DETMS RETARD

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Fachinformation Fachinformation (SPC)

11-01-2007

Wirkstoff:
Dihydroergotaminmesilat
Verfügbar ab:
Shire Deutschland GmbH (8141496)
Darreichungsform:
Kapsel
Zusammensetzung:
Dihydroergotaminmesilat (1839) 2,5 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Nein
Zulassungsnummer:
0240856.00.00

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

DET MS retard

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Retardkapsel enthält: 2,5 mg Dihydroergotaminmesilat.

Sonstige Bestandteile siehe unter Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Retardkapsel

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Hypotoner

Symptomenkomplex

(Beschwerdebild

erniedrigtem

Blutdruck),

orthostatische

Kreislaufstörungen

(Kreislaufregulationsstörungen,

insbesondere

beim

Aufstehen)

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

nach

Bedarf

entsprechend

Anwendungsgebiet

Schweregrad des Krankheitsbildes individuell festzulegen.

Für DET MS retard gelten als mittlere Dosierung (für die Langzeitbehandlung) für

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren morgens und abends je 1 Retardkapsel.

DET MS retard wird unzerkaut mit etwas Flüssigkeit eingenommen.

Hypotoner Symptomenkomplex , orthostatische Kreislaufstörungen:

1-3 Retardkapseln pro Tag

4.3

Gegenanzeigen

Bekannte

Überempfindlichkeit

gegen

Ergotalkaloide

oder

einen

anderen

Inhaltsstoffe

Erkrankungen, bei denen eine Neigung zu vasospastischen Reaktionen besteht:

Koronare Herzkrankheit, Sepsis, Schock, obliterative Gefäßerkrankungen, periphere

Gefäßerkrankungen wie Raynaud-Syndrom, vorübergehende ischämische Attacken

oder zerebrale Schäden in der Anamnese, ungenügend kontrollierter Hypertonus

Arteriitis temporalis

Basilaris-Migräne

familiäre hemiplegische Migräne

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwere Einschränkung der Leberfunktion

Gleichzeitige Behandlung mit folgenden Medikamenten:

Makrolid-Antibiotika

HIV-Protease-Inhibitoren

peripher gefäßverengende Medikamente wie mutterkornalkaloidhaltige Präparate,

Sumatriptan und andere (5-HT

)-Rezeptor-Agonisten

4.4

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die chronische Anwendung von DET MS retard in höheren als den empfohlenen Dosen

ist zu vermeiden, da dies zu Gefäßspasmen führen kann.

Der chronische Missbrauch von DET MS retard kann Kopfschmerzen hervorrufen. Bei

Verdacht auf einen solchen Zustand ist die Behandlung abzubrechen.

Patienten, die mit DET MS retard behandelt werden, müssen über die maximal

anzuwendenden Dosen sowie über die ersten Anzeichen einer Überdosierung informiert

werden. Anzeichen einer Überdosierung sind: Parästhesie (Taubheitsgefühl oder

Kribbeln) in den Fingern und Zehen, Übelkeit und Erbrechen sowie Schmerzen in der

Herzgegend. Bei Zeichen einer Überdosierung ist das Präparat abzusetzen und

unverzüglich der behandelnde Arzt zu konsultieren.

Patienten mit arzneimittelinduzierten fibrotischen Erkrankungen in der Anamnese, wie

z.B. retroperitoneale Fibrose oder Fibrose des Bauchfells, müssen sorgfältig überwacht

werden.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Einschränkung der Leberfunktion, insbesondere

solche mit cholestatischer Hepatitis

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von DET MS retard mit Makrolidantibiotika (z.B. Erythromycin,

Troleandomycin,

Clarithromycin,

Josamycin

oder

Midecamycin)

kann

erhöhten

Plasmaspiegeln von Dihydroergotamin und somit zu einer übermäßigen peripheren

Vasokonstriktion

führen.

Gleiches

gilt

für

gleichzeitige

Anwendung

HIV-Protease-Inhibitoren (z.B. Ritonavir, Indinavir, Nelfinavir).

Die gleichzeitige Anwendung von gefäßverengenden Medikamenten, wie Katecholamine,

ergotaminhaltige

Präparate,

Triptane

(z.B.

Sumatriptan,

Naratriptan,

Zolmitriptan,

Eletriptan, Almotriptan und Frovatriptan) und anderen 5-HT1-Rezeptor-Agonisten sowie

Nikotin ist kontraindiziert, da es dabei zu einer verstärkten Vasokonstriktion kommen kann.

Bei gleichzeitiger Anwendung von DET MS retard mit Glyceroltrinitrat (Nitroglycerin) kann

der Dihydroergotamin-Blutspiegel erhöht und damit die blutdrucksteigernde Wirkung von

DET MS retard verstärkt sein. Darüberhinaus kann die Wirkung gefäßerweiternder Mittel

(Vasodilatatoren) wie Nitrate oder Calciumantagonisten vermindert werden.

Vorsicht

geboten,

gleichzeitiger

Anwendung

ß-Rezeptorenblockern

ergotaminhaltigen

Wirkstoffen,

Auftreten

schweren

peripheren

Durchblutungsstörungen bis zu einer Gangrän infolge verstärkter Vasokonstriktion nicht

auszuschließen ist.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft:

Da durch tierexperimentelle Methoden nicht mit Sicherheit zu ermitteln ist, ob ein

Medikament beim Menschen teratogen wirkt, wird darauf hingewiesen, dass auch die

Anwendung von DET MS retard peroral während der Schwangerschaft kritisch abgewogen

werden sollte.

hypoton-orthostatischer

Dysregulation

darf

retard

Schwangerschaftsmonat

gegeben

werden

(vgl.

Ziff.

4.4,

Warnhinweise

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung).

Stillzeit:

Ergotaminderivate können in der Muttermilch angereichert werden und die Laktation über

eine Hemmung der Prolactin-Freisetzung beeinträchtigen. Da mit Dihydroergotamin beim

Menschen keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen, ist die Gabe von DET MS retard

während der Stillzeit zu vermeiden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

DET MS retard kann insbesondere zu Therapiebeginn, auch bei bestimmungsgemäßem

Gebrauch, das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven

Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies

gilt

verstärktem

Maße

Behandlungsbeginn

Präparatewechsel,

Dosiserhöhung sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

diesem

Zusammenhang

liegen

jedoch

speziell

für

eine

Dosis

5-7,5

Dihydroergotaminmesilat pro Tag (entsprechend 2-3 x 1 DET MS retard) verkehrs- und

arbeitsmedizinisch relevante Untersuchungen vor. Sowohl Moser et al. (Therapiewoche 36,

3151-3156, 1986) als auch Lauschner et al. (Arbeits-, Sozial-, Präventivmedizin 21,

235-239, 1986) konnten an hypotonen Orthostatikern keine negative Beeinflussung

psychomotorischer Funktionen unter einer mehrwöchigen Therapie mit Dihydroergotamin

nachweisen.

4.8

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zu Grunde

gelegt:

sehr häufig

mehr als 1 von 10 Behandelten

häufig

weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten

gelegentlich

weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten

selten

weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten

sehr selten

weniger als 1 von 10.000, einschließlich Einzelfälle

Gelegentlich

können

Behandlungsbeginn

Übelkeit,

Erbrechen,

Magen-Darm-Beschwerden,

Schwindelgefühl

Kopfschmerzen

auftreten;

also

Symptome, die sich oft mit dem zu behandelnden Krankheitsbild überschneiden. In diesen

Fällen empfiehlt sich eventuell eine Dosisreduktion und die Einnahme von DET MS nach

einer Mahlzeit mit etwas Flüssigkeit.

Selten sind allergische Hautreaktionen (Ausschlag, Ödeme).

Selten kann es, vor allem bei individueller Überempfindlichkeit und bei zu langer und zu

hoch dosierter Anwendung, zu Taubheitsgefühl, Kältegefühl oder Kribbeln in Händen und

Füßen sowie zu Muskelschmerzen in Armen und Beinen kommen.

Sehr selten können nach Langzeitbehandlung Pleura- und Retroperitonealfibrosen

auftreten.

Sehr selten können Stenokardien, Herzinfarkt und Gefäßspasmen vor allem in den unteren

Extremitäten auftreten.

4.9

Überdosierung

Eine chronische Intoxikation mit Dihydroergotaminmesilat ist bei bestimmungsgemäßer

Anwendung und Beachtung der Gegenanzeigen praktisch auszuschließen. Siehe Abschnitte

Dosierung,

Dauer

Anwendung

(Ziff.

4.2),

Gegenanzeigen

(Ziff.

4.3),

Wechselwirkungen (Ziff. 4.5) und Nebenwirkungen (Ziff. 4.8). Akute Vergiftungen mit

Dihydroergotaminmesilat

können

grundsätzlich

unter

genuinen

Mutterkornalkaloid Ergotamin verlaufen; Intensität und Dauer der Intoxikation sind jedoch

im allgemeinen weniger stark ausgeprägt.

Erste Anzeichen einer Intoxikation können starke Übelkeit, Würgen, Erbrechen, schwere

Kopfschmerzen, Schwindel, Diarrhoe, Krämpfe, Kollaps, Bradykardie und Stenokardien

sein. Insbesondere Parästhesien (Kribbeln und Taubheitsgefühl), Muskelschmerzen und

schmerzhafte

Durchblutungsstörungen

Extremitäten

kaum

tastbaren

oder

fehlenden Pulsen charakterisieren die schwere Verlaufsform.

Therapie von Intoxikationen:

Absetzen von Dihydroergotaminmesilat, Kontrolle von Blutdruck, Atmung, Pulsen und

Körpertemperatur.

Eine symptomatische Therapie kann ggf. folgende Maßnahmen beinhalten:

- Zur Resorptionsverminderung:

Gabe von Kohle (5-6 gehäufte Teelöffel), ggf. Magenspülung, als Laxans Natriumsulfat

(25 g für Erwachsene, Kinder 1 g pro Lebensjahr).

- Bei Übelkeit und Erbrechen:

Metoclopramid mehrmals täglich (z.B. 1 Tablette zu 10 mg oder 1 Supp. zu 20 mg).

- Bei Gefäßstörungen:

Bei peripherer Vasokonstriktion Vasodilatatoren wie z.B. Nifedipin, Dihydralazin

oder Nitroprussid-Natrium i.v.

- Bei Krämpfen:

z.B. Diazepam 10-20 mg langsam i.v.

- Bei Dyspnoe:

Sauerstoff, eventuell Intubation und künstliche Beatmung bei drohender Atem-

lähmung.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Hydrierte Mutterkornalkaloide

ATC-Code: C06AA02

Dihydroergotaminmesilat

hydriertes

Mutterkornalkaloid,

seine

gefäßtonisierenden

vasokonstriktorischen

Eigenschaften

über

einen

partiellen

Agonismus an α-Rezeptoren entfaltet.

Der selektive, lang anhaltende gefäßtonisierende Effekt, hauptsächlich auf die venösen

Kapazitätsgefäße, kommt über eine direkte Stimulation des α-adrenergen Systems

zustande; daneben wird auch eine vermehrte endogene Synthese und Freisetzung von

Prostacyclin (PGI

) beschrieben.

Zugleich wird das Blutangebot an das Herz erhöht, das Herzminutenvolumen normalisiert

Ausgleich

arteriellen

Bedarfs

erreicht.

Überschießende

sympathische

Gegenregulationen, wie überhöhter Anstieg der Pulsfrequenz, werden durch dämpfende

Effekte auf das Vasomotorenzentrum und die Pressorezeptoren hemmend beeinflußt. Es

stellt sich eine der Stehbelastung angepaßte stabile Kreislauflage ein.

Die Toxizität des genuinen Ergotamins ist durch Überführung in Dihydroergotamin

(Hydrierung) deutlich herabgesetzt, ebenso wie die uterotone Wirkung. Dihydroergotamin

in therapeutischer Dosierung tonisiert selektiv die venösen Kapazitätsgefäße, ohne daß der

totale periphere Widerstand oder die Herzfrequenz signifikant beeinflußt werden (vgl. Ziff.

4.9, 5.1).

Polytraumatisierte Patienten mit Weichteilverletzungen und Querschnittsgelähmte neigen

zu spontanten Gefäßspasmen und zu erhöhter Ansprechbarkeit auf vasokonstriktorische

Reize. Bei solchen Fällen ist vereinzelt über Komplikationen mit Gefäßbeteiligung im

Zusammenhang mit Dihydroergotamin berichtet worden.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

erst

jüngerer

Zeit

entwickelten

radioimmunologischen

Nachweismethoden

ermöglichten Untersuchungen zur Pharmakokinetik des Dihydroergotamin. Aufgrund der

bisher vorliegenden Literatur können folgende Kenndaten angegeben werden:

Nach per os Gabe ist mit einer schnellen, ca. 30 %igen Resorptionsquote und mit rascher

Verteilung zu rechnen. Dihydroergotamin unterliegt dem "first pass effect". Die Elimination

erfolgt über Leber, Galle, Faeces (> 90 %) und nur zu einem geringen Prozentsatz (< 10 %)

über die Niere. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt ca. 20 Stunden.

Routinemessungen von Dihydroergotamin-Plasmaspiegeln sind derzeit noch nicht möglich,

so daß gesicherte Wirkungs-Konzentrationsbeziehungen fehlen.

Neueste Untersuchungen weisen jedoch pharmakodynamisch aktive Metaboliten mit

venokonstriktorischer

Wirkung

nach;

findet

sich

Hauptmetabolit

8-Hydroxydihydroergotamin in 5-7fach höherer Plasmakonzentration als das intakte

Molekül.

Bioverfügbarkeit

Die absolute Bioverfügbarkeit unterliegt individuellen Schwankungen und wird wie bei

vielen anderen Arzneistoffen durch den präsystemischen "first pass effect" bestimmt.

Leberfunktionsstörungen

oder

eine

gesteigerte

Leberperfusion

können

daher

Plasmaspiegel von Dihydroergotamin erhöhen; z.B. kann die vermehrte Durchblutung des

Splanchnicusgebietes durch Nitroglycerin zu einer gesteigerten Leberperfusion führen.

Die absolute Bioverfügbarkeit des intakten Dihydroergotamin-Moleküls reflektiert jedoch

nicht die deutlich höhere Bioverfügbarkeit der aktiven Metaboliten. Dies kann aber den

bekannten, lange anhaltenden venokonstriktorischen Effekt erklären.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Aus den Toxizitätsstudien am Tier (Akut- und Langzeituntersuchungen) ergaben sich keine

Hinweise

für

eine

Menschen

relevante

negative

Nutzen-Risiko-Bewertung

Dihydroergotamin.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Sonstige Bestandteile

Poly(-ethylacrylat, -methylmethacrylat)-Dispersion 30%, Talkum, Maisstärke, Saccharose,

Simeticon, , , Mikrokristalline Cellulose, Hypromellose, Povidon K 25, Hochdisperses

Siliciumdioxid, Gelatine, , Farbstoffe E 132, E 171, E 172

Der in 1 Retardkapsel enthaltene Zuckeraustauschstoff entspricht 0,01 BE.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4

Besondere Lagerungshinweise

Es sind keine Besonderheiten zu beachten!

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Blister aus PVC-Aluminiumfolie zu

20 Retardkapseln (N1),

50 Retardkapseln (N2) und

100 Retardkapseln (N3)

6.6

Hinweise für die Handhabung und Entsorgung

Keine speziellen Hinweise.

7.

PHARMAZEUTISCHER UNTERNEHMER

Shire Deutschland GmbH & Co. KG

Siegburger Str.

229 b

50679 Köln

Tel: (0221)

80250-0

Telefax (0221)

80250-100

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

ENR 0240856 ONR 3663

9.

DATUM DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

10.

STAND DER INFORMATION

Januar 2007

SD-DE-RK-2,5-FI-6.0

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