Roferon-A 9 Mio I.E./0,5 mL Injektionslösung in einer Fertigspritze

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-12-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
interferonum alfa-2a ADNr
Verfügbar ab:
Roche Pharma (Schweiz) AG
ATC-Code:
L03AB04
INN (Internationale Bezeichnung):
interferonum alfa-2a ADNr
Darreichungsform:
Injektionslösung in einer Fertigspritze
Zusammensetzung:
interferonum alfa-2a ADNr 9 Mio U. I., natrii chloridum, ammonii acetas, alcohol benzylicus 5 mg, polysorbatum 80, Säure aceticum glaciale oder natrii hydroxidum, Wasser ad iniectabilia q.s. zu einer Lösung statt 0,5 ml, Natrium 1.42 mg.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Biotechnologika
Therapiebereich:
Haarzell-Leukämie; kutanes T-Zell-Lymphom; CML; Kaposi-Sarkom; Melanom; Nierenzellkarzinom; chronische Hepatitis C; chronische Hepatitis B
Zulassungsnummer:
53568
Berechtigungsdatum:
1995-12-27

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-12-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-12-2019

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-12-2019

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-12-2019

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Roferon®-A

Roche Pharma (Schweiz) AG

Was ist Roferon-A und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Roferon-A (Interferon alfa-2a) ist dem natürlichen Alpha-Interferon ähnlich, das vom Körper zum

Schutz gegen Infektionen durch Viren gebildet wird. Der Wirkungsmechanismus von Roferon-A ist

zwar nicht näher bekannt, doch hemmt das Präparat nachweislich das Wachstum bestimmter

Zellarten.

Roferon-A wird allein oder in Kombination mit Krebsarzneimitteln bei bestimmten Krebsarten

angewendet.

Roferon-A wird für die Behandlung von Infektionen durch Viren wie chronische aktive Hepatitis B

und chronische Hepatitis C sowie zur Verlangsamung des Wachstums bestimmter Zellarten

verordnet.

Die Wirkung von Roferon-A bei der Behandlung der chronischen Hepatitis C wird durch die

Kombination mit Ribavirin erhöht.

Falls Sie nicht sicher sind, weshalb Ihnen Roferon-A verordnet worden ist, sollten Sie Ihre

Erkrankung und deren Behandlung mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin besprechen.

Was sollte dazu beachtet werden?

Vor der Anwendung von Roferon-A informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin:

·wenn Sie schon einmal wegen Depression bzw. einer anderen psychischen Erkrankung, Verwirrung

oder Bewusstlosigkeit in Behandlung waren;

·wenn Sie schon einmal einen Herzinfarkt oder ein Herzleiden hatten;

·wenn es in der Vergangenheit zu Atemstörungen gekommen ist oder Sie an einer

Lungenentzündung, an Blutgerinnungsstörungen, einer Lebererkrankung, Schilddrüsenstörungen

oder Diabetes leiden oder gelitten haben.

Bei der Kombinationsbehandlung mit Ribavirin oder mit Krebsarzneimitteln ist ebenfalls die

Packungsbeilage des entsprechenden Präparates zu beachten.

Wann darf Roferon-A nicht angewendet werden?

Sie dürfen Roferon-A nicht verwenden, wenn Sie wissen, dass Sie auf irgendeinen der Inhaltsstoffe

allergisch oder empfindlich reagieren. Ausserdem dürfen Sie Roferon-A nicht verwenden, wenn Sie

an einer schweren Herzkrankheit leiden oder früher gelitten haben, wenn Sie eine schwere Nieren-

oder Leberkrankheit haben, an einer Bluterkrankung leiden oder wenn ein Anfallsleiden und/oder

andere Nervenerkrankungen vorliegen.

Die Anwendung von Roferon-A bei Kindern wird nicht empfohlen, ausser wenn der Arzt oder die

Ärztin zu einer Behandlung rät. Eine schwere Erkrankung bei Neugeborenen, die sich in

Atemstörungen äussert, ist mit Benzylalkohol (einem Hilfsstoff in der Injektionslösung von Roferon-

A) in Zusammenhang gebracht worden, und deshalb ist die Injektionslösung von Roferon-A kein

geeignetes Arzneimittel für Neugeborene. Roferon-A darf früh- oder neugeborenen Kindern und

Kindern bis 3 Jahren nicht verabreicht werden.

Wann ist bei der Anwendung von Roferon-A Vorsicht geboten?

Bevor Sie mit der Behandlung beginnen, sollte Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wissen, ob

·Sie an anderen Krankheiten leiden, einschliesslich psychiatrischer Probleme, Psoriasis

(Schuppenflechte), Nieren-, Herz- oder Lebererkrankungen sowie Autoimmunkrankheiten.

·Sie Allergien aufweisen.

·Bei Ihnen eine Organtransplantation vorgenommen wurde (z.B. Nieren- oder

Knochenmarktransplantation) oder eine solche in nächster Zukunft vorgesehen ist.

·Sie schwanger sind oder schwanger sein könnten.

·Sie an Diabetes (erhöhte Blutzuckerspiegel) leiden.

·Sie an sonstigen Bluterkrankungen leiden.

Falls Sie an Bluterkrankungen oder Diabetes leiden, nimmt Ihnen der Arzt oder die Ärztin eventuell

von Zeit zu Zeit eine Blutprobe, um die Zusammensetzung des Bluts, die sich während der

Behandlung verändern kann, zu untersuchen. Falls Veränderungen aufgetreten sind, kann der Arzt

oder die Ärztin beschliessen, die Dosis von Roferon-A sowie anderer Arzneimitteln, die Sie

gleichzeitig erhalten, anzupassen.

Falls bei Ihnen während der Behandlung mit diesem Arzneimittel Anzeichen einer schweren

allergischen Reaktion auftreten (zum Beispiel Atemschwierigkeiten, keuchende Atmung oder

Nesselfieber), sollten Sie unverzüglich ärztliche Hilfe einholen.

Falls Sie während der Behandlung mit Roferon-A an anhaltendes Fieber leiden, insbesondere bei

Patienten mit einer Verminderung der Neutrophilen, nehmen Sie unverzüglich Kontakt mit dem Arzt

oder der Ärztin auf. Es können andere Ursachen (Bakterien, Viren, Pilze) als ein grippeähnliches

Syndrom sein.

Falls Sie während oder nach der Behandlung mit Roferon-A eine Abnahme oder den Verlust Ihrer

Sehfähigkeit feststellen, nehmen Sie sofort Kontakt mit dem Arzt oder der Ärztin auf.

Falls sich während der Behandlung mit Roferon-A bei Ihnen Anzeichen einer Depression einstellen,

wie Traurigkeit, Gefühl von Wertlosigkeit oder Selbstmordgedanken, nehmen Sie unverzüglich

Kontakt mit dem Arzt oder der Ärztin auf.

Wenn sie noch andere Arzneimittel einnehmen ist es sehr wichtig, Ihren Arzt oder Ihre Ärztin

darüber zu informieren, weil die gleichzeitige Verwendung von mehr als einem Arzneimittel die

Wirkung der einzelnen Präparate verstärken oder abschwächen kann. Sie sollten deshalb Roferon-A

nur dann gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln verwenden, wenn Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin

darüber informiert und seine bzw. ihre Einwilligung erhalten haben.

Falls Sie weitere Informationen benötigen, sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d.h. es ist nahezu

«natriumfrei».

Dieses Arzneimittel enthält 5 mg Benzylalkohol pro Fertigspritze entsprechend 10 mg/ml.

Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie an einer Leber- oder Nierenerkrankung leiden,

fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat, da sich in Ihrem Körper grosse Mengen Benzylalkohol

anreichern und Nebenwirkungen verursachen können (so genannte «metabolische Azidose»).

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen! Prüfen Sie deshalb zuerst Ihre Reaktion auf Roferon-

A, bevor Sie sich ans Steuer setzen oder Maschinen bedienen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Roferon-A während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Roferon-A sollte während der Schwangerschaft nicht verwendet werden. Sie und Ihr Partner sollten

deshalb während Ihrer Behandlung mit Roferon-A für eine wirksame Empfängnisverhütung sorgen.

Vor Beginn der Behandlung müssen Sie Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mitteilen, ob Sie schwanger

sind, ob Sie vermuten, schwanger zu sein, oder ob Sie eine Schwangerschaft planen.

Da Alpha-Interferon natürlicherweise im gesamten Organismus vorkommt, ist es nicht möglich

gewesen festzustellen, ob Roferon-A nach der Injektion in die Muttermilch übertritt. Ihr Arzt oder

Ihre Ärztin wird Ihnen daher Roferon-A eventuell nicht verordnen, solange Sie stillen.

Wie verwenden Sie Roferon-A?

Es ist wichtig, dass Sie Roferon-A stets genau nach ärztlicher Vorschrift verwenden.

Sie sollten unter keinen Umständen versuchen, sich das Arzneimittel ohne vorangehende Anleitung

selber zu verabreichen.

Roferon-A Injektionslösung in einer Fertigspritze

Die Roferon-A Injektionslösung in einer Fertigspritze ist für die Verabreichung unter die Haut

(subkutane Injektion) bestimmt, dass bedeutet, dass Roferon-A mit einer kurzen Nadel in das

Fettgewebe unter die Haut gespritzt wird. Die Roferon-A Injektionslösung in einer Fertigspritze ist

für eine einmalige Anwendung bestimmt.

Aufeinander folgende Injektionen sollten an verschiedenen Stellen erfolgen.

Wenn Sie das Arzneimittel selbst anwenden, erhalten Sie Instruktionen wie Roferon-A

Injektionslösung in einer Fertigspritze zu injizieren ist. Ausführliche Angaben finden Sie hier unten.

Anleitung zum Gebrauch von Roferon-A Fertigspritzen

Die folgende Anleitung erklärt den Gebrauch von Roferon-A Injektionslösung in einer Fertigspritze

bei Selbstinjektion. Bitte lesen Sie die Anweisungen sorgfältig durch und folgen Sie ihnen Schritt für

Schritt. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin oder eine Praxishelferin/Krankenschwester zeigen Ihnen, wie die

Injektionen zu setzen sind.

Stellen Sie sicher, dass die Lösung Raumtemperatur hat (bis ca. 25 °C). Aus Stabilitätsgründen

beachten Sie bitte, dass die Injektionslösung in einer Fertigspritze nicht länger als eine Stunde bei

Raumtemperatur bleibt. Ist die Lösung zu kalt, wärmen Sie sie zwischen den Handflächen.

Überprüfen Sie die Lösung vor der Anwendung, und verwenden Sie sie nicht, wenn sie verfärbt ist,

oder Partikel oder Ausflockungen enthält. Nun sind Sie bereit für die Injektion einer Dosis.

ZUNÄCHST

Legen Sie sich alles zurecht, was Sie brauchen: eine Roferon-A Injektionslösung in einer

Fertigspritze, eine Injektionsnadel, einen Reinigungstupfer (nicht beigepackt), ein Pflaster (nicht

beigepackt).

Waschen Sie sich nun gründlich die Hände.

VORBEREITEN DER SPRITZE UND NADEL FÜR DIE INJEKTION

Ziehen Sie die Schutzhülle ab, in die die Nadel gebettet ist. Entfernen Sie die Gummikappe von der

Spritze, und berühren Sie dabei nicht die Spritzenspitze. Stecken Sie die Nadel fest auf die

Spritzenspitze. Entfernen Sie die Schutzkappe von der aufgesteckten Nadel. Halten Sie die Spritze

mit der Nadel nach oben, um Luftbläschen zu entfernen. Klopfen Sie nun leicht gegen die Spritze, so

dass die Luftbläschen nach oben steigen. Schieben Sie den Spritzenkolben langsam bis zur korrekten

Dosis vor. Stecken Sie die Schutzkappe wieder auf die Nadel, und legen Sie die Spritze bis zur

Anwendung waagerecht ab.

INJEKTION DER LÖSUNG

Wählen Sie eine geeignete Körperstelle für die Injektion; am besten geeignet sind Unterbauch (wobei

Nabel und Gürtellinie auszusparen sind) oder Oberschenkel. Wechseln Sie jedesmal die

Injektionsstelle.

Reinigen und desinfizieren Sie die Injektionsstelle. Lassen Sie den Hautbereich trocknen. Entfernen

Sie die Nadelschutzkappe. Bilden Sie mit Daumen und Zeigefinger der einen Hand eine lockere

Hautfalte und halten Sie mit der anderen die Spritze wie einen Bleistift. Führen Sie die Nadel in

einem Winkel von 45° bis 90° in die Hautfalte ein. Injizieren Sie nun die Lösung, indem Sie den

Spritzenkolben langsam bis zum Ende durchschieben.

Ziehen Sie die Nadel gerade aus der Haut. Drücken Sie wenn nötig mit etwas Verbandmaterial oder

steriler Gaze einige Sekunden auf die Injektionsstelle. Massieren Sie die Stelle nicht. Falls etwas

Blut austritt, decken Sie den Einstich mit einem Klebepflaster ab.

ENTSORGUNG DES INJEKTIONSMATERIALS

Spritze, Nadel und alles übrige Injektionsmaterial sind für den Einmalgebrauch bestimmt und

müssen nach der Injektion entsorgt werden. Entsorgen Sie Spritze und Nadel zur Sicherheit in einem

geschlossenen Behältnis.

Der Arzt oder die Ärztin wird Ihnen mitteilen, welche Dosen von Roferon-A Sie verwenden sollen.

Pro Tag sollte höchstens eine Injektion vorgenommen werden, und die verabreichte Dosis sollte

höchstens 36 Millionen Internationale Einheiten betragen.

Falls Sie gut auf das Arzneimittel ansprechen, sollten Sie mit der Behandlung so lange weiterfahren,

wie Ihnen der Arzt oder die Ärztin rät. Falls Sie einmal vergessen, sich das Arzneimittel zu

verabreichen, holen Sie die Injektion nach, sobald Sie sich daran erinnern, und nehmen Sie dann

sofort Kontakt mit dem Arzt oder der Ärztin auf, der Ihnen weitere Anweisungen geben wird.

Falls Sie oder jemand anders eine Überdosis von Roferon-A bekommen hat, müssen Sie sofort den

Arzt, einen Apotheker bzw. die Ärztin oder eine Apothekerin oder das nächstgelegene Spital

benachrichtigen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Roferon-A haben?

Während der Behandlung mit Roferon-A sind Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion

(Atemschwierigkeiten, keuchende Atmung oder Nesselfieber) gemeldet worden.

Abgesehen von den günstigen Wirkungen von Roferon-A ist es deshalb möglich, dass – auch bei

vorschriftsmässiger Anwendung – während der Behandlung gewisse unerwünschte Wirkungen

auftreten.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Roferon-A auftreten: Bei den meisten

Patienten kommt es zu grippeähnlichen Symptomen wie Müdigkeit, Hitzegefühl, Schüttelfrost,

Appetitverlust, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen und Schwitzen. Diese

grippeähnlichen Symptome nehmen in der Regel im Verlauf der Behandlung ab. Ausserdem ziehen

es manche Patienten vor, sich Roferon-A vor dem Zubettgehen zu verabreichen, damit die Periode

mit den unerwünschten Wirkungen auf die Schlafenszeit fällt.

Zu den längerdauernden Nebenwirkungen, die auftreten können, gehören Appetitverlust, Übelkeit

und Erbrechen, leichte bis mässige Bauchschmerzen, Darmentzündung, Magenbrennen und

Durchfall. Es kann auch zu Lungenentzündung oder erhöhten Blutzuckerwerten kommen.

Teilen Sie dem Arzt oder der Ärztin mit, wenn sich bei Ihnen ein ausgeprägtes Gefühl von

Traurigkeit oder Depression einstellt. Sprechen Sie mit dem Arzt oder der Ärztin, wenn sich

hartnäckige Infektionen (z.B. Halsschmerzen) einstellen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird eventuell

beschliessen, Ihnen Roferon-A in Kombination mit anderen Arzneimitteln zu verabreichen. Dabei

kann es zu weiteren unerwünschten Wirkungen kommen. Der Arzt oder die Ärztin wird Ihnen

mitteilen, um welche Nebenwirkungen es sich hierbei handeln kann.

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Haarausfall (Wiederherstellung nach Beendigung der Therapie, vermehrter Haarausfall ist auch

während mehrerer Wochen nach Behandlungsende möglich),

Durchfall,

grippeähnliche Erkrankung,

Müdigkeit,

Appetitverlust,

Übelkeit,

Blutbildveränderung (Abnahme von weissen Blutkörperchen, zu wenig Kalzium im Blut),

Kopfschmerzen,

vermehrtes Schwitzen,

Muskel oder Gelenkschmerzen

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Erbrechen,

Blutbildveränderung (Abnahme von roten Blutkörperchen sowie der Blutplättchen)

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Verwirrtheit,

Kribbeln, Taubheitsgefühl,

Geschmacksstörungen,

Schwindel,

Schlafstörungen, Angstzustände,

Depression, Traurigkeit,

eingeschränktes Erinnerungsvermögen,

Schläfrigkeit,

Zittern,

rote Augen (Bindehautentzündung),

Sehstörungen,

Herzrhytmusstörungen, Herzklopfen,

leichte bis mässige Bauchschmerzen,

Mundtrockenheit,

Flüssigkeitsmangel,

Hoher oder tiefer Blutdruck,

Schuppenflechte, Juckreiz,

Einlagerung von Flüssigkeit (Ödeme),

Verschlimmerung von Psoriasis (Schuppenflechte)

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

Krämpfe (epileptische Anfälle),

Hauttrockenheit,

Hautausschlag,

Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion (Atemschwierigkeiten, keuchende Atmung oder

Nesselfieber),

Lungenentzündung,

erhöhte Blutzuckerwerte,

Fieberbläschen (Herpex simplex),

Kurzatmigkeit, Husten,

Vorübergehende Erektionsstörungen,

Autoimmunkrankheiten (d.h. Krankheiten, bei denen der Organismus die eigenen Zellen angreift),

wie beispielsweise Entzündung der Blutgefässe, Arthritis, Anämie (hämolytisch und aplastisch),

Funktionsstörungen der Schilddrüse,

Schwere Leber- und Nierenerkrankungen,

Rückgang der Anzahl weisser Blutkörperchen (Agranulozytose),

Schwere Herzerkrankungen,

Verdauungsstörungen, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Darmentzündungen

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern)

Augenprobleme wie eingeschränktes Sehvermögen (zum Beispiel Blutungen oder Gerinnselbildung

bei Gefässen der Netzhaut),

Reaktionen an der Injektionsstelle, Absterben von Gewebe an der Injektionsstelle,

Magenbrennen,

Sarkoidose und idiopathische thrombozytopenische Purpura (kleine Blutungen auf Haut oder

Schleimhäuten),

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Einzelfälle

Manie (starke Erregung, innere Getriebenheit),

Darmentzündung,

Transplantabstossung

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre

Ärztin oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Roferon-A ist Ihnen persönlich verordnet worden, und Sie dürfen das Arzneimittel unter keinen

Umständen an eine andere Person weitergeben.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Aufbrauchfrist nach Anbruch

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Nach

Therapieabschluss oder Verfall sind nicht verwendete Arzneimittel in der Originalpackung sowie

Spritze, Nadel und alles übrige Injektionsmaterial (zur Sicherheit in einem geschlossenen Behältnis)

der Abgabestelle (Arzt oder Apotheke) zurück zu bringen.

Lagerungshinweis

Im Kühlschrank (2-8 °C) lagern.

Nicht einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren.

Die Roferon-A Injektionslösung in einer Fertigspritze vor Gebrauch im Umkarton aufbewahren, um

den Inhalt vor Licht zu schützen.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Roferon-A enthalten?

Wirkstoffe

1 Injektionslösung in einer Fertigspritze zu 3 Millionen I.E. enthält 3 Millionen Internationale

Einheiten Alpha-Interferon (gentechnologisch hergestellt unter Verwendung von E. coli Zellen).

Hilfsstoffe

Ammoniumacetat, Polysorbat 80 (aus gentechnisch verändertem Mais hergestellt), Benzylalkohol

(E1519), Eisessigsäure, Natriumchlorid, Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke bis 0,5 ml.

Zulassungsnummer

53568 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Roferon-A? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Injektionslösung in einer Fertigspritze (für einmalige Verabreichung) zu 3 Millionen I.E.: Packungen

zu 5 Stück.

Zulassungsinhaberin

Roche Pharma (Schweiz) AG, Basel.

Diese Packungsbeilage wurde im Dezember 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Roferon®-A

Roche Pharma (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoff

Interferon alfa-2a (biosynthetisch hergestellt unter Anwendung von DNA-

Rekombinationstechnologie). Interferon alfa-2a ist das Produkt eines klonierten Interferongens aus

menschlichen Leukozyten, das in E. coli eingebracht und dort exprimiert wird (gentechnologisch

hergestellt unter Verwendung von E-coli-Zellen).

Hilfsstoffe

1 Fertigspritze enthält: natrii chloridum; ammonii acetas; polysorbatum 80 (aus gentechnisch

verändertem Mais hergestellt); conserv.: alcohol benzylicus 5,0 mg; aqua ad iniectabilia q.s. ad

solutionem pro 0,5 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Roferon-A liegt als Injektionslösung in Fertigspritzen zu 3 Mio IE/0,5 ml vor.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

·Haarzellen-Leukämie.

·Kutanes T-Zell-Lymphom (Mycosis fungoides und Sézary-Syndrom).

·Chronisch-myeloische Leukämie im chronischen Stadium.

·Kaposi-Sarkom bei AIDS-Patienten.

·Adjuvante Therapie des operativ entfernten malignen Melanoms Stadium II nach AJCC (Dicke des

Tumors nach Breslow >1,5 mm; keine Lymphknoten- oder Fernmetastasen).

·Nierenzellkarzinom im fortgeschrittenen Stadium in Kombination mit Vinblastin.

·Erstlinientherapie von nephrektomierten Patienten mit fortgeschrittenem und/oder metastasierendem

Nierenzellkarzinom in Kombination mit Bevacizumab.

Chronische Hepatitis C

Chronische, histologisch nachgewiesene Hepatitis C bei erwachsenen Patienten, bei denen HCV-

Antikörper, HCV-RNA und erhöhte Serumspiegel der Aminotransferase (ALT) ohne

Leberdekompensation vorliegen.

Die Wirksamkeit von Interferon alfa-2a bei der Behandlung von Rückfall-Patienten mit chronischer

Hepatits C wird durch die Kombination mit Ribavirin erhöht.

Für die Kombinationsbehandlung ist die Arzneimittelinformation für Ribavirin zu beachten.

Für nicht vorbehandelte (Interferon-naive) Patienten liegt für die Kombination mit Ribavirin nur eine

kleine offene Vergleichsstudie vor.

Chronische Hepatitis B

Roferon ist indiziert zur Erhöhung der Wahrscheinlichkeit einer Serokonversion bei Kaukasiern mit

chronisch aktiver Hepatitis B ohne Leberdekompensation. Die chronisch aktive Hepatitis B muss

durch eine Leberbiopsie, durch eine Transaminasenerhöhung (>6 Monate) und durch Marker der

Virusreplikation (HBV-DNA und HbeAg positiv) dokumentiert sein. Ein positiver Einfluss auf die

Ausbildung einer Leberzirrhose oder eines hepatozellulären Karzinoms konnte nicht gezeigt werden.

Dosierung/Anwendung

Die Fertigspritzen sind nur für den subkutanen Gebrauch bestimmt.

Übliche Dosierung

Haarzellen-Leukämie

Initialdosierung

3 Millionen I.E./Tag während 16-24 Wochen. Falls sich eine Unverträglichkeit entwickelt, muss

entweder die tägliche Gesamtdosis auf 1,5 Millionen I.E. reduziert oder das Dosierungsschema auf

drei wöchentliche Verabreichungen abgeändert werden, nötigenfalls beides.

Erhaltungsdosierung

3 Millionen I.E. 3× wöchentlich. Falls sich eine Unverträglichkeit entwickelt, muss die Dosis auf 1,5

Millionen I.E. 3× wöchentlich reduziert werden.

Behandlungsdauer

Die Patienten sollten etwa sechs Monate lang behandelt werden, bevor der Arzt oder die Ärztin

entscheidet, ob er bei Ansprechen der Krankheit die Therapie fortsetzen oder bei Nichtansprechen

die Behandlung abbrechen will. Es sind Patienten bis zu 20 Monate ununterbrochen behandelt

worden. Die optimale Dauer einer Therapie der Haarzellen-Leukämie mit Roferon-A ist noch nicht

bestimmt worden.

Die minimale wirksame Dosis von Roferon-A zur Behandlung der Haarzellen-Leukämie ist noch

nicht ermittelt worden.

Kutanes T-Zell-Lymphom

Bei zirka 60% der Patienten mit einem kutanen T-Zell-Lymphom spricht der Tumor objektiv auf

eine Behandlung mit Interferon alfa-2a (Roferon-A) an. Bei einem Drittel davon handelt es sich um

Fälle, die während mehr als zwölf Monaten vollständig ansprechen und bei denen der

Behandlungserfolg auch nach Beendigung der Therapie fortdauert. Eine solche Rückbildung des

Tumors ist auch bei Patienten möglich, die auf andere Therapiemodalitäten entweder nicht

ansprachen oder nach anfänglichem Ansprechen einen Rückfall erlitten. Ein partielles Ansprechen

zeigt sich im allgemeinen innerhalb von drei Monate, ein vollständiges Ansprechen innerhalb von

sechs Monaten; gelegentlich kann es aber über ein Jahr dauern, bis das beste Behandlungsresultat

erzielt wird.

Initialdosierung

Roferon-A sollte bei über 18jährigen Patienten für eine Behandlungsdauer von insgesamt zwölf

Wochen injiziert werden und allmählich auf eine Tagesdosis von 18 Millionen I.E. erhöht werden.

Für die Dosiserhöhung wird folgendes Schema empfohlen:

Tag 1-3: 3 Millionen I.E. täglich.

Tag 4-6: 9 Millionen I.E. täglich.

Tag 7-84: 18 Millionen I.E. täglich.

Erhaltungsdosierung

Roferon-A wird 3× wöchentlich verabreicht, und zwar in der höchsten für den Patienten

verträglichen Dosis, die aber 18 Millionen I.E. nicht überschreitet.

Niedrigere Dosen in Kombination mit anderen Therapien (Retinoide oder PUVA) befinden sich noch

im experimentellen Stadium.

Behandlungsdauer

Die Patienten sollten mindestens acht, vorzugsweise aber zwölf Wochen lang behandelt werden,

bevor der Arzt oder die Ärztin entscheidet, ob er bei Ansprechen der Krankheit die Therapie

fortsetzen oder bei Nichtansprechen die Behandlung abbrechen will. Patienten, die auf die Therapie

ansprechen, sollten mindestens zwölf Monate lang behandelt werden, um die besten

Voraussetzungen für ein vollständiges Ansprechen und einen anhaltenden Therapieerfolg zu

erhalten. Es sind Patienten bis zu 40 Monate ununterbrochen behandelt worden. Die optimale Dauer

einer Therapie des kutanen T-Zell-Lymphoms mit Roferon-A ist noch nicht bestimmt worden.

Kaposi-Sarkom bei AIDS-Patienten

AIDS-Patienten mit Kaposi-Sarkom sprechen mit grösserer Wahrscheinlichkeit auf die Behandlung

an, wenn sie noch keine opportunistischen Infektionen durchgemacht haben, keine B-Symptome

(Gewichtsverlust von mehr als 10%, Fieber über 38 °C ohne bekannten Infektionsherd oder

Nachtschweiss) aufweisen sowie bei den T4-Lymphozyten einen Ausgangswert von über 0,4× 109/l

haben.

Ein objektiver Tumorrückgang (vollständiges oder teilweises Ansprechen) ist bei rund 45% der

Patienten mit Ausgangswerten der T4-Lymphozyten von mehr als 0,4× 109/l beobachtet worden.

Patienten, die auf die Behandlung ansprachen, erfuhren einen Tumorrückgang und eine

Verlängerung der Überlebenszeit.

Das Ansprechen auf die Therapie war im Allgemeinen nach drei Behandlungsmonaten erkennbar.

Initialdosierung

Roferon-A sollte bei über 18jährigen Patienten für eine Behandlungsdauer von insgesamt zehn bis

zwölf Wochen injiziert werden und nach Möglichkeit allmählich auf eine Tagesdosis von mindestens

18 Millionen I.E., vorzugsweise aber 36 Millionen I.E. täglich, erhöht werden. Für die

Dosiserhöhung wird folgendes Schema empfohlen:

Tag 1-3: 3 Millionen I.E. täglich.

Tag 4-6: 9 Millionen I.E. täglich.

Tag 7-9: 18 Millionen I.E. täglich; bei guter Verträglichkeit Erhöhung auf:

Tag 10-84: 36 Millionen I.E. täglich.

Erhaltungsdosierung

Roferon-A wird 3× wöchentlich verabreicht, und zwar in der höchsten für den Patienten

verträglichen Dosis, die aber 36 Millionen I.E. nicht überschreitet.

Behandlungsdauer

Um das Ansprechen auf die Behandlung zu ermitteln, sollte die Entwicklung der Läsionen

festgehalten werden. Die Patienten sollten mindestens zehn, vorzugsweise aber zwölf Wochen lang

behandelt werden, bevor der Arzt oder die Ärztin entscheidet, ob er bei Ansprechen der Krankheit

die Therapie fortsetzen oder bei Nichtansprechen die Behandlung abbrechen will. Es sind Patienten

bis zu 20 Monate ununterbrochen behandelt worden. Falls der Patient auf die Behandlung anspricht,

sollte die Therapie mindestens so lange fortgesetzt werden, bis der Tumor nicht mehr feststellbar ist.

Die optimale Dauer einer Therapie des Kaposi-Sarkoms bei AIDS-Patienten mit Roferon-A ist noch

nicht bestimmt worden.

Hinweis

AIDS-Patienten mit Kaposi-Sarkom, die mit 3 Millionen I.E. Roferon-A täglich behandelt wurden,

zeigten eine geringere Ansprechquote als diejenigen, denen die empfohlene Dosis verabreicht

worden war.

Nierenzellkarzinom im fortgeschrittenen Stadium

Roferon-A mit Vinblastin

Roferon-A sollte während einer Woche in einer Dosierung von dreimal wöchentlich 3 Millionen IE

verabreicht werden, gefolgt von dreimal wöchentlich 9 Millionen IE während einer weiteren Woche;

in der Folge sollten dreimal wöchentlich 18 Millionen IE verabreicht werden. Gleichzeitig sollte

Vinblastin in einer Dosierung von 0,1 mg/kg einmal alle drei Wochen intravenös gemäss

Anweisungen des Herstellers gegeben werden.

Falls die Dosierung von dreimal wöchentlich 18 Millionen IE Roferon-A nicht verträglich ist, kann

sie auf dreimal wöchentlich 9 Millionen IE reduziert werden.

Die Behandlung sollte mindestens drei Monate und höchstens 12 Monate lang - beziehungsweise bis

zum Beginn einer Krankheitsprogression - durchgeführt werden. Patienten, die vollständig auf die

Therapie ansprechen, können die Behandlung drei Monate nach Feststellung ihres guten

Ansprechens beenden.

Roferon-A mit Bevacizumab

Roferon-A sollte in einer Dosierung von dreimal wöchentlich 9 Millionen IE bis zum Fortschreiten

der Krankheit oder bis zu 12 Monaten verabreicht werden.

Die Therapie mit Roferon-A kann mit einer niedrigeren Dosierung (3 oder 6 Mio. I.E.) initiiert

werden; dabei sollte die empfohlene Dosierung von 9 Mio. I.E. jedoch innerhalb der ersten beiden

Wochen der Behandlung erreicht werden.

Falls Roferon-A in der Dosierung 9 Mio. I.E. dreimal wöchentlich nicht vertragen wird, kann die

Dosierung auf eine Minimaldosis von 3 Mio. I.E. dreimal wöchentlich reduziert werden.

Die Roferon-A Injektionen werden nach Beendigung der Bevacizumab-Infusion verabreicht.

Hinsichtlich der Dosierung von Bevacizumab ist die Fachinformation von Avastin zu beachten.

Chronisch-myeloische Leukämie (CML)

Bei Patienten, welche über einen HLA-identischen Spender verfügen, sollte eine allogene

Knochenmarktransplantation in Betracht gezogen werden.

Dosierung

Bei Patienten über 18 Jahren sollte Roferon-A während acht bis zwölf Wochen injiziert werden. Das

empfohlene Dosierungsschema lautet:

Tag 1-3: 3 Millionen I.E. täglich.

Tag 4-6: 6 Millionen I.E. täglich.

Tag 7-84: 9 Millionen I.E. täglich.

Behandlungsdauer

Die Patienten sollten mindestens acht, vorzugsweise aber zwölf Wochen lang behandelt werden,

bevor der Arzt oder die Ärztin entscheidet, ob die Behandlung im Fall eines Ansprechens fortgesetzt

oder bei Patienten, die keine Veränderung der hämatologischen Parameter erkennen lassen, abgesetzt

werden soll. Responders sollten bis zur vollständigen hämatologischen Remission, höchstens aber bis

zu einer gesamten Therapiedauer von 18 Monaten behandelt werden. Alle Patienten mit kompletter

hämatologischer Response sollten mit 9 Millionen I.E. täglich (Optimum) beziehungsweise 9

Millionen I.E. dreimal wöchentlich (Minimum) weiterbehandelt werden, damit es möglichst rasch zu

einer zytogenetischen Remission kommt. Die optimale Dauer einer Therapie der chronisch-

myeloischen Leukämie mit Roferon-A ist noch nicht bestimmt worden.

Operativ entferntes malignes Melanom Stadium II nach AJCC

Empfohlene Dosis

Roferon-A sollte dreimal pro Woche in einer Dosis von 3 Millionen IE verabreicht werden.

Behandlungsdauer

Die Patienten sollten 18 Monate lang behandelt werden, wobei die Therapie spätestens sechs

Wochen nach der Operation beginnen sollte.

Chronische Hepatitis C

(Die Diagnosestellung sollte von einem Spezialisten erfolgen.)

Roferon-A in Kombination mit Ribavirin

Kombinationstherapie mit Ribavirin: Beachten Sie auch die Fachinformation zu Ribavirin, wenn

Interferon alfa-2a bei Patienten mit chronischer Hepatitis C in Kombination mit Ribavirin

angewendet wird.

Rückfallpatienten (Relapser)

Roferon-A wird in Kombination mit Ribavirin angewendet zur Behandlung einer chronischen

Hepatitis C bei erwachsenen Patienten, die nach Beendigung einer erfolgreichen Monotherapie mit

Interferon alfa einen Rückfall erlitten haben.

Dosierung von Roferon-A

Es werden über einen Zeitraum von 6 Monaten dreimal wöchentlich 4,5 Mio. I.E. injiziert.

Dosierung von Ribavirin

1000 mg bis 1200 mg pro Tag aufgeteilt auf zwei Dosen (einmal am Morgen mit dem Frühstück und

einmal mit dem Abendessen). Hinsichtlich weiterer Informationen und weiterer Einzelheiten zur

Dosierung und Art der Anwendung von Ribavirin ist die Fachinformation für Ribavirin zu beachten.

Behandlung der nicht vorbehandelten (naiven) Patienten

Die Wirksamkeit von Interferon alfa-2a wird bei der Behandlung von Hepatitis C durch die

Kombination mit Ribavirin erhöht. Roferon-A sollte nur bei Intoleranz oder Kontraindikationen

gegen Ribavirin als Monotherapie angewendet werden.

Dosierung von Roferon-A

Es werden über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten dreimal wöchentlich 3-4,5 Mio. I.E.

injiziert. Bei den Patienten, die nach 6 Monaten HCV-RNA negativ sind und bei denen vor der

Behandlung eine hohe Viruslast vom Genotyp I nachgewiesen wurde, sollte die Behandlung

mindestens für weitere 6 Monate fortgesetzt werden.

Dosierung von Ribavirin

Siehe oben.

Weitere negative prognostische Faktoren (Alter >40 Jahre, männlich, fortgeschrittene Fibrose

[«Bridging Fibrosis»]) sollten bei der Entscheidung über die Verlängerung der Therapiedauer auf 12

Monate berücksichtigt werden.

Patienten, bei denen nach einer Therapiedauer von 6 Monaten ein virologisches Ansprechen (HCV-

RNA unter der Nachweisgrenze) ausbleibt, zeigen in der Regel kein andauerndes virologisches

Ansprechen (HCV-RNA unter der Nachweisgrenze 6 Monate nach Beendigung der Behandlung).

Roferon-A Monotherapie

Roferon-A sollte nur bei Intoleranz oder Kontraindikationen gegen Ribavirin als Monotherapie

angewendet werden.

Dosierungsempfehlung

6 Mio I.E. dreimal wöchentlich (zum Beispiel Montag, Mittwoch, Freitag) über 3 Monate.

Patienten, bei denen sich die Transaminasespiegel nach 8 Behandlungswochen normalisiert haben,

erhalten noch für einen Monat weiter die Initialdosis von 6 Mio I.E. dreimal wöchentlich (insgesamt

3 Monate) und anschliessend für weitere 9 Monate die Erhaltungsdosis von 3 Mio I.E. dreimal

wöchentlich.

Therapiedauer

Die Gesamttherapiedauer ist auf 12 Monate zu beschränken.

Abbruch

Bei Patienten, bei denen sich die Transaminasewerte nach 8 Wochen nicht normalisiert haben, sollte

die Behandlung abgebrochen werden.

Rückfall

Bei Rückfällen (in der Regel 3 Monate nach Absetzen der Therapie) ist die Indikation zu einer

erneuten Therapie mit einer höheren Dosis nicht belegt.

Chronisch-aktive Hepatitis B

Dosierungsempfehlungen

Die empfohlene Dosis beträgt zwischen 5 und 10 Millionen I.E. dreimal wöchentlich (zum Beispiel

Montag, Mittwoch, Freitag) während maximal vier Monaten. Falls die Genommarker der

Virusreplikation oder das HBe-Antigen im Serum nach zwei Behandlungsmonaten nicht

zurückgegangen sind (>50% Abnahme gegenüber Ausgangswert), muss die Therapie abgebrochen

werden. Das Auftreten von HBe-Antikörpern und der gleichzeitige Rückgang der Genommarker für

die Virusreplikation sind Hinweise auf ein frühzeitiges gutes Ansprechen auf die Therapie.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Falls der Schweregrad der allgemeinen unerwünschten Wirkungen im Laufe der Behandlung mit der

empfohlenen Dosierung (Tachyphylaxie) nicht abnimmt und auch durch eine symptomatische

Begleitmedikation oder durch abendliche Verabreichung von Roferon-A nicht eingeschränkt werden

kann, ist die Dosis von Roferon-A auf ein Mass herabzusetzen, das bezüglich der unerwünschten

Wirkungen sowohl für den Patienten als auch für den Arzt oder die Ärztin annehmbar ist. Im Falle

schwerer unerwünschter Wirkungen wird empfohlen, die Dosis um die Hälfte zu reduzieren oder die

Behandlung vorübergehend einzustellen. Es empfiehlt sich, die Therapie mit verringerter Dosierung

wieder aufzunehmen. Die Wirksamkeit solcher reduzierter Dosen ist nicht belegt.

Bei der Anpassung der Dosis sind die allgemeinen Symptome, die Knochenmarkaplasie sowie

andere Veränderungen der klinischen Werte oder der Laborparameter zu berücksichtigen, die durch

Roferon-A und Begleitarzneimittel verursacht werden. Es ist auch an die Auswirkungen einer

vorangegangenen Strahlen- oder Chemotherapie zu denken, welche die Knochenmarkreserve

vermindert haben könnte.

Es ist ratsam, die empfohlenen Dosen nicht zu überschreiten und die Dosierungsschemata

einzuhalten.

Kinder

Kindern mit chronischer aktiver Hepatitis B können bis zu 10 Millionen I.E./m2 dreimal wöchentlich

verabreicht werden. Allerdings wurde die Wirksamkeit der Therapie nicht nachgewiesen.

Bei anderen Indikationen ist Roferon-A bei Kindern nicht anzuwenden.

Warnung

Roferon-A darf wegen des Gehaltes an Benzylalkohol nicht bei Neugeborenen, insbesondere bei

unreifen Frühgeborenen und bei Kindern bis 3 Jahren, angewendet werden (siehe

«Kontraindikationen»). Benzylalkohol kann in seltenen Fällen zu lebensbedrohlichen Zuständen und

anaphylaktoiden Reaktionen bei Kindern bis zu 3 Jahren führen. Daher sollte Roferon-A bei

Neugeborenen, Kleinkindern und Kinder bis 3 Jahren nicht angewendet werden. Roferon-A Lösung

enthält 10 mg/ml Benzylalkohol.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder anderen Interferonpräparaten sowie Mäuse-

Immunglobulin, oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Neugeborene, Kinder bis 3 Jahre und unreife Frühgeborene. Roferon-A Injektionslösung enthält

Benzylalkohol. Es sind Fälle von dauerhaften neuropsychiatrischen Defiziten und

Multiorganversagen gemeldet worden, die mit Benzylalkohol in Zusammenhang stehen.

Bestehende, schwer wiegende Herzerkrankungen oder Herzerkrankungen jedweder Art in der

Vorgeschichte.

Schwere Nieren- oder Leberinsuffizienz oder schwere Funktionsstörungen des Knochenmarks.

Epilepsie und/oder sonstige zentralnervöse Funktionsstörungen.

Chronische Hepatitis mit fortgeschrittener dekompensierter Leberzirrhose.

Chronische Hepatitis bei Patienten, die kürzlich Immunsuppressiva erhalten haben oder noch

erhalten; ausgenommen ist eine kurzzeitige Vorbehandlung mit Steroiden.

Autoimmune chronische Hepatitis (Fälle von Exacerbationen unter Alfa-Interferon sind beschrieben

worden).

Ribavirin in Kombination mit Roferon-A darf bei schwangeren Frauen nicht verwendet werden.

Konsultieren Sie bitte auch die Fachinformation über Ribavirin.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Roferon-A sollte unter der Aufsicht eines bzw. einer mit der Anwendung von antitumoralen bzw.

antiviralen Chemotherapeutika erfahrenen Arztes bzw. Ärztin oder Hepatitis-Spezialisten verabreicht

werden. Eine angemessene Durchführung der Therapie und Beherrschung ihrer Komplikationen ist

nur möglich, wenn geeignete Diagnose- und Behandlungseinrichtungen unmittelbar verfügbar sind.

Die Patienten sollten nicht nur über die Vorteile der Therapie, sondern auch über das mögliche

Auftreten von unerwünschten Wirkungen informiert werden.

Bei leichten bis mässigen Funktionsstörungen der Nieren, der Leber oder des Knochenmarks ist eine

sorgfältige Überwachung dieser Funktionen erforderlich.

Infektionen

Obschon Fieber durch ein grippeähnliches Syndrom, das bei einer Interferon-Therapie häufig

beobachtet wird, ausgelöst werden kann, müssen andere mögliche Ursachen für anhaltendes Fieber

insbesondere bei Patienten mit einer Neutropenie ausgeschlossen werden. Schwere Infektionen

(Bakterien, Viren, Pilze) sind während der Behandlung mit Alfa-Interferonen, einschliesslich

Roferon-A, gemeldet worden. Eine entsprechende Behandlung mit Antiinfektiva sollte umgehend

begonnen und ein Abbruch der Interferon-Therapie in Erwägung gezogen werden.

Herzleiden

Roferon-A sollte nicht an Patienten mit bestehenden oder früheren Herzleiden verabreicht werden.

Obwohl keine direkte kardiotoxische Wirkung nachgewiesen wurde, muss damit gerechnet werden,

dass akute unerwünschte Wirkungen wie Fieber oder Schüttelfrost, die oft mit der Verabreichung

von Roferon-A einhergehen, eine vorher bestehende Kardiopathie verschlimmern.

Beeinträchtigung des Zentralnervensystems

Auch bei Patienten mit epileptischen Störungen und/oder einer anderen funktionellen

Beeinträchtigung des Zentralnervensystems sollte Roferon-A nicht eingesetzt werden. Es empfiehlt

sich eine regelmässige neurologische Kontrolle aller Patienten.

Psychiatrische Befunde

Während der Behandlung mit Interferonen einschliesslich Roferon-A kann es zu schwerwiegenden

psychiatrischen unerwünschten Wirkungen kommen. Depressionen sowie Selbstmordgedanken und

Selbstmordversuche wurden bei Patienten mit und ohne psychiatrische Vorerkrankung beobachtet.

Alle Patienten sind vom Arzt oder von der Ärztin auf Anzeichen einer Depression zu überwachen.

Bei Patienten mit Depressionen in der Vorgeschichte ist Vorsicht geboten. Vor der Einleitung einer

Therapie sollten die Patienten vom Arzt oder von der Ärztin auf die mögliche Entwicklung einer

Depression hingewiesen und angehalten werden, Symptome einer Depression umgehend zu melden.

Einer psychiatrische Behandlung und/oder das Absetzen des Arzneimittels sollte in solchen Fällen in

Betracht gezogen werden.

Knochenmarksuppression

Besondere Vorsicht ist bei der Verabreichung von Roferon-A an Patienten mit schwerer

Knochenmarkaplasie geboten, da es aufgrund des suppressiven Effektes auf das Knochenmark zu

einer Verminderung der weissen Blutkörperchen (insbesondere der Granulozyten) und der

Thrombozytenzahl kommt, weniger häufig kommt es zu einem Abfall der Hämoglobinwerte. Diese

Veränderungen können zu einem erhöhten Risiko für Infektionen oder Blutungen führen. Die

Patienten sind sorgfältig im Hinblick auf o.g. Störungen zu überwachen. Sowohl vor als auch in

geeigneten Abständen während der Therapie mit Roferon-A sind Blutbildkontrollen durchzuführen.

Leberfunktion

Vorsicht ist geboten, wenn Alfa-Interferon Patienten mit chronischer Hepatitis verabreicht wird, die

eine Autoimmunkrankheit in der Anamnese aufweisen. Daher sollte jeder Patient, bei dem es

während der Behandlung mit Roferon-A zu Leberfunktionsstörungen kommt, engmaschig überwacht

werden, und die Therapie sollte falls erforderlich abgesetzt werden.

In seltenen Fällen wurden schwere Störungen der Leberfunktionen und Leberversagen nach der

Behandlung mit Alfa-Interferon beobachtet.

Bei Patienten mit chronischer aktiver Hepatitis B, die gleichzeitig mit dem Human-Immunmangel-

Virus (HIV) infiziert sind, erwies sich Roferon-A als unwirksam.

Okuläre Befunde

Wie bei anderen Interferonen wurde nach der Behandlung mit Roferon-A über Retinopathien,

einschliesslich Netzhautblutungen, Cotton-wool-Herde, Papillenödem, retinalem Arterien- oder

Venenverschluss und Optikusneuropathie, die zu einem Verlust des Sehvermögens führen können,

berichtet. Jeder Patient, der über eine Minderung oder den Verlust des Sehvermögens klagt, muss

einer Augenuntersuchung unterzogen werden. Da diese okulären Ereignisse in Verbindung mit

anderen Krankheitszuständen auftreten können, ist bei Patienten mit Diabetes mellitus oder

Hypertonie eine augenärztliche Untersuchung vor Beginn der Behandlung mit Roferon-A als

Monotherapie oder bei der Kombinationstherapie mit Ribavirin zu empfehlen. Die Roferon-A-

Monotherapie oder die Kombinationstherapie mit Ribavirin muss bei den Patienten abgebrochen

werden, bei denen Augenerkrankungen neu auftreten oder sich verschlechtern.

Überempfindlichkeit

Wenn während der Behandlung mit Roferon-A oder bei der Kombinationstherapie mit Ribavirin eine

Überempfindlichkeitsreaktion (z.B. Urtikaria, Angioödem, Bronchokonstriktion und Anaphylaxie)

auftritt, muss die Behandlung abgebrochen und umgehend eine medizinische Behandlung eingeleitet

werden. Vorübergehende Exantheme machen eine Unterbrechung der Therapie nicht erforderlich.

Endokrinologische Befunde

In seltenen Fällen hat man bei Patienten, die mit Roferon-A behandelt wurden, eine Hyperglykämie

beobachtet. Bei symptomatischen Patienten sollten die Blutzuckerwerte bestimmt und entsprechend

überwacht werden. Bei Patienten mit Diabetes mellitus ist eventuell eine Anpassung der

Diabetestherapie erforderlich.

Autoimmunerkrankung

Unter der Behandlung mit alfa-Interferonen wurde über das Auftreten verschiedener Autoantikörper

berichtet. Bei Patienten mit einer Prädisposition für Autoimmunphänomene kommen klinische

Anzeichen einer Autoimmunerkrankung während einer Behandlung mit Interferonen häufiger vor:

Über Autoimmunphänomene wie Vaskulitis, rheumatoide Arthritis, hämolytische Anämie,

Schilddrüsenfunktionsstörungen und systemischen Lupus erythematodes wurde im Zusammenhang

mit Roferon-A selten berichtet. Bei Patienten mit einer Prädisposition für oder einer Vorgeschichte

von Autoimmunstörungen wird die Überwachung von Symptomen, die auf solche Erkrankungen

hindeuten, sowie die Bestimmung von Autoantikörpern und TSH-Spiegeln empfohlen.

Bei der Verwendung von Roferon-A wurde in seltenen Fällen eine Exazerbation oder eine

Entstehung von Psoriasis beschrieben.

Bei Transplantat-Patienten (z.B. Übertragung von Niere oder Knochenmark) kann möglicherweise

eine therapeutisch beabsichtigte Immunsuppression abgeschwächt werden, da Interferone auch eine

immunstimulierende Wirkung ausüben. Wie bei anderen Alpha-Interferonen wurde bei Patienten, die

Roferon-A erhalten haben, über Transplantatabstossungen berichtet.

Kombinationstherapie mit Ribavirin

Beachten Sie auch die Fachinformation zu Ribavirin, wenn Interferon alfa-2a bei Patienten mit

chronischer Hepatitis C in Kombination mit Ribavirin angewendet wird.

Kinder

Kindern mit chronischer aktiver Hepatitis B können bis zu 10 Millionen I.E./m2 dreimal wöchentlich

verabreicht werden. Allerdings wurde die Wirksamkeit der Therapie nicht nachgewiesen.

Bei anderen Indikationen ist Roferon-A bei Kindern nicht anzuwenden.

Die Behandlung von Patienten mit Roferon-A darf nur durch erfahrene Ärzte indiziert und begonnen

werden.

Interaktionen

Alfa-Interferone können den oxidativen Stoffwechselprozess beeinflussen, indem sie die Aktivität

der mikrosomalen Cytochromenzyme der P450-Gruppe in der Leber verringern. Zwar ist nicht

bekannt, welche Konsequenzen dies in der Klinik hat, doch sollte daran gedacht werden, wenn

Begleitarzneimittel verordnet werden, die über diesen Stoffwechselweg abgebaut werden. Eine

verminderte Clearance von Theophyllin bei gleichzeitiger Verabreichung von Alfa-Interferonen ist

gemeldet worden.

Man hat beobachtet, dass die neurotoxischen, hämatotoxischen und kardiotoxischen Wirkungen

vorher oder gleichzeitig verabreichter Arzneimittel durch Interferone verstärkt werden können.

Interaktionen könnten bei gleichzeitiger Gabe zentral wirksamer Präparate auftreten.

Kombinationstherapie mit Ribavirin

Beachten Sie auch die Fachinformation zu Ribavirin, wenn Interferon alfa-2a bei Patienten mit

chronischer Hepatitis C in Kombination mit Ribavirin angewendet wird.

Kombinationstherapie mit Bevacizumab

Bevacizumab beeinflusst die Pharmakokinetik von Interferon alfa-2a nicht.

Schwangerschaft/Stillzeit

Während der Therapie mit Roferon-A haben Frauen und Männer wirksame empfängnisverhütende

Massnahmen zu ergreifen.

Es liegen keine klinischen Daten mit Anwendung bei Schwangeren vor.

Es liegen keine hinreichenden tierexperimentellen Studien zur Auswirkung auf Schwangerschaft,

Embryonalentwicklung, Entwicklung des Föten und/oder die postnatale Entwicklung vor. Das

potentielle Risiko ist nicht bekannt.

Wie bei der Verwendung antitumoraler Medikamente üblich, sollte eine wirksame Kontrazeption

eingehalten werden.

Obwohl Tierexperimente keinen Hinweis darauf geliefert haben, dass Roferon-A teratogen ist, kann

nicht ausgeschlossen werden, dass seine Anwendung während der Schwangerschaft dem Fetus

schaden könnte. Roferon-A sollte deshalb nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar

notwendig. Bei Gabe von weit überhöhten Dosen wurde bei Rhesus-Affen eine abortive Wirkung in

der frühen bis mittleren Trächtigkeitsphase beobachtet.

Es ist unbekannt, ob Roferon-A in die Muttermilch übertritt. Es muss also je nach der

therapeutischen Bedeutung des Arzneimittels für die Mutter entschieden werden, ob das Stillen

unterbrochen oder die Behandlung abgesetzt werden soll.

Der Hilfsstoff Benzylalkohol kann durch die Plazentaschranke treten. An die Möglichkeit toxischer

Wirkungen ist bei frühgeborenen Kindern zu denken, deren Mütter unmittelbar vor der Niederkunft

oder Schnittentbindung Roferon-A in Form der Injektionslösung erhalten haben.

Die Kombination von Roferon-A und Ribavirin darf bei schwangeren Frauen nicht angewandt

werden.

Frauen im gebärfähigen Alter bzw. deren Partner sollten nicht mit der Kombination von Roferon-A

und Ribavirin behandelt werden, sofern die Patientin/der Patient und ihr Partner/seine Partnerin keine

wirksame Kontrazeption durchführen.

Kombinationstherapie mit Ribavirin: Beachten Sie auch die Fachinformation zu Ribavirin, wenn

Interferon alfa-2a bei Patienten mit chronischer Hepatitis C in Kombination mit Ribavirin

angewendet wird.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

In Abhängigkeit von Dosierung und Dosierungsschema sowie der jeweiligen Empfindlichkeit des

Patienten könnte Roferon-A einen Einfluss auf das Reaktionsvermögen haben. Dies könnte z.B. die

Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen

beeinträchtigen.

Unerwünschte Wirkungen

Die folgenden Angaben über unerwünschte Wirkungen basieren auf der Information über die

Behandlung von Krebspatienten, die an einer vielzahl maligner Erkrankungen litten, die oft

therapierefraktär und in fortgeschrittenem Stadium waren, von Patienten mit chronischer Hepatitis B

sowie von Patienten mit chronischer Hepatitis C. Die Häufigkeiten von unerwünschten Wirkungen

waren bei Krebspatienten jeweils höher als bei Hepatitis-Patienten.

Ungefähr zwei Drittel der Krebspatienten in klinischen Studien litten unter Appetitlosigkeit und die

Hälfte unter Übelkeit. Kardiovaskuläre und Atemwegsstörungen wie vorübergehende Hypotonie,

Hypertonie, Ödeme, Zyanose, Arrhythmien, Palpitation und Brustschmerz kamen in etwa einem

Fünftel der Krebspatienten vor. Die meisten Krebspatienten erhielten das Arzneimittel in einer

Dosierung, die wesentlich über der heute empfohlenen Dosis für chronische Hepatitis B und C liegt,

was vermutlich die Erklärung dafür liefert, weshalb die unerwünschten Wirkungen bei dieser

Patientengruppe häufiger und schwerwiegender waren als bei den Patienten mit Hepatitis B und C,

bei denen die unerwünschten Wirkungen im Allgemeinen vorübergehend auftreten und die sich

innerhalb von 1-2 Wochen nach Behandlungsende wieder auf dem Niveau vor der Therapie

befinden; verstärkter Haarausfall kann während mehrerer Wochen weiterbestehen. Kardiovaskuläre

unerwünschte Wirkungen kamen bei Hepatitis B und C Patienten seltener vor.

Allgemeine Symptome

Ein Viertel bis zwei Drittel der Patienten in klinischen Studien litt unter grippeartigen Symptomen

wie Müdigkeit, Fieber, Schüttelfrost, Appetitlosigkeit, Muskelschmerzen, Kopfweh,

Gelenkschmerzen und Schwitzen. Diese grippeartigen Symptome werden zum Teil durch

Paracetamol gemildert. Im Verlauf der Therapie oder bei Dosisanpassung kommt es gewöhnlich zu

einer Abnahme des Schweregrades dieser unerwünschten Wirkungen, wobei jedoch eine fortgesetzte

Therapie zu Lethargie, Mattigkeit und Müdigkeit führen kann.

Definition der folgenden Angaben zur Häufigkeit: Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100 bis <1/10);

gelegentlich (≥1/1‘000 bis <1/100); selten (≥1/10‘000 bis <1/1‘000); sehr selten (<1/10‘000);

Häufigkeit unbekannt (Häufigkeit kann aus Post-Marketing Erfahrung nicht bestimmt werden).

Infektionen und Infestationen

Selten: Pneumonie, Herpes simplex (einschliesslich Exazerbationen von Herpes labialis).

Blut und Lymphsystem

Sehr häufig: Leukopenie.

Häufig: Thrombozytopenie, Anämie.

Selten: Agranulozytose, hämolytische Anämie.

Sehr selten: idiopathische thrombozytopenische Purpura.

Bei Patienten mit Myelosuppression kommt es häufiger zu Thrombozytopenien und verminderten

Hämoglobinwerten. Stark veränderte hämatologische Werte kehrten nach Beendigung der Therapie

mit Roferon-A in der Regel nach sieben bis zehn Tagen wieder auf die Werte vor

Behandlungsbeginn zurück.

Immunsystem

Selten: Autoimmunkrankheiten, akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Urtikaria, Angioödem,

Bronchospasmus und anaphylaktische Reaktion).

Sehr selten: Sarkoidose.

Häufigkeit nicht bekannt: Transplantatabstossungen (wie bei anderen Alpha-Interferonen).

Endokrine Störungen

Selten: Hyperthyreose, Hypothyreose, Schilddrüsenfunktionsstörungen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Appetitverlust, Übelkeit, Hypokalzämie.

Gelegentlich: Störung des Elektrolythaushalts, Dehydratation.

Selten: Hyperglykämie.

Sehr selten: Diabetes mellitus, Hypertriglyzeridämie/Hyperlipidemia.

Psychiatrische Störungen

Gelegentlich: Depression, Angst, Veränderungen des psychischen Zustandes, Verwirrtheitszustand,

abnormes Verhalten, Nervosität, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Schlafstörungen.

Selten: Suizid, Suizidversuch, Suizidgedanken.

Häufigkeit nicht bekannt: Manie.

Nervensystem

Sehr häufig: Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Neuropathie, Schwindelgefühl, Somnolenz, Geschmacksstörung, Parästhesie,

Hypästhesie, Tremor.

Selten: Koma, apoplektischer Insult, Krämpfe, vorübergehende Erektionsstörungen.

Augen

Gelegentlich: Konjunktivitis, Sehstörungen.

Selten: ischämische Retinopathie.

Sehr selten: Optikusneuropathie, Zentralarterienverschluss, Zentralvenenthrombose, Retinopathie,

Netzhautblutung, Papillenödem, Netzhautexsudation.

Ohr und Innenohr

Gelegentlich: Schwindel.

Herz

Gelegentlich: Herzrhythmusstörungen, einschliesslich atrioventrikulärer Block, Herzklopfen.

Selten: kardiorespiratorischer Stillstand, Myokardinfarkt, dekompensierte Herzinsuffizienz,

Lungenödem, Zyanose.

Gefässe

Gelegentlich: Hypertonie, Hypotonie.

Selten: Vaskulitis.

Atmungsorgane

Selten: Dyspnoe, Husten.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Durchfall.

Häufig: Übelkeit/Erbrechen.

Gelegentlich: Bauchschmerzen, Mundtrockenheit.

Selten: Darmhypermotilität, Obstipation, Dyspepsie, Flatulenz, Pankreatitis.

Sehr selten: Reaktivierung eines Magengeschwürs, nicht lebensbedrohliche Magen-Darm-Blutungen.

Häufigkeit nicht bekannt: hämorrhagische/ischämische Colitis und Colitis ulcerosa.

Leber und Galle

Selten: Leberinsuffizienz, Hepatitis, Leberfunktionsstörungen.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Haarausfall (reversibel nach Absetzen des Medikaments; vermehrter Haarausfall ist

auch während mehrerer Wochen nach Behandlungsende möglich), vermehrtes Schwitzen.

Gelegentlich: Exazerbation oder Auslösung von Psoriasis, Juckreiz.

Selten: Ausschlag, trockene Haut, Nasenbluten, trockene Schleimhäute, Rhinorrhö.

Muskelskelettsystem

Sehr häufig: Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen.

Selten: systemischer Lupus erythematodes, Arthritis.

Nieren und Harnwege

Gelegentlich: Proteinurie und Erhöhung der Zellzahl im Urin.

Selten: akute Niereninsuffizienz (hauptsächlich bei Krebspatienten mit Nierenerkrankungen),

Nierenfunktionsstörungen.

Allgemeine Beschwerden und Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: grippeähnliche Erkrankung, Ermüdung, Fieber, Schüttelfrost, Appetitverlust.

Gelegentlich: Brustkorbschmerz, Ödeme.

Sehr selten: Nekrose an der Injektionsstelle, Reaktionen an der Injektionsstelle.

Laboruntersuchungen

Gelegentlich: Erhöhte Werte für ALT, alkalische Phosphatase im Blut und Transaminase,

Gewichtsverlust.

Selten: Erhöhte Blutwerte für LDH, Bilirubin, Kreatinin, Harnsäure und Harnstoff.

Neutralisierende Antikörper

Antikörper gegen Interferon: Neutralisierende Antikörper gegen Proteine können sich bei einzelnen

Patienten nach homologer Applikation bilden. Antikörper gegen alle Interferone, natürliche oder

rekombinante, treten daher wahrscheinlich bei einem gewissen Anteil der Patienten auf. Unter

bestimmten klinischen Voraussetzungen (Krebs, Lupus erythematodes visceralis, Herpes zoster)

können Antikörper gegen Human-Leukozyten-Interferon auch spontan bei Patienten auftreten, die

nie ein exogenes Interferon erhalten haben.

Daten aus klinischen Prüfungen, in denen Roferon-A verwendet wurde, weisen darauf hin, dass

neutralisierende Antikörper gegen Roferon-A bei etwa einem Fünftel der Patienten auftraten. Bei

Patienten mit Hepatitis C, die auf die Behandlung ansprachen und bei denen sich neutralisierende

Antikörper bildeten, wurde die Tendenz beobachtet, dass im weiteren Therapieverlauf die Wirkung

des Arzneimittels nachliess; Patienten, die keine solchen Antikörper bildeten, sprachen

demgegenüber länger auf die Behandlung an. Es liegen keine Angaben über weitere klinische

Auswirkungen von Antikörpern gegen Roferon-A vor. Die klinische Bedeutung dieser

Antikörperbildung ist nicht vollständig geklärt.

Kombinationstherapie mit Ribavirin

Beachten Sie auch die Fachinformation zu Ribavirin, wenn Interferon alfa-2a bei Patienten mit

chronischer Hepatitis C in Kombination mit Ribavirin angewendet wird.

Selten können Alpha-Interferone einschliesslich Roferon-A, die in Kombination mit Ribavirin

angewendet werden, mit einer Panzytopenie im Zusammenhang stehen, und es wurde sehr selten

über eine aplastische Anämie berichtet.

Überdosierung

Es wurde keine Fälle von Überdosierung berichtet. Nach mehrfacher Gabe sehr hoher Dosen von

Interferon wurde jedoch das Auftreten von tiefer Lethargie, Müdigkeit, starker Erschöpfung und

Koma berichtet. Solche Patienten sind zur Beobachtung stationär aufzunehmen und entsprechend

symptomatisch zu behandeln.

Patienten, bei denen sich unter Roferon-A schwere Nebenerscheinungen einstellen, erholen sich in

der Regel innerhalb weniger Tage nach Absetzen der Therapie, wenn sie eine geeignete

unterstützende Pflege erhalten. Ein Koma wurde bei 0,4% der Krebspatienten während klinischer

Studien beobachtet.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L03AB04

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Interferon alfa-2a ist ein hochgradig gereinigtes Protein aus 165 Aminosäuren. Das

Molekulargewicht beträgt etwa 19'000 Dalton. Interferon alfa-2a wird mit Hilfe der DNS-

Rekombinationstechnik unter Verwendung eines gentechnisch manipulierten E.-coli-Stammes

hergestellt, dessen DNS den Code für dieses Humanprotein trägt.

Nachgewiesenermassen besitzt Roferon-A viele der Eigenschaften der sogenannten natürlichen

Human-Alfa-Interferone.

Die antivirale Wirkung von Roferon-A kommt dadurch zustande, dass das Präparat in den Zellen

eine Resistenz gegen virale Infektionen induziert und den Effektorteil des Immunsystems so

moduliert, dass er Viren neutralisiert oder virusinfizierte Zellen eliminiert.

Der Mechanismus der antitumoralen Wirkung von Roferon-A ist noch nicht bekannt. Es wurde

jedoch nachgewiesen, dass Roferon-A in vitro eine antiproliferative Wirkung gegen eine Vielzahl

menschlicher Tumorzellen ausübt und das Wachstum einiger in Nacktmäuse transplantierter

menschlicher Tumoren hemmt. Das Ausmass der antiproliferativen Aktivität ist unterschiedlich.

Die antitumoralen Wirkungen von Roferon-A liessen sich bei Patienten mit Haarzellen-Leukämie,

kutanem T-Zell-Lymphom (Mycosis fungoides und Sézary-Syndrom), Kaposi-Sarkom bei AIDS und

chronisch-myeloischer Leukämie nachweisen.

Adjuvante Therapie mit einer niedrigen Dosis Roferon-A verlängert das krankheitsfreie Intervall bei

Patienten ohne klinisch nachweisbare Lymphknoten- oder Fernmetastasen nach operativer

Entfernung eines Melanoms (Dicke des Tumors >1,5 mm).

Die antiviralen Wirkungen von Roferon-A sind bei Patienten mit chronisch-aktiver Hepatitis B und

chronischer Hepatits C dokumentiert worden.

Klinische Wirksamkeit

Chronische Hepatitis C

Die therapeutische Wirksamkeit von Interferon alfa-2a allein und in Kombination mit Ribavirin

(jeweils 24 Wochen Behandlung) wurde in einer doppelblind randomisierten klinischen Studie bei

Rückfall-Patienten mit virologisch, biochemisch und histologisch dokumentierter chronischer

Hepatitis C verglichen (n= 49 Roferon A und Ribavirin; n= 50 Roferon A und Placebo). Sechs

Monate nach Beendigung der Behandlung wurde ein anhaltendes biochemisches und virologisches

Ansprechen (sustained response) sowie eine histologische Befundbesserung beobachtet.

Bei Rückfall-Patienten (Relapse-Patienten) wurde eine statistisch signifikante Zunahme des

anhaltenden virologischen und biochemischen Ansprechens (ALT und HCV-RNA) zugunsten

Interferon alpha plus Ribavirin (43%) im Vergleich zu Interferon alpha Monotherapie (4%, p <0,01)

beobachtet. Das günstige Ergebnis der Kombinationstherapie spiegelt sich auch in den

Ansprechraten, bezogen auf den HCV-Genotyp oder den Ausgangswert der Viruslast. Obwohl die

Rate des anhaltenden Ansprechens bei Patienten mit HCV vom Genotyp 1 geringer war als in der

Gesamtpopulation (30% gegenüber 0% im Studienarm mit Monotherapie), ist der relative Nutzen

von Ribavirin in der Kombination mit Roferon in dieser Patientengruppe besonders signifikant.

Ausserdem spricht die histologische Befundbesserung für die Kombinationstherapie.

Unterstützende günstige Ergebnisse wurden von einer kleinen Studie mit unbehandelten Patienten

berichtet, bei denen Interferon alfa-2a (3 Mio. I.E. dreimal wöchentlich) zusammen mit Ribavirin

eingesetzt wurde.

Hinsichtlich weiterer Informationen zu pharmakodynamischen Eigenschaften ist die Fachinformation

für Ribavirin zu beachten.

Nierenzellkarzinom im fortgeschrittenen Stadium

Die Behandlung mit Roferon-A in Kombination mit Vinblastin führt zu einer globalen

Ansprechquote von ungefähr 20%, verzögert die Krankheitsprogression und verlängert insgesamt die

Überlebensdauer von Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom.

Roferon-A in Kombination mit Bevacizumab als Erstlinien-Behandlung bei Patienten mit einem

fortgeschrittenen und/oder metastasierendem Nierenzellkarzinom hat im Vergleich zu Roferon-A-

Monotherapie eine Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (median 10,2 vs. 5,4 Monate;

Hazard Rate 0,63; p <0,0001) gezeigt und eine erhöhte Response-Rate mit 31% vs. 13%; p <0,0001.

Die beobachtete Verlängerung des Gesamtüberlebens um 2 Monate war jedoch nicht signifikant

(Median 23,3 vs. 21,3 Monate; Hazard-Ratio 0,91; p= 0,3360). In einer retrospektiven

Subgruppenanalyse dieser Studie mit 131 Patienten wurde gezeigt, dass die gemäss Protokoll

mögliche Dosisreduktion von IFN alfa-2a von 9 Mio IE entweder auf 6 Mio oder 3 Mio IE dreimal

pro Woche die Wirksamkeit der Avastin/IFN Kombinationstherapie nicht zu beeinträchtigen schien.

(Progressionsfreies Überleben nach 6, 12 und 18 Monaten: 73, 52 bzw. 21% in der «IFN

reduzierten» Population vs 61, 43, 17% in der Gesamtpopulation).

Für weitere Informationen hinsichtlich der Kombination mit Bevacizumab ist die Fachinformation

von Avastin zu beachten.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach intramuskulärer Injektion liegt die absolute Bioverfügbarkeit über 80%. Durchschnittlich 3,8

oder 7,3 Stunden nach intramuskulärer und subkutaner Verabreichung von 36 Millionen I.E. wurden

im Serum Spitzenkonzentrationen zwischen 1500 und 2580 pg/ml (Durchschnitt: 2020 pg/ml)

beziehungsweise 1250 und 2320 pg/ml (Durchschnitt: 1730 pg/ml) erreicht.

Distribution

Nach intravenöser Infusion von 36 Millionen I.E. bei gesunden Personen lag das

Verteilungsvolumen im Fliessgleichgewicht zwischen 0,223 und 0,748 l/kg (Durchschnitt:

0,400 l/kg). Ein dosisproportionaler Anstieg der Serumkonzentrationen wurde nach Einzeldosen von

bis zu 198 Millionen I.E. beobachtet.

Die Serumkonzentrationen von Interferon alfa-2a wiesen beträchtliche interindividuelle

Schwankungen auf, und zwar sowohl bei gesunden Probanden als auch bei Patienten mit

metastasierenden Karzinomen.

Metabolismus

Die Alfa-Interferone werden bei der tubulären Rückresorption und - in geringerem Umfang - auch in

der Leber rasch proteolytisch abgebaut.

Elimination

Der renale Katabolismus ist der wichtigste Eliminationsweg für Alfa-Interferon. Der hepatische

Metabolismus mit anschliessender Ausscheidung durch die Galle ist für die Elimination der Alfa-

Interferone nur von untergeordneter Bedeutung. Nach intravenöser Infusion von 36 Millionen I.E.

(2,2× 108 pg) betrug die Eliminationshalbwertzeit von Interferon alfa-2a bei gesunden Personen 3,7-

8,5 Stunden (Durchschnitt: 5,1 Stunden), die Gesamtkörperclearance 2,14-

3,62 ml/kg/Min. (Durchschnitt: 2,79 ml/ kg/Min.).

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Pharmakokinetik von Interferon alfa-2a nach intramuskulären Einzeldosen bei Patienten mit

metastasierenden Karzinomen, chronischer Hepatitis C und chronisch aktiver Hepatitis B war mit der

Kinetik bei gesunden Probanden vergleichbar.

Bei einigen Personen führten mehrmalige intramuskuläre Verabreichungen von Interferon alfa-2a zu

einem Anstieg der Wirkstoffkonzentrationen im Serum auf das Zwei- bis Vierfache der Werte nach

einmaliger Applikation.

Es ergaben sich keine Änderungen der Verteilung und der Elimination von Interferon alfa-2a bei

Dosierungsschemata von 2× täglich 0,5-36 Millionen I.E., von 1× täglich 1-54 Millionen I.E. oder

von 3× wöchentlich 1 bis 136 Millionen I.E. über eine Behandlungsdauer von bis zu 28 Tagen.

Bitte beachten Sie hinsichtlich weiterer Informationen zu pharmakokinetischen Eigenschaften die

Fachinformation für Ribavirin.

Präklinische Daten

Im Gegensatz zu anderen Humanproteinen werden viele Wirkungen von Interferon alfa-2a teilweise

oder ganz aufgehoben, wenn es an anderen Tierspezies erprobt wird. Allerdings zeigte Interferon

alfa-2a bei Rhesusaffen eine ausgeprägte Aktivität gegen Vakzinevirus.

Wegen der Artspezifität von Humaninterferon wurden mit Roferon-A nur begrenzt

Toxizitätsprüfungen durchgeführt. Die akute Toxizität von Roferon-A wurde an Mäusen, Ratten,

Kaninchen und Frettchen geprüft, wobei Dosen bis zu 30 Millionen I.E./kg Körpergewicht

intravenös und 500 Millionen I.E./kg intramuskulär verabreicht wurden. Bei keiner Tierspezies und

bei keiner der beiden Applikationsformen wurde eine auf das Präparat zurückzuführende Mortalität

verzeichnet. Mit weit überhöhten Dosen wurden keine wesentlichen unerwünschten Wirkungen

festgestellt, mit Ausnahme einer abortiven Wirkung bei Rhesusaffen in der frühen bis mittleren

Trächtigkeitsphase sowie vorübergehender Unregelmässigkeiten des Menstruationszyklus,

einschliesslich verlängerter Menstruationsperioden bei nichtträchtigen Weibchen.

Mutagenese: Mit Roferon-A wurden experimentell keine mutagenen Wirkungen beobachtet.

Bitte beachten Sie hinsichtlich der Kombinationsbehandlung mit Ribavirin bei Hepatitis C weitere

Informationen zu präklinischen Daten zur Sicherheit die Fachinformation für Ribavirin.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit EXP bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Im Kühlschrank (2-8

°C) lagern. Nicht einfrieren.

Hinweise für die Entsorgung

Nach Therapieabschluss oder Verfall sind nicht verwendete Arzneimittelreste fachgerecht zu

entsorgen.

Zulassungsnummer

53568 (Swissmedic).

Packungen

Roferon-A Injektionslösung 3 Mio IE/0,5 ml Fertigspritzen: 5 [A]

Zulassungsinhaberin

Roche Pharma (Schweiz) AG, 4153 Reinach.

Stand der Information

März 2015.

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