus, seborrhoische

Dermatitis, Erythema multiforme, Erythema nodosum.

Muskel- und Skelettsystem

Häufig: Myalgie, Rückenschmerzen.

Gelegentlich: Sehnenbeschwerden, Beinschmerzen, Arthralgie, Muskelschwäche.

Niere und ableitende Harnwege

Häufig: Harnwegsinfektion.

Selten: Dysurie.

Reproduktionssystem und Brust

Sehr häufig: Brustbeschwerden (22%).

Häufig: Brustschmerzen, Brustvergrösserung, Fibroadenosis der Brust, Dysmenorrhö,

Zwischenblutungen, Menorrhagie, vaginale Hefepilzinfektionen, Vaginitis, Menstruationsstörungen,

Fluor vaginalis, pathologischer PAP-Abstrich.

Gelegentlich: Entzugsblutung, Dyspareunie, Mastitis, prämenstruelles Syndrom,

Vulvaveränderungen, Trockenheit der Vagina, Zervixläsion, Galaktorrhö, Uterusspasmus, Störungen

der Ovarialfunktion, Ovarialzyste.

Selten: perineale Schmerzen, genitale Ulzeration, Brustatrophie, benigne Neoplasien der Brust,

Amenorrhö.

Sehr selten: unterdrückte Laktation.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: Reaktionen an der Applikationsstelle (17%) (z.B. Erythem, Verfärbung, Trockenheit,

Schwellung, Wärmegefühl, Pruritus, Spannungsgefühl, Brennen, Schmerzen, Parästhesien,

Hämatom, Verhärtung, Urtikaria, papulöse, vesikuläre, pustulöse, exfoliative, erosive oder ulzerative

Veränderungen).

Häufig: grippeähnliche Symptome.

Gelegentlich: Asthenie, Schmerzen.

Selten: Alkoholunverträglichkeit.

Sehr selten: periphere Ödeme, Gesichtsödem.

Überdosierung

Nach Überdosierung von hormonellen Kontrazeptiva wurden keine Fälle von schwerwiegenden

Nebenwirkungen berichtet. Eine Überdosis kann zu Übelkeit und Erbrechen und zu vaginalen

Blutungen führen. Eine allfällige Behandlung hat symptomatisch zu erfolgen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03AA13

Wirkmechanismus, Pharmakodynamik

Evra ist ein kombiniertes hormonelles Kontrazeptivum (CHC) zur transdermalen Applikation und

wirkt über eine Hemmung der Gonadotropinproduktion. Wie bei allen CHC beruht die kontrazeptive

Wirkung von Evra auf verschiedenen Faktoren, als deren wichtigste die Ovulationshemmung und die

Veränderung des Zervixsekrets anzusehen sind. Darüber hinaus bietet das Endometrium infolge der

morphologischen und enzymatischen Veränderungen ungünstige Verhältnisse für die Nidation.

Ausserdem führen die durch das CHC induzierten hormonellen Veränderungen zu regelmässigeren

Zyklen und einer geringeren Blutungsstärke.

Klinische Wirksamkeit

In drei Studien erhielten 3319 Frauen Evra. Durch Evra wurde die Ovulation vergleichbar

unterdrückt wie bei oralen Kontrazeptiva. Auch das Blutungsprofil war bei Behandlung mit Evra

jenem mit oralen Kontrazeptiva vergleichbar.

Der Pearl Index über alle Studien betrug 0,88 (CI 95% 0,43–1,32). Die Wahrscheinlichkeit einer

Schwangerschaft bei reiner Berücksichtigung des Methodenfehlers betrug 0,6% (0,2–0,9%).

Der Anteil Schwangerschaften bei Frauen mit einem Körpergewicht von 90 kg oder mehr war

statistisch signifikant höher. Der Pearl Index betrug 0,57 (0,30–0,84) bei einem BMI (Body Mass

Index) <30 (n= 3085) und 4,93 (1,02–8,84) bei einem BMI ≥30 (n= 231). Dies weist auf eine

verminderte Wirksamkeit von Evra bei Frauen mit einem sehr hohen BMI hin.

Eine klinische Studie zum Einfluss auf die Hypothalamus/Hypophysen/Ovar-Achse zeigte, dass die

Mittelwerte für FSH, LH und Estradiol während der Therapie unterdrückt wurden, sich aber während

eines Zeitraums von 6 Wochen nach der Therapie wieder an die Ausgangswerte annäherten.

Pharmakokinetik

Das Matrixpatch gibt während der Applikationsdauer über einen Zeitraum von 7 Tagen

kontinuierlich Norelgestromin (= aktiver Metabolit von Norgestimat) und Ethinylestradiol in den

Blutstrom ab. Die Absorptionskinetik von Ethinylestradiol und Norelgestromin weist einen dosis-

linearen Verlauf auf.

Norelgestromin

Absorption

Nach Applikation von Evra erscheint Norelgestromin schnell im Serum. Die Serumkonzentration

erreicht nach ca. 48 Stunden ein Plateau. Die Steady-State-Konzentration von Norelgestromin

während der Applikation des Patches über eine Woche liegt bei 0,8 ng/ml (SD= 0,3 ng/ml). Die

Bioverfügbarkeit von Norelgestromin ist bei Applikation an Gesäss, Oberarm oder Oberkörper

bioäquivalent, weicht jedoch von jener am Abdomen ab. Dennoch wurde auch bei Applikation am

Abdomen eine adäquate Ovulationshemmung erreicht. Unter den Bedingungen eines Fitnessclubs

(Sauna, Whirlpool und Laufband) und in einem kalten Wasserbad zeigte sich keine signifikante

Beeinträchtigung der Bioverfügbarkeit von Norelgestromin.

Verteilung

Norelgestromin und sein aktiver Hauptmetabolit Norgestrel werden stark (>97%) an Serumproteine

gebunden. Norelgestromin wird an Albumin, jedoch nicht an Sexualhormon-bindendes Globulin

(SHBG) gebunden, während Norgestrel vorwiegend an SHBG gebunden wird.

Metabolismus

Norelgestromin wird in der Leber metabolisiert. Zu den Metaboliten zählen das aktive Norgestrel

und verschiedene hydroxylierte und konjugierte Metaboliten. Die beteiligten Enzymsysteme sind:

Cytochrom P-450 Isoforme (CYP3A4 und CYP2A6), die NADPH-abhängige Cytochrom P-450

Reduktase und Aldehydoxidase.

Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit von Norelgestromin beträgt ca. 28 Stunden. Es wird in Form von

Metaboliten über die Nieren und mit den Fäzes ausgeschieden.

Ethinylestradiol

Absorption

Nach Applikation von Evra erscheint Ethinylestradiol schnell im Serum. Die Serumkonzentration

erreicht nach ca. 48 Stunden ein Plateau. Die Steady-State-Konzentration von Ethinylestradiol

während der Applikation des Patches über eine Woche liegt bei 50 pg/ml (SD= 18 pg/ml). Die

Bioverfügbarkeit von Ethinylestradiol ist bei Applikation an Gesäss, Oberarm oder Oberkörper

bioäquivalent, weicht jedoch von jener am Abdomen ab. Dennoch wurde auch bei Applikation am

Abdomen eine adäquate Ovulationshemmung erreicht. Daher sind alle vier Applikationsstellen

therapeutisch äquivalent. Unter den Bedingungen eines Fitnessclubs (Sauna, Whirlpool und

Laufband) und in einem kalten Wasserbad zeigt sich keine signifikante Beeinträchtigung der

Bioverfügbarkeit von Ethinylestradiol.

Verteilung

Ethinylestradiol wird zu ca. 98% an Serumalbumin gebunden; es verursacht eine Zunahme der

Serumkonzentration von SHBG. Das Verteilungsvolumen beträgt ca. 5 l/kg.

Metabolismus

Ethinylestradiol wird in der Leber durch Phase-I-Metabolismus (Hauptmetaboliten: 2-

Hydroxyethinylestradiol und 2-Methoxyethinylestradiol) und Konjugation abgebaut. Die

Glucuronsäure- und Sulfatkonjugate von Ethinylestradiol und Phase-I-Metaboliten unterliegen einem

enterohepatischen Kreislauf. Cytochrom 3A4 ist am Metabolismus in erheblichem Ausmass beteiligt.

Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit von Ethinylestradiol beträgt ca. 17 Stunden. Es wird in Form von

Metaboliten mit dem Urin und der Galle im Verhältnis 4:6 eliminiert.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Auswirkungen von Alter, Körpergewicht und Körperoberfläche auf die Pharmakokinetik von

Norelgestromin und Ethinylestradiol wurden an 230 gesunden Frauen aus neun pharmakokinetischen

Studien mit einmaliger Verabreichung von Evra über 7 Tage beurteilt. Für Norelgestromin und

Ethinylestradiol waren höheres Lebensalter, Körpergewicht und Körperoberfläche mit leicht tieferen

Steady-State Konzentrationen und AUC-Werten verbunden. Daten zur Pharmakokinetik bei Frauen

mit Leber- oder Niereninsuffizienz sowie Daten bei Jugendlichen unter 18 Jahren liegen nicht vor.

Präklinische Daten

Präklinische Untersuchungen mit kombinierten oralen Kontrazeptiva zur Toxizität nach wiederholter

Gabe, zur Genotoxizität und zum karzinogenen Potential ergaben keine eindeutigen Hinweise auf

besondere Risiken für den Menschen, wenn auch in epidemiologischen Studien ein erhöhtes Risiko

für Leberkarzinome nachgewiesen werden konnte.

Bei Versuchstieren zeigte Ethinylestradiol bereits in relativ geringer Dosierung einen embryoletalen

Effekt; Missbildungen des Urogenitaltrakts und Feminisierung männlicher Feten wurden beobachtet.

Norelgestromin zeigte im Tierexperiment einen embryoletalen Effekt. Andere Gestagene zeigten in

hohen Dosen zusätzlich eine virilisierende Wirkung auf weibliche Feten; für Norelgestromin ist dies

nicht belegt.

Im Allgemeinen ergaben reproduktionstoxikologische Studien in Ratten, Mäusen und Kaninchen

keinen Hinweis auf eine teratogene Wirkung. Für Risiken beim Menschen siehe Rubrik

«Schwangerschaft/Stillzeit».

Studien zur Untersuchung der dermalen Wirkungen von Evra weisen darauf hin, dass dieses System

kein sensibilisierendes Potenzial aufweist und bei Applikation auf die Kaninchenhaut nur leichte

Reizungen hervorruft.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Hormonelle Kontrazeptiva können folgende biochemische Parameter beeinflussen:

Erhöhte Werte für Prothrombin und Faktoren VII, VIII, IX und X; vermindertes Antithrombin III,

vermindertes Protein S; verstärkte durch Norepinephrin (Noradrenalin) ausgelöste

Thrombozytenaggregation.

Erhöhte Werte für thyroxinbindendes Globulin (TBG) mit resultierenden erhöhten Konzentrationen

von zirkulierendem Gesamtschilddrüsenhormon, gemessen an proteingebundenem lod (PBI) und T4

durch Säulen- oder Radioimmunassay. Die Aufnahme von freiem T3 im lonenaustauscherharz ist

vermindert, was auf die erhöhte TBG-Konzentration hinweist, während die freie T4 Konzentration

unverändert ist.

Die Serumkonzentrationen anderer Bindungsproteine können erhöht sein.

Sexualhormonbindendes Globulin (SHBG) ist erhöht und führt zu erhöhten Spiegeln der

zirkulierenden endogenen Sexualsteroide. Die freien oder biologisch aktiven Konzentrationen der

Sexualsteroide nehmen jedoch ab oder bleiben unverändert.

Unter Evra können die Werte für Gesamtcholesterin, LDL, HDL und Triglyceride leicht ansteigen,

während das Verhältnis LDL/HDL unverändert bleiben kann.

Die Glucosetoleranz kann vermindert sein.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Verfalldatum

verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Nicht über 30 °C lagern. Nicht im Kühlschrank aufbewahren. Patch im Schutzbeutel in der

Originalverpackung aufbewahren.

Entsorgung der Patches

Nach der Entfernung sollte das gebrauchte Patch mit der Klebeseite nach innen umgefaltet werden,

so dass die Wirkstoffmembran nicht freiliegt. Danach sollte das Patch an einem sicheren, für Kinder

unzugänglichen Ort entsorgt werden.

Zulassungsnummer

56039 (Swissmedic).

Packungen

Evra Matrixpflaster 3. (B)

Evra Matrixpflaster 9. (B)

Evra Matrixpflaster 18. (B)

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Stand der Information

April 2018.

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