Lacosamid G.L. 50 mg Filmtabletten Lacosamid G.L. 100 mg Filmtabletten Lacosamid G.L. 150 mg Filmtabletten Lacosamid G.L. 200 mg

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

05-03-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

05-03-2021

Wirkstoff:
Lacosamid; Lacosamid; Lacosamid; Lacosamid
Verfügbar ab:
G.L. Pharma GmbH (8070827)
INN (Internationale Bezeichnung):
Lacosamide, Lacosamide, Lacosamide, Lacosamide
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Lacosamid (31188) 50 Milligramm; Lacosamid (31188) 100 Milligramm; Lacosamid (31188) 150 Milligramm; Lacosamid (31188) 200 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
98911.00.00
Berechtigungsdatum:
2018-08-13

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Lacosamid G.L. 50 mg Filmtabletten

Lacosamid G.L. 100 mg Filmtabletten

Lacosamid G.L. 150 mg Filmtabletten

Lacosamid G.L. 200 mg Filmtabletten

Packung zur Behandlungseinleitung

(nur für Jugendliche und Kinder ab einem Gewicht von 50 kg sowie Erwachsene)

Lacosamid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Lacosamid G.L. und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Lacosamid G.L. beachten?

Wie ist Lacosamid G.L. einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Lacosamid G.L. aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Lacosamid G.L. und wofür wird es angewendet?

Was ist Lacosamid G.L.?

Lacosamid G.L. enthält Lacosamid. Dieser Wirkstoff gehört zur Arzneimittelgruppe der sogenannten

Antiepileptika und wird zur Behandlung der Epilepsie eingesetzt.

Das Arzneimittel wurde Ihnen verordnet, um die Häufigkeit Ihrer Anfälle zu senken.

Wofür wird Lacosamid G.L. angewendet?

Lacosamid G.L. wird bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 4 Jahren eingesetzt.

Es wird zur Behandlung einer bestimmten Form von epileptischen Anfällen eingesetzt, die als

„fokale Anfälle mit oder ohne sekundäre Generalisierung“ beschrieben werden.

Bei dieser Epilepsie-Form beginnt der Anfall in nur einer Gehirnhälfte, kann sich dann aber unter

Umständen auf größere Bereiche in beiden Gehirnhälften ausbreiten.

Lacosamid G.L. kann alleine oder zusätzlich zu anderen Antiepileptika angewendet werden.

Nehmen Sie Lacosamid G.L. nicht ein, wenn einer der genannten Punkte auf Sie zutrifft. Wenn Sie

sich nicht sicher sind, sprechen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels mit Ihrem Arzt oder

Apotheker.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Lacosamid G.L. beachten?

Lacosamid G.L. darf nicht eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Lacosamid oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind. Wenn Sie nicht wissen, ob Sie eine Allergie haben,

sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.

wenn Sie unter bestimmten Herzrhythmusstörungen leiden, die als AV-Block zweiten oder dritten

Grades bezeichnet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Lacosamid G.L. einnehmen, wenn

Sie Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid haben. Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit

Antiepileptika wie Lacosamid behandelt wurden, hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen

oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken haben,

setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Sie eine Herzkrankheit haben, bei der der Herzschlag verändert ist und Sie oft einen sehr

langsamen, schnellen oder unregelmäßigen Herzschlag haben (z.B. AV-Block, Vorhofflimmern

oder Vorhofflattern),

Sie eine schwerwiegende Herzkrankheit haben (z.B. Herzschwäche) oder schon einmal einen

Herzinfarkt hatten,

Ihnen häufig schwindelig ist oder Sie stürzen. Lacosamid G.L. kann Schwindelgefühl verursachen,

und dadurch kann sich die Gefahr versehentlicher Verletzungen oder Stürze erhöhen. Deshalb

sollten Sie vorsichtig sein, bis Sie sich an die möglichen Wirkungen des Arzneimittels gewöhnt

haben.

Wenn irgendeiner der genannten Punkte auf Sie zutrifft (oder Sie sich darüber nicht sicher sind),

sprechen Sie vor der Einnahme von Lacosamid G.L. mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie

Lacosamid G.L. einnehmen und Anzeichen eines ungewöhnlichen Herzschlags verspüren (wie

langsamer, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, Herzklopfen, Kurzatmigkeit, Schwindel,

Ohnmacht), holen Sie unverzüglich medizinischen Rat ein (siehe Abschnitt 4).

Kinder unter 4 Jahren

Lacosamid G.L. wird nicht bei Kindern im Alter unter 4 Jahren empfohlen, weil man noch nicht weiß,

ob es bei Kindern dieser Altersgruppe wirksam und sicher ist.

Einnahme von Lacosamid G.L. zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere

Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel anzuwenden.

Sprechen Sie insbesondere mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel

einnehmen, die Auswirkungen auf die Herztätigkeit haben können, denn auch Lacosamid kann das

Herz beeinflussen:

Arzneimittel gegen Herzkrankheiten,

Arzneimittel, die das sogenannte „PR-Intervall“ der Herzkurve im EKG (Elektrokardiogramm)

verlängern können, beispielsweise Arzneimittel zur Behandlung der Epilepsie oder von Schmerzen

wie Carbamazepin, Lamotrigin oder Pregabalin,

Arzneimittel gegen bestimmte Arten von Herzrhythmusstörungen oder gegen Herzschwäche.

Sprechen Sie auch mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel

einnehmen, denn diese können die Wirkung von Lacosamid G.L. im Körper verstärken oder

abschwächen:

Arzneimittel gegen Pilzinfektionen wie Fluconazol, Itraconazol oder Ketoconazol,

ein Arzneimittel gegen HIV wie Ritonavir,

die Antibiotika Clarithromycin oder Rifampicin,

das pflanzliche Arzneimittel Johanniskraut zur Behandlung leichter Angstzustände und

Depressionen.

Wenn irgendeiner der genannten Punkte auf Sie zutrifft (oder Sie sich darüber nicht sicher sind),

sprechen Sie vor der Einnahme von Lacosamid G.L. mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Einnahme von Lacosamid G.L. zusammen mit Alkohol

Nehmen Sie Lacosamid G.L. vorsichtshalber nicht zusammen mit Alkohol ein.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, wird die Behandlung mit Lacosamid G.L. nicht empfohlen, da

nicht bekannt ist, welche Auswirkungen Lacosamid auf den Verlauf der Schwangerschaft, auf das

ungeborene Kind im Mutterleib oder auf das Neugeborene haben kann. Es ist auch nicht bekannt, ob

Lacosamid in die Muttermilch übergeht. Fragen Sie sofort Ihren Arzt um Rat, falls Sie schwanger

geworden sind oder eine Schwangerschaft planen. Er wird Ihnen helfen zu entscheiden, ob Sie

Lacosamid G.L. einnehmen sollten oder nicht.

Brechen Sie die Behandlung nicht ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem Arzt ab, denn sonst könnten

mehr Anfälle auftreten. Eine Verschlechterung Ihrer Epilepsie kann auch Ihrem Baby schaden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Sie sollten kein Fahrzeug führen oder Rad fahren und keine Werkzeuge und Maschinen bedienen, bis

Sie wissen, wie das Arzneimittel bei Ihnen wirkt, da Lacosamid möglicherweise zu Schwindelgefühl

und verschwommenem Sehen führen kann.

3. Wie ist Lacosamid G.L. einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Einnahme von Lacosamid G.L.

Nehmen Sie Lacosamid G.L. zweimal täglich ein, einmal morgens und einmal abends.

Versuchen Sie das Arzneimittel jeden Tag ungefähr zur gleichen Uhrzeit einzunehmen.

Schlucken Sie die Tablette mit einem Glas Wasser.

Sie können Lacosamid G.L. zum Essen oder unabhängig von einer Mahlzeit einnehmen.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Üblicherweise werden Sie die Behandlung mit einer geringen Dosis beginnen, die der Arzt im Verlauf

einiger Wochen langsam steigert. Wenn Sie die für sich richtige Dosis erreicht haben (die sogenannte

„Erhaltungsdosis“), dann nehmen Sie täglich immer die gleiche Dosis ein. Eine Behandlung mit

Lacosamid G.L. ist eine Langzeittherapie. Nehmen Sie Lacosamid G.L. so lange ein, bis Ihr Arzt

Ihnen sagt, dass Sie es absetzen sollen.

Wie viel muss ich einnehmen?

Unten sind die üblicherweise empfohlenen Dosierungen von Lacosamid für verschiedene Alters- und

Gewichtsklassen aufgelistet. Wenn Sie Nieren- oder Leberprobleme haben, ist es möglich, dass der

Arzt Ihnen eine andere Dosis verschreibt.

Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 50 kg Körpergewicht

Wenn Sie Lacosamid G.L. alleine einnehmen

Die übliche Anfangsdosis beträgt zweimal täglich 50 mg Lacosamid.

Ihr Arzt kann Ihnen auch eine Anfangsdosis von zweimal täglich 100 mg Lacosamid verordnen.

Ihr Arzt wird möglicherweise die Dosis, die Sie zweimal täglich einnehmen, jede Woche um 50 mg

erhöhen, bis Sie die Erhaltungsdosis von zweimal täglich 100 bis 300 mg erreicht haben.

Wenn Sie Lacosamid G.L. zusammen mit anderen Antiepileptika einnehmen:

Beginn der Therapie (erste bis vierte Woche)

Diese „Packung für die Behandlungseinleitung“ wird verwendet, wenn Sie die Behandlung mit

Lacosamid G.L. beginnen.

Die Packung enthält für die ersten vier Wochen vier verschiedene Packungen, d.h. jeweils eine

Packung pro Woche. Jede Packung enthält 14 Tabletten, also 2 Tabletten pro Tag für 7 Tage.

Jede der Packungen enthält Lacosamid G.L. in einer anderen Stärke, so dass Sie Ihre Dosis

schrittweise erhöhen.

Sie beginnen die Behandlung mit einer niedrigen Lacosamid-Dosis, in der Regel mit 50 mg zweimal

täglich, und erhöhen die Dosis von Woche zu Woche. Die Tagesdosen, die in den ersten vier Wochen

der Behandlung üblicherweise eingenommen werden, sind in der folgenden Tabelle aufgeführt. Ihr

Arzt wird Ihnen sagen, ob Sie alle vier Packungen benötigen.

Tabelle: Beginn der Therapie (erste bis vierte Woche)

Woche

Nehmen Sie die

Packung

Erste Dosis

(morgens)

Zweite Dosis

(abends)

Gesamt-

tagesdosis

Woche 1

mit der Aufschrift

„Woche 1“

50 mg (1 Tablette

Lacosamid G.L. 50 mg)

50 mg (1 Tablette

Lacosamid G.L. 50 mg)

100 mg

Woche 2

mit der Aufschrift

„Woche 2“

100 mg (1 Tablette

Lacosamid G.L. 100 mg)

100 mg (1 Tablette

Lacosamid G.L. 100 mg)

200 mg

Woche 3

mit der Aufschrift

„Woche 3“

150 mg (1 Tablette

Lacosamid G.L. 150 mg)

150 mg (1 Tablette

Lacosamid G.L. 150 mg)

300 mg

Woche 4

mit der Aufschrift

„Woche 4“

200 mg (1 Tablette

Lacosamid G.L. 200 mg)

150 mg (1 Tablette

Lacosamid G.L. 150 mg)

400 mg

Erhaltungstherapie (nach den ersten vier Wochen)

Nach den ersten vier Wochen der Behandlung wird Ihr Arzt eventuell die Dosis anpassen, mit der Sie

dann die Langzeittherapie fortsetzen. Diese neue Dosis wird als Erhaltungsdosis bezeichnet und richtet

sich danach, wie Sie auf Vimpat ansprechen. Bei den meisten Patienten liegt die Erhaltungsdosis

zwischen 200 mg und 400 mg pro Tag.

Kinder und Jugendliche unter 50 kg

Die Packung zur Behandlungseinleitung ist nicht für Jugendliche und Kinder mit einem

Körpergewicht unter 50 kg geeignet.

Wenn Sie eine größere Menge von Lacosamid G.L. eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie mehr Lacosamid G.L. eingenommen haben, als Sie sollten, wenden Sie sich unverzüglich an

Ihren Arzt. Versuchen Sie nicht, ein Fahrzeug zu führen!

Sie können folgende Beschwerden bekommen:

Schwindelgefühl,

Übelkeit oder Erbrechen,

Anfälle, Herzschlag-Probleme (z.B. zu langsamer, zu schneller oder unregelmäßiger Herzschlag),

Koma oder Blutdruckabfall mit beschleunigtem Herzschlag und Schwitzen.

Wenn Sie die Einnahme von Lacosamid G.L. vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme bis zu 6 Stunden nach dem planmäßigen Zeitpunkt vergessen haben, holen

Sie sie nach, sobald es Ihnen einfällt.

Wenn Sie die Einnahme um mehr als 6 Stunden versäumt haben, so nehmen Sie die vergessene

Tablette nicht mehr ein. Nehmen Sie Lacosamid G.L. stattdessen zum nächsten normalen

Einnahmezeitpunkt wieder ein.

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Lacosamid G.L. abbrechen

Brechen Sie die Einnahme von Lacosamid G.L. nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab, sonst

können Ihre epileptischen Anfälle wieder auftreten oder sich verschlechtern.

Wenn Ihr Arzt beschließt, Ihre Behandlung mit Lacosamid G.L. zu beenden, wird er Ihnen genau

erklären, wie Sie die Dosis Schritt für Schritt verringern sollen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn die folgenden Beschwerden auftreten:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Kopfschmerzen,

Schwindelgefühl oder Übelkeit,

Doppeltsehen (Diplopie).

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Gleichgewichtsstörungen, Zittern (Tremor), Kribbeln (Parästhesie) oder Muskelkrämpfe,

Sturzneigung und Blutergüsse,

Gedächtnisstörungen (Vergesslichkeit), Denk- oder Wortfindungsstörungen, Verwirrtheit,

schnelle und nicht kontrollierbare Augenbewegungen (Nystagmus), verschwommenes Sehen,

Drehschwindel, Gefühl der Betrunkenheit,

Erbrechen, trockener Mund, Verstopfung, Verdauungsstörungen, übermäßige Gase im Magen

oder im Darm, Durchfall,

vermindertes Sensitivitätsgefühl der Haut, Schwierigkeiten Wörter zu artikulieren,

Aufmerksamkeitsstörungen,

Ohrgeräusche wie Summen, Klingeln oder Pfeifen,

Reizbarkeit, Schlafstörung, Depression,

Schläfrigkeit, Müdigkeit oder Schwächegefühl (Asthenie),

Juckreiz, Hautausschlag.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Verlangsamter Herzschlag, spürbarer Herzschlag (Palpitationen), unregelmäßiger Puls oder

andere Veränderungen in der elektrischen Aktivität des Herzens (Reizleitungsstörungen),

übertriebenes Wohlbefinden (euphorische Stimmung), Sehen und/oder Hören von Dingen, die

nicht wirklich sind,

Überempfindlichkeitsreaktionen gegen das Arzneimittel, Nesselausschlag,

auffällige Ergebnisse in Bluttests zur Leberfunktion, Leberschaden,

Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid, Suizidversuch: Sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt!

Zorn und Erregtheit,

abnorme Gedanken oder Realitätsverlust,

schwere allergische Reaktion, die Schwellungen von Gesichts, Hals, Händen, Füßen, Knöcheln

oder Unterschenkeln verursachen,

Bewusstlosigkeit (Synkope),

Schwierigkeiten bei der Bewegungskoordination oder beim Gehen.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Halsschmerzen, Fieber und erhöhte Infektanfälligkeit. Im Blut zeigt sich möglicherweise eine

erhebliche Verringerung einer bestimmten Art weißer Blutzellen (Agranulozytose).

Schwere Hautreaktion, die mit Fieber und anderen grippeähnlichen Beschwerden einhergehen

kann, Hautausschlag im Gesicht, ausgedehnter Hautauschlag, geschwollene Lymphdrüsen

(vergrößerte Lymphknoten). Im Blut zeigen sich möglicherweise erhöhte Leberenzymwerte und

eine erhöhte Anzahl bestimmter weißer Blutzellen (Eosinophilie).

Ausgedehnter Ausschlag mit Blasen und abblätternder Haut, besonders um den Mund herum, an

der Nase, an den Augen und im Genitalbereich (Stevens-Johnson-Syndrom) und eine

schwerwiegendere Ausprägung, die eine Hautablösung an mehr als 30% der Körperoberfläche

hervorruft (toxische epidermale Nekrolyse),

Schüttelkrämpfe (Konvulsion),

ungewöhnlich schneller Herzschlag (ventrikuläre Tachyarrhythmie).

Zusätzliche Nebenwirkungen bei Kindern

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Kindern betreffen):

Laufende Nase (Nasopharyngitis),

Fieber (Pyrexie),

Rachenentzündung (Pharyngitis),

verminderter Appetit.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Kindern betreffen):

Schläfrigkeit oder Energielosigkeit

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Verhaltensänderungen, fremdartiges Verhalten

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Lacosamid G.L. aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach „verwendbar

bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Lacosamid G.L. enthält

Der Wirkstoff ist Lacosamid.

Lacosamid G.L. 50 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 50 mg Lacosamid.

Lacosamid G.L. 100 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 100 mg Lacosamid.

Lacosamid G.L. 150 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 150 mg Lacosamid.

Lacosamid G.L. 200 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 200 mg Lacosamid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Hyprolose (5,0 – 16,0% m/m Hydroxypropoxy-Gruppen),

Hyprolose, mikrokristalline Cellulose, Siliciumdioxid-beschichtet, Crospovidon (Typ A),

hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

Filmüberzug: Poly(vinylalkohol), Macrogol 3350, Titandioxid (E171), Talkum

Lacosamid G.L. 50 mg Filmtabletten zusätzlich:

Eisen(III)-oxid (E172), Eisen(II,III)-oxid (E172), Indigocarmin, Aluminiumsalz (E132)

Lacosamid G.L. 100 mg Filmtabletten zusätzlich:

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172)

Lacosamid G.L. 150 mg Filmtabletten zusätzlich:

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172), Eisen(III)-oxid (E172), Eisen(II,III)-oxid (E172)

Lacosamid G.L. 200 mg Filmtabletten zusätzlich:

Indigocarmin, Aluminiumsalz (E132)

Wie Lacosamid G.L. aussieht und Inhalt der Packung

Lacosamid G.L. 50 mg Filmtabletten

Pinkfarbene, ovale und bikonvexe Filmtablette mit einer Bruchkerbe auf beiden Seiten und mit einer

Länge von etwa 10,3 mm.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Lacosamid G.L. 100 mg Filmtabletten

Gelbe, ovale und bikonvexe Filmtablette mit einer Bruchkerbe auf beiden Seiten und mit einer Länge

von etwa 13,1 mm.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Lacosamid G.L. 150 mg Filmtabletten

Braune, ovale und bikonvexe Filmtablette mit einer Bruchkerbe auf beiden Seiten und mit einer Länge

von etwa 15,1 mm.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Lacosamid G.L. 200 mg Filmtabletten

Blaue, ovale und bikonvexe Filmtablette mit einer Bruchkerbe auf beiden Seiten und mit einer Länge

von etwa 16,5 mm.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Lacosamid G.L. ist in PVC//Al-Blisterpackungen oder PVC/PVdC/Aluminium-Blisterpackungen

erhältlich.

Die Packung für die Behandlungseinleitung enthält 56 Filmtabletten in 4 Packungen:

eine Packung mit der Kennzeichnung „Woche 1“ mit 14 Tabletten mit 50 mg

eine Packung mit der Kennzeichnung „Woche 2“ mit 14 Tabletten mit 100 mg

eine Packung mit der Kennzeichnung „Woche 3“ mit 14 Tabletten mit 150 mg

eine Packung mit der Kennzeichnung „Woche 4“ mit 14 Tabletten mit 200 mg

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

G.L. Pharma GmbH

Schlossplatz 1

8502 Lannach

Österreich

Hersteller

G.L. Pharma GmbH, Schlossplatz 1, 8502 Lannach, Österreich

Delorbis Pharmaceuticals Ltd., 2643 Ergates, Lefkosia, Zypern

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im September 2020.

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Lacosamid G.L. 50 mg Filmtabletten

Lacosamid G.L. 100 mg Filmtabletten

Lacosamid G.L. 150 mg Filmtabletten

Lacosamid G.L. 200 mg Filmtabletten

Packung zur Behandlungseinleitung

(nur für Jugendliche und Kinder ab einem Gewicht von 50 kg sowie Erwachsene)

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Lacosamid G.L. 50 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 50 mg Lacosamid.

Lacosamid G.L. 100 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 100 mg Lacosamid.

Lacosamid G.L. 150 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 150 mg Lacosamid.

Lacosamid G.L. 200 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 200 mg Lacosamid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Lacosamid G.L. 50 mg Filmtabletten

Pinkfarbene, ovale und bikonvexe Filmtablette mit einer Bruchkerbe auf beiden Seiten und mit einer

Länge von etwa 10,3 mm.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Lacosamid G.L. 100 mg Filmtabletten

Gelbe, ovale und bikonvexe Filmtablette mit einer Bruchkerbe auf beiden Seiten und mit einer Länge

von etwa 13,1 mm.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Lacosamid G.L. 150 mg Filmtabletten

Braune, ovale und bikonvexe Filmtablette mit einer Bruchkerbe auf beiden Seiten und mit einer Länge

von etwa 15,1 mm.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Lacosamid G.L. 200 mg Filmtabletten

Blaue, ovale und bikonvexe Filmtablette mit einer Bruchkerbe auf beiden Seiten und mit einer Länge

von etwa 16,5 mm.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Lacosamid ist indiziert zur Monotherapie und Zusatzbehandlung fokaler Anfälle mit oder ohne

sekundäre Generalisierung bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 4 Jahren mit Epilepsie.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Lacosamid muss zweimal täglich (normalerweise einmal morgens und einmal abends) eingenommen

werden.

Lacosamid kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Wird eine Dosis vergessen, sollte der Patient angewiesen werden, die ausgelassene Dosis sofort

nachzuholen und die folgende Dosis Lacosamid zum üblichen, planmäßigen Zeitpunkt einzunehmen.

Wird die versäumte Einnahme erst weniger als 6 Stunden vor der nächsten Dosis bemerkt, sollte der

Patient bis zum nächsten Einnahmezeitpunkt warten und dann seine übliche Dosis Lacosamid

einnehmen. Es sollte keine doppelte Dosis eingenommen werden.

Jugendliche und Kinder ab 50 kg sowie Erwachsene

Monotherapie

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 50 mg zweimal täglich, die nach einer Woche auf eine

therapeutische Initialdosis von 100 mg zweimal täglich erhöht werden sollte.

Basierend auf der Beurteilung/Einschätzung des Arztes bezüglich der erforderlichen Reduktion der

Krämpfe gegenüber den möglichen Nebenwirkungen, kann Lacosamid auch mit einer Dosis von 100

mg zweimal täglich begonnen werden.

Je nach Ansprechen und Verträglichkeit kann die Erhaltungsdosis wöchentlich um zweimal täglich 50

mg (100 mg/Tag) bis zur empfohlenen höchsten täglichen Dosis von zweimal täglich 300 mg (600

mg/Tag) erhöht werden.

Bei Patienten, die eine höhere Dosis als 400 mg/Tag erreicht haben und ein weiteres Antiepileptikum

benötigen, sollte die unten stehende Dosierungsempfehlung für die Zusatzbehandlung befolgt werden.

Zusatzbehandlung

Zu Behandlungsbeginn wird eine Dosis von 50 mg zweimal täglich empfohlen, die nach einer Woche

auf eine therapeutische Initialdosis von 100 mg zweimal täglich erhöht werden sollte.

Je nach Ansprechen und Verträglichkeit kann die Erhaltungsdosis wöchentlich in Schritten von 50 mg

zweimal täglich (100 mg/Tag) gesteigert werden bis zur empfohlenen Tageshöchstdosis von 400 mg

(200 mg zweimal täglich).

Die Packung zur Behandlungseinleitung mit Lacosamid G.L. enthält 4 verschiedene Packungen (eine

pro Tablettenstärke) mit jeweils 14 Tabletten für die ersten 2- 4 Wochen der Behandlung, je nach

individuellem Ansprechen und Verträglichkeit des Patienten. Die Packungen sind mit der Aufschrift

„Woche 1 (2, 3 bzw. 4)“ beschriftet.

Am ersten Tag der Therapie beginnt der Patient mit der Einnahme von Lacosamid G.L. 50 mg

Tabletten zweimal täglich. In der zweiten Woche nimmt der Patient Lacosamid G.L. 100 mg Tabletten

zweimal täglich ein.

Je nach Ansprechen und Verträglichkeit können in der dritten Woche Lacosamid G.L. 150 mg

Tabletten zweimal täglich und in der vierten Woche Lacosamid G.L. 200 mg Tabletten zweimal

täglich eingenommen werden.

Beendigung der Behandlung

Falls Lacosamid abgesetzt werden muss, sollte dies, in Übereinstimmung mit der gängigen klinischen

Praxis, ausschleichend erfolgen (z.B. Verringerung der Tagesdosis um 200 mg/Woche).

Bei Patienten, die eine schwere Herzrhythmusstörung entwickeln, sollte eine klinische Nutzen-Risiko-

Abwägung durchgeführt werden und Lacosamid bei Bedarf abgesetzt werden.

Spezielle Patientengruppen

Ältere Patienten (ab 65 Jahre)

Bei älteren Patienten ist keine Dosisreduktion erforderlich. Eine altersbedingte Verminderung der

renalen Clearance verbunden mit einer Zunahme der AUC-Werte ist bei älteren Patienten zu bedenken

(siehe folgenden Absatz „Eingeschränkte Nierenfunktion“ und Abschnitt 5.2). Die klinischen Daten zu

Epilepsie bei älteren Patienten, die insbesondere mit einer Dosis von mehr als 400 mg/Tag behandelt

werden, sind begrenzt (siehe Abschnitte 4.4, 4.8 und 5.1).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion

(ClCr > 30 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei pädiatrischen Patienten ab 50 kg

Körpergewicht und erwachsenen Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (ClCr ≤ 30 ml/min)

oder mit einer terminalen Niereninsuffizienz wird eine Höchstdosis von 250 mg/Tag empfohlen. Für

Kinder und Jugendliche unter 50 kg mit schwerer Nierenfunktionsstörung (ClCr ≤ 30 ml/min) oder

terminaler Niereninsuffizienz wird empfohlen, die Maximaldosis um 25 % zu reduzieren. Bei allen

dialysepflichtigen Patienten wird die Zusatzgabe von bis zu 50 % der geteilten Tagesdosis unmittelbar

nach dem Ende der Hämodialyse empfohlen.

Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz ist aufgrund mangelnder klinischer Erfahrung sowie

Akkumulation eines Metaboliten (mit keiner bekannten pharmakologischen Aktivität) besondere

Vorsicht angezeigt. Bei allen Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist die Dosistitration mit

besonderer Vorsicht durchzuführen (siehe Abschnitt 5.2).

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei pädiatrischen Patienten ab 50 kg Körpergewicht und erwachsenen Patienten mit leichter bis

mäßiger Einschränkung der Leberfunktion wird eine Höchstdosis von 300 mg/Tag empfohlen.

Bei diesen Patienten ist die Dosistitration unter Berücksichtigung einer gleichzeitig vorliegenden

Nierenfunktionsstörung mit besonderer Vorsicht durchzuführen. Ausgehend von den Daten

erwachsener Patienten sollte die Maximaldosis bei pädiatrischen Patienten unter 50 kg Körpergewicht

mit leichter bis mäßiger Leberfunktionseinschränkung um 25 % reduziert werden. Bei Patienten mit

schwerer Leberfunktionsstörung ist die Pharmakokinetik von Lacosamid nicht untersucht (siehe

Abschnitt 5.2).

Lacosamid sollte bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung

nur dann angewendet werden, wenn der erwartete therapeutische Nutzen größer ist als die möglichen

Risiken. Die Dosis muss möglicherweise, unter sorgfältiger Beobachtung der Krankheitsaktivität und

der möglichen Nebenwirkungen, angepasst werden.

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche ab 50 kg

Für Kinder und Jugendliche ab 50 kg Körpergewicht gilt die gleiche Dosierung wie für Erwachsene

(siehe oben).

Kinder (ab 4 Jahre) und Jugendliche unter 50 kg

Diese Packung zur Behandlungseinleitung ist für diese Patientengruppe nicht geeignet.

Kinder unter 4 Jahren

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Lacosamid bei Kindern unter 4 Jahren ist bisher noch nicht

erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Lacosamid kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Bekannter atrioventrikulärer (AV-)Block 2. oder 3. Grades.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Suizidale Gedanken und suizidales Verhalten

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in

verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter,

placebokontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das

Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser

Nebenwirkung ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines erhöhten

Risikos bei der Einnahme von Lacosamid nicht aus.

Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen

Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden. Patienten

(und deren Betreuern) sollte geraten werden, medizinische Hilfe einzuholen, wenn Anzeichen für

Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten (siehe Abschnitt 4.8).

Herzrhythmus und Erregungsleitung

In klinischen Studien wurde unter Lacosamid eine dosisabhängige Verlängerung des PR-Intervalls

beobachtet. Lacosamid darf daher nur mit besonderer Vorsicht bei Patienten mit zugrunde liegenden

Erkrankungen angewendet werden, die Herzrhythmusstörungen auslösen können, wie bekannte

Störungen der Erregungsleitung oder eine schwere Herzerkrankung (z.B. Myokardischämie/

Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, strukturelle Herzerkrankung oder kardiale Natriumkanalopathien). Dies

gilt auch für Patienten, die mit Arzneimitteln behandelt werden, die die kardiale Erregungsleitung

beeinflussen, wie Antiarrhythmika und Antiepileptika zur Natriumkanalblockade (siehe Abschnitt

4.5), sowie für ältere Patienten. Bei diesen Patienten sollte die Durchführung eines EKGs erwogen

werden, bevor die Lacosamid-Dosis über 400 mg/Tag gesteigert wird und nachdem die

Steady-State

Titration von Lacosamid abgeschlossen wurde.

Über Vorhofflimmern oder -flattern wurde nicht in placebokontrollierten Lacosamidstudien bei

Epilepsiepatienten berichtet, allerdings wurde darüber in nicht verblindeten Epilepsiestudien und seit

Markteinführung berichtet.

Seit Markteinführung wurde über AV-Block (einschließlich AV-Block zweiten oder höheren Grades)

berichtet. Bei Patienten mit Erkrankungen, die Herzrhythmusstörungen auslösen können, wurde über

ventrikuläre Tachyarrhythmien berichtet. In seltenen Fällen führten diese Ereignisse zu Asystolie,

Herzstillstand und Tod bei Patienten mit zugrunde liegenden Erkrankungen, die

Herzrhythmusstörungen auslösen können.

Patienten sollten über die Symptome von Herzrhythmusstörungen (z.B. langsamer, schneller oder

unregelmäßiger Puls, Palpitationen, Kurzatmigkeit, Schwindelgefühl, Ohnmacht) unterrichtet werden.

Falls diese Symptome auftreten, sollte den Patienten geraten werden, unverzüglich ärztlichen Rat

einzuholen.

Schwindel

Die Behandlung mit Lacosamid wurde mit dem Auftreten von Schwindelgefühl in Verbindung

gebracht, was die Häufigkeit von unbeabsichtigten Verletzungen und Stürzen erhöhen kann. Patienten

sollen daher angewiesen werden, besonders vorsichtig zu sein, bis sie mit den potenziellen

Auswirkungen des Arzneimittels vertraut sind (siehe Abschnitt 4.8).

Mögliche elektroklinische Verschlechterung bestimmter pädiatrischer Epilepsiesyndrome

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Lacosamid bei pädiatrischen Patienten mit Epilepsiesyndromen,

bei denen fokale und generalisierte Anfälle auftreten können, wurde nicht untersucht.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Lacosamid ist mit Vorsicht bei Patienten anzuwenden, die mit Arzneimitteln behandelt werden, die

bekanntermaßen mit einer Verlängerung des PR-Intervalls assoziiert sind (einschließlich

Antiepileptika zur Natriumkanalblockade) und bei Patienten, die mit Antiarrhythmika behandelt

werden. In Subgruppenanalysen klinischer Studien wurde jedoch bei Patienten unter gleichzeitiger

Gabe von Carbamazepin oder Lamotrigin kein erhöhtes Risiko für PR-Intervallverlängerungen

identifiziert.

In-vitro

-Daten

Die vorhandenen Daten deuten darauf hin, dass Lacosamid ein geringes Potenzial für

Wechselwirkungen aufweist.

In-vitro

-Studien zeigen, dass Lacosamid bei Plasmakonzentrationen, wie

sie in klinischen Studien beobachtet wurden, weder die Enzyme CYP1A2, CYP2B6 und CYP2C9

induziert noch CYP1A1, CYP1A2, CYP2A6, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2D6 und CYP2E1

inhibiert. Eine

In-vitro

-Studie zeigte, dass Lacosamid im Darm nicht vom P-Glykoprotein transportiert

wird.

In-vitro

-Daten zeigen, dass CYP2C9, CYP2C19 und CYP3A4 die Bildung des O-Desmethyl-

Metaboliten katalysieren können.

In-vivo

-Daten

Lacosamid inhibiert oder induziert nicht die Enzyme CYP2C19 und CYP3A4 in klinisch relevantem

Ausmaß. Lacosamid beeinflusste nicht die AUC von Midazolam (metabolisiert über CYP3A4, in einer

Dosis von 200 mg Lacosamid zweimal täglich), aber die C

von Midazolam war leicht erhöht

(30%). Lacosamid wirkte sich nicht auf die Pharmakokinetik von Omeprazol aus (metabolisiert über

CYP2C19 und CYP3A4, in einer Dosis von 300 mg Lacosamid zweimal täglich).

Der CYP2C19-Inhibitor Omeprazol (40 mg einmal täglich) führte nicht zu einer klinisch signifikanten

Änderung der Lacosamid-Exposition. Es ist daher unwahrscheinlich, dass sich moderate Inhibitoren

von CYP2C19 auf die systemische Lacosamid-Exposition in klinisch relevantem Ausmaß auswirken.

Bei gleichzeitiger Therapie mit starken Inhibitoren der Enzyme CYP2C9 (z.B. Fluconazol) und

CYP3A4 (z.B. Itraconazol, Ketoconazol, Ritonavir, Clarithromycin) ist Vorsicht geboten, da diese zu

einer erhöhten systemischen Lacosamid-Exposition führen können. Derartige Wechselwirkungen

wurden

in vivo

bisher nicht festgestellt, sind aber aufgrund der

In-vitro

-Daten möglich.

Starke Enzyminduktoren wie Rifampicin oder Johanniskraut (

Hypericum perforatum

) könnten die

systemische Exposition von Lacosamid in moderatem Maße verringern. Daher sollte bei solchen

Enzyminduktoren zu Behandlungsbeginn oder bei Beendigung der Behandlung mit Vorsicht

vorgegangen werden.

Antiepileptika

In Interaktionsstudien beeinflusste Lacosamid den Plasmaspiegel von Carbamazepin und

Valproinsäure nicht signifikant. Der Lacosamid-Plasmaspiegel wurde durch Carbamazepin oder

Valproinsäure nicht beeinflusst. Eine Populationsanalyse zur Pharmakokinetik in verschiedenen

Altersgruppen ergab, dass die gleichzeitige Behandlung mit anderen, als Enzyminduktoren bekannten,

Antiepileptika (Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, in unterschiedlichen Dosen) zu einer

Verringerung der gesamten systemischen Lacosamid-Exposition um 25% bei erwachsenen und 17%

bei pädiatrischen Patienten führte.

Orale Kontrazeptiva

In einer Interaktionsstudie wurden keine klinisch relevanten Wechselwirkungen zwischen Lacosamid

und den oralen Verhütungsmitteln Ethinylestradiol und Levonorgestrel festgestellt. Der

Progesteronspiegel wurde bei gleichzeitiger Anwendung der Arzneimittel nicht beeinflusst.

Weitere Arzneimittel

Interaktionsstudien haben ergeben, dass Lacosamid keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von

Digoxin hat. Es bestehen keine klinisch relevanten Wechselwirkungen zwischen Lacosamid und

Metformin.

Die gleichzeitige Anwendung von Warfarin mit Lacosamid führt nicht zu einer klinisch relevanten

Änderung in der Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Warfarin.

Obwohl keine pharmakokinetischen Daten zu Wechselwirkungen zwischen Lacosamid und Alkohol

vorliegen, kann ein pharmakodynamischer Effekt nicht ausgeschlossen werden.

Lacosamid hat eine geringe Proteinbindung von weniger als 15%. Klinisch relevante

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln infolge einer kompetitiven Verdrängung an den

Proteinbindungsstellen gelten daher als unwahrscheinlich.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Risiken im Zusammenhang mit Epilepsie und antiepileptischen Arzneimitteln im Allgemeinen

Für alle Antiepileptika wurde nachgewiesen, dass bei den Nachkommen von behandelten Frauen mit

Epilepsie die Prävalenz von Missbildungen zwei- bis dreimal größer ist als der Prozentsatz in der

Allgemeinbevölkerung, der bei ca. 3% liegt. In der behandelten Population wurde ein Anstieg der

Missbildungen nach Polytherapie festgestellt; in welchem Maße jedoch Therapie und/oder Krankheit

hierfür verantwortlich sind, wurde nicht geklärt.

Zudem darf eine wirksame antiepileptische Therapie während der Schwangerschaft nicht unterbrochen

werden, da sich eine Verschlimmerung der Krankheit sowohl für die Mutter als auch den Fötus

nachteilig auswirken kann.

Risiken im Zusammenhang mit Lacosamid

Es gibt keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Lacosamid bei schwangeren Frauen.

Tierexperimentelle Studien bei Ratten und Kaninchen ergaben keine Hinweise auf eine teratogene

Wirkung, jedoch wurde nach maternal-toxischen Dosen Embryotoxizität beobachtet (siehe Abschnitt

5.3). Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Lacosamid darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der behandelnde

Arzt hält es für unverzichtbar (wenn der Nutzen für die Mutter das potenzielle Risiko für das

ungeborene Kind eindeutig übersteigt). Bei Patientinnen, die planen, schwanger zu werden, ist die

Anwendung des Arzneimittels sorgfältig abzuwägen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Lacosamid beim Menschen in die Muttermilch übertritt. Ein Risiko für das

Neugeborene/Kleinkind kann nicht ausgeschlossen werden. In Tierstudien wurde der Übertritt von

Lacosamid in die Muttermilch beobachtet. Aus Vorsichtsgründen sollte während der Behandlung mit

Lacosamid auf das Stillen verzichtet werden.

Fertilität

Es wurden keine Nebenwirkungen auf die männliche oder weibliche Fertilität oder

Fortpflanzungsfähigkeit bei Ratten in Dosierungen beobachtet, die eine Plasma-Exposition (AUC) von

bis zur 2-fachen Plasma-Exposition (AUC) bei Menschen in der maximal empfohlenen menschlichen

Dosis hervorrufen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Lacosamid G.L. hat einen geringen bis mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen. Bei der Behandlung mit Lacosamid kam es zu Schwindelgefühl und

verschwommenem Sehen.

Deshalb sollten Patienten angewiesen werden, auf die aktive Teilnahme am Straßenverkehr und die

Arbeit mit potenziell gefährlichen Maschinen zu verzichten, bis sie mit den Auswirkungen von

Lacosamid bezüglich der Fähigkeit solche Aufgaben zu verrichten, vertraut sind.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Βasierend auf der Analyse gepoolter placebokontrollierter klinischer Studien zur Zusatzbehandlung

bei 1.308 Patienten mit fokalen Anfällen zeigte sich, dass bei insgesamt 61,9% der Patienten, die nach

Randomisierung mit Lacosamid behandelt wurden, und bei 35,2% der Patienten, die Placebo erhielten,

mindestens eine Nebenwirkung auftrat. Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen (≥10%) unter

der Lacosamid-Therapie waren Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Übelkeit und Diplopie. Diese

Reaktionen waren meist leicht bis mäßig ausgeprägt. Einige waren dosisabhängig und konnten durch

die Reduktion der Dosis abgemildert werden. Die Inzidenz und der Schweregrad der Nebenwirkungen

auf das zentrale Nervensystem (ZNS) und den Gastrointestinaltrakt nahmen in der Regel mit der Zeit

In all diesen kontrollierten Studien betrug die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen 12,2% in

der Lacosamid-Randomisierungsgruppe und 1,6% in der Placebo-Gruppe. Schwindelgefühl war die

Nebenwirkung, die am häufigsten zum Abbruch der Lacosamid-Therapie führte

.

Basierend auf der Analyse der Daten einer klinischen Nichtunterlegenheitsstudie zur Monotherapie,

die Lacosamid mit retardiertem Carbamazepin vergleicht, waren die am häufigsten berichteten

Nebenwirkungen (≥10%) von Lacosamid Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. Die Abbruchrate

aufgrund von Nebenwirkungen betrug 10,6% bei Patienten, die mit Lacosamid und 15,6% bei

Patienten, die mit retardiertem Carbamazepin behandelt wurden.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In der nachstehenden Tabelle sind die Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und seit

Markteinführung gemeldet wurden, nach Häufigkeit gruppiert aufgeführt. Die Häufigkeit ist dabei

folgendermaßen definiert: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1.000 bis

<1/100) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad

angegeben

Systemorgan-

klasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Nicht

bekannt

Erkrankungen

des Blutes und

des Lymph-

systems

Agranulo-

zytose

Erkrankungen

des Immun-

systems

Arzneimittelüber-

empfindlichkeit

Arzneimitte-

lexanthem mit

Eosinophilie

systemischen

Symptomen

(DRESS-

Syndrom)

(1, 2)

Psychiatrische

Erkrankungen

Depression

Verwirrtheits-

zustand

Schlaflosigkeit

Aggression

Agitation

Euphorische

Stimmung

Psychotische

Erkrankungen

Suizidales

Verhalten

Suizidale

Gedanken

Halluzination

Erkrankungen

des Nerven-

systems

Schwindel-

gefühl

Kopfschmerzen

Gleichgewichts-

störungen

Gedächtnis-

störungen

Kognitive

Störungen

Somnolenz

Tremor

Nystagmus

Hypästhesie

Dysarthrie

Aufmerksamkeits

störungen

Parästhesie

Synkope

Koordinations-

störungen

Konvulsion

Augen-

erkrankungen

Diplopie

Verschwomme-

nes Sehen

Erkrankungen

des Ohrs und

des

Labyrinths

Vertigo

Tinnitus

Herz-

erkrankungen

Atrioventrikulärer

Block

(1,2)

Bradykardie

(1,2)

Vorhof-

flimmern

(1,2)

Vorhofflattern

(1,2)

Ventrikuläre

Tachyar-

rhythmie

Erkrankungen

des

Gastrointesti-

naltrakts

Übelkeit

Erbrechen

Obstipation

Flatulenz

Dyspepsie

Mundtrockenheit

Diarrhö

Leber- und

Gallen-

erkrankungen

Abnormer

Leberfunktions-

test

Erhöhte

Leberenzymwerte

(>2 ULN)

Erkrankungen

der Haut und

des

Unterhaut-

zellgewebes

Pruritus

Rash

Angioödem

Urtikaria

Stevens-

Johnson

Syndrom

Toxische

epidermale

Nekrolyse

Skelett-

muskulatur-,

Bindegewebs-

und Knochen-

erkrankungen

Muskelspasmen

Allgemeine

Erkrankungen

und

Beschwerden

am Verabrei-

chungsort

Gehstörung

Asthenie

Müdigkeit

Reizbarkeit

Gefühl der

Betrunkenheit

Verletzung,

Vergiftung

und durch

Eingriffe

bedingte

Komplikatio-

nen

Stürze

Hautwunden

Kontusion

Nebenwirkungen, die seit Markteinführung berichtet wurden.

Siehe Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

In offenen Beobachtungsstudien berichtet

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Die Anwendung von Lacosamid wird mit einer dosisabhängigen Verlängerung des PR-Intervalls in

Verbindung gebracht. Nebenwirkungen, die mit einer Verlängerung des PR-Intervalls assoziiert sind

(z.B. atrioventrikulärer Block, Synkope, Bradykardie), können möglicherweise auftreten.

AV-Block ersten Grades trat in klinischen Untersuchungen zur Zusatzbehandlung bei

Epilepsiepatienten mit der Inzidenz „gelegentlich“ auf (0,7%, 0%, 0,5% bzw. 0% unter Lacosamid

200 mg, 400 mg, 600 mg bzw. Placebo). Es wurden keine Fälle von AV-Block zweiten oder höheren

Grades in diesen Studien beobachtet. Allerdings wurde seit der Markteinführung über Fälle mit AV-

Block zweiten oder dritten Grades im Zusammenhang mit einer Behandlung mit Lacosamid berichtet.

In der klinischen Studie zur Monotherapie, die Lacosamid mit retardiertem Carbamazepin vergleicht,

war das Ausmaß der Verlängerung des PR-Intervalls vergleichbar.

Die Inzidenz für Synkopen, die in gepoolten klinischen Studien zur Zusatzbehandlung berichtet

wurde, ist „gelegentlich“ und unterschied sich nicht zwischen mit Lacosamid (n = 944; 0,1%) und

Placebo (n = 364; 0,3%) behandelten Epilepsiepatienten. In der klinischen Studie zur Monotherapie,

die Lacosamid mit retardiertem Carbamazepin vergleicht, wurde Synkope bei 7/444 (1,6%) der

Lacosamid-Patienten und bei 1/442 (0,2 %) der Carbamazepin-retard-Patienten berichtet.

Über Vorhofflimmern oder -flattern wurde nicht in kurzzeitigen, klinischen Studien berichtet.

Allerdings wurde darüber in nicht verblindeten Epilepsiestudien und seit Markteinführung berichtet.

Laborauffälligkeiten

Abnorme Leberfunktionstests wurden in placebokontrollierten Studien mit Lacosamid bei

erwachsenen Patienten mit fokalen Anfällen, die 1 bis 3 Begleit-Antiepileptika einnahmen,

beobachtet. Erhöhungen des ALT-Wertes auf bis zum ≥3-Fachen des oberen Normalwertes (ULN)

traten bei 0,7% (7/935) der Patienten unter Lacosamid und bei 0% (0/356) der Patienten unter Placebo

auf.

Multiorgan-Überempfindlichkeitsreaktionen

Über Multiorgan-Überempfindlichkeitsreaktionen (auch bekannt als Arzneimittelexanthem mit

Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom)) wurde bei Patienten berichtet, die mit

einigen Antiepileptika behandelt wurden. Diese Reaktionen variieren in ihrer Ausprägung, sind aber

typischerweise von Fieber und Ausschlag (Rash) begleitet und können verschiedene Organsysteme

betreffen. Die Behandlung mit Lacosamid sollte beendet werden, wenn ein Verdacht auf eine

Multiorgan-Überempfindlichkeitsreaktion besteht.

Kinder und Jugendliche

Das Sicherheitsprofil in placebokontrollierten (siehe Studiendetails in Abschnitt 5.1) und offenen

Studien (n = 408) mit Kindern ab 4 Jahren, die Lacosamid als Zusatztherapie erhielten, entsprach dem

Sicherheitsprofil bei Erwachsenen, wenngleich die Häufigkeit einiger Nebenwirkungen (Somnolenz,

Erbrechen und Konvulsionen) höher war und weitere Nebenwirkungen (Nasopharyngitis, Fieber,

Pharyngitis, verringerter Appetit, Lethargie und Verhaltensauffälligkeiten) bei pädiatrischen Patienten

berichtet wurden: Nasopharyngitis (15,7%), Erbrechen (14,7%), Somnolenz (14,0%), Schwindel

(13,5%), Fieber (13,0%), Konvulsion (7,8%), verringerter Appetit (5,9%), Pharyngitis (4,7%),

Lethargie (2,7%) und Verhaltensauffälligkeiten (1,7%).

Insgesamt berichteten 67,8% der Patienten, die zu Lacosamid randomisiert waren und 58,1% der

Patienten, die zu Placebo randomisiert waren, mindestens eine Nebenwirkung.

Das Verhalten, die Kognition und die emotionale Funktionsfähigkeit, gemessen durch die Fragebögen

Achenbach CBCL und BRIEF, welche bei der Baseline und im gesamten Verlauf der Studien

eingesetzt wurden, waren im Verlauf der Studien überwiegend stabil.

Ältere Patienten

In der klinischen Studie zur Monotherapie, in der Lacosamid und retardiertes Carbamazepin

verglichen werden, erscheinen die Arten der Nebenwirkungen, die in Zusammenhang mit Lacosamid

stehen, bei älteren Patienten (≥65 Jahre) ähnlich zu denen zu sein, die bei Patienten jünger als 65 Jahre

beobachtet wurden. Allerdings wurde für ältere Patienten im Vergleich zu jüngeren erwachsenen

Patienten eine höhere Inzidenz (≥5% Unterschied) für Stürze, Durchfall und Tremor berichtet. AV-

Block ersten Grades war die am häufigsten berichtete kardiale Nebenwirkung bei älteren Patienten im

Vergleich zu jüngeren Erwachsenen. Für Lacosamid wurde dies bei 4,8% (3/62) der älteren Patienten

gegenüber 1,6% (6/382) der jüngeren erwachsenen Patienten berichtet. Die aufgrund von

Nebenwirkungen beobachtete Abbruchrate für Lacosamid betrug 21,0% (13/62) bei älteren Patienten

gegenüber 9,2% (35/382) bei jüngeren erwachsenen Patienten.

Diese Unterschiede zwischen älteren und jüngeren erwachsenen Patienten waren ähnlich zu denen in

der Gruppe mit der aktiven Vergleichssubstanz.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

Symptome, die nach einer versehentlichen oder absichtlichen Überdosierung beobachtet wurden,

betreffen in erster Linie das ZNS und den Gastrointestinaltrakt.

Die Art der Nebenwirkungen unterschied sich bei Patienten, die höhere Dosierungen als 400 mg

bis zu 800 mg erhielten, klinisch nicht von der bei Patienten, die die empfohlene Lacosamid-Dosis

angewendet hatten.

Reaktionen, die nach einer Einnahme von mehr als 800 mg berichtet wurden, sind Schwindel,

Übelkeit, Erbrechen, Anfälle (generalisierte tonisch-klonische Anfälle, Status Epilepticus).

Reizleitungsstörungen des Herzens, Schock und Koma wurden ebenfalls beobachtet. Todesfälle

wurden bei Patienten berichtet, die eine akute Überdosis von mehreren Gramm Lacosamid

eingenommen hatten.

Behandlung

Ein spezifisches Antidot gegen eine Überdosierung mit Lacosamid ist nicht bekannt. Die Behandlung

einer Überdosierung sollte allgemein unterstützende Maßnahmen und bei Bedarf eventuell eine

Hämodialyse umfassen (siehe Abschnitt 5.2).

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, andere Antiepileptika

ATC-Code: N03AX18

Wirkmechanismus

Der Wirkstoff Lacosamid (R-2-Acetamido-N-benzyl-3-methoxypropionamid) ist eine funktionalisierte

Aminosäure. Der genaue Wirkmechanismus, über den Lacosamid seine antiepileptische Wirkung beim

Menschen ausübt, muss noch vollständig aufgeklärt werden.

In-vitro

-Studien zur Elektrophysiologie

haben gezeigt, dass Lacosamid selektiv die langsame Inaktivierung der spannungsabhängigen

Natriumkanäle verstärkt und dadurch zur Stabilisierung hypererregbarer Neuronalmembranen beiträgt.

Pharmakodynamische Wirkungen

Lacosamid schützte vor Anfällen in einer Vielzahl von Tiermodellen für fokale und primär

generalisierte Anfälle und verzögerte die Kindling-Entwicklung.

In Kombination mit Levetiracetam, Carbamazepin, Phenytoin, Valproat, Lamotrigin, Topiramat oder

Gabapentin zeigte Lacosamid in präklinischen Untersuchungen synergistische oder additive

antikonvulsive Wirkungen.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Erwachsene

Monotherapie

Die Wirksamkeit von Lacosamid G.L.s Monotherapie wurde in einem doppelblinden, Parallelgruppen-

, Nichtunterlegenheits-Vergleich mit retardiertem Carbamazepin bei 886 Patienten untersucht, die 16

Jahre oder älter waren und die neu oder kürzlich mit Epilepsie diagnostiziert wurden. Die Patienten

mussten an nicht provozierten fokalen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung leiden. Die

Patienten wurden im Verhältnis 1:1 einer Lacosamid- oder einer Carbamazepin-retard-Gruppe

zugeordnet, wobei die Arzneimittel als Tabletten zur Verfügung gestellt wurden. Die Dosierung

richtete sich nach dem Ansprechen und reichte von 400 mg bis 1.200 mg/Tag bei retardiertem

Carbamazepin und von 200 mg bis 600 mg/Tag bei Lacosamid. In Abhängigkeit vom Ansprechen

dauerte die Behandlung bis zu 121 Wochen.

Die nach Kaplan-Meier bestimmte 6-monatige Anfallsfreiheitsrate betrug bei Patienten, die mit

Lacosamid behandelt wurden, 89,8% und bei Patienten, die mit retardiertem Carbamazepin behandelt

wurden, 91,1%. Die adjustierte absolute Differenz zwischen den beiden Behandlungen war -1,3%

(95% KI: -5,5, 2,8). Die nach Kaplan-Meier berechnete 12-monatige Anfallsfreiheitsrate betrug 77,8%

für Lacosamid und 82,7% für retardiertes Carbamazepin.

Die 6-monatige Anfallsfreiheitsrate bei älteren Patienten (≥65 Jahre, 62 Patienten in der Lacosamid-

und 57 Patienten in der Carbamazepingruppe) war in den beiden Behandlungsgruppen vergleichbar.

Die Anfallsfreiheitsraten waren auch vergleichbar mit denen der gesamten Patientenpopulation. Bei 55

älteren Patienten (88,7%) betrug die Erhaltungsdosis von Lacosamid 200 mg/Tag, bei 6 älteren

Patienten (9,7%) 400 mg/Tag und wurde bei einem Patienten (1,6%) auf über 400 mg/Tag gesteigert.

Umstellung auf Monotherapie

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Lacosamid bei einer Umstellung auf Monotherapie wurde im

Rahmen einer historisch-kontrollierten, multizentrischen, doppelblinden, randomisierten Studie

untersucht. In dieser Studie wurden 425 Patienten im Alter von 16 bis 70 Jahren mit nicht-

kontrollierten fokalen Anfällen, die eine gleichbleibende Dosis eines oder zweier im Handel

befindlicher Antiepileptika einnehmen, randomisiert, um auf Lacosamid Monotherapie (entweder 400

mg/Tag oder 300 mg/Tag im Verhältnis 3:1) umgestellt zu werden. Bei Patienten, die die Titration

abgeschlossen und die anderen Antiepileptika abgesetzt hatten (284 bzw. 99), konnte die

Monotherapie während des angestrebten Beobachtungszeitraums von 70 Tagen bei 71,5% bzw. 70,7%

der Patienten für 57 - 105 Tage (Median 71 Tage) beibehalten werden.

Zusatzbehandlung

Die Wirksamkeit von Lacosamid G.L.s Zusatztherapie in der empfohlenen Dosierung (200 mg/Tag,

400 mg/Tag) wurde in 3 multizentrischen, randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien

mit zwölfwöchiger Erhaltungsphase untersucht. Lacosamid 600 mg/Tag erwies sich zwar in

kontrollierten Zusatztherapiestudien ebenfalls als wirksam, allerdings war die Wirksamkeit

vergleichbar mit der von 400 mg/Tag und Patienten vertrugen die hohe Dosis aufgrund von

Nebenwirkungen des ZNS und des Gastrointestinaltraktes weniger gut. Daher wird die 600 mg Dosis

nicht empfohlen. Die empfohlene Höchstdosis beträgt daher 400 mg/Tag. Ziel der Studien, in die

1.308 Patienten mit durchschnittlich 23-jähriger Vorgeschichte fokaler Anfälle eingeschlossen waren,

war die Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Lacosamid bei gleichzeitiger Anwendung mit

1 – 3 weiteren Antiepileptika an Patienten mit unkontrollierten fokalen Anfällen mit oder ohne

sekundäre Generalisierung. Insgesamt betrug der Anteil der Patienten mit einem mindestens 50%igen

Rückgang der Anfallshäufigkeit 23% (Placebo), 34% (Lacosamid 200 mg/Tag) bzw. 40% (Lacosamid

400 mg/Tag).

Kinder und Jugendliche

Die klinische Manifestation fokaler Anfälle ist bei Kindern ab 4 Jahren und Erwachsenen

vergleichbar. Die Wirksamkeit von Lacosamid bei Kindern ab 4 Jahren wurde aus den Daten

jugendlicher und erwachsener Patienten mit fokalen Anfällen extrapoliert. Es ist eine vergleichbare

therapeutische Wirkung zu erwarten, nachdem die pädiatrischen Dosisanpassungen festgelegt (siehe

Abschnitt 4.2) und die Sicherheit nachgewiesen (siehe Abschnitt 4.8) wurde.

Die Wirksamkeit, die durch das oben aufgeführte Extrapolationsprinzip gestützt wird, wurde durch

eine doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie bestätigt. Die Studie bestand aus einer 8-

wöchigen Baselinephase, gefolgt von einer 6-wöchigen Titrationsphase. Geeignete Patienten, die 1 bis

≤ 3 Antiepileptika in einer stabilen Dosis anwendeten, und bei denen noch immer mindestens 2 fokale

Anfälle innerhalb der 4 Wochen vor dem Screening auftraten, mit anfallsfreien Phasen von nicht mehr

als 21 Tagen innerhalb des 8-wöchigen Zeitraums vor Eintritt in die Baselinephase, wurden

randomisiert und erhielten entweder Placebo (n = 172) oder Lacosamid (n = 171).

Die Startdosis betrug bei Patienten unter 50 kg Körpergewicht 2 mg/kg/Tag oder bei Patienten ab 50

kg 100 mg/Tag in 2 geteilten Dosen. Während der Titrationsphase erfolgte die Anpassung der

Lacosamid-Dosis bei Patienten unter 50 kg durch eine Steigerung in Schritten von 1 oder 2 mg/kg/Tag

und bei Patienten ab 50 kg in Schritten von 50 mg/Tag oder 100 mg/Tag in wöchentlichen Abständen,

um den angestrebten Dosisbereich für die Erhaltungsphase zu erreichen.

Die Patienten mussten für die letzten 3 Tage der Titrationsphase die angestrebte Mindestdosis für ihre

Körpergewichtsklasse erreicht haben, um für den Einschluss in die 10-wöchige Erhaltungsphase

geeignet zu sein. Die Patienten mussten im gesamten Verlauf der Erhaltungsphase eine stabile

Lacosamid-Dosis beibehalten, andernfalls wurden sie ausgeschlossen und in die verblindete

Ausschleichphase aufgenommen.

In der Lacosamidgruppe wurde im Vergleich zur Placebogruppe eine statistisch signifikante

(p = 0,0003) und klinisch relevante Reduktion der Häufigkeit von fokalen Anfällen pro 28 Tage von

der Baseline bis zur Erhaltungsphase beobachtet. Basierend auf einer Kovarianzanalyse betrug die

prozentuale Reduktion gegenüber Placebo 31,72% (95% KI: 16,342, 44,277).

Insgesamt betrug der Anteil der Patienten mit mindestens einer 50%igen Reduktion der fokalen

Anfälle pro 28 Tage von der Baseline bis zur Erhaltungsphase 52,9% in der Lacosamidgruppe im

Vergleich zu 33,3% in der Placebogruppe.

Die Lebensqualität, beurteilt anhand des Pediatric Quality of Life Inventory, zeigte, dass Patienten der

Lacosamidgruppe und der Placebogruppe eine vergleichbare und stabile gesundheitsbezogene

Lebensqualität während der gesamten Behandlungsphase aufwiesen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Lacosamid wird nach Einnahme rasch und vollständig resorbiert. Die orale Bioverfügbarkeit von

Lacosamid Tabletten liegt bei annähernd 100%. Nach Einnahme steigt der Plasmaspiegel des

unveränderten Wirkstoffs rasch an und erreicht C

etwa 0,5 – 4 Stunden nach der Einnahme.

Lacosamid G.L. Tabletten und Sirup zum Einnehmen sind bioäquivalent. Nahrungsmittel haben

keinen Einfluss auf die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Resorption.

Verteilung

Das Verteilungsvolumen beträgt etwa 0,6 l/kg. Lacosamid bindet zu weniger als 15% an

Plasmaproteine.

Biotransformation

95% der Dosis werden als Lacosamid oder dessen Metaboliten mit dem Urin ausgeschieden. Der

Metabolismus von Lacosamid ist nicht vollständig geklärt.

Die wichtigsten Verbindungen, die mit dem Urin ausgeschieden werden, sind unverändertes

Lacosamid (rund 40% der Dosis) und sein O-Desmethyl-Metabolit (weniger als 30%).

Eine polare Fraktion, vermutlich Serinderivate, die rund 20% im Urin ausmachte, konnte jedoch nur in

geringen Mengen (0 - 2%) im Humanplasma einiger Personen nachgewiesen werden. Weitere

Metaboliten wurden in geringen Mengen (0,5 - 2%) im Urin gefunden.

In-vitro

-Daten zeigen, dass CYP2C9, CYP2C19 und CYP3A4 die Bildung des O-Desmethyl-

Metaboliten katalysieren können, aber das hierfür hauptverantwortliche Isoenzym wurde

in vivo

bisher

nicht bestätigt. Der pharmakokinetische Vergleich der Lacosamid-Exposition ergab jedoch keinen

klinisch relevanten Unterschied zwischen schnell metabolisierenden Patienten (Extensive

Metabolizers, EM; mit funktionsfähigem CYP2C19) und langsam metabolisierenden Patienten (Poor

Metabolizers, PM; ohne funktionsfähiges CYP2C19). Zudem zeigte eine Interaktionsstudie mit dem

CYP2C19-Inhibitor Omeprazol keine klinisch relevanten Veränderungen des Lacosamid-

Plasmaspiegels, was darauf hindeutet, dass dieser Stoffwechselweg bei Lacosamid nur eine

nachrangige Rolle spielt. Der Plasmaspiegel von O-Desmethyl-Lacosamid beträgt rund 15% des

Lacosamid-Plasmaspiegels. Dieser Hauptmetabolit hat keine bekannte pharmakologische Aktivität.

Elimination

Die Elimination von Lacosamid aus dem systemischen Kreislauf erfolgt vorwiegend durch renale

Exkretion und durch Biotransformation. Nach oraler und intravenöser Anwendung von

radiomarkiertem Lacosamid wurden rund 95% der verabreichten Radioaktivität im Urin

wiedergefunden und weniger als 0,5% in den Faeces. Die Eliminationshalbwertszeit von Lacosamid

beträgt etwa 13 Stunden. Die Pharmakokinetik ist dosisproportional und konstant im Zeitverlauf, bei

geringer intra- und interindividueller Variabilität. Bei zweimal täglicher Dosierung wird der

Steady-

State

-Plasmaspiegel nach drei Tagen erreicht. Der Plasmaspiegel steigt mit einem

Akkumulationsfaktor von rund 2.

Pharmakokinetik spezieller Patientengruppen

Geschlecht

Klinische Studien deuten darauf hin, dass das Geschlecht keinen klinisch signifikanten Einfluss auf

den Lacosamid-Plasmaspiegel hat.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Im Vergleich zu gesunden Probanden stieg die AUC von Lacosamid bei Patienten mit leichter bis

mäßiger Nierenfunktionsstörung um 30%, bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz oder einer

dialysepflichtigen Nierenerkrankung im Endstadium um 60%. C

war nicht beeinflusst.

Lacosamid wird durch Hämodialyse effektiv aus dem Plasma entfernt. Nach einer vierstündigen

Hämodialyse ist die AUC von Lacosamid um rund 50% verringert. Deshalb wird nach

Hämodialysebehandlungen eine zusätzliche Dosis empfohlen (siehe Abschnitt 4.2). Bei Patienten mit

mäßiger und schwerer Nierenfunktionsstörung war die Exposition gegenüber dem O-Desmethyl-

Metaboliten um ein Mehrfaches erhöht. Bei Patienten mit einer Nierenerkrankung im Endstadium, bei

denen keine Hämodialyse durchgeführt wurde, waren die Werte erhöht und stiegen über den 24-

Stunden-Probenentnahmezeitraum kontinuierlich an. Ob die erhöhte Metaboliten-Exposition bei

Patienten mit einer Nierenerkrankung im Endstadium zu unerwünschten Wirkungen führen kann, ist

nicht bekannt, es konnte jedoch keine pharmakologische Aktivität des Metaboliten nachgewiesen

werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit mäßiger Beeinträchtigung der Leberfunktion (Child-Pugh B) war der Lacosamid-

Plasmaspiegel erhöht (rund 50% höhere AUC

norm

). Die höhere Exposition war zum Teil auf eine

Beeinträchtigung der Nierenfunktion der Patienten zurückzuführen. Die Verminderung der nicht-

renalen Clearance bei den Patienten in der Studie führte schätzungsweise zu einem 20%igen Anstieg

der AUC von Lacosamid. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung wurde die

Pharmakokinetik von Lacosamid nicht beurteilt (siehe Abschnitt 4.2).

Ältere Patienten (über 65 Jahre)

In einer Studie an älteren Männern bzw. Frauen, darunter 4 Patienten über 75 Jahre, war die AUC im

Vergleich zu jungen Männern um rund 30% bzw. 50% erhöht. Dies hängt zum Teil mit dem

geringeren Körpergewicht zusammen. Die Differenz betrug nach Normierung des Körpergewichts

26% bzw. 23%. Es wurde auch eine erhöhte Expositions-Variabilität beobachtet. Die renale Clearance

von Lacosamid war bei den älteren Patienten dieser Studie nur geringfügig verringert.

Eine grundsätzliche Dosisreduktion gilt nicht als erforderlich, es sei denn, sie ist aufgrund

eingeschränkter Nierenfunktion indiziert (siehe Abschnitt 4.2)

Kinder und Jugendliche

Das pharmakokinetische Profil von Lacosamid bei Kindern und Jugendlichen wurde in einer

Populationsanalyse zur Pharmakokinetik anhand der wenigen Plasmaspiegel-Daten ermittelt, die im

Rahmen von einer placebokontrollierten randomisierten Studie und von drei offenen Studien an 414

epilepsiekranken Kindern im Alter zwischen 6 Monaten und 17 Jahren erhoben worden waren. Die in

diesen Studien verwendeten Lacosamid-Dosierungen lagen zwischen 2 und 17,8 mg/kg/Tag

eingenommen in zwei Tagesdosen; die maximale Dosis betrug 600 mg/Tag bei Kindern mit einem

Gewicht ab 50 kg.

Für Kinder mit einem Körpergewicht von 20, 30 und 50 kg lag die typische Plasma-Clearance bei 1,04

l/h, 1,32 l/h bzw. 1,86 l/h. Zum Vergleich: Bei Erwachsenen (Körpergewicht 70 kg) lag die gemessene

Plasma-Clearance bei 1,92 l/h.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In den Toxizitätsstudien wurden ähnliche oder nur marginal höhere Lacosamid-Plasmaspiegel erreicht

wie bei Patienten; die Spanne für die humane Exposition ist somit gering bis nicht existent.

In einer Studie zur Sicherheitspharmakologie trat nach intravenöser Gabe von Lacosamid an

anästhesierten Hunden eine vorübergehende Verlängerung des PR-Intervalls und des QRS-Komplexes

sowie Blutdruckabfall auf, höchstwahrscheinlich als Folge einer kardiodepressiven Wirkung. Diese

vorübergehenden Veränderungen begannen im gleichen Konzentrationsbereich wie er nach Gabe der

maximal empfohlenen klinischen Dosis erreicht wird. Bei anästhesierten Hunden und Cynomolgus-

Affen wurden nach intravenösen Dosen von 15 - 60 mg/kg eine Verlangsamung der atrioventrikulären

Erregungsleitfähigkeit, AV-Block und atrioventrikuläre Dissoziation beobachtet.

In den Studien zur Toxizität bei wiederholter Verabreichung wurden bei Ratten ab einer Exposition

von etwa dem 3-Fachen der klinischen Exposition geringfügige, reversible Leberveränderungen

beobachtet. Diese Veränderungen umfassten ein erhöhtes Organgewicht, Hypertrophie der

Hepatozyten, erhöhte Leberenzymspiegel im Serum und erhöhte Gesamtcholesterin- und

Triglyzeridwerte. Außer der Hypertrophie der Hepatozyten wurden keine weiteren

histopathologischen Veränderungen beobachtet.

In Studien zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität bei Nagern und Kaninchen wurden keine

teratogenen Wirkungen festgestellt. Hingegen kam es zu einer Zunahme der Totgeburten und der

Sterberate in der Peripartalperiode sowie einer leichten Verringerung von Wurfgröße und

Geburtsgewicht bei Ratten nach maternaltoxischen Dosen (bei systemischen Expositionswerten, die

den in der klinischen Anwendung erwarteten ähneln). Da höhere Expositionswerte bei Tieren

aufgrund der maternalen Toxizität nicht untersucht werden konnten, konnte das embryo-/fetotoxische

und teratogene Potenzial von Lacosamid nicht vollständig charakterisiert werden.

Studien an Ratten haben ergeben, dass Lacosamid und/oder seine Metaboliten leicht die

Plazentaschranke passieren.

Bei jungen Ratten und Hunden unterschied sich die Art der toxischen Wirkungen qualitativ nicht von

der bei erwachsenen Tieren. Junge Ratten wiesen bei einer systemischen Exposition, die in etwa der

zu erwartenden klinischen Exposition entsprach, ein vermindertes Körpergewicht auf. Bei jungen

Hunden wurden reversible, dosisabhängige klinischen ZNS-Symptome ab einer systemischen

Exposition beobachtet, die unterhalb der zu erwartenden klinischen Exposition lag.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern

Mikrokristalline Cellulose

Hyprolose (5,0 – 16,0% m/m Hydroxypropoxy-Gruppen)

Hyprolose

Mikrokristalline Cellulose, Siliciumdioxid-beschichtet

Crospovidon (Typ A)

Hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

Filmüberzug

Poly(vinylalkohol)

Macrogol 3350

Titandioxid (E171)

Talkum

Lacosamid G.L. 50 mg Filmtabletten zusätzlich:

Eisen(III)-oxid (E172)

Eisen(II,III)-oxid (E172)

Indigocarmin, Aluminiumsalz (E132)

Lacosamid G.L. 100 mg Filmtabletten zusätzlich:

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172)

Lacosamid G.L. 150 mg Filmtabletten zusätzlich:

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172)

Eisen(III)-oxid (E172)

Eisen(II,III)-oxid (E172)

Lacosamid G.L. 200 mg Filmtabletten zusätzlich:

Indigocarmin, Aluminiumsalz (E132)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

PVC//Al-Blisterpackungen oder PVC/PVdC/Aluminium-Blisterpackungen

Die Packung zur Behandlungseinleitung enthält 4 Packungen mit je 14 Lacosamid G.L. Filmtabletten

mit 50 mg, 100 mg, 150 mg oder 200 mg.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

G.L. Pharma GmbH

Schlossplatz 1

8502 Lannach

Österreich

8.

ZULASSUNGSNUMMER

98911.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

03.08.2018

10.

STAND DER INFORMATION

September 2020

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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