Navirel 10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat]
Verfügbar ab:
Medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate m.b.H.
ATC-Code:
L01CA04
INN (Internationale Bezeichnung):
Vinorelbinbis[(R,R)-tartrate]
Darreichungsform:
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Zusammensetzung:
Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat] 13.85mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
62819.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Navirel 10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Vinorelbin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Navirel und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Navirel beachten?

Wie ist Navirel anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Navirel aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Navirel und wofür wird es angewendet?

Navirel ist ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Der Wirkstoff Vinorelbin gehört zu

der Gruppe der Zytostatika. Diese Wirkstoffe beeinflussen das Wachstum von Krebszellen.

Navirel ist für die Behandlung von Krebs bestimmt, insbesondere nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und

Brustkrebs.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Navirel beachten?

Navirel darf nicht angewendet werden, wenn

Sie allergisch gegen Vinorelbin, einen der anderen für die Behandlung von Krebs verwendeten

Vinca-Alkaloide oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses

Arzneimittels sind.

die Anzahl Ihrer weißen Blutkörperchen verringert ist oder Sie eine schwere Infektion haben

oder in den letzten 2 Wochen hatten.

die Anzahl Ihrer Blutplättchen stark verringert ist.

Sie an einer schweren Lebererkrankung leiden, die nicht mit der mit Vinorelbin behandelten

Krebserkrankung in Zusammenhang steht.

Sie Gelbfieberimpfstoff erhalten.

Sie schwanger sind.

Sie stillen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie

Navirel anwenden, wenn Sie

eine Strahlentherapie erhalten haben, bei der das Behandlungsfeld auch die Leber einschließt.

an einer schweren Lebererkrankung leiden, die nicht durch den Krebs, der mit Vinorelbin

behandelt wird, verursacht wurde.

bestimmte Impfungen (abgeschwächte Lebendimpfstoffe) erhalten.

mit Phenytoin (gegen Epilepsie) oder Itraconazol

(

gegen eine Pilzinfektion) behandelt werden.

eine schwerwiegende Lebererkrankung haben, die mit Ihrer Krebserkrankung in

Zusammenhang steht.

schon einmal einen Herzinfarkt oder starke Schmerzen in der Brust haben.

Anzeichen oder Symptome einer Infektion bemerken (Fieber, Schüttelfrost usw.) Bitte

informieren Sie sofort Ihren Arzt, so dass er gegebenenfalls die notwendigen Untersuchungen

durchführen kann.

japanischer Abstammung sind, da bei diesen Menschen ein erhöhtes Risiko besteht, dass sie

eine Erkrankung des Bindegewebes der Lunge entwickeln.

Jeglicher Kontakt mit den Augen muss unbedingt vermieden werden. Es besteht die Gefahr von

schweren Reizungen und sogar Geschwürbildung auf der Hornhaut. Bei Kontakt mit den Augen

müssen diese sofort mit Kochsalzlösung gespült werden.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern ist nicht erwiesen, weshalb eine Gabe in dieser

Altersgruppe nicht empfohlen wird.

Anwendung von Navirel zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere

Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel anzuwenden.

Ihr Arzt wird besonders achtsam sein, wenn Sie die folgenden Arzneimittel einnehmen:

Arzneimittel zur Blutverdünnung (Antikoagulanzien),

Arzneimittel gegen Epilepsie wie Phenytoin, Phenobarbital und Carbamazepin,

Arzneimittel gegen Bakterien wie Rifampicin, Clarithromycin, Erythromycin,

Arzneimittel zur Behandlung von durch Viren verursachten Infektionskrankheiten (anti-virale

Arzneimittel) wie Ritonavir,

Arzneimittel gegen Pilzinfektionen wie Itraconazol und Ketoconazol,

Mitomycin C, ein Arzneimittel zur Behandlung von Krebs

Arzneimittel, die Ihr Immunsystem beeinträchtigen, wie Ciclosporin und Tacrolimus,

Arzneimittel zur Behandlung von Herzkrankheiten wie Verapamil und Chinidin,

Johanniskraut, ein pflanzliches Arzneimittel.

Abgeschwächte Lebendimpfstoffe (z. B. Impfstoffe gegen Masern, Mumps oder Röteln) werden mit

Navirel nicht empfohlen, da sie das Risiko einer lebensbedrohlichen Impfkrankheit erhöhen können.

Sie dürfen keinen Gelbfieberimpfstoff erhalten, wenn Sie mit Navirel behandelt werden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Navirel darf nicht gegeben werden, wenn Sie schwanger sind, es sei denn, Ihr Arzt hält dies für

eindeutig erforderlich.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Navirel darf bei Ihnen nicht angewendet werden, wenn Sie stillen. Wenn die Behandlung notwendig

ist, müssen Sie das Stillen beenden.

Frauen müssen während der Behandlung und bis zu mindestens 3 Monaten danach eine

Schwangerschaft vermeiden.

Männer, die mit Navirel behandelt werden, müssen darauf achten, während der Therapie und bis zu

6 Monate danach kein Kind zu zeugen.

Vor der Behandlung sollte eine Beratung bezüglich einer Spermakonservierung erfolgen, da als Folge

der Behandlung mit Vinorelbin das Risiko einer nicht behebbaren (irreversiblen) Unfruchtbarkeit

besteht.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Während der Behandlung mit Vinorelbin können Nebenwirkungen auftreten, die Ihre

Verkehrstüchtigkeit und/oder. Ihre Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Wenn Sie

sich unwohl fühlen, sollten Sie keine Tätigkeiten ausführen, die eine erhöhte Konzentration erfordern,

wie Auto fahren oder Maschinen bedienen.

3.

Wie ist Navirel anzuwenden?

Navirel darf nur unter Aufsicht eines auf dem Gebiet der Krebsbehandlung erfahrenen Arztes

gegeben werden. Navirel ist nur zur Einmalentnahme bestimmt.

Vor jeder Gabe wird Ihnen Blut abgenommen, um festzustellen, ob Sie genügend Blutzellen haben,

um Navirel zu erhalten. Sind die Ergebnisse dieser Untersuchung nicht zufriedenstellend, kann Ihre

Behandlung verschoben und weitere Kontrollen vorgenommen werden, bis sich diese Werte wieder

normalisiert haben.

Vinorelbin wird in der Regel einmal pro Woche verabreicht. Die übliche Dosis für Erwachsene beträgt

25 – 30 mg/m².

Befolgen Sie immer die Anweisungen Ihres Arztes.

Dosisanpassung

Im Falle einer schweren Leberfunktionsstörung kann die Dosis durch Ihren Arzt angepasst

werden. Bitte befolgen Sie die Anweisungen Ihres Arztes.

Bei einer Niereninsuffizienz ist es nicht erforderlich, die Dosis anzupassen. Bitte befolgen Sie

die Anweisungen Ihres Arztes.

Navirel muss immer intravenös verabreicht werden. Die intrathekale Gabe ist kontraindiziert.

Dies kann durch Injektion über 6 bis 10 Minuten oder durch eine Kurzinfusion über 20 bis 30 Minuten

erfolgen.

Nach Verabreichung wird die Vene mit Kochsalzlösung gespült, um das Arzneimittel zu verteilen.

Wenn eine größere Menge von Navirel angewendet wurde, als in der Gebrauchsinformation

angegeben

Ihr Arzt wird sicherstellen, dass die richtige Dosis für Ihre Erkrankung gegeben wird. Wenden Sie sich

aber an Ihren Arzt, den Notdienst oder Ihren Apotheker, wenn Sie irgendwelche Bedenken haben oder Sie

Symptome einer möglichen Überdosierung haben wie Fieber, Anzeichen einer Infektion oder

Verstopfung.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt,

Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt,

wenn folgende Beschwerden bei Ihnen auftreten, da diese

Anzeichen schwerer Nebenwirkungen sein können:

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Husten, Fieber und Schüttelfrost. Dies können Zeichen einer schweren Infektion sein, die zu

Organversagen und Blutvergiftung führen kann.

Atemnot (Dyspnoe) oder Atemnot aufgrund einer Verengung der Atemwege

(Bronchospasmus).

Selten (kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen)

Starke Schmerzen in der Brust, die in den Nacken und den Arm ausstrahlen können. Dies kann

durch eine verminderte Durchblutung des Herzens (Angina pectoris oder Herzinfarkt)

verursacht sein.

Anzeichen eines sehr niedrigen Blutdrucks wie starker Schwindel und Benommenheit, wenn Sie

aufstehen.

Starke Verstopfung mit Bauchschmerzen, wenn Sie mehrere Tage lang keinen Stuhlgang hatten

(paralytischer Ileus).

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion mit Atemnot, Schwellung der Lippen, der

Zunge und des Halses oder des Körpers, Schluckbeschwerden, Hautausschlag, Benommenheit

und Ohnmacht (anaphylaktische Reaktion oder anaphylaktischer Schock, anaphylaktoide

Reaktion).

Folgende Nebenwirkungen können ebenfalls auftreten:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Hemmung der Knochenmarkfunktion, was zur Abnahme der Zahl der roten Blutkörperchen

führt und Hautblässe, Schwäche oder Atemlosigkeit verursachen kann, sowie Abnahme einer

bestimmten Art von weißen Blutkörperchen (Neutrophile). Diese Nebenwirkung kann innerhalb

von 5 bis 7 Tagen wieder abklingen.

Verstopfung, Erbrechen, Entzündungen der Mundschleimhaut, Entzündung der Speiseröhre.

Verlust einiger Reflexreaktionen (tiefe Sehnenreflexe), Schwäche in den Beinen wurde nach

längerer Chemotherapie berichtet.

Vorübergehende Erhöhung der Leberwerte bei Blutuntersuchungen, ohne dass Symptome

auftreten.

Haarausfall, in der Regel leicht.

Reaktionen an der Injektionsstelle wie Rötung der Haut, brennende Schmerzen, farbliche

Veränderungen der Venen und örtliche Venenentzündung (Phlebitis).

Schwächegefühl, Müdigkeit, Fieber, Schmerzen an unterschiedlichen Stellen, einschließlich

Schmerzen in der Brust und Schmerzen am Ort des Tumors.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Verringerte Anzahl der Blutplättchen im Blut, die für die Blutgerinnung benötigt werden, selten

schwerwiegend.

Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze an unterschiedlichen Stellen des Körpers, z. B. in

den Atemwegen, Harnwegen oder im Verdauungstrakt. Diese Infektionen verlaufen leicht bis

mäßig und klingen in der Regel unter einer geeigneten Behandlung wieder ab.

Atembeschwerden oder Hautreaktionen infolge einer Überempfindlichkeitsreaktion gegenüber

Vinorelbin.

Durchfall, in der Regel leicht bis mittelschwer.

Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Kieferschmerzen.

Anstieg von Kreatinin im Blut, eine Substanz, die die Nierenfunktion anzeigt.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Nervenbeschwerden wie Kribbeln oder Prickeln und erhöhte oder verringerte Muskelspannung

(Parästhesie).

Niedriger Blutdruck.

Bluthochdruck.

Plötzliches Gefühl von Wärme und Rötung der Haut von Gesicht und Hals (Flushing).

Kältegefühl in den Händen und Füßen.

Selten (kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen)

Stark erniedrigte Natrium-Blutspiegel, was Müdigkeit, Verwirrtheit, Muskelzuckungen,

Krampfanfälle oder Koma verursachen kann.

Entzündung der Bauchspeicheldrüse (das Organ, das den Blutzuckerspiegel reguliert), wodurch

starke Schmerzen im Bauch und Rücken ausgelöst werden (Pankreatitis).

Vorübergehende Veränderungen in der elektrischen Aktivität des Herzens, einschließlich des

Herzschlags (vorübergehende Veränderungen im Elektrokardiogramm).

Atemprobleme durch Erkrankungen des Bindegewebes der Lunge (interstitielle

Lungenerkrankung).

Ohnmacht (Kollaps).

Generalisierte Hautreaktionen.

Schwere Hautschäden an der Injektionsstelle wie Absterben von Gewebe.

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10000 Behandelten betreffen)

Blutvergiftung mit Komplikationen und Blutvergiftung, die zum Tod führt.

Erkrankungen des Herzens wie Herzrasen (Tachykardie), Herzklopfen (Palpitationen) und

unregelmäßiger Herzschlag (Herzrhythmusstörungen).

Beeinträchtigung der Lungenfunktion (respiratorische Insuffizienz).

Guillain-Barré-Syndrom (Symptome sind z. B. Schwäche- oder Lähmungserscheinungen in

Beinen und Armen, Atem- und Blutdruckprobleme).

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Niedrige Zahlen von bestimmten weißen Blutkörperchen mit Fieber (febrile Neutropenie).

Ausgeprägte Verringerung der Anzahl aller Blutzellen, was zu Schwäche und einem erhöhten

Risiko für Blutergüsse und Infektionen führt.

Systemische Infektion mit Fieber und eine ungewöhnlich geringe Anzahl von bestimmten

weißen Blutkörperchen mit möglicherweise tödlichem Ausgang (neutropenische Sepsis).

SIADH-Syndrom (Symptome hierfür sind z. B. Gewichtszunahme, Übelkeit, Muskelkrämpfe).

Appetitverlust/Appetitlosigkeit.

Palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom (die Symptome umfassen z. B. Taubheit,

Kribbeln, Brennen oder Juckreiz, Rötung [ähnlich einem Sonnenbrand], Schwellung,

Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Hautausschlag).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Webseite:

www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Navirel aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Etikett nach Verw. bis

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Im Kühlschrank lagern (2 °C – 8 °C). Nicht einfrieren. In der Originalverpackung aufbewahren, um

den Inhalt vor Licht zu schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Navirel enthält

Der Wirkstoff ist: Vinorelbin (als Tartrat), 10 mg/ml.

Eine 1-ml-Durchstechflasche enthält 10 mg Vinorelbin (als Tartrat).

Eine 5-ml-Durchstechflasche enthält 50 mg Vinorelbin (als Tartrat).

Der sonstige Bestandteil ist: Wasser für Injektionszwecke.

Wie Navirel aussieht und Inhalt der Packung

Navirel ist ein klares farbloses bis gelbliches Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

(steriles Konzentrat), das in Durchstechflaschen aus Glas geliefert wird.

Packungsgrößen:

1 ml oder 5 ml Konzentrat in Packungen mit 1 oder 10 Durchstechflaschen. Auch erhältlich in

Mehrfachverpackungen mit 10 Einzelpackungen zu je 1 Durchstechflasche.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

medac

Gesellschaft für klinische

Spezialpräparate mbH

Theaterstr. 6

22880 Wedel

Deutschland

Mitvertrieb:

medipolis Produktion GmbH & Co. KG

Spitzweidenweg 17 – 19

07743 Jena

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Dänemark

Navirel 10 mg/ml koncentrat til infusionsvæske, opløsning

Deutschland

Navirel 10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Finnland

Navirel 10 mg/ml infuusiokonsentraatti, liuosta varten

Niederlande

Navirel 10 mg/ml concentraat voor oplossing voor infusie

Norwegen

Navirel 10 mg/ml konsentrat til infusjonsvæske

Polen

Navirel

Portugal

Vinorelbina Navirel 10 mg/ml concentrado para solução para perfusão

Schweden

Navirel 10 mg/ml koncentrat till infusionsvätska, lösning

Slowakei

Navirel 10 mg/ml infúzny koncentrát

Tschechische

Navirel 10 mg/ml koncentrát pro infuzní roztok

Republik

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im 08.2017.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt.

Wie ist Navirel anzuwenden?

Die Zubereitung und Verabreichung von Vinorelbin darf nur von geschultem Personal durchgeführt

werden. Es müssen geeignete Schutzbrillen, Einweg-Handschuhe, Gesichtsmaske und Einweg-Kleidung

getragen werden. Verschüttete und ausgetretene Substanzen müssen aufgewischt werden.

Jeglicher Kontakt mit den Augen muss unbedingt vermieden werden. Sollte die Lösung mit den Augen in

Kontakt kommen, muss das betroffene Auge sofort mit reichlich Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %)

Lösung gespült werden.

Nach Beendigung der Arbeit müssen exponierte Flächen sorgfältig gereinigt und Hände und Gesicht

gewaschen werden.

Es besteht keine Inkompatibilität von Navirel 10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

mit neutralen Glasflaschen, PVC-Beuteln, Vinylacetat-Beuteln oder Infusionssets mit Schläuchen aus

PVC.

Vinorelbin kann als langsame Bolusinjektion (6 – 10 Minuten) nach Verdünnung mit 20 – 50 ml

Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Lösung zur Injektion oder in 5 % (w/v) Glucoselösung zur Injektion

oder als Kurzinfusion (20 – 30 Minuten) nach Verdünnung in 125 ml Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %)

Lösung zur Injektion oder in 5 % (w/v) Glucoselösung zur Injektion angewendet werden. Im

Anschluss an die Anwendung muss immer eine Infusion mit mindestens 250 ml Natriumchlorid 9 mg/ml

(0,9 %) Lösung erfolgen, um die Vene durchzuspülen.

Wie ist Navirel aufzubewahren?

Nach Öffnen und Verdünnen:

Das Arzneimittel ist sofort nach dem Öffnen und Verdünnen zu verwenden. Nur zur Einmalentnahme.

Rekonstituierte Lösung: 24 Stunden bei 25 °C oder im Kühlschrank (2 °C – 8 °C) aufbewahren.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden. Wenn es nicht sofort

verwendet wird, liegen die Aufbewahrungszeiten und Bedingungen in der Verantwortung des

Anwenders. Wobei in der Regel 24 Stunden bei 2 °C – 8 °C nicht überschritten werden sollten, es sei

denn, die Verdünnung fand unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen statt.

Navirel darf nur verwendet werden, wenn das Konzentrat eine klare, farblose bis gelbliche Lösung

ohne sichtbare Partikel ist.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Navirel 10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Vinorelbin (als Tartrat) 10 mg/ml

Eine 1-ml-Durchstechflasche enthält 10 mg Vinorelbin (als Tartrat).

Eine 5-ml-Durchstechflasche enthält 50 mg Vinorelbin (als Tartrat).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (steriles Konzentrat).

Klare, farblose bis blass-gelbe Lösung.

Zur Einmalentnahme.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Als Monotherapie bei Patienten mit metastasiertem Brustkrebs (Stadium 4), bei denen eine

Chemotherapie, die Anthracycline und Taxane enthält, versagt hat oder nicht geeignet ist.

Nicht kleinzelliges Bronchialkarzinom (Stadium 3 oder 4).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Vinorelbin wird üblicherweise in einer Dosierung von 25 - 30 mg/m² einmal wöchentlich

verabreicht.

Bei Kombination mit anderen Zytostatika ist die exakte Dosierung dem Behandlungsprotokoll zu

entnehmen.

Vinorelbin kann als langsame Bolusinjektion (6-10 Minuten) nach Verdünnung mit 20 - 50 ml

Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Lösung zur Injektion oder in 5 % (w/v) Glucoselösung zur Injektion

oder als Kurzinfusion (20-30 Minuten) nach Verdünnung in 125 ml Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %)

Lösung zur Injektion oder in 5 % (w/v) Glucoselösung zur Injektion verabreicht werden. Im Anschluss

an die Anwendung muss immer eine Infusion mit mindestens 250 ml Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %)

Lösung erfolgen, um die Vene durchzuspülen (siehe Abschnitt 6.6).

Die maximal tolerable Dosis pro Verabreichung: 35,4 mg/m² Körperoberfläche.

Die maximale Gesamtdosis pro Verabreichung: 60 mg.

Dosisanpassungen

Der Metabolismus und die Clearance von Vinorelbin finden hauptsächlich in der Leber statt: nur 18,5 %

werden unverändert im Urin ausgeschieden. Es gibt keine prospektive Studie bei Patienten mit

eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion, welche die pharmakodynamischen Wirkungen aufgrund des

veränderten Metabolismus des Wirkstoffs untersucht.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit mäßig oder stark eingeschränkter Leberfunktion ändert sich die Pharmakokinetik von

Vinorelbin nicht.

Bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion wird jedoch als vorbeugende Maßnahme eine

reduzierte Dosis von 20 mg/m² und eine sorgfältige Überwachung der hämatologischen Parameter

empfohlen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Angesichts der geringen renalen Ausscheidung gibt es keinen pharmakokinetischen Grund, die

Vinorelbin-Dosis bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion zu reduzieren.

Ältere Patienten

Im klinischen Alltag wurden bei älteren Patienten keine erheblichen Unterschiede im Hinblick auf die

Response-Rate berichtet, obwohl eine höhere Empfindlichkeit bei einigen dieser Patienten nicht

ausgeschlossen werden kann. Das Alter beeinflusst die Pharmakokinetik von Vinorelbin nicht: siehe

Abschnitt 5.2.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit des Arzneimittels bei Kindern ist nicht erwiesen, weshalb eine

Verabreichung in dieser Altersgruppe nicht empfohlen wird.

Art der Anwendung

Ausschließlich zur intravenösen Anwendung nach entsprechender Verdünnung.

Die intrathekale Verabreichung von Vinorelbin kann einen tödlichen Ausgang haben.

Vorsichtsmaßnahmen vor/bei der Handhabung bzw. vor/während der Anwendung des Arzneimittels

Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Vinca-Alkaloide oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Neutrophilenzahl < 1.500/mm³ oder schwere bestehende oder kürzlich vorangegangene

Infektion (innerhalb der vergangenen 2 Wochen).

Thrombozytenzahl unter 100.000/mm³

Schwere Leberfunktionsstörung, die nicht im Zusammenhang mit der Tumorerkrankung steht.

in Kombination mit Gelbfieberimpfstoff (siehe Abschnitt 4.5).

Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6).

Stillzeit

(siehe Abschnitt 4.6).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Besondere Warnhinweise

Vinorelbin muss unter Aufsicht eines in der Anwendung von Chemotherapien erfahrenen Arztes

verabreicht werden.

Vinorelbin darf nur intravenös verabreicht werden. Eine intrathekale Verabreichung ist

kontraindiziert. Im Anschluss an die Anwendung muss immer eine Infusion mit Natriumchlorid

9 mg/ml (0,9 %) Lösung erfolgen, um die Vene durchzuspülen.

Vinorelbin muss absolut sicher intravenös verabreicht werden: Es muss unbedingt sichergestellt

werden, dass die Kanüle exakt in der Vene liegt, bevor mit der Infusion von Vinorelbin

begonnen wird. Wenn Vinorelbin während einer intravenösen Anwendung in das umliegende

Gewebe infiltriert, kann eine erhebliche lokale Reizung auftreten. In diesem Fall muss die

Infusion sofort unterbrochen werden, die Vene mit Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Lösung

gespült werden und die verbleibende Dosis in eine andere Vene verabreicht werden. Bei einer

Extravasation können Glucocorticoide intravenös verabreicht werden, um das Risiko einer

Phlebitis zu reduzieren.

Während der Therapie ist eine engmaschige hämatologische Überwachung (Bestimmung von

Hämoglobinspiegel und Anzahl von Leukozyten, Granulozyten und Thrombozyten vor jeder

neuen Infusion) erforderlich. Neutropenie ist die wichtigste dosislimitierende Nebenwirkung.

Dieser Effekt ist nicht kumulativ mit einem Nadir zwischen 7 und 14 Tagen nach der

Verabreichung und innerhalb von 5 bis 7 Tagen schnell reversibel. Liegt die Zahl der

neutrophilen Granulozyten unter 1.500/mm³ bzw. die Zahl der Thrombozyten unter

100.000/mm³, muss die Therapie bis zur Normalisierung der Werte aufgeschoben und der

Patient entsprechend überwacht werden. Bei etwa 35 % der Behandlungszyklen ist zu erwarten,

dass sich die Verabreichung des Arzneimittels deshalb um voraussichtlich 1 Woche verzögert.

Zeigt der Patient Anzeichen oder Symptome, die auf eine Infektion hinweisen, ist eine sofortige

entsprechende Untersuchung durchzuführen

.

Bei Menschen japanischer Abstammung wurden häufiger interstitielle Lungenerkrankungen

berichtet. Bei dieser spezifischen Bevölkerungsgruppe ist erhöhte Vorsicht geboten.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Wenn eine signifikante Leberfunktionsstörung vorliegt, sollte die Dosis reduziert werden:

Vorsicht ist geboten und eine sorgfältige Überwachung der hämatologischen Parameter ist

erforderlich (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist aufgrund der geringen renalen

Ausscheidung keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 4.2 und 5.2).

Vinorelbin darf nicht gleichzeitig mit einer Strahlentherapie gegeben werden, bei der das

Bestrahlungsfeld auch die Leber miteinschließt.

Starke CYP3A4-Inhibitoren oder Induktoren sollten, da sie die Konzentration von Vinorelbin

beeinflussen können (siehe Abschnitt 4.5), nur mit Vorsicht verabreicht werden.

Dieses Produkt wird in der Regel nicht in Kombination mit Itraconazol (sowie allen anderen

Vinca-Alkaloiden) und Phenytoin (und allen anderen Zytostatika) empfohlen (siehe

Abschnitt 4.5).

Die Verabreichung dieses Produkts ist speziell zusammen mit Gelbfieber-Impfstoff

kontraindiziert und die gleichzeitige Anwendung mit anderen Lebendimpfstoffen wird nicht

empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Um das Risiko eines Bronchospasmus zu vermeiden – insbesondere bei einer

Kombinationstherapie mit Mitomycin C –, kann eine entsprechende Prophylaxe erwogen

werden. Ambulant therapierte Patienten müssen dahingehend unterrichtet werden, bei Atemnot

einen Arzt aufzusuchen.

Bei Patienten mit ischämischer Herzkrankheit in der Vorgeschichte ist erhöhte Vorsicht geboten

(siehe Abschnitt 4.8).

Jeglicher Kontakt mit den Augen sollte unbedingt vermieden werden: Es besteht das Risiko

schwerer Irritationen und sogar Auftreten von Hornhautulzera, wenn das Präparat unter Druck

verspritzt wird. In diesem Fall muss das Auge sofort mit Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %)

Lösung gespült werden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Übliche Wechselwirkungen aller zytotoxischen Wirkstoffe

Auf Grund des gesteigerten Thromboserisikos bei Tumorerkrankungen wird häufig eine

gerinnungshemmende Therapie durchgeführt. Die große intraindividuelle Variabilität des

Gerinnungsstatus bei Erkrankungen und die möglichen Wechselwirkungen oraler Antikoagulanzien

mit Chemotherapeutika erfordern eine häufigere Kontrolle der INR (International Normalised Ratio),

falls dem Patienten eine Therapie mit oralen Antikoagulanzien verordnet wird.

Die gleichzeitige Verabreichung wird nicht empfohlen

Dieses Produkt wird üblicherweise nicht empfohlen in Kombination mit abgeschwächten

Lebendimpfstoffen aufgrund des damit verbundenen Risikos möglicherweise tödlich verlaufender

Erkrankungen. Bei Patienten, die bereits durch ihre Grunderkrankung immunsupprimiert sind, besteht

ein höheres Risiko. Wenn möglich und falls verfügbar (Poliomyelitis) ist ein inaktivierter Impfstoff

anzuwenden (siehe Abschnitt 4.4).

Die gleichzeitige Anwendung ist kontraindiziert

Die gleichzeitige Anwendung von Gelbfieber-Impfstoff ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Phenytoin: Es besteht das Risiko der Verschlimmerung von Krampfleiden auf Grund der verminderten

Resorption von Phenytoin im Verdauungstrakt durch Zytostatika sowie das Risiko einer verstärkten

Toxizität und des Wirksamkeitsverlustes des Zytostatikums durch den durch Phenytoin gesteigerten

Metabolismus in der Leber.

Die gleichzeitige Anwendung kann in Betracht gezogen werden

Ciclosporin, Tacrolimus: Die Möglichkeit einer exzessiven Immunsuppression mit dem Risiko einer

Lymphoproliferation ist in Betracht zu ziehen.

Spezifische Wechselwirkungen mit Vinca-Alkaloiden

Eine gleichzeitige Verabreichung wird nicht empfohlen

Itraconazol sollte wegen des Potenzials einer gesteigerten Neurotoxizität aufgrund des verlangsamten

hepatischen Metabolismus nicht gleichzeitig verabreicht werden.

Die gleichzeitige Anwendung kann in Betracht gezogen werden

Die gleichzeitige Anwendung von Vinca-Alkaloiden und Mitomycin C erhöht das Risiko für

Bronchospasmus und Atemnot. In seltenen Fällen, insbesondere in Kombination mit Mitomycin,

wurde eine interstitielle Pneumonie beobachtet.

Vinorelbin ist ein Substrat von P-Glycoprotein und die gleichzeitige Anwendung mit Inhibitoren (z. B.

Verapamil, Ciclosporin und Chinidin) oder Induktoren dieses Transportproteins kann die

Konzentration von Vinorelbin beeinflussen.

Wechselwirkungen spezifisch für Vinorelbin

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Vinorelbin und anderen myelotoxischen Arzneimitteln besteht

die Gefahr verstärkter myelosuppressiver Nebenwirkungen.

CYP3A4 ist das wichtigste am Abbau von Vinorelbin beteiligte Enzym und die Kombination mit

einem starken Inhibitor dieses Isoenzyms (z. B. Itraconazol, Ketoconazol, Clarithromycin,

Erythromycin und Ritonavir) kann die Vinorelbin-Konzentration im Blut erhöhen, und die

Kombination mit starken Induktoren dieses Isoenzym (z. B. Rifampicin, Phenytoin, Phenobarbital,

Carbamazepin und Johanniskraut) kann zu einer Verringerung der Vinorelbin-Konzentration im Blut

führen.

Die Kombination von

Vinorelbin und Cisplatin (eine sehr häufige Kombination) hat keinen Einfluss

auf die pharmakokinetischen Parameter. Es gibt jedoch höhere Inzidenz von Granulozytopenien in der

Kombination von Vinorelbin

und Cisplatin als bei einer

Vinorelbin-Monotherapie.

In einer klinischen Phase-I-Studie wurde bei intravenöser Verabreichung von Vinorelbin und Lapatinib

eine erhöhte Inzidenz von Grad 3/4 Neutropenie vermutet. In dieser Studie betrug die empfohlene Dosis

der intravenösen Form von Vinorelbin 22,5 mg/m², in Kombination mit täglich 1000 mg Lapatinib in

einem 3-wöchigen Zyklus an Tag 1 und Tag 8. Diese Kombination sollte mit Vorsicht verabreicht

werden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Vinorelbin bei

Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe

Abschnitt 5.3). Aufgrund von Erfahrungen aus tierexperimentellen Studien und der

pharmakologischen Wirkung von Vinorelbin besteht der Verdacht, dass eine Anwendung von

Vinorelbin während der Schwangerschaft angeborene Fehlbildungen auslösen kann.

Navirel ist während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Frauen sollten während

der Behandlung mit Vinorelbin nicht schwanger werden.

Bei vitaler Indikation zur Behandlung einer schwangeren Patientin sollte eine medizinische Beratung

über das mit der Behandlung verbundene Risiko von gesundheitsschädlichen Wirkungen für das Kind

erfolgen.

Falls während der Behandlung eine Schwangerschaft eintritt, ist die Möglichkeit einer genetischen

Beratung in Betracht zu ziehen

.

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und bis zu 3 Monate nach der Behandlung eine

zuverlässige Verhütungsmethode anwenden und ihren Arzt informieren, wenn sie schwanger werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Vinorelbin in die Muttermilch übergeht. In tierexperimentellen Studien wurde

nicht untersucht, ob Vinorelbin in die Milch übergeht. Ein Risiko für das Neugeborene/Kind kann

nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen muss während der Behandlung mit Vinorelbin unterbrochen

werden (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

Männer, die mit Vinorelbin behandelt werden, sollten während und bis 6 Monate nach der Behandlung

kein Kind zeugen. Da es durch die Behandlung mit Vinorelbin zu irreversibler Infertilität kommen kann,

sollte vor der Behandlung eine Beratung über die Konservierung von Spermien erfolgen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt. Auf der Basis des pharmakodynamischen Profils hat Navirel

keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen. Allerdings ist bei Patienten, die mit Vinorelbin behandelt werden, aufgrund

einiger Nebenwirkungen des Arzneimittels Vorsicht geboten.

4.8

Nebenwirkungen

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Knochenmarksdepression mit Neutropenie,

Anämie, neurologische Erkrankungen und Magen-Darm-Toxizität mit Übelkeit, Erbrechen, Stomatitis

und Verstopfung, vorübergehender Erhöhung der Leberwerte, Alopezie und lokale

Venenentzündungen.

Bei kombinierter Chemotherapie von Vinorelbin mit anderen antineoplastischen Arzneimitteln ist zu

beachten, dass die aufgeführten Nebenwirkungen häufiger und stärker auftreten können als während und

nach einer Monotherapie. Darüber hinaus sind die zusätzlichen spezifischen Nebenwirkungen der anderen

Arzneimittel zu berücksichtigen.

Jene Nebenwirkungen, die häufiger als nur in Einzelfällen auftraten, werden im Folgenden gegliedert

nach Organsystemen und nach Häufigkeitsgruppen aufgelistet. Die Häufigkeiten werden wie folgt

definiert:

Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100); selten (≥ 1/10.000,

< 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000).

Weitere Nebenwirkungen nach Markteinführung wurden nach der MedDRA-Klassifizierung mit der

Häufigkeit

nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

aufgenommen.

Detaillierte Informationen zu Nebenwirkungen: Der Schweregrad wurde anhand der WHO-

Klassifikation (Grad 1 = G1; Grad 2 = G2; Grad 3 = G3; Grad 4 = G4; Grad 1-4 = G1-4); Grad

1-2 = G1-2; Grad 3-4 = G3-4) angegeben.

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Häufig

Virale, bakterielle oder Pilzinfektionen an

unterschiedlichen Stellen (Atem- und Harnwege, GI-

Trakt), leicht bis mittelschwer und in der Regel mit

einer geeigneten Behandlung reversibel.

Gelegentlich

Schwere Sepsis mit Organversagen, Septikämie.

Sehr selten

Komplizierte Septikämie, tödliche Septikämie.

Nicht bekannt

Neutropenische Sepsis (mit potenziell tödlichen

Ausgang in 1,2 % der Fälle).

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

Sehr häufig

Knochenmarksdepression, die sich vor allem als

Neutropenie äußert (G3: 24,3 % und G4: 27,8 % bei

Monotherapie) reversibel innerhalb von 5 bis 7 Tagen

und im Zeitverlauf nicht kumulativ, Anämie (G3-4:

7,4 % bei Monotherapie).

Häufig

Thrombozytopenie (G3-4: 2,5 %) kann auftreten, ist

aber selten schwerwiegend.

Nicht bekannt

Fiebrige Neutropenie, Panzytopenie

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig

Allergische Reaktionen (Hautreaktionen,

Atemwegsreaktionen).

Nicht bekannt

Systemische allergische Reaktionen (anaphylaktische

Reaktion oder Schock, anaphylaktoide Reaktion,

Angioödem).

Endokrine Erkrankungen

Nicht bekannt

Inadäquate ADH-Sekretion (SIADH).

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Selten

Schwere Hyponatriämie.

Nicht bekannt

Anorexie.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig

Neurologische Erkrankungen (G3: 2,6 %; G4: 0,1 %),

einschließlich Verlust der tiefen Sehnenreflexe.

Schwäche der unteren Extremitäten wurde nach längerer

Chemotherapie berichtet.

Gelegentlich

Schwere Parästhesien mit sensorischen und motorischen

Symptomen.

Diese Wirkungen sind in der Regel reversibel.

Sehr selten

Guillain-Barré-Syndrom

Herzerkrankungen

Selten

Ischämische Herzkrankheit wie Angina pectoris,

transitorische Veränderungen des Elektrokardiogramms,

Myokardinfarkt, manchmal mit tödlichem Ausgang.

Sehr selten

Tachykardie, Palpitationen und Herzrhythmusstörungen.

Gefäßerkrankungen

Gelegentlich

Hypotonie, Hypertonie, Flushing und periphere Kälte.

Selten

Schwere Hypotonie, Kollaps.

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich

Dyspnoe und Bronchospasmen können unter einer

Vinorelbin-Behandlung wie bei anderen Vinca-

Alkaloiden auftreten.

Selten

Interstitielle Lungenerkrankung, manchmal mit

tödlichem Ausgang, wurde berichtet.

Sehr selten

Respiratorische Insuffizienz.

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Obstipation ist das Hauptsymptom (G3-4: 2,7 %), die

sich selten zu einem paralytischen Ileus entwickelt, und

mit Vinorelbin als Monotherapie (G3-4: 4,1 %) und

unter der Kombination von Vinorelbin mit anderen

chemotherapeutischen Substanzen berichtet wurde.

Übelkeit und Erbrechen (G1-2: 30,4 %, G3-4: 2,2 % bei

Monotherapie; eine antiemetische Therapie kann die

Häufigkeit reduzieren), Stomatitis (G1-4: 15 % bei

Monotherapie), Ösophagitis.

Häufig

Durchfall (in der Regel leicht bis mittelschwer).

Selten

Paralytischer Ileus; die Behandlung kann nach der

Wiederherstellung der normalen Darm-Mobilität wieder

aufgenommen werden, Pankreatitis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr häufig

transitorische Erhöhung der Leberwerte (G1-2) ohne

klinische Symptome wurde berichtet (Anstieg von

Gesamtbilirubin, alkalischer Phosphatase, Aspartat-

Aminotransferase bei 27,6 %, Anstieg von Alanin-

Aminotransferase bei 29,3 %).

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Sehr häufig

Alopezie meist leicht ausgeprägt (G3-4: 4,1 % bei

Monotherapie).

Selten

Generalisierte Hautreaktionen.

Unbekannt:

Palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-

und Knochenerkrankungen

Häufig

Myalgien, Arthralgien, Kieferschmerzen.

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege

Häufig

Anstieg der Kreatininkonzentration

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Sehr häufig

Asthenie, Müdigkeit, Fieber, Schmerzen an

unterschiedlichen Stellen, einschließlich Schmerzen in

der Brust und Schmerzen am Ort des Tumors.

Reaktionen an der Injektionsstelle können Rötung,

brennende Schmerzen, Venenverfärbungen und lokale

Phlebitis umfassen (G3-4: 3,7 % bei Vinorelbin als

alleiniges Chemotherapeutikum).

Selten

Nekrosen an der Injektionsstelle (korrekte

Positionierung der Nadel oder des intravenösen

Katheters und Bolus-Injektion, gefolgt von großzügiger

Spülung der Vene können diese Wirkungen begrenzen).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Webseite: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Fälle von

versehentlicher akuter Überdosierung beim Menschen wurden berichtet: Solche Fälle können

eine Knochenmarkhypoplasie verursachen und gehen manchmal mit Infektion, Fieber und paralytischem

Ileus einher. Eine unterstützende Behandlung mit Bluttransfusionen, Wachstumsfaktoren oder

Breitspektrum-Antibiotika wird in der Regel nach Ermessen des Arztes eingeleitet. Es gibt kein bekanntes

spezifisches Antidot.

Da kein spezifisches Antidot für eine Überdosierung mit intravenös verabreichtem Vinorelbin verfügbar

ist, sind bei einer Überdosierung symptomatische Maßnahmen erforderlich wie:

Kontinuierliche Kontrolle der Vitalparameter und sorgfältige Überwachung des Patienten.

Tägliche Kontrolle des Blutbildes zur Erkennung der Notwendigkeit von Bluttransfusionen und

Gabe von Wachstumsfaktoren sowie zur Erkennung der Notwendigkeit einer

intensivmedizinischen Behandlung und zur Verminderung des Infektionsrisikos.

Maßnahmen zur Prävention oder Therapie eines paralytischen Ileus.

Kontrolle des Kreislaufsystems und der Leberfunktion.

eine Therapie mit Breitspektrumantibiotika kann bei infektionsbedingten Komplikationen

erforderlich sein. Im Falle eines paralytischen Darmverschlusses kann eine Dekompression mit

einer Sonde erforderlich werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische und immunmodulierende Mittel, Vinca-Alkaloide

ATC-Code: L 01 CA 04

Vinorelbin ist ein antineoplastischer

Wirkstoff aus der Stoffgruppe der Vinca-Alkaloide, bei dem jedoch

im Gegensatz zu allen anderen Vinca-Alkaloiden der Catharanthin-Abschnitt von Vinorelbin strukturell

modifiziert wurde. Auf molekularer Ebene beeinflusst es das dynamische Tubulin-Gleichgewicht im

Mikrotubuli-System der Zelle.

Wirkmechanismus

Vinorelbin hemmt die Tubulinpolymerisation und bindet vorzugsweise an mitotische Mikrotubuli; die

axonalen Mikrotubuli werden nur bei hohen Konzentrationen beeinflusst. Die Induktion der

Tubulinspiralisierung ist geringer als die unter Vincristin. Vinorelbin blockiert die Mitose im G2-M-

Stadium und löst den Zelltod in der Interphase oder nach der Mitose aus.

Kinder und Jugendliche

Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Vinorelbin

bei Kindern und Jugendlichen wurde nicht

untersucht. Klinische Daten aus zwei einarmigen Phase-II-Studien mit intravenös verabreichtem

Vinorelbin bei 33 und 46 pädiatrischen Patienten mit rezidivierenden soliden Tumoren, einschließlich

Rhabdomyosarkom, anderen Weichteilsarkomen, Ewing-Sarkom, Liposarkomen, Synovialsarkom,

Fibrosarkom, Krebs des zentralen Nervensystems, Osteosarkom, und Neuroblastom in Dosierungen

von 30 bis 33,75 mg/m² an T1 und T8 alle 3 Wochen oder einmal wöchentlich für 6 Wochen alle

8 Wochen, zeigten keine relevante klinische Aktivität. Das Nebenwirkungsprofil glich dem bei

erwachsenen Patienten (siehe Abschnitt 4.2).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Verteilung

Der Wirkstoff zeigt eine ausgedehnte Gewebeverteilung mit einem Verteilungsvolumen von 25,4 –

40,1 l/kg. Vinorelbin scheint in hohem Maße ins Lungengewebe einzudringen, dies zeigt sich im

Verhältnis der Gewebe/Plasma-Konzentrationen, die über 300 liegen. Dies wurde in einer Studie

durch operative Lungenbiopsien nachgewiesen. Es gibt eine moderate Bindung an Plasmaproteine

(13,5 %),

aber eine starke Bindung an Thrombozyten (78 %). Bis zu einer Dosis von 45 mg/m² zeigt

intravenös verabreichtes Vinorelbin eine lineare Pharmakokinetik.

Biotransformation

Vinorelbin wird hauptsächlich über CYP3A4, ein Iso-Enzym des Cytochroms P450, verstoffwechselt. Es

wurden alle Metaboliten identifiziert, keiner von ihnen ist aktiv, außer 4-O-Deacetylvinorelbin,

der im Blut nachgewiesene Hauptmetabolit.

Elimination

Nach intravenöser Anwendung als Bolus oder Infusion sinken die Plasmakonzentrationen von Vinorelbin

dreifach exponentiell. Die terminale Eliminationsphase zeigt eine lange Halbwertzeit von mehr als

40 Stunden. Die Gesamt-Clearance von Vinorelbin ist hoch (0,97 -1,26 l/h/kg).

Die renale Elimination ist gering (< 20 % der Dosis). Es wurden kleine Konzentrationen von Deacetyl-

Vinorelbin beim Menschen nachgewiesen, aber Vinorelbin wird grundsätzlich in unveränderter Form im

Urin nachgewiesen. Die Ausscheidung über die Galle ist der wichtigste Eliminationsweg, sowohl für die

Metaboliten als auch für das unveränderte Vinorelbin.

Die Auswirkung einer eingeschränkten Nierenfunktion auf die Verfügbarkeit von Vinorelbin wurde nicht

untersucht, es besteht jedoch kein Grund für eine Dosisreduktion bei Patienten mit

Nierenfunktionsstörung, da die renale Elimination von Vinorelbin gering ist. Bei Patienten mit

Lebermetastasen traten Änderungen der mittleren Clearance von Vinorelbin nur auf, wenn mehr als 75 %

der Leber befallen waren. Bei 6 Krebspatienten mit mittelschwerer Leberinsuffizienz (Bilirubin

≤ 2 x ULN (oberer Normalwert) und Aminotransferasen ≤ 5 x ULN), die mit bis zu 25 mg/m² behandelt

wurden, und 8 Krebspatienten mit schweren Leberinsuffizienz (Bilirubin > 2 x ULN und/oder

Transaminasen > 5 x ULN), die mit bis zu 20 mg/m² behandelt wurden, war die mittlere Gesamt-

Clearance der von Patienten mit normaler Leberfunktion ähnlich. Diese Daten sind jedoch nicht

repräsentativ für Patienten mit einer verringerten Wirkstoff-Eliminationskapazität der Leber, weshalb bei

Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion Vorsicht bei der Anwendung empfohlen und eine

sorgfältige Überwachung der hämatologischen Parameter erforderlich ist (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Ältere Patienten

In einer vom Entwickler durchgeführten Studie mit Vinorelbin bei älteren Patienten (≥ 70 Jahre) mit

NSCLC wurde nachgewiesen, dass die Pharmakokinetik von Vinorelbin nicht durch das Alter beeinflusst

wird. Da ältere Patienten gebrechlich sind, ist jedoch Vorsicht geboten, wenn die Vinorelbin-Dosis erhöht

wird (siehe Abschnitt 4.2).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Knochenmarksdepression ist die limitierende Toxizität bei Tieren. In tierexperimentellen Studien

induzierte Vinorelbin Aneuploidie und Polyploidie.

Es kann davon ausgegangen werden, dass Vinorelbin auch beim Menschen genotoxische Wirkungen

verursacht (Induktion von Aneuploidie und Polyploidie).

Die Ergebnisse von Karzinogenitätsstudien an Mäusen und Ratten waren negativ, es wurden jedoch nur

geringe Dosierungen untersucht.

In tierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität wurden bereits unterhalb therapeutischer Dosen

Auswirkungen festgestellt. Es zeigte sich eine Embryo- und Fetotoxizität wie intrauterine

Wachstumsretardierung und verzögerte Ossifikation. Eine Teratogenität (Fusion der Wirbelkörper,

fehlende Rippen) war in für das Muttertier toxischen Dosierungen zu beobachten. Zudem waren

Spermatogenese und Sekretbildung von Prostata und Samenbläschen herabgesetzt, die Fertilität bei Ratten

war jedoch nicht gemindert.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Wasser für Injektionszwecke.

6.2

Inkompatibilitäten

Navirel 10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung darf nicht mit alkalischen

Lösungen (Präzipitations-Risiko) verdünnt werden.

Das Arzneimittel darf,

außer mit den unter Abschnitt 6.6

aufgeführten, nicht

mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

In der ungeöffneten Verpackung: 3 Jahre.

Nach Öffnen und Verdünnen:

Das Arzneimittel ist sofort nach dem Öffnen und Verdünnen zu verwenden. Nur zur Einmalentnahme.

Die chemische und physikalische Stabilität wurde für 24 Stunden bei 2 – 8 °C und bei 25 °C

nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden. Wenn es nicht sofort verwendet

wird, liegen die Aufbewahrungszeiten und Bedingungen in der Verantwortung des Anwenders. Wobei in

der Regel 24 Stunden bei 2 °C – 8 °C nicht überschritten werden sollten, es sei denn, die Verdünnung

fand unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen statt.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 ºC - 8 ºC).

Nicht einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Aufbewahrungsbedingungen nach Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Durchstechflasche (Typ I Glas) mit Fluorpolymer-beschichtetem Brombutylkautschuk-Stopfen und

Aluminium-Kappe.

Packungsgrößen: 1 ml oder 5 ml Konzentrat

in Packungen mit 1 oder 10 Durchstechflaschen. Auch

erhältlich in Mehrfachverpackungen mit 10 Einzelpackungen zu je 1 Durchstechflasche.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

und sonstige Hinweise zur Handhabung

Die Zubereitung und Verabreichung von Vinorelbin darf nur von geschultem Personal durchgeführt

werden. Es müssen geeignete Schutzbrillen, Einweg-Handschuhe, Gesichtsmaske und Einweg-Kleidung

getragen werden. Verschüttete und ausgetretene Substanzen müssen aufgewischt werden.

Jeglicher Kontakt mit den Augen muss unbedingt vermieden werden. Sollte die Lösung mit den

Augen in Kontakt kommen, muss das betroffene Auge sofort mit reichlich Natriumchlorid 9 mg/ml

(0,9 %) Lösung gespült werden.

Nach Beendigung der Arbeit müssen exponierte Flächen sorgfältig gereinigt und Hände und Gesicht

gewaschen werden.

Es besteht keine Inkompatibilität von Navirel 10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung mit neutralen Glasflaschen, PVC-Beuteln, Vinylacetat-Beuteln oder Infusionssets mit

Schläuchen aus PVC.

Es wird empfohlen, Vinorelbin als langsame Bolusinjektion (6-10 Minuten) nach Verdünnung mit

20-50 ml Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Lösung zur Injektion oder in 5 % (w/v) Glucoselösung zur

Injektion oder als Kurzinfusion (20-30 Minuten) nach Verdünnung in 125 ml Natriumchlorid 9 mg/ml

(0,9 %) Lösung zur Injektion oder in 5 % (w/v) Glucoselösung zur Injektion zu verabreichen. Nach

Verabreichung muss die Vene gründlich mit mindestens 250 ml Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %)

Lösung gespült werden.

Vinorelbin darf nur intravenös gegeben werden: Es muss unbedingt sichergestellt werden, dass die

Kanüle exakt in der Vene liegt, bevor mit der Vinorelbin-Infusion begonnen wird. Wenn das

Arzneimittel während einer intravenösen Anwendung in das umliegende Gewebe austritt, kann eine

beträchtliche lokale Reizung auftreten. In diesem Fall muss die Verabreichung sofort unterbrochen

werden, die Vene mit Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Lösung gespült werden und die verbleibende

Dosis in eine andere Vene verabreicht werden.

Bei einer Extravasation können Glucocorticoide intravenös verabreicht werden, um das Risiko einer

Phlebitis zu reduzieren.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu

beseitigen.

7.

INHABER

DER ZULASSUNG

medac

Gesellschaft für klinische

Spezialpräparate mbH

Theaterstr.

22880 Wedel

Deutschland

Telefon: +49 4103 8006-0

Fax: +49 4103 8006-100

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

62819.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

02.02.2006

10.

STAND DER INFORMATION

08.2017

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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