Clexane 8.000 I. E. (80 mg)/0,8 ml Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Enoxaparin-Natrium
Verfügbar ab:
EurimPharm Arzneimittel GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Enoxaparin sodium
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Enoxaparin-Natrium 80.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
54400.01.00

0380-ZB001b

Liebe Patientin, lieber Patient!

Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält,

was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Arzt

oder Apotheker.

Gebrauchsinformation

Clexane 80 mg

Wirkstoff: Enoxaparin-Natrium

Zusammensetzung

Eine Fertigspritze mit 0,8 ml Injektionslösung enthält:

Arzneilich wirksamer Bestandteil:

80 mg Enoxaparin-Natrium (entsprechend 8000 I.E. anti-Xa)

Sonstiger Bestandteil:

Wasser für Injektionszwecke.

Darreichungsform und Inhalt

Injektionslösung

Packung mit 10 Fertigspritzen zu 0,8 ml Injektionslösung

Stoff- und Indikationsgruppe

Blutgerinnungshemmendes Mittel

Import, Umpackung und Vertrieb:

Hersteller:

Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH

Aventis Pharma Spécialités

Am Gänslehen 4 – 6

Maisons-Alfort

83451 Piding

(Frankreich)

Tel.: 08651/704-0

Anwendungsgebiete

- Behandlung von Verengungen der tiefen Venen durch Blutgerinnsel (Therapie tiefer Venenthrombosen)

- Behandlung herzbedingter Schmerzen im Brustkorb (Therapie der instabilen Angina pectoris) und einer

bestimmten Form des Herzinfarktes ohne Q-Wellen im EKG (Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt):

Clexane 80 mg ist angezeigt zur Verhinderung von erneut auftretender schwerer Angina pectoris oder eines

drohenden Herzinfarktes bei Patienten mit instabiler Angina oder Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt.

Von der Behandlung mit Clexane 80 mg profitieren am ehesten Patienten, die innerhalb von 24 Stunden nach

der letzten Schmerzsymptomatik behandelt werden und die ischämische EKG-Veränderungen und/oder erhöhte

Konzentrationen von bestimmten (kardialen) Enzymen vor Therapiebeginn aufweisen.

Hinweise:

Falls eine operative Wiederherstellung der Blutversorgung (Revaskularisation, z.B. PTCA oder CABG-

Operation) während der Clexane-Therapie notwendig wird, ist Clexane 80 mg sofort abzusetzen und auf die

übliche antithrombotische Standardtherapie (z.B. unfraktioniertes Heparin) umzustellen (siehe auch

„Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise“).

Clexane 80 mg wird zusätzlich zu 100 bis 325 mg Acetylsalicylsäure (ASS) pro Tag angewendet, falls gegen

deren Anwendung keine Gegenanzeigen bestehen.

- Verhinderung eines Verschlusses der Schläuche bei der Blutwäsche (Hämodialyse) mit der künstlichen Niere

(Thromboseprophylaxe und Gerinnungshemmung bei extrakorporalem Kreislauf während der Hämodialyse).

Gegenanzeigen

Wann darf Clexane 80 mg nicht angewendet werden?

Clexane 80 mg darf nicht angewendet werden bei

- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Enoxaparin-Natrium

- kürzlich zurückliegenden (z.B. innerhalb der letzten 6 Wochen vor der Behandlung) Verletzungen oder

Operationen am Zentralnervensystem oder am Auge oder Ohr

- kürzlich (z.B. innerhalb der letzten 30 Tage vor der Behandlung) zurückliegender klinisch relevanter Blutung

(z.B. Blutung im Magen-Darm-Trakt, mit bloßem Auge sichtbarer Blutung der Geschlechtsorgane oder des

Harntraktes oder sonstiger anomaler Blutung)

- weniger als 6 Monate zurückliegendem oder akutem (oder Verdacht auf) blutigen (hämorrhagischen)

Schlaganfall oder anderen Blutungen im Schädel (intrakraniale Blutungen)

- akuter oder aus der Vorgeschichte bekannter Erkrankung im Schädel (Neoplasma, arteriovenöse Malformation,

Aneurysma)

- klinisch relevanten Gerinnungsstörungen [Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese) – auch in der

Vorgeschichte, Mangel an Gerinnungsfaktoren, Verringerung der Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie)]

- Magen- oder Darmgeschwüren

- drohender Fehlgeburt

- schweren Leber- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion

(Kreatinin-Clearance < 30 ml/min; außer beim Einsatz von Clexane 80 mg in der Hämodialyse)

- unkontrollierbarem schweren Bluthochdruck

- Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis)

- Überempfindlichkeit gegen Heparin

- aktuellem oder aus der Vorgeschichte bekanntem allergisch bedingtem Abfall der Zahl der Blutplättchen

(Thrombozytopenie, Typ II) auf Heparin

- Verdacht auf Erkrankungen der Netzhautgefäße (vaskuläre Retinopathie), Glaskörperblutungen oder anderen

Blutungen im Auge.

Clexane 80 mg darf zur Therapie der instabilen Angina pectoris nicht angewendet werden, falls der Patient vor

Behandlungsbeginn blutgerinnungshemmende Mittel (orale Antikoagulantien) eingenommen hat mit Erhöhung

bestimmter Laborwerte (INR > 1,4 bzw. Thromboplastinzeit > 14 Sekunden).

Bei der Therapie tiefer Venenthrombosen, der instabilen Angina und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes mit

Clexane 80 mg dürfen gleichzeitig bestimmte rückenmarksnahe Anästhesieverfahren (Spinal-, Peridural-,

Epiduralanästhesie, Lumbalpunktion) nicht durchgeführt werden.

Was müssen Sie in der Anwendung bei Kindern beachten?

Über die Anwendung bei Kindern liegen keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vor. Im Zweifelsfall fragen

Sie Ihren Arzt um Rat.

Was müssen Sie in Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Unter der Geburt darf die rückenmarksnahe Narkose (epidurale Anästhesie) nicht bei Schwangeren angewendet

werden, die mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln behandelt werden.

In einer klinischen Studie an Schwangeren mit künstlichen Herzklappen, die zweimal täglich 1 mg Enoxaparin-

Natrium pro kg Körpergewicht zur Verhinderung von Blutgerinnseln erhalten hatten, traten bei zwei Frauen

Blutgerinnsel auf, die zur Blockade der Herzklappe und zum Tod der Patientinnen führten. Solange keine

weiteren Informationen zur Dosierung, Wirksamkeit und Sicherheit vorliegen, wird die Verwendung von

Enoxaparin bei Schwangeren mit künstlichen Herzklappen nicht empfohlen. Zu einer Anwendung von Clexane

80 mg im ersten Drittel der Schwangerschaft liegen bisher keine Erfahrungen vor. Es liegen keine ausreichenden

Untersuchungen zur Frage eines eventuellen Überganges von niedermolekularen Heparinen in die Muttermilch

vor, jedoch erscheint ein gerinnungshemmender Effekt auf den Säugling unwahrscheinlich.

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise

Clexane 80 mg darf nicht intramuskulär verabfolgt werden.

Wann darf Clexane 80 mg nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden?

Im folgenden wird beschrieben, wann Sie Clexane 80 mg nur unter bestimmten Bedingungen anwenden dürfen.

Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Das gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen früher zutrafen.

Clexane 80 mg sollte nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei:

- Störungen der Blutplättchenfunktion

- gering bis mäßig eingeschränkter Leber-, Nieren- oder Bauchspeicheldrüsenfunktion

- magensaftbedingten Geschwüren (peptische Ulzera) in der Vorgeschichte

- Verdacht auf bösartige Geschwülste (Malignom) mit Blutungsneigung

- Nieren- und Harnleitersteinen

- gleichzeitiger Behandlung mit oralen blutgerinnungshemmenden Mitteln, Acetylsalicylsäure (ASS), Ticlopidin

- gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die den Serum-Kalium-Spiegel erhöhen. Die Serum-Kalium-

Spiegel sollten bei Risikopatienten (z.B. aufgrund von Diabetes mellitus, Einschränkung der Nierenfunktion

oder Anwendung von Arzneimitteln, die den Serum-Kalium-Spiegel erhöhen) während der Enoxaparin-

Therapie kontrolliert werden.

Es liegen keine ausreichenden Studienergebnisse zur Sicherheit und Wirksamkeit einer Verwendung von

Enoxaparin zur Verhinderung von Blutgerinnseln bei Patienten mit künstlichen Herzklappen vor. Eine

entsprechende Verwendung kann aus diesem Grunde nicht empfohlen werden (siehe „Gegenanzeigen/Was

müssen Sie in Schwangerschaft und Stillzeit beachten?“).

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?

Vor Beginn der Behandlung mit Clexane 80 mg sollten mögliche vorbestehende Blutgerinnungsanomalien

abgeklärt und während der Behandlung entsprechende Laborkontrollen durchgeführt werden. Eine sorgfältige

Überwachung der Anzeichen einer Blutung während der Therapie ist erforderlich, um ggf. Gegenmaßnahmen

einleiten zu können (siehe auch „Anwendungsfehler und Überdosierung“).

Kontrollen der Blutplättchenzahl (Thrombozytenzahl) sollen

- vor Beginn der Therapie mit Clexane 80 mg

- am 1. Tag nach Beginn der Therapie und

- anschließend während der ersten 3 Wochen regelmäßig alle 3 bis 4 Tage erfolgen.

Darüber hinaus wird eine Kontrolle der Thrombozytenzahl am Ende der Therapie empfohlen.

Welche speziellen Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen müssen beim therapeutischen Einsatz von

Clexane 80 mg beachtet werden?

Bei älteren Patienten und Patienten mit niedrigem Körpergewicht soll Clexane 80 mg mit besonderer Vorsicht

angewendet werden, weil diese Patienten ein erhöhtes Blutungsrisiko haben. Diese Patienten sind im Hinblick

auf eine Blutung eng zu überwachen.

Es bestehen keine ausreichenden Therapieerfahrungen hinsichtlich einer Enoxaparin-Anwendung während

operativer Wiederherstellung der Blutversorgung (Revaskularisation mittels PTCA oder CABG-Operation).

Daher sollte Clexane 80 mg vor einer Intervention abgesetzt und auf die übliche antithrombotische

Standardtherapie (z.B. unfraktioniertes Heparin) umgestellt werden.

In Folge seiner im Vergleich zu Heparin längeren Halbwertszeit besteht nach der Enoxaparin-Gabe eine länger

anhaltende blutgerinnungshemmende (antikoagulative) Wirkung, für deren Überwachung die aPTT und

aktivierte Gerinnungszeit (ACT)

nicht

geeignet sind. Daher darf bis zu 8 Stunden nach subkutaner

Verabreichung von 1 mg Enoxaparin-Natrium/kg KG kein intravenöses Heparin gegeben werden, bzw. zwischen

8 und 12 Stunden nach der letzten Enoxaparin-Gabe eine Heparin-Infusion nur unter äußerster Vorsicht erfolgen.

Wenn möglich sollten demzufolge Revaskularisationsmaßnahmen (PTCA, CABG) erst frühestens 12 Stunden

nach der letzten Enoxaparin-Gabe bzw. nach Umstellung auf die übliche antithrombotische Standardtherapie

erfolgen.

Muss wegen klinischer Dringlichkeit eine PTCA früher erfolgen, darf die Gefäßschleuse frühestens 8 Stunden

nach der letzten Enoxaparin-Gabe entfernt werden, um die Blutungsgefahr an der arteriellen Zugangsstelle zu

verringern. Falls während der PTCA Heparin verabreicht wurde, sollte zusätzlich vor Schleusenentfernung

sichergestellt werden, dass sich die aktivierte Gerinnungszeit (ACT) normalisiert hat (d.h. weniger als 180 s

beträgt). Es ist zu berücksichtigen, dass ein verbleibender antikoagulativer Effekt von Enoxaparin durch die

ACT-Bestimmung nicht erfasst wird (siehe oben). Deshalb sind Patienten, die noch unter Enoxaparin-Wirkung

eine dringliche PTCA oder einen CABG erhalten müssen, besonders gefährdet, Blutungen – auch schwere – zu

erleiden.

Da noch keine ausreichenden Erfahrungen bzgl. der Anwendung von Enoxaparin und Hemmstoffen bestimmter

Blutplättchenrezeptoren (GP IIb/IIIa-Rezeptorantagonisten) bzw. Clopidogrel sowie Stentimplantationen

vorliegen, ist derzeit deren gleichzeitige Anwendung nicht zu empfehlen.

Wenn bei Patienten, die wegen instabiler Angina pectoris oder Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt mit Clexane 80

mg behandelt werden, ein Q-Wellen-Myokardinfarkt auftritt, kann eine fibrinolytische Therapie angebracht sein.

Da keine Erfahrungen über die gleichzeitige Anwendung von Enoxaparin und fibrinolytischer Therapie

vorliegen, sollte bei diesen Patienten Clexane 80 mg sofort abgesetzt und eine fibrinolytische Therapie initiiert

werden. Falls seit der letzten Enoxaparin-Gabe weniger als 8 Stunden vergangen sind, sollte keine Verabreichung

von unfraktioniertem Heparin erfolgen.

Sollte unter Enoxaparin-Wirkung eine Gefäßpunktion – insbesondere eine arterielle – notwendig werden, besteht

erhöhtes Blutungsrisiko an der Punktionsstelle.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Clexane 80 mg und was muss beachtet

werden, wenn zusätzlich andere Arzneimittel angewendet werden?

Wirkungsverstärkung z.B. erhöhte Blutungsneigung durch Substanzen, die die Blutgerinnung beeinflussen, z.B.

Acetylsalicylsäure, Ticlopidin, Clopidogrel, GP IIb/IIIa-Rezeptorantagonisten (z.B. Tirofiban, Eptifibatide,

Abciximab), Dipyridamol, orale Antikoagulantien (Dicumarole), Fibrinolytika, nicht-steroidale Antirheumatika

(Substanzgruppe von Rheumamitteln), Dextran und Krebsmittel (Zytostatika).

Die Wirkung von Enoxaparin kann durch Antihistaminika (Arzneimittel gegen allergische Reaktionen),

Digitalispräparate (bestimmte Herzarzneimittel), Tetracycline (Antibiotika), Nikotin (bei Missbrauch) und

Ascorbinsäure (Vitamin C) abgeschwächt werden.

Phenytoin, Chinidin, Propranolol, Benzodiazepine sowie das körpereigene Bilirubin werden aus der Plasma-

Eiweiß-Bindung verdrängt, wodurch die Wirkung der Arzneimittel verstärkt werden kann.

Die Plasma-Eiweiß-Bindung basischer Arzneimittel (z.B. Chinin) wird erhöht und dadurch kann deren Wirkung

abgeschwächt werden.

Arzneimittel, die den Serum-Kalium-Spiegel erhöhen, dürfen nur unter besonders sorgfältiger medizinischer

Überwachung gleichzeitig mit Enoxaparin angewendet werden (siehe auch „Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung und Warnhinweise“).

Wechselwirkung

Heparin

intravenös

verabreichtem

Glyceroltrinitrat,

einer

Wirkungsabschwächung von Heparin führt, kann auch für Enoxaparin nicht ausgeschlossen werden.

Beachten Sie, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Clexane 80 mg nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie

sich an die Anwendungsvorschriften, da Clexane 80 mg sonst nicht richtig wirken kann!

Die Dosierung von Clexane in der Therapie richtet sich nach dem Körpergewicht. Dafür stehen neben Clexane

80 mg auch Clexane 60 mg und Clexane 100 mg als Fertigspritzen zur Verfügung. Die Fertigspritzen mit einer

Füllmenge von 0,6 ml, 0,8 ml und 1,0 ml weisen eine Graduierung in 0,1 ml-Schritten auf. Die korrekte Dosis

für bestimmte Gewichtsgruppen kann gegebenenfalls dadurch erreicht werden, dass die höher dosierte

Fertigspritze verwendet wird, nachdem die überschüssige Menge von 0,1 ml verworfen wurde (siehe

Dosierungstabelle).

Dosierungsanleitung bei der Therapie von tiefen Venenthrombosen

bzw. bei der Therapie der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes

Körpergewicht

Einzeldosis in

mg Wirkstoff

Einzeldosis in ml

entsprechend der

Spritzenskalierung

Zu verwendende

Fertigspritzen

(Handelsname)

Verwerfung von 0,1 ml aus

der Fertigspritze vor

Injektion

45 bis 54 kg

55 bis 64 kg

65 bis 74 kg

75 bis 84 kg

85 bis 94 kg

95 bis 104 kg

50 mg

60 mg

70 mg

80 mg

90 mg

100 mg

0,5 ml

0,6 ml

0,7 ml

0,8 ml

0,9 ml

1,0 ml

Clexane 60 mg

Clexane 60 mg

Clexane 80 mg

Clexane 80 mg

Clexane 100 mg

Clexane 100 mg

nein

nein

nein

Bei der Therapie tiefer Venenthrombosen (Verengung der tiefen Venen durch Blutgerinnsel)

In welcher Dosierung soll Clexane 80 mg angewendet werden?

Zur Therapie tiefer Venenthrombosen wird Clexane 80 mg in einer Dosierung von 1 mg Enoxaparin-Natrium

(entsprechend 0,01 ml Injektionslösung Clexane 80 mg) pro kg Körpergewicht zweimal täglich subkutan (unter

die Haut) injiziert. Für die Einzelinjektion ergibt sich das Injektionsvolumen in ml aus dem jeweiligen

Körpergewicht geteilt durch 100. Das Injektionsvolumen kann auf die erste Dezimalstelle ab- bzw. aufgerundet

werden (siehe Dosierungstabelle).

Wie lange sollte Clexane 80 mg angewendet werden?

Die Behandlungsdauer mit Clexane 80 mg soll mindestens 5 Tage betragen. Überlappend sollte innerhalb von 2

spätestens

Tagen

Einnahme

oralen

(durch

Mund

aufzunehmenden)

blutgerinnungshemmenden Mitteln (oralen Antikoagulantien) begonnen werden und die Gabe von Clexane 80

mg solange weitergeführt werden, bis die Wirkung der oralen Antikoagulantien ausreichend ist (INR-Wert = 2

bis 3).

Bei der Therapie der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes

In welcher Dosierung soll Clexane 80 mg angewendet werden?

Die Dosierung beträgt 1 mg Enoxaparin-Natrium (entsprechend 0,01 ml Injektionslösung Clexane 80 mg) pro kg

Körpergewicht alle 12 Stunden. Für die Einzelinjektion ergibt sich das Injektionsvolumen in ml aus dem

jeweiligen Körpergewicht geteilt durch 100. Das sich ergebende Injektionsvolumen kann auf die erste

Dezimalstelle ab- bzw. aufgerundet werden (siehe Dosierungstabelle).

Gleichzeitig soll Acetylsalicylsäure (ASS) in einer Dosierung von 100 mg bis 325 mg gegeben werden, falls

keine Gegenanzeigen gegen deren Anwendung bestehen.

Wie lange sollte Clexane 80 mg angewendet werden?

Bei diesen Patienten soll die Behandlung mit Clexane 80 mg über mindestens 2 Tage erfolgen und bis zur

klinischen Stabilisierung fortgeführt werden. Die übliche Behandlungsdauer beträgt im Mittel 3 Tage und sollte

5 Tage nicht überschreiten.

Bei Hämodialyse

In welcher Dosierung sollte Clexane 80 mg angewendet werden?

Die Dosis muss für jeden Patienten individuell eingestellt werden. In Abhängigkeit von den Dialyseergebnissen

in den ersten Dialysesitzungen sollten die Dosierungen in den nachfolgenden Dialysesitzungen entsprechend

angepasst werden. Um eine individuelle Dosierung zu erleichtern, steht auch ein Mehrfachdosenbehältnis unter

der Bezeichnung Clexane multidose 100 mg/ml zur Verfügung.

Bei Patienten, die sich ständig einer Hämodialyse unterziehen müssen, wird die Prävention einer Thrombose im

extrakorporalen Kreislauf durch Injektion von 0,01 ml Clexane 80 mg pro kg Körpergewicht in den arteriellen

Schenkel des Dialysekreislaufs zu Beginn der Sitzung erzielt. Diese Dosis ist gewöhnlich für eine vierstündige

Hämodialysesitzung ausreichend. Sollten sich Fibrinablagerungen bilden, ist es erforderlich, in Abhängigkeit

von der Restdauer der Dialyse, darüber hinaus 0,005 ml bis 0,01 ml Clexane 80 mg pro kg Körpergewicht zu

applizieren.

Bei Hämodialyse-Patienten mit einem hohen Hämorrhagierisiko (im besonderen prä- oder postoperativ) oder mit

einer progressiven hämorrhagischen Erkrankung, sollten die Dialysesitzungen mit einer Dosis von 0,005 ml

(doppelter Gefäßzugang) bzw. 0,0075 ml (einfacher Gefäßzugang) Clexane 80 mg pro kg Körpergewicht

durchgeführt werden.

Hinweis:

Verschiedene niedermolekulare Heparine sind nicht notwendigerweise gleichwertig. Deshalb sollten jeweils die

spezifische Dosierungsanleitung und die Hinweise für die Anwendung befolgt werden.

Wie sollte Clexane 80 mg angewendet werden?

Clexane 80 mg ist für die subkutane Injektion vorgesehen; sie sollte vorzugsweise im Liegen vorgenommen

werden.

Ein an der Injektionsnadel haftender Tropfen ist vor der Injektion zu entfernen, da ein Nachlaufen von Clexane

80 mg in den Einstichkanal zu einem ungefährlichen, oberflächlichen Bluterguss bzw. in seltenen Fällen zu einer

lokalen allergischen Reizung führen kann.

Der Einstich der Injektionsnadel muss senkrecht zur Körperachse in die mit 2 Fingern abgehobene Hautfalte der

vorderen seitlichen Bauchwand oder der Außenseite des Oberschenkels erfolgen. Die Hautfalte darf während der

subkutanen Injektion nicht gelockert werden. Es wird empfohlen, Clexane 80 mg exakt subkutan und langsam,

ohne Luft anzusaugen, zu injizieren.

Anwendungsfehler und Überdosierung

Was ist zu tun, wenn Clexane 80 mg in zu großen Mengen angewendet wurde (beabsichtigte oder

versehentliche Überdosierung)?

Eine versehentliche Überdosierung nach Verabreichung in ein Blutgefäß (intravenös) oder unter die Haut

(subkutan) kann aufgrund der blutgerinnungshemmenden Eigenschaften zu Blutungskomplikationen führen.

Symptome einer Überdosierung sind im allgemeinen Blutungen, zumeist aus Haut und Schleimhäuten, aus

Wunden, dem Magen-Darm-Trakt und den Harn- und Geschlechtsorganen (z.B. Nasenbluten, Blut im Urin,

Teerstuhl, Blutergüsse, flohstichartige Blutungen). Blutdruckabfall, Abfall des Anteils zellulärer Bestandteile am

Gesamtblut (Hämatokrit) oder andere Symptome können Zeichen einer verborgenen Blutung sein.

Sollten Blutungen auftreten, ist die Anwendung von Enoxaparin in Abhängigkeit von der Schwere der Blutung

und dem Thromboserisiko zu unterbrechen und sofort ein Arzt aufzusuchen.

Die Blutungskomplikationen können zum Teil durch langsame intravenöse Injektion von Protamin (Sulfat oder

Hydrochlorid) verhindert werden. Die Gabe von Protamin sollte aber nur in schweren Fällen erwogen werden,

Überschuss

Protamin

selbst

einen

gerinnungshemmenden

Effekt

ausübt

sowie

Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen) bewirken kann.

Die Protamindosis sollte dabei der von Enoxaparin-Natrium entsprechen: 1 mg oder 100 Antiheparineinheiten

Protamin, um die anti-Faktor-IIa-Aktivität, die von 0,01 ml Clexane 80 mg hervorgerufen wird, zu

neutralisieren.

Auch mit hohen Dosen Protamin kann die anti-Faktor-Xa-Aktivität nur bis maximal 60 % neutralisiert werden.

Was muss beachtet werden, wenn eine Anwendung vergessen wurde?

Wenn eine Anwendung von Clexane 80 mg vergessen wurde, kann das Arzneimittel auch zu einem späteren

Zeitpunkt injiziert werden. Zwischen zwei Injektionen sollte jedoch ein Abstand von mindestens 12 Stunden

liegen. Auf keinen Fall dürfen 2 Injektionen hintereinander (bzw. die doppelte Dosis) gegeben werden.

Was muss beachtet werden, wenn die Behandlung unterbrochen oder vorzeitig beendet wird?

Wenn die Behandlung mit Clexane 80 mg unterbrochen oder vorzeitig beendet wird, ist ein ausreichender Schutz

vor Thrombosen nicht gewährleistet. Nehmen Sie bitte unverzüglich Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können nach der Verabreichung von Clexane 80 mg auftreten?

Allergische Reaktionen mit Symptomen wie z.B. Hautjucken, Hautrötung, Nesselausschlag (Urticaria),

Hautschwellung

(angioneurotisches

Ödem),

Hautausschlag,

Übelkeit,

Erbrechen,

Temperaturanstieg,

Blutdruckabfall, sind in seltenen Fällen möglich. In Einzelfällen wurden allergische Sofortreaktionen mit

Hautausschlägen, Einengung der Luftwege, Atemnot und Blutdruckabfällen bis zum Kreislaufversagen

beobachtet.

In Einzelfällen wurde auch über das Auftreten punktförmiger Blutergüsse in der Haut (Purpura) teils mit

Absterben von Hautgewebe (Hautnekrosen) im Bereich der Injektionsstelle, teils auch an anderen Körperstellen

mit Bevorzugung der unteren Gliedmaßen berichtet, die möglicherweise durch eine allergische Entzündung

kleiner Blutgefäße (Vasculitis) verursacht sind.

An der Injektionsstelle können Blutergüsse (Ekchymosen) sowie Schmerzen auftreten.

In Abhängigkeit von der Dosierung muss mit einem vermehrten Auftreten von offenen oder verborgenen

Blutungskomplikationen (insbesondere an Haut, Schleimhäuten, Wunden sowie im Bereich des Magen-Darm-

Traktes, der Harn- und Geschlechtsorgane) gerechnet werden. Die Ursache dieser Blutungen sollte untersucht

und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden (siehe auch „Gegenanzeigen“ und „Wechselwirkungen“).

Vermehrte Blutungen bei operativen Eingriffen sind selten und allgemein im Umfang begrenzt.

Es wurde über schwere Blutungen im Bauchraum (retroperitoneal) oder im Schädel (intrakranial) berichtet, die

in sehr seltenen Fällen einen tödlichen Ausgang nahmen.

Gelegentlich tritt zu Beginn der Behandlung mit Heparin eine leichte vorübergehende Verminderung der Zahl

der Blutplättchen (Thrombozytopenie Typ I) mit Werten zwischen 100.000/µl und 150.000/µl auf (verursacht

durch vorübergehende Aktivierung der Blutplättchen). Komplikationen treten im allgemeinen nicht auf. Die

Behandlung kann daher häufig fortgeführt werden.

Selten wird ein allergisch bedingter schneller Abfall der Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie Typ II) mit

Werten deutlich unter 100.000/µl oder auf weniger als 50 % des Ausgangswertes beobachtet. Bei Patienten ohne

vorbestehende Überempfindlichkeit gegen Heparin beginnt der Abfall der Zahl der Blutplättchen in der Regel 6

bis 14 Tage nach Behandlungsbeginn. Bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Heparin tritt dieser Abfall

unter Umständen innerhalb von Stunden auf.

Diese schwere Form der Verminderung von Blutplättchen kann verbunden sein mit Blutpfropfenbildung

(arteriellen und venösen Thrombosen/Thromboembolien), Gerinnungssteigerung (Verbrauchskoagulopathie),

z.T. Absterben von Hautgewebe (Hautnekrosen) an der Injektionsstelle, flohstichartigen Blutungen (Petechien),

Haut- und Schleimhautblutungen (Purpura) und Teerstuhl (Meläna). Als Komplikation können in einigen Fällen

zusätzlich zu den Thrombosen Durchblutungsstörungen an Organen (Organinfarkte) oder an den Gliedmaßen

auftreten. Dabei kann die blutgerinnungshemmende Wirkung des Heparins vermindert sein (Heparin-Toleranz).

Bei Patienten, bei denen die genannten allergischen Reaktionen auftreten, muss Clexane 80 mg sofort abgesetzt

werden. Bei ihnen darf auch in Zukunft kein Heparin-haltiges Arzneimittel mehr angewendet werden. Wegen der

genannten gelegentlich auftretenden ungünstigen Wirkung des Heparins auf die Blutplättchen muss deren Zahl,

insbesondere zu Beginn der Behandlung mit diesem Arzneimittel, engmaschig kontrolliert werden (siehe auch

„Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise“).

In seltenen Fällen wurde bei der Verwendung von Enoxaparin-Natrium im Zusammenhang mit bestimmten

rückenmarksnahen

Narkoseverfahren

(Spinalanästhesie,

Periduralanästhesie,

Lumbalpunktion)

oder

postoperativen Verweilkathetern über rückenmarksnahe Blutergüsse (spinale und epidurale Hämatome) berichtet.

Diese Ereignisse haben zu neurologischen Komplikationen unterschiedlicher Ausprägung wie zum Beispiel

langdauernden oder bleibenden Lähmungen geführt (siehe auch „Gegenanzeigen“).

Häufig wird ein Anstieg der Leberenzymwerte beobachtet, möglicherweise dosisabhängig, der zumeist nach

Absetzen der Behandlung zurückgeht und klinisch nicht bedeutsam ist.

Selten wurden bei Laborkontrollen symptomlos verlaufende Erhöhungen der Blutplättchenzahl (Thrombozyth-

ämie) und Erniedrigungen der Zahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie) beobachtet.

Anstiege der Serum-Kalium-Konzentration sind möglich.

Nebenwirkungen wie bei einer Behandlung mit unfragmentiertem Heparin: Haarausfall, Kopfschmerz,

Übersäuerung des Blutes (Azidose), Verminderung des Knochengewebes (Osteoporose), Absterben von

Hautgewebe (Hautnekrosen), schmerzhafte Dauererektion des Penis (Priapismus), niedriger Blutdruck

(Hypotonie), Verlangsamung des Herzschlages (Bradykardie) und Unterfunktion der Nebennierenrinde

(Hypoaldosteronismus) sind in Einzelfällen möglich.

Wie durch

unfragmentiertes

Heparin können durch

Clexane

80 mg folgende

klinisch-chemischen

Untersuchungsergebnisse verfälscht werden:

- Vortäuschung niedriger Cholesterinwerte im Serum.

- Falsch hohe T

- und T

-Werte (Schilddrüsenhormone) bei nicht nüchternen Patienten.

- Falsch hohe Blutzuckerwerte (erhöht um bis zu 30 mg %).

- Verfälschung des Ergebnisses des Bromsulfalein-Tests (Leberfunktionstest).

Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie

diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit

Das Verfalldatum dieser Packung ist auf dem Umkarton und dem Etikett aufgedruckt. Verwenden Sie diese

Packung nicht mehr nach diesem Datum.

Nicht über 25°C aufbewahren. Nicht tiefgefrieren.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!

Stand der Information

Mai 2001

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Entnahmehinweis für Fertigspritzen aus Blistern

Deckfolie an der gekennzeichneten Stelle abziehen und Spritze vorsichtig entnehmen. Spritze nicht durch die

Deckfolie hindurchdrücken, da ansonsten die Gefahr besteht, dass sich die Kanüle (Nadel) verbiegt.

Hinweise zur Injektion

Als Injektionsort eignet sich die Haut der vorderen seitlichen Bauchwand sowie die Haut an der Außenseite des

Oberschenkels. Die Einstichstelle wird desinfiziert.

Beachten Sie: Die in der Fertigspritze befindliche Luftblase darf vor der Injektion nicht entfernt werden. Sie

dient dazu, ein vollständiges Entleeren der Spritze zu ermöglichen. Falls sich an der Nadelspitze ein Tropfen

gebildet hat, soll dieser abgeschüttelt, nicht abgestreift werden.

Zwischen Daumen und Zeigefinger wird eine Hautfalte gebildet.

Mit der einen Hand die Hautfalte festhalten, mit der anderen wird die Nadel der Fertigspritze senkrecht

eingestochen und in ihrer ganzen Länge eingeführt.

Die Nadellänge ist so berechnet, dass der Wirkstoff dann genau in der richtigen subkutanen Hautregion platziert

wird.

Dann erfolgt, ohne Luft anzusaugen, die langsame Injektion der gesamten Flüssigkeitsmenge, indem der

Spritzenstempel heruntergedrückt wird. Danach wird die Nadel senkrecht wieder herausgezogen und erst dann

die Hautfalte wieder losgelassen.

An der Injektionsstelle kann sich später eventuell ein kleiner Bluterguss („blauer Fleck“) bilden. Dies ist bei der

Injektion dieser Substanz normal und völlig harmlos.

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Diese Packung wurde von der Firma Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH,

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Fachinformation

Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

Bezeichnung der Arzneimittel

Clexane 60 mg

Clexane 80 mg

Clexane 100 mg

Wirkstoff: Enoxaparin-Natrium

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Clexane 60 mg

1 Fertigspritze mit 0,6 ml Injektionslösung enthält:

60 mg Enoxaparin-Natrium (entsprechend 6.000 I.E. anti-Xa).

Clexane 80 mg

1 Fertigspritze mit 0,8 ml Injektionslösung enthält:

80 mg Enoxaparin-Natrium (entsprechend 8.000 I.E. anti-Xa).

Clexane 100 mg

1 Fertigspritze mit 1,0 ml Injektionslösung enthält:

100 mg Enoxaparin-Natrium (entsprechend 10.000 I.E. anti-Xa).

Darreichungsform

Injektionslösung

Klinische Angaben

Anwendungsgebiete

Therapie tiefer Venenthrombosen

Therapie der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes:

Clexane ist indiziert zur Prävention von erneut auftretender schwerer Angina pectoris oder eines

drohenden Myokardinfarktes bei Patienten mit instabiler Angina oder Nicht-Q-Wellen-

Myokardinfarkt.

Von der Behandlung mit Clexane profitieren am ehesten Patienten, die innerhalb von 24 Stunden

nach der letzten Schmerzsymptomatik behandelt werden und die ischämische EKG-

Veränderungen und/oder erhöhte kardiale Enzymkonzentrationen vor Therapiebeginn aufweisen.

Hinweise:

Falls eine Revaskularisation (z. B. PTCA oder CABG-Operation) während der Clexane-Therapie

notwendig wird, ist Clexane sofort abzusetzen und der Patient auf die übliche antithrombotische

Standardtherapie (z. B. unfraktioniertes Heparin) umzustellen (siehe auch Punkt

4.4 ,,Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“).

Fachinformation Seite 1

Fachinformation

Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

Clexane wird — falls nicht kontraindiziert— zusätzlich zu 100 bis 325 mg Acetylsalicylsäure

(ASS) pro Tag angewendet.

Thromboseprophylaxe und Gerinnungshemmung bei extrakorporalem Kreislauf während der

Hämodialyse.

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

Therapie tiefer Venenthrombosen

Zur Therapie tiefer Venenthrombosen wird Clexane in einer Dosierung von 1 mg Enoxaparin-

Natrium pro kg Körpergewicht zweimal täglich injiziert. Für die Einzelinjektion ergibt sich das

Injektionsvolumen in ml aus dem jeweiligen Körpergewicht geteilt durch 100. Das sich ergebende

Injektionsvolumen kann auf die erste Dezimalstelle ab- bzw. aufgerundet werden (siehe

Dosierungstabelle).

Therapie der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes

Die Dosierung beträgt 1 mg Enoxaparin-Natrium pro kg Körpergewicht alle12 Stunden. Für die

Einzelinjektion ergibt sich das Injektionsvolumen in ml aus dem jeweiligen Körpergewicht geteilt

durch 100. Das sich ergebende Injektionsvolumen kann auf die erste Dezimalstelle ab- bzw.

aufgerundet werden (siehe Dosierungstabelle).

Gleichzeitig soll — falls nicht kontraindiziert— Acetylsalicylsäure in einer Dosierun von 100 mg

bis 325 mg gegeben werden.

Hämodialyse

Die Dosis muß für jeden Patienten individuell eingestellt werden. In Abhängigkeit von den

Dialyseergebnissen in den ersten Dialysesitzungen sollten die Dosierungen in den nachfolgenden

Dialysesitzungen entsprechend angepaßt werden. Um eine individuelle Dosierung zu erleichtern,

steht auch ein Mehrfachdosenbehältnis unter der Bezeichnung Clexane multidose 100 mg/ml zur

Verfügung.

Bei Patienten, die sich ständig einer Hämodialyse unterziehen müssen, wird die Prävention einer

Thrombose im extrakorporalen Kreislauf durch Injektion von 0,01 ml Clexane pro kg

Körpergewicht in den arteriellen Schenkel des Dialysekreislaufs zu Beginn der Sitzung erzielt.

Diese Dosis ist gewöhnlich für eine vierstündige Hämodialysesitzung ausreichend. Sollten sich

Fibrinablagerungen bilden, ist es erforderlich, in Abhängigkeit von der Restdauer der Dialyse,

darüber hinaus 0,005 ml bis 0,01 ml Clexane pro kg Körpergewicht zu applizieren.

Bei Hämodialyse-Patienten mit einem hohen Hämorrhagierisiko (im besonderen prä- oder

postoperativ) oder mit einer progressiven hämorrhagischen Erkrankung sollten die

Dialysesitzungen mit einer Dosis von 0,005 ml (doppelter Gefäßzugang) bzw. 0,0075 ml

(einfacher Gefäßzugang) Clexane pro kg Körpergewicht durchgeführt werden.

Fachinformation Seite 2

Fachinformation

Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

Dosierungstabelle für die Therapie von tiefen Venenthrombosen, der instabilen Angina pectoris und des Nicht

Q-Wellen-Myokardinfarktes

Körpergewicht

Einzeldosis in mg

Wirkstoff

Einzeldosis in ml

entsprechend der

Spritzenskalierung

Zu verwendende

Fertigspritzen

Verwerfung von 0,1 ml

aus der Fertigspritze

vor Injektion

45 bis 54 kg

55 bis 64 kg

65 bis 74 kg

75 bis 84 kg

85 bis 94 kg

95 bis 104 kg

50 mg

60 mg

70 mg

80 mg

90 mg

100 mg

0,5 ml

0,6 ml

0,7 ml

0,8 ml

0,9 ml

1,0 ml

Clexane 60 mg

Clexane 60 mg

Clexane 80 mg

Clexane 80 mg

Clexane 100 mg

Clexane 100 mg

nein

nein

nein

Dauer der Anwendung

Therapie tiefer Venenthrombosen

Die Behandlungsdauer mit Clexane soll mindestens 5 Tage betragen. Überlappend sollte innerhalb

von 2 bis spätestens 3 Tagen mit der Gabe von oralen Antikoagulantien begonnen werden und die

Applikation von Clexane so lange weitergeführt werden, bis ein INR-Wert von 2 bis 3 erreicht ist.

Therapie der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes

Bei diesen Patienten soll die Behandlung mit Clexane über mindestens 2 Tage erfolgen und bis zur

klinischen Stabilisierung fortgeführt werden. Die übliche Behandlungsdauer beträgt im Mittel 3

Tage und sollte 5 Tage nicht überschreiten.

Hinweis

Verschiedene niedermolekulare Heparine sind nicht notwendigerweise gleichwertig. Deshalb sollten

jeweils die spezifische Dosierungsanleitung und die Hinweise für die Anwendung befolgt werden.

Art der Anwendung

Clexane ist für die subkutane Injektion vorgesehen; sie sollte vorzugsweise am liegenden Patienten

vorgenommen werden.

Ein an der Injektionsnadel haftender Tropfen ist vor der Injektion zu entfernen, da ein Nachlaufen von

Clexane in den Einstichkanal zu einem ungefährlichen, oberflächlichen Bluterguß bzw. in seltenen

Fällen zu einer lokalen allergischen Reizung führen kann.

Der Einstich der Injektionsnadel muß senkrecht zur Körperachse in die mit 2 Fingern abgehobene

Falte der vorderen seitlichen Bauchwand oder der Außenseite des Oberschenkels erfolgen. Die

Hautfalte darf während der subkutanen Injektion nicht gelockert werden. Es wird empfohlen, Clexane

exakt subkutan und langsam, ohne zu aspirieren, zu injizieren. Clexane darf nicht intramuskulär

verabreicht werden.

Gegenanzeigen

Clexane darf nicht angewendet werden bei:

Überempfindlichkeit gegen Enoxaparin-Natrium

Fachinformation Seite 3

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Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

kürzlich zurückliegenden (z. B. innerhalb der letzten 6 Wochen vor der Behandlung) Verletzungen

oder Operationen am Zentralnervensystem oder am Auge oder Ohr

kürzlich (z. B. innerhalb der letzten 30 Tage vor der Behandlung) zurückliegender klinisch

relevanter Blutung (z. B. gastrointestinaler Blutung, makroskopisch sichtbarer Urogenitalblutung

oder sonstiger anomaler Blutung)

weniger als 6 Monate zurückliegendem oder akutem (oder Verdacht auf) hämorrhagischen

Schlaganfall oder anderen intrakranialen Blutungen

akuter oder anamnestisch bekannter intrakranialer Erkrankung (Neoplasma, arteriovenöse

Malformation, Aneurysma)

klinisch relevanten Gerinnungsstörungen (hämorrhagische Diathese — auch in der Anamnese,

Mangel an Gerinnungsfaktoren, Thrombozytopenie)

Magen- oder Darmulzera

Abortus imminens

schweren Leber- oder Pankreaserkrankungen, schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion

(Kreatinin-Clearance <30 ml/min) außer beim Einsatz von Clexane in der Hämodialyse

unkontrollierbarer schwerer Hypertonie

Endokarditis

Heparinallergie

aktueller oder aus der Anamnese bekannter allergisch bedingter Thrombozytopenie (Typ II) auf

Heparin

Verdacht auf vaskuläre Retinopathie, Glaskörperblutungen oder anderen intraokularen Blutungen

Clexane darf zur Therapie der instabilen Angina pectoris nicht angewendet werden, falls der Patient

vor Therapiebeginn orale Antikoagulantien erhalten hat mit einer INR >1,4 bzw. Thromboplastinzeit

>14 Sekunden.

Bei der Therapie von tiefen Venenthrombosen, instabiler Angina pectoris oder Nicht-Q-Wellen-

Myokardinfarkt darf Clexane nichtangewendet werden, wenn gleichzeitig eine Spinal-, Peridural-,

Epiduralanästhesie oder Lumbalpunktion durchgeführt wird.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Clexane darf nicht intramuskulär appliziert werden.

Clexane sollte nur unter erhöhter Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit:

Störungen der Thrombozytenfunktion

gering bis mäßig eingeschränkter Leber-, Nieren- oder Pankreasfunktion

peptischen Ulzera in der Vorgeschichte

Verdacht auf Malignome mit Blutungsneigung

Nieren- und Harnleitersteinen

gleichzeitiger Behandlung mit oralen Antikoagulantien, Acetylsalicylsäure, Ticlopidin

gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die den Serum-Kalium-Spiegel erhöhen. Die

Serum-Kalium-Spiegel sollten bei Risikopatienten (z. B. aufgrund von Diabetes mellitus,

Einschränkung der Nierenfunktion oder Anwendung von Arzneimitteln, die den Serum-Kalium-

Spiegel erhöhen) während der Enoxaparin-Gabe kontrolliert werden.

Vor Beginn der Behandlung mit Clexane sollten mögliche vorbestehende Blutgerinnungsanomalien

abgeklärt und während der Behandlung entsprechende Laborkontrollen durchgeführt werden. Eine

Fachinformation Seite 4

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Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

sorgfältige Überwachung der Anzeichen einer Blutung während der Therapie ist erforderlich, um ggf.

Gegenmaßnahmen einleiten zu können (siehe auch Punkt 4.9 „Überdosierung“).

Kontrollen der Thrombozytenzahl sollen

vor Beginn der Enoxaparin-Gabe

am 1. Tag nach Beginn der Enoxaparin-Gabe und

anschließend während der ersten 3 Wochen regelmäßig alle 3 bis 4 Tage erfolgen.

Darüber hinaus wird eine Kontrolle der Thrombozytenzahl am Ende der Enoxaparin-Gabe empfohlen.

Es liegen keine ausreichenden Studienergebnisse zur Sicherheit und Wirksamkeit einer Verwendung

von Enoxaparin zur Prävention thromboembolischer Ereignisse bei Patienten mit künstlichen

Herzklappen vor. Eine entsprechende Verwendung kann aus diesem Grunde nicht empfohlen werden

(siehe Punkt 4.6 „Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit“).

Spezielle Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bei älteren Patienten und Patienten mit niedrigem Körpergewicht soll Clexane in der Therapie mit

besonderer Vorsicht angewendet werden, weil diese Patienten ein erhöhtes Blutungsrisiko haben.

Diese Patienten sind im Hinblick auf eine Blutung eng zu überwachen.

Es bestehen keine ausreichenden Therapieerfahrungen hinsichtlich einer Enoxaparin-Anwendung

während PTCA oder CABG-Operation. Daher sollte Enoxaparin vor einer Intervention abgesetzt und

auf die übliche antithrombotische Standardtherapie (z. B. unfraktioniertes Heparin) umgestellt

werden.

Infolge seiner im Vergleich zu Heparin längeren Halbwertszeit besteht nach der Enoxaparin-Gabe eine

länger anhaltende antikoagulative Wirkung, für deren Überwachung die aPTT und aktivierte

Gerinnungszeit (ACT) nicht geeignet sind. Daher darf bis zu 8 Stunden nach subkutaner Applikation

von 1 mg Enoxaparin-Natrium/kg KG kein intravenöses Heparin gegeben werden, bzw. zwischen 8

und 12 Stunden nach der letzten Enoxaparin-Gabe eine Heparininfusion nur unter äußerster Vorsicht

erfolgen. Wenn möglich sollten demzufolge Revaskularisationsmaßnahmen (PTCA, CABG) erst

frühestens 12 Stunden nach der letzten Enoxaparin-Gabe bzw. nach Umstellung auf die übliche

antithrombotische Standardtherapie erfolgen.

Muß wegen klinischer Dringlichkeit eine PTCA früher erfolgen, darf die Gefäßschleuse frühestens 8

Stunden nach der letzten Enoxaparin-Gabe entfernt werden, um die Blutungsgefahr an der arteriellen

Zugangsstelle zu verringern. Falls während der PTCA Heparin verabreicht wurde, sollte zusätzlich vor

Schleusenentfernung sichergestellt werden, dass sich die aktivierte Gerinnungszeit (ACT) normalisiert

hat (d. h. weniger als 180 s beträgt). Es ist zu berücksichtigen, dass ein verbleibender antikoagulativer

Effekt von Enoxaparin durch die ACT-Bestimmung nicht erfaßt wird (siehe oben). Deshalb sind

Patienten, die noch unter Enoxaparin-Wirkung eine dringliche PTCA oder einen CABG erhalten

müssen, besonders gefährdet, Blutungen — auch schwere — zu erleiden.

Da noch keine ausreichenden Erfahrungen bzgl. der Anwendung von Enoxaparin und GPIIb/IIIa-

Rezeptorantagonisten bzw. Clopidogrel sowie Stentimplantationen vorliegen, ist derzeit deren

gleichzeitige Anwendung nicht zu empfehlen.

Wenn bei Patienten, die wegen instabiler Angina pectoris oder Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt mit

Enoxaparin behandelt werden, ein Q-Wellen-Myokardinfarkt auftritt, kann eine fibrinolytische

Therapie angebracht sein. Da keine Erfahrungen über die gleichzeitige Anwendung von Enoxaparin

und fibrinolytischer Therapie vorliegen, sollte bei diesen Patienten Enoxaparin sofort abgesetzt und

eine fibrinolytische Therapie initiiert werden. Falls seit der letzten Enoxaparin-Gabe weniger als 8

Stunden vergangen sind, sollte keine Applikation von unfraktioniertem Heparin erfolgen.

Fachinformation Seite 5

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Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

Sollte unter Enoxaparinwirkung eine Gefäßpunktion— insbesondere eine arterielle —notwendig

werden, besteht erhöhtes Blutungsrisiko an der Punktionsstelle.

Anwendung bei Kindern

Über die Anwendung bei Kindern liegen keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vor.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind nicht auszuschließen:

Wirkungsverstärkung, z. B. erhöhte Blutungsneigung, durch Substanzen, die die Blutgerinnung

beeinflussen, z. B. Acetylsalicylsäure, Ticlopidin, Clopidogrel, GPIIb/IIIa-Rezeptorantagonisten

(z. B. Tirofiban, Eptifibatide, Abciximab), Dipyridamol, orale Antikoagulantien (Dicumarole),

Fibrinolytika, nicht-steroidale Antirheumatika, Dextran und Zytostatika.

In einer Interaktionsstudie (ca. n = 30/Gruppe) führte die gleichzeitige Verabreichung von

Enoxaparin in therapeutischer Dosierung und Tirofiban zu einer stärkeren Inhibition der

Thrombozytenaggregation und häufiger zu Blutungen als die gleichzeitige Verabreichung von

unfraktioniertem Heparin und Tirofiban.

Wirkungsabschwächung durch Antihistaminika, Digitalispräparate, Tetracycline, Nikotin

(Mißbrauch) und Ascorbinsäure

Verdrängung von Phenytoin, Chinidin, Propranolol, Benzodiazepinen sowie des körpereigenen

Bilirubins aus der Plasma-Eiweiß-Bindung

Bindung basischer Arzneimittel (z. B. Chinin) und Abschwächung ihrer Wirkung

Arzneimittel, die den Serum-Kalium-Spiegel erhöhen, dürfen nur unter besonders sorgfältiger

medizinischer Überwachung gleichzeitig mit Enoxaparin angewendet werden (siehe auch Punkt

4.4 „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“).

Die Wechselwirkung von Heparin mit intravenös appliziertem Glyceroltrinitrat, die zu einer

Wirkungsabschwächung von Heparin führt, kann auch für Enoxaparin nichtausgeschlossen

werden.

Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Unter der Geburt ist die epidurale Anästhesie bei Schwangeren, die mit Antikoagulantien behandelt

werden, absolut kontraindiziert. Die gerinnungshemmende Therapie ist bei Blutungsneigung, wie z. B.

bei Abortus imminens, kontraindiziert. Umstritten ist in der Schwangerschaft die akute Behandlung

mit Heparin bei disseminierter intravasaler Gerinnung mit Verbrauchskoagulopathie, wie z. B. bei

vorzeitiger Plazentalösung. Hier werden heute synthetische Antifibrinolytika eingesetzt.

In einer klinischen Studie an Schwangeren mit künstlichen Herzklappen, die zweimal täglich 1 mg

Enoxaparin-Natrium pro kg Körpergewicht zur Prävention thromboembolischer Ereignisse erhalten

hatten, traten bei zwei Frauen Thromben auf, die zur Blockade der Herzklappe und zum Tod der

Patientinnen führten. Solange keine weiteren Informationen zur Dosierung, Wirksamkeit und

Sicherheit vorliegen, wird die Verwendung von Enoxaparin bei Schwangeren mit künstlichen

Herzklappen nicht empfohlen.

Fachinformation Seite 6

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Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

Kontrollierte Studien zur Anwendung von LMW-Heparin in der Schwangerschaft liegen nur sehr

begrenzt vor. Zu einer Anwendung von Enoxaparin im ersten Drittel der Schwangerschaft liegen

bisher keine Erfahrungen vor. Untersuchungen im zweiten und dritten Schwangerschaftstrimenon

geben keinen Anhalt für eine Plazentapassage von LMW-Heparin.

Stillzeit

LMW-Heparin und/oder Metaboliten gehen bei der Ratte in die Muttermilch über, jedoch wurde keine

anti-Xa-Aktivität nachgewiesen.

Es liegen keine ausreichenden Untersuchungen zur Frage eines eventuellen Überganges von

niedermolekularen Heparinen in die Muttermilch vor, jedoch erscheint ein gerinnungshemmender

Effekt auf den Säugling unwahrscheinlich.

Auswirkung auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Keine bekannt

Nebenwirkungen

Allergische Reaktionen ( wie z. B. Pruritus, Erythem, Urticaria, angioneurotisches Ödem, Exanthem,

Übelkeit, Erbrechen, Temperaturanstieg, Blutdruckabfall) sind in seltenen Fällen möglich. In

Einzelfällen wurden anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen mit exanthemischen

Hautveränderungen, Bronchospasmus, Dyspnoe und Blutdruckabfällen bis zum Kreislaufversagen

beobachtet.

In Einzelfällen wurde über eine Purpura mit Hautnekrosen im Bereich der Injektionsstelle, teils auch

an anderen Körperstellen mit Bevorzugung der unteren Extremität berichtet, die möglicherweise durch

eine allergische Vaskulitis verursacht ist. An der Injektionsstelle können Ekchymosen sowie

Schmerzen auftreten.

In Abhängigkeit von der Dosierung muß mit einem vermehrten Auftreten von offenen oder okkulten

Blutungskomplikationen (insbesondere an Haut, Schleimhäuten, Wunden sowie im Bereich des

Gastrointestinal- und Urogenitaltraktes) gerechnet werden. Die Ursache dieser Blutungen sollte

untersucht und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden (siehe auch Punkte 4.3

„Gegenanzeigen“ und 4.5 „Wechselwirkungen“). Vermehrte Blutungen bei operativen Eingriffen sind

selten und allgemein im Umfang begrenzt. Es wurde über schwere Blutungen (retroperitoneal,

intrakranial) berichtet, die in sehr seltenen Fällen einen tödlichen Ausgang nahmen.

Gelegentlich tritt zu Beginn der Behandlung mit Heparin eine leichte vorübergehende

Thrombozytopenie (Typ I) mit Thrombozytenwerten zwischen 100.000/µl und 150.000/µl auf

(verursacht durch vorübergehende Thrombozytenaktivierung). Komplikationen treten im allgemeinen

nicht auf. Die Behandlung kann daher häufig fortgeführt werden.

Selten werden Antikörper-vermittelte schwere Thrombozytopenien (Typ II) mit Thrombozytenwerten

deutlich unter 100.000/µl oder einem schnellen Abfall auf weniger als 50 % des Ausgangswertes

beobachtet. Bei nicht Sensibilisierten beginnt der Thrombozytenabfall in der Regel 6 –14 Tage nach

Behandlungsbeginn, bei Sensibilisierten unter Umständen innerhalb von Stunden. Diese schwere

Form der Thrombozytopenie kann verbunden sein mit arteriellen und venösen Thrombosen/Thrombo-

embolien, Verbrauchskoagulopathie, evtl. Hautnekrosenan der Injektionsstelle, Petechien, Purpura und

Fachinformation Seite 7

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Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

Meläna. Als Komplikation können in einzelnen Fällen zusätzlich zu den Thrombosen Organ-infarkte

oder Ischämien der Gliedmaßen auftreten. Dabei kann die blutgerinnungshemmende Wirkung des

Heparins vermindert sein (Heparin-Toleranz).

In solchen Fällen ist Enoxaparin sofort abzusetzen. Der Patient muß darüber informiert werden, daß

bei ihm auch in Zukunft keine Heparin-haltigen Arzneimittel mehr angewendet werden dürfen.

Hinweise zur Kontrolle der Thrombozytenwerte siehe Punkt 4.4 „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“.

In seltenen Fällen wurde bei der Verwendung von Enoxaparin im Zusammenhang mit einer Spinal-

oder Epiduralanästhesie oder postoperativen Verweilkathetern über spinale und epidurale Hämatome

berichtet. Diese Ereignisse haben zu neurologischen Komplikationen unterschiedlicher Ausprägung

wie zum Beispiel langdauernder oder permanenter Paralyse geführt (siehe auch Punkt 4.3

„Gegenanzeigen“).

Häufig wird ein Anstieg der Leberenzymwerte beobachtet, möglicherweise dosisabhängig, der

zumeist nach Absetzen der Behandlung reversibel und klinisch nicht bedeutsam ist. Selten wurden bei

Laborkontrollen asymptomatische Thrombozythämien und Leukopenien beobachtet.

Anstiege der Serum-Kalium-Konzentration sind möglich.

Nebenwirkungen wie bei einer Behandlung mit unfragmentiertem Heparin, wie Haarausfall,

Kopfschmerz, Azidose, Osteoporose, Hautnekrosen, Priapismus, Hypotonie, Bradykardie und

Hypoaldosteronismus, sind in Einzelfällen möglich.

Wie durch unfragmentiertes Heparin können durch Enoxaparin folgende klinisch-chemischen

Untersuchungsergebnisse verfälscht werden:

Vortäuschung niedriger Cholesterinwerte im Serum.

Falsch hohe T

- und T

-Werte bei nicht nüchternen Patienten.

Falsch hohe Blutzuckerwerte (erhöht um bis zu 30 mg%).

Verfälschung des Ergebnisses des Bromsulfalein-Testes.

Überdosierung

Eine versehentliche Überdosierung nach intravenöser oder subkutaner Verabreichung kann aufgrund

der antikoagulierenden Eigenschaften zu hämorrhagischen Komplikationen führen.

Symptome einer Überdosierung sind im allgemeinen Blutungen zumeist aus Haut und Schleimhäuten,

aus Wunden, dem Gastrointestinal- und Urogenitaltrakt (Nasenbluten, Hämaturie, Meläna, Hämatome,

Petechien). Blutdruckabfall, Abfall des Hämatokrits oder andere Symptome können Zeichen einer

okkulten Blutung sein.

Sollten Blutungen auftreten, ist die Anwendung von Enoxaparin in Abhängigkeit von der Schwere der

Blutung und dem Thromboserisiko zu unterbrechen.

Die Blutungskomplikationen können zum Teil durch langsame intravenöse Injektion von Protamin

(Sulfat oder Hydrochlorid) verhindert werden. Die Gabe von Protamin sollte aber nur in schweren

Fällen erwogen werden, da ein Überschuß von Protamin selbst einen gerinnungshemmenden Effekt

ausübt sowie anaphylaktische Reaktionen bewirken kann.

Fachinformation Seite 8

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Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

Die Protamindosis sollte dabei der von Enoxaparin-Natrium entsprechen: 1 mg oder 100 Antiheparin-

einheiten Protamin, um die anti-Faktor-IIa-Aktivität, die von 0,01 ml Clexane hervorgerufen wird, zu

neutralisieren.

Auch mit hohen Dosen Protamin kann die anti-Faktor-Xa-Aktivität nur bis maximal 60 % neutralisiert

werden.

Pharmakologische Eigenschaften

Pharmakodynamische Eigenschaften

ATC-Code: B01 AB 05

Enoxaparin-Natrium ist ein niedermolekulares Heparin mit einem mittleren Molekulargewicht von

4500 Dalton, das durch Fragmentierung aus natürlichem Heparin gewonnen wird. Es unterscheidet

sich vom natürlichen Heparin durch ein deutlich höheres Verhältnis zwischen anti-Xa- und anti-IIa-

Aktivität, welches im Mittel 4,3 beträgt.

Enoxaparin verändert weder die Thrombozytenaggregation noch die Bindung von Fibrinogen an die

Blutplättchen. Neben seinen nachgewiesenen deutlichen antithrombotischen Eigenschaften besitzt

Enoxaparin auch thrombolytische Eigenschaften.

In prophylaktischen Dosen (20 bzw. 40 mg 1 x täglich) werden keine signifikanten Änderungen bei

Standard-Gerinnungstests beobachtet.

Die Applikation von therapeutischen Dosen (1 mg Enoxaparin-Natrium/kg KG alle12 Stunden) führte

in einer großen klinischen Studie bei der Mehrzahl der Patienten zu aPTT-Werten von 45 Sekunden

oder weniger. Bei einer subkutanen Gabe von 1,5 mg Enoxaparin-Natrium/kg KG zeigte sich ein

Anstieg auf das bis zu 1,8fache der Kontrollwerte der Thrombinzeit (TT) und der aktivierten partiellen

Thromboplastinzeit (aPTT). Diese Erhöhungen korrelieren nicht linear mit der antithrombotischen

Aktivität von Enoxaparin-Natrium. Deshalb sind Bestimmungen der aPTT oder der aktivierten

Blutgerinnungszeit nicht geeignet, den Verlauf der Enoxaparin-Aktivität zu verfolgen. Die

Bestimmung der anti-Xa-Aktivität kann mittels chromogenen Substrats oder des Heptestes erfolgen.

Die biologische Aktivität von Enoxaparin kann durch diese Tests jedoch nicht mit der anderer

niedermolekularer Heparine verglichen werden, um hieraus Dosisvergleiche zwischen den Präparaten

in den jeweiligen Indikationen abzuleiten.

Klinische Studien

Therapie tiefer Venenthrombosen:

In einer randomisierten, offenen Parallelgruppen-Studie (CPK 2091) wurden 501 Patienten mit akuter,

proximaler tiefer Venenthrombose mit Enoxaparin-Natrium (2 x täglich 1 mg/kg KG subkutan) oder

Heparin (Bolus plus aPTT-gesteuerte Infusion) behandelt. Alle Patienten erhielten — beginnend am

Abend des zweiten Behandlungstages— zusätzlich Warfarin-Natrium (Dosisanpassung auf einen

International Normalized Ratio (INR) von 2,0 bis 3,0). Die Enoxaparin-Injektionen bzw. Standard-

Heparin-Infusion erfolgte über mindestens 5 Tage. Zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung nach drei

Monaten erwies sich Enoxaparin als äquivalent zu Standard-Heparin in der Vermeidung von

rezidivierenden thromboembolischen Ereignissen (VTE). Das 95 % Konfidenzintervall für die

Fachinformation Seite 9

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Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

Differenz aller thromboembolischen Ereignisse (Heparin minus Enoxaparin) lag zwischen – 2,7 %

und 5,6 %.

Die Studie bestätigte die Ergebnisse einer vorangegangenen vergleichenden Untersuchung (Studie

PK529) zwischen einer Behandlung mit Enoxaparin 1 mg/kg KG subkutan alle 12 Stunden bzw. i.v.

Heparin, in der für den Behandlungsunterschied bezüglich VTE (Heparin minus Enoxaparin) ein 95 %

Konfidenzintervall von – 1,7 bis 4,2 % ermittelt wurde.

Ergebnisse

Studie CPK 2091

Studie PK 529

Enoxaparin-Na

1,0 mg/kg

q12 s.c.

n(%)

Heparin

i.v. Therapie

nach aPTT

n (%)

Enoxaparin-Na

1,0 mg/kg

q12 s.c.

n(%)

Heparin

i.v. Therapie

nach aPTT

n (%)

Anzahl der

randomisierten Patienten

247 (100)

254 (100)

312 (100)

290 (100)

Thromboembolische

Ereignisse

gesamt VTE

DVT*

proximale DVT

(5,3)

(4,9)*

(4,0)

(0,8)*

(6,7)

(6,3)*

(4,7)

(1,2)

(2,9)

(2,2)*

(1,9)

(0,6)*

12 (4,1)

11 (3,8)*

(2,4)

(1,4)*

Größere Blutungen

(2,0)

(1,2)

(1,3)

(1,4)*

Primärwer Endpunkt: Rezidive thromboembolischer Ereignisse nach drei Monaten

VTE = Venöse thromboembolische Ereignisse (tiefe Venenthrombosen (DVT und oder Lungenembolie (VE))

einige Patienten hatten sowohl eine DVT als auch PE und sind in beiden Kategorien aufgeführt

Therapie der instabilen Angina und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes:

In der pivotalen ESSENCE-Studie erhielten Patienten (n = 3171) mit instabiler Angina oder Nicht-Q-

Wellen Myokardinfarkt randomisiert und doppelt verblindet Enoxaparin-Natrium 1 mg/kg KG

subkutan alle 12 Stunden oder Standard-Heparin als i.v. Bolus gefolgt von einer aPTT-gesteuerten

Dauerinfusion. Die Patienten erhielten zusätzlich 100 – 325 mg Acetylsalicylsäure (ASS) pro Tag. Bei

den Patienten mußte die letzte ischämische Episode innerhalb der letzten 24 Stunden aufgetreten sein

und die koronare Herzerkrankung durch ischämische EKG-Veränderungen und/oder früheren

Herzinfarkt und/oder PTCA /CABG und/oder angiographisch nachgewiesene Gefäßstenose ≥50 %

verifiziert sein. Die Behandlung wurde innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der Angina pectoris

initialisiert und im Mittel 3,6 Tage fortgeführt (Median 2,6 Tage).

Fachinformation Seite 10

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Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

Ergebnisse der ESSENCE-Studie:

Enoxaparin-Na

1 mg/kg KG

q12 h s.c.

n (%)

Heparin

APTT-angepasste

i.v. Therapie

n (%)

Risiko Reduktion

p-Wert

Anzahl der randomisierten

Patienten

1607 (100)

1564 (100)

Kombinierter Endpunkt: Tod, Myokardinfarkt oder rezidivierende Angina

Zum Zeitpunkt:

48 Stunden

14 Tage

30 Tage

99 (6,2)

266 (16,6)

318 (19,8)

115 (7,4)

309 (19,8)

364 (23,3)

16,2

16,2

15,0

0,111

0,019

0,016

Kombinierter Endpunkt: Tode, Myokardinfarkt

Zum Zeitpunkt:

48 Stunden

14 Tage

30 Tage

18 (1,1)

79 (4,9)

99 (6,2)

21 (1,3)

96 (6,1)

121 (7,7)

16,6

20,0

20,4

0,119

0,132

0,081

Blutungen während der Akutbehandlung

(behandelte Patienten: Clexane n = 1578, Heparin n = 1529

bedrohliche Blutungen

sonstige klinisch relevante

Blutungen

17 (1,1)

131 (8,3)

18 (1,2)

63 (4,1)

0,892

Primärwer Endpunkt

klinisch manifest mit mindestens einem dere folgenden Kriterien: Tod, Bluttransfusion ≥2 Einheiten

sonstige Blutungen, die keines der Kriterien unter 1 erfüllen

Die Ergebnisse der doppelblinden, randomisierten TIMI 11B Studie, die die Wirksamkeit von

unfraktioniertem Heparin (i.v. Bolus gefolgt von einer aPTT-gesteuerten Infusion)mit der von

Enoxaparin (30 mg i.v. Bolus gefolgt von einer subkutanen Injektion von1 mg/kg KG alle 12 Stunden)

verglich, unterstützten die Resultate der ESSENCE-Studie bezüglich der Akutbehandlung (im Mittel 4

Tage) von Patienten mit instabiler Angina pectoris bzw. Nicht-Q-Wellen-Myokard-infarkt. Diese

Studie zeigte aber auch, daß eine längerfristige Enoxaparin-Therapie (bis zu 43 Tagen) keinen

zusätzlichen Nutzen zu der Akutbehandlung, aber ein deutlich erhöhtes Blutungsrisiko für die mit

Enoxaparin behandelten Patienten ergab.

Pharmakokinetische Eigenschaften

Die pharmakokinetischen Parameter von Enoxaparin-Natrium wurden aus den Änderungen der anti-

Xa-Aktivität im Plasma ermittelt.

Die maximale mittlere anti-Xa-Aktivität wird 3bis 5 Stunden nach subkutaner Enoxaparin-

Applikation erreicht und beträgt nach Injektion von 20 mg im Mittel 0,16 I.E./ml (1,58 µg/ml) und

nach Injektion von 40 mg 0,38 I.E./ml (3,83 µg/ml). Nach Applikation von 1,0 mg/kg KG subkutan

alle 12 Stunden werden im „steady state“ im Mittel anti-Xa-Aktivitäten von 1,1 I.E./ml erzielt. Nach

subkutaner Injektion von 20 bis 80 mg sowie von 1, 0 oder 2,0 mg/kg KG ergaben sich maximale

Plasmaspiegel, die direkt proportional zur applizierten Dosis standen und auf ein lineares

Absorptionsverhalten von Enoxaparin hinweisen. Die absolute Bioverfügbarkeit von Enoxaparin nach

subkutaner Injektion beträgt zirka 92 %.

Fachinformation Seite 11

Fachinformation

Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

Das Verteilungsvolumen liegt bei etwa 6 Liter und entspricht damit ungefähr dem Blutvolumen.

Die Eliminationshalbwertszeit beträgt nach subkutaner Verabreichung 4,4 Stunden.

Nach einer Dosis von 40 mg subkutan einmal täglich ist anti-Xa-Aktivität noch nach 24 Stunden im

Plasma nachweisbar. Bei älteren Patienten ist die Halbwertszeit geringfügig auf 6 bis 7 Stunden

verlängert. Es ist jedoch nicht erforderlich, die Dosen oder Häufigkeit der Injektionen zu verändern,

da es nicht zu einer Kumulation kommt.

Die apparente Elimination von Enoxaparin liegt nach subkutaner Applikation bei ca.15 ml/min. Die

Elimination von Enoxaparin ist bei moderater Niereninsuffizienz nicht verändert. Bei Patienten mit

schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) war die Elimination um ungefähr 30

% erniedrigt (siehe Punkt 4.3 „Gegenanzeigen“ und Punkt 4.4 „Warnhinweise und Vorsichtsmaß-

nahmen für die Anwendung“).

Die Metabolisierung von Enoxaparin-Natrium findet hauptsächlich in der Leber unter Desulfatierung

und Depolymerisation statt. Geringe Anteile des Produkts werden über die Nieren in unveränderter

oder geringfügig veränderter Form ausgeschieden.

Niedermolekulares Heparin und/oder Metaboliten gehen bei der Ratte in die Muttermilch über, jedoch

wurde keine anti-Xa-Aktivität nachgewiesen.

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die Untersuchungen zur akuten Toxizität an verschiedenen Tierspezies haben bei vorschriftsmäßiger

Applikation keine besondere Empfindlichkeit ergeben (siehe auch Punkt 4.9 „Überdosierung“).

Toxische Effekte traten nach intramuskulärer Applikation in Form von nekrotisierenden Hämatomen

auf.

Chronische Toxizität

In subchronischen und chronischen Untersuchungen nach i.v. und s.c. Applikationen traten bei

verschiedenen Tierarten in Abhängigkeit von der Dosis innere Blutungen und Hämatome auf.

Osteoporotische Effekte traten in einer 6-Monats-Untersuchung am Hund und in einer 52-Wochen-

Studie bei der Ratte auf. Die Ausbildung von Katarakten wird in der hohen Dosierung (25 mg/kg KG)

bei der Ratte verstärkt. Die Wundheilung, die Heilung von Knochenbrüchen und die Rekalzifizierung

des Knochens werden im Tierversuch durch Heparin verzögert.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Aus In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen auf genotoxische Wirkungen haben sich keine Hinweise

auf ein mutagenes Potential ergeben.

Untersuchungen zum tumorerzeugenden Potential wurden nicht durchgeführt.

Reproduktionstoxizität

Tierexperimentelle Untersuchungen an Ratte und Kaninchen ergaben keine Hinweise auf ein

teratogenes Potential von niedermolekularem Heparin.

Fachinformation Seite 12

Fachinformation

Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

Lokale Verträglichkeit

Siehe Punkt 4.8 „Nebenwirkungen“.

Pharmazeutische Angaben

Hilfsstoffe

Wasser für Injektionszwecke

Inkompatibilitäten

Inkompatibilitäten sind bisher nicht bekannt.

Dauer der Haltbarkeit

Entsprechend der im Lieferland festgelegten Haltbarkeitsdauer.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25°C lagern. Nicht tiefgefrieren.

Art und Inhalt des Behältnisses

Art:

1 ml Fertigspritzen aus klarem Glas Typ I (Ph. Eur.)

Kunststoffkolben mit Stopfen aus Chlorbutylgummi

Rostfreie Stahlkanüle G27 1/2 mit einer festen Schutzkappe

Inhalt:

Clexane 60 mg

Packung mit 10 Fertigspritzen à 0,6 ml Lösung

Klinikpackung mit 50 (5 x 10 gebündelt) und 100 (10 x 10 gebündelt) Fertigspritzen à 0,6 ml Lösung

Clexane 80 mg

Packung mit 10 Fertigspritzen à 0,8 ml Lösung

Klinikpackung mit 50 (5 x 10 gebündelt) und 100 (10 x 10 gebündelt) Fertigspritzen à 0,8 ml Lösung

Clexane 100 mg

Packung mit 10 Fertigspritzen à 1,0 ml Lösung

Klinikpackung mit 50 (5 x 10 gebündelt) und 100 (10 x 10 gebündelt) Fertigspritzen à 1,0 ml Lösung

Fachinformation Seite 13

Fachinformation

Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

Hinweise für die Handhabung und Entsorgung (wenn erforderlich)

Keine

Name oder Firma und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers

Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH

Am Gänslehen 4-6

83451 Piding

Tel.:

08651 / 704-0

Fax.: 08651 / 704-189

Zulassungsnummer

Datum der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

Stand der Information

Juli 2001

Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht

Verschreibungspflichtig

Dieses Arzneimittel enthält einen Stoff, dessen Wirkung in der Behandlung der instabilen Angina

pectoris und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes sowie der Therapie tiefer Venenthrombosen in der

medizinischen Wissenschaft noch nicht allgemein bekannt ist. Für dieses Arzneimittel hat der

pharmazeutische Unternehmer der zuständigen Bundesoberbehörde einen Erfahrungsbericht nach § 49

Abs. 6 AMG vorzulegen.

Fachinformation Seite 14

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