Quiril comp.10/12 5, Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
quinaprilum, hydrochlorothiazidum
Verfügbar ab:
Sandoz Pharmaceuticals AG
ATC-Code:
C09BA06
INN (Internationale Bezeichnung):
quinaprilum, hydrochlorothiazidum
Darreichungsform:
5, Filmtabletten
Zusammensetzung:
quinaprilum 10 mg zu quinaprili hydrochloridum, hydrochlorothiazidum 12.5 mg, excipiens pro compresso Dunst.
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Hypertonie
Zulassungsnummer:
56910
Berechtigungsdatum:
2005-08-30

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Quiril® comp.

Sandoz Pharmaceuticals AG

Was ist Quiril comp. und wann wird es angewendet?

Quiril comp. ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von hohem Blutdruck (Hypertonie)

angewendet wird. Es enthält die Wirkstoffe Quinapril und Hydrochlorothiazid. Quinapril gehört zur

Gruppe der Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer (ACE-Hemmer). Seine Wirkung beruht auf

einer Hemmung körpereigener Stoffe, die unter anderem für einen erhöhten Blutdruck verantwortlich

sind. Hydrochlorothiazid ist ein Wirkstoff, der zu einer vermehrten Salz- und Wasserausscheidung

durch die Nieren führt (Diuretikum). Hydrochlorothiazid hat ebenfalls einen blutdrucksenkenden

Effekt. Die Wirkmechanismen der beiden Substanzen ergänzen sich gegenseitig und führen dadurch

zu einer gesteigerten Blutdrucksenkung. Quiril comp. wird nur auf Verschreibung des Arztes bzw.

der Ärztin zur Therapie des Bluthochdrucks angewendet, wenn die Behandlung mit einem

Kombinationspräparat notwendig ist. Eine Kombinationstherapie wird grundsätzlich dann

empfohlen, wenn eine Behandlung mit den Einzelstoffen nicht ausreichend wirksam ist.

Was sollte dazu beachtet werden?

Um Ihr Befinden zu verbessern, kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin zusätzliche Massnahmen wie z.B.

eine Gewichtsabnahme oder Änderungen der Ernährung empfehlen.

Wann darf Quiril comp. nicht eingenommen werden?

Quiril comp. darf nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln, welche die Wirkstoffkombination

Sacubitril/Valsartan zur Behandlung von Herzinsuffizienz enthalten, eingenommen werden. Eine

gleichzeitige Anwendung erhöht das Risiko für Angioödeme (Schwellungen im Gesicht, an Augen,

Lippen oder Zunge, Atemprobleme).

Quiril comp. darf nicht eingenommen werden, wenn bei Ihnen im Zusammenhang mit der Einnahme

anderer blutdrucksenkender Mittel, wie anderer ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten, oder in Ihrer Familie Schwellungen im Gesicht, an Augen, Lippen oder Zunge oder

ähnliche Krankheitszeichen aufgetreten sind.

In diesen Fällen sollten Sie ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren.

Sie dürfen Quiril comp. auch nicht einnehmen, wenn Sie

·eine schwere Nierenfunktionsstörung,

·schwere Leberfunktionsstörungen,

·einen übermässig erhöhten Kalziumspiegel im Blut,

·Natriummangel im Blut haben oder

·an Diabetes (Typ 1 oder 2), mässig oder schwer eingeschränkter Nierenfunktion, erhöhtem

Kaliumspiegel im Blut oder Herzinsuffizienz mit niedrigem Blutdruck leiden und gleichzeitig

Aliskiren, einen blutdrucksenkenden Wirkstoff, einnehmen.

·an Diabetes (Typ 1 oder 2) mit Organschäden, mässig oder schwer eingeschränkter Nierenfunktion,

erhöhtem Kaliumspiegel im Blut oder Herzschwäche (sogenannter Herzinsuffizienz) mit niedrigem

Blutdruck leiden und gleichzeitig gewisse blutrucksenkende Mittel (Angiotensin-Rezeptor-

Antagonisten oder ACE-Hemmer) einnehmen.

Während der Schwangerschaft dürfen Sie Quiril comp. nicht einnehmen (siehe «Darf Quiril comp.

während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?»).

Bei Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder die Hilfsstoffe in diesem Präparat sowie gegen

Sulfonamide darf Quiril comp. nicht eingenommen werden.

Wann ist bei der Einnahme von Quiril comp. Vorsicht geboten?

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu

bedienen und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.

Die Reaktionsfähigkeit kann durch die individuell in Erscheinung tretenden Nebenwirkungen von

Quiril comp. beeinträchtigt werden. Daher sollten Sie vor entsprechenden Tätigkeiten wissen, wie

Sie auf dieses Medikament reagieren. Spezielle Vorsicht ist geboten zu Beginn der Behandlung, bei

einer Dosiserhöhung oder einem Arzneimittelwechsel, wie auch bei der Einnahme von Alkohol.

Bitte achten Sie vor allem bei Behandlungsbeginn auf folgende Anzeichen einer möglichen

Unverträglichkeit oder zu starken Wirkung:

·Haut und Gefässsystem: Falls Sie nach Einnahme von Quiril comp. Schwellungen im Gesicht, an

Augen, Lippen oder Zunge bemerken oder wenn Schwierigkeiten beim Atmen auftreten, melden Sie

dies bitte sofort Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin und nehmen Sie Quiril comp. nicht weiter ein.

·Magen-Darmtrakt: Treten bei Ihnen während der Behandlung Bauchschmerzen mit oder ohne

Übelkeit und Erbrechen auf, so benachrichtigen Sie bitte Ihren Arzt oder Ihre Ärztin. Ihr Arzt oder

Ihre Ärztin kann feststellen, ob diese Erscheinungen im Zusammenhang mit der Einnahme von

Quiril comp. stehen.

·Zu niedriger Blutdruck: Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin ebenfalls, wenn Sie speziell zu

Behandlungsbeginn unter starker Benommenheit leiden. Dies könnte mit einer übermässigen

Blutdrucksenkung zusammenhängen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird dann eine Dosisanpassung

vornehmen. Die Möglichkeit eines zu starken Blutdruckabfalls besteht auch, wenn Sie z.B. aufgrund

von Durchfall, Erbrechen oder übermässigem Schwitzen zu viel Flüssigkeit verloren haben.

Sprechen Sie auch in diesem Fall mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

·Blutbild: Treten bei Ihnen Anzeichen einer Infektion auf (z.B. Fieber, Halsschmerzen), die nicht

innerhalb von 2–3 Tagen wieder abklingen, oder eine Gelbfärbung der Haut auf, suchen Sie bitte

unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf. Er/Sie kann durch eine Blutuntersuchung feststellen,

ob diese Erscheinungen mit der Quiril comp.-Behandlung zusammenhängen.

·Verminderte Natriumkonzentration im Blut: Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn bei

Ihnen Symptome wie Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, eingeschränktes

Erinnerungsvermögen, Verwirrung, Schwäche und Gleichgewichtsstörung auftreten. Diese

Symptome können Hinweise auf eine verminderte Natriumkonzentration sein, welche unter

Behandlung mit Quiril comp. bzw. Arzneimitteln aus der Gruppe der ACE-Hemmer auftreten kann.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden (besonders, wenn es sich um Erkrankungen der Blutgefässe handelt),

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen, oder äusserlich anwenden.

Dies gilt vor allem für wasserausschwemmende und andere blutdrucksenkende Arzneimittel,

Kaliumpräparate oder kaliumhaltige Diätsalze, Arzneimittel, welche zu niedrigen Kalium im Blut

führen können, Lithiumpräparate, bestimmte Schmerzmittel oder entzündungshemmende

Arzneimittel, Kortisonpräparate, Herzglykoside, (Digoxin), tetracyclinhaltige Antibiotika, bestimmte

Arzneimittel gegen Depressionen oder Schlaflosigkeit, Mittel gegen Verstopfung, gewisse

Arzneimittel, die nach Transplantationen oder bei einigen Krebsarten eingesetzt werden (sogenannte

mTOR-Hemmer), bestimmte Arzneimittel gegen Diabetes (sogenannte DPP-4-Hemmer),

Arzneimittel gegen Herzinsuffizienz mit der Wirkstoffkombination Sacubitril/Valsartan,

Arzneimittel gegen Gicht, Cholestyramin, Colestipol sowie Methyldopa. Quiril comp. kann in

seltenen Fällen die Wirkung von Insulin resp. oralen Antidiabetika verstärken oder die

Blutzuckerkontrolle erschweren. Wenn Sie an Diabetes leiden und mit Insulin oder oralen

Antidiabetika behandelt werden, sollten Sie besonders aufmerksam auf Zeichen einer Hypoglykämie

(Unterzuckerung) achten. Quiril comp. kann bei bestehender Zuckerkrankheit die Blutzuckerwerte

erhöhen und die Blutzuckerkontrolle erschweren. Daher sind die Blutzuckerwerte sorgfältig zu

überwachen. Eventuell wird Ihnen Ihr Arzt Kalium verschreiben und eine Anpassung der

Antidiabetika Dosierung vornehmen. Die Anwendung von Quiril comp. in Kombination mit

Medikamenten, die den Wirkstoff Aliskiren enthalten (oder gegen Bluthochdruck oder

Herzschwäche verschrieben wurden, sog. Sartane und ACE-Hemmer), wird nicht empfohlen.

Durch gleichzeitigen Alkoholgenuss kann die blutdrucksenkende Wirkung von Quiril comp.

verstärkt werden.

Falls Sie sich einer Operation, Narkose oder einer Dialysebehandlung unterziehen müssen, teilen Sie

Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin bitte mit, dass Sie einen ACE-Hemmer einnehmen. Ebenfalls sollten

Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mitteilen, dass Sie einen ACE-Hemmer einnehmen, wenn bei Ihnen

eine Desensibilisierungstherapie mit Bienen- oder Wespengift vorgesehen ist. Selten kann es auch

nach Insektenstichen zu einer Allergie kommen.

Sollte eine Penicillin- oder Sulfonamidallergie bei Ihnen bekannt sein, könnte bei Einnahme von

Quiril comp. ein erhöhtes Risiko für akute Kurzsichtigkeit oder grünen Star auftreten. Wenn Sie

plötzlich an Sehschärfe verlieren oder Augenschmerzen haben (üblicherweise innerhalb von Stunden

bis Wochen nach Beginn der Einnahme von Quiril comp.), melden Sie dies sofort Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin und nehmen Sie Quiril comp. nicht weiter ein.

Darf Quiril comp. während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Quiril comp. darf in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, da ein klares Risiko für das

ungeborene Kind besteht. Quiril comp. darf auch nicht eingenommen werden, wenn Sie eine

Schwangerschaft planen. Falls Sie während der Behandlung mit Quiril comp. schwanger werden,

müssen Sie sofort die Therapie abbrechen und Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin konsultieren. Wenn Sie im

gebärfähigen Alter sind, müssen Sie eine wirksame Methode der Empfängnisverhütung anwenden.

Während der Anwendung von Quiril comp. soll nicht gestillt werden.

Wie verwenden Sie Quiril comp.?

Quiril comp. kann unabhängig von den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden. Die

Dosierung wird von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin festgelegt. Im Allgemeinen gelten folgende

Dosierungsrichtlinien: Die übliche Dosierung beträgt morgens 1 Filmtablette Quiril comp. 10/12,5

(10 mg Quinapril/12,5 mg Hydrochlorothiazid).

Falls dies nicht ausreicht, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Dosierung auf morgens 1 Filmtablette

Quiril comp. 20/12,5 (20 mg Quinapril/12,5 mg Hydrochlorothiazid) oder auf maximal 2

Filmtabletten Quiril comp. 10/12,5 erhöhen.

Hinweis

Falls Sie an einem Salz- und/oder Flüssigkeitsmangel (z.B. aufgrund von Erbrechen, Durchfall oder

einer vorangegangenen Behandlung mit einem wasserausschwemmenden Arzneimittel), an einer

gleichzeitig vorhandenen Herzleistungsschwäche oder an schwerem Bluthochdruck leiden, kann es

zu Beginn der Behandlung mit Quiril comp. zu einem übermässigen Blutdruckabfall kommen. Sie

sollten daher in diesen Fällen nach der ersten Einnahme des Präparates 2–4 Stunden unter ärztlicher

Aufsicht bleiben.

Dosiseinstellung bei älteren Patienten und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Bei älteren Patienten und bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wird Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin die Behandlung mit 5 mg Quinapril als Einzelsubstanz beginnen und anschliessend eine

Einstellung der für Sie richtigen Dosierung mit Quiril comp. vornehmen.

Bei Kindern und Jugendlichen

Zur Anwendung von Quiril comp. bei Kindern und Jugendlichen liegen bisher keine klinischen

Erfahrungen vor. Die Anwendung des Präparates bei Kindern und Jugendlichen kann daher nicht

empfohlen werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die vorgeschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Quiril comp. haben?

Bisher beobachtete unerwünschte Wirkungen waren gewöhnlich geringfügig ausgeprägt und von

vorübergehender Natur. Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Quiril comp.

auftreten:

Häufig beobachtet wurden virale Infektionen, Infektionen der Atmungswege, Schlaflosigkeit,

Kopfschmerzen, Schwindel, niedrigem Blutdruck, Schläfrigkeit, Benommenheit, Gesichtsrötung,

Husten, Bronchitis, Schnupfen, Halsschmerzen, Brustschmerzen, Übelkeit, Erbrechen,

Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Verdauungsstörungen, Rückenschmerzen,

Muskelschmerzen, Kraftlosigkeit und Müdigkeit.

Gelegentlich kann es auch zu Sehstörungen, Überempfindlichkeitsreaktionen, Quincke-Ödem,

Nervosität, Verstimmungszuständen, Missempfindungen (z.B. Kribbeln), Herzklopfen, Herzjagen,

Engegefühl in der Brust, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Kurzatmigkeit,

Nasennebenhöhlenentzündung, Mund- und Rachentrockenheit, Blähungen, Verstopfung,

Magenbeschwerden, Juckreiz, allergischen Hauterscheinungen (z.B. Hautausschlag, Nesselsucht,

Lichtüberempfindlichkeit), Schmetterlingsflechte, vermehrtem Schwitzen, Gelenkschmerzen,

Infektionen des Harntraktes, Impotenz, Wasseransammlungen im Gewebe und Fieber kommen.

Eine bisher unbemerkte Zuckerkrankheit kann zum Ausbruch kommen. Bei Patienten mit bereits

bestehender Zuckerkrankheit wurden erhöhte Blutzuckerwerte gemessen. Bei entsprechend

veranlagten Patienten können Gichtanfälle ausgelöst werden.

Selten können eine Entzündung der Magenschleimhaut, Entzündung der Bauchspeicheldrüse,

Nierenfunktionsstörungen, akute Nierenentzündungen sowie ein kurzdauernder Bewusstseinsverlust

(Ohnmacht) auftreten. In Einzelfällen wurden Leberfunktionsstörungen beobachtet.

Des Weiteren gab es einzelne Fälle von Blutarmut, akuter allergischer Allgemeinreaktion,

vorübergehende akute Kurzsichtigkeit oder grüner Star (kann sich innerhalb von Stunden bis

Wochen nach Einnahme von Quiril comp. mit verminderter Sehschärfe oder Augenschmerz äussern),

Blutdruckabfall bei Lagewechsel, Haarausfall, Schälen der Haut und blasenbildender Erkrankung der

Haut.

In seltenen Fällen kann Quiril comp. zu Leberschädigungen führen. Beim Auftreten von Müdigkeit,

Appetitlosigkeit, Übelkeit, entfärbtem Stuhl, dunklem Urin oder Gelbsucht sollten Sie umgehend mit

Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin Kontakt aufnehmen, damit das Arzneimittel bei Bedarf abgesetzt

werden kann und die erforderlichen Untersuchungen durchgeführt werden können. Informieren Sie

bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin beim Auftreten solcher oder anderer Beschwerden.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern

lagern.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Quiril comp. enthalten?

Quiril comp. 10/12,5

1 Filmtablette mit Bruchrille enthält 10,83 mg Quinaprilhydrochlorid (entspr. 10 mg Quinapril),

12,50 mg Hydrochlorothiazid sowie Hilfsstoffe.

Quiril comp. 20/12,5

1 Filmtablette mit Bruchrille enthält 21,66 mg Quinaprilhydrochlorid (entspr. 20 mg Quinapril),

12,50 mg Hydrochlorothiazid sowie Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

56910 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Quiril comp.? Welche Packungen sind erhältlich?

Sie erhalten Quiril comp. in Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Quiril comp. 10/12,5: 30 und 100 Filmtabletten.

Quiril comp. 20/12,5: 30 und 100 Filmtabletten.

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz.

Diese Packungsbeilage wurde im November 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Quiril® comp.

Sandoz Pharmaceuticals AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Quinaprilum ut quinaprili hydrochloridum, hydrochlorothiazidum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Quiril comp. 10/12,5

Filmtabletten (mit Bruchrille) mit 10,83 mg Quinaprilhydrochlorid entsprechend 10 mg Quinapril

Base und 12,5 mg Hydrochlorothiazid (HCTZ).

Quiril comp. 20/12,5

Filmtabletten (mit Bruchrille) mit 21,66 mg Quinaprilhydrochlorid entsprechend 20 mg Quinapril

Base und 12,5 mg Hydrochlorothiazid (HCTZ).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hypertonie, wenn die Behandlung mit einer Kombination ACE-Inhibitor/Thiazid-Diuretikum

angezeigt ist.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Die Dosierung ist den Erfordernissen des Patienten individuell anzupassen.

Die übliche Dosierung bei Patienten, für die eine Kombinationstherapie angezeigt ist, beträgt

morgens 1 Filmtablette Quiril comp. 10/12,5 (10 mg Quinapril/12,5 mg HCTZ).

Bei Bedarf kann die Dosierung erhöht werden auf 1× täglich 1 Filmtablette Quiril comp. 20/12,5

(20 mg Quinapril/12,5 mg HCTZ) oder 2 Filmtabletten Quiril comp. 10/12,5 (20 mg

Quinapril/25 mg HCTZ).

In der Regel wird eine Normalisierung des Blutdruckes mit 1× täglich 1 Filmtablette Quiril comp.

10/12,5 oder 20/12,5 erreicht.

Patienten, deren Hypertonie nur mit einem Diuretikum behandelt wurde

Bei Patienten, deren Hypertonie gegenwärtig nur mit einem Diuretikum behandelt wird, ist die

erforderliche Anfangsdosis 5 mg Quinapril (als Monopräparat), um die Gefahr einer

überschiessenden Blutdruckreduktion zu minimieren. Die Dosis sollte titriert werden, bis eine

Blutdrucknormalisierung erreicht ist. Wenn die Titration in der Dosierung des

Kombinationsproduktes Quiril comp. resultiert, kann die Therapie mit zwei Monopräparaten durch

die Kombination substituiert werden.

Bei Patienten, die mit einem langwirkenden Diuretikum vorbehandelt wurden, sollte diese Therapie

24–48 h vor Behandlungsbeginn mit Quiril comp. abgesetzt werden.

Hinweis

Insbesondere bei Patienten mit Salz- und/oder Flüssigkeitsmangel (z.B. Erbrechen, Durchfall,

Diuretikatherapie), gleichzeitig vorhandener Herzinsuffizienz oder schwerer Hypertonie kann es zu

Beginn der Therapie mit Quiril comp. zu einem übermässigen Blutdruckabfall kommen.

Nach Gabe der ersten Dosis, aber auch bei Erhöhung der Dosierung von Quiril comp. sind diese

Patienten unter strenger medizinischer Überwachung auf Anzeichen eines symptomatischen

Blutdruckabfalls zu beobachten (Wirkungsmaximum nach 2–4 h).

Spezielle Dosierungsanweisungen

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Quiril comp. sollte nicht als Anfangstherapie bei Patienten mit Niereninsuffizienz (Kreatinin-

Clearance <60 ml/min) benutzt werden. Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-

Clearance <30 ml/min), die mit Quinapril (Monotherapie) behandelt werden, sollten bei

erforderlicher Zusatztherapie mit Diuretika ein Schleifendiuretikum erhalten.

Bei Patienten mit mässig eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 30–60 ml/min) sollte

mit 5 mg Quinapril als Monotherapie begonnen und bis zur angemessenen Dosishöhe titriert werden.

Bei Patienten, die zusätzlich ein Diuretikum benötigen, kann anschliessend die Dosistitration mit

Hydrochlorothiazid erfolgen. Die Kontrolle des Blutdrucks kann dann mit Quiril comp. 10/12,5 oder

Quiril comp. 20/12,5 fortgeführt werden.

Ältere Patienten (älter als 65 Jahre)

Da sich die Nierenfunktion mit zunehmendem Alter verschlechtern kann, und die Quinapril-

Elimination von der Nierenfunktion abhängig ist, wird empfohlen, die Dosistitration gegebenenfalls

entsprechend den Angaben für Patienten mit leichter Niereninsuffizienz vorzunehmen (siehe

«Spezielle Dosierungsanweisungen»/«Patienten mit Nierenfunktionsstörungen»).

Kinder und Jugendliche

Zur Anwendung von Quiril comp. bei Kindern und Jugendlichen liegen bisher keine klinischen

Erfahrungen vor.

Art der Anwendung

Quiril comp. kann ohne Berücksichtigung von Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit eingenommen

werden.

Kontraindikationen

Kombination von Quinapril/Hydrochlorothiazid mit Sacubitril/Valsartan aufgrund eines erhöhten

Risikos für Angioödeme.

Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Gewebeschwellung (angioneurotisches Ödem) nach

Anwendung eines anderen Angiotensin-konvertierenden Enzym (ACE)-Inhibitors oder Angiotensin-

II-Rezeptor-Antagonisten in der Vorgeschichte sowie bei hereditärem Angioödem.

Schwere Nierenfunktionsstörungen (Niereninsuffizienz mit stark eingeschränkter Harnproduktion

bzw. Anurie; Kreatinin-Clearance <30 ml/min und/oder Serum-Kreatinin über 1,8 mg/100 ml).

Schwere Leberfunktionsstörungen.

Hyperkalzämie.

Hyponatriämie (bei Hypovolämie).

Quiril comp. ist kontraindiziert bei Frauen die schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder im

gebärfähigen Alter sind und keine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Quiril comp. darf nur

verabreicht werden, wenn eine Schwangerschaft unwahrscheinlich ist und die Frauen über die

möglichen Schädigungen des Fötus informiert wurden (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Kombination von Quiril comp. mit Aliskiren bei Patienten mit Diabetes mellitus (Typ 1 und 2),

mässig oder schwerwiegend eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <60 ml/min/1,73 m2),

Hyperkaliämie (>5 mmol/l) oder bei hypotonen Patienten mit kongestiver Herzinsuffizienz.

Kombination von Quiril comp. mit Angiotensin Rezeptor Blockern oder anderen ACE Inhibitoren

bei Patienten mit Diabetes mellitus (Typ 1 und Typ 2) und Endorganschäden, mässig oder

schwerwiegend eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <60 ml/min/1,73 m2), Hyperkaliämie (>5

mmol/l) oder bei hypotonen Patienten mit kongestiver Herzinsuffizienz.

Überempfindlichkeit gegen Quinapril, Thiaziddiuretika (Hydrochlorothiazid), Sulfonamide

(mögliche Kreuzreaktionen beachten) oder gegen die Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Angioödeme im Kopf-/Halsbereich

Über das Auftreten von angioneurotischen Ödemen bei Patienten, die mit ACE-Inhibitoren

einschliesslich Quinapril behandelt worden sind, wurde berichtet. Falls es zum Auftreten von

Kehlkopfstridor oder Angioödemen im Gesichtsbereich, der Zunge oder des Kehlkopfes kommt,

sollte Quiril comp. sofort abgesetzt und eine angemessene Behandlung eingeleitet werden. Der

Patient sollte bis zum Abklingen der Schwellung sorgfältig überwacht werden. Wenn die Schwellung

auf Gesicht und Lippen begrenzt ist, verschwindet sie gewöhnlich auch ohne Behandlung; zur

symptomatischen Therapie kann der Einsatz von Antihistaminika nützlich sein. Angioödeme mit

Beteiligung des Kehlkopfes können dagegen lebensbedrohlich sein. Bei Beteiligung der Zunge oder

des Kehlkopfes, die eine Obstruktion der Atemwege vermuten lässt, sollte unverzüglich eine

angemessene Therapie (z.B. Gabe von Adrenalin) eingeleitet werden.

Bei Patienten, die gleichzeitig eine Therapie mit einem mTOR-Inhibitor (z.B. Temsirolimus), einem

DPP-4-Inhibitor (z.B. Vildagliptin) oder einem neutralen Endopeptidase-Inhibitor (z.B. Sacubitril)

erhalten, kann ein erhöhtes Risiko von Angioödemen bestehen. Bei Patienten, die bereits einen ACE-

Inhibitor anwenden, ist daher bei Beginn einer Behandlung mit einem mTOR-Inhibitor, einem DPP-

4-Inhibitor oder einem neutralen Endopeptidase-Inhibitor Vorsicht geboten.

Intestinales Angioödem

Bei Patienten, die mit ACE-Inhibitoren therapiert wurden, wurde über das Auftreten von intestinalem

Angioödem berichtet. Symptome waren abdominale Schmerzen (mit oder ohne Übelkeit oder

Erbrechen). Bei einigen Fällen lag keine frühere Anamnese eines Angioödems im Gesichtsbereich

vor und die C-1 Esterase-Werte lagen im Normalbereich. Das Angioödem wurde u.a. durch

abdominale CT- oder Ultraschalluntersuchung oder während einer Operation diagnostiziert. Die

Symptome verschwanden nach Beendigung der Therapie mit dem ACE-Inhibitor. Intestinales

Angioödem sollte in die Differentialdiagnose von mit ACE-Inhibitoren behandelten Patienten

aufgenommen werden, die unter abdominalen Schmerzen leiden.

Patienten, welche ein Angioödem ohne Zusammenhang mit einer ACE-Inhibitor-Therapie in ihrer

Anamnese aufweisen, könnten einem höheren Risiko ausgesetzt sein, dass durch die Therapie mit

einem ACE-Inhibitor ein Angioödem ausgelöst wird.

Anaphylaktoide Reaktionen

Hämodialyse/Low-density lipoprotein (LDL)-Apherese: Bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-

Inhibitoren und Polyacrylnitril-metallylsulfonat-high-flux-Membranen oder LDL-Apherese mit

Dextransulfat im Rahmen einer Dialysebehandlung besteht die Gefahr, dass anaphylaktoide

Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen bis hin zum Schock) auftreten.

Diese Kombination muss daher vermieden werden, entweder durch den Gebrauch anderer

Arzneimittel gegen den hohen Blutdruck oder durch die Anwendung anderer Membranen bei der

Dialyse.

Desensibilisierung/Insektenstiche: Zu anaphylaktoiden Reaktionen kann es bei Patienten kommen,

die während der Behandlung mit einem ACE-Inhibitor eine Therapie zur Desensibilisierung mit

Wespen- und Bienengift erhalten. Quiril comp. muss daher abgesetzt werden, bevor mit der

Desensibilisierungstherapie begonnen wird. In solchen Fällen darf Quiril comp. nicht durch einen

Betablocker ersetzt werden. Selten kann es nach Insektenstichen zu anaphylaktoiden Reaktionen

kommen.

Hypotonie

Eine symptomatische Hypotonie wurde bei Hypertonikern unter Medikation mit dem Wirkstoff

Quinapril nur gelegentlich beobachtet. Sie kann jedoch bei Patienten mit Salz- oder Volumenverlust

(z.B. bei Vorbehandlung mit Diuretika, nach Durchfällen und Erbrechen, bei Diät mit

eingeschränkter Kochsalzzufuhr) unter einer Therapie mit ACE-Inhibitoren auftreten.

Die Kombinationstherapie Quinapril/Hydrochlorothiazid sollte bei Patienten mit einer

antihypertensiven Begleitmedikation mit Vorsicht angewendet werden. Die Thiazid-Komponente

von Quinapril/Hydrochlorothiazid kann die Wirkung anderer antihypertensiver Arzneimittel,

insbesondere Ganglien- oder peripher adrenerger Blocker, potenzieren. Die antihypertensive

Wirkung der Thiazid-Komponente kann ausserdem bei Patienten nach Sympathektomie verstärkt

sein.

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz und Neigung zur Hypotonie sollte die Therapie mit Quiril comp.

in der empfohlenen Dosis unter enger ärztlicher Überwachung begonnen werden. Innerhalb der

ersten zwei Wochen nach Behandlungsbeginn sowie nach eventueller Dosiserhöhung sollten diese

Patienten auf Anzeichen einer Hypotonie überwacht werden. Analoge Überlegungen gelten auch für

Patienten mit ischämischer Herzkrankheit oder zerebrovaskulären Erkrankungen.

Beim Auftreten einer symptomatischen Hypotonie sollte der Patient flach gelagert werden.

Nötigenfalls ist eine Infusion von physiologischer Kochsalzlösung angezeigt. Eine vorübergehende

symptomatische Hypotonie ist keine Gegenanzeige für eine weitere Behandlung mit Quiril comp. In

solchen Fällen ist jedoch eine Dosisverringerung von Quiril comp. zu erwägen.

Blutbild

Unter der Behandlung mit ACE-Inhibitoren ist in sehr seltenen Fällen bei Patienten mit

unkomplizierter Hypertonie, häufiger jedoch bei Patienten mit Niereninsuffizienz, insbesondere bei

gleichzeitigen Kollagenkrankheiten eine Agranulozytose oder Knochenmarksdepression aufgetreten.

Innerhalb der klinischen Prüfungen mit Quinapril sind gelegentlich Fälle von Neutropenie, selten von

Thrombozytopenie bzw. Panzytopenie aufgetreten. Die Kausalität dieser Veränderungen ist nicht

gesichert, das Blutbild normalisierte sich ausserdem im weiteren Verlauf der Behandlung. Dennoch

sollte, wie unter Behandlung mit anderen ACE-Inhibitoren, bei Patienten mit Kollagenkrankheiten

und/oder Nierenfunktionsstörungen das weisse Blutbild überwacht werden.

Bei Monotherapie mit dem Wirkstoff Hydrochlorothiazid wurden Blutbildveränderungen wie

Anämie, Leukopenie und Thrombozytopenie beobachtet.

Systemischer Lupus erythematodes

Thiazid-Diuretika können eine Exazerbation oder Aktivierung eines systemischen Lupus

erythematodes hervorrufen.

Ältere Patienten

In diesen Fällen ist eine Dosisanpassung erforderlich (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Niereninsuffizienz

Aufgrund der inhibitorischen Wirkung auf das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System können bei

prädisponierten Patienten Störungen der Nierenfunktion auftreten. Bei Patienten mit schwerer

Herzinsuffizienz, deren Nierenfunktion von der Aktivität des Renin-Angiotensin-Aldosteron-

Systems abhängt, kann die Behandlung mit einem ACE-Inhibitor wie Quinapril mit Oligurie

und/oder progressiver Azotämie, selten akutem Nierenversagen und/oder Tod einhergehen.

Die Halbwertszeit von Quinaprilat ist proportional zum Absinken der Kreatinin-Clearance

verlängert. Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von <60 ml/min benötigen eine niedrigere

Anfangsdosierung mit Quinapril (siehe «Dosierung/Anwendung»). Die Dosierung sollte

entsprechend dem therapeutischen Ansprechen gesteigert und die Nierenfunktion eng überwacht

werden, obwohl Studien darauf hinweisen, dass Quinapril keine Verschlechterung der

Nierenfunktion herbeiführt.

Bei einigen mit Quinapril behandelten Patienten mit Hypertonie ohne bestehende vaskuläre

Nierenerkrankung wurde ein Anstieg von Blutharnstoff-Stickstoff und Serumkreatinin beobachtet,

der gewöhnlich geringfügig ausgeprägt und von vorübergehender Natur war und insbesondere dann

auftrat, wenn Quinapril zusammen mit einem Diuretikum verabreicht wurde. Die Wahrscheinlichkeit

für ein Ansteigen dieser Laborwerte ist bei Patienten mit bestehender Nierenfunktionsstörung erhöht.

Eine Dosisverminderung kann in diesen Fällen angezeigt sein. Die Untersuchung eines

Hypertonikers sollte immer die Bestimmung der Nierenfunktion beinhalten.

Leberinsuffizienz

Die Kombinationstherapie Quinapril/Hydrochlorothiazid sollte bei Patienten mit verminderter

Leberfunktion oder progressiver Lebererkrankung nur mit Vorsicht und nach sehr kritischer Nutzen-

Risiko-Abwägung unter regelmässiger Kontrolle repräsentativer klinischer und laborchemischer

Parameter angewendet werden, da geringfügige Änderungen des Flüssigkeits- oder

Elektrolytgleichgewichts zu einem hepatischen Koma führen können. Der Metabolismus von

Quinapril zu Quinaprilat ist normalerweise abhängig von der hepatischen Esterase. Bei Patienten mit

alkoholischer Zirrhose sind die Quinaprilat-Konzentrationen aufgrund verminderter Deesterifikation

von Quinapril erniedrigt.

Elektrolytstoffwechsel

Bei Patienten mit Salz- oder Flüssigkeitsverlusten (z.B. diuretische Vorbehandlung, natriumarme

Diät, Erbrechen oder Durchfall) müssen diese Verluste vor Therapiebeginn ausgeglichen werden.

Elektrolyte sollten in regelmässigen Abständen gemessen werden, um allfällige Störungen zu

erfassen.

Unter Monotherapie mit dem Wirkstoff Quinapril kann die Serumkaliumkonzentration ansteigen.

Dieser Effekt kann mithelfen, die durch Diuretika vom Thiazid-Typ (wie z.B. Hydrochlorothiazid)

hervorgerufene Hypokaliämie zu vermindern. Eine gleichzeitige Anwendung von kaliumsparenden

Diuretika und Quiril comp. wird nicht empfohlen.

Chloridverluste aufgrund einer Therapie mit einem Thiazid-Diuretikum sind gewöhnlich leicht

ausgeprägt und benötigen im Normalfall keine spezifische Behandlung (ausser z.B. bei Leber- oder

Nierenfunktionsstörung).

Eine Verdünnungs-Hyponatriämie kann bei ödematösen Patienten bei heissem Wetter auftreten. Die

Therapie sollte eher die Einschränkung der Wasserzufuhr als die Gabe von Salz umfassen, ausser im

seltenen Fall einer lebensbedrohlichen Hyponatriämie. Bei Salzverarmung ist die Salzgabe die

Therapie der Wahl.

Die Kalziumausscheidung ist bei Thiazid-Diuretika herabgesetzt. Bei wenigen Patienten wurden

pathologische Veränderungen der Nebenschilddrüse mit Hyperkalzämie und Hypophosphatämie

während einer Langzeittherapie beobachtet. Ernsthafte Komplikationen eines Hyperparathyroidismus

(Nephrolithiasis, Knochenresorption, peptische Ulzera) wurden nicht beobachtet.

Thiazid-Diuretika sollten abgesetzt werden, bevor Untersuchungen der Nebenschilddrüse

vorgenommen werden.

Die Ausscheidung von Magnesium kann durch Thiazid-Diuretika erhöht werden. Hypomagnesiämie

kann daraus resultieren.

Hyponatriämie und SIADH

Das Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH) und eine

nachfolgende Hyponatriämie wurden in einigen Patienten beobachtet, die mit anderen ACE-

Inhibitoren behandelt worden waren. Eine regelmässige Kontrolle der Serumnatriumwerte wird

besonders empfohlen bei älteren Patienten und anderen Patienten, welche ein Risiko für

Hyponatriämie aufweisen.

Chirurgie/Anästhesie

Obwohl eine Hypotonie, ausgelöst durch die gleichzeitige Verabreichung von Quinapril und

Anästhetika, bisher nicht beobachtet wurde, ist bei grosschirurgischen Eingriffen oder Anästhesien

Vorsicht geboten. Es ist bekannt, dass ACE-Inhibitoren die Angiotensin-II-Bildung hemmen.

Kompensatorische Renin-Freisetzungen können somit während der Narkose zu keiner

Blutdrucksteigerung führen. Eine eventuell auftretende Hypotonie kann durch Volumenexpansion

korrigiert werden.

Akute Myopie und sekundäres Engwinkelglaukom

Hydrochlorothiazid kann idiosynkratrische Reaktionen hervorrufen, welche zu akuter transienter

Myopie oder zu akutem Engwinkelglaukom führen können. Dies äussert sich in akuter verminderter

Sehschärfe oder Augenschmerz, welche typischerweise innerhalb von Stunden bis Wochen nach

Beginn der Medikamentengabe auftreten. Unbehandelte akute Engwinkelglaukome können zu

permanenten Visusverlust führen. Die Initialbehandlung besteht im schnellstmöglichen Absetzen des

Hydrochlorothiazids. Chirurgische und medizinische Massnahmen müssen in Betracht gezogen

werden, sollte der intraokuläre Druck auf andere Weise unkontrollierbar bleiben. Ein Risikofaktor

für die Entstehung eines Engwinkelglaukoms unter der Behandlung mit Hydrochlorothiazid, könnte

eine vorbestehende Sulfonamid- oder Penicillin-Allergie sein.

Aortenstenosen

Bei Patienten mit Aortenstenose oder anderen Abflussbehinderungen soll Quiril comp. nur mit

grösster Vorsicht angewendet werden.

Renovaskuläre Hypertonie

Vorsicht ist bei Hypertonikern mit uni- oder bilateraler Nierenarterienstenosen geboten. Bei solchen

Patienten ist die Nierenfunktion vor allem in den ersten Wochen der Behandlung zu überwachen.

Dies gilt auch nach einer Nierentransplantation.

Therapieumstellung von Patienten unter Betablocker-Behandlung

Die Behandlung mit Betablockern sollte nicht abrupt unterbrochen werden. Ihre Dosierung soll nach

Beginn der Behandlung mit Quiril comp. ausschleichend beendet werden (siehe Fachinformation des

Betablockers).

Andere metabolische Störungen

Thiazid-Diuretika können den Cholesterin-, Triglyzerid- und Harnstoffserumspiegel erhöhen. Diese

Effekte sind im Normalfall geringfügig ausgeprägt, können jedoch bei prädisponierten Patienten

Gicht und Diabetes auslösen.

Diabetes mellitus

Eine durch Thiazid-Diuretika bedingte Hyperglykämie kann die Blutzuckerkontrolle erschweren. Ein

Mangel an Serumkalium kann zu einer Verstärkung der Glukoseintoleranz führen. Bei Bedarf sind

daher eine Überwachung der Blutzuckerwerte sowie die Gabe von Kaliumsupplementen, um

adäquate Serumkaliumspiegel aufrechtzuerhalten, erforderlich; die Antidiabetika sind entsprechend

anzupassen (siehe «Interaktionen»).

Ein latenter Diabetes mellitus kann während der Thiazid-Diuretika Therapie manifest werden.

Bei der Therapie von insulinpflichtigen oder mit oralen Antidiabetika behandelten diabetischen

Patienten können bei gleichzeitiger Einnahme von ACE-Inhibitoren Hypoglykämien auftreten. Eine

engere Überwachung von Diabetikern könnte daher notwendig sein (siehe auch «Interaktionen»).

Patienten in Behandlung mit Lithium

Siehe «Interaktionen».

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron Systems (RAAS)

Es gibt Belege dafür, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Inhibitoren, Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie, Hyperkaliämie und eine Abnahme

der Nierenfunktion (einschliesslich eines akuten Nierenversagens) erhöht.

Eine duale Blockade des RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE-Inhibitoren,

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen.

Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur

unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von

Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen.

ACE-Inhibitoren und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer

Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Gleichzeitige Verabreichung von NSARs

Siehe «Interaktionen».

Husten

Bei der Anwendung von ACE-Inhibitoren, einschliesslich Quinapril, wurde über Husten berichtet.

Charakteristisch ist ein unproduktiver, resistenter Husten, der nach Absetzen der Therapie reversibel

ist. Bei der Differentialdiagnose des Hustens sollte die ACE-Inhibitor-Therapie berücksichtigt

werden.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen wurde Quiril comp. nicht untersucht.

Interaktionen

Andere Antihypertensiva

Eine gleichzeitige Anwendung weiterer blutdrucksenkender Medikamente kann zu einer Verstärkung

der Blutdrucksenkung führen.

Diuretika

Da Quiril comp. bereits ein Diuretikum enthält, wird die zusätzliche Gabe von kaliumsparenden

Diuretika nicht empfohlen.

Arzneimittel, welche die Serumkaliumkonzentration erhöhen

In Fällen, in denen die Kombinationsbehandlung von Quiril comp. mit Kaliumpräparaten bzw.

kaliumhaltigen Diätsalzsubstituten oder anderen Arzneimitteln welche den Serumkaliumspiegel

erhöhen zwingend angezeigt ist, sollte diese mit Vorsicht und angemessener Überwachung des

Serumkaliumspiegels durchgeführt werden.

In älteren Patienten oder Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wurde die gleichzeitige Gabe

eines ACE-Inhibitors mit Sulfamethoxazol/Trimethoprim mit schwerwiegender Hyperkaliämie in

Verbindung gebracht, von welcher man annimmt, dass sie auf Trimethoprim zurückzuführen ist.

Quinapril und Trimethoprim-haltige Produkte sollten deshalb nur mit Vorsicht, und unter

angemessener Beobachtung der Serumkaliumkonzentration gleichzeitig verabreicht werden.

Arzneimittel, die die Serumkaliumkonzentration senken

Die gleichzeitige Verabreichung mit Thiaziden kann das Risiko einer Hypokaliämie erhöhen.

Lithium/Natrium

Wie bei anderen Arzneimitteln, die die Natrium-Ausscheidung fördern, kann bei einer Behandlung

mit Quiril comp. die Lithium-Ausscheidung verringert werden. Der Lithiumspiegel soll daher

sorgfältig überwacht werden. Weiterhin kann durch Hydrochlorothiazid die kardio- und

neurotoxische Wirkung des Lithiums verstärkt werden.

Nicht-steroidale anti-inflammatorische Arzneimittel (NSAIDs) inklusive selektive Cyclooxygenase-

2-Inhibitoren (COX-2 Inhibitoren)

Die Verabreichung von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAIDs) einschliesslich selektiven

Cyclooxygenase-2 (COX-2)-Inhibitoren kann zu einer Minderung des antihypertensiven Effekts von

ACE-Inhibitoren führen.

Bei älteren Patienten, Patienten mit Nierenfunktionsstörung und solchen mit Volumenmangel (auch

unter Diuretikatherapie) kann die gleichzeitige Verabreichung von NSAIDs (oder COX-2-

Inhibitoren) mit einem ACE-Inhibitor das Risiko einer (in der Regel reversiblen) Verschlechterung

der Nierenfunktion (inklusive akutem Nierenversagen) erhöhen. Bei solchen Patienten sollten diese

Arzneimittel deswegen nur mit Vorsicht und unter regelmässiger Kontrolle der Nierenfunktion

kombiniert werden.

Bei einigen Patienten kann die Anwendung von NSAIDs, wie z.B. Salizylaten und Indometacin, die

diuretische und natriuretische Wirkung von Schleifendiuretika, kaliumsparenden Diuretika und

Thiaziden vermindern. Wenn Quiril comp. und nichtsteroidale Antirheumatika gemeinsam

angewendet werden, sollten die Patienten engmaschig überwacht werden, um zu sehen, ob der

gewünschte Effekt von Quiril comp. erzielt wird. Bei hochdosierter Salizylateinnahme kann die

toxische Wirkung des Salizylates auf das zentrale Nervensystem verstärkt werden.

Glucokortikoide, ACTH

Bei gleichzeitiger Einnahme von Glucokortikoiden oder ACTH kann Quiril comp. zu erhöhten

Elektrolytverlusten, vor allem zu einer Hypokaliämie, führen.

Tetracycline und andere Wirkstoffe, die mit Magnesium interferieren

Bei gleichzeitiger Applikation von Tetracyclin und Quiril comp. wird die Resorption von Tetracyclin

um ca. 28–37% aufgrund des in der Tablettenformulierung enthaltenen Hilfsstoffes

Magnesiumcarbonat vermindert. Bei gleichzeitiger Anwendung von Quiril comp. und

tetracyclinhaltigen Medikamenten sollte diese Interaktion beachtet werden.

Antidiabetika

Bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-Inhibitoren und Insulin oder oralen Antidiabetika besteht

aufgrund einer möglichen Erhöhung der Insulinsensitivität die Möglichkeit einer verstärkten

Blutzuckersenkung. Diabetiker sollten daher auf das Auftreten hypoglykämischer Reaktionen

hingewiesen und entsprechend überwacht werden. Die Wirkung von Antidiabetika kann auch

abgeschwächt werden.

Ebenfalls kann eine Dosisanpassung der antidiabetischen Medikation aufgrund einer beeinträchtigten

Blutzuckerkontrolle und/oder verstärkter Glukoseintoleranz notwendig sein (siehe «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron Systems (RAAS) mit ACE-Inhibitor (ACE-I),

Angiotensin-II-Rezeptor-Inhibitor oder Aliskiren

Siehe «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Andere Arzneimittel, die Angioödeme verursachen können

Bei gleichzeitiger Anwendung mit einem mTOR-Inhibitor (z.B. Temsirolimus), einem DPP-4-

Inhibitor (z.B. Vildagliptin) oder einem neutralen Endopeptidase-Inhibitor (z.B. Sacubitril) kann ein

erhöhtes Risiko von Angioödemen bestehen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Digoxin

Thiazid-induzierte Elektrolytstörungen, z.B. Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie, erhöhen das

Risiko einer Digoxintoxizität, welche zu tödlich verlaufenden Arrhythmien führen kann (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Arzneimittel gegen Gicht (Allopurinol, Urikosurika, Xanthin, Oxidase-Inhibitoren)

Eine Thiazid-induzierte Hyperurikämie kann die Gicht-Kontrolle durch Allopurinol und Probenecid

beeinträchtigen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Die gleichzeitige

Verabreichung von Hydrochlorothiazid und Allopurinol kann die Inzidenz von

Überempfindlichkeitsreaktionen auf Allopurinol erhöhen.

Andere Arzneimittel

Keine klinisch relevanten pharmakokinetischen Wechselwirkungen traten auf, wenn Quinapril

gleichzeitig mit Propranolol oder Cimetidin angewendet wurde.

Die antikoagulatorische Wirkung (gemessen an der Prothrombinzeit) einer Einzeldosis Warfarin

wurde durch die gleichzeitige Gabe von Quinapril zweimal täglich nicht signifikant verändert.

Die antihypertensive Wirkung von Quiril comp. kann u.a. durch Barbiturate, Phenothiazine,

trizyklische Antidepressiva, Vasodilatoren und Alkoholgenuss verstärkt werden.

Bei vorhandenem Kalium- und/oder Magnesiummangel können die Wirkungen und

Nebenwirkungen von Herzglykosiden verstärkt werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Laxantien können erhöhte Kaliumverluste auftreten.

Muskelrelaxantien vom Curare-Typ können bei gleichzeitiger Gabe eine verstärkte und verlängerte

Wirkung aufweisen.

Cholestyramin und Colestipol vermindern die Resorption von Hydrochlorothiazid.

Die Wirkungen von Noradrenalin und Adrenalin können abgeschwächt werden.

In Einzelfällen sind Hämolysen durch Bildung von Antikörpern gegen Hydrochlorothiazid bei

gleichzeitiger Einnahme von Methyldopa beschrieben worden.

Hinweis

Mögliche anaphylaktoide Reaktionen bei Patienten unter Hämodialyse/LDL-Apherese und

gleichzeitiger Einnahme eines ACE-Inhibitors (Details siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Quiril comp. soll in der Schwangerschaft grundsätzlich nicht angewendet werden (siehe

«Kontraindikationen»). Sollte eine Schwangerschaft eintreten, muss die Therapie mit Quiril comp.

abgebrochen werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollen während der Behandlung mit Quiril comp.

eine verlässliche Methode der Kontrazeption anwenden. ACE-Inhibitoren können nach

Verabreichung an schwangeren Frauen fötale und neonatale Erkrankungen und Tod bewirken.

Kinder, die während der Schwangerschaft ACE-Inhibitoren ausgesetzt waren, können ein Risiko für

Missbildungen des Herz-Kreislauf-Systems und des ZNS aufweisen. Im Zusammenhang mit der

Anwendung von ACE-Inhibitoren während der Schwangerschaft sind Berichte über Frühgeburten,

Hypotonie, Nierenschäden (einschliesslich Nierenversagen), Unterentwicklung des Schädels und der

Lunge, Oligohydramnie, Kontraktur der Gliedmassen, Fehlbildungen im Gesicht, intrauterine

Wachstumsverzögerung, Ductus arteriosus apertus und Tod des Fötus oder des Neugeborenen

bekannt. Es gilt zu beachten, dass eine Oligohydramnie möglicherweise erst in Erscheinung treten

kann, wenn der Fötus bereits eine irreversible Verletzung erlitten hat.

Alle Neugeborenen sollen nach der Exposition in utero sorgfältig auf genügende Harnausscheidung,

Hyperkaliämie und Blutdruck untersucht werden. Nötigenfalls müssen angebrachte medizinische

Massnahmen, wie z.B. Rehydrierung, Unterstützung des Blutdrucks und der renalen Durchblutung

ergriffen werden.

Stillzeit

Generell soll Quiril comp. nicht an stillende Frauen verabreicht werden. Wenn in der Stillzeit eine

Anwendung von Quiril comp. unbedingt erforderlich ist, ist abzustillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die Reaktionsfähigkeit kann durch die individuell in Erscheinung tretenden Nebenwirkungen von

Quiril comp. beeinträchtigt werden. Spezielle Vorsicht ist geboten zu Beginn der Behandlung, bei

einer Dosiserhöhung oder einem Arzneimittelwechsel, wie auch bei der Einnahme von Alkohol.

Unerwünschte Wirkungen

Allgemeine Hinweise

In klinischen Studien mit Quinapril/HCTZ wurden bei Kombinationstherapie keine zusätzlichen

unerwünschten Wirkungen im Vergleich zu den Einzelsubstanzen beobachtet.

In seltenen Fällen (<0,1%) können, wie bei allen ACE-Inhibitoren, cholestatischer Ikterus sowie

Leberfunktionsstörungen mit erhöhter Transaminasen-Konzentration auftreten. In solchen Fällen ist

die Therapie mit Quiril comp. abzubrechen.

Nachstehend sind die beschriebenen unerwünschten Wirkungen geordnet nach Systemorganklassen

und gemäss den folgenden Häufigkeitsangaben dargestellt:

sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000, <1/100), selten (≥1/10'000,

<1/1000), sehr selten (<1/10'000).

Quinapril/HCTZ

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden bei Patienten in kontrollierten klinischen Studien

unter Quinapril/HCTZ häufig beobachtet:

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Virale Infektionen (1,9% vs 4,0% Placebo), Infektionen des oberen Respirationstrakts (1,3%

vs 4,0% Placebo).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig: Anstieg¹) von Serumkreatinin und Serumharnstoff-Stickstoff (> als das 1,25-Fache des

oberen Grenzwertes) (3 bzw. 4%).

Die Anwendung von Hydrochlorothiazid kann bei langfristiger, kontinuierlicher Einnahme zu

Elektrolytveränderungen führen (siehe «Zusätzliche Informationen zu den Einzelbestandteilen,

Hydrochlorothiazid»).

Durch Hydrochlorothiazid kann es ausserdem zu einem Anstieg der Blutfett- und Harnsäurewerte

kommen.

¹) Die erhöhten Werte waren im weiteren Verlauf der Behandlung mit Quinapril/HCTZ häufig

reversibel.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Schlaflosigkeit (1,2% vs 2,0% Placebo).

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen (6,7% vs 30,0% Placebo), Schwindel (1,0% vs 2,0% Placebo), Somnolenz

(1,2%), Benommenheit (4,8%).

Gefässerkrankungen

Häufig: Vasodilatation (1,0% vs 1,0% Placebo).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Husten (3,2%), Bronchitis (1,2%), Rhinitis (2,0% vs 3,0% Placebo), Pharyngitis (1,1% vs

2,0% Placebo), Brustschmerzen (1,0% vs 2,0% Placebo).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit und/oder Erbrechen (1,8% vs 6,0% Placebo), Abdominalschmerzen (1,7% vs 4,0%

Placebo), Diarrhoe (1,4%), Dyspepsie (1,2% vs 2,0% Placebo).

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Rückenschmerzen (1,5% vs 2,0% Placebo), Myalgie (2,4% vs 5,0% Placebo).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Asthenie (1,1%), Müdigkeit (2,9% vs 3,0% Placebo).

Weniger häufig beobachtete unerwünschte Wirkungen in (un)kontrollierten Studien:

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: Angioneurotisches Ödem.

Selten: Systemischer Lupus erythematodes.

Endokrine Erkrankungen

Ein latenter Diabetes mellitus kann zum Vorschein treten. Bei Patienten mit Diabetes mellitus kann

es zu einer Erhöhung der Blutzuckerwerte kommen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Bei prädisponierten Patienten können Gichtanfälle ausgelöst werden.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Nervosität, Depression.

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich: Parästhesien.

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Palpitationen, Tachykardie.

Gefässerkrankungen

Gelegentlich: Hypotonie.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: Dyspnoe, Sinusitis.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich: Mund- und Rachentrockenheit, Flatulenz, Obstipation.

Selten: Pankreatitis, Gastritis.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Selten: Erhöhung der Bilirubin- und Leberenzymkonzentration (inkl. Transaminasen)¹),

cholestatischer Ikterus¹) und Leberfunktionsstörungen¹).

¹) Siehe «Allgemeine Hinweise».

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Pruritus, allergische Hauterscheinungen (Hautausschlag, photoallergisches Exanthem,

Urtikaria), Erythema multiforme, vermehrtes Schwitzen.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich: Arthralgie.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich: Harnwegsinfektion.

Selten: Niereninsuffizienz, akute interstitielle Nephritis.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Impotenz.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: periphere Ödeme, Fieber.

Unerwünschte Wirkungen aus der Post-Marketing Erfahrung:

Die Daten aus der Post-Marketing Erfahrung beschreiben die weltweit spontan gemeldeten, in der

Literatur beschriebenen und von den Behörden gemeldeten unerwünschten Wirkungen. Die Post-

Marketing Erfahrung umfasst unerwünschte und unerwartete Ereignisse, die unabhängig von ihrer

Kausalität nach der Einnahme von Quinapril/HCTZ aufgetreten sind.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Hämolytische Anämie, Thrombozytopenie.

Erkrankungen des Immunsystems

Anaphylaktoide Reaktionen.

Augenerkrankungen

Akute Myopie und akutes Engwinkelglaukom.

Gefässerkrankungen

Orthostatische Hypotonie, Synkope.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Pankreatitis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Hepatitis.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Alopezie, exfoliative Dermatitis, Pemphigus, photoallergische Reaktionen.

Zusätzliche Informationen zu den einzelnen Bestandteilen

Unerwünschte Wirkungen, die bereits bei einem der Einzelbestandteile berichtet worden sind,

können möglicherweise auch als unerwünschte Wirkungen unter Quiril comp. auftreten, selbst wenn

sie in klinischen Prüfungen nicht beobachtet wurden.

Quinapril

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden bei Patienten in kontrollierten klinischen Studien

unter Quinapril häufig beobachtet:

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Schlaflosigkeit (1,3%).

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Parästhesien (1,1%), Benommenheit (5,5%), Kopfschmerzen (7,2% vs 16,9% Placebo).

Gefässerkrankungen

Häufig: Hypotonie (1,1%).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Husten (3,9%), Brustschmerzen (2%), Dyspnoe (2,3%), Pharyngitis (1,3% vs 1,9% Placebo),

Rhinitis (3,2% vs 4,5% Placebo).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit und/oder Erbrechen (2,8%), Diarrhoe (2%), Dyspepsie (1,6%),

Abdominalschmerzen (1,9% vs 2,2% Placebo).

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Rückenschmerzen (1,4%), Myalgie (2,2% vs 3,3% Placebo).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Müdigkeit (3,5%).

Untersuchungen

Häufig: Anstieg¹) von Serumkreatinin und Serumharnstoff-Stickstoff (> als das 1,25-fache des

oberen Grenzwertes) (2%).

¹) Mit Quinapril als Monotherapie. Bei Patienten, die gleichzeitig mit Diuretika behandelt werden,

treten diese Anstiege mit höherer Wahrscheinlichkeit auf. Die erhöhten Werte waren jedoch im

weiteren Verlauf der Behandlung häufig reversibel.

Weniger häufig beobachtete unerwünschte Wirkungen in (un)kontrollierten Studien:

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich: Neutropenie.

Selten: Agranulozytose, Thrombozytopenie bzw. Panzytopenie1), Hyperkaliämie1).

¹) siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Depression, Nervosität.

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich: Somnolenz, Schwindel.

Augenerkrankungen

Gelegentlich: Amblyopie.

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Palpitationen, Tachykardie, Herzinsuffizienz, Angina pectoris, Myokardinfarkt.

Gefässerkrankungen

Gelegentlich: Vasodilatation.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich: Mund- und Rachentrockenheit, Flatulenz, Gastritis.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Selten: Erhöhung der Bilirubin- und Leberenzymkonzentration (inkl. Transaminasen)¹),

cholestatischer Ikterus¹) und Leberfunktionsstörungen¹), Hepatitis.

¹) Siehe «Allgemeine Hinweise».

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: vermehrtes Schwitzen, Pruritus, Hautausschläge (u.U. mit schwerem Verlauf).

Selten: Dermatopolymyositis.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich: Arthralgie.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich: Infektionen des Harntraktes.

Selten: Verschlechterung der Nierenfunktion, akutes Nierenversagen.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Impotenz.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Ödeme (periphere und generalisierte), Fieber.

Unerwünschte Wirkungen aus der Post-Marketing Erfahrung

Die Daten aus der Post-Marketing Erfahrung beschreiben die weltweit spontan gemeldeten, in der

Literatur beschriebenen und von den Behörden gemeldeten unerwünschten Wirkungen. Die Post-

Marketing Erfahrung umfasst unerwünschte und unerwartete Ereignisse, die unabhängig von ihrer

Kausalität nach der Einnahme von Quinapril aufgetreten sind.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Hämolytische Anämie.

Erkrankungen des Immunsystems

anaphylaktoide Reaktionen, Photosensibilisierung, Angioödem¹), intestinales Angioödem.

¹) Siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Herzerkrankungen

Synkope.

Gefässerkrankungen

Orthostatische Hypotonie.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Eosinophile Pneumonie.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Pankreatitis.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Alopezie, exfoliative Dermatitis, Pemphigus.

Hydrochlorothiazid

Die folgenden unerwünschten Wirkungen traten bei Patienten auf, die ausschliesslich mit

Hydrochlorothiazid behandelt wurden, häufig in höheren als der in Quiril comp. enthaltenen Dosis.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten: Thrombozytopenie, manchmal mit Purpura.

Vereinzelt: Leukopenie, Agranulozytose, Knochenmarkdepression und hämolytische Anämie.

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Hypokaliämie, vor allem bei höherer Dosierung und Anstieg der Blutlipide.

Gelegentlich: Hyponatriämie, Hypomagnesiämie und Hyperurikämie.

Selten: Hyperkalzämie, Hyperglykämie, Glykosurie, Verschlechterung einer diabetischen

Stoffwechsellage.

Vereinzelt: Hypochlorämische Alkalose.

Erkrankungen des Nervensystems

Selten: Kopfschmerz, Schwindel oder Benommenheit, Schlafstörungen, Depressionen und

Parästhesien.

Augenerkrankungen

Sehstörungen besonders in den ersten Behandlungswochen.

Sehr selten: transiente akute Myopie oder akutes Engwinkelglaukom im Rahmen von

idiosynkratischen Reaktionen (siehe unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Herzerkrankungen

Gelegentlich: othostatische Hypotonie, die durch Alkohol, Anästhetika oder Sedativa verstärkt

werden kann.

Selten: Herzrhythmusstörungen.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr selten: Respiratorische Beschwerden einschliesslich Pneumonitis und Lungenödem.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich: Appetitverlust, leichte Übelkeit und Erbrechen.

Selten: Abdominalbeschwerden, Verstopfung, Diarrhoe und gastrointestinale Beschwerden.

Vereinzelt: Pankreatitis.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Selten: Intrahepatische Cholestase oder Ikterus.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Urtikaria und andere Hautausschläge einschliesslich Erythema, manchmal verbunden

mit Juckreiz.

Selten: Photosensibilisierung.

Vereinzelt: nekrotisierende Vaskulitis, Epidermolysis acuta toxica, Lupus erythematodes-ähnliche

Reaktionen und Reaktivierung eines Lupus erythematodes.

Erkrankungen des Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Impotenz.

Überdosierung

Daten zur Überdosierung von Quinapril beim Menschen liegen nicht vor.

Am wahrscheinlichsten wird sich eine Überdosierung in Form einer ausgeprägten Hypotonie

äussern, die durch intravenöse Volumenexpansion behandelt werden sollte.

Quinapril und seine Metaboliten können durch Hämodialyse nicht in nennenswertem Umfang aus

dem Kreislauf entfernt werden.

Bei akuter Überdosierung des Wirkstoffes Hydrochlorothiazid tritt ein initialer Blutdruckabfall sowie

Dehydratation aufgrund exzessiver Diurese auf, bei längerer Überdosierung Hypokaliämie und

Somnolenz.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C09BA06

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Quiril comp. ist die Kombination eines Angiotensin-Converting-Enzym-Inhibitors

(Quinaprilhydrochlorid) und eines Diuretikums (Hydrochlorothiazid). Die Wirkmechanismen dieser

Substanzen ergänzen sich.

Quinapril wird im Organismus rasch zu dem eigentlich wirksamen Metaboliten Quinaprilat

umgesetzt. Quinaprilat ist ein potenter Inhibitor des Angiotensin-Converting-Enzyms (ACE),

welches die Umwandlung von Angiotensin I zum vasokonstriktorisch wirkenden Angiotensin II

katalysiert. Angiotensin II ist durch verschiedene Mechanismen, wie z.B. die Stimulation der

Aldosteronsekretion, an der Funktion und der Regulierung der Gefässe beteiligt. Die Wirkungsweise

von Quinapril besteht in der Hemmung der Aktivität von Gewebs- und Plasma-ACE. Dadurch

werden die Vasokonstriktion und die Aldosteronsekretion vermindert. Der periphere

Gefässwiderstand nimmt ab. Dadurch sinkt der Blutdruck ohne eine deutliche Änderung der

Herzfrequenz.

Der Wegfall der negativen Rückkoppelung von Angiotensin II auf die Renin-Sekretion resultiert in

einer erhöhten Plasma-Renin-Aktivität.

Obwohl angenommen wird, dass der Blutdruck hauptsächlich durch das Renin-Angiotensin-

Aldosteron-System gesenkt wird, hat Quinapril auch eine blutdrucksenkende Wirkung bei

Hypertonikern mit tiefen Renin-Werten. ACE ist identisch mit der Kininase II, dem Enzym, das

Bradykinin abbaut. Bradykinin ist ein potenter Peptidvasodilatator. Es ist möglich, dass dieser

Mechanismus an der blutdrucksenkenden Wirkung der ACE-Inhibitoren beteiligt ist.

Andere mögliche Mechanismen, die zur Wirksamkeit von Quinapril beitragen, umfassen eine

Dämpfung der Aktivität des sympathischen Nervensystems und eine Hemmung des Gewebe-ACE.

Es konnte in einer tierexperimentellen Studie gezeigt werden, dass die blutdrucksenkende Wirkung

von Quinapril länger andauert als die hemmende Wirkung auf das Plasma-ACE. Mit der hemmenden

Wirkung auf das Gewebs-ACE hingegen korreliert sie besser.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Quinapril setzt innerhalb von 1 h ein, das Maximum wird 2–4 h

nach der Einnahme erreicht. Bei den empfohlenen Dosierungen hält die blutdrucksenkende Wirkung

im Allgemeinen während 24 h an. Bei gewissen Patienten muss bis zu zwei Wochen therapiert

werden, um den maximalen therapeutischen Effekt zu erreichen.

Hydrochlorothiazid ist ein Benzothiadiazin-Derivat, das, wie andere Diuretika dieser Gruppe, primär

eine Mehrausscheidung von Elektrolyten bewirkt und sekundär durch das osmotisch gebundene

Wasser den Harnfluss vergrössert. Hydrochlorothiazid hat bei hypertensiven Patienten ebenfalls

einen blutdrucksenkenden Effekt.

Klinische Wirksamkeit

Durch die Kombination von Quinapril und Hydrochlorothiazid wurde in klinischen Studien eine

grössere Blutdrucksenkung erzielt als bei Monotherapie mit den jeweiligen Wirkstoffen. Aufgrund

des diuretischen Effektes von Hydrochlorothiazid wird die Plasma-Renin-Aktivität und die

Aldosteron-Sekretion erhöht sowie die Serum-Kalium-Konzentration gesenkt. Durch Quinapril wird

die Renin-Angiotensin-Aldosteron-Achse inhibiert und der durch Hydrochlorothiazid verursachte

Kaliumverlust abgeschwächt.

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik der Einzelsubstanzen Quinapril und Hydrochlorothiazid beeinflussen sich bei

simultaner Verabreichung der beiden Stoffe nicht.

Absorption

Nach oraler Gabe von Quinapril werden maximale Quinapril-Konzentrationen innerhalb von 1 h

beobachtet. Basierend auf Wiederfindungsstudien im Urin beträgt das Ausmass der oralen

Resorption ca. 60%. Die Nahrungsaufnahme hat keinen Einfluss auf die Resorption von Quinapril.

Hydrochlorothiazid wird nach oraler Gabe im Magen-Darm-Trakt zu 60–75% resorbiert, die

Bioverfügbarkeit beträgt 70%. Gleichzeitige Nahrungsaufnahme begünstigt die Absorption. Die

diuretische Wirkung tritt innerhalb 1–2 h ein. Maximale Plasmakonzentrationen werden gewöhnlich

nach 2–5 h gemessen. Die diuretische Wirkdauer beträgt dosisabhängig 6–12 h, die antihypertensive

Wirkdauer noch länger (bis 24 h).

Distribution

Das Verteilungsvolumen von Hydrochlorothiazid liegt bei 5–6 l/kg; die Proteinbindung beträgt 62–

74%. Hydrochlorothiazid passiert die Placenta-, nicht aber die Blut-Hirn-Schranke.

Metabolismus

Nach der Resorption wird Quinapril zu einem grossen Teil zum eigentlich aktiven Hauptmetaboliten

Quinaprilat metabolisiert. Daneben entstehen einige weitere, mengenmässig weniger bedeutende und

pharmakologisch inaktive Metaboliten. Quinapril zeigt eine apparente Halbwertszeit der Elimination

von ca. 1 h.

Maximale Plasmaspiegel von Quinaprilat, dem wirksamen Metaboliten, werden ca. 2 h nach oraler

Gabe von Quinapril beobachtet.

Elimination

Quinaprilat wird zu einem wesentlichen Anteil über die Niere ausgeschieden; die effektive

Kumulationshalbwertszeit beträgt ca. 3 h (ein Steady-state wird nach 1–2 Tagen erreicht). Die

Dissoziationshalbwertszeit vom ACE beträgt ca. 26 h.

Die Plasmahalbwertszeit von Hydrochlorothiazid variiert zwischen 4 bis 15 h (24-stündige

Beobachtung des Plasmaspiegels). Mindestens 61% der oralen Dosis wird innerhalb 24 h

unverändert über die Niere ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz, Herzinsuffizienz, ältere Patienten

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz wurden bis zu einer Kreatinin-Clearance von 60 ml/min

normale Quinaprilat-Plasmaspiegelverläufe gemessen. Bei einer Kreatinin-Clearance von weniger als

60 ml/min steigen die Quinaprilat-Spiegel an, die Eliminationshalbwertszeit ist verlängert.

Pharmakokinetische Studien an Patienten mit terminalen Nierenerkrankungen, die chronisch

hämodialysiert waren oder ambulant mit peritonealer Dialyse behandelt wurden, zeigten, dass

Dialyse nur einen geringen Einfluss auf die Elimination von Quinaprilat hat.

Die Elimination von Quinaprilat ist ausserdem bei älteren Patienten (älter als 65 Jahre) und bei

Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz verlangsamt. Die Verlangsamung korreliert mit der

eingeschränkten Nierenfunktion, die oft bei diesen Patienten vorliegt.

Bei Patienten mit mässig eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 30–60 ml/min) und

älteren Patienten mit Nierenfunktionsstörungen kann es erforderlich sein, die Dosis zu reduzieren.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sowie bei älteren Patienten ist eine mögliche

Akkumulation von Hydrochlorothiazid zu beachten.

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit Leberzirrhose wurden erniedrigte Plasmaspiegel von Quinaprilat gemessen, was

auf eine verminderte Metabolisierung von Quinapril bei der Leberpassage zurückzuführen ist.

Präklinische Daten

Keine für die Verschreibung relevanten Daten verfügbar.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerhinweise

In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern

lagern.

Zulassungsnummer

56910 (Swissmedic).

Packungen

Quiril comp. 10/12,5 (Filmtabletten mit Bruchrille): 30 und 100. [B]

Quiril comp. 20/12,5 (Filmtabletten mit Bruchrille): 30 und 100. [B]

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz

Stand der Information

November 2017.

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