Tasmar 100 mg Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
tolcaponum
Verfügbar ab:
MEDA Pharma GmbH
ATC-Code:
N04BX01
INN (Internationale Bezeichnung):
tolcaponum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
tolcaponum 100 mg, excipiens pro compresso obducto.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Morbus Parkinson
Zulassungsnummer:
54055
Berechtigungsdatum:
1997-02-25

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Tasmar®

MEDA Pharma GmbH

Was ist Tasmar und wann wird es angewendet?

Tasmar wird zusammen mit Levodopa/Benserazid oder Levodopa/Carbidopa zur Besserung Ihrer

Symptome der Parkinsonschen Krankheit verwendet.

Die Catechol-O-Methyltransferase (COMT, ein Enzym, das natürlich im Körper vorkommt) baut

Levodopa, einen Wirkstoff von Levodopa/Benserazid und Levodopa/Carbidopa, ab. Tolcapon, der

Wirkstoff von Tasmar, hemmt die COMT und verlangsamt den Abbau von Levodopa. Das bedeutet,

dass Levodopa/Benserazid oder Levodopa/Carbidopa bei gemeinsamer Gabe mit Tasmar besser

wirken können, sich die Anzeichen der Parkinsonschen Krankheit bei Ihnen verbessern werden und

Sie unter Umständen weniger Levodopa/Benserazid oder Levodopa/Carbidopa einnehmen müssen.

Tasmar darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin und gemäss seinen oder ihren

Anweisungen eingenommen werden. Der Entscheid über die Behandlung mit Tasmar wird von

einem Spezialisten gefällt.

Was sollte dazu beachtet werden?

Die Einnahme von Tasmar kann zu einer verstärkten Gelbfärbung des Urins führen. Diese ist jedoch

unbedenklich.

Wann darf Tasmar nicht angewendet werden?

Sie dürfen Tasmar nicht einnehmen,

·wenn Sie gegen Tolcapon oder einen der anderen Inhaltsstoffe allergisch sind,

·wenn Sie eine Lebererkrankung oder eine Störung der Leberfunktion (erhöhte Leberenzymwerte)

haben. Eine Therapie mit Tasmar darf nicht begonnen werden bei Patienten und Patientinnen mit

vorbestehender Lebererkrankung oder Störung der Leberfunktion (Transaminasen-Test),

·wenn Sie unter schweren unwillkürlichen Bewegungen (Dyskinesien) leiden,

·wenn Sie früher einmal ein Krankheitsbild mit schwerwiegender Muskelsteifheit, Fieber oder

Verwirrtheit hatten (malignes neuroleptisches Syndrom (MNS) – und/oder eine spezielle Form einer

Muskelerkrankung mit Zerstörung des Muskelgewebes (nicht-traumatische Rhabdomyolyse) hatten

oder haben,

·wenn Sie eine spezielle Form von Tumoren im Nebennierenmark haben (Phaeochromozytom),

·wenn Sie bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen und Zwangsstörungen

einnehmen, sogenannte nicht-selektive Monoaminoxidase-(MAO)-Hemmer.

Wann ist bei der Einnahme von Tasmar Vorsicht geboten?

Warnhinweis

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin hat Sie darüber informiert, dass bei der Anwendung von Tasmar in seltenen

Fällen schwerwiegende Leberschädigungen beobachtet wurden und Sie haben dem Arzt bzw. der

Ärztin Ihre mündliche Zustimmung zur Behandlung mit Tasmar gegeben. Diese Leberschäden traten

meist zwischen dem 1. und 6. Monat der Behandlung auf. Des Weiteren sei darauf hingewiesen, dass

Patientinnen ein höheres Risiko für Leberschäden haben können. Eine weitere, ernst zu nehmende

Nebenwirkung ist eine Erkrankung mit Muskelsteifheit bzw. -schädigung, Fieber und Verwirrtheit,

die v.a. bei zu raschem Absetzen von Tasmar auftreten kann.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin muss regelmässig Blutuntersuchungen durchführen, um Ihre Leberfunktion

zu überprüfen, da die Behandlung mit Tasmar in seltenen Fällen die Leberfunktion stark

beeinträchtigen kann. Wenn Sie Symptome einer Lebererkrankung bemerken, wie Übelkeit,

Erbrechen, Bauchschmerzen, Juckreiz, Appetitlosigkeit, Schwäche, Fieber, Dunkelfärbung des Urins

oder Gelbsucht, müssen Sie sofort mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin Kontakt aufnehmen.

Schon bald nach Beginn der Behandlung mit Tasmar können bei Ihnen Symptome auftreten, die von

Levodopa verursacht werden, wie beispielsweise Dyskinesien (unwillkürliche Bewegungen),

Schlafstörungen, Übelkeit und Appetitverminderung. Falls Sie sich unwohl fühlen, sollten Sie

deshalb den Arzt bzw. die Ärztin benachrichtigen, da eventuell Ihre Levodopadosis geändert werden

muss.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, falls Sie an hartnäckigem oder schwerem Durchfall zu

leiden beginnen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie oder Ihre Familie/Ihre Betreuungsperson feststellen, dass Sie

den Drang oder das Verlangen entwickeln, sich in einer Weise zu verhalten, die ungewöhnlich für

Sie ist, oder Sie dem Impuls, dem Antrieb oder der Versuchung nicht widerstehen können, bestimmte

Aktivitäten auszuführen, die Ihnen oder anderen schaden können. Diese Verhaltensweisen werden

als Störungen der Impulskontrolle bezeichnet und können eine Spielsucht, exzessives Essen oder

exzessive Geldausgaben, einen ungewöhnlich hohen Sexualtrieb oder die Beschäftigung mit einer

Zunahme der sexuellen Gedanken oder Gefühle einschliessen. Möglicherweise muss Ihr Arzt dann

Ihre Behandlung überprüfen.

Setzen Sie Tasmar auf keinen Fall selbständig ab, ohne vorher mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zu

sprechen. Starke Dosisreduktionen oder abruptes Absetzen von Parkinson-Arzneimitteln können in

einzelnen Fällen zu Muskelversteifung und Schädigung der Skelettmuskulatur, Fieber oder geistiger

Verwirrtheit führen. Aus diesem Grund muss Tasmar stufenweise unter Aufsicht des behandelnden

Arztes oder der behandelnden Ärztin abgesetzt werden.

Falls Sie beunruhigt sind, nehmen Sie sofort Kontakt mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin auf.

Informieren Sie den Arzt bzw. die Ärztin, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem

eingenommen haben bzw. damit behandelt wurden, insbesondere über:

·Antidepressiva,

·Alpha-Methyldopa (Arzneimittel gegen zu hohen Blutdruck),

·Apomorphin (zur Behandlung der Parkinsonschen Krankheit),

·Dobutamin (zur Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz),

·Adrenalin und Isoprenalin (werden z.B. zur Behandlung eines Herzinfarkts oder eines akuten

Asthmaanfalls verwendet),

·bestimmte blutgerinnungshemmende Mittel (hemmen die Blutverdickung). In diesem Fall wird Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin unter Umständen regelmässige Blutuntersuchungen durchführen, um Ihre

Blutgerinnungswerte zu überwachen.

Falls Sie ins Krankenhaus aufgenommen werden oder Ihnen ein neues Arzneimittel verordnet wird,

müssen Sie dem Arzt bzw. der Ärztin mitteilen, dass Sie Tasmar einnehmen.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen beeinträchtigen.

Tasmar kann bestimmte, durch Levodopa verursachte Nebenwirkungen (z.B. Benommenheit,

Schläfrigkeit, plötzliche Schlafattacken, manchmal auch ohne Vorwarnung, oder Anzeichen eines

niedrigen Blutdrucks beim Aufstehen) verstärken und auf diese Weise Ihre Leistungsfähigkeit beim

Lenken von Fahrzeugen oder bei der Bedienung von Maschinen beeinträchtigen. Bevor Sie

Maschinen bedienen oder Auto fahren, sollte Ihre individuelle Reaktion auf die Therapie deshalb von

Ihrem Arzt bzw. von Ihrer Ärztin beurteilt werden.

Tasmar enthält Laktose (Milchzucker). Bitte nehmen Sie Tasmar daher erst nach Rücksprache mit

Ihrem Arzt bzw. Ärztin ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit

gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden!

Darf Tasmar während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Dieses Arzneimittel sollte, wenn nicht ausdrücklich von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin verordnet,

während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Teilen Sie dem Arzt bzw. der Ärztin

unbedingt mit, falls Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen.

Die Wirkungen von Tasmar bei Säuglingen sind nicht untersucht worden. Da der Wirkstoff Tolcapon

in die Muttermilch übertritt, sollten Sie Ihr Kind während der Behandlung mit Tasmar nicht stillen.

Wie verwenden Sie Tasmar?

Nehmen Sie Tasmar immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin ein. Fragen Sie

bei Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin nach, wenn Sie sich nicht sicher

sind. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin sollte die Behandlung immer mit der Standarddosis von 3x täglich 1

Filmtablette zu 100 mg beginnen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin sollte die Dosis nur dann auf 3x täglich 2

Filmtabletten zu 100 mg erhöhen, wenn die zu erwartende Verbesserung Ihrer Parkinson-

Beschwerden ein möglicherweise erhöhtes Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen (v.a.

schwere Leberfunktionsstörungen) überwiegt. Wenn Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Dosis erhöht,

müssen die Leberfunktionstests zuerst wieder häufiger durchgeführt werden. Falls unter der höheren

Dosierung innerhalb von drei Wochen keine bessere Wirksamkeit zu sehen ist, sollte Ihr Arzt bzw.

Ihre Ärztin wieder auf die Standarddosierung von 3x täglich 100 mg zurückkehren. Die erste Dosis

von Tasmar wird zusammen mit der ersten täglichen Dosis von Levodopa eingenommen, und die

weiteren Dosen von Tasmar werden ca. 6 und 12 Stunden später eingenommen. Das heisst, dass Sie

eine Filmtablette am Morgen, eine Filmtablette tagsüber und eine Filmtablette am Abend einnehmen

sollten.

Bei Behandlungsbeginn sowie während der Behandlung mit Tasmar kann es nötig sein, dass Ihre

Levodopa-Dosis angepasst wird. Der Arzt bzw. die Ärztin wird Ihnen mitteilen, was Sie tun müssen.

Teilen Sie dem Arzt bzw. der Ärztin mit, falls Sie das Arzneimittel aus irgendeinem Grund nicht wie

verordnet einnehmen konnten. Sonst nimmt der Arzt bzw. die Ärztin möglicherweise an, dass es

nicht wirksam war oder schlecht vertragen wurde, und er/sie ändert unter Umständen unnötigerweise

Ihre Behandlung.

Die Anwendung und Sicherheit von Tasmar bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht geprüft

worden. Tasmar ist nicht für die Anwendung in dieser Altersgruppe vorgesehen.

Art der Anwendung

Schlucken Sie die Filmtablette mit Wasser. Sie können die Filmtablette mit oder ohne Nahrung

einnehmen.

Zerbrechen oder zerdrücken Sie die Filmtabletten nicht und nehmen Sie keine beschädigten

Filmtabletten ein.

Was ist zu tun, wenn eine oder mehrere Dosen nicht eingenommen wurden?

Falls Sie einmal vergessen haben, das Arzneimittel einzunehmen, holen Sie die versäumte Einnahme

nach, sobald Sie sich daran erinnern, und nehmen Sie die weiteren Dosen zu den gewohnten Zeiten

ein. Sollte die nächste Einnahme jedoch unmittelbar bevorstehen, holen Sie die versäumte Dosis

nicht nach. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen

haben. Falls Sie vergessen haben, mehrere Dosen einzunehmen, benachrichtigen Sie bitte den Arzt

bzw. die Ärztin und befolgen Sie den erteilten Rat.

Wenn Sie die Einnahme von Tasmar abbrechen

Reduzieren oder beenden Sie die Einnahme des Arzneimittels nicht, ohne dass der Arzt bzw. die

Ärztin Sie dazu aufgefordert hat. Befolgen Sie immer die Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer

Ärztin zur Dauer der Behandlung mit Tasmar.

Wenn Sie eine grössere Menge von Tasmar eingenommen haben, als Sie sollten

Falls Sie mehr Filmtabletten als vorgeschrieben eingenommen haben, oder falls jemand anders aus

Versehen Ihr Arzneimittel eingenommen hat, benachrichtigen Sie sofort einen Arzt oder Apotheker

bzw. eine Ärztin oder Apothekerin oder ein Krankenhaus, da Sie bzw. die betroffene Person

möglicherweise dringend ärztliche Hilfe benötigen.

Symptome einer Überdosierung können sein: Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und

Atembeschwerden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Tasmar haben?

Wie alle Arzneimittel kann Tasmar Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten

müssen. Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde

gelegt:

Sehr häufig: Mindestens 1 Behandelte(r) von 10

Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten: Weniger als 1 Behandelter von 10.000

Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar

Benachrichtigen Sie so rasch wie möglich den Arzt bzw. die Ärztin,

·falls Sie sich während der Behandlung mit Tasmar unwohl fühlen,

·wenn Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Appetitverlust, Schwäche, Fieber, dunkle Verfärbung

des Urins oder Gelbsucht auftreten, da gelegentlich Leberfunktionsstörungen, in Einzelfällen eine

tödlich verlaufende, schwere Leberentzündung (Hepatitis), beobachtet wurden,

·wenn Sie eine dunkle Verfärbung Ihres Urins bemerken, da dies ein Anzeichen eines Muskel- oder

Leberschadens sein kann. Eine sonstige Gelbfärbung des Urins ist in der Regel harmlos,

·wenn ein schwerer oder anhaltender Durchfall auftritt.

Kurz nach Behandlungsbeginn sowie während der Behandlung mit Tasmar können Nebenwirkungen

auftreten, die auf Ihr anderes Parkinson-Mittel Levodopa zurückzuführen sind, wie z.B.

unwillkürliche Bewegungen und Übelkeit. Sie sollten deshalb Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

benachrichtigen, wenn Sie sich nicht wohl fühlen, da gegebenenfalls die Dosis des Levodopa-

Präparats geändert werden muss.

Andere mögliche Nebenwirkungen:

Sehr häufig:

·Unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien), unwillkürliche Muskelanspannungen oder

Fehlhaltungen (Dystonie),

·Übelkeit, Appetitverminderung, Durchfall,

·Kopfschmerzen,

·Schlafstörungen, übermässiges Träumen, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Halluzinationen,

·Schwindel, Kreislaufstörungen,

Häufig:

·Erbrechen, Verstopfung, Mundtrockenheit, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen,

·Verstärktes Schwitzen, Ohnmachtsanfälle,

·reduzierte willkürliche und unwillkürliche Bewegungen (Hypokinesie),

·Infektionen der oberen Atemwege, grippeartige Beschwerden, Brustschmerzen,

·Erhöhung bestimmter Leberenzyme,

·Verfärbung des Urins.

Gelegentlich:

·Leberschädigung, in seltenen Fällen mit tödlichem Ausgang.

Selten:

·Schwere Anzeichen von Muskelversteifung, Fieber oder geistige Verwirrtheit (malignes

neuroleptisches Syndrom) bei Patienten, bei denen eine Behandlung mit Parkinson-Arzneimitteln

plötzlich reduziert oder abgesetzt wird. In der Folge kann es zu einer Muskelerkrankung mit

Zerstörung des Muskelgewebes (Rhabdomyolyse) kommen,

·Störungen der Impulskontrolle (Unfähigkeit, dem Impuls zu widerstehen, eine Handlung zu

begehen, die schädlich sein könnte). Dazu könnte gehören:

·Starker Drang zu übermässigem Spielen trotz ernster persönlicher oder familiärer Konsequenzen,

·Verändertes oder gesteigertes sexuelles Interesse und Verhalten, dem Sie oder andere mit

erheblichen Bedenken gegenüber stehen, wie zum Beispiel einem gesteigerten Sexualtrieb,

·Unkontrollierbare exzessive Einkäufe/Geldausgaben,

·Essattacken (Verschlingen grosser Nahrungsmengen in kurzer Zeit) oder zwanghaftes Essen (eine

Nahrungsaufnahme über Ihr normales Mass hinaus und grösser als notwendig, um Ihren Hunger zu

stillen).

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie eine dieser Verhaltensweisen an sich erleben.

Er/Sie wird Möglichkeiten mit Ihnen diskutieren, diese Symptome zu beherrschen oder zu

verringern.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Nicht über 30 °C lagern. Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Tasmar enthalten?

1 hellgelbe Filmtablette enthält als Wirkstoff 100 mg Tolcapon.

Hilfsstoffe

Tablettenkern: Calciumhydrogenphosphat (wasserfrei), mikrokristalline Cellulose, Povidon K30,

Natriumstärkeglykolat, Lactose-Monohydrat, Talk, Magnesiumstearat.

Filmüberzug: Hypromellose, Talk, gelbes Eisenoxid (E172), Ethylcellulose, Titandioxid (E171),

Glycerintriacetat, Natriumdodecylsulfat.

Zulassungsnummer

54055 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Tasmar? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Filmtabletten zu 100 mg: Packungen zu 30 und 100.

Zulassungsinhaberin

MEDA Pharma GmbH, 8602 Wangen-Brüttisellen.

Diese Packungsbeilage wurde im November 2015 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Tasmar®

MEDA Pharma GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoff: Tolcaponum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Tablettenkern: Calciumhydrogenphosphat (wasserfrei), mikrokristalline Cellulose, Povidon K30,

Natriumstärkeglykolat, Lactose-Monohydrat, Talk, Magnesiumstearat.

Filmüberzug: Hypromellose, Talk, gelbes Eisenoxid (E172), Ethylcellulose, Titandioxid (E171),

Glycerintriacetat, Natriumdodecylsulfat.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Hellgelbe Filmtabletten à 100 mg Tolcaponum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Tasmar dient als Zusatztherapie bei Patienten mit Morbus Parkinson, die mit einer Kombination

Levodopa/Benserazid oder Levodopa/Carbidopa alleine ungenügend eingestellt sind. Aufgrund des

Risikos potentiell letaler akuter Leberschäden soll der Einsatz von Tasmar auf Patienten beschränkt

bleiben, die fluktuierende Symptome aufweisen (On-Off-Phänomen) und bei denen andere

Zusatztherapien wegen ungenügender Wirksamkeit oder schlechter Verträglichkeit nicht in Frage

kommen. Tasmar ist abzusetzen, falls sich innerhalb von 3 Wochen nach Therapiebeginn kein

deutlicher Behandlungserfolg (Symptombesserung) zeigt.

Der Entscheid für den Beginn einer Therapie mit Tasmar muss von einem Neurologen getroffen

werden. Die Frage der Weiterführung einer Behandlung muss regelmässig mit dem Neurologen

geprüft werden.

Information des Patienten

Wegen des Risikos eines akuten und unter Umständen tödlich verlaufenden Leberversagens müssen

alle Patienten über mögliche Risiken aufgeklärt werden.

Die Patienten sind über die regelmässige Messung der Leberenzyme sowie über

Vorsichtsmassnahmen beim Auftreten von Symptomen aus dem Formenkreis des malignen

neuroleptischen Syndroms (MNS) (Symptomenkomplex des MNS: siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen») zu instruieren.

Das Einverständnis zur Behandlung muss eingeholt und in der Krankengeschichte dokumentiert

werden.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Die empfohlene Dosierung von Tasmar beträgt dreimal täglich 100 mg. Das Präparat wird immer als

Zusatz zur Therapie mit Levodopa/Benserazid oder Levodopa/Carbidopa verabreicht. Die Dosis

sollte nur in Ausnahmefällen, wenn der zusätzlich erwartete klinische Nutzen das erhöhte Risiko

hepatischer unerwünschter Wirkungen rechtfertigt, auf dreimal täglich 200 mg erhöht werden (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» sowie «Unerwünschte Wirkungen»).

Die Leberenzyme ALT und AST müssen vor Beginn der Behandlung und danach nach folgendem

Schema bestimmt werden:

Erstes Behandlungsjahr: Alle zwei Wochen.

Erste Hälfte zweites Behandlungsjahr: Alle vier Wochen.

Verbleibende Behandlungszeit: Alle acht Wochen.

Die Behandlung mit Tasmar soll abgebrochen werden, wenn die ALT und/oder die AST den oberen

Grenzwert des Normalbereichs überschreiten bzw. wenn Symptome oder Anzeichen den Beginn

einer Leberinsuffizienz nahe legen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Vor einer eventuellen Erhöhung der Dosierung auf 200 mg dreimal täglich müssen die Leberwerte

erneut bestimmt und anschliessend im gleichen Rhythmus wie zu Behandlungsbeginn kontrolliert

werden.

Falls die Verabreichung von dreimal täglich 200 mg Tasmar innerhalb von drei Wochen keinen

zusätzlichen klinischen Nutzen ergibt, sollte die Dosis wieder auf dreimal täglich 100 mg

herabgesetzt werden.

Die maximale therapeutische Dosis von 200 mg dreimal täglich sollte nicht überschritten werden, da

es keine Hinweise für eine bessere Wirksamkeit einer höheren Dosierung gibt.

Anpassung von Levodopa während der Behandlung mit Tasmar

Da Tasmar den Abbau von Levodopa im Organismus herabsetzt, kann es zu Beginn einer

Behandlung mit Tasmar zu unerwünschten Wirkungen aufgrund erhöhter Levodopa-Konzentrationen

kommen (siehe «Interaktionen»).

Während der Therapie mit Tasmar sollte die Levodopa-Dosis des Patienten je nach Bedarf angepasst

werden, um den klinischen Effekt der Kombinationstherapie zu optimieren.

In klinischen Studien war bei mehr als 70% der Patienten, deren Tagesdosis von Levodopa >600 mg

betrug, wegen mässiger oder schwerer Dyskinesie eine Verringerung der Levodopa-Dosis

erforderlich. Dies – sowie die Empfindlichkeit des Patienten gegenüber Dosisveränderungen von

Levodopa-Präparaten – ist zu berücksichtigen, wenn entschieden wird, ob die tägliche Levodopa-

Dosis zu Beginn der Behandlung mit Tasmar reduziert werden soll. Die Reduktion der täglichen

Levodopa-Dosis bei den Patienten, bei denen eine Dosisanpassung notwendig war, betrug im

Durchschnitt etwa 30%.

Zu Beginn einer Behandlung sollten alle Patienten über die Symptome einer Levodopa-

Überdosierung und darüber, was in diesem Fall zu tun ist, informiert werden.

Wird die Dosis von Tasmar auf dreimal täglich 200 mg erhöht, ist unter Umständen auch eine

zusätzliche Anpassung der Dosis von Levodopa erforderlich. In seltenen Fällen führte eine

übermässige Reduktion von Levodopa zu Symptomen aus dem Komplex des malignen

neuroleptischen Syndroms (MNS) (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Anpassung von Levodopa bei Absetzen von Tasmar

Die folgenden Empfehlungen beruhen auf pharmakologischen Betrachtungen und wurden nicht in

klinischen Studien untersucht. Die Levodopa-Dosis sollte nicht verringert werden, wenn die Therapie

mit Tasmar aufgrund von unerwünschten Wirkungen abgesetzt wird, die durch zu hohe

Konzentrationen von Levodopa verursacht werden. Wenn jedoch die Therapie mit Tasmar aufgrund

anderer Ursachen als zu hohe Konzentrationen von Levodopa abgesetzt wird, kann es notwendig

werden, die Levodopa-Dosis auf eine Höhe zu steigern, die derjenigen vor Beginn der Therapie mit

Tasmar entspricht oder grösser ist. Dies gilt insbesondere, wenn der Patient eine hohe Levodopa-

Reduktion am Beginn der Therapie mit Tasmar hatte. In allen Fällen sollten die Patienten über die

Symptome einer Levodopa-Unterdosierung sowie über geeignete Massnahmen bei deren Auftreten

unterrichtet werden. Eine Levodopa-Dosisanpassung wird meist innerhalb von 1-2 Tagen nach

Absetzen von Tasmar notwendig.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Lebererkrankung oder erhöhten Leberenzymwerten ist Tasmar kontraindiziert. Die

Behandlung mit Tasmar darf nicht begonnen werden, wenn der Patient klinische Anzeichen einer

Lebererkrankung aufweist oder wenn entweder die ALT- oder AST-Aktivität die obere Grenze des

Normalbereichs überschreitet (siehe «Kontraindikationen» sowie «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Tasmar bei Kindern und Jugendlichen ist nicht gezeigt.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit leichten bis mässigen Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance von 30

ml/min oder mehr) wird keine Dosisanpassung empfohlen. Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz

(Kreatinin-Clearance <30 ml/min) sollen mit Vorsicht behandelt werden. Es liegen keine Angaben

über die Verträglichkeit von Tolcapon bei dieser Patientengruppe vor.

Art der Anwendung

Tasmar wird dreimal täglich oral verabreicht. Die erste tägliche Gabe von Tasmar sollte mit der

ersten Gabe des Levodopa-Präparats erfolgen, und die Folgedosen sollten etwa 6 und 12 Stunden

später verabreicht werden.

Tasmar kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden (siehe «Pharmakokinetik»).

Die Filmtabletten von Tasmar haben einen Überzug und sollten unzerkaut eingenommen werden, da

Tolcapon einen bitteren Geschmack hat.

Tasmar kann mit allen pharmazeutischen Darreichungsformen von Levodopa/Benserazid und

Levodopa/Carbidopa kombiniert werden.

Absetzen der Behandlung

Tasmar soll ausser bei Hepatitis und anderen zwingenden Gründen schrittweise und unter Aufsicht

des behandelnden Neurologen abgesetzt werden. Die Tagesdosis ist stufenweise zu reduzieren, z.B.

Auslassen der Abenddosis ab Tag 1, anschliessend der Mittagsdosis ab Tag 3 und dann der

Morgendosis ab Tag 5. Bei Patienten, bei denen eine Reduktion von Levodopa nach Einführung von

Tasmar erfolgte, sollte das Absetzen in Verbindung mit einer Erhöhung der Dosis von Levodopa

geschehen. Der Abbruch der Catechol-O-Methyltransferase-(COMT)-Inhibition kann zu einem

schnellen Anstieg der Enzymaktivität führen und eine Dosisanpassung in den ersten Tagen nach

Absetzen von Tasmar erforderlich machen. Starke Dosisreduktionen oder abruptes Absetzen von

Parkinson-Arzneimitteln können in einzelnen Fällen zum Symptomenkomplex des malignen

neuroleptischen Syndroms (MNS) führen. Bei jedem Patienten muss die Therapie anschliessend neu

individuell eingestellt werden.

Kontraindikationen

·Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss

Zusammensetzung.

·Lebererkrankung oder erhöhte Leberenzymwerte. Eine Therapie mit Tasmar darf nicht begonnen

werden bei Patienten mit vorbestehender Leberschädigung, mit Anzeichen einer Lebererkrankung

oder wenn die Werte von ALT oder AST über der oberen Normgrenze liegen.

·Schwere Dyskinesie.

·Anamnese von Erkrankungen aus dem Formenkreis des malignen neuroleptischen Syndroms (MNS)

und/oder Ereignisse von nicht-traumatischer Rhabdomyolyse oder Hyperthermie.

·Phaeochromozytom.

·Behandlung mit nicht-selektiven Monoaminoxidase-(MAO)-Hemmern.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Es wurden vereinzelte Fälle von schwerer Leberschädigung, einige davon mit tödlichem Ausgang

(fulminante Hepatitis), in Zusammenhang mit Tasmar gemeldet. Ebenfalls wurden Fälle von

Patienten mit Symptomen aus dem Komplex des malignen neuroleptischen Syndroms (MNS)

gemeldet. Diese Patienten haben neben anderen Medikamenten auch Tasmar erhalten.

Der Entscheid für den Beginn einer Therapie mit Tasmar muss von einem Neurologen getroffen

werden. Die Frage der Weiterführung der Behandlung muss regelmässig mit dem Neurologen

geprüft werden.

Die Anwendung von Tasmar darf nur bei Patienten, die mit Levodopa/Benserazid bzw.

Levodopa/Carbidopa allein ungenügend eingestellt sind, erfolgen. Der Einsatz von Tasmar soll auf

Patienten beschränkt bleiben, die fluktuierende Symptome aufweisen (On-Off-Phänomen), und bei

denen andere Zusatztherapien wegen ungenügender Wirksamkeit oder schlechter Verträglichkeit

nicht in Frage kommen.

Tasmar darf erst nach vollständiger informativer Erörterung der Risiken mit dem Patienten

verschrieben werden.

Tasmar soll abgesetzt werden, wenn innerhalb von 3 Wochen nach Beginn der Behandlung

unabhängig von der Dosierung kein grundlegender klinischer Nutzen erkennbar ist.

Leberschäden:

Eine Therapie mit Tasmar darf nicht begonnen werden bei Patienten mit Anzeichen einer

Lebererkrankung oder wenn die Werte von ALT oder AST über dem oberen Normalwert liegen

(siehe «Kontraindikationen»).

Die Kontrollen der Transaminasen während der Therapie mit Tasmar erfolgen entsprechend den

unten angegebenen Vorschriften.

Der Arzt muss den Patienten engmaschig bezüglich Symptomen und Befunden, die auf eine

Leberschädigung hinweisen, überwachen. Patienten müssen angewiesen werden, auf klassische

Anzeichen einer Lebererkrankung (wie hell gefärbter Stuhl, dunkler Urin, Gelbfärbung der Haut

[Gelbsucht] und unspezifische Frühsymptome, z.B. Müdigkeit, Appetitverlust, Lethargie) zu achten

und sie müssen darauf hingewiesen werden, bei deren Auftreten sofort den behandelnden Arzt/die

behandelnde Ärztin aufzusuchen.

Bei Patienten, die mehrere Medikamente erhalten, die auf verschiedene Funktionen im

Zentralnervensystem einwirken (z.B. Hemmung oder Verminderung des dopaminergen Antriebs,

COMT-Hemmung, MAO-Hemmung und serotonerge Stimulation), besteht unter Umständen ein

erhöhtes Risiko bezüglich des Auftretens des MNS.

Ärzte, die Tasmar verordnen, müssen sich strikt an die vorgeschriebenen Sicherheitsmassnahmen

halten.

Überwachung der Leberfunktion

Obwohl eine regelmässige Überwachung der Leberfunktion wichtig ist, ist nicht erwiesen, dass

damit eine fulminante Hepatitis verhindert werden kann. Es ist jedoch anzunehmen, dass das Risiko

schwerwiegender Leberschädigungen durch frühzeitiges Erkennen abnormaler Leberwerte und das

sofortige Absetzen vermindert werden kann.

Eine Leberschädigung trat meist 1 bis 6 Monate nach Beginn einer Behandlung mit Tasmar auf.

Darüber hinaus sind selten auch spät auftretende Fälle von Hepatitis ungefähr 18 Monate nach

Behandlungsbeginn beobachtet worden. Des Weiteren sei darauf hingewiesen, dass weibliche

Patienten ein höheres Risiko für Leberschäden haben können.

Vor Beginn einer Behandlung muss eine Lebererkrankung durch Bestimmung der ALT- und AST-

Werte als Baseline ausgeschlossen werden. Kontrollen dieser Leberwerte sind während dem ersten

Behandlungsjahr alle 2 Wochen, in den anschliessenden 6 Monaten alle 4 Wochen und für die

restliche Behandlungsdauer alle 8 Wochen durchzuführen. Vor einer eventuellen Erhöhung der

Dosierung auf 200 mg dreimal täglich müssen die Leberwerte erneut kontrolliert und im gleichen

Rhythmus wie zu Behandlungsbeginn durchgeführt werden (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Tasmar muss abgesetzt werden, wenn die ALT oder AST auf Werte über die obere Normgrenze

ansteigt, und Leberfunktionstests müssen sofort durchgeführt werden, wenn klinische Anzeichen

oder Symptome den Beginn einer Hepatotoxizität oder Hepatitis (persistierende Nausea, Müdigkeit,

Lethargie, Anorexie, Ikterus, dunkler Urin, Pruritus und Empfindlichkeit des rechten oberen

Quadranten) vermuten lassen. Wenn Tasmar aus einem dieser Gründe abgesetzt wird, sind ALT und

AST resp. andere pathologische Leberparameter sorgfältig nachzukontrollieren. Patienten, die unter

Tasmar eine akute Leberschädigung entwickeln und bei denen das Präparat abgesetzt wird, können

ein erhöhtes Risiko für eine Leberschädigung aufweisen, wenn Tasmar wieder gegeben wird. Diese

Patienten kommen folglich für eine Wiederaufnahme der Behandlung nicht in Betracht.

Die Rezepte für Tasmar müssen vom Arzt mit dem Vermerk «TK sic» (TK= Transaminase-

Kontrolle) versehen werden.

Vor Beginn und erneut in regelmässigen Abständen während der Behandlung muss daher der Nutzen

der Therapie mit Tasmar sorgfältig gegen die Risiken (v.a. fulminant verlaufende medikamentös

induzierte Hepatitis) abgewogen werden.

Diarrhöe

Siehe «Unerwünschte Wirkungen».

Störung der Impulskontrolle

Patienten sollten regelmässig auf eine Störung der Impulskontrolle überwacht werden. Patienten und

Betreuer sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass Verhaltensauffälligkeiten im Sinne einer

Störung der Impulskontrolle einschliesslich Spielsucht/pathologischem Spielen, gesteigerter Libido,

Hypersexualität, zwanghaften Ausgaben oder Käufen, Essattacken und zwanghaftem Essen bei

Patienten auftreten können, die mit Dopaminagonisten und/oder anderen dopaminergen

Behandlungen, wie Tasmar, in Kombination mit Levodopa behandelt werden. Beim Auftreten dieser

Symptome wird eine Überprüfung der Behandlung empfohlen.

Symptomenkomplex des malignen neuroleptischen Syndroms (MNS), einschliesslich

Rhabdomyolyse und Hyperthermie

Bei Patienten mit Morbus Parkinson besteht eine Neigung zum Auftreten von MNS nach

Unterbrechung oder Absetzen einer dopaminergen Medikation. Treten daher Symptome nach

Dosisreduktion oder Absetzen von Tasmar auf, sollte der Arzt eine Erhöhung der Levodopa-Dosis

für den betreffenden Patienten in Betracht ziehen.

Einzelne mit MNS konsistente Fälle wurden in Zusammenhang mit Tasmar gesehen. Die Symptome

traten gewöhnlich während der Behandlung mit Tasmar oder kurz nach dem Absetzen von Tasmar

auf. Das MNS zeichnet sich aus durch motorische Symptome (Rigor, Myoklonus, Tremor),

Veränderungen des Geisteszustands (Erregtheit, Verwirrtheit, Stupor, Koma), erhöhte

Körpertemperatur, vegetative Dysfunktion (labiler Blutdruck, Tachykardie) und erhöhte Werte für

die Creatin-Phosphokinase (CPK) im Serum, die eventuell von der Myolyse herrühren. Zwar können

sich Fälle mit MNS mit allen diesen Symptomen manifestieren, doch treten zuweilen einzelne

Symptome stärker zutage. Eine MNS-Diagnose soll auch dann in Betracht gezogen werden, wenn

nicht alle der genannten Symptome auftreten. Nach einer solchen Diagnose muss Tasmar sofort

abgesetzt und der Patient engmaschig nachbehandelt werden. Eine Rhabdomyolyse im Gefolge einer

schweren Dyskinesie oder des MNS ist selten beobachtet worden. Erfolgt ferner bei Beginn der

Behandlung mit Tasmar eine Dosisreduktion oder ein Absetzen anderer Parkinson-Medikamente,

oder treten Symptome auf, die an die oben beschriebenen Syndrome denken lassen, ist eventuell eine

Dosiserhöhung von Levodopa oder anderer dopaminerger Präparate gerechtfertigt, und es sollte eine

geeignete Betreuung des Patienten in die Wege geleitet werden. Bei Patienten, die mehrere

Medikamente erhalten, die auf verschiedene Funktionen im Zentralnervensystem einwirken (z.B.

Hemmung oder Verminderung des dopaminergen Antriebs, COMT-Hemmung, MAO-Hemmung

und serotonerge Stimulation), besteht unter Umständen ein erhöhtes Risiko bezüglich des Auftretens

des MNS.

Vor Behandlungsbeginn: Um das Risiko eines MNS zu reduzieren, darf Tasmar nicht Patienten mit

schwerer Dyskinesie oder MNS in der Vorgeschichte, einschliesslich Rhabdomyolyse oder

Hyperthermie, verschrieben werden (siehe «Kontraindikationen»). Patienten, die mehrere

Arzneimittel mit Wirkung auf unterschiedliche Vorgänge im Zentralnervensystem (ZNS) erhalten

(z.B. Antidepressiva, Neuroleptika, Anticholinergika), können ein höheres Risiko haben, ein MNS zu

entwickeln.

Dyskinesie, Übelkeit sowie andere Levodopa-bedingte Nebenwirkungen wie Appetitverminderung,

Schlafstörungen, orthostatische Hypotonie oder Halluzinationen

Es kann zu einer Zunahme der durch Levodopa bedingten Nebenwirkungen kommen. Diese

Nebenwirkungen können oft durch Reduktion der Dosis von Levodopa abgeschwächt werden (siehe

«Dosierung/Anwendung»).

MAO-Hemmer

Tasmar darf nicht zusammen mit nicht-selektiven MAO-Hemmern (wie z.B. Phenelzin,

Tranylcypromin) gegebenen werden (siehe «Kontraindikationen»). Die Kombination von MAO-A-

und MAO-B-Hemmern entspricht einer nicht-selektiven MAO-Hemmung, weshalb diese nicht

zusammen mit Tasmar und Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Levodopa gegeben werden darf. Es gibt

keine Daten zur Kombination von Tasmar mit MAO-A-Hemmern und deshalb sollten solche

Kombinationen mit Vorsicht angewandt werden (siehe «Interaktionen»). Selektive MAO-B-Hemmer

dürfen bei gleichzeitiger Anwendung von Tasmar nicht in höheren als den empfohlenen Dosierungen

angewendet werden (z.B. Selegilin 10 mg/Tag), weil bei höheren Dosen von Selegilin ebenfalls eine

nicht-selektive MAO-Hemmung auftreten kann.

Benserazid-Interaktion

Aufgrund der Wechselwirkungen zwischen hohen Dosen von Benserazid und Tolcapon (welches zu

erhöhten Benserazid-Werten führt) soll der behandelnde Arzt, bis weitere Erfahrungen vorliegen,

Dosis-bezogene Nebenwirkungen beobachten (siehe «Interaktionen»).

Warfarin

Da zur Kombination von Warfarin mit Tolcapon nur begrenzte klinische Informationen vorliegen,

sollten die Gerinnungsparameter bei gleichzeitiger Anwendung dieser Arzneimittel überprüft

werden.

Besondere Patientengruppen

Patienten mit Lebererkrankungen und/oder erhöhten Leberenzymwerten dürfen nicht mit Tasmar

behandelt werden.

Parkinson-Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) sollten mit

Vorsicht behandelt werden. Es liegen keine Angaben über die Verträglichkeit von Tolcapon bei

dieser Gruppe von Patienten vor.

Lactosehinweis

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten Tasmar nicht einnehmen.

Interaktionen

Als COMT-Inhibitor ist Tasmar dafür bekannt, die Bioverfügbarkeit von gleichzeitig angewendetem

Levodopa zu erhöhen. Die hierdurch bedingte Erhöhung der dopaminergen Stimulation kann zu den

dopaminergen unerwünschten Wirkungen führen, die nach einer Behandlung mit COMT-Inhibitoren

beobachtet wurden. Die häufigsten dieser unerwünschten Wirkungen sind: erhöhte Dyskinesie,

Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Synkopen, orthostatische Beschwerden, Verstopfung,

Schlafstörungen, Schläfrigkeit, Halluzinationen (siehe auch «Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und

auf das Bedienen von Maschinen»).

Bindung an Proteine: Obschon Tolcapon eine hohe Proteinbindungsquote aufweist, haben In-vitro-

Studien ergeben, dass Tolcapon in therapeutischen Konzentrationen Warfarin, Tolbutamid, Digitoxin

und Phenytoin nicht von deren Bindungsstellen verdrängt.

Arzneimittel, die durch Catechol-O-Methyltransferase (COMT) metabolisiert werden: Es ist

möglich, dass Tasmar die Pharmakokinetik von Arzneimitteln beeinflusst, die durch COMT

metabolisiert werden. Es wurden jedoch keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik des COMT-

Substrats Carbidopa beobachtet. Mit Benserazid wurde eine Interaktion beobachtet, die zu erhöhten

Werten von Benserazid und seinem aktiven Metaboliten führte. Das Ausmass dieser Wirkung ist von

der Benserazid-Dosis abhängig. Die Plasmakonzentration von Benserazid, die nach Verabreichung

von Tolcapon und Benserazid-25 mg/Levodopa gemessen wurde, befand sich immer noch im

Bereich der Normalwerte, die auch mit Levodopa/Benserazid alleine beobachtet werden konnten.

Nach Verabreichung von Tolcapon und Benserazid-50 mg/Levodopa, konnte eine Erhöhung der

Benserazid-Plasmakonzentration beobachtet werden, die gewöhnlich über den Werten von

Levodopa/Benserazid alleine lag. Bis weitere Erfahrungen vorliegen, sollten Patienten bezüglich

Dosis-bezogener unerwünschter Wirkungen beobachtet werden.

Die Auswirkung von Tolcapon auf die Pharmakokinetik von anderen Arzneimitteln dieser Klasse,

wie beispielsweise α-Methyldopa, Dobutamin, Apomorphin, Adrenalin und Isoprenalin, ist nicht

untersucht worden. Eine Dosisreduktion dieser Präparate sollte erwogen werden, wenn sie

gleichzeitig mit Tasmar verabreicht werden. Bei Kombination dieser Arzneimittel mit Tasmar sollte

der Arzt unerwünschte Wirkungen, die durch die mutmassliche Erhöhung der Plasmaspiegel dieser

Arzneimittel verursacht werden, aufmerksam beobachten.

Auswirkung von Tolcapon auf den Stoffwechsel anderer Arzneimittel: Aufgrund seiner Affinität zu

Cytochrom CYP2C9 in vitro besteht die Möglichkeit einer Wechselwirkung von Tolcapon mit

Arzneimitteln, deren Elimination von diesem Stoffwechselweg abhängig ist (z.B. Tolbutamid und

Warfarin). In einer Interaktionsstudie veränderte Tolcapon die Pharmakokinetik von Tolbutamid

nicht. Daher ist es unwahrscheinlich, dass es im Zusammenhang mit Cytochrom CYP2C9 zu klinisch

bedeutsamen Wechselwirkungen kommt.

Warfarin

Da die klinische Information über eine Kombination von Warfarin mit Tolcapon beschränkt ist,

sollten die Gerinnungsparameter überwacht werden, wenn diese Arzneimittel zusammen verabreicht

werden.

MAO-Hemmer

In klinischen Prüfungen verzeichneten Patienten, die Tasmar und ein Levodopa-Präparat erhielten,

ähnliche unerwünschte Wirkungen, unabhängig davon, ob sie gleichzeitig Selegilin (einen MAO-B-

Hemmer) einnahmen oder nicht, jedoch schienen Schlafstörungen und Dyskinesien häufiger

vorzukommen. Es liegen keine Angaben über die Kombination von Tasmar und MAO-A-Hemmern

vor, weshalb solche Kombinationen mit Vorsicht zu verabreichen sind (siehe «Kontraindikationen»

sowie «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Arzneimittel-Wechselwirkungen, die von einer Konkurrenz um die Glukuronidierung herrühren, sind

nicht wahrscheinlich, da die Leber ein hohes Glukuronidierungsvermögen besitzt. Tolcapon

veränderte die Pharmakokinetik von Desipramin nicht, obschon beide Arzneimittel hauptsächlich

über den Stoffwechselweg der Glukuronidierung abgebaut werden.

Arzneimittel, die eine Zunahme der Katecholamine bewirken: Da Tolcapon den Stoffwechsel der

Katecholamine beeinträchtigt, sind theoretisch Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln,

welche die Katecholaminspiegel beeinflussen, denkbar.

Tolcapon hatte keinen Einfluss auf die Wirkung von Ephedrin, eines indirekten

Sympathomimetikums, in Bezug auf hämodynamische Parameter oder auf die Plasmaspiegel der

Katecholamine im Ruhezustand oder unter Belastung. Da Tolcapon die Verträglichkeit von Ephedrin

nicht beeinflusste, können diese Arzneimittel zusammen verabreicht werden.

Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Tasmar und Levodopa/Carbidopa sowie Desipramin kam

es zu keiner nennenswerten Veränderung des Blutdrucks, der Pulsfrequenz und der

Plasmakonzentration von Desipramin. Insgesamt nahm die Häufigkeit der unerwünschten

Wirkungen geringfügig zu. Diese unerwünschten Wirkungen waren aufgrund der bekannten

unerwünschten Wirkungen der drei einzelnen Präparate vorhersehbar. Daher ist Vorsicht geboten,

wenn hochwirksame Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (wie Desipramin, Maprotilin oder

Venlafaxin) Parkinson-Patienten verabreicht werden, die mit Tasmar und Levodopa-Präparaten

behandelt werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Da schwangere Frauen von klinischen Studien ausgeschlossen waren, liegt keine Erfahrung mit der

Anwendung von Tasmar während der Schwangerschaft vor. Tasmar sollte während der

Schwangerschaft nicht verwendet werden, es sei denn, es ist klar notwendig. Bei Ratten und

Kaninchen wurde nach Gabe von Tolcapon eine Embryo- und Fötotoxizität, sowie

Entwicklungsstörungen beim Nachwuchs behandelter Muttertiere beobachtet (siehe auch

«Präklinische Daten»). Das potentielle Risiko ist für den Menschen nicht bekannt.

Stillzeit

In Tierversuchen trat Tolcapon in die Muttermilch über.

Über die Unbedenklichkeit von Tolcapon bei Säuglingen ist nichts bekannt; Mütter sollten deshalb

während der Behandlung mit Tasmar nicht stillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen von Tasmar auf die Verkehrstüchtigkeit und das

Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Als COMT-Inhibitor ist Tasmar allerdings dafür bekannt, die Bioverfügbarkeit von gleichzeitig

angewendetem Levodopa zu erhöhen. Die hierdurch bedingte Erhöhung der dopaminergen

Stimulation kann zu den dopaminergen Nebenwirkungen führen, die nach einer Behandlung mit

COMT-Inhibitoren beobachtet wurden. Wenn es bei Patienten unter der Einnahme von Levodopa zu

Somnolenz und/oder plötzlich auftretenden Schlafattacken kommt, müssen sie darüber informiert

werden, dass sie kein Fahrzeug führen oder Tätigkeiten ausüben dürfen, bei denen eine

Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit das Risiko schwerwiegender Verletzungen oder des Todes

(z.B. durch das Bedienen von Maschinen) für sich selbst oder andere nach sich ziehen kann, bis

Somnolenz und Schlafattacken nicht mehr auftreten (siehe auch «Interaktionen»).

Die Patienten sind weiterhin darauf hinzuweisen, dass ihre Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit, Maschinen

zu bedienen, durch die Symptome der Parkinsonschen Krankheit vermindert sein können.

Unerwünschte Wirkungen

Als COMT-Inhibitor ist Tasmar dafür bekannt, die Bioverfügbarkeit von gleichzeitig angewendetem

Levodopa zu erhöhen. Die hierdurch bedingte Erhöhung der dopaminergen Stimulation kann zu den

dopaminergen unerwünschten Wirkungen führen, die nach einer Behandlung mit COMT-Inhibitoren

beobachtet wurden. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen im Zusammenhang mit der

Verwendung von Tasmar sind: Dyskinesie, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Synkopen,

Verstopfung, Schlafstörungen, Schläfrigkeit, Appetitverlust und Diarrhöe. Weitere (dopaminerge)

Nebenwirkungen sind orthostatische Hypotonie und Halluzinationen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥1/10), häufig (<1/10, ≥1/100); gelegentlich (<1/100, ≥1/1'000), selten (<1/1'000,

≥1/10'000); sehr selten (<1/10'000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar).

Erfahrungen mit Tasmar aus Placebo-kontrollierten, randomisierten Parallelgruppen-Studien an

Patienten mit Morbus Parkinson sind im Folgenden dargestellt und die unerwünschten Wirkungen

aufgelistet, die möglicherweise mit Tasmar in Verbindung gebracht werden können.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Infektionen der oberen Atemwege.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Anorexie (22,8%).

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr häufig: Schlafstörungen (24,8%), übermässiges Träumen (21,3%), Verwirrtheit (10,5%),

Halluzinationen (10,4%).

Selten: Störungen der Impulskontrolle (gesteigerte Libido, Hypersexualität,

Spielsucht/pathologisches Spielen, zwanghafte Ausgaben oder Käufe, Essattacken und zwanghaftes

Essen (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Dyskinesie (51,3%), Dystonie (22,1%), Schläfrigkeit (17,9%), Kreislaufstörungen

(16,8%), Schwindel (13,2%), Kopfschmerzen (11,4%).

Häufig: Hypokinesie, Synkopen.

Selten: Malignes neuroleptisches Syndrom.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Übelkeit (34,9%), Diarrhöe (18,1%).

Häufig: Erbrechen, Verstopfung, Mundtrockenheit, Bauchschmerzen, Dyspepsie.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Gelegentlich: Leberinsuffizienz, in seltenen Fällen mit tödlichem Ausgang (s. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Verstärktes Schwitzen.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Verfärbung des Urins.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Grippeartige Beschwerden, Brustschmerzen.

Untersuchungen

Häufig: Erhöhung der Alaninaminotransferase (ALT).

Dyskinesien

In Studien führten Dyskinesien bei 1% der Patienten zum Abbruch der Behandlung.

Diarrhöe

Die unerwünschte Wirkung, die häufig den Abbruch der Behandlung mit Tasmar bedingte, war

Diarrhöe, die bei 5% bzw. 6% der behandelten Patienten (dreimal täglich 100 mg bzw. 200 mg) im

Vergleich zu 1% in der Placebogruppe ein Absetzen des Medikaments erforderlich machte.

In klinischen Prüfungen litten 16% bzw. 18% der Patienten, die dreimal täglich 100 mg bzw. 200 mg

Tasmar erhielten, an Diarrhöe. Unter Tasmar setzte die Diarrhöe im Allgemeinen 2-4 Monate nach

Behandlungsbeginn ein. Bei einigen Patienten war die Diarrhöe persistierend und schwer, und bei

ungefähr der Hälfte dieser Patienten musste die Behandlung mit Tasmar beendet werden.

Erhöhung der Alaninaminotransferase

Eine Erhöhung auf mehr als das Dreifache der Obergrenze des Normalbereichs für die

Alaninaminotransferase (ALT) trat in Studien bei 1% der Patienten auf, die Dosen von dreimal

täglich 100 mg Tasmar erhielten, beziehungsweise bei 3% der Patienten, die Dosen von dreimal

täglich 200 mg Tasmar erhielten. Die Zunahme trat bei Frauen etwa doppelt so häufig auf. Dieser

Anstieg erfolgte im Allgemeinen 6 bis 12 Wochen nach Behandlungsbeginn und zog keine klinische

Symptomatik nach sich. Bei ungefähr der Hälfte der Fälle kam es, während die Patienten die

Therapie mit Tasmar fortsetzten, zu einer spontanen Abnahme der Werte auf das Niveau vor

Behandlungsbeginn. Bei den übrigen Patienten gingen die Transaminasespiegel nach Absetzen der

Behandlung wieder auf die ursprünglichen Werte zurück (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Leberzellschäden

Während der Marktanwendung wurde in seltenen Fällen eine hepatozelluläre Schädigung mit letalem

Ausgang berichtet (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS)

Nach Dosis-Reduktion oder Absetzen von Tasmar sowie nach Beginn einer Behandlung mit Tasmar

– wenn diese mit einer deutlichen Dosis-Verringerung einer dopaminergen Begleitmedikation

verbunden war - wurde in Einzelfällen von Patienten mit Symptomen berichtet, die auf einen MNS-

Symptomenkomplex hindeuteten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Darüber

hinaus wurde Rhabdomyolyse infolge eines MNS oder einer schweren Dyskinesie beobachtet.

Vereinzelt wurden Meldungen von Patienten mit Symptomen aus dem Komplex des malignen

neuroleptischen Syndroms (MNS) erstattet, die nicht mit einer Dosisreduktion oder dem Absetzen

von Tasmar in Verbindung standen.

Verfärbung des Urins

Tolcapon und seine Metaboliten sind gelb und können eine verstärkte Gelbfärbung des Urins

bewirken, die unbedenklich ist.

Störungen der Impulskontrolle

Spielsucht/pathologisches Spielen, gesteigerte Libido, Hypersexualität, zwanghafte Ausgaben oder

Käufe, Essattacken und zwanghaftes Essen, können bei Patienten auftreten, die mit

Dopaminagonisten und/oder anderen dopaminergen Behandlungen, wie Tasmar, in Kombination mit

Levodopa behandelt werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Überdosierung

Die Höchstdosis von Tolcapon, die Menschen verabreicht wurde, betrug dreimal täglich 800 mg, mit

oder ohne gleichzeitige Gabe von Levodopa. Es handelte sich dabei um eine einwöchige Studie mit

gesunden älteren Probanden. Die Spitzenkonzentration von Tolcapon im Plasma betrug bei dieser

Dosis durchschnittlich 30 µg/ml (verglichen mit 3 µg/ml bzw. 6 µg/ml bei dreimal täglich 100 mg

bzw. dreimal täglich 200 mg Tolcapon). Übelkeit, Erbrechen und Schwindel wurden beobachtet,

insbesondere bei der Kombination mit Levodopa.

Behandlung einer Überdosierung:

Es wird empfohlen, den Patienten zu hospitalisieren. Eine allgemeine unterstützende Behandlung ist

angezeigt. Aufgrund der physikalisch-chemischen Eigenschaften des Wirkstoffs ist die Hämodialyse

kaum von Nutzen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N04BX01

Wirkungsmechanismus

Tolcapon ist ein oral wirksamer, potenter, selektiver und reversibler Catechol-O-Methyltransferase-

(COMT)-Hemmer. Die gleichzeitige Verabreichung mit Levodopa und einem Decarboxylasehemmer

aromatischer Aminosäuren (AADC-I) bewirkt stabilere Plasmaspiegel von Levodopa, indem er die

Metabolisierung von Levodopa zu 3-Methoxy-4-hydroxy-L-phenylalanin (3-OMD) verringert. Dies

führt zu einer Verbesserung der Symptome und kann eine Reduktion der täglichen Levodopadosis

ermöglichen.

Hohe Plasmakonzentrationen von 3-OMD sind mit einem schlechten Ansprechen von Patienten mit

Parkinsonscher Krankheit auf Levodopa in Verbindung gebracht worden. Tolcapon verringert die

Bildung von 3-OMD wesentlich.

Pharmakodynamik

Tasmar verdoppelt die relative Bioverfügbarkeit von Levodopa, aufgrund einer Verzögerung der

terminalen Halbwertszeit von Levodopa. Im Allgemeinen bleiben die Maximalkonzentration sowie

die Zeit, bis maximale Plasmaspiegel von Levodopa erreicht werden, unbeeinflusst. Der

Wirkungseintritt findet nach der ersten Dosierung statt und kann während einer Langzeitbehandlung

erhalten bleiben. Die maximale Wirksamkeit wird mit 100–200 mg Tolcapon erzielt.

Klinische Wirksamkeit

Klinische Studien zeigten eine wesentliche Reduktion der OFF-Zeit um circa 20–30% sowie eine

vergleichbare Zunahme der ON-Zeit, begleitet von einer Verringerung des Schweregrads von

Symptomen bei Patienten mit Fluktuationen, die mit Tasmar behandelt wurden. Auch die globale

Beurteilung der Wirksamkeit durch den Prüfarzt wies auf eine bedeutende Verbesserung hin.

In einer klinischen Studie konnten die Aktivitäten des täglichen Lebens und die Beweglichkeit bei

Patienten ohne Fluktuationen unter Tasmar im Vergleich zu Placebo wesentlich verbessert werden.

Pharmakokinetik

Im therapeutischen Bereich verläuft die Pharmakokinetik von Tolcapon linear und ist unabhängig

von der gleichzeitigen Verabreichung von Levodopa/AADC-I (Benserazid oder Carbidopa).

Absorption

Tolcapon wird rasch absorbiert und hat eine tmax von rund 2 Stunden. Die absolute Bioverfügbarkeit

einer oralen Dosis liegt bei etwa 65%. Tolcapon kumuliert bei dreimal täglicher Verabreichung von

100 mg oder 200 mg nicht. Bei diesen Dosen beträgt der Cmax-Wert etwa 3 µg/ml beziehungsweise

6 µg/ml. Nahrung verzögert die Absorption von Tolcapon, doch beläuft sich die relative

Bioverfügbarkeit einer während des Essens eingenommenen Dosis Tolcapon immer noch auf 80 bis

90%.

Distribution

Das Verteilungsvolumen (Vss) von Tolcapon ist klein (9 l). Tolcapon verteilt sich aufgrund seiner

hohen Plasmaeiweissbindung (>99,9%) nicht stark in die Gewebe. In-vitro-Versuche haben ergeben,

dass Tolcapon hauptsächlich an Serumalbumin bindet.

Metabolismus

Tolcapon wird vor der Ausscheidung fast vollständig metabolisiert, und nur ein ganz kleiner Teil

(0,5% der Dosis) gelangt unverändert in den Urin. Der wichtigste Stoffwechselweg von Tolcapon ist

die Konjugation zu seinem inaktiven Glukuronid. Ausserdem wird der Wirkstoff durch COMT zu 3-

O-Methyl-Tolcapon methyliert und durch Cytochrom P450 3A4 und P450 2A6 zu einem primären

Alkohol (Hydroxylierung der Methylgruppe) metabolisiert, der anschliessend zur Carbonsäure

oxidiert wird. Die Reduktion zu einem möglichen Amin mit der anschliessenden N-Acetylierung

erfolgt in geringerem Umfang.

Elimination

Nach oraler Verabreichung werden 60% des präparatebezogenen Materials mit dem Urin und 40%

mit den Fäzes ausgeschieden. Tolcapon ist ein Wirkstoff mit einem niedrigen Extraktionsquotienten

(0,15) und einer mittleren systemischen Clearance von rund 7 l/h. Die Eliminationshalbwertszeit (t½)

von Tolcapon beträgt etwa 2 Stunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Leberinsuffizienz

Wegen des Risikos einer schweren Leberschädigung, welches nach der Markteinführung beobachtet

wurde, ist Tasmar bei Patienten mit Lebererkrankungen oder erhöhten Transaminasen kontraindiziert

(siehe «Kontraindikationen» sowie «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Eine Studie bei

Patienten mit Leberinsuffizienz hat gezeigt, dass eine mässige, nicht zirrhotische Lebererkrankung

keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Tolcapon hat. Bei Patienten mit einer mässigen,

zirrhotischen Lebererkrankung war die Elimination von ungebundenem Tolcapon jedoch um fast

50% reduziert. Diese Verringerung kann die durchschnittliche Konzentration an ungebundenem

Präparat um das Doppelte ansteigen lassen.

Niereninsuffizienz

Bei abnehmender Kreatinin-Clearance kommt es zu einer leichten Abnahme der Tolcapon-

Clearance, die jedoch bei Kreatinin-Clearance-Werten zwischen 30 und 130 ml/min nicht klinisch

signifikant zu sein scheint. Dieses Ergebnis ist in Übereinstimmung mit der Tatsache, dass nur eine

vernachlässigbar geringe Menge an unverändertem Tolcapon mit dem Urin ausgeschieden wird. Für

Patienten mit einer Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min liegen keine Daten vor. Der Hauptmetabolit

von Tolcapon, das Glukuronid, wird mit dem Urin, aber auch mit der Galle ausgeschieden. Eine

Kumulation dieses stabilen und inaktiven Metaboliten sollte kein Risiko darstellen.

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, chronischen Toxizität,

Genotoxizität, zum kanzerogenen Potential und zur Reproduktionstoxizität lassen die präklinischen

Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Mutagenität/Karzinogenität

In der mittleren und hohen Dosisgruppe einer Kanzerogenitätsstudie über 24 Monate traten bei 3%

bzw. 5% der behandelten Ratten Nierenepitheltumoren auf (Adenome und Karzinome). Es wird

angenommen, dass die Tumorgenese durch eine anhaltende Zellproliferation aufgrund chronischer

epithelialer Zellschädigung und Zellnekrosen in den proximalen Tubuli ausgelöst wurde. Erste

Anzeichen einer proximalen tubulären Zelltoxizität wurden in einer 12-Monat-Studie mit Ratten bei

Plasma-AUC-Werten, die ca. dem 10-fachen der therapeutischen AUC-Werte entsprachen,

beobachtet. Jedoch wurde in der niedrigsten Dosisgruppe der Kanzerogenitätstudie – entsprechend

dem 2-fachen therapeutischen AUC-Wert – keine Anzeichen auf Nierentoxizität festgestellt. In

weiteren Tierspezies (Mäusen und Hunden) wurden keine ähnlichen renalen Effekte bei

Plasmakonzentrationen, die die therapeutischen Konzentrationen um ein Mehrfaches überstiegen,

notiert.

Eine erhöhte Inzidenz von Adenokarzinomen des Uterus wurde in der hohen Dosisgruppe der

Ratten-Kanzerogenitätsstudie beobachtet. Diese beruhen höchstwahrscheinlich auf der

pharmakodynamischen Aktivität, welche in einer tiefen Prolaktinsekretion und einer

Östrogendominanz resultiert. Dieser Mechanismus ist spezifisch für Ratten und für den Menschen als

nicht relevant anzusehen.

Tolcapon erwies sich in einer Standardbatterie von Mutagenesetests als nicht mutagen.

Reproduktionstoxizität

Die alleinige Verabreichung von Tolcapon in reproduktionstoxikologischen Studien war weder

teratogen noch führte sie zu relevanten Auswirkungen auf die Fertilität und die allgemeine

Reproduktionsleistung. Bei Ratten wurden bei Dosierungen, die eine maternale Toxizität bewirkten,

Resorptionen, Totgeborene, kleinere Wurfgrössen und Beeinträchtigung des Lernverhaltens bei der

F1-Generation beobachtet. In Kaninchen äusserte sich ein abortiver Effekt.

Tasmar wird jedoch immer in Verbindung mit Levodopapräparaten verabreicht, die bei Kaninchen

bekanntlich Eingeweide- und Skelettmissbildungen hervorrufen. Aufgrund dieser obligatorischen

Begleitmedikation gelten für die Behandlung mit Tasmar die in den entsprechenden

Fachinformationen (Levodopa/Benserazid und Levodopa/Carbidopa) aufgeführten

Anwendungseinschränkungen. Die Kombination von Tolcapon mit Levodopa/Carbidopa, die zu

Levodopa-Konzentrationen im Plasma führte, die das Sechsfache der Konzentration beim Menschen

unter therapeutischen Bedingungen betrugen, hatte Nebenwirkungen beim Muttertier ohne

entsprechende teratogene Effekte zur Folge. Bei noch höheren Levodopa-Dosen, die schwere

Nebenwirkungen beim Muttertier hervorriefen, kam es zu einem geringfügigen, jedoch statistisch

nicht signifikanten Anstieg der Zahl missgebildeter Kaninchenfeten.

Überdosierung

Der Schwellenwert der letalen Plasmakonzentration von Tolcapon liegt, basierend auf

tierexperimentellen Daten, bei >100 µg/ml. Atembeschwerden wurden bei Ratten nach

Verabreichung hoher oraler Dosen (mittels Sonde) sowie nach intravenöser Verabreichung und bei

Hunden nach rascher i.v. Injektion beobachtet.

Sonstige Hinweise

Hinweis

Da Tasmar in Kombination mit Levodopa/Benserazid und Levodopa/Carbidopa verwendet werden

sollte, gilt die Fachinformation zu diesen Levodopa-Präparaten auch für deren Kombination mit

Tasmar.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum

verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Nicht über 30 °C lagern.

Zulassungsnummer

54055 (Swissmedic).

Packungen

Tasmar 100 mg Filmtabletten: 30 und 100 Filmtabletten. (A)

Zulassungsinhaberin

MEDA Pharma GmbH, 8602 Wangen-Brüttisellen.

Stand der Information

November 2015.

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