Toctino 10 mg Weichkapseln

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-06-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
alitretinoinum
Verfügbar ab:
GlaxoSmithKline AG
ATC-Code:
D11AH04
INN (Internationale Bezeichnung):
alitretinoinum
Darreichungsform:
Weichkapseln
Zusammensetzung:
alitretinoinum 10 mg, excipiens pro Kapsel.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Bei Erwachsenen mit therapierefraktärem schwerem chronischem Handekzem, die eine ausgebaute lokale Behandlung für mind 4 Wochen erhalten und nicht darauf angesprochen haben.
Zulassungsnummer:
58711
Berechtigungsdatum:
2009-10-12

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-06-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-06-2019

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Toctino

GlaxoSmithKline AG

Was ist Toctino und wann wird es angewendet?

Der Wirkstoff in Toctino ist Alitretinoin. Er gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Retinoide

bezeichnet werden und mit Vitamin A verwandt sind. Toctino Kapseln sind in zwei Wirkstärken

erhältlich, die 10 mg oder 30 mg Alitretinoin enthalten.

Toctino wird bei Patienten mit therapierefraktärem, schwerem chronischen Handekzem eingesetzt, die

eine ausgebaute lokale Behandlung für mindestens 4 Wochen erhalten und nicht darauf angesprochen

haben. Die Vorbehandlung schliesst die Vermeidung von Kontakten mit der auslösenden Noxe,

Hautschutz und potente topische Kortikosteroide ein. Die Behandlung mit Toctino muss von einem

Hautarzt (einem Dermatologen) überwacht werden.

Toctino kann in der Schwangerschaft zu schweren Missbildungen des ungeborenen Kindes führen,

weshalb besondere Vorsichtsmassnahmen zwingend notwendig sind, welche eine strenge ärztliche

Kontrolle erfordern.

Toctino ist nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin erhältlich.

Toctino wird nach Gesichtspunkten verordnet, die von Patient zu Patient anders sein können. Es wird

Ihnen persönlich verschrieben, und Sie dürfen das Arzneimittel und die für Sie geltenden Vorschriften

unter keinen Umständen jemand anderem weitergeben.

Wann darf Toctino nicht eingenommen werden?

·wenn Sie schwanger sind dürfen Sie Toctino unter keinen Umständen einnehmen.

·wenn Sie schwanger werden können und keine wirksamen Methoden zur Schwangerschaftsverhütung

praktizieren.

·wenn Sie stillen.

·wenn Sie an einer Lebererkrankung leiden.

·wenn Sie an einer schweren Nierenerkrankung leiden.

·wenn Ihre Blutfettwerte zu hoch sind (beispielsweise hohe Cholesterinwerte oder erhöhte Triglyceride).

·wenn Sie an einer unbehandelten Schilddrüsenerkrankung leiden.

·wenn Sie sehr hohe Vitamin-A-Spiegel in Ihrem Körper haben (Hypervitaminose A).

·wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Alitretinoin oder einen der sonstigen Bestandteile von

Toctino sind, insbesondere bei Allergie auf Erdnüsse oder Soja.

·wenn Sie unter Sorbitol-Unverträglichkeit leiden.

·wenn Sie Tetrazyklin (eine Art von Antibiotikum) oder Methotrexat (eine Art von Zytostatikum)

einnehmen.

Wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin und

nehmen Sie Toctino nicht ein.

Toctino Kapseln dürfen Kindern oder Jugendlichen unter 18 Jahren nicht verabreicht werden.

Wann ist bei der Einnahme von Toctino Vorsicht geboten?

Frauen, die schwanger werden können, wird Toctino aufgrund des Risikos für Missbildungen nur unter

strengen Auflagen verschrieben (Schädigung des ungeborenen Kindes).

·Vor Behandlungsbeginn muss sichergestellt werden, dass Sie nicht schwanger sind. Ihr Arzt oder Ihre

Ärztin wird daher zwei separate Schwangerschaftstests durchführen, deren Ergebnisse negativ sein

müssen.

·Ihr Arzt oder Ihre Ärztin muss Ihnen das Risiko für Missbildungen erklärt haben: Sie müssen verstehen,

warum Sie nicht schwanger werden dürfen und was Sie tun müssen, um eine Schwangerschaft zu

verhindern.

·Sie müssen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über schwangerschaftsverhütende Mittel gesprochen

haben. Er gibt Ihnen Informationen zur Verhütung einer Schwangerschaft. Er kann Sie an einen

Spezialisten überweisen, der Sie über Schwangerschaftsverhütung berät.

·Sie müssen sich bereit erklären, für einen Monat vor der Einnahme von Toctino, während der

Behandlung und für einen Monat danach zwei wirksame Methoden zur Schwangerschaftsverhütung

einschliesslich einer Barrieremethode (Kondome oder eine Kappe plus Spermizid) anzuwenden.

·Sie müssen auch dann schwangerschaftsverhütende Methoden anwenden, wenn Sie keine Periode

haben oder wenn Sie zurzeit nicht sexuell aktiv sind (es sei denn, Ihr Arzt oder Ihre Ärztin ist der

Ansicht, dass dies nicht nötig ist).

·Sie müssen einer monatlichen Kontrolluntersuchung zustimmen sowie weiteren Schwangerschaftstests,

wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin dies beschliesst. Ein Monat nach dem Absetzen von Toctino wird ein

Test durchgeführt werden. Sie dürfen während der Behandlung und einen Monat danach nicht

schwanger werden.

·Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Sie (oder einen Vormund) bitten, ein Formular zu unterzeichnen, in dem

bestätigt wird, dass Sie über die Risiken aufgeklärt wurden und dass Sie den notwendigen

Sicherheitsmassnahmen zustimmen.

·Die verschriebene Menge an Toctino pro Rezept ist auf einen Bedarf von 30 Tagen begrenzt. Bei einer

fortgesetzten Behandlung ist alle 30 Tage eine erneute Verschreibung erforderlich. Ihr Apotheker oder

Ihre Apothekerin darf Ihnen Toctino nur innerhalb von 7 Tagen ab dem Rezeptdatum aushändigen. Nach

Ablauf der 7 Tage gilt das Rezept als verfallen und Toctino wird Ihnen in der Apotheke erst dann wieder

ausgehändigt, wenn Sie ein neues Rezept vorlegen.

Wenn Sie trotz strikter Empfängnisverhütung während der Einnahme von Toctino oder im Monat nach

Behandlungsende schwanger werden oder den Verdacht haben schwanger zu sein, müssen Sie das

Arzneimittel sofort absetzen und Ihren Arzt oder Ihre Ärztin verständigen. Er kann Sie an einen

Spezialisten überweisen, der Sie berät.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen schriftliches Informationsmaterial über Schwangerschaft und

Schwangerschaftsverhütung zeigen, das für Patienten bestimmt ist, die mit Toctino behandelt werden.

Wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihnen dieses Informationsmaterial noch nicht gezeigt hat, bitten Sie ihn

darum.

Ratschläge für Männer

Im Sperma von Männern, die Toctino einnehmen, sind sehr geringe Mengen Alitretinoin vorhanden.

Bitte denken Sie daran, dass Sie Ihr Arzneimittel nicht an Dritte weitergeben dürfen, besonders nicht an

Frauen.

Ratschläge für beide Geschlechter

·Während der Einnahme von Toctino und für einen Monat danach sollten Sie kein Blut spenden. Wenn

eine schwangere Frau Ihr Blut erhält, kann das Baby mit Missbildungen zur Welt kommen.

·Beschränken Sie den Kontakt mit Sonnenlicht auf ein Minimum und vermeiden Sie UV-Lampen oder

UV-Liegen. Ihre Haut kann empfindlicher auf Sonnenlicht reagieren. Verwenden Sie ein

Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor (SPF 15 oder höher), bevor Sie sich der Sonne

aussetzen.

·Falls Sie während der Behandlung trockene Haut und Lippen bemerken, verwenden Sie eine

Feuchtigkeitscrème und einen Lippenbalsam.

·Verringern Sie intensive körperliche Tätigkeiten: Alitretinoin kann Muskel- und Gelenkschmerzen

verursachen.

·Auftretende Augentrockenheit kann durch Auftragen einer Augensalbe als Befeuchtung oder von

Tränenersatztropfen gelindert werden. Wenn Sie Kontaktlinsen tragen und Augentrockenheit auftritt,

müssen Sie eventuell für die Dauer der Behandlung mit Alitretinoin eine Brille tragen. Augentrockenheit

und Sehprobleme normalisieren sich in der Regel wieder nach Absetzen der Behandlung.

·Falls Sie Sehprobleme haben, informieren Sie bitte sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin. Toctino muss

unter Umständen abgesetzt werden und Ihr Sehvermögen muss überwacht werden.

Es kann sein, dass Sie während Ihrer Behandlung in der Dunkelheit schlechter sehen. In diesem Fall

dürfen Sie sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen oder Maschinen bedienen.

·Wenn andauernde Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen und verschwommenes Sehen auftreten,

können diese Hinweise auf eine Erkrankung sein, die gutartige intrakranielle Hypertonie (gutartiger

erhöhter Schädelinnendruck) genannt wird.

Setzen Sie die Kapseln sofort ab und setzen Sie sich schnellstmöglich mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin

in Verbindung.

·Falls blutiger Durchfall auftritt, setzen Sie die Kapseln sofort ab und setzen Sie sich schnellstmöglich

mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin in Verbindung.

·Leberenzyme: Toctino kann zu einer Erhöhung der Leberenzyme führen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird

darum während der Behandlung Blutanalysen zur Überwachung der Leberenzyme durchführen. Falls die

Leberenzyme erhöht bleiben, kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die Dosierung von Toctino erniedrigen oder

die Behandlung abbrechen.

Sie müssen Ihren Arzt oder Ihre Ärztin vor der Behandlung informieren, wenn:

·Sie schon einmal an psychischen Gesundheitsproblemen gelitten haben, einschliesslich Depression,

Selbstmordgedanken oder einer Psychose, oder wenn Sie Medikamente für eine dieser Erkrankungen

einnehmen.

·Wenn Sie hohe Blutfettwerte haben, kann es sein, dass häufiger Bluttests durchgeführt werden müssen.

Toctino erhöht häufig die Blutfettwerte, wie z.B. Cholesterin oder Triglyceride. Wenn Ihre Blutfettwerte

erhöht bleiben, kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die Dosis senken oder Toctino absetzen.

·Wenn Sie an einer Schilddrüsenerkrankung gelitten haben. Toctino kann Ihre

Schilddrüsenhormonspiegel senken. Wenn Ihr Schilddrüsenhormonspiegel niedrig ist, kann Ihr Arzt

oder Ihre Ärztin Ergänzungspräparate verschreiben.

·Wenn Sie an Diabetes leiden. Toctino kann Ihren Blutzuckerspiegel erhöhen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin

wird möglicherweise während der Behandlung Ihren Blutzuckerspiegel überwachen, vor allem wenn Sie

bereits an Diabetes leiden oder übergewichtig sind.

·Wenn Sie Ketoconazol, Fluconazol oder Miconazol (Medikamente zur Behandlung von Infektionen)

anwenden.

·Wenn Sie Gemfibrozil (ein Medikament zur Senkung des Cholesterinspiegels), Diosmin (ein

Medikament zur Behandlung von Hämorrhoiden) oder Oxandrolon (ein anoboles Steroid) anwenden.

In diesen Fällen wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin möglicherweise die Toctino-Dosis anpassen.

·Wenn Sie Johanniskraut (einen Pflanzenextrakt zur Behandlung von Depressionen), Proteasehemmer

(zur Behandlung von HIV oder Hepatitis C) oder Medikamente zur Behandlung von Epilepsie oder

Krämpfen verwenden. Diese können die Wirksamkeit der Anti-Baby-Pille herabsetzen

·Wenn Sie an einer Leberfunktionsstörung leiden. Toctino darf bei Leberfunktionsstörung nicht

eingenommen werden.

·Wenn Sie an einer Nierenfunktionsstörung leiden. Toctino darf bei schweren Nierenfunktionsstörungen

nicht eingenommen werden. Wenn Sie an einer Nierenstörung leiden, sollten Sie mit Ihrem Arzt oder

Ihrer Ärztin überprüfen, ob Toctino für Sie geeignet ist.

Während der Einnahme von Toctino dürfen Sie keine Vitamin-A-Ergänzungsmittel einnehmen. Dies

erhöht das Risiko für Nebenwirkungen. Während der Einnahme von Toctino dürfen Sie auch keine

anderen Retinoide wie Isotretinoin oder Tazaroton einnehmen.

Es wird nicht empfohlen, Toctino gemeinsam mit Amiodaron (einem Medikament zur Regulierung der

Herzfrequenz) anzuwenden.

Toctino kann auch die Wirkungsweise einiger anderer Medikamente beeinflussen. Dazu gehören:

·Paclitaxel (ein Medikament zur Behandlung von Krebs),

·Rosiglitazon oder Repaglinid (Medikamente zur Behandlung von Diabetes).

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder

äusserlich anwenden!

Darf Toctino während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Wichtiger Hinweis für Frauen

Toctino kann schwere Missbildungen des ungeborenen Kindes hervorrufen und infolgedessen zur

Geburt eines schwer missgebildeten Kindes führen (mit dem medizinischen Fachbegriff ausgedrückt ist

es teratogen). Es erhöht auch das Risiko für eine Fehlgeburt.

·Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie Toctino unter keinen Umständen einnehmen (siehe «Wann darf

Toctino nicht eingenommen werden?»).

·Sie dürfen Toctino nicht einnehmen, wenn Sie stillen. Das Arzneimittel kann in die Muttermilch

übergehen und Ihrem Kind schaden.

Wie verwenden Sie Toctino?

Erwachsene:

Nehmen Sie die Kapseln mit einer Hauptmahlzeit ein, vorzugsweise täglich zur gleichen Zeit. Schlucken

Sie die Kapseln ganz ohne sie zu zerkauen.

Die Dosis beträgt 10 mg oder 30 mg pro Tag. Wenn Ihr Körper die empfohlene 30 mg Dosis nicht

verträgt, kann Ihnen die niedrigere 10 mg Dosis verschrieben werden.

Wie lange sollten Sie die Kapseln einnehmen?

Ein Behandlungszyklus dauert normalerweise 12 bis 24 Wochen, je nachdem, wie sich Ihre Krankheit

bessert. Wenn Ihre erste Behandlung erfolgreich war, kann Ihnen der Arzt oder die Ärztin eine weitere

Behandlung verschreiben, wenn die Symptome zurückkehren.

Wenn Sie mehr Toctino eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie zu viele Kapseln eingenommen haben oder wenn eine andere Person versehentlich Ihr

Arzneimittel eingenommen hat, verständigen Sie bitte sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, bzw. Ihren

Apotheker oder Ihre Apothekerin oder das nächstgelegene Krankenhaus.

Wenn Sie vergessen haben Toctino einzunehmen

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie diese bitte sobald wie möglich ein. Wenn allerdings

schon bald die Zeit für die nächste Einnahme gekommen ist, dann überspringen Sie bitte die verpasste

Einnahme und nehmen das Arzneimittel zu den gewohnten Zeiten ein. Nehmen Sie nicht die doppelte

Dosis ein, wenn Sie eine Kapsel vergessen haben.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Toctino haben?

Folgende Nebenwirkungen wurden in den klinischen Studien mit Toctino beobachtet:

Sehr häufige Nebenwirkungen

(diese können bei mehr als 1 von 10 Patienten auftreten):

·Erhöhte Blutfettwerte: erhöhte Werte der Blutfette (Triglyzeride) und Cholesterin

·Kopfschmerzen

Häufige Nebenwirkungen

(diese können bei bis zu 1 von 10 Patienten auftreten):

·Störungen des Blutsystems: Anstieg der Blutplättchenanzahl, Mangel an roten und weissen

Blutkörperchen

·Schilddrüsenprobleme: Verringerte Schilddrüsenhormonspiegel

·Depressionen, darunter ein Gefühl der Traurigkeit oder Leere

·Schwindel

·Augenprobleme: Entzündung des Auges (Konjunktivitis) und des Bereichs der Augenlider;

Augentrockenheit und Reizung.

Bitte fragen Sie den Apotheker nach geeigneten Augentropfen. Wenn Sie Kontaktlinsen tragen und

Augentrockenheit auftritt, müssen Sie eventuell stattdessen eine Brille tragen.

·Ständiges Geräusch in den Ohren (Tinnitus)

·Blut und Kreislauf: Hitzewallungen, Bluthochdruck (Hypertonie)

·Übelkeit, Mundtrockenheit, Erbrechen,

·Leberprobleme: Erhöhte Leberenzyme in Bluttests.

·Haut- und Haarprobleme: Hauttrockenheit, insbesondere an den Lippen und im Gesicht, entzündete

Haut, Hautrötungen, juckender Hautausschlag, Haarausfall.

·Muskel- und Gelenkschmerzen: Rückenschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen. Hohe Spiegel

von Muskelabbauprodukten im Blut nach intensiver körperlicher Betätigung.

·Müdigkeit

Gelegentliche Nebenwirkungen

(diese können bei bis zu 1 von 100 Patienten auftreten):

·Sehstörungen: verschwommenes Sehen, Trübung auf der Augenoberfläche (Katarakt). Wenn Ihr

Sehvermögen betroffen ist, setzen Sie Toctino sofort ab und verständigen Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

·Ohren-, Nasen- und Halsprobleme: Nasenbluten

·Verdauungsstörungen (Dyspepsie)

·Hautprobleme: Juckreiz, Hautausschlag, Abschälen der Haut, trockenes Hautekzem.

·Knochenstörungen: Zusätzliches Knochenwachstum, einschliesslich die Wirbelsäulenerkrankung

Spondylitis ankylosans.

Seltene Nebenwirkungen

(diese können bei bis zu 1 von 1000 Patienten auftreten):

·Anhaltende Kopfschmerzen, mit Übelkeit, Erbrechen und Veränderungen des Sehvermögens,

einschliesslich verschwommenen Sehens. Diese Beschwerden können Hinweise auf einen gutartigen

erhöhten Schädelinnendruck sein. Wenn Ihr Sehvermögen betroffen ist, setzen Sie Toctino sofort ab und

verständigen Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

·Blut und Kreislauf: Entzündung der Blutgefässe.

Nebenwirkungen nach Markteinführung (nicht bekannte Häufigkeit):

Nach der Markteinführung von Toctino wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet, deren Häufigkeit

nicht verlässlich abgeschätzt werden kann:

·Schwere allergische Reaktionen und Überempfindlichkeit

·Stimmungsschwankungen, Selbstmordgedanken (s. unten)

·Probleme beim Sehen in der Dunkelheit

·Starke Magen- oderBauchschmerzen mit oder ohne schwerem blutigem Durchfall, Übelkeit und

Erbrechen.

·Veränderungen der Nägel

·Abnormale Haarstruktur (z.B. Kräuseln der Haare)

·Erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht

·Wasseransammlungen im Gewebe an Armen und Beinen (periphere Ödeme)

Weitere mögliche Nebenwirkungen:

Nebenwirkungen von anderen Arzneimitteln, die zur selben Familie gehören wie Toctino.

Diese Nebenwirkungen wurden bisher bei Toctino noch nicht beobachtet, können aber nicht

ausgeschlossen werden.

Sie sind sehr selten und können bei bis zu 1 von 10'000 Patienten auftreten.

Psychische Störungen

Einige Patienten hatten den Wunsch, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen

(Suizidgedanken), unternahmen einen Selbstmordversuch (versuchter Suizid) oder begingen Selbstmord

(Suizid). Es kann sein, dass diese Patienten nicht depressiv erscheinen.

Bitte verständigen Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn bei Ihnen Anzeichen eines dieser

psychischen Probleme auftreten. Ihr Arzt kann anordnen, dass Sie Toctino absetzen. Es kann aber sein,

dass diese Massnahme nicht ausreicht, um die Wirkungen zu beenden. Sie benötigen vielleicht weitere

Hilfe und Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann die entsprechenden Vorkehrungen treffen.

Sprechen Sie mit einem Mitglied Ihrer Familie oder einem engen Freund/einer engen Freundin darüber,

dass durch die Behandlung mit Toctino eventuell Depressionen oder signifikante Stimmungs- oder

Verhaltensänderungen auftreten können. Bitten Sie diese Personen, diese Packungsbeilage zu lesen.

Bitten Sie sie auch, sich um Sie zu kümmern, wenn sie sich über Ihre Depressionen oder andere

Änderungen in Ihrem Verhalten Sorgen machen.

Diabetes

Übermässig starker Durst; häufiger Harndrang; Bluttests zeigen erhöhte Blutzuckerwerte. Dies können

Hinweise auf Diabetes sein.

Knochenstörungen

Arthritis; Knochenstörungen (verzögertes Wachstum, Veränderungen der Knochendichte); im

Wachstum befindliche Knochen können nicht mehr weiterwachsen.

Sehstörungen

Es kann sein, dass Ihr Sehvermögen bei Dunkelheit beeinträchtigt ist, Farbenblindheit auftritt und sich

das Farbsehen verschlechtert.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn eine Nebenwirkung stärker wird.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Bei Raumtemperatur (15 – 25 °C) im Originalbehälter aufbewahren.

Blister in der Faltschachtel vor Licht geschützt aufbewahren.

Toctino muss für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden.

Arzneimittel dürfen nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Nicht verwendete und

verfallene Arzneimittel bitte zur Entsorgung in Ihre Apotheke zurückbringen.

Bitte bringen Sie am Ende der Behandlung Ihrem Apotheker oder Ihrer Apothekerin alle nicht

eingenommenen Kapseln zurück und behalten Sie diese nur, wenn Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin

ausdrücklich sagt, dass Sie dies tun sollen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Toctino enthalten?

Der Wirkstoff Alitretinoin (10 mg resp. 30 mg), Sojabohnenöl, Sorbitol sowie weitere Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

58711 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Toctino? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Toctino zu 10 mg und 30 mg, Packungen zu 30.

Zulassungsinhaberin

GlaxoSmithKline AG, Münchenbuchsee.

Diese Packungsbeilage wurde im Juni 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Toctino

GlaxoSmithKline AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Alitretinoin.

Hilfsstoffe: Sojabohnenöl, Sorbitol, Excipiens pro caps.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kapseln zu 10 und 30 mg Alitretinoin.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Toctino ist indiziert bei Erwachsenen mit therapierefraktärem, schwerem chronischem Handekzem,

die eine ausgebaute lokale Behandlung für mindestens 4 Wochen erhalten und nicht darauf

angesprochen haben. Die Vorbehandlung schliesst die Vermeidung von Kontakten mit der

auslösenden Noxe, Hautschutz und potente topische Kortikosteroide ein.

Dosierung/Anwendung

Toctino darf nur von Ärzten verschrieben werden, die mit der Anwendung systemischer Retinoide

vertraut sind und über umfassende Kenntnisse über die einhergehenden Risiken und notwendigen

Kontrollen besitzen. Die Verschreibung von Toctino muss auf eine Behandlungsdauer von 30 Tagen

beschränkt werden. Bei einer fortgesetzten Behandlung ist alle 30 Tage eine erneute Verschreibung

erforderlich. Die Abgabe von Toctino muss innerhalb von 7 Tagen nach dem Rezeptdatum erfolgen.

Der empfohlene Dosierungsbereich beträgt 10 mg – 30 mg.

Die Kapseln sollten einmal täglich mit einer Hauptmahlzeit, vorzugsweise täglich zur gleichen Zeit,

eingenommen werden, (siehe «Pharmakokinetik»). In klinischen Prüfungen, bei denen Dosierungen

von einmal täglich 10 mg bzw. 30 mg geprüft wurden, erzielten beide Dosierungen eine Besserung

der Erkrankung. Die 30 mg-Dosis führte zu einem rascheren Ansprechen und einer höheren

Ansprechrate. Die einmal tägliche Dosis von 10 mg ging mit weniger unerwünschten Ereignissen

einher (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Eigenschaften/Wirkungen»).

Dauer der Behandlung

Toctino kann über einen Behandlungszeitraum von 12 Wochen verordnet werden; bei gutem

Ansprechen kann der Behandlungszyklus auf 24 Wochen verlängert werden. Ein Abbruch der

Behandlung wird bei Patienten empfohlen, deren Hände früher als nach 24 Wochen symptomfrei

oder nahezu symptomfrei sind (siehe «Klinische Wirksamkeit»).

Therapiewiederholung

Im Falle eines Rückfalls können Patienten von einem weiteren Behandlungszyklus profitieren (siehe

«Klinische Wirksamkeit»).

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder und Jugendliche

Toctino wird nicht zur Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren empfohlen.

Niereninsuffizienz

Alitretinoin wird für Patienten mit mässiger Niereninsuffizienz nicht empfohlen; bei schwerer

Niereninsuffizienz besteht eine Kontraindikation.

Bei Patienten mit leichter Niereninsuffizienz ist keine Änderung der Dosis oder der Häufigkeit der

Verabreichung erforderlich (siehe «Pharmakokinetik – Kinetik spezieller Patientengruppen»).

Leberinsuffizienz

Alitretinoin ist bei Leberinsuffizienz kontraindiziert.

Kontraindikationen

Toctino ist bei schwangeren Frauen kontraindiziert (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Toctino ist bei Frauen im gebärfähigen Alter kontraindiziert, es sei denn, es werden alle

Bedingungen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms eingehalten (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Toctino ist ausserdem kontraindiziert bei stillenden Frauen und Patienten

·mit Leberinsuffizienz

·mit schwerer Niereninsuffizienz

·mit unkontrollierter Hypercholesterinämie

·mit unkontrollierter Hypertriglyceridämie

·mit unkontrolliertem Hypothyreoidismus

·mit Hypervitaminose A

·mit einer Überempfindlichkeit gegenüber Alitretinoin, gegenüber anderen Retinoiden oder einem

der Hilfsstoffe, insbesondere im Falle einer Allergie gegenüber Erdnüssen oder Soja.

·mit einer seltenen vererbbaren Fruktoseintoleranz

·die gleichzeitig eine Tetrazyklin- oder Methotrexat-Behandlung erhalten (siehe «Interaktionen»)

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Schwangerschaftsverhütungs-Programm für Frauen im gebärfähigen Alter

Dieses Arzneimittel ist TERATOGEN.

Toctino ist bei einer Frau im gebärfähigen Alter kontraindiziert, es sei denn, sie versteht das

teratogene Risiko und verpflichtet sich, alle Bedingungen des folgenden

Schwangerschaftsverhütungs-Programms einzuhalten:

Vor Behandlungsbeginn muss die Patientin:

·Die Patienteninformationsbroschüre lesen

·Das Bestätigungsformular lesen und unterzeichnen

Ein Monat vor, während und 1 Monat nach der Behandlung muss die Patientin:

·Zwei effektive und sich ergänzende Massnahmen zur Empfängnisverhütung, inklusive einer

Barrieremethode anwenden und professionelle Beratung im Bezug auf effektive

Empfängnisverhütung erhalten (siehe Empfängnisverhütung für Frauen im gebärfähigen Alter).

·Sich bei einem Schwangerschaftsverdacht unverzüglich an ihren Arzt wenden.

·Monatlich medizinisch überwachte Schwangerschaftstests durchführen lassen (siehe

Schwangerschaftstests).

Vor dem Verschreiben von Toctino muss der verschreibende Arzt:

·Sicherstellen, dass die Patientin seit mindestens 1 Monat zwei effektive Methoden zur

Empfängnisverhütung anwendet (siehe Empfängnisverhütung für Frauen im gebärfähigen Alter).

·Zwei separate Schwangerschaftstests im Abstand von mindestens 3 Wochen durchführen, den

zweiten am Tag der Verschreibung oder maximal 3 Tage davor (siehe Schwangerschaftstests).

·Das unterzeichnete Bestätigungsformular aufbewahren.

Während der Behandlung mit Alitretinoin muss der Arzt:

·Die Patientin monatlich sehen um die Einhaltung der Empfängnisverhütung sicherzustellen und vor

dem erneuten Verschreiben von Toctino einen Schwangerschaftstest durchzuführen.

·Sicherstellen, dass alle Schwangerschaften und deren Ausgänge an «pv.swiss@gsk.com» oder an

Swissmedic (www.swissmedic.ch) gemeldet werden.

Empfängnisverhütung für Frauen im gebärfähigen Alter

Die Patientin muss eine primäre und eine sekundäre Methode zur Empfängnisverhütung auswählen

und 1 Monat vor, während und 1 Monat über die Behandlung mit Alitretinoin hinaus anwenden.

Zudem muss sie durch ihren Arzt oder durch einen Gynäkologen umfassend über

Schwangerschaftsverhütung beraten werden. Ein Ratgeber zur Empfängnisverhütung ist Bestandteil

der Materialien des Schwangerschaftsverhütungs-Programmes.

Effektive Methoden zur Schwangerschaftsverhütung:

Primäre Methoden*

Sekundäre Methoden*

·Sterilisation (Tubenligatur)

·Vasektomie des Partners

·Intrauterinpessar (IUP)

·Hormonelle Kontrazeptiva (Kombinationspille,

Verhütungspflaster, Dreimonatsspritze, Implanon oder

·Kondome für den Mann, mit oder ohne

Spermizidbeschichtung

·Diaphragma, zusammen mit

Spermiziden

·Portiokappe, zusammen mit

Verhütungsring).

Spermiziden

·Verhütungsschwamm (Enthält

Spermizide)

* Minipillen, welche nur Gestagene enthalten und Kondome für die Frau (Femidom) sind für die

Anwendung zusammen mit Toctino unzureichende Verhütungsmethoden

Die Empfängnisverhütung muss mindestens 1 Monat nach dem Ende der Toctino-Behandlung

fortgesetzt werden, auch bei Patientinnen mit Amenorrhö.

Die Empfängnisverhütung muss angewandt werden, es sei denn permanente Unfruchtbarkeit wurde

medizinisch diagnostiziert oder die Patientin verzichtet komplett auf heterosexuellen

Geschlechtsverkehr.

Schwangerschaftstests

Es wird empfohlen, in Übereinstimmung mit den örtlichen Verfahrensweisen innerhalb der ersten 3

Tage des Menstruationszyklus ärztlich überwachte Schwangerschaftstests (Serum oder Urin) mit

einer Mindestsensitivität von 25 mIU/ml wie folgt durchzuführen:

Vor Behandlungsbeginn

Vor der Behandlung sollten 2 Schwangerschaftstests mit einem Abstand von mind. 3 Wochen

durchgeführt werden. Der zweite Schwangerschaftstest sollte dabei solange hinausgeschoben

werden, bis die Patientin eine effektive Methode der Schwangerschaftsverhütung für 1 Monat

angewandt hat. Die Daten und Befunde der Schwangerschaftstests sind zu dokumentieren.

Nach Behandlungsbeginn

Kontrolluntersuchungen müssen in monatlichen Intervallen angesetzt werden um

Schwangerschaftstests durchzuführen. Ein negatives Ergebnis muss jeden Monat dokumentiert

werden, bevor Toctino verschrieben wird.

Am Behandlungsende

Ein Monat nach dem Ende der Behandlung muss sich die Patientin einem abschliessenden,

medizinisch überwachten Schwangerschaftstest unterziehen.

Männliche Patienten

Geringe Mengen an Alitretinoin (oberhalb der endogenen Konzentrationen) wurden im Samen

einiger gesunder Probanden festgestellt, die mit 40 mg Alitretinoin behandelt wurden. Eine

Akkumulation des Arzneimittels im Samen ist nicht zu erwarten. Auch eine angenommene

vollständige vaginale Absorption dieser Mengen hätte nur eine vernachlässigbare Wirkung auf die

endogenen Plasmakonzentrationen der weiblichen Partnerin oder eines Fötus und scheint daher kein

Problem für den Fötus darzustellen, falls die Partnerin schwanger ist. Aus präklinischen Daten geht

hervor, dass die männliche Fertilität durch eine Behandlung mit Alitretinoin eventuell beeinträchtigt

wird (siehe «Präklinische Daten»).

Zusätzliche Vorsichtsmassnahmen

Die Patienten müssen dazu angehalten werden, das Arzneimittel niemals an andere Personen

weiterzugeben, insbesondere nicht an Frauen und nicht benötigte Kapseln am Ende der Behandlung

an ihre Apotheke zurückzugeben.

Patienten dürfen während und 1 Monat nach der Behandlung mit Toctino kein Blut spenden, da bei

schwangeren Frauen, die eine Bluttransfusion erhalten, ein potenzielles Risiko für den Fötus besteht.

Aufklärungsmaterial

Um verschreibenden Ärzten, Apothekern und Patienten bei der Vermeidung einer fötalen Exposition

gegenüber Alitretinoin zu helfen, wird der Zulassungsinhaber Aufklärungsmaterialien zur Verfügung

stellen, welche die Warnungen zur Teratogenizität von Toctino noch bestärken, Hinweise zur

Empfängnisverhütung vor dem Behandlungsbeginn geben und Aufklärung über die Notwendigkeit

von Schwangerschaftstests liefern. Alle Patienten, männlich und weiblich, müssen vom Arzt in

vollem Umfang über das teratogene Risiko und die im Schwangerschaftsverhütungsprogramm

dargelegten strengen Massnahmen zur Empfängnisverhütung aufgeklärt werden.

Psychische Störungen

Bei mit systemischen Retinoiden einschliesslich Alitretinoin behandelten Patienten wurde über

Depressionen, Verstärkung von Depressionen, Angst, Aggressivität, Gemütsschwankungen,

psychotische Symptome und in seltenen Fällen Suizidversuche und Suizide berichtet. Daher sollten

die Patienten vor der Behandlungseinleitung sowie bei jeder Visite während der Behandlung mit

Toctino zu allfälligen psychiatrischen Störungen, Depressionen oder Gemütsstörungen befragt

werden. Patienten mit Depression oder Suizidalität in der Anamnese sollen vor und während der

Behandlung psychologisch/psychiatrisch beraten/betreut werden. Die Behandlung mit Alitretinoin

sollte beim Auftreten von Gemütsstörungen, Psychosen oder Aggressionen abgebrochen werden. Die

Patienten sind bis zum Verschwinden neu aufgetretener Symptome zu überwachen. Die

Sensibilisierung von Familienangehörigen oder Freunden könnte dazu beitragen, eine

Verschlechterung der psychischen Gesundheit zu entdecken. Das Absetzen von Alitretinoin reicht

jedoch möglicherweise nicht aus, um eine Besserung der Symptome zu bewirken, so dass eine

weitere psychiatrische Abklärung notwendig sein kann.

UV-Strahlung

Da die Wirkung von UV-Strahlung durch eine Retinoid-Therapie verstärkt wird, sollten Patienten

sich keinem übermässigen Sonnenlicht aussetzen und die unüberwachte Nutzung von Sonnenlampen

vermeiden. Sofern erforderlich, sollte ein Sonnenschutzmittel mit einem Sonnenschutzfaktor von

mindestens 15 verwendet werden.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Patienten, die an trockener Haut und trockenen Lippen leiden, sollten angewiesen werden, eine

feuchtigkeitsspendende Salbe oder Creme bzw. einen Lippenbalsam zu verwenden.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Die Behandlung mit anderen systemischen Retinoiden wird mit Knochenveränderungen wie

vorzeitigem Epiphysenschluss, Hyperostose und Kalzifizierung von Sehnen und Bändern assoziiert.

Bei mit Alitretinoin behandelten Patienten wurden Myalgie, Arthralgie und erhöhte

Kreatininphosphokinase-Werte im Serum beobachtet.

Augenerkrankungen

Die Behandlung mit Alitretinoin ist mit Augentrockenheit verbunden. Die Symptome klingen

normalerweise am Behandlungsende von allein ab. Trockene Augen können durch Auftragen einer

Feuchtigkeit spendenden Augensalbe oder eines Tränenersatzmittels behandelt werden. Es können

Unverträglichkeitsreaktionen gegenüber Kontaktlinsen auftreten, die während der Behandlung das

Tragen einer Brille erforderlich machen können.

Die Behandlung mit systemischen Retinoiden wurde mit einer Hornhauttrübung bzw.

Hornhautentzündung in Verbindung gebracht. Bei mit Alitretinoin behandelten Patienten wurde eine

Beeinträchtigung des Nachtsehens beobachtet. All diese Effekte verschwinden in der Regel nach

Beendigung der Behandlung.

Patienten mit Sehstörungen müssen an einen Augenarzt überwiesen werden. Gegebenenfalls kann

ein Absetzen von Toctino notwendig sein.

Benigne Erhöhung des Schädelinnendrucks

Die Behandlung mit systemischen Retinoiden einschliesslich Alitretinoin wurde mit einer benignen

Erhöhung des Schädelinnendrucks in Verbindung gebracht, wobei einige dieser Fälle bei

gleichzeitiger Anwendung von Tetrazyklinen auftraten (siehe «Kontraindikationen» und

«Interaktionen»). Zeichen und Symptome einer benignen Erhöhung des Schädelinnendrucks sind

unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Visusstörungen und Papillenödem.

Patienten, bei denen es zu einer benignen Erhöhung des Schädelinnendrucks kommt, müssen die

Behandlung mit Alitretinoin unverzüglich abbrechen.

Fettstoffwechsel

Unter der Behandlung mit Alitretinoin wurden Fälle erhöhter Plasmacholesterin- und

Triglyceridwerte beobachtet. Serumcholesterin und Triglyceride (Nüchternwerte) sollten überwacht

werden.

Wenn eine Hypertriglyceridämie nicht auf einem akzeptablen Niveau kontrollierbar ist, muss die

Behandlung mit Alitretinoin abgebrochen werden.

Pankreatitis

Alitretinoin ist abzusetzen, falls Symptome einer Pankreatitis auftreten. Triglyceridwerte über 800

mg/dL (9 mmol/L) gehen gelegentlich mit einer akuten Pankreatitis einher, die tödlich verlaufen

kann.

Schilddrüsenfunktion

Unter der Behandlung mit Alitretinoin wurden in Schilddrüsenfunktionstests Veränderungen

beobachtet, zumeist in Form einer reversiblen Senkung des Thyreotropinwerts (TSH) und des T4-

Werts [freies Thyroxin].

Leber- und Gallenerkrankungen

Unter der Behandlung mit anderen systemischen Retinoiden wurden Fälle eines vorübergehenden

und reversiblen Anstiegs der Lebertransaminasen beobachtet. In Fällen, bei denen eine klinisch

relevante, anhaltende Erhöhung der Transaminasewerte auftritt, muss eine Reduzierung der Dosis

oder ein Abbruch der Therapie in Erwägung gezogen werden.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Systemische Retinoide, einschliesslich Alitretinoin, wurden mit entzündlichen Darmerkrankungen

(einschliesslich regionaler Ileitis) bei Patienten ohne Darmerkrankungen in der Anamnese in

Verbindung gebracht. Bei Auftreten schwerer Diarrhö oder rektalen Blutungen sollte die Diagnose

einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (IBD) in Erwägung gezogen und die Behandlung

unverzüglich abgebrochen werden.

Allergische Reaktionen

Im Zusammenhang mit systemischen Retinoiden, einschliesslich Alitretinoin, wurde selten von

anaphylaktischen Reaktionen, in einigen Fällen nach vorhergehender topischer Anwendung von

Retinoiden berichtet. Allergische Hautreaktionen traten ebenfalls selten auf.

Es wurde von schweren Fällen einer allergischen Vaskulitis, oft in Verbindung mit Purpura

(Hämatome und rote Flecken) an den Extremitäten und extrakutaner Beteiligung berichtet. Schwere

allergische Reaktionen erfordern eine Unterbrechung der Behandlung und sorgsame Beobachtung.

Patienten mit Risikofaktoren

Bei Patienten mit Diabetes mellitus, starkem Übergewicht, kardiovaskulären Risikofaktoren oder

Fettstoffwechselstörungen könnten unter der Behandlung mit Toctino häufigere Kontrollen der

Serumlipidwerte und/oder des Blutzuckerspiegels notwendig sein.

Interaktionen

Pharmakokinetische Wechselwirkungen

Alitretinoin wird durch Cytochrom P450 (CYP) 3A4, CYP2C8 und CYP2C9 verstoffwechselt und

wird isomerisiert.

Komedikationen, die die Pharmakokinetik von Alitretinoin beeinflussen können

Die gleichzeitige Verabreichung starker CYP3A4- oder PgP-Inhibitoren wie Ketoconazol führt zu

einer Erhöhung des Alitretinoin-Spiegels. Bei Auftreten unerwünschter Ereignisse sollte eine

Reduzierung der Alitretinoin-Dosis auf 10 mg erwogen werden. Die Effekte anderer CYP3A4-

Inhibitoren wurden nicht untersucht.

Es sollte eine Dosisreduktion auf 10 mg in Erwägung gezogen werden, wenn Alitretinoin

gleichzeitig mit potenten CYP2C9-Inhibitoren (z.B. Diosmin, Fluconazol, Miconazol oder

Oxandrolon) oder potenten CYP2C8-Inhibitoren (z.B. Gemfibrozil) angewendet wird.

CYP3A4-Substrate wie Ciclosporin oder Simvastatin haben keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik

von Alitretinoin.

Einfluss von Alitretinoin auf die Pharmakokinetik von Komedikationen

Alitretinoin kann die Exposition gegenüber CYP2C8-Substraten erhöhen, daher wird die

gleichzeitige Verabreichung mit Amiodaron (ein CYP2C8-Substrat mit langer Halbwertszeit und

schmalem therapeutischem Index) nicht empfohlen. Vorsicht ist geboten, wenn Alitretinoin

gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln angewendet wird, die Substrate für CYP2C8 sind (z.B.

Paclitaxel, Rosiglitazon, Repaglinid).

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Simvastatin mit Alitretinoin wurde eine <25%-ige Reduktion

der Plasmaspiegel von Simvastatin und Simvastatin-Säure beobachtet Die Auswirkungen auf andere,

ähnliche Arzneimittel wurden nicht untersucht.

Alitretinoin hat keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Ketoconazol oder Ciclosporin.

Interaktionen im Zusammenhang mit hormonaler Kontrazeption

Da eine wirksame Kontrazeption für mit Alitretinoin behandelte Frauen im gebärfähigen Alter

zwingend notwendig ist, sollten bei Frauen, die hormonale Kontrazeptiva verwenden, keine

Komedikation mit bestimmten Arzneimitteln erfolgen, die als wirksame Stoffwechselinduktoren

bekannt sind (z.B. Johanniskraut, bestimmte Antiepileptika und Proteaseinhibitoren), da die

Wirksamkeit der Empfängnisverhütung herabgesetzt sein kann. Dem verschreibenden Arzt wird

geraten, die Fachinformation aller Arzneimittel zu konsultieren, die gleichzeitig mit hormonalen

Kontrazeptiva verabreicht werden. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Alitretinoin und den oralen

Kontrazeptiva Ethinylestradiol und Norgestimat wurden keine pharmakokinetischen

Wechselwirkungen beobachtet.

Pharmakodynamische Wechselwirkungen

Aufgrund des Risikos einer Hypervitaminose A darf Alitretinoin nicht gemeinsam mit Vitamin A

oder anderen Retinoiden eingenommen werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Retinoiden und Tetrazyklinen wurden Fälle einer benignen Erhöhung

des Schädelinnendrucks (Pseudotumor cerebri) berichtet. Die gleichzeitige Anwendung von

Tetrazyklinen muss daher vermieden werden; bei gleichzeitiger Anwendung von Methotrexat ist eine

erhöhte Inzidenz von Hepatotoxizität beschrieben (siehe «Kontraindikationen» und «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Toctino ist bei schwangeren Frauen absolut kontraindiziert (siehe Abschnitt «Kontraindikationen»).

Wenn trotz der Massnahmen zur Empfängnisverhütung während oder einen Monat nach der

Behandlung mit Toctino eine Schwangerschaft eintritt, besteht ein hohes Risiko ernsthafter und

schwerwiegender Missbildungen des Fötus.

Alitretinoin ist ein Retinoid und hat somit eine stark teratogene Wirkung. Zu den fetalen

Missbildungen bei einer Exposition gegenüber Retinoiden gehören Anomalien des

Zentralnervensystems (Hydrocephalus, Missbildungen/Anomalien des Kleinhirns, Microcephalie),

Gesichtsdysmorphie, Gaumenspalte, Fehlbildungen des äusseren Gehörgangs (Fehlen der

Ohrmuschel, schmaler oder fehlender äusserer Gehörgang), Fehlbildungen der Augen

(Microphthalmie), kardiovaskuläre Fehlbildungen (konotrunkale Fehlbildungen wie Fallot-

Tetralogie, Transposition der grossen Gefässe, Septumsdefekte), Fehlbildungen der Thymusdrüse

und der Nebenschilddrüsen. Ausserdem ist die Inzidenz von Spontanaborten erhöht.

Sollte bei einer mit Toctino behandelten Frau eine Schwangerschaft auftreten, muss die Behandlung

abgebrochen werden und die Patientin zur Abklärung und Beratung an einen im Bereich der

Teratologie spezialisierten oder erfahrenen Arzt überwiesen werden.

Stillzeit

Da Alitretinoin stark lipophil ist, ist der Übergang von Alitretinoin in die Muttermilch sehr

wahrscheinlich. Aufgrund der möglichen Risiken für das gestillte Kind ist die Anwendung von

Alitretinoin bei stillenden Müttern kontraindiziert.

Fertilität

Geringe Mengen an Alitretinoin (oberhalb der endogenen Konzentrationen) wurden im Samen

einiger gesunder Probanden festgestellt, die mit 40 mg Alitretinoin behandelt wurden. Eine

Akkumulation des Arzneimittels im Samen ist nicht zu erwarten. Auch eine vollständige vaginale

Absorption dieser Mengen hätte nur eine vernachlässigbare Wirkung auf die endogenen

Plasmakonzentrationen der weiblichen Partnerin oder eines Fötus und scheint daher kein Problem für

den Fötus darzustellen, falls die Partnerin schwanger ist. Aus präklinischen Daten geht hervor, dass

die männliche Fertilität durch eine Behandlung mit Alitretinoin eventuell beeinträchtigt wird (siehe

«Präklinische Daten»).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Unter der Behandlung mit Alitretinoin und anderen Retinoiden wurde eine Beeinträchtigung des

Nachtsehens beobachtet. Patienten sollten auf dieses potenzielle Problem hingewiesen und zur

Vorsicht beim Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen angehalten werden.

Unerwünschte Wirkungen

Daten aus klinischen Studien

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Alitretinoin in Patienten mit schwerem chronischem

Handekzem, das refraktär gegenüber einer Behandlung mit potenten topischen Kortikosteroiden war,

wurden in zwei randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studien untersucht

(siehe «Klinische Wirksamkeit).

Die unter einer Alitretinoin-Therapie am häufigsten beobachteten unerwünschten Wirkungen waren

Kopfschmerzen (30 mg: 24%; 10 mg: 11%), Erythem, Übelkeit, Gesichtsröte und Änderungen der

Laborwerte in Form erhöhter Triglyceridwerte (30 mg: 35%; 10 mg: 17%), erhöhter

Cholesterinwerte (30 mg: 28%; 10 mg: 17%), erniedrigter Thyreotropinwerte (TSH) und erniedrigter

Werte an freiem T4 (30 mg: 11%).

Diese unerwünschten Wirkungen sind dosisabhängig und könnten durch eine Dosisreduzierung

gemindert werden.

Die Nebenwirkungen sind im Folgenden nach MedDRA-Systemorganklassen und Häufigkeit sortiert

aufgeführt. Den Häufigkeitsangaben werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: sehr häufig

(≥1/10), häufig (≥1/100 und <1/10), gelegentlich (≥1/1'000 und <1/100), selten (≥1/10'000 und

<1/1'000) und sehr selten (<1/10'000), einschliesslich isolierter Berichte.

Erkrankungen des Blut- und Lymphsystems

Häufig

Anämie, erhöhte Eisenbindungskapazität, Monozytopenie; Thrombozytose

Endokrine Erkrankungen

Häufig

TSH erniedrigt, freies T4 erniedrigt

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig

Depression

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig

Kopfschmerzen (24%)

Häufig

Schwindel

Selten

Benigne Erhöhung des Schädelinnendrucks

Augenerkrankungen

Häufig

Konjunktivitis, trockenes Auge, Augenirritation

Gelegentlich Verschwommenes Sehen, Katarakt

Erkrankungen des Ohrs und des Innenohrs

Häufig

Tinnitus

Gefässerkrankungen

Häufig

Gesichtsröte, Hypertonie

Selten

Vaskulitis

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich Epistaxis

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig

Übelkeit, Mundtrockenheit, Erbrechen

Gelegentlich Dyspepsie

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig

Erhöhte Transaminasen1)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Häufig

Trockene Haut, trockene Lippen, Cheileitis, Ekzem1), Dermatitis1), Erythem,

Alopezie

Gelegentlich Pruritus, Hautausschlag, Hautexfoliation, asteatotisches Ekzem

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig

Arthralgie1), Myalgie1)

Gelegentlich Exostosie, Hyperostose, Spondylitis ankylosans

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig

Müdigkeit

Untersuchungen

Sehr häufig

Erhöhte Triglyceride im Blut (35%), erniedrigte Lipoproteine (HDL)(12%), erhöhtes

Blutcholesterin (28%)

Häufig

Erhöhte Kreatinphosphokinase im Blut

1) Die Gesamtinzidenz unerwünschter Ereignisse war nicht höher als die Inzidenz unerwünschter

Ereignisse in der entsprechenden Placebogruppe

Mit Retinoiden werden psychische Beeinträchtigungen, insbesondere Depression,

Stimmungsschwankungen und Suizidgedanken in Verbindung gebracht. In klinischen Prüfungen, bei

denen Patienten mit psychiatrischen Störungen in der Anamnese oder aktiven psychiatrischen

Störungen ausgeschlossen waren wurden die Patienten anhand des CES-D-Score (Center for

Epidemiological Studies-Depression) auf Depression überwacht. Die Behandlung mit Alitretinoin

wurde nicht mit Änderungen im CES-D-Score in Verbindung gebracht.

Die folgenden unerwünschten Ereignisse wurden nicht in klinischen Studien mit Alitretinoin, aber

bei anderen Retinoiden beobachtet: entzündliche Darmerkrankung, Diabetes mellitus,

Farbenblindheit (eingeschränktes Farbensehen), Unverträglichkeit von Kontaktlinsen und

eingeschränktes Nachtsehen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die Behandlung mit systemischen Retinoiden wird mit Veränderungen in der

Knochenmineralisierung und extraossären Verkalkungen in Verbindung gebracht. In klinischen

Prüfungen zu Alitretinoin fanden sich bei Patienten mit chronischem Handekzem vor der

Behandlung (Baseline) häufig degenerative Veränderungen der Wirbelsäule und Kalzifizierungen der

Bänder, wobei bei einer kleinen Anzahl von Patienten während der Behandlung eine geringfügige

Progression zu verzeichnen war. Diese Beobachtungen waren im Einklang mit altersbezogenen

degenerativen Veränderungen. Knochendichtemessungen ergaben keinen Hinweis auf eine

dosisabhängige Wirkung auf die Knochenmineralisierung.

Post-Marketing-Daten

Neben den oben genannten UAW wurden in den Post-Marketing-Berichten die folgenden UAW

erwähnt, deren Häufigkeit nicht verlässlich abgeschätzt werden kann:

Erkrankungen des Immunsystems

Anaphylaktische Reaktionen,

Überempfindlichkeit

Psychiatrische Erkrankungen

Stimmungsschwankungen, Suizidgedanken

Augenerkrankungen

Vermindertes Nachtsehvermögen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Entzündliche Darmerkrankung

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Nagelveränderungen,

Photosensitivitätsreaktionen

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am

Verabreichungsort

Peripheres Ödem

Überdosierung

Symptome und Zeichen

Alitretinoin ist ein Vitamin-A-Derivat. In klinischen Prüfungen onkologischer Indikationen wurde

Alitretinoin in Dosierungen verabreicht, die mehr als das 10-fache der bei chronischem Handekzem

verabreichten therapeutischen Dosis betrugen. Die beobachteten unerwünschten Wirkungen

entsprachen der mit Retinoiden einhergehenden Toxizität und beinhalteten starke Kopfschmerzen,

Diarrhö, Gesichtsröte und Hypertriglyceridämie. Diese Erscheinungen waren reversibel.

Behandlung

Es existiert keine spezifische Behandlung einer Überdosierung von Alitretinoin. Im Fall einer

Überdosierung sollte der Patient supportiv behandelt und bei Bedarf entsprechend überwacht

werden.

Das weitere Vorgehen erfolgt wie klinisch angezeigt oder gemäss den Empfehlungen des

Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrums.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: D11AH04

Die pharmakologische Wirkung von Retinoiden lässt sich durch deren Wirkung auf die

Zellvermehrung, Zelldifferenzierung, Apoptose, Angiogenese, Keratinisierung, Sebumsekretion und

Immunmodulation erklären. Im Gegensatz zu anderen Retinoiden, die spezifische Agonisten

entweder der RAR- oder der RXR-Rezeptoren sind, lagert sich Alitretinoin an Rezeptoren beider

Rezeptorfamilien an. Der Wirkmechanismus von Alitretinoin beim chronischen Handekzem ist nicht

genau bekannt. Alitretinoin zeigt eine immunmodulatorische und antiinflammatorische Wirkung, die

für Hautentzündungen von Bedeutung ist. Die bei ekzematösen Hautläsionen exprimierten CXCR3-

Liganden und CCL20-Chemokine werden in Zytokin-stimulierten Keratinozyten und Endothelzellen

der Haut durch Alitretinoin herunterreguliert. Darüber hinaus unterdrückt Alitretinoin die Expansion

Zytokin-aktivierter Leukozyten-Subpopulationen und Antigen-präsentierender Zellen.

Es wurde beobachtet, dass Alitretinoin beim Menschen nur einen minimalen Einfluss auf die

Sebumsekretion hat.

Klinische Wirksamkeit

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Toctino bei Patienten mit schwerem, gegenüber starken

topischen Kortikosteroiden refraktärem, chronischem Handekzem (CHE) wurde in zwei

randomisierten, doppelblinden placebokontrollierten Studien der Phase 3 untersucht.

Primärer Endpunkt bei diesen Studien war der Anteil an Patienten, deren Hände nach dem Physicians

Global Assessment (PGA) Score bei Therapieende symptomfrei oder nahezu symptomfrei waren

(siehe Tabelle1). Die Behandlungsdauer betrug 12 bis 24 Wochen.

Die BAP00089 Studie (BACH) wurde unter Beteiligung von 1'032 Patienten mit schwerem

chronischen Handekzem in Europa und Kanada durchgeführt, die kein oder ein nur vorübergehendes

Ansprechen auf potente topische Kortikosteroide gezeigt hatten (anfängliche Verbesserung, gefolgt

von einer Verschlechterung der Krankheit trotz anhaltender Behandlung), oder die eine

Unverträglichkeit gegenüber potenten topischen Kortikosteroide aufwiesen. Alle Phänotypen des

chronischen Handekzems wurden eingeschlossen: Ca. 30% der Patienten hatten ein chronisches

Handekzem vom hyperkeratotischen Typ allein, die Mehrzahl der Patienten wies jedoch eine

Kombination mehrerer Phänotypen auf, z.B. mit Fingerspitzenekzem, Pomphylox und anderen.

Nahezu alle Patienten hatten Zeichen einer Hautentzündung, im Sinne von Erythem und/oder

Vesikeln. Die Behandlung mit Alitretinoin zeigte im Vergleich zu Plazebo einen signifikant höheren

Anteil an Patienten, deren Hände symptomfrei/nahezu symptomfrei waren. Das Ansprechen war

dosisabhängig (siehe Tabelle 1).

Die zweite Studie, BAP001346 (HANDEL), wurde in den USA durchgeführt und schloss 596

Patienten mit schwerem chronischem Handekzem ein, die kein oder ein nur vorübergehendes

Ansprechen auf potente topische Kortikosteroide gezeigt hatten (anfängliche Verbesserung, gefolgt

von einer Verschlechterung der Krankheit trotz anhaltender Behandlung), oder die eine

Unverträglichkeit gegenüber potenten topischen Kortikosteroiden aufwiesen. Die Patienten galten als

therapierefraktär, wenn sie während einer 16-wöchigen Einlaufzeit nach mindestens 2 Wochen

Behandlung mit einem sehr starken topischen Kortikosteroid noch immer ein schweres chronisches

Handekzem aufwiesen. Alle Phänotypen des chronischen Handekzems wurden eingeschlossen.

Tabelle 1: Ergebnisse: Primäre Endpunkte

BAP00089 (BACH)

BAP01346 (HANDEL)

Primärer Endpunkt

10 mg

30 mg

Placebo

30 mg

Placebo

ITT-Population

N = 418

N = 409

N = 205

N = 298

N = 298

PGA bei Therapieende n (%)

Gesamtansprechrate

115 (27.5%) 195 (47.7%) 34 (16.6%) 118 (39.6%) 44 (14.8%)

Symptomfrei

39 (9.3%)

90 (22.0%)

6 (2.9%)

58 (19.5%)

14 (4.7%)

Nahezu symptomfrei

76 (18.2%)

105 (25.7%) 28 (13.7%) 60 (20.1%)

30 (10.1%)

Vergleich zu Placebo P = 0.004

P <0.001

P <0.001

Dauer der Behandlung

Eine longitudinale Dosisreaktionsanalyse der Phase 3-Studien BAP00089, BAP001346 und der

Follow-up Studie BAP00091 – Kohorte A (Beschreibung siehe unten) zeigte, dass nach dem

Erreichen von symptomfreien oder annähernd symptomfreien Händen kein Zusammenhang zwischen

der Behandlungsdauer und der Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs bestand. Daher wird bei Patienten,

deren Hände früher als nach 24 Wochen symptomfrei oder nahezu symptomfrei sind, ein Abbruch

der Behandlung empfohlen.

Behandlungswiederholung

Eine Behandlungswiederholungsstudie (BAP00091 – Kohorte A) untersuchte die Wirksamkeit und

Sicherheit eines zweiten Behandlungszyklus bei Patienten, die in der Studie BAP00089 vorerst auf

die Behandlung ansprachen, aber anschliessend innerhalb 24 Wochen ein Rezidiv erlitten. Die

Patienten wurden im Verhältnis 2:1 in Gruppen randomisiert, die die gleiche Dosis wie bei der

Erstbehandlung (10 mg oder 30 mg) oder ein Placebo erhielten (N=70 Alitretinoin, N=47 Placebo).

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Patienten, die vorher auf Alitretinoin ansprachen, von einem

zweiten Behandlungszyklus profitieren könnten.

Pharmakokinetik

Absorption

Alitretinoin ist eine Verbindung mit geringer Löslichkeit, geringer Permeabilität und geringer und

variabler Bioverfügbarkeit. Alitretinoin wird im Nüchternzustand nicht konsequent aus dem

Gastrointestinaltrakt absorbiert. Bei der Einnahme mit einer fettreichen Mahlzeit ist die systemische

Exposition substanziell (um mehr als das 2-fache) erhöht.

In vitro-Daten aus einem Gastrointestinalsystem deuten darauf hin, dass die für die Absorption zur

Verfügung stehende Menge an Alitretinoin je nach Fettaufnahme unterschiedlich ist (bei Einnahme

mit einer Mahlzeit mit einem Fettanteil von ca. 25% ist die für die Absorption zur Verfügung

stehende Menge geringer als bei Einnahme mit einer Mahlzeit mit einem Fettanteil von ~40% oder

~60%). Daher sollte Alitretinoin einmal täglich, vorzugsweise immer zur gleichen Tageszeit, mit

einer Hauptmahlzeit eingenommen werden, um die Exposition zu maximieren.

Nach Verabreichung von Alitretinoin 30 mg 1× tgl. mit einer Mahlzeit mit einem Fettanteil von 40%

liegt die mediane Tmax bei 4 Stunden, die mittlere Cmax bei 177 ng/mL und die mittlere AUC(0-τ)

bei 405 ng*hr/mL.

Die maximale Plasmakonzentration (Cmax) von Alitretinoin und die Exposition (AUC) gegenüber

Alitretinoin nehmen mit steigenden Einzeldosen über den Bereich von 5 bis 150 mg zu. Die AUC-

Werte von Alitretinoin steigen bei Tagesdosen (einmal täglich) von 10 mg bis 30 mg proportional

zur Dosis. Die Cmax von Alitretinoin kann mit steigenden Dosen weniger als proportional zunehmen

Distribution

Alitretinoin wird zu 99.1% an Plasmaproteine gebunden. Es wird geschätzt, dass das

Distributionsvolumen von Alitretinoin grösser als das extrazelluläre Volumen (>14L), aber geringer

als das Gesamtkörperwasser ist.

Metabolismus

Alitretinoin wird durch die CYP2C9-, CYP2C8- und CYP3A4-Isoenzyme metabolisiert und in 4-

oxo-Alitretinoin umgewandelt. Bei beiden Verbindungen findet eine Isomerisierung in Tretinoin

(bzw. Isotretinoin) und ihre 4-oxo-Metaboliten statt. Nach oraler Aufnahme von Alitretinoin ist 4-

oxo-Alitretinoin der am häufigsten beobachtete aktive zirkulierende Metabolit mit einem AUC-Wert

im Bereich von >70% des AUC-Werts der Muttersubstanz. Die Isomere von Alitretinoin (Tretinoin,

Isotretinoin) und 4-oxo-Alitretinoin (4-oxo-Tretinoin und 4-oxo-Isotretinoin) spielen eine

untergeordnete Rolle mit einer Exposition, die <12% der Exposition gegenüber der Muttersubstanz

ausmacht. 4-oxo-Alitretinoin wird weiter glucuronidiert und über den Harn ausgeschieden.

Es wurden keine konsistenten zeitabhängigen Veränderungen (weder Induktion noch Akkumulation)

bei der Pharmakokinetik von Alitretinoin oder dessen gemessenen Metaboliten beobachtet.

Alitretinoin ist ein endogenes Retinoid. Alitretinoin-Konzentrationen kehren innerhalb von 2 bis 3

Tagen nach Behandlungsende zu den endogenen Konzentrationen zurück.

Elimination

Eine radioaktiv markierte Dosis Alitretinoin wurde vollständig ausgeschieden, wobei ca. 94% der

Dosis innerhalb von 14 Tagen wiedergefunden wurden. Radioaktiv markiertes Material wurde

hauptsächlich über den Harn (63%, <1% als unveränderte Muttersubstanz) und zu einem kleineren

Anteil (ca. 30%, 1% als unveränderte Muttersubstanz) über die Fäzes ausgeschieden. Die in den

Ausscheidungen am stärksten vertretene Verbindung ist das Glucuronid des 4-oxo-Alitretinoin, das

ca. 6,5% der Dosis im Urin ausmacht.

Die Eliminationshalbwertszeit betrug durchschnittlich 9 Stunden bei Alitretinoin und 10 Stunden bei

4-oxo-Alitretinoin.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Pharmakokinetik von Alitretinoin und seinen gemessenen Metaboliten in speziellen

Patientengruppen (Adipositas, Geschlecht, Alter und Niereninsuffizienz) wurde in einer Studie mit

32 Patienten mit mässigem bis schwerem chronischem Handekzem untersucht, die 12 bis 24 Wochen

lang mit Alitretinoin behandelt wurden. Die Analysen zeigten Folgendes:

Adipositas

Ein erhöhtes Körpergewicht oder ein erhöhter Body Mass Index (BMI) führt zu keinen klinisch

bedeutsamen Veränderungen bei der Exposition gegenüber Alitretinoin oder 4-oxo-Alitretinoin.

Geschlecht

Es gibt keine signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschiede bei den AUC- und Cmax-Werten

von Alitretinoin oder 4-oxo-Alitretinoin

Ältere Patienten

Es existieren nur beschränkte Daten über die Pharmakokinetik in älteren Patienten (n=6 über 60

Jahre und n=3 über 65 Jahre), es scheint jedoch kein Zusammenhang zwischen höherem Alter und

den dosisnormalisierten AUC- bzw. Cmax-Werten von Alitretinoin oder 4-oxo-Alitretinoin zu

bestehen.

Ein longitudinales Dosisreaktionsmodell aus Studien zur klinischen Wirksamkeit zeigt, dass ältere

Patienten (n=126) früher und ausgeprägter auf die Behandlung ansprechen und eine geringere

Rezidivwahrscheinlichkeit aufweisen, während jedoch bei ihnen die Wahrscheinlichkeit erhöht ist,

nach 12 bis 16 Wochen Behandlung erhöhte Triglyceridwerte aufzuweisen.

Niereninsuffizienz

Zu Patienten mit mässiger Niereninsuffizienz liegen keine pharmakokinetischen Daten vor; bei

leichter Niereninsuffizienz zeigt sich jedoch kein Einfluss auf die Pharmakokinetik von Alitretinoin,

wobei Patienten mit einer geschätzten Creatinin-Clearance von 60-90 mL/min (n=8) bzw. ≥90

mL/min (n=23) einen durchschnittlichen AUC-Wert von 342 (Spanne: 237-450) bzw. 312 (195-576)

ng*h/mL, jeweils normalisiert auf eine Alitretinoin-Dosis von 30 mg, aufwiesen. Cmax und AUC(0-

tau) von 4-oxo-Alitretinoin könnten bei Patienten mit leichter Niereninsuffizienz leicht erhöht sein,

obwohl dieser Effekt gering ist (<20%).

Zu Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (CrCl <30 mL/min) oder terminaler Niereninsuffizienz

liegen keine Daten vor.

Leberinsuffizienz

Es liegen keine ausreichenden Studiendaten vor.

Präklinische Daten

Akute Toxizität

Die akute Toxizität von Alitretinoin wurde an Mäusen und Ratten ermittelt. Die LD50 nach

intraperitonealer Applikation betrug >4'000 mg/kg nach 24 Stunden und 1'400 mg/kg nach 10 Tagen.

Die ungefähre LD50 nach oraler Applikation betrug bei Ratten 3'000 mg/kg.

Chronische Toxizität

Alitretinoin war an Langzeitstudien von bis zu 9 Monaten an Hunden und in 6-monatigen Studien an

Ratten getestet worden. Tägliche Dosen von 0,7 mg/kg, 2 mg/kg und 6 mg/kg waren an beide

Spezies verabreicht worden. Die Toxizitätszeichen waren dosisabhängig und für Retinoide

charakteristisch (übereinstimmend mit den Symptomen einer Hypervitaminose A) und im

Allgemeinen spontan reversibel.

Teratogenität

Wie andere Retinoide hat sich Alitretinoin in vitro und in vivo als teratogen erwiesen.

Aufgrund des teratogenen Potentials von Alitretinoin müssen Frauen im gebärfähigen Alter 1 Monat

vor, während und 1 Monat nach der Alitretinoin-Therapie strenge Massnahmen zur

Empfängnisverhütung anwenden (siehe «Kontraindikationen», «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen» und «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Fertilität

Alitretinoin wurde in einer Studie zu den Auswirkungen auf die Fertilität und frühe

Embryonalentwicklung von Ratten getestet. Auch mit der höchsten getesteten Dosis von 10

mg/kg/Tag wurden keine Auswirkungen auf die Fortpflanzungsparameter der männlichen und

weiblichen Tiere beobachtet, wobei ähnliche Plasmakonzentrationen wie im Mensch erreicht

wurden.

Bei Hunden und Mäusen wurden bei hohen Dosen und/oder nach langdauernder Verabreichung

reversible Auswirkungen auf die männlichen Fortpflanzungsorgane in Form gestörter

Spermatogenese und damit assoziierter degenerativer Läsionen der Testes beobachtet. Bei Hunden

betrug der Sicherheitsfaktor (basierend auf AUC) hinsichtlich der Dosis ohne toxische Wirkung auf

die männlichen Fortpflanzungsorgane (NOAEL) 1.6, bezogen auf eine Dosis von 30 mg beim

Menschen.

Mutagenität

Alitretinoin hat sich weder in In-vitro- noch in In-vivo-Versuchen als mutagen erwiesen.

Karzinogenität

Alitretinoin wurde in 2-Jahres-Karzinogenitätsstudien an Ratten und Mäusen getestet. Bei höheren

Dosen wurde eine dosisabhängige, retinoid-spezifische Toxizität beobachtet, wobei jedoch kein

karzinogenes Potential festgestellt wurde.

Phototoxizität

Alitretinoin hat sich in vitro und in vivo als phototoxisch erwiesen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Toctino darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) lagern. In der Originalverpackung aufbewahren. Zum Schutz vor

Licht die Blister in der Faltschachtel aufbewahren.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

58711 (Swissmedic).

Packungen

Toctino 10 und 30 mg, Kapseln: 30 [A].

Zulassungsinhaberin

GlaxoSmithKline AG, Münchenbuchsee.

Stand der Information

September 2017.

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