Cefazolin PharmSol 1 g Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

14-06-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

14-06-2021

Wirkstoff:
Cefazolin-Natrium
Verfügbar ab:
PharmSol Europe Limited Beiname: Pharmaceutical Solutions Ltd. (8167231)
Darreichungsform:
Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung
Zusammensetzung:
Cefazolin-Natrium (9330) 1048 Milligramm
Verabreichungsweg:
intravenöse Anwendung; intramuskuläre Anwendung
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
2201413.00.00
Berechtigungsdatum:
2021-05-28

Dokumente in anderen Sprachen

MMR MMR - Englisch

09-08-2021

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Cefazolin PharmSol 1 g Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung/Infusionslösung

Cefazolin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische

Fachpersonal.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann

anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Cefazolin PharmSol und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Cefazolin PharmSol beachten?

Wie ist Cefazolin PharmSol anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Cefazolin PharmSol aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Cefazolin PharmSol und wofür wird es angewendet?

Cefazolin PharmSol

enthält den Wirkstoff Cefazolin, der zu einer Gruppe von Antibiotika gehört, die

Cephalosporine genannt werden. Diese Arzneimittel wirken durch das Abtöten von Bakterien, die

Infektionen auslösen.

Cefazolin wird angewendet zur Behandlung von bakteriellen Infektionen durch Cefazolin-empfindliche

Bakterien bei Erwachsenen und Kindern im Alter über 1 Monat, z. B.:

Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes

Infektionen der Knochen und Gelenke

Cefazolin kann außerdem vor, während und nach einer Operation zur Vorbeugung möglicher Infektionen

angewendet werden.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Cefazolin PharmSol beachten?

Cefazolin PharmSol darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Cefazolin, andere Cephalosporine oder einen (der in Abschnitt 6 genannten)

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie schon einmal eine schwere allergische Reaktion (Überempfindlichkeitsreaktion) gegen

irgendein anderes Betalaktam-Antibiotikum (Penicilline, Monobactame und Carbapeneme) hatten.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Cefazolin PharmSol

verwenden,

wenn Sie zu allergischen Reaktionen (z. B. Heuschnupfen oder Asthma bronchiale) neigen oder

bereits andere schwere allergische Reaktionen auf Penicilline oder andere Betalaktam-Antibiotika

hatten, da dieses Arzneimittel eine Kreuzallergie auslösen kann.

Die Behandlung mit diesem Arzneimittel muss abgebrochen werden, wenn eine allergische Reaktion

auftritt – diese muss behandelt werden.

wenn Sie Nierenprobleme haben, weil Sie in diesem Fall unter Umständen eine niedrigere Dosis als

normal benötigen; wenn Sie nach Behandlung mit

Cefazolin PharmSol

anhaltenden Durchfall

haben, da dieser auf eine Entzündung des Dickdarms (pseudomembranöse Kolitis) in Verbindung mit

der Anwendung von Cefazolin zurückzuführen sein kann. In einem solchen Fall muss die

Anwendung von Cefazolin PharmSol sofort abgebrochen und die Entzündung entsprechend behandelt

werden. Arzneimittel, die die Kontraktion der Muskeln im Magen und Darm (und damit die

Weiterbewegung des Magen- und Darminhalts) hemmen, dürfen nicht angewendet werden.

wenn Sie Bluthochdruck haben oder bereits einmal hatten, da in diesem Fall der Natriumgehalt dieses

Arzneimittels berücksichtigt werden muss.

Risikofaktoren, die einen Vitamin-K-Mangel verursachen können, oder Risikofaktoren, die andere

Blutgerinnungsmechanismen beeinflussen.

In seltenen Fällen können während der Behandlung mit Cefazolin Blutgerinnungsstörungen auftreten.

Zusätzlich kann bei Patienten mit Krankheiten, welche eine Blutung verursachen oder verstärken können,

wie z. B. Hämophilie, Magen- oder Darmgeschwüre, die Blutgerinnung verändert werden. In solchen

Fällen wird Ihre Blutgerinnung überwacht.

Eine langfristige Anwendung von Cefazolin kann zum Überwuchern mit anderen Erregern führen. Ihr

Arzt wird Sie diesbezüglich genau überwachen und bei Bedarf eine entsprechende Behandlung einleiten.

Dieses Arzneimittel darf nicht als Injektion im Bereich des Rückenmarks (intrathekale Injektion)

angewendet werden, da Schädigungen des zentralen Nervensystems (einschließlich Krampfanfälle)

berichtet wurden.

Kinder

Cefazolin PharmSol

darf nicht bei Neugeborenen und bei Kleinkindern im Alter unter 1 Monat

angewendet werden, da die Sicherheit der Anwendung bei dieser Patientengruppe noch nicht bestätigt

werden konnte.

Anwendung von Cefazolin PharmSol zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Cefazolin darf nicht gleichzeitig mit den folgenden Arzneimitteln angewendet werden:

Antibiotika mit Hemmwirkung auf das Bakterienwachstum, wie etwa Tetracycline, Sulfonamide,

Erythromycin und Chloramphenicol.

Probenecid (Arzneimittel zur Behandlung von Gicht) wird nicht zur gemeinsamen Anwendung

empfohlen, da sich die Menge von Cefazolin in Ihrem Blut erhöhen kann.

Bei der Anwendung der folgenden Arzneimittel gemeinsam mit Cefazolin ist Vorsicht geboten:

Arzneimittel zur Blutverdünnung (orale Antikoagulanzien wie etwa Warfarin oder Heparin), da die

Anwendung mit Arzneimitteln aus der Gruppe der Cephalosporine in sehr seltenen Fällen

Blutungsstörungen verursachen kann. Wenn diese Arzneimittel gemeinsam angewendet werden, wird

Ihre Blutgerinnung überwacht.

Potentiell nierenschädigende Arzneimittel: Cefazolin kann die nierenschädigende Wirkung

bestimmter Antibiotika (Aminoglykoside) und bestimmter Arzneimittel, die zu vermehrten

Wasserlassen führen (Diuretika, z. B. Furosemid), verstärken. Bei gleichzeitiger Anwendung

eines dieser Arzneimittel zusammen mit

Cefazolin PharmSol

ist eine regelmäßige

Überwachung der Nierenfunktion, besonders bei Patienten mit Nierenerkrankung,

erforderlich.

Arzneimittel wie z. B. Cefazolin PharmSol können den Abbau und die Nutzung von Vitamin K1 im

Körper beeinträchtigen, vor allem, wenn Sie bereits an einem Vitamin-K1-Mangel leiden. Unter

Umständen werden Sie daher angewiesen, gleichzeitig mit der Anwendung von Cefazolin auch ein

Vitamin-K1-Nahrungsergänzungsmittel zu verwenden.

Auswirkung auf Laboruntersuchungen

In seltenen Fällen können der nicht-enzymatische Harnzuckernachweis und der Coombs-Test falsch

positiv ausfallen.

Inkompatibilitäten (chemische Unverträglichkeiten)

Cefazolin PharmSol

ist inkompatibel mit Amikacinsulfat, Amobarbital-Natrium, Bleomycinsulfat,

Calciumglucoheptonat, Calciumgluconat, Cimetidinhydrochlorid, Colistimethat-Natrium,

Erythromycinglucoheptonat, Kanamycinsulfat, Oxytetracyclinhydrochlorid, Pentobarbital-Natrium,

Polymyxin B-Sulfat und Tetracyclinhydrochlorid.

Schwangerschaft Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Schwangerschaft

Aus der großen Datenmenge über die Anwendung von Cephalosporinen der 1. Generation bei

Schwangeren ergibt sich kein Hinweis auf missbildendes Toxizitätspotential oder toxische Wirkung auf

den Fötus/Neugeborenen. Bisher liegen keine ausreichenden Erfahrungen mit der Anwendung von

Cefazolin bei Frauen während der Schwangerschaft vor. Cefazolin passiert die Plazentaschranke.

Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf die

Reproduktionstoxizität schließen. Vorsichtshalber sollte die Anwendung von Cefazolin PharmSol

während der Schwangerschaft vermieden werden, es sei denn, dies ist unbedingt erforderlich.

Stillzeit

Cefazolin geht in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über. Bei therapeutischen Dosen sind keine

Auswirkungen auf den Säugling zu erwarten. Cefazolin PharmSol darf während der Stillzeit angewendet

werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Über die Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

wurden keine Studien durchgeführt.

Es gibt keine bekannten Wirkungen von Cefazolin auf die

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Allerdings kann Cefazolin gewisse

Nebenwirkungen hervorrufen und Schwindelgefühle auslösen. Führen Sie keine Fahrzeuge und bedienen

Sie keine Geräte oder Maschinen, wenn Sie sich schwindelig fühlen. Wenden Sie sich an Ihren Arzt,

wenn Sie diese Symptome bei sich feststellen.

Cefazolin PharmSol enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält 50,6 mg Natrium (Hauptbestandteil von Koch- / Tafelsalz) pro

Durchstechflasche. Dies entspricht 2,53 % der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen

Natriumaufnahme.

3.

Wie ist Cefazolin PharmSol anzuwenden?

Cefazolin PharmSol

wird normalerweise von einem Arzt oder vom medizinischen Fachpersonal

verabreicht. Es kann als Tropf (intravenöse Infusion) oder als Injektion direkt in eine Vene oder einen

Muskel verabreicht werden.

Die empfohlenen Dosierungen sind:

Erwachsene:

Infektionen, die durch Bakterien verursacht sind, die auf dieses Arzneimittel empfindlich reagieren: 1

g bis 2 g pro Tag in zwei oder drei gleichen Dosen.

Infektionen, die durch Bakterien verursacht sind, die auf dieses Arzneimittel weniger empfindlich

reagieren: 3 g bis 4 g pro Tag in drei oder vier gleichen Dosen. Bei Bedarf kann die Gesamtdosis auf

bis zu 6 g pro Tag in drei bis vier gleichen Dosen erhöht werden.

Zur Vorbeugung gegen das Auftreten einer Infektion:

vor einer Operation: 1 g verabreicht 30 Minuten bis 1 Stunde vor Operationsbeginn.

während einer Operation: Bei einer längeren Operation (z. B. 2 Stunden oder mehr) werden 500 mg

bis 1 g innerhalb eines gewissen Zeitraums verabreicht, der von der Dauer der Operation abhängig ist.

nach einer Operation: 500 mg bis 1 g alle 6 bis 8 Stunden für 24 Stunden.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Dieses Arzneimittel wird

nicht für Neugeborene und Säuglinge im Alter unter 1 Monat

empfohlen.

Anwendung bei Kindern

Kinder ab einem Alter von 1 Monat:

Infektionen, die durch Bakterien verursacht sind, die auf dieses Arzneimittel empfindlich reagieren:

25 bis 50 mg pro kg Körpergewicht pro Tag aufgeteilt auf zwei bis vier gleiche Dosen.

Infektionen, die durch Bakterien verursacht sind, die auf dieses Arzneimittel weniger empfindlich

reagieren: Bis zu 100 mg pro kg Körpergewicht pro Tag aufgeteilt auf drei bis vier gleiche Dosen.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten mit normaler Nierenfunktion ist keine Anpassung der Dosis notwendig.

Erwachsene und Kinder mit eingeschränkter Nierenfunktion

Ihr Arzt wird unter Umständen die Dosis von Cefazolin PharmSol oder die Häufigkeit der Verabreichung

verringern müssen. Ihr Arzt wird möglicherweise auch Bluttests bei Ihnen durchführen, um

sicherzustellen, dass Sie die richtige Dosis erhalten, vor allem, wenn Sie das Arzneimittel für längere Zeit

verabreicht bekommen.

Art der Anwendung

Cefazolin PharmSol 1 g wird tief intramuskulär (i.m.), als langsame intravenöse Injektion (i.v.) oder

langsame intravenöse Infusion verabreicht.

Zubereitung der gebrauchsfertigen Lösung

Zur Zubereitung einer Injektions- oder Infusionslösung wird das Pulver durch leichtes Schütteln in einem

empfohlenen Lösungsmittel gelöst.

Dauer der Behandlung

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Infektion sowie dem

Genesungsverlauf.

Wenn Sie eine größere Menge von Cefazolin PharmSol angewendet haben, als Sie sollten

Da Cefazolin PharmSol 1 g Ihnen von einem Arzt oder vom medizinischen Fachpersonal verabreicht

wird, ist es unwahrscheinlich, dass Sie eine falsche Dosis erhalten. Im unwahrscheinlichen Fall einer

Überdosierung sind die häufigsten Beschwerden Kopfschmerzen, Schwindel (Vertigo), Empfinden von

Stechen oder Kribbeln der Haut (Parästhesie), Unruhe (Agitation), unwillkürliches Zucken eines Muskels

oder einer Muskelgruppe (Myoklonie) und Krämpfe (Konvulsionen). Wenden Sie sich an Ihren Arzt,

wenn diese Symptome auftreten.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Wenn Sie die Anwendung von Cefazolin PharmSol vergessen haben

Wenn Sie der Meinung sind, dass bei Ihnen eine Dosis von Cefazolin vergessen wurde, teilen Sie das

Ihrem Arzt sofort mit. Die Dosis sollte noch verabreicht werden. Wenn Sie weitere Fragen zur

Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Wenn Sie eines der folgenden Anzeichen bei sich feststellen, muss die Anwendung des Arzneimittels

sofort abgebrochen werden und Sie müssen sofort Ihren Arzt verständigen:

Schwere allergische Reaktionen (Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Beim Auftreten einer schweren allergischen Reaktion ist unverzüglich ein Arzt zu verständigen.

Anzeichen können folgende sein:

plötzliches Anschwellen des Gesichts, des Halses, der Lippen oder des Mundes. Dies kann zu Atem-

und Schluckschwierigkeiten führen.

plötzliches Anschwellen der Hände, Füße und Knöchel.

Schwere Hautauschläge (Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der vorhandenen Daten nicht

abschätzbar)

Wenn Sie einen schweren Hautauschlag bekommen, verständigen Sie sofort einen Arzt. Zu den

Anzeichen kann auch ein schwerer, sich schnell entwickelnder Ausschlag mit Blasenbildung oder

Abschälen der Haut und möglicher Blasenbildung im Mund gehören.

schwerer Hautausschlag mit Hitzewallungen, Fieber und Blasen- oder Geschwürbildung (Stevens-

Johnson-Syndrom)

Weitere mögliche Nebenwirkungen:

Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Anomalien der weißen Blutkörperchen (wie z. B. eine Abnahme der Leukozyten und ein Anstieg der

Eosinophilen) und der Blutplättchen (Abnahme der Thrombozyten)

Dünner Stuhl oder Durchfall

Appetitlosigkeit

Bauchschmerzen

Blähungen

Änderungen der Bluttestergebnisse der Leberfunktion

Nesselsucht, Hautausschlag, Juckreiz

Übelkeit und Erbrechen

Hautrötungen

Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Verminderung der Anzahl weißer Blutkörperchen (Granulozytopenie)

Verminderung der Anzahl roter Blutkörperchen (Anämie)

Verminderung der Anzahl der an der Blutgerinnung beteiligte Zellen (Thrombozytopenie)

Anämieform, bei der die roten Blutkörperchen zerstört werden (hämolytische Anämie)

Starke Verminderung der weißen Blutkörperchen (Agranulozytose)

Erhöhung einiger Enzyme (AST, ALT und Gamma-GT)

Erhöhtes Bilirubin

Venenentzündungen (Phlebitis, Thrombophlebitis)

Selten: kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen

Probleme bei der Blutgerinnung. Zu den Anzeichen können leichte Blutergüsse sowie Schmerzen und

Schwellungen in den Gelenken gehören.

Blutungen

Nierenprobleme

Sehr selten: kann bis zu 1 von 10 000 Behandelten betreffen

Gelbfärbung der Haut oder des Weißen der Augen (Gelbsucht)

Cholestatische Gelbsucht (schwerer Durchfall mit Blut, dunkel gefärbter Urin und blasser Stuhl)

Probleme bei der Blutgerinnung. Zu den Anzeichen können leichte Blutergüsse sowie Schmerzen und

Schwellungen in den Gelenken gehören

Nicht bekannt: Häufigkeit auf der Grundlage der vorhandenen Daten nicht abschätzbar

Eine Sekundärinfektion, die möglicherweise nicht auf das zuvor verschriebene Antibiotikum

anspricht.

Pilzinfektion (z. B. Soor)

Anämieform, bei der die roten Blutkörperchen zerstört werden (hämolytische Anämie)

Reduziertes Hämoglobin (ein Pigment, das für die rote Farbe des Blutes verantwortlich ist und

Sauerstoff im Körper verteilt).

Starke Verminderung der weißen Blutkörperchen (Granulozytose)

Kopfschmerzen

Benommenheit, Schwäche

Unwohlsein, Müdigkeit

Krämpfe

Vertigo (Schwindelgefühl)

Ein anormales Gefühl, typischerweise Kribbeln oder Stechen (Ameisenlaufen) (Parästhesie)

Angst- und Verwirrungszustände

Schlaflosigkeit

Hitzewallungen

Schwerer und häufiger Durchfall, manchmal mit Blut – kann auf eine ernsthaftere Erkrankung

hinweisen (Pseudomembranöse Enterokolitis)

Erhöhung des Blut-Harnstoff-Stockstoffs und Kreatinins – Marker für Nephrotoxizität

Thoraxschmerzen

Atembeschwerden

Husten

Verstopfte und/oder laufende Nase (Rhinitis)

Abnahme oder Anstieg der Blutglukosespiegel

Erhöhte Lichtempfindlichkeit (Photosensibilität)

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Cefazolin PharmSol aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht

mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Lagerungsbedingungen

Nicht über 25 °C lagern.

Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Haltbarkeit nach Zubereitung

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung wurde bei nicht

lichtgeschützter Aufbewahrung bei 25 °C während 24 Stunden bzw. bei lichtgeschützter Aufbewahrung

bei 2‒8 °C nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden, es sei

denn, die Rekonstitution bzw. Verdünnung hat unter kontrollierten und validierten aseptischen

Bedingungen stattgefunden.

Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die

Lagerungsbedingungen und die Lagerungsdauer verantwortlich, wobei letztere bei nicht lichtgeschützter

Lagerung bei 25 °C nicht mehr als 24 Stunden betragen sollte; die Lagerung hat ansonsten bei 2‒8 °C und

lichtgeschützt zu erfolgen.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Cefazolin PharmSol enthält

Jede Durchstechflasche enthält 1 g Cefazolin (als 1,048 g Cefazolin-Natrium).

Wie Cefazolin PharmSol aussieht und Inhalt der Packung

Ein weißes oder annähernd weißes Pulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung in einer

Durchstechflasche aus Klarglas, das mit einem grauen Chlorobutyl-Gummistopfen und mit einer blauen

Aluminiumkappe versiegelt ist.

Cefazolin PharmSol ist in folgenden Packungsgrößen erhältlich:

1 Durchstechflasche ist mit 1 Packungsbeilage in einem Umkarton verpackt.

5 Durchsteckflaschen in einer Verpackungsschale sind mit 1 Packungsbeilage in einem Umkarton

verpackt.

5 Durchsteckflaschen in einer Verpackungsschale, wobei 11 Verpackungsschalen mit 1 Packungsbeilage

in einem Umkarton verpackt sind.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

PharmSol Europe Limited, The Victoria Centre Unit 2, Lower Ground Floor, Valletta Road, Mosta MST

9012, MALTA

Hersteller

PharmSol Europe Limited, KW20A, Korradino Industrial Park, Paola PLA3000, Malta

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter

den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland:

Cefazolin PharmSol 1g Pulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung

Lettland:

Cefazolin PharmSol 1000 mg pulveris injekciju / infūziju šķīduma pagatavošanai

Litauen:

Cefazolin PharmSol 1000 mg milteliai injekciniam / infuziniam tirpalui

Malta:

Cefazolin PharmSol 1000 mg Powder for solution for injection/infusion

Slowenien:

Cefazolin PharmSol 1 g prašek za raztopino za injiciranje/ infundiranje

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2021

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

INFORMATIONEN FÜR MEDIZINISCHES FÜR MEDIZINISCHES FACHPERSONAL

Diese Packungsbeilage enthält praktische Informationen zur Vorbereitung und/oder Handhabung des

Arzneimittels. Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie dem Patienten das

Arzneimittel verabreichen.

Anmerkung:

Diese Packungsbeilage enthält nicht alle notwendigen Informationen über dieses

Arzneimittel. Bei der patientenspezifischen Bewertung der Eignung des Arzneimittels muss der

Verschreiber mit der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SmPC) vertraut sein.

Cefazolin PharmSol 1000 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung

Cefazolin (als Cefazolin-Natrium)

Für die vollständige Verschreibungsinformation beachten Sie bitte die Zusammenfassung der Merkmale

des Arzneimittels (SmPC).

Darreichungsform

Jede Durchstechflasche enthält 1 g Cefazolin (als 1,048 g Cefazolin-Natrium). Der Natrium-Gehalt jeder

Durchstechflasche beträgt 2,2 mmol (50,6 mg pro 1 g Cefazolin). Es sind keine Hilfsstoffe enthalten.

Dosierung

Erwachsene und Jugendliche > 12 Jahre mit normaler Nierenfunktion:

Durch hochempfindliche Erreger verursachte Infektionen:

Die übliche Dosis für Erwachsene beträgt 1‒2 g pro Tag, aufgeteilt in 2 oder 3 gleichen Einzeldosen (alle

8 oder 12 Stunden).

Durch weniger empfindliche Erreger verursachte Infektionen:

Die übliche Dosis beträgt 3‒4 g pro Tag, aufgeteilt in 3 oder 4 Einzeldosen (alle 6 oder 8 Stunden).

Bei schweren Infektionen können Dosen bis zu 6 g pro Tag verabreicht werden, und zwar aufgeteilt auf 3

oder 4 gleiche Einzeldosen (alle 6 oder 8 Stunden).

Prophylaxe von perioperativen Infektionen

Zur Prävention perioperativer Infektionen während septischer oder potentiell septischer Eingriffe werden

folgende Dosen empfohlen:

a) 1 g intravenös, 30 Minuten bis 1 Stunde vor Beginn der Operation.

b) Bei längeren operativen Eingriffen (z. B. 2 oder mehr Stunden) 500 mg bis 1 g intravenös während der

Operation (Verabreichung angepasst an die Dauer der Operation).

c) 500 mg bis 1 g intravenös, alle 6‒8 Stunden postoperativ über 24 Stunden.

Es ist wichtig, (1) dass die präoperative Dosis unmittelbar vor Beginn der Operation (30 Minuten ‒ 1

Stunde) verabreicht wird, so dass zu Beginn der chirurgischen Inzision ausreichende r Antibiotikaspiegel

im Serum und Gewebe vorliegen; und (2) dass Cefazolin, wenn nötig, in angemessenen Abständen

während der Operation verabreicht wird, damit adäquate Antibiotikaspiegel zum Zeitpunkt der größten

Exposition gegenüber infektiösen Erregern vorhanden sind. Die prophylaktische Gabe von Cefazolin

sollte normalerweise innerhalb von 24 Stunden nach dem operativen Eingriff beendet werden. Bei

Operationen, bei denen das Auftreten einer Infektion besonders verheerend sein kann (z. B. bei

Operationen am offenen Herzen und endoprothetischen Eingriffen) kann die prophylaktische Gabe von

Cefazolin für 3-5 Tage nach Abschluss der Operation fortgesetzt werden.

Erwachsene Patienten mit Einschränkung der Nierenfunktion

Es sollte eine angemessene Anfangsdosis verabreicht werden. Anschließende Dosen sollten an den Grad

der Einschränkung der Nierenfunktion, die Schwere der Infektion und die Empfindlichkeit der

Krankheitserreger angepasst werden. Bei Hämodialysepatienten hängt das Behandlungsschema von den

Dialysebedingungen ab.

Kreatininclearance (ml/min)

Serum-Kreatinin

(mg/100 ml)

Tagesgesamtdosis

Dosisintervall

≥ 55

≤ 1,5

Normale Dosis*

Unverändert

35-54

1,6‒3,0

Normale Dosis*

Mindestens 8

Stunden

11-34

3,1‒4,5

Die Hälfte der normalen

Dosis*

12 Stunden

≤ 10

≥ 4,6

Ein Viertel der normalen

Dosis*

18‒24 Stunden

* Tagesdosis bei Erwachsenen mit normaler Nierenfunktion

Kinder und Jugendliche:

Durch hochempfindliche Mikroorganismen verursachte Infektionen:

Eine Dosis von 25‒50 mg/kg Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt auf 2‒4 gleiche Einzeldosen (alle 6, 8

oder 12 Stunden) wird empfohlen.

Durch weniger empfindliche Mikroorganismen verursachte Infektionen:

Eine Dosis von bis zu 100 mg/kg Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt auf 3‒4 Einzeldosen (alle 6 oder 8

Stunden) wird empfohlen.

Frühgeborene und Säuglinge im Alter unter 1 Monat

Da die Sicherheit für die Anwendung bei Frühgeborenen und Säuglingen im Alter unter 1 Monat nicht

bekannt ist, wird die Anwendung von Cefazolin bei dieser Patientengruppe nicht empfohlen.

Richtlinien für die Dosierung bei Kindern und Jugendlichen

Körpergewicht

5 kg

10 kg

15 kg

20 kg

25 kg

25 mg/kg Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt in

2 Einzeldosen alle 12 Stunden

63 mg

125 mg

188 mg

250 mg

313 mg

25 mg/kg Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt in

3 Einzeldosen alle 8 Stunden

42 mg

85 mg

125 mg

167 mg

208 mg

25 mg/kg Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt in

4 Einzeldosen alle 6 Stunden

31 mg

62 mg

94 mg

125 mg

156 mg

50 mg/kg Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt in

2 Einzeldosen alle 12 Stunden

125 mg

250 mg

375 mg

500 mg

625 mg

50 mg/kg Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt in

3 Einzeldosen alle 8 Stunden

83 mg

166 mg

250 mg

333 mg

417 mg

50 mg/kg Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt in

4 Einzeldosen alle 6 Stunden

63 mg

125 mg

188 mg

250 mg

313 mg

100 mg/kg Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt in

3 Einzeldosen alle 8 Stunden

167 mg

333 mg

500 mg

667 mg

833 mg

100 mg/kg Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt in

4 Einzeldosen alle 6 Stunden

125 mg

250 mg

375 mg

500 mg

625 mg

Kinder und Jugendliche mit eingeschränkter Nierenfunktion

Es sollte eine geeignete Anfangsdosis verabreicht werden. Die nachfolgenden Dosen sollten an den Grad

der Einschränkung der Nierenfunktion, die Schwere der Infektion und die Empfindlichkeit der

Krankheitserreger angepasst werden.

Bei Kindern mit einer leichten Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 70‒40 ml/min)

sind 60 % der normalen Tagesdosis, aufgeteilt auf 2 Einzeldosen alle 12 Stunden, ausreichend.

Bei Kindern mit einer mittelschweren Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 40‒20

ml/min) sind 25 % der normalen Tagesdosis, aufgeteilt auf 2 Einzeldosen alle 12 Stunden, ausreichend.

Bei Kindern mit einer schweren Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 20‒5 ml/min)

sind 10 % der normalen Tagesdosis, aufgeteilt auf 2 Einzeldosen alle 24 Stunden, ausreichend.

Alle diese Richtlinien gelten nach der Gabe einer initialen Startdosis.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten mit normaler Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Dauer der Behandlung

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Krankheitsverlauf.

Gebrauchsanweisung

Cefazolin-Natriumpulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung Injektions- / Infusionslösung

kann nach der Rekonstitution intramuskulär oder intravenös verabreicht werden.

Intramuskuläre Verabreichung

Mit Wasser für Injektionszwecke oder physiologischer Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0.9%) gemäß

nachstehender Verdünnungstabelle rekonstituieren: Bis zur vollständigen Auflösung gut schütteln. Die

Durchstechflasche sollte beim Schütteln in den Händen erwärmt werden, damit die Lösung des

Arzneimittels leichter hergestellt werden kann. Die rekonstituierte Injektionslösung darf nicht verwendet

werden, wenn sich eine Trübung zeigt. Cefazolin-Natriumpulver zur Herstellung einer Injektions- /

Infusionslösung sollte in eine große Muskelmasse injiziert werden.

Lösungsmittelmenge

Größe der Durchstechflasche

4‒5 ml

Intravenöse Verabreichung

Cefazolin-Natriumpulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung kann durch direkte

intravenöse Injektion bzw. intermittierende oder kontinuierliche Infusion verabreicht werden.

Intravenöse Injektion

Direkte intravenöse Injektion:

Das rekonstituierte 1 g Cefazolin-Natriumpulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung mit

mindestens 10 ml Wasser für Injektionszwecke, physiologische Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9%)

oder 50 mg/ml (5 %) Glucose-Lösung verdünnen. Lösung langsam über eine Zeitspanne von 3‒5 Minuten

injizieren. Die Injektion sollte direkt in die Vene oder in den Schlauch, durch welchen der Patient

intravenöse Lösungen verabreicht bekommt, erfolgen. Cefazolin-Natrium ist Berichten zufolge mit den

folgenden intravenösen Flüssigkeiten kompatibel: 9 mg/ml (0.9%) Natrium-Chlorid-Injektion, 50 mg/ml

(5%) oder 100 mg/ml (10%) Glucose-Injektion sowie Lactated Ringer-Injektion.

Intravenöse Infusion

Intermittierende intravenöse Infusion:

Cefazolin-Natriumpulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung kann im Rahmen von

primären intravenösen Flüssigkeitsmanagementsystemen über ein Infusionsset oder über einem separaten

sekundären intravenösen Infusionsbeutel verabreicht werden. Rekonstituiertes Cefazolin (1 g Cefazolin-

Natriumpulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung) kann in 50‒100 ml Wasser für

Injektionszwecke oder in einem der weiter oben aufgelisteten, gut verträglichen parenteralen

Flüssigkeiten verdünnt und über einen Zeitraum von 30‒60 Minuten als Infusion verabreicht werden.

Wird ein Verabreichungsset vom Y-Typ verwendet, ist zu empfehlen, die Zufuhr der anderen Lösung für

die Dauer der Zufuhr der Cefazolin-Natrium-Lösung zu unterbrechen.

Kontinuierliche intravenöse Infusion:

Die tägliche Gesamtdosis an Cefazolin-Natrium kann verdünnt mit mindestens 50 ml Wasser für

Injektionszwecke in gut gemischter Form einem intravenösen Infusionsbeutel, der eine der oben

genannten parenteralen Flüssigkeiten enthält, zugegeben werden. Für die Wahl einer Kochsalz- oder

Glukoselösung und das zu verwendende Volumen ist das Flüssigkeits- und Elektrolytmanagement

maßgebend.

Die rekonstituierte Lösung ist klar, leicht gelblich und sollte vor Licht geschützt werden.

Wie bei allen parenteralen Arzneimitteln muss die rekonstituierte Lösung vor der Verabreichung visuell

auf Partikel und Verfärbung untersucht werden. Die Lösung darf nur verwendet werden, wenn sie klar

und praktisch frei von Schwebeteilchen ist.

Das rekonstituierte Arzneimittel ist nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Nicht verwendetes

Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

Inkompatibilitäten

Cefazolin 1000 mg ist inkompatibel mit Amikacinsulfat, Amobarbital-Natrium, Bleomycinsulfat,

Calciumglucoheptonat, Calciumgluconat, Cimetidinhydrochlorid, Colistimethat-Natrium,

Erythromycinglucoheptonat, Kanamycinsulfat, Oxytetracyclinhydrochlorid, Pentobarbital-Natrium,

Polymyxin B-Sulfat und Tetracyclinhydrochlorid.

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Für die Haltbarkeit des verdünnten Arzneimittels siehe unter "Gebrauchsanweisung" weiter oben

sowie

Abschnitt 5.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern. Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu

schützen.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Cefazolin PharmSol 1 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Durchstechflasche enthält 1 g Cefazolin (als 1,048 g Cefazolin-Natrium).

Der Natriumgehalt jeder Durchstechflasche beträgt 2,2 mmol (50,6 mg pro 1 g Cefazolin).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung

Weißes oder fast weißes Pulver, sehr hygroskopisch

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Cefazolin wird angewendet zur Behandlung der folgenden durch Cefazolin-empfindliche

Mikroorganismen verursachten Infektionen bei Erwachsenen und Kindern über 1 Monat (siehe Abschnitt

5.1):

Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes

Infektionen der Knochen und Gelenke

Perioperative Prophylaxe: zur Reduktion des Auftretens bestimmter postoperativer Infektionen bei

chirurgischen Eingriffen, die als kontaminiert bzw. potentiell kontaminiert einzustufen sind, im

Rahmen der präoperativen, intraoperativen und postoperativen Prophylaxe.

Die Anwendung von Cefazolin sollte auf die Fälle beschränkt werden, bei denen eine parenterale

Behandlung notwendig ist.

Die offiziellen Richtlinien zur angemessenen Anwendung von antibakteriellen Wirkstoffen sind zu

berücksichtigen.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Dosierung ist von der Empfindlichkeit der Erreger (siehe Abschnitt 5.1) und dem Schweregrad der

Erkrankung abhängig.

Dosierung

Erwachsene und Jugendliche >12 Jahre mit normaler Nierenfunktion

Durch hochempfindliche Erreger verursachte Infektionen:

Die übliche Dosis für Erwachsene beträgt 1‒2 g pro Tag, aufgeteilt in 2 oder 3 gleiche Einzeldosen (alle 8

oder 12 Stunden).

Durch weniger empfindliche Erreger verursachte Infektionen:

Die übliche Dosis beträgt 3‒4 g pro Tag, aufgeteilt in 3 oder 4 gleiche Einzeldosen (alle 6 oder 8

Stunden).

Bei schweren Infektionen können Dosen bis zu 6 g pro Tag verabreicht werden, und zwar aufgeteilt auf 3

oder 4 gleiche Einzeldosen (alle 6 oder 8 Stunden).

Prophylaxe von perioperativen Infektionen

Zur Prävention perioperativer Infektionen während septischer oder potentiell septischer Eingriffe werden

folgende Dosen empfohlen:

a) 1 g intravenös, 30 Minuten bis 1 Stunde vor Beginn der Operation.

b) Bei längeren operativen Eingriffen (z. B. 2 Stunden oder länger) 500 mg bis 1 g intravenös während

der Operation (Verabreichung angepasst an die Dauer der Operation).

c) 500 mg bis 1 g intravenös, alle 6‒8 Stunden postoperativ über 24 Stunden.

Es ist wichtig, (1) dass die präoperative Dosis unmittelbar vor Beginn der Operation (30 Minuten - 1

Stunde) verabreicht wird, so dass zu Beginn der chirurgischen Inzision ausreichende Antibiotikaspiegel

im Serum und Gewebe vorliegen; und (2) dass Cefazolin, wenn nötig, in angemessenen Abständen

während der Operation verabreicht wird, damit adäquate Antibiotikaspiegel zum Zeitpunkt der größten

Exposition gegenüber infektiösen Erregern vorhanden sind. Die prophylaktische Gabe von Cefazolin

sollte normalerweise innerhalb von 24 Stunden nach dem operativen Eingriff beendet werden. Bei

Operationen, bei denen das Auftreten einer Infektion besonders verheerend sein kann (z. B. bei

Operationen am offenen Herzen und endoprothetischen Eingriffen) kann die prophylaktische Gabe von

Cefazolin für 3‒5 Tage nach Abschluss der Operation fortgesetzt werden.

Erwachsene Patienten mit Einschränkung der Nierenfunktion

Es sollte eine angemessene Anfangsdosis verabreicht werden. Anschließende Dosen sollten an den Grad

der Einschränkung der Nierenfunktion, die Schwere der Infektion und die Empfindlichkeit der

Krankheitserreger angepasst werden. Bei Hämodialysepatienten hängt das Behandlungsschema von den

Dialysebedingungen ab.

Kreatinin-Clearance (ml/min)

Serum-Kreatinin

(mg/100 ml)

Tagesgesamtdosis

Dosisintervall

≥ 55

≤ 1,5

Normale Dosis*

Unverändert

35-54

Normale Dosis*

Mindestens 8

Stunden

11-34

Die Hälfte der

normalen Dosis*

12 Stunden

≤ 10

≥ 4,6

Ein Viertel der

normalen Dosis*

18‒24 Stunden

*Tagesdosis bei Erwachsenen mit normaler Nierenfunktion

Kinder und Jugendliche

Durch hochempfindliche Erreger verursachte Infektionen

Eine Dosis von 25‒50 mg/kg Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt auf 2‒4 gleiche Einzeldosen (alle 6, 8

oder 12 Stunden) wird empfohlen.

Durch weniger empfindliche Erreger verursachte Infektionen

Eine Dosis von bis zu 100 mg/kg Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt auf 3‒4 Einzeldosen (alle 6 oder 8

Stunden) wird empfohlen.

Frühgeborene und Säuglinge im Alter unter 1 Monat

Da die Sicherheit für die Anwendung bei Frühgeborenen und Säuglingen im Alter unter 1 Monat nicht

bekannt ist, wird die Anwendung von Cefazolin bei dieser Patientengruppe nicht empfohlen. Siehe auch

Abschnitt 4.4.

Richtlinien für die Dosierung bei Kindern und Jugendlichen

Körpergewicht

5 kg

10 kg

15 kg

20 kg

25 kg

25 mg/kg Körpergewicht

pro Tag, aufgeteilt in 2 Einzeldosen alle 12

Stunden

63 mg

125 mg

188 mg

250 mg

313 mg

25 mg/kg Körpergewicht

pro Tag, aufgeteilt in 3 Einzeldosen alle 8

Stunden

42 mg

85 mg

125 mg

167 mg

208 mg

25 mg/kg Körpergewicht

pro Tag, aufgeteilt in 4 Einzeldosen alle 6

Stunden

31 mg

62 mg

94 mg

125 mg

156 mg

50 mg/kg Körpergewicht

pro Tag, aufgeteilt in 2 Einzeldosen alle 12

Stunden

125 mg

250 mg

375 mg

500 mg

625 mg

50 mg/kg Körpergewicht

pro Tag, aufgeteilt in 3 Einzeldosen alle 8

Stunden

83 mg

166 mg

250 mg

333 mg

417 mg

50 mg/kg Körpergewicht

pro Tag, aufgeteilt in 4 Einzeldosen alle 6

Stunden

63 mg

125 mg

188 mg

250 mg

313 mg

100 mg/kg Körpergewicht

pro Tag, aufgeteilt in 3 Einzeldosen alle 8

Stunden

167 mg

333 mg

500 mg

667 mg

833 mg

100 mg/kg Körpergewicht

pro Tag, aufgeteilt in 4 Einzeldosen alle 6

Stunden

125 mg

250 mg

375 mg

500 mg

625 mg

Kinder und Jugendliche mit eingeschränkter Nierenfunktion

Es sollte eine geeignete Anfangsdosis verabreicht werden. Die nachfolgenden Dosen sollten an den Grad

der Einschränkung der Nierenfunktion, die Schwere der Infektion und die Empfindlichkeit der

Krankheitserreger angepasst werden.

Bei Kindern mit einer leichten Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 70‒40 ml/min)

sind 60 % der normalen Tagesdosis, aufgeteilt auf 2 Einzeldosen alle 12 Stunden, ausreichend.

Bei Kindern mit einer mittelschweren Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 40‒20

ml/min) sind 25 % der normalen Tagesdosis, aufgeteilt auf 2 Einzeldosen alle 12 Stunden, ausreichend.

Bei Kindern mit einer schweren Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 20‒5 ml/min)

sind 10 % der normalen Tagesdosis, aufgeteilt auf 2 Einzeldosen alle 24 Stunden, ausreichend.

Alle diese Richtlinien gelten nach der Gabe einer initialen Startdosis. Siehe auch Abschnitt 4.4.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten mit normaler Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Dauer der Behandlung

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Krankheitsverlauf.

Art der Anwendung

Cefazolin PharmSol kann als tiefe intramuskuläre Injektion (i.m.), als langsame intravenöse Injektion

(i.v.) oder als langsame intravenöse Infusion verabreicht werden.

Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung siehe Abschnitt 6.6.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff und bei Patienten mit bekannter, schwerer Überempfindlichkeit

gegen Penicilline oder andere Beta-Lactam-Antibiotika (Cephalosporine).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Überempfindlichkeit

Besondere Vorsicht gilt bei Patienten mit allergischer Diathese, Bronchial-Asthma oder Heuschnupfen.

Bevor eine Therapie eingeleitet wird, muss abgeklärt sein, dass der Patient in der Vergangenheit keine

Überempfindlichkeitsreaktionen nach der Anwendung von Cephalosporinen, Penicillinen oder anderen

Arzneimitteln gezeigt hat.

Bei Patienten mit einer Tendenz zu Allergien sollte Cefazolin mit Vorsicht angewendet werden. Es

wurden Kreuzallergien zwischen Penicillinen und Cephalosporinen dokumentiert.

Wie bei allen Beta-Lactam-Antibiotika ist in außergewöhnlichen Fällen von schweren

Überempfindlichkeitsreaktionen, gelegentlich auch mit tödlichem Ausgang, berichtet worden. Bei

Auftreten von schweren Überempfindlichkeitsreaktionen muss die Behandlung mit Cefazolin sofort

abgebrochen und geeignete Notfallmaßnahmen müssen eingeleitet werden. Vor der Verabreichung ist der

Patient sorgfältig nach früheren schweren Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Cefazolin, andere

Cephalosporine oder andere Betalaktam-Antibiotika zu befragen. K.

Antibiotika-assoziierte pseudomembranöse Kolitis

Bei fast allen Antibiotika wurde über Fälle von Antibiotika-assoziierter Kolitis berichtet, wobei der

Schweregrad von mild bis lebensbedrohlich reichte (siehe Abschnitt 4.8). Daher ist es wichtig, bei

Patienten, bei denen es während oder nach Anwendung eines Antibiotikums zu Durchfall kommt, an

diese Diagnose zu denken. Sollte es zu einer Antibiotika-assoziierten Colitis kommen, muss die

Behandlung mit Cefazolin umgehend abgebrochen, ein Arzt konsultiert und eine geeignete Behandlung

eingeleitet werden. Arzneimittel, welche die Peristaltik hemmen, sind kontraindiziert.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist die Dosis und/oder die Häufigkeit der

Verabreichung dem Grad der Nierenfunktionsstörung anzupassen (siehe Abschnitt 4.2). Obwohl

Cefazolin nur selten Nierenfunktionsstörungen verursacht, wird empfohlen, die Nierenfunktion zu

überprüfen, besonders bei schwerkranken Patienten, welche maximale Dosen erhalten, und bei Patienten,

die gleichzeitig potenziell nephrotoxische Arzneimittel, wie Aminoglykoside oder starke Diuretika (z. B.

Furosemid), erhalten.

Intrathekale Anwendung

Nicht zur intrathekalen Anwendung. Nach einer intrathekalen Anwendung von Cefazolin wurde über

schwere Vergiftungen des zentralen Nervensystems (einschließlich Krampfanfällen) berichtet.

Bakterielle Resistenzen und Superinfektionen

Bei langandauernder Anwendung von Cefazolin kann es zur Entstehung Cefazolin-resistenter Bakterien

kommen. Deshalb sollten die Patienten eng überwacht werden. Im Falle einer Superinfektion müssen

geeignete Maßnahmen ergriffen werden.

Gerinnungsstörungen

Die Behandlung mit Cefazolin kann in seltenen Fällen zu Gerinnungsstörungen führen. Risikofaktoren

sind ein Vitamin K-Mangel bei Patienten oder die Beeinflussung anderen Gerinnungsmechanismen

(parenterale Ernährung, Fehlernährung, eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion, Thrombozytopenie).

Dies gilt auch für Patienten mit Begleiterkrankungen (wie z. B. Hämophilie, Magen- und

Darmgeschwüre), welche Blutungen verursachen oder verschlimmern können. Daher sollte bei diesen

Patienten die Thromboplastinzeit (Quickwert) überwacht werden Bei signifikant verminderten Werten

sollte ein Vitamin-K-Präparat (10 mg pro Woche) verabreicht werden.

Hypertonie oder Herzinsuffizienz

Bei Hypertonie oder Herzinsuffizienz muss der Natriumgehalt der Injektionslösung berücksichtigt

werden.

Langzeit- oder Hochdosistherapie

Bei einer längerfristigen oder hochdosierten Behandlung empfiehlt sich die regelmäßige Überprüfung der

Organsystemfunktionen, einschließlich Nieren-, Leber- und hämatopoetischer Funktion. Es wurde über

erhöhte Leberenzymwerte und Blutzellveränderungen berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Kinder und Jugendliche

Frühgeborene und Säuglinge im Alter unter 1 Monat

Cefazolin darf Frühgeborenen und Säuglingen im Alter unter einem Monat nicht gegeben werden, da

hierfür bisher keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen und die Sicherheit des Arzneimittels in dieser

Patientengruppe nicht belegt ist.

Dieses Arzneimittel enthält 50,6 mg Natrium pro 1000 mg Dosis. Dies entspricht 2,53 % der von der

WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von

2 g.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Kontraindizierte gleichzeitige Anwendung

Antibiotika

Cefazolin soll nicht zusammen mit Antibiotika mit bakteriostatischer Wirkung (z. B. Tetracycline,

Sulfonamide, Erythromycin, Chloramphenicol) angewendet werden, da

in vitro

antagonistische Effekte

beobachtet wurden.

Die gleichzeitige Anwendung wird nicht empfohlen mit:

Probenecid

Die renale Clearance von Cefazolin wird bei einer gleichzeitigen Anwendung von Probenecid vermindert.

Vorsichtsmaßnahmen

Antikoagulantien

Cephalosporine können in sehr seltenen Fällen zu Blutgerinnungsstörungen führen (siehe Abschnitt 4.4).

Wenn zusätzlich Antikoagulantien (z. B. Warfarin oder Heparin) verabreicht werden, müssen die

Gerinnungswerte überwacht werden. Bei einer großen Anzahl von Fällen wurde bei Patienten, die

Antibiotika erhielten, über eine gesteigerte Wirkung der oralen Antikoagulantien berichtet. Infektionen

und Entzündungen, Alter und der Allgemeinzustand des Patienten stellen vermutlich Risikofaktoren dar.

Unter diesen Umständen ist es schwierig zu ermitteln, welche Rolle die Infektionskrankheit und ihre

Behandlung spielen, wenn ein Ungleichgewicht der INRauftritt. Einige Antibiotikaklassen sind jedoch

stärker betroffen, insbesondere Fluorchinole, Makrolide, Tetrazcycline, Cotrimoxazol und einige

Cephalosporine.

Nephrotoxische Substanzen

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die nephrotoxische Wirkung von Antibiotika (z. B.

Aminoglykoside, Colistin, Polymyxin B), jodhaltigen Kontrastmitteln, organische Platinverbindungen,

Methotrexat in hoher Dosierung, einige Virustatika (z. B. Aciclovir, Foscarnet), Pentamidin, Ciclosporin,

Tacrolimus und Diuretika (z. B. Furosemid) verstärkt ist. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Cefazolin

sollten die Nierenwerte sorgfältig überwacht werden.

Vitamin K1

Einige Cephalosporine, wie z. B. Cefamandol, Cefazolin und Cefotetan, können den Vitamin K1-

Stoffwechsel beeinträchtigen, besonders bei Vitamin K1-Mangel. Deshalb kann die Substitution von

Vitamin K1 notwendig werden.

Laboruntersuchungen

Bei Labortests kann es zu einer falsch positiven Reaktion auf Glucose im Harn kommen, wenn man

Benedict'sche Lösung oder Fehling'sche Lösung bei Patienten, die mit Cefazolin behandelt werden,

verwendet. Der indirekte und direkte Coombs-Test kann ebenfalls falsch positiv ausfallen. Dies gilt auch

für Neugeborene, deren Mütter Cephalosporine erhalten haben.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Aus der großen Datenmenge über die Anwendung von Cephalosporinen der 1. Generation bei

Schwangeren ergibt sich kein Hinweis auf missbildendes Toxizitätspotential oder toxische Wirkung auf

den Fötus/Neugeborenen. Bisher liegen keine ausreichenden Erfahrungen mit der Anwendung von

Cefazolin bei Frauen während der Schwangerschaft vor. Cefazolin passiert die Plazentaschranke.

Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf die

Reproduktionstoxizität schließen. Vorsichtshalber sollte die Anwendung von Cefazolin PharmSol

während der Schwangerschaft vermieden werden, es sei denn, dies ist unbedingt erforderlich.

Stillzeit

Cefazolin geht in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über. Bei therapeutischen Dosen sind keine

Auswirkungen auf den Säugling zu erwarten. Cefazolin PharmSol darf während der Stillzeit angewendet

werden.

Fertilität

Tierstudien zeigten keine Auswirkungen auf die Fertilität.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Über die Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

wurden keine Studien durchgeführt. Jedoch können Nebenwirkungen auftreten (z. B. allergische

Reaktionen, Schwindel), welche die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

beeinflussen können (siehe Abschnitt 4.8).

4.8

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen sind gemäß der MedDRA-Konvention nach ihrer Häufigkeit wie folgt aufgelistet:

sehr häufig (≥ 1/10)

häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

gelegentlich (≥ 1/1000 bis < 1/100)

selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1000)

sehr selten (< 1/10 000)

nicht bekannt (Häufigkeit auf der Grundlage der vorhandenen Daten nicht abschätzbar).

MedDRA-Systemorganklasse

Häufigkeit

Relevante Nebenwirkungen

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Gelegentlich Orale Candidiasis (bei längerer Anwendung).

Selten

Genitale Candiasis, Vaginitis.

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

Selten

Zunahme oder Abnahme der

Blutglukosekonzentration (Hyperglykämie oder

Hypoglykämie).

Leukopenie, Granulozytopenie, Neutropenie,

Thrombozytopenie, Leukozytose, Granulozytose,

Monozytose, Lymphozytopenie, Basophilie und

Eosinophilie wurden im Blutbild beobachtet.

Diese Nebenwirkungen sind selten und reversibel.

Sehr selten Koagulations-(Gerinnungs-) Störungen mit

resultierenden Blutungen. Anfällig für diese

Nebenwirkungen sind Patienten mit Mangel an

Vitamin K oder anderen Blutgerinnungsfaktoren,

künstlich bzw. unzureichend ernährte Patienten,

Patienten mit eingeschränkter Leber- und

Nierenfunktion, Patienten mit Thrombozytopenie

sowie Patienten mit Störungen und Erkrankungen, die

Blutungen verursachen (z. B. Hämophilie, Magen-

und Zwölffingerdarmgeschwüre).

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich

Erythema, Erythema multiforme, Exanthem, Urticaria,

reversible lokale Erhöhung der Permeabilität der

Blutgefäße, der Gelenke oder der Schleimhäute

(Angioödem), medikamentös induziertes Fieber und

interstitielle Pneumonie oder Pneumonitis.

Selten

Toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom),

Stevens-Johnson-Syndrom.

Sehr selten Anaphylaktischer Schock, Schwellung des Kehlkopfes

mit Verengung der Atemwege, erhöhte Herzfrequenz,

Kurzatmigkeit, Blutdruckabfall, geschwollene Zunge,

analer Juckreiz, genitaler Juckreiz, Gesichtsödeme.

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich

Krampfanfälle (bei Patienten mit Nierenfunktions-

störungen, die mit unangemessen hohen Dosen

behandelt werden).

Selten

Schwindel, Unwohlsein, Erschöpfung

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraums und Mediastinums

Selten

Pleuraerguss, Thoraxschmerzen, Dyspnoe oder

Atemnot, Husten, Rhinitis.

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Häufig

Appetitverlust, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.

Diese Symptome sind in der Regel mild und

verschwinden häufig während oder nach der

Behandlung.

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten

Vorübergehender Anstieg von Aspartat-

Aminotransferase, Alanin-Aminotransferase, Gamma-

Glutamyltransferase, Bilirubin und/oder Laktat-

Dehydrogenase und

alkalischer Phosphatase,

vorübergehende Hepatitis und vorübergehende

cholestatische Gelbsucht.

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege

Selten

Nephrotoxizität, interstitielle Nephritis, undefinierte

Nephropathie, Proteinurie, vorübergehende Erhöhung

des Blutharnstickstoffes (BUN), meist bei Patienten,

die gleichzeitig mit anderen potenziellen

nephrotoxischen Medikamenten behandelt werden.

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig

Schmerzen an der Stelle der intramuskulären

Injektion, manchmal mit Induration

Gelegentlich Die intravenöse Anwendung kann Thrombophlebitis

verursachen.

Bei schweren und anhaltenden Durchfällen während oder nach der Behandlung mit Cefazolin sollte ein

Arzt hinzugezogen werden, da diese Durchfälle Symptome einer ernsten Krankheit (pseudomembranöse

Kolitis) sein können, die sofort behandelt werden muss. Die Patienten dürfen in keinem Fall

peristaltikhemmende Arzneimittel als Selbstmedikation einnehmen (siehe Abschnitt 4.4).

Eine längere Anwendung von Cephalosporinen kann ein übermäßiges Wachstum von Cefazolin-

resistenten Bakterien, speziell

Enterobacter

Citrobacter

Pseudomonas

Enterococcus

Candida

Folge haben. Dies kann zu Superinfektionen oder der Besiedlung mit resistenten Erregern oder Hefen

führen (siehe Abschnitt 4.4).

Untersuchungen

Vorübergehende Erhöhung von SGOT, SGPT, Blut-Harnstoff und alkalischer Phosphatase ohne klinische

Hinweise auf Nieren- oder Leberschäden.

Tierexperimentelle Daten haben gezeigt, dass Cefazolin potenziell nephrotoxisch wirkt. Obwohl dies

nicht beim Menschen nachgewiesen wurde, ist jedoch diese Möglichkeit zu bedenken, insbesondere bei

Patienten, die hohe Dosen über einen längeren Zeitraum erhalten. Über interstitielle Nephritis und nicht

näher definierte Nephropathien wurde in seltenen Fällen berichtet. Die betroffenen Patienten waren

schwer krank und wurden mit mehreren Arzneimitteln behandelt. Die Rolle von Cefazolin bei der

Entwicklung einer interstitiellen Nephritis oder anderer Nephropathien ist nicht erwiesen.

In seltenen Fällen wurde über Folgendes berichtet:

Abfall des Hämoglobin- und/oder Hämatokritwertes, Anämie, Agranulozytose, aplastische Anämie,

Pantozytopenie und hämolytische Anämie.

Folgende Fälle wurden während der Behandlung mit bestimmten Cephalosporinen gemeldet:

Alpträume, Schwindel, Hyperaktivität, Nervosität oder Angst, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit,

Schwäche, Hitzewallungen, gestörte Farbwahrnehmung, Verwirrung und epileptische Aktivität.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome einer Überdosierung:

Eine Überdosierung kann Schmerzen, Entzündungsreaktionen und Phlebitis an der Injektionsstelle

verursachen. Eine parenterale Verabreichung hoherDosen von Cephalosporinen kann Schwindel,

Parästhesien, Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem, Myoklonie und Kopfschmerzen zur Folge

haben.

Nach einer Überdosierung von Cephalosporinen können besonders bei Patienten mit Nierenerkrankungen

Krämpfe auftreten.

Zudem können nach einer Überdosierung folgende abnorme Laborwerte auftreten: Anstieg des

Kreatininwertes, des BUN, der Leberenzyme und des Bilirubins, positiver Coombs-Test,

Thrombozythämie und Thrombozytopenie, Eosinophilie, Leukopenie und Verlängerung der

Thromboplastinzeit.

Behandlung einer Überdosierung:

Treten Krämpfe auf, muss das Arzneimittel sofort abgesetzt werden. Eine Behandlung mit Antiepileptika

kann angezeigt sein. Die Vitalfunktionen und -parameter sind engmaschig zu überwachen. Bei einer

schweren Überdosierung, wenn der Patient nicht mehr auf andere Behandlungen anspricht, kann –

speziell bei Patienten mit Leberschäden – die Kombination von Hämodialyse und Hämoperfusion

wirksam sein. Dies ist jedoch nicht belegt. Die Peritonealdialyse ist nicht wirksam.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe

Antibiotika zur systemischen Anwendung; andere Beta-Laktam-Antibiotika; Cephalosporine der 1.

Generation.

ATC-Code: J01DB04

Wirkmechanismus

Alle Cephalosporine (Beta-Laktam-Antibiotika) hemmen die Zellwandsynthese und sind selektive

Inhibitoren der Peptidoglycan-Synthese. In einem ersten Schritt wird der Wirkstoff an die Zellrezeptoren

(Penicillin-Bindungsproteine) gebunden. Die Transpeptidase-Reaktion und die Peptidoglycan-Synthese

werden nach dieser Bindung verhindert bzw. gehemmt. Dieser Prozess führt zur Lyse der Bakterien.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Für Cephalosporine ist die wichtigste pharmakokinetisch/pharmakodynamische Index, der mit der

in-vivo

Wirksamkeit korreliert, der prozentuale Anteil des Dosierungsintervalls, in welchem die Konzentration an

freiem Wirkstoff oberhalb der minimalen Hemmkonzentration (MHK) des jeweiligen Erregers liegt (%T

> MHK).

Resistenzmechanismen

Eine Resistenz gegenüber Cefazolin kann auf folgenden Mechanismen beruhen:

Inaktivierung durch Betalaktamasen: Cefazolin besitzt eine weitgehende Stabilität gegenüber

Penicillinasen grampositiver Bakterien, allerdings nur eine geringe Stabilität gegenüber zahlreichen

plasmidkodierten Betalaktamasen, z. B. Betalaktamasen mit erweitertem Spektrum (sog. extended

spectrum betalactamases – ESBLs) oder chromosomal kodierten Betalaktamasen vom AmpC-Typ.

Reduzierte Affinität von PBPs gegenüber Cefazolin: Die erworbene Resistenz bei Pneumokokken und

anderen Streptokokken beruht auf Modifikationen vorhandener PBPs als Folge einer Mutation.

Hingegen ist für die Resistenz bei Methicillin (Oxacillin)-resistenten Staphylokokken die Bildung

eines zusätzlichen PBPs mit verminderter Affinität gegenüber Cefazolin verantwortlich.

Unzureichende Penetration von Cefazolin durch die äußere Zellwand kann bei gramnegativen

Bakterien dazu führen, dass die PBPs nicht ausreichend gehemmt werden.

Durch Effluxpumpen kann Cefazolin aktiv aus der Zelle transportiert werden. Eine partielle oder

vollständige Kreuzresistenz von Cefazolin besteht mit anderen Cephalosporinen und Penicillinen.

Grenzwerte bei Empfindlichkeitstests

Grenzwerte der minimale Hemmkonzentration (MHK), die vom European Committee on Antimicrobial

Susceptibility Testing (EUCAST) festgelegt wurden:

Grenzwerte (mg/l)

Erreger

S

R

Enterobacterales

1

(Infektionen, die von den Harnwegen ausgehen)

≤ 0,001

> 4

Staphylococcus

spp.

Anm.

Anm.

Streptokokken der Gruppe

A, B, C und G

Anm.

Anm.

Streptokokken der „Viridians“-Gruppe

>

Nicht Spezies-spezifische Grenzwerte

>

S=sensibel, R=resistent.

Grenzwerte gelten nur für

E. coli

Klebsiella

spp. (außer

K

aerogenes

Die Empfindlichkeit von Staphylokokken gegenüber Cephalosporinen wird von der er Empfindlichkeit

gegenüber Cefoxitin abgeleitet.

Die Empfindlichkeit von Streptokokken derGruppen A, B, C und G gegenüber Cephalosporinen wird

von der Empfindlichkeit gegenüber Benzylpenicillin abgeleitet.

Mikrobiologische Empfindlichkeit

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit variieren.

Deshalb sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen - lokale Informationen

über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation die Wirksamkeit

von Cefazolin in Frage gestellt ist, sollte der Rat von Experten eingeholt werden.

Üblicherweise empfindliche Spezies

Gram-positiv

Staphylococcus aureus (

Methicillin-empfindlich

)

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können

Haemophilus influenzae

Neisseria gonorrhoeae

Streptokokken der Gruppe A, B, C und G,

β-

hämolisierend

Streptococcus pneumoniae (

Staphylococcus epidermidis

(Methicillin-empfindlich)

Von Natur aus resistente Organismen

Citrobacter

spp.

Enterobacter

spp.

(Enterobacter cloacae, Enterobacter aerogenes)

Morganella morganii

Proteus stuartii

Proteus vulgaris

Pseudomonas aeruginosa

Serratia

spp.

Staphylococcus,

Methicillin-resistent

Proteus

spp.

(Indol-positiv)

Enterobacteriaceae spp.

(Klebsiella pneumoniae)

Enterobacteriaceae spp.

(Proteus mirabilis)

Bestimmte Bakterienstämme der aufgelisteten Spezies können mehr oder weniger empfindlich auf das

Arzneimittel reagieren: die Produktdeklaration bezieht sich auf die Mehrheit dieser Mikroorganismen. Aus diesem

Grund wird eine Empfindlichkeitsprüfung empfohlen.

Weitere Informationen

Es besteht eine Kreuzresistenz von Penicillin-resistenten Pneumokokken

gegenüber Cephalosporinen wie

Cefazolin.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption und Verteilung

Intramuskuläre (i.m.) Anwendung:

In der Humanpharmakologie sind die humanpharmakologischen Werte für Serumspiegel und die

Wirkdauer von Cefazolin nach intramuskulärer Anwendung in der folgenden Tabelle dargestellt.

Plasmakonzentration (μg/ml) nach intramuskulärer Anwendung.

Dosierung

30 min

250 mg

15,5

500 mg

36,2

36,8

37,9

15,5

1* g

60,1

63,8

54,3

29,3

13,2

* Mittelwert aus zwei Studien

intravenöse (i.v.) Anwendung

Bei kontinuierlicher intravenöser Infusion (bei gesunden Probanden) von Cefazolin in einer Dosis von 3,5

mg/kg für eine Stunde, gefolgt von einer Dosis von 1,5 mg/kg für die folgenden 2 Stunden, ließen sich in

der dritten Stunde Serumspiegel von etwa 28 mg/ml erkennen.

Die mittleren Plasmakonzentrationen nach intravenöser Anwendung einer Einzeldosis von 1 g sind in der

folgenden Tabelle dargestellt.

Plasmakonzentration (μg/ml) nach intramuskulärer Anwendung von 1 g.

5 min

15 min

30 min

188,4

135,8

106,8

73,7

45,6

16,5

Cefazolin hat eine mittlere Halbwertszeit von ca. 1,8 Stunden, die sich bei schweren

Nierenfunktionsstörungen auf 15‒30 Stunden erhöhen und in Fällen von Anurie noch höher sein kann.

Die Spitzenplasmakonzentrationen betragen 63,6 mg/l und 188,4 mg/l, welche 1‒2 Stunden nach einer

kontinuierlichen intravenösen Infusion bei einer Dosierung von 1 g erreicht werden. Die Halbwertszeit

beträgt 100 Minuten.

Bei Verabreichung von Cefazolin an Patienten ohne Gallengangverschluss kommt es im

Gallenblasengewebe und in der Gallenflüssigkeit zu Konzentrationen, die deutlich über den

Serumspiegeln liegen.

Cefazolin überschreitet die Plasmaschranke ohne Weiteres. Die Mengen von Cefazolin in der

Muttermilch sind gering.

Die Rate der Proteinbindung beträgt 85‒90 % für Humanserum unter physiologischen Bedingungen.Die

Diffusion von Cefazolin in die Zerebrospinalflüssigkeit ist gering.

Biotransformation

Cefazolin wird nicht metabolisiert.

Elimination

Cefazolin wird unverändert in den Urin ausgeschieden, überwiegend durch glomerulare Filtration und zu

einem kleineren Anteil durch tubuläre Sekretion. Nach intramuskulärer Injektion von 500 mg wurden 56‒

89 % der verabreichten Dosis innerhalb von 6 Stunden und 80 % bis fast 100 % innerhalb von 24 Stunden

renal eliminiert. Nach intramuskulärer Gabe von 500 mg und 1 g Cefazolin werden

Harnspitzenkonzentrationen von mehr als 1000 bzw. mehr als 4000 μg/ml erzielt.

Cefazolin ist dialysierbar (Hämo- und Peritonealdialyse). Die Extraktionsrate während einer 6-stündigen

Dialyse beträgt 23 %.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die akute Toxizität von Cefazolin ist niedrig.

Die wiederholte Gabe von Cefazolin an Hunde und Ratten bei unterschiedlichen Injektionswegen über

einen Zeitraum von 1‒6 Monaten zeigte keine signifikanten Auswirkungen auf biochemische und

hämatologische Werte. Nierentoxizität wurde nach wiederholten Dosen bei Kaninchen, aber nicht bei

Hunden und Ratten beobachtet.

Cefazolin zeigte keine teratogenen oder embryotoxischen Wirkungen. Zur Mutagenität und

Kanzerogenität liegen keine Studien vor.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Keine.

6.2

Inkompatibilitäten

Dieses Arzneimittel darf, außer mit den in Abschnitt 6.6 aufgeführten Arzneimitteln,.nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Cefazolin 1000 mg ist inkompatibel mit Amikacinsulfat, Amobarbital-Natrium, Bleomycinsulfat,

Calciumglucoheptonat, Calciumgluconat, Cimetidinhydrochlorid, Colistimethat-Natrium,

Erythromycinglucoheptonat, Kanamycinsulfat, Oxytetracyclinhydrochlorid, Pentobarbital-Natrium,

Polymyxin B-Sulfat und Tetracyclinhydrochlorid.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Nach Rekonstitution/ Verdünnung

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung wurde bei nicht

lichtgeschützter Aufbewahrung bei 25 °C während 24 Stunden bzw. bei lichtgeschützter Aufbewahrung

bei 2‒8 °C nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden, es sei

denn, die Rekonstitution bzw. Verdünnung hat unter kontrollierten und validierten aseptischen

Bedingungen stattgefunden.

Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die

Lagerungsbedingungen und die Lagerungsdauer verantwortlich, wobei letztere bei nicht lichtgeschützter

Lagerung bei 25 °C nicht mehr als 24 Stunden betragen sollte; die Lagerung hat ansonsten bei 2‒8 °C und

lichtgeschützt zu erfolgen.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

Behältnis im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt

6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

10-ml-Durchstechflasche aus Klarglas, Typ III, mit grauem Chlorobutyl-Gummistopfen und mit blauer

Aluminiumkappe versiegelt.

1 Durchstechflasche enthält 1000 mg Cefazolin (als Cefazolin-Natrium).

Originalpackung:

1 Durchstechflasche ist mit 1 Packungsbeilage in einem Umkarton verpackt.

5 Durchsteckflaschen in einer Verpackungsschale sind mit 1 Packungsbeilage in einem Umkarton

verpackt.

5 Durchsteckflaschen sind in einer Verpackungsschale, wobei 11 Verpackungsschalen mit 1

Packungsbeilage in einem Umkarton verpackt sind.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Cefazolin-Natriumpulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung kann nach der Rekonstitution

intramuskulär oder intravenös verabreicht werden.

Intramuskuläre Verabreichung

Mit Wasser für Injektionszwecke oder physiologischer Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9%) gemäß

nachstehender Verdünnungstabelle rekonstituieren: Bis zur vollständigen Auflösung gut schütteln. Die

Durchstechflasche sollte beim Schütteln in den Händen erwärmt werden, damit die Lösung des

Arzneimittels leichter hergestellt werden kann. Die rekonstituierte Injektionslösung darf nicht verwendet

werden, wenn sich eine Trübung zeigt. Cefazolin-Natriumpulver zur Injektion sollte in eine große

Muskelmasse injiziert werden.

Lösungsmittelmenge

Größe der Durchstechflasche

4‒5 ml

Intravenöse Verabreichung

Cefazolin-Natriumpulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung kann durch direkte

intravenöse Injektion bzw. intermittierende oder kontinuierliche Infusion verabreicht werden.

Intravenöse Injektion

Direkte intravenöse Injektion:

Das rekonstituierte 1 g Cefazolin-Natriumpulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung mit

mindestens 10 ml Wasser für Injektionszwecke, physiologische Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9%)

oder 50 mg/ml (5 %) Glucose-Lösung verdünnen. Lösung langsam über einen Zeitraum von 3‒5 Minuten

injizieren. Die Injektion sollte direkt in die Vene oder in den Schlauch, durch welchen der Patient

intravenöse Lösungen verabreicht bekommt, erfolgen. Cefazolin-Natrium ist Berichten zufolge mit den

folgenden intravenösen Flüssigkeiten kompatibel: 9 mg/ml (0.9%) Natrium-Chlorid-Injektion, 50 mg/ml

(5%) oder 100 mg/ml (10%) Glucose-Injektion sowie Lactated Ringer-Injektion.

Intravenöse Infusion

Intermittierende intravenöse Infusion:

Cefazolin-Natriumpulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung kann im Rahmen von

primären intravenösen Flüssigkeitsmanagementsystemen über ein Infusionsset oder über einem separaten

sekundären intravenösen Infusionsbeutel verabreicht werden. Rekonstituiertes Cefazolin (1 g Cefazolin-

Natriumpulver zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung) kann in 50‒100 ml Wasser für

Injektionszwecke oder in einem der weiter oben aufgelisteten, gut verträglichen parenteralen

Flüssigkeiten verdünnt und über eine Zeitspanne von 30‒60 Minuten infundiert werden. Wird ein

Verabreichungsset vom Y-Typ verwendet, ist zu empfehlen, die Zufuhr der anderen Lösung für die Dauer

der Zufuhr der Cefazolin-Natrium-Lösung zu unterbrechen.

Kontinuierliche intravenöse Infusion:

Die tägliche Gesamtdosis an Cefazolin-Natrium kann verdünnt mit mindestens 50 ml Wasser für

Injektionszwecke in gut gemischter Form einem intravenösen Infusionsbeutel, der eine der oben

genannten parenteralen Flüssigkeiten enthält, zugegeben werden. Die Wahl einer Kochsalz- oder

Glukoselösung und das zu verwendende Volumen haben im Hinblick auf das Flüssigkeits- und

Elektrolytmanagement zu erfolgen.

Die rekonstituierte Lösung ist klar, leicht gelblich und sollte vor Licht geschützt werden.

Wie bei allen parenteralen Arzneimitteln muss die rekonstituierte Lösung vor der Verabreichung visuell

auf Schwebeteilchen und Verfärbung untersucht werden. Die Lösung darf nur verwendet werden, wenn

sie klar und praktisch frei von Schwebeteilchen ist.

Das rekonstituierte Arzneimittel ist nur zur Einmalanwendung bestimmt. Nicht verwendetes Arzneimittel

oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

PharmSol Europe Limited

The Victoria Centre Unit 2,

Lower Ground Floor,

Valletta Road, Mosta MST 9012,

MALTA

Tel.: +356 2134 1680

Fax: +356 2134 1681

E-mail: smita@pharm-sol.com

8.

ZULASSUNGSNUMMER

2201413.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

5 Mai 2021

10.

STAND DER INFORMATION

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