BOTOX 50 Allergan-Einheiten Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Botulinum-Toxin Typ A zur Injektion (Ph.Eur.)
Verfügbar ab:
Allergan Pharmaceuticals Ireland - Regulatory Affairs -
ATC-Code:
M03AX01
INN (Internationale Bezeichnung):
Botulinum toxin type A for injection (Ph. Eur.)
Darreichungsform:
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Zusammensetzung:
Botulinum-Toxin Typ A zur Injektion (Ph.Eur.) 50.A.E.
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
74281.00.00

PACKUNGSBEILAGE

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

BOTOX 50 Allergan-Einheiten, Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

BOTOX 100 Allergan-Einheiten, Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

BOTOX 200 Allergan-Einheiten, Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Clostridium botulinum Toxin Typ A

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist BOTOX und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von BOTOX beachten?

Wie ist BOTOX anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist BOTOX aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist BOTOX und wofür wird es angewendet?

BOTOX ist ein die Muskeln entspannendes Arzneimittel, das zur Behandlung einer Anzahl von

Erkrankungen Ihres Körpers verwendet wird. Es enthält den Wirkstoff Botulinum Toxin Typ A und

wird entweder in die Muskeln, die Blasenwand oder tief in die Haut injiziert. Es wirkt durch teilweise

Blockade der Nervenimpulse bei allen Muskeln, die injiziert werden und verringert eine übersteigerte

Anspannung dieser Muskeln.

Bei Injektion in die Haut wirkt BOTOX an den Schweißdrüsen und reduziert die gebildete

Schweißmenge.

Bei Injektion in die Blasenwand wirkt BOTOX auf den Blasenmuskel, um Harninkontinenz

(unfreiwilligen Harnverlust) zu reduzieren. Im Falle einer chronischen Migräne wird vermutet, dass

BOTOX Schmerzsignale blockiert, wodurch die Entwicklung einer Migräne indirekt verhindert wird.

Die Wirkungsweise von BOTOX bei chronischer Migräne ist jedoch nicht vollständig nachgewiesen.

BOTOX kann direkt in die Muskeln injiziert werden und kann für die Behandlung der folgenden

Erkrankungen angewendet werden:

Anhaltende Muskelkrämpfe

Bein

Kindern

mit Zerebralparese, die zwei Jahre oder

älter sind und laufen können; BOTOX wird angewendet zur Behandlung von

Fußfehlstellungen

, verursacht durch anhaltende Spasmen (Krämpfe) der Muskeln in den

Beinen.

Anhaltende Spasmen (Krämpfe) der Muskeln

Handgelenk

und der

Hand

erwachsenen

Schlaganfallpatienten

Anhaltende Spasmen (Krämpfe) der Muskeln

Fußgelenk

und dem

Fuß

erwachsenen

Schlaganfallpatienten

Anhaltende Muskelkrämpfe

Augenlid

und im

Gesicht

erwachsenen

Patienten

Anhaltende Muskelkrämpfe

Nacken

und in den

Schultern

erwachsenen

Patienten

.

BOTOX wird zur

Linderung

der Symptome

chronischer Migräne bei erwachsenen Patienten

angewendet, die Kopfschmerzen an 15 oder mehr Tagen pro Monat haben, davon an mindestens

8 Tagen mit Migräne und die auf präventive Migräne-Arzneimittel nur unzureichend

angesprochen haben.

Chronische Migräne ist eine Erkrankung, die das Nervensystem betrifft. Patienten leiden in der Regel

an Kopfschmerzen, die häufig mit übermäßiger Empfindlichkeit gegenüber Licht, lauten Geräuschen

oder Gerüchen/Düften sowie Übelkeit und/oder Erbrechen einhergehen. Diese Kopfschmerzen treten

15 oder mehr Tagen

pro Monat auf.

Wenn BOTOX in die Blasenwand injiziert wird, wirkt es auf den Blasenmuskel, indem es die

„Blasenschwäche“ (unfreiwilligen Harnverlust) verringert und die folgenden Erkrankungen bei

erwachsenen Patienten beeinflusst:

Überaktive Blase mit Harninkontinenz

, dem plötzlichen Drang, die Blase zu entleeren, und

der Notwendigkeit, die Toilette häufiger als gewöhnlich aufzusuchen, wenn ein anderes

Arzneimittel (als Anticholinergikum bezeichnet) nicht geholfen hat

Harninkontinenz

bei Blasenproblemen im Zusammenhang mit Rückenmarksverletzungen

oder Multipler Sklerose.

Bei Erwachsenen kann BOTOX tief in die Haut injiziert werden und wirkt auf die Schweißdrüsen,

starke Achselschweißbildung

zu reduzieren, die störende Auswirkungen auf die Aktivitäten

des täglichen Lebens hat, wenn andere lokale äußerliche Behandlungen nicht helfen.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von BOTOX beachten?

BOTOX darf nicht angewendet werden,

wenn Sie

allergisch

gegen Botulinumtoxin Typ A oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn Sie eine

Infektion

an der vorgesehenen

Injektionsstelle

haben

wenn Sie aufgrund von Harninkontinenz behandelt werden und Sie entweder an einem

Harnwegsinfekt leiden oder Sie plötzlich nicht mehr in der Lage sind, Ihre Blase zu entleeren (und

Sie nicht regelmäßig einen Katheter verwenden)

wenn Sie aufgrund von Harninkontinenz behandelt werden und nicht bereit sind, falls notwendig,

mit der Verwendung eines Katheters zu beginnen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker,

bevor Sie BOTOX anwenden

wenn Sie

in der Vergangenheit Probleme beim Schlucken oder mit versehentlichem

Verschlucken von Essen oder Flüssigkeit in die Atemwege hatten, insbesondere wenn bei

Ihnen anhaltende Muskelkrämpfe im Nacken und in den Schultern behandelt werden sollen

wenn Sie

über 65

Jahre alt

sind und andere

schwere Erkrankungen

haben

wenn Sie an anderen

Muskelproblemen

oder chronischen Muskelerkrankungen (wie z. B.

Myasthenia gravis oder Lambert-Eaton-Syndrom) leiden

wenn Sie an bestimmten

Erkrankungen des Nervensystems

(wie z. B. amyotropher

Lateralsklerose oder neuromuskulären Erkrankungen) leiden

wenn Sie eine ausgeprägte

Schwäche

oder

Rückbildung der Muskeln

haben, in die Ihr Arzt

injizieren will

wenn Sie eine

Operation

oder

Verletzung

hatten, die den Muskel, in den injiziert werden soll, in

irgendeiner Weise verändert haben könnte

wenn Sie in der Vergangenheit schon einmal

Probleme mit Injektionen

(wie z. B. Ohnmacht)

hatten

wenn Sie eine

Entzündung in den Muskeln

oder im

Hautbereich

haben, in die/den Ihr Arzt

injizieren will

wenn Sie eine Herzerkrankung haben (Herz- oder Gefäßerkrankung)

wenn Sie an Krampfanfällen leiden oder gelitten haben

wenn Sie an einer Augenerkrankung, die Engwinkel-

Glaukom

genannt wird (hoher Druck im

Auge), leiden oder man Ihnen mitgeteilt hat, dass bei Ihnen ein erhöhtes Risiko besteht, an diesem

Glaukomtyp zu erkranken

wenn Sie wegen einer überaktiven Blase mit Harninkontinenz behandelt werden sollen und Sie ein

Mann sind und Anzeichen und Symptome von Harnabflussstörungen wie Schwierigkeiten beim

Wasser (Urin) lassen oder einen schwachen oder unterbrochenen Urinstrahl haben.

Nach der Anwendung von BOTOX

Kontaktieren Sie selbst oder Ihre Pflegekräfte sofort Ihren Arzt

und suchen Sie medizinische

Behandlung, wenn bei Ihnen eines der folgenden Symptome auftritt:

Schwierigkeiten beim Atmen, Schlucken oder Sprechen

Nesselsucht, Schwellungen

einschließlich Schwellungen im Gesicht oder im bzw. am Hals,

pfeifendes Atmen

Ohnmachtsgefühl

Kurzatmigkeit

(mögliche Anzeichen einer

schweren allergischen Reaktion).

Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen

Wie bei anderen Injektionen ist es möglich, dass es zu Infektionen, Schmerzen, Schwellungen,

anormalen Hautempfindungen (z.B. Kribbeln oder Taubheit), verminderter Reizempfindlichkeit der

Haut, Druckempfindlichkeit, Rötung, Blutung/Bluterguss an der Injektionsstelle und zu einem

Abfallen des Blutdrucks oder zu Ohnmacht kommen kann. Dies kann bedingt sein durch Schmerzen

und/oder Angst in Zusammenhang mit der Injektion.

Es wurden Nebenwirkungen berichtet, die mit der Ausbreitung des Toxins an vom Applikationsort

entfernte Stellen in Zusammenhang stehen könnten (z. B. Muskelschwäche, Schwierigkeiten beim

Schlucken oder versehentliches Verschlucken von Essen oder Flüssigkeit in die Atemwege). Diese

Nebenwirkungen können leicht bis schwerwiegend sein, einer Behandlung bedürfen und in manchen

Fällen tödlich sein. Dieses besondere Risiko ist bei den Patienten am größten, die an

Grunderkrankungen leiden, die sie anfälliger für diese Symptome machen.

Es wurden schwerwiegende und/oder sofortige allergische Reaktionen berichtet, deren Symptome

Nesselsucht, Schwellung des Gesichts oder des Rachens, Atemnot, Keuchen und Ohnmacht beinhalten

können. Verzögerte allergische Reaktionen (Serumkrankheit) wurden ebenfalls berichtet, welche

Symptome wie Fieber, Gelenkschmerzen und Hautausschlag umfassen können.

Nebenwirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, einschließlich unregelmäßiger Herzschlag und

Herzinfarkt, traten auch bei Patienten auf, welche mit BOTOX behandelt wurden, manchmal mit

tödlichem Ausgang. Einige dieser Patienten wiesen jedoch eine Vorgeschichte von Risikofaktoren, die

das Herz betreffen, auf.

Bei mit BOTOX behandelten Erwachsenen und Kindern wurden epileptische Anfälle berichtet, meist

bei Patienten, die verstärkt zu epileptischen Anfällen neigen. Es ist nicht bekannt, ob BOTOX die

Ursache für diese epileptischen Anfälle ist. Epileptische Anfälle, welche bei Kindern berichtet

wurden, traten meist bei Patienten mit Zerebralparese auf, die aufgrund von anhaltenden

Muskelkrämpfen in den Beinen behandelt wurden.

Wenn Sie BOTOX Injektionen zu oft oder in zu hoher Dosierung bekommen, ist es möglich, dass bei

Ihnen Muskelschwäche und Nebenwirkungen aufgrund der Ausbreitung des Toxins auftreten oder

dass Ihr Körper beginnt, Antikörper zu bilden, die die Wirkung von BOTOX vermindern.

Falls BOTOX für eine Behandlung angewendet wird, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt

wird, kann es zu schweren Nebenwirkungen kommen, insbesondere bei Patienten, die schon

Schluckbeschwerden oder ausgeprägte Schwächezustände haben.

Wenn Sie längere Zeit vor Beginn der BOTOX Behandlung

nicht viel Bewegung

hatten, dann sollten

Sie nach den Injektionen körperliche Aktivitäten langsam wieder beginnen.

Dieses Arzneimittel ist wahrscheinlich nicht geeignet, Bewegungseinschränkungen von Gelenken zu

verbessern, wenn der das Gelenk umgebende Muskel seine Dehnungsfähigkeit verloren hat.

BOTOX darf nicht zur Behandlung anhaltender Muskelkrämpfe im Fußgelenk bei erwachsenen

Patienten nach einem Schlaganfall verwendet werden, wenn keine Verbesserung der Funktion (z. B.

beim Gehen) oder der Symptome (z. B. Schmerzen) bzw. keine Erleichterung bei der Pflege des

Patienten erwartet werden können. Wenn Ihr Schlaganfall mehr als 2 Jahre zurückliegt oder Ihre

Muskelkrämpfe im Fußgelenk weniger schwer ausgeprägt sind, können die Besserungen in Hinblick

auf Aktivitäten, wie etwa das Gehen, begrenzt sein. Außerdem wird der Arzt bei Patienten, bei denen

eine größere Wahrscheinlichkeit zu stürzen vorliegt, entscheiden, ob die Behandlung angemessen ist.

BOTOX sollte für die Behandlung von Muskelkrämpfen im Fußgelenk und im Fuß nach einem

Schlaganfall nur nach Bewertung durch Ärzte mit entsprechender Erfahrung im Management der

Rehabilitation von Schlaganfallpatienten angewendet werden.

Wenn BOTOX zur Behandlung anhaltender Muskelkrämpfe im Augenlid angewendet wird, kann das

zu verringertem Blinzeln führen, was der Augenoberfläche schaden könnte. Um das zu verhindern,

kann es sein, dass Sie Augentropfen, Salben, weiche Verbandkontaktlinsen oder zum Verschließen des

Auges sogar eine schützende Augenklappe benötigen. Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen, ob dieses

erforderlich ist.

Wenn BOTOX zur Kontrolle von Harninkontinenz verwendet wird, wird Ihnen Ihr Arzt vor und nach

der Behandlung Antibiotika verordnen, um Harnwegsinfekten vorzubeugen.

Wenn Sie vor der Injektion keinen Katheter verwendet haben, erfolgt ungefähr 2 Wochen nach der

Injektion ein erneuter Arztbesuch. Sie werden gebeten, Harn zu lassen. Anschließend wird das

Volumen des verbliebenen Harns in der Blase per Ultraschalluntersuchung ermittelt. Ihr Arzt wird

entscheiden, ob eine Wiederholung dieses Tests in den darauffolgenden 12 Wochen notwendig ist. Da

es notwendig sein kann, dass Sie mit der Verwendung eines Katheters beginnen müssen, müssen Sie

Ihren Arzt kontaktieren, falls Sie zu irgendeinem Zeitpunkt nicht in der Lage sind, Harn zu lassen.

Ungefähr ein Drittel aller Patienten mit Harninkontinenz aufgrund von Blasenproblemen im

Zusammenhang mit Rückenmarksverletzungen oder Multipler Sklerose, die vor einer Behandlung

keinen Katheter verwendet haben, müssen nach der Behandlung einen Katheter verwenden. Ungefähr

6 von 100 Patienten mit Harninkontinenz aufgrund einer überaktiven Blase müssen nach der

Behandlung einen Katheter verwenden.

Anwendung von BOTOX zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt

oder Apotheker, wenn Sie

Antibiotika

(zur Behandlung von Infektionen), Acetylcholinesterasehemmer oder

Arzneimittel zur Muskelentspannung

(Muskelrelaxanzien) anwenden. Einige dieser

Arzneimittel können die Wirkung von BOTOX verstärken.

erst vor kurzem eine Injektion mit einem

Botulinumtoxin enthaltenden

Arzneimittel

(der

Wirkstoff von BOTOX) bekommen haben, da dieses die Wirkung von BOTOX zu sehr

verstärken kann.

Thrombozytenaggregationshemmer (Arzneimittel, die Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure

(ASS) enthalten, z. B. Aspirin) und/oder Antikoagulanzien (Blutverdünner) anwenden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw.

vor kurzem eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel

einnehmen/anzuwenden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Anwendung von BOTOX während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter,

die nicht verhüten, wird nicht empfohlen, sofern es nicht eindeutig erforderlich ist. Die Anwendung

von BOTOX während der Stillzeit wird nicht empfohlen. Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder

wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der

Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

BOTOX kann Schwindel, Schläfrigkeit, Müdigkeit oder Sehstörungen verursachen. Sollten diese

Wirkungen bei Ihnen auftreten, dann dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

3.

Wie ist BOTOX anzuwenden?

BOTOX darf nur von Ärzten mit geeigneter Qualifikation und Fachkenntnis und Erfahrung in der

Behandlung mit diesem Arzneimittel angewendet werden.

BOTOX sollte Ihnen nur für chronische Migräne verschrieben werden, wenn ein Neurologe, der sich

auf dieses Gebiet spezialisiert hat, bei Ihnen chronische Migräne diagnostiziert hat. BOTOX sollte

unter Aufsicht eines Neurologen verabreicht werden. BOTOX wird nicht bei akuter Migräne,

chronischen Spannungskopfschmerzen oder Arzneimittel-induzierten Kopfschmerzen angewendet.

Art der Anwendung

BOTOX wird in Ihre Muskeln (intramuskulär), über ein spezielles Instrument zur Injektion in die

Blase (Zystoskop) in die Blasenwand oder in die Haut (intradermal) injiziert. Es wird direkt in den

betroffenen Körperbereich injiziert. Üblicherweise wird Ihr Arzt

BOTOX in mehrere Stellen im

betroffenen Bereich injizieren

Allgemeine Informationen über die Dosierung

Die Anzahl der Injektionen im jeweiligen Muskel und die Dosis sind je nach

Anwendungsgebiet verschieden. Deshalb wird Ihr Arzt entscheiden, wie viel, wie oft und in

welche(n) Muskel(n) Ihnen BOTOX injiziert wird. Es wird empfohlen, dass Ihr Arzt die

niedrigste Wirkdosis verwendet.

Die Dosierung für ältere Patienten ist die gleiche wie für andere Erwachsene.

Die Dosierung von BOTOX und die Wirkdauer sind von der Erkrankung abhängig, wegen der Sie

behandelt werden. Details zu jedem Anwendungsgebiet sind weiter unten ausgeführt.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von BOTOX sind erwiesen bei Kindern/Jugendlichen über einem Alter

von 2 Jahren zur Behandlung von Fußfehlstellungen, verursacht durch Spasmen (Krämpfe) der Muskeln

in den Beinen in Verbindung mit Zerebralparese.

Fußfehlstellungen, verursacht durch Spasmen

(Krämpfe) der Muskeln in den Beinen von Kindern

bei Zerebralparese

2 Jahre

liegen

begrenzte

Informationen

Anwendung von BOTOX bei nachfolgend

aufgeführten

Erkrankungen

Kindern/Jugendlichen

über

einem

Alter

Jahren

vor.

Für

diese

Anwendungsgebiete können keine Dosierungsempfehlungen gegeben werden.

Anhaltende Muskelkrämpfe im Augenlid und im

Gesicht

12 Jahre

Anhaltende Muskelkrämpfe im Nacken und in den

Schultern

12 Jahre

Starke Achselschweißbildung

12 Jahre

(begrenzte Erfahrungen bei Jugendlichen

zwischen 12 und 17 Jahren)

Dosierung

Anwendungsgebiete

Maximale Dosierung (Einheiten für das

betroffene Anwendungsgebiet)

Minimaler

zeitlicher

Abstand

zwischen den

Behandlungen

Erstbehandlung

Folgebehandlung

Anhaltende Spasmen

(Krämpfe) der Muskeln in

den Beinen von Kindern bei

Zerebralparese

4 Einheiten/kg

(Hemiplegie)

6 Einheiten/kg

(Diplegie)

4 Einheiten/kg

(Hemiplegie)

6 Einheiten/kg

(Diplegie)

3 Monate*

Anhaltende Spasmen

(Krämpfe) der Muskeln im

Handgelenk und der Hand

bei Schlaganfallpatienten

Die genaue Dosis und

die Anzahl der

verwendeten

Injektionsstellen pro

Hand/Handgelenk

sollte auf den

einzelnen Patienten

abgestimmt sein und

maximal

240 Einheiten betragen

Die genaue Dosis und

die Anzahl der

verwendeten

Injektionsstellen sollte

auf den einzelnen

Patienten abgestimmt

sein und maximal

240 Einheiten betragen

12 Wochen

Anhaltende Spasmen

(Krämpfe) der Muskeln im

Fußgelenk und dem Fuß bei

Schlaganfallpatienten

Ihr Arzt verabreicht

Ihnen möglicherweise

mehrere Injektionen in

die betroffenen

Muskeln. Die

Gesamtdosis beträgt

300 bis 400 Einheiten,

aufgeteilt auf bis zu

6 Muskeln bei jeder

Behandlungssitzung

Die Gesamtdosis

beträgt

300 bis 400 Einheiten,

aufgeteilt auf bis zu

6 Muskeln bei jeder

Behandlungssitzung

12 Wochen

Anhaltende Muskelkrämpfe

im Augenlid und im Gesicht

1,25-2,5 Einheiten pro

Injektionsstelle.

Bis zu 25 Einheiten

pro Auge bei

Muskelkrämpfen des

Auges.

Bis zu 100 Einheiten

bei Muskelkrämpfen

des Auges.

3 Monate bei

Muskelkrämpfen

des Auges.

Anhaltende Muskelkrämpfe

von Nacken und Schultern

200 Einheiten

Pro Injektionsstelle

dürfen nicht mehr als

50 Einheiten

verabreicht werden

Bis zu 300 Einheiten

10 Wochen

Kopfschmerzen bei

Erwachsenen, die chronische

Migräne haben

155 bis 195 Einheiten

Pro Injektionsstelle

dürfen nicht mehr als

5 Einheiten

verabreicht werden

155 bis 195 Einheiten

12 Wochen

Überaktive Blase mit

Harninkontinenz

100 Einheiten

100 Einheiten

3 Monate

Harninkontinenz bei

Blasenproblemen im

Zusammenhang mit

Rückenmarksverletzungen

oder Multipler Sklerose

200 Einheiten

200 Einheiten

3 Monate

Starke

Achselschweißbildung

50 Einheiten pro

Achsel

50 Einheiten pro

Achsel

16 Wochen

*

Möglicherweise wählt der Arzt auch eine Dosierung, mit der ein Behandlungsintervall von bis zu

6 Monaten erreicht werden kann.

Eintritt und Dauer der therapeutischen Wirkung

anhaltenden Spasmen der Muskeln in den Beinen von Kindern bei Zerebralparese

tritt eine

Besserung im Allgemeinen innerhalb der ersten 2 Wochen nach der Injektion ein.

anhaltenden Spasmen der Muskeln im Handgelenk und der Hand bei Schlaganfallpatienten

tritt im Allgemeinen eine Besserung innerhalb der ersten 2 Wochen nach der Injektion ein. Die

maximale Wirkung zeigt sich im Allgemeinen ungefähr 4 bis 6 Wochen nach der Behandlung.

anhaltenden Spasmen der Muskeln im Fußgelenk und dem Fuß bei Schlaganfallpatienten

kann die Behandlung bei nachlassender Wirkung wiederholt werden, allerdings nicht öfter als alle 12

Wochen.

anhaltenden Muskelkrämpfen im Augenlid und im Gesicht

tritt eine Besserung im

Allgemeinen innerhalb von 3 Tagen nach der Injektion ein. Die maximale Wirkung tritt im

Allgemeinen 1 bis 2 Wochen nach der Behandlung ein.

anhaltenden Muskelkrämpfen im Nacken und in den Schultern

tritt im Allgemeinen eine

Besserung innerhalb von 2 Wochen nach der Injektion ein. Die maximale Wirkung tritt im

Allgemeinen 6 Wochen nach der Behandlung ein.

Harninkontinenz aufgrund einer überaktiven Blase

tritt im Allgemeinen eine Besserung

innerhalb von 2 Wochen nach der Injektion ein. Normalerweise hält die Wirkung ungefähr 6-7 Monate

nach der Injektion an.

Harninkontinenz aufgrund von Blasenproblemen im Zusammenhang mit

Rückenmarksverletzungen oder Multipler Sklerose

tritt im Allgemeinen eine Besserung innerhalb

von 2 Wochen nach der Injektion ein. Normalerweise hält die Wirkung ungefähr 8-9 Monate nach der

Injektion an.

starker Achselschweißbildung

tritt im Allgemeinen innerhalb der ersten Woche nach der

Injektion eine Besserung ein. Im Durchschnitt hält die Wirkung im Allgemeinen über 7,5 Monate nach

der ersten Injektion an, bei ungefähr 1 von 4 Patienten zeigte sich jedoch auch nach 1 Jahr noch eine

Wirkung.

Wenn Sie eine größere Menge von BOTOX erhalten haben, als Sie sollten

Die Anzeichen einer Überdosierung von BOTOX treten nicht unmittelbar nach einer Injektion auf.

Sollten Sie BOTOX versehentlich verschlucken oder versehentlich injiziert bekommen haben, sollten

Sie Ihren Arzt aufsuchen, der Sie dann möglicherweise mehrere Wochen medizinisch überwachen

wird.

Wenn Sie zuviel BOTOX injiziert bekommen haben, können folgende Symptome auftreten und Sie

müssen sofort Ihren Arzt kontaktieren. Er/Sie wird dann über eine Einweisung ins Krankenhaus

entscheiden:

Muskelschwäche, die entweder im Bereich der Einstichstelle oder auch entfernt von der

Einstichstelle auftreten kann

Atembeschwerden, Schluck- oder Sprechstörung durch Muskellähmung

Versehentliches Verschlucken von Essen oder Flüssigkeiten in die Lunge, was durch

Muskellähmung eine Pneumonie (Lungenentzündung) zur Folge haben kann

Herabhängen der Augenlider, Doppeltsehen

Allgemeine Schwäche.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen. Generell treten Nebenwirkungen innerhalb der ersten Tage nach der Injektion auf.

Im Allgemeinen sind sie vorübergehend, können jedoch auch mehrere Monate und in seltenen Fällen

noch länger andauern.

WENN BEI IHNEN NACH EINER BOTOX INJEKTION ATEM-, SCHLUCK- ODER

SPRECHSTÖRUNGEN AUFTRETEN, KONTAKTIEREN SIE SOFORT IHREN ARZT.

Wenn bei Ihnen Nesselsucht, Schwellungen einschließlich Schwellungen im Gesicht oder im bzw.

am Hals, pfeifendes Atmen, Ohnmachtsgefühl und Kurzatmigkeit auftreten, kontaktieren Sie

sofort Ihren Arzt.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitskategorien zugrunde

gelegt:

Sehr häufig

Kann mehr als 1 von 10

Behandelten betreffen

Häufig

Kann bis zu 1 von 10

Behandelten betreffen

Gelegentlich

Kann bis zu 1 von 100

Behandelten betreffen

Selten

Kann bis zu 1 von 1.000

Behandelten betreffen

Sehr selten

Kann bis zu 1 von 10.000

Behandelten betreffen

Nachfolgend sind die Nebenwirkungen aufgelistet, die je nach Körperteil, in den BOTOX injiziert

wird, auftreten können. Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten

Nebenwirkungen sich verstärkt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind.

Injektionen in die Beine bei Kindern mit Zerebralparese

Sehr häufig

Virusinfektion, Ohrinfektion.

Häufig

Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Gehen, Missempfindungen (z. B. Taubheit

oder Kribbeln), Hautausschlag, Muskelschmerzen, Muskelschwäche,

Schmerzen in den Extremitäten, z. B. in Händen und Fingern, unfreiwilliger

Harnverlust (Harninkontinenz), allgemeines Unwohlsein, Schmerzen an der

Injektionsstelle, allgemeine Schwäche, Sturz.

Selten wurde bei Kindern mit schwerer Zerebralparese nach einer Behandlung mit BOTOX über

bisweilen mit Aspirationspneumonie (Lungenentzündung durch Verschlucken von Essen oder

Flüssigkeit in die Atemwege) in Zusammenhang stehende Todesfälle berichtet.

Injektionen ins Handgelenk oder die Hand bei Patienten mit Schlaganfall

Häufig

Erhöhter Muskeltonus, Blutergüsse und punktförmige Blutungen unter der

Haut (Ekchymose oder Purpura), Schmerzen in Hand und Fingern,

Muskelschwäche, Schmerzen an der Injektionsstelle, Fieber, grippeähnliche

Erkrankung, Blutung oder Brennen an der Injektionsstelle.

Gelegentlich

Depression, Schlaflosigkeit (Insomnie), verminderte Reizempfindlichkeit der

Haut, Kopfschmerzen, Missempfindungen (z. B. Taubheit oder Kribbeln),

Unkoordiniertheit der Bewegungen, Gedächtnisverlust, Schwindel oder

Drehschwindel (Vertigo), Abfallen des Blutdrucks beim Aufstehen mit

Schwindel, Benommenheit oder Ohnmacht, Übelkeit, Missempfindungen

im/am Mund (z. B. Taubheit oder Kribbeln), Entzündung der Haut

(Dermatitis), Juckreiz, Hautausschlag, Gelenkschmerzen oder -entzündung,

allgemeine Schwäche, Schmerzen, Überempfindlichkeit an der Injektionsstelle,

allgemeines Unwohlsein, Schwellung der Extremitäten wie Hände und Füße.

Einige dieser gelegentlichen Nebenwirkungen können krankheitsbedingt sein.

Injektionen in das Fußgelenk und den Fuß bei Patienten mit Schlaganfall

Häufig

Hautausschlag, Gelenkschmerzen oder -entzündung, steife oder schmerzende

Muskeln, Muskelschwäche, Schwellungen der Extremitäten wie Hände und

Füße, Sturz.

Injektionen ins Augenlid und ins Gesicht

Sehr häufig

Herabhängen des Augenlids.

Häufig

Stecknadelkopfgroße Schädigungen der Hornhaut (der durchsichtigen

Oberfläche, die das Vordere des Auges bedeckt), Schwierigkeiten, das Auge

ganz zu schließen, trockene Augen, Lichtempfindlichkeit, Augenreizung,

Tränen der Augen, Blutergüsse unter der Haut, Hautreizung,

Gesichtsschwellung.

Gelegentlich

Schwindel, Schwäche der Gesichtsmuskeln, Erschlaffung der Muskeln in einer

Gesichtshälfte, Entzündung der Hornhaut (der durchsichtigen Oberfläche, die

das Vordere des Auges bedeckt), anormale Umstülpung der Augenlider nach

außen oder innen, Doppeltsehen, Sehstörungen, verschwommenes Sehen,

Hautausschlag, Müdigkeit.

Selten

Schwellung des Augenlids.

Sehr selten

Geschwüre, Schädigung der Hornhaut (der durchsichtigen Oberfläche, die das

Vordere des Auges bedeckt).

Injektionen in Nacken und Schulter

Sehr häufig

Schluckbeschwerden, Muskelschwäche, Schmerzen.

Häufig

Schwellung und Reizung in der Nase (Rhinitis), verstopfte oder laufende Nase,

Husten, Halsschmerzen, Kribbeln oder Reizung im Hals, Schwindel, erhöhte

Muskelspannung (Krämpfe), verminderte Reizempfindlichkeit der Haut,

Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, trockener Mund, Übelkeit, steife oder

schmerzende Muskeln, Schwächegefühl, grippeähnliche Erkrankung,

allgemeines Unwohlsein.

Gelegentlich

Doppeltsehen, Fieber, Herabhängen des Augenlids, Kurzatmigkeit,

Stimmveränderung.

Injektionen in den Kopf und in den Nacken zur Behandlung von Kopfschmerzen bei Patienten,

die an chronischer Migräne leiden

Häufig

Kopfschmerzen, Migräne, Schwäche der Gesichtsmuskeln, Herabhängen des

Augenlids, Hautausschlag, Juckreiz, Nackenschmerzen, Muskelschmerzen,

Muskelkrämpfe, Muskelsteifheit, Muskelverspannung, Muskelschwäche,

Schmerzen an der Injektionsstelle.

Gelegentlich

Schluckbeschwerden, Hautschmerzen, Kieferschmerzen, Schwellung des

Augenlids.

Injektionen in die Blasenwand bei Harninkontinenz aufgrund einer überaktiven Blase

Sehr häufig

Harnwegsinfekt, Schmerzen beim Harnlassen nach der Injektion*.

Häufig

Bakterien im Urin, Unfähigkeit, die Blase zu entleeren (Harnverhalt),

unvollständige Entleerung der Blase, tagsüber häufiges Harnlassen, weiße

Blutkörperchen im Urin, Blut im Urin nach der Injektion**.

*

Diese Nebenwirkung kann auch im Zusammenhang mit der Injektion stehen.

**

Diese Nebenwirkung steht nur im Zusammenhang mit der Injektion.

Injektionen in die Blasenwand wegen Harninkontinenz bei Blasenproblemen im Zusammenhang

mit Rückenmarksverletzungen oder Multipler Sklerose

Sehr häufig

Harnwegsinfekt, Unfähigkeit, die Blase zu entleeren (Harnverhalt).

Häufig

Schlaflosigkeit (Insomnie), Verstopfung, Muskelschwäche, Muskelkrämpfe,

Blut im Urin nach der Injektion*, Schmerzen beim Harnlassen nach der

Injektion*, Ausstülpungen in der Blasenwand (Blasendivertikel), Müdigkeit,

Schwierigkeiten beim Gehen (Störung des Gangbildes), mögliche

unkontrollierte Reflexreaktionen Ihres Körpers (z. B. übermäßige

Schweißbildung, pochende Kopfschmerzen oder Anstieg der Pulsfrequenz) in

zeitlicher Nähe zur Injektion (autonome Dysreflexie)*, Sturz.

Einige dieser häufigen Nebenwirkungen können auch in Zusammenhang mit der Injektion stehen.

Injektionen bei starker Achselschweißbildung

Sehr häufig

Schmerzen der Injektionsstelle.

Häufig

Kopfschmerzen, Missempfindungen (z. B. Taubheit oder Kribbeln),

Hitzewallungen, verstärkte Schweißbildung außerhalb der Achselhöhlen,

anormaler Hautgeruch, Juckreiz, Knoten unter der Haut, Haarausfall,

Schmerzen in den Extremitäten, z. B. in Händen und Fingern, Schmerzen,

Reaktionen und Schwellungen, Blutungen oder Brennen und erhöhte

Empfindlichkeit an der Injektionsstelle, allgemeine Schwäche.

Gelegentlich

Übelkeit, Muskelschwäche, Schwächegefühl, Muskelschmerzen,

Gelenkbeschwerden.

Die folgende Auflistung beschreibt

zusätzliche Nebenwirkungen

unabhängig von der Erkrankung,

die seit Markteinführung für BOTOX berichtet wurden:

Allergische Reaktion, einschließlich Reaktionen auf injizierte Proteine oder Serum

Schwellung der unteren Hautschichten

Nesselsucht

Essstörungen, Appetitlosigkeit

Nervenschädigung (Schädigung des Plexus brachialis)

Stimm- und Sprachstörungen

Erschlaffung der Muskeln in einer Gesichtshälfte

Schwäche der Gesichtsmuskeln

Verminderte Reizempfindlichkeit der Haut

Muskelschwäche

Chronische Muskelerkrankungen (Myasthenia gravis)

Schwierigkeiten, den Arm oder die Schulter zu bewegen

Missempfindungen (z. B. Taubheit und Kribbeln)

Von der Wirbelsäule ausgehende Schmerzen/Taubheitsgefühl oder Schwäche

Krampfanfälle und Ohnmacht

Erhöhung des Augendrucks

Schielen

Verschwommenes Sehen

Sehstörungen

Schwerhörigkeit

Ohrgeräusche

Schwindel- oder Drehschwindel (Vertigo)

Herzstörungen, einschließlich Herzinfarkt

Aspirationspneumonie (Lungenentzündung durch versehentliches Einatmen von Essen,

Getränken, Speichel oder Erbrochenem)

Atemschwierigkeiten, Atemdepression und/oder Atemversagen

Bauchschmerzen

Durchfall, Verstopfung

Trockener Mund

Schluckstörungen

Übelkeit, Erbrechen

Haarausfall

Juckreiz

Unterschiedliche Arten von Hautausschlägen mit roten Flecken

Vermehrte Schweißbildung

Ausfall der Wimpern, Augenbrauen

Muskelschmerzen, Verlust der Nervenversorgung für den/Schrumpfen des injizierten Muskels

Allgemeines Unwohlsein

Fieber

trockenes Auge (in Verbindung mit Injektionen in der Augenumgebung)

lokalisiertes Muskelzucken / unwillkürliche Muskelkontraktionen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen

auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist BOTOX aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Ihr Arzt darf BOTOX nach dem auf dem Etikett nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum

nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Im Kühlschrank lagern (2 °C – 8 °C) oder im Gefrierschrank lagern (-5 °C bis -20 °C ).

Für die hergestellte Lösung wird die sofortige Anwendung empfohlen, sie kann jedoch bis zu

24 Stunden im Kühlschrank (2 °C – 8 °C) gelagert werden.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was BOTOX enthält

Der Wirkstoff ist: Clostridium botulinum Toxin Typ A. Jede Durchstechflasche enthält entweder

50, 100 oder 200 Allergan-Einheiten Clostridium botulinum Toxin Typ A.

Die sonstigen Bestandteile sind: Albumin vom Menschen und Natriumchlorid.

Wie BOTOX aussieht und Inhalt der Packung

BOTOX ist ein feines weißes Pulver, das auf dem Boden der durchsichtigen Durchstechflasche aus

Glas schwer zu sehen sein kann. Vor der Injektion muss das Arzneimittel mit einer sterilen

unkonservierten isotonischen Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) aufgelöst

werden.

Jede Packung enthält 1, 2, 3 oder 6 Durchstechflaschen. Für BOTOX 50 und 100 Allergan-Einheiten

gibt es zusätzlich auch Packungen mit 10 Durchstechflaschen.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Allergan Pharmaceuticals Ireland

Castlebar Road

Westport

County Mayo

Irland

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im 03/2019.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Bitte sehen Sie bezüglich der vollständigen Verschreibungsinformation für BOTOX in der

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) nach.

Botulinumtoxin-Einheiten sind nicht von einem Präparat auf andere übertragbar. Die in Allergan-

Einheiten empfohlenen Dosierungen unterscheiden sich von denen anderer Botulinumtoxin-Präparate.

BOTOX darf nur von Ärzten mit geeigneter Qualifikation und Fachkenntnis in der Behandlung und

der Anwendung der erforderlichen Ausstattung angewendet werden.

Die Diagnose der chronischen Migräne und die Verabreichung von BOTOX sollte ausschließlich

durch bzw. unter der Aufsicht von Neurologen erfolgen, die sich auf die Behandlung von chronischer

Migräne spezialisiert haben.

BOTOX ist indiziert zur Behandlung von: Fokaler Spastizität in Zusammenhang mit dynamischer

Spitzfußstellung infolge von Spastizität bei gehfähigen Patienten mit infantiler Zerebralparese, die

zwei Jahre oder älter sind; fokaler Spastizität des Handgelenkes und der Hand bei erwachsenen

Schlaganfallpatienten; fokaler Spastizität des Fußgelenkes bei erwachsenen Schlaganfallpatienten;

Blepharospasmus; hemifazialem Spasmus und koexistierenden fokalen Dystonien; zervikaler Dystonie

(Torticollis spasmodicus); Linderung der Symptome bei erwachsenen Patienten, die die Kriterien einer

chronischen Migräne erfüllen (Kopfschmerzen an ≥15 Tagen pro Monat, davon mindestens 8 Tage mit

Migräne) und die auf prophylaktische Migräne-Medikation nur unzureichend angesprochen oder diese

nicht vertragen haben; idiopathische überaktive Blase mit den Symptomen Harninkontinenz,

imperativer Harndrang und Pollakisurie bei erwachsenen Patienten, die auf Anticholinergika nur

unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben; Harninkontinenz bei Erwachsenen mit

neurogener Detrusorhyperaktivität infolge einer stabilen subzervikalen Rückenmarksverletzung oder

Multipler Sklerose und starker, fortbestehender primärer Hyperhidrosis axillaris, die störende

Auswirkungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens hat und mit einer topischen Behandlung nicht

ausreichend behandelt werden kann.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von BOTOX in anderen Anwendungsgebieten als denen, die für

Kinder und Jugendliche im Abschnitt 4.1 der Fachinformation beschrieben werden, ist nicht erwiesen.

Für andere Anwendungsgebiete als fokale Spastizität in Zusammenhang mit infantiler Zerebralparese

können keine Dosierungsempfehlungen gegeben werden. Derzeit verfügbare Daten sind für die

jeweiligen Anwendungsgebiete in den Abschnitten 4.2, 4.4, 4.8 und 5.1 der Fachinformation

beschrieben, wie in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

Blepharospasmus/hemifazialer Spasmus

12 Jahre (siehe Abschnitt 4.4 und 4.8)

Zervikale Dystonie

12 Jahre (siehe Abschnitt 4.4 und 4.8)

Fokale Spastizität in Verbindung mit einer infantilen

Zerebralparese

2 Jahre (siehe Abschnitt 4.2, 4.4 und 4.8)

Primäre Hyperhidrosis axillaris

12 Jahre

(begrenzte Erfahrungen bei Jugendlichen

zwischen 12 und 17 Jahren, siehe

Abschnitt 4.4, 4.8 und 5.1)

Es ist keine spezielle Dosisanpassung bei der Anwendung für ältere Patienten erforderlich. Initial

sollte mit der niedrigsten empfohlenen Wirkdosis für die jeweilige Indikation begonnen werden. Für

Wiederholungsinjektionen wird die niedrigste Wirkdosis und Einhaltung des größtmöglichen klinisch

vertretbaren Zeitraums zwischen den Injektionen empfohlen. Ältere Patienten mit umfangreicher

medizinischer Vorgeschichte und Begleitmedikation sollten mit Vorsicht behandelt werden.

Eine allgemeingültige optimale Dosis und eine Anzahl an Injektionsstellen im jeweiligen Muskel wurden

nicht für alle Anwendungsgebiete festgelegt. In diesen Fällen ist deshalb die Behandlung eines Patienten

vom behandelnden Arzt individuell zu gestalten. Die Festlegung einer optimalen Dosis sollte durch eine

Dosistitration erfolgen, die empfohlene Höchstdosis darf jedoch nicht überschritten werden. Wie bei jeder

Arzneimittelbehandlung soll als Initialdosis bei bis dahin unbehandelten Patienten mit der niedrigsten

Wirkdosis begonnen werden.

Dosierung und Art der Anwendung (siehe Abschnitt 4.2 und 4.4 der Fachinformation bzgl. weiterer

Informationen):

Fokale Spastizität bei infantiler Zerebralparese:

Muskel

Wahl der Dosierung

Medialer bzw. lateraler

Muskelkopf des

betroffenen

M. gastrocnemius.

Hemiplegie: Die anfänglich empfohlene Dosis beträgt 4 Einheiten/kg

Körpergewicht in die betroffene Extremität.

Diplegie: Die anfänglich empfohlene Dosis beträgt 6 Einheiten/kg

Körpergewicht, die zwischen den betroffenen Gliedmaßen aufgeteilt

wird.

Die Gesamtdosis darf 200 Einheiten nicht überschreiten.

Fokale Spastizität der oberen und unteren Extremitäten in Zusammenhang mit Schlaganfall:

BOTOX ist ein Arzneimittel zur Behandlung der fokalen Spastizität, das nur in Verbindung mit den

üblichen Standard-Behandlungsmethoden untersucht wurde und nicht als Ersatz für diese gedacht ist.

BOTOX ist wahrscheinlich nicht geeignet, Bewegungseinschränkungen von Gelenken aufgrund fixer

Kontrakturen zu verbessern.

Fokale Spastizität der oberen Extremitäten in Zusammenhang mit Schlaganfall:

Muskel

Wahl der Dosierung; Anzahl Injektionsstellen

Flexor digitorum profundus

15 - 50 Einheiten; 1-2 Injektionsstellen

Flexor digitorum sublimis

15 - 50 Einheiten; 1-2 Injektionsstellen

Flexor carpi radialis

15 - 60 Einheiten; 1-2 Injektionsstellen

Flexor carpi ulnaris

Adductor pollicis

Flexor pollicis longus

10 - 50 Einheiten; 1-2 Injektionsstellen

20 Einheiten; 1-2 Injektionsstellen

20 Einheiten; 1-2 Injektionsstellen

Die genaue Dosis und die Anzahl der verwendeten Injektionsstellen sollte auf den einzelnen Patienten

je nach Größe, Anzahl und Lage der beteiligten Muskeln, Schweregrad der Spastizität, Vorliegen

lokaler Muskelschwäche und individuellem Ansprechen auf die Vorbehandlung abgestimmt werden.

Fokale Spastizität der unteren Extremitäten in Zusammenhang mit Schlaganfall:

Muskel

Empfohlene Dosis

Gesamtdosis; Anzahl Injektionsstellen

M. gastrocnemius

Medialer Kopf

Lateraler Kopf

75 Einheiten; 3 Injektionsstellen

75 Einheiten; 3 Injektionsstellen

M. soleus

75 Einheiten; 3 Injektionsstellen

M. tibialis posterior

75 Einheiten; 3 Injektionsstellen

M. flexor hallucis longus

50 Einheiten; 2 Injektionsstellen

M. flexor digitorum longus

50 Einheiten; 2 Injektionsstellen

M. flexor digitorum brevis

25 Einheiten; 1 Injektionsstelle

Die empfohlene Dosis zur Behandlung einer das Fußgelenk und den Fuß betreffenden fokalen

Spastizität der unteren Extremitäten bei Erwachsenen beträgt 300 bis 400 Einheiten, aufgeteilt auf bis

zu 6 Muskeln.

Blepharospasmus/hemifazialer Spasmus:

Muskel

Wahl der Dosierung

Medialer und lateraler M. orbicularis

oculi des Oberlids und lateraler

M. orbicularis oculi des Unterlids.

Weitere Injektionen in die

Augenbrauengegend, in den lateralen

M. orbicularis und in die obere

Gesichtshälfte können auch erfolgen,

wenn dort befindliche Spasmen das

Sehvermögen stören.

Patienten mit hemifazialem Spasmus

oder Störungen des VII. Hirnnervs sind

wie auf unilateralen Blepharospasmus

zu behandeln, wobei in die übrigen

betroffenen Fazialmuskeln (z.B. M.

zygomaticus major, M. orbicularis oris)

entsprechend dem Grad des Spasmus

injiziert wird.

Initial werden 1,25-2,5 Einheiten in den medialen und

lateralen M. orbicularis oculi des Oberlids und den

lateralen M. orbicularis oculi des Unterlids empfohlen.

Die Initialdosis darf 25 Einheiten pro Auge nicht

überschreiten.

Eine Gesamtdosis von 100 Einheiten alle 12 Wochen darf

nicht überschritten werden.

Ein verringertes Blinzeln nach der Injektion von Botulinumtoxin in den M. orbicularis kann zu

cornealen Erkrankungen führen. In Augen, die bereits einem chirurgischen Eingriff unterzogen

worden sind, ist die Cornea-Sensibilität vorsichtig zu prüfen, zur Vermeidung eines Ektropium sollten

keine Injektionen in die Unterlidregion erfolgen und jeglicher Epitheldefekt ist aktiv zu behandeln.

Hierfür kann die Verwendung von Schutztropfen, Salben, weichen Verbandkontaktlinsen oder

Verschließen des Auges mittels Augenklappe oder ähnlichem erforderlich sein.

Zervikale Dystonie:

Muskel

Wahl der Dosierung

M. sternocleidomastoideus, M. levator

scapulae, M. scalenus, M. splenius

capitis, M. semispinalis,

M. longissimus und/oder M. trapezius

Pro Injektionsstelle dürfen nicht mehr als 50 Einheiten appliziert

werden.

In den M. sternocleidomastoideus dürfen nicht mehr als

100 Einheiten verabreicht werden.

Bei der Ersttherapie sind nicht mehr als 200 Einheiten insgesamt

zu injizieren. Bei Folgeinjektionen können je nach

Initialwirkung Änderungen vorgenommen werden.

Eine Gesamtdosis von 300 Einheiten pro Behandlung darf nicht

überschritten werden.

Diese Liste ist nicht vollständig, da alle Muskeln, die für die Kontrolle der Kopfhaltung verantwortlich

sind, beteiligt sein können und deshalb eventuell behandelt werden müssen.

Chronische Migräne:

Die empfohlene Dosis an rekonstituierter BOTOX-Lösung zur Behandlung von chronischer Migräne

beträgt zwischen 155 und 195 Einheiten, die mit einer 30-G-, 12,7 mm (0,5 Zoll)-Nadel als 0,1-ml-

Injektionen (5 Einheiten) intramuskulär (i. m.) in 31 bis zu 39 Stellen verabreicht werden. Die

Injektionen sollten entsprechend der folgenden Tabelle auf 7 spezifische Kopf-

/Nackenmuskelbereiche verteilt werden. Bei Patienten mit extrem dicken Nackenmuskeln ist in der

Nackenregion möglicherweise eine 25,4 mm (1 Zoll)-Nadel erforderlich. Außer beim Musculus

procerus, bei dem nur in eine Stelle (Mittellinie) injiziert werden sollte, sollten die Injektionen bei

allen anderen Muskeln beidseitig erfolgen, wobei eine Hälfte der Injektionen auf der linken Seite und

die andere Hälfte auf der rechten Seite von Kopf und Nacken verabreicht werden sollte. Wenn es

einen oder mehrere vorherrschende Schmerzpunkte gibt, können zusätzliche Injektionen auf einer oder

beiden Seiten in bis zu drei spezifische Muskelgruppen (occipitalis, temporalis und trapezius) bis zur

maximalen Dosis pro Muskel - wie in der Tabelle unten angegeben - verabreicht werden.

Empfohlene Dosis

Muskeln

Kopf-/Nackenbereich

Gesamtdosis (Anzahl Injektionsstellen

a

)

Corrugator

10 Einheiten (2 Stellen)

Procerus

5 Einheiten (1 Stelle)

Frontalis

20 Einheiten (4 Stellen)

Temporalis

40 Einheiten (8 Stellen) bis zu 50 Einheiten (bis zu 10 Stellen)

Occipitalis

30 Einheiten (6 Stellen) bis zu 40 Einheiten (bis zu 8 Stellen)

Zervikale paraspinale

Muskelgruppe

20 Einheiten (4 Stellen)

Trapezius

30 Einheiten (6 Stellen) bis zu 50 Einheiten (bis zu 10 Stellen)

Gesamtdosierungsbereich:

155 Einheiten bis 195 Einheiten

31 bis 39 Injektionsstellen

1 intramuskuläre Injektionsstelle = 0,1 ml = 5 Einheiten BOTOX

Beidseitig verabreichte Dosis

Harninkontinenz infolge einer überaktiven Blase

Die empfohlene Dosis beträgt 100 Einheiten BOTOX in Injektionen zu je 0,5 ml (5 Einheiten) an

20 Stellen des M. detrusor vesicae unter Meidung des Trigonum vesicae und des Blasengrundes.

Harninkontinenz bei neurogener Detrusorhyperaktivität:

Die empfohlene Dosis beträgt 200 Einheiten BOTOX als Injektionen zu je 1 ml (ca. 6,7 Einheiten) an

30 Stellen des M. detrusor vesicae unter Meidung des Trigonum vesicae und des Blasengrundes.

Primäre Hyperhidrosis axillaris:

Injektionsstellen

Wahl der Dosierung

An mehrere, gleichmäßig verteilte, etwa

1 – 2 cm auseinanderliegenden Stellen

innerhalb des hyperhidrotischen

Bereiches jeder Achselhöhle

Da andere Dosierungen als 50 Einheiten pro Achselhöhle

nicht untersucht wurden, können sie nicht empfohlen

werden.

Eine Anamnese und körperliche Untersuchung zusammen mit zusätzlich notwendigen, spezifischen

Untersuchungen müssen durchgeführt werden, um mögliche Ursachen einer sekundären Hyperhidrosis

(z. B. Hyperthyreose, Phäochromozytom) auszuschließen. Dadurch soll eine symptomatische

Behandlung der Hyperhidrosis ohne Diagnose und/oder Behandlung der Grunderkrankung vermieden

werden.

Alle Indikationen:

Nebenwirkungen, die mit der Ausbreitung des Toxins an vom Applikationsort entfernte Stellen in

Zusammenhang stehen, gelegentlich tödlich verliefen und in einigen Fällen mit Dysphagie,

Pneumonie und/oder anderen Schwächezuständen assoziiert waren, wurden berichtet. Die Symptome

sind mit dem Wirkmechanismus von Botulinumtoxin konsistent und wurden Stunden bis Wochen

nach der Injektion berichtet. Das Risiko von Symptomen ist wahrscheinlich bei den Patienten am

größten, die an Grund- und Begleiterkrankungen leiden, die sie anfälliger für diese Symptome

machen. Zu dieser Gruppe gehören Kinder und Erwachsene, die wegen Spastizität behandelt werden

und mit hohen Dosierungen behandelt werden.

Bei Patienten, die mit therapeutischen Dosen behandelt werden, kann auch eine übersteigerte

Muskelschwäche auftreten.

Nach der Anwendung von BOTOX in Thoraxnähe wurde in Verbindung mit der Injektion über

Pneumothorax berichtet. Vorsicht ist bei Injektionen in Nähe der Lunge, insbesondere in Nähe der

Apices oder in andere verletzliche anatomische Strukturen geboten.

Es sind schwerwiegende Nebenwirkungen, darunter auch mit tödlichem Verlauf, bei Patienten

berichtet worden, die BOTOX nicht-zugelassenerweise (off-label) direkt in die Speicheldrüsen, in den

orolingualen Rachenraum, in die Speiseröhre und in den Magen injiziert bekommen hatten. Einige

Patienten hatten bereits bestehende Dysphagie oder ausgeprägte Schwächezustände.

Selten wurde bei Kindern mit schwerer Zerebralparese nach einer Behandlung mit Botulinumtoxin

über Todesfälle berichtet, die bisweilen mit Aspirationspneumonie im Zusammenhang stehen,

darunter auch nach nicht-zugelassener (off-label) Anwendung (z. B. im Nackenbereich). Äußerste

Vorsicht ist bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit ausgeprägten neurologischen

Schwächezuständen, Dysphagie oder einer Vorgeschichte von Aspirationspneumonie bzw.

Lungenerkrankung geboten. Die Behandlung von Patienten mit schlechtem zugrundeliegenden

Gesundheitszustand sollte nur erfolgen, wenn eingeschätzt wird, dass der potentielle Nutzen für den

einzelnen Patienten die Risiken überwiegt.

Sehr selten können nach einer Botulinumtoxin Injektion anaphylaktische Reaktionen auftreten.

Epinephrin (Adrenalin) oder andere anti-anaphylaktische Maßnahmen sollten daher bereitstehen.

Die vollständige Information bzgl. BOTOX finden Sie in der Zusammenfassung der Merkmale des

Arzneimittels (Fachinformation).

Sollte nach durchgeführter Erstapplikation auch z. B. nach einem Monat kein therapeutischer Effekt

oder keine deutliche Verbesserung eintreten, sind folgende Maßnahmen durchzuführen:

Klinische Verifizierung der Toxinwirkung auf den injizierten Muskel; dies kann eine

elektromyographische Untersuchung in einer hierfür spezialisierten Einrichtung beinhalten

Analyse der Gründe für das Therapieversagen, z. B. schlechte Isolierung der Muskeln, die

injiziert werden sollen, zu geringe Dosis, schlechte Injektionstechnik, fixe Kontraktur, zu

schwacher Gegenmuskel, Bildung Toxin-neutralisierender Antikörper

Überprüfung der Behandlung mit Botulinumtoxin Typ A als angemessene Therapieform

Sofern im Rahmen der Initialbehandlung keine unerwünschten Wirkungen aufgetreten sind,

kann eine Wiederholungsbehandlung unter folgenden Voraussetzungen vorgenommen

werden: 1.) Dosisanpassung unter Berücksichtigung der Analyse des vorausgegangenen

Therapieversagens, 2.) EMG-Ableitung, 3.) Einhaltung eines 3-Monats-Intervalls zwischen

der Initial- und der Wiederholungsbehandlung.

Beim

Ausbleiben

therapeutischen

Effektes

oder

beim

Nachlassen

Wirkung

Wiederholungsinjektionen sind alternative Behandlungsmethoden in Betracht zu ziehen.

Auflösungsvorschrift für das Arzneimittel:

Wenn verschiedene Größen von BOTOX Durchstechflaschen während einer

Behandlungssitzung angewendet werden, muss darauf geachtet werden, die korrekte Menge an

Lösungsmittel zur Auflösung einer bestimmten Anzahl von Einheiten pro 0,1 ml zu verwenden.

Die zuzugebende Menge Lösungsmittel ist für BOTOX

50 Allergan-Einheiten,

BOTOX

100 Allergan-Einheiten und BOTOX

200 Allergan-Einheiten verschieden und jede

Spritze ist entsprechend zu kennzeichnen.

Es ist allgemein üblich, das Auflösen des Flascheninhalts und das Aufziehen der Spritze über

plastikbeschichteten Papiertüchern durchzuführen, um evtl. Spritzer aufzufangen.

BOTOX darf nur mit einer sterilen unkonservierten isotonischen Kochsalzlösung

(0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) rekonstituiert werden.

Eine vorgeschriebene Menge

Lösungsmittel (siehe Verdünnungsanleitung oder Tabelle unten) wird mit einer Spritze aufgezogen.

Verdünnungsanleitung zur Behandlung von Harninkontinenz bei überaktiver Blase:

Es wird empfohlen, zur leichteren Rekonstitution eine Durchstechflasche mit 100

Einheiten oder

zwei Durchstechflaschen mit 50

Einheiten zu verwenden.

Sollten Sie eine Durchstechflasche mit 200 Einheiten verwenden, rekonstituieren Sie

eine

Durchstechflasche mit 200

Einheiten

BOTOX mit 8 ml steriler unkonservierter isotonischer

Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) und mischen Sie den Inhalt der

Durchstechflasche vorsichtig. Ziehen Sie 4 ml aus der Durchstechflasche in eine 10 ml Spritze auf.

Beenden Sie die Rekonstitution, indem Sie 6 ml der sterilen unkonservierten isotonischen

Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) in die 10 ml Spritze aufziehen und deren

Inhalt vorsichtig mischen. Sie haben nun eine 10 ml Spritze, die insgesamt 100 Einheiten

rekonstituiertes BOTOX enthält. Die Verwendung muss direkt im Anschluss an die Rekonstitution in

der Spritze erfolgen. Ungenutzte Kochsalzlösung muss verworfen werden.

Rekonstituieren Sie

eine Durchstechflasche

mit 100 Einheiten

BOTOX mit 10 ml steriler

unkonservierter isotonischer Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) und mischen

Sie den Inhalt der Durchstechflasche vorsichtig. Ziehen Sie 10 ml aus der Durchstechflasche in eine

10 ml Spritze auf. Sie haben nun eine 10 ml Spritze, die insgesamt 100 Einheiten rekonstituiertes

BOTOX enthält. Die Verwendung muss direkt im Anschluss an die Rekonstitution in der Spritze

erfolgen. Ungenutzte Kochsalzlösung muss verworfen werden.

Rekonstituieren Sie

zwei Durchstechflaschen

mit 50 Einheiten

BOTOX mit je 5 ml steriler

unkonservierter isotonischer Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) und mischen

Sie den Inhalt jeder Durchstechflasche vorsichtig. Ziehen Sie 5 ml aus jeder Durchstechflasche in eine

einzige 10 ml Spritze auf. Sie haben nun eine einzige 10 ml Spritze, die insgesamt 100 Einheiten

rekonstituiertes BOTOX enthält. Die Verwendung muss direkt im Anschluss an die Rekonstitution in

der Spritze erfolgen. Ungenutzte Kochsalzlösung muss verworfen werden.

Dieses Arzneimittel ist nur für den Einmal-Gebrauch bestimmt und nicht verwendete Reste der

Injektionslösung müssen verworfen werden.

Verdünnungsanleitung zur Behandlung von Harninkontinenz bei neurogener

Detrusorhyperaktivität:

Es wird empfohlen, eine Durchstechflasche mit 200

Einheiten oder zwei Durchstechflaschen mit

100

Einheiten zu verwenden, um eine bequemere Rekonstitution zu gewährleisten.

Rekonstituieren Sie

eine Durchstechflasche mit 200

Einheiten

BOTOX mit 6 ml steriler

unkonservierter isotonischer Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) und mischen

Sie den Inhalt der Durchstechflasche vorsichtig. Ziehen Sie je 2 ml aus der Durchstechflasche in jede

der drei 10 ml Spritzen auf. Beenden Sie die Rekonstitution, indem Sie 8 ml der sterilen

unkonservierten isotonischen Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) in jede der

10 ml Spritzen aufziehen und deren Inhalt vorsichtig mischen. Sie haben nun drei 10 ml Spritzen mit

insgesamt 200 Einheiten rekonstituiertem BOTOX. Die Verwendung muss direkt im Anschluss an die

Rekonstitution in der Spritze erfolgen. Ungenutzte Kochsalzlösung muss verworfen werden.

Rekonstituieren Sie

zwei Durchstechflaschen à 100

Einheiten

BOTOX mit je 6 ml steriler

unkonservierter isotonischer Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) und mischen

Sie den Inhalt der Durchstechflaschen vorsichtig. Ziehen Sie je 4 ml aus jeder der Durchstechflaschen

in zwei 10 ml Spritzen auf. Ziehen Sie die jeweils verbleibenden 2 ml aus den beiden

Durchstechflaschen in eine dritte 10 ml Spritze auf. Beenden Sie die Rekonstitution, indem Sie 6 ml

der sterilen unkonservierten isotonischen Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion)

in jede der 10 ml Spritzen aufziehen und deren Inhalt vorsichtig mischen. Sie haben nun drei 10 ml

Spritzen mit insgesamt 200 Einheiten rekonstituiertem BOTOX. Die Verwendung muss direkt im

Anschluss an die Rekonstitution in der Spritze erfolgen. Ungenutzte Kochsalzlösung muss verworfen

werden.

Sollten Sie Durchstechflaschen mit 50 Einheiten verwenden, rekonstituieren Sie

vier

Durchstechflaschen à 50

Einheiten

BOTOX mit je 3 ml steriler unkonservierter isotonischer

Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) und mischen Sie den Inhalt der

Durchstechflaschen vorsichtig. Ziehen Sie 3 ml aus der ersten Durchstechflasche und 1 ml aus der

zweiten Durchstechflasche in eine 10 ml Spritze auf. Ziehen Sie 3 ml aus der dritten

Durchstechflasche und 1 ml aus der vierten Durchstechflasche in eine zweite 10 ml Spritze auf.

Ziehen Sie die verbleibenden 2 ml aus der zweiten und der vierten Durchstechflasche in eine dritte

10 ml Spritze auf. Beenden Sie die Rekonstitution, indem Sie 6 ml der sterilen unkonservierten

isotonischen Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) in jede der drei 10 ml

Spritzen aufziehen und deren Inhalt vorsichtig mischen. Sie haben nun drei 10 ml Spritzen mit

insgesamt 200 Einheiten rekonstituiertem BOTOX. Die Verwendung muss direkt im Anschluss an die

Rekonstitution in der Spritze erfolgen. Ungenutzte Kochsalzlösung muss verworfen werden.

Verdünnungstabelle für Durchstechflaschen mit BOTOX 50, 100 und 200 Allergan-Einheiten

für alle anderen Indikationen

Durchstechflasche mit

Einheiten

Durchstechflasche mit

Einheiten

Durchstechflasche mit

Einheiten

Erhaltene Dosis

(in Einheiten pro

0,1 ml)

Zugegebene Menge

Lösungsmittel

(sterile unkonservierte

isotonische

Kochsalzlösung

(0,9 % Natriumchlorid-

lösung zur Injektion)) in

eine Durchstechflasche mit

Einheiten

Zugegebene Menge

Lösungsmittel

(sterile unkonservierte

isotonische

Kochsalzlösung

(0,9 % Natriumchlorid-

lösung zur Injektion)) in

eine Durchstechflasche

mit 100

Einheiten

Zugegebene Menge

Lösungsmittel

(sterile unkonservierte

isotonische

Kochsalzlösung

(0,9 % Natriumchlorid-

lösung zur Injektion)) in

eine Durchstechflasche mit

Einheiten

20 Einheiten

0,25 ml

0,5 ml

1 ml

10 Einheiten

0,5 ml

1 ml

2 ml

5 Einheiten

1 ml

2 ml

4 ml

2,5 Einheiten

2 ml

4 ml

8 ml

1,25 Einheiten

4 ml

8 ml

nicht zutreffend

Dieses Arzneimittel ist nur für den Einmal-Gebrauch bestimmt und nicht verwendete Reste der

Injektionslösung müssen verworfen werden.

Da BOTOX durch Blasenbildung oder ähnlich heftige Bewegungen denaturiert wird, muss die

Kochsalzlösung vorsichtig in die Durchstechflasche hineingegeben werden. Die Durchstechflasche ist

zu verwerfen, wenn in der Flasche kein Unterdruck vorhanden ist, der das Lösungsmittel aus der

Spritze ansaugt. Die BOTOX-Lösung ist klar, farblos bis schwach gelblich und frei von Partikeln. Die

rekonstituierte Lösung muss vor Anwendung visuell auf Klarheit und Partikelfreiheit geprüft werden.

Die in der Durchstechflasche rekonstituierte BOTOX-Lösung kann vor Anwendung bis zu 24 Stunden

im Kühlschrank (bei 2 °C bis 8 °C) gelagert werden. Wenn die Lösung zur Injektion in den Detrusor

in einer Spritze weiter verdünnt wird, muss sie sofort verwendet werden.

Studien zur Wirksamkeit haben gezeigt, dass das Arzneimittel nach Rekonstitution bis zu 5 Tage bei

2°C – 8°C gelagert werden kann.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden. Wenn

die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort eingesetzt wird, ist der Anwender für die Dauer und die

Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der gebrauchsfertigen

Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht

länger als 24 Stunden bei 2°C bis 8°C aufzubewahren.

Das Datum und die Uhrzeit der Auflösung sollten auf dem Etikett vermerkt werden.

Vorgehensweise zur sicheren Entsorgung von Durchstechflaschen, Spritzen und gebrauchten

Materialien

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Zur sicheren

Entsorgung sind nicht verwendete Durchstechflaschen mit einer kleinen Menge Wasser zu

rekonstituieren und anschließend zu autoklavieren. Verwendete Durchstechflaschen und Spritzen

sowie verschüttetes Material sind zu autoklavieren bzw. das restliche BOTOX ist mit verdünnter

Hypochloritlösung (0,5 %) 5 Minuten lang zu inaktivieren. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt

zu schützen.

Identifizierung des Arzneimittels

Achten Sie auf das Sicherheitssiegel mit einem durchscheinenden silbernen Allergan-Logo auf den

oberen und unteren Laschen der BOTOX-Kartons und auf

das Hologramm auf dem Etikett der

Durchstechflasche, wenn Sie sichergehen wollen, dass Ihnen ein authentisches BOTOX-

Arzneimittel

von Allergan geliefert wurde. Sie sehen dieses Hologramm, wenn Sie die Durchstechflasche in das

Licht einer Schreibtischlampe oder Leuchtstoffröhre halten. Drehen Sie die Durchstechflasche in der

Hand hin und her. Achten Sie auf die horizontalen Linien in den Regenbogenfarben auf dem Etikett

und vergewissern Sie sich, dass der Name „Allergan” zwischen den Linien in den Regenbogenfarben

zu sehen ist.

Verwenden Sie das Arzneimittel nicht und kontaktieren Sie Ihre Allergan-Niederlassung für

zusätzliche Informationen, wenn:

die horizontalen Linien in den Regenbogenfarben oder das Wort „Allergan“ auf dem Etikett

der Durchstechflasche fehlen

das Sicherheitssiegel beschädigt oder nicht auf beiden Kartonseiten vorhanden ist

das durchscheinende silberne Allergan-Logo auf dem Siegel nicht deutlich sichtbar ist oder

einen schwarzen Kreis mit einer diagonalen Linie (d. h. ein Verbotszeichen) aufweist.

Zusätzlich hat Allergan ablösbare Aufkleber auf dem Etikett der BOTOX-Durchstechflasche

angebracht, die die Chargenbezeichnung und das Verfalldatum des von Ihnen erhaltenen Arzneimittels

enthalten. Diese Aufkleber können abgezogen und zu Rückverfolgbarkeitszwecken in Ihre

Patientenkartei eingeklebt werden. Beachten Sie, dass nach dem Abziehen des Aufklebers vom Etikett

der BOTOX-Durchstechflasche das Wort „Verwendet“ erscheinen wird, was Ihnen weitere Gewissheit

geben soll, dass Sie ein authentisches BOTOX-Arzneimittel verwenden, das von Allergan hergestellt

wurde.

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FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

BOTOX 50 Allergan-Einheiten Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

BOTOX 100 Allergan-Einheiten Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

BOTOX 200 Allergan-Einheiten Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Clostridium botulinum Toxin Typ A, 50 Allergan-Einheiten/Durchstechflasche.

Clostridium botulinum Toxin Typ A, 100 Allergan-Einheiten/Durchstechflasche.

Clostridium botulinum Toxin Typ A, 200 Allergan-Einheiten/Durchstechflasche.

Botulinumtoxin-Einheiten sind nicht von einem Präparat auf andere übertragbar.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung.

Weißes Pulver.

Das BOTOX-Arzneimittel erscheint als ein feiner weißer Niederschlag, der auf dem Boden der

Durchstechflasche schwer zu sehen sein kann.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

BOTOX ist indiziert zur Behandlung von:

Neurologische Erkrankungen

Fokale Spastizität

in Zusammenhang mit dynamischer Spitzfußstellung infolge von Spastizität

bei gehfähigen

Patienten mit infantiler Zerebralparese

, die zwei Jahre oder älter sind.

Fokale Spastizität

des Handgelenkes und der Hand

bei erwachsenen Schlaganfallpatienten

Fokale Spastizität

des Fußgelenkes und des Fußes

bei erwachsenen Schlaganfallpatienten

(siehe Abschnitt 4.4).

Blepharospasmus, hemifazialer Spasmus

und koexistierende fokale Dystonien.

Zervikale Dystonie

(Torticollis spasmodicus).

Linderung der Symptome bei erwachsenen Patienten, die die Kriterien einer

chronischen

Migräne

erfüllen (Kopfschmerzen an ≥15 Tagen pro Monat, davon mindestens 8 Tage mit

Migräne) und die auf prophylaktische Migräne-Medikation nur unzureichend angesprochen

oder diese nicht vertragen haben (siehe Abschnitt 4.4).

Blasenfunktionsstörungen:

Idiopathische überaktive Blase

mit den Symptomen Harninkontinenz, imperativer Harndrang

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und Pollakisurie bei erwachsenen Patienten, die auf Anticholinergika nur unzureichend

angesprochen oder diese nicht vertragen haben.

Harninkontinenz bei Erwachsenen mit

neurogener Detrusorhyperaktivität

bei neurogener

Blase infolge einer stabilen subzervikalen Rückenmarksverletzung oder Multipler Sklerose.

Erkrankungen der Haut und mit der Haut verbundene Erkrankungen:

Starke, fortbestehende primäre

Hyperhidrosis axillaris

, die störende Auswirkungen auf die

Aktivitäten des täglichen Lebens hat und mit einer topischen Behandlung nicht ausreichend

kontrolliert werden kann.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Botulinumtoxin-Einheiten sind nicht von einem Präparat auf andere übertragbar. Die in Allergan-

Einheiten empfohlenen Dosierungen unterscheiden sich von denen anderer Botulinumtoxin-Präparate.

Die Diagnose der chronischen Migräne und die Verabreichung von BOTOX sollte ausschließlich

durch bzw. unter der Aufsicht von Neurologen erfolgen, die sich auf die Behandlung von chronischer

Migräne spezialisiert haben.

Ältere Patienten

Es ist keine spezielle Dosisanpassung bei der Anwendung für ältere Patienten erforderlich. Initial

sollte mit der niedrigsten empfohlenen Wirkdosis für die jeweilige Indikation begonnen werden. Für

Wiederholungsinjektionen wird die niedrigste Wirkdosis und Einhaltung des größtmöglichen klinisch

vertretbaren Zeitraums zwischen den Injektionen empfohlen. Ältere Patienten mit umfangreicher

medizinischer Vorgeschichte und Begleitmedikation sollten mit Vorsicht behandelt werden.

Es liegen

begrenzte klinische Daten bei Patienten vor, die älter als 65 Jahre sind und wegen Spastizität des

Fußgelenkes und des Fußes nach einem Schlaganfall mit BOTOX behandelt wurden. Für weitere

Informationen, siehe Abschnitte 4.4, 4.8 und 5.1.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von BOTOX in anderen Anwendungsgebieten als denen, die für

Kinder

Jugendliche

Abschnitt 4.1

beschrieben

werden,

nicht

erwiesen.

Für

andere

Anwendungsgebiete als fokale Spastizität in Zusammenhang mit infantiler Zerebralparese können

keine Dosierungsempfehlungen gegeben werden. Derzeit verfügbare Daten sind für die jeweiligen

Anwendungsgebiete in den Abschnitten 4.2, 4.4, 4.8 und 5.1 beschrieben, wie in der nachfolgenden

Tabelle dargestellt.

Blepharospasmus/hemifazialer Spasmus

12 Jahre (siehe Abschnitt 4.4 und 4.8)

Zervikale Dystonie

12 Jahre (siehe Abschnitt 4.4 und 4.8)

Fokale Spastizität in Verbindung mit einer

infantilen Zerebralparese

2 Jahre (siehe Abschnitt 4.2, 4.4 und 4.8)

Primäre Hyperhidrosis axillaris

12 Jahre

(begrenzte Erfahrungen bei Jugendlichen

zwischen 12 und 17 Jahren, siehe

Abschnitt 4.4, 4.8 und 5.1)

Folgender wichtiger Hinweis ist zu beachten:

Wenn verschiedene Größen von BOTOX Durchstechflaschen während einer

Behandlungssitzung angewendet werden, muss darauf geachtet werden, die korrekte Menge an

Lösungsmittel zur Auflösung einer bestimmten Anzahl von Einheiten pro 0,1 ml zu verwenden.

Die zuzugebende Menge Lösungsmittel ist für BOTOX 50 Allergan-Einheiten,

BOTOX 100 Allergan-Einheiten und BOTOX 200 Allergan-Einheiten verschieden und jede

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Spritze ist entsprechend zu kennzeichnen.

BOTOX darf nur mit einer sterilen unkonservierten isotonischen Kochsalzlösung (0,9 %

Natriumchloridlösung zur Injektion) rekonstituiert werden. Eine vorgeschriebene Menge

Lösungsmittel (siehe Verdünnungstabelle unten) wird mit einer Spritze aufgezogen.

Dieses Arzneimittel ist nur für den Einmal-Gebrauch bestimmt und nicht verwendete Reste der

Injektionslösung müssen verworfen werden.

Hinweise zur Handhabung und Entsorgung der Durchstechflaschen siehe Abschnitt 6.6.

Verdünnungstabelle für Durchstechflaschen mit

BOTOX 50, 100 und 200 Allergan-Einheiten für alle

Indikationen mit Ausnahme der Blasenfunktionsstörungen:

Durchstechflasche mit

50 Einheiten

Durchstechflasche mit

100 Einheiten

Durchstechflasche mit

200 Einheiten

Erhaltene Dosis

(in Einheiten pro

0,1 ml)

Zugegebene Menge

Lösungsmittel

(sterile unkonservierte

isotonische

Kochsalzlösung (0,9 %

Natriumchloridlösung zur

Injektion) in eine

Durchstechflasche mit

50 Einheiten

Zugegebene Menge

Lösungsmittel

(sterile unkonservierte

isotonische

Kochsalzlösung (0,9 %

Natriumchloridlösung zur

Injektion) in eine

Durchstechflasche mit

100 Einheiten

Zugegebene Menge

Lösungsmittel

(sterile unkonservierte

isotonische

Kochsalzlösung (0,9 %

Natriumchloridlösung zur

Injektion) in eine

Durchstechflasche mit

200 Einheiten

20 Einheiten

0,25 ml

0,5 ml

1 ml

10 Einheiten

0,5 ml

1 ml

2 ml

5 Einheiten

1 ml

2 ml

4 ml

2,5 Einheiten

2 ml

4 ml

8 ml

1,25 Einheiten

4 ml

8 ml

nicht zutreffend

Überaktive Blase :

Es wird empfohlen, zur leichteren Rekonstitution eine Durchstechflasche mit 100 Einheiten

oder zwei Durchstechflaschen mit 50 Einheiten zu verwenden.

Verdünnungsanleitung für zwei Durchstechflaschen mit 50 Einheiten

Rekonstituieren Sie zwei Durchstechflaschen mit 50 Einheiten BOTOX mit je 5 ml steriler

unkonservierter isotonischer Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) und

mischen Sie den Inhalt der Durchstechflaschen vorsichtig

Ziehen Sie 5 ml aus jeder Durchstechflasche in eine einzige 10 ml Spritze auf.

Sie haben nun eine 10 ml Spritze, die insgesamt 100 Einheiten rekonstituiertes BOTOX enthält. Die

Verwendung muss direkt im Anschluss an die Rekonstitution in der Spritze erfolgen. Ungenutzte

Kochsalzlösung muss verworfen werden.

Verdünnungsanleitung für eine Durchstechflasche mit 100 Einheiten:

Rekonstituieren Sie eine Durchstechflasche mit 100 Einheiten BOTOX mit 10 ml

steriler

unkonservierter isotonischer Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) und

mischen Sie diese vorsichtig

Ziehen Sie 10 ml aus der Durchstechflasche in eine einzige 10 ml Spritze auf.

Sie haben nun eine 10 ml Spritze, die insgesamt 100 Einheiten rekonstituiertes BOTOX enthält. Die

Verwendung muss direkt im Anschluss an die Rekonstitution in der Spritze erfolgen. Ungenutzte

Kochsalzlösung muss verworfen werden.

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Verdünnungsanleitung für eine Durchstechflasche mit 200 Einheiten:

Rekonstituieren

eine

Durchstechflasche

Einheiten

BOTOX

steriler

unkonservierter isotonischer Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) und

mischen Sie diese vorsichtig

Ziehen Sie 4 ml aus der Durchstechflasche in eine einzige 10 ml Spritze auf

Beenden

Sie die

Rekonstitution, indem Sie 6 ml der sterilen unkonservierten isotonischen

Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) in die 10 ml Spritze aufziehen und

deren Inhalt vorsichtig mischen.

Sie haben nun eine 10 ml Spritze, die insgesamt 100 Einheiten rekonstituiertes BOTOX enthält. Die

Verwendung muss direkt im Anschluss an die Rekonstitution in der Spritze erfolgen. Ungenutzte

Kochsalzlösung muss verworfen werden.

Dieses Arzneimittel ist nur für den Einmal-Gebrauch bestimmt und nicht verwendete Reste der

Injektionslösung müssen verworfen werden.

Harninkontinenz infolge neurogener Detrusorhyperaktivität:

Es wird empfohlen, zur leichteren Rekonstitution eine Durchstechflasche mit 200 Einheiten

oder zwei Durchstechflaschen mit 100 Einheiten zu verwenden.

Verdünnungsanleitung für vier Durchstechflaschen mit 50 Einheiten

Rekonstituieren

vier

Durchstechflaschen à

Einheiten

BOTOX

steriler

unkonservierter isotonischer Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) und

mischen Sie den Inhalt der Durchstechflaschen vorsichtig

Ziehen Sie 3 ml aus der ersten Durchstechflasche und 1 ml aus der zweiten Durchstechflasche in

eine 10 ml Spritze auf

Ziehen Sie 3 ml aus der dritten Durchstechflasche und 1 ml aus der vierten Durchstechflasche in

eine zweite 10 ml Spritze auf

Ziehen Sie die verbleibenden 2 ml aus der zweiten und der vierten Durchstechflasche in eine

dritte 10 ml Spritze auf

Beenden Sie die Rekonstitution, indem Sie 6 ml der sterilen unkonservierten isotonischen

Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) in jede der drei 10 ml Spritzen

aufziehen und deren Inhalt vorsichtig mischen.

Sie haben nun drei 10 ml Spritzen mit insgesamt 200 Einheiten rekonstituiertem BOTOX. Die

Verwendung muss direkt im Anschluss an die Rekonstitution in der Spritze erfolgen. Ungenutzte

Kochsalzlösung muss verworfen werden.

Verdünnungsanleitung für zwei Durchstechflaschen mit 100 Einheiten:

Rekonstituieren Sie zwei Durchstechflaschen à 100 Einheiten BOTOX mit je 6 ml steriler

unkonservierter isotonischer Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) und

mischen Sie den Inhalt der Durchstechflaschen vorsichtig

Ziehen Sie je 4 ml aus jeder der Durchstechflaschen in zwei 10 ml Spritzen auf

Ziehen Sie die jeweils verbleibenden 2 ml aus den beiden Durchstechflaschen in eine dritte 10 ml

Spritze auf

Beenden

Sie die

Rekonstitution, indem Sie 6 ml der sterilen unkonservierten isotonischen

Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) in jede der drei 10 ml Spritzen

aufziehen und deren Inhalt vorsichtig mischen.

Sie haben nun drei 10 ml Spritzen mit insgesamt 200 Einheiten rekonstituiertem BOTOX. Die

Verwendung muss direkt im Anschluss an die Rekonstitution in der Spritze erfolgen. Ungenutzte

Kochsalzlösung muss verworfen werden.

Verdünnungsanleitung für eine Durchstechflasche mit 200 Einheiten:

Rekonstituieren

eine

Durchstechflasche

Einheiten

BOTOX

6 ml

steriler

unkonservierter isotonischer Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) und

mischen Sie den Inhalt der Durchstechflasche vorsichtig

Ziehen Sie je 2 ml aus der Durchstechflasche in drei 10 ml Spritzen auf

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Beenden

Sie die

Rekonstitution, indem Sie 8 ml der sterilen unkonservierten isotonischen

Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion) in jede der 10 ml Spritzen aufziehen

und deren Inhalt vorsichtig mischen.

Sie haben nun drei 10 ml Spritzen mit insgesamt 200 Einheiten rekonstituiertem BOTOX. Die

Verwendung muss direkt im Anschluss an die Rekonstitution in der Spritze erfolgen. Ungenutzte

Kochsalzlösung muss verworfen werden.

Art der Anwendung

Bitte beachten Sie die auf die jeweilige Indikation bezogene unten stehende spezifische Anleitung.

BOTOX darf nur von Ärzten mit geeigneter Qualifikation und Fachkenntnis in der Behandlung und

der Anwendung der erforderlichen Ausstattung angewendet werden.

Eine allgemeingültige optimale Dosis und eine Anzahl an Injektionsstellen im jeweiligen Muskel wurden

nicht für alle Anwendungsgebiete festgelegt. In diesen Fällen ist deshalb die Behandlung eines Patienten

vom behandelnden Arzt individuell zu gestalten. Die Festlegung einer optimalen Dosis sollte durch eine

Dosistitration erfolgen, die empfohlene Höchstdosis darf jedoch nicht überschritten werden.

NEUROLOGISCHE ERKRANKUNGEN:

Fokale Spastizität bei infantiler Zerebralparese

Empfohlene Nadel:

Sterile 23-26 G/0,60-0,45 mm Nadel.

Applikationshinweise:

Sie wird als geteilte Dosis in einzelnen Injektionen in den medialen

bzw.

lateralen

Muskelkopf

betroffenen

M. gastrocnemius

verabreicht.

Empfohlene Dosis:

Hemiplegie: Die anfänglich empfohlene Dosis beträgt 4 Einheiten/kg

Körpergewicht in die betroffene Extremität.

Diplegie: Die anfänglich empfohlene Dosis beträgt 6 Einheiten/kg

Körpergewicht, die zwischen den betroffenen Gliedmaßen aufgeteilt

wird.

Maximale Gesamtdosis:

200 Einheiten.

Zusätzliche Informationen:

Eine klinische Besserung tritt im Allgemeinen innerhalb der ersten

zwei

Wochen

nach

Injektion

ein.

Wiederholungsinjektionen

sollten erst gegeben werden, wenn die therapeutische Wirkung der

vorangegangenen Injektionen abgeklungen ist, jedoch nicht häufiger

als alle drei Monate. Möglicherweise lässt sich das Dosierungsschema

anpassen,

dass

Behandlungsintervall

wenigstens

6 Monaten erreicht werden kann.

Fokale Spastizität der oberen Extremitäten in Zusammenhang mit Schlaganfall

Empfohlene Nadel:

Sterile

oder

Nadel.

Länge

Nadel

sollte

entsprechend der Lage und Tiefe des Muskels gewählt werden.

Applikationshinweise:

Lokalisierung

beteiligten

Muskeln

mittels

einer

EMG-

Ableitung

bzw.

Nervenstimulation

kann

hilfreich

sein.

Durch

Anwendung von

BOTOX

mehreren

Injektionsstellen

wird ein

gleichmäßigerer Kontakt mit den Innervationsbereichen der Muskeln

erzielt, was bei großen Muskeln besonders nützlich ist.

Empfohlene Dosis:

Die genaue Dosis und die Anzahl der verwendeten Injektionsstellen

sollte auf den einzelnen Patienten je nach Größe, Anzahl und Lage

beteiligten

Muskeln,

Schweregrad

Spastizität,

Vorliegen

6/39

lokaler

Muskelschwäche

individuellem

Ansprechen

Vorbehandlung abgestimmt werden.

kontrollierten

klinischen

Studien

wurden

folgende

Dosen

angewendet:

Muskel

Gesamtdosis; Anzahl Injektionsstellen

Flexor digitorum profundus

15-50 Einheiten; 1-2 Injektionsstellen

Flexor digitorum sublimis

15-50 Einheiten; 1-2 Injektionsstellen

Flexor carpi radialis

15-60 Einheiten; 1-2 Injektionsstellen

Flexor carpi ulnaris

Adductor pollicis

Flexor pollicis longus

10-50 Einheiten; 1-2 Injektionsstellen

20 Einheiten; 1-2 Injektionsstellen

20 Einheiten; 1-2 Injektionsstellen

Maximale Gesamtdosis:

In kontrollierten und offenen, nicht kontrollierten klinischen Studien

wurden

Dosen

zwischen

Einheiten,

zwischen

ausgewählten Muskeln verteilt wurden, pro Behandlung angewendet.

Wiederholungsinjektionen sollten erst nach 12 Wochen vorgenommen

werden.

Zusätzliche Informationen:

In kontrollierten klinischen Studien wurden die Patienten über einen

Zeitraum von 12 Wochen nach der Behandlung beobachtet. Eine

Besserung des Muskeltonus trat innerhalb der ersten zwei Wochen

ein, wobei sich die maximale Wirksamkeit im Allgemeinen innerhalb

vier

sechs

Wochen

zeigte.

einer

offenen,

nicht

kontrollierten

Folgestudie

erhielten

meisten

Patienten

Abständen von 12 bis 16 Wochen Wiederholungsinjektionen, sobald

die Wirkung auf den Muskeltonus nachließ. Diese Patienten erhielten

über einen Zeitraum von 54 Wochen bis zu vier Injektionen mit einer

maximalen

kumulativen

Dosis

Einheiten.

Sollte

behandelnde

Arzt

dies

für

angemessen

halten,

können

Wiederholungsinjektionen verabreicht werden, wenn die Wirkung der

vorherigen Injektion nachgelassen hat. Das Ausmaß und Muster der

Muskelspastizität zum Zeitpunkt der Wiederholungsinjektion kann

eine Änderung der BOTOX-Dosis und der zu behandelnden Muskeln

notwendig machen. Die niedrigste wirksame Dosis sollte verwendet

werden.

Fokale Spastizität der unteren Extremitäten in Zusammenhang mit Schlaganfall

Empfohlene Nadel:

Sterile

oder

Nadel.

Länge

Nadel

sollte

entsprechend der Lage und Tiefe des Muskels gewählt werden.

Applikationshinweise:

Lokalisierung

beteiligten

Muskeln

mittels

einer

EMG-

Ableitung

bzw.

Nervenstimulation

kann

hilfreich

sein.

Durch

Anwendung von

BOTOX

mehreren

Injektionsstellen

wird ein

gleichmäßigerer Kontakt mit den Innervationsbereichen der Muskeln

erzielt, was bei großen Muskeln besonders nützlich ist.

Das folgende Diagramm zeigt die Injektionsstellen für Spastizität der unteren Extremitäten bei

Erwachsenen:

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Empfohlene Dosis:

Die empfohlene Dosis für die Behandlung der das Fußgelenk und

Fuß

betreffenden

Spastizität

unteren

Extremitäten

Erwachsenen beträgt 300 bis 400 Einheiten, aufgeteilt auf bis zu

6 Muskeln,

nachfolgenden

Tabelle

dargestellt.

maximale

empfohlene

Dosis

einer

Behandlung

beträgt

400 Einheiten.

Medialer Kopf des

M. gastrocnemius

Lateraler Kopf des

M. gastrocnemius

M. soleus

M. tibialis posterior

Medialer Kopf des

M. gastrocnemius

Lateraler Kopf des

M. gastrocnemius

M. soleus

M. tibialis posterior

M. flexor digitorum

longus und

M. flexor hallucis

longus

(Plantare Ansicht)

M. flexor digitorum

brevis

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Dosierung von BOTOX nach Muskel bei Spastizität der unteren

Extremitäten bei Erwachsenen:

Muskel

Empfohlene Dosis

Gesamtdosis; Anzahl Injektionsstellen

M. gastrocnemius

Medialer Kopf

Lateraler Kopf

75 Einheiten; 3 Injektionsstellen

75 Einheiten; 3 Injektionsstellen

M. soleus

75 Einheiten; 3 Injektionsstellen

M. tibialis posterior

75 Einheiten; 3 Injektionsstellen

M. flexor hallucis

longus

50 Einheiten; 2 Injektionsstellen

M. flexor digitorum

longus

50 Einheiten; 2 Injektionsstellen

M. flexor digitorum

brevis

25 Einheiten; 1 Injektionsstelle

Zusätzliche Informationen:

Es liegt im Ermessen des behandelnden Arztes, beim Patienten eine

erneute Injektion in Betracht zu ziehen, wenn die klinische Wirkung

der vorherigen Injektion nachlässt; dies sollte allerdings nicht früher

als 12 Wochen nach der vorherigen Injektion erfolgen.

Blepharospasmus/hemifazialer Spasmus

Empfohlene Nadel:

Sterile 27-30 G/0,40-0,30 mm Nadel.

Applikationshinweise:

Eine EMG-Ableitung ist nicht erforderlich.

Empfohlene Dosis:

empfohlene

Initialdosis

beträgt

1,25-2,5

Einheiten.

Injektionen erfolgen in den medialen und lateralen M. orbicularis

oculi

Oberlids

lateralen

M. orbicularis

oculi

Unterlids. Weitere Injektionen in die Augenbrauengegend, in den

lateralen

M. orbicularis

obere

Gesichtshälfte

können

erfolgen, wenn dort befindliche Spasmen das Sehvermögen stören.

Maximale Gesamtdosis:

Initial dürfen nicht mehr als 25 Einheiten pro Auge appliziert werden.

Bei der Behandlung des Blepharospasmus darf bei Folgeinjektionen

eine

Gesamtdosis

Einheiten

alle

Wochen

nicht

überschritten werden.

Zusätzliche Informationen:

Injektionen

Nähe

M. levator

palpebrae

sup.

sollten

vermieden werden, um so das Auftreten einer Ptosis gering zu halten.

Aufgrund der Diffusion der Botulinumtoxin Typ A Lösung in den

M. obliquus

inf.

kann

sich

eine

Diplopie

manifestieren.

Diese

unerwünschte Wirkung kann gering gehalten werden, wenn auf die

mediale

Injektion

unteren

Augenlid

verzichtet

wird.

nachfolgenden

Abbildungen

sind

möglichen

Injektionsstellen

dargestellt:

9/39

Im Allgemeinen stellt sich der erste Effekt der Injektion nach etwa

drei Tagen ein und erreicht sein Maximum ein bis zwei Wochen nach

der Behandlung. Die Wirkung hält ungefähr drei Monate an. Bei

Bedarf kann die Behandlung anschließend wiederholt werden. Bei

Wiederholungsbehandlungen kann die Dosis bis auf das Doppelte

erhöht

werden,

wenn

Reaktion

Initialbehandlung

ungenügend betrachtet wird. Es scheint jedoch, dass eine Applikation

von mehr als 5 Einheiten pro Injektionsstelle keinen zusätzlichen

Nutzen hat. Eine Behandlung öfter als alle drei Monate erbringt

normalerweise keinen zusätzlichen therapeutischen Effekt.

Patienten

hemifazialem

Spasmus

oder

Störungen

VII. Hirnnervs

sind

unilateralen

Blepharospasmus

behandeln, wobei in die übrigen betroffenen Fazialmuskeln (z.B. M.

zygomaticus major, M. orbicularis oris) BOTOX entsprechend dem

Grad des Spasmus injiziert wird.

Zervikale Dystonie

Empfohlene Nadel:

Geeignete Nadel (normalerweise 25-30 G/0,50-0,30 mm).

Applikationshinweise:

In klinischen Studien wurde BOTOX zur Behandlung der zervikalen

Dystonie üblicherweise in den M. sternocleidomastoideus, M. levator

scapulae,

M. scalenus,

M. splenius

capitis,

M. semispinalis,

M. longissimus und/oder M. trapezius injiziert. Diese Liste ist nicht

vollständig, da alle Muskeln, die für die Kontrolle der Kopfhaltung

verantwortlich

sind,

beteiligt

sein

können

deshalb

eventuell

behandelt werden müssen.

Muskelmasse

Hypertrophie-

oder

Atrophiegrad

müssen

Hinblick auf die Dosierung berücksichtigt werden. Das Muster der

Muskelaktivierung kann sich bei der zervikalen Dystonie spontan

ändern

ohne

Veränderung

klinischen

Erscheinungsbildes

Dystonie.

Treten bei der Isolation der einzelnen Muskeln Schwierigkeiten auf,

sollten

Injektionen

elektromyographischer

Unterstützung

durchgeführt werden.

Empfohlene Dosis:

Bei der Ersttherapie sind nicht mehr als 200 Einheiten insgesamt zu

injizieren.

Folgeinjektionen

können

nach

Initialwirkung

Änderungen vorgenommen werden.

In initialen kontrollierten Studien zur Untersuchung der Sicherheit

und Wirksamkeit bei zervikaler Dystonie wurden Dosen von 140-280

Einheiten pro Behandlung eingesetzt. In aktuelleren Untersuchungen

wurde eine Dosierung von 95 -360 Einheiten (mit einer ungefähren

10/39

mittleren Dosis von 240 Einheiten) gewählt. Wie bei jeder anderen

Behandlung mit Arzneimitteln, sollten bislang unbehandelte Patienten

als Initialdosis die niedrigste Wirkdosis erhalten. Pro Injektionsstelle

dürfen

nicht

mehr

50 Einheiten

appliziert

werden.

M. sternocleidomastoideus

dürfen

nicht

mehr

100 Einheiten

verabreicht werden. Um das Auftreten von Dysphagie zu minimieren,

ist der M. sternocleidomastoideus nicht bilateral zu injizieren.

Maximale Gesamtdosis:

Eine

Gesamtdosis

300 Einheiten

Behandlung

darf

nicht

überschritten werden. Die optimale Anzahl der Injektionsstellen hängt

von der Größe des Muskels ab. Behandlungsintervalle von weniger

als 10 Wochen werden nicht empfohlen.

Zusätzliche Informationen:

Eine klinische Besserung tritt im Allgemeinen innerhalb der ersten

zwei Wochen nach der Injektion ein. Der maximale klinische Nutzen

tritt

Allgemeinen

sechs

Wochen

nach

Injektion

ein.

klinischen Studien wurden bezüglich der Dauer des therapeutischen

Effekts beträchtliche Schwankungen (2 bis 33 Wochen) beobachtet.

Im Durchschnitt hielt die Wirkung ungefähr 12 Wochen an.

Chronische Migräne

Empfohlene Nadel:

Sterile

30-G-, 12,7 mm (0,5 Zoll)-Nadel.

Applikationshinweise:

Injektionen

sollten

entsprechend

folgenden

Tabelle

7 spezifische

Kopf-/Nackenmuskelbereiche

verteilt

werden.

Patienten mit extrem dicken Nackenmuskeln ist in der Nackenregion

möglicherweise eine 25,4 mm (1 Zoll)-Nadel erforderlich. Außer

beim Musculus procerus, bei dem nur in eine Stelle (Mittellinie)

injiziert

werden

sollte,

sollten

Injektionen

allen

anderen

Muskeln beidseitig erfolgen, wobei eine Hälfte der Injektionen auf

der linken Seite und die andere Hälfte auf der rechten Seite von Kopf

und Nacken verabreicht werden sollte. Wenn es einen oder mehrere

vorherrschende Schmerzpunkte gibt, können zusätzliche Injektionen

auf einer oder beiden Seiten in bis zu drei spezifische Muskelgruppen

(occipitalis, temporalis und trapezius) bis zur maximalen Dosis pro

Muskel - wie in der Tabelle unten angegeben - verabreicht werden.

11/39

In den folgenden Abbildungen sind die Injektionsstellen angegeben:

In den folgenden Abbildungen sind die Muskelgruppen für optional zusätzliche Injektionsstellen

dargestellt:

Empfohlene Dosis:

155 bis 195 Einheiten intramuskulär (i. m.) als 0,1-ml-Injektionen

(5 Einheiten) in 31 bis zu 39 Stellen.

BOTOX-Dosierung nach Muskeln bei chronischer Migräne:

Empfohlene Dosis

Muskeln Kopf-

/Nackenbereich

Gesamtdosis (Anzahl Injektionsstellen

a

)

Corrugator

10 Einheiten (2 Stellen)

A. Corrugator:

5 Einheiten auf jeder Seite

B. Procerus:

5 Einheiten (eine Stelle)

C. Frontalis:

10 Einheiten auf jeder Seite

D. Temporalis:

20 Einheiten auf jeder Seite

E. Occipitalis:

15 Einheiten auf jeder Seite

F. Zervikal paraspinal:

10 Einheiten auf jeder Seite

G.Trapezius:

15 Einheiten auf jeder Seite

D. Temporalis:

5 Einheiten/Stelle

(<2 zusätzliche Stellen)

E. Occipitalis:

5 Einheiten/Stelle

(<2 zusätzliche Stellen)

G. Trapezius:

5 Einheiten/Stelle

(<4 zusätzliche Stellen)

12/39

Procerus

5 Einheiten (1 Stelle)

Frontalis

20 Einheiten (4 Stellen)

Temporalis

40 Einheiten (8 Stellen) bis zu 50 Einheiten

(bis zu 10 Stellen)

Occipitalis

30 Einheiten (6 Stellen) bis zu 40 Einheiten

(bis zu 8 Stellen)

Zervikale paraspinale

Muskelgruppe

20 Einheiten (4 Stellen)

Trapezius

30 Einheiten (6 Stellen) bis zu 50 Einheiten

(bis zu 10 Stellen)

Gesamtdosierungs-

bereich:

155 Einheiten bis 195 Einheiten

31 bis 39 Injektionsstellen

1 intramuskuläre Injektionsstelle = 0,1 ml = 5 Einheiten BOTOX

Beidseitig verabreichte Dosis

Zusätzliche Informationen:

Das empfohlene Intervall für Wiederholungsbehandlungen ist alle

12 Wochen.

BLASENFUNKTIONSSTÖRUNGEN:

Die Patienten dürfen zum Behandlungszeitpunkt nicht an einem Harnwegsinfekt leiden.

Prophylaktische Antibiotika sollten 1-3 Tage vor der Behandlung, am Behandlungstag sowie 1-3 Tage

nach der Behandlung gegeben werden.

Es wird empfohlen, dass Patienten eine Therapie mit Thrombozytenaggregationshemmern mindestens

drei Tage vor der Injektion unterbrechen. Patienten unter Antikoagulationstherapie müssen

angemessen behandelt werden, um das Blutungsrisiko zu senken.

Für die Behandlung von Harninkontinenz sollte BOTOX von Ärzten angewendet werden, die

Erfahrung in der Abklärung und der Behandlung von Blasenfunktionsstörungen (z. B. Urologen und

Urogynäkologen) haben.

Überaktive Blase

Empfohlene Nadel:

Ein flexibles oder starres Zystoskop kann verwendet werden. Zur

Entlüftung sollte vor Beginn der Injektionen die Injektionsnadel mit

ungefähr

rekonstituierten

BOTOX-Injektionslösung

(abhängig von der Nadellänge) befüllt werden.

Applikationshinweise:

Vor Beginn der Injektion kann in Übereinstimmung mit der örtlichen

Behandlungspraxis

eine

intravesikale

Instillation

eines verdünnten

Lokalanästhetikums mit oder ohne Sedierung verabreicht werden.

Falls eine Instillation eines Lokalanästhetikums erfolgt, sollte die

Blase vor den nächsten Schritten des Injektionsvorgangs entleert und

mit steriler Kochsalzlösung gespült werden.

Rekonstitutiertes BOTOX (100 Einheiten/10 ml) wird mithilfe eines

flexiblen

oder

starren

Zystoskops

unter

Meidung

Trigonum

vesicae und des Blasengrundes in den M. detrusor vesicae injiziert.

Die Blase sollte mit ausreichend Kochsalzlösung gefüllt werden, um

eine adäquate Visualisierung für die Injektionen zu gewährleisten.

Eine Überdehnung muss jedoch vermieden werden.

13/39

Die Nadel sollte ca. 2 mm in den M. detrusor vesicae eingeführt

werden. Es sollten 20 Injektionen à 0,5 ml (Gesamtvolumen 10 ml)

jeweils

Abstand

vorgenommen

werden

(siehe

Abbildung unten). Für die letzte Injektion sollte ca. 1 ml sterile

physiologische Kochsalzlösung injiziert werden, um die volle Dosis

zu verabreichen. Nachdem die Injektionen verabreicht wurden, sollte

die zur Blasenwandvisualisierung verwendete Kochsalzlösung nicht

abgeleitet

werden,

damit

Patienten

ihre

Fähigkeit

Blasenentleerung

zeigen

können,

bevor

medizinische

Versorgungseinrichtung

verlassen.

Patient

sollte

mindestens

30 Minuten im Anschluss an die Injektionen und bis eine spontane

Entleerung erfolgt ist, beobachtet werden.

Empfohlene Dosis:

Die empfohlene Dosis beträgt 100 Einheiten BOTOX in Injektionen

zu je 0,5 ml (5 Einheiten) an 20 Stellen des M. detrusor vesicae.

Zusätzliche Informationen:

Eine

klinische

Besserung

tritt

Allgemeinen

innerhalb

2 Wochen ein. Eine erneute Injektionsbehandlung kann in Erwägung

gezogen

werden,

wenn

klinische

Wirkung

vorherigen

Injektionen nachlässt (die mediane Wirkdauer in klinischen Phase-3-

Studien betrug 166 Tage [ca. 24 Wochen] basierend auf dem Wunsch

der Patienten um erneute Behandlung). Diese darf jedoch nicht vor

Ablauf

Monaten

vorhergehenden

Blaseninjektion

erfolgen.

Harninkontinenz infolge einer neurogenen Detrusorhyperaktivität

Empfohlene Nadel:

Ein flexibles oder starres Zystoskop kann verwendet werden. Zur

Entlüftung sollte vor Beginn der Injektionen die Injektionsnadel mit

ungefähr 1 ml Injektionslösung (abhängig von der Nadellänge) befüllt

werden.

Applikationshinweise:

Vor Beginn der Injektion kann in Übereinstimmung mit der örtlichen

Behandlungspraxis

entweder

eine

intravesikale

Instillation

eines

verdünnten

Anästhetikums

(mit

oder

ohne

Sedierung)

oder

eine

Vollnarkose

verabreicht

werden.

Falls

eine

Instillation

eines

Lokalanästhetikums

erfolgt,

sollte

Blase

nächsten

Schritten

Injektionsvorgangs

entleert

steriler

Kochsalzlösung gespült werden.

Rekonstitutiertes BOTOX (200 Einheiten/30 ml) wird mithilfe eines

14/39

flexiblen

oder

starren

Zystoskops

unter

Meidung

Trigonum

vesicae und des Blasengrundes in den M. detrusor vesicae injiziert.

Die Blase sollte mit ausreichend Kochsalzlösung gefüllt werden, um

eine adäquate Visualisierung für die Injektionen zu gewährleisten.

Eine Überdehnung muss jedoch vermieden werden.

Die Nadel sollte ca. 2 mm in den M. detrusor vesicae eingeführt

werden. Es sollten 30 Injektionen à 1 ml (Gesamtvolumen 30 ml)

jeweils

Abstand

vorgenommen

werden

(siehe

Abbildung oben). Für

letzte

Injektion sollte ca. 1 ml sterile

physiologische Kochsalzlösung injiziert werden, um die volle Dosis

zu verabreichen. Nachdem die Injektionen verabreicht wurden, sollte

Blasenwandvisualisierung

verwendete

Kochsalzlösung

drainiert

werden.

Patient

sollte

mindestens

Minuten

Anschluss an die Injektionen beobachtet werden.

Empfohlene Dosis:

Die empfohlene Dosis beträgt 200 Einheiten BOTOX als Injektionen

zu je 1 ml (ca. 6,7 Einheiten) an 30 Stellen des M. detrusor vesicae.

Zusätzliche Informationen:

Eine

klinische

Besserung

tritt

Allgemeinen

innerhalb

2 Wochen ein. Eine erneute Injektionsbehandlung kann in Erwägung

gezogen

werden,

wenn

klinische

Wirkung

vorherigen

Injektionen nachlässt (die mediane Wirkdauer in klinischen Phase-3-

Studien betrug 256-295 Tage (ca. 36-42 Wochen) für BOTOX 200

Einheiten)

basierend

Wunsch

der Patienten

erneute

Behandlung. Diese darf jedoch nicht vor Ablauf von 3 Monaten ab

der vorhergehenden Blaseninjektion erfolgen.

ERKRANKUNGEN DER HAUT UND MIT DER HAUT VERBUNDENE ERKRANKUNGEN:

Primäre Hyperhidrosis axillaris

Empfohlene Nadel:

Sterile

30 G Nadel.

Applikationshinweise:

Der hyperhidrotische Bereich kann anhand von

Standardanfärbeverfahren, z. B. dem Minor Jod-Stärke Test, ermittelt

werden.

Empfohlene Dosis:

Innerhalb des hyperhidrotischen Bereiches jeder Achselhöhle werden

Einheiten

BOTOX,

gleichmäßig

verteilt

mehreren

etwa

1 – 2 cm auseinanderliegenden Stellen, intradermal injiziert.

Maximale Gesamtdosis:

Andere Dosierungen als 50 Einheiten pro Achselhöhle können nicht

empfohlen

werden.

Injektionen

sollten

nicht

häufiger

alle

16 Wochen wiederholt werden (siehe Abschnitt 5.1).

Zusätzliche Informationen:

In der Regel tritt eine klinische Besserung innerhalb der ersten Woche

nach der Injektion ein. BOTOX kann wiederholt injiziert werden,

wenn

Wirkung

einer

vorherigen

Injektion

nachlässt

behandelnde Arzt dies für erforderlich hält.

ALLE INDIKATIONEN:

Sollte nach durchgeführter Erstapplikation auch nach einem Monat kein therapeutischer Effekt

eintreten, sind folgende Maßnahmen durchzuführen:

Klinische Verifizierung der Toxinwirkung auf den injizierten Muskel; dies kann eine

elektromyographische Untersuchung in einer hierfür spezialisierten Einrichtung beinhalten

15/39

Analyse der Gründe für das Therapieversagen, z. B. schlechte Isolierung der Muskeln, die

injiziert werden sollen, zu geringe Dosis, schlechte Injektionstechnik, fixe Kontraktur, zu

schwacher Gegenmuskel, Bildung Toxin-neutralisierender Antikörper

Überprüfung der Behandlung mit Botulinumtoxin Typ A als angemessene Therapieform

Sofern im Rahmen der Initialbehandlung keine unerwünschten Wirkungen aufgetreten sind,

kann eine Wiederholungsbehandlung unter folgenden Voraussetzungen vorgenommen

werden: 1.) Dosisanpassung unter Berücksichtigung der Analyse des vorausgegangenen

Therapieversagens, 2.) EMG-Ableitung, 3.) Einhaltung eines 3-Monats-Intervalls zwischen

der Initial- und der Wiederholungsbehandlung.

Beim Ausbleiben des therapeutischen Effektes oder beim Nachlassen der Wirkung bei

Wiederholungsinjektionen sind alternative Behandlungsmethoden in Betracht zu ziehen.

Bei der Behandlung von erwachsenen Patienten, einschließlich der Behandlung mehrerer

Indikationen, sollte die maximale kumulative Dosis in einem Zeitraum von 12 Wochen 400 Einheiten

nicht überschreiten.

4.3

Gegenanzeigen

BOTOX darf nicht angewendet werden

bei Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Botulinumtoxin Typ A oder einen der

in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

bei Infektionen an den vorgesehenen Injektionsstellen.

BOTOX zur Behandlung von Blasenfunktionsstörungen ist außerdem kontraindiziert bei:

Patienten, die zum Behandlungszeitpunkt an einem Harnwegsinfekt leiden

Patienten mit akutem Harnverhalt zum Behandlungszeitpunkt, die nicht routinemäßig einen

Katheter verwenden

Patienten, die nicht willens und/oder fähig sind, falls notwendig nach der Behandlung einen

Katheter zu verwenden.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die empfohlenen Dosierungen und Häufigkeiten der Anwendung von BOTOX

sind nicht zu

überschreiten aufgrund des Risikos von Überdosierung, übersteigerter Muskelschwäche, der

Ausbreitung des Toxins an entfernten Stellen und der Bildung neutralisierender Antikörper. Bislang

unbehandelte Patienten sollten als Initialdosis die niedrigste Wirkdosis für die spezifische Indikation

erhalten.

Verordnender Arzt und Patient sollten sich darüber bewusst sein, dass Nebenwirkungen auftreten

können, selbst wenn vorherige Injektionen gut vertragen wurden. Deshalb sollte bei jeder Anwendung

mit Vorsicht vorgegangen werden.

Nebenwirkungen, die mit der Ausbreitung des Toxins an vom Applikationsort entfernte Stellen in

Zusammenhang stehen (siehe Abschnitt 4.8), gelegentlich tödlich verliefen und in einigen Fällen mit

Dysphagie, Pneumonie und/oder ausgeprägten Schwächezuständen assoziiert waren, wurden

berichtet. Die Symptome sind mit dem Wirkmechanismus von Botulinumtoxin konsistent und wurden

Stunden bis Wochen nach der Injektion berichtet. Das Risiko von Symptomen ist wahrscheinlich bei

den Patienten am größten, die an Grund- und Begleiterkrankungen leiden, die sie anfälliger für diese

Symptome machen (inklusive Kinder und Erwachsene, die wegen Spastizität behandelt werden) und

die mit hohen Dosierungen behandelt werden.

Bei Patienten, die mit therapeutischen Dosen behandelt werden, kann auch eine übersteigerte

Muskelschwäche auftreten.

Vor einer Behandlung mit BOTOX sollte für den individuellen Patienten das Risiko gegen den

16/39

Nutzen sorgfältig abgewogen werden.

Über Dysphagie wurde auch nach Injektionen berichtet, die nicht in die zervikale Muskulatur

erfolgten (siehe Abschnitt 4.4 „Zervikale Dystonie“).

BOTOX sollte nur mit äußerster Vorsicht und unter engmaschiger Überwachung bei Patienten mit

subklinisch oder klinisch nachgewiesener gestörter neuromuskulärer Reizleitung angewendet werden,

wie z. B. bei Myasthenia gravis oder Lambert-Eaton-Syndrom, bei Patienten mit peripheren

motorisch-neuropathischen Erkrankungen (z. B. amyotropher Lateralsklerose oder motorischer

Neuropathie) und bei Patienten mit zugrundeliegenden neurologischen Erkrankungen. Diese Patienten

haben u. U. eine erhöhte Sensibilität für Stoffe wie in BOTOX, selbst bei therapeutischen Dosen, was

zu einer ausgeprägten Muskelschwäche, einem erhöhten Risiko für klinisch relevante systemische

Wirkungen, einschließlich schwerer Dysphagie und respiratorischer Beeinträchtigung führen kann.

Das Botulinumtoxin-haltige Präparat darf bei diesen Patienten nur unter fachärztlicher Überwachung

und nur dann angewendet werden, wenn davon auszugehen ist, dass der Nutzen der Behandlung das

Risiko überwiegt. Patienten mit einer Vorgeschichte von Dysphagie und Aspiration sollten mit

äußerster Vorsicht behandelt werden.

Patienten und Pflegepersonal sollen darauf hingewiesen werden, sofort medizinische Hilfe

anzufordern, wenn Schluck-, Sprech- oder Atemstörungen auftreten.

Bislang bewegungsarme Patienten sollten darauf hingewiesen werden, körperliche Aktivitäten

langsam und vorsichtig wieder zu beginnen.

Bevor der Arzt BOTOX anwendet, muss er sich mit der Anatomie des Patienten sowie jeden aufgrund

chirurgischer Eingriffe entstandenen anatomischen Veränderungen vertraut machen. Injektionen in

leicht verletzliche anatomische Strukturen sind zu vermeiden.

Nach der Anwendung von BOTOX in Thoraxnähe wurde in Verbindung mit der Injektion über

Pneumothorax berichtet. Vorsicht ist bei Injektionen in Nähe der Lunge, insbesondere in Nähe der

Apices, oder in andere verletzliche anatomische Strukturen geboten.

Es sind schwerwiegende Nebenwirkungen, darunter auch mit tödlichem Verlauf, bei Patienten

berichtet worden, die BOTOX nicht-zugelassenerweise (off-label) direkt in die Speicheldrüsen, in den

orolingualen Rachenraum, in die Speiseröhre und in den Magen injiziert bekommen hatten. Einige

Patienten hatten eine bereits bestehende Dysphagie oder ausgeprägte Schwächezustände.

Selten wurden schwerwiegende und/oder sofortige Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich

Anaphylaxie, Serumkrankheit, Urtikaria, Weichteilödem und Dyspnoe berichtet. Einige dieser

Reaktionen wurden nach der Anwendung von BOTOX als Monotherapie oder zusammen mit anderen

Arzneimitteln, bei denen ähnliche Reaktionen bekannt sind, berichtet. Bei Auftreten solcher

Reaktionen dürfen keine weiteren Injektionen mit BOTOX verabreicht werden und es ist unverzüglich

eine geeignete medikamentöse Therapie, z. B. mit Epinephrin, einzuleiten. In einem Fall wurde über

eine Anaphylaxie mit tödlichem Ausgang berichtet, bei einem Patienten, der eine Injektion von

fälschlicherweise in 5 ml 1 %iger Lidocainlösung aufgelöstes BOTOX erhielt.

Wie bei jeder Injektion kann eine mit dem Injektionsvorgang in Zusammenhang stehende Verletzung

auftreten. Eine Injektion kann eine lokalisierte Infektion, Schmerzen, Entzündung, Parästhesie,

Hypoästhesie, Druckempfindlichkeit, Schwellung, Erythem und/oder Blutungen/Blutergüsse

verursachen. Mit der Injektionsnadel in Zusammenhang stehende Schmerzen und/oder Angstgefühle

können vasovagale Reaktionen, z. B. Synkope, Hypotension etc. auslösen.

BOTOX sollte nur mit Vorsicht angewendet werden bei Entzündung der vorgesehenen

Injektionsstelle(n) oder bei ausgeprägter Schwäche oder Atrophie des zu injizierenden Muskels. Bei

Patienten mit peripheren motorisch-neuropathischen Erkrankungen (z. B. amyotropher Lateralsklerose

oder motorischer Neuropathie) sollte BOTOX ebenfalls nur mit Vorsicht angewendet werden.

Es wurde ebenfalls über unerwünschte Wirkungen berichtet, die das kardiovaskuläre System betrafen,

wie Arrhythmie und Herzinfarkt, einige davon mit tödlichem Ausgang. Einige dieser Patienten wiesen

Risikofaktoren, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auf.

Neu oder wiederholt auftretende epileptische Anfälle wurden besonders bei erwachsenen und

17/39

pädiatrischen Patienten mit Prädisposition für solche Ereignisse berichtet. Der genaue Zusammenhang

dieser Ereignisse mit der Botulinumtoxin Injektion ist nicht nachgewiesen. Die Berichte über

Vorkommnisse bei Kindern betrafen vorwiegend Patienten mit infantiler Zerebralparese, die gegen

Spastizität behandelt wurden.

Die Bildung Botulinumtoxin Typ A neutralisierender Antikörper kann die Wirksamkeit einer BOTOX

Behandlung durch Inaktivierung der biologischen Aktivität des Toxins vermindern. Studienergebnisse

deuten darauf hin, dass häufigere BOTOX Injektionen oder höhere Dosen die Inzidenz einer

Antikörperbildung erhöhen können. Gegebenenfalls kann eine potentielle Antikörperbildung durch

Gabe der niedrigsten Wirkdosis und Einhaltung des größtmöglichen, klinisch vertretbaren Zeitraums

zwischen den Injektionen reduziert werden.

Klinische Fluktuationen, wie sie bei Folgeinjektionen mit BOTOX (und allen anderen

Botulinumtoxinen) auftreten können, sind möglicherweise auf unterschiedliches Vorgehen beim

Rekonstituieren, auf die gewählten Injektionsintervalle, die injizierten Muskeln und eine geringfügig

variierende Aktivität des Toxins, bedingt durch die verwendete biologische Testmethode,

zurückzuführen.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Die Sicherheit und Wirksamkeit von BOTOX in anderen Anwendungsgebieten als denen, die für

Kinder und Jugendliche im Abschnitt 4.1 beschrieben werden, sind nicht nachgewiesen. Berichte

nach Markteinführung über eine mögliche Ausbreitung des Toxins an vom Applikationsort entfernte

Stellen wurden bei Kindern und Jugendlichen mit Begleiterkrankungen, hauptsächlich mit infantiler

Zerebralparese, sehr selten berichtet. Im Allgemeinen lag die Dosierung, die in diesen Fällen

verwendet wurde, über der empfohlenen Dosierung (siehe Abschnitt 4.8).

Selten wurde bei Kindern mit schwerer Zerebralparese nach einer Behandlung mit Botulinumtoxin

über Todesfälle berichtet, die bisweilen mit Aspirationspneumonie im Zusammenhang stehen,

darunter auch nach nicht-zugelassener (off-label) Anwendung (z. B. im Nackenbereich). Äußerste

Vorsicht ist bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit ausgeprägten neurologischen

Schwächezuständen, Dysphagie oder einer Vorgeschichte von Aspirationspneumonie bzw.

Lungenerkrankung geboten. Die Behandlung von Patienten mit schlechtem zugrundeliegenden

Gesundheitszustand sollte nur erfolgen, wenn eingeschätzt wird, dass der potentielle Nutzen für den

einzelnen Patienten die Risiken überwiegt.

NEUROLOGISCHE ERKRANKUNGEN:

Fokale Spastizität in Verbindung mit infantiler Zerebralparese und fokaler Spastizität des

Fußgelenkes und des Fußes, des Handgelenkes und der Hand bei Erwachsenen, hervorgerufen durch

Schlaganfall

BOTOX ist ein Arzneimittel zur Behandlung der fokalen Spastizität, das nur in Verbindung mit den

üblichen Standard-Behandlungsmethoden untersucht wurde und nicht als Ersatz für diese gedacht ist.

BOTOX ist wahrscheinlich nicht geeignet, Bewegungseinschränkungen von Gelenken aufgrund fixer

Kontrakturen zu verbessern.

BOTOX darf nicht für die Behandlung von fokaler Spastizität des Fußgelenkes und des Fußes bei

erwachsenen Patienten nach einem Schlaganfall angewendet werden, wenn aufgrund der

Reduzierung des Muskeltonus keine verbesserte Funktion (z. B. Verbesserung beim Gehen) oder

Symptomlinderung (z. B. Schmerzlinderung) oder eine erleichterte Pflege zu erwarten ist.

Außerdem kann sich die Verbesserung der aktiven Funktion als begrenzt erweisen, wenn die

BOTOX Behandlung erst nach mehr als 2 Jahren nach dem Schlaganfall eingeleitet wird oder bei

Patienten mit einer weniger schwer ausgeprägten Spastizität des Fußgelenkes (Modifizierte

Ashworth Skala (MAS) < 3).

Besondere Vorsicht ist geboten bei der Behandlung von erwachsenen Patienten mit Spastizität nach

einem Schlaganfall, die ein erhöhtes Sturzrisiko haben könnten.

18/39

BOTOX sollte mit Vorsicht bei fokaler Spastizität des Fußgelenkes und des Fußes bei

älteren

Schlaganfallpatienten

ausgeprägter

Komorbidität

angewendet

werden.

Eine

Behandlung sollte nur eingeleitet werden, wenn davon ausgegangen wird, dass der Nutzen

der Behandlung die möglichen Risiken überwiegt.

BOTOX sollte für die Behandlung von Spastizität in den unteren Extremitäten nach einem

Schlaganfall

nach

Bewertung

durch

Ärzte

Erfahrung

Management

Rehabilitation von Schlaganfallpatienten angewendet werden.

Es gibt Spontanberichte nach Markteinführung über Todesfälle (die bisweilen mit

Aspirationspneumonie im Zusammenhang stehen) und es wurde eine mögliche Ausbreitung des

Toxins an vom Applikationsort entfernte Stellen nach einer Behandlung mit Botulinumtoxin bei

Kindern mit Begleiterkrankungen, hauptsächlich mit Zerebralparese, berichtet. Siehe Warnhinweise

im Abschnitt 4.4, „Anwendung bei Kindern“.

Blepharospasmus

Ein verringertes Blinzeln nach der Injektion von Botulinumtoxin in den M. orbicularis kann zu

cornealer Belastung, anhaltendem Epitheldefekt und Hornhautulzeration führen, insbesondere bei

Patienten mit Störungen des VII. Hirnnervs. In Augen, die bereits einem chirurgischen Eingriff

unterzogen worden sind, ist die Cornea-Sensibilität vorsichtig zu prüfen, zur Vermeidung eines

Ektropium sollten keine Injektionen in die Unterlidregion erfolgen, jeglicher Epitheldefekt ist aktiv zu

behandeln. Hierfür kann die Verwendung von Schutztropfen, Salben, weichen Verbandkontaktlinsen

oder Verschließen des Auges mittels Augenklappe oder ähnlichem erforderlich sein.

In den weichen Augenlidgeweben treten leicht Ekchymosen auf. Dies kann durch sanfte

Druckbehandlung an der Injektionsstelle unmittelbar nach der Injektion gering gehalten werden.

Aufgrund der anticholinergen Wirkung des Botulinumtoxins sollte BOTOX bei Patienten, für die das

Risiko eines Engwinkelglaukoms besteht, einschließlich Patienten mit anatomisch bedingt engen

Kammerwinkeln, nur mit Vorsicht angewendet werden.

Zervikale Dystonie

Patienten mit zervikaler Dystonie sollten darauf hingewiesen werden, dass Injektionen von BOTOX

milde bis schwere Dysphagien hervorrufen können. Die Dysphagie kann zwei bis drei Wochen nach

der Injektion andauern, jedoch wurde auch ein Andauern bis zu fünf Monate nach der Injektion

berichtet. Als Folge der Dysphagie können Aspiration und Dyspnoe auftreten, gelegentlich mit der

Notwendigkeit einer künstlichen Ernährung. In seltenen Fällen wurde über das Auftreten von

Dysphagie assoziiert mit Aspirationspneumonie und Tod berichtet.

Die Begrenzung der in den M. sternocleidomastoideus injizierten Dosis auf weniger als 100 Einheiten

kann die Häufigkeit des Auftretens von Dysphagie senken. Patienten mit geringerer Masse der

Halsmuskeln oder Patienten, die bilaterale Injektionen in den M. sternocleidomastoideus erhalten,

sind einem größeren Dysphagie-Risiko ausgesetzt.

Für das Auftreten von Dysphagie wird die Ausbreitung des Toxins in die ösophageale Muskulatur

verantwortlich gemacht. Injektionen in den M. levator scapulae können mit einem erhöhten Risiko

von Infektionen der oberen Atemwege und Dysphagie verbunden sein.

Eine Dysphagie kann zu einer verminderten Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme mit daraus

folgendem Gewichtsverlust und Dehydration führen. Bei Patienten ohne klinische Symptome einer

Dysphagie kann nach einer BOTOX Injektion ein erhöhtes Risiko für eine Verschlimmerung der

Dysphagie bestehen.

Chronische Migräne

Die Sicherheit und Wirksamkeit zur Kopfschmerzprophylaxe bei Patienten mit episodischer Migräne

(Kopfschmerzen an weniger als 15 Tagen pro Monat) oder chronischen Spannungskopfschmerzen

sind nicht nachgewiesen. Die Sicherheit und Wirksamkeit von BOTOX bei Patienten mit

19/39

Arzneimittel-induzierten Kopfschmerzen (sekundäre Kopfschmerzen) wurden nicht untersucht.

BLASENFUNKTIONSSTÖRUNGEN:

Bei der Durchführung einer Zystoskopie muss mit der notwendigen medizinischen Sorgfalt

vorgegangen werden.

Bei Patienten, die keinen Katheter verwenden, sollte die Restharnmenge nach erfolgter

Blasenentleerung 2 Wochen nach der Behandlung und je nach medizinischer Notwendigkeit bis zu

12 Wochen in regelmäßigen Abständen beurteilt werden. Patienten sollten angewiesen werden, sich

mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen, sollten sie Miktionsschwierigkeiten bemerken. In diesem

Falle kann eine Katheterisierung erforderlich sein.

Überaktive Blase

Männer mit überaktiver Blase und Anzeichen oder Symptomen von Harnabflussstörungen sollten

nicht mit BOTOX behandelt werden.

Harninkontinenz infolge einer neurogenen Detrusorhyperaktivität

Es kann im Zusammenhang mit der Behandlung zu autonomer Dysreflexie kommen. Eine sofortige

medizinische Versorgung ist unter Umständen unerlässlich.

ERKRANKUNGEN DER HAUT UND MIT DER HAUT VERBUNDENE ERKRANKUNGEN:

Primäre Hyperhidrosis axillaris

Eine Anamnese und körperliche Untersuchung zusammen mit zusätzlich notwendigen, spezifischen

Untersuchungen müssen durchgeführt werden, um mögliche Ursachen einer sekundären

Hyperhidrosis (z. B. Hyperthyreose, Phäochromozytom) auszuschließen. Dadurch soll eine

symptomatische Behandlung der Hyperhidrosis ohne Diagnose und/oder Behandlung der

Grunderkrankung vermieden werden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Theoretisch kann die Wirkung von Botulinumtoxin durch Aminoglykosidantibiotika, Spectinomycin

oder andere Arzneimittel, die auf die neuromuskuläre Reizleitung wirken (z. B. neuromuskuläre

Blocker), verstärkt werden.

Die Wirkung gleichzeitig verabreichter, verschiedener Botulinum Neurotoxin Serotypen bzw. deren

Verabreichung innerhalb mehrerer Monate voneinander ist nicht bekannt. Eine übersteigerte

neuromuskuläre Schwäche kann sich noch verstärken, wenn ein anderes Botulinumtoxin vor

Abklingen der Wirkung eines zuvor verabreichten Botulinumtoxins angewendet wird.

Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt. Wechselwirkungen mit klinischer Relevanz

wurden nicht berichtet.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern und Jugendlichen wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen

durchgeführt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Botulinumtoxin Typ A bei schwangeren

Frauen vor. In Studien an Tieren wurde eine reproduktionstoxische Wirkung nachgewiesen (siehe

Abschnitt 5.3). Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. BOTOX darf in der

Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, nur bei zwingender

20/39

Indikation angewendet werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob BOTOX in die Muttermilch übergeht. Die Anwendung von BOTOX während

der Stillzeit kann nicht empfohlen werden.

Fertilität

Es liegen keine ausreichenden Daten zu Auswirkungen auf die Fertilität durch die Anwendung von

Botulinumtoxin Typ A bei Frauen im gebärfähigen Alter vor. Studien an männlichen und weiblichen

Ratten zeigten Verminderung der Fertilität (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt. BOTOX kann jedoch eine Asthenie, Muskelschwäche,

Schwindel und Sehstörungen hervorrufen, wodurch die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am

Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen beeinflusst werden könnte.

4.8

Nebenwirkungen

Allgemein

In kontrollierten klinischen Studien wurden Nebenwirkungen, die von den Prüfärzten als auf BOTOX

bezogen eingestuft wurden, in folgenden Häufigkeiten berichtet: bei 35 % der Patienten mit

Blepharospasmus, bei 28 % der Patienten mit zervikaler Dystonie, bei 17 % mit infantiler

Zerebralparese, bei 11 % mit primärer Hyperhidrosis axillaris, bei 16 % mit fokaler Spastizität der

oberen Extremitäten in Zusammenhang mit Schlaganfall und bei 15 % mit fokaler Spastizität der

unteren Extremitäten in Zusammenhang mit Schlaganfall. In klinischen Studien zur überaktiven Blase

betrug die Inzidenz 26 % bei der ersten Behandlung und 22 % bei einer zweiten Behandlung. In

klinischen Studien zur Harninkontinenz bei neurogener Detrusorhyperaktivität betrug die Inzidenz

32 % bei der Erstbehandlung und sank auf 18 % bei der zweiten Behandlung. Bei klinischen Studien

zur chronischen Migräne betrug die Inzidenz 26 % bei der ersten Behandlung und sank auf 11 % bei

einer zweiten Behandlung.

Generell treten Nebenwirkungen innerhalb der ersten Tage nach der Injektion auf und können,

obwohl im Allgemeinen vorübergehend, mehrere Monate oder in seltenen Fällen noch länger

andauern.

Lokale Muskelschwäche stellt eine erwartete pharmakologische Wirkung von Botulinumtoxin im

Muskelgewebe dar. Allerdings wurde von Schwäche angrenzender Muskeln und/oder entfernten

Muskeln von der Injektionsstelle berichtet.

Wie bei Injektionen zu erwarten, traten lokale Schmerzen, Entzündung, Parästhesie, Hypoästhesie,

Druckempfindlichkeit, Schwellung/Ödem, Erythem, lokalisierte Infektion, Blutungen und/oder

Blutergüsse im Bereich der Injektionsstelle auf. Mit der Injektionsnadel in Zusammenhang stehende

Schmerzen und/oder Angstgefühle führten zu vasovagalen Reaktionen, einschließlich

vorübergehender symptomatischer Hypotension und Synkope. Nach Injektionen mit Botulinumtoxin

wurden auch Fieber und grippeähnliche Symptome berichtet.

Die Nebenwirkungen werden in die nachfolgenden Klassen entsprechend der Häufigkeit des

Auftretens eingeteilt:

Sehr häufig

(> 1/10)

Häufig

(> 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich

(> 1/1.000 bis < 1/100)

Selten

(> 1/10.000 bis < 1/1.000)

21/39

Sehr selten

(< 1/10. 000)

Nachstehend sind Listen mit Nebenwirkungen, die je nach Körperstelle der BOTOX-Injektion

variieren.

NEUROLOGISCHE ERKRANKUNGEN:

Fokale Spastizität in Zusammenhang mit infantiler Zerebralparese

Organsystemklasse

Bevorzugter Terminus

Häufigkeit

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Virusinfektion, Ohrinfektion

Sehr häufig

Erkrankungen des Nervensystems

Somnolenz, Störung des Gangbildes,

Parästhesie

Häufig

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Exanthem

Häufig

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-

und Knochenerkrankungen

Myalgie, Muskelschwäche, Schmerzen in den

Extremitäten

Häufig

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege

Harninkontinenz

Häufig

Verletzung, Vergiftung und durch

Eingriffe bedingte Komplikationen

Sturz

Häufig

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Unwohlsein, Schmerzen an der

Injektionsstelle, Asthenie

Häufig

22/39

Fokale Spastizität der oberen Extremitäten im Zusammenhang mit Schlaganfall

Organsystemklasse

Bevorzugter Terminus

Häufigkeit

Psychiatrische Erkrankungen

Depressionen und Insomnie

Gelegentlich

Erkrankungen des Nervensystems

Muskelhypertonus

Häufig

Hypoästhesie, Kopfschmerzen, Parästhesie,

Unkoordiniertheit, Amnesie

Gelegentlich

Erkrankungen des Ohrs und des

Labyrinths

Schwindel

Gelegentlich

Gefäßerkrankungen

Orthostatische Hypotonie

Gelegentlich

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Übelkeit, orale Parästhesie

Gelegentlich

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Ekchymose, Purpura

Häufig

Dermatitis, Pruritus, Exanthem

Gelegentlich

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-

und Knochenerkrankungen

Schmerzen in den Extremitäten,

Muskelschwäche

Häufig

Arthralgie, Bursitis

Gelegentlich

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Schmerzen an der Injektionsstelle, Fieber,

grippeähnliche Erkrankung, Blutung an der

Einstichstelle, Irritation an der

Injektionsstelle

Häufig

Asthenie, Schmerzen, Überempfindlichkeit

an der Injektionsstelle, Unwohlsein,

peripheres Ödem

Gelegentlich

Einige der gelegentlich berichteten Nebenwirkungen können krankheitsbedingt sein.

Fokale Spastizität der unteren Extremitäten in Zusammenhang mit Schlaganfall

Organsystemklasse

Bevorzugter Terminus

Häufigkeit

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Exanthem

Häufig

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-

und Knochenerkrankungen

Arthralgie, Muskelsteifheit, Muskelschwäche

Häufig

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Peripheres Ödem

Häufig

Verletzung, Vergiftung und durch

Eingriffe bedingte Komplikationen

Sturz

Häufig

allgemeinen

Sicherheitsprofil

konnte

Dosiswiederholung

keine

Veränderung

beobachtet

werden.

Blepharospasmus, hemifazialer Spasmus und Dystonien

Organsystemklasse

Bevorzugter Terminus

Häufigkeit

Erkrankungen des Nervensystems

Schwindel, Fazialparese, Fazialparalyse

Gelegentlich

Augenerkrankungen

Oberlidptosis

Sehr häufig

23/39

Keratitis punctata, Lagophthalmus, trockenes

Auge, Photophobie, Augenreizung, Zunahme

der Lakrimation

Häufig

Keratitis, Ektropium, Diplopie, Entropium,

Sehstörungen, verschwommenes Sehen

Gelegentlich

Augenlidödem

Selten

Ulzerative Keratitis, cornealer Epitheldefekt,

corneale Perforation

Sehr selten

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Ekchymose

Häufig

Exanthem/Dermatitis

Gelegentlich

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Irritationen, Gesichtsödem

Häufig

Erschöpfung

Gelegentlich

Zervikale Dystonie

Organsystemklasse

Bevorzugter Terminus

Häufigkeit

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Rhinitis, Infektion der oberen Atemwege

Häufig

Erkrankungen des Nervensystems

Schwindel, Muskelhypertonus, Hypoästhesie,

Somnolenz, Kopfschmerzen

Häufig

Augenerkrankungen

Diplopie, Oberlidptosis

Gelegentlich

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraums und Mediastinums

Dyspnoe, Dysphonie

Gelegentlich

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Dysphagie

Sehr häufig

Trockener Mund, Übelkeit

Häufig

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-

und Knochenerkrankungen

Muskelschwäche

Sehr häufig

Steifheit der Skelettmuskulatur, Wundsein

Häufig

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Schmerz

Sehr häufig

Asthenie, grippeähnliche Erkrankung,

Unwohlsein

Häufig

Fieber

Gelegentlich

Chronische Migräne

Organsystemklasse

Bevorzugter Terminus

Häufigkeit

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen, Migräne, Fazialparese

Häufig

Augenerkrankungen

Oberlidptosis

Häufig

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Pruritus, Exanthem

Häufig

Hautschmerzen

Gelegentlich

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-

und Knochenerkrankungen

Nackenschmerzen, Myalgie, Schmerzen am

Bewegungsapparat, Steifheit der

Skelettmuskulatur, Muskelkrämpfe,

Muskelanspannung, Muskelschwäche

Häufig

Kieferschmerzen

Gelegentlich

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Schmerzen an der Injektionsstelle

Häufig

24/39

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Dysphagie

Gelegentlich

Abbruchrate

infolge

unerwünschter Ereignisse

in diesen Phase-3-Studien betrug 3,8 % bei

BOTOX im Vergleich zu 1,2 % beim Placebo.

BLASENFUNKTIONSSTÖRUNGEN:

Überaktive Blase

Organsystemklasse

Bevorzugter Terminus

Häufigkeit

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Harnwegsinfektion

Sehr häufig

Bakteriurie

Häufig

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege

Dysurie

Sehr häufig

Harnretention, Pollakisurie, Leukozyturie

Häufig

Untersuchungen

Restharnmenge*

Häufig

*erhöhte Restharnmenge nach erfolgter Entleerung, die keine Katheterisierung erfordert

Die mit dem Eingriff in Zusammenhang stehenden häufigen Nebenwirkungen waren Dysurie und

Hämaturie.

Eine aseptische intermittierende Katheterisierung wurde bei 6,5 % der Patienten nach Behandlung mit

BOTOX 100 Einheiten verglichen mit 0,4 % in der Placebogruppe begonnen.

Von 1.242 Patienten in den placebokontrollierten klinischen Studien waren 41,4 % (n=514) ≥65 Jahre

und 14,7 % (n=182) ≥75 Jahre alt. Es wurde kein Gesamtunterschied beim Sicherheitsprofil nach

Behandlung mit BOTOX zwischen Patienten ≥65 Jahren und Patienten <65 Jahren in diesen Studien

festgestellt, ausgenommen Harnwegsinfektion, bei der die Inzidenz bei älteren Personen sowohl in der

Placebogruppe als auch in der BOTOX-Gruppe im Vergleich zu den jüngeren Patienten höher war.

Bei wiederholter Behandlung kam es insgesamt zu keiner Änderung des Sicherheitsprofils.

Harninkontinenz bei neurogener Detrusorhyperaktivität

Organsystemklasse

Bevorzugter Terminus

Häufigkeit

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Harnwegsinfektion

a, b

, Bakteriurie

Sehr häufig

Untersuchungen

Restharnmenge**

Sehr Häufig

Psychiatrische Erkrankungen

Insomnie

Häufig

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Obstipation

Häufig

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-

und Knochenerkrankungen

Muskelschwäche

, Muskelkrämpfe

Häufig

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege

Harnretention

a, b

Sehr häufig

Hämaturie*

a, b

, Dysurie*

a, b

, Blasendivertikel

Häufig

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Erschöpfung

, Störung des Gangbildes

Häufig

Verletzung, Vergiftung und durch

Eingriffe bedingte Komplikationen

Autonome Dysreflexie*

, Sturz

Häufig

*mit dem Eingriff in Zusammenhang stehende unerwünschte Wirkungen

25/39

** erhöhte Restharnmenge nach erfolgter Entleerung, die keine Katheterisierung erfordert

a unerwünschte Wirkungen, die in klinischen Studien der Phase 2 und Zulassungsstudien der Phase 3

auftraten

b unerwünschte Wirkungen, die in der Studie nach Marktzulassung mit BOTOX 100 Einheiten bei zu

Studienbeginn nicht-katheterisierten MS-Patienten auftraten

In klinischen Studien wurden bei 49,2 % der Patienten, die mit 200 Einheiten BOTOX behandelt

wurden,

sowie

35,7 %

Placebo

behandelten

Patienten

Harnwegsinfekte

berichtet

(53,0 % der Patienten mit Multipler Sklerose, die 200 Einheiten erhielten gegenüber 29,3 % in der

Placebogruppe;

45,4 %

Patienten

Rückenmarksverletzung,

Einheiten

erhielten

gegenüber 41,7 % mit Placebo). Bei 17,2 % der Patienten, die mit 200 Einheiten BOTOX behandelt

wurden, sowie bei 2,9 % der mit Placebo behandelten Patienten wurde Harnretention berichtet

(28,8 % der Patienten mit Multipler Sklerose, die 200 Einheiten erhielten gegenüber 4,5 % in der

Placebogruppe;

5,4 %

Patienten

Rückenmarksverletzung,

Einheiten

erhielten

gegenüber 1,4 % mit Placebo).

wiederholter

Behandlung

keinen

Änderungen

unerwünschten

Wirkungen.

MS-Patienten,

Zulassungsstudien

teilnahmen,

wurde

kein

Unterschied

jährlichen

Multiple

Sklerose (MS)-Exazerbationsrate

(d. h.

Anzahl

MS-Exazerbationen

Patientenjahr)

festgestellt

(BOTOX=0,23;

Placebo=0,20),

auch

nicht

Studie

nach

Marktzulassung mit BOTOX 100 Einheiten bei zu Studienbeginn nicht-katheterisierten MS-Patienten

(BOTOX=0; Placebo=0,07).

In den Zulassungsstudien wurde bei 38,9 % der mit BOTOX 200 Einheiten behandelten Patienten, die

vor Beginn der Behandlung (Baseline) keine Katheter einsetzten, eine Katheterisierung begonnen,

verglichen mit 17,3 % der Patienten, die Placebo erhielten.

In der Studie nach Marktzulassung mit BOTOX 100 Einheiten bei zu Studienbeginn nicht-

katheterisierten MS-Patienten wurde eine Katheterisierung bei 15,2 % der Patienten nach

Behandlung mit BOTOX 100 Einheiten verglichen mit 2,6% in der Placebogruppe eingeleitet (siehe

Abschnitt 5.1).

ERKRANKUNGEN DER HAUT UND MIT DER HAUT VERBUNDENE ERKRANKUNGEN:

Primäre Hyperhidrosis axillaris

Organsystemklasse

Bevorzugter Terminus

Häufigkeit

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen, Parästhesie

Häufig

Gefäßerkrankungen

Hitzewallungen

Häufig

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Übelkeit

Gelegentlich

Erkrankungen

Haut

Unterhautzellgewebes

Hyperhidrosis

(Schweißbildung

außerhalb

Achselhöhlen),

anormaler

Hautgeruch,

Pruritus, subkutaner Knoten, Alopezie

Häufig

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs-

und Knochenerkrankungen

Schmerzen in den Extremitäten

Häufig

Muskelschwäche, Myalgie, Arthropathie

Gelegentlich

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Schmerzen an der Injektionsstelle

Sehr häufig

Schmerzen,

Ödem/Blutung/Überempfindlichkeit/Reizung

an der Injektionsstelle, Asthenie, Reaktionen

an der Injektionsstelle

Häufig

Bei der Behandlung der primären axillaren Hyperhidrosis wurde für 4,5 % der Patienten über einen

26/39

Anstieg der Schweißbildung außerhalb der Achselhöhlen innerhalb eines Monats nach Injektion

berichtet. Hierbei ergab sich kein Muster in Bezug auf die betroffenen anatomischen Stellen. Bei etwa

30 % der Patienten konnte ein Rückgang innerhalb von 4 Monaten festgestellt werden.

Gelegentlich (0,7 %) wurde über eine leichte, vorübergehende, nicht behandlungsbedürftige

Schwäche in den Armen berichtet, die sich ohne Folgeerscheinungen besserte. Diese Nebenwirkung

könnte mit der Behandlung, der Injektionstechnik oder beidem zusammenhängen. Bei der gelegentlich

berichteten Muskelschwäche kann eine neurologische Untersuchung in Betracht gezogen werden.

Zusätzlich ist eine Überprüfung der Injektionstechnik vor erneuten Injektionen ratsam, um die

intradermale Platzierung der Injektionen sicherzustellen.

In einer unkontrollierten Studie zur Sicherheit von BOTOX (50 Einheiten pro Achselhöhle) bei

pädiatrischen Patienten im Alter von 12 bis 17 Jahren (N=144), umfassten die Nebenwirkungen, die

bei mehr als einem Patienten (jeweils bei 2 Patienten) auftraten, Schmerzen an der Injektionsstelle

und Hyperhidrosis (Schweißbildung außerhalb der Achselhöhlen).

Zusätzliche Informationen

Die folgende Liste beinhaltet Arzneimittelnebenwirkungen sowie andere medizinisch relevante

Nebenwirkungen, die seit der Markteinführung des Arzneimittels, unabhängig von der Indikation,

gemeldet wurden. Diese können zusätzlich zu den in Abschnitt 4.4 (Besondere Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung) und Abschnitt 4.8 (Nebenwirkungen) genannten

Nebenwirkungen auftreten.

Organsystemklasse

Bevorzugter Terminus

Erkrankungen des Immunsystems

Anaphylaxie, Angioödem, Serumkrankheit, Urtikaria

Stoffwechselerkrankungen und

Ernährungsstörungen

Anorexie

Erkrankungen des Nervensystems

Erkrankungen des Plexus brachialis, Dysphonie, Dysarthrie,

Fazialparese, Hypästhesie, Muskelschwäche, Myasthenia

gravis, periphere Neuropathie, Parästhesie, Radikulopathie,

epileptische Anfälle, Synkope, Fazialparalyse

Erkrankungen des Auges

Engwinkelglaukom (nach Behandlung von Blepharospasmus),

Strabismus, verschwommenes Sehen, Sehstörungen, trockenes

Auge (in Verbindung mit periokularen Injektionen)

Erkrankungen des Ohrs und des

Labyrinths

Hypoakusis, Tinnitus, Schwindel

Erkrankungen des Herzens

Arrhythmie, Herzinfarkt

Erkrankungen

Atemwege,

Brustraums und Mediastinums

Aspirationspneumonie

(zum

Teil

tödlichem

Ausgang),

Dyspnoe, Atemdepression, Atemversagen

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Bauchschmerzen,

Durchfall,

Verstopfung,

Mundtrockenheit,

Dysphagie, Übelkeit, Erbrechen

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Alopezie,

psoriasisartige

Dermatitis,

Erythema

multiforme,

Hyperhidrosis, Madarosis, Pruritus, Exanthem

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-

und Knochenerkrankungen

Muskelatrophie, Myalgie, lokalisiertes Muskelzucken /

unwillkürliche Muskelkontraktionen

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am Verabreichungsort

Denervierungsatrophie, Unwohlsein, Fieber

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte

27/39

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Überdosierung von BOTOX ist ein relativer Begriff und abhängig von Dosierung, Injektionsstelle

sowie den zugrundeliegenden Gewebeeigenschaften. Es wurden keine Fälle systemischer Intoxikation

aufgrund versehentlicher Injektion von BOTOX-Lösung beobachtet. Überhöhte Dosierungen können

lokale, oder entfernt liegende, allgemeine und profunde neuromuskuläre Paralysen hervorrufen.

Es wurden keine Fälle einer Ingestion von BOTOX berichtet.

Anzeichen und Symptome einer Überdosierung treten nicht unmittelbar nach einer Injektion auf.

Nach versehentlicher Injektion oder Ingestion oder vermuteter Überdosierung muss der Patient

mehrere Wochen hinsichtlich fortschreitender Anzeichen und Symptome einer lokalen oder vom

Applikationsort entfernten Muskelschwäche wie Ptosis, Diplopie, Dysphagie, Dysarthrie,

generalisierte Schwäche oder Atembeschwerden medizinisch überwacht werden. Bei diesen Patienten

sollten weitere medizinische Untersuchungen in Betracht gezogen und die sofortige Einleitung einer

angemessenen ärztlichen Therapie veranlasst werden, was auch eine stationäre Behandlung beinhalten

kann.

Sofern die Muskulatur von Oropharynx und Ösophagus betroffen sind, kann eine Aspiration mit

nachfolgender Manifestation einer Aspirationspneumonie auftreten. Wenn es zur Paralyse oder zu

ausgeprägter Schwächung der Atemmuskulatur kommt, wird Intubation und assistierte Beatmung

erforderlich, bis Besserung eintritt, und es kann eine Tracheostomie und längere künstliche Beatmung

zusätzlich zu anderen allgemeinen unterstützenden Maßnahmen erforderlich sein.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe:

Andere Muskelrelaxanzien, peripher wirkende Mittel

ATC-Code: M03A X01

Wirkmechanismus

Botulinumtoxin Typ A blockiert durch Spaltung von SNAP-25 die periphere Acetylcholin-

Freisetzung an den präsynaptischen Nervenendigungen. SNAP-25 ist ein Protein, das wesentlich ist

für die erfolgreiche Bindung und Freisetzung von Acetylcholin aus den Vesikeln, die sich in den

Nervenendigungen befinden.

Pharmakodynamische Wirkungen

Nach der Injektion erfolgt initial eine hoch-affine Bindung des Toxins an spezifische zelluläre

Oberflächenrezeptoren. Durch einen Rezeptor-vermittelten Endozytose-Prozess wird das Toxin durch

die Plasmamembran transportiert und anschließend im Cytosol freigesetzt. Dieser Prozess wird von

einer progressiven Inhibition der Acetylcholin-Freisetzung begleitet. Klinische Befunde manifestieren

sich innerhalb von 2-3 Tagen. Die maximale Wirkung ist 5-6 Wochen nach der Injektion zu

beobachten. Klinische Anzeichen lassen vermuten, dass BOTOX in einem durch Capsaicin

induzierten Trigeminus-Sensibilisierungsmodell Schmerzen und neurogene Entzündung reduziert

und Schwellenwerte für kutane Hitzeschmerzen erhöht.

Die Wiederherstellung der Impulsübertragung nach intramuskulärer Injektion erfolgt normalerweise

innerhalb von 12 Wochen nach Injektion durch neugebildete Nervenendigungen und deren

Wiederverbindung mit den motorischen Endplatten. Nach intradermaler Injektion, deren Ziel die

ekkrinen Schweißdrüsen sind, hielt die Wirkung nach der ersten Injektion von 50 Einheiten pro

Achsel durchschnittlich 7,5 Monate an. Bei 27,5 % der Patienten hielt die Wirkung sogar 1 Jahr und

28/39

länger an. Für die intradermale Injektion mit BOTOX wurde die Wiederherstellung der

sympathischen Nervenendigungen, welche die Schweißdrüsen innervieren, nicht untersucht.

Nach Injektion von BOTOX in den M. detrusor vesicae wirkt BOTOX an den efferenten Bahnen des

M. detrusor vesicae auf dessen Aktivität durch Hemmung der Acetylcholin-Freisetzung. Zusätzlich

kann BOTOX eine Hemmung afferenter Neurotransmitter und sensorischer Bahnen bewirken.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

NEUROLOGISCHE ERKRANKUNGEN:

Fokale Spastizität der unteren Extremitäten in Zusammenhang mit Schlaganfall

Die Wirksamkeit und Sicherheit von BOTOX zur Behandlung von Spastizität der unteren

Extremitäten wurde in einer randomisierten, multizentrischen, doppelblinden, placebokontrollierten

Studie untersucht, die 468 Patienten nach Schlaganfall (233 BOTOX und 235 Placebo) mit

Spastizität des Fußgelenkes (Modifizierte Ashworth Skala [MAS] Fußgelenk-Wert von mindestens

3) einschloss, deren Schlaganfall mindestens 3 Monate zurücklag. BOTOX 300 bis 400 Einheiten

oder Placebo wurden intramuskulär in die für die Studie vorgeschriebenen Muskeln

M. gastrocnemius, M. soleus und M. tibialis posterior sowie in optionale Muskeln, einschließlich

M. flexor hallucis longus, M. flexor digitorum longus, M. flexor digitorum brevis, M. extensor

hallucis und M. rectus femoris, injiziert.

Der primäre Endpunkt war die durchschnittliche Veränderung des MAS-Fußgelenk-Wertes ab

Baseline in den Wochen 4 und 6. Ein wichtiger sekundärer Endpunkt war der durchschnittliche

CGI-Wert (Bewertung des klinischen Gesamteindrucks durch den Arzt) in den Wochen 4 und 6.

Statistisch und klinisch signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen für BOTOX gegenüber

Placebo wurden für den primären Wirksamkeitsparameter MAS und den sekundären

Schlüsselparameter CGI gezeigt und sind in der folgenden Tabelle dargestellt. Für den primären

Endpunkt des durchschnittlichen MAS-Fußgelenk-Wertes in den Wochen 4 und 6 wurde bei

Patienten im Alter von 65 Jahren und älter in der BOTOX-Gruppe im Vergleich zu Placebo keine

Verbesserung gegenüber dem Ausgangswert beobachtet, wahrscheinlich aufgrund der geringen

Patientenzahlen.

Primäre und wichtigste sekundäre Wirksamkeitsendpunkte

BOTOX

300 to

400 Einheiten

(ITT)

(N=233)

Placebo

(N=235)

Mittlere Veränderung bei den Plantarflexoren des

Fußgelenkes ab Baseline auf der MAS-Skala

Durchschnitt in Woche 4 und 6

-0,8*

-0,6

Mittlerer Wert des klinischen Gesamteindruckes des

Prüfarztes

Durchschnitt in Woche 4 und 6

0,9*

Mittlere Veränderung bei den Zehenflexoren auf der MAS-

Skala

FHaL Durchschnitt in Woche 4 und 6

-1,02*

-0,6

FDL Durchschnitt in Woche 4 und 6

-0,88

- 0,77

Mittlere Veränderung bei den Plantarflexoren des

Fußgelenkes ab Baseline auf der MAS-Skala für Patienten

≥65 Jahre

N=60

≥65 Jahre

N=64

Durchschnitt Woche 4 and 6

-0,7

-0,7

*Signifikant unterschiedlich zu Placebo (p<0.05)

Eine weitere doppelblinde, placebokontrollierte, randomisierte, multizentrische klinische Studie der

29/39

Phase 3 wurde an erwachsenen Patienten nach einem Schlaganfall durchgeführt, die an einer das

Fußgelenk betreffenden Spastizität der unteren Extremitäten litten. Insgesamt wurden 120 Patienten

randomisiert, um entweder BOTOX (n = 58) (Gesamtdosis: 300 Einheiten) oder Placebo (n = 62)

zu erhalten. Diese Studie wurde ausschließlich an japanischen Patienten mit Werten von ≥ 3 auf der

modifizierten Ashworth-Skala (MAS) durchgeführt, deren Schlaganfall im Durchschnitt 6,5 Jahre

zurücklag.

Es zeigte sich eine signifikante Verbesserung gegenüber Placebo beim primären Endpunkt der

Gesamtveränderung ab Baseline bis Woche 12 im MAS-Fußgelenk-Wert, der mithilfe der Methode

Fläche

unter

Kurve

(area

under

curve,

AUC)

berechnet

wurde.

Signifikante

Verbesserungen gegenüber Placebo ergaben sich auch in der mittleren Veränderung ab Baseline im

MAS-Fußgelenk-Wert bei einzelnen Nachbehandlungsvisiten in den Wochen 4, 6 und 8. Der Anteil

der auf die Therapie ansprechenden Patienten (Patienten mit einer Verbesserung von mindestens

einem Grad) war bei diesen Visiten ebenfalls signifikant höher als bei mit Placebo behandelten

Patienten.

BOTOX-Behandlung

auch

einer

signifikanten

Verbesserung

klinischen

Gesamteindrucks

(clinical

global

impression,

CGI)

Prüfarztes

hinsichtlich

funktioneller

Behinderung (sekundärer Endpunkt, nicht berichtigt um Multiplizität) im Vergleich zu Placebo

verbunden. Es zeigte sich keine klinisch bedeutsame Verbesserung hinsichtlich der Funktion, die

anhand

Bewertungsskala

Arztes

(Physician’s

Rating

Scale,

PRS)

Gehgeschwindigkeit gemessen wurde.

Die Ergebnisse der Phase 3-Studie werden im Folgenden dargestellt:

Primäre und wichtigste sekundäre Wirksamkeitsendpunkte

BOTOX

(n = 58)

Placebo n

(n = 62)

p-Wert

Mittlere AUC im MAS-Wert

AUC (Tag 0 bis Woche 12)

-8,5

-5,1

0,006

Mittlere Veränderung ab Baseline

im MAS-Wert

Baseline

3,28

3,24

Woche 1

-0,61

-0,52

0,222

Woche 4

-0,88

-0,43

< 0,001

Woche 6

-0,91

-0,47

< 0,001

Woche 8

-0,82

-0,43

< 0,001

Woche 12

-0,56

-0,40

0,240

Anteil der Responder*

Woche 1

52,6 %

38,7 %

0,128

Woche 4

67,9 %

30,6 %

< 0,001

Woche 6

68,4 %

36,1 %

< 0,001

Woche 8

66,7 %

32,8 %

< 0,001

Woche 12

44,4 %

34,4 %

0,272

*Patienten mit einer Verbesserung von mindestens einem Grad im MAS-Wert im Vergleich zu Baseline

Eine wiederholte Behandlung zeigte ein konsistentes Ansprechen.

Chronische Migräne

BOTOX blockiert die Freisetzung von Neurotransmittern, die mit der Schmerzentstehung im

Zusammenhang stehen. Der Wirkmechanismus von BOTOX bei der Linderung der Symptome

chronischer Migräne ist nicht vollständig nachgewiesen. Präklinische und klinische

30/39

pharmakodynamische Studien weisen darauf hin, dass BOTOX die periphere Sensibilisierung

unterdrückt und dadurch möglicherweise auch eine zentrale Sensibilisierung inhibiert.

Die wichtigsten Ergebnisse der zusammengefassten Wirksamkeitsanalyse mit Daten aus zwei

klinischen Phase-3-Studien sind in nachfolgender Tabelle dargestellt. In diesen Studien wurden zwei

BOTOX-Behandlungen in einem 12-wöchigen Intervall an Patienten mit chronischer Migräne

verabreicht, bei denen in der Baseline-Phase über 28 Tage mindestens 4 Episoden und ≥ 15 Tage mit

Kopfschmerzen (mit mindestens 4 Stunden ununterbrochenen Kopfschmerzen) aufgetreten waren,

wobei es sich bei mindestens 50 % der „Kopfschmerztage“ um Tage mit Migräne/wahrscheinlicher

Migräne handelte.

Mittlere Änderung in Woche 24 gegenüber Baseline

BOTOX

N=688

Placebo

N=696

p-Wert

Häufigkeit von Kopfschmerztagen

-8,4

-6,6

p<0,001

Häufigkeit von Tagen mit mäßigen/schweren Kopfschmerzen

-7,7

-5,8

p<0,001

Häufigkeit von Tagen mit Migräne/wahrscheinlicher Migräne

-8,2

-6,2

p<0,001

% Patienten mit Reduktion der Kopfschmerztage um 50 %

47 %

35 %

p<0,001

Kumulative Gesamtzahl der Kopfschmerzstunden an den

Kopfschmerztagen

-120

p<0,001

Häufigkeit von Kopfschmerzepisoden

-5,2

-4,9

p=0,009

Gesamtscores beim Headache-Impact-Test (HIT-6)

-4,8

-2,4

p<0,001

Obwohl die Studien nicht ausgelegt waren, um Unterschiede bei Untergruppen zu zeigen, schien der

therapeutische Effekt bei der Untergruppe der männlichen Patienten (N=188) und der nicht-

kaukasischen Patienten (N= 137) geringer zu sein als in der gesamten Studienpopulation.

BLASENFUNKTIONSSTÖRUNGEN:

Überaktive Blase

Zwei

doppelblinde,

placebokontrollierte,

randomisierte,

multizentrische,

24-wöchige

klinische

Studien der Phase 3 wurden bei Patienten mit überaktiver Blase

mit den Symptomen Harninkontinenz,

imperativer Harndrang und Pollakisurie durchgeführt. Insgesamt 1105 Patienten, die mit mindestens

einem anticholinergen Arzneimittel nicht ausreichend behandelt werden konnten (unzureichendes

Ansprechen oder nicht tolerierbare Nebenwirkungen) wurden zum Erhalt von entweder 100 Einheiten

BOTOX (n=557) oder Placebo (n=548) randomisiert.

In beiden Studien wurden signifikante Verbesserungen durch BOTOX (100 Einheiten) zum primären

Wirksamkeitsendpunkt in Woche 12 (der Ausgangswert war 5,49 für BOTOX und 5,39 für Placebo)

Vergleich

Placebo

Änderung

täglichen

Häufigkeit

Inkontinenzepisoden

gegenüber Baseline festgestellt, einschließlich des Anteils der trockenen Patienten. Anhand der

„Treatment Benefit Scale“ war der Anteil der Patienten, die ein positives Ansprechen auf die

Behandlung angaben (ihr Zustand war 'deutlich verbessert' oder 'verbessert') in beiden Studien in der

BOTOX-Gruppe signifikant höher als in der Placebogruppe. Des Weiteren wurden signifikante

Verbesserungen im Vergleich zu Placebo bei der täglichen Häufigkeit von Miktionen, imperativem

Harndrang und Nykturieepisoden festgestellt. Das pro Miktion entleerte Volumen war ebenfalls

signifikant größer. Bei allen Symptomen der überaktiven Blase wurden ab Woche 2 signifikante

Verbesserungen festgestellt.

Die Behandlung mit BOTOX war mit signifikanten Verbesserungen gegenüber Placebo bei der

gesundheitsbezogenen Lebensqualität verbunden, gemessen anhand des „Incontinence Quality of

Life“ (I-QOL) Fragebogens (einschließlich Vermeidung und Verhaltenseinschränkungen,

psychosoziale Auswirkungen und Verlegenheitsgefühl im sozialen Umfeld) und dem „King’s Health

Questionnaire“ (KHQ) (einschließlich Auswirkungen der Inkontinenzbelastung, Einschränkungen im

Alltag, sozialen Einschränkungen, körperlichen Einschränkungen, persönlichen Beziehungen,

Gefühlszustand, Schlaf/Energie und Schweregrad/Bewältigungsstrategien).

31/39

Es wurde kein Gesamtunterschied bezüglich der Wirksamkeit nach der Behandlung mit BOTOX

zwischen Patienten ≥65 Jahren und Patienten <65 Jahren festgestellt.

Die Ergebnisse aus den zusammengefassten zulassungsrelevanten Studien sind unten dargestellt:

Primäre und sekundäre Wirksamkeitsendpunkte bei Baseline und Änderung gegenüber

Baseline bei den zusammengefassten zulassungsrelevanten Studien:

BOTOX

100 Einheiten

(n=557)

Placebo

(n=548)

p-Wert

Tägliche Häufigkeit von

Harninkontinenzepisoden*

Mittlerer Baselinewert

5,49

5,39

Mittlere Änderung in Woche 2

-2,85

-1,21

< 0,001

Mittlere Änderung in Woche 6

-3,11

-1,22

< 0,001

Mittlere Änderung in Woche 12

a

-2,80

-0,95

< 0,001

Anteil der Patienten mit positivem

Ansprechen auf die Behandlung anhand

der „Treatment Benefit Scale“ (%)

Woche 2

64,4

34,7

< 0,001

Woche 6

68,1

32,8

< 0,001

Woche 12

a

61,8

28,0

< 0,001

Tägliche Häufigkeit von

Miktionsepisoden

Mittlerer Baselinewert

11,99

11,48

Mittlere Änderung in Woche 2

-1,53

-0,78

< 0,001

Mittlere Änderung in Woche 6

-2,18

-0,97

< 0,001

Mittlere Änderung in Woche 12

b

-2,35

-0,87

< 0,001

Tägliche Häufigkeit von

Harndrangepisoden

Mittlerer Baselinewert

8,82

8,31

Mittlere Änderung in Woche 2

-2,89

-1,35

< 0,001

Mittlere Änderung in Woche 6

-3,56

-1,40

< 0,001

Mittlere Änderung in Woche 12

b

-3,30

-1,23

< 0,001

Gesamtscore “Incontinence Quality of

Life”

Mittlerer Baselinewert

34,1

34,7

Mittlere Änderung in Woche 12

bc

+22,5

+6,6

< 0,001

„King’s Health Questionnaire“:

Rolleneinschränkungen

Mittlerer Baselinewert

65,4

61,2

Mittlere Änderung in Woche 12

bc

-25,4

-3,7

< 0,001

„King’s Health Questionnaire“:

Soziale Einschränkungen

Mittlerer Baselinewert

44,8

42,4

Mittlere Änderung in Woche 12

bc

-16,8

-2,5

< 0,001

* Der Prozentsatz der trockenen Patienten (ohne Inkontinenz) bis Woche 12 betrug 27,1 % in der BOTOX-Gruppe

und 8,4 % in der Placebogruppe. Der Prozentsatz der Patienten, die eine Reduktion der Inkontinenzepisoden um

mindestens 75 % bzw. 50 % gegenüber Baseline erreichten, betrug 46,0 % bzw. 60,5 % in der BOTOX Gruppe

verglichen mit 17,7 % bzw. 31,0 % in der Placebogruppe.

Co-primäre Endpunkte

Sekundäre Endpunkte

Der im Voraus festgelegte geringste relevante Unterschied gegenüber Baseline betrug +10 Punkte für I-QOL und

-5 Punkte für KHQ

Die mediane Ansprechdauer nach Behandlung mit BOTOX, auf Basis des Wunschs der Patienten

nach erneuter Behandlung, betrug 166 Tage (ca. 24 Wochen). Bei Patienten, die auch noch an der

offenen Verlängerungsstudie teilnahmen und nur mit BOTOX 100 Einheiten behandelt wurden

(N = 438), betrug die mediane Dauer des Ansprechens, basierend auf dem Wunsch der Patienten um

erneute Behandlung, 212 Tage (ca. 30 Wochen).

32/39

Obwohl in den 2 klinischen Studien der Phase 3 nur eine begrenzte Anzahl von Patienten unter

40 Jahren

(n= 88;

8,0 %),

nicht

Kaukasier

(n= 101;

9,1 %)

Männer

(n= 135;

12,2 %)

untersucht wurden, stützen die Daten in diesen Subgruppen einen positiven Behandlungseffekt.

Eine

höhere

Inzidenz an

Nebenwirkungen

Harnretention, Restharnmenge

und Pollakisurie

wurde bei männlichen im Vergleich zu weiblichen Patienten beobachtet. Ergebnisse der co-primären

Endpunkte bei Männern werden unten dargestellt:

Co-primäre Wirksamkeitsendpunkte bei Baseline und Änderung gegenüber Baseline in

männlichen Patienten (bei den zusammengefassten zulassungsrelevanten Studien):

BOTOX

100 Einheiten

(N=61)

Placebo

(N=74)

p-Wert

Tägliche Häufigkeit von

Harninkontinenzepisoden

Mittlerer Baselinewert

Mittlere Änderung in Woche 12

5,61

-1,86

4,33

-1,23

0,612

Anteil der Patienten mit positivem

Ansprechen auf die Behandlung anhand

der „Treatment Benefit Scale“ (%)

Woche 12

40,7

25,4

0,060

Insgesamt wurden 839 Patienten (n=758 Frauen; n=81 Männer) in einer offenen

Langzeitverlängerungsstudie untersucht. Die Patienten erreichten bei erneuter Behandlung ein

konsistentes Ansprechen in allen Wirksamkeitsendpunkten. In der Untergruppe von 345 Patienten

(n=316 Frauen, n=29 Männer), die die Woche 12 eines 3. Behandlungszyklus erreichten, hat die

mittlere Reduktion der täglichen Häufigkeit von Harninkontinenzepisoden -3,07, -3,49 bzw. -3,49

nach der ersten, zweiten und dritten BOTOX 100 Einheiten Behandlung in Woche 12 betragen. Der

entsprechende Anteil an Patienten mit einem positiven Ansprechen auf die Behandlung anhand der

„Treatment Benefit Scale“ hat 63,6 %, 76,9 % bzw. 77,3 % betragen.

zulassungsrelevanten

Studien

entwickelte

keiner

Patienten,

denen

Proben

analysiert

wurden,

neutralisierende

Antikörper.

Patienten,

denen

Proben

Zulassungsstudien

Phase

offenen

Verlängerungsstudie

analysiert

wurden,

entwickelten

sich

neutralisierende

Antikörper

Patienten

(0,0 %)

während

Behandlung mit Dosen von 100 Einheiten BOTOX und bei 3 von 260 Patienten (1,2 %) nach

anschließender

Behandlung

mindestens

einer

Dosis

150 Einheiten.

Einer

dieser

drei

Patienten zeigte einen anhaltenden klinischen Nutzen. Im Vergleich zur Gesamtpopulation, welche

mit BOTOX behandelt wurde, hatten Patienten, die neutralisierende Antikörper entwickelten im

Allgemeinen

eine

kürzere

Ansprechdauer

erhielten

infolgedessen

häufigere

Behandlungen

(siehe Abschnitt 4.4).

Harninkontinenz bei neurogener Detrusorhyperaktivität

Klinische Zulassungsstudien der Phase 3

Zwei doppelblinde, placebokontrollierte, randomisierte, multizentrische klinische Studien der Phase 3

wurden mit Patienten mit Harninkontinenz bei neurogener Detrusorhyperaktivität durchgeführt. Die

Patienten entleerten ihre Blase entweder spontan oder mittels Katheter. In die Studien wurden

insgesamt 691 Patienten mit Rückenmarksverletzungen oder Multipler Sklerose aufgenommen, die

mit mindestens einem anticholinergen Wirkstoff nicht ausreichend behandelt werden konnten. Per

Randomisierung erhielten diese Patienten entweder 200 Einheiten BOTOX (n=227), 300 Einheiten

BOTOX (n=223) oder Placebo (n=241).

In beiden Phase-3-Studien wurden signifikante Verbesserungen im Vergleich zu Placebo beim

primären Wirksamkeitsparameter - Änderung der wöchentlichen Häufigkeit von Inkontinenzepisoden

33/39

gegenüber Baseline - festgestellt. Dabei hatte BOTOX (200 und 300 Einheiten) zum primären

Wirksamkeitszeitpunkt in Woche 6 Vorteile, einschließlich bei dem Anteil der trockenen Patienten.

Es wurden signifikante Verbesserungen der urodynamischen Parameter, einschließlich Zunahme der

maximalen zystometrischen Kapazität und Abnahme des maximalen Detrusordrucks während der

ersten unwillkürlichen Detrusorkontraktion beobachtet. Des Weiteren wurden signifikante

Verbesserungen im Vergleich zu Placebo bei von Patienten berichteten Inkontinenz-spezifischen,

gesundheitsbezogenen Lebensqualitäts-Scores festgestellt (gemessen mithilfe des I-QOL), welcher

Vermeidung und Verhaltenseinschränkungen, psychosoziale Auswirkungen und Verlegenheitsgefühl

im sozialen Umfeld einschließt. Bei BOTOX 300 Einheiten wurde kein zusätzlicher Nutzen

gegenüber BOTOX 200 Einheiten festgestellt. BOTOX 200 Einheiten zeigte jedoch ein günstigeres

Sicherheitsprofil.

Die Ergebnisse der zusammengefassten Zulassungsstudien werden nachstehend präsentiert:

Primäre und sekundäre Endpunkte bei Baseline sowie Änderung gegenüber Baseline in

zusammengefassten Zulassungsstudien:

BOTOX

200

Einheiten

(n=227)

Placebo

(n=241)

p-Werte

Wöchentliche Häufigkeit von

Harninkontinenz*

Mittlerer Baselinewert

Mittlere Änderung in Woche 2

Mittlere Änderung in Woche 6

a

Mittlere Änderung in Woche 12

32,4

-17,7

-21,3

-20,6

31,5

-9,0

-10,5

-9,9

p < 0,001

p < 0,001

p < 0,001

Maximale zystometrische Kapazität (ml)

Mittlerer Baselinewert

Mittlere Änderung in Woche 6

b

250,2

+153,6

253,5

+11,9

p < 0,001

Maximaler Detrusordruck während der

1. unwillkürlichen Detrusorkontraktion

(cmH

2

O)

Mittlerer Baselinewert

Mittlere Änderung in Woche 6

b

51,5

-32,4

47,3

+1,1

p < 0,001

Gesamtscore Incontinence Quality of Life

Fragebogen

c,d

Mittlerer Baselinewert

Mittlere Änderung in Woche 6

b

Mittlere Änderung in Woche 12

35,37

+25,89

+28,89

35,32

+11,15

+8,86

p < 0,001

p < 0,001

*Der Prozentsatz der trockenen Patienten (ohne Inkontinenz) während Woche 6 betrug 37 % in der Gruppe, die

200 Einheiten BOTOX erhielt und 9 % in der Placebogruppe. Der Prozentsatz der Patienten, die eine Reduktion

der Inkontinenzepisoden um mindestens 75 % gegenüber Baseline erreichten, betrug 63 % bzw. 24 %. Der

Prozentsatz der Patienten, die eine Reduktion um mindestens 50 % gegenüber Baseline erreichten, betrug 76 %

bzw. 39 %.

a

Primärer Endpunkt

b

Sekundäre Endpunkte

c

I-QOL Gesamtskala von 0 (größtmögliches Problem) bis 100 (überhaupt kein Problem).

d

In den Zulassungsstudien betrug die vorgegebene minimal bedeutsame Differenz (engl.: minimally important

difference (MID)) für den I-QOL Gesamtscore 8 Punkte, basierend auf MID-Schätzwerten von 4-11 Punkten, die

bei Patienten mit neurogener Detrusorhyperaktivität berichtet wurden.

Die mittlere Ansprechdauer in den zwei Zulassungsstudien betrug, basierend auf Bitten der Patienten

um erneute Behandlung, 256-295 Tage (36-42 Wochen) in der Gruppe, die 200 Einheiten erhielt,

verglichen mit 92 Tagen (13 Wochen) bei Placebo. Bei Patienten, die auch noch an der offenen

Verlängerungsstudie teilnahmen und nur mit BOTOX 200 Einheiten behandelt wurden (N = 174),

34/39

betrug die mediane Dauer des Ansprechens, basierend auf dem Wunsch der Patienten um erneute

Behandlung, 253 Tage (ca. 36 Wochen).

Die Patienten erreichten bei erneuter Behandlung ein konsistentes Ansprechen in allen

Wirksamkeitsendpunkten.

In den Zulassungsstudien entwickelte keiner der 475 Patienten mit neurogener Detrusorhyperaktivität,

von denen Proben analysiert wurden, neutralisierende Antikörper. Bei Patienten, von denen im

Arzneimittelentwicklungsprogramm (einschließlich der offenen Verlängerungsstudie) Proben

analysiert wurden, entwickelten sich neutralisierende Antikörper bei 3 von 300 Patienten (1,0 %),

die nur mit Dosen von BOTOX 200 Einheiten behandelt wurden und bei 5 von 258 Patienten

(1,9 %) nach der Behandlung mit mindestens einer Dosis von 300 Einheiten. Vier dieser acht

Patienten zeigten einen anhaltenden klinischen Nutzen. Im Vergleich zur Gesamtpopulation, welche

mit BOTOX behandelt wurde, hatten Patienten, die neutralisierende Antikörper entwickelten im

Allgemeinen eine kürzere Ansprechdauer und erhielten infolgedessen häufigere Behandlungen

(siehe Abschnitt 4.4).

Studie nach Marktzulassung

Nach Marktzulassung wurde eine Placebo-kontrollierte, doppelblinde Studie bei Patienten mit

multipler Sklerose (MS) durchgeführt, die aufgrund einer neurogenen Detrusorhyperaktivität eine

Harninkontinenz zeigten und die mit mindestens einem anticholinergen Wirkstoff nicht angemessen

behandelt werden konnten und zu Studienbeginn nicht katheterisiert waren. Diese Patienten wurden

entweder auf BOTOX 100 Einheiten (n = 66) oder Placebo (n = 78) randomisiert.

Signifikante Verbesserungen des primären Wirksamkeitsparameters, der Veränderung der täglichen

Häufigkeit von Inkontinenz-Episoden gegenüber Studienbeginn, wurden im Vergleich zu Placebo

für BOTOX (100 Einheiten) zum primären Wirksamkeitszeitpunkt in Woche 6 beobachtet. Dazu

zählte auch der Anteil der Patienten, bei denen eine Harninkontinenz nicht mehr auftrat. Es wurden

signifikante Verbesserungen der urodynamischen Parameter und beim Inkontinenz–Lebensqualität-

Fragebogen (I-QOL), welcher Vermeidung und Verhaltenseinschränkungen, psychosoziale

Auswirkungen und Verlegenheitsgefühl im sozialen Umfeld einschließt, beobachtet.

Die Ergebnisse der Studie nach Marktzulassung werden nachfolgend dargestellt:

Primäre und sekundäre Endpunkte zu Studienbeginn und Veränderung gegenüber

Studienbeginn in der Studie nach Marktzulassung von BOTOX 100 Einheiten bei zu

Studienbeginn nicht-katheterisierten MS-Patienten:

BOTOX

100 Einheiten

(N=66)

Placebo

(N=78)

p-Wert

Tägliche Häufigkeit von

Harninkontinenzepisoden*

Mittelwert zu Studienbeginn

Mittlere Veränderung in Woche 2

Mittlere Veränderung in Woche 6

a

Mittlere Veränderung in Woche 12

-2,9

-3,3

-2,8

-1,2

-1,1

-1,1

p<0,001

p<0,001

p<0,001

Maximale zystometrische Kapazität (ml)

Mittelwert zu Studienbeginn

Mittlere Veränderung in Woche 6

b

246,4

+127,2

245,7

-1,8

p<0,001

Maximaler Detrusordruck während der

1. unwillkürlichen Detrusorkontraktion

(cmH

2

O):

Mittelwert zu Studienbeginn

Mittlere Veränderung in Woche 6

b

35,9

-19,6

36,1

+3,7

p=0,007

Gesamtscore Incontinence Quality of

Life Fragebogen

c, d

Mittelwert zu Studienbeginn

32,4

34,2

35/39

Mittlere Veränderung in Woche 6

b

Mittlere Veränderung in Woche 12

+40,4

+38,8

+9,9

+7,6

p<0,001

p<0,001

* Der Prozentsatz der trockenen Patienten (ohne Inkontinenz) während Woche 6 betrug 53,0

% (100 Einheiten

BOTOX-Gruppe) bzw. 10,3

% (Placebo-Gruppe)

a

Primärer Endpunkt

b

Sekundäre Endpunkte

c

I-QOL Gesamtskala von 0 (größtmögliches Problem) bis 100 (überhaupt kein Problem).

d

Die vorgegebene minimal bedeutsame Differenz (engl.: minimally important difference (MID)) für den I-QOL

Gesamtscore betrug 11 Punkte, basierend auf MID-Schätzwerten von 4-11 Punkten, die bei Patienten mit

neurogener Detrusorhyperaktivität berichtet wurden.

Die mediane Dauer des Ansprechens in dieser Studie, basierend auf dem Wunsch der Patienten um

erneute Behandlung, betrug 362 Tage (ca. 52 Wochen) in der mit BOTOX 100 Einheiten behandelten

Gruppe im Vergleich zu 88 Tagen (ca. 13 Wochen) bei der Gruppe unter Placebo.

ERKRANKUNGEN DER HAUT UND MIT DER HAUT VERBUNDENE ERKRANKUNGEN:

Primäre Hyperhidrosis axillaris

Es wurde eine doppel-blinde, multizentrische klinische Studie an Patienten mit persistierender

bilateraler primärer Hyperhidrosis axillaris durchgeführt. Eine Hyperhidrosis axillaris lag vor, wenn

bei einer Ausgangsmessung in Ruhe und bei Raumtemperatur pro Achsel über 5 Minuten mindestens

50 mg Schweiß spontan produziert wurden. 320 Patienten wurden randomisiert und erhielten

entweder 50 Einheiten BOTOX (n=242) oder Placebo (n=78). Patienten wurden als auf die Therapie

ansprechend definiert, wenn sie zumindest eine Reduzierung der Achselschweißproduktion um 50 %

von der Ausgangsmessung zeigten. Am primären Endpunkt 4 Wochen nach den Injektionen sprachen

in der BOTOX-Gruppe 93,8 % der Patienten im Vergleich zu 35,9 % der Patienten in der Placebo-

Gruppe (p<0,001) auf die Behandlung an. Die Rate der auf die Therapie ansprechenden Patienten war

in der BOTOX-Gruppe kontinuierlich an allen nachfolgenden Messpunkten bis zu 16 Wochen nach

den Injektionen signifikant größer (p<0,001) als in der Placebo-Gruppe.

In einer offenen Folgestudie wurden 207 geeignete Patienten eingeschlossen, die bis zu 3 BOTOX-

Behandlungen erhielten. Insgesamt schlossen 174 Patienten die volle Dauer von 16 Monaten der zwei

kombinierten Studien ab (4 Monate doppel-blind und 12 Monate offene Nachfolgestudie). Die

Ansprechrate 16 Wochen nach der ersten (n=287), der zweiten (n=123) und der dritten (n=30)

Behandlung war jeweils 85,0 %, 86,2 % und 80 %. Die mittlere Dauer der Wirkung basierend auf der

Einzelbehandlung kombiniert mit der offenen Nachfolgestudie war 7,5 Monate nach der ersten

Behandlung, jedoch hielt der Effekt bei 27,5 % der Patienten über ein Jahr oder länger an.

Die Erfahrung aus klinischen Prüfungen zur Anwendung von BOTOX bei primärer Hyperhidrosis

axillaris bei Kindern im Alter zwischen 12 und 18 Jahren ist begrenzt. Eine einjährige, unkontrollierte

Sicherheitsstudie bei wiederholter Gabe wurde bei US-amerikanischen pädiatrischen Patienten im

Alter von 12 bis 17 Jahren (n=144) mit starker primärer Hyperhidrosis axillaris durchgeführt.

Vornehmlich waren die Studienteilnehmer weiblich (86,1 %) und kaukasisch (82,6 %). Die

Studienteilnehmer wurden mit einer Dosis von 50 Einheiten pro Achselhöhle bei einer Gesamtdosis

von 100 Einheiten pro Patient und pro Behandlung behandelt. Es wurden jedoch keine

Dosisfindungsstudien bei Jugendlichen durchgeführt, daher kann keine Dosierungsempfehlung

gegeben werden. Die Wirksamkeit und Sicherheit von BOTOX sind für diese Gruppe nicht

abschließend untersucht.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Allgemeine Eigenschaften des Wirkstoffs:

In Untersuchungen an Ratten zur Verteilung des Toxins konnte nach Injektion für

I-markiertes

Botulinumtoxin Typ A eine langsame Diffusion in den M. gastrocnemius gezeigt werden, gefolgt von

36/39

einer schnellen systemischen Metabolisierung und Ausscheidung im Harn. Die Halbwertzeit des

markierten Materials betrug etwa 10 Stunden im Muskel. An der Injektionsstelle wurde Radioaktivität

an große Protein-Moleküle gebunden. Im Plasma erfolgte die Bindung an kleine Moleküle, was auf

einen schnellen systemischen Metabolismus schließen lässt. Innerhalb von 24 Stunden nach

Applikation wurden 60 % der Radioaktivität über den Urin ausgeschieden. Das Toxin wird vermutlich

von Proteasen metabolisiert und die Molekülkomponenten werden auf dem normalen

Stoffwechselweg wiederverwertet.

Aufgrund der Beschaffenheit von Botulinumtoxin Typ A wurden keine klassischen Resorptions-,

Verteilungs-, Biotransformations- und Eliminationsuntersuchungen mit dem Wirkstoff durchgeführt.

Eigenschaften im Patienten:

Es wird angenommen, dass therapeutische BOTOX-Dosen wenig systemisch verteilt werden. In

klinischen Studien konnte mit Hilfe der Einzelfaser-EMG-Technik für Muskeln, die entfernt von der

Injektionsstelle lagen, eine erhöhte elektrophysiologische neuromuskuläre Aktivität gezeigt werden.

Gleichzeitige klinische Befunde oder Symptome wurden nicht beobachtet.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Reproduktionstoxikologie

Trächtige Mäuse, Ratten und Kaninchen erhielten während der Organogenese intramuskuläre

Injektionen von BOTOX. Der NOAEL-Wert (No Observed Adverse Effect Level) in der

Entwicklungsphase lag bei 4, 1 bzw. 0,125 Einheiten/kg Körpergewicht. Höhere Dosen führten zu

verminderten fetalen Körpergewichten und/oder verzögerter Skelett-Ossifikation. Bei Kaninchen

wurden Aborte beobachtet.

Fertilität und Reproduktion

Der NOEL-Wert lag - bezogen auf die Reproduktion - nach i.m. Injektion von BOTOX bei

4 Einheiten/kg bei männlichen Ratten und bei 8 Einheiten/kg bei weiblichen Ratten. Höhere

Dosierungen waren mit einer dosisabhängigen Verminderung der Fertilität verbunden. Sofern eine

Befruchtung stattfand, traten bei von männlichen oder weiblichen behandelten Ratten gezeugten bzw.

empfangenen Embryos keine unerwünschten Ereignisse hinsichtlich der Anzahl oder der

Lebensfähigkeit auf.

Andere Untersuchungen

Zusätzlich zur Reproduktionstoxikologie wurden die folgenden präklinischen Studien zur Sicherheit

von BOTOX durchgeführt: akute Toxizität, chronische Toxizität, lokale Verträglichkeit, Mutagenität,

Antigenität sowie Verträglichkeit mit menschlichem Blut. Für klinisch relevante Dosen konnte in

diesen Studien kein spezielles Risiko für den Menschen nachgewiesen werden. Bei der Behandlung

von pädiatrischen Patienten in den unteren Extremitäten sollte die maximale kumulative Dosis in

einem Zeitraum von 3 Monaten im Allgemeinen 6,0 Einheiten/kg Körpergewicht oder 200 Einheiten

nicht überschreiten, je nachdem, welche Dosis geringer ist. Aus der Literatur ist für juvenile Affen bei

intramuskulärer Applikation eine LD

von 39 Einheiten/kg Körpergewicht bekannt.

In Ratten wurde nach einer einmaligen Injektion von < 50 Einheiten/kg BOTOX in den M. detrusor

vesicae keine systemische Toxizität festgestellt. Um eine versehentliche Injektion zu simulieren,

wurde Affen eine einzelne Dosis BOTOX (ca. 7 Einheiten/kg) in die prostatische Urethra und das

proximale Rektum, die Samenblase und die Harnblasenwand oder den Uterus (ca. 3 Einheiten/kg)

injiziert, ohne dass es zu unerwünschten klinischen Wirkungen kam. In einer 9-monatigen Studie zu

wiederholten Verabreichungen in den Detrusormuskel (4 Injektionen) wurde Ptosis bei

24 Einheiten/kg und Mortalität bei Dosen > 24 Einheiten/kg beobachtet. Muskelfaserdegeneration/-

regeneration wurde in der Skelettmuskulatur von Tieren beobachtet, die 24 Einheiten/kg oder mehr

erhielten. Diese myopathischen Wirkungen wurden als sekundäre Wirkungen der systemischen

Exposition interpretiert. Darüber hinaus wurde bei einem Tier, das 12 Einheiten/kg erhielt,

Muskelfaserdegeneration beobachtet. Die Läsionen bei diesem Tier waren minimaler Ausprägung und

wurden als nicht mit klinischen Manifestationen assoziiert betrachtet. Es konnte nicht mit Sicherheit

37/39

bestimmt werden, ob diese mit der BOTOX-Behandlung in Zusammenhang standen. Die Dosis von

12 Einheiten/kg entspricht einer 3-Mal höheren BOTOX Exposition als die klinisch empfohlene Dosis

von 200 Einheiten für Harninkontinenz bei neurogener Detrusorhyperaktivität (basierend auf einer

Person mit 50 kg Körpergewicht).

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Albumin vom Menschen

Natriumchlorid.

6.2

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

Studien zur Wirksamkeit haben gezeigt, dass das Arzneimittel nach Rekonstitution bis zu 5 Tage bei

2°C – 8°C gelagert werden kann.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden. Wenn

die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort eingesetzt wird, ist der Anwender für die Dauer und die

Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der gebrauchsfertigen

Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht

länger als 24 Stunden bei 2°C bis 8°C aufzubewahren.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C – 8 °C) oder im Gefrierschrank lagern (-5 °C bis -20 °C).

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Durchstechflasche aus ungefärbtem Glas Typ I, Sollkapazität 5 ml (BOTOX 50) und 10 ml (BOTOX

100 und BOTOX 200), mit Stopfen aus Chlorobutylgummi und Aluminium-Bördelkappe.

Jede Packung enthält 1, 2, 3, 6 oder 10 (nur BOTOX 50 und BOTOX 100) Durchstechflaschen.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Die Rekonstitution des Flascheninhalts und das Aufziehen der Spritze ist über plastikbeschichteten

Papiertüchern durchzuführen, um evtl. Spritzer aufzufangen. BOTOX darf nur mit einer sterilen

unkonservierten isotonischen Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchloridlösung zur Injektion)

rekonstituiert werden. Eine vorgeschriebene Menge Lösungsmittel wird mit einer Spritze aufgezogen.

38/39

Siehe Abschnitt 4.2 für die Verdünnungsanleitung.

Wenn verschiedene Größen von BOTOX Durchstechflaschen während einer Behandlungssitzung

angewendet werden, muss darauf geachtet werden, die korrekte Menge an Lösungsmittel zur

Auflösung einer bestimmten Anzahl von Einheiten pro 0,1 ml zu verwenden. Die zuzugebende Menge

Lösungsmittel ist für BOTOX 50 Allergan-Einheiten, BOTOX 100 Allergan-Einheiten und BOTOX

200 Allergan-Einheiten verschieden und jede Spritze ist entsprechend zu kennzeichnen.

Da BOTOX

durch Blasenbildung oder ähnlich heftige Bewegungen denaturiert wird, muss die

Kochsalzlösung vorsichtig in die Durchstechflasche hineingegeben werden. Die Durchstechflasche ist

zu verwerfen, wenn in der Flasche kein Unterdruck vorhanden ist, der das Lösungsmittel aus der

Spritze ansaugt. Die BOTOX-Lösung ist klar, farblos bis schwach gelblich und frei von Partikeln. Sie

muss vor Anwendung visuell auf Klarheit und Partikelfreiheit geprüft werden. Die rekonstituierte

BOTOX-Lösung in der Durchstechflasche kann vor Anwendung bis zu 24 Stunden im Kühlschrank

(bei 2 °C - 8 °C) gelagert werden. Das Datum und die Uhrzeit der Auflösung sollten auf dem Etikett

vermerkt werden. Falls BOTOX für die Injektion in den Detrusor in einer Spritze weiter verdünnt

wird, muss es sofort verwendet werden. Dieses Arzneimittel ist nur für den Einmal-Gebrauch

bestimmt und nicht verwendete Reste der Injektionslösung müssen verworfen werden.

Zur sicheren Entsorgung sind nicht verwendete Durchstechflaschen mit einer kleinen Menge Wasser

zu rekonstituieren und anschließend zu autoklavieren. Verwendete Durchstechflaschen und Spritzen

sowie verschüttetes Material sind zu autoklavieren bzw. das restliche BOTOX ist mit verdünnter

Hypochloritlösung (0,5 %) 5 Minuten lang zu inaktivieren.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu entsorgen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Allergan Pharmaceuticals Ireland

Castlebar Road

Westport

County Mayo

Irland

8.

ZULASSUNGSNUMMER

BOTOX 50 Allergan-Einheiten Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung: 74281.00.00

BOTOX 100 Allergan-Einheiten Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung: 55006.00.00

BOTOX 200 Allergan-Einheiten Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung: 80457.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

BOTOX 50 Allergan-Einheiten Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung:

Datum der Erteilung der Zulassung:

28.04.2009

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung:

16.12.2009

BOTOX 100 Allergan-Einheiten Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung:

Datum der Erteilung der Zulassung:

13.08.2003

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung:

16.12.2009

BOTOX 200 Allergan-Einheiten Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung:

Datum der Erteilung der Zulassung:

29.03.2010

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung:

12.09.2013

39/39

10.

STAND DER INFORMATION

Januar 2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

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