Azilect Tabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-07-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
rasagilinum
Verfügbar ab:
Teva Pharma AG
ATC-Code:
N04BD02
INN (Internationale Bezeichnung):
rasagilinum
Darreichungsform:
Tabletten
Zusammensetzung:
rasagilinum 1 mg ut rasagilini mesilas, mannitolum 159.24 mg, silica colloidalis anhydrica, maydis amylum, amylum pregelificatum, acidum stearicum, talcum, pro compresso.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Morbus Parkinson
Zulassungsnummer:
57065
Berechtigungsdatum:
2005-12-20

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-07-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-07-2019

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-07-2019

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

15-05-2021

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Azilect®

Teva Pharma AG

Was ist Azilect und wann wird es angewendet?

Azilect wird zur Behandlung der Parkinson-Krankheit verschrieben; es kann mit oder ohne

Levodopa-Therapie angewendet werden.

Azilect wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet.

Wann darf Azilect nicht eingenommen werden?

Azilect darf nicht eingenommen werden,

·wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Rasagilin (Wirkstoff) oder einem der sonstigen

Bestandteile von Azilect sind.

·wenn Sie an einer mittelschweren bis schweren Leberinsuffizienz leiden.

Während der Einnahme von Azilect dürfen Sie keine anderen Monoaminoxidase-(MAO)-Hemmer

einnehmen, egal ob sie als Antidepressiva, zur Behandlung der Parkinson-Krankheit oder für

irgendeine andere Indikation angewendet werden (rezeptfreie Arzneimittel und Naturheilmittel

eingeschlossen).

Während der Behandlung mit Azilect dürfen Sie keine Arzneimittel einnehmen, die Johanniskraut

enthalten.

Nehmen Sie Pethidin (sehr starkes Schmerzmittel) nicht während einer Azilect-Behandlung ein.

Auch Fluoxetin oder Fluvoxamin (beides Mittel gegen Depressionen) dürfen nicht gleichzeitig mit

Azilect eingenommen werden.

Zwischen dem Absetzen von Fluoxetin und der Aufnahme der Behandlung mit Azilect sollte ein

Zeitraum von mindestens fünf Wochen eingehalten werden. Mindestens 14 Tage sollten zwischen

dem Absetzen von Azilect und dem Beginn einer Behandlung mit MAO-Hemmern, Pethidin,

Fluoxetin und Fluvoxamin liegen.

Wann ist bei der Einnahme von Azilect Vorsicht geboten?

Wenn Sie an einer leichten Leberinsuffizienz leiden, ist besondere Vorsicht erforderlich.

Wissenschaftliche Daten weisen darauf hin, dass eher die Parkinson-Krankheit selbst und nicht

irgendein spezielles Arzneimittel mit einem erhöhten Hautkrebsrisiko (inklusive Melanome)

verbunden ist. Verdächtige Hautveränderungen sollten von einem Arzt bzw. einer Ärztin untersucht

werden.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln:

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie andere

Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt, oder wenn Sie rauchen bzw. beabsichtigen mit dem

Rauchen aufzuhören.

Fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin um Rat, bevor Sie eines der folgenden Arzneimittel

zusammen mit Azilect einnehmen oder anwenden:

·Bestimmte Antidepressiva (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, selektive Serotonin-

Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, trizyklische oder tetrazyklische Antidepressiva)

·Angstlösende, sedierende Arzneistoffe (z.B. Benzodiazepine)

·Arzneimittel zur Behandlung von psychischen Krankheiten (Antipsychotika)

·das gegen Infektionen angewendete Antibiotikum Ciprofloxacin

·den Hustenstiller Dextromethorphan

·Sympathomimetika, z.B. solche, die in Augentropfen, schleimhautabschwellenden Arzneimitteln

zur Anwendung in der Nase oder zum Einnehmen enthalten sind und Arzneimittel gegen

Erkältungen, die Ephedrin oder Pseudoephedrin enthalten.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie oder Ihre Familie bzw. Ihr Betreuer/Ihre

Betreuerin bemerken, dass Sie ein unübliches Verhalten entwickeln, bei dem Sie dem Impuls, Trieb

oder der Versuchung nicht widerstehen können, bestimmte schädliche oder nachteilige Dinge sich

selbst oder anderen zuzufügen. Dies bezeichnet man als Impulskontrollstörungen. Bei Patienten, die

Azilect und/oder andere Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Krankheit einnehmen, wurden

Verhaltensänderungen wie z.B. zwanghaftes Verhalten, zwanghafte Gedanken, Spielsucht,

übermässiges Geldausgeben, Kaufsucht, impulsives Verhalten und anormal starker Sexualtrieb oder

eine Zunahme von sexuellen Gedanken und Gefühlen beobachtet. Möglicherweise muss Ihr Arzt

bzw. Ihre Ärztin Ihre Behandlung anpassen oder beenden.

Azilect kann tagsüber Benommenheit, Schläfrigkeit und gelegentlich, besonders wenn es mit anderen

Arzneimitteln zur Behandlung von Parkinson eingenommen wird, plötzliches Einschlafen während

Tätigkeiten des Alltages verursachen. Bitte informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Ihre Ärztin,

wenn bei Ihnen plötzliches Einschlafen ohne Vorwarnung aufgetreten ist.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:

Fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin um Rat, bevor Sie ein Kraftfahrzeug führen oder Werkzeuge oder

Maschinen bedienen. Sowohl die Parkinson-Krankheit als auch Azilect können die

Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen,

beeinträchtigen. Azilect kann Schwindel oder Schläfrigkeit verursachen sowie Episoden eines

plötzlichen Einschlafens auslösen. Dies kann verstärkt sein, wenn Sie andere Arzneimittel zur

Behandlung der Symptome der Parkinsonkrankheit einnehmen, wenn Sie Arzneimittel einnehmen,

von denen Sie schläfrig werden können, oder wenn Sie während der Einnahme von Azilect Alkohol

trinken. Wenn Sie schon tagsüber Schläfrigkeit oder plötzliches Einschlafen ohne Vorwarnung

erfahren haben, dürfen Sie kein Fahrzeug lenken, keine Maschinen bedienen und nicht in der Höhe

arbeiten oder andere Aktivitäten ausüben, bei denen eine verminderte Aufmerksamkeit Sie selbst

oder andere gefährdet.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Azilect während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Azilect darf während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, ausser wenn dies von Ihrem

Arzt bzw. Ihrer Ärztin ausdrücklich verordnet wird.

Stillzeit: Während der Einnahme von Azilect soll nicht gestillt werden.

Wie verwenden Sie Azilect?

Nehmen Sie Azilect genau nach Anweisung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin ein. Bitte fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. bei Ihrer Ärztin oder Apothekerin nach, wenn Sie sich nicht sicher

sind.

Die empfohlene Dosis Azilect beträgt eine Tablette zu 1 mg einmal täglich, mit oder ohne

zusätzliche Levodopa-Therapie.

Die Einnahme von Azilect kann mit oder ohne Nahrung erfolgen.

Die Anwendung und Sicherheit von Azilect bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bisher

nicht geprüft worden. Bei dieser Altersgruppe wird das Arzneimittel daher nicht angewendet.

Wenn Sie eine grössere Menge Azilect eingenommen haben, als Sie sollten:

Wenn Sie glauben, dass Sie oder jemand anders zu viele Azilect Tabletten eingenommen haben

könnte(n), wenden Sie sich bitte unverzüglich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. an Ihre Ärztin oder

Apothekerin. Nehmen Sie die Azilect Faltschachtel mit, um sie dem Arzt oder Apotheker bzw. der

Ärztin oder Apothekerin zu zeigen.

Wenn Sie die Einnahme von Azilect vergessen haben:

Wenn Sie die Einnahme einer Dosis Azilect vergessen haben, nehmen Sie die nächste Dosis zur

gewohnten Zeit ein. Nehmen Sie nicht zwei Tabletten gleichzeitig ein, wenn Sie die vorherige

Einnahme vergessen haben.

Auswirkungen, wenn die Behandlung mit Azilect abgebrochen wird:

Setzen Sie die Einnahme von Azilect nicht ab, ohne zuvor Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin zu

konsultieren.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Azilect haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Azilect auftreten:

Bei Anwendung als Monotherapie (ohne gleichzeitige Gabe von Levodopa):

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Kopfschmerzen

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Blähungen, Grippe, Depressionen, Fieber, Schnupfen (Rhinitis), Bindehautentzündung,

Gelenkentzündung, Muskelschmerzen, Schwindel, Unwohlsein, Nackenschmerzen, allergische

Reaktion, Hautkrebs, Herzenge (Angina pectoris), anormale Ergebnisse von Bluttests (Leukopenie),

Hautreaktion (Kontaktdermatitis), Harndrang, Halluzinationen

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Schlaganfall, Herzinfarkt, Ausschlag mit Bläschenbildung (vesikulobullöser Ausschlag),

verminderter Appetit

Bei Anwendung als Kombinationstherapie (bei gleichzeitiger Gabe von Levodopa):

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Fehlfunktionen des Bewegungsablaufs

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Stürze, Blutdruckabfall bei Lagewechsel, Verstopfung, Gewichtsverlust, Bauchschmerzen,

Mundtrockenheit, Übelkeit und Erbrechen, Gelenkschmerzen, Hautausschlag, länger dauernde

Muskelkontraktionen, anormale Träume, verminderter Appetit, Nackenschmerzen, Schwierigkeiten

bei der Muskelkoordination (Gleichgewichtsstörung), Taubheitsgefühl und Muskelschwäche in der

Hand (Karpaltunnelsyndrom), Halluzinationen

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Schlaganfall, Herzenge (Angina pectoris), Hautkrebs, Verwirrtheit

Es gab Fälle von Patientinnen und Patienten, die während der Einnahme von einem oder mehrerer

Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Krankheit nicht in der Lage waren, dem Impuls, dem

Trieb oder der Versuchung zu widerstehen, bestimmte Dinge zu tun, die Ihnen selbst oder anderen

schaden können. Dies bezeichnet man als Impulskontrollstörung. Bei Patientinnen und Patienten, die

Azilect und/oder andere Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Krankheit einnehmen, wurde

folgendes beobachtet:

·zwanghafte Gedanken und impulsives Verhalten.

·starker Drang zur Spielsucht trotz schwerer persönlicher oder familiärer Konsequenzen.

·verändertes oder gesteigertes sexuelles Interesse und Verhalten, das Sie und andere stark

beunruhigt, wie zum Beispiel ein gesteigerter Sexualtrieb.

·Kaufsucht oder unkontrolliertes, übermässiges Ausgeben von Geld.

·Essattacken und zwanghaftes Essen.

Übermässige Schläfrigkeit und plötzliches Einschlafen tagsüber können bei der Behandlung mit

Azilect auftreten. Es wurde berichtet, dass Patientinnen und Patienten plötzlich eingeschlafen sind,

obwohl sie das Gefühl hatten, vor dem Ereignis völlig wach gewesen zu sein.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie eines dieser Anzeichen wahrnehmen, er bzw.

sie wird mit Ihnen Möglichkeiten zum Umgang mit diesen Anzeichen oder zu deren Reduktion

besprechen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin,

Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

In der Originalverpackung und nicht über 30°C lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen

verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Azilect enthalten?

Aussehen der Tabletten:

Die Tabletten sind weiss bis fast weiss, rund, flach, leicht abgeschrägt und auf einer Seite mit der

Prägung «GIL» und darunter «1» versehen.

Wirkstoffe

Eine Azilect Tablette enthält als wirksamen Bestandteil 1 mg Rasagilin (als Mesilat).

Hilfsstoffe

Mannitol, Maisstärke, vorverkleisterte Stärke, hochdisperses Siliciumdioxid, Stearinsäure und

Talkum.

Zulassungsnummer

57065 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Azilect? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen zu 30 und 100 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

Teva Pharma AG, Basel.

Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Interne Versionsnummer: 3.2

Fachinformation

Azilect®

Teva Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Rasagilin (als Mesilat).

Hilfsstoffe: Mannitol, Maisstärke, prägelatinierte Stärke, wasserfreies kolloidales Silizium,

Stearinsäure und Talk.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 1 mg Rasagilin.

Aussehen der Tabletten

Die Tabletten sind weiss bis fast weiss, rund, flach, leicht abgeschrägt und auf einer Seite mit der

Prägung «GIL» und darunter «1» versehen.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Azilect ist zur Behandlung der idiopathischen Parkinson-Krankheit (PK) als Monotherapie (ohne

gleichzeitige Levodopa/Decarboxylase-Hemmer-Therapie) und als Zusatztherapie (mit gleichzeitiger

Levodopa/Decarboxylase-Hemmer-Therapie) bei Patienten mit End-of-dose-Fluktuationen indiziert.

Dosierung/Anwendung

Rasagilin wird oral in einer Dosis von 1 mg einmal täglich mit oder ohne Levodopa/Decarboxylase-

Hemmer-Therapie verabreicht.

Die Einnahme kann mit oder ohne Nahrung erfolgen.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Kinder und Jugendliche (<18 Jahre)

Die Anwendung von Azilect bei Kindern und Jugendlichen ist nicht empfohlen, da Sicherheit und

Wirksamkeit bei dieser Patientengruppe nicht untersucht worden sind.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Das Präparat sollte nicht bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Beeinträchtigung der

Leberfunktion angewendet werden (siehe «Kontraindikationen»). Vorsicht ist bei der Einleitung der

Behandlung mit Rasagilin bei Patienten mit leichter Leberinsuffizienz geboten, da bei diesen

Patienten eine veränderte Pharmakokinetik für Rasagilin nachweisbar ist und Nebenwirkungen

auftreten können (siehe «Pharmakokinetik - Kinetik spezieller Patientengruppen»). Bei Patienten,

deren Leberinsuffizienz von einer leichten zu einer mittelschweren Form fortschreitet, ist Rasagilin

abzusetzen.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisänderung notwendig.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Rasagilin-Mesilat oder einem der Hilfsstoffe der Tablette (siehe

«Zusammensetzung»).

Gleichzeitige Behandlung mit anderen Monoaminoxidase-(MAO)-Hemmern oder mit Pethidin (siehe

«Interaktionen»). Mindestens 14 Tage sollten zwischen dem Absetzen von Rasagilin und der

Einleitung einer Behandlung mit MAO-Hemmern oder Pethidin liegen.

Gleichzeitige Anwendung von Rasagilin und Fluoxetin oder Fluvoxamin (siehe «Interaktionen»).

Aufgrund der langen Halbwertszeiten von Fluoxetin und seinem aktiven Metaboliten sollte ein

Zeitraum von mindestens fünf Wochen (ungefähr 5 Halbwertszeiten) zwischen dem Absetzen von

Fluoxetin und der Einleitung der Behandlung mit Rasagilin eingehalten werden. Mindestens 14 Tage

sollten zwischen dem Absetzen von Rasagilin und dem Beginn einer Behandlung mit Fluoxetin und

Fluvoxamin liegen.

Die gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln die Johanniskraut enthalten ist kontraindiziert (siehe

«Interaktionen»).

Mittelschwere bis schwere Leberinsuffizienz (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Gleichzeitige Anwendung von Rasagilin mit anderen Arzneimitteln

Aufgrund der MAO-hemmenden Wirkung von Rasagilin sollten Antidepressiva mit Vorsicht

verabreicht werden (siehe «Interaktionen»; bezüglich Fluoxetin und Fluvoxamin siehe

«Kontraindikationen»).

Die gleichzeitige Anwendung von Rasagilin und Dextromethorphan oder Sympathomimetika,

einschliesslich schleimhautabschwellender Mittel zur nasalen und oralen Applikation sowie Mittel

gegen Erkältungen, die Ephedrin oder Pseudoephedrin enthalten, wird nicht empfohlen (siehe

«Interaktionen»).

Gleichzeitige Anwendung von Rasagilin und Levodopa

Da Rasagilin die Wirkungen von Levodopa verstärkt, können durch Levodopa bedingte

unerwünschte Wirkungen verstärkt und eine vorbestehende Dyskinesie verschlimmert werden. Eine

Dosisreduktion von Levodopa kann diese unerwünschte Wirkung vermindern.

Es ist über hypotensive Wirkungen berichtet worden, wenn Rasagilin zusammen mit Levodopa

eingenommen wurde. Aufgrund von vorbestehenden Gangschwierigkeiten sind Patienten mit

Parkinson-Krankheit für die unerwünschten Wirkungen einer Hypotonie besonders anfällig.

Dopaminerge Wirkungen

Exzessive Tagesschläfrigkeit (EDS = Excessive Daytime Sleepiness)) und Episoden plötzlichen

Einschlafens (SOS = Sudden Sleep Onset)

Rasagilin kann tagsüber Benommenheit, Schläfrigkeit, und gelegentlich Einschlafen während

Alltagsaktivitäten verursachen, speziell wenn es mit anderen dopaminergen Arzneimitteln

eingenommen wird. Die Patienten müssen darüber informiert und beim Lenken eines Fahrzeuges

sowie beim Bedienen von Maschinen während der Einnahme von Rasagilin zur Vorsicht geraten

werden. Patienten, die Schläfrigkeit und/oder plötzliches Einschlafen erfahren haben, müssen das

Lenken eines Fahrzeuges oder das Bedienen von Maschinen unterlassen (siehe «Wirkung auf die

Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen»).

Impulskontrollstörungen

Impulskontrollstörungen können bei Patienten unter der Therapie mit Dopaminagonisten und/oder

dopaminerger Behandlungen auftreten. Seit der Markteinführung hat es ähnliche Berichte von

Impulskontrollstörungen mit Rasagilin gegeben. Patienten sollten regelmässig auf die Entwicklung

von Impulskontrollstörungen hin überwacht werden. Patienten und deren Betreuer sollten auf die

Verhaltenssymptome von Impulskontrollstörungen, einschliesslich zwanghaftem Verhalten,

Zwangsgedanken, Spielzwang, verstärkter Libido, Hypersexualität, impulsivem Verhalten,

zwanghaftem Geldausgeben, und Kaufsucht, die bei Patienten unter der Therapie mit Rasagilin

beobachtet wurden, hingewiesen werden.

Melanom

Während des klinischen Entwicklungsprogramms veranlasste das Auftreten von Melanom-Fällen die

Erwägung eines möglichen Zusammenhangs mit Rasagilin. Die erhobenen Daten deuten darauf hin,

dass die Parkinson-Krankheit und nicht irgendein spezielles Arzneimittel mit einem erhöhten

Hautkrebsrisiko (nicht ausschliesslich Melanome) verbunden ist. Jede verdächtige Hautläsion sollte

von einem Facharzt untersucht werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Aufnahme der Behandlung mit Rasagilin bei Patienten mit leichter Leberinsuffizienz ist Vorsicht

geboten (siehe «Dosierung/Anwendung»)

Interaktionen

Rasagilin soll nicht zusammen mit anderen MAO-Hemmern verabreicht werden, da das Risiko einer

nicht-selektiven MAO-Hemmung besteht, die zu hypertonen Krisen führen kann (siehe

«Kontraindikationen»).

Rasagilin soll nicht zusammen mit Arzneimitteln, die Johanniskraut enthalten, verabreicht werden

(siehe «Kontraindikationen»), da mit schweren Nebenwirkungen zu rechnen ist.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Pethidin und MAO-Hemmern, einschliesslich selektiver MAO-B-

Hemmer, wurden schwere Nebenwirkungen berichtet. Die gleichzeitige Verabreichung von

Rasagilin und Pethidin ist kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), selektive Serotonin-Noradrenalin-

Wiederaufnahmehemmer (SNRI) sowie trizyklische und tetrazyklische Antidepressiva sind in

klinischen Studien zusammen mit Rasagilin verabreicht worden (vor allem Amitriptylin, Trazodon,

Citalopram, Sertralin und Paroxetin). Bei gleichzeitiger Anwendung von SSRIs, SNRI, trizyklischen

bzw. tetrazyklischen Antidepressiva und MAO-Hemmern, einschliesslich selektiver MAO-B-

Hemmer, sind jedoch schwere Nebenwirkungen berichtet worden. Aufgrund der MAO-hemmenden

Wirkung von Rasagilin sollten Antidepressiva daher mit Vorsicht verabreicht werden.

Zur gleichzeitigen Anwendung von Rasagilin und selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern

(SSRI)/selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (SNRI) in klinischen Studien

siehe «Unerwünschte Wirkungen».

Die gleichzeitige Anwendung von Rasagilin und Fluoxetin war aufgrund der pharmakodynamischen

Halbwertszeit von Rasagilin und der langen pharmakokinetischen Halbwertszeiten von Fluoxetin

und seinem aktiven Metaboliten in den klinischen Studien nicht erlaubt. Die gleichzeitige

Behandlung mit Rasagilin und Fluoxetin ist daher kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Die gleichzeitige Anwendung von Rasagilin und Fluvoxamin war in klinischen Studien nicht erlaubt,

da Letzteres ein SSRI ist und ebenfalls (wie Rasagilin) durch CYP1A2 metabolisiert wird (siehe

«Kontraindikationen»). Daher ist diese gleichzeitige Anwendung kontraindiziert.

In den klinischen Studien war die gleichzeitige Verabreichung von Rasagilin und Sympathomimetika

nicht zulässig. Bei gleichzeitiger Anwendung von MAO-Hemmern, auch selektiven MAO-B-

Hemmern, und Sympathomimetika ist über Wechselwirkungen zwischen diesen Arzneimitteln

berichtet worden. Aufgrund der MAO-hemmenden Wirkung von Rasagilin wird daher die

gleichzeitige Behandlung mit Rasagilin und Sympathomimetika, schleimhautabschwellende Mittel

zur nasalen und oralen Applikation und Mittel gegen Erkältungen eingeschlossen, nicht empfohlen

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Auch die gleichzeitige Verabreichung von Rasagilin und Dextromethorphan war in den klinischen

Studien nicht gestattet. Bei gleichzeitiger Anwendung von Dextromethorphan und nicht-selektiven

MAO-Hemmern ist über Arzneimittelwechselwirkungen berichtet worden. Aufgrund der MAO-

hemmenden Wirkung von Rasagilin wird daher die Verabreichung zusammen mit Dextromethorphan

nicht empfohlen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Bei Patienten mit Morbus Parkinson, die Rasagilin in Kombination mit einer Levodopa-

Dauermedikation erhielten, wurde keine klinisch signifikante Wirkung von Levodopa auf die

Clearance von Rasagilin beobachtet.

Studien in-vitro haben gezeigt, dass Cytochrom P450 1A2 (CYP1A2) das hauptsächlich für die

Verstoffwechselung von Rasagilin verantwortliche Enzym ist. Bei gleichzeitiger Verabreichung von

Rasagilin und Ciprofloxacin (ein CYP1A2-Hemmer) nimmt die AUC von Rasagilin um 83% zu. Die

gleichzeitige Gabe von Rasagilin und Theophyllin (ein CYP1A2-Substrat) hatte keinen Einfluss auf

die Pharmakokinetik dieser beiden Substanzen. Folglich können wirksame CYP1A2-Hemmer eine

Wirkung auf die Plasmaspiegel von Rasagilin haben und sollten mit Vorsicht angewendet werden.

Studien in-vitro haben gezeigt, dass Rasagilin in therapeutischen Konzentrationen nicht zu klinisch

signifikanten Interferenzen mit Substraten von Cytochrom-P450-Isoenzymen (CYP1A2, CYP2A6,

CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6, CYP2E1, CYP3A4 und CYP4A) führt.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Rasagilin und Entacapon war die Clearance von oral

appliziertem Rasagilin um 28% erhöht.

Tyramin/Rasagilin-Wechselwirkung: Die Ergebnisse von vier Tyramin-Expositionsstudien (an

freiwilligen Probanden und Parkinson-Patienten) und die Messergebnisse einer nach den Mahlzeiten

zuhause durchgeführten Blutdruckkontrolle (von 464 Patienten, die über sechs Monate ohne

Tyramin-Einschränkungen mit 0.5 oder 1 mg Rasagilin pro Tag bzw. Placebo als Zusatztherapie zu

Levodopa behandelt wurden) sowie die Tatsache, dass in klinischen Studien, die ohne

eingeschränkte Aufnahme von Tyramin durchgeführt wurden, keine Tyramin/Rasagilin-

Wechselwirkung mitgeteilt wurde, zeigen, dass Rasagilin ohne besondere diätetische Massnahmen

im Hinblick auf die Aufnahme von Tyramin mit der Nahrung angewendet werden kann.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Klinische Daten zu Schwangerschaften bei Rasagilin-Exposition sind nicht verfügbar. In

tierexperimentellen Studien wurden keine direkten oder indirekten schädlichen Wirkungen auf

Trächtigkeit, Embryonal-/Fetal-Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung festgestellt (siehe

«Präklinische Daten»). Rasagilin soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei

denn, dies ist eindeutig notwendig.

Stillzeit

Experimentelle Daten haben gezeigt, dass Rasagilin zu einer Beeinträchtigung der

Prolactinausschüttung und folglich zu einer Hemmung der Laktation führen kann.

Es ist nicht bekannt, ob Rasagilin in die Muttermilch übergeht. Bei Verabreichung von Rasagilin soll

nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Rasagilin kann die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.

Die Patienten sollten vor der Bedienung gefährlicher Maschinen einschliesslich Motorfahrzeuge

gewarnt werden, bis sie hinreichend sicher sind, dass Rasagilin sie nicht beeinträchtigt.

Patienten, die mit Rasagilin behandelt werden und Schläfrigkeit und/oder Episoden plötzlichen

Einschlafens erfahren, müssen angewiesen werden, das Lenken eines Fahrzeuges zu unterlassen.

Ausserdem müssen sie Tätigkeiten unterlassen, bei denen eine eingeschränkte Aufmerksamkeit sie

selbst oder Andere einem Risiko ernsthafter Verletzungen oder Tod (z.B. beim Bedienen von

Maschinen) aussetzen könnte, bis sie mit Rasagilin und anderen dopaminergen Therapien genügend

Erfahrungen haben, um abschätzen zu können, ob es ihre kognitiven und/oder motorischen

Fähigkeiten beeinträchtigt.

Wenn erhöhte Schläfrigkeit oder neue Episoden plötzlichen Einschlafens während Alltagsaktivitäten

(z.B. beim Fernsehen, als Beifahrer in einem Auto, etc.) an irgendeinem Zeitpunkt der Behandlung

auftreten, darf der Patient kein Fahrzeug lenken und keine potentiell gefährliche Tätigkeiten ausüben.

Patienten, die schon früher, vor der Verwendung von Rasagilin Schläfrigkeit und/oder plötzliches

Einschlafen ohne Vorwarnung erfahren haben, dürfen kein Fahrzeug lenken, keine Maschinen

bedienen und nicht in der Höhe arbeiten.

Patienten sollten davor gewarnt werden, dass es bei Kombination von Rasagilin mit

Beruhigungsmitteln, Alkohol oder anderen das zentrale Nervensystem dämpfenden Arzneimitteln

(z.B. Benzodiazepine, Antipsychotika, Antidepressiva) oder bei der gleichzeitigen Einnahme von

Arzneimitteln, die den Plasmaspiegel von Rasagilin erhöhen (z.B. Ciprofloxacin), möglicherweise zu

additiven Wirkungen kommen kann (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Unerwünschte Wirkungen

Monotherapie

Die nachfolgende Liste umfasst unerwünschte Reaktionen, die in placebokontrollierten Studien mit

höherer Inzidenz gegenüber Placebo bei Patienten mitgeteilt wurden, die 1 mg Rasagilin täglich

erhielten (Rasagilin-Gruppe n= 149, Placebogruppe n= 151). In Klammern ist die Inzidenz der

Nebenwirkung (%) unter Rasagilin bzw. Placebo angegeben.

Die Nebenwirkungen sind entsprechend ihrer Häufigkeit nach folgenden Konventionen geordnet:

«Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100), «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1000), «selten»

(<1/1000, ≥1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000, einschliesslich Einzelfälle).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Grippe (4.7% vs. 0.7%).

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Häufig: Hautkarzinom (1.3% vs. 0.7%), wie Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig: Leukopenie (1.3% vs. 0%).

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig: allergische Reaktion (1.3% vs. 0.7%) wie saisonale Allergien und Urtikaria.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: verminderter Appetit (0.7% vs. 0%).

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Depression (5.4% vs. 2%), Halluzinationen (1.3% vs. 0.7%).

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Kopfschmerzen (14.1% vs. 11.9%).

Gelegentlich: apoplektischer Insult (0.7% vs. 0%).

Augenerkrankungen

Häufig: Konjunktivitis (2.7% vs. 0.7%).

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig: Schwindel (2.7% vs. 1.3%).

Herzerkrankungen

Häufig: Angina pectoris (1.3% vs. 0%).

Gelegentlich: Myokardinfarkt (0.7% vs. 0%).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Rhinitis (3.4% vs. 0.7%).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Blähungen (1.3% vs. 0%).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Dermatitis (2% vs. 0%).

Gelegentlich: vesikulobullöser Ausschlag (0.7% vs. 0%).

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Muskelschmerzen (6.7% vs. 2.6%), Nackenschmerzen (2.7% vs. 0%), Arthritis (1.3% vs.

0.7%).

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Harndrang (1.3% vs. 0.7%).

Allgemeine Erkrankungen

Häufig: Fieber (2.7% vs. 1.3%), Unwohlsein (2.0% vs. 0%).

Kombinationstherapie

Die nachfolgende Liste umfasst Nebenwirkungen, die in placebokontrollierten Studien mit einer

höheren Inzidenz gegenüber Placebo bei Patienten mitgeteilt wurden, die 1 mg Rasagilin täglich

erhielten (Rasagilin-Gruppe n= 380, Placebogruppe n= 388). In Klammern ist die Inzidenz der

Nebenwirkung (%) unter Rasagilin bzw. unter Placebo angegeben.

Die Nebenwirkungen sind entsprechend ihrer Häufigkeit nach folgenden Konventionen geordnet:

«Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100), «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1000), «selten»

(<1/1000, ≥1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000, einschliesslich vereinzelter Berichte).

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Gelegentlich: Hautmelanom (0.5% vs. 0.3%).

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Häufig: Verminderter Appetit (2.4% vs. 0.8%).

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Halluzinationen (2.9% vs. 2.1%), anomale Träume (2.1% vs. 0.8%).

Gelegentlich: Verwirrungszustände (0.8% vs. 0.5%).

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Dyskinesie (10.5% vs. 6.2%).

Häufig: Dystonie (2.4% vs. 0.8%), Karpaltunnelsyndrom (1.3% vs. 0%), Gleichgewichtsstörung

(1.6% vs. 0.3%).

Gelegentlich: apoplektischer Insult (0.5% vs. 0.3%).

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Angina pectoris (0.5% vs. 0%).

Gefässerkrankungen

Häufig: Orthostatische Hypotonie (3.9% vs. 0.8%).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Bauchschmerzen (4.2% vs. 1.3%), Obstipation (4.2% vs. 2.1%), Übelkeit und Erbrechen

(8.4% vs. 6.2%), Mundtrockenheit (3.4% vs. 1.8%).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hautausschlag (1.1% vs. 0.3%).

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Arthralgie (2.4% vs. 2.1%), Nackenschmerzen (1.3% vs. 0.5%).

Allgemeine Erkrankungen

Häufig: Gewichtsverlust (4.5% vs. 1.5%), Stürze (4.7% vs. 3.4%).

Seit Markteinführung wurden bei Patienten, die gleichzeitig mit Antidepressiva/SNRI und Rasagilin

behandelt wurden, Fälle eines Serotonin-Syndroms in Verbindung mit Agitation,

Verwirrungszuständen, Rigidität, Pyrexie und Myoklonus berichtet.

In den klinischen Studien war die gleichzeitige Behandlung mit Fluoxetin oder Fluvoxamin und

Rasagilin nicht gestattet. Folgende Antidepressiva und Dosierungen waren jedoch in den Studien

erlaubt: Amitriptylin ≤50 mg/Tag, Trazodon ≤100 mg/Tag, Citalopram ≤20 mg/Tag, Sertralin ≤100

mg/Tag und Paroxetin ≤30 mg/Tag. Im Rahmen des klinischen Rasagilin-Programms, in dem 115

Patienten gleichzeitig mit Rasagilin und trizyklischen Antidepressiva behandelt wurden und 141

Patienten gleichzeitig Rasagilin und SSRI/SNRI erhielten, traten keine Fälle eines Serotonin-

Syndroms auf.

Seit der Markteinführung wurden bei Patienten, die Rasagilin einnahmen, Fälle von erhöhtem

Blutdruck berichtet, einschliesslich seltener Fälle hypertoner Krisen in Verbindung mit der

Aufnahme einer unbekannten Menge tyraminreicher Nahrung.

Bei der gleichzeitigen Anwendung von MAO-Hemmern mit Sympathomimetika ist über

Wechselwirkungen berichtet worden.

Seit Markteinführung gab es einen Fall von erhöhtem Blutdruck bei einem Patienten, der den

ophthalmischen Vasokonstriktor Tetrahydrozolinhydrochlorid anwendete während er Rasagilin

einnahm.

Weitere schwere Nebenwirkungen, die in klinischen Studien mit Rasagilin (andere Dosis bzw. in

Studien ohne Placebokontrolle) mitgeteilt wurden, traten bei jeweils zwei Patienten auf: Zum einen

eine Rhabdomyolyse, zum anderen eine inadäquate ADH-(antidiuretisches Hormon)-Sekretion (in

beiden Fällen nach einem Sturz und längerer Immobilisierung). Die komplizierte Natur dieser Fälle

erschwert eine Aussage über eine Rolle von Rasagilin bei der Pathogenese dieser Ereignisse.

Störungen der Impulskontrolle

Bei Patienten, die mit Dopaminagonisten behandelt werden und/oder unter dopaminergen

Behandlungen sind, können Spielzwang, verstärkte Libido, Hypersexualität, zwanghaftes

Geldausgeben und Kaufsucht, Essattacken und zwanghaftes Essen auftreten. Ein ähnliches Muster

von Impulskontrollstörungen, einschliesslich zwanghaftem Verhalten, Zwangsgedanken und

impulsivem Verhalten, wurde seit der Markteinführung mit Rasagilin berichtet (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Exzessive Tagesschläfrigkeit (EDS = Excessive Daytime Sleepiness) und Episoden plötzlichen

Einschlafens (SOS = Sudden Sleep Onset)

Exzessive Tagesschläfrigkeit (Hypersomnie, Lethargie, Sedation, Schlafattacken, Schläfrigkeit und

plötzliches Einschlafen) können bei Patienten auftreten, die mit Dopaminagonisten und/oder anderen

dopaminergen Therapien behandelt werden. Ein ähnliches Muster exzessiver Tagesschläfrigkeit

wurde mit Rasagilin seit der Markteinführung beobachtet.

Fälle von Einschlafen während der Verrichtung von Alltagsaktivitäten bei Patienten, die mit

Rasagilin oder einer anderen dopaminergen Therapie behandelt waren, wurden berichtet. Obwohl

viele dieser Patienten Schläfrigkeit unter Rasagilin mit anderen dopaminergen Arzneimittel

berichteten, nahmen einige Patienten keine Warnzeichen, wie exzessive Schläfrigkeit, wahr, und

glaubten, dass sie unmittelbar vor dem Ereignis aufmerksam waren. Einige dieser Ereignisse wurden

mehr als ein Jahr nach Beginn der Therapie berichtet.

Überdosierung

Folgende Symptome traten nach einer Überdosierung von 3 mg bis 100 mg Rasagilin auf:

Hypomanie, hypertone Krise und Serotonin-Syndrom.

Eine Überdosis kann mit einer signifikanten Hemmung sowohl von MAO-A als auch MAO-B

verbunden sein. Im Rahmen einer Einzeldosis-Studie erhielten gesunde Probanden 20 mg Rasagilin

täglich und in einer zehntägigen Studie erhielten gesunde Probanden 10 mg täglich. Die

beobachteten Nebenwirkungen waren leichter oder mittelschwerer Natur und wiesen keinen

Zusammenhang mit der Rasagilin-Behandlung auf. In einer Dosis-Eskalations-Studie an Patienten

unter chronischer Levodopa-Therapie, die 10 mg Rasagilin täglich erhielten, wurden kardiovaskuläre

Nebenwirkungen (einschliesslich Hypertonie und orthostatische Hypotonie) berichtet, die nach

Absetzen der Behandlung abklangen. Diese Symptome können jenen ähneln, die unter nicht-

selektiven MAO-Hemmern beobachtet werden.

Es gibt kein spezifisches Antidot. Im Falle einer Überdosis sind die Patienten zu überwachen, und es

ist eine entsprechende symptomatische und unterstützende Therapie einzuleiten.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N04BD02

Wirkungsmechanismus

Rasagilin bewirkt eine selektive, irreversible Hemmung der Monoaminoxidase-Typ-B (MAO-B). Es

wird angenommen, dass seine Antiparkinson-Wirkung teilweise auf seiner MAO-B-hemmenden

Wirkung beruht, die zu einem Anstieg der extrazellulären Dopamin-Spiegel im Striatum führen

kann. Der erhöhte Dopamin-Spiegel und die resultierende erhöhte dopaminerge Aktivität vermitteln

wahrscheinlich die am Modell einer dopaminergen motorischen Dysfunktion beobachteten günstigen

Wirkungen von Rasagilin.

Klinische Wirksamkeit

Die Wirksamkeit von Rasagilin wurde in drei Studien nachgewiesen: als Monotherapie in der Studie

I und in der Kombinationstherapie mit Levodopa in den Studien II und III.

Monotherapie

In der Studie I wurden 404 Patienten randomisiert der Behandlung mit Rasagilin 1 mg täglich (134

Patienten), Rasagilin 2 mg täglich (132 Patienten) oder Placebo (138 Patienten) zugeteilt und 26

Wochen lang doppelblind behandelt.

In dieser Studie war der primäre Zielparameter für die Wirksamkeit die Veränderung gegenüber dem

Ausgangswert des Gesamtscores der Unified Parkinson's Disease Rating Scale (UPDRS, Teile I-III).

Der Unterschied zwischen der mittleren Veränderung gegenüber dem Ausgangswert bis Woche

26/Studienende (LOCF = Last Observation Carried Forward) war statistisch signifikant (für

Rasagilin 1 mg im Vergleich zu Placebo –4.2, 95% CI [–5.7, –2.7]; p<0.0001; für Rasagilin 2 mg im

Vergleich zu Placebo –3.6, 95% CI [–5.0, –2.1]; p <0.0001).

Kombinationstherapie mit Levodopa/Decarboxylasehemmer

In Studie II wurden 687 Patienten randomisiert den folgenden drei Behandlungsgruppen zugewiesen:

Jeweils zusätzlich zu festgelegten Dosen von Levodopa/Decarboxylasehemmer erhielten die

Patienten entweder Rasagilin 1 mg täglich (231 Patienten), Entacapon (ein Catechol-O-

Methyltransferase-Hemmer [COMT]) 200 mg zu jeder Levodopa-Gabe (227 Patienten) oder Placebo

(229 Patienten). Behandelt wurde doppelblind während 18 Wochen.

In Studie III wurden 472 Patienten, zusätzlich zu einer Levodopa/Decarboxylasehemmer-Therapie,

randomisiert einer Behandlung mit entweder Rasagilin 0.5 mg täglich (164 Patienten) oder Rasagilin

1 mg täglich (149 Patienten) oder Placebo (159 Patienten) zugeordnet und 26 Wochen lang

doppelblind behandelt.

In beiden Studien war der primäre Zielparameter für die Wirksamkeit die Veränderung der

durchschnittlichen Anzahl Stunden, die während des Tages im «OFF»-Stadium verbracht wurden,

zwischen Ausgangswert und Behandlungsperiode (ermittelt aus «24-Stunden»-Tagebüchern, die an

jeweils 3 Tagen vor jeder Studienvisite ausgefüllt wurden).

In Studie II betrug die mittlere Differenz in Bezug auf die Anzahl Stunden, die im «OFF»-Stadium

verbracht wurden für Rasagilin 1 mg, im Vergleich zu Placebo -0.78 h, 95% CI [–1.18, –0.39], p=

0.0001. Die durchschnittliche tägliche Gesamtabnahme der OFF-Zeit in der Entacapon-Gruppe (-

0.80 h, 95% CI [–1.20, –0.41], p <0.0001) war derjenigen in der mit Rasagilin 1 mg behandelten

Gruppe ähnlich. In Studie III betrug die mittlere Differenz für Rasagilin 1 mg im Vergleich zu

Placebo –0.94 h, (95% CI [–1.36, –0.51], p <0.0001). Auch in der mit Rasagilin 0.5 mg behandelten

Gruppe kam es zu einer statistisch signifikanten Besserung gegenüber Placebo, das Ausmass der

Besserung war jedoch geringer (–0.49 h, 95% CI [–0.91, –0.08], p <0.0001).

Zu den sekundären Zielparametern für die Wirksamkeit zählten die Gesamtbeurteilung der

Besserung durch den Studienarzt, die Activities of Daily Living (ADL)-Subskala im «OFF»-Stadium

und das motorische UPDRS-Ergebnis in der ON-Phase. Rasagilin zeigte einen im Vergleich zu

Placebo statistisch signifikanten Nutzen.

Pharmakokinetik

Absorption

Rasagilin wird rasch resorbiert und erreicht innerhalb von ca. 0.5 h maximale Plasmakonzentrationen

(Cmax). Die absolute Bioverfügbarkeit einer Rasagilin-Einzeldosis beträgt ca. 36%.

Nahrung hat keinen Einfluss auf die Tmax von Rasagilin, wenn auch Cmax und Exposition (AUC)

um rund 60% bzw. 20% vermindert sind, wenn das Arzneimittel zusammen mit einer sehr fettreichen

Mahlzeit eingenommen wird. Da die AUC nicht signifikant beeinflusst wird, kann Rasagilin mit oder

ohne Nahrung eingenommen werden.

Distribution

Das mittlere Verteilungsvolumen nach intravenöser Gabe einer Einzeldosis Rasagilin beträgt 243

Liter, was zeigt, dass Rasagilin eine weitaus höhere Gewebebindung als Plasmaproteinbindung

aufweist. Nach einer oralen Einzeldosis von 14C-markiertem Rasagilin beträgt die

Plasmaproteinbindung der Radioaktivität (inklusive Rasagilin und verwandtes Material) 12 Stunden

nach Verabreichung ungefähr 60 bis 70%.

Metabolismus

Vor der Ausscheidung wird Rasagilin fast vollständig in der Leber metabolisiert. Der Stoffwechsel

von Rasagilin verläuft über zwei Hauptwege: N-Dealkylierung und/oder Hydroxylierung, wobei 1-

Aminoindan, 3-Hydroxy-N-propargyl-1-aminoindan und 3-Hydroxy-1-aminoindan entstehen. In-

vitro-Untersuchungen zeigen, dass beide Stoffwechselwege von Rasagilin vom Cytochrom-P450-

System abhängig sind und CYP1A2 das hauptsächlich am Rasagilin-Metabolismus beteiligte

Isoenzym ist. Des Weiteren wurde nachgewiesen, dass die Konjugation von Rasagilin und seinen

Metaboliten ebenfalls ein wichtiger Eliminationsweg ist, wobei Glucuronide gebildet werden.

Elimination

Nach oraler Gabe von 14C-markiertem Rasagilin erfolgt die Elimination in erster Linie über den

Harn (62.6%) und in zweiter Linie über die Faeces (21.8%); insgesamt wurden über einen Zeitraum

von 38 Tagen 84.4% der Dosis wieder gefunden. Weniger als 1% Rasagilin wird unverändert über

den Harn ausgeschieden.

Linearität/Nicht-Linearität

Rasagilin zeigt im Bereich von 0.5–2 mg ein Dosis-lineares pharmakokinetisches Verhalten. Seine

terminale Halbwertszeit beträgt 0.6–2 Stunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion: Bei Patienten mit leicht eingeschränkter Leberfunktion

waren AUC und Cmax um 80% bzw. 38% erhöht (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»). Patienten mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung wiesen einen Anstieg

der AUC und Cmax um 568% bzw. 83% auf (siehe «Kontraindikationen»).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion: Die pharmakokinetischen Parameter von Rasagilin

waren bei Patienten mit leicht (CLcr 50–80 ml/Min.) bzw. mittelschwer (CLcr 30–49 ml/Min.)

eingeschränkter Nierenfunktion mit denjenigen von gesunden Personen vergleichbar.

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, chronischen Toxizität und

Reproduktionstoxizität, lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen

erkennen. Die sicherheitspharmakologischen Untersuchungen sind zurzeit noch nicht abgeschlossen.

Rasagilin wies in-vivo und in verschiedenen In-vitro-Testsystemen anhand von Bakterien oder

Hepatozyten kein genotoxisches Potential auf. Bei Vorliegen einer metabolischen Aktivierung

induzierte Rasagilin eine Zunahme von Chromosomenaberrationen bei Konzentrationen mit

übermässiger Zytotoxizität, die unter klinischen Anwendungsbedingungen nicht erreichbar sind.

Rasagilin war bei Ratten bei einer systemischen Exposition, die dem 84- bis 339-fachen der

erwarteten Plasmaexpositionen beim Menschen bei einer Dosierung von 1 mg/Tag entsprach, nicht

karzinogen. Bei Mäusen wurden bei systemischen Expositionen, die dem 144- bis 213-fachen der

erwarteten Plasmaexposition beim Menschen bei einer Dosierung von 1 mg/Tag entsprachen,

erhöhte Inzidenzen kombinierter bronchiolärer/alveolärer Adenome und/oder Karzinome beobachtet.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

57065 (Swissmedic).

Packungen

Packungen zu 30 und 100 Tabletten (Aluminium/Aluminium-Blisterpackungen). [B]

Zulassungsinhaberin

Teva Pharma AG, Basel.

Stand der Information

März 2018.

Interne Versionsnummer: 2.4

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