Targin 10 mg/5 mg Retardtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Wirkstoff:
Oxycodonhydrochlorid (Ph.Eur.), Naloxonhydrochlorid-Dihydrat
Verfügbar ab:
PB Pharma GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Oxycodone Hydrochloride (Ph. Eur.), Naloxone Hydrochloride Dihydrate
Darreichungsform:
Retardtablette
Zusammensetzung:
Oxycodonhydrochlorid (Ph.Eur.) 10.mg; Naloxonhydrochlorid-Dihydrat 5.45mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
82652.00.00

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Targin® 10 mg/5 mg Retardtabletten

Wirkstoffe: Oxycodonhydrochlorid / Naloxonhydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn

diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

Was ist Targin und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Einnahme von Targin beachten?

Wie ist Targin einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Targin aufzubewahren?

Weitere Informationen

1. WAS IST TARGIN UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Targin enthält Oxycodonhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid als Wirk-

stoffe. Die schmerzstillende Wirkung von Targin beruht auf dem

Wirkstoff Oxycodonhydrochlorid. Oxycodonhydrochlorid ist ein starkes

Schmerz-mittel aus der Gruppe der Opioide. Der zweite Wirkstoff in

Targin, Naloxonhydrochlorid, soll einer Verstopfung entgegenwirken.

Darmfunktionsstörungen

eine

Verstopfung

sind

typische

Begleiterscheinungen einer Behandlung mit Opioid-Schmerzmitteln.

Targin wurde Ihnen zur Behandlung von starken Schmerzen, die nur mit

Opioid-haltigen Schmerzmitteln ausreichend behandelt werden können,

verschrieben. Naloxonhydrochlorid wirkt der Verstopfung entgegen.

Targin ist eine Retardtablette. Das heißt, dass die Wirkstoffe über einen

längeren Zeitraum abgegeben werden und über 12 Stunden wirken.

2. WAS MÜSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON TARGIN BEACHTEN?

Targin darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Oxycodonhydrochlorid,

Naloxonhydrochlorid oder einen der sonstigen Bestandteile von

Targin sind,

wenn Ihre Atmung nicht ausreichend ist, um Ihr Blut angemessen mit

Sauerstoff anzureichern und das im Körper entstandene Kohlen-

dioxid abzuatmen (Atemdepression),

wenn Sie an einer schweren chronischen Lungenerkrankung leiden,

die mit einer Verengung der Atemwege verbunden ist (chronisch-

obstruktive Lungenerkrankung, auch COPD genannt),

wenn Sie an einem so genannten Cor pulmonale leiden. Dabei

kommt es aufgrund einer Druckerhöhung in den Blutgefäßen in der

Lunge unter anderem zu einer Vergrößerung der rechten Hälfte des

Herzens (z.B. als Folge der oben beschriebenen COPD),

wenn Sie an schwerem Bronchialasthma leiden,

bei einer nicht durch Opioide bedingten Darmlähmung (paralyti-

schem Ileus),

bei mittelschwerer bis schwerer Leberfunktionsstörung.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Targin ist erforderlich

bei älteren Patienten und geschwächten Patienten,

bei einer durch Opioide bedingten Darmlähmung (paralytischem

Ileus)

bei einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion,

bei einer leichten Beeinträchtigung der Leberfunktion,

bei einer schweren Beeinträchtigung der Lungenfunktion,

bei einem Myxödem (einer Erkrankung der Schilddrüse, bei der die

Haut im Gesicht und an den Gliedmaßen teigig geschwollen, kühl

und trocken ist),

wenn Ihre Schilddrüse zu wenig Hormone bildet (Schilddrüsenunter-

funktion oder Hypothyreose genannt),

wenn Ihre Nebennierenrinden zu wenig Hormone bilden (Neben-

nierenrindenunterfunktion oder Addisonische Krankheit genannt),

bei psychischen Störungen, die mit einem (teilweisen) Realitäts-

verlust einhergehen (Psychosen) und durch Alkohol oder Vergif-

tungszustände mit anderen Substanzen bedingt sind (Intoxikations-

Psychosen),

bei Gallensteinleiden,

bei krankhaft vergrößerter Vorsteherdrüse (Prostatahypertrophie),

bei Alkoholabhängigkeit, Delirium tremens,

bei Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis),

bei niedrigem Blutdruck (Hypotonie),

cypromin, Phenelzin, Isocarboxazid, Moclobemid und Linezolid.

Sprechen Sie in diesen Fällen vor Beginn der Einnahme mit Ihrem Arzt.

Bitte teilen Sie Ihrem Arzt auch mit, wenn diese Angaben früher einmal

auf Sie zutrafen. Informieren Sie Ihren Arzt ebenso, wenn die

genannten Störungen während der Anwendung von Targin auftreten.

Die gefährlichste Folge einer Überdosierung von Opioiden ist eine

Abflachung der Atmung (Atemdepression). Diese kann auch dazu

führen, dass der Sauerstoffgehalt des Blutes sinkt. Dadurch könnte es

z.B. zu einer Ohnmacht kommen.

Klinische

Erfahrungen

Targin

Krebspatienten

Bauchfellmetastasen

oder

beginnendem

Darmverschluss

fortgeschrittenen

Stadium

Tumorerkrankungen

Verdauungsapparates oder des Beckens liegen nicht vor. Daher wird

die Einnahme von Targin bei diesen Patienten nicht empfohlen.

Die Einnahme von Alkohol während der Behandlung mit Targin kann zu

verstärkter Schläfrigkeit führen oder das Risiko schwerwiegender

Nebenwirkungen erhöhen, wie flache Atmung mit dem Risiko eines

Atemstillstands und Bewusstseinsverlust. Es wird empfohlen, während

der Einnahme von Targin keinen Alkohol zu trinken.

Zur richtigen Anwendung von Targin

Wenn Sie nach Beginn der Therapie Durchfall haben, kann dies auf die

Wirkung des Naloxonhydrochlorid zurückzuführen sein. Dies kann ein

Zeichen der Normalisierung der Darmfunktion sein. Dieser Durchfall

kann in den ersten 3 bis 5 Tagen der Therapie auftreten. Falls der

Durchfall danach nicht aufhört oder Sie sehr stört, wenden Sie sich bitte

an Ihren Arzt.

Wenn Sie bisher hohe Dosen eines anderen Opioids angewendet

haben, kann der Therapiewechsel auf Targin bei Ihnen anfangs zu

Entzugssymptomen führen. Diese können z.B. in Unruhe, Schweiß-

ausbrüchen und Muskelschmerzen bestehen. In diesem Fall kann eine

besondere Beobachtung durch ihren Arzt notwendig sein.

Falls Sie operiert werden müssen, teilen Sie bitte Ihren Ärzten mit, dass

Sie Targin einnehmen.

Bei längerfristiger Einnahme von Targin kann es zu einer Gewöhnung

(Toleranzentwicklung) kommen. Das bedeutet, dass Sie möglicher-

weise für die erwünschte schmerzlindernde Wirkung eine höhere Dosis

benötigen. Die längerfristige Einnahme von Targin kann außerdem zu

körperlicher Abhängigkeit führen. Bei

abrupter Beendigung der

Therapie können Entzugssymptome wie Unruhe, Schweißausbrüche

und Muskelschmerzen auftreten. Wenn Sie die Therapie nicht mehr

benötigen, sollten Sie die Tagesdosis nach Rücksprache mit Ihrem Arzt

allmählich reduzieren.

Der Wirkstoff Oxycodonhydrochlorid für sich hat ein Missbrauchspoten-

tial ähnlich wie alle anderen starken Opioide (starke Schmerzmittel).

Die Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit ist möglch. Bei beste-

hendem oder früherem Alkohol-, Drogen- oder Arzneimittelmissbrauch

sollte die Einnahme Oxycodonhydrochlorid-haltiger Arzneimittel ver-

mieden werden.

Es kann vorkommen, dass Tablettenreste in Ihrem Stuhl zu erkennen

bei hohem Blutdruck (Hypertonie),

bei bereits bestehenden Herzkreislauferkrankungen,

bei Kopfverletzungen (wegen des Risikos einer Druckerhöhung im

Gehirn),

bei Epilepsie oder Neigung zu Krampfanfällen,

bei Einnahme von Arzneimitteln gegen eine Depression oder Parkin-

sonsche Krankheit aus der Gruppe der MAO-Hemmer. Zu den MAO-

Hemmern zählen z.B. Arzneimittel mit den Wirkstoffen Tranyl-

Zur falschen Anwendung von Targin

Um die langsam erfolgende Freisetzung des Wirkstoffs Oxycodon-

hydrochlorid aus den Retardtabletten nicht zu beeinträchtigen, müssen

Sie die Retardtabletten als Ganzes schlucken. Sie dürfen die Retard-

tabletten nicht zerteilen, zerkauen oder zerreiben. Die Anwendung zer-

kleinerter, zerkauter oder zerriebener Retardtabletten führt zu einer

schnelleren Freisetzung des Wirkstoffs aus den Retardtabletten. Das

kann zur Folge haben, dass Ihr Körper eine lebensbedrohliche Dosis

von Oxycodonhydrochlorid aufnimmt (siehe unter „Wenn Sie eine grös-

sere Menge Targin eingenommen haben, als Sie sollten“).

Targin ist zur Entzugsbehandlung nicht geeignet.

Vor jeder Form von Missbrauch von Targin, speziell wenn Sie drogen-

abhängig sind, wird gewarnt. Wenn Sie von Substanzen wie Heroin,

Morphin oder Methadon abhängig sind, sind bei Missbrauch von Targin

deutliche Entzugssymptome zu erwarten, da es Naloxon enthält.

Bereits bestehende Entzugssymptome können verstärkt werden.

Targin Retardtabletten dürfen in keinem Fall in missbräuchlicher Absicht

aufgelöst und injiziert (z.B. in ein Blutgefäß eingespritzt) werden.

Insbesondere der Talkumbestandteil der Retardtabletten kann zu

örtlicher Gewebezerstörung (Nekrosen) und zu Veränderungen des

Lungengewebes (Lungengranulomen) führen. Darüber hnaus kann es

zu weiteren schwerwiegenden Folgen kommen, die möglicherweise

auch zum Tode führen können.

Die Anwendung von Targin kann bei Dopingkontrollen zu positiven

Ergebnissen führen. Die Anwendung von Targin als Dopingmittel kann

zu einer Gefährdung der Gesundheit führen.

Bei Einnahme von Targin mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere

Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/an-

gewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige

Arzneimittel handelt.

Das Risiko von Nebenwirkungen erhöht sich, wenn Sie Targin

gleichzeitig mit Alkohol oder mit Arzneimitteln einnehmen, die die

Gehirnfunktionen beeinträchtigen. In diesem Fall können sich die

Nebenwirkungen von Targin verstärken. Es kann z.B. zu Müdigkeit/

Benommenheit oder zu einer weiteren Abschwächung des Atems

(Atemdepression) kommen.

Beispiele für Arzneimittel, die die Gehirnfunktionen beeinträchtigen,

sind

andere stark wirksame Schmerzmittel (Opioide),

Schlaf- und Beruhigungsmittel (Sedativa, Hypnotika),

Arzneimittel gegen Depressionen,

Arzneimittel gegen Allergien, Reisekrankheit oder Übelkeit (Anti-

histaminika oder Antiemetika)

Andere auf das Nervensystem wirkende Arzneimittel (Phenothiazine,

Neuroleptika).

Wenn Sie Targin gemeinsam mit Arzneimitteln einnehmen, die die Ge-

rinnungsfähigkeit des Blutes herabsetzen (Cumarin-Derivate), kann die

Geschwindigkeit der Blutgerinnung beschleunigt

oder verlangsamt

werden.

Es werden keine Wechselwirkungen zwischen Targin und Paracetamol,

Acetylsalicylsäure oder Naltrexon erwartet.

sind.

Dies

kein

Grund

Besorgnis.

Wirkstoffe

Oxycodonhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid wurden bereits zuvor

in Magen und Darm aus den Retardttabletten freigesetzt und von Ihrem

Körper aufgenommen.

Bei Einnahme von Targin zusammen mit Nahrungsmitteln und Ge-

tränken

Die Einnahme von Alkohol während der Behandlung mit Targin kann zu

verstärkter Schläfrigkeit führen oder das Risiko schwerwiegender

Nebenwirkungen erhöhen, wie flache Atmung mit dem Risiko eines

Atemstillstands und Bewusstseinsverlust. Es wird empfohlen, während

der Einnahme von Targin keinen Alkohol zu trinken.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Die Einnahme von Targin während der Schwangerschaft sollte so weit

wie möglich vermieden werden. Oxycodonhydrochlorid kann beim Neu-

geborenen

Entzugssymptome

hervorrufen,

wenn

Schwangerschaft längerfristig eingenommen wurde. Wenn Oxycodon-

hydrochlorid während der Geburt verabreicht wird, kann es beim Neu-

geborenen zu einer Abschwächung der Atmung (Atemdepression)

kommen.

Stillzeit

Während einer Behandlung mit Targin sollte das Stillen unterbrochen

werden oder abgestillt werden. Oxycodonhydrochlorid geht in die

Muttermilch über. Es ist nicht bekannt, ob Naloxonhydrochlorid eben-

falls in die Muttermilch übergeht. Daher kann insbesondere nach Ein-

nahme mehrerer Dosen von Targin ein Risiko für das gestillte Kind nicht

ausgeschlossen werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Targin kann Ihre Verkehrstüchtigkeit und Ihre Fähigkeit, Maschinen zu

bedienen, beeinträchtigen. Dies ist insbesondere zu Beginn einer

Therapie mit Targin, nach Erhöhung der Dosis oder nach einem

Wechsel des Arzneimittels zu erwarten. Dagegen können diese Neben-

wirkungen verschwinden, wenn Sie auf eine gleich bleibende Targin-

Dosis eingestellt wurden.

Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie sich an das Steuer eines Fahrzeugs

setzen oder Maschinen bedienen dürfen.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von

Targin

Dieses Arzneimittel enthält Lactose (Milchzucker). Bitte nehmen Sie

Targin daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber be-

stimmten Zuckern leiden.

3. WIE IST TARGIN EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Targin immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte

fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht

ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Erwachsene

Die Anfangsdosis beträgt im Allgemeinen 10 mg Oxycodonhydro-

chlorid/5 mg Naloxonhydrochlorid als Retardtablette(n) alle 12 Stunden.

Ihr Arzt wird festlegen, wie viele Targin Retardtabletten Sie pro Tag ein-

nehmen sollen. Er wird ebenfalls festlegen, wie Sie die tägliche Ge-

samtdosis auf die morgendliche und abendliche Einnahme aufteilen

sollen. Außerdem wird er entscheiden, ob die Dosis im Laufe der

Therapie gegebenenfalls angepasst werden muss. Dabei wird er die

Dosis an Ihre Schmerzintensität und an Ihre individuelle Empfindlichkeit

anpassen. Sie sollten grundsätzlich die niedrigste Dosis erhalten, die

ausreichend ist, um Ihre Schmerzen zu bekämpfen. Wenn Sie schon

vorher mit Opioiden behandelt wurden, kann die Therapie mit Targin mit

einer höheren Dosis begonnen werden.

Die tägliche Höchstdosis beträgt 80 mg Oxycodonhydrochlorid und

Wenn es zwischen zwei Einnahmen von Targin zu Schmerzen kommt,

benötigen Sie möglicherweise ein schnell wirkendes Schmerzmittel.

Targin ist hierfür nicht geeignet. Bitte sprechen Sie in diesem Fall mit

Ihrem Arzt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den

Eindruck haben, dass die Wirkung von Targin zu stark oder zu schwach

ist.

Funktionsstörungen der Leber bzw. der Niere

Bei Funktionsstörung Ihrer Niere bzw. bei leichter Funktionsstörung

Ihrer Leber wird Ihr Arzt Targin mit besonderer Vorsicht verschreiben.

Bei mittelschwerer bis schwerer Funktionsstörung Ihrer Leber darf

Targin nicht angewendet werden (siehe hierzu auch im Abschnitt 2

„Targin darf nicht eingenommen werden,…“ und „Besondere Vorsicht

bei der Einnahme von Targin ist erforderlich…“).

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Targin wurde noch nicht an Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

untersucht, so dass die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und

Jugendlichen nicht erwiesen ist. Daher wird die Einnahme bei Kindern

40 mg Naloxonhydrochlorid. Sollten Sie eine höhere Dosis benötigen,

kann

Arzt

Ihnen

zusätzlich

Oxycodonhydrochlorid

ohne

Naloxonhydrochlorid verordnen. Dabei

sollte die Oxycodonhydro-

chlorid-Tagesdosis insgesamt 400 mg nicht überschreiten. Bei zu-

sätzlicher Einnahme von Oxycodonhydrochlorid ohne Naloxonhydro-

chlorid kann der günstige Einfluss von Naloxonhydrochlorid auf die

Darmtätigkeit beeinträchtigt werden. Wenn Sie von Targin auf ein

anderes starkes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide umgestellt

werden, müssen Sie damit rechnen, dass sich Ihre Darmfunktion ver-

schlechtert.

Art der Anwendung

Nehmen Sie Targin im Ganzen (unzerkaut) mit ausreichend Flüssigkeit

(½ Glas Wasser) ein. Sie können die Retardtabletten zu den Mahl-

zeiten oder unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen. Nehmen Sie

Targin alle 12 Stunden nach einem festen Zeitschema (z.B. morgens

um 8 Uhr, abends um 20 Uhr) ein. Sie dürfen die Retardtabletten nicht

teilen, zerkauen oder zerreiben.

Dauer der Anwendung

Allgemein sollten Sie Targin nicht länger als notwenig einnehmen.

Wenn Sie eine Langzeitbehandlung mit Targin erhalten, sollte Ihr Arzt

regelmäßig überprüfen, ob Sie Targin noch benötigen.

Wenn Sie eine größere Menge von Targin eingenommen haben, als

Sie sollten

Wenn Sie mehr Targin als verordnet eingenommen haben, müssen Sie

sofort Ihren Arzt informieren.

Mögliche Folgen einer Überdosierung sind:

Verengung der Pupillen,

Abflachung der Atmung (Atemdepression),

Benommenheit bis hin zur Geistesabwesenheit (narkoseähnlicher

Zustand),

verminderte Spannung der Skelettmuskulatur,

Pulsverlangsamung und

Blutdruckabfall

In schwereren Fällen können Bewusstlosigkeit (Koma), Wasseran-

sammlungen in der Lunge und Kreislaufversagen – unter Umständen

mit tödlichem Ausgang – auftreten.

Begeben Sie sich nicht in Situationen, die erhöhte Aufmerksamkeit er-

fordern, z.B. Autofahren.

und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ohne Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen

muss die Dosis in der Regel nicht angepasst werden.

Wenn Sie die Einnahme von Targin vergessen haben

oder eine geringer Dosis als vorgesehen einnehmen, bleibt unter Um-

ständen die schmerzstillende Wirkung aus.

Sollten Sie einmal eine Einnahme vergessen haben, gehen Sie wie

folgt vor:

Wenn die nächste reguläre Einnahme erst in mehr als 8 Stunden

vorgesehen ist: Nehmen Sie die vergessene Targin Retardtablette

sofort ein und behalten Sie anschließend Ihren üblchen Einnahme-

plan bei.

Wenn die nächste reguläre Einnahme in weniger als 8 Stunden vor-

gesehen ist: Nehmen Sie die vergessene Targin Retardtablette ein.

Warten Sie dann bis zur nächsten Einnahme noch einmal 8 Stun-

den. Versuchen Sie Ihr ursprüngliches Zeitschema (z.B. morgens

um 8 Uhr, abends um 20 Uhr) wieder zu erreichen. Nehmen Sie

aber nicht häufiger als alle 8 Stunden eine Retardtablette Targin ein.

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Ein-

nahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Targin abbrechen

Beenden Sie die Behandlung mit Targin nicht ohne Rücksprache mit

Ihrem Arzt.

Wenn Sie die Behandlung nicht mehr benötigen, müssen Sie die

Tagesdosis nach Absprache mit Ihrem Arzt allmählich verringern. Auf

diese Weise vermeiden Sie Entzugssymptome wie Unruhe, Schweiß-

ausbrüche und Muskelschmerzen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben,

fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

4. WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Targin Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 von 10 Behandelten

Häufig:

1 bis 10 von 100 Behandelten

Gelegentlich:

1 bis 10 von 1.000 Behandelten

Selten:

1 bis 10 von 10.000 Behandelten

Sehr selten:

weniger als 1 von 10.000 Behandelten

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Bedeutsame Nebenwirkungen oder Zeichen, auf die Sie achten sollten, und Maßnahmen, wenn Sie betroffen sind:

Wenn Sie von einer der nachfolgend genannten bedeutsamen Nebenwirkungen betroffen sind, rufen Sie sofort den nächsten erreichbaren

Arzt zu Hilfe.

Eine Atemdämpfung (Atemdepression) ist die bedeutsamste Gefährdung einer Opioidüberdosierung und tritt am ehesten bei älteren oder

geschwächten Patienten auf. Bei dafür anfälligen Patienten können Opioide in der Folge auch schwere Blutdruckabfälle hervorrufen.

Häufig

Unruhe

Bauchschmerzen

Verstopfung

Durchfall

Mundtrockenheit

Verdauungsstörungen

Erbrechen

Übelkeit

Blähungen

Blutdruckabfall

Appetitabnahme bis zum Appetitverlust

Schwindelgefühl

Kopfschmerzen

Entzugssymptome wie Übererregbarkeit

Hitze- und Kältegefühl

Schüttelfrost

Schwächezustände

Erhöhung der Leberwerte

Juckreiz

Hautreaktionen/Hautausschlag

Schwitzen

Drehschwindel

Gelegentlich

Völlegefühl

Aufstoßen

Denkstörungen

Angstzustände

Verwirrtheitszustände

Herzklopfen (Palpitationen)

Gallenkolik

Brustkorbschmerz

Unwohlsein

Schmerzen

Husten

Erektionsstörungen

Überempfindlichkeitsreaktionen/allergische

Reaktionen

Depressionen

Euphorische Stimmung

Halluzinationen

Schlaflosigkeit

Nervosität

Schläfrigkeit

Schmerzhaftes Engegefühl im Brustkorb

(Angina pectoris), insbesondere wenn Sie

an Erkrankungen der Herzkranzgefäße

leiden

Wassereinlagerungen (z.B. in den Händen,

Fußgelenken und Beinen

Gewichtsabnahme

Aufmerksamkeitsstörungen

Kribbeln in den Händen und Füßen

Sprachstörungen

(Muskel-)Zittern

Atemnot

Laufende Nase

Blutdruckanstieg

Verletzungen durch Unfälle

Vermehrter Harndrang

Muskelkrämpfe

Muskelzucken

Muskelschmerzen

Sehstörungen

Selten

Krampfanfälle (insbesondere bei Personen

mit Epilepsie oder Neigung zu Krampfan-

fällen)

Sedierung (Schläfrigkeit bis hin zu einem

getrübten Bewusstseinszustand)

Ohnmacht (Synkope)

Alpträume

Pulsbeschleunigung

Veränderungen der Zähne

Unfähigkeit, Wasser zu lassen

(Harnverhalt)

Gähnen

Gewichtszunahme

Sehr Selten

Abflachung und Verlangsamung der Atmung (Atemdepression)

Für den Wirkstoff Oxycodonhydrochlorid alleine (wenn er nicht mit Naloxonhydrochlorid kombiniert wird) sind über das

oben genannte hinaus die folgenden Nebenwirkungen bekannt:

Oxycodon kann eine Abflachung und Verlangsamung der Atmung, Pupillenverengung, Krämpfe der Bronchialmuskeln und Krämpfe der

glatten Muskulatur hervorrufen sowie den Hustenreflex dämpfen.

Häufig

Stimmungs- und Persönlichkeitsverände-

rungen (z.B. Depressionen, euphorische

Stimmung)

Verlangsamung (verminderte Aktivität)

psychische und motorische Überaktivität

Übererregbarkeit

Beeinträchtigungen beim

Wasserlassen

Schluckauf

Gelegentlich

Konzentrationsstörungen

Migräne

Geschmacksstörungen

Erhöhte Muskelspannung

Unwillkürliche Muskelzuckungen

Taubheitsgefühl (Hypoästhesie)

Koordinationsstörungen

Veränderungen der Stimme

Wassereinlagerungen (Ödeme)

Hörstörungen

Mundgeschwüre

Entzündungen der Mundschleimhaut

Wahrnehmungsstörungen (z.B.

Halluzi-nationen, Unwirklichkeitsgefühl)

Abschwächung des Sexualtriebs

Gefäßerweiterung

Selten

Ausbleiben der Regelblutung

Verlust von Körperwasser (Dehydratation)

Appetitsteigerung

Trockene Haut

Herpes-Erkrankung (Herpes simplex)

Schwarzfärbung des Stuhls (Teerstuhl)

Zahnfleischbluten

Schluckaufbeschwerden

Durst

Sehr Selten

Akute allergische Allgemeinreaktionen mit

u.a. Hautausschlag, Juckreiz, Atemnot und

Blutdruckabfall (Anaphylaktische Reaktio-

nen)

Darmverschluss

Juckender Ausschlag

(Nesselsucht, Urtikaria)

Nicht bekannt

Arzneimittelabhängigkeit

Toleranzentwicklung

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

5. WIE IST TARGIN AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und der

Blisterpackung nach „Verwendbar bis: …“ angegebenen Verfalldatum

nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten

Tag des Monats.

Nicht über 25°C lagern.

Das Arzneimittel darf nicht im Wasser oder Haushaltsabfall entsorgt

werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen

ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die

Umwelt zu schützen.

6. WEITERE INFORMATIONEN

Was Targin enthält

die Wirkstoffe sind Oxycodonhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid.

1 Retardtablette enthält 10 mg Oxycodonhydrochlorid entsprechend

9 mg

Oxycodon

5,45

Naloxonhydrochlorid-Dihydrat

entsprechend 5,0 mg Naloxonhydrochlorid und 4,5 mg Naloxon.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern:

Povidon K 30, Ethylcellulose, Stearylalkohol, Lactose-

Monohydrat, Talkum, Magnesiumstearat.

Filmüberzug:

Poly(vinylalkohol), Titandioxid (E171), Macrogol 3350,

Talkum.

Wie Targin aussieht und Inhalt der Packung

Targin 10 mg/5 mg Retardtabletten sind weiße, längliche (oblonge)

Tabletten mit einer Filmbeschichtung und der Prägung „OXN“ auf der

einen und „10“ auf der anderen Seite.

Targin 10 mg/5 mg Retardtabletten sind in Packungen mit 20 (N1), 50

(N2) und 100 (N3) Retardtabletten erhältlich.

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen

Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zu-

gelassen

Deutschland

Targin

Frankreich

Targinact

Italien

Targin

Polen

Targin

Portugal

Targin

Rumänien

Targin

Spanien

Targin

Tschechische Republik

Targin

Zypern

Targinact

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt genehmigt im 09/2012

Pharmazeutischer Unternehmer, Import und Vertrieb in der BRD:

PB Pharma GmbH

Lise-Meitner-Straße 10

40670 Meerbusch

Tel.: 0 2159 / 91 44 70

Fax: 0 2159 / 91 44 45

Mitvertreiber:

MPA Pharma GmbH

Otto-Hahn-Str. 11

22946 Trittau

EMRA-MED Arzneimittel GmbH

Otto-Hahn-Str. 11

22946 Trittau

Freigabe gemäß § 16 AMHV

PS Pharma Service GmbH

Lise-Meitner-Straße 10

40670 Meerbusch

Tel.: 0 2159 / 91 44 30

Fax: 0 2159 / 91 44 44

Hersteller

Mundipharma GmbH

Mundipharma Straße 2

65549 Limburg

Tel.: 0 64 31/701-0

Fax: 0 64 31/7 42 72

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Targin 10 mg/5 mg Retardtabletten

Targin 20 mg/10 mg Retardtabletten

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Wirkstoffe:

Targin 10 mg/5 mg Retardtableiten

Jede Retardtablette enthält 10 mg Oxycodonhydrochlorid entsprechend 9,0 mg Oxycodon und 5,45

Naloxonhydrochlorid-Dihydrat entsprechend 5,0 mg Naloxonhydrochlorid und 4,5 mg Naloxon.

Sonstiger Betandteil:

Jede Retardtablette enthält 61,04 mg Lactose

Targin 20 mg/10 mg Retardtabletten

Jede Retardtablette enthält 20 mg Oxycodonhydrochlorid entsprechend 18,0 mg Oxycodon und 10,9

mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat entsprechend 10,0 mg Naloxonhydrochlorid und 9,0 mg Naloxon.

Sonstiger Betandteil:

Jede Retardtablette enthält 51,78 mg Lactose

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe unter Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

Retardtablette

Targin 10 mg/5 mg Retardtabletten

Oblonge, weiße, mit einem Film überzogene Tabletten mit der Prägung „OXN" auf einer Seite und „10"

auf der anderen Seite.

Targin 20 mg/10 mg Retardtabletten Oblonge

rosafarbene, mit einem Film überzogene Tabletten mit der Prägung „OXN" auf einer Seite und „20“

auf der anderen Seite.

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Starke Schmerzen, die nur mit Opioid-Analgetika ausreichend behandelt werden können.

Der Opioidantagonist Naloxon ist in Targin enthalten, um einer Opioid-induzierten Obstipation

entgegenzuwirken, indem er die Wirkung des Oxycodons an den Opioidrezeptoren lokal im Darm

blockiert.

4.2 Dosierung,

Art und Dauer der Anwendung

Targin ist zum Einnehmen bestimmt

Dosierung

Die analgetische Wirksamkeit von Targin entspricht der von Oxycodonhydrochlorid in retardierter

Form.

Die Dosierung soll an die Schmerzintensität und an die individuelle Empfindlichkeit des Patienten

angepasst werden. Es gelten folgende allgemeine Dosierungsempfehlungen für Targin:

Erwachsene

Die Anfangsdosis für nicht-opioidgewöhnte Patienten beträgt im Allgemeinen 10 mg/5 mg

Oxycodonhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid alle 12 Stunden

Patienten, die bereits Opioide erhalten haben, können unter Berücksichtigung des vorherigen

Opioidbedarfs die Therapie mit Targin in einer höheren Dosis beginnen.

Die tägliche Maximaldosis von Targin beträgt 80 mg Oxycodonhydrochlorid und 40 mg

Naloxonhydrochlorid. Für Patienten, die höhere Dosierungen benötigen, sollte im gleichen Zeitschema

die zusätzliche Gebe

von retardiertem Oxycodonhyrochlorid erwogen werden,

wobei

Tagesmaximaldosis von 400 mg Oxycodonhydrochlorid zu berücksichtigen ist. Der günstige Einfluss

von Naloxon auf die Darmtätigkeit kann hierbei beeinträchtigt werden.

Nach Absetzen der Therapie mit Targin mit anschließendem Wechsel auf ein anderes Opioid ist mit

einer Verschlechterung der Darmfunktion zu rechnen.

Einige Patienten, die Targin nach einem festen Zeitschema erhalten, benötigen schnell freisetzende

Analgetika als Bedarfsmedikation zur Therapie von Durchbruchschmerzen. Targin ist eine retardierte

Formulierung und daher für die Behandlung von Durchbruchschmerzen nicht vorgesehen. Die

Einzeldosis der Bedarfsmedikation sollte ungefähr 1/6

der entsprechenden Tagesdosis von

Oxyconhydrochlorid betragen. Wird eine Bedarfsmedikation häufiger als zweimal pro Tag benötigt, ist

dies üblicherweise ein Anzeichen dafür, dass eine Dosiserhöhung von Targin erforderlich ist. Diese

Anpassung sollte alle 1-2 Tage in Dosisschritten von zweimal täglich 5 mg/2,5 mg oder wenn nötig

zweimal täglich 10 mg/5 mg Oxycodonhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid bis zum Erreichen einer

stabilen Dosis erfolgen. Das Ziel ist eine patientenspezifische Dosierung, die bei zweimal täglicher

Gabe eine adäquate Analgesie und so wenig wie möglich Bedarfsmedikation so lange ermöglicht, wie

eine Schmerztherapie notwendig ist.

Targin wird in der ermittelten Dosierung zweimal täglich nach einem festen Zeitschema eingenommen.

Obwohl die gleichmäßige Gabe (gleiche Dosis morgens und abends) nach einem festen Zeitschema

(alle 12 Stunden) für die Mehrzahl der Patienten angemessen ist, kann es für einige Patienten von

Vorteil sein - in Abhängigkeit von der individuellen Schmerzsituation - die Mengen ungleich zu

verteilen. Im Allgemeinen sollte die kleinste analgetisch wirksame Dosis ausgewählt werden.

Bei der Behandlung von Nicht-Tumorschmerzen sind Tagesdosierungen bis 40 mg/20 mg

Oxycodonhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid im Allgemeinen ausreichend; höhere Dosierungen können

erforderlich sein.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Targin wird für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen, da

Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit fehlen.

Ältere Patienten

Wie bei jüngeren Erwachsenen sollte die Dosierung an die Schmerzintensität und an die individuelle

Empfindlichkeit des Patienten angepasst werden.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

In einer klinischen Studie wurde gezeigt, dass die Plasmaspiegel von Oxycodon und Naloxon bei

Patienten mit Leberfunktionsstörungen erhöht waren. Naloxonplasmaspiegel waren dabei stärker

erhöht als die von Oxycodon (siehe Abschnitt 5.2). Die klinische Relevanz der relativ hohen

Naloxonplasmaspiegel bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen ist noch nicht bekennt. Bei

Patienten mit geringfügig beeinträchtigter Leberfunktion ist bei der Anwendung von Targin Vorsicht

geboten (siehe Abschnitt 4.4). Bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Leberfunktionsstörung ist

Targin kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)

Patienten mit Nierenfunktionsstörung

in einer klinischen Studie wurde gezeigt, dass die Plasmaspiegel von Oxycodon und Naloxon bei

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen erhöht waren (siehe Abschnitt 5.2). Naloxonplasmaspiegel

waren dabei stärker erhöht als die von Oxycodon. Die klinische Relevanz der relativ hohen

Naloxonplasmaspiegel bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen ist noch nicht bekannt. Bei

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen ist bei der Anwendung von Targin Vorsicht geboten (Siehe

Abschnitt 4.4).

Art der Anwendung

Targin wird in der ermittelten Dosierung zweimal täglich nach einem festen Zeitschema eingenommen.

Die Retardtabletten können entweder zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon mit ausreichend

Flüssigkeit eingenommen werden. Die Retardtabletten müssen im Ganzen geschluckt und dürfen

nicht geteilt oder zerkaut werden.

Anwendungsdauer

Targin soll nicht länger als unbedingt notwendig angewendet werden. Falls in Abhängigkeit von Art

und Schwere der Erkrankung eine Langzeitbehandlung erforderlich ist, sollte eine sorgfältige und

regelmäßige Beobachtung sicherstellen, in welchem Ausmaß eine Weiterbehandlung notwendig ist.

Falls eine Opioid-Therapie nicht länger angezeigt ist, sollte die Therapie ausschleichend beendet

werden (siehe Abschnitt 4.4).

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile,

Jegliche Situationen, in denen Opioide kontraindiziert sind,

Schwere Atemdepression mit Hypoxie und/oder Hyperkapnie;

Schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung,

Cor pulmonale,

Schweres Bronchialasthma,

Nicht opioid-bedingter paralytischer Ileus,

Mittlere bis schwere Leberfunktionstörung.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine Atemdepression ist die bedeutsamste Gefährdung durch Opioide.

Vorsicht ist geboten bei der Anwendung von Targin bei älteren oder geschwächten Patienten, bei

Patienten mit opioid-bedingtem paralytischem Ileus, schwerer Beeinträchtigung der Lungenfunktion,

Myxödem,

Hypothyreose,

Addisonscher

Krankheit

(Nebennierenrinden-Insuffizienz),

lntoxikations-Psychose, Cholelithiasis. Prostatahypertrophie, Alkoholismus, Delirium tremens,

Pankreatitis,

Hypotonie,

Hypertonie,

vorher

bestehenden

Herzkreislauferkrankungen,

Kopfverletzungen (wegen des Risikos von Zuständen mit erhöhtem Hirndruck), Epilepsie oder

Prädisposition zu Krampfanfällen oder Patienten, die MAO-Hemmer einnehmen.

Vorsicht

auch geboten bei

der Anwendung von Targin bei

Patienten

leichter

Leberfunktionsstörung

oder

Nierenfunktionsstörungen.

Eine

sorgsame

medizinische

Überwachung ist insbesondere bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung notwendig.

Beim Auftreten von Diarrhoe sollte als Ursache die Wirkung von Naloxon in Betracht gezogen

werden.

Die Umstellung von Patienten unter Langzeitanwendung mit hohen Dosierungen von Opioiden auf

Targin kann anfänglich Entzugssymptome auslösen. Eine besondere Beobachtung dieser Patienten

kann notwendig sein.

Targin ist zur Entzugsbehandlung nicht geeignet.

Bei längerfristiger Anwendung kann es zur Entwicklung einer Toleranz gegenüber dem Arzneimittel

kommen, so dass eine höhere Dosierung zum Erzielen des erwünschten analgetischen Effektes

erforderlich sein könnte. Die chronische Anwendung von Targin kann zu physischer Abhängigkeit

führen. Bei abrupter Beendigung der Therapie können Entzugssymptome auftreten. Falls die

Therapie mit Targin nicht länger erforderlich ist, kann es deshalb ratsam sein, die Tagesdosis

allmählich zu reduzieren, um das Auftreten von Entzugssymptomen zu vermeiden

Eine psychische Abhängigkeit (Arzneimittelsucht) kam sich nach Gabe opioidhaltiger Analgetika, wie

Targin, entwickeln. Bei anamnestischem Alkohol-, Drogen- oder Arzneimittelmissbrauch ist Targin nur

mit besonderer Vorsicht zu verordnen. Der Wirkstoff Oxycodon für sich hat, ähnlich wie andere stark

wirksame Opioidrezeptoragonisten, ein Missbrauchspotenzial.

Um die Verzögerung der Freisetzung (der Wirkstoffe) der Retardtabletten nicht zu beeinträchtigen,

müssen die Retardtabletten im Ganzen eingenommen werden und dürfen nicht zerteilt, zerkaut oder

zerrieben werden. Die Einnahme zerkleinerter, zerkauter oder zerriebener Retardtabletten führt zu

einer schnelleren Wirkstofffreisetzung und Resorption einer möglicherweise letalen Dosis von

Oxycodon (siehe Abschnitt 42).

Bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol und Targin können vermehrt Nebenwirkungen von Targin auftreten.

Die gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden.

Es gibt keine Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit von Targin bei Kindern und Jugendlichen unter

18 Jahren, so dass eine Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen

wird.

Es liegen keine klinischen Erfahrungen bei

Krebspatienten mir Peritonealkarzinose oder

beginnender

Darmobstruktion

fortgeschrittenen

Stadium

Tumorerkrankungen

Verdauungstraktes oder Beckenbereichs vor. Daher wird eine Anwendung von Targin bei diesen

Patienten nicht empfohlen.

Die Gabe von Targin wird präoperativ und während der ersten 12-24 Stunden postoperativ nicht

empfohlen. In Abhängigkeit von Art und Umfang des chirurgischen Eingriffs, dem gewählten

Anästhesieverfahren, der sonstigen Begleitmedikation sowie vom individuellen Zustand das

Patienten ist der Zeitpunkt des postoperativen Einsatzes von Targin nach sorgfältiger Abwägung von

Nutzen und Risiko im Einzelfall festzulegen

Vor jedem Missbrauch von Targin durch Drogenabhängige wird dringend gewarnt.

Wenn Targin von Personen, die von Opioid-Rezeptoragonisten wie Heroin, Morphin oder Methadon

abhängig sind, parenteral, intranasal

oder oral

missbraucht wird, sind auf Grund der

Opioidzeptor-antagonistischen Eigenschaften von Naloxon deutliche Entzugssymptome zu erwarten

oder bereits bestehende Entzugssymptome, können verstärkt werden (siehe Abschnitt 4.9).

Targin besteht aus einer dualen Polymer-Matrix und ist nur zum Einnehmen bestimmt. Eine

missbräuchliche parenterale Verabreichung der Tablettenbestandteile (insbesondere von Talkum)

kann zur Nekrose lokalen Gewebes und zu Lungengranulomen oder zu anderen schwerwiegenden

potenziell letalen Neberwirkungen führen.

Die Ieere Matrix der Retardtabletten wird unter Umständen sichtbar mit dem Stuhl ausgeschieden.

Die Anwendung von Targin kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Die Anwendung von Targin als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der Gesundheit führen.

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,

Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Targin nicht einnehmen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol und Targin können vermehrt Nebenwirkungen von Targin

auftreten. Die gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Wechselwirkungsstudien bei Erwachsenen durchgeführt.

Zentral dämpfend wirkende Substanzen (z.B.. Alkohol, andere Opioide, Sedativa, Hypnotika,

Antidepressiva, Schlafmittel, Phenothiazine, Neuroleptika, Antihistaminika und Antiemetika) können

den ZNS-dämpfenden Effekt (z. B. die Atemdepression) von Targin verstärken.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol und Targin können vermehrt Nebenwirkungen von Targin auftreten.

Die gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Oxycodon und Cumarin-Derivaten sind relevante Veränderungen

der Thromboplastinzeit (Intertational Normalized Ratio/INR bzw. Quick-Wert) in beide Richtungen

beobachtet worden.

In-vitro-Studien zur Metabolisierung zeigten, dass keine klinisch relevanten Wechselwirkungen

zwischen Oxycodon und Naloxon zu erwarten sind. Klinisch relevante Wechselwirkungen mit

Substanz, die über die GYP-Isomere, GYP1A2, CYP2A6, GYP2C9/19, CYP2D6 GYP2E1 und

CYP3A4

metabolisiert

werden,

sind

therapeutischen

Dosierungsbereich

Targin

Retardtabletten nicht zu erwarten. Darüber hinaus ist in therapeutischen Konzentrationen die

Wahrscheinlichkeit für klinisch relevante Wechselwirkungen von Paracetamol, Acetylsalicylsäure

oder Naltrexon mit der Kombination von Oxycodon und Naloxon äußerst gering.

Alkohol kann die pharmakodynamischen Effekte von Targin verstärken. Die gleichzeitige Einnahme

sollte vermieden werden.

4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine klinischen Daten zur Anwendung von Targin in der Schwangerschaft oder unter der

Geburt vor. Daten über eine begrenzte Anzahl von exponierten Schwangeren mit Oxycodon deuten

nicht auf ein erhöhtes Risiko von angeborenen Fehlbildungen hin. Es liegen keine hinreichenden

Daten über die Verwendung von Naloxon bei Schwangeren vor. Die systemische Verfügbarkeit von

Naloxon bei Frauen nach der Einnahme von Targin ist jedoch relativ gering (siehe Abschnitt 5.2).

Sowohl Oxycodon als auch Naloxon passieren die Plazenta. Tierstudien für die Kombination von

Oxycodon mit Naloxon wurden nicht durchgeführt (siehe Abschnitt 5.2). Tierstudien mit Oxycodon

oder Naloxon als Einzelsubstanzen haben keine teratogene oder embryotoxische Wirkung gezeigt.

Oxycodon kann bei längerfristiger Anwendung während der Schwangerschaft zu Entzugssymptomen

beim Neugeborenen führen. Unter der Geburt angewendet kann Oxycodon beim Neugeborenen

eine Atemdepression hervorrufen.

Targin sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der Nutzen das mögliche

Risiko für den Fötus oder das Neugeborene eindeutig überwiegt

Stillzeit

Oxycodon geht in die Muttermilch über. Es wurde ein Verhältnis von 3,4:1 gemessen, und es ist

daher möglich, dass beim gestillten Kind Oxycodon-Effekte auftreten. Es ist nicht bekannt, ob

Naloxon ebenfalls in die Muttermilch übergeht. Systemische Naloxon-Spiegel sind nach Gabe von

Targin jedoch sehr niedrig (siehe Abschnitt 5.2).

Ein Risiko für das gestillte Kind kann insbesondere nach wiederholter Einnahme von Targin durch

die stillende Mutter nicht ausgeschlossen werden.

Während einer Behandlung mit Targin sollte das Stillen unterbrochen oder abgestillt werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Targin kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.

Dies ist insbesondere zu Beginn einer Therapie mit Targin, nach einer Dosiserhöhung oder dem

Wechsel des Arzneimittels, sowie beim Zusammenwirken von Targin mit Alkohol oder anderen ZNS

dämpfenden Substanzen zu erwarten. Bei einer stabilen Therapie sind Beschränkungen nicht

zwangsläufig erforderlich. Deshalb sollten Patienten mit ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob

sie Auto fahren oder Maschinen bedienen dürfen.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad

angegeben.

Erkrankungen des Immunsystem

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Appetitabnahme bis zum Appittverlust

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Unruhe

Gelegentlich: Denkstörungen, Angst, Verwirrtheitszustände, Depressionen, euphorische Stimmung,

Halluzinationen, Schlaflosigkeit, Nervosität

Selten: Alptraum

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schwindelgefühl,Kopfschmerz

Gelegentlich: Aufmerksamkeitsstörungen, Parästhesien. Somnolenz, Sprachstörungen, Tremor

Selten: Konvulsionen (insbesondere bei Personen mit Epilepsie oder Prädisposition zu

Krampfanfällen), Sedierung, Synkope

Augenerkrankungen

Gelegentlich: Sehstörungen

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig: Vertigo

Herzerkrankungen

Gelegentlich:

Angina pectoris insbesondere bei Patienten mit vorher bestehender koronarer

Harzkrankheit; Palpitationen

Selten: Tachykardie

Gefäßerkrankungen

Häufig:

Bluldruckabfäll

Gelegentlich: Blutdruckanstieg

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: Dyspnoe, Rhinorrhoe, Husten

Selten: Gähnen

Sehr selten:

Atemdepression

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Abdominalschmerz, Obstipation, Diarrhoe, Mundtrockenheit, Dyspepsie, Erbrechen, Übelkeit

Flatulenz

Gelegentlich: aufgetriebener Bauch, Aufstoßen

Selten:

Zahnerkrankungen

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig: Erhöhung leberspezifischer Enzyme

Gelegentlich: Gallenkolik

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Erektionsstörungen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig:

Pruritus, Hautreaktionen/ Hautausschlag, Hyperhidrosis

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich: Muskelkrämpfe, Muskelzucken, Myalgie

Erkrankungen der Nieren und Hantwege

Gelegentlich: Harndrang

Selten: Harnretention

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Arzneimittelentzugssyndrome, Hitze- und Kältegefühl, Schüttelfrost, Schwächezustände

(Asthenie)

Gelegentlich: Brustkorbschmerz, Unwohlsein, Schmerzen, periphere Ödeme, Gewichtsabnahme

Selten: Gewichtszunahme

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Gelegentlich: Verletzungen durch Unfälle

Für den Wirkstoff Oxycodonhydrochlorid sind die folgenden zusätzlichen Nebenwirkungen

bekannt:

Auf Grund seiner pharmakologischen Eigenschaften kann Oxycodonhydrochlorid Atemdepression,

Miosis, Bronchospasmus und Spasmen der glatten Muskulatur hervorrufen sowie den Hustenreflex

dämpfen.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Selten:

Herpes simplex

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: Anaphylaktische Reaktionen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Selten: Dehydratation, Appetitsteigerung

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig:Stimmungs- und Persönlichkeitsveränderungen, verminderte Aktivität, psychomotorische

Hyperaktivität,

Agitiertheit

Gelegentlich: Wahrnehmungsstörungen (z B. Derealisation), verminderte Libido

Nicht bekannt: psychische Arzneimittelabhängigkeit

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich: Konzentrationsstörungen, Migräne. Geschmacksstörungen, erhöhter Muskeltonus,

unwillkürliche Muskelkontraktionen, Hypoästhesie, Koordinationsstörungen

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths;

Gelegentlich: Hörstörungen

Gefäßerkrankungen

Gelegentlich: Vasodilatation

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: Dysphonie

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Schluckauf

Gelegentlich: Mundulzerationen, Stomatitis

Selten: Melaena, Zahnfleischbluten, Dysphagie

Sehr selten: Ileus

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Trockene Haut

Sehr selten: Urtikaria

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Dysurie

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Seiten: Amenorrhoe

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Ödeme

Selten: Durst

Nicht bekannt: Toleranz

4.9 Überdosierung

Symptome einer Überdosierung

Abhängig von der individuellen Anamnese kann sich eine Überdosierung von Targin durch

Symptome äußern, die entweder durch Oxycodon (Opioidrezeptoragonist) oder durch Naloxon

(Opioidrezeptorantagonist) hervorgerufen werden.

Symptome einer Oxycodonüberdosierung sind Miosis, Atemdepression, Somnolenz, bis hin zum

Stupor, verminderte Spannung der Skelettmuskulatur, Bradykardie sowie Abfall des Blutdrucks. In

schwereren Fällen können Koma, ein nicht-kardiogenes Lungenödem und Kreislaufversagen,

unter Umständen mit letalem Ausgang, auftreten.

Symptome einer reinen Überdosierung mit Naloxon sind kaum zu erwarten.

Therapie einer Überdosierung

Entzugssymptome aufgrund einer Überdosierung mit Naloxon sollten unter umfassender

Beobachtung symptomatisch behandelt werden.

Bei klinischen Symptomen, die auf eine Oxycodon-Überdosierung hinweisen, ist gegebenenfalls

die intravenöse Gabe eines Opioidrezeptorantagonisten (z. B. 0,4-2 mg Naloxonhydrochlorid

inravenös) angezeigt. Diese Einzeldosis muss je nach klinischer Erfordernis in zwei-

dreiminütigen Abständen wiederholt werden. Auch die Gabe durch Infusion von 2 mg

Naloxonhydrochlorid

isotonischer

Kochsalz-

oder

50%iger

Dextroselösung

(entsprechend 0,004 mg Naloxon/ml) ist möglich. Dabei soll die Infusionsgeschwindigkeit auf die

zuvor verabreichten Bolusdosierungen und die Reaktion des Patienten abgestimmt sein. Eine

Magenspülung kann in Erwägung gezogen werden.

Unterstützende Maßnahmen (künstliche Beatmung, Sauerstoffzufuhr, Gabe von Vasopressoren

und Infusionstherapie) sollten, falls erforderlich, in der Behandlung eines begleitend auftretenden

Kreislaufschocks angewendet werden. Bei

Herzstillstand oder Arrhythmien kann eine

Herzdruckmassage oder Defibrillation angezeigt sein. Falls erforderlich, sollte eine assistierende

Beatmung sowie Aufrechterhaltung des Wasser- und Elektrolythaushaltes erfolgen.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Oxycodon, Kombinationen

ATC-Code:N02AA55

Oxycodon und Naloxon besitzen eine Affinität zu Kappa-, My- und Delta-Opioidrezeptoren in

Gehirn, Rückenmark und peripheren Organen (z. B. Darrn). Oxycodon wirkt an diesen

Rezeptoren als Opioidrezeptoragonist und bewirkt eine Schmerzlinderung durch die Bindung an

die endogenen Opioid-Rezeptoren im ZNS. Im Gegensatz dazu ist Naloxon ein reiner Antagonist

an allen Opioidrezeptortypen.

Auf Grund des ausgeprägten First-pass-Metabolismus liegt die Bioverfügbarkeit von Naloxon bei

oraler Gabe bei < 3 %, so dass eine klinisch relevante systemische Wirkung kaum zu erwarten

ist. Infolge des kompetitiven Antagonismus der Opioidrezeptor-vermittelten Wirkung von

Oxycodon lokal im Darm reduziert Naloxon das Auftreten der für eine Behandlung mit Opioiden

typischen Darmfunktionsstörungen.

In einer zwölfwöchigen kontrollierten, verblindeten Parallelgruppenstudie mit 322 Pateinten mit

opioid-induzierter Obstipation hatten Patienten, die mit Oxycodonhydrochlorid/

Naloxonhydrochlorid Retardtabletten behandelt wurden, im Vergleich zu denen, die nur

Oxycodonhydrochlodd Retardabletten erhielten, im Durchschnitt einen zusätzlichen spontanen

Stuhlgang in der letzten Behandlungswoche (p <0,0001). Der Gebrauch von Laxantien in den

ersten 4 Wochen war signifikant niedriger in der

Oxycodenhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid-Gruppe im Vergleich zur

Oxycodonhydrochlorid-Monotherapiegruppe (31 % vs. 55 %, p <0,0001). Gleichartige

Ergebnisse wurden in einer Studie mit 265 Nicht-Tumorschmerzpatienten erzielt, die

vergleichbare Tagesdosierungen von 60mg/30mg bis 80mg/40mg

Oxycodonhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid Retardtabletten bzw. 60 mg bis 80mg

Oxycodonhydrochlorid Retardtabletten (Monotherapie) erhalten haben.

Opioide

können

Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-

oder

-Gonaden-Achsen

beeinflussen. Zu den Veränderungen, die beobachtet werden können, zählen ein Anstieg des

Prolaktin im Serum und eine Abnahme von Kortisol und Testosteron im Plasma. Eine

Manifestation klinischer Symptome auf Grund dieser Hormonveränderungen kann möglich sein.

Präklinische Studien zeigen unterschiedliche Effekte natürlicher Opioide auf Komponenten des

Immunsystems. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist nicht bekannt. Es ist nicht bekannt,

ob Oxycodon, ein semisynthetisches Opioid, ähnliche Wirkungen auf das Immunsystem aufweist

wie natürliche Opioide.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Oxycodonhydrochlorid

Resorption

Oxycodon hat nach Einnahme eine hohe absolute Bioverfügbarkeit von bis zu 87 %.

Verteilung

Nach der Resorption wird Oxycodon im gesamten Körper verteilt. Die Plasmaproteinbindung

beträgt etwa 45 %.

Oxycodon tritt in die Plazenta über und lässt sich in der Muttermilch nachweisen.

Metabolismus

Oxycodon wird in der Leber zu Noroxycoden und Oxymorphon und mehreren Glucuroniden

abgebaut.

Noroxycodon,

Oxymorphon,

Noroxymorphon

werden

durch

Cytochrom-P450-System generiert. In-vitro-Studien deuten darauf hin, dass therapeutische

Dosen von Cimetidin wahrscheinlich keinen signifikanten Einfuss auf die Entstehung von

Noroxycodon haben. Chinidin reduziert die Entstehung von Oxymorphon im Menschen ohne

einen substantiellen Einfluss auf die Pharmakodynamik von Oxycodon zu haben. Der Beitrag von

Metaboliten zur Wirkung ist vernachlässigbar.

Elimination

Oxycodon und seine Stoffwechselprodukte werden sowohl mit dem Urin als auch mit dem Stuhl

ausgeschieden.

Naloxonhydrochlorid

Resorption

Bei Einnahme hat Naloxon eine geringe systemische Verfügbarkeit von <3 %.

Verteilung

Naloxon geht in die Plazenta über. Es ist nicht bekannt, ob Naloxon ebenfalls in die Muttermilch

übergeht.

Metabolismus und Elimination

Bei parenteraler Gabe beträgt die Plasma-Halbwertszeit ungefähr eine Stunde. Die Dauer der

Wirksamkeit ist abhängig von der Dosis und der Art der Anwendung. Die intramuskuläre Injektion

bewirkt einen längeren Effekt als die intravenöse Applikation. Naloxon wird in der Leber

metabolisiert

über

Urin

ausgeschieden.

Hauptmetaboliten

sind

Naloxon-3-Glucuronid, 6ß-Naloxol und seine Glucuronide.

Oxycodonhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid Kombination (Targin)

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Oxycodon in Targin sind äquivalent zu

Oxycodon-Retardtabletten bei gleichzeitiger Verabreichung von Naloxonhydrochlorid

Retardtabletten.

Alle Wirkstärken von Targin sind untereinander austauschbar.

Bei Einnahme von Targin in maximaler Dosierung sind die Plasmakonzentrationen von Naloxon

so gering, dass eine sinnvolle pharmakokinetische Analyse nicht durchführbar ist Die

pharmakokinetische Analyse kann mit dem Surrogatparameter Naloxon-3-Glucuronid erfolgen, da

mit diesem messbare Plasmakonzentrationen erreicht werden.

Im Allgemeinen waren die maximale Plasmakonzentration (C

) und die Bioverfügbarkeit von

Oxycodon bei Einnahme nach einem fettreichen Frühstück im Durchschnitt um 16 % bis 30 %

höher als bei Einnahme in nüchternem Zustand. Dies ist nicht klinisch relevant, so dass Targin

Retardtabletten entweder während der Mahlzeiten oder unabhängig davon eingenommen werden

können (siehe Abschnitt 4.2).

In-vitro-Studien zur Metabolisierung haben gezeigt, dass das Auftreten von klinisch relevanten

Wechselwirkungen von Targin mit anderen Substanzen nicht zu erwarten ist

Ältere Patienten

Oxycodon

Die Oxycodon AUC

stieg bei älteren im Vergleich zu jüngeren Probanden auf durchschnittlich 118

% (90 % C.I.: 103, 135) an. Die Oxycodon C

stieg auf durchschnittlich 114 % (90 % C.I.:

102,127). Die Oxycodon C

stieg auf durchschnittlich 128 % (90 % C.I.: 107,152).

Naloxon

Die Naloxon AUC

stieg bei älteren im Vergleich zu jüngeren Probenden auf durchschnittlich 182 % (90

% C.I: 123, 270) an. Die Naloxon C

stieg auf durchschnittlich 173 % (90 % C.I.: 107, 208). Die

Naloxon C

stieg auf durchschnittlich 317 % (90 % C .I.: 142,708).

Naloxon-3-Glucuronid

Die Naloxon-3-Glucuronid AUC

stieg bei älteren im Vergleich zu jüngeren Probenden auf

durchschnittlich 128 % (90 % C.I.: 113, 147) an. Die Naloxon-3-Glucuronid C

stieg durchschnittlich

auf 127 % (90 % C.I.. 112, 144). Die Naloxon-3-Glucuronid C

stieg durchschnittlich auf 125 % (90 %

C.I.: 105, 148).

Patienten mit Leberfunktionsstörung

Oxycodon

Die Oxycodon AUC

stieg bei Patienten mit geringer, mittelstarker und starker Leberfunktionsstörung

im Vergleich zu gesunden Probenden auf durchschnittlich 143 % (90 % C.I.: 111, 184), 319 % (90 %

C.I.: 248, 411) und 310 % (90 % C.I.: 241, 398). Die Oxycodon C

stieg im Vergleich zu gesunden

Probanden auf durchschnittlich 120 % (90 % (C.I.: 99, 144), 201 % (90 % C.I.: 166. 242) und 191 %

(90 % C.I.: 158, 231) bei geringer, mittelstarker und starker hepatischer Insuffizienz. Die Oxycodon t

1/2Z

stieg im Vergleich zu gesunden Probenden auf durchschnittlich 108 % (90 % C.I.: 70, 146), 176 % (90

% C.I.: 138, 215) und 183 % (90 % C.I.: 145, 221) bei geringer, mittelstarker und starker hepatischer

Insuffizienz.

Naloxon

Die Naloxon AUC

stieg im Vergleich zu gesunden Probanden auf durchschnittlich 411 % (90 % C.I.:

152, 1112), 11518 % (90 % C.I.: 4259, 31149) und 10666 % (90 % C.I.: 3944, 28847) bei geringer,

mittelstarker und starker hepatischer Insuffizienz. Die Naloxon C

stieg im Vergleich zu gesunden

Probanden auf durchschnittlich 193 % (90 % (C.I.: 115, 324), 5292 % (90 % C.I.: 3148, 8896) und

5252 % (90 % C.I.: 3124, 8830) bei geringer, mittelstarker und starker hepatischer Insuffizienz. Die

Naloxon t

1/2Z

und die entsprechende AUC

konnte auf Grund einer ungenügenden Datenlage nicht

errechnet werden. Der Vergleich der Bioverfügbarkeiten für Naloxon beruht daher auf AUC

-Werten.

Naloxon-3-Glucuronid

Die Naloxon-3-Glucuronid AUC

stieg im Vergleich zu gesunden Probanden auf durchschnittlich 157

% (90 % C.I.: 89, 279), 128 % (90 % C.I.: 72, 227) und 125 % (90 % C.I.: 71, 222) bei geringer,

mittelstarker und starker hepatischer Insuffizienz. Die Naloxon-3-Glucuronid C

stieg im Vergleich zu

gesunden Probanden durchschnittlich bei geringer hepatischer Insuffizienz auf 141 % (90 % (C.I.: 100,

197), bei mittelstarker hepatischer Insuffizienz auf durchschnittlich 118% (90 % C.I.: 84, 166) und bei

starker hepatischer Insuffizienz auf durchschnittlich 98 % (90 % C.I.: 70, 137). Die Naloxon-3-

Glucuronid t

1/2Z

stieg im Vergleich zu gesunden Probanden durchschnittlich bei geringer hepatischer

Insuffizienz auf durchschnittlich 117 % (90 % C.I.: 72, 161) sank auf durchschnittlich 77 % (90 % C.I.:

32, 121) und 94 % (90 % C.I.: 49, 139) bei mittelstarker und starker hepatischer Insuffuienz.

Patienten mit Nierenfunktionsstörung

Oxycodon

Die Oxycodon AUC

im Vergleich zu gesunden Probenden auf durchschnittlich 153 % (90 % C.I.:

130, 182), 166 % (90 % C.I.: 140, 196) und 224 % (90 % C.I.: 190, 266) bei geringer, mittelstarker und

starker renaler Insuffizienz. Die Oxycodon C

stieg im Vergleich zu gesunden Probanden auf

durchschnittlich 110 % (90 % (C.I.: 94, 129), 135 % (90 % C.I.: 115, 159) und 167 % (90 % C.I.: 142,

196) bei geringer, mittelstarker und starker reanler Insuffizienz. Die Oxycodon t

1/2Z

stieg im Vergleich

zu gesunden Probenden auf durchschnittlich 149 %, 123 % und 142 % bei geringer, mittelstarker und

starker renaler Insuffizienz.

Naloxon

Die Naloxon AUC

stieg im Vergleich zu gesunden Probanden auf durchschnittlich 2850 % (90 % C.I.:

369, 22042), 3910 % (90 % C.I.: 506, 30243) und 7612 % (90 % C.I.: 984, 58871) bei geringer,

mittelstarker und starker renaler Insuffizienz. Die Naloxon C

stieg im Vergleich zu gesunden

Probanden auf durchschnittlich 1076 % (90 % (C.I.: 154, 7502), 858 % (90 % C.I.: 123, 5981) und

1675 % (90 % C.I.: 240, 11676) bei geringer, mittelstarker und starker renaler Insuffizienz. Die

Naloxon t

1/2Z

und die entsprechende AUC

konnte auf Grund einer ungenügenden Datenlage nicht

errechnet werden. Der Vergleich der Bioverfügbarkeiten für Naloxon beruht daher auf AUC

-Werten.

Die Quotienten wurden möglicherweise dadurch beeinflusst, dass die Naloxonplasmaspiegel in

gesunden Probanden nicht ausreichend charakterisiert werden konnten.

Naloxon-3-Glucuronid

Die Naloxon-3-Glucuronid AUC

stieg im Vergleich zu gesunden Probanden auf durchschnittlich 220

% (90 % C.I.: 148, 327), 370 % (90 % C.I.: 249, 550) und 525 % (90 % C.I.: 354, 781) bei geringer,

mittelstarker und starker renaler Insuffizienz. Die Naloxon-3-Glucuronid C

stieg im Vergleich zu

gesunden Probanden auf 148 % (90 % (C.I.: 110, 197), 202 % (90 % C.I.: 151, 271) und 239 % (90 %

C.I.: 179, 320) bei geringer, mittelstarker und starker renaler Insuffizienz. Die Naloxon-3-Glucuronid

1/2Z

zeigte keine signifikante Änderung bei renaler Insuffizienz im Vergleich zu gesunden Probanden.

Missbrauch

Um die Retardierung von Targin nicht zu zerstören, dürfen die Tabletten nicht zerteilt, zerrieben oder

zerkaut werden, da dies zu einer schnelleren Wirkstofffreisetzung führt. Darüber hinaus verfügt

Naloxon über eine langsamere Elimination bei intranasaler Gabe. Dies führt dazu, dass eine

rnissbräuchliche Anwendung von Targin nicht zu den beabsichtigten missbräuchlichen Effekten führt

Im Tierexperiment konnte bei Ratten, die von Oxycodon abhängig waren, bei der intravenösen

Anwendung von Oxycodonhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid im Verhältnis 2:1 Entzugssymptome

festgestellt werden.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Es gibt keine reproduktionstoxikologischen Daten zur Kombination von Oxycodon mit Naloxon.

Studien mit den Einzelsubstanzen zeigten, dass Oxycodon keine Auswirkung auf die Fertilität und die

frühe embryonale Entwicklung in Dosierungen von bis zu 8 mg/kg Körpergwicht bei männlichen und

weiblichen Ratten sowie in Dosierungen von bis zu 125 mg/kg Körpergewicht beim Kaninchen hat.

Wurden beim Kaninchen Daten der einzelnen Feten zur statistischen Auswertung herangezogen,

konnte eine dosisabhängige Zunahme an Entwicklungsstörungen beobachtet werden (Zunahme der

Inzidenz an 27 Rumpfwirbeln oder zusätzlichen Rippenpaaren). Wurden die gesamten Würfe der

statistischen Auswertung dieser Parameter zugrunde gelegt, war nur die Inzidenz der 27 Rumpfwirbel

in der 125 mg/ kg Gruppe erhöht, eine Dosierung, die schwere toxische Wirkung in den tragenden

Muttertieren zeigte. In einer Studie zur prä- und postnatalen Entwicklung in Ratten war das

Körpergewicht der F1 Generation in der 6 mg/kg/Tag-Gruppe niedriger als in der Kontrollgruppe, bei

einer Dosis, die Gewicht und Nahrungseinnahme der Muttertiere reduzierte (NOAEL 2/mg/kg

Körpergewicht). Es gab weder Wirkungen auf die physischen, reflexologischen und sensorischen

Entwicklungsparameter noch auf die Verhaltens- oder Reproduktionskennzahlen. In Standardstudien

zur Reproduktionstoxizität war Naloxon nach oraler Gabe auch bei hohen Dosen weder teratogen

noch embryo/fetotoxisch und beeinflusste nicht die peri-/postnatale Entwicklung.

In sehr hohen Dosen (800 mg/kg/Tag) bewirkte Naloxon eine erhöhte Jungtiersterblichkeit unmittelbar

nach der Geburt in Dosen, die signifikante Toxizität in den Muttertieren bewirkte (z.B. Gewichtsverlust,

Krämpfe). In überlebenden Jungtieren wurde jedoch keine Auswirkung auf Entwicklung oder Verhalten

festgestellt

Langzeitstudien zur Kanzerogenität mit einer Kombination von Oxycodon und Naloxon oder Oxycodon

als Einzelsubstanz wurden nicht durchgeführt Eine 24-monatige erste Kanzerogenitätsstudie mit

Naloxon in Dosierungen bis zu 100 mg/kg/Tag in Ratten zeigte, dass Naloxon unter diesen

Bedingungen nicht kanzerogen ist

Die einzelnen Wirkstoffe Oxycodon und Naloxon zeigten in in-vitro-Untersuchungen ein klastogenes

Potential. Unter in-vivo-Bedingungen wurden jedoch entsprechende Befunde selbst bei toxischen

Dosierungen nicht beobachtet. Aufgrund der Ergebnisse sind mutagene Wirkungen von Targin beim

Menschen nach therapeutischer Anwendung hinreichend sicher auszuschließen.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern: Ethylcellulose, Stearylalkohol, Lactose-Monohydrat, Talkum, Magnesiumstearat,

Povidon K 30

Filmüberzug:

Poly(vinylalkohol), Titandioyd (E 171), Macrogol 3350, Talkum

Targin 20 mg/10 mg Retardtabletten:

Eisen(III)-oxid (E 172)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht bekannt

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Targin 10 mg/5 mg Retardtabletten

Targin 20 mg/10 mg Retardtabletten

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Polyvinylchlorid/Aluminium-Folien-Blisterpackungen

20 Retardtabletten

50 Retardtabletten

100 Retardtabletten

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu entsorgen.

7. Inhaber der Zulassung, Import und Vertreib in der BRD

PB Pharma GmbH

Lise-Meitner-Straße 10

40670 Meerbusch

Tel.: 0 21 59 / 91 44 70

Fax: 0 21 59 / 91 44 45

Mitvertreiber:

MPA Pharma GmbH

Otto-Hahn-Str. 11

22946 Trittau

EMRA-MED Arzneimittel GmbH

Otto-Hahn-Str. 11

22946 Trittau

Abpackung, Kennzeichnung und Freigabe:

PS Pharma Service GmbH

Lise-Meitner-Straße 10

40670 Meerbusch

Hersteller:

Mundipharma GmbH

Mundipharma straße 2

65549 Limburg (Lahn)

8. Zulassungsnummern

Targin 10 mg/5 mg Retardtabletten

7argin 20 mg/10 mg mg Retardtabletten

9. Datum der Erteilung der Zulassung

10. Stand der Information

09/2012

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig, Betäubungsmittel

Dieses Arzneimittel enthält eine Zubereitung aus Stoffen, deren Wirkung in der medizinischen

Wissenschaft noch nicht allgemein bekannt ist.

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