Treosulfan Tillomed 5 g Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-11-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-11-2020

Wirkstoff:
Treosulfan
Verfügbar ab:
TILLOMED PHARMA GmbH - Zweigniederlassung - (8189379)
ATC-Code:
L01AB02
INN (Internationale Bezeichnung):
Treosulfan
Darreichungsform:
Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
Zusammensetzung:
Treosulfan (21396) 5 Gramm
Verabreichungsweg:
intravenöse Anwendung
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
99466.00.00
Berechtigungsdatum:
2018-06-05

Lesen Sie das vollständige Dokument

PACKUNGSBEILAGE

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Treosulfan Tillomed 5 g Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Treosulfan

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Ihnen dieses

Arzneimittel verabreicht wird, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1.

Was ist Treosulfan Tillomed und wofür wird es angewendet?

2.

Was sollten Sie vor der Verabreichung von Treosulfan Tillomed beachten?

3.

Wie ist Treosulfan Tillomed anzuwenden?

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5.

Wie ist Treosulfan Tillomed aufzubewahren?

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Treosulfan Tillomed und wofür wird es angewendet?

Treosulfan Tillomed enthält der Wirkstoff Treosulfan. Treosulfan gehört zur Gruppe der

sogenannten Alkylanzien. Diese Arzneimittel hemmen das Wachstum von Krebszellen.

Treosulfan Tillomed wurde Ihnen von Ihrem Arzt zur Behandlung von fortgeschrittenem

Eierstockkrebs nach mindestens einer vorrangigen Standardtherapie verordnet.

2.

Was sollten Sie vor der Verabreichung von Treosulfan Tillomed beachten?

Treosulfan Tillomed darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Treosulfan sind,

wenn Sie nicht genug Blutzellen haben (schwere Knochenmarkdepression).

Vor jeder Anwendung werden Bluttests gemacht, um zu kontrollieren, ob Sie genug

Blutzellen haben, damit Sie Treosulfan Tillomed erhalten können.

wenn Sie stillen

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie

Treosulfan Tillomed anwenden,

wenn eine Lungenentzündung auftritt, die Atemnot verursacht (allergische Alveolitis

oder Lungenfibrose). In diesem Fall muss die Behandlung mit Treosulfan Tillomed

abgebrochen werden.

Achten Sie auf Folgendes bei der Anwendung von Treosulfan Tillomed:

Das Risiko bestimmter Infektionsarten ist erhöht.

Nach einer Langzeitbehandlung können verschiedene Arten von Blutkrebs

auftreten.

Da Treosulfan über die Nieren ausgeschieden wird, muss Ihr Blutbild sorgfältig

überwacht und Ihre Dosis bei einer Nierenfunktionsstörung entsprechend

angepasst werden.

Die Behandlung mit Krebsmedikamenten kann nach bestimmten Impfungen das

Risiko von überall im Körper entstehenden Infektionen erhöhen. Daher sollten Sie

keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen erhalten.

Aufgrund des möglichen Auftretens einer Blasenentzündung, die mit Schmerzen

oder häufigerem Harndrang, mit oder ohne Blut im Urin (hämorrhagische

Zystitis), einhergeht, sollten Sie bis zu 24 Stunden nach Ihrer Behandlung mit

Treosulfan mehr Flüssigkeit als üblich trinken.

Wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, müssen Sie auch während der Therapie

und in den ersten sechs Monaten nach der Therapie eine wirksame Verhütungsmethode, d.

h. eine Empfängnisverhütung anwenden

(siehe Abschnitt Schwangerschaft und Stillzeit)

Anwendung von Treosulfan Tillomed zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal, wenn Sie andere

Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.

Bei gleichzeitiger Gabe von Treosulfan Tillomed kann es zu einer

Wirkungsabschwächung von Arzneimitteln kommen, die die Wirkstoffe

Ibuprofen/ Chloroquin enthalten.

Schwangerschaft und Stillzeit

Treosulfan Tillomed darf nicht angewendet werden, wenn Sie schwanger sind oder stillen.

Während der Behandlung sowie in den ersten sechs Monaten nach der Behandlung

müssen Sie zudem eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels

Ihren Arzt um Rat. Für die Anwendung von Treosulfan Tillomed 5 g Pulver zur

Herstellung einer Infusionslösung bei schwangeren und stillenden Frauen liegen keine

oder nur begrenzte Daten vor.

Schwangerschaft

Da eine Schädigung des Fötus nicht ausgeschlossen werden kann, darf Treosulfan

Tillomed 5 g Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung während der Schwangerschaft

nicht angewendet werden, es sei denn, Ihr Arzt hält dies für unbedingt erforderlich.

Während der Behandlung mit Treosulfan Tillomed 5 g Pulver zur Herstellung einer

Infusionslösung dürfen Sie nicht schwanger werden.

Wenn Sie während der Behandlung mit Treosulfan Tillomed 5 g Pulver zur Herstellung

einer Infusionslösung schwanger werden, müssen Sie Ihren Arzt unverzüglich

informieren.

Empfängnisverhütung bei Frauen

Während der Behandlung und für die ersten sechs Monate nach der Behandlung mit

Treosulfan Tillomed 5 g Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung müssen Sie

geeignete Verhütungsmittel anwenden, wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind.

Stillzeit

Da eine mögliche Übertragung der Substanz in die Muttermilch nicht ausgeschlossen

werden kann, dürfen Sie während der Behandlung mit Treosulfan Tillomed 5 g Pulver zur

Herstellung einer Infusionslösung nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Wenn Übelkeit oder Erbrechen auftreten, kann Ihre Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein. Fahren Sie in diesem Fall nicht Auto

und bedienen Sie keine Maschinen.

3.

Wie ist Treosulfan Tillomed anzuwenden?

Treosulfan Tillomed wird Ihnen von einem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal in

Form einer intravenösen Infusion (Einträufeln in eine Vene) über einen Zeitraum von 15

bis 30 Minuten gegeben. Die Dosis wird von Ihrem Arzt speziell für Sie festgelegt.

Ihr Arzt berechnet Ihre erforderliche Dosis von Treosulfan Tillomed ausgehend von Ihrem

Blutbild. Ihr Arzt wird die Dosis verringern, wenn Sie ein anderes Krebsmedikament oder

eine Strahlentherapie erhalten haben. Ihre Dosis hängt zudem von Ihrer Körpergröße ab

und variiert je nach Ihrer Körperoberfläche (KOF).

Während der Behandlung mit Treosulfan Tillomed erfolgt die Gabe als Infusion

normalerweise im Abstand von 3 bis 4 Wochen. Im Allgemeinen werden

6 Behandlungszyklen gegeben.

Ihr Arzt kann die Dosis und Häufigkeit Ihrer Behandlung je nach den Ergebnissen Ihrer

Bluttests, Ihrem Allgemeinzustand und anderen Behandlungen, die Sie erhalten, sowie

Ihrem Ansprechen auf die Behandlung mit Treosulfan Tillomed ändern. Wenn Sie Fragen

zu Ihrer Behandlung haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal.

Wenn Sie Schmerzen an der Injektionsstelle spüren, informieren Sie bitte sofort Ihren

Arzt oder das medizinische Fachpersonal.

Anwendung bei Kindern

Dieses Arzneimittel ist nicht zur Anwendung bei Kindern empfohlen.

Wenn Ihnen eine größere Menge Treosulfan Tillomed verabreicht wird, als Sie

erhalten sollten

Wenn Sie eine zu große Menge dieses Arzneimittels erhalten haben, können Übelkeit oder

ein Abfall Ihrer Blutzellzahl auftreten. Ihr Arzt gibt Ihnen möglicherweise eine

Bluttransfusion und leitet je nach Bedarf andere Maßnahmen ein.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber

nicht bei jedem auftreten müssen. Ihr Arzt wird darüber mit Ihnen sprechen und Ihnen die

Risiken und Vorteile Ihrer Behandlung erklären.

Informieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal,

wenn Folgendes bei Ihnen auftritt:

Allergische Reaktionen

[Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)]

Juckreiz, Ausschlag, Schwellungen des Gesichts, der Lippen, Zunge und/oder des

Halses, die Schluck- oder Atembeschwerden verursachen, oder Blutdruckabfall.

Fieber oder Infektion

[Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten

betreffen)]

: Körpertemperatur von 38 °C oder höher, Schwitzen oder andere

Anzeichen einer Infektion (kann auf eine verringerte Anzahl der weißen

Blutkörperchen hinweisen).

Schwäche

[Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)]

, Atemnot

oder Blässe (kann auf eine verringerte Anzahl der roten Blutkörperchen hinweisen).

Bluten

[Sehr häufig

(kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)]

aus dem

Zahnfleisch, dem Mund oder der Nase oder plötzliche Blutergüsse (kann auf eine

verringerte Anzahl der Blutplättchen hinweisen).

Atembeschwerden

[Sehr selten

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)]

(kann auf eine allergische Reaktion, Lungenentzündung oder -infektion hinweisen).

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Magenbeschwerden, einschließlich Übelkeit mit oder ohne Erbrechen.

Leichter Haarausfall. Nach Ihrer Behandlung sollte sich der Haarwuchs wieder

normalisieren.

Bronzefärbung der Haut.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Infektionen durch Pilze, Viren oder Bakterien.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Verschiedene Arten von Blutkrebs (nach einer Langzeitbehandlung).

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Schwere Infektion, die überall im Körper auftreten kann (Sepsis)

Addisonsche Krankheit (Unterfunktion der Nebennierendrüsen): führt zu

bronzefarbener Haut, Magenbeschwerden, niedrigem Blutdruck (Ohnmachtsgefühl)

und allgemeinem Schwächegefühl.

Schwitzen, Zittern und Hungergefühl infolge eines Abfalls des Blutzuckerspiegels

(Hypoglykämie).

Missempfindungen wie Kribbeln und Stechen sowie Taubheitsgefühl (Parästhesie).

Geschwächter Herzmuskel durch eine strukturelle Veränderung (Kardiomyopathie).

Nesselausschlag oder Ausschlag mit Juckreiz; Entzündungen der Haut mit oder ohne

Abschuppung (Sklerodermie und Schuppenflechte), Rötung der Haut (Erythem).

Blasenentzündung mit Schmerzen oder häufigerem Harndrang, mit oder ohne Blut im

Urin (hämorrhagische Zystitis).

Unwohlsein (grippeähnliche Symptome).

Schmerzhafte Rötung oder Schwellung an der Injektionsstelle (bei Austreten von

Treosulfanlösung in umliegendes Gewebe).

Wenden Sie bitte sofort an Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal wenn die oben

genannten Symptome bei Ihnen festgestellt wurden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu

beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur

Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Treosulfan Tillomed aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett der Durchstechflasche und dem

Umkarton nach „Verwendbar bis" angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Das rekonstituierte Produkt nicht im Kühlschrank (2-8 °C) lagern, da dies zu einer

Ausfällung führen kann. Lösungen mit Anzeichen einer Ausfällung dürfen nicht

verwendet werden.

Nicht im Kühlschrank lagern.

Die chemische und die physikalische Anbruchstabilität wurde über 12 Stunden bei 30 °C

nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht ist das Produkt sofort zu verwenden, es sei

denn, das Rekonstitutionsverfahren schließt das Risiko einer mikrobiellen Kontamination

aus. Falls das Produkt nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Lagerzeit bei

Gebrauch und Lagerbedingungen verantwortlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden.

Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Treosulfan Tillomed enthält

Der Wirkstoff ist: Treosulfan. Jede Durchstechflasche enthält 5 g Treosulfan.

Nach der Rekonstitution enthält 1 ml Lösung 50 mg Treosulfan.

Wie Treosulfan Tillomed aussieht und Inhalt der Packung

Treosulfan Tillomed ist ein weißer, kristalliner Kuchen bzw. ein weißes Pulver und in

farblosen Durchstechflaschen aus Glas mit je 5 g Treosulfan erhältlich.

Vor der Verabreichung wird das Trockenpulver mit Wasser für Injektionszwecke in der

Durchstechflasche vermischt, um eine Lösung zu bilden.

Treosulfan Tillomed ist in Packungen zu 1 Durchstechflasche bzw. 5 Durchstechflaschen

pro Umkarton erhältlich.

Die Durchstechflaschen können mit Plastik-Schrumpfschläuchen / -boden (Puck)

versehen werden oder nicht. Diese Kunststoffhülle kommt nicht in Kontakt mit dem

Wirkstoff und bietet zusätzlichen Schutz während des Transports. Dies verbessert die

sichere Handhabung des Arzneimittels durch medizinisches Fachpersonal und

pharmazeutisches Personal.

Pharmazeutischer Unternehmer

Tillomed Pharma GmbH

Mittelstraße 5/5a

12529, Schönefeld

Deutschland

Hersteller

Emcure Pharma UK Limited

Basepoint Business Centre

110 Butterfield

Great Marlings

Luton

LU2 8DL

Vereinigtes Königreich

MIAS Pharma Limited

Suite 2, Stafford House, Strand Road

Portmarnock, Co. Dublin

Irland

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes

(EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Vereinigtes Königreich

Treosulfan 5 g powder for solution for infusion

Deutschland

Treosulfan Tillomed 5 g Pulver zur Herstellung einer

Infusionslösung

Frankreich

Treosulfan Tillomed 5 g poudre pour solution pour perfusion

Italien

Treosulfan Tillomed

Spanien

Treosulfano Tillomed 5 g polvo para solución para perfusión

Austria

Treosulfan Tillomed 5g Pulver zur Herstellung einer

Infusionslösung

Czech Republic

Treosulfan Tillomed

Greece

Treosulfan Tillomed 5g κόνις για διάλυμα προς έγχυση

Poland

Treosulfan Tillomed

Romania

Treosulfan Tillomed 5g Pulbere pentru soluţie perfuzabilă

Denmark

Treosulfan Tillomed

Finland

Treosulfan Tillomed infuusiokuiva-aine liuosta varten 5g

Norway

Treosulfan Tillomed 5g Pulver til infusjonsvæske, oppløsning

Sweden

Treosulfan Tillomed 5g Pulver till infusionsvätska, lösning

Belgium

Treosulfan Tillomed 5g Poeder voor oplossing voor infusie

Treosulfan Tillomed 5g poudre pour solution pour perfusion

Treosulfan Tillomed 5g Pulver zur Herstellung einer

Infusionslösung

Ireland

Treosulfan Tillomed 5g powder for solution for infusion

Netherlands

Treosulfan Tillomed 5g Poeder voor oplossing voor infusie

Portugal

Treossulfano Tillomed 5g pó para solução para perfusão

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im 10.2020

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Informationen für medizinisches Fachpersonal

Nur zur einmaligen Anwendung.

Richtlinien zur sicheren Handhabung von antineoplastischen Mitteln:

Die Rekonstitution des Arzneimittels muss von qualifiziertem Personal durchgeführt

werden.

Die Rekonstitution sollte an einem speziell dafür vorgesehenen Platz durchgeführt

werden.

Geeignete Schutzhandschuhe, Schutzmasken und Schutzkleidung sind zu tragen.

Entsprechende Vorsichtsmaßnahmen sind zu ergreifen, um zu vermeiden, dass das

Arzneimittel versehentlich in die Augen gelangt. Im Falle eines Kontaktes der Lösung mit

der Haut oder den Augen den betroffenen Bereich mit reichlich Wasser oder

physiologischer Kochsalzlösung spülen. Zur Behandlung von vorübergehendem Brennen

auf der Haut kann eine milde Creme verwendet werden. Bei Kontakt mit den Augen ist

ein Arzt zu konsultieren.

Zytostatika sollten nicht von schwangerem Personal gehandhabt werden.

Bei der Entsorgung von Spritzen, Kanülen und anderen Gegenständen, die zur

Rekonstitution von Zytostatika verwendet werden, sind entsprechende Sorgfalt und

Vorsichtsmaßnahmen anzuwenden.

Die Arbeitsfläche sollte mit einem Einweg-Saugpapier mit Kunststoffunterschicht bedeckt

werden.

Verwenden Sie bei allen Spritzen und Infusionssets Luer-Lock-Anschlüsse. Es werden

großlumige Kanülen empfohlen, um den Druck und eine mögliche Aerosolbildung zu

minimieren. Aerosolbildung lässt sich auch durch die Anwendung einer

Entlüftungskanüle minimieren.

Anleitung zur Rekonstitution von Treosulfan Tillomed

Beachten Sie Folgendes, um Löslichkeitsprobleme bei der Rekonstitution zu vermeiden:

Das Lösungsmittel, Wasser für Injektionszwecke, auf 25-30 °C (nicht höher) in einem

Wasserbad erwärmen.

Treosulfan durch Schütteln der Infusions-Durchstechflasche vorsichtig von der

Innenfläche lösen.

Dieser Vorgang ist äußerst wichtig, da sich feuchtes Pulver an die Innenfläche heften

kann, was zu Verklumpung führen kann. Bei einer Verklumpung Durchstechflasche lange

und kräftig schütteln.

Ein Ende der doppelseitigen Kanüle wird in den Gummistopfen der Wasser-

Durchstechflasche eingeführt. Dann wird die Durchstechflasche mit Treosulfan mit der

Unterseite nach oben auf das andere Ende der Kanüle gesetzt.

Diese Anordnung wird anschließend umgedreht, um das Wasser in die untere

Durchstechflasche laufen zu lassen, wobei diese Durchstechflasche vorsichtig geschüttelt

wird.

Der nach dieser Anleitung durchgeführte Rekonstitutionsvorgang sollte nicht länger als

zwei Minuten dauern. Die folgende Abbildung veranschaulicht den

Rekonstitutionsvorgang.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Treosulfan Tillomed 5 g Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Durchstechflasche enthält 5 g Treosulfan.

Nach der Rekonstitution enthält 1 ml Lösung 50 mg Treosulfan.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung.

Weißer, kristalliner Kuchen bzw. Pulver.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1.

Anwendungsgebiete

Treosulfan wird angewendet bei der palliativen Behandlung des fortgeschrittenen epithelialen

Ovarialkarzinoms nach mindestens einer Standardbehandlung.

4.2.

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

In der Monotherapie gilt eine Dosierung von 5-8 g Treosulfan/m².

Bei Patientinnen mit Risikofaktoren (Vorbehandlung mit myelosuppressiven Medikamenten,

Strahlentherapie, reduzierter Leistungsstatus) sollte die Dosis auf 6 g Treosulfan/m² oder

niedriger reduziert werden.

Die Therapiekurse sollten in 3-4wöchigen Abständen wiederholt werden.

In Kombination mit Cisplatin gilt eine Dosierung von 5 g Treosulfan/m², wobei die

Behandlungszyklen alle 3-4 Wochen wiederholt werden.

Behandlungsdauer

Im Allgemeinen werden 6 Behandlungszyklen mit Treosulfan gegeben.

Bei progressiver Erkrankung und/oder Auftreten nicht mehr tolerierbarer unerwünschter

Ereignisse muss die Behandlung abgesetzt werden.

Dosismodifikation

Kommt es nach Gabe von Treosulfan zum Abfall der Leukozytenzahl unter 1.000/μl und/oder

der Thrombozytenzahl unter 25.000/μl, muss die nächste Dosis um 1 g Treosulfan/m²

reduziert werden.

Ist die Leukozytenzahl nach drei Wochen noch unter 3.500/μl oder die Thrombozytenzahl

unter 100.000/μl, sollte die Behandlung nicht gegeben werden. Nach einer Woche sollte das

Blutbild erneut kontrolliert werden, und bei zufriedenstellenden hämatologischen Werten

kann die Behandlung wiederaufgenommen werden.

Sind die Werte danach noch immer unverändert, muss die Treosulfan-Dosis auf 6 g

Treosulfan/m² in der Monotherapie und auf 3 g Treosulfan/ m² in der Kombination mit

Cisplatin reduziert werden.

Kommt es während der Behandlung nicht zum Abfall der Leukozytenzahl unter 3.500/μl

und/oder der Thrombozytenzahl unter 100.000/μl, kann die Dosis im nächsten

Behandlungszyklus um 1 g Treosulfan/m² erhöht werden.

Ältere Patienten und Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion

Treosulfan wird über die Nieren ausgeschieden. Bei älteren Patienten und Patienten mit

beeinträchtigter Nierenfunktion sind eine sorgfältige Überwachung des Blutbildes sowie eine

entsprechende Dosisanpassung erforderlich.

Kinder und Jugendliche

Treosulfan ist nicht zur Anwendung bei Kindern empfohlen.

Art der Anwendung

Treosulfan Tillomed wird als intravenöse Infusion über 15 bis 30 Minuten verabreicht.

Vorsichtsmaßnahmen vor der Handhabung bzw. Anwendung des Arzneimittels

Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

4.3.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.

Schwere und andauernde Knochenmarkdepression.

Stillen

4.4.

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Infektionsrisiko

Das Risiko einer Infektion (mykotisch, viral, bakteriell) ist erhöht.

Hämatologische Wirkungen und Blutbildkontrollen

dosisbegrenzende

Nebenwirkung

Treosulfan

besteht

Myelosuppression,

die sich

Allgemeinen

wieder

zurückbildet.

äußert

sich

einer

Verminderung

der Leukozyten und Thrombozyten und in einem Abfall des Hämoglobins. Im Allgemeinen

haben Leukozyten und Thrombozyten nach 28 Tagen ihren Ausgangswert wieder erreicht.

Störungen

Knochenmarkfunktion

kumulativ

sind,

dritten

Behandlungszyklus das Blutbild in kürzeren Abständen zu kontrollieren.

Dies ist besonders wichtig bei einer Kombination von Treosulfan mit anderen Therapien, die

die Knochenmarksfunktion unterdrücken, wie etwa Strahlentherapie.

Malignomrisiko

Bei einer Langzeittherapie mit oralen Treosulfan-Dosen trat bei acht Patienten (1,4 % von

553 Patienten)

eine

akute

nicht-lymphatische

Leukämie

auf.

Risiko

hing

kumulativen Treosulfan-Dosis ab. Einzelne Fälle eines Myeloms, einer myeloproliferativen

Erkrankung und von myelodysplastischem Syndrom wurden ebenfalls berichtet.

Kardiale Toxizität

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein Fall von Kardiomyopathie durch Treosulfan

bedingt war.

Lungentoxizität

Auftreten

einer

allergischen

Alveolitis

oder

Lungenfibrose

Behandlung

Treosulfan dauerhaft abzubrechen.

Risiko einer Zystitis

Wegen der Möglichkeit des Auftretens einer hämorrhagischen Zystitis wird Patientinnen

empfohlen, bis zu 24 Stunden nach der intravenösen Infusion vermehrt zu trinken.

Beeinträchtigte Nierenfunktion

Da Treosulfan über die Nieren ausgeschieden wird, ist bei

Patientinnen

beeinträchtigter

Nierenfunktion

eine

genaue

Blutbildkontrolle

entsprechende Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 4.2).

Lebendimpfungen

Eine

zytostatische

Therapie

kann

Risiko

einer

systemischen

Infektion

nach

Lebendimpfungen erhöhen. Daher sollten Patientinnen, die mit Treosulfan behandelt werden,

keine Lebendimpfungen erhalten.

Extravasation

Bei der Infusion ist auf eine einwandfreie Technik zu achten, da es bei der Extravasation der

Treosulfanlösung in das umliegende Gewebe zu schmerzhaften entzündlichen Reaktionen

kommen kann.

Schwangerschaftsverhütung

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und in den ersten sechs

Monaten nach der Behandlung eine wirksame Verhütung anwenden. (Siehe Abschnitt 4.6).

4.5.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Bei einer Patientin trat bei gleichzeitiger Gabe von Treosulfan eine Wirkungsabschwächung

von Ibuprofen/Chloroquin auf.

4.6.

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und in den ersten sechs Monaten nach der

Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. (Siehe Abschnitt 4.4).

Schwangerschaft

Für die Anwendung von Treosulfan bei Schwangeren liegen keine oder nur begrenzten Daten

vor. Tierversuche sind hinsichtlich Reproduktionstoxizität unzureichend (Siehe

Abschnitt 5.3).

Aufgrund Erfahrungen beim Menschen hat Treosulfan wie alle Alkylierungsmittel mutagenes

Potenzial.

Treosulfan darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der

klinische Zustand der Frau erfordert eine Behandlung mit Treosulfan.

Tritt während oder nach der Behandlung mit Treosulfan eine Schwangerschaft auf, sollte die

Möglichkeit einer genetischen Beratung in Betracht gezogen werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Treosulfan in die Muttermilch übergeht.

Treosulfan ist während der Stillzeit kontraindiziert. (Siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

Bisher sind keine Daten verfügbar.

4.7.

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es liegen keine Daten zu den Auswirkungen von Treosulfan auf die Verkehrstüchtigkeit und

die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vor. Das Auftreten von Übelkeit und Erbrechen

kann jedoch Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen haben.

4.8.

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen sind Myelosuppression und Magen-Darm-

Beschwerden. Diese sind normalerweise leicht und klingen nach Ende der Therapie mit

Treosulfan wieder ab. Myelosuppression ist die dosisbegrenzende Nebenwirkung von

Treosulfan.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Häufigkeit

Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100, selten

(≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Innerhalb der einzelnen Häufigkeitsgruppen werden die Nebenwirkungen nach absteigendem

Schweregrad angegeben.

Systemorganklasse

Häufigkeit

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Häufig:

Infektionen (mykotisch, viral, bakteriell)

Sehr selten:

Sepsis

Gutartige, bösartige

und unspezifische Neubildungen

(einschließlich

Zysten und Polypen)

Gelegentlich:

Therapie assoziierte sekundäre Malignome (akute

nicht-lymphatische Leukämie, myelodysplastisches

Syndrom, Myelom, myeloproliferative Erkrankung)

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

Sehr häufig:

Myelosuppression (Leukozytopenie,

Thrombozytopenie, Anämie)

Selten:

Panzytopenie

Erkrankungen des Immunsystems

Selten:

Allergische Reaktionen

Endokrine Erkrankungen

Sehr selten:

Addisonsche Krankheit

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr selten:

Hypoglykämie

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr selten:

Parästhesie

Herzerkrankungen

Sehr selten:

Kardiomyopathie

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Sehr selten:

Lungenfibrose, Alveolitis, Pneumonie

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Erbrechen, Übelkeit

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Sehr häufig:

Alopezie (normalerweise leicht), bronzefarbene

Pigmentierung der Haut

Sehr selten:

Sklerodermie, Auslösen einer Psoriasis, Erythem,

Urtikaria

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege

Sehr selten:

Hämorrhagische Zystitis

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr selten:

Grippeartige Beschwerden, lokale schmerzhafte

entzündliche

Reaktionen (im Falle eines Extravasates)

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Meldung

Verdachts

Nebenwirkungen

nach

Zulassung

großer

Wichtigkeit.

ermöglicht

eine

kontinuierliche

Überwachung

Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige

Gesundheitsberufen

sind

aufgefordert,

jeden

Verdachtsfall

einer

Nebenwirkung

Bundesinstitut

für

Arzneimittel

Medizinprodukte,

Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9.

Überdosierung

Obwohl

keine

Erfahrungen

akuten

Treosulfan-Überdosierungen

gibt,

könnten

Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Gastritis auftreten. Längere oder exzessive

therapeutische

Dosisgaben

können

Knochenmarkdepression

führen,

gelegentlich

irreversibel sein kann. Das Arzneimittel sollte dann abgesetzt und eine Bluttransfusion

durchgeführt sowie allgemeine supportive Maßnahmen eingeleitet werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1.

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, alkylierende Mittel,

Alkylsulfonate

ATC-Code: L01 AB02

Wirkmechanismus

Treosulfan ist ein bifunktionelles Alkylanz, das bei Tumorscreenings bei Tieren und in

klinischen Studien antineoplastische Wirkung gezeigt hat. Die Wirkung von Treosulfan geht

auf die Bildung von Epoxidverbindungen

in vivo

zurück.

Treosulfan wird

in vitro

unter physiologischen Bedingungen (pH 7,4; 37 °C) nicht-

enzymatisch über ein Monoepoxid zum Diepoxid (Diepoxybutan) mit einer Halbwertszeit von

2,2 Stunden umgewandelt.

Die gebildeten Epoxide reagieren mit nukleophilen Zentren der DNA und sind über sekundäre

biologische Mechanismen für die antineoplastische Wirkung verantwortlich. Von Bedeutung

ist, dass

in vivo

das zuerst entstehende Monoepoxid bereits ein nukleophiles Zentrum der

DNA alkylieren kann. Damit wird die Verbindung durch chemische Reaktion an dieses

Zentrum fixiert, ehe der zweite Epoxidring gebildet wird.

Pharmakodynamische Wirkungen

Treosulfan weist eine breite antineoplastische und antileukämische Wirkung auf. Die

antineoplastische Wirkung wurde bei transplantierten Lymphomen/Leukämien, Sarkomen

und Hepatomen bei Mäusen und Ratten, humanen Tumorxenotransplantaten sowie humanen

Tumor-Biopsien und -Zelllinien demonstriert. Treosulfan ist

in vivo

bei intraperitonealer,

intravenöser sowie oraler Gabe wirksam.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Die klinische Wirksamkeit von Treosulfan in Kombination mit Cisplatin bei Patientinnen mit

Ovarialkarzinom wurde in einer großangelegten randomisierten klinischen Studie gezeigt.

Insgesamt 519 Patientinnen wurden auf Cisplatin (70 mg/m²) in Kombination mit Treosulfan

(5 g/m², PT-Arm) oder Cyclophosphamid (1 g/m², PC-Arm) randomisiert.

Beide Therapien wurden in Intervallen von vier Wochen verabreicht. Nach einem medianen

Follow-up von 5 Jahren konnten 366 Patientinnen (PC: 179, PT: 187) hinsichtlich der

Wirksamkeit und 290 Patienten (PC: 135, PT: 155) hinsichtlich der Sicherheit beurteilt

werden.

Die mediane Zeit bis zur Progression (primärer Endpunkt) war bei der Cisplatin/Treosulfan-

Kombination länger (20,6 Monate im Vgl. zu 15,1 Monaten). Dieser Unterschied hatte jedoch

keine statistische Signifikanz (P = 0,3).

Bei den Ansprechraten wurden keine Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsarmen

festgestellt.

Beim Gesamtüberleben gab es keine Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen

(29,4 Monate im Vgl. zu 33,5 Monaten; P = 0,8). Im PC-Arm wurde ein signifikant stärkerer

Haarausfall beobachtet (P = 0,0001) und im PT-Arm gesteigerte Leukozytopenie (P = 0,01).

Die Lebensqualität war für Patientinnen im Arm mit Treosulfan besser.

Die Wirksamkeit der intravenösen Gabe einer Monotherapie mit Treosulfan (5-7 g/m²; alle

vier Wochen) wurde in einer Phase-II-Studie an 88 vorbehandelten Patientinnen (80 für

Wirksamkeit evaluierbar) mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom demonstriert. Es gab zwei

komplette Remissionen und 13 partielle Remissionen, was eine objektive Ansprechrate von

19 % ergab. Bei den ansprechenden Patientinnen betrug die mediane Überlebenszeit

41 Monate. 34 % der Patientinnen wiesen eine stabile Erkrankung mit einer medianen

Überlebenszeit von 18 Monaten auf.

Bei 48 Patientinnen mit progressiver Erkrankung innerhalb von 12 Monaten nach der

Primärtherapie konnte eine Ansprechrate von 19 % und eine stabile Erkrankung bei 31 %

erreicht werden. Toxische Nebenwirkungen waren selten und von mäßiger Intensität.

Lebensbedrohliche Myelosuppression, therapieresistente Emesis und Alopezie wurden nicht

beobachtet.

Kinder und Jugendliche

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Treosulfan bei pädiatrischen Tumorpatienten ist nicht

erwiesen.

5.2.

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Die orale Resorption von Treosulfan ist mit einer Bioverfügbarkeit von annähernd 100 % fast

vollständig.

Verteilung

Nach intravenöser Gabe wird Treosulfan rasch im Körper verteilt. Treosulfan bindet nicht an

Plasmaproteine.

Biotransformation

Unter physiologischen Bedingungen (pH 7,4, Temperatur 37 °C) wird Treosulfan spontan

(nicht-enzymatisch) vom pharmakologisch inaktiven Treosulfan in ein aktives Monoepoxid-

Zwischenprodukt und schließlich in L-Diepoxybutan umgewandelt.

Bei Konzentrationen von bis zu 100 μM hatte Treosulfan keine eindeutige Wirkung auf die

Aktivität von CYP1A2, 2C9, 2C19, 2D6 oder 3A4

in vitro

Elimination

Die mittlere (± SD) terminale Halbwertszeit (t

1/2ß

) von intravenös verabreichtem Treosulfan

(8 g/m²) beträgt 1,94 ± 0,99 Stunden, mit einer kumulativen renalen Elimination von

unverändertem Treosulfan von ca. 25 % (Bereich: 5-49 %).

5.3.

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die LD

bei Mäusen liegt bei oraler Anwendung bei 3.360 mg Treosulfan/kg Körpergewicht

und bei intravenöser Anwendung bei > 2.500 mg Treosulfan/kg Körpergewicht.

Die LD

bei Ratten liegt bei oraler Anwendung bei 2.575 mg Treosulfan/kg Körpergewicht

und bei intraperitonealer Anwendung bei > 2.860 mg Treosulfan/kg Körpergewicht.

Subakute Toxizität

Bei subakuter Dosierung traten an Affen Schädigungen des blutbildenden Systems auf

(56-111 mg/kg/Tag).

höheren

Dosen

(222-445 mg/kg/Tag)

wurden

darüber

hinaus

Diarrhoe, Anorexie und ein deutlicher Gewichtsverlust beobachtet.

Chronische Toxizität

Die Gabe von Treosulfan an Ratten über sieben Monate führte zu einer Verminderung der

Spermiogenese bei männlichen und zu Störungen des Zyklus bei weiblichen Tieren. Andere

Organe zeigten keine Veränderungen.

Tumorerzeugendes und mutagenes Potenzial

Unter der Langzeittherapie mit oralen Treosulfan-Dosen wurde bei 1,4 % der Patienten eine

akute nicht-lymphatische Leukämie beobachtet.

Treosulfan

besitzt

auch

andere

Zytostatika

alkylierenden

Eigenschaften

mutagenes

Potenzial.

Daher

sollten

Patientinnen

gebärfähigen

Alter

während

Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Reproduktionstoxizität

Treosulfan

wurde

tierexperimentellen

Studien

nicht

reproduktionstoxische

Eigenschaften geprüft. Bei der Untersuchung der chronischen Toxizität an Ratten wurden

jedoch

eine

verzögerte

Spermiogenese

sowie

fehlende

Gelbkörper-

Follikelbildung

festgestellt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1.

Liste der sonstigen Bestandteile

Keine

6.2.

Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3.

Dauer der Haltbarkeit

Arzneimittel in der Originalpackung:

2 Jahre

Rekonstituierte Lösungen

Das rekonstituierte Produkt nicht im Kühlschrank (2-8 °C) lagern, da dies zu einer Ausfällung

führen kann. Lösungen mit Anzeichen einer Ausfällung dürfen nicht verwendet werden.

Nicht im Kühlschrank lagern.

Die chemische und die physikalische Anbruchstabilität wurde über 12 Stunden bei 30 °C

nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht ist das Produkt sofort zu verwenden, es sei denn,

das Rekonstitutionsverfahren schließt das Risiko einer mikrobiellen Kontamination aus. Falls

das Produkt nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Lagerzeit bei Gebrauch und

Lagerbedingungen verantwortlich.

6.4.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5.

Art und Inhalt des Behältnisses

Klare

100 ml

Lyo-Durchstechflasche,

I-Glas,

einem

20 mm

großen

Brombutylkautschuk-Stopfen

und versiegelt mit einer 20 mm großen Flip-off-Siegelkappe.

Die Durchstechflaschen können mit Plastik-Schrumpfschläuchen / -boden (Puck) versehen

werden oder nicht. Diese Kunststoffhülle kommt nicht in Kontakt mit dem Wirkstoff und

bietet zusätzlichen Schutz während des Transports. Dies verbessert die sichere Handhabung

des Arzneimittels durch medizinisches Fachpersonal und pharmazeutisches Personal.

Treosulfan Tillomed ist in Umkartons mit 1 oder 5 Durchstechflasche(n) erhältlich.

6.6.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Treosulfan Tillomed wird zur intravenösen Infusion nach Auflösung in 100 ml Wasser für

Injektionszwecke verwendet.

Die rekonstituierte Lösung ist eine klare, farblose Lösung.

Vor der Verwendung mittels Sichtprüfung kontrollieren. Nur klare Lösungen ohne Partikel

dürfen verwendet werden.

Eine rekonstituierte Lösung, die Anzeichen einer Ausfällung aufweist, darf nicht verwendet

werden und ist gemäß den gesetzlichen Vorschriften zur Entsorgung von Gefahrstoffen zu

vernichten (siehe unten).

Nur zur einmaligen Anwendung. Ungebrauchten Inhalt entsorgen.

Nicht

verwendetes

Arzneimittel

oder

Abfallmaterial

entsprechend

nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

Wie bei allen Zytostatika sind bei der Handhabung von Treosulfan Tillomed angemessene

Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.

Richtlinien zur sicheren Handhabung von antineoplastischen Mitteln:

1. Die Rekonstitution des Arzneimittels

muss von qualifiziertem Personal durchgeführt

werden.

2. Die Rekonstitution sollte an einem speziell dafür vorgesehenen Platz durchgeführt werden.

3. Geeignete Schutzhandschuhe, Schutzmasken und Schutzkleidung sind zu tragen.

Entsprechende

Vorsichtsmaßnahmen

sind

ergreifen,

vermeiden,

dass

Arzneimittel versehentlich in die Augen gelangt. Im Falle eines Kontaktes der Lösung mit der

Haut

oder

Augen:

Betroffenen

Bereich

reichlich

Wasser

oder

physiologischer

Kochsalzlösung spülen. Zur Behandlung von vorübergehendem Brennen auf der Haut kann

eine milde Creme verwendet werden. Bei Kontakt mit den Augen ist ein Arzt zu konsultieren.

5. Zytostatika sollten nicht von schwangerem Personal gehandhabt werden.

Entsorgung

Spritzen,

Kanülen

anderen

Gegenständen,

Rekonstitution

Zytostatika

verwendet

werden,

sind

entsprechende

Sorgfalt

Vorsichtsmaßnahmen anzuwenden.

7. Die Arbeitsfläche sollte mit einem Einweg-Saugpapier mit Kunststoffunterschicht bedeckt

werden.

8. Verwenden Sie bei allen Spritzen und Infusionssets Luer-Lock-Anschlüsse. Es werden

großlumige

Kanülen

empfohlen,

Druck

eine

mögliche

Aerosolbildung

minimieren. Aerosolbildung lässt sich auch durch die Anwendung einer Entlüftungskanüle

minimieren.

Anleitung zur Rekonstitution von

Treosulfan Tillomed

Beachten Sie Folgendes, um Löslichkeitsprobleme bei der Rekonstitution zu vermeiden:

1. Das Lösungsmittel, Wasser für Injektionszwecke, auf 25-30 °C (nicht höher!) in einem

Wasserbad erwärmen.

2. Treosulfan Tillomed durch Schütteln der Infusions-Durchstechflasche vorsichtig von der

Innenfläche lösen.

Dieser Vorgang ist äußerst wichtig, da sich feuchtes Pulver an die Innenfläche heften kann,

was zu Verklumpung führen kann. Bei einer Verklumpung Durchstechflasche lange und

kräftig schütteln.

Ende

doppelseitigen

Kanüle

wird

Gummistopfen

Wasser-

Durchstechflasche eingeführt. Dann wird die Durchstechflasche mit Treosulfan Tillomed mit

der Unterseite nach oben auf das andere Ende der Kanüle gesetzt. Diese Anordnung wird

anschließend umgedreht, um das Wasser in die untere Durchstechflasche laufen zu lassen,

wobei dieses vorsichtig geschüttelt wird.

Der nach dieser Anleitung durchgeführte Rekonstitutionsvorgang sollte nicht länger als zwei

Minuten dauern.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Tillomed Pharma GmbH

Mittelstraße 5/5a

12529 Schönefeld

Deutschland

8.

ZULASSUNGSNUMMER

99466.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

29. Mai 2018

10.

STAND DER INFORMATION

10.2020

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