Marcuphen AbZ 3 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Phenprocoumon
Verfügbar ab:
AbZ-Pharma GmbH - Geschäftsanschrift -
ATC-Code:
B01AA04
INN (Internationale Bezeichnung):
phenprocoumon
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Phenprocoumon 3.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
30494.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Marcuphen AbZ 3 mg Tabletten

Wirkstoff: Phenprocoumon

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist

Marcuphen AbZ

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von

Marcuphen AbZ

beachten?

Wie ist

Marcuphen AbZ

einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist

Marcuphen AbZ

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Marcuphen AbZ und wofür wird es angewendet?

Marcuphen AbZ

ist ein blutgerinnungshemmendes Arzneimittel. Es enthält den Wirkstoff

Phenprocoumon, einen Vitamin-K-Antagonisten aus der Gruppe der Cumarine.

Marcuphen AbZ

wird angewendet zur

Langzeitbehandlung und Vorbeugung

der Blutpfropf-Bildung (venöse und arterielle Thrombosen)

des Verschlusses von Blutgefäßen durch Blutpfropf (venöse und arterielle Embolien)

Langzeitbehandlung des Herzinfarktes, wenn ein erhöhtes Risiko für thromboembolische

Komplikationen gegeben ist.

Hinweise:

Zur Vorbeugung eines weiteren Herzinfarktes nach erstem Herzinfarkt (Reinfarktprophylaxe) nach

dem Krankenhausaufenthalt (Posthospitalphase) ist der Nutzen einer länger andauernden Hemmung

der Blutgerinnung (Langzeitantikoagulation) besonders sorgfältig gegen das Blutungsrisiko

abzuwägen.

Die gerinnungshemmende Wirkung von Phenprocoumon setzt mit einer Verzögerung von

ca. 36-72 Stunden ein. Falls eine rasche Blutgerinnungshemmung erforderlich ist, muss die Therapie

mit Heparin eingeleitet werden.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Marcuphen AbZ beachten?

Marcuphen AbZ darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Phenprocoumon oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind

bei Erkrankungen, bei denen das Blutungsrisiko den möglichen therapeutischen Nutzen

überwiegt, z.B. krankhafter Blutungsneigung (hämorrhagische Diathesen), schwerer

Lebererkrankung (Leberparenchymerkrankungen), stark eingeschränkter Nierenfunktion

(manifeste Niereninsuffizienz), schwerem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie)

bei Erkrankungen, bei denen der Verdacht auf eine Schädigung (Läsion) des Gefäßsystems

besteht, z.B.:

– bei plötzlich auftretendem Schlaganfall (apoplektischer Insult)

– bei akuter Entzündung der Herzinnenhaut (Endocarditis)

– bei Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis)

– bei Ausweitung eines arteriellen Blutgefäßes innerhalb des Gehirns (Hirnarterienaneurysma)

– bei einer besonderen Form der Ausweitung der Hauptschlagader (disseziierendes

Aortenaneurysma)

– bei Geschwüren (Ulzera) im Magen-Darm-Bereich

– bei einer Operation am Auge

– bei Netzhauterkrankungen (Retinopathien) mit Blutungsrisiko

– bei Verletzungen (Traumen) oder chirurgischen Eingriffen am Zentralnervensystem

– bei fortgeschrittener Gefäßverkalkung (Arteriosklerose)

bei fixiertem und nicht auf eine Behandlung ansprechendem (behandlungsrefraktärem)

Bluthochdruck (Hypertonie) mit Werten über 200/105 mmHg.

bei Lungenschwindsucht mit Hohlraumbildung (kavernöser Lungentuberkulose)

nach Operationen am Harntrakt (urologischen Operationen solange Blutungsneigung

[Makrohämaturie] besteht)

bei ausgedehnten offenen Wunden (auch nach chirurgischen Eingriffen)

in der Schwangerschaft (Ausnahme: absolute Indikation zur Gerinnungshemmung

[Antikoagulation] bei lebensbedrohlicher Heparin-Unverträglichkeit)

Während der Behandlung mit Mitteln zur Hemmung der Blutgerinnung sollte keine bildliche

Darstellung der Blutgefäße (Angiographie) und keine anderen diagnostischen oder therapeutischen

Maßnahmen mit einem Risiko für unkontrollierbare Blutungen durchgeführt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Marcuphen AbZ

einnehmen,

bei Anfallsleiden (Epilepsie)

bei chronischem Alkoholismus (siehe 2. „Einnahme von

Marcuphen AbZ

zusammen mit

anderen Arzneimitteln“)

bei Nierensteinkrankheit (Nephrolithiasis)

in der Stillzeit.

Eine besonders sorgfältige Überwachung der Dosierung ist angezeigt bei Anzeichen einer

Herzschwäche (Herzdekompensation), Ablagerungen in den Gefäßwänden (Arteriosklerose) und

Bluthochdruck (Hypertension), leichteren Lebererkrankungen (Hepatopathien), Entzündungen der

Gefäßwände (Vaskulitis) sowie schwerer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

Bei älteren Patienten soll die Behandlung mit

Marcuphen AbZ

besonders engmaschig überwacht

werden (siehe auch Abschnitt 3 "Wie ist

Marcuphen AbZ

einzunehmen?").

Injektionen in den Muskel, Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit (Lumbalpunktionen),

rückenmarksnahe örtliche Betäubungen (Regionalanästhesien) sowie bildliche Darstellung der

Blutgefäße (Angiographien) dürfen unter der Behandlung mit

Marcuphen AbZ

aufgrund der Gefahr

massiver Blutungen nicht durchgeführt werden. Bei invasiven diagnostischen Eingriffen ist das

Nutzen-Risiko-Verhältnis zwischen Blutungsrisiko und erneuter Blutpfropfbildung (Rethrombose)

abzuwägen.

Eine besonders sorgfältige Überwachung der Dosierung ist angezeigt, wenn

Marcuphen AbZ

nach

Operationen angewendet wird, bei denen eine erhöhte Gefahr sowohl von Blutgerinnseln

(Thrombosen) als auch von Blutungen besteht (z. B. Lungenresektionen, Operationen der

Urogenitalorgane, des Magens und der Gallenwege).

Nach Verletzungen (Traumen), wie z.B. infolge eines Unfalls, besteht erhöhte Blutungsgefahr.

Vermeiden Sie daher Tätigkeiten, die leicht zu Unfällen oder Verletzungen führen können.

Mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind sorgfältig zu beachten (siehe Abschnitt 2

"Einnahme von

Marcuphen AbZ

zusammen mit anderen Arzneimitteln").

Phenylbutazon und hiervon abgeleitete Substanzen (bestimmte Schmerz- und Rheumamittel) sollten

bei einer Behandlung mit

Marcuphen AbZ

nicht angewendet werden.

Bei hohem gewohnheitsmäßigem Alkoholkonsum kann die gerinnungshemmende Wirkung von

Marcuphen AbZ

herabgesetzt sein, doch ist bei Leberschwäche (Leberinsuffizienz) auch eine

Verstärkung der gerinnungshemmenden Wirkung möglich.

Die Bindung von Phenprocoumon (dem Wirkstoff von

Marcuphen AbZ

) an Bluteiweiße kann bei den

unterschiedlichsten Krankheitsbildern verringert sein, so dass die Wirkung des Arzneimittels verstärkt

werden kann. Dies erfordert eine besonders engmaschige Überprüfung des INR (International

Normalized Ratio)-Wertes.

Injektionen in den Muskel sollten während der Behandlung mit Mitteln zur Hemmung der

Blutgerinnung nach Möglichkeit unterbleiben, da hierbei Blutungen bzw. Blutergüsse (Hämatome)

auftreten können. Bei Injektionen unter die Haut und bei Injektionen in die Vene werden diese

Komplikationen selten beobachtet.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn es notwendig ist die Gerinnungszeit für diagnostische oder

therapeutische Eingriffe zu verkürzen (z.B. Angiographie, Lumbalpunktion, kleinere Operationen,

Zahnextraktionen, usw.).

Bei dem zu Anfang der Behandlung mit Mitteln zur Hemmung der Blutgerinnung außerordentlich

selten beobachteten Absterben von Hautbezirken (Hautnekrosen) ist die Wirkung von

Marcuphen AbZ

durch die Gabe von Vitamin K

zu unterbrechen und sofort auf Heparin umzustellen. Zusätzlich kann

Prednison verabreicht werden.

Eine regelmäßige Kontrolle der Wirkung von

Marcuphen AbZ

durch Bestimmung der

Thromboplastinzeit ist unerlässlich. Die Gerinnung muss stets vor Behandlungsbeginn und während

der Behandlung kontrolliert werden. In den ersten Behandlungstagen sind engmaschige (alle 1 - 2

Tage) Kontrollen angezeigt. Bei stabil eingestellten Patienten sind größere Intervalle zwischen den

Kontrollen im Allgemeinen ausreichend (jedoch mindestens regelmäßig alle 3 - 4 Wochen), sofern

keine abrupten Änderungen hinsichtlich Nebenmedikationen, Ernährungsgewohnheiten oder

Allgemeinzustand (z.B. Fieber) vorliegen.

Unter Langzeittherapie mit

Marcuphen AbZ

sollten im Rahmen der ärztlichen Überwachung

regelmäßige Leberfunktionsprüfungen durchgeführt werden, da in seltenen Fällen

Leberparenchymschäden bis hin zu Leberversagen (einschließlich Todesfällen) auftreten können

(siehe Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). Informieren Sie Ihren Arzt, falls Sie

Anzeichen einer schweren Lebererkrankung wie zum Beispiel Schwäche, verbunden mit Gelbsucht,

Dunkelfärbung des Urins oder eine hepatische Enzephalopathie (Erkrankung des

Zentralnervensystems infolge einer Leberschädigung) bemerken.

Ihr Arzt sollte Ihnen einen Ausweis ausstellen, aus dem die Antikoagulanzienbehandlung ersichtlich

ist, und den Sie immer bei sich tragen sollten. Bitte informieren Sie Ihren Arzt bzw. Zahnarzt, dass Sie

Marcuphen AbZ

behandelt werden.

Nach Absetzen der Therapie dauert es 7 bis 10 Tage und länger, ehe sich die Gerinnungswerte

normalisiert haben.

Zum verzögerten Wirkungseintritt (Latenz) siehe 1. „Was ist

Marcuphen AbZ

und wofür wird es

angewendet?“.

Die Menstruationsblutung kann verstärkt und verlängert sein, stellt aber keine Gegenanzeige für

Marcuphen AbZ

dar. Bei außergewöhnlich starken und exzessiv verlängerten Blutungen oder

Durchbruchblutungen sollte aber ein Frauenarzt zum Ausschluss einer organischen Verletzung

aufgesucht werden.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern unter 14 Jahren soll die Behandlung mit

Marcuphen AbZ

besonders engmaschig

überwacht werden (siehe auch Abschnitt 3).

Einnahme von Marcuphen AbZ zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Phenprocoumon hat einen engen therapeutischen Bereich und somit ist generell Vorsicht bei jeder

Begleitmedikation geboten. Die individuelle Fachinformation für jede neue Begleitmedikation ist

bezüglich einer möglichen Dosisanpassung oder einer engmaschigeren Überwachung von

Phenprocoumon zu überprüfen. Selbst wenn keine Informationen zu einer Wechselwirkung mit

Phenprocoumon beschrieben sind, sollte die Möglichkeit einer Wechselwirkung beachtet werden.

Wenn Zweifel bezüglich des Ausmaßes einer Wechselwirkung besteht, ist ein intensiveres Monitoring

erforderlich.

Die Wirkungen mancher Arzneimittel können durch gleichzeitige Anwendung anderer Mittel

beeinflusst werden. Fragen Sie daher Ihren Arzt, wenn Sie andere Mittel ständig anwenden, bis vor

kurzem angewendet haben oder gleichzeitig mit dem hier vorliegenden Arzneimittel anwenden

wollen. Dies gilt auch für Arzneimittel, die Ihnen nicht von Ihrem Arzt verschrieben wurden, z.B. frei

verkäufliche Arzneimittel oder pflanzliche Arzneimittel wie Schmerz-, Abführ- oder Stärkungsmittel

sowie Vitaminpräparate. Ihr Arzt kann Ihnen sagen, ob unter diesen Umständen mit

Unverträglichkeiten zu rechnen ist, oder ob besondere Maßnahmen, wie z.B. eine neue

Dosisfestsetzung, erforderlich sind, wenn Sie dieses Arzneimittel anwenden.

Welche anderen Mittel beeinflussen die Wirkung von

Marcuphen AbZ

Aufgrund vielfacher Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten dürfen Sie während einer

Behandlung mit

Marcuphen AbZ

weitere Medikamente grundsätzlich nur nach Rücksprache mit dem

behandelnden Arzt einnehmen oder absetzen. Bei Änderungen der zusätzlich zu

Marcuphen AbZ

eingenommenen Medikamente (Hinzufügen oder Absetzen) sollten häufigere Kontrollen der

Gerinnungswerte durchgeführt werden.

Eine Wirkungsverstärkung von Marcuphen AbZ und erhöhte Blutungsgefahr bestehen bei

gleichzeitiger Anwendung von:

Hemmstoffe der Leberenzyme CYP2C9 oder CYP3A4 oder verdrängende Substrate können die

gerinnungshemmende Wirkung von

Marcuphen AbZ

verstärken.

Beispiele für Substanzen, die die gerinnungshemmende Wirkung verstärken:

andere gerinnungshemmende Mittel (Antikoagulanzien): unfraktioniertes Heparin,

niedermolekulare Heparine oder Heparinoide, Acenocoumarol sowie

Thrombozytenaggregationshemmer wie Clopidogrel können die Wirkung von Phenprocoumon

verstärken und zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen. Wenn eine gleichzeitige Anwendung

erforderlich ist, wird eine engmaschigere Überprüfung der Gerinnungsparameter empfohlen,

speziell zu Therapiebeginn oder bei Absetzen von Phenprocoumon.

Allopurinol (Mittel gegen Gicht)

Antiarrhythmika (Mittel gegen Herzrhythmusstörungen): Amiodaron, Chinidin, Propafenon

Methoxsalen (Mittel zur Behandlung von Schuppenflechte und anderen schweren

Hauterkrankungen)

bestimmte Antibiotika: Amoxicillin mit oder ohne Clavulansäure, Aminoglykoside,

Chloramphenicol, Tetracycline, z.B. Doxycyclin, Trimethoprim-Sulfamethoxazol (Cotrimoxazol)

und andere Sulfonamide, Cloxacillin, Makrolide (z.B. Clarithromycin, Erythromycin-

Abkömmlinge), Lincosamide (z.B. Clindamycin), N-Methylthiotetrazol-Cephalosporinen und

andere Cephalosporine (Cefazolin, Cefpodoximproxetil, Cefotaxim, Ceftibuten, Ceftriaxon), einige

Quinolone (z.B. Levofloxacin)

Disulfiram (Alkoholentwöhnungsmittel)

Fibrate (Mittel gegen Fettstoffwechselstörungen)

Imidazolderivate (z.B. Ketoconazol), Triazolderivate (Mittel zur Behandlung von

Pilzerkrankungen)

Analgetika und/oder Antirheumatika (Schmerz- und Rheumamittel): Leflunomid, Phenylbutazon

und Analoga, Piroxicam, selektive Coxibe, Acetylsalicylsäure

Tramadol (Schmerzmittel)

Methyltestosteron und andere anabole Steroide (muskelbildende Substanzen)

Schilddrüsenhormone

Zytostatika (Mittel zur Behandlung von Krebserkrankungen): Tamoxifen, Capecitabin

Glucosamin

trizyklische Antidepressiva (Mittel zur Behandlung von Depressionen)

Statine, z.B. Simvastatin (Cholesterinsenker)

selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI, Antidepressiva)

Grapefruit interagiert mit vielen Arzneistoffen einschließlich Phenprocoumon. Es hemmt CYP3A4

und kann bei gleichzeitiger Einnahme mit

Marcuphen AbZ

zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen.

Vorsicht ist geboten, wenn Patienten, die mit Vitamin K Antagonisten wie Phenprocoumon behandelt

werden, gleichzeitig Goji Saft oder Beeren zu sich nehmen.

Eine Veränderung der Gerinnungsparameter und/oder Blutungen sind bei Patienten gemeldet worden,

die Capecitabin (Krebsmittel) zusammen mit Cumarin-Derivaten wie Warfarin oder Phenprocoumon

einnahmen. Diese unerwünschten Wirkungen traten innerhalb mehrerer Tage und bis zu mehreren

Monaten nach Beginn der Behandlung mit Capecitabin auf, in wenigen Fällen auch innerhalb eines

Monats nach Ende der Behandlung mit Capecitabin.

Substanzen, die die gerinnungshemmende Wirkung abschwächen können

Substanzen, die CYP2C19 oder CYP3A4 aktivieren, können die gerinnungshemmende Wirkung von

Marcuphen AbZ

abschwächen. Beispiele für Substanzen, die die gerinnungshemmende Wirkung von

Marcuphen AbZ

abschwächen sind:

Azathioprin (Mittel gegen Autoimmunerkrankungen, Transplantatabstoßungen)

Barbiturate (Schlafmittel)

Carbamazepin (Mittel gegen Krämpfe)

Colestyramin (Mittel zur Senkung erhöhter Blutfettwerte)

Digitalis-Herzglykoside

Diuretika (harntreibende Mittel)

Corticosteroide (entzündungshemmende Mittel; Mittel zur Behandlung von

Überempfindlichkeitsreaktionen)

Gluthetimid (Beruhigungsmittel)

Rifampicin (Anti-Tuberkulose-Mittel)

Metformin (Mittel zur Behandlung der Zuckerkrankheit)

Thiouracil, 6-Mercaptopurin (Mittel zur Hemmung der Zellteilung)

Vitamin-K-haltige Präparate

Johanniskraut-haltige Arzneimittel

Einnahme von Marcuphen AbZ zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Marcuphen AbZ

kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Allerdings reduziert die

gleichzeitige Aufnahme von Vitamin K-haltigen Nahrungsmitteln die gerinnungshemmende Wirkung

Marcuphen AbZ

. Deshalb sollten Sie bestimmte Nahrungsmittel wie Broccoli, Grünkohl,

Rosenkohl, Spinat, Weizenkeime und manche Zwiebelsorten (z.B. Frühlingszwiebeln) nur in Maßen

zu sich nehmen, da sie viel Vitamin K enthalten. Bitte achten Sie auch bei der Einnahme von Vitamin-

Präparaten darauf, ob und wie viel Vitamin K enthalten ist.

Grapefruit und dessen Saft hemmen das Enzym CYP3A4 und damit den Abbau von

Marcuphen AbZ

im Körper, was zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen kann. Bei gleichzeitiger Einnahme von Goji

Beeren oder Goji Saft wurde eine Verstärkung der Wirkung von Warfarin (ein anderes Mittel zur

Hemmung der Blutgerinnung) beobachtet. Eine ähnliche Wechselwirkung mit

Marcuphen AbZ

kann

nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 2 "Einnahme von

Marcuphen AbZ

zusammen mit

anderen Arzneimitteln").

Eine komplexe Wechselwirkung ergibt sich für Alkohol. Akute Aufnahme erhöht die Wirkung oraler

gerinnungshemmender Substanzen (Antikoagulanzien), während chronische Aufnahme diese

abschwächt. Bei chronischer Aufnahme von Alkohol und einer Leberschwäche (Leberinsuffizienz)

kann es jedoch auch zu einer Wirkungsverstärkung kommen. Vermeiden Sie den Genuss von Alkohol.

Sonstige Wechselwirkungen

Marcuphen AbZ

kann die blutzuckersenkende Wirkung von Sulfonylharnstoffen (Mittel zur

Behandlung der Blutzuckerkrankheit) verstärken (Gefahr eines Blutzuckerabfalls unter Normalwerte).

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Schwangerschaft

Sie dürfen

Marcuphen AbZ

nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind, da es von der Mutter auf das

Kind weitergegeben wird. Die Einnahme von

Marcuphen AbZ

während der Schwangerschaft kann zu

Missbildungen und sogar zum Tod Ihres ungeborenen Kindes führen. Außerdem besteht die Gefahr

von Blutungen beim Fötus

Sie müssen vermeiden, dass Sie schwanger werden, indem Sie während der Therapie mit

Marcuphen

AbZ

und im Zeitraum von 3 Monaten nach Abschluss der Behandlung mit

Marcuphen AbZ

wegen des

erhöhten Risikos fetaler Fehlbildungen wirksame Verhütungsmethoden anwenden.

Wenn Sie schwanger werden möchten oder während der Einnahme dieses Medikaments schwanger

geworden sind, sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt. Sie sollten auf eine sicherere alternative

Behandlung (z. B. Heparin) umgestellt werden, falls Sie eine Schwangerschaft planen oder bei Ihnen

gerade eine Schwangerschaft festgestellt worden ist.

Stillzeit

Wenn Sie stillen, geht

Marcuphen AbZ

in die Muttermilch über, allerdings in so geringen Mengen,

dass bei Ihrem Kind wahrscheinlich keine Nebenwirkungen auftreten. Vorsichtshalber sollte Ihr Kind,

falls Sie es stillen, Vitamin K1 verabreicht bekommen.

Fertilität

Hinsichtlich der Auswirkungen von

Marcuphen AbZ

auf die Fertilität liegen keine Daten vor.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Marcuphen AbZ

hat keinen bekannten Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen.

Marcuphen AbZ enthält Lactose.

Bitte nehmen Sie

Marcuphen AbZ

erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist,

dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

3.

Wie ist Marcuphen AbZ einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt

Marcuphen AbZ

nicht anders verordnet hat.

Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da

Marcuphen AbZ

sonst nicht richtig wirken

kann!

Die Dosierung von Marcuphen AbZ ist durch die Bestimmung der Thromboplastinzeit oder

durch einen anderen geeigneten Test (zum Beispiel chromogene Substratmethode) zu

überwachen und individuell anzupassen.

Das Messergebnis dieser Bestimmung wird als INR

(International Normalized Ratio) angegeben.

Die erste Bestimmung sollte stets vor Beginn der Behandlung mit Marcuphen AbZ erfolgen.

Ansprechen auf die Behandlung ist individuell sehr unterschiedlich; daher ist es unerlässlich, die

Blutgerinnung fortlaufend zu kontrollieren und die Dosierung entsprechend anzupassen. Angestrebt

wird ein wirksamer Bereich je nach Art der vorliegenden Erkrankung von 2,0-3,5 INR.

In Abhängigkeit von der Indikation sind folgende INR-Werte anzustreben:

Indikation

INR-Bereich

Behandlung tiefer Venenthrombosen, Lungenembolie

2,0-3,0

Rezidivierende tiefe Venenthrombosen, Lungenembolien

2,0-3,0

Myokardinfarkt, wenn ein erhöhtes Risiko für

thromboembolische Ereignisse gegeben ist

2,0-3,0

Vorhofflimmern ohne Vorliegen einer Mitralstenose

2,0-3,0

Patienten mit mechanischen Herzklappen

2,0-3,5

Die Therapie wird üblicherweise mit einer höheren Anfangsdosis eingeleitet. Es wird empfohlen, bei

normalen INR-Werten am 1. Behandlungstag 2-3 Tabletten (entsprechend 6-9 mg Phenprocoumon)

und am 2. Behandlungstag 2 Tabletten (entsprechend 6 mg Phenprocoumon) zu verabreichen.

Ab dem 3. Tag muss regelmäßig die Thromboplastinzeit bestimmt werden, um den Reaktionstyp des

Patienten festzustellen (Hypo-, Normo-, Hyperreaktion).

Liegt der INR-Wert niedriger als der angestrebte therapeutische Bereich (siehe Tabelle oben), werden

täglich 1½ Tabletten

Marcuphen AbZ

(entsprechend 4,5 mg Phenprocoumon) gegeben; liegt der INR-

Wert im angestrebten therapeutischen Bereich, wird täglich 1 Tablette

Marcuphen AbZ

(entsprechend

3 mg Phenprocoumon) gegeben; liegt der INR-Wert höher als der therapeutische Bereich (INR > 3,5),

wird täglich ½ Tablette

Marcuphen AbZ

(entsprechend 1,5 mg Phenprocoumon) gegeben. Bei INR-

Werten > 4,5 soll keine

Marcuphen AbZ

-Gabe erfolgen.

Die Erhaltungsdosis muss dann – ebenso wie die Anfangsdosis – dem ermittelten INR-Wert angepasst

werden. In der Regel genügen niedrige Erhaltungsdosen von ½ bis 1½ Tabletten (entsprechend 1,5-

4,5 mg Phenprocoumon) pro Tag, abhängig vom individuellen Ansprechen des Patienten, um den

INR-Wert konstant im angestrebten Bereich zu halten.

Die Gerinnung sollte bei stabil eingestellten Patienten in regelmäßigen Zeitabständen, mindestens alle

3-4 Wochen überprüft werden. Eine häufigere Kontrolle ist notwendig bei Änderungen von

gleichzeitig verabreichten anderen Medikamenten, falls diese zusätzlich gegeben oder abgesetzt

werden (siehe Abschnitt 2 "Einnahme von

Marcuphen AbZ

zusammen mit anderen Arzneimitteln").

Die Behandlung mit

Marcuphen AbZ

kann ohne Ausschleichen beendet werden.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Ältere Patienten

Ältere Patienten (besonders über 75 Jahre) benötigen im Allgemeinen eine niedrigere Dosierung als

jüngere Patienten, um denselben INR-Wert zu erreichen. Eine engmaschige Überwachung ist

erforderlich.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Nierenfunktionsstörungen haben keinen signifikanten Einfluss auf die Eliminationshalbwertszeit.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Leberfunktionsstörungen haben keinen signifikanten Einfluss auf den Abbau von Phenprocoumon.

Allerdings ist

Marcuphen AbZ

aufgrund des erhöhten Blutungsrisikos bei schweren Schäden des

Leberparenchyms kontraindiziert (siehe Abschnitt 2 „

Marcuphen AbZ

darf nicht eingenommen

werden“).

Anwendung bei Kindern

Für die Anwendung von oralen Antikoagulanzien einschließlich

Marcuphen AbZ

bei Kindern unter 14

Jahren liegen nur unzureichende Erfahrungen vor. Vorsicht und eine häufigere Kontrolle der INR-

Werte wird empfohlen

Überbrückung (Bridging)

Vorteile und Risiken einer Überbrückung vor, während und nach einer Operation bei Patienten, die

mit Vitamin K Antagonisten (oralen Antikoagulanzien) behandelt werden, müssen sorgfältig

abgewogen werden. Patienten, die erstmals eine orale Antikoagulationstherapie nach einer Operation

erhalten, müssen besonders sorgfältig überwacht werden hinsichtlich ausreichenden Schutzes vor

Thromboembolien und einem akzeptablen Blutungsrisiko. Üblicherweise wird eine

Überbrückungstherapie mit niedermolekularem Heparin (Dosierung basierend auf dem Risikolevel)

durchgeführt, bis sich der INR im therapeutischen Bereich befindet.

Aufhebung der gerinnungshemmenden Wirkung

Die Art und Weise, wie die gerinnungshemmende Wirkung aufgehoben werden soll, hängt vom INR-

Wert und den klinischen Bedürfnissen ab. Bei stark erhöhten INR-Werten mit oder ohne Blutungen

sollte die Behandlung mit

Marcuphen AbZ

unterbrochen werden. Gegebenenfalls ist eine Kontrolle

des INR-Wertes mithilfe von intravenösen Vitamin K-Gaben notwendig. Nähere Angaben im

Abschnitt 2 „Wenn Sie eine größere Menge

Marcuphen AbZ

eingenommen haben, als Sie sollten“.

Kontrolle der Therapie mit

Marcuphen AbZ

Eine Kontrolle der Wirkung von

Marcuphen AbZ

mittels INR/Thromboplastinzeitbestimmung (Quick-

Wert) oder eines anderen geeigneten Tests (zum Beispiel chromogene Substratmethode) ist

unerlässlich. Die erste Bestimmung erfolgt vor Behandlungsbeginn, die weiteren Kontrollen finden

täglich oder jeden zweiten Tag statt. Bei ausreichender Erfahrung mit der Erhaltungsdosis kann man

sich – dank der konstanten Wirkung des Präparates – auf größere Zeitabstände (zum Beispiel eine

Bestimmung alle vier Wochen) beschränken, sofern der Zustand des Patienten oder die sonstige

Medikation keine abrupte Veränderung erleidet.

Für den therapeutischen Bereich gelten die entsprechenden Angaben der Bestimmungsmethode. Beim

INR-Wert ist dieser Bereich auf Werte zwischen 2,5 und 5,0 bzw. auf die oben angegebenen Werte

begrenzt. Bei einer erhöhten Blutungsneigung sollte der INR-Wert zwischen 1,5 und 2,5 liegen.

Vor und während operativer Eingriffe sollte die Blutgerinnung ausschließlich mit Heparin kontrolliert

werden.

Falls die Blutgerinnung während der Behandlung mit

Marcuphen AbZ

unter den therapeutischen

Minimalwert fällt, wird empfohlen, die Dosierung anzupassen und die Gerinnungsparameter nach 2

Tagen erneut zu bestimmen.

Art der Anwendung

Nehmen Sie die Tabletten einmal täglich morgens oder abends unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit

(z. B. 1 Glas Wasser) ein.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Antikoagulantien-Behandlung sollte nach Möglichkeit schon vor Therapiebeginn

festgelegt werden. Die Indikation zur Antikoagulation ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen.

Bei den meisten

thrombosegefährdeten Patienten

ist eine 3- bis 4-wöchige vorbeugende Behandlung

mit Phenprocoumon angezeigt; zumindest sollte die Antikoagulation so lange erfolgen, bis der Patient

ausreichend mobil ist. Zu frühes Absetzen vergrößert die Thrombosegefahr. Nach Operationen und

Geburten sollte

Marcuphen AbZ

vom 2. oder 3. Tag an gegeben werden.

Prophylaxe der arteriellen Embolie

Die Behandlung mit

Marcuphen AbZ

richtet sich nach den klinischen Anforderungen und kann über

mehrere Monate oder Jahre fortgeführt werden.

Therapie der Thrombose oder Embolie

akuter Thrombose

(Blutgerinnselbildung) oder schon

bestehender Embolie

(Gefäßverschluss

durch ein verschlepptes Blutgerinnsel) ist die Einleitung der Antikoagulanzien-Therapie durch

intravenöse Applikation von Heparin unerlässlich. Nach Überwindung der akuten Krankheitsphase –

d. h. frühestens nach 2, in schweren Fällen nach mehreren Tagen – kann die Behandlung mit

Marcuphen AbZ

weitergeführt werden. Am ersten Übergangstag sollte der Patient neben der

unverminderten Menge von Heparin die volle Initialdosis von

Marcuphen AbZ

erhalten, denn Heparin

hat keine Nachwirkung, während

Marcuphen AbZ

die bereits erwähnte Verzögerungszeit bis zum

Eintritt des gerinnungshemmenden Effektes aufweist (siehe unter „Umstellung von Heparin auf

Marcuphen AbZ

“). Während dieser Umstellung ist eine besonders sorgfältige Kontrolle der

Gerinnungsverhältnisse notwendig. Die Dauer der Behandlung mit Heparin hängt von der Zeitspanne

bis zum Erreichen des erwünschten Grades der Antikoagulation ab. Die Behandlung mit

Marcuphen

AbZ

richtet sich nach den klinischen Bedürfnissen; sie kann sich über mehrere Monate, gegebenenfalls

Jahre, erstrecken.

Herzinfarkt

werden mit der Langzeitbehandlung (über Monate und Jahre) gute Ergebnisse erzielt.

Die Höhe der Dosierung richtet sich auch hier nach dem Ergebnis der Gerinnungskontrolle (INR-

Wert).

Über die Anwendungsdauer entscheidet der behandelnde Arzt. Die Dauer der

Antikoagulanzienbehandlung sollte nach Möglichkeit schon vor Behandlungsbeginn festgelegt

werden. Ihr Arzt sollte regelmäßig prüfen, ob eine weitere Einnahme von

Marcuphen AbZ

nötig ist.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

Marcuphen AbZ

zu stark oder zu schwach ist.

Umstellung von Heparin auf Marcuphen AbZ

Für den Übergang von Heparin auf

Marcuphen AbZ

ergibt sich folgendes Schema:

Erster Tag der Umstellung

Marcuphen AbZ

: 1-mal 2-3 Tabletten

b) Heparin: Dauerinfusion (20.000 bis 30.000 I. E. pro Tag) oder alle 8 Stunden 7.500 I. E. s.c.

Zweiter Tag der Umstellung

Marcuphen AbZ

: 1-mal 2 Tabletten

b) Heparin: Dauerinfusion (20.000 bis 30.000 I. E. pro Tag) oder alle 8 Stunden 7.500 I. E. s.c.

Dritter Tag der Umstellung und weitere Behandlungszeit

Marcuphen AbZ

: Erhaltungsdosis von ½ bis 1½ Tabletten pro Tag je nach INR-Wert (siehe orale

Dosis für die dritten und vierten 24 Stunden)

b) Heparin: absetzen, falls

Marcuphen AbZ

die volle Wirksamkeit (siehe Tabelle der anzustrebenden

INR-Werte) entfaltet.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

Marcuphen AbZ

zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Marcuphen AbZ eingenommen haben, als Sie sollten

Eine Überdosierung führt zu einer zu langen Gerinnungszeit und eventuell zu Blutungen. Falls der

INR-Wert während der Behandlung mit

Marcuphen AbZ

den oberen therapeutischen Grenzwert

übersteigt, werden eine Dosisreduzierung und die erneute Überprüfung der Gerinnungsparameter nach

2 Tagen empfohlen.

Erkennbare Zeichen einer akuten Überdosierung können, abhängig von deren Ausmaß, sein:

Blutbeimengungen im Urin, kleine punktförmige Blutungen an Stellen mechanischer Belastung,

spontane Haut- und Schleimhautblutungen, Blutstuhl, Verwirrtheitszustände bis hin zur

Bewusstlosigkeit. Bewusstlosigkeit kann ein Anzeichen für eine Gehirnblutung sein. Die sofortige

notärztliche Behandlung ist erforderlich.

Verständigen Sie bei dem Verdacht auf eine Überdosierung sofort den behandelnden Arzt. Ihr Arzt

wird sich bei der Behandlung der Überdosierung am Krankheitsbild orientieren.

In den meisten Fällen können weniger schwere Blutungen durch das Absetzen des Antikoagulanz

kontrolliert werden.

Therapie/Antidote

Spezifischer Antagonist: Vitamin K

. Vitamin K

- (Phytomenadion) ist in der Lage, die

gerinnungshemmende Wirkung von

Marcuphen AbZ

innerhalb von 24 Stunden aufzuheben.

Bei leichteren Blutungen (wie z.B. vorübergehendes Nasenbluten, mikroskopische Hämaturie (Blut im

Urin), isolierte kleine Hämatome (Blutergüsse)) genügt es meist, die Dosis vorübergehend zu

verringern. In diesen Fällen ist es besser, kein Phytomenadion (Vitamin K

) zu verabreichen, da

dadurch eine effektive Blutgerinnungshemmung für mehrere Tage verhindert wird. Bei

behandlungsbedürftigen Blutungen sollten 5 bis 10 mg Vitamin K

oral verabreicht werden. Nur bei

lebensbedrohlichen Blutungen sollten 10 bis 20 mg Vitamin K

langsam i.v. (Vorsicht: anaphylaktoide

Reaktion möglich) gegeben werden. Falls der INR-Wert nicht sinkt, soll die Anwendung nach einigen

Stunden wiederholt werden.

Notfallmaßnahmen:

Wenn in Fällen von sehr starker oder bedrohlicher Blutung (wie z.B. Verdacht auf eine Blutung im

Gehirn, massive Einblutung in den Magen-Darm-Trakt, Notoperationen) der Eintritt der vollen

Vitamin-K1-Wirkung nicht abgewartet werden kann, ist durch Infusion von virusinaktiviertem

Prothrombinkomplexkonzentrat (PPSB) oder von frisch gefrorenem Plasma die Aufhebung der

Phenprocoumon Wirkung möglich.

Durch orale Verabreichung von Colestyramin (fünfmal 4 g/Tag) kann die Ausscheidung von

Phenprocoumon zusätzlich beschleunigt werden.

Eine engmaschige Überwachung der Gerinnungsparameter sollte gewährleistet sein.

Wenn Sie die Einnahme von Marcuphen AbZ vergessen haben

Nehmen Sie zum nächsten Einnahmezeitpunkt nicht die doppelte Menge ein, sondern führen Sie die

Einnahme in der verordneten Menge fort. Informieren Sie Ihren Arzt, damit er entscheiden kann, ob

die Bestimmung des INR-Wertes erforderlich ist.

Wenn Sie die Einnahme von Marcuphen AbZ abbrechen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung mit

Marcuphen AbZ

verändern. Wenn

Sie die Behandlung mit

Marcuphen AbZ

unterbrechen oder vorzeitig beenden, besteht das Risiko eines

Gefäßverschlusses durch Blutgerinnsel.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Aufgrund der Eigenschaften von Phenprocoumon sind Blutungen möglich, an denen verschiedene

Organe beteiligt sein können, insbesondere lebensbedrohliche Blutungen im Zentralnervensystem und

dem Magen-Darm-Trakt (siehe Abschnitt 3 "Wie ist

Marcuphen AbZ

einzunehmen?").

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn Sie folgende Nebenwirkung bemerken:

Einen schmerzhaften Hautausschlag. In seltenen Fällen kann

Marcuphen AbZ

schwere

Hauterkrankungen verursachen, einschließlich der sogenannten Kalziphylaxie, die mit einem

schmerzhaften Hautausschlag beginnen und zu schweren Komplikationen führen kann. Diese

Nebenwirkung tritt häufiger bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung auf.

Andere Nebenwirkungen, die während der Anwendung dieses Arzneimittels auftreten können, sind:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Blutergüsse (Hämatome) nach Verletzungen

Nasenbluten (Epistaxis)

Zahnfleischbluten

Blut im Urin (Hämaturie) einschließlich Mikrohämaturie

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Blutungen im Bereich der Bauchspeicheldrüse und der Nebenniere

Blutungen im Bereich des Rückenmarks und Gehirns

Netzhautblutungen

Blutungen im Bereich des Herzbeutels

Brennende Schmerzen in den Großzehen mit gleichzeitiger Verfärbung der Großzehen (purple

toes)

Blutungen im Bereich der Pleurahöhle (Brusthöhle)

Einblutung in die Darmwand (Antikoagulanzienabdomen), Blutungen aus dem Magen-Darm-

Trakt, Blutungen im Bereich des rückseitigen Bauchfells (Retroperitoneum)

Nesselsucht (Urtikaria), Hautausschlag (Exantheme), Juckreiz (Pruritus), entzündliche

Hautreaktionen (Dermatitis), vorübergehender Haarausfall (reversible Alopecia diffusa)

Blutungen im Bereich von Gelenken, Muskeln

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Blutarmut (Anämie), bedingt durch Blutungen

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Kompressionssyndrom des Oberschenkelnervs (Nervus femoralis) infolge einer hinter dem

Bauchfell liegenden (retroperitonealen) Blutung

Leberentzündungen (Hepatitiden) mit oder ohne Gelbsucht (Ikterus); Schädigungen des

Lebergewebes (Leberparenchymschäden), Leberversagen, in Einzelfällen mit erforderlicher

Lebertransplantation oder mit Todesfolge (siehe Abschnitt 2 „Was sollten Sie vor der Einnahme

Marcuphen AbZ

beachten?“)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Magen-Darm-Störungen wie z.B. Übelkeit, Appetitminderung, Erbrechen, Durchfall (Diarrhoe)

schwere Hautnekrosen (Absterben von Hautbezirken), manchmal mit Todesfolge (Purpura

fulminans) oder der Folge einer dauerhaften Behinderung, allergische Hautreaktionen

nach längerer Anwendung (Monate) kann sich - insbesondere bei dazu disponierten Patienten

ein Knochenschwund (Osteopenie/Osteoporose) entwickeln

Unter Langzeittherapie mit Marcuphen AbZ sollten im Rahmen der ärztlichen Überwachung

regelmäßige Leberfunktionsprüfungen durchgeführt werden, da in seltenen Fällen

Leberparenchymschäden auftreten können.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Marcuphen AbZ aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und den Blisterpackungen nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 30 °C lagern.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Marcuphen AbZ enthält

Der Wirkstoff ist Phenprocoumon.

Jede Tablette enthält 3 mg Phenprocoumon.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Hochdisperses Siliciumdioxid, Povidon K25, Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose,

Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

Wie Marcuphen AbZ aussieht und Inhalt der Packung

Weiße, runde, beidseitig gewölbte Tabletten mit beidseitiger Kreuzbruchkerbe (einseitige Snap-Tab).

Marcuphen AbZ

ist in Packungen mit 20, 50, 98 und 100 Tabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

A

Z

-Pharma GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2018.

A

Z-Pharma wünscht Ihnen gute Besserung!

Versionscode: Z13

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Marcuphen AbZ 3 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Tablette enthält 3 mg Phenprocoumon.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose-Monohydrat

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Weiße, runde, beidseitig gewölbte Tabletten mit beidseitiger Kreuzbruchkerbe (einseitige Snap-Tab).

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Langzeitbehandlung und Vorbeugung

der Blutpfropf-Bildung (venöse und arterielle Thrombosen)

des Verschlusses von Blutgefäßen durch Blutpfropf (venöse und arterielle Embolien).

Langzeitbehandlung des Herzinfarktes, wenn ein erhöhtes Risiko für thromboembolische

Komplikationen gegeben ist.

Hinweise:

Bei der Reinfarktprophylaxe in der Posthospitalphase ist der Nutzen einer Langzeitantikoagulation

besonders sorgfältig gegen das Blutungsrisiko abzuwägen.

Die gerinnungshemmende Wirkung von Phenprocoumon setzt mit einer Latenz von ca. 36-72 Stunden

ein. Falls eine rasche Antikoagulation erforderlich ist, muss die Therapie mit Heparin eingeleitet

werden.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Dosierung von

Marcuphen AbZ 3 mg

ist durch die Bestimmung der Thromboplastinzeit oder einen

anderen adäquaten Test (zum Beispiel chromogene Substratmethode)zu überwachen und individuell

anzupassen. Das Messergebnis dieser Bestimmung wird als INR (International Normalized Ratio)

angegeben.

Die erste Bestimmung sollte stets als Gesamtgerinnungsbestimmung vor Beginn der Behandlung mit

Marcuphen AbZ 3 mg

erfolgen. Das Ansprechen auf die Behandlung ist individuell sehr

unterschiedlich; daher ist es unerlässlich, die Blutgerinnung fortlaufend zu kontrollieren und die

Dosierung entsprechend anzupassen.

Je nach Art der vorliegenden Erkrankung wird ein wirksamer Bereich von 2,0-3,5 INR angestrebt.

In Abhängigkeit von der Indikation werden folgende INR-Werte empfohlen:

Indikation

INR-Bereich

Behandlung tiefer Venenthrombosen, Lungenembolie

2,0-3,0

Rezidivierende tiefe Venenthrombosen,

Lungenembolien

2,0-3,0

Myokardinfarkt, wenn ein erhöhtes Risiko für

thromboembolische Ereignisse gegeben ist

2,0-3,0

Vorhofflimmern ohne Vorliegen einer Mitralstenose

2,0-3,0

Patienten mit mechanischen Herzklappen

2,0-3,5

Die Therapie wird üblicherweise mit einer höheren Initialdosis eingeleitet. Es wird empfohlen, bei

normalen INR-Werten am 1. Behandlungstag 2-3 Tabletten (entsprechend 6-9 mg Phenprocoumon)

und am 2. Behandlungstag 2 Tabletten (entsprechend 6 mg Phenprocoumon) zu verabreichen.

Ab dem 3. Tag muss regelmäßig die Thromboplastinzeit bestimmt werden, um den Reaktionstyp des

Patienten festzustellen (Hypo-, Normo-, Hyperreaktion).

Liegt der INR-Wert niedriger als der angestrebte therapeutische Bereich (siehe Tabelle oben),

werden täglich 1½ Tabletten

Marcuphen AbZ 3 mg

(entsprechend 4,5 mg Phenprocoumon)

gegeben.

Liegt der INR-Wert im angestrebten therapeutischen Bereich, wird täglich 1 Tablette

Marcuphen AbZ 3 mg

(entsprechend 3 mg Phenprocoumon) gegeben.

Liegt der INR-Wert höher als der therapeutische Bereich (INR > 3,5), wird täglich ½ Tablette

Marcuphen AbZ 3 mg

(entsprechend 1,5 mg Phenprocoumon) gegeben. Bei INR-Werten > 4,5

soll keine

Marcuphen AbZ 3 mg

-Gabe erfolgen.

Die Erhaltungsdosis muss – ebenso wie die Initialdosis – dem ermittelten INR-Wert angepasst werden.

In der Regel genügen niedrige Erhaltungsdosen von ½ bis 1½ Tabletten

Marcuphen AbZ 3 mg

(1,5-

4,5 mg Phenprocoumon) pro Tag abhängig vom individuellen Ansprechen des Patienten, um den INR-

Wert konstant im angestrebten Bereich zu halten.

Die Gerinnung sollte bei stabil eingestellten Patienten in regelmäßigen Zeitabständen mindestens alle

3-4 Wochen überprüft werden. Eine häufigere Kontrolle ist notwendig bei Änderungen der

Begleitmedikation (Ansetzen, Dosisänderung, Absetzen) (siehe Abschnitt 4.5).

Die Behandlung mit

Marcuphen AbZ 3 mg

kann ohne Ausschleichen beendet werden.

Vorgehen bei vergessener Einnahme einer Dosis

Der antikoagulative Effekt von

Marcuphen AbZ 3 mg

hält mehr als 24 Stunden an. Wenn der Patient

die Einnahme einer Dosis vergisst, soll diese so schnell wie möglich am selben Tag nachgeholt

werden. Eine Einnahme einer doppelten Dosis am folgenden Tag soll nicht erfolgen. Es wird

empfohlen den Arzt zu kontaktieren.

Bridging

Vorteile und Risiken eines perioperativen Bridgings bei Patienten, die mit Vitamin K Antagonisten

(oralen Antikoagulanzien) behandelt werden, müssen sorgfältig abgewogen werden. Patienten, die

erstmals eine orale Antikoagulationstherapie nach einer Operation erhalten, müssen besonders

sorgfältig überwacht werden hinsichtlich ausreichenden Schutzes vor perioperativen

Thromboembolien und einem akzeptablen Blutungsrisiko. Üblicherweise wird eine Bridging Therapie

mit niedermolekularem Heparin (Dosierung basierend auf dem Risikolevel) durchgeführt, bis sich der

INR im therapeutischen Bereich befindet.

Aufhebung der gerinnungshemmenden Wirkung

Die Art und Weise, wie die gerinnungshemmende Wirkung aufgehoben werden soll, ist abhängig vom

INR-Wert und den klinischen Anforderungen. Bei stark erhöhten INR-Werten mit oder ohne

Blutungen soll die Behandlung mit

Marcuphen AbZ 3 mg

unterbrochen werden. Gegebenenfalls ist

eine Kontrolle des INR-Wertes mithilfe von intravenösen Vitamin K-Gaben notwendig. Nähere

Angaben im Abschnitt 4.9.

Kontrolle der Therapie mit

Marcuphen AbZ 3 mg

Eine Kontrolle der Wirkung von

Marcuphen AbZ 3 mg

mittels INR/Thromboplastinzeitbestimmung

(Quick-Wert) oder eines adäquaten Tests (zum Beispiel chromogene Substratmethode) ist speziell zu

Therapiebeginn unerlässlich. Die erste Bestimmung erfolgt vor Behandlungsbeginn, die weiteren

Kontrollen finden täglich oder jeden zweiten Tag statt. Bei ausreichender Erfahrung mit der

Erhaltungsdosis kann man sich – dank der konstanten Wirkung des Präparates – auf größere Intervalle

(zum Beispiel eine Bestimmung alle vier Wochen) beschränken, sofern der Zustand des Patienten oder

die sonstige Medikation keine abrupte Veränderung erleidet.

Für den therapeutischen Bereich gelten die entsprechenden Angaben der Bestimmungsmethode. Beim

INR-Wert ist dieser Bereich auf die oben angegebenen Werte begrenzt. Bei einer erhöhten

Blutungsneigung sollte der INR-Wert zwischen 1,5 und 2,5 liegen.

Prä- und perioperativ sollte die Blutgerinnung ausschließlich mit Heparin kontrolliert werden.

Falls die Blutgerinnung während der Behandlung mit

Marcuphen AbZ 3 mg

unter den therapeutischen

Minimalwert fällt, wird empfohlen, die Dosierung anzupassen und die Gerinnungsparameter nach 2

Tagen erneut zu bestimmen.

Einnahme von Marcuphen AbZ 3 mg mit Nahrung und Getränken

Die Absorptionsrate von

Marcuphen AbZ 3 mg

wie auch die Clearance von freiem Phenprocoumon ist

bei gleichzeitiger Nahrungsaufnahme (z.B. Weizenkleie) leicht reduziert. Die klinische Relevanz

scheint gering zu sein. Allerdings reduziert die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin K-haltigen

Nahrungsmitteln die antikoagulative Wirkung von

Marcuphen AbZ 3 mg

Grapefruit hemmt CYP3A4 und kann zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen (siehe Abschnitt 4.5).

Bei gleichzeitiger Anwendung von Goji Beeren oder Goji Saft wurde eine Verstärkung der

antikoagulativen Eigenschaften von Warfarin beobachtet. Der Mechanismus dieser Interaktion ist

augenblicklich unklar und eine ähnliche Interaktion mit Phenprocoumon kann nicht ausgeschlossen

werden (siehe Abschnitt 4.5).

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Ältere Patienten (besonders über 75 Jahre) benötigen im Allgemeinen eine niedrigere Dosierung als

jüngere Patienten, um denselben INR-Wert zu erreichen. Bei älteren Patienten sollte die

antikoagulative Medikation besonders engmaschig überwacht werden.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Nierenfunktionsstörungen haben keinen signifikanten Einfluss auf die Eliminationshalbwertszeit.

Jedoch ist

Marcuphen AbZ 3 mg

bei Patienten mit manifester Niereninsuffizienz kontraindiziert.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Leberfunktionsstörungen haben keinen signifikanten Einfluss auf die Phenprocoumon Clearance.

Allerdings ist

Marcuphen AbZ 3 mg

aufgrund des erhöhten Blutungsrisikos bei schweren Schäden des

Leberparenchyms kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Kinder und Jugendliche

Für die Anwendung von oralen Antikoagulanzien einschließlich

Marcuphen AbZ 3 mg

bei Kindern

unter 14 Jahren liegen nur unzureichende Erfahrungen vor. Vorsicht und eine häufigere Kontrolle der

INR-Werte wird empfohlen.

Art der Anwendung

Die Tabletten werden 1-mal täglich morgens oder abends unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit

(z. B. 1 Glas Wasser) eingenommen.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Antikoagulantienbehandlung sollte nach Möglichkeit schon vor Therapiebeginn

festgelegt werden. Die Behandlung mit Phenprocoumon richtet sich nach den klinischen Bedürfnissen;

sie kann sich über mehrere Monate, gegebenenfalls Jahre erstrecken. Die Indikation zur

Antikoagulation ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen.

Postoperative Prophylaxe der tiefen Venenthrombose / verlängerte Immobilisierung nach

Hüftchirurgie und Operation einer Femurfraktur

Bei den meisten

thrombosegefährdeten

Patienten ist eine 3- bis 4-wöchige Prophylaxe mit

Phenprocoumon angezeigt; zumindest sollte die Antikoagulation so lange erfolgen, bis der Kranke

ausreichend mobil ist. Zu frühes Absetzen vergrößert die Thrombosegefahr. Nach Operationen und

Geburten sollte

Marcuphen AbZ 3 mg

vom 2. oder 3. Tag an gegeben werden, wenn kein erhöhtes

Blutungsrisiko besteht.

Prophylaxe der arteriellen Embolie

Die Behandlung mit

Marcuphen AbZ 3 mg

richtet sich nach den klinischen Anforderungen und kann

über mehrere Monate oder Jahre fortgeführt werden.

Therapie der Thrombose oder Embolie

akuter Thrombose

oder schon

bestehender Embolie

ist die Einleitung der

Antikoagulanzientherapie durch intravenöse Applikation von Heparin unerlässlich. Nach

Überwindung der akuten Krankheitsphase – d. h. frühestens nach 2, in schweren Fällen nach mehreren

Tagen – kann die Behandlung mit

Marcuphen AbZ 3 mg

weitergeführt werden. Am ersten

Übergangstag sollte der Patient neben der unverminderten Menge von Heparin die volle Initialdosis

Marcuphen AbZ 3 mg

erhalten, denn Heparin hat keine Nachwirkung, während

Marcuphen AbZ 3

mg

die bereits erwähnte Latenzzeit bis zum Eintritt des gerinnungshemmenden Effektes aufweist.

Während dieser Umstellung ist eine besonders sorgfältige Kontrolle der Gerinnungsverhältnisse

notwendig. Die Dauer der Behandlung mit Heparin hängt von der Zeitspanne bis zum Erreichen des

erwünschten Grades der Antikoagulation ab.

Bei Herzinfarkt werden mit der Langzeitbehandlung (über Monate und Jahre) gute Ergebnisse erzielt.

Die Höhe der Dosierung richtet sich auch hier nach dem Ergebnis der Gerinnungskontrolle (INR-

Wert).

Umstellung von Heparin auf

Marcuphen AbZ 3 mg

Bei Behandlungsbeginn sollte eine Gesamtgerinnungsbestimmung zum Ausschluss okkulter

Gerinnungsstörungen durchgeführt werden (PTT, Thrombinzeit, Heparin-Toleranztest). Für den

Übergang von Heparin auf

Marcuphen AbZ 3 mg

ergibt sich etwa folgendes Schema:

Erster Tag der Umstellung:

Marcuphen AbZ 3 mg

: 1-mal 2-3 Tabletten

b) Heparin: Dauerinfusion (20.000 bis 30.000 I. E. p.d.) oder alle 8 Stunden 7.500 I. E. s.c.

Zweiter Tag der Umstellung:

Marcuphen AbZ 3 mg

: 1-mal 2 Tabletten

b) Heparin: Dauerinfusion (20.000 bis 30.000 I. E. p.d.) oder alle 8 Stunden 7.500 I. E. s.c.

Dritter Tag der Umstellung und weitere Behandlungszeit:

Marcuphen AbZ 3 mg

: Erhaltungsdosis von ½ bis 1½ Tabletten p.d. je nach INR-Wert (siehe orale

Dosis ab dem 3. Tag)

b) Heparin: absetzen, wenn

Marcuphen AbZ 3 mg

die volle Wirkung entfaltet.

4.3

Gegenanzeigen

Marcuphen AbZ 3 mg

darf nicht angewendet werden

bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile

bei Erkrankungen, bei denen das Blutungsrisiko den möglichen therapeutischen Benefit

überwiegt, z. B. hämorrhagische Diathesen, schweren Leberparenchymerkrankungen (siehe

Abschnitt 4.4 und 4.8), manifeste Niereninsuffizienz, schwere Thrombozytopenie

bei Erkrankungen, bei denen der Verdacht auf eine Läsion des Gefäßsystems besteht, z. B.:

bei frischem apoplektischem Insult

bei Endocarditis

bei Perikarditis

bei Hirnarterienaneurysma

bei disseziierendem Aortenaneurysma

bei Ulzera im Magen-Darm-Trakt

bei Traumen oder chirurgischen Eingriffe am Zentralnervensystem

bei einer Operation am Auge

bei Retinopathien mit Blutungsrisiko

bei fortgeschrittener Arteriosklerose

bei fixierter und behandlungsrefraktärer Hypertonie (> 200/105 mmHg)

bei kavernöser Lungentuberkulose

nach urologischen Operationen solange Blutungsneigung (Makrohämaturie) besteht

bei ausgedehnten offenen Wunden (auch nach chirurgischen Eingriffen)

in der Schwangerschaft (Ausnahme: absolute Indikation zur Antikoagulation bei

lebensbedrohlicher Heparin-Unverträglichkeit)

Während der Behandlung mit Antikoagulanzien sollten keine Angiographie oder andere diagnostische

oder therapeutische Verfahren mit einem Risiko für unkontrollierbare Blutungen durchgeführt werden.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allgemeine Hinweise

Marcuphen AbZ 3 mg

sollte nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden

bei Nephrolithiasis

bei Anfallsleiden

bei chronischem Alkoholismus

bei mangelnder Compliance des Patienten

während der Stillzeit

Eine besonders sorgfältige Überwachung der Dosierung ist angezeigt bei Herzdekompensation,

Arteriosklerose und Hypertension, leichteren Hepatopathien, Vaskulitis sowie schwerem Diabetes

mellitus.

Phenprocoumon hat einen engen therapeutischen Bereich. Daher ist bei Wechsel von einem Präparat

auf ein anderes Vorsicht geboten und ein engmaschiges Monitoring des INR-Wertes erforderlich.

Bei älteren Patienten und bei Kindern soll die antikoagulative Medikation besonders engmaschig

überwacht werden (siehe auch Abschnitt 4.2).

Eingriffe und Operationen

Intramuskuläre Injektionen, Lumbalpunktionen, rückenmarksnahe Regionalanästhesien sowie

Angiographien dürfen unter der Behandlung mit

Marcuphen AbZ 3 mg

aufgrund der Gefahr massiver

Blutungen nicht durchgeführt werden. Bei invasiven diagnostischen Eingriffen ist das Nutzen-Risiko-

Verhältnis zwischen Blutungsrisiko und Rethrombose abzuwägen.

Eine besonders sorgfältige Überwachung der Dosierung ist angezeigt, wenn

Marcuphen AbZ 3 mg

nach Operationen angewendet wird, bei denen eine erhöhte Gefahr sowohl von Thrombosen als auch

von Blutungen besteht (z. B. Lungenresektionen, Operationen der Urogenitalorgane, des Magens und

der Gallenwege).

Traumen

Nach Verletzungen (Traumen), wie z.B. infolge eines Unfalls, besteht erhöhte Blutungsgefahr. Der

Patient sollte auf die erhöhte Blutungsgefahr bei der Einnahme von

Marcuphen AbZ 3 mg

hingewiesen und aufgefordert werden, Tätigkeiten zu vermeiden, die leicht zu Unfällen oder

Verletzungen führen können.

Interaktionen

Mögliche Interaktionen von

Marcuphen AbZ 3 mg

mit anderen Arzneimitteln sind sorgfältig zu

beachten (siehe Abschnitt 4.5). Phenylbutazon und Analoga sollten bei mit

Marcuphen AbZ 3 mg

behandelten Patienten nicht angewendet werden. Eine komplexe Interaktion ergibt sich bei

gleichzeitiger Einnahme mit Alkohol: Bei hohem gewohnheitsmäßigem Alkoholkonsum kann die

gerinnungshemmende Wirkung herabgesetzt sein, doch ist bei einer beeinträchtigten Leberfunktion

auch eine verstärkte Wirkung möglich.

Die Bindung von Phenprocoumon an Serumproteine kann bei den unterschiedlichsten

Krankheitsbildern verringert sein, so dass die Wirkung des Arzneimittels verstärkt werden kann. Dies

erfordert eine besonders engmaschige Überprüfung des INR-Wertes.Intramuskuläre Injektionen

sollten während der Antikoagulanzientherapie nach Möglichkeit unterbleiben, da hierbei Blutungen

bzw. Hämatome auftreten können. Bei subkutanen und intravenösen Injektionen wird diese

Komplikation selten beobachtet.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn es notwendig ist PT/INR für diagnostische oder therapeutische

Eingriffe zu erniedrigen (z.B. Angiographie, Lumbalpunktion, kleineren Operationen,

Zahnextraktionen, usw.).

Hautnekrosen (meist Hautinfarkte) können zu Beginn der antikoagulativen Therapie auftreten. In

diesen Fällen muss die Therapie mit

Marcuphen AbZ 3 mg

durch Vitamin K

gestoppt werden und der

Patient muss umgehend auf Heparin umgestellt werden. Zusätzlich kann Prednison gegeben werden.

Kalziphylaxie ist ein seltenes Syndrom der Gefäßverkalkung mit Hautnekrose und verbunden mit

einer hohen Sterblichkeit. Die Erkrankung wird hauptsächlich bei Patienten mit terminaler

Nierenerkrankung beobachtet, die eine Dialyse erhalten, oder bei Patienten mit bekannten

Risikofaktoren wie Protein-C- oder -S-Mangel, Hyperphosphatämie, Hyperkalzämie oder

Hypoalbuminämie. Es wurden seltene Fälle von Kalziphylaxie gemeldet, in denen Patienten Vitamin-

K-Antagonisten, einschließlich

Marcuphen AbZ 3 mg

, einnahmen, auch wenn sie an keiner

Nierenerkrankung litten. Wenn Kalziphylaxie diagnostiziert wird, sollten eine geeignete Behandlung

begonnen und das Absetzen von

Marcuphen AbZ 3 mg

erwogen werden.

Überwachung

Eine regelmäßige Kontrolle der Wirkung von Phenprocoumon durch Bestimmung der

Thromboplastinzeit ist unerlässlich.

Die Gerinnung muss stets vor Behandlungsbeginn und während der Behandlung kontrolliert werden.

In den ersten Behandlungstagen sind engmaschige (alle 1-2 Tage) Kontrollen angezeigt. Bei stabil

eingestellten Patienten sind größere Intervalle zwischen den Kontrollen im Allgemeinen ausreichend

(jedoch mindestens regelmäßig alle 3-4 Wochen), sofern keine abrupten Änderungen hinsichtlich

Nebenmedikationen, Ernährungsgewohnheiten oder Allgemeinzustand (z. B. Fieber) vorliegen.

Unter Langzeittherapie mit Phenprocoumon sollten im Rahmen der ärztlichen Überwachung

regelmäßige Leberfunktionsprüfungen durchgeführt werden, da in seltenen Fällen

Leberparenchymschäden bis hin zum Leberversagen (einschließlich Todesfälle) im Zusammenhang

mit Phenprocoumon berichtet wurden (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sind darauf hinzuweisen,

sich ärztlichen Rat einzuholen, bevor sie die Behandlung fortsetzen, wenn sich Anzeichen und

Symptome einer fulminanten Lebererkrankung wie schnell entwickelnde Asthenie begleitet von

Ikterus, Dunkelfärbung des Urins, Blutungsneigung oder hepatische Enzephalopathie entwickeln.

Patienten, die ambulant mit Phenprocoumon behandelt werden, sollten einen vom Arzt ausgestellten

Ausweis, aus dem die Antikoagulanzienbehandlung ersichtlich ist, bei sich tragen.

Nach Absetzen der Therapie dauert es 7-10 Tage und länger, ehe sich die Gerinnungswerte

normalisiert haben.

Zur Latenz bis zum Wirkungseintritt siehe Hinweis in Abschnitt 4.1.

Die Menstruationsblutung kann verstärkt und verlängert sein, stellt aber keine Kontraindikation für

Marcuphen AbZ 3 mg

dar. Bei außergewöhnlich starken und exzessiv verlängerten Blutungen oder

Durchbruchblutungen sollte aber ein Gynäkologe zum Ausschluss einer organischen Verletzung

aufgesucht werden.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Phenprocoumon hat einen engen therapeutischen Bereich und somit ist generell Vorsicht bei jeder

Begleitmedikation geboten. Die individuelle Fachinformation für jede neue Begleitmedikation ist

bezüglich einer möglichen Dosisanpassung oder einer engmaschigeren Überwachung von

Phenprocoumon zu überprüfen. Selbst wenn keine Informationen zu einer Interaktion mit

Phenprocoumon beschrieben sind, sollte die Möglichkeit einer Interaktion beachtet werden. Wenn

Zweifel bezüglich des Ausmaßes einer Interaktion besteht, ist ein intensiveres Monitoring erforderlich.

Aufgrund vielfacher Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten dürfen Patienten während einer

Therapie mit

Marcuphen AbZ 3 mg

weitere Medikamente grundsätzlich nur nach Rücksprache mit

dem behandelnden Arzt einnehmen oder absetzen.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit anderen Medikamenten oder bei abrupter Umstellung der

Ernährungsgewohnheiten und Einnahme von Vitamin-K-haltigen Präparaten sowie bei interkurrenten

oder gleichzeitig bestehenden Erkrankungen (z.B. Lebererkrankungen, Herzinsuffizienz) kann es zu

einer veränderten Wirksamkeit von Phenprocoumon kommen. In diesen Fällen empfiehlt es sich,

häufigere Gerinnungskontrollen vorzunehmen.

Da Phenprocoumon hauptsächlich durch die Isoenzyme CYP450 2C9 und 3A4 metabolisiert wird,

kann die gleichzeitige Einnahme von Substraten, Aktivatoren oder Inhibitoren der Cytochrome

CYP2C9 und CYP3A4 die Wirkung von Phenprocoumon beeinflussen.

Einfluss anderer Substanzen auf Marcuphen AbZ 3 mg

Substanzen, die die Wirkung von oralen Antikoagulanzien verstärken können

Inhibitoren von CYP2C9 und CYP3A4 oder kompetitive Substrate können die antikoagulative

Wirkung von

Marcuphen AbZ 3 mg

verstärken.

Beispiele von Substanzen, die die antikoagulative Wirkung verstärken:

andere Antikoagulanzien: unfraktioniertes Heparin, niedermolekulare Heparine oder

Heparinoide, Acenocoumarol sowie Thrombozytenaggregationshemmer wie Clopidogrel

können die Wirkung von Phenprocoumon durch ihre antikoagulativen Eigenschaften verstärken

und zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen. Wenn eine gleichzeitige Anwendung erforderlich

ist, wird eine engmaschigere Überprüfung von Prothrombinzeit /INR empfohlen, speziell zu

Therapiebeginn oder bei Absetzen von Phenprocoumon.

Allopurinol

Antiarrhythmika: Amiodaron, Chinidin, Propafenon

Methoxsalen (früher Ammoidin)

bestimmten Antibiotika: Amoxicillin mit oder ohne Clavulansäure, Aminoglykoside,

Chloramphenicol, Tetracycline, z.B. Doxycyclin, Trimethoprim-Sulfamethoxazol

(Cotrimoxazol) und andere Sulfonamide, Cloxacillin, Makrolide (z.B. Clarithromycin,

Erythromycin-Derivate), Lincosamide (z.B. Clindamycin), N-Methylthiotetrazol-

Cephalosporinen und andere Cephalosporine (Cefazolin, Cefpodoximproxetil, Cefotaxim,

Ceftibuten, Ceftriaxon), einige Quinolone (z.B. Levofloxacin)

Disulfiram

Fibrate

Imidazolderivate (z.B. Ketoconazol)

Triazolderivate

Analgetika und/oder Antirheumatika: Leflunomid, Phenylbutazon und Analoga, Piroxicam,

selektive Coxibe, Acetylsalicylsäure

Tramadol

Methyltestosteron und andere anabole Steroide

Thyroxin

Zytostatika: Tamoxifen, Capecitabin

Glucosamin

trizyklischen Antidepressiva

Statine, z.B. Simvastatin

selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)

Grapefruit interagiert mit vielen Arzneistoffen einschließlich Phenprocoumon. Es hemmt CYP3A4

und kann zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen.

Vorsicht ist geboten, wenn Patienten, die mit Vitamin K Antagonisten wie Phenprocoumon behandelt

werden, gleichzeitig Goji Saft oder Beeren zu sich nehmen.

Eine Veränderung der Gerinnungsparameter und/oder Blutungen sind bei Patienten gemeldet worden,

die Capecitabin zusammen mit Cumarin-Derivaten wie Warfarin oder Phenprocoumon einnahmen.

Diese unerwünschten Wirkungen traten innerhalb mehrerer Tage und bis zu mehreren Monaten nach

Beginn der Behandlung mit Capecitabin auf, in wenigen Fällen auch innerhalb eines Monats nach

Ende der Behandlung mit Capecitabin.

Substanzen, die die antikoagulative Wirkung abschwächen können

Induktoren von CYP2C9 oder CYP3A4 können die antikoagulative Wirkung von

Marcuphen

AbZ 3 mg

abschwächen. Beispiele für Substanzen, die die antikoagulative Wirkung

antagonisieren, sind:

Azathioprin

Barbiturate

Carbamazepin

Colestyramin

Digitalis-Herzglykoside

Diuretika

Corticosteroide

Gluthetimid (Aminogluthetimid)

6-Mercaptopurin

Rifampicin

Metformin

Thiouracil

Vitamin-K-haltige Präparate

Bei Barbituraten, Glutethimid, Rifampicin und Carbamazepin beruht die Interaktion auf einer

Induktion mikrosomaler Enzyme, daher ist bei Absetzen der Medikation unter fortlaufender

Antikoagulanzientherapie aufgrund der Überdosierungsgefahr eine engmaschige Kontrolle angezeigt.

Die Wirkung von Phenprocoumon kann durch gleichzeitige Gabe von Johanniskraut-Zubereitungen

abgeschwächt werden. Dies dürfte u.a. durch eine Induktion des Cytochrom-P-450-Enzyms bedingt

sein. Eine engmaschige Kontrolle der Gerinnungsparameter, insbesondere zu Beginn und aufgrund der

Überdosierungsgefahr nach Absetzen der Behandlung mit Johanniskraut, sowie eine entsprechende

Anpassung der Dosis von Phenprocoumon werden empfohlen.

Substanzen mit variablem Einfluss auf

Marcuphen AbZ 3 mg

Eine komplexe Interaktion ergibt sich für Ethanol. Akute Aufnahme potenziert die Wirkung oraler

Antikoagulanzien, während chronische Aufnahme diese abschwächt. Bei chronischer Aufnahme von

Alkohol und einer Leberinsuffizienz kann es jedoch auch zu einer Wirkungsverstärkung kommen.

Estrogen/Gestagen-Kontrazeptiva können die Clearance von Phenprocoumon erhöhen, ohne den

antikoagulierenden Effekt zu beeinflussen.

Einfluss von Marcuphen AbZ 3 mg auf andere Substanzen

Marcuphen-AbZ 3 mg

kann die Wirkung von Sulfonylharnstoffen verstärken (Gefahr von

Hypoglykämie).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter/Verhütung

Frauen im gebärfähigen Alter, die

Marcuphen-AbZ 3 mg Tabletten

einnehmen, müssen während der

Behandlung wirksame Verhütungsmethoden anwenden und sollten dies drei Monate nach Einnahme

der letzten Dosis fortsetzen.

Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollten vor der Schwangerschaft auf eine sicherere

Alternative umgestellt werden.

Schwangerschaft

Beruhend auf bisherigen Erfahrungen am Menschen kann Phenprocoumon bei Verabreichung

während der Schwangerschaft zu Geburtsschäden und zum Tod des Fötus führen. Es liegen

epidemiologische Hinweise vor, dass das Risiko von Geburtsschäden und Fetaltod mit zunehmender

Dauer der Exposition gegenüber Phenprocoumon im ersten Trimenon der Schwangerschaft zunimmt,

wobei die Rate von schweren Geburtsfehlern stark ansteigt, wenn die Behandlung mit Phenprocoumon

über die fünfte Schwangerschaftswoche hinaus fortgesetzt wird.

Bei Exposition gegenüber Phenprocouomon während des zweiten und dritten Trimenons der

Schwangerschaft hat der Fötus ein erhöhtes Risiko für eine intrauterine oder unter der Geburt

auftretende (zerebrale) Blutung aufgrund einer fötalen Gerinnungshemmung.

Beim Menschen passiert Phenprocoumon die Plazentaschranke.

Phenprocoumon darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).

Falls die Patientin während der Einnahme von

Marcuphen-AbZ 3 mg Tabletten

schwanger wird, sollte

sie sofort auf eine sicherere alternative Behandlung (z. B. Heparin) umgestellt und eine engmaschige

Nachkontrolle inklusive eines Ultraschalls Stufe II empfohlen werden.

Stillzeit

Bei stillenden Müttern gelangt der Wirkstoff in die Muttermilch, allerdings in so geringen Mengen,

dass keine Nebenwirkungen beim Säugling zu erwarten sind. Vorsichtshalber wird jedoch eine

Prophylaxe durch Verabreichung von Vitamin K1 an das Kind empfohlen.

Fertilität

Hinsichtlich der Auswirkungen von

Marcuphen AbZ 3 mg

auf die Fertilität liegen keine Daten vor.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Marcuphen AbZ 3 mg

hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen.

4.8

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000, < 1/100

Selten

≥ 1/10.000, < 1/1.000

Sehr selten

< 1/10.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils: Aufgrund der Eigenschaften von Phenprocoumon sind

Blutungen möglich, an denen verschiedene Organe beteiligt sein können, insbesondere

lebensbedrohliche Blutungen im Zentralnervensystem und dem Gastrointestinaltrakt.

Organklasse

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000,

< 1/100)

Selten

(≥ 1/10.000,

< 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit

auf Grundlage

der

verfügbaren

Daten nicht

abschätzbar)

Erkrankungen

des Blutes und

des Lymph-

systems

Durch

Blutungen

bedingte

Anämien

Endokrine

Erkrankungen

Blutungen im

Bereich der

Bauchspeichel-

drüse und der

Nebenniere

Stoffwechsel-

und

Ernährungs-

störungen

Kalziphylaxie

Erkrankungen

des Nerven-

systems

Blutungen im

Bereich des

Rückenmarks

und Gehirns

Kompressions-

syndrom des

Nervus

femoralis

infolge einer

retro-

peritonealen

Blutung

Augen-

erkrankungen

Netzhaut-

blutungen

Herz-

erkrankungen

Blutungen im

Bereich des

Herzbeutels

Gefäß-

erkrankungen

Hämatome

nach

Verletzungen

Brennende

Schmerzen in

den Großzehen

gleichzeitiger

Verfärbung der

Großzehen

(purple toes)

Erkrankungen

der

Atemwege, des

Brustraums

und

Mediastinums

Epistaxis

Blutungen im

Bereich der

Pleurahöhle

Erkrankungen

des Gastro-

intestinal-

trakts

Zahnfleisch-

bluten

Einblutung in

die Darmwand

(Antikoagulan-

zienabdomen),

Blutungen aus

dem Magen-

Darm-Trakt,

Blutungen im

Bereich des

Retro-

peritoneums

Gastro-

intestinale

Störungen wie

z.B. Übelkeit,

Appetit-

minderung,

Erbrechen,

Diarrhoe

Leber- und

Gallen-

erkrankungen

Hepatitiden,

Ikterus,

Leberversagen

erforderlicher

Lebertrans-

plantation oder

mit Todesfolge,

Leber-

parenchym-

schäden (siehe

Abschnitt 4.4)

Erkrankungen

der Haut und

Urtikaria,

Exanthem,

Schwere

Hautnekrosen,

des

Unterhaut-

zellgewebes

Pruritus,

Dermatitis,

reversible

Alopecia

diffusa

manchmal mit

Todesfolge

(Purpura

fulminans) oder

der Folge einer

dauerhaften

Behinderung,

allergische

Hautreaktion

Skelettmusku-

latur-,

Bindegewebs-

und Knochen-

erkrankungen

Blutungen im

Bereich von

Gelenken

und/oder

Muskeln

Nach längerer

Anwendung

(Monate) kann

sich –

insbesondere

bei dazu

disponierten

Patienten –

eine

Osteopenie/

Osteoporose

entwickeln

Erkrankungen

der Nieren

und Harnwege

Hämaturie

einschließlich

Micro-

hämaturie

Hinweise

Bei aufgetretenen Hautnekrosen (meist Hautinfarkte) ist ein Zusammenhang mit vorbestehendem

Mangel an Protein C oder seines Cofaktors Protein S beschrieben worden. Es scheint, dass Nekrosen

von lokalen Thrombosen oder Mikrozirkulation begleitet sind, deren Auftreten sich einige Tage nach

Beginn der Antikoagulanzientherapie zeigt. Es empfiehlt sich, die Wirkung von Phenprocoumon durch

Vitamin K

zu unterbrechen und die Antikoagulanzientherapie möglichst früh auf Heparin

umzustellen, um eine eventuell weitere Thrombosierung zu verhindern. Zusätzlich wird die

Verabreichung von Prednison als therapeutische Maßnahme diskutiert.

Bei auftretender Purpura sollte differenzialdiagnostisch eine Thrombozytopenie oder eine allergisch

bedingte Vasculitis in Erwägung gezogen werden.

Je nach Ort oder Ausdehnung können auftretende Blutungen im Einzelfall lebensbedrohlich sein oder

Schäden hinterlassen, wie z.B. Lähmungen nach einer Nervenschädigung.

Die Antikoagulanzientherapie kann zu einer erhöhten Freisetzung von Material aus atheromatösen

Plaques führen und das Risiko für Komplikationen durch systemische Cholesterol-Mikroembolisation

einschließlich „purple toes syndrome" erhöhen. Die Beendigung der Phenprocoumon-Therapie muss

erwogen werden, wenn solche Phänomene beobachtet werden.

Unter Langzeittherapie mit Phenprocoumon sollten im Rahmen der ärztlichen Überwachung

regelmäßige Leberfunktionsprüfungen durchgeführt werden, da in seltenen Fällen

Leberparenchymschäden auftreten können.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Eine Überdosierung führt zu einer zu langen Thromboplastinzeit und eventuell zu Blutungen. Falls der

INR-Wert während der Behandlung mit

Marcuphen AbZ 3 mg

den oberen therapeutischen Grenzwert

übersteigt, werden eine Dosisreduzierung und die erneute Überprüfung der Gerinnungsparameter nach

2 Tagen empfohlen.

Nach akuter Einnahme großer Dosen steht beim Menschen während der ersten 24 Stunden eine

kapillartoxische Wirkung mit Hirnödem im Vordergrund. Danach kommt es zu Erhöhung des INR-

Wertes und zu Blutungen.

Erkennbare Zeichen einer akuten Überdosierung können, abhängig von deren Ausmaß, sein:

Blutbeimengungen im Urin, petechiale Blutungen an Stellen mechanischer Belastung, spontane Haut-

und Schleimhautblutungen, Blutstuhl, Verwirrtheitszustände bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Bewusstlosigkeit kann ein Anzeichen für eine Gehirnblutung sein. Die sofortige notärztliche

Behandlung ist erforderlich.

In den meisten Fällen können weniger schwere Blutungen durch das Absetzen des Antikoagulans

kontrolliert werden.

Therapie/Antidote

Spezifischer Antagonist: Vitamin K

Vitamin K

- (Phytomenadion) ist in der Lage, die antikoagulative Wirkung innerhalb von 24 Stunden

aufzuheben.

Bei leichteren Blutungen (wie z.B. vorübergehendes Nasenbluten, mikroskopische Hämaturie,

isolierte kleine Hämatome) genügt es meist, die Dosis vorübergehend zu verringern. In diesen Fällen

ist es besser, kein Phytomenadion (Vitamin K

) zu verabreichen, da dadurch eine effektive

Antikoagulation für mehrere Tage verhindert wird.

Bei behandlungsbedürftigen Blutungen sollten 5 bis 10 mg Vitamin K

oral verabreicht werden. Nur

bei lebensbedrohlichen Blutungen sollten 10 bis 20 mg Vitamin K

langsam i.v. (cave anaphylaktoide

Reaktion) gegeben werden. Falls der INR-Wert nicht sinkt, soll die Applikation nach einigen Stunden

wiederholt werden.

Unterstützende und Notfallmaßnahmen

Wenn in Fällen von sehr starker oder bedrohlicher Blutung (wie z.B. Verdacht auf intrakraniale

Blutung, massive gastrointestinale Einblutung, Notoperationen) der Eintritt der vollen Vitamin-K

Wirkung nicht abgewartet werden kann, ist durch Infusion von virusinaktiviertem

Prothrombinkomplexkonzentrat (PPSB) oder von frisch gefrorenem Plasma die Aufhebung der

Phenprocoumon-Wirkung möglich.

Durch orale Verabreichung von Colestyramin (fünfmal 4 g/Tag) kann die Elimination von

Phenprocoumon zusätzlich beschleunigt werden.

Eine engmaschige Überwachung der Gerinnungsparameter sollte gewährleistet sein.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antithrombotische Mittel, Vitamin-K-Antagonisten

ATC-Code: B01AA04

Phenprocoumon ist ein Vitamin-K-Antagonist aus der Gruppe der Cumarine. Phenprocoumon ist ein

Racemat und liegt als Gemisch aus 2 Enantiomeren vor.

Phenprocoumon hemmt in der Leber die Bildung aktiver Gerinnungsfaktoren (II, VII, IX und X),

Protein C und S aus inaktiven „Precursor“-Proteinen. Für diese Aktivierung ist Vitamin K notwendig,

welches hierbei zum inaktiven Vitamin-K-2,3-Epoxid oxidiert und anschließend wieder zum nativen

Vitamin K reduziert wird (Vitamin-K-Epoxid-Zyklus). Phenprocoumon unterbricht diesen Zyklus,

indem es die enzymatische Reduktion des Epoxids zum Vitamin K hemmt. Hieraus resultiert eine

verminderte Regeneration von biologisch wirksamem Vitamin K sowie die Zunahme der inaktiven

Vorstufen der Gerinnungsproteine (Protein Induced by Vitamin K Absence [PIVKA]) in Leber und

Plasma. Darüber hinaus werden weitere Vitamin-K-abhängige Carboxylierungsreaktionen in anderen

Organen durch Phenprocoumon gehemmt (z. B. in Niere, Plazenta, Knochen). Die bereits gebildeten

Gerinnungsfaktoren werden durch Phenprocoumon nicht beeinträchtigt. Aus diesem Grunde erzielt

man mit dem Präparat keine sofortige Gerinnungshemmung wie zum Beispiel mit Heparin;

in vitro

Phenprocoumon unwirksam. Die Wirkung von Marcuphen AbZ 3 mg Tabletten auf die Gerinnung

beginnt nach ein bis zwei Tagen; die volle Wirksamkeit wird nach vier bis sechs Tagen erreicht.

Eine Erhöhung der Dosis von Phenprocoumon führt nicht zur Verkürzung der Latenzzeit. Der Grad

der Gerinnungshemmung wird mit der INR/Thromboplastinzeitbestimmung oder einer adäquaten

Modifikation dieser Methode überprüft. Gemessene Gerinnungszeiten lassen sich vorzugsweise in

INR-Werte umrechnen.

Phenprocoumon zeichnet sich durch eine gleichmäßige, langanhaltende und nicht abrupt aufhörende

Wirkung aus. Dank seiner spezifischen, nur auf das Vitamin-K-Enzymsystem gerichteten Wirkung

verursacht es keine allgemeine Leberschädigung. Aus diesen Gründen eignet sich Phenprocoumon

ganz besonders für eine Monate oder Jahre dauernde Behandlung (Langzeitantikoagulation).

Die durch Phenprocoumon induzierte Gerinnungsverzögerung wird durch Antagonisten vom Typ

Phytomenadion (Vitamin K1) aufgehoben.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption und Verteilung

Phenprocoumon wird rasch aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert.

Im Plasma wird Phenprocoumon zu etwa 99 % an Plasmaproteine - in erster Linie an Albumin -

gebunden und übt auf diese Weise eine Depotfunktion aus. Wegen der langen Verweildauer von

eiweißgebundenem Phenprocoumon im Plasma stellen sich konstante Konzentrationen

(Fließgleichgewicht) erst mehrere Tage nach Änderung der Erhaltungsdosis ein. Bei Hypoproteinämie

wie z. B. beim nephrotischen Syndrom ist die Wirkung von Phenprocoumon aufgrund erhöhter

Clearance vermindert.

Das Verteilungsvolumen beträgt ca. 100 - 150 ml/kg.

Die Wirkung von Phenprocoumon auf die Gerinnung beginnt erst nach ca. 2 bis 3 Tagen, da die

Kinetik des pharmakologischen Effektes von der Halbwertszeit der Vitamin-K-abhängigen

Gerinnungsfaktoren abhängt.

Aus dem Vergleich von pharmakokinetischen Daten nach oraler und intravenöser Gabe kann

geschlossen werden, dass eine hohe Bioverfügbarkeit vorliegt.

Phenprocoumon passiert die Plazentaschranke und geht in die Muttermilch über.

Biotransformation und Elimination

Phenprocoumon wird hauptsächlich durch die Isoenzyme CYP450 2C9 und 3A4 metabolisiert.

Die Elimination von Phenprocoumon erfolgt zum überwiegenden Anteil durch Metabolismus in der

Leber (Hydroxylierungs- und Konjugationsreaktion), ein Teil der konjugierten Muttersubstanz

durchläuft den enterohepatischen Kreislauf. Die Metaboliten werden im Urin ausgeschieden.

Weniger als 15 % der Arzneimittelmenge wird unverändert im Urin ausgeschieden.

Phenprocoumon besitzt eine niedrige hepatische Extraktionsrate, die hepatische Clearance beträgt

weniger als 1 ml/min.

Die Eliminationshalbwertszeit beträgt ca. 6,5 Tage.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Eine Niereninsuffizienz hat keinen nennenswerten Einfluss auf die Halbwertszeit. Infolge

metabolischer Induktion, zum Beispiel durch Barbiturate, kann die Wirksamkeit von

Marcuphen AbZ

3 mg

abgeschwächt, infolge Verdrängung aus der Eiweißbindung, zum Beispiel durch

entzündungshemmende Arzneimittel, dagegen verstärkt werden.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die verfügbaren präklinischen Untersuchungen liefern keine zusätzlichen Ergebnisse im Vergleich zu

den bereits beschriebenen klinischen Informationen.

Mutagenität

Untersuchungen zur Mutagenität von Phenprocoumon liegen nicht vor.

Kanzerogenität

Gezielte Untersuchungen zum tumorigenen Potenzial von Phenprocoumon wurden nicht durchgeführt.

Reproduktionstoxizität

Während Warfarin-Exposition wurden im 1. Trimenon Chondrodysplasien (Conradi-Hünerman-

Syndrom) sowie im 2. und 3. Trimenon Wachstumsstörungen mit Mikroenzephalie und

Optikusatrophie beobachtet. Aufgrund der chemischen Verwandtschaft mit Warfarin muss daher bei

Phenprocoumon sowohl mit teratogenen als auch mit embryotoxischen Effekten gerechnet werden.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Hochdisperses Siliciumdioxid

Povidon K25

Lactose-Monohydrat

Mikrokristalline Cellulose

Croscarmellose-Natrium

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/Aluminium Blisterpackung

Packung mit 20 Tabletten

Packung mit 50 Tabletten

Packung mit 98 Tabletten

Packung mit 100 Tabletten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

A

Z

-Pharma GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

30494.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 18. Juni 1996

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 16. Juli 2012

10.

STAND DER INFORMATION

Juni 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen