Convulex 300 mg - Kapseln

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

20-01-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

20-01-2020

Wirkstoff:
VALPROINSÄURE
Verfügbar ab:
G.L. Pharma GmbH
ATC-Code:
N03AG01
INN (Internationale Bezeichnung):
VALPROIC ACID
Einheiten im Paket:
100 Stueck, Laufzeit: 60 Monate,60 Stueck, Laufzeit: 60 Monate
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
Therapiebereich:
Valproinsäure
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
16057
Berechtigungsdatum:
1977-05-18

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Convulex 300 mg-Kapseln

Wirkstoff: Valproinsäure

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine

schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Sie können dabei helfen,

indem Sie jede auftretende Nebenwirkung melden. Hinweise zur Meldung von

Nebenwirkungen siehe Ende Abschnitt 4.

WARNHINWEIS

Wird Convulex (Valproinsäure) während der Schwangerschaft eingenommen, kann es

beim ungeborenen Kind zu schwerwiegenden Schädigungen führen. Wenn Sie eine Frau

sind, die schwanger werden könnte, müssen Sie während der gesamten Behandlung mit

Convulex ohne Unterbrechung eine wirksame Methode zur Schwangerschaftsverhütung

(Kontrazeption) anwenden. Ihr Arzt wird dies mit Ihnen besprechen, Sie müssen aber

auch den in Abschnitt 2 dieser Packungsbeilage angegebenen Anweisungen folgen.

Sie müssen unverzüglich einen Termin mit Ihrem Arzt vereinbaren, wenn Sie

beabsichtigen, schwanger zu werden, oder vermuten, schwanger zu sein.

Sie dürfen die Einnahme von Convulex nur dann beenden, wenn Ihr Arzt Sie dazu

auffordert, da sich ansonsten Ihr Zustand verschlechtern kann.

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Convulex und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Convulex beachten?

Wie ist Convulex einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Convulex aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Convulex und wofür wird es angewendet?

Convulex ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Anfallsleiden (Antiepileptikum) und der

Manie.

Darüber hinaus besitzen Convulex-Kapseln eine vorbeugende Wirkung gegen Migräne.

Convulex-Kapseln werden angewendet zur Behandlung von:

Epilepsie

Zur Behandlung verschiedener Formen des Anfallsleidens (Epilepsie).

Manie,

bei der Sie sich sehr aufgeregt, freudig erregt, unruhig, enthusiastisch oder hyperaktiv

fühlen. Manie tritt im Rahmen einer Krankheit namens bipolare Störung auf. Convulex kann

dann verwendet werden, wenn Lithium nicht eingesetzt werden kann.

Migräne

Zur Vorbeugung von Migräneanfällen, wenn andere Mittel bei Migräne nicht ausreichend

wirken.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Convulex beachten?

Convulex darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Valproinsäure oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind;

wenn Sie eine bestehende Lebererkrankung (z.B. Hepatitis) haben;

wenn enge Verwandte an schweren Leberfunktionsstörungen leiden oder gelitten haben;

wenn Sie eine schwere Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse haben;

wenn Sie an hepatischer Porphyrie (einer seltenen Stoffwechselerkrankung) leiden;

wenn Sie Störungen des Harnstoffzyklus haben (Stoffwechselerkrankung);

wenn Sie einen genetischen Defekt haben, der eine mitochondriale Erkrankung

verursacht (z.B. Alpers-Huttenlocher-Syndrom).

Bipolare Störungen oder Vorbeugung von Migräneanfällen

Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie Convulex nicht zur Behandlung von bipolaren

Störungen oder zur Vorbeugung von Migräneanfällen anwenden.

Wenn Sie eine Frau sind, die schwanger werden könnte, dürfen Sie Convulex nicht zur

Behandlung von bipolaren Störungen oder zur Vorbeugung von Migräneanfällen

einnehmen, es sei denn, dass Sie während der gesamten Behandlung mit Convulex eine

wirksame Methode zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) anwenden. Sie

dürfen weder die Einnahme von Convulex noch Ihre Empfängnisverhütung beenden,

bevor Sie darüber mit Ihrem Arzt gesprochen haben. Ihr Arzt wird Sie weiter beraten

(siehe unter “Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit – Wichtige Hinweise

für Frauen“).

Epilepsie

Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie Convulex nicht zur Behandlung von Epilepsie

anwenden, es sei denn, es stehen keine anderen wirksamen Alternativen für Sie zur

Verfügung.

Wenn Sie eine Frau sind, die schwanger werden könnte, dürfen Sie Convulex nicht zur

Behandlung von Epilepsie einnehmen, es sei denn, dass Sie während der gesamten

Behandlung mit Convulex eine wirksame Methode zur Schwangerschaftsverhütung

(Kontrazeption) anwenden. Sie dürfen weder die Einnahme von Convulex noch Ihre

Empfängnisverhütung beenden, bevor Sie darüber mit Ihrem Arzt gesprochen haben. Ihr

Arzt wird Sie weiter beraten (siehe unter “Schwangerschaft, Stillzeit und

Fortpflanzungsfähigkeit – Wichtige Hinweise für Frauen“).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Convulex einnehmen.

Falls Sie operiert werden müssen, informieren Sie bitte den behandelnden Arzt vor dem

chirurgischen Eingriff, dass Sie Convulex einnehmen, da Valproinsäure die Blutungszeit

verlängern kann.

Wenn Sie an „systemischem Lupus erythematodes“ (einer seltenen Erkrankung des

Immunsystems) leiden, dürfen Sie Convulex-Kapseln nur nach Rücksprache mit dem

Arzt einnehmen.

wenn Ihnen bekannt ist, dass es in Ihrer Familie eine durch einen genetischen Defekt

verursachte mitochondriale Erkrankung gibt.

wenn Sie wissen, dass Sie einen Carnitin-Palmitoyl-Transferase (CPT-) II-Mangel haben,

da bei der Valproat-Therapie ein erhöhtes Risiko besteht, dass sich eine Rhabdomyolyse

entwickelt.

Was Sie vor der Behandlung mit Convulex noch wissen sollten:

In seltenen Fällen ist über schwere Schädigungen der Leber mit tödlichem Ausgang berichtet

worden. Am häufigsten betroffen sind Kinder unter 3 Jahren und solche, die an angeborenen

Stoffwechselerkrankungen oder schweren Anfallsformen leiden, besonders wenn zusätzlich

eine geistige Behinderung vorliegt. In der Mehrzahl der Fälle wurden Leberschäden

innerhalb der ersten 6 Monate der Behandlung beobachtet, insbesondere zwischen der 2.

und 12. Woche und zumeist bei der gleichzeitigen Anwendung anderer Antiepileptika.

Allgemeine Anzeichen einer schweren Lebererkrankung sind: Zunahme der

Anfallshäufigkeit, körperliches Unwohlsein, Schwächegefühl, Appetitverlust, Erbrechen,

Oberbauchbeschwerden, vermehrte Wasseransammlung im Gewebe, Teilnahmslosigkeit,

Benommenheit, Gelbsucht.

Ähnliche Beschwerden können auch bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse

auftreten.

Bei Auftreten derartiger Beschwerden suchen Sie bitte unverzüglich einen Arzt auf, der

gegebenenfalls Laboruntersuchungen anordnen wird.

Eine geringe Anzahl an Patienten, die mit Antiepileptika wie Convulex behandelt werden,

hatten Gedanken, sich das Leben zu nehmen oder sich selbst zu verletzen. Wenn Sie zu

irgendeinem Zeitpunkt derartige Gedanken haben, kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Arzt.

Über eine mögliche Gewichtszunahme während der Behandlung wurde berichtet. Sprechen

Sie gegebenenfalls mit Ihrem Arzt über geeignete Maßnahmen.

Wenn Sie längere Zeit gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln gegen Epilepsie (vor allem dem

Wirkstoff Phenytoin) behandelt werden, kann es zu einer Schädigung des Gehirns kommen.

Diese kann sich durch folgende Beschwerden äußern: vermehrte Krampfanfälle,

Antriebslosigkeit, körperliche Reglosigkeit, Muskelschwäche, Bewegungsstörungen. Auch

schwere Veränderungen bei der Hirnstrommessung (EEG) können auftreten.

Apathie, Schläfrigkeit, wiederholtes Erbrechen, starker Blutdruckabfall und vermehrte oder

wiederholte Anfälle können Anzeichen für zu hohe Ammoniakwerte im Blut sein. Ihr Arzt wird

Sie dazu auffordern, bei Bedarf die entsprechenden Labortests durchführen zu lassen.

Harntests zur Feststellung einer Zuckerkrankheit können durch Valproinsäure verfälscht

werden. Informieren Sie daher vor derartigen Tests den Arzt über die Behandlung mit

Convulex.

Valproat kann zu falschen Ergebnissen bei Schilddrüsenfunktionstests führen (nämlich dass

Sie eine Schilddrüsenunterfunktion haben, auch wenn dies nicht der Fall ist).

Bei Eintritt einer Schwangerschaft bzw. bei Kinderwunsch informieren Sie bitte unverzüglich

Ihren Arzt.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern und Jugendlichen (unter 18 Jahren) sollte Convulex nicht zur Behandlung der

Manie eingesetzt werden.

Einnahme von Convulex zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Arzneimittel und andere Mittel können sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen.

Valproinsäure verstärkt unter Umständen die Wirkung von:

bestimmten Arzneimitteln gegen Depressionen, bestimmten Beruhigungs- und Schlafmitteln

(Neuroleptika, Benzodiazepine wie etwa Diazepam, Lorazepam, Propofol), Alkohol, anderen

Arzneimitteln, die zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt werden (z.B. Phenobarbital,

Primidon, Phenytoin, Carbamazepin, Lamotrigin, Felbamat, Rufinamid), bestimmten

gerinnungshemmenden Arzneimitteln und von Zidovudin (Mittel zur Behandlung von HIV-

Infektionen).

Die gleichzeitige Anwendung von Valproinsäure mit Topiramat und Acetazolamid wurde mit

Enzephalopathie und / oder Hyperammonämie in Verbindung gebracht.

Die Wirkung der Acetylsalicylsäure (Wirkstoff gegen Schmerzen/Fieber oder bestimmte

Herzerkrankungen) kann durch Valproinsäure verstärkt werden. Aufgrund des Risikos einer

Leberschädigung wird die gleichzeitige Anwendung mit Convulex bei Kindern unter 12

Jahren nicht empfohlen.

Valproinsäure kann die Wirkung folgender Arzneimittel verringern:

Antipsychotika (z.B. Olanzapin)

Folgende Arzneimittel können die Wirkung von Valproinsäure verstärken:

Bestimmte Antiepileptika (Felbamat), Acetylsalicylsäure, bestimmte Antibiotika (z.B.

Erythromycin), Cimetidin (ein Mittel zur Behandlung von Magengeschwüren).

Folgende Arzneimittel können die Wirkung von Valproinsäure verringern:

Bestimmte Antiepileptika (z.B. Phenytoin, Phenobarbital, Primidon und Carbamazepin),

Mittel gegen Malaria (Mefloquin, Chloroquin), Antibiotika vom Carbapenem-Typ, Rifampicin

(ein Antibiotikum und Mittel gegen Tuberkulose) und Cholestyramin (ein Mittel gegen hohe

Blutfettwerte).

Informieren Sie Ihren Arzt insbesondere, wenn Sie Carbapeneme (Antibiotika, die zur

Behandlung von bakteriellen Infektionen eingesetzt werden) einnehmen: Die Kombination

von Valproinsäure und Carbapenemen soll vermieden werden, weil die Wirksamkeit der

Valproinsäure dadurch stark vermindert werden kann.

Die gleichzeitige Anwendung von Valproat mit Proteasehemmern wie Lopinavir und Ritonavir

(zur Behandlung von HIV-Infektionen) kann zu einer Erniedrigung der Valproinsäure-

Zwischenprodukte führen.

Sonstige Wechselwirkungen:

Durch die gleichzeitige Anwendung von Fluoxetin (Arzneimittel gegen Depressionen)

kann die Konzentration der Valproinsäure im Blut und damit die Wirkung erhöht, in

manchen Fällen auch vermindert werden.

Bei einer gemeinsamen Anwendung mit Topiramat oder Acetazolamid (Arzneimittel

gegen Epilepsie) wird der Arzt Ihre Behandlung streng überwachen, um etwaige

Anzeichen einer Gehirnerkrankung und/oder einer sogenannten „Hyperammonämie“

(Störung der Harnstoff- bzw. Aminosäurebildung) zu erkennen.

Eine

gemeinsame

Anwendung

Quetiapin

kann

Risiko

einer

genannten

„Neutropenie/Leukopenie“ erhöhen (Abnahme bestimmter Blutzellen).

Valproinsäure scheint die Wirkung empfängnisverhütender Hormonpräparate („Pille“) nicht

zu beeinflussen.

Einnahme von Convulex zusammen mit Alkohol

Valproinsäure kann die Wirkung von Alkohol verstärken. Daher ist Alkoholkonsum während

der Behandlung mit Valproat zu vermeiden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Schwangerschaft

Wichtige Hinweise für Frauen

Bipolare Störungen oder Vorbeugung von Migräneanfällen

Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie Convulex nicht zur Behandlung von bipolaren

Störungen oder zur Vorbeugung von Migräneanfällen anwenden.

Wenn Sie eine Frau sind, die schwanger werden könnte, dürfen Sie Convulex nicht zur

Behandlung von bipolaren Störungen oder zur Vorbeugung von Migräneanfällen

einnehmen, es sei denn, dass Sie während der gesamten Behandlung mit Convulex eine

wirksame Methode zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) anwenden. Sie

dürfen weder die Einnahme von Convulex noch Ihre Empfängnisverhütung beenden,

bevor Sie darüber mit Ihrem Arzt gesprochen haben. Ihr Arzt wird Sie weiter beraten.

Epilepsie

Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie Convulex nicht zur Behandlung von Epilepsie

anwenden, es sei denn, es stehen keine anderen wirksamen Alternativen für Sie zur

Verfügung.

Wenn Sie eine Frau sind, die schwanger werden könnte, dürfen Sie Convulex nicht zur

Behandlung von Epilepsie einnehmen, es sei denn, dass Sie während der gesamten

Behandlung mit Convulex eine wirksame Methode zur Schwangerschaftsverhütung

(Kontrazeption) anwenden. Sie dürfen weder die Einnahme von Convulex noch Ihre

Empfängnisverhütung beenden, bevor Sie darüber mit Ihrem Arzt gesprochen haben. Ihr

Arzt wird Sie weiter beraten.

Risiken von Valproinsäure bei Einnahme während der Schwangerschaft (unabhängig von

der Erkrankung, wegen der Valproinsäure angewendet wird)

Sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt, wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu

werden, oder wenn Sie schwanger sind.

Valproinsäure birgt ein Risiko, wenn es während der Schwangerschaft angewendet wird.

Je höher die Dosis, desto höher das Risiko, es sind jedoch alle Dosen risikobehaftet.

Das Arzneimittel kann schwerwiegende Geburtsfehler verursachen und die Entwicklung

des Kindes während des Wachstums beeinträchtigen. Zu den beobachteten

Geburtsfehlern zählen Spina bifida (bei der die Knochen der Wirbelsäule nicht normal

ausgebildet sind), Gesichts- und Schädeldeformationen, Missbildungen des Herzens, der

Nieren, der Harnwege, der Sexualorgane sowie Gliedmaßendefekte.

Wenn Sie Valproinsäure während der Schwangerschaft einnehmen, haben Sie ein

höheres Risiko als andere Frauen, ein Kind mit Geburtsfehlern zu bekommen, die eine

medizinische Behandlung erfordern. Da Valproinsäure seit vielen Jahren angewendet

wird, ist bekannt, dass bei Frauen, die Valproinsäure einnehmen, ungefähr 10 von 100

Neugeborenen mit Geburtsfehlern zur Welt kommen. Im Vergleich dazu sind es 2-3 von

100 Neugeborenen bei Frauen ohne Epilepsie.

Schätzungen zufolge kann es bei bis zu 30-40 % der Kinder im Vorschulalter, deren

Mütter während der Schwangerschaft Valproinsäure eingenommen haben, zu Problemen

in der frühkindlichen Entwicklung kommen. Die betroffenen Kinder lernen langsamer

laufen und sprechen, sind geistig weniger leistungsfähig als andere Kinder und haben

Sprach- und Gedächtnisprobleme.

Autistische Störungen werden häufiger bei Kindern diagnostiziert, die Valproinsäure

ausgesetzt waren, und es gibt einige Hinweise, dass bei diesen Kindern das Risiko für

die Entwicklung von Beschwerden einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

(ADHS) erhöht ist.

Bevor Ihr Arzt Ihnen dieses Arzneimittel verschreibt, wird er Ihnen erklären, was Ihrem

Baby zustoßen kann, wenn Sie unter Einnahme von Valproinsäure schwanger werden.

Wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, dass Sie ein Kind bekommen

möchten, dürfen Sie die Einnahme Ihres Arzneimittels oder Ihre Empfängnisverhütung

nicht beenden, bevor Sie darüber mit Ihrem Arzt gesprochen haben.

Wenn Sie ein Elternteil oder eine Betreuungsperson eines Mädchens sind, das mit

Valproinsäure behandelt wird, müssen Sie den Arzt informieren, sobald bei Ihrem Kind,

das Valproinsäure anwendet, die erste Regelblutung einsetzt.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Einnahme von Folsäure, wenn Sie versuchen,

schwanger zu werden. Folsäure kann das allgemeine Risiko für Spina bifida und eine

frühe Fehlgeburt verringern, das bei allen Schwangerschaften besteht. Es ist jedoch

unwahrscheinlich, dass sie das Risiko für Geburtsfehler senkt, das mit der Einnahme von

Valproinsäure verbunden ist.

Bitte wählen Sie von den nachfolgend aufgeführten Situationen diejenigen aus, die auf Sie

zutreffen, und lesen Sie den entsprechenden Text durch:

ICH BEGINNE MIT DER BEHANDLUNG MIT CONVULEX

ICH NEHME CONVULEX EIN UND BEABSICHTIGE NICHT, SCHWANGER ZU

WERDEN

ICH NEHME CONVULEX EIN UND BEABSICHTIGE, SCHWANGER ZU WERDEN

ICH BIN SCHWANGER UND NEHME CONVULEX EIN

ICH BEGINNE MIT DER BEHANDLUNG MIT CONVULEX

Wenn Ihnen Convulex zum ersten Mal verschrieben wurde, hat Ihnen Ihr Arzt die Risiken für

das ungeborene Kind erklärt, falls Sie schwanger werden. Sobald Sie alt genug sind, um

schwanger werden zu können, müssen Sie sicherstellen, dass Sie während der gesamten

Behandlung mit Convulex ohne Unterbrechung eine wirksame Methode zur

Empfängnisverhütung anwenden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder wenden Sie sich an eine

Beratungsstelle zur Familienplanung, falls Sie eine Beratung zur geeigneten

Verhütungsmethode benötigen.

Kernbotschaften:

Vor Beginn der Behandlung mit Convulex müssen Sie mit Hilfe eines

Schwangerschaftstests eine Schwangerschaft ausschließen, wobei Ihr Arzt dieses

Ergebnis bestätigen muss.

Während der gesamten Behandlung mit Convulex müssen Sie eine wirksame Methode

zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) anwenden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über geeignete Methoden zur Schwangerschaftsverhütung

(Kontrazeption). Ihr Arzt wird Ihnen Informationen zur Verhütung einer Schwangerschaft

geben und Sie eventuell weiter an einen Spezialisten zur diesbezüglichen Beratung

verweisen.

Sie müssen regelmäßig (mindestens einmal im Jahr) einen Spezialisten aufsuchen, der

auf die Behandlung von bipolaren Störungen, Epilepsie, oder Migräne spezialisiert ist.

Während dieses Besuchs wird Ihr Arzt sich davon überzeugen, dass Sie alle Risiken und

Ratschläge zur Anwendung von Valproinsäure während der Schwangerschaft kennen

und diese verstanden haben.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu werden.

Sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt, wenn Sie schwanger sind oder vermuten,

schwanger zu sein.

ICH NEHME CONVULEX EIN UND BEABSICHTIGE NICHT, SCHWANGER ZU WERDEN

Wenn Sie die Behandlung mit Convulex fortsetzen und nicht beabsichtigen, schwanger zu

werden, müssen Sie sicherstellen, dass Sie während der gesamten Behandlung mit

Convulex ohne Unterbrechung eine wirksame Methode zur Empfängnisverhütung

anwenden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder wenden Sie sich an eine Beratungsstelle zur

Familienplanung, falls Sie eine Beratung zur geeigneten Verhütungsmethode benötigen.

Kernbotschaften:

Während der gesamten Behandlung mit Convulex müssen Sie eine wirksame Methode

zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) anwenden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Maßnahmen zur Empfängnisverhütung

(Kontrazeption). Ihr Arzt wird Ihnen Informationen zur Verhütung einer Schwangerschaft

geben und Sie eventuell weiter an einen Spezialisten zur diesbezüglichen Beratung

verweisen.

Sie müssen regelmäßig (mindestens einmal im Jahr) einen Spezialisten aufsuchen, der

auf die Behandlung von bipolaren Störungen, Epilepsie, oder Migräne spezialisiert ist.

Während dieses Besuchs wird Ihr Arzt sich davon überzeugen, dass Sie alle Risiken und

Ratschläge zur Anwendung von Valproinsäure während der Schwangerschaft kennen

und diese verstanden haben.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu werden.

Sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt, wenn Sie schwanger sind oder vermuten,

schwanger zu sein.

ICH NEHME CONVULEX EIN UND BEABSICHTIGE, SCHWANGER ZU WERDEN

Wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu werden, müssen Sie zuerst einen Termin mit Ihrem

Arzt vereinbaren.

Sie dürfen weder die Einnahme von Convulex noch Ihre Empfängnisverhütung beenden,

bevor Sie darüber mit Ihrem Arzt gesprochen haben. Ihr Arzt wird Sie weiter beraten.

Bei Babys von Müttern, die mit Valproinsäure behandelt wurden, besteht ein

schwerwiegendes Risiko für Geburtsfehler und Entwicklungsprobleme, die zu

schwerwiegenden Behinderungen führen können. Ihr Arzt wird Sie an einen Spezialisten

überweisen, der auf die Behandlung von bipolaren Störungen, Epilepsie, oder Migräne

spezialisiert ist, damit dieser bereits frühzeitig alternative Behandlungsoptionen prüfen kann.

Ihr Spezialist kann einige Maßnahmen ergreifen, damit Ihre Schwangerschaft so reibungslos

wie möglich verläuft und die Risiken für Sie und Ihr ungeborenes Kind so weit wie möglich

gesenkt werden können.

Eventuell wird Ihr Spezialist, lange bevor Sie schwanger werden, die Dosis von Convulex

verändern oder Sie auf ein anderes Arzneimittel umstellen oder die Behandlung mit

Convulex beenden. Damit wird sichergestellt, dass Ihre Erkrankung stabil bleibt.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Einnahme von Folsäure, wenn Sie beabsichtigen,

schwanger zu werden. Folsäure kann das allgemeine Risiko für Spina bifida und eine frühe

Fehlgeburt verringern, das bei allen Schwangerschaften besteht. Es ist jedoch

unwahrscheinlich, dass sie das Risiko für Geburtsfehler senkt, das mit der Einnahme von

Valproinsäure verbunden ist.

Kernbotschaften:

Sie dürfen die Einnahme von Convulex nur dann beenden, wenn Ihr Arzt Sie dazu

auffordert.

Beenden Sie Ihre Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) nicht, bevor Sie mit Ihrem

Arzt gesprochen haben und gemeinsam einen Plan erarbeitet haben, um sicherzustellen,

dass Ihre Erkrankung gut eingestellt ist und die Risiken für Ihr Baby minimiert wurden.

Zuerst müssen Sie einen Termin mit Ihrem Arzt vereinbaren. Während dieses Besuchs

wird Ihr Arzt sich davon überzeugen, dass Sie alle Risiken und Ratschläge zur

Anwendung von Valproinsäure während der Schwangerschaft kennen und diese

verstanden haben.

Ihr Arzt wird, lange bevor Sie schwanger werden, versuchen, Sie auf ein anderes

Arzneimittel umzustellen, oder die Behandlung mit Convulex beenden.

Sie müssen unverzüglich einen Termin mit Ihrem Arzt vereinbaren, wenn Sie schwanger

sind oder vermuten, schwanger zu sein.

ICH BIN SCHWANGER UND NEHME CONVULEX EIN

Sie dürfen die Einnahme von Convulex nur dann beenden, wenn Ihr Arzt Sie dazu auffordert,

da sich ansonsten Ihr Zustand verschlechtern kann. Sie müssen unverzüglich einen Termin

mit Ihrem Arzt vereinbaren, wenn Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu sein. Ihr

Arzt wird Sie weiter beraten.

Bei Babys von Müttern, die mit Valproinsäure behandelt wurden, besteht ein

schwerwiegendes Risiko für Geburtsfehler und Entwicklungsprobleme, die zu

schwerwiegenden Behinderungen führen können.

Sie werden an einen Spezialisten überwiesen, der auf die Behandlung von bipolaren

Störungen, Epilepsie, oder Migräne spezialisiert ist, damit dieser alternative

Behandlungsoptionen prüfen kann.

Für den Ausnahmefall, dass Convulex während der Schwangerschaft die einzig geeignete

Behandlungsoption darstellt, werden sowohl die Behandlung Ihrer Grunderkrankung als auch

die Entwicklung Ihres ungeborenen Kindes sehr engmaschig überwacht. Sie und Ihr Partner

können hinsichtlich einer Schwangerschaft unter Valproinsäure beraten und unterstützt

werden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Einnahme von Folsäure. Folsäure kann das allgemeine

Risiko für Spina bifida und eine frühe Fehlgeburt verringern, das bei allen

Schwangerschaften besteht. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sie das Risiko für

Geburtsfehler senkt, das mit der Einnahme von Valproinsäure verbunden ist.

Kernbotschaften:

Sie müssen unverzüglich einen Termin mit Ihrem Arzt vereinbaren, wenn Sie schwanger

sind oder vermuten, schwanger zu sein.

Sie dürfen die Einnahme von Convulex nur dann beenden, wenn Ihr Arzt Sie dazu

auffordert.

Kümmern Sie sich darum, dass Sie an einen Spezialisten überwiesen werden, der auf

die Behandlung von Epilepsie, bipolaren Störungen, oder Migräne spezialisiert ist, damit

dieser die Notwendigkeit alternativer Behandlungsoptionen prüfen kann.

Sie müssen über die Risiken von Convulex während der Schwangerschaft ausführlich

aufgeklärt werden, einschließlich der fruchtschädigenden Wirkungen (Teratogenität) und

der Auswirkungen auf die Entwicklung bei Kindern.

Kümmern Sie sich darum, dass Sie zur pränatalen Überwachung an einen Spezialisten

überwiesen werden, damit möglicherweise auftretende Missbildungen erkannt werden

können.

Lesen Sie sich bitte unbedingt den Leitfaden für Patienten durch, den Sie von Ihrem

Arzt erhalten haben. Ihr Arzt wird mit Ihnen jährlich das auszufüllende Formular zur

Bestätigung der Risikoaufklärung besprechen und Sie bitten, es zu unterschreiben,

und es dann behalten. Von Ihrem Apotheker haben Sie zudem eine Patientenkarte

erhalten, die Sie an die Risiken bei Einnahme von Valproinsäure während der

Schwangerschaft erinnern soll.

Beim Neugeborenen wird der Arzt unter Umständen Kontrollen des Blutbildes (zur

Feststellung der Blutgerinnung) durchführen.

Stillzeit

Eine sehr geringe Menge Valproat gelangt in die Muttermilch. Ihr Arzt wird entscheiden, ob

das Stillen abgebrochen werden muss.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit

beeinträchtigen. Dies gilt besonders bei gleichzeitiger Behandlung mit anderen

anfallshemmenden Arzneimitteln oder bestimmten Beruhigungs- und Schlafmitteln.

Anfallsfreiheit über mehrere Monate ermöglicht die aktive Teilnahme am Straßenverkehr. Ihr

behandelnder Arzt wird Sie darüber informieren, ob Sie ein Fahrzeug lenken dürfen.

3. Wie ist Convulex einzunehmen?

Die Behandlung mit Convulex muss von einem Arzt eingeleitet und überwacht werden, der

auf die Behandlung von Epilepsie, bipolaren Störungen bzw. Migräne spezialisiert ist.

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen

Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Kapseln sind während oder nach den Mahlzeiten unzerkaut mit Flüssigkeit

einzunehmen.

Die Dosierung und die Behandlungsdauer legt Ihr Arzt individuell fest.

Für die individuelle Dosierung, z.B. für die Einstellung oder Anpassung der Dosis, stehen

auch andere Stärken bzw. Darreichungsformen von Convulex zur Verfügung.

Epilepsie:

Im Allgemeinen wird die Behandlung mit einer niedrigen Dosierung begonnen, die dann vom

Arzt schrittweise erhöht wird, bis die für Sie optimale Dosis erreicht ist.

Im Allgemeinen empfiehlt es sich, die Tagesdosis in mehreren Einzelgaben einzunehmen.

Bei alleiniger Therapie mit Valproinsäure kann der Arzt auch anordnen, die gesamte

Tagesdosis auf einmal am Abend einzunehmen.

Monotherapie (Behandlung der Epilepsie nur mit Valproinsäure)

Erwachsene

Bei Behandlungsbeginn werden 600 mg Valproinsäure pro Tag eingenommen (entspricht 2

Convulex 300 mg-Kapseln pro Tag). Danach erfolgt in 3- bis 7-tägigen Intervallen eine

schrittweise Dosiserhöhung um 5-10 mg Valproinsäure/kg Körpergewicht, bis Anfallsfreiheit

erreicht ist. Im Allgemeinen liegt die dafür erforderliche Dosierung bei ca. 1000 bis 2000 mg

Valproinsäure täglich (entspricht 3-7 Convulex 300 mg-Kapseln pro Tag). Kann damit keine

ausreichende Anfallskontrolle erzielt werden, wird Ihr Arzt eine weitere Dosiserhöhung auf

bis zu 2500 mg Valproinsäure pro Tag verordnen.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern beginnt die Behandlung mit täglich 10-20 mg Valproinsäure/kg Körpergewicht,

die schrittweise auf eine Erhaltungsdosis von täglich 20-30 mg Valproinsäure/kg

Körpergewicht gesteigert wird. In Einzelfällen kann Ihr Arzt auch Dosierungen über 40 mg

Valproinsäure/kg Körpergewicht pro Tag verordnen.

Bei Kindern, die Dosierungen von mehr als 40 mg Valproinsäure/kg/Tag benötigen, wird der

Arzt regelmäßige Laborkontrollen verordnen.

Für Kinder unter 20 kg Körpergewicht stehen bei Bedarf auch andere Convulex-Präparate

(z.B. Lösung zum Einnehmen oder Sirup) zur Verfügung.

Die folgende Tabelle bietet ungefähre Richtwerte für die Dosierung:

Alter

Körpergewicht

Durchschnittliche

Dosis

3 - 6 Monate

ca. 5,5 - 7,5 kg

150 mg pro Tag

6 - 12 Monate

ca. 7,5 - 10 kg

150 - 300 mg pro Tag

1 - 3 Jahre

ca. 10 - 15 kg

300 - 450 mg pro Tag

3 - 6 Jahre

ca. 15 - 20 kg

450 - 600 mg pro Tag

7 - 11 Jahre

ca. 20 - 40 kg

600 - 1200 mg pro Tag

12 - 17 Jahre

ca. 40 - 60 kg

1000 - 1500 mg pro Tag

Erwachsene (einschließlich

ältere Patienten)

ab ca. 60 kg

1200 - 2100 mg pro Tag

Bei Patienten mit gestörter Nieren- und/oder Leberfunktion wird der Arzt gegebenenfalls eine

niedrigere Dosierung verordnen.

Kombinationsbehandlung

Wenn Sie bereits mit anderen Arzneimitteln gegen Epilepsie behandelt werden und

zusätzlich eine Therapie mit Convulex begonnen wird, halten Sie sich unbedingt genau an

die Anweisungen Ihres Arztes.

Manie:

Die tägliche Dosis wird individuell von Ihrem Arzt festgelegt und kontrolliert.

Anfangsdosis

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 750 mg.

Durchschnittliche Tagesdosis

Die empfohlene tägliche Dosis beträgt üblicherweise zwischen 1000 mg und 2000 mg.

Migräne: (nur für Erwachsene)

Beginnend mit 300 mg pro Tag (1 Convulex 300 mg-Kapsel) wird nach Anweisung des

Arztes die Tagesdosis langsam erhöht. Bei den meisten Patienten liegt die benötigte Dosis

bei 600 bis 900 mg pro Tag (2-3 Convulex 300 mg-Kapseln).

Wenn Sie eine größere Menge von Convulex eingenommen haben als Sie sollten

Bei akuter Überdosierung kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, unter Umständen

auch zu schweren Nebenwirkungen im Bereich des Zentralnervensystems und zu

Atembeschwerden kommen. In Fällen schwerer Nebenwirkungen ist sofortige ärztliche Hilfe

erforderlich.

Für Ärzte: Informationen zur Behandlung einer Überdosierung finden Sie am Ende dieser

Packungsbeilage.

Wenn Sie die Einnahme von Convulex vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen

haben, sondern setzen Sie die Behandlung wie gewohnt fort.

Wenn Sie die Einnahme von Convulex abbrechen

Plötzliches Absetzen von Convulex kann zu vermehrten Anfällen führen. Die Behandlung mit

diesem Arzneimittel darf daher ohne ärztliche Anweisung nicht abgebrochen werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Folgende Nebenwirkungen wurden berichtet:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

­

Zittern

­

Übelkeit

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

­

starke Verminderung der Blutplättchen, wodurch ein erhöhtes Risiko einer Blutung und

Neigung zu Blutergüssen besteht (Thrombozytopenie)

­

verminderte Anzahl roter Blutkörperchen, kann zu Blässe, Schwäche und Kurzatmigkeit

führen (Anämie)

­

gesteigerter Appetit

­

Gewichtszunahme

­

niedriger

Gehalt

Natrium

Blut

(Hyponatriämie;

-kann

Kopfschmerzen,

Übelkeit, Müdigkeit, Verwirrtheit, Veränderung der Persönlichkeit und Krampfanfällen

führen) Reizbarkeit

­

Halluzinationen

­

Verwirrtheit

­

Aggression

­

Erregung

­

Aufmerksamkeitsstörungen

­

Bewegungsstörungen aufgrund einer gestörten Regulation der Muskelkoordination im

Gehirn (sogenannte extrapyramidale Störungen; Stupor)

­

Schwindel

­

Bewusstseinsstörung mit abnormer Schläfrigkeit

­

Gedächtnisschwäche

­

Krämpfe

­

Kopfschmerzen

­

Zucken der Augen (Nystagmus)

­

teilweise reversibler Tinnitus und teilweise reversible Hörstörung

­

Blutungen

­

Erbrechen,

Durchfall,

Appetitlosigkeit,

oder

Verstopfung

können

Beginn

Behandlung auftreten

­

Zahnfleischerkrankungen, speziell Zahnfleischwucherungen

­

Oberbauchbeschwerden

­

Überempfindlichkeitsreaktionen

­

Nagel- und Nagelbetterkrankungen

­

vorübergehender Haarausfall

­

schmerzhafte Regelblutungen

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

­

stark verringerte Zahl der weißen Blutzellen (Leukopenie)

­

stark verringerte Zahl aller Blutzellen, die zu Schwäche, erhöhter Anfälligkeit für

Infektionen und vermehrten Blutergüssen führt (Pancytopenie)

­

vermehrte Bildung von "antidiuretischem" Hormon (was zu vermehrter Ansammlung

Flüssigkeit

Gewebe

führt)

(Syndrom

inadäquaten

antidiuretischen

Hormonsekretion (SIADH))

­

übermäßige Androgenspiegel im weiblichen Körper (Hyperandrogenämie)

­

Akne und übermäßiges Wachstum von Gesichts- oder Körperhaaren

­

Haarabnormalitäten (z. B. veränderte Haarstruktur, Änderung der Haarfarbe, abnormer

Haarwuchs)

­

Bewusstlosigkeit (z.B. bei anfänglicher Überdosierung)

­

unwillkürliches

Anspannen

Zusammenziehen

bestimmter

Muskeln

(führt

Problemen beim Gehen und Sprechen)

­

reversibler Parkinsonismus (Zittern, Steifheit und Probleme beim Gehen)

­

Missempfindung (Kribbeln oder „Taubheit“) der Haut

­

Beeinträchtigte Gehirnfunktion (Enzephalopathie)

­

Lethargie (gelegentlich gefolgt von gestörtem Bewusstsein und manchmal verbunden

mit Halluzinationen oder Krämpfen)

­

verstärkte Krämpfe

­

Entzündung der Blutgefäße (Vaskulitis)

­

übermäßige Flüssigkeitsansammlung im Brustkorb zwischen der Lunge und den

Rippen (Pleuraerguss)

­

erhöhte Speichelbildung

­

Entzündung der Bauchspeicheldrüse, welche zu starken Schmerzen im Oberbauch,

Übelkeit und Erbrechen führt

­

Leberfunktionsstörungen

­

allergische,

schmerzhafte

Schwellung

Haut

Schleimhaut

v.a.

Gesichtsbereich

­

Ausschlag

­

Knochenerkrankungen, einschließlich Osteopenie und Osteoporose (Ausdünnung des

Knochens) und Frakturen. Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie

langfristig

antiepileptische

Arzneimittel

einnehmen,

Osteoporose

leiden

oder

Steroide einnehmen.

­

Nierenerkrankungen (Niereninsuffizienz)

­

Ausbleiben der Monatsblutung

­

Niedrige Körpertemperatur

­

Flüssigkeitsansammlung im Gewebe (periphere Ödeme)

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

­

verminderte

Produktion

Blutzellen

durch

Knochenmark

(einschließlich

Erythrozytenaplasie,

Agranulozytose,

makrozytäre

Anämie,

Makrozytose,

myelodysplastisches Syndrom)

­

allergische

Reaktionen

(von

Hautausschlag

anderen

Überempfindlichkeitsreaktionen)

­

ungewöhnlich niedriger Spiegel des Schilddrüsenhormons

­

Erhöhung des Testosteronspiegels

­

Erbrechen, gestörte Bewegungskoordination und fortschreitende Bewußtseinsbildung

können

Anzeichen

für

erhöhte

Ammoniakwerte

Blut

sein.

Wenn

solche

Beschwerden auftreten, konsultieren Sie sofort einen Arzt.

­

Fettleibigkeit

­

Hyperaktivität

­

abnormales Verhalten

­

Lernschwäche

­

Chronisch beeinträchtigte Gehirnfunktion (chronische Enzephalopathie)

­

reversible Demenz

­

Verlust von Neuronen und der Verbindungen zwischen ihnen

­

kognitive Beeinträchtigung

­

Doppeltsehen

­

schwere

Hauterkrankung

Störung

Allgemeinbefindens,

Fieber

schmerzhafter

Blasenbildung

besonders

Mund-,

Augen

Genitalbereich

(Stevens-Johnson Syndrom)

­

schwere Erkrankung der Haut mit Rötung, ausgedehnter Blasenbildung und Ablösung

der Haut und auch Schleimhaut (toxische epidermale Nekrolyse)

­

schwere Reaktionen der Haut und des Darms, die Hautausschlag, Hautverlust oder Tod

des Gewebes einschließen können (Erythema multiforme)

­

seltene Arzneimittelreaktion mit Fieber, Hautausschlag, Anstieg der Leberwerte mit

unterschiedlich schwerem Verlauf bis zur Letalität (Drug Rash with Eosinophilia and

Systemic Symptoms - DRESS syndrome)

­

Autoimmunreaktion, die zu entzündlichen Veränderungen in allen Organen führen kann,

häufig

sind

Gelenksschmerzen,

Hautveränderungen

Nierenprobleme

(systemischer Lupus erythematosus)

­

Abbau geschädigter Skelettmuskulatur (Rhabdomyolyse)

­

Bettnässen

­

Entzündung der Räume zwischen den Nierentubuli (tubulo-interstitielle Nephritis)

­

reversibles Versagen der Tubuli in der Niere, kleine Moleküle zu reabsorbieren

(Fanconi-Syndrom)

­

männliche Unfruchtbarkeit

­

Veränderungen an den Eierstöcken und Menstruationsunregelmäßigkeiten bei Frauen

(polyzystisches Ovarialsyndrom)

­

verminderte Blutgerinnung

­

abnorme Gerinnungstests

­

Biotinmangel / Biotinidase-Mangel (eine seltene Ernährungsstörung)

­

Porphyrie (eine seltene Stoffwechselerkrankung)

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

­

verstärktes Brustwachstum bei Männern

­

vorübergehende Beeinträchtigung der Hirnfunktion oder Bewusstseinsverlust; Wenn

Sie eines dieser oder ähnliche Symptome bemerken, wenden Sie sich so schnell wie

möglich an einen Arzt.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

­

Depressionen

­

erhöhte Wachsamkeit

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie dazu neigen zu bluten, oder ungewöhnlich häufig

Blutergüsse auftreten.

Zu Beginn der Behandlung kann es zu einer vorübergehenden Erhöhung der Leberwerte

kommen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem (Details siehe

unten) anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass

mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

5. Wie ist Convulex aufzubewahren?

Nicht über 25°C lagern. Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „verw. bis“ angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Convulex 300 mg-Kapseln enthalten

Der Wirkstoff ist: Valproinsäure. 1 Kapsel enthält 300 mg Valproinsäure.

Die sonstigen Bestandteile sind: Kapselhülle: Karion 83, Glycerin 85%, Gelatine,

Titandioxid (E 171), rotes Eisenoxid (E 172), Salzsäure; Überzug: Methacrylsäure-

ethylacrylat Copolymer (1:1)-Dispersion 30%, Triethylcitrat, Macrogol 6000,

Glycerolmonostearat 45-55 Typ II

Wie Convulex aussieht und Inhalt der Packung

Magensaftresistente Weichkapsel.

Altrosafarbene, ovale Gelatinekapseln mit magensaftresistentem Überzug.

Packungsgröße: 60 und 100 Stück

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach

Z.Nr.: 16.057

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Jänner 2020.

Weitere Informationsquellen

Detaillierte und aktualisierte Informationen zu diesem Produkt erhalten Sie, indem Sie den in

dieser Packungsbeilage enthaltenen QR-Code mit einem Smartphone scannen.

Dieselben Informationen sind auch unter der folgenden URL verfügbar: https://valproate-

information.at

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Symptome

Symptomen

einer

massiven

Überdosierung

gehören

Regel

Koma,

Muskelschwäche,

Hyporeflexie

Areflexie,

Miosis,

eingeschränkte

Atemfunktion,

metabolische Azidose, Hypotonie und Kreislaufkollaps / Schock. Die Symptome können

jedoch

erheblich

variieren.

Sehr

hohe

Plasmaspiegel

Valproinsäure

führen

neurologischen Störungen, z.B. erhöhtes Risiko für Krampfanfälle. Hirnödem und intrakranielle

Hypertension wurden berichtet. Einzelne Fälle von massiver Überdosierung mit tödlichem

Ausgang sind veröffentlicht.

Maßnahmen

Kein spezifisches Antidot ist bekannt.

Die Behandlung einer Überdosierung sollte symptomatisch sein, einschließlich Aktivitäten zur

Eliminierung des Wirkstoffs und Unterstützung von Vitalfunktionen: induziertes Erbrechen,

Magenspülung (bis zu 10 bis 12 Stunden nach Einnahme) mit Aspirationsschutz und

Überwachung im Rahmen der Intensivmedizin, assistierte Beatmung wenn notwendig.

Hämodialyse, Hämoperfusion und forcierte Diurese wurden erfolgreich eingesetzt, jedoch wird

nur der freie Anteil an Valproinsäure (ca. 10%) eliminiert. Peritonealdialyse zeigt wenig

Wirkung. Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen hinsichtlich der Wirkung von Kohle-

Hämoperfusion,

totalem

Plasma-Ersatz

Plasma-Transfusion

vor.

Daher

wird

eine

intensive internistische Behandlung ohne besondere Entgiftungsart empfohlen, insbesondere

bei Kindern, jedoch mit einer Überwachung des Wirkstoffspiegels.

Intravenöses Naloxon wurde auch manchmal in Verbindung mit oral verabreichter Aktivkohle

verwendet, um den Bewusstseinszustand des Patienten zu verbessern.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

Dieses

Arzneimittel

unterliegt

einer

zusätzlichen

Überwachung.

Dies

ermöglicht

eine

schnelle

Identifizierung

neuer

Erkenntnisse

über

Sicherheit.

Angehörige

Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden.

Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen siehe Abschnitt 4.8.

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Convulex 300 mg-Kapseln

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Kapsel enthält 300 mg Valproinsäure.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Magensaftresistente Weichkapsel.

Altrosafarbene, ovale Gelatinekapseln mit magensaftresistentem Überzug.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Epilepsien

Zur Behandlung primär generalisierter, sekundär generalisierter und partieller epileptischer

Anfallsformen.

Bipolare Störungen

Zur Behandlung manischer Episoden bei einer bipolaren Störung, wenn Lithium kontraindiziert

ist oder nicht vertragen wird. Eine weiterführende Behandlung nach einer manischen Episode

kann bei solchen Patienten erwogen werden, die auf eine Valproat-Therapie bei akuter Manie

angesprochen haben.

Migräne

Prophylaxe

Migräneanfällen,

wenn

andere

Arzneimittel

gegen

Migräne

nicht

ausreichend wirksam sind.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Für die individuelle Dosierung stehen verschiedene Stärken bzw. Darreichungsformen von

Convulex zur Verfügung.

Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter

Die Behandlung mit Valproat muss von einem in der Therapie von Epilepsie, bipolaren

Störungen, oder Migräne erfahrenen Spezialisten eingeleitet und überwacht werden. Valproat

darf nur dann bei Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter angewendet werden, wenn

andere Behandlungen nicht wirksam sind oder nicht vertragen werden (siehe Abschnitte 4.4

und 4.6) und das Nutzen Risiko Verhältnis muss in regelmäßigen Abständen reevaluiert

werden.

Valproat

wird

entsprechend

Valproat-Schwangerschaftsverhütungsprogramm

verschrieben und abgegeben (Abschnitte 4.3 und 4.4).

Epilepsien

Valproat

soll

vorzugsweise

Monotherapie

niedrigsten

wirksamen

Dosis

verschrieben

werden,

wenn

möglich

Retardformulierung.

tägliche

Dosis

wird

mindestens zwei Einzeldosen aufgeteilt (siehe Abschnitt 4.6).

Bei Monotherapie mit Valproinsäure kann die gesamte Tagesdosis auch in einer einmaligen

abendlichen Gabe eingenommen werden (bis zu einer Dosis von 15 mg/kg/Tag).

Die Tagesdosis richtet sich nach Alter und Körpergewicht. Die optimale Dosierung soll vor allem

anhand der Anfallskontrolle bestimmt werden; Routinemessungen der Plasmaspiegel sind im

Normalfall nicht erforderlich. Wenn jedoch keine ausreichende Anfallskontrolle erzielt werden

kann

oder

Verdacht

Nebenwirkungen

besteht,

kann

Messung

Plasmakonzentrationen hilfreich sein (siehe Abschnitt 5.2).

Monotherapie

Erwachsene

Initial werden 600 mg (5 - 10 mg/kg Körpergewicht) täglich verabreicht, dann schrittweise

Dosiserhöhung um 5 - 10 mg/kg in 3- bis 7-tägigen Intervallen, bis Anfallsfreiheit erreicht ist. Im

Allgemeinen liegt die dafür erforderliche Dosierung im Bereich von 1000 - 2000 mg (20 - 30

mg/kg Körpergewicht) täglich. Kann damit keine ausreichende Anfallskontrolle erzielt werden,

ist eine weitere Erhöhung der Dosis auf bis zu 2500 mg pro Tag möglich.

Kinder und Jugendliche

Initial

werden

mg/kg

Körpergewicht

täglich

verabreicht,

dann

schrittweise

Dosiserhöhung um 5 - 10 mg/kg in 3- bis 7-tägigen Intervallen, bis Anfallsfreiheit erreicht ist. Im

Allgemeinen liegt die dafür erforderliche Dosierung im Bereich von 20 - 30 mg pro kg

Körpergewicht

täglich

(siehe

auch

Dosiertabelle

Orientierung).

Kann

damit

keine

ausreichende Anfallskontrolle erzielt werden, ist eine weitere Dosissteigerung auf 35 mg/kg

Körpergewicht pro Tag möglich. In Einzelfällen können auch Dosierungen über 40 mg/kg/Tag

erforderlich sein.

Bei Kindern, die Dosierungen von mehr als 40 mg/kg/Tag benötigen, sind klinisch-chemische

und hämatologische Parameter regelmäßig zu kontrollieren.

Kinder ab 20 kg Körpergewicht

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt im Allgemeinen 300 mg pro Tag.

Für Kinder stehen wegen der erforderlichen Dosistitration auch flüssige Darreichungsformen

von Convulex zur Verfügung.

Ältere Patienten

Die Pharmakokinetik von Valproat kann bei älteren Patienten verändert sein. Die Dosierung soll

sich nach der Anfallskontrolle richten. (Siehe auch Abschnitt 5.2.)

Folgende Tagesdosen werden für Valproat empfohlen

(Tabelle zur Orientierung):

Alter

Körpergewicht

(kg)

Durchschnittliche Dosierung

(mg/Tag)

3 - 6 Monate

5,5 - 7,5

6 - 12 Monate

7,5 - 10

150 - 300

1 - 3 Jahre

10 - 15

300 - 450

3 - 6 Jahre

15 - 20

450 - 600

7 - 11 Jahre

20 - 40

600 - 1200

12 - 17 Jahre

40 - 60

1000 - 1500

Erwachsene

(einschließlich ältere

Patienten)

1200 - 2100

Patienten mit Niereninsuffizienz und/oder Leberfunktionsstörungen

Eine Dosissenkung kann erforderlich sein. Die Dosisanpassung soll sich bei diesen Patienten

am klinischen Bild orientieren, da die Plasmaspiegel falsch interpretiert werden könnten (siehe

auch Abschnitt 5.2).

Kombinationstherapie

Wird bei Patienten, die bereits mit anderen Antiepileptika behandelt werden, eine Therapie mit

Convulex begonnen, muss die Dosierung der bestehenden Medikation langsam verringert

werden. Die Therapie mit Convulex hat einschleichend zu erfolgen, wobei die Zieldosis nach

etwa 2 Wochen erreicht werden soll. Wenn Convulex in Kombination mit Antiepileptika

angewendet wird, die eine Induktion der Aktivität von Leberenzymen bewirken, wie z.B.

Phenytoin, Phenobarbital oder Carbamazepin, kann eine Dosiserhöhung um 5 - 10 mg/kg/Tag

erforderlich sein (siehe Abschnitt 4.5).

Nach Absetzen bekannter Leberenzyminduktoren kann unter Umständen auch mit einer ver-

ringerten Dosierung von Convulex eine ausreichende Anfallskontrolle aufrechterhalten werden.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Barbituraten ist vor allem bei Anzeichen von Sedierung

(besonders bei Kindern) deren Dosis zu reduzieren.

Dauer der Epilepsie-Therapie

Die Epilepsie-Behandlung ist immer eine Langzeittherapie.

Über die Dosiseinstellung, die Behandlungsdauer und das Absetzen von Convulex soll ein

Facharzt (Neurologe/Neuropädiater) aufgrund der individuellen Situation entscheiden. Im

Regelfall ist eine Verringerung der Dosis oder ein Absetzen des Arzneimittels frühestens nach

2- bis 3-jähriger Anfallsfreiheit in Erwägung zu ziehen. Das Absetzen muss schrittweise über

einen Zeitraum von einem bis zwei Jahren erfolgen. Kinder kann man aus der Dosierung pro

Körpergewicht

„herauswachsen“

lassen,

statt

ihre

Dosis

Alter

entsprechend

anzupassen; der EEG-Befund darf sich dabei jedoch nicht verschlechtern.

Erfahrungen mit der Langzeitanwendung von Valproat liegen nur in begrenztem Umfang vor,

dies gilt besonders für Kinder unter 6 Jahren.

Manische Episoden bei bipolaren Störungen

Erwachsene

Die tägliche Dosis wird individuell vom behandelnden Arzt festgelegt und kontrolliert.

Die initial empfohlene tägliche Dosis beträgt 750 mg. Zudem zeigte in klinischen Studien eine

Anfangsdosis von 20 mg Valproat/kg Körpergewicht ebenfalls ein akzeptables Sicherheitsprofil.

Die Tagesdosis wird auf mehrere Gaben verteilt. Die Dosis soll so schnell wie möglich gesteigert

werden, um die niedrigste therapeutische Dosis zu erreichen, die den gewünschten klinischen

Effekt erzielt. Die tägliche Dosis soll an das klinische Ansprechen angepasst werden, um die

niedrigste wirksame Dosis für den Patienten individuell zu ermitteln.

Die durchschnittliche tägliche Dosis beträgt üblicherweise zwischen 1000 und 2000 mg

Valproat. Patienten, die tägliche Dosierungen über 45 mg/kg Körpergewicht/Tag erhalten,

sollen sorgfältig überwacht werden.

Die weiterführende Behandlung einer manischen Episode bei einer bipolaren Störung soll unter

Verwendung der niedrigsten effektiven Dosis individuell angepasst werden.

Kinder und Jugendliche

Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Valproat bei der Behandlung einer manischen

Episode bei einer bipolaren Störung wurden bei Patienten unter 18 Jahren nicht untersucht.

Die Dauer der Behandlung wird vom behandelnden Arzt festgelegt.

Migräne (nur für Erwachsene)

Beginnend mit 300 mg/Tag wird die auf mehrere Gaben verteilte Tagesdosis langsam erhöht,

bis der gewünschte Therapieerfolg eintritt oder Nebenwirkungen auftreten. Bei den meisten

Patienten liegt die benötigte Dosis bei 600 bis 900 mg/Tag.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die Kapseln sind während oder nach den Mahlzeiten unzerkaut mit Flüssigkeit einzunehmen.

4.3

Gegenanzeigen

Convulex ist in folgenden Fällen kontraindiziert:

bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile

bei bestehenden Lebererkrankungen (akute Hepatitis, chronische Hepatitis)

bei schweren Leberfunktionsstörungen in der Familienanamnese, besonders wenn sie auf

Arzneimittel zurückzuführen sind

bei manifester schwerer Pankreasfunktionsstörung

bei hepatischer Porphyrie

bei Patienten mit bekannten Harnstoffzyklusstörungen (siehe Abschnitt 4.4)

bei Patienten, die unter mitochondrialen Erkrankungen leiden, die durch Mutationen eines

Kerngens

verursacht

sind,

welches

mitochondriale

Enzym

Polymerase

Gamma

(POLG) kodiert, wie beispielsweise das Alpers-Huttenlocher-Syndrom, sowie bei Kindern

im Alter unter zwei Jahren, bei denen der Verdacht auf eine POLG-verwandte Erkrankung

besteht (siehe Abschnitt 4.4).

Behandlung von Epilepsie

während der Schwangerschaft, es sei denn, es stehen keine geeigneten alternativen

Behandlungen zur Verfügung (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).

bei Frauen im gebärfähigen Alter, es sei denn, die Bedingungen des

Schwangerschaftsverhütungsprogramms werden eingehalten (siehe Abschnitte 4.4 und

4.6).

Behandlung von bipolaren Störungen oder Prophylaxe von Migräneanfällen

während der Schwangerschaft (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).

bei Frauen im gebärfähigen Alter, es sei denn, die Bedingungen des

Schwangerschaftsverhütungsprogramms werden eingehalten (siehe Abschnitte 4.4 und

4.6).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Schwangerschaftsverhütungsprogramm

Valproat hat ein hohes teratogenes Potenzial, und bei Kindern, die im Mutterleib Valproat

ausgesetzt sind, besteht ein hohes Risiko für angeborene Missbildungen und neurologische

Entwicklungsstörungen (siehe Abschnitt 4.6).

Convulex ist in folgenden Fällen kontraindiziert:

Behandlung von Epilepsie

während der Schwangerschaft, es sei denn, es stehen keine geeigneten alternativen

Behandlungen zur Verfügung (siehe Abschnitte 4.3 und 4.6).

Frauen

gebärfähigen

Alter,

denn,

Bedingungen

Schwangerschaftsverhütungsprogramms werden eingehalten (siehe Abschnitte 4.3

und 4.6).

Behandlung von bipolaren Störungen oder Prophylaxe von Migräneanfällen

während der Schwangerschaft (siehe Abschnitte 4.3 und 4.6).

Frauen

gebärfähigen

Alter,

denn,

Bedingungen

Schwangerschaftsverhütungsprogramms werden eingehalten (siehe Abschnitte 4.3

und 4.6).

Bedingungen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms:

Der verordnende Arzt muss sicherstellen,

dass die jeweils individuellen Umstände der Patientin berücksichtigt werden,

wobei

diesen

Prozess

einzubinden

ist,

ihre

Mitwirkung

sicherzustellen,

dass

Therapieoptionen

besprochen

werden

gewährleistet ist, dass sie sich der Risiken bewusst ist und die Maßnahmen

verstanden hat, die zur Minimierung der Risiken erforderlich sind.

dass die Gebärfähigkeit aller Patientinnen beurteilt wird.

dass die Patientin die Risiken hinsichtlich angeborener Missbildungen und

neurologischer

Entwicklungsstörungen

verstanden

bestätigt

hat,

einschließlich des Ausmaßes dieser Risiken für Kinder, die im Mutterleib Valproat

ausgesetzt sind.

dass die Patientin die Notwendigkeit versteht, sich vor Beginn und (soweit

erforderlich) während der Behandlung Schwangerschaftstests zu unterziehen.

dass die Patientin bezüglich Empfängnisverhütung beraten wird und dass die

Patientin in der Lage ist, während der gesamten Dauer der Behandlung mit

Valproat

ununterbrochen

zuverlässige

Verhütungsmethoden

anzuwenden

(weitere Informationen sind im Unterabschnitt „Empfängnisverhütung“ in diesem

eingerahmten Warnhinweis zu finden).

dass die Patientin die Notwendigkeit einer regelmäßigen (mindestens jährlichen)

Überprüfung der Behandlung versteht, die von einem in der Behandlung von

Epilepsie,

bipolaren

Störungen,

oder

Migräne

erfahrenen

Spezialisten

durchzuführen ist.

dass die Patientin die Notwendigkeit versteht, ihren Arzt aufzusuchen, sobald sie

eine

Schwangerschaft

plant,

sicherzustellen,

dass

eine

rechtzeitige

Diskussion und Umstellung auf alternative Behandlungsoptionen, noch vor der

Empfängnis und vor Beendigung der Empfängnisverhütung, möglich sind.

dass die Patientin die Notwendigkeit versteht, im Falle einer Schwangerschaft

unverzüglich ihren Arzt aufzusuchen.

dass die Patientin den Leitfaden für Patienten erhalten hat.

dass

Patientin

bestätigt,

dass

Gefahren

erforderlichen

Vorsichtsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Anwendung von Valproat

verstanden

(jährlich

auszufüllendes

Formular

Bestätigung

Risikoaufklärung).

Diese Bedingungen treffen auch auf Frauen zu, die zurzeit nicht sexuell aktiv sind, es sei

denn, dem verordnenden Arzt liegen triftige Gründe vor, die eine mögliche Schwangerschaft

ausschließen.

Mädchen

Der verordnende Arzt muss sicherstellen, dass die Eltern/Betreuer von Mädchen

die Notwendigkeit verstehen, den Spezialisten zu informieren, sobald beim

Mädchen, das Valproat anwendet, die erste Regelblutung einsetzt.

Der verordnende Arzt muss sicherstellen, dass die Eltern/Betreuer von Mädchen,

bei denen die erste Regelblutung eingesetzt hat, umfassend über die Risiken

hinsichtlich

angeborener

Missbildungen

neurologischer

Entwicklungsstörungen informiert werden, einschließlich des Ausmaßes dieser

Risiken für Kinder, die im Mutterleib Valproat ausgesetzt sind.

Bei Patientinnen, bei denen die erste Regelblutung eingesetzt hat, muss der

verordnende Spezialist die Notwendigkeit der Therapie mit Valproat jährlich neu

beurteilen und alternative Behandlungsoptionen in Erwägung ziehen. Stellt

Valproat die einzige geeignete Behandlungsoption dar, müssen die notwendige

Anwendung zuverlässiger Verhütungsmethoden und alle anderen Bedingungen

des Schwangerschaftsverhütungsprogramms besprochen werden. Der Spezialist

sollte alles daran setzen, Mädchen auf alternative Behandlungen umzustellen,

bevor sie das Erwachsenenalter erreichen.

Schwangerschaftstest

Vor Beginn der Behandlung mit Valproat muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen

werden.

eine

unbeabsichtigte

Anwendung

während

einer

Schwangerschaft

auszuschließen, darf mit der Behandlung mit Valproat bei Frauen im gebärfähigen Alter erst

begonnen werden, wenn ein zuvor durchgeführter Schwangerschaftstest (Blutplasma-

basierter

Schwangerschaftstest)

negativ

ausgefallen

Ergebnis

durch

medizinisches Fachpersonal bestätigt wurde.

Empfängnisverhütung

Frauen im gebärfähigen Alter, denen Valproat verschrieben wird, müssen während der

gesamten

Dauer

Behandlung

Valproat

ununterbrochen

zuverlässige

Verhütungsmethoden

anwenden.

Diese

Patientinnen

müssen

umfassend

über

schwangerschaftsverhütende

Maßnahmen

informiert

werden

sollten

eine

Beratungsstelle zur Empfängnisverhütung verwiesen werden, wenn sie keine zuverlässigen

Verhütungsmethoden

anwenden.

Mindestens

eine

zuverlässige

Verhütungsmethode

(vorzugsweise

eine

anwenderunabhängige

Form

Verhütung

etwa

Intrauterinpessar

oder

Implantat)

oder

zwei

einander

ergänzende

Formen

Empfängnisverhütung, einschließlich einer Barrieremethode, sind anzuwenden. Bei der

Wahl der Verhütungsmethode sind die jeweils individuellen Umstände der Patientin zu

berücksichtigen, wobei sie in diesen Prozess mit einzubinden ist, um ihre Mitwirkung und

Einhaltung

gewählten

Maßnahmen

sicherzustellen.

Selbst

einer

vorliegenden

Amenorrhö muss die Patientin sämtliche Empfehlungen für eine zuverlässige Verhütung

befolgen.

Jährliche Beurteilung der Behandlung durch einen Spezialisten

Der Spezialist hat mindestens einmal jährlich eine Beurteilung vorzunehmen, ob Valproat die

geeignete

Behandlung

für

Patientin

darstellt.

Spezialist

sollte

jährlich

auszufüllende Formular zur Bestätigung der Risikoaufklärung zu Behandlungsbeginn und

während jeder jährlichen Beurteilung mit der Patientin besprechen und sicherstellen, dass

sie den Inhalt verstanden hat.

Schwangerschaftsplanung

Für die Indikation Epilepsie muss für den Fall, dass eine Frau beabsichtigt, schwanger zu

werden, ein in der Behandlung von Epilepsie erfahrener Spezialist die Therapie mit Valproat

erneut beurteilen und alternative Behandlungsoptionen erwägen. Es sollte alles daran

gesetzt werden, vor der Empfängnis und bevor die Empfängnisverhütung beendet wird auf

eine geeignete alternative Behandlung umzustellen (siehe Abschnitt 4.6). Ist eine Umstellung

nicht möglich, ist die Frau weiter zu den von Valproat ausgehenden Risiken für das

ungeborene Kind aufzuklären, um sie bei der fundierten Entscheidungsfindung hinsichtlich

der Familienplanung zu unterstützen.

Für die Indikation bipolare Störungen oder Prophylaxe von Migräneanfällen muss für den

Fall, dass eine Frau beabsichtigt, schwanger zu werden, ein in der Behandlung von bipolaren

Störungen oder Migräne erfahrener Spezialist hinzugezogen und die Behandlung mit

Valproat

beendet

werden

sowie

Bedarf

Empfängnis

bevor

Empfängnisverhütung beendet wird auf eine alternative Behandlung umgestellt werden.

Schwangerschaft

Wenn

eine

Frau

während

Anwendung

Valproat

schwanger

wird,

muss

unverzüglich an einen Spezialisten überwiesen werden, damit die Behandlung mit Valproat

erneut

beurteilt

alternative

Optionen

erwogen

werden

können.

Patientinnen,

während der Schwangerschaft Valproat ausgesetzt sind, sollten gemeinsam mit ihren

Partnern an einen Spezialisten mit Erfahrung in Embryonaltoxikologie oder Pränatalmedizin

überwiesen

werden,

damit

Auswirkungen

Exposition

während

Schwangerschaft beurteilen und entsprechend aufklären kann (siehe Abschnitt 4.6).

Apotheker müssen sicherstellen,

dass die Patientenkarte bei jeder Abgabe von Valproat ausgehändigt wird und

dass die Patientinnen deren Inhalt verstehen.

dass Patientinnen darüber informiert sind, die Anwendung von Valproat nicht

abzubrechen und im Falle einer geplanten oder vermuteten Schwangerschaft

unverzüglich einen Spezialisten aufzusuchen.

Schulungsmaterial

Um Angehörigen von Gesundheitsberufen und Patientinnen dabei zu helfen, eine Valproat-

Exposition während der Schwangerschaft zu vermeiden, stellt der Zulassungsinhaber

Schulungsmaterial zur Verfügung, das entsprechende Warnhinweise enthält sowie Leitlinien

zur Anwendung von Valproat bei Frauen im gebärfähigen Alter und Einzelheiten zum

Schwangerschaftsverhütungsprogramm. Allen Frauen im gebärfähigen Alter, die Valproat

anwenden, ist ein Leitfaden für Patienten und eine Patientenkarte auszuhändigen.

Ein jährlich auszufüllendes Formular zur Bestätigung der Risikoaufklärung ist vom

Spezialisten

Behandlungsbeginn

während

jeder

jährlichen

Beurteilung

Behandlung mit Valproat zu verwenden.

Leberfunktionsstörungen

Maßnahmen zur Früherkennung von Leberschäden

Routinemessungen von Leberfunktionsparametern sind vor Behandlungsbeginn sowie in

regelmäßigen Abständen während der ersten 6 Monate der Therapie, vor allem bei Patienten

mit hohem Risiko und solchen mit Lebererkrankungen in der Anamnese, durchzuführen; diese

Patienten sind engmaschig klinisch zu überwachen (siehe auch Abschnitt 4.8).

Leberfunktionstests sollten Thromboplastinzeit, Transaminasen und/oder Bilirubin und/oder

Fibrinogen-Abbaustoffe einschließen. Zu Beginn kann eine Erhöhung der Transaminasen

auftreten; diese ist üblicherweise vorübergehend und spricht auf Dosisreduktion an.

Patienten mit abnormen biochemischen Parametern sind zusätzlich klinisch zu beurteilen und

ihre Leberfunktionswerte (einschließlich Thromboplastinzeit) bis zur Normalisierung laufend zu

kontrollieren. Eine deutlich verlängerte Thromboplastinzeit ist, vor allem wenn sie von weiteren

einschlägigen

Laborwertveränderungen

(signifikante

Abnahme

Fibrinogen

Gerinnungsfaktoren; erhöhte Bilirubinwerte und erhöhte Transaminasen) begleitet ist, ein

Grund für eine Beendigung der Therapie.

Der behandelnde Arzt darf sich nicht ausschließlich auf die Laborparameter verlassen, da diese

nicht notwendigerweise verändert sein müssen. Die Patientenvorgeschichte und der klinische

Zustand sind essentiell für die klinische Untersuchung. Falls notwendig sind Dosisanpassungen

in Erwägung zu ziehen.

Etwaige gleichzeitig verabreichte Salicylate müssen abgesetzt werden, da sie dem gleichen

Metabolismus unterliegen und damit das Risiko eines Leberversagens erhöhen (siehe Abschnitt

4.5).

Es ist zu berücksichtigen, dass die Leberenzyme in einzelnen Fällen vorübergehend erhöht sein

können (auch ohne Leberfunktionsstörung), besonders zu Beginn der Behandlung.

Es wurde von schweren Leberschäden berichtet, die in einigen Fällen zu Todesfällen führten.

Die am stärksten gefährdeten Patienten sind Kinder, insbesondere diejenigen unter 3 Jahren,

die an schweren Anfällen leiden. Das Risiko einer Leberschädigung ist insbesondere bei einer

Kombinationstherapie

mehreren

Antiepileptika

oder

Vorliegen

einer

organischen

Gehirnerkrankung,

geistiger

Behinderung,

angeborenen

Stoffwechsel-

oder

degenerativen

Erkrankungen

erhöht.

dieser

Patientengruppe

eine

Monotherapie

vorzuziehen und besondere Vorsicht ist geboten.

Die meisten Fälle von Leberschäden traten in den ersten 6 Monaten der Therapie auf,

vorwiegend zwischen der 2. und 12. Woche. Bei Kindern über 3 Jahren wurde eine signifikante

Abnahme der Inzidenz beobachtet.

Das Ergebnis dieser Erkrankungen kann tödlich sein. Die gleichzeitige Entwicklung von

Hepatitis und Pankreatitis erhöht das Risiko für einen tödlichen Ausgang.

In den frühen Stadien einer Leberinsuffizienz ist die klinische Symptomatik hilfreicher für die

Diagnosestellung als Laborbefunde.

Bei Verdacht auf schwere Leberfunktionsstörung oder Pankreasschädigung muss Valproat

sofort abgesetzt werden. Vorsorglich sollten auch andere begleitende Arzneimittel abgesetzt

werden,

wenn

aufgrund

gemeinsamer

Stoffwechselwege

ähnliche

Nebenwirkungen

hervorrufen können. In Einzelfällen kann sich der klinische Zustand trotz der oben genannten

Vorsichtsmaßnahmen verschlechtern.

Mögliche Symptome

Das Bewusstsein für die potenziellen klinischen Symptome ist für eine frühzeitige Diagnose

unerlässlich. Die folgenden Symptome und Anzeichen, die einer Leberschädigung vorausgehen

können, sollten insbesondere bei Risikopatienten berücksichtigt werden:

Unspezifische

Symptome

eines

plötzlichen

Beginns,

z.B.

Asthenie,

Appetitverlust,

Unwohlsein, Ödeme, Anorexie, Lethargie und Benommenheit, manchmal verbunden mit

wiederholtem Erbrechen und Bauchschmerzen, Gelbsucht;

bei Patienten mit Epilepsie Wiederauftreten von Anfällen.

Diese Symptome sind ein Hinweis darauf, die Verabreichung des Arzneimittels sofort zu

stoppen. Patienten (oder im Fall von Kindern deren Familienangehörigen) sollten angewiesen

werden, solche Anzeichen sofort dem behandelnden Arzt zur Untersuchung zu melden.

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Fälle mit schwerer Pankreatitis, die auch tödlich verlaufen kann, wurden sehr selten berichtet.

Das Risiko eines tödlichen Ausgangs ist bei Kleinkindern am höchsten und verringert sich mit

zunehmendem Alter. Mögliche Risikofaktoren für die Entstehung einer schweren Pankreatitis

sind

schwere

Anfallsformen

bzw.

schwere

neurologische

Störungen

gleichzeitiger

antikonvulsiver

Kombinationstherapie.

Gemeinsames

Auftreten

Leberversagen

Pankreatitis erhöht das Risiko eines tödlichen Ausgangs. Die Patienten sind anzuweisen, bei

Auftreten möglicher Anzeichen einer Pankreatitis (wie etwa Oberbauchschmerzen, Übelkeit,

Erbrechen) unverzüglich den Arzt zu konsultieren. Bei diesen Patienten hat eine genaue

medizinische Abklärung (einschließlich Bestimmung der Serumamylase) zu erfolgen; falls eine

Pankreatitis diagnostiziert wird, ist Valproinsäure abzusetzen. Patienten mit vorausgegangener

Pankreatitis sind engmaschig klinisch zu überwachen (siehe auch Abschnitt 4.8).

Gewichtszunahme

Valproat führt sehr häufig zu Gewichtszunahme, die ausgeprägt und progredient sein kann. Die

Patienten sind zu Behandlungsbeginn auf dieses Risiko aufmerksam zu machen und über

geeignete Maßnahmen zu informieren, mit deren Hilfe die Gewichtszunahme möglichst gering

gehalten werden kann.

Systemischer Lupus erythematodes

Valproat kann, wenn auch selten, einen systemischen Lupus erythematodes induzieren oder

einen bestehenden Lupus erythematodes verstärken. Bei Patienten mit systemischem Lupus

erythematodes sollte Valproat nur nach gründlicher Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet

werden.

Carbapeneme

Die gleichzeitige Anwendung von Valproinsäure/Natriumvalproat und einem Carbapenem wird

nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Hyperammonämie

Verdacht

eine

Störung

Harnstoffzyklus

sollten

wegen

Risikos

einer

Hyperammonämie unter Valproat vor Behandlungsbeginn Untersuchungen des Stoffwechsels

durchgeführt werden (siehe auch Abschnitt 4.8). Bei Auftreten von Symptomen wie Apathie,

Somnolenz, Erbrechen, Hypotonie, sowie bei einer Zunahme der Anfallsfrequenz, sind die

Serumspiegel von Ammonium und Valproinsäure zu bestimmen.

Die Valproatdosis ist möglicherweise zu reduzieren.

Schilddrüsenhormone

Abhängig

seiner

Plasmakonzentration

kann

Valproat

Schilddrüsenhormone

Plasmaproteinbindung verdrängen und ihren Metabolismus erhöhen, was zur fälschlichen

Diagnose einer Hypothyreose führen kann.

Suizid/Suizidgedanken

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika

in verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Meta-Analyse randomisierter,

placebokontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das

Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten (siehe auch Abschnitt 5.1). Der

Mechanismus für die Auslösung dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt und die verfügbaren

Daten schließen die Möglichkeit eines erhöhten Risikos bei der Einnahme von Convulex nicht

aus.

Deshalb

sollten

Patienten

hinsichtlich

Anzeichen

Suizidgedanken

suizidalen

Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden, medizinische Hilfe einzuholen, wenn

Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.

Diabetiker

Da Valproat überwiegend renal – teilweise in Form von Ketonkörpern – ausgeschieden wird,

kann der Harntest zur Feststellung von Diabetes zu falsch-positiven Ergebnissen führen.

Epilepsie

Plötzliches Absetzen von Valproat kann zu gehäufter Anfallsaktivität führen.

Langzeittherapie

Bei einer Langzeittherapie zusammen mit anderen Antiepileptika, insbesondere Phenytoin,

kann es zu Anzeichen einer Hirnschädigung (Enzephalopathie) kommen (vermehrte Krampf-

anfälle, Antriebslosigkeit, Stupor, Muskelschwäche, Bewegungsstörungen (Parkinsonismus,

Dystonie, choreatiforme Dyskinesien), schwere Allgemeinveränderungen im EEG) (siehe

Abschnitt 4.5)..

Hämatologische Untersuchungen

Vor Beginn der Therapie und auch vor einer Operation sowie bei Hämatomen oder spontanen

Blutungen

sollten

geeignete

Bluttests

(Blutbild,

Thrombozytenzahl,

Blutungszeit,

Gerinnungstests)

durchgeführt

werden,

klären,

erhöhtes

Risiko

für

Blutungskomplikationen besteht (siehe Abschnitt 4.8). Vorsicht ist geboten, wenn eine deutlich

verlängerte

Thromboplastinzeit

(reduzierter

Quick-Wert)

anderen

veränderten

Laborergebnissen assoziiert ist, wie z.B. einem verringerten Fibrinogenspiegel, verminderten

Gerinnungsfaktoren, erhöhtem Bilirubin oder erhöhten Leberenzymen.

Knochenmarkschäden

Patienten mit Knochenmarkschäden in der Anamnese sollten engmaschig überwacht werden.

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz kann eine Dosisreduktion erforderlich sein. Die Dosierung

sollte

entsprechend

klinischen

Ansprechen

angepasst

werden,

alleinige

Überwachung der Plasmakonzentrationen irreführend sein kann.

Carnitin-Palmitoyl-Transferase (CPT-) II-Mangel

Patienten mit vorbestehendem Carnitin-Palmitoyl-Transferase (CPT-) II-Mangel sollten vor

einem erhöhten Risiko einer Rhabdomyolyse unter Valproat-Therapie gewarnt werden.

Kleinkinder unter 3 Jahren

Bei Kindern unter 3 Jahren wird eine Monotherapie mit Valproat empfohlen. Vor Beginn der

Therapie

muss

Nutzen

einer

antiepileptischen

Behandlung

gegen

Risiko

einer

Leberschädigung oder Pankreatitis abgewogen werden. Die gleichzeitige Anwendung von

Salicylaten muss bei diesen Patienten aufgrund des Risikos einer Hepatotoxizität vermieden

werden (siehe Abschnitt 4.5).

Patienten mit bekannter mitochondrialer Erkrankung bzw. mit Verdacht auf eine mitochondriale

Erkrankung

Valproat kann die klinischen Anzeichen für zugrunde liegende mitochondriale Erkrankungen,

die durch Mutationen der mitochondrialen DNA oder auch des kernkodierten POLG-Gens

verursacht

werden,

auslösen

oder

verstärken.

Insbesondere

wurde

Patienten

hereditären

neurometabolischen

Erkrankungen,

durch

Mutationen

für

mitochondriale Enzym Polymerase Gamma (POLG) verursacht werden, wie beispielsweise das

Alpers-Huttenlocher-Syndrom, eine höhere Rate an durch Valproat induzierten Fällen von

akutem Leberversagen und leberbedingten Todesfällen berichtet.

An POLG-verwandte Erkrankungen ist zu denken bei Patienten mit entsprechender familiärer

Belastung

oder

Symptomen,

eine

POLG-verwandte

Erkrankung

hinweisen,

einschließlich nicht geklärter Enzephalopathie, refraktärer Epilepsie (fokal, myoklonisch), Status

epilepticus

Vorstellung,

Entwicklungsverzögerung,

psychomotorischer

Regression,

axonaler sensomotorischer Neuropathie, Myopathie, zerebellarer Ataxie, Ophthalmoplegie oder

komplizierter Migräne mit okzipitaler Aura. Die Untersuchung auf POLG-Mutationen hat

entsprechend der derzeitigen klinischen Praxis für die diagnostische Bewertung solcher

Erkrankungen zu erfolgen (siehe Abschnitt 4.3).

Verschlimmerung der Krämpfe

Wie bei anderen Antiepileptika kann bei einigen Patienten anstelle einer Verbesserung eine

reversible Verschlechterung der Konvulsionsfrequenz und -schwere (einschließlich des Status

epilepticus) oder des Auftretens neuer Arten von Krämpfen mit Valproat auftreten. Im Falle von

schweren Krämpfen sollte den Patienten geraten werden, sofort ihren Arzt aufzusuchen (siehe

Abschnitt 4.8).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wirkungen von Valproat auf andere Arzneimittel

Neuroleptika, MAO-Hemmer, Antidepressiva, Benzodiazepine

Valproat kann die Wirkung anderer psychotroper Substanzen, etwa Neuroleptika, MAO-

Hemmer, Antidepressiva und Benzodiazepine, verstärken; es empfiehlt sich daher eine

sorgfältige medizinische Überwachung und gegebenenfalls Dosisanpassung. Die Kombination

mit Clonazepam kann Absencen induzieren.

Lithium

Valproat beeinflusst die Serumkonzentrationen von Lithium nicht.

Diazepam

Bei gesunden Probanden wurde Diazepam von Valproat aus der Plasmaeiweißbindung

verdrängt

seine

Metabolisierung

gehemmt.

Kombinationstherapie

können

Konzentration

ungebundenen

Diazepams

erhöht

Plasmaclearance

sowie

Verteilungsvolumen

freien

Diazepamanteils

erniedrigt

sein

bzw.

20%).

Halbwertszeit bleibt jedoch unverändert.

Lorazepam

Bei gesunden Personen führte die gleichzeitige Verabreichung von Valproat und Lorazepam zu

einer Verringerung der Plasmaclearance von Lorazepam um bis zu 40%.

Alkohol

Valproat kann die Wirkungen von Alkohol verstärken. Daher ist Alkoholkonsum während der

Behandlung mit Valproat zu vermeiden.

Phenobarbital

Valproat erhöht (über eine Hemmung des hepatischen Metabolismus) die Phenobarbital-

Plasmakonzentration und kann dadurch, vor allem bei Kindern, zu Sedierung führen. Während

der ersten 15 Tage einer Kombinationstherapie wird daher eine konsequente medizinische

Überwachung

Auftreten

Sedierung

eine

unverzügliche

Verringerung

Phenobarbitaldosierung empfohlen. Die Bestimmung der Plasmaspiegel von Phenobarbital

kann erforderlich sein.

Primidon

Valproat erhöht die Primidonplasmaspiegel, wodurch es zu verstärkten Nebenwirkungen von

Primidon (wie etwa Sedierung) kommen kann; derartige Symptome gehen bei längerfristiger

Behandlung

üblicherweise

zurück.

Besonders

Beginn

einer

Kombinationsbehandlung

empfiehlt sich eine sorgfältige medizinische Überwachung. Falls erforderlich, ist eine Dosis-

anpassung durchzuführen.

Phenytoin

Valproat bewirkt eine Senkung der Gesamt-Plasmakonzentration von Phenytoin. Darüber

hinaus führt es zu einem Anstieg der freien Phenytoinanteile und dadurch möglicherweise zu

Symptomen einer Überdosierung (Valproat verdrängt Phenytoin aus der Plasmaproteinbindung

und hemmt seinen hepatischen Metabolismus). Daher wird eine sorgfältige medizinische

Überwachung empfohlen. Bei Bestimmung der Phenytoinplasmaspiegel sind besonders die

freien Anteile zu berücksichtigen. (siehe auch Abschnitt 4.2, "Kombinationstherapie" und

Abschnitt 4.4, "Langzeittherapie").

Carbamazepin

Im Zusammenhang mit der gleichzeitigen Anwendung von Valproat und Carbamazepin wurde

über das Auftreten klinisch-toxischer Effekte berichtet, da Valproat die toxischen Wirkungen von

Carbamazepin verstärken kann. Eine sorgfältige medizinische Überwachung empfiehlt sich

besonders

Beginn

einer

Kombinationsbehandlung;

gegebenenfalls

Dosierung

entsprechend anzupassen.

Lamotrigin

Valproat kann den Metabolismus von Lamotrigin verringern und zu einer Verlängerung seiner

mittleren Halbwertzeit führen. Die kombinierte Anwendung von Lamotrigin und Valproat kann

das Risiko von (schweren) Hautreaktionen, vor allem bei Kindern, erhöhen. Daher werden eine

klinische Überwachung und eine Dosisreduktion von Lamotrigin (falls erforderlich) empfohlen.

Zidovudin

Valproat

kann

Plasmakonzentration

Zidovudin

erhöhen,

wodurch

einer

Verstärkung von dessen toxischen Wirkungen kommen kann.

Vitamin-K-abhängige Antikoagulantien und Acetylsalicylsäure

Die gerinnungshemmende Wirkung von Warfarin und anderen Antikoagulantien vom Cumarin-

Typ sowie der thrombozytenaggregationshemmende Effekt von Acetylsalicylsäure können

infolge ihrer Verdrängung aus der Plasmaproteinbindung durch Valproat erhöht sein. Häufige

Kontrollen der Thromboplastinzeit während der oralen Antikoagulation sind angezeigt.

Felbamat

Valproinsäure

kann

Serumspiegel

Felbamat

erhöhen

durch

Verringerung der durchschnittlichen Clearance von Felbamat um bis zu 16%). Die Dosierung

muss entsprechend der klinischen Überwachung angepasst werden.

Temozolomid

Die gleichzeitige Anwendung von Temozolomid und Valproat kann die Temozolomid-Clearance

geringfügig herabsetzen. Dies scheint jedoch klinisch nicht relevant zu sein.

Topiramat, Acetazolamid

gleichzeitige

Anwendung

Valproat

Topiramat

Acetazolamid

wurde

Enzephalopathie und / oder Hyperammonämie in Zusammenhang gebracht. Patienten sollten

daher entsprechend überwacht werden.

Olanzapin

Valproat kann die Olanzapin-Plasmaspiegel reduzieren.

Rufinamid

Valproat kann dazu führen, dass die Plasmakonzentrationen von Rufinamid ansteigen. Dieser

Effekt hängt von den Valproat-Plasmaspiegeln ab. Vorsicht ist besonders bei Kindern geboten,

da diese Patientengruppe eher von dieser Interaktion betroffen ist.

Propofol

Valproat kann die Propofol-Blutkonzentration erhöhen. Bei gleichzeitiger Anwendung mit

Valproat muss die Propofol-Dosis reduziert werden.

Wirkungen anderer Arzneimittel auf Valproat

Enzyminduzierende

Antiepileptika

(einschließlich

Phenytoin,

Phenobarbital,

Primidon,

Carbamazepin)

Enzyminduzierende Antiepileptika können die Valproatkonzentration im Plasma senken. Bei

Kombinationstherapie sollte die Dosierung anhand der Blutspiegel angepasst werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Valproat mit Phenytoin oder Phenobarbital können die

Plasmaspiegel von Valproinsäure-Metaboliten ansteigen. Daher sollten Patienten, die mit

diesen Substanzen kombiniert behandelt werden, engmaschig auf Anzeichen oder Symptome

einer Hyperammonämie überwacht werden (siehe oben).

Felbamat

Die kombinierte Anwendung von Felbamat und Valproat verringert die Valproat-Clearance um

22 - 50% und kann somit den Valproat-Serumspiegel erhöhen. Die Valproat Dosierung sollte

auf der Grundlage der Überwachung angepasst werden.

Mefloquin/Chloroquin

Vorsicht ist geboten, da sowohl Mefloquin als auch Chloroquin die Anfallsschwelle senken

können. Darüber hinaus kann Mefloquin die Valproatspiegel senken und somit möglicherweise

epileptische Anfälle während der kombinierten Therapie auslösen. Die Dosierung von Valproat

muss möglicherweise angepasst werden.

Präparate mit ausgeprägter Proteinbindung

Bei gleichzeitiger Anwendung von Valproinsäure und Präparaten mit ausgeprägter Protein-

bindung (z.B. Acetylsalicylsäure) können die Plasmaspiegel der freien Valproinsäure erhöht

sein. Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die Valproinsäure enthalten, mit solchen,

die Acetylsalicylsäure enthalten, soll bei Kindern unter 12 Jahren unterbleiben und bei

Jugendlichen nur nach sorgfältiger Nutzen/Risiko-Abwägung erfolgen.

Cimetidin, Erythromycin

Bei gleichzeitiger Anwendung von Valproat mit Cimetidin oder Erythromycin können die

Plasmaspiegel von Valproinsäure als Folge eines reduzierten Lebermetabolismus erhöht sein.

Carbapenem-Antibiotika (z. B. Panipenem, Meropenem, Imipenem)

Wenn Carbapene gleichzeitig verabreicht wurden, wurde über einen Abfall der Valproinsäure

im Blut berichtet, was zu einem Abfall der Valproinsäurewerte um 60-100% innerhalb von etwa

zwei Tagen führte. Aufgrund des schnellen Beginns und des Ausmaßes der Abnahme wird die

gleichzeitige Verabreichung von Carbapenem-Wirkstoffen bei Valproat-stabilisierten Patienten

nicht als beherrschbar angesehen und sollte daher vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4).

Wenn

eine

Behandlung

dieser

Gruppe

Antibiotika

erforderlich

ist,

sollte

eine

engmaschige Überwachung der Valproinsäure-Blutspiegel durchgeführt werden.

Rifampicin

Rifampicin

kann

Valproinsäure-Blutspiegel

senken,

einer

verminderten

therapeutischen Wirkung führt. Daher kann eine Valproat-Dosisanpassung bei gleichzeitiger

Anwendung mit Rifampicin erforderlich sein.

Colestyramin

Colestyramin kann die Resorption von Valproat verringern.

Fluoxetin

Vorsicht ist geboten, da die gleichzeitige Anwendung von Fluoxetin den Serumspiegel von

Valproinsäure verändern (erhöhen oder verringern) kann. Daher wird eine Überwachung des

Serumspiegels von Valproinsäure empfohlen.

Protease-Inhibitoren

Die gleichzeitige Anwendung von Valproat mit Proteasehemmern wie Lopinavir und Ritonavir

kann dazu führen, dass die Werte der Valproinsäure-Metaboliten abnehmen.

Sonstige Wechselwirkungen

kombinierter

Anwendung

Valproinsäure

neueren

Antiepileptika,

deren

pharmakodynamische Eigenschaften noch nicht hinreichend geklärt sind, ist Vorsicht geboten.

Es ist nicht auszuschließen, dass potentiell hepatotoxische Arzneimittel, sowie auch Alkohol,

die Lebertoxizität von Valproinsäure verstärken können.

Da Valproinsäure teilweise zu Ketonkörpern metabolisiert wird, sollte bei Diabetikern mit

Verdacht auf Ketoazidose eine mögliche falsch positive Reaktion eines Tests auf Ketonkörper-

Ausscheidung berücksichtigt werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Valproat und Quetiapin kann das Risiko einer Neutropenie /

Leukopenie erhöhen.

Valproat hat nur eine unbedeutende leberenzyminduzierende Wirkung, es scheint daher keinen

Einfluss auf die Wirksamkeit oraler Kontrazeptiva zu haben.

Valproinsäure kann die Verdrängung von Schilddrüsenhormonen aus Proteinbindungsstellen

verursachen und ihren Stoffwechsel fördern. Dies kann zu einer falschen Verdachtsdiagnose

von Hypothyreose führen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Valproat ist zur Behandlung von bipolaren Störungen oder Prophylaxe von Migräneanfällen

während der Schwangerschaft kontraindiziert. Valproat ist zur Behandlung von Epilepsie

während der Schwangerschaft kontraindiziert, es sei denn, es stehen keine geeigneten

Alternativen zur Behandlung der Epilepsie zur Verfügung. Die Anwendung von Valproat bei

Frauen im gebärfähigen Alter ist kontraindiziert, es sei denn, die Bedingungen des

Schwangerschaftsverhütungsprogramms werden eingehalten (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Teratogenität und Auswirkungen auf die Entwicklung

Valproat ist sowohl bei alleiniger Gabe als auch bei Gabe in Kombination mit anderen

Arzneimitteln mit Anomalien des Neugeborenen assoziiert. Die verfügbaren Daten legen nahe,

dass bei der Behandlung von Epilepsie die Anwendung von Valproat zusammen mit anderen

Arzneimitteln zu einem höheren Risiko für angeborene Missbildungen führt als eine Valproat-

Monotherapie.

Angeborene Missbildungen

Daten aus einer Metaanalyse (einschließlich Registern und Kohortenstudien) haben gezeigt,

dass es bei 10,73% der Kinder von Frauen, die an Epilepsie leiden und während der

Schwangerschaft

eine

Monotherapie

Valproat

erhalten

haben,

angeborenen

Missbildungen

gekommen

(95%

8,16–13,29).

Dies

stellt

höheres

Risiko

für

schwerwiegende Missbildungen als in der Allgemeinbevölkerung dar, in der das Risiko bei ca.

2–3% liegt. Das Risiko ist dosisabhängig, doch es lässt sich keine Schwellendosis, unterhalb

derer kein Risiko besteht, festlegen.

Die verfügbaren Daten zeigen eine erhöhte Inzidenz von leichteren und schwerwiegenderen

Missbildungen. Zu den häufigsten Arten von Missbildungen zählen Neuralrohrdefekte, faziale

Dysmorphien, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Kraniostenose, Schädigungen des Herzens, der

Nieren, des Urogenitaltraktes, der Extremitäten (einschließlich bilateraler Aplasie des Radius)

sowie multiple Anomalien verschiedener Körpersysteme.

Entwicklungsstörungen

Die Daten zeigen, dass es bei Kindern, die im Mutterleib Valproat ausgesetzt waren, zu

unerwünschten Wirkungen in Hinblick auf deren geistige und körperliche Entwicklung kommen

kann. Das Risiko scheint dosisabhängig zu sein, doch anhand der verfügbaren Daten lässt sich

keine Schwellendosis, unterhalb derer kein Risiko besteht, festlegen. Über den genauen

Schwangerschaftsabschnitt, in dem ein Risiko für diese Wirkungen besteht, gibt es keine

gesicherten Erkenntnisse, und die Möglichkeit, dass das Risiko während der gesamten

Schwangerschaft besteht, kann nicht ausgeschlossen werden.

Studien mit Vorschulkindern, die im Mutterleib Valproat ausgesetzt waren, zeigen, dass es bei

bis zu 30–40% zu Verzögerungen in der frühkindlichen Entwicklung kommt. Sie fangen zum

Beispiel später an zu sprechen und zu laufen, haben geringere geistige Fähigkeiten, eine

geringe Sprachkompetenz (Sprechen und Verstehen) und leiden unter Gedächtnisproblemen.

Der Intelligenzquotient (IQ), der bei Kindern im Alter von 6 Jahren mit einer Exposition

gegenüber Valproat im Mutterleib bestimmt wurde, war um durchschnittlich 7–10 Punkte

niedriger als bei Kindern, die anderen Antiepileptika ausgesetzt waren. Obwohl die Bedeutung

von Störfaktoren nicht ausgeschlossen werden kann, steht jedoch fest, dass das Risiko einer

intellektuellen Beeinträchtigung bei Kindern, die Valproat ausgesetzt waren, unabhängig vom

IQ der Mutter erhöht sein kann.

Über die langfristigen Auswirkungen liegen nur begrenzte Daten vor.

Die verfügbaren Daten zeigen, dass Kinder, die im Mutterleib Valproat ausgesetzt waren, im

Vergleich zur allgemeinen Studienpopulation ein erhöhtes Risiko für Störungen des autistischen

Formenkreises (ca. 3-fach erhöht) und frühkindlichen Autismus (ca. 5-fach erhöht) aufweisen.

Begrenzte Daten legen nahe, dass bei Kindern, die Valproat im Mutterleib ausgesetzt waren,

eine

höhere

Wahrscheinlichkeit

vorliegt,

dass

ihnen

Symptome

einer

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) auftreten.

Wenn eine Frau eine Schwangerschaft plant

Bei der Indikation Epilepsie muss für den Fall, dass eine Frau beabsichtigt, schwanger zu

werden, ein in der Behandlung von Epilepsie erfahrener Spezialist die Therapie mit Valproat

erneut beurteilen und alternative Behandlungsoptionen erwägen. Es soll alles daran gesetzt

werden, vor der Empfängnis und bevor die Empfängnisverhütung beendet wird auf eine

geeignete alternative Behandlung umzustellen (siehe Abschnitt 4.4). Ist eine Umstellung nicht

möglich, ist die Frau weiter zu den von Valproat ausgehenden Risiken für das ungeborene Kind

aufzuklären, um sie bei der fundierten Entscheidungsfindung hinsichtlich der Familienplanung

zu unterstützen.

Für die Indikation bipolare Störungen oder Prophylaxe von Migräneanfällen muss für den Fall,

dass eine Frau beabsichtigt, schwanger zu werden, ein in der Behandlung von bipolaren

Störungen oder Migräne erfahrener Spezialist hinzugezogen und die Behandlung mit Valproat

beendet werden sowie bei Bedarf vor der Empfängnis und bevor die Empfängnisverhütung

beendet wird auf eine alternative Behandlung umgestellt werden.

Schwangere Frauen

Während der Schwangerschaft ist die Anwendung von Valproat zur Behandlung von bipolaren

Störungen oder Prophylaxe von Migräneanfällen kontraindiziert. Valproat ist während der

Schwangerschaft zur Behandlung von Epilepsie kontraindiziert, es sei denn, es stehen keine

geeigneten alternativen Behandlungen zur Verfügung (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Wenn eine Frau während der Anwendung von Valproat schwanger wird, muss sie unverzüglich

an einen Spezialisten überwiesen werden, damit dieser alternative Behandlungsoptionen

erwägen kann. Während der Schwangerschaft stellen bei der Mutter auftretende tonisch-

klonische Anfälle und Status epilepticus, verbunden mit Hypoxie, ein besonderes Risiko dar,

welches zum Tod der Mutter und des ungeborenen Kindes führen kann.

Wenn trotz der bekannten Risiken von Valproat während der Schwangerschaft und nach

sorgfältiger

Erwägung

alternativer

Behandlungen

Ausnahmefall

eintritt,

dass

eine

Schwangere Valproat zur Behandlung von Epilepsie erhalten muss, wird Folgendes empfohlen:

Anwendung der niedrigsten wirksamen Dosis und Aufteilung der täglichen Valproat-

Dosis in mehrere kleine Dosen, die über den Tag verteilt einzunehmen sind. Es kann

ratsam sein, die Anwendung einer Retardformulierung anderen Darreichungsformen

vorzuziehen, um hohe Spitzenkonzentrationen im Plasma zu vermeiden (siehe

Abschnitt 4.2).

Auf eine Kombination mit anderen Antiepileptika verzichten.

Zusätzlich soll eine regelmäßige Kontrolle der Serumkonzentration vorgenommen

werden. Nach einer etwa gleichbleibenden Konzentration der freien Valproinsäure

im ersten und zweiten Trimenon wurde im dritten Trimenon bis zum Geburtstermin

ein Anstieg von freiem Valproat auf das Dreifache beobachtet.

Valproat

passiert

Plazenta

erreicht

fetalen

Serum

höhere

Konzentrationen als im maternalen Serum.

Alle

Patientinnen,

während

Schwangerschaft

Valproat

ausgesetzt

sind,

sollen

gemeinsam mit ihren Partnern an einen Spezialisten mit Erfahrung in Embryonaltoxikologie

oder Pränatalmedizin überwiesen werden, damit er die Auswirkungen der Exposition während

der Schwangerschaft beurteilen und entsprechend aufklären kann. Eine spezielle pränatale

Überwachung ist einzuleiten, um möglicherweise auftretende Neuralrohrdefekte oder andere

Missbildungen zu erkennen. Eine Folsäure-Supplementierung vor der Schwangerschaft kann

das Risiko für Neuralrohrdefekte, das bei allen Schwangerschaften besteht, möglicherweise

senken.

Jedoch

lassen

verfügbare

Daten

nicht

darauf

schließen,

dass

eine

solche

Supplementierung Geburtsfehler oder Missbildungen, die durch eine Exposition gegenüber

Valproat bedingt sind, verhindert.

Aufgrund der vorliegenden Daten soll eine antiepileptische Behandlung bei Schwangeren

vorzugsweise als Monotherapie erfolgen. Die Inzidenz von Neuralrohrdefekten steigt mit der

Dosishöhe, vor allem bei Dosierungen oberhalb von 1000 mg täglich. Jede Schwangerschaft

ist mittels Ultraschall und anderer geeigneter Methoden sorgfältig zu überwachen (siehe

Abschnitt 4.4).

- Risiken für das Neugeborene

Sehr selten wurde über das Auftreten eines hämorrhagischen Syndroms bei Neugeborenen

berichtet, deren Mütter während der Schwangerschaft mit Valproat behandelt wurden.

Dieses hämorrhagische Syndrom geht mit Thrombozytopenie, Hypofibrinogenämie und/oder

einer Abnahme anderer Gerinnungsfaktoren einher. Auch über das Auftreten einer potentiell

tödlichen Afibrinogenämie wurde berichtet. Das Syndrom ist jedoch von einer Abnahme der

Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren zu differenzieren, die durch Phenobarbital und

andere

Enzyminduktoren

ausgelöst

werden

kann.

Beim

Neugeborenen

sind

daher

Kontrollen der Thrombozytenzahl, des Plasmafibrinogens, des Gerinnungsstatus und der

Gerinnungsfaktoren durchzuführen.

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des dritten Trimenons ihrer Schwangerschaft

Valproat eingenommen haben, wurde über Fälle von Hypoglykämie berichtet.

Bei Neugeborenen, deren Mütter während der Schwangerschaft Valproat eingenommen

haben, wurde über Fälle von Hypothyreose berichtet.

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des letzten Trimenons ihrer Schwangerschaft

Valproat

eingenommen

haben,

kann

Entzugserscheinungen

(insbesondere

Agitiertheit,

Reizbarkeit,

Übererregbarkeit,

Nervosität,

Hyperkinesie,

Tonusstörungen,

Tremor, Krämpfen und Störungen bei der Nahrungsaufnahme) kommen.

Stillzeit

Valproat tritt in die Muttermilch in einer Konzentration zwischen 1% und 10% des mütterlichen

Serumspiegels über. Bei gestillten Neugeborenen/Kindern von behandelten Müttern wurden

hämatologische Störungen nachgewiesen (siehe Abschnitt 4.8).

Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder

ob auf die Behandlung mit Convulex verzichtet werden soll bzw. die Behandlung mit Convulex

zu unterbrechen ist. Dabei sind sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen

der Therapie für die Frau zu berücksichtigen.

Fertilität

Bei Frauen, die Valproat anwenden, wurde über Amenorrhoe, polyzystische Ovarien und

erhöhte Testosteronspiegel berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die Verabreichung von Valproat

kann

auch

Fruchtbarkeit

Männern

beeinträchtigen

(siehe

Abschnitt 4.8).

Fallberichten geht hervor, dass die Fertilitätsstörungen nach dem Absetzen der Behandlung

reversibel sind.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Die aus der Behandlung mit Valproinsäure resultierende Anfallskontrolle befähigt in vielen

Fällen die Patienten erst zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr.

Die Patienten sind jedoch darauf aufmerksam zu machen, dass vor allem bei antiepileptischer

Kombinationstherapie oder bei gleichzeitiger Behandlung mit Benzodiazepinen vorübergehend

Benommenheit auftreten kann (siehe Abschnitt 4.5).

4.8

Nebenwirkungen

Sehr häufig:

≥ 1/10

Häufig:

≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich:

≥ 1/1.000, < 1/100

Selten:

≥ 1/10.000, < 1/1.000

Sehr selten:

< 1/10.000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Systemorganklasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Gutartige, bösartige

und unspezifische

Neubildungen

(einschl. Zysten und

Polypen)

Myelo-

dysplastisches

Syndrom

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Anämie,

Thrombozytopenie

Panzyto-

penie**,

Leukopenie**

Knochenmarks-

dysfunktion

(einschließlich

Aplasie der roten

Blutkörperchen,

Agranulozytose,

makrozytäre

Anämie,

Makrozytose)

Erkrankungen des

Immunsystems

allergische

Reaktionen

(von

Systemorganklasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Hautausschlag bis

zu anderen

Überempfindlich-

keitsreaktionen)

Endokrine

Erkrankungen

Syndrom der

inadäquaten

ADH-Sekretion

(SIADH),

Hyper-

androgenämie

irsutismus,

Virilismus,

Akne,

männliche

Alopezie und /

oder erhöhter

Androgen-

spiegel)

Hypothyreose

Anstieg der

Testosteronwerte

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Hyponatriämie,

Anorexie**,

gesteigerter

Appetit**,

Gewichtszunahme**

Hyper-

ammonämie**,

Fettleibigkeit

Psychiatrische

Erkrankungen

Reizbarkeit*,

Halluzinationen*,

Verwirrtheit*,

Aggression*,

Erregung*,

Aufmerksamkeits-

störung*

abnormales

Verhalten*,

psychomotorische

Hyperaktivität*,

Lernschwäche*

Erkrankungen des

Nervensystems

Tremor**

Extrapyramidale

Störungen,

Stupor**,

Somnolenz**,

Krämpfe,

Gedächtnis-

schwäche,

Kopfschmerzen,

Nystagmus,

Schwindel

Koma**,

Spastizität,

Ataxie,

Enzephalo-

pathie,

Lethargie**,

reversibler

Parkin-

sonismus,

Parästhesien,

verstärkte

Krämpfe

(siehe

Abschnitt 4.4)

chronische

Enzephalo-

pathie**,

reversible

Demenz**,

Hirnatrophie**,

kognitive

Beeinträchtigung,

Doppeltsehen

Erkrankungen des

Ohrs und des

Labyrinths

Gehörverlust

Gefäßerkrankungen

Blutungen

Vaskulitis

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Pleuraerguss

Systemorganklasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Mediastinums

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Übelkeit

Erbrechen,

Zahnfleisch-

erkrankungen,

insbesondere

gingivale

Hyperplasie,

Oberbauch-

schmerzen**,

Durchfall**

Hyper-

salivation,

Pankreatitis**

Leber- und

Gallenerkrankungen

Leberfunktions

störungen

(siehe

Abschnitt 4.4)

Erkankungen der Haut

und des

Unterhautzellgewebes

Überempfindlichkeits

reaktionen,

Vorübergehender

und/oder

dosisabhängiger

Haarausfall,

Nagel und

Nagelbett-

erkrankungen

Angioödeme,

Ausschlag,

Haar-

abnormalitäten

(z. B.

veränderte

Haartextur,

Veränderung

der Haarfarbe,

abnormes

Haarwachstum

toxische

epidermale

Nekrolyse,

Stevens-Johnson-

Syndrom,

Erythema

multiforme,

Drug Rash with

Eosinophilia and

Systemic

Symptoms

(DRESS-

Syndrom)

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

verminderte

Knochen-

mineral-

dichte**,

Osteopenie**,

Osteoporose

Frakturen**

systemischer

Lupus ery-

thematosus,

Rhabdomyolyse

Erkrankungen der

Nieren und Harnwege

Nieren-

insuffizienz

Enuresis*,

tubulo-interstitielle

Nephritis,

reversibles

Fanconi-

Syndrom**

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane

und der Brustdrüse

Dysmenorrhö

Amenorrhö

männliche

Infertilität,

polyzystisches

Ovarialsyndrom

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Hypothermie,

periphere

Ödeme

Untersuchungen

Verminderte

Gerinnungs-

Systemorganklasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

faktoren**,

abnorme

Gerinnungs-

tests**,

Biotin-Mangel /

Biotinidase-

Mangel

* Diese unerwünschten Reaktionen wurden vorwiegend bei Kindern und Jugendlichen beobachtet.

** Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen:

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Valproat hemmt die sekundäre Phase der Thrombozytenaggregation, wodurch es zu einer

Verlängerung der Blutungszeit (Häufigkeit nicht bekannt) und häufig zu Thrombozytopenie

kommt. Diese Veränderungen treten zumeist bei Überschreiten der empfohlenen Dosierung auf

und sind reversibel. Thrombozytopathie aufgrund eines Mangels an Faktor VIII/Willebrand-

Faktor kann ebenfalls zu einer Verlängerung der Blutungszeit führen. Auch eine isolierte

Abnahme des Fibrinogens kann auftreten.

Häufig kann eine leichte reversible Knochenmarksdepression auftreten. Falls es spontan zu

Hämatomen oder Blutungen kommt, ist ein Absetzen der Medikation bis zur Klärung der

Ursachen zu erwägen. Selten kann Agranulozytose und gelegentlich Lymphozytose auftreten.

Selten wurde von Erythrozytenhypoplasie, Leukopenie und Panzytopenie berichtet; das Blutbild

normalisierte sich jedoch nach Behandlungsende wieder.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Es kann zu einer Appetitsteigerung kommen, und die Einnahme von Valproinsäure führt sehr

häufig zu Gewichtszunahme, die ausgeprägt und progredient verlaufen kann (siehe Abschnitt

4.4). Die Gewichtszunahme sollte genau überwacht werden, da dies ein Risiko für die

Entwicklung des polyzystischen Ovarsyndroms darstellen könnte. Selten wurde über Adipositas

berichtet. Magersucht kann auftreten.

Eine Hyperammonämie ohne Veränderung der Leberfunktionswerte kann auftreten. Isolierte,

mittelgradige Hyperammonämien können häufig auftreten, sind üblicherweise vorübergehend

und im Allgemeinen kein Grund für einen Therapieabbruch. Sie können jedoch von klinischen

Symptomen wie Erbrechen, Ataxie und zunehmender Bewusstseinstrübung begleitet sein. Bei

Auftreten derartiger Symptome ist Valproinsäure abzusetzen. Auch über Hyperammonämie mit

neurologischen Begleitsymptomen wurde berichtet (siehe Abschnitt 4.4). In solchen Fällen

werden weitere Untersuchungen empfohlen.

Psychiatrische Erkrankungen

Depression kann mit unbekannter Häufigkeit auftreten.

Die Vigilanz kann gesteigert werden. Diese Wirkung ist im Allgemeinen positiv, doch kann es

gelegentlich auch zu Aggression, Hyperaktivität und Verhaltensauffälligkeit kommen.

Erkrankungen des Nervensystems

Es wurde von Parästhesien berichtet.

Tremor,

Somnolenz,

Ataxie

Schwindel

können

vorübergehende

oder

dosisabhängige Effekte auftreten.

Gelegentlich kommt es zu Sedierung, zumeist bei Kombinationsbehandlung mit anderen

Antiepileptika. Bei Monotherapie tritt diese Wirkung in seltenen Fällen in einem frühen

Behandlungsstadium auf und ist im Allgemeinen vorübergehend.

Verwirrtheit, gelegentlich bis hin zu Stupor und Lethargie bis zum vorübergehenden Koma

(Enzephalopathie), isoliert oder mit erhöhter Häufigkeit von Anfällen oder Halluzinationen

(Symptome nach Dosisreduktion oder Absetzen reversibel) assoziiert. Die meisten Fälle traten

mit einer Kombinationstherapie (insbesondere mit Phenobarbital oder Topiramat) oder nach

einer schnellen Dosiseskalation auf. Häufig wurden Kopfschmerzen und Nystagmus berichtet.

Die Enzephalopathie kann sich kurz nach der Anwendung von Valproat-haltigen Arzneimitteln

entwickeln. Diese Effekte wurden oft mit der Verwendung von übermäßigen Anfangsdosen,

einer zu schnellen Dosiseskalation oder der gleichzeitigen Verwendung anderer Antikonvulsiva,

insbesondere Phenobarbital, in Verbindung gebracht. Dieser Effekt ist nach Absetzen des

Arzneimittels reversibel; seine Pathogenese bleibt unklar. In Verbindung mit diesem Effekt

wurden erhöhte Ammoniumspiegel und bei gleichzeitiger Anwendung von Phenobarbital

erhöhte Phenobarbitalwerte berichtet. Sie waren in der Regel nach Absetzen der Medikation

oder Reduktion der Dosis reversibel (siehe auch Abschnitt 4.5).

Chronische

Enzephalopathien

neurologischen

Symptomen

Störungen

höherer

kortikaler Funktionen können insbesondere bei größeren Dosen oder Polytherapie auftreten.

Die Pathogenese dieser Effekte bleibt unklar.

Fälle von reversiblen extrapyramidalen Symptomen (einschließlich Parkinsonismus) oder

Demenz (reversibel bei Entzug), die mit reversibler Zerebralatrophie assoziiert sind, wurden

berichtet.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

In seltenen Fällen wurde über das Auftreten von Tinnitus und Schwerhörigkeit (reversibel oder

irreversibel) berichtet. Ein Kausalzusammenhang konnte jedoch nicht festgestellt werden.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Oberbauchschmerzen oder Durchfall können auftreten (besonders zu Beginn der Behandlung).

Diese unerwünschten Wirkungen verschwinden normalerweise nach einigen Tagen ohne

Unterbrechung der Behandlung.

Übelkeit, Erbrechen, Anorexie und Verstopfung können auftreten.

Pankreatitis kann auftreten (manchmal tödlich, siehe Abschnitt 4.4). Bei Kindern ist das Risiko

insbesondere unter einer Kombinationstherapie mit anderen Antiepileptika deutlich erhöht

(siehe Abschnitt 4.4).

Leber- und Gallenerkrankungen

Zu Therapiebeginn kann es zu einer vorübergehenden Erhöhung der Transaminasen kommen.

Selten wurde nach Einnahme von Valproinsäure über eine schwere Leberschädigung berichtet,

gelegentlich mit tödlichem Ausgang (siehe auch Abschnitt 4.4). Selten wurde über das Auftreten

von Porphyrie berichtet.

Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Bei einigen Patienten wurde vorübergehender Haarausfall festgestellt. Das Haar beginnt

üblicherweise innerhalb von 6 Monaten nachzuwachsen, kann aber danach gewellter sein.

Selten wurde von Hautreaktionen, wie z.B. Exanthemen, berichtet.

Selten

traten

toxische

epidermale

Nekrolyse,

Stevens-Johnson-Syndrom

Erythema

multiforme auf.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Bei Patienten, die mit valproinsäurehaltigen Arzneimitteln über lange Zeit behandelt wurden,

gibt es Berichte über verminderte Knochendichte, Osteopenie, Osteoporose und Frakturen. Der

Mechanismus,

durch

valproinsäurehaltige

Arzneimittel

Knochenmetabolismus

beeinflussen, wurde noch nicht identifiziert.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

In Einzelfällen wurde im Zusammenhang mit Valproinsäurebehandlung über das Auftreten

eines reversiblen Fanconi-Syndroms (proximale Tubulopathie, die zu metabolischer Azidose,

Glukosurie,

Aminoazidurie,

Phosphaturie

Urikosurie

führt)

berichtet,

dessen

Entstehungsmechanismus noch nicht geklärt ist.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr selten kam es zu Gynäkomastie.

Kongenitale, familiäre und genetische Erkrankungen

Angeborene Missbildungen und Entwicklungsstörungen können auftreten (siehe Abschnitte 4.4

und 4.6)

Untersuchungen

Gerinnungsfaktoren können verringert sein, abnormale Gerinnungstests (z.B. verlängerte

Prothrombinzeit, aktivierte partielle Thromboplastinzeit, Thrombinzeit oder INR) sind möglich.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

ermöglicht

eine

kontinuierliche

Überwachung

Nutzen-Risiko-Verhältnisses

Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9

Überdosierung

Es wurden Fälle von versehentlicher oder absichtlicher Überdosierung berichtet. Bei Plasma-

konzentrationen bis zum 5- bis 6-fachen der maximalen therapeutischen Spiegel sind als

Symptome lediglich Übelkeit, Erbrechen und Schwindel zu erwarten.

Bei massiver Überdosierung, d.h. bei Plasmakonzentrationen, die um 10- bis 20-mal höher sind

als die maximalen therapeutischen Spiegel (siehe auch Abschnitt 5.2), kann es zu schwerer

zentralnervöser Dämpfung und Atemdepression kommen.

Symptome

Symptomen

Anzeichen

einer

massiven

Überdosierung

gehören

Koma,

Muskelschwäche, Hyporeflexie / Areflexie, Miosis, eingeschränkte Atemfunktion, metabolische

Azidose, Hypotonie und Kreislaufkollaps / Schock. Die Symptome können jedoch erheblich

variieren. Sehr hohe Plasmaspiegel von Valproinsäure führen zu neurologischen Störungen,

z.B. erhöhtes Risiko für Krampfanfälle. Hirnödem und intrakranielle Hypertension wurden

berichtet. Einzelne Fälle von massiver Überdosierung mit tödlichem Ausgang sind veröffentlicht.

Maßnahmen

Kein spezifisches Antidot ist bekannt.

Die Behandlung einer Überdosierung sollte symptomatisch sein, einschließlich Aktivitäten zur

Eliminierung des Wirkstoffs und Unterstützung von Vitalfunktionen: induziertes Erbrechen,

Magenspülung

(bis

Stunden

nach

Einnahme)

Aspirationsschutz

Überwachung im Rahmen der Intensivmedizin, assistierte Beatmung wenn notwendig.

Hämodialyse, Hämoperfusion und forcierte Diurese wurden erfolgreich eingesetzt, jedoch wird

nur der freie Anteil an Valproinsäure (ca. 10%) eliminiert. Peritonealdialyse zeigt wenig Wirkung.

Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen hinsichtlich der Wirkung von Kohle-Hämoperfusion,

totalem Plasma-Ersatz und Plasma-Transfusion vor. Daher wird eine intensive internistische

Behandlung ohne besondere Entgiftungsart empfohlen, insbesondere bei Kindern, jedoch mit

einer Überwachung des Wirkstoffspiegels.

Intravenöses Naloxon wurde auch manchmal in Verbindung mit oral verabreichter Aktivkohle

verwendet, um den Bewusstseinszustand des Patienten zu verbessern.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, Fettsäurederivate

ATC-Code: N03A G01

Wirkmechanismus

Als Wirkmechanismus wird am ehesten eine Verstärkung der inhibitorischen Wirkung von

Gamma-Aminobuttersäure (GABA) durch eine Beeinflussung der weiteren Synthese bzw.

Metabolisierung der GABA angenommen.

Durch

Aktivierung

Glutaminsäuredecarboxylase

durch

Hemmung

GABA-

Transaminase steigt der Gehalt an GABA in den Synaptosomen und im intersynaptischen Spalt

stark

inhibitorischer

Neurotransmitter

hemmt

GABA

prä-

postsynaptische

Entladungen und verhindert damit die Ausbreitung der Anfallsaktivität.

Pharmakodynamische Wirkungen

Valproinsäure ist ein Antikonvulsivum.

Die psychotrope Wirkung von Valproat äußert sich in einer Verbesserung der visomotorischen

Koordinationsfähigkeit und der Konzentrationsfähigkeit.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Eine Reihe placebokontrollierter klinischer Studien belegt die gute und rasche Wirksamkeit in

der Therapie manischer Phasen bei Patienten mit bipolaren Störungen.

Die Wirksamkeit von Valproat zur Prophylaxe von Migräne-Anfällen wurde in mehreren

placebokontrollierten Doppelblindstudien nachgewiesen. Langzeitbeobachtungen über einen

Zeitraum von bis zu 3 Jahren liegen vor.

Eine Meta-Analyse von randomisierten, placebokontrollierten Studien mit 11 Antiepileptika

(insgesamt 199 Studien, in denen 27.863 Patienten in der Verumgruppe und 16.029 Patienten

in der Placebogruppe eingeschlossen waren) in der Behandlung von Epilepsie, psychiatrischen

Erkrankungen (inklusive bipolare Störungen, Schizophrenie und Angststörung) oder anderen

Erkrankungen (inklusive neuropathische Schmerzen) hat gezeigt, dass Antiepileptika mit einem

erhöhten Risiko für suizidale Ereignisse (Suizidgedanken und -versuche) im Vergleich zu

Placebo verbunden sind. Die Ereignisse waren gleichmäßig über alle untersuchten Präparate

verteilt und traten zwischen der zweiten und 24. Behandlungswoche auf. Das Risiko für

Suizidgedanken und -versuche bei Patienten mit einer Antiepileptika-Therapie wird auf 0,43%

geschätzt, nahezu doppelt so hoch wie in der Placebogruppe (0,24%), was einer Zunahme um

2 pro 1000 Patienten in der Verumgruppe verglichen mit der Placebogruppe entspricht.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Der Wirkstoff wird aus den magensaftresistenten Kapseln erst im Dünndarm freigesetzt und

dort resorbiert. Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt nahezu 100%. Plasmaspitzenwerte

werden 2 - 3 Stunden nach der Verabreichung erreicht. Gleichzeitige Nahrungsaufnahme hat

keinen Einfluss auf die Menge des resorbierten Wirkstoffes. Steady-state-Plasmaspiegel

werden je nach Dosisintervall nach 2 - 4 Tagen erreicht. Therapeutisch wirksame Plasma-

konzentrationen liegen bei Patienten mit Epilepsie im Bereich von 40 - 100 mg/l (278 - 694

µmol/l), bei manchen Patienten mit bipolaren Störungen oder Migräne zwischen 50 und 125

mg/l (300 - 750 µmol/l).

Eine große inter- und intraindividuelle Variabilität der Plasmaspiegel wurde beobachtet.

Verteilung

Die Valproatbindung an Serumproteine beträgt etwa 80 - 95%. Bei Plasmaspiegeln über

100 mg/l erhöht sich der freie Anteil. Valproat wird vorwiegend über die Blutbahn verteilt. Die

Konzentration

Valproat

Liquor

cerebrospinalis

vergleichbar

freien

Valproatkonzentration im Plasma. Valproat passiert die Plazenta und tritt in die Muttermilch über

(1 - 10% der gesamten Serumkonzentration).

Biotransformation

Valproat wird in der Leber metabolisiert, vor allem glukuronidiert. Durch Valproat wird das

Zytochrom-P450-Enzymsystem gehemmt.

Elimination

Valproat wird vor allem renal in Form von Glucuronidaten ausgeschieden. Die Eliminations-

halbwertzeit beträgt 10 - 15 Stunden und ist bei Kindern deutlich kürzer, nämlich 6 - 10 Stunden.

Pharmakokinetische/pharmakodynamische Zusammenhänge

Spezielle Patientengruppen:

Ältere Patienten

Pharmakokinetik

Valproat

kann

älteren

Patienten

aufgrund

eines

erhöhten

Verteilungsvolumens und einer verminderten Proteinbindung verändert sein, wodurch der Anteil

der freien Wirkstoffkonzentration steigen kann.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Die Pharmakokinetik von Valproat kann bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

wegen einer Verminderung der Proteinbindung, die zu einer Erhöhung der freien Konzentration

der Wirksubstanz führt, verändert sein.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Zirrhose und Patienten, die vor kurzem an akuter Hepatitis erkrankt waren,

zeigten sich signifikant verlängerte Eliminationshalbwertzeiten im Vergleich zu Patienten der

Kontrollgruppe.

Dies

weist

eine

verminderte

Clearance

Patienten

Leberfunktionsstörungen hin.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In chronischen Toxizitätsstudien mit Valproat zeigte sich eine reduzierte Spermatogenese und

Hodenatrophie bei Ratten und Hunden. Genotoxizitätsstudien ergaben keine Hinweise auf ein

mutagenes Potential. In Studien zum karzinogenen Potential zeigte sich bei männlichen Ratten

eine höhere Inzidenz subkutaner Fibrosarkome. Die Signifikanz dieser Beobachtungen für

Menschen ist unbekannt. Valproat erwies sich beim Tier eindeutig als teratogen.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Kapselhülle:

Karion 83

Glycerin 85%

Gelatine

Titandioxid (E 171)

rotes Eisenoxid (E 172)

Salzsäure

Überzug:

Methacrylsäure-Ethylacrylat Copolymer (1:1)-Dispersion 30%

Triethylcitrat

Macrogol 6000

Glycerolmonostearat 45-55 Typ II

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25°C lagern. Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Aluminium/PVC-Blisterpackung oder Aluminium/PVC/PVDC-Blisterpackung mit 60 und 100

Kapseln.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

G.L. Pharma Gmbh, 8502 Lannach

8.

ZULASSUNGSNUMMER

Z.Nr.: 16.057

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 18. Mai 1977

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 29. Jänner 2013

10.

STAND DER INFORMATION

Jänner2020

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig.

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