Mimpara 30 mg Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
cinacalcetum
Verfügbar ab:
Amgen Switzerland AG
ATC-Code:
H05BX01
INN (Internationale Bezeichnung):
cinacalcetum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
cinacalcetum 30 mg zu cinacalceti hydrochloridum, für amylum pregelificatum, cellulosum microcristallinum, povidonum K 29-32, crospovidonum, silica colloidalis anhydrica, magnesium stearas, Überzug: lactosum monohydricum 2.88 mg, hypromellosum, E 171, triacetinum, E 132, E 172, macrogolum 400, carnauba-Wachs, für compresso Dunst.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Hyperparathyreoidismus
Zulassungsnummer:
56965
Berechtigungsdatum:
2004-10-27

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-11-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-11-2020

Patienteninformation

Mimpara®

Amgen Switzerland AG

Was ist Mimpara und wann wird es angewendet?

Mimpara wird zur Behandlung von Krankheiten angewendet, die durch eine Störung der

Nebenschilddrüsen ausgelöst werden. Die Nebenschilddrüsen bestehen aus vier Drüsen im Hals,

welche Parathormon (PTH) produzieren. Mimpara kontrolliert die Blutspiegel von Parathormon

(PTH), Kalzium und Phosphat.

Mimpara wird angewendet:

·zur Behandlung von sekundärem Hyperparathyreoidismus bei dialysepflichtigen Patienten mit

Nierenerkrankung

·zur Senkung hoher Kalziumspiegel im Blut (Hyperkalzämie) bei Patienten mit

Nebenschilddrüsenkarzinom

·zur Senkung hoher Kalziumspiegel im Blut (Hyperkalzämie) bei Patienten mit primärem

Hyperparathyreoidismus, bei denen eine Entfernung der Nebenschilddrüse nicht möglich ist.

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Wann darf Mimpara nicht angewendet werden?

·Nehmen Sie dieses Arzneimittel NICHT ein, wenn Sie allergisch gegenüber Cinacalcet oder einem

der sonstigen Bestandteile von Mimpara sind.

·Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Wann ist bei der Einnahme von Mimpara Vorsicht geboten?

Bevor Sie Mimpara einnehmen, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin darüber, ob Sie an

folgenden Erkrankungen leiden oder jemals gelitten haben:

·Krampfanfälle. Das Risiko, einen Krampfanfall zu bekommen ist höher, wenn Sie schon einmal

Krampfanfälle hatten.

·Probleme mit der Leber

Wenn Sie während der Behandlung mit Mimpara ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln im

Mundbereich, Muskelschmerzen oder –krämpfe und Krampfanfälle bekommen, sollten Sie

umgehend Ihren Arzt bzw. Ärztin informieren. Dies können Anzeichen dafür sein, dass ihre

Kalziumspiegel zu niedrig sind (Hypokalzämie).

Ein tiefer Kalziumspiegel kann sich auf Ihren Herzrhythmus auswirken. Während Sie Mimpara

einnehmen, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie einen ungewöhnlich schnellen

oder klopfenden Herzschlag bemerken, wenn Sie Herzrhythmusstörungen haben oder Medikamente

einnehmen, die dafür bekannt sind Herzrhythmusstörungen zu verursachen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls Sie die folgenden Arzneimittel einnehmen.

Arzneimittel wie diese können den Wirkmechanismus von Mimpara beeinflussen:

·Arzneimittel zur Behandlung der Haut oder von Pilzerkrankungen (wie Ketoconazol, Itraconazol,

Erythromycin)

·Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionen (wie Rifampicin und Ciprofloxacin)

·bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen (wie Fluvoxamin)

Mimpara könnte den Wirkmechanismus von Arzneimitteln wie diesen beeinflussen:

·bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen (wie Amitriptylin, Desipramin,

Nortriptylin, Clomipramin)

·Arzneimittel zur Linderung von Husten (Dextromethorphan)

·Arzneimittel zur Behandlung von Störungen der Herzfrequenz und des Herzrhythmus (wie

Flecainid, Propafenon)

·ein Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck (wie sogenannte Betablocker)

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden

Darf Mimpara während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Bitte teilen Sie Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ärztin oder Apothekerin mit bevor Sie dieses

Arzneimittel einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder stillen, denken Sie könnten schwanger sein

oder eine Schwangerschaft planen.

Die Einnahme von Mimpara wurde bei schwangeren Frauen nicht untersucht. Bei Vorliegen einer

Schwangerschaft wird Ihr Arzt bzw. Ärztin möglicherweise entscheiden, Ihre Behandlung zu

verändern, da Mimpara dem ungeborenen Kind eventuell Schaden zufügen kann.

Es ist nicht bekannt, ob Cinacalcet in die Muttermilch übertritt. Ihr Arzt bzw. Ärztin wird mit Ihnen

besprechen, ob Sie mit dem Stillen aufhören oder die Behandlung mit Mimpara unterbrechen sollen.

Wie verwenden Sie Mimpara?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Anweisung Ihres Arztes oder Apothekers bzw.

Ihrer Ärztin oder Apothekerin. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder

Apothekerin nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Ihnen sagen,

wie viel Mimpara Sie einnehmen müssen.

Mimpara muss mit oder kurz nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Die Filmtabletten müssen

als Ganzes geschluckt und dürfen nicht geteilt werden.

Ihr Arzt bzw. Ärztin wird während der Behandlung regelmässig Blutkontrollen durchführen, um zu

überprüfen, wie gut Sie auf Mimpara ansprechen und wird - falls erforderlich - Ihre Dosis anpassen.

Wenn Sie wegen eines sekundären Hyperparathyreoidismus behandelt werden

Die empfohlene Anfangsdosis von Mimpara ist 30 mg (eine Filmtablette) einmal täglich.

Wenn Sie wegen eines Nebenschilddrüsenkarzinoms oder eines primären Hyperparathyreoidismus

behandelt werden

Die empfohlene Anfangsdosis von Mimpara ist 30 mg (eine Filmtablette) zweimal täglich.

Wenn Sie eine grössere Menge von Mimpara eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine grössere Menge von Mimpara eingenommen haben, als Sie sollten, müssen Sie sofort

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen.

Wenn Sie die Einnahme von Mimpara vergessen haben

Wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein.

Wenn Sie vergessen haben, eine Dosis Mimpara einzunehmen, warten Sie mit der Einnahme bis zur

nächsten Dosis.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Ihrer Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Mimpara haben?

Folgende Nebenwirkungen können auftreten:

Sehr häufige Nebenwirkungen:

·Übelkeit und Erbrechen. Die Ausprägung dieser Nebenwirkungen ist gewöhnlich leicht und nicht

von langer Dauer.

·Muskelkrämpfe

Häufige Nebenwirkungen:

·allergische Reaktionen (Überempfindlichkeit)

·Verlust oder Verminderung des Appetits

·tiefe Blutkalziumspiegel

·Krampfanfälle

·Schwindel

·Taubheitsgefühl oder Kribbeln

·Kopfschmerzen

·tiefer Blutdruck

·Infektion der oberen Atemwege

·Atembeschwerden

·Husten

·Verdauungsstörungen

·Durchfall

·Bauchschmerzen, Schmerzen im Oberbauch

·Verstopfung

·Hautausschlag

·Muskelschmerz

·Rückenschmerzen

·Schwäche

·hoher Kaliumspiegel im Blut, was zu Symptomen wie Muskelermüdung, Schwäche, Lähmung,

Herzrhythmusstörungen und Übelkeit führen kann

·reduzierte männliche Hormone, was zu Symptomen wie Ermüdung, Schwäche, Depression und

reduziertem Sexualtrieb führen kann

Sehr seltene Nebenwirkungen:

·Nesselsucht

·Schwellung von Gesicht, Lippen, Mund, Zunge oder Rachen, was zu Schwierigkeiten beim

Schlucken oder Atmen führen kann

·Ungewöhnlich schneller oder klopfender Herzschlag, der mit einem tiefen Blutkalziumspiegel

verbunden sein kann

Wenn Sie ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Mundbereich, Muskelschmerzen oder -krämpfe und

Krampfanfälle bekommen, sollten Sie umgehend Ihren Arzt bzw. Ärztin informieren. Dies können

Anzeichen dafür sein, dass Ihre Kalziumspiegel zu niedrig sind. In Einzelfällen wurden

lebensbedrohliche Ereignisse und Todesfälle im Zusammenhang mit einer Hypokalzämie gemeldet.

Nach der Einnahme von Mimpara kam es bei einer sehr geringen Anzahl von Patienten zu einer

Verschlechterung einer bestehenden Herzschwäche und/oder niedrigem Blutdruck.

In Einzelfällen kann es zu schweren Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, einschliesslich

schwerem Hautausschlag und Juckreiz kommen. In diesem Fall müssen Sie sofort einen Arzt oder

Ärztin aufsuchen.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

Nebenwirkungen bemerken. Dies schliesst auch allfällige Nebenwirkungen mit ein, die nicht in

dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Nicht über 30 °C lagern.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Ihr Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Ihre Apothekerin.

Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Mimpara enthalten?

1 Filmtablette enthält als Wirkstoff: Cinacalcet 30 mg, 60 mg oder 90 mg,

als Farbstoff: Indigotin (E 132), sowie weitere Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

56965 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Mimpara? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Mimpara wird in Blistern zu 30 mg, 60 mg oder 90 mg Filmtabletten geliefert.

Packung zu 28 Filmtabletten (Blister).

Zulassungsinhaberin

Amgen Switzerland AG, Risch;

Domizil: 6343 Rotkreuz.

Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Version #110417

Fachinformation

Mimpara®

Amgen Switzerland AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Cinacalcet.

Hilfsstoffe: Color: Indigotinum (E132); Excip. pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 30 mg, 60 mg oder 90 mg Cinacalcet (als Hydrochlorid).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Behandlung von sekundärem Hyperparathyreoidismus bei dialysepflichtigen Patienten mit

chronischer Nierenerkrankung.

Zur Behandlung der Hyperkalzämie bei Patienten mit Nebenschilddrüsenkarzinom und bei Patienten

mit primärem Hyperparathyreoidismus, bei denen die Entfernung der Nebenschilddrüse keine

Behandlungsmöglichkeit darstellt.

Dosierung/Anwendung

Mimpara wird oral gegeben. Es wird empfohlen, Mimpara mit oder kurz nach einer Mahlzeit

einzunehmen. Die Tabletten sollen als Ganzes eingenommen und nicht geteilt werden.

Sekundärer Hyperparathyreoidismus

Die empfohlene Anfangsdosis für Erwachsene und ältere Patienten (>65 Jahre) ist 30 mg einmal

täglich. Die Dosis wird danach alle 2–4 Wochen bis auf maximal 180 mg einmal täglich erhöht, um

bei Dialysepatienten einen Zielwert des Parathormons zwischen 150–300 pg/ml (15.9–31.8 pmol/l)

im Test auf intaktes Parathormon (iPTH) zu erreichen. Die PTH-Spiegel sollten frühestens

12 Stunden nach der Gabe von Mimpara gemessen werden.

Die Serumkalziumspiegel sollten sowohl während der Dosistitration, wie auch innerhalb der ersten

Woche nach Beginn der Therapie oder Dosisanpassung häufig kontrolliert werden. Nachdem die

Erhaltungsdosis festgelegt wurde, sollte der Serumkalziumspiegel ungefähr monatlich gemessen

werden. Wenn der Serumkalziumspiegel unter den Normwert fällt, sollten entsprechende

Massnahmen ergriffen werden, um den Serumkalziumspiegel aufrechtzuerhalten (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Parathormon sollte 1–4 Wochen nach Beginn der Therapie oder Dosisanpassung von Mimpara

gemessen werden.

Während der Erhaltungsphase sollte Parathormon alle 1–3 Monate kontrolliert werden.

Zur Messung des PTH Spiegels sollte entweder das intakte PTH (iPTH) oder das bio-intakte (biPTH)

verwendet werden. Die Behandlung mit Mimpara verändert das Verhältnis von iPTH zu biPTH

nicht.

Mimpara kann als Teil einer therapeutischen Behandlung eingesetzt werden, welche Phosphatbinder

und/oder Vitamin-D-Sterole beinhalten kann, sofern angemessen.

Nebenschilddrüsenkarzinom/Therapieresistenter primärer Hyperparathyreoidismus

Die empfohlene Anfangsdosis für Erwachsene ist 30 mg zweimal täglich. Die Dosis von Mimpara

kann ausgehend von zweimal täglich 30 mg, alle 2–4 Wochen auf 60 mg zweimal täglich, 90 mg

zweimal täglich, bis zu 90 mg 3–4× täglich erhöht werden, abhängig von der Normalisierung der

Serumkalziumspiegel.

Der Serumkalziumspiegel sollte innerhalb der ersten Woche nach Beginn der Therapie oder

Dosisanpassung von Mimpara gemessen werden. Nachdem die Erhaltungsdosis festgelegt wurde,

sollte der Serumkalziumspiegel alle 2–3 Monate gemessen werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Leberinsuffizienz

Patienten mit mässiger bis schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh Klassifikation B, C) sollten

bei der Einführung von Mimpara engmaschig kontrolliert werden, da Cinacalcet in diesen Patienten

2- bis 4-fach höhere Plasmaspiegel aufweisen kann (siehe «Pharmakokinetik»).

Kinder und Jugendliche (<18 Jahre)

Mimpara ist nicht indiziert für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen aufgrund fehlender

Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss

Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Anfälle

In einer randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten klinischen Studie mit

3883 Dialysepatienten wurde bei 1.2 und 0.8 Patienten pro 100 Patientenjahren in der Mimpara-

respektive in der Placebo-Behandlungsgruppe von Anfällen berichtet. Die Gründe für Unterschiede

im Auftreten berichteter Krampfanfälle sind nicht klar. Durch eine signifikante Reduktion der

Serumkalziumspiegel ist jedoch die Schwelle für die Auslösung von Krampfanfällen gesenkt.

Serumkalzium

Bei Patienten, deren Serumkalziumspiegel tiefer als die unterste Normgrenze lag, wurde in

klinischen Studien eine Behandlung mit Mimpara nicht begonnen.

Es wurde berichtet von lebensbedrohlichen Ereignissen und Todesfällen im Zusammenhang mit

Hypokalzämie bei mit Mimpara behandelten Patienten, einschliesslich pädiatrischen Patienten.

Mimpara ist nicht indiziert für die Anwendung bei pädiatrischen Patienten.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Mimpara wurde bei der pädiatrischen Population nicht

nachgewiesen. Es wurde von einem Todesfall berichtet bei einem pädiatrischen Studienpatienten mit

schwerer Hypokalzämie.

Manifestationen einer Hypokalzämie beinhalten Parästhesien, Myalgien, Muskelkrämpfe, Tetanie

und Konvulsionen. Ein Absinken des Serumkalziums kann zu einer Verlängerung des QT-Intervalls

führen, was möglicherweise eine ventrikuläre Arrhythmie zur Folge hat. Über Fälle von QT-

Verlängerung und ventrikulärer Arrhythmie sekundär zu einer Hypokalzämie wurde berichtet bei

Patienten, die mit Cinacalcet behandelt wurden (siehe Abschnitt «Unerwünschte Wirkungen»). Zur

Vorsicht wird geraten bei Patienten mit anderen Risikofaktoren für QT-Verlängerung wie bei

Patienten mit kongenitalem langem QT-Syndrom oder Patienten, die mit Medikamenten behandelt

werden, welche dafür bekannt sind eine QT-Verlängerung hervorzurufen.

Da Cinacalcet die Serumkalziumspiegel erniedrigt, sollten Patienten auf Hypokalzämiesymptome

überwacht werden. Der Serumkalziumspiegel sollte innerhalb von 1 Woche nach dem Beginn der

Behandlung oder einer Dosisanpassung von Mimpara gemessen werden. Wenn die Erhaltungsdosis

eingestellt ist, sollte das Serumkalzium ungefähr monatlich bestimmt werden. Wenn das

Serumkalzium unter 8.4 mg/dl (2.1 mmol/l) fällt, aber über 7.5 mg/dl (1.875 mmol/l) bleibt oder

Symptome einer Hypokalzämie auftreten, können kalziumhaltige Phosphatbinder und/oder Vitamin-

D-Sterole verwendet werden, um den Serumkalziumspiegel anzuheben. Wenn die Hypokalzämie

anhält, sollte die Dosis von Mimpara erniedrigt oder die Behandlung abgebrochen werden. Falls das

Serumkalzium unter 7.5 mg/dl (1.875 mmol/l) fällt oder die Symptome einer Hypokalzämie bestehen

bleiben und die Dosis von Vitamin D nicht erhöht werden kann, sollte die Anwendung von Mimpara

gestoppt werden bis ein Serumkalziumspiegel von 8.0 mg/dl (2.0 mmol/l) erreicht ist und/oder die

Symptome einer Hypokalzämie verschwunden sind. Die Behandlung sollte wieder aufgenommen

werden mit der nächst tieferen Dosis von Mimpara.

Bei dialysepflichtigen Patienten mit chronischer Nierenerkrankung, welche Mimpara erhielten,

hatten 29% der Patienten in den 6-monatigen Registrierungsstudien und 21% und 33% der Patienten

(innerhalb der ersten 6 Monate und insgesamt) der klinischen Studie EVOLVE (EValuation Of

Cinacalcet HCl Therapy to Lower CardioVascular Events) mindestens einen Serumkalziumwert

unter 7.5 mg/dl (1.875 mmol/l).

Es kann sich eine adynamische Knochenerkrankung entwickeln, falls der Parathormonspiegel

chronisch unterhalb der unteren Grenze des empfohlenen Zielwerts abfällt (Reduktion der Spiegel

auf weniger als 1.5× des höchsten Normalspiegels). Falls die PTH-Spiegel bei mit Mimpara

behandelten Patienten tiefer als die unteren empfohlenen Zielwerte sinken, sollten die Dosierung der

Vitamin-D-Sterole oder von Mimpara reduziert bzw. die Behandlung abgebrochen werden.

Neoplastische Ereignisse

In einer randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten klinischen Studie mit

3883 Dialysepatienten wurde bei 2.9 und 2.5 Patienten pro 100 Patientenjahren in der Mimpara-

respektive in der Placebo-Behandlungsgruppe von neoplastischen Ereignissen berichtet. Ein kausaler

Zusammenhang mit Mimpara wurde nicht hergestellt.

Testosteronspiegel

Bei Patienten im Endstadium der Niereninsuffizienz liegen die Testosteronspiegel oftmals unter dem

normalen Grenzwert. In einer klinischen Studie mit dialysepflichtigen Patienten mit chronischer

Nierenerkrankung sanken die freien Testosteronwerte bei Patienten in der Mimpara Gruppe um einen

Mittelwert von 31.3% und bei den Patienten in der Placebo-kontrollierten Gruppe um 16.3% nach

einer Behandlungsdauer von sechs Monaten.

Nach 3 Jahren wurde keine weitere Senkung der freien und der totalen Testosteronkonzentration

festgestellt. Die klinische Bedeutung dieser Abnahme der Serumtestosteronwerte ist unbekannt.

Interaktionen

Wechselwirkungen mit Nahrung: Nach oraler Verabreichung von Mimpara wird die maximale

Plasmakonzentration von Cinacalcet in ungefähr 2–6 Stunden erreicht. Die Verabreichung von

Mimpara mit Nahrungsmitteln führt zu einer ungefähr 50–80%-igen Erhöhung der Bioverfügbarkeit

von Cinacalcet. Die Cinacalcet-Plasma-Konzentrationen steigen gleichermassen bei einer fettreichen

oder fettarmen Mahlzeit.

Ketoconazol: Cinacalcet wird teilweise durch das Enzym CYP3A4 metabolisiert. Gleichzeitige

Verabreichung von Ketoconazol, einem starken Hemmstoff von CYP3A4, resultiert in einer

ungefähr 2-fachen Erhöhung der Cinacalcet-Spiegel. Eine Dosisanpassung von Mimpara ist

notwendig, wenn ein Patient, der Mimpara einnimmt, eine Therapie mit einem starken Hemmstoff

(z.B. Ketoconazol, Erythromycin, Itraconazole) oder einem Induktor dieses Enzyms (z.B.

Rifampicin, Phenytoin) beginnt oder beendet.

Arzneistoffe, die durch CYP2D6 metabolisiert werden: Cinacalcet ist ein Hemmstoff von CYP2D6.

Desipramin: Gleichzeitige Anwendung von 90 mg Cinacalcet einmal täglich und 50 mg Desipramin,

das hauptsächlich über CYP2D6 metabolisiert wird, erhöhte die Desipramin-Exposition um das 3.6-

fache in schnellen CYP2D6-Metabolisierern. Daher können Dosisanpassungen von gleichzeitig

angewendeter Medikation notwendig sein, wenn Mimpara zusammen mit anderen Arzneimitteln

angewendet wird, die hauptsächlich durch dieses Enzym metabolisiert werden (z.B. Metoprolol) und

besonders diejenigen mit einer engen therapeutischen Breite (z.B. Flecainid, und die meisten

trizyklischen Antidepressiva).

Dextromethorphan: Mehrfachdosen von 50 mg Cinacalcet erhöhten die AUC von 30 mg

Dextromethorphan (hauptsächlich über CYP2D6 metabolisiert) in extensiven CYP2D6-

Metabolisierern um das 11-fache.

Amitriptylin: Gleichzeitige Anwendung von Cinacalcet mit Amitriptylin, ein trizyklisches

Antidepressivum, welches teilweise durch CYP2D6 metabolisiert wird, erhöht bei extensiven

Metabolisierern von CYP2D6 die Exposition von Amitriptylin und seines aktiven Metaboliten

Nortriptylin um ungefähr 20%. Dosisreduktion von Amitriptylin kann bei einigen Patienten unter

Mimpara notwendig sein.

Arzneistoffe, die durch andere Cytochrom P450-Enzyme (CYP) metabolisiert werden: Basierend auf

in-vitro Daten ist Cinacalcet in klinisch erreichten Konzentrationen kein Hemmstoff anderer CYP-

Enzyme. Cinacalcet ist kein Induktor von CYP1A2, CYP2C19 and CYP3A4.

Es konnten keine Interaktionen beobachtet werden, wenn Mimpara gleichzeitig mit folgenden

Arzneimitteln zusammen verabreicht wurde, welche häufig in der Patientenzielgruppe verwendet

werden: Sevelamer, Calciumcarbonat, Warfarin und Pantoprazol.

Midazolam: Die gleichzeitige Anwendung von Cinacalcet (90 mg) mit oral verabreichtem

Midazolam (2 mg), einem Substrat von CYP3A4 und CYP3A5, veränderte die Pharmakokinetik von

Midazolam nicht. Diese Daten legen nahe, dass Cinacalcet die Pharmakokinetik jener von CYP3A4

metabolisierten Arzneimittelklassen, wie bestimmte Immunsuppressiva einschliesslich Cyclosporin

und Tacrolimus, nicht beeinflusst.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Zur Anwendung von Mimpara bei schwangeren Frauen liegen keine Daten vor. Obwohl

tierexperimentelle Studien keine schädigende Auswirkung auf Schwangerschaft,

Embryonalentwicklung, Entwicklung des Föten, Geburt oder postnatale Entwicklung gaben, sollte

Mimpara in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn die Anwendung ist klar

notwendig (siehe «Präklinische Daten»).

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Cinacalcet beim Menschen in die Muttermilch ausgeschieden wird.

Cinacalcet wird in die Muttermilch von stillenden Ratten ausgeschieden, mit einem hohen Milch zu

Plasma-Verhältnis. Unter Berücksichtigung der Wichtigkeit von Mimpara für die Mutter, sollte die

Entscheidung getroffen werden, entweder abzustillen oder die Mimpara-Behandlung zu beenden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von

Maschinen durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Sekundärer Hyperparathyreoidismus, Nebenschilddrüsenkarzinom und Primärer

Hyperparathyreoidismus

Basierend auf Daten aus Placebo-kontrollierten und einarmigen Studien mit Patienten, die mit

Mimpara behandelt wurden, waren Übelkeit und Erbrechen die am häufigsten berichteten

unerwünschten Wirkungen. Übelkeit und Erbrechen waren bei der Mehrzahl der Patienten

vorübergehend und mild bis mässig im Schweregrad. Ein Abbruch der Therapie aufgrund von

unerwünschten Wirkungen war hauptsächlich auf Übelkeit und Erbrechen zurückzuführen.

Unerwünschte Wirkungen: definiert als unerwünschte Ereignisse, welche zumindest möglicherweise

(basierend auf einer Beurteilung der Kausalität nach bestem Wissen) mit der Cinacalcet-Behandlung

im Zusammenhang stehen und welche in doppelblinden klinischen Prüfungen häufiger als unter

Placebo berichtet wurden. Diese werden entsprechend folgender Einteilungskonvention aufgeführt:

sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100; <1/10), gelegentlich (>1/1'000; <1/100), selten (>1/10'000;

<1/1'000); sehr selten (<1/10'000).

Störungen des Immunsystems

Häufig: Hypersensitivitätsreaktionen.

Sehr selten: Angioödem, Urtikaria.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Anorexie, verminderter Appetit, Hypokalzämien (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Krampfanfälle, Schwindel, Parästhesien, Kopfschmerzen.

Funktionsstörungen des Herzens

Einzelfälle mit Verschlechterung der Herzinsuffizienz.

QT-Verlängerung und ventrikuläre Arrhythmie sekundär zu Hypokalzämie (siehe «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

Funktionsstörung der Gefässe

Häufig: Hypotonie.

Atmungsorgane (Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörung)

Häufig: Infektion der oberen Atemwege, Dyspnoe, Husten

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen.

Häufig: Dyspepsie, Diarrhoe, Bauchschmerzen, Oberbauchschmerzen, Konstipation.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hautausschlag.

Einzelfälle schwerer kutaner Hypersensibilitätsreaktionen.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr häufig: Muskelspasmen.

Häufig: Myalgie, Rückenschmerzen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Asthenie.

Untersuchungen

Häufig: Hypokalzämie, Hyperkaliämie, verringerte Testosteronwerte (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Überdosierung

Auftitrierte Dosen von bis zu 300 mg einmal täglich erwiesen sich bei dialysepflichtigen Patienten

als unbedenklich.

Die Überdosierung von Mimpara kann zu Hypokalzämie führen. Bei Überdosierung sollten Patienten

in Bezug auf Anzeichen und Symptome einer Hypokalzämie beobachtet werden und die Behandlung

sollte symptomatisch und unterstützend erfolgen. Cinacalcet weist eine hohe Proteinbindung auf,

daher ist die Dialyse keine effektive Behandlung bei Überdosierung.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: H05BX01

Wirkungsmechanismus

Sekundärer Hyperparathyreoidismus hat einen progressiven Verlauf und manifestiert sich bei

Patienten mit chronischer Nierenerkrankung in Form von erhöhten PTH-Spiegeln und Störungen des

Kalzium- und Phosphatmetabolismus. Erhöhte PTH-Spiegel stimulieren die Aktivität der

Osteoklasten, was zu einer kortikalen Knochenresorption und zu Knochenmarkfibrose führt. Der

Kalzium-sensitive Rezeptor auf der Oberfläche der Hauptzellen der Nebenschilddrüse ist ein

Schlüsselregulator für die Parathormon-Sekretion. Cinacalcet ist ein calcimimetisch wirksames

Agenz. Es erniedrigt direkt die Parathomonspiegel indem es die Empfindlichkeit des Kalzium-

sensitiven Rezeptors auf extrazelluläres Kalzium erhöht. Die Reduktion der Parathormonspiegel ist

mit einer gleichzeitigen Abnahme der Serumkalziumspiegel verbunden.

Die Reduktion der Parathormonspiegel korreliert direkt mit der Cinacalcet-Konzentration.

Studien der chronischen Niereninsuffizienz (5/6 Entfernung der Niere) im Rattenmodell untersuchten

die Effekte einer Cinacalcet-Behandlung auf die Hyperplasie der Nebenschilddrüse.

Die Behandlung mit Cinacalcet senkte das intakte PTH (iPTH) und die Proliferation der

Nebenschilddrüsenzellen auf ein Niveau, welches mit Placebo-behandelten Tieren vergleichbar war,

die keiner Entfernung der Niere unterzogen wurden. Dies zeigt, dass Cinacalcet die Entwicklung

eines sekundären Hyperparathyreoidismus verhindern kann.

Sekundärer Hyperparathyreoidismus bei dialysepflichtigen Patienten mit chronischer

Nierenerkrankung

Drei multizentrische, randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte klinische Studien wurden

über 6 Monate bei dialysepflichtigen Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und

unkontrolliertem sekundären Hyperparathyreoidismus durchgeführt (n= 1136). Die Patientengruppe

bestand sowohl aus neu diagnostizierten als auch aus Patienten mit langjähriger Dialyse, mit einem

Bereich zwischen 0 und 359 Monaten. Cinacalcet wurde sowohl als Monotherapie als auch in

Kombination mit Vitamin-D-Sterolen verwendet; 34% der Patienten hatten keine Vitamin-D-Sterole

bei Eintritt in die Studie. Die Mehrheit der Patienten (>90%) erhielt Phosphatbinder.

Dosierungsanpassungen der Phosphatbinder waren während der ganzen Studie erlaubt. Die Vitamin-

D-Dosierungen wurden konstant gehalten bis der Patient Hyperkalzämie, Hypokalzämie oder

Hyperphosphatämie entwickelte. Die Patienten behielten ihre bis anhin verschriebenen

Arzneimitteltherapien welche Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer, Betablocker, hypoglykämisch

wirkende Mittel und Lipidsenker beinhalteten. Die Initialdosierung von Cinacalcet (oder Placebo)

war 30 mg. Sie wurde alle 3–4 Wochen auftitriert bis zur Maximaldosis von 180 mg 1× täglich, um

ein iPTH zwischen 100–250 pg/ml (10.6–26.5 pmol/l) zu erreichen (zwischen 1.5 und 4× höher als

die obere Grenze des Normalbereichs). Der Schweregrad des sekundären Hyperparathyreoidismus

variierte von mässig bis schwer (iPTH-Werte zwischen 271 und 9137 pg/ml [28,7 und 968,5 pmol/l])

mit einer durchschnittlichen Basis-iPTH-Konzentration über die 3 Studien von 733 bzw. 683 pg/ml

(77.7 bzw. 72.4 pmol/l) für die Cinacalcetgruppe bzw. Placebogruppe. Im Vergleich zu der mit

Placebo behandelten Patientengruppe, welche eine Standardbehandlung erhielt, wurden signifikante

Reduktionen des iPTH-Spiegels, des Produkts von Ca und Phosphat im Serum (Ca × P-Spiegel), des

Kalziums und des Phosphats in der Cinacalcetgruppe beobachtet. Die Resultate waren bei allen drei

Studien übereinstimmend.

Reduktionen der iPTH- und Ca × P-Spiegel wurden innerhalb von 2 Wochen erreicht und blieben bis

zu 12 Behandlungsmonaten erhalten. Cinacalcet erniedrigte die iPTH- und Ca × P-Spiegel, und die

Kalzium- und Phosphatspiegel unabhängig von der Schwere der Krankheit (d.h. von der Basis-iPTH-

Konzentration), der Dialysemodalitäten (Peritonealdialyse oder Hämodialyse), der Dialysedauer und

unabhängig davon ob die Patienten Vitamin-D-Sterole erhielten oder nicht. Eine Reduktion um

≥30% der iPTH-Konzentration wurde von ca. 60% der Patienten mit schwachem (iPTH ≥300 bis

≤500 pg/ml [≥31.8 bis ≤53.0 pmol/l]), mässigem (iPTH >500 bis 800 pg/ml [>53.0 bis 84.8 pmol/l]),

oder schwerem (iPTH >800 pg/ml [>84.8 pmol/l]) sekundären Hyperparathyreoidismus erreicht. Die

Behandlung mit Cinacalcet erniedrigt die iPTH- und Ca × P-Spiegel, unabhängig vom Ca × P-

Spiegel vor der Behandlung.

EVOLVE (EValuation Of Cinacalcet HCl Therapy to Lower CardioVascular Events) war eine

randomisierte, doppelblinde klinische Studie zur Evaluierung der Wirksamkeit von Cinacalcet HCl

im Vergleich zu Placebo bei der Reduzierung des Risikos für allgemeine Mortalität oder

kardiovaskuläre Ereignisse bei 3883 Patienten mit sekundärem Hyperparathyreoidismus und

chronischer Nierenerkrankung unter Dialyse. Die Studie hat das primäre Ziel der Demonstration

einer Reduktion allgemeiner Mortalität oder kardiovaskulärer Ereignisse einschliesslich

Myokardinfarkt, Hospitalisierung wegen instabiler Angina, Herzinsuffizienz oder peripherer

vaskulärer Ereignisse nicht erreicht (Hazard Ratio (HR) 0.93; 95% Konfidenzintervall (KI): 0.85,

1.02; p= 0.112). Nach Anpassung der Baseline Charakteristika in einer sekundären Analyse, war die

HR für den primären kombinierten Endpunkt 0.88; 95% CI: 0.79, 0.97.

Nebenschilddrüsenkarzinom und primärer Hyperparathyreoidismus, falls die Entfernung der

Nebenschilddrüse keine Behandlungsmöglichkeit darstellt

160 Patienten mit primärem Hyperparathyreoidismus oder Nebenschilddrüsenkarzinom nahmen an

klinischen Studien zu Cinacalcet teil. In einer dieser Studien mit insgesamt 46 Patienten wurden

29 Patienten mit Nebenschilddrüsenkarzinom und 17 Patienten mit primärem

Hyperparathyreoidismus, für welche die Entfernung der Nebenschilddrüse keine

Behandlungsmöglichkeit darstellte, untersucht. Die Behandlung mit Mimpara dauerte bis zu

158 Wochen, wobei die Dosierungen zwischen 30 mg 2× täglich und 90 mg 4× täglich variierten.

Der primäre Endpunkt der Studie war eine Verringerung des Serumkalziums am Ende der

Titrationsphase von ≥1 mg/dl (≥0.25 mmol/l).

Von den 46 Patienten erreichten 62% der Patienten mit Nebenschilddrüsenkarzinom und 88% der

Patienten mit primärem Hyperparathyreoidismus eine Reduktion des Serumkalziums von ≥1 mg/dl

(≥0.25 mmol/l). Bei den 29 Patienten mit Nebenschilddrüsenkarzinom verringerte sich der mittlere

Serumkalziumspiegel von 14,1 mg/dl auf 12.4 mg/dl (3.5 mmol/l auf 3.1 mmol/l), während er bei

den 17 Patienten mit primärem Hyperparathyreoidismus von 12.7 mg/dl auf 10.4 mg/dl (3.2 mmol/l

auf 2.6 mmol/l) zurückging.

67 Patienten mit primärem Hyperparathyreoidismus, die zwar aufgrund des korrigierten totalen

Serumkalzium (>11.3 mg/dl (2.82 mmol/l) und ≤12.5 mg/dl (3.12 mmol/l)) die Kriterien für eine

Parathyroidektomie erfüllten, aber nicht in der Lage waren, sich einer Parathyroidektomie zu

unterziehen, nahmen an einer doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie teil. Die initiale Dosis

von 30 mg Mimpara zweimal täglich wurde titriert, um eine korrigierte totale

Serumkalziumkonzentration im Normbereich zu erhalten. Patienten, die 28 Wochen an der Studie

teilnahmen, fuhren fort mit einer 24-wöchigen Open-Label Extensionsphase zur Evaluation der

Sicherheit der Behandlung mit Cinacalcet mit einer totalen Studiendauer von 52 Wochen. Ein

signifikant höherer Anteil von mit Cinacalcet behandelten Patienten erreichte eine mittlere

korrigierte totale Serumkalziumkonzentration von ≤10.3 mg/dl (2.57 mmol/l) und eine Reduktion des

Ausgangswerts der mittleren korrigierten Serumkalziumkonzentration um ≥1 mg/dl (0.25 mmol/l)

verglichen mit Patienten, die mit Placebo behandelt wurden (75.8% vs 0%, p <0.001, respektive

84.8% vs 5.9%, p <0.001).

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Verabreichung von Cinacalcet werden die maximalen Plasmakonzentrationen von

Cinacalcet nach ca. 2–6 Stunden erreicht.

Nach der Absorption fällt die Cinacalcet Konzentration zweiphasig ab mit einer initialen

Halbwertszeit von ungefähr 6 Stunden und einer terminalen Halbwertszeit von 30–40 Stunden. Die

Cinacalcetspiegel im Steady-State sind nach 7 Tagen erreicht mit einer minimalen Akkumulation.

Die Pharmakokinetik von Cinacalcet verändert sich nicht über die Zeit.

Distribution

Das Verteilungsvolumen ist hoch (ungefähr 1000 l). Cinacalcet wird zu ungefähr 97% an

Plasmaproteine gebunden und verteilt sich minimal in die roten Blutkörperchen.

Metabolismus

Cinacalcet wird durch verschiedene Enzyme metabolisiert, vorwiegend durch CYP3A4 und

CYP1A2. Die zirkulierenden Hauptmetaboliten sind inaktiv. Cinacalcet wird schnell und

umfangreich durch Oxidation mit nachfolgender Konjugation metabolisiert.

Elimination

Radioaktiv-markierte Metaboliten wurden vorwiegend renal eliminiert. Ungefähr 80% der Dosis

wurde im Urin, 15% in den Faeces wiedergefunden.

Linearität/Nicht-Linearität

Die AUC und Cmax von Cinacalcet steigen linear über den täglichen Dosisbereich von 30–180 mg.

Pharmakokinetische/Pharmakodynamische Zusammenhänge

Der Nadir für PTH tritt ungefähr 2–6 Stunden nach der Verabreichung auf, dies entspricht dem Tmax

von Cinacalcet. Nach Erreichen des Steady-States bleiben die Serumkalziumspiegel über das

Dosierungsintervall konstant.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten: Es konnten keine klinisch relevanten Unterschiede in der Pharmakokinetik von

Cinacalcet in Bezug auf das Alter gefunden werden. Daher ist keine altersspezifische

Dosisanpassung notwendig.

Niereninsuffizienz: Das pharmakokinetische Profil von Cinacalcet bei Patienten mit milder, mässiger

oder schwerer Niereninsuffizienz und den Patienten unter Hämodialyse und Peritonealdialyse ist

vergleichbar mit dem gesunder Probanden. Keine Dosisanpassung abhängig vom Grad der

Nierenfunktion ist notwendig.

Leberinsuffizienz: Milde Leberfunktionsstörungen beeinflussen die Pharmakokinetik von Cinacalcet

nicht merkbar. Verglichen mit Probanden mit normaler Leberfunktion, ist die durchschnittliche

AUC bei Probanden mit mässiger Leberfunktionsstörung ungefähr zweimal höher und bei Probanden

mit schwerer Leberfunktionsstörung ungefähr viermal höher. Da die Dosierung für jeden einzelnen

Patienten nach den Sicherheits- und Wirksamkeitsparametern auftitriert wird, ist keine zusätzliche

Dosisanpassung bei Patienten mit Leberfunktionsstörung notwendig (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Geschlecht: Es gibt keine klinisch relevanten Unterschiede in der Pharmakokinetik von Cinacalcet in

Bezug auf das Geschlecht. Daher ist keine spezifische Dosisanpassung notwendig.

Kinder und Jugendliche (<18 Jahre)

Die Einzeldosis-Pharmakokinetik von Cinacalcet 15 mg wurde bei 12 dialysepflichtigen Patienten

(6 Kinder und 6 Jugendliche) mit einer chronischen Nierenerkrankung untersucht. Die mittlere AUC

und Cmax lagen bei Kindern (6–11 Jahre) etwa 2-fach höher als bei Jugendlichen. Eine

Dosisempfehlung kann aus diesen Daten nicht abgeleitet werden (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Präklinische Daten

Langzeitstudien bei Hunden und Affen zeigten Symptome des Erbrechens sowie generelle

Anzeichen der Hypokalzämie. Histopathologisch waren jedoch keine Veränderungen festzustellen.

Obwohl in Telemetriestudien am wachen Hund und in in-vitro-Untersuchungen (hERG-Kanal) keine

Anzeichen einer QT-Intervallverlängerung vorliegen, sind bei Langzeitaffenstudien solche Effekte

beobachtet worden.

Bei Kaninchen war Cinacalcet nicht teratogen. Die höchste verabreichte Dosis lag dabei – berechnet

auf AUC Basis – bei 0.4 Mal der maximalen Dosen bei Patienten mit sekundärem

Hyperparathyreoidismus (180 mg täglich). Auch bei Ratten war Cinacalcet nicht teratogen. Die

getestete Dosis war 4.4 Mal höher als die maximale Dosis bei Patienten mit sekundärem

Hyperparathyreoidismus, berechnet auf AUC Basis. Es zeigten sich keine Auswirkungen auf die

männliche oder weibliche Fertilität bei einer Gabe, die viermal über der menschlichen Dosis von

180 mg pro Tag lag. Die Sicherheitsgrenzwerte bei einer kleinen Patientenpopulation, die eine

maximale klinische Dosis von 360 mg täglich erhielten, sind etwa halb so gross, wie sie oben

beschrieben sind.

Bei trächtigen Ratten in der höchsten Dosierung nahmen das Körpergewicht und die

Nahrungsaufnahme leicht ab. Reduzierte Gewichte von Rattenfoeten wurden bei Dosen gesehen, bei

denen die Muttertiere eine schwere Hypokalzämie aufwiesen. Es zeigte sich, dass Cinacalcet die

Plazentaschranke bei Kaninchen passiert.

Cinacalcet zeigte keinerlei genotoxisches oder karzinogenes Potential. Sicherheitsgrenzwerte aus den

toxikologischen Studien sind aufgrund der im Tiermodell beobachteten dosis-limitierten

Hypokalzämie gering. Katarakte und Linsentrübungen wurden in toxikologischen und karzinogenen

Studien an Nagetieren mit wiederholten Dosierungen beobachtet. Diese Erscheinungen traten nicht

in Tierstudien an Hunden oder Affen oder in den klinischen Studien auf, bei welchen Katarakt-

Bildung kontrolliert wurden. Es ist bekannt, dass Katarakte bei Nagetieren infolge einer

Hypokalzämie auftreten können.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 30 °C lagern.

Zulassungsnummer

56965 (Swissmedic).

Packungen

Mimpara 30 mg Filmtabletten:

Blisterpackung à 28: (B)

Mimpara 60 mg Filmtabletten:

Blisterpackung à 28: (B)

Mimpara 90 mg Filmtabletten:

Blisterpackung à 28: (B)

Zulassungsinhaberin

Amgen Switzerland AG, Risch;

Domizil: 6343 Rotkreuz.

Stand der Information

Juli 2017.

Version #110417

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