Zavedos 10 mg Kapseln

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-02-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-02-2021

Wirkstoff:
IDARUBICIN HYDROCHLORID
Verfügbar ab:
Pfizer Corporation Austria GmbH
ATC-Code:
L01DB06
INN (Internationale Bezeichnung):
IDARUBICINE HYDROCHLORIDE
Einheiten im Paket:
1 Stück, Laufzeit: 36 Monate,3 x 1 Stück, Laufzeit: 36 Monate
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Therapiebereich:
Idarubicin
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-21096
Berechtigungsdatum:
1995-08-25

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Zavedos 5 mg Kapseln

Zavedos 10 mg Kapseln

Wirkstoff: Idarubicinhydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann

anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Zavedos und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Zavedos beachten?

Wie ist Zavedos einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Zavedos aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ist Zavedos und wofür wird es angewendet

Zavedos enthält als Wirkstoff Idarubicinhydrochlorid. Dieser hemmt die Vermehrung und das Wachstum

von schnell wachsenden Zellen und wird deshalb zur Krebstherapie (Chemotherapie) eingesetzt.

Zavedos Kapseln werden angewendet zur Behandlung bestimmter Krebserkrankungen der weißen

Blutzellen (

Akute Myeloische Leukämie, AML

) bei älteren Patienten, die noch keine andere Therapie

erhalten haben, und bei denen eine Infusionstherapie ausgeschlossen ist.

Zavedos Kapseln können auch

bei fortgeschrittenem Brustkrebs

eingesetzt werden, wenn die Therapie

der ersten Wahl nicht angesprochen hat.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Zavedos beachten?

Zavedos darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Idarubicinhydrochlorid, andere Anthracycline oder Anthrachinone oder

einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn bei Ihnen eine schwere Nierenfunktionsstörung besteht

wenn Sie unter schweren Leberfunktionsstörungen leiden

wenn bei Ihnen akute Infektionen vorliegen

wenn Sie eine schwere Herzerkrankung haben (z. B. akute Entzündung des Herzmuskels oder massive

Herzmuskelschwäche)

wenn Sie vor kurzem einen Herzinfarkt hatten

wenn Sie vor längerem einen Herzinfarkt hatten, der zu einer Herzmuskelschwäche geführt hat

wenn Sie eine schwere Herzrhythmusstörung haben

wenn bei Ihnen eine Beeinträchtigung der Knochenmarksfunktion vorliegt

wenn Sie bereits zuvor mit den höchsten Dosen von Idarubicinhydrochlorid oder anderen

Arzneimitteln der gleichen Gruppe behandelt wurden

wenn Sie eine krankhaft gesteigerte Blutungsneigung haben

wenn Sie eine Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis) haben

in der Stillzeit (siehe Abschnitt „Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit“)

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Zavedos einnehmen.

Wenn Sie in der Vergangenheit

Herzprobleme

hatten oder zurzeit deswegen in Behandlung sind, teilen

Sie dies Ihrem Arzt bitte unbedingt mit. Zavedos kann, insbesondere unter hohen Dosierungen,

Herzschädigungen verursachen. Deshalb wird Ihre Herzfunktion anhand von verschiedenen

Untersuchungen vor und während der Behandlung überprüft. Suchen Sie unverzüglich Ihren Arzt auf,

sollten Herz- oder Atembeschwerden auftreten, auch wenn diese Beschwerden Wochen oder Monate nach

Beendigung der Therapie mit Zavedos beginnen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie mit Trastuzumab (einem Arzneimittel zur Behandlung

verschiedener Krebsarten) behandelt werden oder kürzlich behandelt wurden. Trastuzumab kann bis zu 7

Monate nach Absetzen im Körper verbleiben. Da Trastazumab das Herz schädigen kann, sollten Sie

Zavedos bis zu 7 Monate nach Absetzen von Trastazumab nicht anwenden. Falls Zavedos vor dieser Zeit

angewendet wird, sollte Ihre Herzfunktion sorgfältig überwacht werden.

Zavedos kann bewirken, dass Ihr Knochenmark nicht genügend Blutzellen produziert.

Geben Sie Ihrem Arzt unverzüglich Bescheid, wenn bei Ihnen schwer stillbare Blutungen, Fieber oder

Infektionen auftreten. Eventuell ist eine stationäre Therapie von Nöten.

Wenn Sie unter einer

Knochenmarksdepression

(Verringerung der Knochenmarksfunktion) leiden, die

durch eine vorangegangene Therapie verursacht wurde, wird ihr Arzt möglicherweise den nächsten

Behandlungszyklus verschieben, bis Ihre Blutwerte wieder normal sind. Um dies zu überprüfen, werden

regelmäßige Blutuntersuchungen durchgeführt.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie sich einer Ganzkörperbestrahlung, einer Strahlentherapie oder

Knochenmarkstransplantation unterzogen haben, wenn Sie bereits einmal mit Arzneimitteln aus der

Gruppe von Idarubicinhydrochlorid behandelt wurden oder wenn Sie andere Chemotherapeutika erhalten

haben.

Zavedos kann zu einer

Schleimhautentzündung

vor allem der Mundhöhle aber auch der Speiseröhre

führen. In den meisten Fällen erholen sich die Patienten von diesen Nebenwirkungen ca. 3 Wochen nach

der Therapie. Das Arzneimittel kann auch Erbrechen verursachen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn

Übelkeit und/oder Schleimhautschäden Sie sehr beeinträchtigen.

Patienten mit bekannten

Magen-Darm-Erkrankungen

haben ein erhöhtes Risiko von Blutungen oder

Darmdurchbruch. Wenn bei Ihnen eine solche Erkrankung bekannt ist, oder Sie unter Magenschmerzen

leiden, sprechend Sie unbedingt mit Ihrem Arzt darüber.

Funktionsstörungen der Leber und/oder der Nieren

die Wirkung von Zavedos beeinflussen

können, werden Leber- und Nierenwerte regelmäßig überprüft (Bilirubin- und Kreatininwerte im Blut).

Durch Zavedos zerfallen Tumorzellen. Dieser Zellzerfall kann zu einem

Anstieg der Harnsäurewerte

(Hyperurikämie), aber auch von Kalium, Phosphat und Kreatinin führen. Deshalb werden diese Blutwerte

regelmäßig kontrolliert. Zur Vorbeugung einer Hyperurikämie können folgende Maßnahmen ergriffen

werden: Flüssigkeitszufuhr über die Venen (zur Nierenspülung), basisch machen des Harns und eventuell

Verabreichung von Allopurinol, einem Arzneimittel, das die Harnsäurebildung hemmt.

Zavedos kann Ihre

Keimzellen schädigen

. Deshalb sollten Männer und Frauen entsprechende

Verhütungsmethoden anwenden und bei zukünftigem Kinderwunsch noch vor der Therapie eine Beratung

einholen.

Zavedos kann eventuell

Venenthrombosen

(Blutgerinnsel in den Venen) verursachen und sogar zu einer

Lungenembolie (Thrombus wandert in die Lungengefäße) führen. Bei neu aufgetretenen Schmerzen in

den Beinen und/oder Atemnot informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt.

Nach der Behandlung kann der

Urin

für 1 bis 2 Tage

rötlich verfärbt

sein. Das ist jedoch kein Anlass

zur Besorgnis.

Worauf müssen Sie besonders achten?

Die vom behandelnden Arzt angeordneten Untersuchungen sind genau einzuhalten.

Sollte das Pulver aus der Kapsel mit Augen, Haut oder Schleimhaut in Berührung kommen, sollte der

Bereich sofort sorgfältig mit Wasser gereinigt werden. Eine medizinische Überwachung ist angezeigt.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Zavedos Kapseln bei Kindern und Jugendlichen ist bisher noch nicht

erwiesen.

Einnahme von Zavedos zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Bei Einnahme/Anwendung zweier oder mehrerer Arzneimittel kann eine gegenseitige Beeinflussung im

Sinne einer Verstärkung oder Abschwächung von Wirkung oder Nebenwirkung auftreten.

Teilen Sie daher Ihrem behandelnden Arzt mit, welche anderen Arzneimittel Sie sonst noch verwenden.

Er kann dann entscheiden, ob ein Arzneimittel nicht angewendet werden darf, oder ob die Dosierung des

einen oder anderen Arzneimittels verändert werden muss.

Zavedos ist ein sehr starker Hemmer des Knochenmarks, und eine kombinierte Behandlung mit

Arzneimitteln ähnlicher Wirkung (zumeist

andere Medikamente zur Krebsbehandlung

) verstärkt die

dadurch ausgelösten Nebenwirkungen (wie z. B. Infektanfälligkeit, verstärkte Blutungsneigung, Magen-

Darmbeschwerden).

Bei gleichzeitiger oder 2 - 3 Wochen vorangehender

Strahlentherapie

kann die Knochenmarkshemmung

noch verstärkt werden, und auch die herzschädigende Wirkung kann zunehmen.

Eine gleichzeitige Anwendung mit manchen

Blutdruckmedikamenten

(Calciumkanalblockern)

oder

Medikamenten, die das Herz schädigen können z. B.

Cyclophosphamid

, macht eine Überwachung der

Herzfunktion für die gesamte Behandlungsdauer notwendig.

Wenn bei Ihnen eine

Impfung

geplant ist, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Zavedos beeinträchtigt

das Immunsystem. Wenn gleichzeitig abgeschwächte Lebendimpfstoffe (wie z. B. gegen Gelbfieber, aber

auch gegen Mumps, Masern, Röteln, Windpocken, Tuberkulose, Typhus, Rotaviren) verabreicht werden,

kann dies zu schwerwiegenden Infektionen eventuell sogar mit Todesfolge führen.

Totimpfstoffe oder inaktivierte Impfstoffe können verabreicht werden. Allerdings kann das Ansprechen

auf solche Impfstoffe reduziert sein.

Bei gleichzeitiger Anwendung mit

Arzneimitteln zur Hemmung der Blutgerinnung

(z. B.

Phenprocoumon oder Acenocoumarol) werden häufigere Blutgerinnungskontrollen empfohlen, da das

Risiko für eine Wechselwirkung nicht ausgeschlossen werden kann.

Ciclosporin A

, ein Medikament zur Unterdrückung des Immunsystems, kann die Wirkung von Zavedos

eventuell verstärken. Deshalb kann eine Dosisanpassung erforderlich werden.

Einnahme von Zavedos zusammen mit Nahrungmitteln und Getränken

Zavedos Kapseln können gemeinsam mit einer leichten Mahlzeit eingenommen werden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um

Rat.

Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Therapie und bis zu 6 Monate nach der Behandlung

mit Zavedos eine Schwangerschaft vermeiden, da eine Schädigung des Kindes nicht ausgeschlossen

werden kann. Idarubicin sollte während der Schwangerschaft nur dann eingesetzt werden, wenn der

Nutzen für die Mutter größer ist als das Risiko für das ungeborene Kind.

Es ist nicht bekannt, ob Zavedos in die Muttermilch übergeht. Mütter dürfen während der Therapie mit

Idarubicin nicht stillen.

Auch Männer sollten während der Behandlung und bis zu 3 Monate danach verhütende Maßnahmen

ergreifen, da auf Grund des erbgutverändernden Potentials von Idarubicin, dem Wirkstoff von Zavedos,

die Chromosomen in menschlichem Sperma zerstört werden können.

Männern, die einen Kinderwunsch haben, wird vor Therapiebeginn eine Beratung bezüglich

Spermakonservierung empfohlen.

Wenn nach Abschluss der Therapie ein Kinderwunsch besteht, wird vorab eine genetische Beratung

empfohlen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Die Auswirkungen von Zavedos auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen wurden nicht systematisch untersucht. Es besteht jedoch die Möglichkeit einer

diesbezüglichen Beeinträchtigung, besonders bei geschwächten Patienten.

Wie ist Zavedos einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem

Arzt nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Erwachsene

Die Dosierung wird normalerweise auf Basis der Körperoberfläche berechnet. Die vom Arzt verschriebe-

ne Dosierung ist genau einzuhalten.

Patienten mit Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen

Informieren Sie Ihren Arzt, falls Sie an Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen leiden. Er wird

gegebenenfalls eine Dosisreduktion veranlassen oder das Medikament absetzen.

Art der Anwendung

Die Kapseln sind mit etwas Flüssigkeit im Ganzen zu schlucken. Sie sollen weder gelutscht noch

zerbissen oder zerkaut werden. Sie können Zavedos Kapseln mit einer leichten Mahlzeit einnehmen.

Über die Dauer der Anwendung bzw. eine Wiederholung der Behandlung entscheidet Ihr Arzt.

Wenn Sie eine größere Menge von Zavedos eingenommen haben als Sie sollten

Wenn Sie irrtümlich zu viele Kapseln eingenommen haben, setzen Sie sich bitte sofort mit einem Arzt in

Verbindung. Massive Überdosierungen führen zu Funktionsbeeinträchtigung des Knochenmarks und

Schädigung des Herzens.

Hinweis für den Arzt: Informationen zur Überdosierung finden Sie am Ende dieser

Gebrauchsinformation.

Wenn Sie die Einnahme von Zavedos vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Setzen Sie

sich mit Ihrem behandelnden Arzt in Verbindung, damit er Sie bezüglich der weiteren Dosierung beraten

kann.

Wenn Sie die Einnahme von Zavedos abbrechen

Brechen Sie die Behandlung keinesfalls ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Als typische Nebenwirkung ist eine Beeinträchtigung der Funktion des Knochenmarks

(Myelosuppression) zu erwarten.

Als Folge einer Myelosuppression können Blutungen, Fieber, Infektionen und Sauerstoffmangel in

Geweben (äußert sich z. B. als Blässe, Kopfschmerzen, Ohrgeräusche, Übelkeit, Ohnmacht,

Sehstörungen, Herzengegefühl) auftreten. Eventuell kann eine sehr massive Myelosuppression sogar zum

Tode führen. Wenn irgendeines der oben angeführten Symptome auftritt (zumeist einige Tage nach der

Behandlung mit Zavedos), wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt.

Die folgenden weiteren Nebenwirkungen wurden in Verbindung mit einer Behandlung mit Idarubicin

beschrieben:

Sehr häufig (betrifft mehr als 1 Behandelten von 10)

Infektionen, Verminderung der Blutplättchen, Verminderung der weißen Blutzellen, Blutarmut (Anämie),

Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schleimhautentzündung (Mukositis), Entzündung der

Mundschleimhaut (Stomatitis), Durchfall, Bauchschmerzen oder Gefühl des Brennens, Haarausfall (in der

Regel reversibel), Rotfärbung des Harns für 1 - 2 Tage nach der Verabreichung, Fieber, Kopfschmerzen,

Schüttelfrost

Häufig (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 100)

Herzmuskelschwäche, verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), beschleunigter Herzschlag

(Tachykardie), Herzrhythmusstörung mit schnellem Herzschlag, reduzierter Auswurf von Blut aus der

linken Herzkammer in die Hauptschlagader ohne Symptome, Erkrankungen des Herzmuskels, Blutung,

Venenentzündung, Gerinnsel in und Entzündung von oberflächlichen Venen, Magen-Darm-Blutung,

Erhöhung der Leberenzyme und des Bilirubins (Blutwerte), Hautausschlag, Juckreiz,

Überempfindlichkeit der Haut, wenn sie davor bestrahlt wurde („Radiation-Recall-Reaktion“)

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 1.000)

Blutvergiftung, nach der Chemotherapie auftretender Blutkrebs (Sekundäre Leukämie), Flüssigkeitsmangel

im Körper, erhöhter Harnsäurespiegel im Blut, Herzinfarkt, abnormale Befunde im EKG, Schock,

Entzündung der Speiseröhre, Dickdarmentzündung (eventuell auch massive Entzündung mit Beteiligung

des Dünndarms oder sogar mit Darmdurchbruch), Nesselsucht, fleckenartige Verfärbungen von Haut und

Nägel, Zellulitis (Entzündung des Bindegewebes), Absterben von Gewebe (Gewebsnekrose)

Selten (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 10.000)

Hirnblutung

Sehr selten (betrifft weniger als 1 Behandelten von 10.000)

Akute und möglicherweise lebensbedrohliche allergische Allgemeinreaktion (Anaphylaxie),

Herzbeutelentzündung, Herzmuskelentzündung, verzögerte oder teilweise blockierte

Erregungsüberleitung im Herzen (AV- oder Schenkelblock) Gefäßverschluss durch Blutgerinnsel

(Thromboembolie), Hitzewallung, Schleimhautdefekt und Geschwürbildung im Magen, akut auftretende

schmerzhafte Rötungen der Handteller und Fußsohlen

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Verminderte Anzahl aller Blutzellarten (durch beeinträchtigte Knochenmarksfunktion), Tumorzerfalls-

Syndrom (rasche Zerstörung von Tumorgewebe kann zu resultierenden Stoffwechselstörungen führen),

verzögert auftretende Schädigung des Herzens

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 Wien

Österreich

Fax: +43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie ist Zavedos aufzubewahren?

Nicht über 25 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Außenverpackung nach „Verwendbar bis:“ angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen

Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Zavedos enthält

Der Wirkstoff ist Idarubicinhydrochlorid.

Sonstige Bestandteile sind:

Zavedos 5 mg Kapseln

Kapselinhalt: Cellulose, langkettige Partialglyceride

Kapselhülle: Gelatine, Eisenoxid rot (E 172), Titandioxid (E 171)

Zavedos 10 mg Kapseln

Kapselinhalt: Cellulose, langkettige Partialglyceride

Kapselhülle:

Oberteil:

Gelatine, Eisenoxid rot (E 172), Titandioxid (E 171)

Unterteil:

Gelatine, Titandioxid (E 171)

Drucktinte: Schellack, Propylenglycol, Ammoniaklösung, Kaliumhydroxid, Eisenoxid schwarz (E 172)

Wie Zavedos aussieht und Inhalt der Packung

Zavedos 5 mg Kapseln sind Hartgelatinekapseln.

Oberteil und Unterteil der Kapseln sind rot mit schwarzem Aufdruck „Idarubicin 5“.

Zavedos 10 mg Kapseln sind Hartgelatinekapseln.

Der Oberteil der Kapseln ist rot mit schwarzem Aufdruck „Idarubicin 10“, der Unterteil ist weiß.

Zavedos ist in Packungen zu 1 Stück und 3 x 1 Stück erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Zulassungsinhaber:

Pfizer Corporation Austria Ges.m.b.H., Wien

Hersteller:

Corden Pharma Latina S.p.A., Sermoneta, Italien

Zavedos 5 mg Kapseln, Z. Nr.:

1-21099

Zavedos 10 mg Kapseln, Z. Nr.:

1-21096

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im April 2020.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Überdosierung

Im Bedarfsfall ist so rasch wie möglich eine Magenspülung durchzuführen. Der Patient ist auf mögliche

gastrointestinale Blutungen oder schwere Schleimhautschädigungen zu beobachten.

Es ist zu erwarten, dass sehr hohe Idarubicin-Dosen innerhalb von 24 Stunden eine akute myokardiale

Toxizität und innerhalb von ein bis zwei Wochen eine schwere Myelosuppression verursachen.

Ein spät auftretendes Herzversagen wurde mit Anthracyclinen bis einige Monate nach der Überdosierung

beobachtet. Die Patienten sollten daher sorgfältig überwacht werden und beim Auftreten von ersten

Anzeichen einer Herzschädigung nach konventionellen Methoden behandelt werden.

Studien zur Dialysierbarkeit wurden nicht durchgeführt. Aufgrund der pharmakokinetischen Parameter

scheint eine Peritoneal- oder Hämodialyse nicht zielführend zu sein.

Geeignete Einrichtungen zur Überwachung und Behandlung des durch die Toxizität der Substanz

gefährdeten Patienten sollten vorhanden sein.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Zavedos 5 mg Kapseln

Zavedos 10 mg Kapseln

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Zavedos 5 mg Kapsel

1 Kapsel enthält 5 mg Idarubicinhydrochlorid.

Zavedos 10 mg Kapsel

1 Kapsel enthält 10 mg Idarubicinhydrochlorid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel

Zavedos 5 mg Kapsel

Oberteil und Unterteil der Kapseln sind rot mit schwarzem Aufdruck „Idarubicin 5“.

Zavedos 10 mg Kapsel

Der Oberteil der Kapseln ist rot mit schwarzem Aufdruck „Idarubicin 10“, der Unterteil ist weiß.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Akute myeloische Leukämie (AML) = akute nicht lymphozytäre Leukämie (ANLL)

Zur Remissionsinduktion als Bestandteil in oralen gemilderten Kombinationstherapien bei älteren,

nicht vorbehandelten Patienten mit AML, bei denen eine intravenöse Behandlung ausgeschlossen ist.

Die intravenöse Chemotherapie stellt in der Behandlung der AML jedoch die Therapie der Wahl zur

Remissionsinduktion dar.

Zavedos Kapseln sind nicht zur palliativen Behandlung der AML bestimmt.

Mammakarzinom

Zur Behandlung von fortgeschrittenem Mammakarzinom bei Nichtansprechen auf eine Therapie der

ersten Wahl, die keine Anthracycline enthielt.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Zavedos Kapseln dürfen nur von Ärzten verordnet werden, die in der onkologischen Chemotherapie

erfahren sind.

Die Dosierung wird normalerweise auf Basis der Körperoberfläche berechnet.

Dosierung

Akute Myeloische Leukämie

Folgende Dosierung wird für Idarubicinhydrochlorid Kapseln in der Kombinationstherapie empfohlen:

15 bis 30 mg/m

Körperoberfläche täglich an 3 aufeinander folgenden Tagen

Fortgeschrittenes Mammakarzinom

Beim fortgeschrittenen Mammakarzinom werden in der Monotherapie 45 mg/m

Körperoberfläche als

Einzeldosis gegeben oder 15 mg/m

täglich an 3 aufeinander folgenden Tagen. Eine Wiederholung der

Behandlung erfolgt alle 3 oder 4 Wochen entsprechend den hämatologischen Befunden.

Eine kumulative Gesamtdosis von 400 mg/m

oralem Idarubicinhydrochlorid sollte nicht überschritten

werden.

Bei allen Dosierungsschemata sind jedoch der hämatologische Status des Patienten sowie bei

Kombinationsbehandlung die Dosierungen der anderen zytotoxischen Substanzen zu berücksichtigen.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten (über 65 Jahre)

Da mit dem Patientenalter, bedingt durch eine höhere Rate an Komorbidität, eingeschränkte

hämatopoetische Reserve und erhöhte Vulnerabilität der Organe und andere Faktoren, die

Behandlungsrisiken deutlich zunehmen, sollte Idarubicinhydrochlorid bei Patienten über 65 Jahren mit

besonderer Vorsicht angewandt werden.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Zavedos Kapseln bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor. Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen wird

deshalb nicht empfohlen.

Patienten mit Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen

Bei leichten und mäßigen Funktionsstörungen der Leber und/oder der Nieren ist eine Dosisreduktion

von Idarubicinhydrochlorid in Betracht zu ziehen (siehe dazu Abschnitt 4.4).

Bei Patienten mit schweren Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen darf Idarubicinhydrochlorid

nicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.2).

Art der Anwendung

Zum Einnehmen

Die Kapseln sind im Ganzen mit etwas Flüssigkeit zu schlucken. Sie sollen weder gelutscht noch

zerbissen oder zerkaut werden. Die Einnahme kann mit einer leichten Mahlzeit erfolgen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Anthracycline oder Anthrachinone sowie gegen

einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

schwere Nierenfunktionsstörung

schwere Leberfunktionsstörung

floride Infektionen

schwere Kardiomyopathie

akut entzündliche Myokarderkrankung

schwere myokardiale Insuffizienz (NYHA Stadium IV)

akuter Myokardinfarkt und abgelaufener Myokardinfarkt, der zu Herzinsuffizienz NYHA Stadium

III oder IV geführt hat

schwere Arrhythmien

bestehende Knochenmarkssuppression

vorhergehende Behandlung mit maximalen kumulativen Dosen von Idarubicinhydrochlorid

und/oder anderen Anthracyclinen oder Anthrachinonen (siehe Abschnitt 4.4)

hämorrhagische Diathese

Stomatitis

Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allgemein

Eine Therapie mit Zavedos sollte nur unter Überwachung eines Arztes mit entsprechender Erfahrung

in der zytotoxischen Chemotherapie verabreicht werden. Damit wird sichergestellt, dass im Falle von

schwerwiegenden Komplikationen der Krankheit oder der Behandlung (z. B. Blutung, Infektionen)

eine sofortige und wirksame Behandlung eingeleitet werden kann.

Die Patienten sollten sich von den akuten Toxizitäten einer vorhergehenden zytotoxischen Therapie (z.

B. Stomatitis, Neutropenie, Thrombozytopenie und generalisierte Infektionen) erholt haben, bevor

eine Behandlung mit Idarubicinhydrochlorid begonnen wird.

Entsprechende Maßnahmen müssen getroffen werden, um etwaige systemische Infektionen vor

Therapiebeginn zu kontrollieren.

Solange ausreichende Daten fehlen, wird die orale Anwendung von Idarubicin bei Patienten mit

Ganzkörperbestrahlung oder Knochenmarkstransplantation nicht empfohlen.

Herzfunktion

Eine Kardiotoxizität ist ein Risiko einer Behandlung mit Idarubicin, das sich mit frühzeitigen (d. h.

akuten) oder verspäteten (d. h. verzögerten) Ereignissen äußern kann.

Frühzeitige (d. h. akute) Ereignisse: Die akute Kardiotoxizität von Idarubicin besteht hauptsächlich

aus Sinustachykardie und/oder EKG-Anomalien wie etwa nicht-spezifische ST-T-Veränderungen.

Über Tachyarrhythmien, einschließlich vorzeitiger ventrikulärer Kontraktionen und ventrikulärer

Tachykardie, Bradykardie sowie AV-Block und Schenkelblock wurde ebenfalls berichtet. Diese

Effekte lassen unter normalen Umständen nicht auf die spätere Entwicklung einer verzögerten

Kardiotoxizität schließen, sind nur selten von klinischer Relevanz und sind generell kein Grund für

einen Abbruch der Therapie mit Idarubicin.

Späte (d. h. verzögerte) Ereignisse: Eine verzögerte Kardiotoxizität tritt üblicherweise spät im Verlauf

der Therapie oder innerhalb von 2 bis 3 Monaten nach Therapieende auf, es wurden aber auch spätere

Ereignisse – einige Monate oder Jahre nach Abschluss der Therapie – beschrieben. Zu den

Manifestationen einer verzögerten Kardiomyopathie zählen reduzierte linksventrikuläre

Auswurffraktion (LVEF) und/oder Zeichen und Symptome einer dekompensierten Herzinsuffizienz

wie etwa Dyspnoe, Lungenödem, abhängige Ödeme, Kardiomegalie, Hepatomegalie, Oligurie,

Aszites, Pleuraerguss und Gallopprhythmus. Subakute Wirkungen wie Perikarditis/Myokarditis

wurden ebenfalls beschrieben. Eine lebensbedrohliche Herzinsuffizienz ist die schwerste Form einer

Anthracyclin-bedingten Kardiomyopathie und stellt die kumulative dosislimitierende Toxizität von

Idarubicin dar.

Kumulative Dosislimits für intravenöses oder orales Idarubicinhydrochlorid wurden noch nicht

definiert. Allerdings wurde über eine Idarubicin-bedingte Kardiomyopathie bei 5 % der Patienten

berichtet, die kumulative intravenöse Dosen von 150 bis 290 mg/m² erhielten. Die verfügbaren Daten

für mit oralem Idarubicinhydrochlorid in kumulativen Dosen von bis zu 400 mg/m² behandelten

Patienten lassen eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine Kardiotoxizität vermuten.

Die Herzfunktion des Patienten muss vor der Behandlung überprüft und für die gesamte Dauer der

Behandlung überwacht werden, um das Risiko für das Auftreten einer schweren kardialen

Beeinträchtigung auf ein Minimum zu beschränken. Dieses Risiko kann durch regelmäßige

Überwachung der LVEF während der Behandlung reduziert werden, wobei Idarubicin bei den ersten

Zeichen einer beeinträchtigten Herzfunktion sofort abzusetzen ist. Entsprechende quantitative

Methoden für regelmäßige Kontrollen der Herzfunktion (LVEF-Bestimmung) sind Multiple Gated

Acquisition (MUGA) Scan oder Echokardiographie (ECHO). Eine Kontrolle der Herzfunktion vor

Beginn der Behandlung mit einem EKG und einem MUGA Scan oder einem ECHO wird empfohlen,

vor allem bei Patienten mit Risikofaktoren für eine erhöhte Kardiotoxizität. Wiederholte Kontrollen

der LVEF mittels MUGA oder ECHO sollten während der gesamten Behandlung durchgeführt

werden, vor allem bei höheren, kumulativen Dosen von Anthracyclinen. Es sollte immer die gleiche

Methode zur Kontrolle eingesetzt werden.

Zu den Risikofaktoren für eine Kardiotoxizität zählen eine aktive oder latente Herz-Kreislauf-

Erkrankung, eine vorhergehende oder begleitende Strahlentherapie im mediastinalen/ perikardialen

Bereich, eine vorangegangene Therapie mit Anthracyclinen oder Anthrachinonen und eine

Begleittherapie mit anderen Substanzen, die die Kontraktilität des Herzens unterdrücken können oder

mit kardiotoxischen Substanzen (z. B. Trastuzumab). Anthracycline einschließlich Idarubicin sollten

nicht in Kombination mit anderen kardiotoxisch wirkenden Substanzen angewendet werden, sofern

die Herzfunktion des Patienten nicht engmaschig überwacht wird. Bei Patienten, die nach dem

Absetzen anderer kardiotoxischer Substanzen, vor allem solchen mit einer langen Halbwertszeit wie

etwa Trastuzumab, eine Behandlung mit Anthracyclinen erhalten, könnte auch ein erhöhtes Risiko für

Kardiotoxizität bestehen. Die berichtete Halbwertszeit von Trastuzumab ist variabel. Die Substanz

kann bis zu 7 Monate im Kreislauf verbleiben. Ärzte sollten daher nach Möglichkeit eine auf

Anthracyclinen basierende Therapie für bis zu 7 Monate nach dem Absetzen von Trastuzumab

vermeiden. Falls dies nicht möglich ist, sollte die Herzfunktion der Patienten sorgfältig überwacht

werden.

Die Herzfunktion muss bei Patienten mit hohen kumulativen Dosen sowie bei Patienten mit

Risikofaktoren besonders streng überwacht werden. Eine Kardiotoxizität mit Idarubicin kann

allerdings auch bei niedrigeren kumulativen Dosen mit oder ohne Vorliegen von kardialen

Risikofaktoren auftreten.

Bei Kleinkindern und Kindern dürfte eine stärkere Empfindlichkeit für eine Anthracyclin-bedingte

kardiale Toxizität bestehen, und es ist daher eine periodische Langzeitüberwachung der Herzfunktion

durchzuführen. Es ist wahrscheinlich, dass die Toxizität von Idarubicin und anderen Anthracyclinen oder

Anthrachinonen additiv ist. Jedoch ist die orale Anwendung bei dieser Indikation für Kinder und

Jugendliche nicht vorgesehen (siehe Abschnitt 4.2).

Hämatologische Toxizität

Idarubicin ist ein potenter Hemmer des Knochenmarks. Daher führt das Verabreichen dieses

Arzneimittels in therapeutischen Dosen bei allen Patienten zu einer ausgeprägten Myelosuppression.

Eine hämatologische Kontrolle inklusive Differentialblutbild ist daher vor und während jedem

Therapiezyklus mit Idarubicin erforderlich.

Eine dosisabhängige, reversible Leukopenie und/oder Granulozytopenie (Neutropenie) ist die

vorwiegende Manifestation der hämatologischen Toxizität von Idarubicin und die häufigste akute,

dosislimitierende Toxizität dieses Arzneimittels.

Leukopenie und Neutropenie sind normalerweise schwer; Thrombozytopenie und Anämie können

ebenfalls auftreten. Neutrophile und Blutplättchen erreichen ihren niedrigsten Wert (Nadir) zumeist 10

bis 14 Tage nach der Verabreichung; die Zellzahlen gehen allerdings während der dritten Woche

wieder auf Normalwerte zurück. In der Phase schwerer Myelosuppression wurden Todesfälle

aufgrund von Infektionen und/oder Blutungen berichtet. Zu den klinischen Folgen einer schweren

Myelosuppression zählen Fieber, Infektionen, Sepsis/Septikämie, septischer Schock, Blutungen,

Gewebehypoxie oder Tod.

Beim Auftreten einer febrilen Neutropenie wird die Anwendung eines intravenösen Antibiotikums

empfohlen. Die Möglichkeit einer raschen und wirkungsvollen Behandlung schwerer hämorrhagischer

Zustände und/oder einer schweren Infektion muss gegeben sein.

Sekundäre Leukämie

Eine sekundäre Leukämie mit oder ohne präleukämische Phase wurde bei mit Anthracyclinen,

einschließlich Idarubicin, behandelten Patienten beschrieben. Eine sekundäre Leukämie tritt häufiger

auf, wenn solche Arzneimittel in Kombination mit DNA-schädigenden antineoplastischen Therapien

verabreicht werden, wenn Patienten eine massive Vorbehandlung mit Zytotoxika erhalten haben oder

wenn die Dosierungen von Anthracyclinen erhöht wurden. Solche Leukämien haben eine Latenzphase

von 1 bis 3 Jahren.

Verdauungstrakt

Idarubicin kann Erbrechen verursachen. Eine Mukositis (vor allem Stomatitis, weniger häufig

Ösophagitis) tritt im Allgemeinen frühzeitig nach der Verabreichung von Idarubicin auf und kann in

schwerer Verlaufsform innerhalb weniger Tage zu Schleimhautulzerationen fortschreiten. In den

meisten Fällen erholen sich die Patienten von dieser Nebenwirkung bis zur 3. Therapiewoche.

Gelegentlich wurden schwerwiegende gastrointestinale Ereignisse (etwa Perforationen oder

Blutungen) bei mit oralem Idarubicin behandelten Patienten beschrieben, die eine akute Leukämie

bzw. in der Anamnese andere Krankheiten hatten oder mit Arzneimittel behandelt wurden, die

bekanntermaßen zu gastrointestinalen Komplikationen führen können. Bei Patienten mit aktiven

gastrointestinalen Erkrankungen mit einem erhöhten Risiko für eine Blutung und/oder Perforation

muss der behandelnde Arzt den Nutzen von oralem Idarubicin gegen die möglichen Risiken abwägen.

Leber- und Nierenfunktion

Da eine Störung der Leber- und/oder Nierenfunktion die Disposition von Idarubicin beeinflussen

kann, sollten Leber- und Nierenfunktion mit den üblichen klinischen Laboruntersuchungen (unter

Verwendung von Serumbilirubin und Serumkreatinin als Indikatoren) vor und während der

Behandlung überprüft werden. Bei einer Anzahl von klinischen Phase III - Studien war eine

Behandlung kontraindiziert, wenn die Serumspiegel von Bilirubin und/oder Kreatinin 2 mg/dl

überschritten. Bei anderen Anthracyclinen erfolgt im Allgemeinen eine 50 %ige Dosisreduktion, wenn

die Werte für Bilirubin zwischen 1,2 und 2,0 mg/dl liegen.

Tumorlyse-Syndrom

Idarubicin kann in Folge des umfassenden Purin-Katabolismus, der eine rasche Lyse von

neoplastischen Zellen begleitet (Tumorlyse-Syndrom), eine Hyperurikäme auslösen.

Blutharnsäurewerte, Kalium, Phosphat und Kreatinin (↑) aber auch Calcium (↓) sollten nach der

initialen Behandlung untersucht werden. Entsprechende Hydratation, Harnalkalisierung und eine

Prophylaxe mit Allopurinol zur Vermeidung einer Hyperurikämie können das Risiko für mögliche

Komplikationen eines Tumorlyse-Syndroms minimieren.

Immunsuppressive Wirkungen/verstärkte Anfälligkeit für Infektionen

Die Verabreichung von lebend-attenuierten Impfstoffen (wie etwa gegen Gelbfieber) bei Patienten mit

einer Immunbeeinträchtigung durch eine Chemotherapie, einschließlich Idarubicin, kann zu

schwerwiegenden oder potenziell letalen Infektionen führen. Impfungen mit einem Lebendimpfstoff sind

daher bei Patienten unter Behandlung mit Idarubicin zu vermeiden. Tot- oder inaktivierte Impfstoffe

können verabreicht werden, allerdings kann das Ansprechen auf solche Impfstoffe reduziert sein.

Fortpflanzungssystem

Mit Idarubicin behandelte Männer sollten während der Therapie entsprechende kontrazeptive

Maßnahmen ergreifen und aufgrund der Möglichkeit einer irreversiblen Infertilität in Folge der

Therapie bei Wunsch und Möglichkeit eine Beratung zur Spermakonservierung einholen.

Frauen sollten während der Behandlung mit Idarubicin nicht schwanger werden. Patientinnen im

gebärfähigen Alter sollten eine wirksame Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitt 4.6).

Sonstiges

Wie bei anderen Zytostatika wurde auch unter der Anwendung von Idarubicin das Auftreten von

Thrombophlebitis und thromboembolischen Ereignissen einschließlich einer Lungenembolie

beschrieben.

Patienten sind darauf hinzuweisen, dass die Substanz 1 bis 2 Tage nach der Anwendung zu einer

rötlichen Verfärbung des Urins führen kann.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Idarubicin ist ein potenter Hemmer des Knochenmarks. Von einer kombinierten Chemotherapie mit

Substanzen ähnlicher Wirkung ist eine additive Toxizität, vor allem hinsichtlich der myelo-

suppressiven Wirkung zu erwarten (siehe Abschnitt 4.4). Eine Anwendung von Idarubicin in einer

kombinierten Chemotherapie mit anderen potenziell kardiotoxischen Substanzen sowie eine

gleichzeitige Anwendung von kardioaktiven Substanzen (z. B. Calciumantagonisten) machen eine

Überwachung der Herzfunktion für die gesamte Behandlungsdauer erforderlich.

Anthrazykline, einschließlich Idarubicin, sollten nur dann in Kombination mit kardiotoxischen

Substanzen angewendet werden, wenn die Herzfunktion des Patienten engmaschig überwacht wird.

Bei Patienten, die Anthrazykline nach Beendigung einer Behandlung mit anderen kardiotoxischen

Mitteln, insbesondere solchen mit einer langen Halbwertzeit, wie etwa Trastuzumab, erhalten, kann

ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Kardiotoxizität bestehen (siehe Abschnitt 4.4).

Veränderungen der Leber- oder Nierenfunktion durch gleichzeitig verabreichte Therapien könnten den

Metabolismus, die Pharmakokinetik und die therapeutische Wirksamkeit und/oder die Toxizität von

Idarubicin beeinflussen (siehe Abschnitt 4.4).

Bei Anwendung einer Strahlentherapie gleichzeitig oder innerhalb von 2 - 3 Wochen vor der Behandlung

mit Idarubicin kann sich eine additive myelosuppressive Wirkung und Kardiotoxizität einstellen.

Die Verabreichung von lebend-attenuierten Impfstoffen (z. B. gegen Gelbfieber) wird wegen des

Risikos einer potentiell letalen systemischen Erkrankung nicht empfohlen. Bei Patienten, die bereits

durch ihre Grundkrankheit immunsupprimiert sind, ist dieses Risiko zusätzlich erhöht.

Ein inaktivierter Impfstoff sollte verwendet werden, so verfügbar, allerdings kann das Ansprechen auf

solche Impfstoffe reduziert sein.

Bei Kombination von oralen Antikoagulantien mit einer Chemotherapie gegen Krebs werden

häufigere Kontrollen der INR (International Normalised Ratio) empfohlen, da das Risiko für eine

Wechselwirkung nicht ausgeschlossen werden kann.

Ciclosporin A: Bei gleichzeitiger Anwendung von Ciclosporin A als Einzelwirkstoff zur

Chemosensibilisierung bei Patienten mit akuter Leukämie erhöhten sich die AUCs von Idarubicin und

Idarubicinol (um das 1,78-fache bzw. das 2,46-fache). Die klinische Relevanz dieser Wechselwirkung

ist nicht bekannt. Es könnte bei einigen Patienten eine Dosisanpassung erforderlich sein.

Nahrungsmittel scheinen die Idarubicinresorption nicht zu beeinflussen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schädigung der Fertilität

Idarubicin kann die Chromosomen in menschlichen Spermatozoen schädigen. Deshalb sollten Männer

während der Behandlung und bis zu 3 Monate danach kontrazeptive Maßnahmen ergreifen (siehe

Abschnitt 4.4). Bei Kinderwunsch wird vor Therapiebeginn eine Beratung bezüglich

Spermakonservierung empfohlen.

Es liegen keine Daten zur Wirkung von Idarubicin auf die weibliche Fruchtbarkeit vor. Bei Tieren

wurden schädigende Wirkungen von Idarubicin beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).

Schwangerschaft

Das embryotoxische Potential von Idarubicin konnte in In-vitro- und In-vivo-Studien gezeigt werden.

Es gibt jedoch keine adäquaten und kontrollierten Studien an schwangeren Frauen. Frauen, die

schwanger werden könnten, müssen darauf hingewiesen werden, während und bis zu 6 Monate nach

der Behandlung nicht schwanger zu werden und, nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt,

entsprechende kontrazeptive Maßnahmen zu ergreifen.

Idarubicin sollte während der Schwangerschaft nur dann eingesetzt werden, wenn der potenzielle

Nutzen das potenzielle Risiko für den Fetus überwiegt. Patienten sind darauf hinzuweisen, dass eine

potenzielle Gefährdung für den Fötus besteht.

Wenn nach Abschluss der Therapie ein Kinderwunsch besteht, sollte zunächst unbedingt eine

genetische Beratung erfolgen, so geeignet und verfügbar.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Idarubicin oder seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Mütter

dürfen während einer Chemotherapie mit Idarubicin nicht stillen (siehe Abschnitt 4.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Auswirkungen von Idarubicin auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen wurden nicht systematisch untersucht, es besteht jedoch die Möglichkeit einer

diesbezüglichen Beeinträchtigung, besonders bei geschwächten Patienten.

4.8

Nebenwirkungen

Schwere Myelosuppression und Kardiotoxizität stellen die beiden wesentlichsten Nebenwirkungen

dar. Als Folge einer Myelosuppression können Hämorrhagie, Fieber, Infektion, Sepsis/septischer

Schock und Gewebshypoxie auftreten, die zum Tod führen können.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden in Verbindung mit einer Therapie mit Idarubicin beschrieben,

wobei den Häufigkeitsangaben folgende Kategorien zugrunde gelegt werden:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Sehr häufig:

Infektion

Gelegentlich:

Sepsis/Septikämie

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschließl. Zysten und Polypen)

Gelegentlich:

sekundäre Leukämie (akute myeloische Leukämie und myelodysplastisches Syndrom)

Erkrankungen des Bluts und des Lymphsystems

Sehr häufig:

Thrombozytopenie, schwere Leukopenie und Neutropenie, Anämie

Nicht bekannt:

Panzytopenie

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten:

Anaphylaxie

Endokrine Erkrankungen

Sehr häufig:

Anorexie

Gelegentlich:

Dehydratation

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich:

Hyperurikämie

Nicht bekannt:

Tumorlyse-Syndrom

Erkrankungen des Nervensystems

Selten:

Hirnblutungen

Herzerkrankungen

Häufig:

dekompensierte Herzinsuffizienz, Bradykardie, Sinustachykardie, Tachyarrhythmien,

asymptomatische Reduktion der linksventrikulären Ejektionsfraktion, Kardiomyopathie

(Zeichen und Symptome siehe Abschnitt 4.4)

Gelegentlich:

Myokardinfarkt, EKG-Anomalien (z. B. unspezifische ST-Streckenänderungen)

Sehr selten:

Perikarditis, Myokarditis, AV-Block, Schenkelblock

Nicht bekannt:

verzögerte Kardiotoxizität (siehe Abschnitt 4.4)

Gefäßerkrankungen

Häufig:

Blutung

Gelegentlich:

Schock

Sehr selten:

Thromboembolie, Hitzewallung (Flush)

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Übelkeit, Erbrechen, Mukositis/Stomatitis, Diarrhoe, abdominale Schmerzen oder

Gefühl des Brennens

Häufig:

gastrointestinale Blutungen, Bauchschmerzen

Gelegentlich:

Ösophagitis, Colitis (einschließlich schwerer Enterocolitis oder neutropenischer

Colitis mit Perforation)

Sehr selten:

Erosionen/Ulzerationen des Magens

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig:

Erhöhung der Leberenzyme und des Bilirubins

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig:

Alopezie (in der Regel reversibel)

Häufig:

Hautausschlag, Pruritus, Überempfindlichkeit nach Bestrahlung (sogenannte

„Radiation-Recall-Reaktion“)

Gelegentlich:

Urtikaria, Hyperpigmentierung von Haut und Nägel, Zellulitis

(kann schwer sein),

Gewebsnekrose

Sehr selten:

akrales Erythem

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr häufig:

Rotfärbung des Harns für 1 - 2 Tage nach der Verabreichung

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig:

Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Hämatopoetisches System

Eine ausgeprägte Myelosuppression stellt die schwerwiegendste Nebenwirkung der Behandlung mit

Idarubicin dar. Diese ist allerdings für die Eradikation leukämischer Zellen erforderlich (siehe

Abschnitt 4.4).

Kardiotoxizität

Eine lebensbedrohliche dekompensierte Herzinsuffizienz ist die schwerste Form einer Anthracyclin-

bedingten Kardiomyopathie und stellt die kumulative dosislimitierende Toxizität des Arzneimittels dar

(siehe Abschnitt 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 Wien

Österreich

Fax: +43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9

Überdosierung

Obwohl die Abpackung als Einzeldosis erfolgt, um das Risiko einer Überdosierung zu minimieren,

und obwohl keine Daten über eine Überdosierung vorliegen, ist im Bedarfsfall so rasch wie möglich

eine Magenspülung durchzuführen.

Patienten, die mit oralem Idarubicin behandelt werden, sind im Hinblick auf mögliche gastro-

intestinale Blutungen oder schwere Schleimhautschädigungen zu beobachten.

Es ist zu erwarten, dass sehr hohe Idarubicin-Dosen innerhalb von 24 Stunden eine akute myokardiale

Toxizität und innerhalb von ein bis zwei Wochen eine schwere Myelosuppression verursachen.

Ein spät auftretendes Herzversagen wurde mit Anthracyclinen bis einige Monate nach der

Überdosierung beobachtet.

Die Patienten sollten daher sorgfältig überwacht werden und beim Auftreten von ersten Anzeichen

einer Herzschädigung nach konventionellen Methoden behandelt werden.

Studien zur Dialysierbarkeit wurden nicht durchgeführt; aufgrund der pharmakokinetischen Parameter

scheint eine Peritoneal- oder Hämodialyse nicht zielführend zu sein.

Geeignete Einrichtungen zur Überwachung und Behandlung des durch die Toxizität der Substanz

gefährdeten Patienten sollten vorhanden sein.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, Anthracycline und verwandte Substanzen

ATC-Code: L01DB06

Idarubicin ist ein DNA interkalierendes Anthracyclin, das die Topoisomerase II beeinflusst und die

Nukleinsäuresynthese hemmt.

Die Modifikation in Position 4 der Anthracyclinstruktur verleiht der Verbindung hohe Lipophilie,

wodurch es im Vergleich zu Doxorubicin und Daunorubicin zu erhöhter zellulärer Aufnahme kommt.

Idarubicin ist stärker wirksam als Daunorubicin und hat sich als oral und intravenös wirksame

Substanz gegen Leukämien und Lymphome bei Mäusen und Ratten erwiesen.

In vitro Studien an anthracyclinresistenten Zellen bei Mensch und Maus haben eine niedrigere Kreuz-

resistenz für Idarubicin im Vergleich zu Doxorubicin und Daunorubicin gezeigt. Der Hauptmetabolit

Idarubicinol zeigte in experimentellen Studien sowohl in vitro als auch in vivo antitumorale Aktivität.

Bei der Ratte ist Idarubicinol in gleicher Dosierung wie die Muttersubstanz deutlich weniger

kardiotoxisch als Idarubicin.

In klinischen Studien der Phase II an Patientinnen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom zeigte

Idarubicin per os eine Responderrate von über 20 %.

Vergleichende klinische Studien zwischen oralem und intravenösem Idarubicin liegen derzeit nicht vor.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Bei Erwachsenen wurde Idarubicin nach oraler Anwendung von 10 bis 60 mg/m² rasch resorbiert, und

maximale Plasmaspiegel von 4 - 12,65 ng/ml wurden innerhalb von 1 bis 4 Stunden nach der

Anwendung erreicht. Die terminale Halbwertszeit betrug 12,7 ± 6,0 h (Mittelwert ±

Standardabweichung). Nach intravenöser Applikation von Idarubicin bei Erwachsenen betrug die

terminale Halbwertszeit 13,9 ± 5,9 h und war damit ähnlich jener nach oraler Anwendung. Es findet

eine ausgeprägte Metabolisierung zum aktiven Metaboliten Idarubicinol statt, der langsamer eliminiert

wird (Plasmahalbwertszeit 33 - 60 h).

Die Substanz wird hauptsächlich über die Galle ausgeschieden, vorwiegend in Form von Idarubicinol.

Im Urin erscheinen 1 - 2 % der verabreichten Dosis als unveränderte Substanz und bis zu 4,6 % in

Form von Idarubicinol.

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