Cymbalta 60 mg kapseln gastrorésistantes

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-04-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
duloxetinum
Verfügbar ab:
Eli Lilly (Suisse) SA
ATC-Code:
N06AX21
INN (Internationale Bezeichnung):
duloxetinum
Darreichungsform:
kapseln gastrorésistantes
Zusammensetzung:
duloxetinum 60 mg zu duloxetini hydrochloridum, Zucker, hypromellosi acetas succinas, hypromellosum, Zucker-Kugeln, Talk, triethylis citras, E 171, matériel de la capsule: E 132, E 171, Gelatine, natrii laurilsulfas, E 172 (gelb), encre: lacca, propylenglycolum, natrii hydroxidum, povidonum, E 171, für eine kleine box Endwerte. Zucker 111 mg, Natrium 0.0086 mg.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Antidepressiva, diabetischen neuropathischen schmerz, störung der generalisierten angst -
Zulassungsnummer:
56983
Berechtigungsdatum:
2005-11-24

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-04-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-04-2020

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-04-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

15-05-2021

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Cymbalta®

Eli Lilly (Suisse) SA

Was ist Cymbalta und wann wird es angewendet?

Cymbalta ist ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff Duloxetin, welches Ihnen entweder zur Behandlung

einer Depression, einer generalisierten Angststörung, oder von Schmerzen, die durch eine

Erkrankung verursacht sind, die man diabetische Neuropathie nennt, verschrieben wurde.

Behandlung einer Depression oder generalisierten Angststörung

Es kann sein, dass Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen auch nach eingetretener Besserung Ihrer

Depression oder generalisierten Angststörung weiterhin Cymbalta verschreibt, um Sie vor einem

Rückfall in die Depression oder der Verschlechterung der Symptome der generalisierten

Angststörung zu bewahren.

Bei den meisten Patienten bzw. Patientinnen beginnt Cymbalta innerhalb von 2 Wochen nach Beginn

der Behandlung zu wirken.

Behandlung von Schmerzen, die durch diabetische Neuropathie verursacht werden

Die durch eine Neuropathie verursachten Schmerzen werden im Allgemeinen als brennend, bohrend

oder stechend beschrieben. In den betroffenen Bereichen kann es zu einem Gefühlsverlust kommen

oder Empfindungen wie Berührungen, Hitze, Kälte oder Druck können Schmerzen auslösen.

Cymbalta beginnt bei den meisten Patienten und Patientinnen mit Schmerzen bei diabetischer

Neuropathie innerhalb von 1 Woche nach Behandlungsbeginn zu wirken.

Cymbalta erhalten Sie auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Wann darf Cymbalta nicht eingenommen / angewendet werden?

Cymbalta darf nicht eingenommen werden,

·wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegenüber Duloxetin oder einem der sonstigen Bestandteile

von Cymbalta sind;

·wenn Sie einen so genannten Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) einnehmen bzw.

innerhalb der letzten 14 Tage eingenommen haben (siehe auch weiter unten Abschnitt

«Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln»);

·wenn Sie an einer Lebererkrankung leiden;

·wenn Sie an einer schweren Nierenerkrankung leiden;

·wenn Sie einen nicht eingestellten Bluthochdruck haben;

·wenn Sie Fluvoxamin, Ciprofloxacin oder Enoxacin einnehmen;

·wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, die den Wirkstoff Duloxetin enthalten.

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Cymbalta Vorsicht geboten?

Aus einem der folgenden Gründe könnte Cymbalta für Sie ungeeignet sein. Wenn irgendeiner dieser

Gründe auf Sie zutrifft, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, bevor Sie das

Arzneimittel einnehmen:

·wenn Sie Arzneimittel zur Behandlung einer Depression einnehmen;

·wenn Sie eine Nierenkrankheit haben;

·wenn Sie an Krampfanfällen (Epilepsie) leiden;

·wenn Sie an einer Störung, die sich einerseits als Hochgefühl oder andererseits als Wechsel

zwischen Hochgefühl und Niedergeschlagenheit zeigen kann, leiden oder gelitten haben;

·wenn Sie Augenprobleme wie bestimmte Arten von Glaukom (erhöhter Augeninnendruck) haben;

·wenn Sie Blutungsstörungen (Neigung zur Bildung von Blutergüssen) haben;

·wenn Sie unter 18 Jahre alt sind;

·wenn Sie Herzprobleme oder einen hohen Blutdruck haben;

·wenn Sie ein erhöhtes Risiko für niedrige Natriumblutwerte haben (z.B. wenn Sie Diuretika

einnehmen, besonders in höherem Alter).

Wie bei anderen Arzneimitteln mit ähnlichem Wirkmechanismus (Arzneimittel gegen Depressionen)

wurden vereinzelt Fälle von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten während einer Cymbalta-

Therapie oder kurz nach Absetzen der Therapie berichtet. Bitte teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer

Ärztin unverzüglich mit, wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt deprimierende Gedanken oder Gefühle

bemerken.

Cymbalta kann ein Empfinden von innerer Unruhe oder ein Unvermögen, still zu sitzen oder stehen,

verursachen. Wenn dies bei Ihnen auftreten sollte, dann informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Suizidalität bei Patienten und Patientinnen unter 25 Jahren

Sie sollten beachten, dass Patienten bzw. Patientinnen von unter 25 Jahren ein erhöhtes Risiko für

das Auftreten von Nebenwirkungen wie Suizidgedanken und suizidale Verhaltensweisen haben,

wenn sie Arzneimittel dieser Klasse einnehmen.

Einnahme von Cymbalta zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken:

Cymbalta kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Bei der Einnahme von Cymbalta mit

Alkohol ist Vorsicht geboten.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln:

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie andere

Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin entscheidet, ob Sie Cymbalta zusammen mit anderen Arzneimitteln

einnehmen dürfen. Bevor Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin darüber gesprochen haben, sollten Sie

nicht mit der Einnahme neuer Arzneimittel beginnen bzw. irgendwelche Arzneimittel absetzen;

hierzu zählen auch alle rezeptfreien und pflanzlichen Arzneimittel.

Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer): Sie dürfen Cymbalta nicht zusammen mit einem

MAO-Hemmer oder innerhalb der 14 Tage nach Absetzen eines MAO-Hemmers einnehmen. Im Fall

der Anwendung vieler rezeptpflichtiger Arzneimittel – einschliesslich Cymbalta – zusammen mit

einem MAO-Hemmer kann es zu schweren oder sogar lebensbedrohenden Nebenwirkungen

kommen. Sie müssen mindestens 14 Tage nach dem Absetzen eines MAO-Hemmers warten, bevor

Sie Cymbalta einnehmen können. Gleichermassen müssen Sie nach dem Absetzen von Cymbalta

mindestens 5 Tage warten, bevor Sie einen MAO-Hemmer einnehmen.

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Cymbalta und blutverdünnenden Arzneimitteln

(Antikoagulantien) und/oder Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie die Blutungszeit

verlängern bzw. die Plättchenfunktion beeinflussen (z.B. Acetylsalicylsäure, nichtsteroidale

Entzündungshemmer) wird besonders zur Vorsicht geraten, da dadurch das Blutungsrisiko erhöht

wird.

ZNS-wirksame Arzneimittel: Vorsicht ist geboten, wenn Cymbalta in Kombination mit anderen

zentral wirkenden Arzneimitteln oder Substanzen eingenommen wird wie Alkohol und

Beruhigungsmittel (Benzodiazepine, Morphinomimetika, Antipsychotika, Phenobarbital, sedative

Antihistaminika). Informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie irgendeines dieser

Arzneimittel einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie Arzneimittel zur Blutverdünnung einnehmen.

Serotonin-Syndrom: Sie müssen Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin unterrichten, wenn Sie Arzneimittel

einnehmen, welche auf ähnliche Weise wie Cymbalta wirken. Solche Arzneimittel sind zum

Beispiel: Triptane, Tramadol, Tryptophan, Lithium, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer

(SSRI) wie Paroxetin und Fluoxetin, trizyklische Antidepressiva (wie Clomipramin, Amitriptylin),

Johanniskraut, Venlafaxin und Linezolid (Antibiotikum). Diese Arzneimittel erhöhen das Risiko des

Auftretens von Nebenwirkungen. Wenn bei Ihnen bei Einnahme dieser Arzneimittel zusammen mit

Cymbalta irgendein ungewöhnliches Symptom auftritt, müssen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

aufsuchen.

Sexuelle Funktionsstörungen: Cymbalta gehört zu den sogenannten selektiven Serotonin-

Wiederaufnahme-Hemmern (SSRls) bzw. Serotonin-Noadrenalin-Wiederaufnahme-Hemmern

(SNRls), die zu sexuellen Funktionsstörungen führen können. Es wurde über Fälle von

langanhaltenden Sexualfunktionsstörungen berichtet, bei denen die Symptome trotz Absetzen der

Medikation mit SSRls / SNRls, anhielten.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Hilfsstoffe

Zuckerunverträglichkeit: Cymbalta enthält Saccharose. Bitte nehmen Sie Cymbalta erst nach

Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer

Zuckerunverträglichkeit leiden.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Kapsel, d.h. es ist nahezu

«natriumfrei».

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Cymbalta während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet

werden?

Cymbalta soll während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, ausser wenn Ihr Arzt bzw.

Ihre Ärztin die Einnahme ausdrücklich verordnet hat.

Bitte stellen Sie sicher, dass Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin und Geburtshelfer bzw. Geburtshelferin

(Hebamme) darüber informiert sind, dass Sie mit Cymbalta behandelt werden. Ähnliche Arzneimittel

wie dieses (so genannte SSRI) können, wenn sie während der Schwangerschaft eingenommen

werden, zu einer ernsthaften Gesundheitsbeeinträchtigung des Neugeborenen führen, die primäre

oder persistierende pulmonale Hypertonie des Neugeborenen (PPHN) genannt wird und die sich

darin zeigt, dass das Neugeborene schneller atmet und eine Blaufärbung der Haut aufweist. Diese

Symptome beginnen normalerweise während der ersten 24 Stunden nach der Geburt. Bitte nehmen

Sie in einem solchen Fall sofort mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin Kontakt auf.

Wenn Sie Cymbalta gegen Ende Ihrer Schwangerschaft einnehmen kann es sein, dass Ihr Baby bei

der Geburt bestimmte Symptome zeigt. Diese beginnen gewöhnlich unmittelbar nach der Geburt

oder innerhalb weniger Tage danach. Zu diesen Anzeichen gehören: schlaffe Muskulatur, Zittern,

nervöse Unruhe, Schwierigkeiten beim Füttern, Probleme beim Atmen sowie Krampfanfälle. Wenn

Ihr Baby bei der Geburt eines dieser Symptome zeigt oder wenn Sie sich um den Gesundheitszustand

Ihres Babys sorgen, fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin um Rat.

Wenn Sie Cymbalta in den Tagen vor der Geburt einnehmen, kann es nach der Geburt zu Blutungen

kommen (postpartale Blutungen). Bitte nehmen Sie in einem solchen Fall sofort mit Ihrem Arzt oder

Ihrer Ärztin Kontakt auf.

Unterrichten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie während der Einnahme von Cymbalta

schwanger werden oder beabsichtigen, schwanger zu werden.

Die Einnahme von Cymbalta während der Stillzeit wird nicht empfohlen.

Sie müssen Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin um Rat fragen, wenn Sie stillen.

Wie verwenden Sie Cymbalta?

Nehmen Sie Cymbalta immer genau nach Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin ein. Die übliche

Dosierung von Cymbalta ist eine Kapsel (60 mg Duloxetin) einmal täglich. Fragen Sie bitte bei

Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher

sind.

Sie müssen die Kapsel unzerkaut mit einem Glas Wasser schlucken.

Um die Einnahme von Cymbalta nicht zu vergessen, kann es hilfreich sein, das Arzneimittel stets zur

gleichen Tageszeit einzunehmen.

Cymbalta ist bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht indiziert.

Wenn Sie eine grössere Menge Cymbalta eingenommen haben als Sie sollten:

Rufen Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin an, wenn

Sie eine grössere Menge Cymbalta eingenommen haben, als von Ihrem Arzt bzw. von Ihrer Ärztin

verschrieben.

Wenn Sie vergessen haben, Cymbalta einzunehmen:

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie diese ein, sobald Sie dies bemerken. Wenn es

jedoch schon Zeit für Ihre nächste Dosis ist, überspringen Sie die vergessene Dosis. Nehmen Sie also

nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Dosis vergessen haben. Nehmen Sie nicht mehr

als die tägliche Menge Cymbalta ein, die Ihnen verschrieben wurde.

Wirkung bei Absetzen der Behandlung mit Cymbalta

Beenden Sie die Einnahme Ihrer Kapseln nicht ohne Beratung durch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin,

selbst wenn Sie sich besser fühlen. Wenn Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin der Meinung ist, dass Sie

Cymbalta nicht länger benötigen, wird er bzw. sie Sie anweisen, Ihre Dosis über 1 bis 2 Wochen zu

reduzieren, bevor Sie die Behandlung ganz absetzen. Bei manchen Patienten und Patientinnen,

welche die Einnahme von Cymbalta plötzlich abbrachen, sind Symptome wie Müdigkeit, Schwindel,

Empfindungsstörungen wie z.B. Ameisenlaufen oder Elektroschock-ähnliche Empfindungen,

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schlafstörungen (Schlaflosigkeit, Albträume), Schläfrigkeit,

Reizbarkeit, Angst, Zittern, übermässiges Schwitzen, Muskelschmerzen oder Kopfschmerzen

aufgetreten. Diese Symptome sind im Allgemeinen nicht schwerwiegend und verschwinden

innerhalb von wenigen Tagen; wenn bei Ihnen jedoch Symptome auftreten, die Sie als lästig

empfinden, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin zu Rate ziehen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Cymbalta haben?

Wie alle Arzneimittel kann Cymbalta Nebenwirkungen haben. Diese Nebenwirkungen sind

normalerweise leicht bis mässig und verschwinden oft nach ein paar Wochen.

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Übelkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit und Schläfrigkeit.

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Verminderter Appetit, Gewichtsverlust, Angst, ungewöhnliche Träume, Unruhe, Schlaflosigkeit,

sexuelle Probleme (einschliesslich Erektionsprobleme, Ejakulationsstörungen, veränderter

Orgasmus, vermindertes sexuelles Verlangen), Schwindel, Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Stürze

(häufiger bei über 65-Jährigen), Zittern, Taubheitsgefühl oder Kribbeln der Haut, verschwommenes

Sehen, Tinnitus (Wahrnehmung von Geräuschen im Ohr, die keine äussere Quelle haben),

Herzklopfen, Blutdruckanstieg, Erröten, Gähnen, Schmerzen im Mund- und Rachenraum,

Verstopfung, Durchfall, Erbrechen, Blähungen, Bauchschmerzen; Sodbrennen, vermehrtes

Schwitzen, Hautausschlag, Juckreiz, Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe, Schwierigkeiten beim

Wasserlassen, häufiges Wasserlassen.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Halsentzündung, Gewichtszunahme, erhöhte Blutzuckerspiegel, Suizidgedanken, Zähneknirschen,

Schlafstörungen, Verwirrtheit, Aufmerksamkeitsstörungen, Bewegungsstörungen (Dyskinesie),

Muskelzuckungen, Nervosität, schlechter Schlaf, Geschmacksstörungen, Gangstörungen,

Unvermögen ruhig zu sitzen oder zu stehen, Syndrom der unruhigen Beine «Restless Legs Syndrom»

(attackenförmig auftretende schmerzhafte Empfindungen und Drang zu Bewegung in den Beinen,

vor allem nachts bzw. im Liegen), Sehbehinderung, Pupillenerweiterung, trockene Augen,

Ohrenschmerzen, Schwindelgefühl, schneller oder unregelmässiger Herzschlag, Blutdruckabfall

(besonders nach zu raschem Aufstehen) und kurzzeitiger Bewusstseinsverlust besonders zu Beginn

der Therapie, kalte Gliedmassen, Engegefühl im Rachen, Magen-Darm-Beschwerden,

Schluckstörungen, blutiges Erbrechen oder schwarzer teeriger Stuhl, Aufstossen, Leberschädigung,

Leberentzündung, Nesselsucht (Urtikaria), allergische Hautreaktionen, Lichtüberempfindlichkeit der

Haut, kalter Schweiss, Nachtschweiss, erhöhte Neigung zu Blutergüssen, Muskelsteifigkeit,

Muskelzuckungen, verminderter Harnfluss, vermehrtes oder nächtliches Wasserlassen, sexuelle

Funktionsstörungen, Hodenschmerzen, Menstruationsstörungen, gynäkologische Blutungen,

Brustschmerzen, Hitzegefühl, Kältegefühl, Schüttelfrost, Unwohlsein, Unbehagen, Durst.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

Allergische Reaktionen, Schilddrüsenunterfunktion, Austrocknung, Aggression und Wut, Manie (mit

folgenden Anzeichen: z.B. Überaktivität, vermindertes Schlafbedürfnis, Stimmungsveränderungen

wie Hochstimmung, vermehrte Reizbarkeit, Gedankenbeschleunigung), suizidales Verhalten,

Halluzinationen, Krampfanfälle, erhöhter Augeninnendruck, Lungenerkrankung, die sich in den

meisten Fällen durch Kurzatmigkeit, Husten und Giemen , möglicherweise in Verbindung mit

erhöhter Temperatur, bemerkbar macht, Entzündung der Mundschleimhaut, Mundgeruch, hellrotes

Blut im Stuhl, Gelbsucht, plötzliches Anschwellen der Haut oder Schleimhaut, Krampf der

Kaumuskulatur, abnormaler Uringeruch, Wechseljahrbeschwerden, Erhöhung der Prolaktinwerte im

Blut, Milchfluss, niedrige Natriumblutspiegel (Anzeichen hierfür sind Übelkeit und Unwohlsein mit

Muskelschwäche oder Verwirrtheit), erhöhter Cholesterinspiegel.

Eine weitere Nebenwirkung, das sogenannte Serotoninsyndrom, welche besonders bei Kombination

mit gewissen anderen Arzneimitteln auftritt (siehe «Wann ist bei der Einnahme von Cymbalta

Vorsicht geboten?»), äussert sich durch Bewusstseinstrübung, Muskelstarre, Muskelzittern,

Zuckungen und Fieber. Tritt dies bei Ihnen auf müssen Sie umgehend Ihren Arzt oder Ihre Ärztin

informieren.

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern)

Entzündliche Dickdarmerkrankung, Hautblutungen, Entzündung der Blutgefässe in der Haut

(Symptome können z.B. Hautausschlag und Juckreiz sein).

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre

Ärztin oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Kapseln im Blister in der Originalpackung aufbewahren, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen.

Nicht über 30 °C lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Cymbalta enthalten?

Cymbalta ist eine magensaftresistente Hartkapsel.

Jede Kapsel Cymbalta enthält Duloxetinhydrochlorid-Pellets (d.h. winzige Kügelchen) mit einem

Überzug, der sie vor Magensäure schützt.

Die Kapseln zu 30 mg sind blau und weiss und mit dem grünen Aufdruck «30 mg» und dem Code

«9543» versehen.

Die Kapseln zu 60 mg sind blau und grün und mit dem weissen Aufdruck «60 mg» und dem Code

«9542» versehen.

Wirkstoffe

Eine Kapsel Cymbalta 30 mg enthält 30 mg Duloxetin als Duloxetinhydrochlorid.

Eine Kapsel Cymbalta 60 mg enthält 60 mg Duloxetin als Duloxetinhydrochlorid.

Hilfsstoffe

Cymbalta 30 mg: Hypromellose, Hypromelloseacetatsuccinat, Saccharose, Zucker-Stärke-Pellets,

Talkum, Titandioxid (E 171), Triethylcitrat, Gelatine, Natriumdodecylsulfat, Indigotin (E 132),

schwarzes und gelbes Eisenoxid (E 172), Propylenglycol, Schellack, Kaliumhydroxid.

Cymbalta 60 mg: Hypromellose, Hypromelloseacetatsuccinat, Saccharose, Zucker-Stärke-Pellets,

Talkum, Titandioxid (E 171), Triethylcitrat, Gelatine, Natriumdodecylsulfat, Indigotin (E 132),

gelbes Eisenoxid (E 172), Propylenglycol, Schellack, Povidon, Natriumhydroxid.

Zulassungsnummer

56983 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Cymbalta? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Cymbalta 30 mg: Packung zu 28 Kapseln.

Cymbalta 60 mg: Packungen zu 14, 28 und 84 Kapseln.

Zulassungsinhaberin

Eli Lilly (Suisse) S.A., Vernier/Genève.

Diese Packungsbeilage wurde im April 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Cymbalta®

Eli Lilly (Suisse) SA

Zusammensetzung

Wirkstoff: Duloxetin als Duloxetinhydrochlorid.

Hilfsstoffe:

Kapselinhalt

Hydroxypropylmethylcellulose, Hydroxypropylmethylcelluloseacetatsuccinat, Saccharose, Zucker-

Stärke-Pellets, Talkum. Farbstoff: Titandioxid (E 171) Triethylcitrat.

Kapselhülle:

30 mg: Gelatine, Natriumlaurylsulfat; Farbstoffe: Titandioxid (E 171), Indigocarmin (E 132), essbare

grüne Bedruckungstinte.

60 mg: Gelatine, Natriumlaurylsulfat; Farbstoffe: Titandioxid (E 171), Indigocarmin (E 132), gelbes

Eisenoxid (E 172), essbare weisse Bedruckungstinte.

Essbare grüne Bedruckungstinte enthält: Farbstoff: schwarzes und gelbes Eisenoxid (E 172),

Propylenglykol, Schellack.

Essbare weisse Bedruckungstinte enthält: Farbstoff: Titandioxid (E 171), Propylenglykol, Schellack,

Povidon.

Farbe des Kapseloberteils:

30 mg: Opak blau.

60 mg: Opak blau.

Farbe des Kapselunterteils:

30 mg: Opak weiss.

60 mg: Opak grün.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Magensaftresistente Hartkapsel zu 30 mg und 60 mg Duloxetin als Duloxetinhydrochlorid.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung einer Depression.

Rezidivprophylaxe rezidivierender (≥3 depressive Episoden) unipolarer Depression (nach initialem

Ansprechen Prävention des Wiederauftretens neuer depressiver Episoden).

Behandlung von durch eine diabetische Neuropathie verursachten Schmerzen.

Behandlung der generalisierten Angststörung.

Dosierung/Anwendung

Depression

Die Startdosis und die empfohlene Erhaltungsdosis von Duloxetin betragen 60 mg einmal täglich

unabhängig von den Mahlzeiten. Obwohl in klinischen Studien die Wirksamkeit und die Sicherheit

in einem Dosisbereich von 60 bis 120 mg Duloxetin/Tag nachgewiesen wurden, konnte kein

zusätzlicher signifikanter Nutzen für Dosen über 60 mg Duloxetin/Tag belegt werden. Dosen über 60

mg Duloxetin/Tag wurden auch weniger gut vertragen.

Eine klinische Beurteilung sollte bei den Patienten erfolgen, die auf 60 mg einmal täglich nicht

angemessen ansprechen. Da die Plasmakonzentrationen von Duloxetin eine grosse interindividuelle

Variabilität aufweisen, könnten einzelne Patienten von einer höheren Dosis profitieren.

Ein therapeutisches Ansprechen wird normalerweise nach einer Behandlungsdauer von 2-4 Wochen

beobachtet.

Dauer der Behandlung: Nach Stabilisierung des antidepressiven Ansprechens wird empfohlen, die

Behandlung für einige Monate weiterzuführen, um einen Rückfall zu vermeiden.

Rezidivprophylaxe depressiver unipolarer Erkrankungen

Bei Patienten, welche auf Duloxetin ansprechen und bei denen in der Vergangenheit wiederholt (≥3)

Episoden einer depressiven unipolaren Erkrankung auftraten, kann eine Langzeittherapie in einer

Dosierung von 60-120 mg Duloxetin/Tag in Erwägung gezogen werden. Dabei werden

normalerweise die gleichen Dosierungen angewendet wie bei der Akutbehandlung. Das Nutzen-

Risiko-Verhältnis der Rezidivprophylaxe sollte regelmässig überprüft und in Betracht gezogen

werden, dass es auch andere Möglichkeiten der Rezidivprophylaxe bei unipolaren depressiven

Episoden gibt. In einer klinischen Studie konnte eine anhaltende Wirksamkeit bis zu einer

einjährigen Therapiedauer festgestellt werden. Bei Beendigung der Behandlung sollte Cymbalta über

mehrere Wochen ausgeschlichen werden, um Entzugssymptome zu vermeiden.

Generalisierte Angststörung

Die empfohlene Startdosis von Duloxetin beträgt 30 mg einmal täglich unabhängig von den

Mahlzeiten. Bei Patienten mit einem unzureichenden Ansprechen sollte die Dosis auf 60 mg einmal

täglich erhöht werden, was der üblichen Erhaltungsdosis für die meisten Patienten entspricht.

Für Patienten mit komorbiden depressiven Erkrankungen beträgt die Start- und Erhaltungsdosis 60

mg einmal täglich (siehe auch Dosierungsangaben weiter oben).

Die Wirksamkeit von Dosen bis 120 mg ist nachgewiesen und ihre Sicherheit ist in klinischen

Studien eingehend untersucht worden. Für Dosen über 60 mg konnte aber kein zusätzlicher Nutzen

belegt werden.

Eine klinische Beurteilung sollte bei den Patienten erfolgen, die auf 30 mg einmal täglich nicht

angemessen ansprechen. Da die Plasmakonzentrationen von Duloxetin eine grosse interindividuelle

Variabilität aufweisen, könnten einzelne Patienten von einer höheren Dosis profitieren.

Dauer der Behandlung: Nach Stabilisierung des Ansprechens wird empfohlen, die Behandlung für

einige Monate weiterzuführen, um einer Symptomverschlechterung vorzubeugen.

Es liegen limitierte Langzeitdaten bis 12 Monate vor.

Der Nutzen im Falle einer Langzeitbehandlung sollte regelmässig überprüft werden.

Schmerzen bei diabetischer Neuropathie

Die Startdosis und die empfohlene Erhaltungsdosis von Duloxetin betragen 60 mg einmal täglich

unabhängig von den Mahlzeiten. Obwohl in klinischen Studien die Wirksamkeit und die Sicherheit

in einem Dosisbereich von 60 bis 120 mg Duloxetin/Tag nachgewiesen wurden, konnte kein

zusätzlicher signifikanter Nutzen für Dosen über 60 mg Duloxetin/Tag belegt werden. Dosen über 60

mg Duloxetin/Tag wurden auch weniger gut vertragen.

Eine klinische Beurteilung sollte bei den Patienten erfolgen, die auf 60 mg einmal täglich nicht

angemessen ansprechen. Da die Plasmakonzentrationen von Duloxetin eine grosse interindividuelle

Variabilität aufweisen, könnten einzelne Patienten von einer höheren Dosis profitieren.

Nach einer Behandlungsdauer von 2 Monaten sollte die Wirksamkeit der Duloxetin-Therapie

beurteilt werden.

Nach dieser Zeit ist eine weitere Zunahme der Wirksamkeit bei Patienten mit unzureichendem

initialen Ansprechen unwahrscheinlich.

Der therapeutische Nutzen muss regelmässig (mindestens alle 3 Monate) überprüft werden (siehe

«Eigenschaften/Wirkungen»).

Leberinsuffizienz

Duloxetin darf nicht bei Patienten mit einer Lebererkrankung angewendet werden, die zu einer

Leberfunktionsstörung führt (siehe «Kontraindikationen» und «Pharmakokinetik»).

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 30 bis

80 ml/Min.) ist keine Dosisanpassung notwendig, schwere Nierenfunktionsstörungen: siehe

«Kontraindikationen».

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist eine Dosisanpassung allein auf Grund des Alters nicht erforderlich. Die

Behandlung von älteren Patienten sollte jedoch – wie bei jeder medikamentösen Behandlung – mit

Vorsicht erfolgen, insbesondere bei einer täglichen Dosierung von 120 mg Cymbalta bei depressiven

Erkrankungen, da hierfür begrenzte Daten vorliegen.

Kinder und Jugendliche

Duloxetin ist bei Patienten unter 18 Jahren nicht indiziert.

Absetzen der Behandlung

Wenn Duloxetin nach einer Einnahmezeit von mehr als einer Woche abgesetzt werden soll,

empfiehlt es sich im Allgemeinen, die Dosis bis zum endgültigen Absetzen über einen Zeitraum von

1 bis 2 Wochen ausschleichend zu reduzieren, um das Risiko möglicher Entzugserscheinungen zu

vermindern (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Allgemein wird empfohlen, die Dosis während dieser Zeit um die Hälfte zu reduzieren oder jeden

zweiten Tag einzunehmen. Das befolgte Regime sollte jedoch den individuellen Umständen des

Patienten Rechnung tragen wie Dauer der Behandlung, Dosis bei Absetzen usw.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Duloxetin oder einem der Hilfsstoffe.

Die gleichzeitige Anwendung von Duloxetin und irreversiblen Monoaminooxidase-Hemmern

(MAO-Hemmern) wie Selegilin ist kontraindiziert (siehe «Interaktionen»).

Lebererkrankung, die zu einer Leberfunktionsstörung führt (siehe «Pharmakokinetik»).

Cymbalta darf nicht in Kombination mit CYP1A2-Hemmern wie Fluvoxamin, Ciprofloxacin oder

Enoxacin angewendet werden, da die Kombination zu erhöhten Plasmakonzentrationen von

Duloxetin führt (siehe «Interaktionen»).

Schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <30 ml/Min).

Der Beginn einer Behandlung mit Cymbalta ist bei Patienten mit unkontrolliertem Bluthochdruck,

der die Patienten der möglichen Gefahr einer hypertensiven Krise aussetzen könnte, kontraindiziert

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Anwendung zusammen mit Antidepressiva

Bei der Anwendung von Duloxetin zusammen mit Antidepressiva ist Vorsicht geboten. Insbesondere

die Kombination von Duloxetin mit reversiblen MAO-Hemmern wie Moclobemid oder dem

Antibiotikum Linezolid wird nicht empfohlen. (Irreversible MAO-Hemmer: siehe

«Kontraindikationen»)

Johanniskraut: Nebenwirkungen könnten häufiger auftreten, wenn Cymbalta zusammen mit

pflanzlichen Zubereitungen angewendet wird, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten.

Manie und epileptische Krampfanfälle

Bei Patienten mit Manie in der Anamnese oder einer bipolaren Störung und/oder epileptischen

Krampfanfällen ist Duloxetin mit Vorsicht anzuwenden.

Engwinkelglaukom

Mydriasis wurde im Zusammenhang mit der Duloxetin-Einnahme mitgeteilt, daher ist bei der

Verschreibung von Duloxetin für Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck bzw. mit einem Risiko

für ein akutes Engwinkelglaukom Vorsicht geboten.

Herzkrankheiten, Blutdruck und EKG

Die Anwendung von Duloxetin ist mit einer durchschnittlichen Erhöhung des Blutdrucks von 1-2

mm Hg verbunden. Fälle von hypertensiven Krisen wurden im Zusammenhang mit Duloxetin

berichtet, besonders bei Patienten mit vorbestehendem Bluthochdruck. Bei Patienten mit bekannter

Hypertonie und/oder Herzkrankheit wird eine regelmässige Blutdruckkontrolle empfohlen. Vorsicht

ist angezeigt bei Patienten mit einer Grunderkrankung, die durch eine Blutdruckerhöhung verschärft

werden könnte. Duloxetin hat nicht zu klinisch relevanten Änderungen der Herzfrequenz oder der

EKG geführt.

In 8-wöchigen klinischen Studien zur Behandlung von depressiven Episoden wurden von 1139 mit

Duloxetin und 777 mit Placebo behandelten Patienten Elektrokardiogramme aufgezeichnet. Ebenso

wurden in bis zu 13-wöchigen klinischen Studien zur Behandlung von Schmerzen bei diabetischer

Neuropathie von 528 mit Duloxetin und 205 mit Placebo behandelten Patienten

Elektrokardiogramme aufgezeichnet. Die herzfrequenzkorrigierten QT-Intervalle der mit Duloxetin

behandelten Patienten unterschieden sich nicht von denen der mit Placebo behandelten Patienten. Es

wurden keine klinisch signifikanten Unterschiede zwischen mit Duloxetin und mit Placebo

behandelten Patienten bei den Messintervallen QT, PR, QRS, QTcB beobachtet.

Nierenfunktionsstörungen

Bei hämodialysierten Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <30

ml/Min.) treten erhöhte Duloxetin-Plasmaspiegel auf. Bei Patienten mit schwerer

Nierenfunktionsstörung: siehe «Kontraindikationen». Informationen über Patienten mit leichter bis

mittelschwerer Nierenfunktionsstörung: siehe «Dosierung/Anwendung».

Suizidgedanken und suizidales Verhalten:

Unter antidepressiver Therapie kann es zu einer Verstärkung von Suizidgedanken, Selbstverletzung

und Suizidverhalten kommen.

Grundsätzlich bleibt ein solches Risiko bestehen, sogar wenn Zeichen einer Verbesserung zu

erkennen sind, bis zur deutlichen Remission.

Patienten unter einer Behandlung mit Antidepressiva müssen deshalb engmaschig in Bezug auf

Zeichen einer Depressionsverschlechterung, insbesondere von suizidalem Verhalten, sowie von

Unruhe und/oder Akathisie (innere Unruhe, psychomotorische Agitiertheit) überwacht werden, dies

vor allem zu Beginn und bei Dosisänderungen. Bei jeder Veränderung inkl. auch der Beendigung der

Behandlung müssen die Patienten gut überwacht werden, ob oben genannte Symptome auftreten, da

sie sowohl Zeichen eines Entzuges oder eines beginnenden Rückfalls sein können.

Besonders trifft dies auch für Patienten mit vorausgegangenen Suizidversuchen oder mit

Suizidgedanken bei Behandlungsbeginn zu. Die Patienten und die sie betreuenden Personen müssen

aufmerksam gemacht werden auf das mögliche Auftreten von Suizidalität im Rahmen einer

antidepressiven Therapie und auf die dringende Notwendigkeit, umgehend den behandelnden Arzt in

solchen Fällen aufzusuchen bzw. medizinische Beratung einzuholen.

Ärzte sollten ihre Patienten ermuntern, das Auftreten von deprimierenden Gedanken oder Gefühlen

jederzeit mit dem Arzt zu besprechen.

Duloxetin ist bei Patienten unter 18 Jahren nicht indiziert. Es gibt Analysen von gepoolten Studien

zum Einsatz von Antidepressiva bei psychiatrischen Erkrankungen in denen im Vergleich zu Placebo

ein Anstieg suizidaler Gedanken und/oder suizidaler Verhaltensweisen bei pädiatrischen und

jugendlichen Patienten (<25 Jahre) gezeigt wurde. Ein kausaler Zusammenhang für Duloxetin ist

bislang nicht nachgewiesen worden.

Saccharoseintoleranz

Cymbalta magensaftresistente Hartkapseln enthalten Saccharose. Patienten mit den seltenen

hereditären Problemen einer Fructoseintoleranz, einer Glukose-Galaktose-Malabsorption oder einer

Saccharose-Isomaltose-Intoleranz sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Akathisie

Bei Auftreten einer Akathisie in den ersten Wochen der Behandlung sollte keine Dosiserhöhung

vorgenommen werden.

Blutungen

Im Zusammenhang mit SSRI (Selective Serotonin Reuptake Inhibitor) und SNRI

(Serotonin/Norepinephrine Reuptake Inhibitor), einschliesslich Duloxetin, wurden Blutungen wie

Ekchymosen, Purpura und gastrointestinale Blutungen berichtet.

Vorsicht ist geboten bei Patienten, welche Antikoagulantien und/oder Arzneimittel erhalten, welche

die Thrombozytenfunktion beeinflussen (z.B. nichtsteroidale antiinflammatorische Arzneimittel

(NSAR) oder Acetylsalicylsäure), sowie bei Patienten mit bekannter Blutungsneigung.

Hyponatriämie

In seltenen Fällen wurde bei Anwendung von Cymbalta über Hyponatriämien (einige mit Serum-

Natrium-Werten niedriger als 110 mmol/L) berichtet. Die Mehrheit dieser Fälle traten bei älteren

Patienten auf, insbesondere in Verbindung mit kürzlich aufgetretener Veränderung des

Flüssigkeitshaushalts oder mit Erkrankungen, die für eine Veränderung des Flüssigkeitshaushalts

prädisponieren.

Eine Hyponatriämie kann sich in unspezifischen Zeichen und Symptomen äussern, z.B. Schwindel,

Schwäche, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Schläfrigkeit und Lethargie. In schwerwiegenderen

Fällen sind auch Synkopen, Stürze oder Krämpfe aufgetreten.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit erhöhtem Risiko für Hyponatriämie, wie z.B.: ältere Patienten,

Patienten mit Zirrhose oder dehydrierte Patienten oder Patienten, die mit Diuretika behandelt

werden. Eine Hyponatriämie kann Folge des Syndroms der inadäquaten ADH Sekretion (SIADH)

sein.

Hepatitis/Erhöhte Leberenzymwerte

Unter Duloxetin-Therapie wurden Fälle von Leberschädigung, einschliesslich schwerwiegender

Erhöhung von Leberenzymwerten (>10-fache Erhöhung gegenüber den Normalwerten), Hepatitis

und Gelbsucht berichtet (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Die meisten Fälle traten im ersten

Behandlungsmonat auf. Die Form der Leberschädigung war überwiegend hepatozellulär. Duloxetin

sollte nicht angewendet werden bei Patienten, die eine Lebererkrankung haben oder die andere

Arzneimittel einnehmen, die zu einer Leberschädigung führen können (siehe «Kontraindikationen»).

Serotonin-Syndrom: siehe «Interaktionen».

Duloxetin wird in verschiedenen Indikationen verwendet (Depression, generalisierte Angststörung,

Schmerzbehandlung bei diabetischer Neuropathie, Belastungsinkontinenz). Die gleichzeitige additive

Einnahme von Duloxetin zur Behandlung verschiedener Indikationen, ist zu vermeiden.

Interaktionen

Da Duloxetin stark an Plasmaproteine gebunden wird, kann die Gabe von Duloxetin bei Patienten,

die bereits ein anderes, ebenfalls stark an Plasmaproteine gebundenes Arzneimittel (z.B. orale

Antikoagulantien, Digitoxin) einnehmen, zu Abweichungen der Plasmakonzentration führen, die

wiederum unerwünschte Reaktionen verursachen können.

ZNS-wirksame Arzneimittel: Das Risiko der Anwendung von Duloxetin in Kombination mit anderen

ZNS-wirksamen Arzneimitteln ist – ausser in den nachstehend beschriebenen Fällen – nicht

systematisch untersucht worden. Bei Einnahme von Duloxetin zusammen mit anderen zentral

wirksamen Arzneimitteln oder Substanzen einschliesslich Alkohol und Sedativa (z.B.

Benzodiazepine, Morphinomimetika, Antipsychotika, Phenobarbital, sedative Antihistaminika) wird

daher zu Vorsicht geraten.

Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer): Wegen des Risikos eines Serotonin-Syndroms darf

Duloxetin nicht in Kombination mit irreversiblen MAO-Hemmern oder innerhalb der ersten 14 Tage

nach Beendigung der Behandlung mit einem MAO-Hemmer eingenommen werden. Aufgrund der

Halbwertszeit von Duloxetin müssen mindestens 5 Tage nach dem Absetzen von Duloxetin

vergehen, bevor mit der Einnahme eines MAO-Hemmers begonnen wird (siehe

«Kontraindikationen»).

Für reversible MAO-Hemmer (z.B. Moclobemid oder das Antibiotikum Linezolid) ist das Risiko

eines Serotonin-Syndroms geringer. Dennoch wird die gleichzeitige Anwendung von Duloxetin und

reversiblen MAO-Hemmern nicht empfohlen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Serotonin-Syndrom: In seltenen Fällen wurde ein Serotonin-Syndrom bei Patienten mitgeteilt, die

gleichzeitig SSRI und serotonerge Arzneimittel eingenommen haben. Vorsicht ist geboten, wenn

Duloxetin gleichzeitig mit serotonergen Antidepressiva wie SSRI, trizyklischen Antidepressiva wie

Clomipramin oder Amitriptylin, Johanniskraut (Hypericum perforatum), Lithium, Venlafaxin oder

Triptanen, Tramadol und Tryptophan eingenommen wird.

Wirkungen von Duloxetin auf andere Arzneimittel

Über CYP1A2 metabolisierte Arzneimittel: In einer klinischen Studie wurde die Pharmakokinetik

von Theophyllin, einem CYP1A2 Substrat, durch die gleichzeitige Gabe von Duloxetin (60 mg

zweimal täglich) nicht klinisch signifikant beeinflusst.

Über CYP2D6 metabolisierte Arzneimittel: Die gleichzeitige Verabreichung von Duloxetin erhöht

die Steady-state-AUC von Tolterodin (2 mg zweimal täglich) um 71%, beeinflusst jedoch nicht die

Pharmakokinetik des 5-Hydroxy-Metaboliten, sodass keine Dosisanpassung empfohlen wird. Die

AUC von Desipramin (50 mg) erhöhte sich unter Duloxetin auf das Dreifache. Zu Vorsicht wird

geraten, wenn Duloxetin zusammen mit Arzneimitteln (z.B. Nortriptylin, Amitriptylin, Imipramin,

Phenothiazinen, Propafenon) verabreicht wird, die vorwiegend über CYP2D6 metabolisiert werden,

zumal wenn diese eine geringe therapeutische Breite aufweisen.

Orale Kontrazeptiva und andere steroidale Arzneimittel: Ergebnisse von In-vitro-Studien zeigen,

dass Duloxetin die katalytische Aktivität von CYP3A nicht induziert. Spezifische In-vivo-

Untersuchungen der Arzneimittelinteraktionen sind nicht durchgeführt worden.

Wirkungen anderer Arzneimittel auf Duloxetin

Antazida und H2-Antagonisten: Die gleichzeitige Verabreichung von Duloxetin und aluminium- und

magnesiumhaltigen Antazida oder von Duloxetin und Famotidin hat nach einer oralen Dosis von 40

mg keine signifikante Wirkung auf die Geschwindigkeit oder das Ausmass der Duloxetin-

Resorption. Unter Steady-state-Bedingungen hat Duloxetin keine Wirkung auf die Lorazepam-

Kinetik und Lorazepam hat keine Wirkung auf die Duloxetin-Kinetik. Die Kombination von

Duloxetin und Lorazepam führte im Vergleich zu Lorazepam alleine zu einer erhöhten Sedierung.

CYP1A2-Inhibitoren: Da CYP1A2 am Metabolismus von Duloxetin beteiligt ist, wird die

gleichzeitige Anwendung von Duloxetin und starken CYP1A2-Inhibitoren wahrscheinlich zu einer

höheren Konzentration von Duloxetin führen. Fluvoxamin (100 mg einmal täglich), ein potenter

Hemmer von CYP1A2, senkt die apparente Plasma-Clearance von Duloxetin um rund 77% und

erhöhte die AUC um das Sechsfache. Deshalb darf Duloxetin nicht gleichzeitig mit potenten

CYP1A2-Hemmern wie Fluvoxamin verabreicht werden (siehe «Kontraindikationen»).

CYP1A2-Induktoren: Wie im Fall einiger anderer Psychopharmaka kann es bei Rauchern

bekanntlich zu niedrigeren Plasmakonzentrationen kommen. Bevölkerungsbasierte

pharmakokinetische Studien haben gezeigt, dass die Duloxetin-Exposition bei Rauchern um fast 50%

geringer ist als bei Nichtrauchern.

CYP2D6-Inhibitoren: Da CYP2D6 an der Metabolisation von Duloxetin beteiligt ist, kann die

gleichzeitige Anwendung von Duloxetin und potenten CYP2D6-Inhibitoren zu einer höheren

Konzentration von Duloxetin führen. So erhöhte Paroxetin (20 mg einmal täglich) die Konzentration

von Duloxetin (40 mg einmal täglich) um 60%.

Warfarin: Bei gleichzeitiger Gabe von Duloxetin und Warfarin wurden erhöhte Gerinnungswerte

(INR) berichtet. Bei gesunden Freiwilligen führte jedoch die gleichzeitige Gabe von Duloxetin und

Warfarin im Rahmen einer klinischen pharmakologischen Studie unter Steady-state-Bedingungen

nicht zu einer klinisch signifikanten Veränderung der INR im Vergleich zum Ausgangswert oder der

Pharmakokinetik von R- oder S-Warfarin. Mit den in der Schweiz verfügbaren Cumarinderivaten

liegen keine Untersuchungen vor.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine ausreichenden Daten über die Anwendung von Duloxetin bei schwangeren Frauen

vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität bei Vorliegen mütterlicher

Toxizität im Fall einer systemischen Duloxetin-Exposition (AUC) aufgezeigt, die unter der

maximalen klinischen Exposition lag (siehe «Präklinische Daten»).

Das potenzielle Risiko für den Menschen ist unbekannt.

Daten aus epidemiologischen Studien deuten darauf hin, dass die Anwendung von Selektiven

Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRI) in der Schwangerschaft, insbesondere im späten

Stadium einer Schwangerschaft, das Risiko für das Auftreten einer primären pulmonalen Hypertonie

bei Neugeborenen (PPHN, auch persistierende pulmonale Hypertonie genannt) erhöhen kann.

Obwohl es keine Studien gibt, die einen Zusammenhang zwischen der Behandlung mit SNRI und

dem Auftreten von PPHN untersucht haben, kann dieses potentielle Risiko für Duloxetin nicht

ausgeschlossen werden, wenn man den zugehörigen Wirkmechanismus (Inhibition der

Wiederaufnahme von Serotonin) berücksichtigt.

Wie bei anderen serotonergen Arzneimitteln können Entzugssymptome bei Neugeborenen auftreten,

wenn die Mutter kurz vor dem Entbindungstermin Duloxetin eingenommen hat. Zu diesen

Entzugssymptomen bei Neugeborenen, deren Mütter Duloxetin eingenommen hatten, gehören

Hypotonie, Tremor, nervöse Unruhe, Stillschwierigkeiten, Atemnotsyndrom und zerebrale

Krampfanfälle. Die Mehrzahl der Fälle traten bei Geburt auf oder innerhalb von wenigen Tagen nach

der Geburt.

Duloxetin sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn dies ist klar

notwendig. Frauen ist zu empfehlen, dass sie ihren Arzt unterrichten, wenn sie während der

Behandlung schwanger werden oder beabsichtigen, schwanger zu werden.

Stillzeit

Duloxetin geht in die Muttermilch über. Die von einem Säugling pro kg Körpergewicht

aufgenommene Menge liegt bei etwa 0,14% der von der Mutter eingenommenen Dosis. Da keine

Information über die Verträglichkeit von Duloxetin bei Säuglingen und Kindern vorliegt, wird die

Anwendung von Duloxetin während der Stillzeit nicht empfohlen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Obwohl in kontrollierten Studien mit Duloxetin keine Beeinträchtigungen der psychomotorischen

und kognitiven Fähigkeiten oder des Erinnerungsvermögens nachgewiesen wurden, kann eine

Sedierung oder Schwindel mit der Anwendung einhergehen. Deshalb sollten die Patienten darauf

hingewiesen werden, dass bei der aktiven Teilnahme am Strassenverkehr und beim Bedienen von

gefährlichen Maschinen Vorsicht angezeigt ist.

Unerwünschte Wirkungen

Es werden Nebenwirkungen aus Spontanberichten sowie aus placebokontrollierten klinischen

Studien (insgesamt 9454 Patienten, von denen 5703 Patienten Duloxetin und 3751 Placebo erhielten)

zur Behandlung von depressiven Erkrankungen, generalisierten Angststörung und Schmerzen bei

diabetischer Neuropathie aufgeführt.

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen bei Patienten, die mit Duloxetin behandelt wurden,

waren Kopfschmerzen, Übelkeit, Mundtrockenheit und Schläfrigkeit. Die Nebenwirkungen waren

jedoch überwiegend leicht bis mittelschwer. Sie traten gewöhnlich zu Behandlungsbeginn auf und

verschwanden meistens, auch unter Fortsetzung der Therapie.

Häufigkeitseinteilung: Sehr häufig (≥10%), häufig (≥1% und <10%) und gelegentlich (≥0,1% und

<1%), selten (≥0,01% und <0,1%), sehr selten (<0,01%).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Gelegentlich: Laryngitis.

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: Anaphylaktische Reaktionen1, Überempfindlichkeitsreaktion.

Endokrine Erkrankungen

Selten: Hypothyreose.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Verminderter Appetit, Gewichtsabnahme.

Gelegentlich: Gewichtszunahme, Hyperglykämie (insbesondere bei diabetischen Patienten).

Selten: Dehydratation, Hyponatriämie, SIADH (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion)1.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Schlaflosigkeit, Angst, Libidoverminderung, abnormaler Orgasmus, Agitiertheit, abnormale

Träume (einschliesslich Albträume).

Gelegentlich: Suizidgedanken2 (während einer Duloxetin-Therapie oder kurz nach Absetzen der

Therapie, siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), Schlafstörungen, Zähneknirschen,

Verwirrtheit, Apathie.

Selten: Suizidales Verhalten2 (während einer Duloxetin-Therapie oder kurz nach Absetzen der

Therapie, siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), Manie, Halluzinationen, Aggression

und Wut (insbesondere zu Beginn und auch nach Absetzen der Therapie).

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Kopfschmerzen (13.7%), Schläfrigkeit (10.0%).

Häufig: Schwindel, Lethargie, Tremor, Paraesthesien.

Gelegentlich: Myoklonus, Akathisie2, Nervosität, Aufmerksamkeitsstörung, Geschmacksstörung,

Dyskinesie, schlechte Schlafqualität, Restless-Legs Syndrom, Gangstörungen.

Selten: Serotonin-Syndrom1, Krampfanfälle (auch nach Absetzen der Therapie berichtet),

extrapyramidale Symptome1, psychomotorische Unruhe1.

Augenerkrankungen

Häufig: Verschwommenes Sehen.

Gelegentlich: Mydriasis, Sehbehinderung, trockene Augen.

Selten: Glaukom.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig: Tinnitus (auch nach Absetzen der Therapie berichtet).

Gelegentlich: Vertigo, Ohrenschmerzen.

Herzerkrankungen

Häufig: Herzklopfen.

Gelegentlich: Tachykardie, supraventrikuläre Arrhythmien, überwiegend Vorhofflimmern.

Gefässerkrankungen

Häufig: Blutdruckanstieg (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), Erröten.

Gelegentlich: Hypertonie2 (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), kalte Extremitäten.

Orthostatische Hypotension und Synkope besonders zu Beginn der Therapie.

Selten: Hypertensive Krise1 (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Oropharyngeale Schmerzen, Gähnen.

Gelegentlich: Engegefühl im Rachen.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Übelkeit (23.0%), Mundtrockenheit (12.7%).

Häufig: Obstipation, Diarrhoe, Abdominalschmerzen, Erbrechen, Dyspepsie, Flatulenz.

Gelegentlich: Gastrointestinale Blutungen2, Aufstossen, Gastroenteritis, Gastritis, Dysphagie.

Selten: Stomatitis, Mundgeruch, Hämatochezie.

Sehr selten: mikroskopische Kolitis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: Erhöhte Leberenzymwerte (ALT, AST, alkalische Phosphatase), Hepatitis (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), akute Leberschädigung.

Selten: Ikterus und Leberinsuffizienz1.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Vermehrtes Schwitzen, Hautausschlag, Juckreiz.

Gelegentlich: Nachtschweiss, Urtikaria, Kontaktdermatitis, Lichtüberempfindlichkeit der Haut, kalter

Schweiss, erhöhte Neigung zu Blutergüssen.

Selten: Angioödem und Stevens-Johnson Syndrom1.

Sehr selten: Ekchymosen, kutane Vaskulitis (manchmal verbunden mit systemischer Beteiligung).

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Muskuloskeletale Schmerzen, Muskelkrämpfe.

Gelegentlich: Muskelsteifigkeit, Muskelzuckungen.

Selten: Krampf der Kaumuskulatur.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Dysurie, häufiges Wasserlassen.

Gelegentlich: Nykturie, Harnverzögerung, Harnverhalten, Polyurie, verminderter Harnfluss.

Selten: Abnormaler Uringeruch.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Häufig: Erektile Dysfunktion, Ejakulationsstörungen, verzögerte Ejakulation.

Gelegentlich: Sexuelle Funktionsstörungen, Hodenschmerzen, gynäkologische Blutungen,

Menstruationsstörung.

Selten: Menopausale Symptome, Galaktorrhoe, Hyperprolaktinämie.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Müdigkeit, Stürze (häufiger bei älteren Patienten ≥65 Jahre).

Gelegentlich: Brustschmerzen2, Hitzegefühl, Kältegefühl, Unwohlsein, Durst, Schüttelfrost,

Unbehagen.

Untersuchungen

Gelegentlich: Blutkreatinphosphokinase-Anstieg, Anstieg des Kaliumplasmaspiegels.

Selten: Erhöhter Blutcholesterinspiegel.

1 Geschätzte Häufigkeit der nach Markteinführung berichteten Nebenwirkungen; in klinischen

placebo-kontrollierten Studien nicht beobachtet.

2 Statistisch nicht signifikant unterschiedlich versus Placebo.

Nach Beenden der Einnahme von Duloxetin wurde über Absetzsymptome berichtet. Zu den häufigen

Symptomen, besonders nach abruptem Absetzen, zählen Schwindel, Hyperhidrose, Übelkeit,

Erbrechen, Diarrhoe, Schlafstörungen (einschliesslich Schlaflosigkeit, Albträume und intensive

Träume), Müdigkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Myalgie, sensorische Störungen (einschliesslich

Parästhesien oder Elektroschock-ähnliche Empfindungen), Reizbarkeit und Angst (siehe

«Dosierung/Anwendung»).

In drei klinischen Studien mit Duloxetin zur Behandlung der Schmerzen einer diabetischen

Neuropathie bestand der Diabetes im Durchschnitt seit rund zwölf Jahren, der durchschnittliche

Nüchternblutzuckerspiegel bei Studienaufnahme betrug 176 mg/dl und der durchschnittliche

HbA1C-Wert belief sich auf 7.81%. In diesen Studien wurden bei den mit Duloxetin behandelten

Patienten im Vergleich zur Placebogruppe in Woche 12 und bei der Routineuntersuchung nach 52

Wochen, geringfügige Erhöhungen des Nüchternblutzuckerspiegels beobachtet und bei 52 Wochen

eine Erhöhung der HbA1C-Werte mit einer Differenz zu Placebo um 0.3%.

Überdosierung

Seit der Markteinführung sind Todesfälle aufgrund einer akuten Überdosierung aufgetreten,

überwiegend bei Überdosierung in Kombination mit anderen Arzneimitteln, aber auch mit Duloxetin

allein bei einer Dosierung von ungefähr 1000 mg.

Anzeichen und Symptome der Überdosierung (Duloxetin allein oder in Kombination mit anderen

Arzneimitteln) beinhalteten das Auftreten von Schläfrigkeit, Koma, Serotonin-Syndrom,

Tachykardie, Erbrechen und zerebralen Krampfanfällen.

Es ist kein spezifisches Antidot für Duloxetin bekannt, sollte jedoch ein Serotonin-Syndrom

auftreten, kann eine entsprechende Behandlung (mit z.B. Cyproheptadin und/oder

Temperaturkontrolle) in Erwägung gezogen werden. Die Aufrechterhaltung der Atmung muss

sichergestellt werden. Die Überwachung der Herz- und Vitalfunktionen wird neben weiteren

angemessenen symptomatischen und unterstützenden Massnahmen empfohlen. Eine Magenspülung

kann sinnvoll sein, wenn sie bald nach der Einnahme oder bei symptomatischen Patienten

durchgeführt wird. Die Gabe von Aktivkohle kann helfen, die Resorption zu begrenzen. Duloxetin

hat ein grosses Verteilungsvolumen, so dass eine forcierte Diurese, Hämoperfusion und

Austauschperfusion (Peritonealdialyse) wahrscheinlich wenig hilfreich sind.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N06AX21.

Duloxetin ist ein kombinierter Serotonin-(5-HT)- und Noradrenalin-(NA)-Wiederaufnahmehemmer.

Es hemmt schwach die Wiederaufnahme von Dopamin ohne signifikante Affinität für histaminerge,

dopaminerge, cholinerge und adrenerge Rezeptoren. In verschiedenen Hirnbereichen von Tieren

erhöht Duloxetin dosisabhängig die extrazellulären Serotonin- und Noradrenalinspiegel.

Neurochemische und Verhaltensstudien an Labortieren zeigten eine Erhöhung sowohl der Serotonin-

als auch der Noradrenalin-Neurotransmission im ZNS auf. Ausserdem normalisierte Duloxetin die

Schmerzschwelle in mehreren präklinischen Modellen neuropathischer und entzündlicher Schmerzen

und verminderte das Schmerzverhalten in einem Modell anhaltender Schmerzen.

Behandlung einer Depression

Es wird angenommen, dass der Wirkmechanismus von Duloxetin bei der Behandlung der

emotionalen und somatischen Symptome der Depression auf der Hemmung der neuronalen

Aufnahme von Serotonin und Noradrenalin beruht, wodurch es zu einer Verstärkung der

serotonergen und noradrenergen Neurotransmission im ZNS kommt.

Cymbalta wurde in klinischen Studien mit insgesamt 2951 Patienten (1259 Patientenjahre

Exposition), die die Diagnosekriterien einer Depression nach DSM-IV erfüllten, untersucht.

Die Wirksamkeit von Cymbalta in der empfohlenen Dosis von 60 mg einmal täglich wurde in zwei

von zwei randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Akutstudien mit fixer Dosierung mit

erwachsenen, ambulanten, depressiven Patienten nachgewiesen.

Insgesamt wurde die Wirksamkeit von Cymbalta in Tagesdosen von 60-120 mg in vier von sechs

randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Akutstudien mit fixer Dosierung mit

erwachsenen, ambulanten, depressiven Patienten nachgewiesen.

Cymbalta zeigte statistisch signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo, erhoben an Hand der

Verbesserung des Gesamtwertes der 17 Punkte umfassenden Hamilton Depression Rating Scale

(HAMD17) (beinhaltet die emotionalen und somatischen Symptome der Depression).

Die Ansprech- und die Remissionsraten waren mit Cymbalta im Vergleich mit Placebo ebenfalls

statistisch signifikant höher. Nur ein geringer Teil der Patienten, die in zulassungsrelevanten

klinischen Studien eingeschlossen waren, hatten eine schwere Depression (HAM-D-Wert >25) zu

Beginn der Behandlung.

In einer Studie zur Rückfallprävention wurden die Patienten, die auf eine 12-wöchige Akuttherapie

mit Cymbalta 60 mg einmal täglich ansprachen, für weitere 6 Monate entweder auf Cymbalta 60 mg

einmal täglich oder auf Placebo randomisiert. Bezogen auf das primäre Endziel, die Prävention eines

Rückfalls – gemessen als die Zeit bis zum Auftreten des Rückfalls – zeigte Cymbalta 60 mg einmal

täglich gegenüber Placebo eine statistisch signifikante Überlegenheit (p= 0,004). Die Inzidenz von

Rückfällen während der 6-monatigen doppelblinden Follow-up-Phase betrug 17% für die Duloxetin-

Gruppe und 29% für die Placebo-Gruppe.

In einer placebokontrollierten, doppelblinden Studie zur Rezidivprophylaxe hatten Patienten mit

rezidivierender (≥3 depressive Episoden) unipolarer Depression ohne psychotische Symptome, die

mit Duloxetin behandelt wurden, eine signifikant längere symptomfreie Zeit (p<0,001) als Patienten,

die auf Placebo randomisiert wurden.

Alle Patienten hatten zuvor in einer offenen Behandlung (28 bis 34 Wochen) auf Duloxetin in

Dosierungen von 60 bis 120 mg täglich angesprochen. Während der 52-wöchigen

placebokontrollierten, doppelblinden Behandlungsphase erfuhren 14,4% der mit Duloxetin

behandelten Patienten und 33,1% der mit Placebo behandelten Patienten eine Wiederkehr ihrer

depressiven Symptome (p<0,001).

Generalisierte Angststörung

In fünf von insgesamt fünf Studien, zu denen vier randomisierte, placebokontrollierte, doppelblinde

Akutstudien und eine Studie zur Rezidivprophylaxe bei erwachsenen Patienten mit generalisierter

Angststörung zählten, zeigte Cymbalta eine statistisch signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo.

Dabei wurden in den Studien verschiedene Dosierungen getestet. Die niedrigste wirksame Dosis war

20 mg, die höchste Dosis 120 mg, d.h. in Dosierungen von 20 mg bis 120 mg einmal täglich war

Cymbalta Placebo statistisch signifikant überlegen, wie anhand der Besserung des Gesamtscores der

Hamilton Anxiety Scale (HAM-A) und des Gesamtscores für funktionelle Beeinträchtigung der

Sheehan Disability Scale (SDS) gemessen wurde. Bezüglich Wirsamkeit zeigte sich in den Studien

zwischen den Dosierungen von 60 mg und 120 mg kein Unterschied.

Auch die Ansprech- und Remissionsraten waren unter Cymbalta höher als unter Placebo. Cymbalta

zeigte Wirksamkeitsergebnisse, die im Sinne der Besserungen des HAM-A-Gesamtscores mit

Venlafaxin vergleichbar sind.

In einer Langzeitstudie wurden die Patienten, die auf die sechsmonatige offene Akutbehandlung mit

Cymbalta ansprachen, für weitere sechs Monate randomisiert der Behandlung mit entweder

Cymbalta oder Placebo zugeteilt. Cymbalta 60 mg bis 120 mg einmal täglich war Placebo statistisch

signifikant überlegen (p<0.001), wie anhand der Zeit bis zur Verschlechterung (gemessen mit HAM-

A Skala) erfasst wurde. Während der sechsmonatigen, doppelblinden Follow-up-Periode belief sich

die Inzidenz einer Verschlechterung unter Cymbalta auf 14% und unter Placebo auf 42%.

Behandlung von durch eine diabetische Neuropathie verursachten Schmerzen

Es wird angenommen, dass die schmerzhemmende Wirkung von Duloxetin das Ergebnis der

Potenzierung absteigender inhibitorischer Schmerzbahnen innerhalb des zentralen Nervensystems ist.

Die Wirksamkeit von Duloxetin zur Behandlung der Schmerzen einer diabetischen Neuropathie

wurde in zwei randomisierten, 12-wöchigen, placebokontrollierten Doppelblindstudien mit fester

Dosis bei Erwachsenen (22 bis 88 Jahre) nachgewiesen, welche seit mindestens 6 Monaten eine

diabetische Neuropathie hatten. In Studie 1 wurden die Patienten randomisiert der Behandlung mit

Duloxetin 20 mg einmal täglich, Duloxetin 60 mg einmal täglich, Duloxetin 60 mg zweimal täglich

oder Placebo zugeteilt. In Studie 2 wurden die Patienten randomisiert der Behandlung mit Duloxetin

60 mg einmal täglich, Duloxetin 60 mg zweimal täglich oder Placebo zugeteilt. Bei den Patienten in

dieser Studie wurde die Behandlung nach 12 Wochen ausschleichend abgesetzt. Patienten, welche

die diagnostischen Kriterien für eine schwerere depressive Erkrankung erfüllten, wurden aus dieser

Studie ausgeschlossen. In beiden Studien war die primäre Ergebnismessung der wöchentliche

Mittelwert der durchschnittlichen Schmerzen pro 24 Stunden, der von den Patienten in einem

Tagebuch auf einer 11 Punkte umfassenden Likert-Skala notiert wurde.

In beiden Studien reduzierten sowohl Duloxetin 60 mg einmal täglich als auch 60 mg zweimal

täglich die Schmerzen signifikant im Vergleich zu Placebo. Die Besserung der Patienten ging

während der gesamten Studiendauer weiter und die Wirkung auf die Schmerzen war bereits bei der

ersten wöchentlichen Visite sichtbar. Die mittlere Verbesserung zwischen den zwei

Behandlungsarmen war nicht signifikant unterschiedlich. Im Vergleich zu ca. 26% der Patienten, die

das Placebo erhielten, teilten 50% der mit Duloxetin behandelten Patienten eine Verminderung der

Schmerzen um mindestens 50% mit.

In einer offenen, nicht-kontrollierten Langzeitstudie bei Patienten, die auf eine 8-wöchige

Akuttherapie mit Cymbalta 60 mg einmal täglich ansprachen, blieb die Schmerzreduktion über

weitere 6 Monate erhalten, gemessen anhand der Veränderung des mit dem Schmerzfragebogen

«Brief Pain Inventory» (BPI) erfassten durchschnittlichen Tagesschmerzes (über 24 Stunden).

Pharmakokinetik

Duloxetin wird als ein einzelnes Enantiomer verabreicht. Duloxetin wird extensiv durch oxidative

Enzyme (CYP1A2 und das polymorphe CYP2D6) metabolisiert und anschliessend konjugiert. Die

Pharmakokinetik von Duloxetin zeigt eine grosse interindividuelle Variabilität (im Allgemeinen 50-

60%), die zum Teil durch Geschlecht, Alter, Rauchgewohnheiten und den CYP2D6-

Metabolisierungsstatus bedingt ist.

Duloxetin wird nach oraler Gabe gut resorbiert, Cmax wird nach 6 Stunden erreicht. Die absolute

orale Bioverfügbarkeit von Duloxetin liegt zwischen 32% und 80% (im Mittel 50%; n= 8

Probanden). Nahrungsaufnahme verlängert die Zeit bis zum Erreichen der maximalen Konzentration

von 6 auf 10 Stunden und vermindert geringfügig das Ausmass der Resorption (etwa 11%). Diese

Veränderungen haben keine klinische Bedeutung.

Duloxetin wird beim Menschen zu >90% an Plasmaproteine gebunden. Duloxetin bindet sowohl an

Albumin als auch an saures alpha1-Glykoprotein. Die Proteinbindung wird durch eine Nieren- oder

Leberfunktionsstörung nicht beeinträchtigt.

Duloxetin wird extensiv metabolisiert und die Metaboliten werden hauptsächlich im Urin

ausgeschieden. Die Cytochrome P450-CYP2D6 und P450-CYP1A2 katalysieren die Bildung der

zwei Hauptmetaboliten, das heisst des Glucuronidkonjugats von 4-Hydroxyduloxetin und des

Sulfatkonjugats von 5-Hydroxy-6-methoxyduloxetin. In-vitro-Studien weisen darauf hin, dass die

zirkulierenden Metaboliten von Duloxetin als pharmakologisch inaktiv anzusehen sind. Die

Pharmakokinetik von Duloxetin bei Patienten mit geringem CYP2D6-Metabolismus ist nicht

spezifisch untersucht worden. Eine begrenzte Anzahl von Daten deutet darauf hin, dass die

Plasmaspiegel von Duloxetin bei diesen Patienten höher sind.

Die Eliminationshalbwertszeit von Duloxetin beträgt zwischen 8 und 17 Stunden (im Mittel 12

Stunden). Nach oraler Gabe beträgt die apparente Plasma-Clearance von Duloxetin zwischen 33 und

261 l/h (im Mittel 101 l/h).

Kinetik spezieller Patientengruppen

Geschlecht: Obwohl geringe pharmakodynamische Unterschiede zwischen Männern und Frauen

identifiziert worden sind (die Plasma-Clearance ist bei Frauen rund 50% geringer), ist die Grösse

dieses Unterschiedes nicht ausreichend, um eine Dosisanpassung aufgrund des Geschlechtes zu

rechtfertigen.

Alter: Pharmakokinetische Unterschiede wurden zwischen jüngeren und älteren Frauen (≥65 Jahre)

festgestellt (bei älteren Frauen ist die AUC ca. 25% grösser und die Halbwertszeit ca. 25% länger),

dennoch reicht das Ausmass dieser Veränderungen nicht aus, um eine Dosisanpassung zu

rechtfertigen.

Nierenfunktionseinschränkung: Dialysepflichtige Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz hatten

im Vergleich zu gesunden Probanden eine 2-fach höhere Cmax und AUC. Die pharmakokinetischen

Daten zu Duloxetin bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionseinschränkung

sind begrenzt. Schwere Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance <30 ml/Min.) bilden eine

Kontraindikation.

Leberfunktionseinschränkung: Eine mittelschwere Lebererkrankung (Child-Pugh Klasse B)

beeinflusste die Pharmakokinetik von Duloxetin. Im Vergleich zu gesunden Probanden waren bei

Patienten mit mittelschwerer Lebererkrankung die apparente Plasma-Clearance von Duloxetin 79%

geringer, die apparente terminale Halbwertszeit 2.3-mal länger und die AUC 3.7-mal höher. Die

Pharmakokinetik von Duloxetin und seinen Metaboliten ist bei Patienten mit leichter oder schwerer

Leberinsuffizienz nicht untersucht worden. Somit bilden Lebererkrankungen, die zu einer

Leberfunktionsstörung führen, eine Kontraindikation.

Präklinische Daten

Duloxetin zeigte in Standard-Testreihen keine genotoxische Wirkung und erwies sich bei Ratten als

nicht karzinogen. In der Karzinogenitätsstudie bei Ratten wurden in der Leber multinukleäre Zellen

ohne weitere histopathologische Veränderungen gefunden. Der zugrundeliegende Mechanismus und

die klinische Relevanz sind unbekannt.

Bei weiblichen Mäusen, die 2 Jahre lang Duloxetin erhielten, kam es nur unter der hohen Dosis (144

mg/kg/Tag) zu einer erhöhten Inzidenz hepatozellulärer Adenome und Karzinome, die jedoch als

Folge einer mikrosomalen Leberenzyminduktion angesehen wurden. Die Relevanz dieser bei

Mäusen erhobenen Daten für den Menschen ist unbekannt. Bei weiblichen Ratten, die Duloxetin vor

und während der Paarung und in der Frühphase der Trächtigkeit erhielten, wurden bei systemischen

Expositionsniveaus, die schätzungsweise höchstens der maximalen klinischen Exposition (AUC)

entsprachen, eine Verminderung des Nahrungskonsums und des Körpergewichts, eine

Unterbrechung des Estrogenzyklus, eine Abnahme der Zahl der Lebendgeburten und der

überlebenden Nachkommen sowie eine Wachstumsverzögerung der Jungen beobachtet.

In einer Embryotoxizitätsstudie an Kaninchen wurde eine höhere Inzidenz kardiovaskulärer und das

Skelett betreffender Missbildungen bei systemischen Expositionsniveaus beobachtet, die unter der

maximalen klinischen Exposition (AUC) lagen. In einer anderen Studie mit einer höheren Dosis

eines anderen Duloxetin-Salzes wurden keine Missbildungen festgestellt. In einer prä-/postnatalen

Toxizitätsstudie an Ratten induzierte Duloxetin bei systemischen Expositionsniveaus unterhalb der

maximalen klinischen Exposition (AUC) Verhaltensanomalien bei den Nachkommen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Kapseln im Blister in der Originalverpackung aufbewahren, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen.

Nicht über 30 °C lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

56983 (Swissmedic).

Packungen

Cymbalta 30 mg: Packung zu 28 Kapseln [B]

Cymbalta 60 mg: Packungen zu 14, 28 und 84 Kapseln [B]

Zulassungsinhaberin

Eli Lilly (Suisse) S.A., Vernier/Genève.

Stand der Information

Juni 2015.

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