Clomifen FERRING 50 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Clomifencitrat
Verfügbar ab:
Ferring Arzneimittel GmbH
ATC-Code:
G03GB02
INN (Internationale Bezeichnung):
Clomiphene citrate
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Clomifencitrat 50.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
3374.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Clomifen FERRING 50 mg Tabletten

Zur Anwendung bei weiblichen Erwachsenen

Wirkstoff: Clomifencitrat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben

sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Clomifen FERRING und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Clomifen FERRING beachten?

Wie ist Clomifen FERRING einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Clomifen FERRING aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Clomifen FERRING und wofür wird es angewendet?

Frauen

Kinderwunsch

funktioneller

weiblicher

Sterilität

Folge

einer

normoprolaktinämischen hypothalamisch-hypophysären Dysfunktion wie Lutealinsuffizienz,

anovulatorische Zyklen und Amenorrhoe mit nachweisbarer endogener Estrogenproduktion

und normalen oder niedrigen FSH-Spiegeln.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Clomifen FERRING beachten?

Clomifen FERRING darf nicht eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Clomifencitrat oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonsti-

gen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

wenn bei Ihnen eine Empfängnis bereits eingetreten ist,

wenn bei Ihnen eine Lebererkrankung besteht oder eine Leberfunktionsstörung bekannt

ist,

wenn Sie Blutungsstörungen (Blutungsanomalien) ungeklärter Ursache haben. Gewebe-

neubildungen (neoplastische Veränderungen) sollten ausgeschlossen werden.

wenn bei Ihnen eine Schwangerschaft unerwünscht (kontraindiziert) ist,

wenn Sie eine Funktionsschwäche der Eierstöcke bei erhöhten Gonadotropin-Spiegeln

haben,

wenn Sie Eierstockzysten haben (Gefahr der Vergrößerung),

wenn bei Ihnen bei einer vorangegangenen Clomifen-Behandlung Sehstörungen auftraten.

Wenn Sie Funktionsstörungen der Eierstöcke aufgrund erhöhter Prolaktinkonzentration (hy-

perprolaktinämischer Ovarialinsuffizienz) haben, sollte nach Ausschluss eines Tumors der

hormonproduzierenden Drüse im Gehirn (Hypophysentumors) eine Therapie mit Prolaktin-

hemmern durchgeführt werden, da eine Anwendung von Clomifen FERRING weniger erfolg-

versprechend ist.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Clomifen FERRING einnehmen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Clomifen FERRING ist erforderlich:

Vor, während und nach Ihrer Behandlung mit Clomifen FERRING sollte eine sorgfältige

ärztliche Überwachung (gynäkologische Untersuchungen, Estradiol-Bestimmung und Ult-

raschall) vorgenommen werden, da es während der Behandlung zu einer Überstimulie-

rung oder Vergrößerung der Eierstöcke kommen kann. Dies gilt vor allem beim Vorliegen

zystischer Veränderungen der Eierstöcke (polyzystisches Ovarialsyndrom).

Um eine Anwendung von Clomifen FERRING während einer Frühschwangerschaft zu

verhindern, darf ein erneuter Behandlungszyklus bei Verdacht auf eine bereits eingetre-

tene Empfängnis (z.B. bei konstant erhöhter Basaltemperatur) nur nach Ausschluss ei-

ner Frühschwangerschaft durch einen Schwangerschaftstest begonnen werden. Die Ba-

saltemperatur sollte während sämtlicher Behandlungszyklen aufgezeichnet, und Sie soll-

ten sorgfältig auf einen erfolgten Eisprung hin untersucht werden.

Da die relative Unbedenklichkeit einer zyklischen Langzeittherapie noch nicht endgültig

feststeht und die Mehrzahl der Patientinnen innerhalb der ersten 3 Zyklen einen Eisprung

(Ovulation) hat, wird eine Langzeittherapie, die 6 Monate übersteigt, nicht empfohlen.

Vor Beginn der Behandlung mit Clomifen FERRING sollten andere Sterilitätsursachen,

z.B. Veränderungen am Eileiter (anatomische Tubenveränderungen) oder Funktions-

schwäche der Eierstöcke (primäre Ovarialinsuffizienz) sowie männliche Sterilitätsfakto-

ren abgeklärt werden. Frauen mit niedrigen oder nicht messbaren Gonadotropinspiegeln

und fehlender endogener Estrogenaktivität (WHO-Gruppe I) sprechen normalerweise auf

eine Therapie mit Clomifen FERRING nicht an.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn bei Ihnen nach Beendigung des Behandlungszyklus

Bauchschmerzen, Beckenschmerzen, Spannungszustände und Gewichtszunahme auftre-

ten, da es sich um eine Vergrößerung der Eierstöcke handeln könnte.

Die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft mit den damit verbundenen

Komplikationen und Gefahren ist erhöht, wenn die Befruchtung während der Behandlung

mit Clomifen FERRING erfolgt (siehe auch Abschnitt 4).

Während der Therapie können gelegentlich verschwommenes Sehen oder andere Seh-

störungen auftreten. Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie diese Symptome bei sich

beobachten. Ihr Arzt sollte Clomifen FERRING absetzen und eine augenärztliche Unter-

suchung veranlassen. Es sollten keine weiteren Behandlungszyklen mit Clomifen FER-

RING vorgenommen werden.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Clomifen FERRING kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen

führen. Die Anwendung von Clomifen FERRING als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung

der Gesundheit führen.

Anwendung von Clomifen FERRING zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren

Ihren

Arzt

oder

Apotheker

wenn

andere

Arzneimittel

einneh-

men/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beab-

sichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind bisher nicht bekannt geworden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ih-

ren Arzt oder Apotheker um Rat.

Während der Schwangerschaft darf Clomifen FERRING nicht angewendet werden.

Deshalb sollte der Behandlung mit Clomifen FERRING eine spontane oder durch Gestagen

ausgelöste Regelblutung vorangehen.

Clomifen FERRING kann eine Abnahme der Milchmenge (Laktation) verursachen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Das Arzneimittel kann, insbesondere beim Auftreten von Sehstörungen, das Reaktionsver-

mögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder

zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusam-

menwirken mit Alkohol.

Clomifen FERRING enthält Lactose und Sucrose

Dieses Arzneimittel enthält Lactose und Sucrose. Bitte nehmen Sie Clomifen FERRING da-

her erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer

Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

Wie ist Clomifen FERRING einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen

Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Behandlung mit Clomifen FERRING darf nur unter Kontrolle eines Arztes durchgeführt

werden. Dosierungen sowie Beginn und Dauer der Therapie werden vom behandelnden Arzt

festgelegt und dürfen keinesfalls überschritten werden!

Dosierung und Art

Soweit nicht anders verordnet, beträgt die empfohlene Dosis für den ersten Behand-

lungszyklus 1 Tablette täglich über 5 Tage. Nehmen Sie die Tablette unzerkaut mit reichlich

Flüssigkeit nach einer Mahlzeit ein. Wenn der Eisprung mit dieser Dosis ausgelöst werden

kann, ist eine Dosiserhöhung in den folgenden Zyklen der Behandlung nicht notwendig.

Im Allgemeinen sollte eine Behandlung mit Clomifen FERRING am 5. Tag nach einer spon-

tanen Regelblutung oder einer durch Gestagen ausgelösten Entzugsblutung begonnen wer-

den. Bei Patientinnen, die längere Zeit keine Regelblutung hatten, kann die Therapie zu ei-

nem beliebigen Zeitpunkt erfolgen.

Dauer

Die angemessene Dauer der Behandlung liegt bei 3 Zyklen. Die Höchstdauer von 6 Behand-

lungszyklen sollte nicht überschritten werden. Auf zeitlich abgestimmten Geschlechtsverkehr

ist zu achten.

Falls eine weitere Therapie erforderlich ist, bestimmt der behandelnde Arzt den Zeitpunkt

und die Dosierung für eine erneute Anwendung von Clomifen FERRING.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die

Wirkung von Clomifen FERRING zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Clomifen FERRING eingenommen haben, als Sie

sollten

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, oder wenden Sie sich an die nächste Notfallaufnahme im Kran-

kenhaus, wenn Sie eine größere Menge dieses Arzneimittels eingenommen haben, als Sie

sollten.

Eine akute Überdosierung von Clomifen FERRING wurde bisher nicht berichtet. Mögliche

Symptome können Übelkeit, Erbrechen, Hitzewallungen, Sehstörungen und Vergrößerungen

der Eierstöcke mit Becken- oder Bauchschmerzen sein (siehe Abschnitt 4).

Es kann sein, dass die Eierstöcke erst verzögert auf die Einnahme von Clomifen FERRING

reagieren. Deshalb sollten Sie für 2-3 Wochen nach einer Überdosierung regelmäßig ärztlich

untersucht werden.

Wenn Sie die Einnahme von Clomifen FERRING vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen ha-

ben.

Wenn Sie die Einnahme von Clomifen FERRING abbrechen

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung mit diesem Arzneimittel unterbrechen

oder beenden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Nebenwirkungen während einer Behandlung mit Clomifen FERRING sind abhängig von der

Dosierung und der Behandlungsdauer.

Bedeutsame Nebenwirkungen oder Zeichen, auf die Sie achten sollten, und

Maßnahmen, wenn Sie betroffen sind

Nehmen Sie Clomifen FERRING nicht weiter ein und suchen Sie so bald wie möglich Ihren

Arzt auf, wenn Nebenwirkungen auftreten, insbesondere allergische Reaktionen,

Sehstörungen oder Unterleibsbeschwerden.

Mögliche Nebenwirkungen

Sehr häufig (betrifft mehr als 1 von 10 Behandelten):

Hautrötung („Flush“) durch Erweiterung oberflächlicher Blutgefäße, Hitzewallungen;

diese verschwinden nach Absetzen der Behandlung wieder

Vergrößerung der Eierstöcke (siehe Abschnitt 2. „Was müssen Sie vor der Einnahme

von Clomifen FERRING beachten?“)

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Kopfschmerzen

Sehstörungen

Unterbauchbeschwerden wie Spannungsgefühl und Blähungen (oft in

Zusammenhang mit Mittelschmerz, prämenstruellem Syndrom oder Vergrößerung

der Eierstöcke), Übelkeit, Erbrechen

Brustspannen

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Depressionen, Nervosität

Benommenheit, Schlaflosigkeit, Schwindel

Hautreaktionen (entzündliche Hautreaktionen, Hautblutungen, akute entzündliche

Erkrankung der Haut (Erythema exsudativum multiforme), allergische

Hauterscheinungen, angioneurotisches Ödem und juckende Quaddeln

(Nesselsucht))

Lichtempfindlichkeit

vorübergehender Haarausfall

häufiges Wasserlassen

verstärkte Regelblutungen

Gewichtszunahme

Müdigkeit

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Verschlimmerung von psychotischen Störungen bei vorbelasteten (prädisponierten)

Patientinnen

Äußerung der Sehstörungen in Augenflimmern, verschwommenem Sehen,

Fleckensehen oder Wahrnehmung von Lichtblitzen. Nach bisher vorliegenden

Beobachtungen handelt es sich um vorübergehende Erscheinungen, die nach

Absetzen des Arzneimittels wieder verschwinden

Beeinträchtigung der Leberfunktion, Veränderungen bestimmter

Leberfunktionswerte, Gelbsucht durch Stauung von Gallenflüssigkeit

Überreizung (Überstimulation) der Eierstöcke (siehe Abschnitt 2. „Was müssen Sie

vor der Einnahme von Clomifen FERRING beachten?“). Im Extremfall entstehen

dadurch ausgeprägte Eierstockzysten mit Bauchwassersucht,

Flüssigkeitsansammlungen im Brustraum und Reizerscheinungen in der Bauchhöhle

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

in Einzelfällen: Krampfanfälle

Heranreifung mehrerer Eizellen. Die Wahrscheinlichkeit einer

Mehrlingsschwangerschaft mit den damit verbundenen Komplikationen und Gefahren

ist erhöht, wenn die Befruchtung während der Behandlung mit Clomifen FERRING

erfolgt.

Bei starker Überstimulation der Eierstöcke besteht erhöhte Gefahr, dass es zu

Blutgerinnseln mit Gefäßverschluss (Thromboembolien) kommt (siehe Abschnitt 2. „Was

müssen Sie vor der Einnahme von Clomifen FERRING beachten?“).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie

können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Clomifen FERRING aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Durchdrückpackung bzw. dem Umkarton

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apothe-

ker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen da-

mit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Clomifen FERRING enthält:

Wirkstoff

Clomifencitrat.

Tablette

enthält

Clomifencitrat

entsprechend

33,94 mg Clomifen.

Die sonstigen Bestandteile sind: Sucrose, Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Vorverkleisterte

Stärke (Mais), Magnesiumstearat (Ph. Eur.), Eisen (III)-hydroxid-oxid.

Wie Clomifen FERRING aussieht und Inhalt der Packung:

Clomifen FERRING ist in PVC/Aluminiumblistern mit 10 beigefarbenen, runden Tabletten er-

hältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

FERRING Arzneimittel GmbH

Fabrikstraße 7

D-24103 Kiel

Telefon 0431/5852 0

Telefax 0431/5852 74

Hersteller

FERRING GmbH

Wittland 11

D-24109 Kiel

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt im März 2017 genehmigt.

Wenn Sie weitere Informationen benötigen, wenden Sie sich bitte an folgende E-Mail-

Adresse: info-service@ferring.de

FERRING und das FERRING-Logo sind Warenzeichen von Ferring B.V. © 2017 Ferring

B.V.

1/12

FACHINFORMATION

1.

Bezeichnung des Arzneimittels

Clomifen FERRING 50 mg Tabletten

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Jede Tablette enthält 50 mg Clomifencitrat entsprechend 33,94 mg Clomifen

Sonstiger Bestandteil: Jede Tablette enthält 67,5 mg Lactose-Monohydrat

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

Darreichungsform

Runde, beigefarbene, biplane Tabletten mit Facette.

4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Bei Frauen mit Kinderwunsch und funktioneller weiblicher Sterilität als Folge einer nor-

moprolaktinämischen hypothalamisch-hypophysären Dysfunktion wie Lutealinsuffizienz, a-

novulatorische Zyklen und Amenorrhoe mit nachweisbarer endogener Estrogenproduktion

und normalen oder niedrigen FSH-Spiegeln.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Behandlung mit Clomifen FERRING darf nur unter Kontrolle eines Arztes durchgeführt

werden. Dosierung sowie Beginn und Dauer der Therapie werden vom behandelnden Arzt

festgelegt und dürfen keinesfalls überschritten werden.

Die empfohlene Dosis für den ersten Zyklus der Behandlung mit Clomifen FERRING ist

50 mg (1 Tablette) täglich über 5 Tage. In der Regel wird die Behandlung am 5. Tag nach

einer spontanen oder induzierten Blutung begonnen. Die Therapie kann bei Patientinnen, die

längere Zeit keine Menstruation hatten, zu jedem beliebigen Zeitpunkt beginnen. Wenn die

Ovulation mit dieser Dosis ausgelöst werden kann, ist eine Dosiserhöhung in den folgenden

Zyklen der Behandlung nicht notwendig.

Wird mit dieser Dosis keine Ovulation ausgelöst, sollte ein zweiter Zyklus mit einer Dosis von

100 mg pro Tag (2 Tabletten Clomifen FERRING, als Einzeldosis gegeben) über 5 Tage

folgen. Dieser Zyklus sollte ca. 30 Tage nach dem ersten beginnen. Die Dosis sollte

100 mg pro Tag nicht überschreiten und die Therapie nicht länger als 5 Tage andau-

ern.

Wenn eine Dosiserhöhung geplant ist, sollten die besonderen Warnhinweise und Vorsichts-

maßnahmen für die Anwendung (Abschnitt 4.4) beachtet werden und bedacht werden, dass

Nebenwirkungen häufiger auftreten können.

2/12

Besondere Sorgfalt durch eine niedrigere Dosierung oder kürzere Dauer eines Behand-

lungszyklus wird für Patientinnen mit einer übermäßigen Empfindlichkeit gegenüber Gona-

dotropin, wie z. B. bei Patientinnen mit polyzystischem Ovar, empfohlen.

Art und Dauer der Anwendung

Die Tablette soll unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit nach einer Mahlzeit eingenommen wer-

den.

Die Dauer eines Behandlungszyklus sollte 5 Tage nicht überschreiten. Die adäquate Dauer

der Behandlung liegt bei 3 Zyklen, in denen Ovulationen ausgelöst wurden. Bei Patientinnen,

bei denen nach 3 Zyklen keine Ovulation aufgetreten ist, wird eine Fortsetzung der Behand-

lung nicht empfohlen. Die Höchstdauer von 6 Behandlungszyklen sollte nicht überschritten

werden (siehe Abschnitt 5.3 und Abschnitt 4.4), da erfahrungsgemäß dann nicht mehr mit

einer Schwangerschaftsauslösung zu rechnen ist.

Die Patientin sollte auf die Bedeutung der zeitlich abgestimmten Kohabitation hingewiesen

werden. Nach erfolgreicher Ovulationsauslösung sollte jeder weitere Behandlungszyklus mit

Clomifen ungefähr am 5. Zyklustag beginnen, damit regelmäßige ovulatorische Zyklen er-

reicht werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Clomifencitrat, Lactose oder einen der in Abschnitt 6.1 ge-

nannten sonstigen Bestandteile

Patientinnen mit bereits eingetretener Konzeption

bestehende Lebererkrankung oder bekannte Leberfunktionsstörung

Blutungsanomalien ungeklärter Ursache

neoplastische Veränderungen

Frauen, bei denen eine Schwangerschaft kontraindiziert ist

hypergonadotrope Ovarialinsuffizienz

Eierstockzysten, wegen der Gefahr einer Vergrößerung

Sehstörungen nach vorangegangener Clomifen-Behandlung

Bei Patientinnen mit hyperprolaktinämischer Ovarialinsuffizienz sollte nach Ausschluss eines

Hypophysentumors eine Therapie mit Prolaktinhemmern durchgeführt werden, da eine An-

wendung von Clomifen FERRING weniger erfolgversprechend ist.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Vor, während und nach der Clomifen-Behandlung sollte eine sorgfältige Überwachung

(gynäkologische Untersuchungen, Estradiol-Bestimmung und Ultraschall) der Patientinnen

vorgenommen werden, da es während der Behandlung potenziell zu einer Überstimulierung

oder Vergrößerung der Ovarien kommen kann.

Clomifen FERRING darf nur dann angewendet werden, wenn mit Sicherheit eine bereits

erfolgte Konzeption ausgeschlossen werden kann.

Da die relative Unbedenklichkeit einer zyklischen Langzeittherapie noch nicht endgültig fest-

steht und die Mehrzahl der Patientinnen innerhalb der ersten 3 Zyklen Ovulationen hat, wird

eine Langzeittherapie, die 6 Monate übersteigt, nicht empfohlen.

3/12

Diagnostik vor der Behandlung

Clomifen FERRING ist nur bei Frauen mit Ovarialinsuffizienz bzw. ovarieller Dysfunktion

indiziert, wie in dieser Fachinformation in Abschnitt 4.1 beschrieben.

Vor Beginn der Behandlung sollten andere Ursachen für Sterilität wie z. B. anatomische Tu-

benveränderungen oder primäre Ovarialinsuffizienz sowie männliche Sterilitätsfaktoren aus-

geschlossen bzw. adäquat behandelt werden.

Clomifen FERRING ist bei Patientinnen mit primärer Hypophysen- oder Ovarialstörung und

anderen

Ursachen

ovulatorischer

Störungen

Schilddrüsen-

oder

Nebennie-

renerkrankungen nicht wirksam.

Adäquate Östrogenspiegel, sind Hinweis für eine günstige Prognose bezüglich des Auslö-

sens von Ovulationen durch Clomifen FERRING. Ein niedriger Östrogenspiegel, obwohl

prognostisch weniger günstig, schließt aber eine erfolgreiche Anwendung von Clomifen

FERRING nicht aus.

Frauen mit niedrigen oder nicht messbaren Gonadotropinspiegeln und fehlender endogener

Östrogenaktivität (WHO-Gruppe 1) sprechen normalerweise auf eine Therapie mit Clomifen

FERRING nicht an.

Hinweise für gynäkologische Untersuchungen

Eine gynäkologische Untersuchung soll vor Beginn und vor jedem folgenden Therapiezyklus

mit Clomifen FERRING durchgeführt werden.

Beim Vorliegen einer Ovarialzyste einschließlich einer ovariellen Endometriose sollte Clomi-

fen FERRING nicht verwendet werden, da durch die Stimulation der Ovarien eine abnorme

Vergrößerung der Eierstöcke durch Überstimulierung eintreten kann. Grundsätzlich, vor al-

lem aber bei Patientinnen mit polyzystischem Ovar, sollte die niedrigste Dosis, mit der noch

günstige Ergebnisse zu erwarten sind, verordnet werden. Es ist zu beachten, dass Patien-

tinnen mit polyzystischem Ovar verstärkt auf normale Dosen von Clomifen reagieren kön-

nen.

Es ist zu bedenken, dass eine maximale Vergrößerung des Ovars erst einige Tage nach

Beendigung des Behandlungszyklus auftreten und einige Tage anhalten kann. Die Patien-

tinnen sollten aufgeklärt werden, ihren Arzt bei abdominellen oder Beckenschmerzen, Span-

nungszuständen und Gewichtszunahme nach Einnahme von Clomifen FERRING zu infor-

mieren, und es sollte eine sorgfältige Untersuchung erfolgen.

Falls

eine

Ovarvergrößerung

auftritt,

sollen

weitere

Behandlungszyklen

Clomifen

FERRING solange ausgesetzt werden, bis die Ovarien ihre Größe wie vor der Therapie er-

reicht haben. Danach sollte ein kürzerer Behandlungszyklus oder eine niedrigere Dosis ver-

abreicht

werden.

Eine

gelegentliche

der Anwendung von

Clomifen FERRING ein-

hergehende Ovarvergrößerung und Zystenbildung geht spontan innerhalb weniger Tage

oder Wochen nach Absetzen der Therapie zurück. Falls keine chirurgische Indikation zur

Laparotomie gegeben ist, sollte eine derartige zystische Vergrößerung konservativ behan-

delt werden.

Mehrlingsschwangerschaft

Mehrlingsschwangerschaften treten häufiger auf, wenn die Konzeption während eines Zy-

klus nach Einnahme von Clomifen FERRING erfolgt ist. Das mögliche Auftreten und die

Komplikationen von Mehrlingsschwangerschaften sollten mit der Patientin besprochen wer-

den (siehe Abschnitt 5.1).

4/12

Hinweise zur Aufklärung der Patientin über Aborthäufigkeit und Anomalien

Die Häufigkeit von Anomalien bei Patientinnen mit Schwangerschaften durch Clomifen

FERRING lag in den klinischen Studien innerhalb der publizierten Angaben für den Durch-

schnitt der Bevölkerung (siehe Abschnitt 5.1).

Sehstörungen

Die Patientinnen sollten darauf hingewiesen werden, dass während der Therapie mit Clomi-

fen FERRING gelegentlich verschwommenes Sehen oder andere Sehstörungen auftreten

können. Die Bedeutung dieser Symptome ist noch nicht völlig abgeklärt. Wenn sie auftreten,

sollte Clomifen FERRING abgesetzt und eine eingehende ophthalmologische Untersuchung

durchgeführt werden. Es sollten dann keine weiteren Behandlungszyklen mit Clomifen

FERRING vorgenommen werden.

Die Anwendung von Clomifen FERRING kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen

führen.

Die Anwendung von Clomifen FERRING als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der

Gesundheit führen.

Patientinnen mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glu-

cose-Galactose-Malabsorption sollten Clomifen FERRING nicht einnehmen. Auch Patientin-

nen mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz oder Saccharase-Isomaltase-Mangel

sollten Clomifen FERRING nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind bisher nicht bekannt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Die Anwendung von Clomifen FERRING ist in der Schwangerschaft kontraindiziert.

Obgleich

teratogenes

Potential

Clomifen

bisher

nicht

bewiesen

wurde,

sollte

Clomifen FERRING während einer Schwangerschaft nicht verabreicht werden. Daher sollte

der Behandlung mit Clomifen FERRING eine spontane oder durch Gestagen induzierte

Menstruation vorangehen.

Zur Vermeidung einer unbeabsichtigten Anwendung von Clomifen FERRING in der Frühgra-

vidität sollte die Basaltemperatur durch sämtliche Behandlungszyklen hindurch aufgezeich-

net und die Patientin einer sorgfältigen Beobachtung unterzogen werden, um festzustellen,

ob eine Ovulation erfolgt ist. Wenn nach Clomifen FERRING die Basaltemperatur biphasisch

verläuft und keine Menstruation eintritt, sollte die Patientin eingehend untersucht und ein

Schwangerschaftstest vorgenommen werden, bevor ein neuer Behandlungszyklus begon-

nen wird.

Es ist nicht bekannt, ob Clomifencitrat in die Muttermilch übergeht. Clomifen kann eine

hemmende Wirkung auf die Laktation haben.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Die Patientinnen sollten darüber aufgeklärt sein, dass nach dem Auftreten visueller Symp-

tome das Reaktionsvermögen z. B. im Straßenverkehr oder beim Bedienen von Maschinen,

besonders unter variablen Lichtverhältnissen, beeinträchtigt werden kann.

5/12

4.8

Nebenwirkungen

Die während einer Therapie mit Clomifen FERRING möglichen Nebenwirkungen sind übli-

cherweise abhängig von der Höhe der Dosierung und der Dauer der Therapie.

Beim Auftreten von Nebenwirkungen (insbesondere allergische Reaktionen, Sehstörungen

und Unterleibsschmerzen) ist das Arzneimittel sofort abzusetzen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde

gelegt:

Sehr häufig:

(≥ 1/10)

Häufig:

(≥ 1/100 bis <1/10)

Gelegentlich:

(≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten:

(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten:

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

MeDRA-

Systemor-

ganklassen

Sehr Häufig

Häufig

Gelegentlich

Sehr selten

Nicht bekannt

Psychiatrische

Erkrankungen

Verschlimme-

rung von psy-

chotischen

Störungen bei

prädisponier-

ten Patientin-

Erkrankungen

des Nerven-

systems

Kopfschmer-

Benommen-

heit, Schlaflo-

sigkeit,

Schwindel,

Depressionen,

Nervosität

In Einzelfällen:

Krampfanfälle

Augenerkran-

kungen

Sehstörungen

Manifestation

der Sehstö-

rungen in Au-

genflimmern,

verschwom-

menem Sehen

und entopti-

schen Er-

scheinungen

wie Flecken-

sehen oder

Lichtblitzen.

Nach bisher

vorliegenden

Beobachtun-

gen handelt es

sich dabei um

vorüberge-

hende Er-

scheinungen,

die nach Ab-

setzen von

Clomifen

FERRING

verschwinden.

6/12

Gefäßerkran-

kungen

Vasomotori-

scher Flush

und Hitzewal-

lungen (sofort

reversibel

nach der The-

rapie)

Erkrankungen

des Gastroin-

testinaltrakts

Unterbauch-

beschwerden

wie Span-

nungsgefühl

und Blähun-

gen (oft in

Zusammen-

hang mit Mit-

telschmerz,

prämenstruel-

lem Syndrom

oder Vergrö-

ßerung der

Ovarien),

Übelkeit und

Erbrechen

Leber- und

Gallenerkran-

kungen

Beeinträchti-

gung der Le-

berfunktion,

Bromsulphal-

ein (BSP)-

Retention von

mehr als 5%,

cholestati-

scher Ikterus

Erkrankungen

der Haut und

des Unter-

hautzellgewe-

Hautreaktio-

nen (Dermati-

tis, Ekchymo-

sen, Erythema

exsudativum

multiforme,

allergische

Hauterschei-

nungen, angi-

oneurotisches

Ödem und

Urtikaria),

Lichtempfind-

lichkeit, pas-

sagerer Haar-

ausfall

Erkrankungen

der Nieren und

Harnwege

häufige Mikti-

Erkrankungen

der Ge-

schlechtsor-

gane und der

Brustdrüse

Vergrößerung

der Ovarien

Brustspannen

verstärkte

Menstruation

Überstimulati-

on der Ovarien

Heranreifung

mehrerer Fol-

likel

Allgemeine

Erkrankungen

und Be-

schwerden am

Verabrei-

chungsort

Gewichtszu-

nahme,

Müdigkeit

7/12

Beschreibung einzelner Symptome

Eierstockvergrößerung

In empfohlenen Dosen ist eine abnorme Eierstockvergrößerung selten, obwohl die übliche

zyklische Variation der Eierstockgröße verstärkt werden kann. Ähnlich kann der zyklische

ovarielle Schmerz (Mittelschmerz) etwas verstärkt werden. Mit höheren oder länger verab-

reichten Dosen kann die Eierstockvergrößerung etwas häufiger auftreten, und Zystenbil-

dung könnte möglich sein. Die luteale Phase des Zyklus kann verlängert sein.

In seltenen Fällen wurden erhebliche Ovarvergrößerungen beschrieben. Es liegt der Be-

richt über eine Patientin mit einem polyzystischen ovariellen Syndrom vor, die täglich über

14 Tage mit 100 mg Clomifen FERRING behandelt worden war. Extrem selten kann ein

Überstimulationssyndrom mit deutlicher Vergrößerung der Eierstöcke sowie Auftreten von

Wasser im Bauchraum und auch im Brustraum mit schmerzhaften Beschwerden im Bauch-

raum auftreten. Eine bereits bestehende Bluteindickung (Hämokonzentration), Salzrückhalt

(Elektrolytretention) und vermehrte Verklumpbarkeit der Blutplättchen (Thrombozytenag-

gregation) erhöhen die Gefahr thromboembolischer Ereignisse bei schwerer Überstimulati-

on der Eierstöcke.

Abnorme Ovarvergrößerungen gehen üblicherweise spontan zurück. Die meisten Pa-

tientinnen mit dieser Störung sollen konservativ behandelt werden.

Visussymptome

Sie werden gewöhnlich als „verschwommenes Sehen“, als „Pünktchen“ oder „Flackern“

(Flimmerskotome) beschrieben, nehmen mit steigender Gesamtdosis an Häufigkeit zu und

verschwinden

innerhalb

weniger

Tage

oder

Wochen

nach

Absetzen

Clomifen

FERRING. Diese Symptome scheinen auf einer Intensivierung und Verlängerung von

Nachbildern zu beruhen. Nachbilder als solche wurden ebenfalls berichtet. Oft treten die

Symptome erst dann in Erscheinung oder verstärken sich, wenn die Patientin einer heller

erleuchteten Umgebung ausgesetzt ist. Obgleich allgemein die Sehschärfe nicht beein-

flusst wird, entwickelte eine Patientin bei Einnahme von 200 mg Clomifen täglich am 7.

Behandlungstag verschwommenes Sehen, das bis zu deutlicher Verminderung der Seh-

schärfe am 10. Tag fortschritt. Es fand sich keine weitere Abnormalität. Am 3. Tag nach

Absetzen der Therapie war die Sehschärfe wieder normal.

Ferner

wurde

über

ophthalmologisch

abgrenzbare

Skotome

funktionelle

Verän-

derungen der Retinazellen (elektroretinographisch) berichtet. Eine Patientin, die während

einer klinischen Studie behandelt wurde, entwickelte nach längerer Anwendung von Clomi-

fen FERRING Skotome, die am 32. Tag nach Beendigung der Therapie verschwanden. Bei

einer 34jährigen Patientin, die 3 Behandlungszyklen mit Clomifen FERRING erhalten hatte,

zeigte die mikroskopische Untersuchung mit der Spaltlampe eine geringgradige subkap-

suläre Opaleszenz in den hinteren Linsenrinden beider Augen; die ophthalmoskopische

Untersuchung ergab normale Befunde. Die ophthalmologische Diagnose lautete Cataracta

senilis polaris posterior.

Leberfunktion

Eine Bromsulphalein(BSP)-Retention von mehr als 5 % wurde bei 32 von 141 Patientinnen,

bei denen die Messung durchgeführt wurde, berichtet. Insgesamt 5 von 43 Patientinnen, die

die empfohlene Dosis einnahmen, wiesen solche Veränderungen auf. Die Retentionen wa-

ren meist minimal, sofern nicht eine langfristige kontinuierliche Verabreichung von Clomifen

FERRING erfolgt war oder falls nicht eine davon offenbar unabhängige Lebererkrankung

8/12

bestand. Andere Leberfunktionsproben waren normal. In einer späteren kontrollierten rand-

omisierten

Studie,

Patientinnen

über

aufeinanderfolgende

Monate

Clomifen

FERRING (50 oder 100 mg täglich über 3 Tage) oder Placebo eingenommen hatten, wurden

die Retentionstests bei insgesamt 94 Patientinnen durchgeführt. Überschreitungen von 5 %

wurden bei 11 Patientinnen festgestellt, 6 von ihnen hatten Clomifen FERRING, 5 Placebo

eingenommen. Eine Patientin (Einzelfallbericht) hatte am 19. Behandlungstag einen Ikterus.

Die Leberbiopsie ergab eine Cholestase ohne Zeichen einer Hepatitis.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wich-

tigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses

des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachts-

fall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Eine akute Überdosierung von Clomifen FERRING wurde bisher nicht berichtet. Eventuell zu

erwarten sind folgende Symptome: Nausea, Erbrechen, Hitzewallungen, Sehstörungen wie

verschwommenes Sehen oder Blitzen, Skotome und Ovarvergrößerungen mit Schmerzen im

Becken- oder Bauchbereich. Eine Hyperstimulation kann theoretisch mit Gewichtszunahme

und Ascites einhergehen. Eine maximale Vergrößerung der Ovarien kann u. U. erst einige

Tage nach Absetzen des Präparates auftreten.

Beim Auftreten von Intoxikationen sollten Magenspülungen durchgeführt oder Brechmittel

eingesetzt werden. Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt. Die unerwünschten Wirkungen

von Clomifen FERRING sind vorübergehend und verschwinden nach Absetzen der Tablet-

teneinnahme. Da das Ansprechen der Ovarien auf Clomifen FERRING einige Zeit benötigt,

sollten Patientinnen im gebärfähigen Alter, die eine Überdosis genommen haben, über etwa

2 bis 3 Wochen wegen einer möglichen Ovarvergrößerung beobachtet werden.

5.

Pharmakologische Eigenschaften

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Ovulationsauslöser, synthetisch

ATC-Code: G03GB02

Das Ansprechen der Ovarfunktion auf Clomifen FERRING erfolgt offensichtlich durch eine

vermehrte Ausschüttung von hypophysären Gonadotropinen, die wiederum die Reifung und

endokrine Aktivität des Follikels im Ovar sowie anschließend die Ausbildung und Funktion

des Corpus luteum stimulieren. Die Rolle der Hypophyse geht aus der gesteigerten Gona-

dotropinausscheidung im Urin und der Reaktion des Ovars, die mit einer gesteigerten Aus-

scheidung von Östrogenen im Urin verbunden ist, hervor.

9/12

Der Wirkungsmechanismus von Clomifen FERRING ist noch nicht vollständig geklärt. Die

Mehrzahl der Untersucher beschreibt ihn wie folgt: Durch Besetzung der Östrogenrezepto-

ren wird der Negativrückkopplungsmechanismus auf die Hypophyse aufgehoben, und es

kommt zu einer vermehrten Freisetzung von Gonadotropinen. Diese vermehrte Gonado-

tropinfreisetzung stimuliert Reifung und endokrine Aktivität des Follikels im Ovar sowie an-

schließend Ausbildung und Funktion des Corpus luteum.

Klinische Studien Mehrlingsschwangerschaften

Bei 2369 Schwangerschaften im Rahmen klinischer Prüfungen traten 2183 (92,1 %) Einzel-

schwangerschaften, 165 (6,9 %) Zwillings-, 11 (0,5 %) Drillings-, 7 (0,3 %) Vierlings- und 3

(0,13 %) Fünflingsschwangerschaften auf (insgesamt 186 = 7,9 % Mehrlingsschwanger-

schaften.). Bei den 165 Zwillingsschwangerschaften, von denen ausreichende Informationen

vorlagen, lag das Verhältnis von monozygoten zu dizygoten Zwillingen bei 1 zu 5.

Klinische Studien Aborte und Anomalien

Unter den spontan berichteten Geburtsanomalien nach clomifeninduzierter Schwangerschaft

befanden sich einige Neuralrohrstörungen. In Populationsstudien konnte jedoch kein Zu-

sammenhang mit der Ovulationsinduktion gefunden werden. Es wurden vereinzelt Berichte

über die mögliche Erhöhung des Risikos eines Down-Syndroms und eine Steigerung der

Trisomie-Rate bei Aborten von subfertilen Frauen, die ovulationsinduzierende Medikamente

(keine Frau mit Clomifen FERRING alleine und ohne weitere ovulationsauslösende Medika-

mente) veröffentlicht. Es gibt jedoch bisher keinen Anhalt für die Annahme eines erhöhten

Risikos derartiger Störungen, die eine Amniozentese zur Ermittlung eines potentiellen Risi-

kos rechtfertigen würden.

Die Ergebnisse aller Untersuchungen während der klinischen Studien mit Clomifen

FERRING zu Fruchtabgängen ergaben eine Rate von 21,4 %. Die Abortrate lag bei 19 %.

Ektopische Schwangerschaften wurden in 1,18 %, Molen in 0,17 %, ein Fetus papyraceous

in 0,04 % und Totgeburten in 1,01 % der Fälle festgestellt. Eine versehentliche Einnahme

von Clomifen FERRING nach einer Konzeption wurde von insgesamt 158 der 2369 Patien-

tinnen in den klinischen Studien berichtet. Von diesen Neugeborenen wiesen 8 Kinder (ge-

boren von 7 Müttern) Anomalien auf. Es bestand zwischen der berichteten Inzidenz von Ge-

burtsdefekten in Abhängigkeit von der Einnahme von Clomifen FERRING vor dem 19. oder

zwischen dem 20. und 35. Tag kein Unterschied. Die Inzidenz der Anomalien lag innerhalb

des Bereichs, der für die Gesamtbevölkerung angegeben wird.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Oral eingenommenes

C-markiertes Clomifendihydrogencitrat wird beim Menschen rasch

resorbiert. Die kumulative Ausscheidung der

C-markierten Substanz über Urin und Stuhl

lag 5 Tage nach Einnahme bei 6 Probanden im Durchschnitt bei 50 % der oralen Dosis. Die

mittlere Urinausscheidung betrug 7,8 %, die mittlere fäkale Ausscheidung 42,4 %. Im Urin

und Stuhl von 6 Probanden wurde eine mittlere Ausscheidungsrate der

C-markierten Sub-

stanz von 0,73 % pro Tag nach 31 bis 35 und 0,54 % pro Tag nach 42 bis 45 Tagen über 14

bis 53 Tage nach Clomifen-Einnahme gefunden. Die verbleibende Restmenge des Stoffs

bzw. der Metaboliten wird wahrscheinlich aus einem abgegrenzten enterohepatischen Rezir-

kulationsgebiet langsam ausgeschieden. Eine geringe Menge von Clomifen FERRING und/

oder seinen Metaboliten (hier gemessen als

C-markierte Substanzen) scheint deshalb bei

Frauen, die während des durch Clomifen FERRING ausgelösten Zyklus empfangen haben,

während der Schwangerschaft im Körper zu verbleiben.

Bioverfügbarkeit

Im Rahmen eines randomisierten 3-Phasen-Crossovers wurden insgesamt 24 gesunde

Frauen mit einer Einzeldosis von 50 mg Clomifen FERRING in drei Formulierungen unter-

sucht.

10/12

Resultate:

Pharmakokinetische Parameter nach Einmalgabe von 50 mg Clomifen FERRING

Formulierung

C

max

1)

(ng/ml)

T

max

2)

(h)

AUC

0–24

3)

(ng/ml/h)

AUC

0 –336

4)

(ng/ml/h)

Serophene

8,38

6,61

129,55

655,08

Clomid (Canada)

8,38

6,48

130,49

639,87

Clomid (USA)

8,93

6,65

131,89

631,26

Maximale Konzentration

Zeitpunkt der max. Konzentration

0–24

: Fläche unter der Kurve 0 – 24 Std.

0-336

: Fläche unter der Kurve 0 – 336 Std.

Abb.: Mittelwerte der Plasmakonzentrationen von cis-Clomifen (x - x) und trans-Clomifen (o -

o) nach Einmalgabe von 50 mg Clomifen FERRING

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die LD

für die orale Anwendung betrug bei der Ratte 5750 mg und bei der Maus 1700 mg

pro kg Körpergewicht. Die entsprechenden Werte bei intraperitonealer Applikation lagen bei

beiden Spezies bei 530 bzw. 390 mg/kg Körpergewicht.

11/12

Die chronische Toxizität wurde bei Ratten und Hunden untersucht. Ratten erhielten 5, 15

und 40 mg pro kg Körpergewicht pro Tag bis zu 53 Wochen lang. Die maximale Ver-

träglichkeit lag bei einer Tagesdosis von 40 mg pro kg Körpergewicht. Sämtliche Do-

sishöhen verringerten in geringem Maß Wachstumsrate und Futterverbrauch. Es wurden

keine signifikanten hämatologischen Abweichungen beobachtet. Bei Tieren, die 5 bis 40 mg

pro kg Körpergewicht pro Tag über die Dauer von 53 Wochen erhielten, lichtete sich das

Fell, wobei sich der Umfang der Veränderungen nach Dosishöhe und Anwendungsdauer

richtete. Subkapsuläre Katarakte traten bei 4 von 29 Tieren, die 53 Wochen lang 40 mg pro

kg Körpergewicht pro Tag erhielten, auf. Bei einem dieser Tiere zeigte sich die Trübung erst

nach der 31. Woche. Bei Ratten, die 5 bis 15 mg pro kg Körpergewicht pro Tag 53 Wochen

erhielten, wurden keine Katarakte beobachtet.

Bei Hunden, denen Clomifen FERRING in Dosen von 5, 15 und 40 mg pro kg Körpergewicht

über 53 Wochen verabreicht wurde, zeigten sich keine signifikanten Änderungen bezüglich

Futterverbrauch,

Körpergewicht,

hämatologischem

Befund

oder

Urinstatus.

Auch

rumtransaminasen, alkalische Phosphatase, Bilirubin, Glukose, Harnstoff-Stickstoff und Uri-

nanalyse blieben im Normbereich. Unter einer Dosis von 15 und 40 mg pro kg Kör-

pergewicht pro Tag sank der Plasmacholesterinspiegel, die Plasmadesmosterinwerte stie-

gen an.

Untersuchungen zum Einfluss auf die Teratogenese wurden an Ratten und Kaninchen vor-

genommen. Trächtige Ratten erhielten während des Zeitraums der Organogenese 1,6 bis

200 mg pro kg Körpergewicht pro Tag Clomifen FERRING oral. In der Gruppe, die 8 mg pro

kg KG/die erhalten hatte, wurden Missbildungen bei einem von 5 Würfen festgestellt. Höhe-

re orale Dosen (40 bis 200 mg pro kg Körpergewicht pro Tag) hemmten die fetale Entwick-

lung.

Subkutane Clomifen-Gaben von 1,6 bis 1000 mg pro kg KG/die an einem Tag (dem 12.) der

Trächtigkeit während der Organogenese führen zu einer dosisabhängigen Zunahme der

Häufigkeit von Missbildungen. Nach oraler Gabe von 20 und 40 mg pro kg KG/die vom 8. bis

15. Tag der Tragzeit wurden bei Kaninchen deformierte Feten beobachtet. Nach oralen Do-

sen von 8 mg pro kg KG/die wurden keine deformierten Feten festgestellt.

6.

Pharmazeutische Angaben

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Sucrose, Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Vorverkleisterte Stärke (Mais), Magnesiumstea-

rat (Ph. Eur.), Eisen (III)-hydroxid-oxid.

6.2

Inkompatibilitäten

Inkompatibilitäten sind bisher nicht bekannt.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/Aluminiumblister mit 10 Tabletten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen

12/12

7.

Inhaber der Zulassung

FERRING Arzneimittel GmbH

Fabrikstraße 7

24103 Kiel

Tel.: (0431) 5852-0

Fax.: (0431) 5852-74

8.

Zulassungsnummer

3374.00.00

9.

Datum der Erteilung der Zulassung / Verlängerung der Zulassung

19.09.1983 / 20.07.2010

10.

Stand der Information

März 2017

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an folgende e-mail Adresse: info-

service@ferring.de

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen