Estradot 50 Transdermales Pflaster

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
estradiolum
Verfügbar ab:
Novartis Pharma Schweiz AG
ATC-Code:
G03CA03
INN (Internationale Bezeichnung):
estradiolum
Darreichungsform:
Transdermales Pflaster
Zusammensetzung:
estradiolum 780 µg zu estradiolum hemihydricum, dipropylenglycolum, excipiens der Vorbereitung auf die 5 cm2 mit der Befreiung von 50 µg/24 h auf.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
peri- / postmenopausale Oestrogensubstitutionstherapie
Zulassungsnummer:
55976
Berechtigungsdatum:
2002-06-25

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Estradot® 25/37.5/50/75/100

Novartis Pharma Schweiz AG

Was ist Estradot und wann wird es angewendet?

Estradot ist ein transdermales Pflaster, das den Wirkstoff Estradiol durch die Haut in die Blutbahn

abgibt. Es steht in fünf verschiedenen Dosierungen zur Verfügung:

·Estradot 25 (2.5 cm2), mit 0.39 mg Estradiol und einer täglichen Estradiol-Freisetzung von 25

Mikrogramm.

·Estradot 37.5 (3.75 cm2), mit 0.585 mg Estradiol und einer täglichen Estradiol-Freisetzung von 37.5

Mikrogramm.

·Estradot 50 (5.0 cm2), mit 0.78 mg Estradiol und einer täglichen Estradiol-Freisetzung von 50

Mikrogramm.

·Estradot 75 (7.5 cm2), mit 1.17 mg Estradiol und einer täglichen Estradiol-Freisetzung von 75

Mikrogramm.

·Estradot 100 (10 cm2), mit 1.56 mg Estradiol und einer täglichen Estradiol-Freisetzung von 100

Mikrogramm.

Der Wirkstoff von Estradot ist mit dem weiblichen Sexualhormon Estradiol, welches bis zum Eintritt

der Menopause von den Eierstöcken in ausreichender Menge produziert wird, identisch. Die

Menopause (letzte Regelblutung) ist ein natürlicher Vorgang, der bei allen Frauen – gewöhnlich

zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr – auftritt. Sie kann aber auch bei jüngeren Frauen auftreten,

wenn die Eierstöcke durch einen chirurgischen Eingriff entfernt werden müssen.

Nach der Menopause produziert der Körper viel weniger Estrogen als vorher, was bei vielen Frauen

zu Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Blasen- und Scheidenbeschwerden sowie zu

mit diesen Erscheinungen verbundener Reizbarkeit und Verstimmung führt.

Die mangelnde Estrogenproduktion kann zudem zu einem beschleunigten Knochenabbau

(Osteoporose) nach den Wechseljahren führen.

Estradot wird Ihnen daher von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin im Rahmen einer so genannten

Hormonersatztherapie (HRT) verschrieben, um:

·Beschwerden zu lindern, welche in der Zeit der Menopause auftreten können.

·dem beschleunigten Knochenabbau (Osteoporose) nach der Menopause vorzubeugen.

Was sollte dazu beachtet werden?

Eine Hormonersatztherapie kann mit erhöhten Risiken, wie Brustkrebs und Gebärmutterkrebs, Herz-

Kreislaufkrankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, venösen Thrombosen und Lungenembolien

(Blutgerinnsel) verbunden werden. Ihr Arzt, bzw. Ihre Ärztin wird mit Ihnen diese Risiken

besprechen und gegenüber dem erwarteten Nutzen abwiegen.

Estradot ist weder ein Mittel zur Empfängnisverhütung noch zur Wiederherstellung der

Fruchtbarkeit.

Sagen Sie Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin sobald wie möglich, wenn

Sie sich nicht wohl fühlen, während Sie Estradot anwenden.

Wann darf Estradot nicht angewendet werden?

Estradot Pflaster dürfen nicht angewendet werden, wenn Sie:

·an Brustkrebs leiden, bei Ihnen ein Verdacht auf Brustkrebs besteht oder Sie früher an Brustkrebs

gelitten haben;

·an einem hormonabhängigen Tumor wie Gebärmutterkrebs leiden bei Ihnen ein Verdacht auf

Gebärmutterkrebs besteht oder an Gebärmutterkrebs gelitten haben;

·nicht abgeklärte Vaginalblutungen haben;

·unter schwerer Lebererkrankung leiden;

·bestehenden oder behandelten Problemen mit den Blutgefässen (z.B. tiefe Venenthrombosen oder

Venenentzündungen) oder Embolien (Blutgerinnsel),

·bestehenden oder früheren Erkrankungen, die auf Blutgerinnsel in den Arterien zurückzuführen

sind, wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Brustschmerz aufgrund verengter Herzkranzarterien (Angina

pectoris),

·eine Blutungsstörung haben (wie z.B. Protein C-, Protein S- oder Antithrombin-Mangel)

·an bestimmter Stoffwechselstörung (z.B. Porphyrie) leiden;

·schwanger sind, glauben schwanger zu sein oder stillen;

·gegenüber einem Bestandteil des Präparats oder Sexualhormonen allergisch sind.

Wann ist bei der Anwendung von Estradot Vorsicht geboten?

Ihr Arzt/lhre Ärztin wird Nutzen und Risiken einer Hormonsubstitutionstherapie mit Ihnen

besprechen und die notwendigen Kontrollen vor und regelmässig während der Therapie durchführen.

Sie und Ihr Arzt bzw. lhre Ärztin sollten dabei über die Notwendigkeit einer Anpassung oder

Fortsetzung der Behandlung sprechen.

Vor der Behandlung mit Arzneimitteln wie Estradot sollte eine medizinische Abklärung des

Allgemeinzustandes und eine gründliche gynäkologische Untersuchung durchgeführt werden. Zudem

sollten während der Anwendung regelmässige Routineuntersuchungen, vor allem der Brust

(zumindest jedes Jahr), durchgeführt werden.

Es ist wichtig, zu erlernen wie Sie lhre Brüste untersuchen und dies regelmässig durchzuführen.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie irgendwelche Veränderungen bemerken.

Die Behandlung mit Estradot sollte sofort abgebrochen werden bei:

·Venösen oder arteriellen thromboembolischen Erkrankungen (Bildung von Blutgerinnseln in

Blutgefässen). Dies kann sich durch Schmerzen in den Beinen, Schmerzen im Brustkorb, Husten,

Atemnot (Lungenembolie), Herzinfarkt oder Schlaganfall äussern

·Erstmaligem Auftreten migräneartiger oder häufigerem Auftreten ungewohnt starker

Kopfschmerzen

·Plötzlichem teilweisen oder totalen Sehverlust

·Plötzlichen Hörstörungen

·einem starken Blutdruckanstieg

·Gelbsucht oder einer Verschlechterung der Leberfunktion

·Erkennbarem Wachstum von gutartigen Tumoren der Gebärmutter (Myome)

·Zunahme epileptischer Anfälle

·Schwangerschaft

Informieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin, wenn Sie an folgenden Erkrankungen leiden oder gelitten

haben oder wenn diese neu auftreten:

·Wenn bei Ihnen ein erhöhtes Risiko für Sexualhormonabhängige Tumoren besteht (z.B. wenn

jemand in Ihrer engsten Familie Brustkrebs hatte).

·Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen (wie z.B. Gelbsucht);

·Gallenblasenerkrankung (Gallensteine);

·Bluthochdruck;

·Asthma:

·Epilepsie;

·Migräne oder starke Kopfschmerzen;

·Estrogenabhängiger Tumor (s. «Wann darf Estradot nicht angewendet werden?»);

·Gutartige Gebärmuttergeschwülste (wie z.B. Endometriose, Endometriumhyperplasie);

·Dunkle Flecken auf der Haut, vor allem im Gesicht (Chloasma)

·Zuckerkrankheit (Diabetes);

·Gutartige Veränderungen in der Brust (wie z.B. Zysten);

·Venenentzündungen;

·Erkrankung der Blutgefässe, die auf Gerinnselbildung beruht (Venenthrombose) oder ein erhöhtes

Risiko für eine derartige Erkrankung;

·Innenohrschwerhörigkeit (Otosklerose);

·systemischer Lupus erythematodes (eine Bindegewebserkrankung);

·Unregelmässige oder starke Scheidenblutungen;

·Erhöhte Blutfettwerte (Hypertriglyzeridämie);

·Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion);

·Schwere allergische Reaktionen;

·Angioödem (rasch auftretende Schwellungen von Zunge, Rachen (Blockade der Luftwege), Gesicht,

Augen, Hände und Füsse).

In diesen Fällen ist eine Estrogentherapie unter Umständen nicht angezeigt oder Patientinnen, die

unter Estrogentherapie stehen, benötigen eine sorgfältige ärztliche Überwachung.

Sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie erste Anzeichen einer

Venenentzündung oder einer Bildung eines Blutgerinnsels vermuten. Dies äussert sich durch

ungewöhnliche oder stumpfe Schmerzen, Krämpfe oder Beschwerden in Ihren Beinen (Waden) oder

durch ungewöhnliche Schwellung der Glieder, durch heftige oder drückende Schmerzen oder das

Gefühl von Schwere im Brustkasten, durch unbegründeten schweren, schmerzvollen Husten, durch

Sehstörung, durch schweren Schwindel, Kraftlosigkeit, oder durch das plötzliche Gefühl von

Schwäche oder Starrheit oder Schweregefühl entlang der einen Seite Ihres Körpers. Ihr Arzt bzw.

Ihre Ärztin wird dann die Symptome abklären und Sie anweisen, ob die Behandlung abgebrochen

werden sollte.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin auf jeden Fall mit, wenn bei Ihnen eine erhöhte

Thromboseneigung (Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln) besteht. Dieses Risiko erhöht sich mit

dem Alter und wenn Sie

·oder jemand in Ihrer engsten Familie einmal eine Thrombose der Bein- oder Lungengefässe hatten;

·rauchen;

·übergewichtig sind;

·mehrere Fehlgeburten gehabt haben;

·Krampfadern haben.

Ersatztherapie und Krebs

Brustkrebs

In verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen wurde berichtet, dass das Risiko für Brustkrebs

bei Frauen, die eine Hormonsubstitutionstherapie anwenden, leicht erhöht ist. Dieses erhöhte Risiko

nimmt in den ersten 5 Jahren nach dem Absetzen der Hormonsubstitution langsam ab und ist dann

wieder vergleichbar mit demjenigen von Frauen, die keine Hormonsubstitutionstherapie angewendet

haben.

Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumskarzinom)

Das Risiko für Krebs der Gebärmutterschleimhaut bei Frauen mit einer intakten Gebärmutter ist

unter Monotherapie mit Estrogenen wie Estradot grösser als bei unbehandelten Frauen und scheint

von der Behandlungsdauer und der Estrogen-Dosis abhängig zu sein. Das grösste Risiko scheint mit

einer längerdauernden Anwendung einherzugehen. Nach Absetzen der Behandlung mit Präparaten

wie Estradot könnte das Risiko für mindestens 10 Jahre erhöht bleiben. Bei Zugabe eines weiteren

Arzneimittels, eines Gestagens, für mindestens 12 Tage pro Zyklus kann dieses Risiko herabgesetzt

werden.

Alle Fälle von abnormalen Blutungen (unregelmässige, starke oder anhaltende Blutungen)

einschliesslich Spotting (Schmierblutungen) müssen durch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin untersucht

werden, um die Ursache dieser Symptome festzustellen.

Eierstockkrebs

Einige Studien deuten darauf hin, dass sowohl eine Therapie mit einem Estrogen-Monopräparat als

auch mit einer kombinierten Hormonersatztherapie mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung

eines Eierstockkrebses verbunden sein könnte.

Lebertumor

In seltenen Fällen wurden nach Anwendung von Geschlechtshormonen, wie sie in Estradot enthalten

sind, Tumore der Leber beobachtet, welche zu lebensgefährlichen Blutungen in die Bauchhöhle

führen können. Treten ungewohnte Oberbauchbeschwerden auf, die nicht rasch von selbst wieder

verschwinden, ist daher der Arzt bzw. die Ärztin zu informieren.

Herz-/Kreislauf-Wirkungen einer Hormonersatztherapie

Herzkrankheit (Herzinfarkt) und Schlaganfall

Grosse klinische Studien zeigten keinen günstigen Effekt der Hormonersatztherapie bei der

Vorbeugung von koronarer Herzerkrankung und Schlaganfall.

Bei Frauen ohne intakte Gebärmutter unter Estrogen-Monotherapie fand sich im Gegensatz zur

kombinierten Hormon-Ersatztherapie (d.h. zusätzlich mit einem Gestagen) kein Einfluss auf die

Häufigkeit einer koronaren Herzerkrankung. Sowohl unter der kombinierten Hormonersatztherapie

als auch unter der Estrogen-Monotherapie fand sich jedoch ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle.

Venöse Blutgerinnsel (Thrombosen)

Estrogen oder kombinierte Estrogen-Gestagen Substitutionstherapien sind mit einem erhöhten Risiko

für Blutgerinnselverbunden. Das erhöhte Risiko wurde nur bei Frauen unter einer Hormon-

Ersatztherapie festgestellt und bestand nicht bei früheren Anwenderinnen. Das Risiko scheint in den

ersten Jahren der Anwendung höher zu sein. Informieren Sie in diesem Zusammenhang Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin frühzeitig genug über einen geplanten Spitalaufenthalt oder chirurgischen Eingriff.

Wenn Sie unerwartet ins Spital gehen müssen, sagen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, der/die Sie

aufnimmt, dass Sie Estradot anwenden. Das Risiko des Auftretens von Blutgerinnsel kann nach

Operationen, schweren Verletzungen oder wenn Sie während einer längeren Zeit im Bett bleiben

müssen, vorübergehend erhöht sein. Estradot sollte nicht erneut angewendet werden, bis Sie

vollständig mobil sind.

Demenz

Aus einer grossen Studie gibt es Hinweise, dass bei Frauen, welche bei Beginn der HRT 65 Jahre

oder älter sind, das Risiko für Gedächtnisstörungen erhöht sein kann. Es ist nicht bekannt, ob diese

Erkenntnisse auch für jüngere Frauen bzw. andere HRT-Präparate gelten

Andere Vorsichtsmassnahmen

Estradot kann in sehr seltenen Fällen zu einer Kontaktsensibilisierung durch eine der Komponenten

des Pflasters führen (mit Symptomen wie Hautrötung oder Juckreiz), wobei es bei fortgesetztem

Kontakt mit der auslösenden Substanz zu einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion kommen

kann. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird bei auftretenden Kontaktsensibilisierungen entscheiden, ob die

Behandlung abgebrochen werden sollte.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie während der Anwendung mit Estradot

Arzneimittel zur Behandlung von Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) einnehmen, Ihr Arzt

bzw. Ihre Ärztin wird Ihren Schilddrüsenhormonspiegel regelmässig überprüfen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, bevor Sie gleichzeitig mit Estradot ein anderes

Arzneimittel anwenden. Es könnte nämlich notwendig sein, dass die Dosierung verändert oder das

Arzneimittel abgesetzt werden muss.

Dies gilt sowohl für rezeptpflichtige als auch für rezeptfreie Arzneimittel, besonders aber für:

·Beruhigungsmittel (Barbiturate und Meprobamat);

·Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie (Hydantoine, Phenytoin und Carbamazepin);

·Antibiotika und andere Arzneimittel gegen Infektionen (z.B. Rifampicin, Ketoconazol,

Erythromycin, Rifabutin)

·Arzneimittel zur Behandlung von HIV (Nevirapin, Efavirenz, Ritonavir, Nelfinavir);

·Pflanzliche Arzneimittel gegen Depressionen (Johanniskraut).

·Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, ob Sie mit Arzneimitteln zur Behandlung von Hepatitis

C-Infektionen behandelt sind (Arzneimittel mit Wirksubstanzen wie Ombitsavir, Paritaprevir,

Ritonavir, Dasabuvir). Arzneimittel mit Östrogenen wie Estradot könnten gegebenenfalls die

Wirkung dieser Arzneimittel beeinflussen.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, dass Sie unter einer Behandlung mit Estradot sind, wenn

bei Ihnen Labortests durchgeführt werden. Einige Laboruntersuchungen können durch Estradot

beeinträchtigt werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin auch, wenn Sie an

·anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Darf Estradot während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Estradot darf während der Schwangerschaft und in der Stillzeit nicht angewendet werden, und hat in

diesen Zuständen keinen Nutzen.

Sollten Sie während der Behandlung mit Estradot schwanger werden oder dieses Präparat

unbeabsichtigt während der Schwangerschaft oder Stillzeit angewendet haben, müssen Sie so rasch

wie möglich den Arzt/die Ärztin benachrichtigen.

Wie verwenden Sie Estradot?

Ihr Arzt bzw. mit Ihre Ärztin wird Ihnen die niedrigste wirksame Dosierung von Estradot

verschreiben. Es sollte so kurz wie möglich behandelt werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Beginnen Sie die Behandlung mit Estradot genau zu dem von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin

festgelegten Zeitpunkt.

Estradot wird kontinuierlich angewendet. Wechseln Sie das Pflaster alle 3 bis 4 Tage.

Was müssen Sie beim Aufkleben besonders beachten?

Wählen Sie zum Aufkleben des Pflasters eine Stelle z.B. das Gesäss, an der sich die Haut beim

Bewegen des Körpers nicht zu stark faltet und die nicht starken Reibungen durch Kleider ausgesetzt

ist, sonst könnte sich das Pflaster wieder lösen. Die Hautstelle soll trocken und nicht mit Öl, Fett

oder sonstigen Salben behandelt sein, da das Pflaster sonst nicht haftet. Das Pflaster sollte nie auf

eine verschwitzte Haut oder gleich nach einem heissen Bad oder Dusche aufgeklebt werden; warten

Sie, bis die Haut vollständig kühl und trocken ist. Sie sollte auch weder Rötungen noch Reizungen

aufweisen.

Das Pflaster darf nicht auf die Brüste oder in der Nähe der Brüste geklebt werden.

Wählen Sie zum Aufkleben eines Pflasters nicht zweimal hintereinander dieselbe Hautstelle. Nach

einer Woche oder mehr können Sie jedoch wieder ein Pflaster auf eine schon einmal benutzte Stelle

kleben.

Da das Pflaster nicht der Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden darf, muss es immer von Kleidung

bedeckt sein.

Vergessene oder abgelöste Pflaster

Sollten Sie einmal vergessen, das Pflaster zum vorgesehenen Zeitpunkt zu wechseln, ist dies kein

Grund zur Beunruhigung. Sie sollten es aber sobald wie möglich erneuern. Beginnen Sie mit dem

nächsten Pflaster wieder am vorgesehenen Wochentag.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Mit einem korrekt aufgeklebten Pflaster können Sie Sport treiben, baden oder duschen und auch

Badeöle oder sonstige Zusätze verwenden. In sehr heissem Badewasser oder in der Sauna kann sich

das Pflaster eventuell von der Haut ablösen. Sollte dies der Fall sein, so können Sie aber nach dem

Bad oder nach der Sauna ohne weiteres dieses durch ein neues Pflaster ersetzen.

Wie wird das Pflaster richtig angebracht?

Jedes Pflaster ist luftdicht und lichtgeschützt in einem versiegelten Sachet eingeschlossen. Reissen

Sie das Sachet an der durch eine Kerbe gekennzeichneten Stelle auf (keine Schere verwenden, um

nicht eventuell das Pflaster zu beschädigen):

Vergewissern Sie sich, dass Sie das alte Pflaster entfernt haben, bevor Sie ein Neues anwenden.

Nachdem Sie das Sachet geöffnet haben, nehmen Sie das Pflaster heraus. Die Haftschicht, mit der

das Pflaster auf der Haut angebracht wird, ist von einer steifen, transparenten Schutzfolie bedeckt,

die durchgehend eingeschnitten ist:

Biegen Sie das Pflaster an dieser Stelle um, so dass Sie die Schutzfolie an der Schnittstelle fassen

können. Entfernen Sie nun den einen Teil dieser Folie, ohne die Haftschicht zu berühren:

Kleben Sie das Pflaster mit der freiliegenden Haftfläche auf eine trockene Hautstelle am Unterleib

und drücken Sie es an:

Falten Sie dann den verbleibenden Teil des Pflasters zurück und ziehen Sie die andere Hälfte der

Schutzfolie ab:

Drücken Sie das Pflaster anschliessend mit der Handfläche ca. 10 Sekunden an, um eine gute

Haftung (vor allem an den Rändern) sicherzustellen.

Wie häufig müssen Sie das Pflaster erneuern und was ist beim Wechseln besonders zu

berücksichtigen?

Damit die für Sie vorgesehene Estradioldosis regelmässig in Ihren Körper gelangt, müssen Sie

zweimal pro Woche ein Pflaster aufkleben, d.h. Sie müssen das Pflaster alle 3-4 Tage erneuern. Am

einfachsten ist es, wenn Sie den Wechsel immer an den gleichen zwei Wochentagen vornehmen.

Wählen Sie zwei Wochentage, an denen Sie sich am besten daran erinnern.

Falls bei Ihnen die Gebärmutter nicht operativ entfernt wurde, wird der Arzt/die Ärztin zusätzlich zu

Estradot ein Gestagen-Präparat verschreiben (Ersatz des natürlichen Progesterons). Dieses muss

regelmässig während mindestens 12-14 Tagen pro Monat (wie von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin

verschrieben) eingenommen werden. Bei diesem Behandlungsmodus tritt in der Regel nach jeder

Gestagen-Behandlungsperiode eine Entzugsblutung auf.

Welches Behandlungsschema für Sie im Einzelfall am geeignetsten ist, wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin

entscheiden. Er/sie wird Sie auch über weitere, für Sie massgebliche Einzelheiten informieren.

Wenn die gegebenen Anweisungen genau befolgt werden, sollte das Pflaster während 3-4 Tagen

problemlos auf der Haut haften. Beim Entfernen nehmen Sie das aufgeklebte Pflaster sorgfältig ab

und falten es mit der Haftschicht nach innen zusammen. Entsorgen Sie es sorgfältig und ausserhalb

der Reichweite von Kindern, da es noch etwas Wirkstoff enthält. Falls noch Klebstoff auf der Haut

verbleibt, lassen Sie den Hautbereich während 15 Minuten trocknen. Sie können dann den restlichen

Klebstoff entfernen, indem Sie den betroffenen Hautbereich mit einer öligen Crème oder Lotion

sanft reiben. Kleben Sie das nächste Pflaster an einem anderen sauberen und trockenen Hautbereich

auf.

Falls sich einmal wider Erwarten ein Pflaster löst, ersetzen Sie es durch ein Neues. Nehmen Sie aber

auf jeden Fall den nächsten, regulären Pflasterwechsel wieder an dem von Ihnen ursprünglich

vorgesehenen Tag vor.

Welche Nebenwirkungen kann Estradot haben?

Unter Hormonersatztherapie wurden gelegentlich Fälle von Brustkrebs und in seltenen Fällen

Eierstockkrebs, Krebs der Gebärmutterschleimhaut, venöse Thrombosen oder Lungenembolien

(Blutgerinnsel), Schlaganfälle sowie Herzinfarkte beobachtet (siehe «Wann darf Estradot nicht

angewendet werden?»/«Wann ist bei der Anwendung von Estradot Vorsicht geboten?»).

Brechen Sie die Behandlung ab und wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin,

falls Sie eine der folgenden Nebenwirkungen feststellen:

·Anzeichen von schweren allergischen Reaktionen wie z.B. Hautausschlag, Juckreiz, Nesselsucht,

Atemnot oder Schwierigkeiten beim Atmen, Pfeifen oder Husten, Benommenheit, Schwindelgefühl,

Veränderung des Bewusstseinszustandes, Blutdruckabfall, mit oder ohne leichtem allgemeinem

Juckreiz, Hautrötung, Schwellung von Gesicht, Rachen und Zunge und Ödem um die Augen,

·Gelbfärbung von Augen oder Haut (Anzeichen einer Gelbsucht),

·Schmerzen in den Unterschenkeln, den Oberschenkeln oder in der Brust, plötzlich auftretende

Atemnot, unregelmässiger, schneller Herzschlag oder schneller Puls (Anzeichen

thromboembolischer Störungen, Blutgerinnsel).

Weitere Nebenwirkungen

Sehr häufig wurde über Spannungsgefühl in den Brüsten und Juckreiz und allergische

Hautentzündung unter dem Pflaster nach Entfernen des Pflasters berichtet.

Häufig sind Gewichtsschwankungen, Depression, Kopfschmerzen, Migräne, Benommenheit,

Übelkeit, Blähungen, Bauchschmerzen, Änderung der Vaginalblutungen, Vaginalausfluss,

Brustvergrösserung, Schwellung und Juckreiz rund um das Pflaster gemeldet worden.

Gelegentlich sind Veränderungen der Libido, Erbrechen, Haarausfall, vermehrte Körperbehaarung,

vaginale Pilzinfektionen, gutartige Geschwulste in der Gebärmutter aufgetreten.

Selten kam es zu einer Tendenz zur Gallensteinbildung.

Sehr selten wurde über verstärktes Auftreten von Krampfadern, Bluthochdruck, reversible

Hautverfärbung der Applikationsstelle nach dem Abklingen von Entzündungen, und

Funktionsstörungen der Leber berichtet.

Weiter wurden Überempfindlichkeitsreaktionen, Nervosität, Stimmungsschwankungen, Durchfall,

Ekzeme, Juckreiz am ganzen Körper, Kontaktdermatitis, Farbänderung der Haut (Chloasma),

Kapilarblutungen, Rückenschmerzen und Schmerzen in Armen und Beinen, Brustschmerzen,

Abnahme des Erinnerungsvermögens und der geistigen Leistungsfähigkeit, Bewegungsstörungen,

trockene Augen und Veränderung der Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit, reduzierte

Glukosetoleranz, Verschlechterung von Stoffwechselerkrankungen, Menstruationskrämpfe,

Brustausfluss, Klumpen in der Brust (nicht krebsartig), Vergrösserung der Gebärmutterschleimhaut,

Veschlimerunge einer Porphyrie (einer bestimmten Stoffwechselstörung) und spontane Haut- bzw.

Schleimhautblutung (Purpura) beobachtet.

Viele Nebenwirkungen verschwinden wieder, ohne dass Sie die Behandlung abbrechen müssen. Falls

eine der Nebenwirkungen jedoch andauert oder sehr unangenehm ist, informieren Sie bitte Ihren Arzt

bzw. lhre Ärztin.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Estradot soll nicht über 25 °C aufbewahrt werden. Nicht im Kühlschrank lagern, nicht einfrieren.

Ist ein Pflaster einmal aus dem versiegelten Sachet entnommen, muss es sofort appliziert werden.

Arzneimittel sollen für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Estradot enthalten?

Estradot Pflaster enthalten den Wirkstoff Estradiol (als Hemihydrat) sowie Hilfsstoffe.

Estradot Pflaster gibt es in fünf verschiedenen Dosierungen:

Estradot 25 (0.39 mg/Einheit).

Estradot 37.5 (0.585 mg/Einheit).

Estradot 50 (0.78 mg/Einheit).

Estradot 75 (1.17 mg/Einheit).

Estradot 100 (1.56 mg/Einheit).

Zulassungsnummer

55976 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Estradot? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Estradot 25: 8 und 24 transdermale Pflaster.

Estradot 37.5: 8 und 24 transdermale Pflaster.

Estradot 50: 8 und 24 transdermale Pflaster.

Estradot 75: 8 und 24 transdermale Pflaster.

Estradot 100: 8 und 24 transdermale Pflaster.

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz.

Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Estradot® 25/37,5/50/75/100

Novartis Pharma Schweiz AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Estradiolum (ut Estradiolum hemihydricum).

Hilfsstoffe: Excip. ad praep.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Estradot 25

Transdermale Pflaster zu 0.39 mg.

2.5 cm2 cum liberatione 25 µg /24 h.

Estradot 37.5

Transdermale Pflaster zu 0.585 mg.

3.75 cm2 cum liberatione 37.5 µg /24 h.

Estradot 50

Transdermale Pflaster zu 0.78 mg.

5 cm2 cum liberatione 50 µg /24 h.

Estradot 75

Transdermale Pflaster zu 1.17 mg.

7.5 cm2 cum liberatione 75 µg /24 h.

Estradot 100

Transdermale Pflaster zu 1.56 mg.

10 cm2 cum liberatione 100 µg/24 h.

Estradot ist in folgenden 5 Dosierungen verfügbar:

Estradot

Estradot

37.5

Estradot

Estradot

Estradot

Nominelle in vivo

37.5

Estradiol-Abgaberate [µg/24 h]

Estradiolgehalt

(als Hemihydrat)

pro Pflaster [mg]

0.39

0.585

0.78

1.17

1.56

Abgabefläche [cm2]

3.75

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung der Symptome des Östrogenmangels infolge der natürlichen oder künstlichen

Menopause.

Vorbeugung oder Verzögerung einer durch Östrogenmangel induzierten Osteoporose bei

postmenopausalen Frauen mit hohem Frakturrisiko, für die eine Behandlung mit anderen zur

Prävention der Osteoporose zugelassenen Arzneimitteln nicht in Frage kommt, oder bei Frauen die

gleichzeitig an behandlungsbedürftigen Symptomen des Östrogenmangels leiden.

Bei nicht-hysterektomierten Frauen muss die Östrogensubstitution stets mit einem Gestagen ergänzt

werden.

Dosierung/Anwendung

Sowohl für die Anfangsdosierung als auch für Erhaltungstherapie sollte immer die niedrigste

wirksame Dosierung angewendet und so kurz wie möglich behandelt werden. Die

Hormonsubstitution sollte nur fortgesetzt werden, solange der Nutzen das Risiko für die einzelne

Patientin überwiegt.

Klimakterische Symptome

Die Behandlung soll grundsätzlich mit der niedrigsten wirksamen Dosis begonnen werden.

Abhängig vom klinischen Ansprechen kann die Dosis ggf. an die individuellen Bedürfnisse der

Patientin angepasst werden. Bei unzureichender Besserung nach dreimonatiger Behandlung, kann die

Dosis erhöht werden. Sollten unter einer höheren Dosis Symptome einer Überdosierung auftreten

(z.B. Spannungsgefühl in den Brüsten), muss die Dosis wieder reduziert werden.

Prophylaxe der postmenopausalen Osteoporose

Zur Prophylaxe der postmenopausalen Osteoporose können alle 5 Dosierungen angewendet werden

(s. Tabelle oben). Die Behandlung muss mit Estradot 50 begonnen werden. Eine individuelle

Dosisanpassung mit den anderen Dosisstärken ist möglich.

Estradot wird als kontinuierliche Behandlung angewendet. Das Pflaster wird alle 3-4 Tage (d.h.

zweimal wöchentlich) gewechselt. Bei nicht-hysterektomierten Frauen muss die Östrogensubstitution

zudem durch eine Gestagentherapie ergänzt werden. Diese erfolgt entweder in den letzten 12-14

Tagen jedes vierwöchigen Behandlungszyklus (fortlaufend-sequentiell) oder jeden Tag ohne

Unterbruch (fortlaufend-kombiniert).

Beginn der Behandlung

Postmenopausale Frauen, welche zurzeit keine Östrogen-/Gestagen-Therapie erhalten, sowie Frauen

unter kontinuierlicher Hormonersatztherapie können mit der Anwendung von Estradot jederzeit

beginnen.

Frauen, welche schon eine zyklische oder sequentielle Östrogen-/Gestagen-Therapie erhalten, sollten

den laufenden Behandlungszyklus zum Abschluss bringen, bevor mit Estradot begonnen wird.

Am Ende eines Zyklus treten üblicherweise Blutungen auf. Der erste Tag einer solchen Blutung wäre

ein geeigneter Zeitpunkt, die Behandlung mit Estradot zu beginnen.

Vergessene oder abgelöste Pflaster

Wurde die Applikation eines Pflasters vergessen, sollte sie sobald wie möglich nachgeholt werden.

Der nächste Wechsel sollte dann wieder am nächsten üblichen Pflasterwechseltag erfolgen (auch

wenn dies dazu führt, dass ein Pflaster weniger als 3 Tage in situ war). Ein Behandlungsunterbruch

könnte die Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens unregelmässiger Durchbruch- und

Schmierblutungen erhöhen.

Falls sich das Pflaster lösen sollte (z.B. infolge anstrengender körperlicher Aktivität, übermässigem

Schwitzen oder Reibung durch enge Kleidung), kann es an einer anderen Stelle wieder aufgeklebt

werden.

Falls notwendig, kann ein neues Pflaster appliziert werden. In diesem Fall sollte trotzdem beim

nächsten Wechsel der übliche Pflasterwechseltag eingehalten werden (auch wenn dies dazu führt,

dass ein Pflaster weniger als 3 Tage in situ war).

Art der Anwendung

Estradot soll nach Öffnen des Siegelbeutels und Entfernen der Abziehfolie unverzüglich auf eine

saubere, trockene Stelle des Abdomens geklebt werden. Die gewählte Hautstelle sollte nicht fettig

sowie frei von Hautläsionen oder Hautirritationen sein.

Hinweis: Estradot darf nicht auf die Brüste oder in der Nähe der Brüste appliziert werden.

Die Taille sollte vermieden werden, da enge Kleidung zur Ablösung des Pflasters führen kann.

Einmal appliziert, sollte das Pflaster nicht längere Zeit dem Sonnenlicht ausgesetzt werden.

Um einen guten Hautkontakt, insbesondere am Pflasterrand, zu gewährleisten, sollte das Pflaster mit

der Handfläche etwa 10 Sekunden gut angedrückt werden.

Estradot sollte alle 3 bis 4 Tage gewechselt werden, wobei nicht zweimal hintereinander dieselbe

Hautstelle zum Aufkleben gewählt werden darf. Nach einer Woche oder mehr kann jedoch ein

Pflaster erneut auf eine schon früher verwendete Stelle appliziert werden.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Ältere Patientinnen: Eine Dosisanpassung in Abhängigkeit vom Alter ist nicht erforderlich.

Kinder/Jugendliche: Estradot besitzt bei Kindern und Jugendlichen keine Indikation.

Niereninsuffizienz: Estradot wurde bei Patientinnen mit Niereninsuffizienz nicht untersucht. Es

können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.

Leberinsuffizienz: Estradot wurde bei Patientinnen mit Leberinsuffizienz nicht untersucht. Wie alle

Östrogenpräparate ist Estradot bei schwerer Leberinsuffizenz (Child Pugh C) kontraindiziert. Bei

leicht- bis mässiggradiger Leberinsuffizienz (Child Pugh A und B) sollte die Behandlung unter

besonderer Vorsicht erfolgen.

Kontraindikationen

·bestehendes, vermutetes oder früheres Mammakarzinom,

·bestehende, vermutete oder frühere Sexualhormon-abhängige maligne oder prämaligne Neoplasien

(z.B. Endometriumkarzinom),

·nicht abgeklärte Vaginalblutung,

·schwerer Lebererkrankung, auch in der Anamnese, solange sich die Leberfunktion nicht

normalisiert hat,

·bestehende oder frühere venöse thromboembolische Ereignisse (z.B. tiefe Venenthrombose,

Lungenembolie),

·akute oder kürzlich aufgetretene arterielle thromboembolische Erkrankung (z.B. zerebrovaskularer

Insult, Myokardinfarkt),

·Vorliegen von Risikofaktoren für arterielle oder venöse thromboembolische Ereignisse (z.B.

Mangel an Antithrombin , Protein S oder Protein C)

·Porphyrie,

·bekannte oder vermutete Schwangerschaft,

·Stillzeit,

·bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Östrogenen oder einem der anderen Bestandteile von

Estradot.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Jeder Hormonersatztherapie (HRT) sollte eine Untersuchung des klinischen Allgemeinzustandes und

eine gründliche gynäkologische Untersuchung vorangehen, die mindestens jährlich zu wiederholen

sind. Diese Untersuchungen schliessen eine allgemeine Untersuchung (einschliesslich

Blutdruckmessung und ggf. relevanter Laboruntersuchungen) und eine gynäkologische

Untersuchung (Untersuchung der Mammae und der Beckenorgane einschliesslich Zervixzytologie)

ein. Die Eigen- und Familienanamnese sollten ebenfalls berücksichtigt werden. Das Nutzen-Risiko-

Verhältnis muss vor jeder Therapie und für jede Patientin individuell sorgfältig abgewogen werden.

Es sollte immer die niedrigste wirksame Dosis und die kürzestmögliche Behandlungsdauer gewählt

werden.

Prophylaxe der postmenopausalen Osteoporose

HRT-Präparate sollten nur dann zur Prävention der Osteoporose eingesetzt werden, wenn alternative

Therapien nicht in Frage kommen oder die Patientin gleichzeitig an behandlungsbedürftigen

postmenopausalen Symptomen leidet. In jedem Fall muss das individuelle Nutzen-Risiko-Verhältnis

vor jeder Behandlung und regelmässig während der Behandlung evaluiert werden.

Gründe zum sofortigen Absetzen der Therapie

Falls während der Behandlung eine Kontraindikation auftritt oder eine der nachfolgend genannten

Situationen eintritt, muss die HRT sofort abgesetzt werden:

·Symptome eines venösen oder arteriellen thromboembolischen Ereignisses (einschliesslich retinaler

Thrombosen) bzw. bei Verdacht hierauf; hierzu gehören auch:

·erstmaliges Auftreten migräneartiger oder häufigeres Auftreten ungewohnt starker Kopfschmerzen,

·plötzlicher partieller oder vollständiger Visusverlust,

·plötzliche Hörstörungen.

·klinisch relevanter Blutdruckanstieg

·lkterus, Hepatitis oder Verschlechterung der Leberfunktion

·erkennbares Wachstum von Myomen

·Zunahme epileptischer Anfälle

·Schwangerschaft

Umstände, die eine besondere Überwachung erfordern

Falls eine der nachfolgend genannten Erkrankungen oder Situationen besteht, früher aufgetreten ist

und/oder sich während einer Schwangerschaft oder einer vorausgehenden Hormonbehandlung

verschlechtert hat, sollte die Patientin engmaschig überwacht werden.

Es sollte berücksichtigt werden, dass diese Erkrankungen während der Behandlung mit Estradot

erneut auftreten oder sich verschlechtern könnten.

·Risikofaktoren für Sexualhormon-abhängige Tumoren (z.B. Mammakarzinom bei Verwandten 1.

Grades)

·Endometriumshyperplasie in der Anamnese

·benigne Brustveränderungen

·Leiomyome oder Endometriose

·Risikofaktoren für thromboembolische Erkrankungen (siehe auch Abschnitt «Thromboembolische

Erkrankungen» unten)

·Migräne

·Hypertonie

·Diabetes mellitus

·Fettstoffwechselstörungen

·Erkrankungen der Leber oder der Gallenblase

·schwangerschaftsbedingter Ikterus

·Asthma

·Epilepsie

·systemischer Lupus erythematodes

·Otosklerose

Tumorerkrankungen

Brustkrebs

Randomisierte kontrollierte Studien und epidemiologische Studien ergaben bei Frauen, die eine HRT

über mehrere Jahre anwandten, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Bei allen Frauen sollten deshalb vor

Beginn einer HRT sowie während der Behandlung jährlich Brustuntersuchungen durch den Arzt und

monatliche Selbstuntersuchungen der Brust durchgeführt werden. Die Anwenderinnen sollten

darüber aufgeklärt werden, welche Veränderungen der Brust sie ihrem Arzt / ihrer Ärztin mitteilen

müssen. Abhängig vom Alter und eventuell zusätzlich vorliegenden Risikofaktoren sollte ggf. auch

eine Mammographie durchgeführt werden.

Eine Metaanalyse von 51 epidemiologischen Studien zeigte, dass das Risiko, an Brustkrebs zu

erkranken, mit der Dauer der HRT zunimmt und nach Absetzen der HRT abnimmt. Das relative

Risiko (RR), an Brustkrebs zu erkranken, war 1.35 (95% CI 1.21-1.49) für Frauen, die eine HRT

während 5 Jahren oder länger anwandten.

Die «Women's Health Initiative» (WHI)-Studie, eine grosse prospektive, Placebo-kontrollierte,

randomisierte Studie, zeigte im Vergleich zu Placebo unter kombinierter HRT mit konjugierten

Östrogenen und MPA nach einer durchschnittlichen Behandlungszeit von 5.6 Jahren eine Zunahme

von invasiven Mammakarzinomen in der Östrogen/Gestagen-Gruppe (RR 1.24 [95% CI 1.02-1.50]).

Für die Monotherapie war das Risiko hingegen nicht erhöht (RR 0.77 [95% CI 0.59-1.01]).

Die Million Woman Study, eine nicht-randomisierte Kohorten-Studie, rekrutierte 1'084'110 Frauen.

Das durchschnittliche Alter der Frauen bei Eintritt in die Studie war 55.9 Jahre. Die Hälfte der

Frauen erhielt vor und/oder zum Zeitpunkt des Studienantrittes eine HRT, die übrigen Frauen

wurden nie mit HRT behandelt. Es wurden 9'364 Fälle von invasivem Brustkrebs und 637 Todesfälle

in Folge von Brustkrebs registriert nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 2.6 bzw. 4.1

Jahren. Frauen, die bei der Aufnahme in die Studie eine HRT anwandten, zeigten ein höheres Risiko

in Bezug auf Morbidität (1.66 [95% CI 1.58-1.75]) und möglicherweise in geringerem Ausmasse

auch für die Mortalität infolge Brustkrebs (1.22 [95% CI 1.00-1.48]) verglichen mit Frauen, die nie

eine solche Behandlung angewandt hatten. Das höchste Risiko wurde unter kombinierter Östrogen-

Gestagen-Therapie gesehen (2.00 [95% CI 1.88-2.12]). Für Östrogen-Monotherapie betrug das

relative Risiko 1.30 [95% CI 1.21-1.40]. Die Resultate fielen für verschiedene Östrogene und

Gestagene, für unterschiedliche Dosierungen und Verabreichungswege sowie für kontinuierliche und

sequentielle Therapie ähnlich aus. Bei allen Arten der HRT stieg das Risiko mit zunehmender Dauer

der Anwendung. Nach Absetzen der Therapie war das Risiko regredient (letzte Anwendung vor >5

Jahren: RR 1.04 [95% CI 0.95-1.12]).

Endometriumkarzinom

Das Risiko eines Endometriumkarzinoms bei nicht-hysterektomierten Frauen ist unter Monotherapie

mit Östrogenen höher als bei unbehandelten Frauen und scheint von der Behandlungsdauer und der

Östrogen-Dosis abhängig zu sein. Das stärkste Risiko scheint mit einer längerdauernden Anwendung

einherzugehen. Nach Absetzen der Therapie könnte das Risiko für mindestens 10 Jahre erhöht

bleiben.

Es konnte gezeigt werden, dass bei Zugabe eines Gestagens zu einer Östrogenbehandlung für

mindestens 12 Tage pro Zyklus das Risiko einer Endometriumhyperplasie, welche als Vorstufe des

Endometriumkarzinoms gilt, herabgesetzt werden kann.

Eine Exposition gegenüber einer Östrogen-Monotherapie kann in Restherden einer Endometriose zur

prämalignen oder malignen Veränderungen führen. Bei Patientinnen, bei welchen eine

Hysterektomie aufgrund einer Endometriose erfolgte und bei denen Restherde der Endometriose

vermutet werden, sollte daher die Kombination der Östrogentherapie mit einem Gestagen erwogen

werden.

Eine ärztliche Überwachung aller Frauen, die eine HRT anwenden, ist erforderlich. Bei anhaltenden

oder rezidivierenden Blutungen (einschliesslich Spotting) sollten angemessene diagnostische

Methoden (ggf. einschliesslich einer Endometriumsbiopsie) eingesetzt werden, um eine organische

Ursache bzw. einen malignen Befund auszuschliessen.

Ovarialkarzinom

Mehrere epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass eine HRT mit einem erhöhten Risiko für

die Entwicklung eines epithelialen Ovarialkarzinomes verbunden sein könnte. Eine Risikoerhöhung

wurde sowohl für eine Östrogen-Monotherapie als auch für eine kombinierte HRT gefunden.

Während die meisten Studien eine Risikoerhöhung erst bei einer Langzeitanwendung (d.h.

mindestens 5 Jahre) zeigten, fand sich in einer 2015 publizierten Metaanalyse (unter

Berücksichtigung von insgesamt 17 prospektiven und 35 retrospektiven Studien) kein solcher

Zusammenhang mit der Anwendungsdauer.

ln der prospektiven, randomisierten, Placebo-kontrollierten WHI-Studie fand sich eine statistisch

nicht signifikante Risikoerhöhung (HR 1.41; 95%-KI 0. 75-2.66).

Da Ovarialkarzinome sehr viel seltener sind als Brustkrebs, ist die absolute Risikoerhöhung bei

Frauen, welche eine HRT anwenden oder bis vor kurzem angewendet haben, gering.

Lebertumoren

In seltenen Fällen wurden nach Anwendung von Sexualhormonen gutartige, noch seltener bösartige

Veränderungen an der Leber beobachtet, die vereinzelt zu lebensgefährlichen intraabdominalen

Blutungen geführt haben. Wenn starke Oberbauchbeschwerden, eine Lebervergrösserung oder

Anzeichen einer intraabdominalen Blutung auftreten, sollte ein Lebertumor in die

differentialdiagnostischen Überlegungen einbezogen und eine geeignete Therapie eingeleitet werden.

Thromboembolische Erkrankungen

Koronare Herzkrankheit und Schlaganfall

Eine HRT sollte nicht eingesetzt werden zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen. Grosse

klinische Studien zeigten keinen günstigen Effekt in der Primärprophylaxe (WHI-Studie) oder

Sekundärprophylaxe (HERS II-Studie) kardiovaskulärer Erkrankungen.

Die WHI Studie zeigte bei mehr als 8'000 älteren, postmenopausalen Frauen (Alter bei

Studieneinschluss 50 bis 79 Jahre, mittleres Alter 63 Jahre), welche eine orale HRT mit konjugierten

equinen Östrogenen (CEE) und Medroxyprogesteronacetat (MPA) während durchschnittlich 5.2

Jahren erhielten, ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse gegenüber Placebo (RR 1.24

[95% CI 1.00-1.54], absolute Risikoerhöhung 6 Fälle pro 10'000 Personenjahre). Das Risiko war am

höchsten im ersten Jahr nach Beginn der HRT, RR 1.81 (95% CI 1.09-3.01). Mit zunehmendem

Abstand zur Menopause nahm das Risiko zu (Menopause seit <10 Jahren, RR 0.89; Menopause 10

bis 19 Jahre, RR 1.22; Menopause ≥20 Jahre, RR 1.71). Ebenso war in der WHI-Studie das

cerebrovaskuläre Risiko unter kombinierter Östrogen-Gestagen-Therapie erhöht (RR 1.31 [95% CI

1.02-1.68]).

Im Östrogen-Monotherapie-Arm einer der WHI-Studie wurden hysterektomierte Frauen im Alter

von 50 bis 79 Jahren mit konjugierten equinen Östrogenen (0.625 mg pro Tag) oder mit Placebo

behandelt (n=10'739). Die durchschnittliche Verlaufsbeobachtung betrug 6.8 Jahre. Unter Östrogen-

Monotherapie war kein signifikanter Einfluss auf das kardiovaskuläre Risiko ersichtlich (RR 0.91

[95% CI 0.75-1.12]). Hingegen war das Risiko für einen cerebrovaskulären Insult erhöht (RR 1.39

[95% CI 1.10-1.77]).

Die Heart and Östrogen/Progestin Replacement Study (HERS und HERS II), eine prospektive,

placebokontrollierte, randomisierte Studie, zeigte bei mehr als 1300 postmenopausalen Frauen mit

vorbestehender koronarer Herzkrankheit (mittleres Alter bei Studieneinschluss 67 Jahre, SD 7 Jahre),

welche eine orale HRT mit konjugierten Östrogenen und MPA während durchschnittlich 4.1 Jahren

(HERS) bzw. 2.7 Jahren (HERS II) erhielten, keine Reduktion des kardiovaskulären Risikos. Das

relative Risiko war 0.99 (95% CI 0.84-1.17). Das Risiko war am höchsten im ersten Jahr nach

Beginn der HRT (RR 1.52 [95% CI 1.01-2.29]).

Das relative Risiko für zerebrovaskuläre Insulte ist unabhängig vom Alter oder der Zeit seit der

Menopause. Da das Grundrisiko für einen Schlaganfall jedoch stark vom Alter abhängt, erhöht sich

das Gesamtrisiko bei Frauen unter einer HRT mit zunehmendem Alter.

Obwohl noch unklar ist, inwieweit die Resultate dieser beiden Studien auf eine jüngere Population

oder auf HRT-Präparate mit anderen Wirkstoffen und/oder Verabreichungswegen extrapoliert

werden können, sollten sie vom Arzt vor der Verschreibung einer HRT berücksichtigt werden. Bei

Frauen, welche bereits vorbestehende Risikofaktoren für das Auftreten von zerebro- oder

kardiovaskulären Ereignissen aufweisen, sollten womöglich andere Therapien in Betracht gezogen

werden.

Zu einer HRT mit Therapiebeginn in relativ frühem Lebensalter (beispielsweise vor dem 55.

Lebensjahr) liegen nur limitierte Daten vor. Diese deuten darauf hin, dass die Erhöhung des

kardiovaskularen Risikos unter einer HRT bei jüngeren Patientinnen mit kurzem Zeitabstand zur

Menopause geringer sein könnte als in der in den o.g. Studien untersuchten (tendenziell älteren)

Population. Dies gilt jedoch nicht für zerebrovaskuläre Ereignisse.

Venöse thromboembolische Erkrankungen

Eine HRT ist mit einem erhöhten Risiko für venöse thromboembolische Ereignisse (VTE)

verbunden, zum Beispiel tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie.

Zwei kontrollierte randomisierte Studien (WHI und HERS) und mehrere epidemiologische Studien

ergaben ein 2 bis 3-fach erhöhtes Risiko bei Frauen, die eine HRT anwandten, verglichen mit

Frauen, die nie eine solche Behandlung angewendet hatten.

Die WHI-Studie zeigte insbesondere eine erhöhte Inzidenz von Lungenembolien. Die absolute

Risikoerhöhung bei den mit kombinierter HRT behandelten Frauen betrug 8 Fälle auf 10'000

Personenjahre (15 vs. 7), das relative Risiko 2.13 (95% CI 1.39-3.25).

Das erhöhte Risiko wurde nur bei Frauen unter HRT gefunden und bestand nicht bei früheren

Anwenderinnen. Das Risiko scheint in den ersten Jahren der Anwendung höher zu sein.

Auch im Östrogen-Monotherapie-Arm der WHI-Studie war das Risiko einer venösen

Thromboembolie tendenziell erhöht. Das relative Risiko einer tiefen Venenthrombose war 1.47 [95%

CI 0.87-2.47], jenes einer Lungenembolie 1.34 [95% CI 0.70-2.55].

Für Nicht-Anwenderinnen wird die Anzahl der VTE-Fälle während eines Zeitraums von 5 Jahren auf

3 von 1'000 Frauen für die Altersgruppe 50-59 Jahre und auf 8 von 1'000 Frauen für die Altersgruppe

60-69 Jahre geschätzt. Bei gesunden Frauen, die eine HRT über 5 Jahre durchführen, treten pro 1'000

Frauen 2-6 zusätzliche Fälle in der Altersgruppe 50-59 Jahre und 5-15 zusätzliche Falle in der

Altersgruppe 60-69 Jahre auf.

Bei Auftreten entsprechender Symptome oder Verdacht auf eine thromboembolische Erkrankung

muss das Präparat sofort abgesetzt werden. Patientinnen mit Risikofaktoren für thromboembolische

Ereignisse sollen sorgfältig überwacht werden. Bei diesen Frauen muss das Nutzen-Risiko-

Verhältnis sorgfältig abgewogen und wenn möglich andere Therapien in Betracht gezogen werden.

Die Risikofaktoren für venöse Thromboembolien umfassen eine entsprechende Eigen- oder

Familienanamnese mit thromboembolischen Erkrankungen, Rauchen, Adipositas (BMI: >30 kg/m²),

systemischen Lupus erythematodes (SLE) und maligne Erkrankungen. Das Risiko für venöse

Thromboembolien erhöht sich auch mit zunehmendem Alter.

Über die mögliche Rolle von Varizen bei der Entwicklung von venösen Thromboembolien gibt es

keinen Konsens.

Eine Anamnese mit wiederholten spontanen Aborten sollte abgeklärt werden, um eine

Thrombophilie-Prädisposition auszuschliessen. Bei Frauen mit dieser Diagnose ist die Anwendung

einer HRT kontraindiziert.

Bei Frauen, welche eine Kombination von Risikofaktoren oder einen höheren Schweregrad eines

einzelnen Risikofaktors aufweisen, sollte berücksichtigt werden, dass das Risiko überadditiv erhöht

sein kann. Daraus kann sich unter Umstanden eine Kontraindikation für eine Hormonersatztherapie

ergeben.

Das Risiko venöser Thromboembolien kann vorübergehend erhöht sein bei längerer

Immobilisierung, grösseren operativen Eingriffen oder nach einem schweren Trauma. Bei Frauen

unter HRT ist prophylaktischen Massnahmen grösste Beachtung zu schenken, um venöse

Thromboembolien nach chirurgischen Eingriffen zu vermeiden. Abhängig von der Art des Eingriffs

und der Dauer der Immobilisierung sollte eine vorübergehende Unterbrechung der HRT in Betracht

gezogen werden. Im Falle elektiver Eingriffe sollte dies 4-6 Wochen vor dem Eingriff erfolgen. Die

Behandlung soll erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Patientin vollständig mobilisiert

ist.

Bei Patientinnen, die bereits unter einer Antikoagulantien-Therapie stehen, sollte eine HRT nur nach

sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses durchgeführt werden.

Demenz

In der Women's Health Initiative Memory Study (WHIMS), einer randomisierten, Placebo-

kontrollierten, der WHI untergeordneten Studie, wurden über 2'000 Frauen im Alter von >65 Jahren

(Durchschnittsalter 71 Jahre) mit einer oralen kombinierten HRT (konjugierte equine Östrogene und

MPA) behandelt und während durchschnittlich 4 Jahren beobachtet. Das absolute Risiko für das

Auftreten einer wahrscheinlichen Demenz betrug 23 zusätzliche Fälle pro 10'000 Patientenjahre (45

versus 22), das relative Risiko lag bei 2.05 (95% CI 1.21-3.48). In der gleichen Studie wurden 1464

hysterektomierte Frauen im Alter von 65-79 Jahren mit einer CEE-Monotherapie behandelt und

während durchschnittlich 5.2 Jahren beobachtet. Das absolute Risiko für das Auftreten einer

wahrscheinlichen Demenz betrug in dieser Gruppe 12 zusätzlich Fälle pro 10'000 Personenjahre (37

versus 25), das relative Risiko lag bei 1.49 (95% CI 0.83-2.66).

Da beide Sub-Studien bei Frauen im Alter zwischen 65 und 79 Jahren durchgeführt wurden, ist nicht

bekannt, wie weit diese Resultate auf eine jüngere Population oder auf HRT- Präparate mit anderen

Wirkstoffen und/oder Verabreichungswegen extrapoliert werden können. Trotzdem sollten diese

Befunde vom Arzt bei der Beurteilung des Nutzen/Risiko-Verhältnisses einer HRT berücksichtigt

werden.

Weitere Vorsichtsmassnahmen

Östrogene können eine Flüssigkeitsretention verursachen. Deshalb müssen Frauen mit Herz- oder

Nierenfunktionsstörungen sorgfältig überwacht werden.

Es gibt keinen gesicherten Zusammenhang zwischen der Anwendung einer HRT und dem Entstehen

einer klinisch relevanten Hypertonie. Obwohl unter der Anwendung einer HRT über Fälle eines

geringfügigen Blutdruckanstieges berichtet wurde, sind klinisch relevant erhöhte Blutdruckwerte

selten. Kommt es unter einer HRT zu einer klinisch relevanten Blutdruckerhöhung (bei wiederholter

Messung), sollte die Therapie abgesetzt werden.

Klinische Studien zeigten einen Einfluss einer HRT auf die periphere Insulinresistenz und die

Glukosetoleranz. Im allgemeinen ist jedoch trotzdem keine Anpassung der antidiabetischen Therapie

erforderlich. Bei Diabetikerinnen sollten aber, insbesondere zu Beginn der Therapie, die

Blutzuckerspiegel engmaschig kontrolliert werden.

Patientinnen mit vorbestehender Hypertriglyzeridämie (insbesondere hereditären Formen) sollten

während einer Behandlung mit Östrogenen engmaschig überwacht werden, da bei solchen

Patientinnen in seltenen Fällen unter einer Östrogentherapie über einen starken Anstieg der

Plasmatriglyzeride berichtet wurde, welcher mit einem erhöhten Pankreatitis-Risiko einhergeht.

Die Leberfunktion sollte regelmässig überwacht werden. Im Falle einer Verschlechterung der

Leberparameter sollte die HRT abgebrochen werden. Falls sich ein lkterus oder ein generalisierter

Pruritus entwickelt, muss Estradot sofort abgesetzt werden.

Östrogene können die Lithogenität der Galle erhöhen. Dadurch ist bei einigen Frauen das Risiko für

Gallenblasenerkrankungen (v.a. Cholelithiasis) unter einer Östrogentherapie erhöht. Patientinnen mit

Cholestase oder Gallensteinen müssen sorgfältig überwacht werden.

Bei Patientinnen mit vorbestehendem Prolaktinom ist eine engmaschige ärztliche Überwachung

erforderlich (einschliesslich regelmässiger Bestimmung des Prolaktinspiegels), da in Einzelfällen

unter einer Östrogentherapie über eine Grössenzunahme von Prolaktinomen berichtet wurde.

Treten unter der Therapie mit Estradot abnorme vaginale Blutungen auf (Schmierblutungen,

unregelmässige Blutungen, ungewöhnlich starke oder langdauernde Blutungen), so ist eine adäquate

diagnostische Abklärung erforderlich (gegebenenfalls einschliesslich Endometriumsbiopsie), um

pathologische Veränderungen auszuschliessen. In solchen Fällen sollte das Nutzen-Risiko-Verhältnis

der HRT neu bewertet werden.

Myome können unter dem Einfluss von Östrogenen an Grösse zunehmen. Wenn dies der Fall ist,

sollte die HRT abgebrochen werden.

Sollte unter einer HRT eine Endemetriose reaktiviert werden, so wird der Abbruch der Therapie

empfohlen.

Eine exogene Östrogenzufuhr führt zu einem Anstieg der Serumkonzentrationen des Thyroxin-

bindenden Globulins (TBG). Bei Frauen mit normaler Schilddrüsenfunktion ist dies ohne klinische

Relevanz. Studien deuten darauf hin, dass bei Patientinnen unter einer Substitutionstherapie mit

Schilddrüsenhormonen die zusätzliche Gabe eines Östrogenpräparates (wie Estradot) zu einem

erhöhten Thyroxinbedarf führen könnte. Bei Patientinnen unter einer Substitutionsbehandlung mit

Schilddrüsenhormonen sollte daher die Schilddrüsenfunktion regelmässig überwacht werden (mittels

TSH-Bestimmung), insbesondere in den ersten Monaten einer HRT.

Bei Frauen mit hereditärem Angioödem können exogen zugeführte Östrogene die Symptome des

Angioödems induzieren oder verschlimmern.

Basierend auf Patientenberichten war die lokale Verträglichkeit bei den meisten Patientinnen gut.

Häufigste unerwünschte Wirkung war ein Erythem, während andere Reaktionen an der

Applikationsstelle (wie Rash, Schuppung, Papeln, Pruritus, Vesikel oder Ödeme) seltener beobachtet

wurden,

Wie bei jeder topischen Anwendung von Arzneimitteln kann es auch unter Estradot in sehr seltenen

Fällen zu einer Kontaktsensibilisierung durch eine der Komponenten des Pflasters kommen. In einem

solchen Fall sollte die betroffene Patientin darauf hingewiesen werden, dass es bei fortgesetztem

Kontakt mit der auslösenden Substanz zu einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion kommen

kann.

Gelegentlich kann ein Chloasma auftreten, insbesondere bei Frauen mit Chloasma gravidarum in der

Anamnese. Entsprechend prädisponierte Patientinnen sollten sich daher während einer HRT nicht der

Sonne oder anderer ultravioletter Strahlung aussetzen.

Estradot besitzt keine kontrazeptive Wirkung.

Interaktionen

Estradiol wird hauptsächlich über CYP3A4 metabolisiert.

Die nachfolgend beschriebenen Interaktionen wurden unter der Anwendung von Sexualsteroiden

beobachtet. Bei transdermaler Applikation wird jedoch der First pass-Metabolismus umgangen.

Transdermal applizierte Östrogene werden daher möglicherweise durch Interaktionen weniger

beeinflusst als oral verabreichte Hormone.

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Sexualhormonen Enzyminduktoren: Der

Metabolismus von Östrogenen kann durch die gleichzeitige Anwendung von Substanzen erhöht

werden, die arzneistoffmetabolisierende Enzyme, insbesondere Cytochrom P450-Enzyme,

induzieren. Hierzu gehören z.B. Barbiturate, Bosentan, Carbamazepin, Efavirenz, Felbamat,

Modafinil, Nevirapin, Oxacarbazepin, Phenytoin, Primidon, Rifabutin, Rifampicin und Topiramat

sowie Präparate, welche Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten.

Ritonavir und Nelfinavir zeigten bei gleichzeitiger Anwendung mit Steroidhormonen ebenfalls

induzierende Eigenschaften, obwohl sie als starke Inhibitoren bekannt sind.

Klinisch kann ein erhöhter Metabolismus der Östrogene zu einer verminderten Wirkung sowie zu

Blutungsunregelmässigkeiten führen. Die maximale Enzyminduktion wird im Allgemeinen nach 2

bis 3 Wochen beobachtet und kann während mindestens 4 oder mehr Wochen nach dem Absetzen

dieser Arzneimittel andauern.

Enzyminhibitoren: Inhibitoren von CYP3A4 wie ltraconazol, Voriconazol, Clarithromycin,

Erythromycin oder Grapefruitsaft können die Plasmakonzentrationen von Östrogenen erhöhen und

dadurch zum vermehrten Auftreten unerwünschter Wirkungen führen.

Einfluss von Sexualhormonen auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Umgekehrt können Sexualhormone auch die Metabolisierung anderer Arzneimittel beeinflussen.

Entsprechend können deren Plasmakonzentrationen entweder erhöht (z.B. Cyclosporin) oder

vermindert (z.B. Lamotrigin) werden.

Eine Interaktionsstudie mit Lamotrigin, einem Antiepileptikum, und einem kombinierten oralen

Kontrazeptivum (30 µg Ethinylestradiol/ 150 µg Levonorgestrel) zeigte eine klinisch relevante

Steigerung der Lamotrigin-Clearance mit einer entsprechenden signifikanten Abnahme der

Lamotrigin-Plasmaspiegel, wenn diese Arzneimittel gleichzeitig verabreicht wurden. Eine derartige

Senkung der Plasmakonzentrationen kann mit einer reduzierten Anfallskontrolle einhergehen. Eine

Anpassung der Lamotrigindosis kann erforderlich sein.

Andere hormonale Kontrazeptiva und Hormonersatztherapien wurden nicht untersucht. Es wird

jedoch erwartet, dass solche Präparate ein vergleichbares Interaktionspotential aufweisen. Wird bei

einer Patientin, welche Lamotrigin einnimmt, eine Behandlung mit Estradot neu begonnen, kann

daher eine Anpassung der Lamotrigindosis erforderlich sein, und die Lamotriginkonzentrationen

sollten zu Beginn der Therapie engmaschig überwacht werden.

Beim Absetzen von Estradot können die Lamotriginspiegel wieder ansteigen, sodass die Patientin

auch in dieser Phase überwacht und ggf. die Lamotrigindosis reduziert werden sollte.

Interaktionen mit unbekanntem Mechanismus

In klinischen Studien kam es bei gleichzeitiger Gabe Ethinylestradiol-haltiger kombinierter

Kontrazeptiva zusammen mit der in der Therapie von HCV-Infektionen eingesetzten

Wirkstoffkombination Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir gegenüber

Patientinnen, welche ausschliesslich mit den antiviralen Wirkstoffen behandelt wurden, signifikant

häufiger zu einer klinisch relevanten Erhöhung der ALT (einschliesslich Fällen eines Anstiegs auf

über das Fünffache der oberen Grenze des Normbereiches). Bei Anwendung anderer Östrogene

(insbesondere Estradiol und Estradiolvalerat) war hingegen die Inzidenz einer

Transaminasenerhöhung nicht höher als bei Patientinnen ohne Östrogentherapie. Aufgrund der

begrenzten Anzahl Frauen, welche derartige andere östrogenhaltige Arzneimittel einnahmen, ist

jedoch bei gleichzeitiger Verabreichung mit der Wirkstoffkombination

Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir Vorsicht geboten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Die Anwendung von Estradot ist während der Schwangerschaft kontraindiziert. Tritt unter der

Anwendung eine Schwangerschaft ein oder wird eine solche vermutet, ist das Arzneimittel sofort

abzusetzen und ein Arzt / eine Ärztin zu konsultieren.

Es gibt Hinweise auf fetale Risiken, basierend auf tierexperimentellen Untersuchungen. Die meisten

bis heute durchgeführten epidemiologischen Studien haben jedoch keine eindeutigen Hinweise auf

eine embryotoxische oder teratogene Wirkung ergeben, wenn Östrogene versehentlich während der

Schwangerschaft verabreicht wurden.

Stillzeit

Das Arzneimittel sollte nicht in der Stillzeit angewendet werden, da die Milchproduktion reduziert

und die Milchqualität verändert sein kann und geringe Wirkstoffmengen in die Milch übergehen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Die schwerwiegendsten Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit der Anwendung einer HRT

werden auch in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben (siehe dort).

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem (MedDRA) und Häufigkeit

angegeben, welche in den klinischen Studien und/oder während der Marktüberwachung unter der

Anwendung von Estradot beobachtet wurden.

Definition der Häufigkeiten: «sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (≥1/100, <1/10), «gelegentlich»

(≥1/1000, <1/100), «selten» (≥1/10'000, <1/1000), «sehr selten» (<1/10'000), «nicht bekannt»

(basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann

nicht abgeschätzt werden).

Infektionen

Gelegentlich: genitale Candidiasis.

Neoplasmen

Gelegentlich: Brustkrebs.

Immunsystem

Nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen (einschl. Angioödem),

anaphylaktische/anaphylakoide Reaktionen.

Stoffwechsel und Ernährung

Häufig: Gewichtsschwankungen.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Depression.

Gelegentlich: Libidoveränderungen.

Nicht bekannt: Nervosität, Affektlabilität.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen, Benommenheit, Migräne.

Herz/Gefässe

Sehr selten: Blutdruckanstieg thromboembolische Ereignisse (z.B. tiefe Venenthrombose, Embolie),

Verschlimmerung variköser Venen.

Gastrointestinaltrakt

Häufig: Flatulenz, Bauchschmerzen, Übelkeit.

Gelegentlich: Erbrechen.

Nicht bekannt: Diarrhoe.

Leber/Galle

Selten: Cholelithiasis.

Sehr selten: asymptomatische Leberfunktionsstörungen, cholestatischer Ikterus.

Haut

Gelegentlich: Alopezie, Hirsutismus.

Nicht bekannt: generalisierter Rash, generalisierter Pruritus, Urtikaria, Chloasma,

Kontaktdermatitis,Erythema nodosum, Erythema multiforme.

Muskelskelettsystem

Nicht bekannt: Rückenschmerzen, Schmerzen in den Extremitäten.

Reproduktionssystem und Brust

Sehr häufig: Spannungsgefühl in den Brüsten.

Häufig: Fluor vaginalis, Blutungsanomalien, Brustvergrösserung.

Gelegentlich: uterines Leiomyom.

Nicht bekannt: Schmerzen in den Brüsten n, Dysmenorrhoe, fibrozystische Brusterkrankung,

Sekretion aus der Brustwarze, Endometriumhyperplasie.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: Reaktionen an der Applikationsstelle nach Entfernen des Pflasters (v.a. Erythem).

Häufig: Exanthem an der Applikationsstelle, Pruritus an der Applikationsstelle, Oedem an der

Applikationsstelle.

Sehr selten: reversible Pigmentierung der Applikationsstelle nach Abklingen der entzündlichen

Irritation.

Die folgenden anderen unerwünschten Wirkungen wurden im Zusammenhang mit einer HRT

berichtet: benigne und maligne östrogenabhängige Neoplasmen (z.B. Endometriumkarzinom),

reduzierte Glukosetoleranz, Demenz, Chorea, trockene Augen, Veränderungen der

Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit, Myokardinfarkt, zerebrovaskuläre Ereignisse,

Verschlimmerung einer Porphyrie, Purpura.

Überdosierung

Eine akute Überdosierung ist aufgrund der Anwendungsweise unwahrscheinlich. Die häufigsten

Symptome einer Überdosierung bei der klinischen Anwendung sind Spannungsgefühl in den Brüsten

und/oder Vaginalblutungen. Treten derartige Symptome auf, sollte eine Dosisreduktion in Betracht

gezogen werden. Die Wirkungen einer Überdosierung können durch Entfernung des Pflasters schnell

behoben werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03CA03

Estradot ist ein flaches, durchsichtiges, rechteckiges transdermales Pflaster (mit abgerundeten Ecken)

zur postmenopausalen Östrogensubstitution.

Der spezielle, mehrschichtige Aufbau aus verschiedenen Polymerfilmen steuert die kontinuierliche

Abgabe von Estradiol aus der Matrix.

Wirkungsmechanismus

17Beta-Estradiol, die Wirksubstanz von Estradot, ist chemisch und biologisch identisch mit dem

endogenen humanen 17Beta-Estradiol.

Bei transdermaler Applikation gelangt es direkt in die Blutbahn. Die Estradiolkonzentrationen im

Plasma werden dabei auf Werte ähnlich jener der frühen bis mittleren Follikelphase angehoben und

bleiben über die Applikationsdauer von 3-4 Tagen aufrechterhalten. Entsprechend ändert sich im

Plasma auch das Konzentrationsverhältnis von Estradiol zu Estron von 1:5-1:2 auf ca. 1:1, d.h. auf

Werte, wie sie bei prämenopausalen Frauen mit normaler Ovarialfunktion gemessen werden.

Der Angriffsort für die metabolischen Wirkungen der Östrogene liegt, wie bei allen

Steroidhormonen, intrazellular. Östrogen-Rezeptoren wurden in verschiedenen Organen

nachgewiesen, z.B. in Hypothalamus, Hypophyse, Vagina, Urethra, Uterus, Brust und Leber sowie in

Osteoblasten.

Estradiol wird bei der Frau von der Menarche bis zur Menopause vorwiegend vom Ovarfollikel

produziert. Nach der Menopause wird praktisch kein ovarielles Estradiol mehr gebildet. Aufgrund

des Ausfalles kommt es bei vielen Frauen zu vasomotorischer und thermoregulatorischer Instabilität

(Hitzewallungen), Schlafstörungen sowie einer zunehmenden Atrophie des Urogenitalsystems. Diese

Störungen können durch die Östrogensubstitution grösstenteils behoben werden.

Als Folge des Östrogenmangels kann sich in bzw. nach der Menopause eine Osteoporose,

entwickeln. Durch eine frühzeitige Östrogensubstitution in adäquater Dosierung kann dem

postmenopausalen Verlust an Knochenmasse vorgebeugt werden.

Bei transdermaler Applikation sind aufgrund der Umgehung des First pass-Metabolismus niedrigere

Estradioldosen für die Erreichung therapeutischer Plasmakonzentrationen ausreichend, während die

Plasmaspiegel von Estron und Estronkonjugaten niedriger sind als bei oraler Anwendung.

Sicherheit

Östrogendosierungen, die eine Besserung der menopausalen Beschwerden bewirken und zur

Erhaltung der Knochenmasse erforderlich sind, weisen – unabhängig von der Art der Applikation –

eine stark anregende Wirkung auf Mitose und Proliferation des Endometriums auf. Eine Östrogen-

Monotherapie erhöht die Häufigkeit von Endometriumhyperplasien und das Risiko eines

Endometriumkarzinoms. Nach einjähriger Monotherapie mit Östrogenen wurde bei bis zu 57% der

Biopsien eine Endometriumhyperplasie festgestellt. Bei nicht-hysterektomierten Frauen muss die

Östrogensubstitution daher stets durch eine Gestagentherapie ergänzt werden (vgl.

«Dosierung/Anwendung»).

Pharmakokinetik

Absorption

Nach einmaliger Applikation von Estradot 25/37.5/50/100 (Abgabeflächen: 2.5/3.75/5/10 cm2)

wurden durchschnittliche maximale Estradiolkonzentrationen (Cmax) von ca. 25 pg/ml (Estradot

25); 35 pg/ml (Estradot 37.5); 50-55 pg/ml (Estradot 50) bzw. 95-105 pg/ml (Estradot 100)

gemessen.

Bei wiederholter Applikation von Estradot 50 (50 µg/24 h) waren die Cmax- und Cmin-Werte für

Estradiol im Steady State mit 57 pg/ml bzw. 28 pg/ml ähnlich jenen nach Einmalapplikation,

während jene für den Metaboliten Estron niedriger waren (42 pg/ml bzw. 31 pg/ml).

Estradiol wies bei transdermaler Applikation eine lineare Absorptionskinetik auf.

Distribution

Im Plasma wird Estradiol zu 52% an Albumin und zu 45-46% an Sexualhormonbindendes Globulin

(SHBG) gebunden. Nur 2% liegen als freie Substanz vor und sind biologisch aktiv.

Metabolismus

Der Metabolismus von transdermal appliziertem Estradiol erfolgt in gleicher Weise wie beim

endogenen Hormon. Dabei wird Estradiol zu Estron und im weiteren Verlauf, vor allem in der Leber,

zu Estriol, Epiestriol und Katechol-Östrogenen metabolisiert, welche anschliessend zu Sulfaten und

Glukuroniden konjugiert werden. Die Hydroxylierung von Estradiol zu Estron erfolgt überwiegend

durch die Cytochrom 450 Isoformen CYP3A4 und CYP1A2. Die metabolische Plasma-Clearance

liegt zwischen 650 und 900 l/(24h/m2).

Estriol wird beim Menschen glukoronidiert durch UGT1A1 und UGT2B7.

Die Metaboliten besitzen nur eine geringe bzw. gar keine Östrogene Aktivität.

Elimination

Die Sulfat- und Glukuronid-Ester von Estradiol und seinen Metaboliten werden hauptsächlich mit

dem Urin ausgeschieden, zu einem kleinen Anteil auch als freies Estradiol. Nur ein kleiner Anteil

wird über die Faeces eliminiert und unterliegt dort einem enterohepatischen Kreislauf.

Die Eliminationshalbwertszeit von Estradiol aus dem Plasma beträgt ca. 1 Stunde.

Innerhalb von 24 Stunden kehren die Serumkonzentrationen von Estradiol und Estron wieder auf die

Ausgangswerte zurück.

Präklinische Daten

Präklinische Untersuchungen mit Estradiol zur Toxizität nach wiederholter Gabe, zur Genotoxizität

und zum karzinogenen Potential ergaben keine eindeutigen Hinweise auf besondere Risiken für den

Menschen, wenn auch in epidemiologischen Studien sowie in Tierstudien mit Estradiol ein erhöhtes

Karzinogenitäts-Risiko nachgewiesen werden konnte.

Bei Versuchstieren zeigte Estradiol bereits in geringer Dosierung einen embryoletalen Effekt sowie

eine dosisabhängige Reduktion der Fertilität in Ratten. Reproduktionstoxikologische Studien in

Ratten, Mäusen und Kaninchen erbrachten keinen Hinweis auf eine teratogene Wirkung.

Für Erfahrungen beim Menschen (s. «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Ultraviolettes Licht (d.h. Sonnenbestrahlung).

Der Wirkstoff Estradiol wird unter Einwirkung von ultraviolettem Licht abgebaut. Die Pflaster sind

daher nicht dem Sonnenlicht auszusetzen, sondern unmittelbar nach Entnahme aus dem versiegelten

Beutel an einer Hautstelle anzubringen, die von der Kleidung bedeckt ist.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Sexualhormone können die Ergebnisse gewisser Labortests beeinflussen, wie biochemische

Parameter der Leber, Schilddrüse, Nebennieren- und Nierenfunktion, Plasmaspiegel von (Carrier-)

Proteinen und Lipid-/Lipoproteinfraktionen, Parameter des Kohlenhydratstoffwechsels sowie der

Blutgerinnung und Fibrinolyse. Diese Änderungen bewegen sich im Allgemeinen innerhalb des

entsprechenden Normbereichs.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum

verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Estradot soll nicht über 25 °C aufbewahrt werden.

Nicht im Kühlschrank lagern, nicht einfrieren.

Die Pflaster sind einzeln in einem hitzeversiegelten Beutel aus einer Aluminiumlaminat-Folie

verpackt und müssen in ihren intakten Beuteln gelagert werden.

Hinweise

Estradot ist sowohl vor als auch nach der Anwendung ausserhalb der Reichweite und Sicht von

Kindern aufzubewahren. Nach der Anwendung sollte das Pflaster gefaltet werden (die haftenden

Oberflächen zusammenpressen), um eine mögliche Kontamination mit Hormonresten zu vermeiden.

Zulassungsnummer

55976 (Swissmedic).

Packungen

Estradot 25

Transdermale Pflaster: 8 und 24. [B]

Estradot 37.5

Transdermale Pflaster: 8 und 24. [B]

Estradot 50

Transdermale Pflaster: 8 und 24. [B]

Estradot 75

Transdermale Pflaster: 8 und 24. [B]

Estradot 100

Transdermale Pflaster: 8 und 24. [B]

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz.

Stand der Information

Juli 2017.

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