Azactam 2 g - Trockenstechampulle

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

14-04-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

26-03-2019

Wirkstoff:
AZTREONAM
Verfügbar ab:
Bristol-Myers Squibb GmbH
ATC-Code:
J01DF01
INN (Internationale Bezeichnung):
aztreonam
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-18329
Berechtigungsdatum:
1987-09-04

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Azactam 2 g - Trockenstechampulle

Wirkstoff: Aztreonam

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Azactam und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Azactam beachten?

Wie ist Azactam anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Azactam aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Azactam und wofür wird es angewendet?

Der Wirkstoff in Azactam, Aztreonam, ist ein Antibiotikum der Monobactam-Gruppe.

Azactam wird bei Erwachsenen und Kindern im Alter von über einer Woche angewendet für die Behandlung

von schweren Infektionen mit Aztreonam-empfindlichen Keimen.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Azactam beachten?

Azactam darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Aztreonam oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile

dieses Arzneimittels sind

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Azactam bei Ihnen angewendet wird,

wenn bei Ihnen früher schon einmal eine Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Antibiotika

aufgetreten ist

wenn bei Ihnen eine Störung der Leber- oder Nierenfunktion vorliegt. Kontrollen des Blutbildes

sowie Nieren- und Leberfunktionskontrollen sind angezeigt.

wenn Sie Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer) einnehmen

wenn Sie gleichzeitig mit einem Aminoglykosid-Antibiotikum behandelt werden

Falls Sie während oder nach der Anwendung von Azactam anhaltenden Durchfall bekommen, teilen Sie dies

unbedingt Ihrem Arzt mit. Er wird untersuchen, ob es sich möglicherweise um Clostridium difficile -

assoziierten

Durchfall

(CDAD)

handelt,

welcher

durch

fast

alle

Antibiotika,

einschließlich

Azactam,

verursacht werden kann. Gegebenenfalls muss die Therapie mit Azactam abgesetzt werden.

Wie bei anderen Antibiotika kann es auch bei längerer Anwendung von Azactam zu vermehrtem Wachstum

von nicht-empfindlichen Keimen kommen. Diese Folgeinfektion wird Ihr Arzt entsprechend behandeln.

Azactam kann krankhafte Zustände des Gehirns (Enzephalopathien) auslösen, die sich z.B. durch Verwirrtheit,

Beeinträchtigung des Bewußtseins, Krampfanfälle oder Bewegungsstörungen äussern können. Diese können

insbesondere bei Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion als auch infolge einer Überdosierung

auftreten.

In Fällen von Störungen des Blutbildes oder Hautveränderungen wird Ihr Arzt gegebenenfalls die Therapie

mit Azactam abbrechen.

Bitte melden Sie erste Anzeichen von Nebenwirkungen, insbesondere schwere Durchfälle,

Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschläge, Pulsjagen, Atemnot oder eine Verschlechterung des

Allgemeinzustandes unverzüglich Ihrem Arzt.

Anwendung von Azactam zusammen mit anderen Arzneimitteln

Einige Antibiotika können die Wirkung von Azactam und anderen Betalaktam-Antibiotika beeinträchtigen.

Bei gleichzeitiger Gabe von Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer) wird eine entsprechende Überwachung

durchgeführt. Unter Umständen ist eine Dosisanpassung der Gerinnungshemmer erforderlich.

Mit den Antibiotika Gentamicin, Cefradin, Clindamycin und Metronidazol wurden keine Wechselwirkungen

nachgewiesen.

Die gleichzeitige Anwendung von Probenecid (zur Behandlung der Gicht) oder Furosemid (zur

Flüssigkeitsausscheidung aus dem Körper) mit Azactam führt zu einer in klinischer Hinsicht unbedeutenden

Erhöhung der Blutwerte von Azactam.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Anwendung von Azactam zusammen mit Alkohol

Eine Reaktion vom Disulfiram-Typ (gezielte Hemmung des Alkohol abbauenden Enzyms in der Leber) bei

der gleichzeitigen Einnahme von Alkohol ist nicht zu erwarten.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Informieren Sie Ihren Arzt über eine zwischenzeitlich eingetretene Schwangerschaft.

Es liegen keine klinischen Studien mit schwangeren Frauen vor. Azactam ist daher nur nach sorgfältiger

Nutzen/Risiko-Abwägung an Schwangere zu verabreichen.

Der Wirkstoff von Azactam gelangt in die Muttermilch, daher ist unter einer Aztreonam-Therapie eine

Unterbrechung des Stillens zu erwägen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

!

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Ihre Reaktionsfähigkeit kann während der Behandlung mit Azactam beeinträchtigt sein. Dies sollte Ihnen in

Situationen bewusst sein, in denen erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich ist, z. B. beim Lenken eines

Fahrzeugs und beim Bedienen von Maschinen.

Azactam enthält Arginin

Dies kann einen Anstieg der Werte von Arginin, Insulin und indirektem Bilirubin im Blut bewirken.

3.

Wie ist Azactam anzuwenden?

Azactam

durch

Arzt

entsprechend

nachfolgenden

Angaben

bzw.

Angaben

Fachinformation anzuwenden. Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Die Dosierung richtet sich nach der Schwere der Infektion, der Empfindlichkeit des Erregers sowie dem

Alter, Gewicht und der Nierenfunktion des Patienten.

Erwachsene:

Die Dosierung variiert von 1 g bis maximal 8 g täglich. Diese Dosis kann auf bis zu vier Tagesdosen verteilt

gegeben werden. Ihr Arzt wird die Dosis ihrer Krankheit entsprechend festlegen.

Kinder und Jugendliche:

Die übliche Dosis für Kinder im Alter von über einer Woche beträgt 30 mg/kg Körpergewicht alle 6 bis

8 Stunden. Diese Dosis kann bei Patienten im Alter von 2 Jahren oder älter mit schweren Infektionen auf

50 mg/kg alle 6 bis 8 Stunden erhöht werden. Für Neugeborene unter einer Woche liegen noch keine

ausreichenden Erfahrungen vor.

Die maximale tägliche Dosis für Kinder darf die maximale empfohlene Dosis für Erwachsene nicht

überschreiten.

Ältere Patienten:

Bei älteren Patienten liegt möglicherweise eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion vor. Die Dosis muß

daher eventuell nach Ermittlung der Kreatinin-Clearance angepaßt werden.

Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion:

Ihr Arzt wird möglicherweise die Dosierung an Ihre Nieren- oder Leberfunktion anpassen.

Dauer der Anwendung

Abhängig von der Schwere der Infektion beträgt die Behandlungsdauer im Allgemeinen 5 bis 14 Tage. In

Ausnahmefällen kann auch über längere Zeit mit Aztreonam weiterbehandelt werden.

Art der Anwendung

Intramuskuläre oder intravenöse Injektion, intravenöse Infusion

Wenn Sie eine größere Menge von Azactam angewendet haben, als Sie sollten

Da Sie Azactam von medizinischem Fachpersonal verabreicht bekommen, ist die Gefahr, daß Sie eine

größere Menge Azactam erhalten, als Sie sollten, gering. Im Falle einer versehentlichen Überdosierung

werden Sie engmaschig überwacht werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Die folgenden Nebenwirkungen erfordern dringende medizinische Behandlung:

schwere allergische Reaktionen auf dieses Arzneimittel beinhalten:

- (hohes) Fieber

- Gelenksschmerzen

- Schwellungen des Halses, der Augenlider, von Gesicht und Lippen

schwere Hautreaktionen wie

- schwere Hautausschläge, die Blasen bilden können, wobei Augen, Mund, Hals und Genitalien betroffen

sein können

schwere Durchfälle oder blutige Durchfälle (siehe Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen")

Gelegentliche Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen:

Erhöhung eines bestimmten Blutwertes (Serumkreatinins)

Seltene Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen:

Entzündung

Scheide,

Pilzbefall

Scheide,

Mehrfachinfektion

resistenten

Keimen,

stark

verringerte Zahl aller Blutzellen, die zu Schwäche, erhöhter Anfälligkeit für Infektionen und vermehrten

Blutergüssen führt (Panzytopenie); starke Verminderung der Blutplättchen, wodurch erhöhtes Risiko einer

Blutung

Neigung

Blutergüssen

besteht

(Thrombozytopenie);

erhöhte

Anzahl

Blutplättchen

(Thrombozythämie), erhöhte Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozytose), verringerte Anzahl an

neutrophilen Granulozyten im Blut (Neutropenie), verminderte Anzahl roter Blutkörperchen, die zu Blässe,

Schwäche

Kurzatmigkeit

führen

kann

(Anämie);

erhöhte

Zahl

eosinophilen

Granulozyten

(Eosinophilie), Verwirrtheitszustand, Schlaflosigkeit, Krampfanfälle, Taubheitsgefühl und Kribbeln in den

Gliedmaßen,

Schwindel,

Kopfschmerz,

Schläfrigkeit,

Doppeltsehen

(Diplopie),

plötzlich

oder

ständig

auftretende Ohrgeräusche, Ohrensausen (Tinnitus), niedriger Blutdruck (Hypotonie), Blutungen, Schnaufen,

erschwerte

Atmung

(Dyspnoe),

Niesen,

Nasenverstopfung,

Giemen,

Blutungen

Verdauungstrakt,

Entzündung des Dickdarms (pseudomembranöse Kolitis), Mundgeruch, Entzündung der Leber (Hepatitis),

Gelbsucht, Muskelschmerzen, Brustspannen, Brustschmerz, Fieber, Schwächegefühl, Unwohlsein, EKG-

Veränderungen,

Gerinnungsstörungen

(Anstieg

Prothrombin-

partiellen

Thromboplastinzeit),

positiver Coombs-Test (Verfahren zum Nachweis von Antikörpern gegen Erythrozyten)

Nicht bekannte Nebenwirkungen (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Allergische (Überempfindlichkeits-) Reaktion, häufig einhergehend mit Blutdruckabfall, Schwindel, Übelkeit

und evtl. Atemnot; krankhafte Zustände des Gehirns (Enzephalopathien), die sich z.B. durch Verwirrtheit,

Beeinträchtigung des Bewußtseins, Krampfanfälle oder Bewegungsstörungen äussern können, allergische,

schmerzhafte Schwellung von Haut und Schleimhaut v.a. in Gesicht, Zunge, Stimmritze (Angioödem);

Geschmacksveränderungen, Herzrasen, Phlebitis (Gefäßentzündung)/Thrombophlebitis (Blutgerinnsel und

Entzündung

einer

oberflächlichen

Vene),

Hitzegefühl,

Atemnot

durch

Verengung

Atemwege

(Bronchospasmus);

Bauchschmerzen,

Geschwüre

Mund

(Aphten),

Übelkeit,

Brechreiz

und/oder

Erbrechen, vereinzelte Fälle von C. difficile-assoziiertem Durchfall, Juckreiz, schwere Erkrankung der Haut

mit Rötung, ausgedehnter Blasenbildung und Ablösung der Haut und auch Schleimhaut (Toxische epidermale

Nekrolyse); Rötung, hervorgerufen durch eine entzündliche Erkrankung der Haut (Erythema exsudativum

multiforme); Hautentzündung mit großflächiger Schuppung (exfoliative Dermatitis), vermehrtes Schwitzen,

stecknadelgroße

rote

Punkte

Haut,

verursacht

durch

Blutungen

(Petechien);

kleinfleckige

Kapillarblutungen

Haut,

Unterhaut

oder

Schleimhäute

(Purpura);

Nesselsucht,

Hautrötung,

Ausschlag, Juckreiz, Brennen an der Injektionsstelle (bei schneller Injektion), vorübergehender Anstieg der

Transaminasen und der alkalischen Phosphatase

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

Österreich

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit

dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Azactam aufzubewahren?

Nicht über 25°C lagern. Durchstechflaschen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu

schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett, dem Umkarton nach Verwendbar bis angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen

Monats.

Azactam wird vom medizinischen Fachpersonal in einem speziellen Bereich zubereitet und Ihnen dann

verabreicht.

Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Azactam enthält

Der Wirkstoff ist: Aztreonam

1 Durchstechflasche enthält 2000 mg Aztreonam

Der sonstige Bestandteil ist: Arginin

Wie Azactam aussieht und Inhalt der Packung

Azactam ist ein weißes bis cremefarbenes Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung.

1 Durchstechflasche zu 15 ml aus farblosem Glas, verschlossen mit Gummistopfen und Aluminiumkappe.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

Bristol-Myers Squibb GesmbH

1200 Wien

Hersteller:

Swords Laboratories T/A Bristol-Myers Squibb

Pharmaceutical Operations, External Manufacturing

Plaza 254

Blanchardstown Corporate Park 2

Dublin 15, D15 T867

Irland

CATALENT ANAGNI S.R.L.

Loc. Fontana del Ceraso snc

Strada Provinciale 12 Casilina N. 41

03012 ANAGNI (FR)

Italien

Z.Nr.: 1-18329

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2020.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Überdosierung

Symptome

Bei Gabe sehr hoher Dosen kann es zu zentralnervösen Erregungszuständen, Myoklonien und Krämpfen

kommen. Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion, Epilepsie und Meningitis ist das Risiko des

Auftretens dieser unerwünschten Wirkungen erhöht.

Therapie

Beim Auftreten von Krämpfen empfiehlt sich eine sedierende Therapie, bei anaphylaktischen Reaktionen ist

eine sofortige Notfalltherapie einzuleiten.

Aztreonam kann durch Hämodialyse und/oder Peritonealdialyse entfernt werden.

Es zeigte sich, dass Aztreonam durch kontinuierliche arteriovenöse Hämofiltration aus dem Serum entfernt

werden kann.

Eine

therapeutische

Anwendung

beta-Lactamantibiotika,

einschließlich

Aztreonam,

kann

Enzephalopathien (z.B. Konfusion, Beeinträchtigung des Bewußtseins, Epilepsie, Bewegungsstörungen)

auslösen. Diese können insbesondere bei Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion als auch infolge

einer Überdosierung auftreten

Inkompatibilitäten

Mit Nafcillin-Natrium, Cefradin und Metronidazol sind Aztreonamlösungen nicht kompatibel. Daten zur

Kompatibilität mit anderen Arzneimitteln liegen nicht vor.

In 0,9%iger Natriumchlorid-Lösung oder 5%-iger Glukoselösung können Azactam-Infusionslösungen (nicht

über 2% w/v) mit Clindamycin-Phosphat, Gentamycin-Sulfat, Cefazolin-Natrium in den üblichen klinisch

verwendeten Konzentrationen gemischt werden.

Mischungen

anderen

Arzneistoffen

oder

Mischungen

oben

genannten

Arzneistoffen

Konzentrationen außerhalb der Spezifikation sind nicht empfohlen, da keine Daten zur Kompatibilität

vorliegen.

Dauer der Haltbarkeit nach Rekonstitution:

Injektionslösungen von Azactam 1 g oder 2 g -Trockensubstanz für i.m.-Injektionen und Infusionslösungen

(maximal 2% w/v) können 24 Stunden bei Raumtemperatur aufbewahrt werden.

Mischungen mit den in Punkt 6.2 empfohlenen Antibiotika sind bei Raumtemperatur für 48 Stunden oder

gekühlt 7 Tage stabil.

Aztreonam-Infusionslösungen mit Ampicillin-Zusatz in 0,9% Natriumchlorid sind gekühlt für 48 Stunden, und

bei Raumtemperatur 24 Stunden haltbar; die Stabilität in 5%-iger Glukoselösung beträgt gekühlt 8 Stunden,

und bei Raumtemperatur 2 Stunden.

Injektionslösungen, die konzentrierter als 2% w/v sind und intravenös verabreicht werden sollen, müssen

unmittelbar nach Herstellung verwendet werden.

Sonstige Hinweise zur Handhabung:

Nach Zusetzen des Lösungsmittels soll die Durchstechflasche sofort kräftig geschüttelt werden. Abhängig von

der Aztreonam-Konzentration und dem Lösungsmittel ist die zubereitete Injektions- bzw. Infusionslösung

farblos bis leicht gelblich; sie kann beim Stehenlassen leicht rosa werden (die Wirksamkeit wird dadurch nicht

beeinträchtigt). Sämtliche Parenteralia sollten generell vor der Verabreichung visuell auf Partikel und

Verfärbung geprüft werden, wenn dies Lösung bzw. Behälter zulassen.

Fertige Lösungen dürfen nur einmal verwendet, etwaige Reste müssen vernichtet werden.

Intramuskuläre Injektion:

1 g Trockensubstanz soll in wenigstens 3 ml Wasser für Injektionszwecke, bakteriostatischem Wasser für

Injektionszwecke (mit Benzylalkohol oder mit Methyl- oder Propylparabenen), isotoner Kochsalzlösung oder

bakteriostatischer Kochsalzlösung (mit Benzylalkohol) gelöst werden (Gesamtvolumen ca. 4 ml). Die

verschiedenen

Stärken

oder

Azactam

sind

entsprechenden

Menge

Wasser

für

Injektionszwecke oder isotoner Kochsalzlösung aufzulösen.

Bitte beachten: Lösungsmittel, die Benzylalkohol beinhalten, sind nicht für die Anwendung bei Neugeborenen

geeignet.

Intravenöse Injektion:

Der Inhalt einer Durchstechflasche wird in 6-10 ml Wasser für Injektionszwecke gelöst.

Intravenöse Kurzinfusion und Infusion:

Die verschiedenen Stärken (1 g oder 2 g) von Azactam sind in der entsprechenden Menge Wasser für

Injektionszwecke aufzulösen:

z.B. 1 g Aztreonam wird in mindestens 3 ml Wasser gelöst.

Diese Lösung kann (mit Ausnahme von Natriumhydrogencarbonatlösungen) mit folgenden Elektrolyt-,

Glukose- und Mannitol-Lösungen zur Infusion weiter verdünnt werden, wie z.B.:

Natriumchloridlösung 0,9%

Ringerlösung (mit Milchsäure)

Glukose-Lösung 5%

Glukose-Lösung 10%

Glukose-Lösung

Natriumchloridlösung

0,9%,

0,45%

oder

0,2%

Natriumlactatlösung

(M/6

Natriumlactat)

Mannitollösung 5%

Mannitollösung 10%

Die Endkonzentration von Aztreonam soll 2% w/v nicht übersteigen.

Nach Auflösen in Wasser für Injektionszwecke sind pro Gramm Aztreonam mindestens 50 ml der geeigneten

Infusionslösung erforderlich (z.B. mindestens 50 ml Azactam 1 g-Trockensubstanz).

Aztreonam-Infusionslösungen sollen nicht mit anderen Arzneimitteln außer mit den nachfolgend angeführten

Antibiotika gemischt werden (siehe auch Punkt Inkompatibilitäten weiter oben):

Clindamycin-Phosphat, Gentamycin-Sulfat, Cefazolin-Natrium.

Soll eine Lösung von Azactam abwechselnd mit einem anderen, nicht kompatiblen, Arzneimittel über den

gleichen Infusionsschlauch infundiert werden, muss der Infusionsschlauch vor und nach Verabreichung mit

einer geeigneten Infusionslösung, welche mit beiden Arzneimitteln kompatibel ist (siehe auch Punkt 6.2),

durchgespült werden. Die beiden Arzneimittel sollten nicht gleichzeitig verabreicht werden.

Damit die komplette Dosis infundiert wird, muss bei der Anwendung eines 3-Wege-Hahn Infusionsbestecks

darauf geachtet werden, dass das notwendige berechnete Volumen Aztreonam-Lösung verabreicht wird. Es

kann auch während der Verabreichung einer kompatiblen Infusionslösung mittels eines Infusionsbestecks mit

Volumenkontrolle

Azactam

initialen

Verdünnung

beigefügt

werden.

diesem

Fall

sollte

Endkonzentration von Aztreonam 2% w/v nicht übersteigen.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

AZACTAM 1 g – Trockenstechampulle

AZACTAM 2 g – Trockenstechampulle

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

AZACTAM 1 g – Trockenstechampulle

1 Durchstechflasche enthält 1000 mg Aztreonam

AZACTAM 2 g – Trockenstechampulle

1 Durchstechflasche enthält 2000 mg Aztreonam

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Injektion- bzw. Infusionslösung

Weißes bis cremefarbenes Pulver

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1.

Anwendungsgebiete

Durch Aztreonam-empfindliche Erreger verursachte bakterielle Infektionen (siehe Abschnitt 5.1):

Infektionen der Nieren und der ableitenden Harnwege (komplizierte und unkomplizierte),

einschließlich Pyelonephritis und Cystitis (initial und rezidivierend) und asymptomatische

Bakteriurie.

Infektionen im Bereich der unteren Atemwege einschließlich Pneumonie und Bronchitis. Bei der

Behandlung von akuten pulmonalen Exazerbationen bei Patienten mit zystischer Fibrose kommt

es zu einer Verbesserung des klinischen Bildes.

zystische Fibrose

Meningitis, verursacht durch Haemophilus influenzae und Neisseria meningitidis

Infektionen der Knochen und Gelenke

Infektionen der Haut- und Weichteilgewebe, einschließlich jener, die mit post-operativen

Wunden, Geschwüren und Verbrennungen verbunden sind.

Infektionen des Bauchraumes (z.B. Peritonitis)

Infektionen in der Gynäkologie, einschließlich Adnexitis, Endometritis und Parametritis.

Sepsis bei Komplikationen nach Behandlung von primären Infektionen des Respirationstraktes,

der Harnwege, der Haut und Weichteile

Gonorrhoe (akute, unkomplizierte urogenitale oder anorektale Infektionen durch beta-Lactamase

produzierende oder nicht-produzierende Stämme von N. gonorrhoeae)

in der Chirurgie als zusätzliche Therapie bei durch empfindliche Keime ausgelöste Infektionen.

Bei Infektionen, bei denen grampositive oder anaerobe Keime vermutet werden oder nachgewiesen

wurden, muss AZACTAM gemeinsam mit einem anderen Antibiotikum angewendet werden, um

geeigneten Schutz zu gewährleisten.

Die offiziellen Empfehlungen und Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von Antibiotika sind

bei der Anwendung von Azactam zu beachten.

4.2.

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Dosierung richtet sich nach der Schwere der Infektion, der Empfindlichkeit des Erregers, dem

Alter, dem Gewicht und der Nierenfunktion des Patienten.

Erwachsene

Art der Infektion

Dosis von Aztreonam

Dosierungsintervalle (Stunden)

Infektionen

Nieren

ableitenden Harnwege

500 mg bzw. 1 g

8 bzw. 12

Mittelschwere

systemische

Infektionen

1 g bzw. 2 g

8 bzw. 12

Schwere

systemische

oder

lebensbedrohliche Infektionen

6 bzw. 8

Eine maximale Tagesdosis von 8 g Aztreonam soll nicht überschritten werden.

Bei einer Einzelgabe von mehr als 1 g Aztreonam, einer bakteriellen Sepsis oder einem lokalisierten

Parenchym-Abszess (z.B. Abszess im Abdomen), Peritonitis oder anderen schweren systemischen

oder lebensbedrohlichen Infektionen soll Aztreonam intravenös verabreicht werden.

Bei systemischen Infektionen, hervorgerufen durch Pseudomonas aeruginosa, wird wegen des oft

schweren Verlaufs eine Initialtherapie mit 2 g Aztreonam alle 6 oder 8 Stunden empfohlen.

Bei akuter unkomplizierter Gonorrhoe und akuter unkomplizierter Cystitis ist eine Einmalgabe von 1 g

Aztreonam intramuskulär wirksam.

Kinder und Jugendliche

Die übliche Dosis für Kinder im Alter von über einer Woche beträgt 30 mg/kg Körpergewicht alle

6 bis 8 Stunden. Für Patienten ab 2 Jahren mit schweren Infektionen werden 50 mg/kg alle 6 bis

8 Stunden empfohlen. Bei der Behandlung von Infektion durch P. aeruginosa beträgt die empfohlene

Dosis für alle Patienten 50 mg/kg alle 6 bis 8 Stunden.

Für

Neugeborene

einem

Lebensalter

unter

einer

Woche

liegen

noch

keine

ausreichenden

klinischen Erfahrungen vor.

Die maximale tägliche Dosis für Kinder und Jugendliche darf die maximale empfohlene Dosis für

Erwachsene nicht überschreiten.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist die Nierenfunktion der bestimmende Faktor für die Dosierung, da bei diesen

Patienten die Nierenfunktion häufig eingeschränkt ist. Der Serumkreatinin-Spiegel ist möglicherweise

nicht zur Bestimmung der Nierenfunktion geeignet. Daher soll wie bei allen Antibiotika, die über die

Niere ausgeschieden werden, die Kreatinin-Clearance ermittelt und die Dosis entsprechend angepasst

werden.

Kombinationstherapie

schweren

Infektionen

erfahrungsgemäß

hoher

Wahrscheinlichkeit

Auftretens

grampositiven Keimen oder Anaerobiern soll initial Aztreonam mit anderen Antibiotika, die gegen

diese Keime ausreichend wirksam sind, verabreicht werden.

Bei Patienten mit schweren Pseudomonas-Infektionen kann sich die Kombination von Aztreonam mit

einem Aminoglykosid wegen der synergistischen Wirkung als nützlich erweisen.

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit vorübergehender oder persistierender Niereninsuffizienz kann es zu einem länger

anhaltenden Serumspiegel von Aztreonam kommen.

Die Gesamtdosis von Aztreonam muss demnach der Nierenfunktion angepasst werden. Bei Patienten

eingeschränkter

Nierenfunktion

(verminderter

Kreatinin-Clearance)

soll

üblichen

Initialdosis von Aztreonam begonnen werden. Die anschließende Erhaltungsdosis ist abhängig von der

Kreatinin-Clearance:

Kreatinin-Clearance (ml/min/1,73 m

2

)

Erhaltungsdosis

30 und höher

Standard (obiges Schema)

10 bis 30

halbe Dosis

unter 10

ein Viertel der Dosis*

*im gewohnten gleichbleibenden Intervall von 6,8 oder 12 Stunden

Werden Patienten mit schweren oder lebensbedrohlichen Infektionen hämodialysiert, soll zusätzlich

zur Erhaltungsdosis nach jeder Hämodialyse 1/8 der Initialdosis verabreicht werden.

Erfahrungen bei Kindern mit eingeschränkter Nierenfunktion liegen nicht vor.

Bei älteren Patienten ist eine möglicherweise eingeschränkte Nierenfunktion zu berücksichtigen.

Dosierung bei eingeschränkter Leberfunktion

Die Erfahrungen bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sind limitiert. Es wird empfohlen,

bei Patienten mit alkoholischer Leberzirrhose in Langzeitbehandlung die Dosis um 20–25% zu

reduzieren;

dies

gilt

besonders,

wenn

gleichzeitig

Nierenfunktion

beeinträchtigt

ist.

Dosisänderungen

Patienten

stabiler

biliärer

Zirrhose

oder

anderen

chronischen

Lebererkrankungen sind nicht nötig, außer bei gleichzeitiger Beeinträchtigung der Nierenfunktion.

Dauer der Anwendung

Abhängig von der Schwere der Infektion beträgt die Behandlungsdauer im Allgemeinen 5 bis 14 Tage.

In Ausnahmefällen kann auch bis zum Verschwinden der Krankheitserreger, bzw. bis die Symptome

beseitigt sind, über längere Zeit mit Aztreonam weiterbehandelt werden.

Art der Anwendung

Intramuskuläre Injektion, intravenöse Injektion oder Infusion

Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung siehe Abschnitt 6.6, unter Sonstige

Hinweise zur Handhabung.

Intramuskuläre Injektion:

Die intramuskuläre Injektion soll tief intramuskulär (z.B. M. glutaeus maximus) verabreicht werden.

Zusatz

eines

Lokalanästhetikums

soll

nicht

erfolgen.

Wegen

großen

Substanz-

Lösungsmittelmenge

sollen

Einzeldosen

über

Trockensubstanz

(Aztreonam)

dringend

notwendigen Fällen i.m. verabreicht werden.

Intravenöse Injektion:

Die Lösung soll langsam während einer Applikationsdauer von 3-5 Minuten direkt in die Vene oder in

den Schlauch eines Infusionsbestecks injiziert werden.

Intravenöse Kurzinfusion und Infusion:

AZACTAM 1 g oder 2 g-Trockensubstanz kann als Kurzinfusion verabreicht werden.

Infusionsdauer: 20-60 Minuten

4.3.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4.

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allergische Reaktionen

Generell ist Vorsicht bei Patienten mit Allergieneigung (besonders bei Arzneimittelallergien gegen

strukturähnliche Wirkstoffe) oder Asthma geboten. Tritt nach Verabreichung des Präparates eine

allergische

Reaktion

auf,

dieses

abzusetzen

eventuell

eine

unterstützende

Behandlung

einzuleiten.

Schwere

Überempfindlichkeitsreaktionen

erfordern

entsprechende

Notfallmaßnahmen

einschließlich der Gabe von Adrenalin.

Die bisherigen Untersuchungen haben gezeigt, dass Patienten mit einer bekannten Penicillinallergie

keine Überempfindlichkeit gegenüber Aztreonam zeigen, dennoch ist auch in diesen Fällen Vorsicht

geboten.

Eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion

Anwendung

Patienten

einer

Nierenfunktionsstörung

sollte

vorsichtig

erfolgen;

Dosierung ist entsprechend dem Grad der Nierenfunktionsstörung anzupassen (siehe 4.2).

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen ist Vorsicht geboten (siehe 4.2).

Kontrollen des Blutbildes sowie Nieren- und Leberfunktionskontrollen sind angezeigt.

Eine Überwachung des Säuren-Basen-Haushaltes ist erforderlich.

Schwere Störungen des Blutbildes / der Haut

Im Rahmen der Behandlung mit Aztreonam wurden Fälle von schweren Störungen des Blutbildes (u.a.

Pancytopenie) sowie schwere Erkrankungen der Haut (u.a. Epidermolysis acuta toxica) berichtet. In

beiden Fällen wird das Absetzen von Aztreonam empfohlen.

Krampfanfälle

seltenen

Fällen

treten

Konvulsionen

während

einer

Therapie

Beta-Lactamantibiotika

einschließlich Aztreonam auf (siehe Abschnitt 4.8).

Enzephalopathien

Eine

therapeutische

Anwendung

Betalaktamasen,

einschließlich

Aztreonam,

kann

Enzephalopathien

(z.B.

Konfusion,

Beeinträchtigung

Bewußtseins,

Epilepsie,

Bewegungsstörungen) auslösen. Diese können insbesondere bei Patienten mit einer eingeschränkten

Nierenfunktion als auch infolge einer Überdosierung auftreten.

Clostridium difficile assoziierter Durchfall (CDAD)

Clostridium

difficile

assoziierter

Durchfall

(CDAD)

wurde

Anwendung

fast

allen

antibakteriellen Substanzen, einschließlich AZACTAM beobachtet und variiert in der Schwere von

mildem Durchfall bis hin zu tödlicher Kolitis. CDAD muss bei allen Patienten, bei denen nach der

Anwendung von Antibiotika Durchfall auftritt, in Betracht gezogen werden. Eine genaue medizinische

Anamnese

notwendig,

Fälle

CDAD

Monate

nach

Gabe

antibakteriellen

Substanzen auftraten. Wird ein CDAD vermutet oder nachgewiesen, muss die nicht gegen C. difficile

gerichtete

laufende

antibiotische

Behandlung

sofort

abgebrochen

werden.

Peristaltik-hemmende

Präparate sind kontraindiziert.

Verlängerung der Prothrombinzeit / Anstieg der Aktivität von oralen Antikoagulanzien

Rahmen

Behandlung

Aztreonam

wurden

seltene

Fälle

Verlängerung

Prothrombinzeit berichtet.

Zusätzlich kam es bei Patienten, die mit Antibiotika (inkl. Beta-Lactamantibiotika) behandelt wurden,

häufig

einem

Aktivitätsanstieg

oralen

Antikoagulanzien.

Eine

schwere

Infektion

oder

Entzündung, Begleiterkrankungen, die zu einem Vitamin-K-Mangel führen, sowie das Alter und das

Allgemeinbefinden der Patienten scheinen das Risiko zu beeinflussen. Bei gleichzeitiger Gabe von

Antikoagulanzien

wird

eine

entsprechende

Überwachung

empfohlen

(Quickwert

alle

Tage

kontrollieren). Eine Dosisanpassung der oralen Antikoagulanzien kann hier angezeigt sein, um den

gewünschten Grad an Antikoagulation zu erzielen (siehe Abschnitt 4.5 und 4.8). Eine Vitamin-K-

Gabe ist bei Verminderung des Quickwerts oder gegebenenfalls prophylaktisch angebracht.

Gleichzeitige Anwendung von Aminoglykosid-Antibiotika

Bei gleichzeitiger Gabe von Aminoglykosid-Antibiotika und Aztreonam, vor allem wenn hohe Dosen

von Aminoglykosid-Antibiotika gegeben werden oder Langzeit therapiert wird, ist die Nierenfunktion

zu überwachen, da bei Aminoglykosid-Antibiotika ein potentielles Nephro- und Ototoxizitätsrisiko

besteht.

Übermäßiges Wachstum von unempfindlichen Keimen

Unter

Aztreonam-Behandlung

kann

Wachstumszunahme

unempfindlichen

Keimen

kommen. In diesen Fällen ist nach einem Antibiogramm mit einer geeigneten Kombinationstherapie

fortzusetzen. Tritt eine Superinfektion auf, sind entsprechende Maßnahmen auszuführen.

Kinder

Neugeborenen

einem

Lebensalter

unter

einer

Woche

liegen

begrenzte

klinische

Erfahrungen

vor,

sodass

Aztreonam

dieser

Patientengruppe

nach

sorgfältiger

Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden soll (siehe Abschnitt 4.2).

Arginin

AZACTAM

enthält

Arginin.

Neugeborenen

niedrigem

Geburtsgewicht

kann

Verabreichung von AZACTAM zu einem Anstieg des Serumarginins, des Insulins und des indirekten

Bilirubins führen. Die Konsequenzen einer Exposition gegenüber dieser Aminosäure während der

Behandlung von Neugeborenen sind nicht bekannt.

Einfluss auf die Serumdiagnostik

Aztreonam ruft ein falsch-positives Ergebnis beim Coombs-Test hervor.

4.5.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Einige Antibiotika (u.a. Cefoxitin und Imipenem) können in vitro durch Beta-Lactamase-Induktion

eine antagonistische Wirkung zu AZACTAM und anderen Beta-Lactamantibiotika gegen bestimmte

gramnegative Erreger wie Enterobacter- und Pseudomonas-Spezies ausüben.

Bei gleichzeitiger Gabe von Antikoagulanzien wird eine entsprechende Überwachung empfohlen. Eine

Dosisanpassung der oralen Antikoagulanzien kann hier angezeigt sein, um den gewünschten Grad an

Antikoagulation zu erzielen (siehe Abschnitt 4.4 und 4.8).

Eine

synergistische

Wirkung

Aminoglykosidantibiotika

gegen

zahlreiche

Stämme

Pseudomonas-Spezies und Enterobakterien ist in vitro nachgewiesen.

Pharmakokinetische Untersuchungen nach Einmalgabe zeigten keine Interaktionen von Aztreonam mit

Gentamicin, Cefradin, Clindamycin und Metronidazol.

Gleichzeitige

Verabreichung

Probenecid

oder

Furosemid

einen

Anstieg

Aztreonam-Blutspiegels zur Folge, welcher aber klinisch ohne Bedeutung ist.

Eine Disulfiram-ähnliche Reaktion bei der gleichzeitigen Einnahme von Alkohol ist aufgrund der

chemischen Struktur von Aztreonam nicht zu erwarten.

4.6.

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Aztreonam passiert die Plazentaschranke und tritt in den Fetalkreislauf über.

Es gibt keine kontrollierten klinischen Studien mit schwangeren Frauen. Obwohl sich keine Hinweise

auf Missbildungen oder eine fruchtschädigende Wirkung im Tierversuch gezeigt haben, ist Aztreonam

während

Schwangerschaft

nach

sorgfältiger

Nutzen/Risiko-Abwägung

einzusetzen,

Reproduktionsstudien am Tier nicht immer aussagekräftig für die Wirkung am Menschen sind.

Stillzeit

Aztreonam geht in die Muttermilch über; die Konzentration ist geringer als 1% der gleichzeitigen

Serumkonzentration der Mutter. Unter einer Aztreonam-Therapie ist eine Unterbrechung des Stillens

zu erwägen.

Fertilität

Reproduktionsstudien

(vor

während

Gestation

Laktation)

Ratten

über

zwei

Generationen, bei denen tägliche Dosen bis zum 20fachen der maximal empfohlenen Dosis für den

Menschen verwendet wurden, konnten keine Anzeichen für Auswirkungen auf die Fertilität gefunden

werden.

4.7.

Auswirkungen

auf

die

Verkehrstüchtigkeit

und

die

Fähigkeit

zum

Bedienen

von

Maschinen

Wegen des möglichen Auftretens von Enzephalopathien (siehe auch Abschnitte 4.4 und 4.9) kann

dieses

Arzneimittel

auch

bestimmungsgemäßem

Gebrauch

Reaktionsvermögen

weit

verändern,

dass

Fähigkeit

aktiven

Teilnahme

Straßenverkehr,

Bedienen

Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Daher sollten das Führen von

Fahrzeugen, das Bedienen von Maschinen oder sonstige gefahrvolle Tätigkeiten unterbleiben. Die

Entscheidung trifft in jedem Einzelfall der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung der individuellen

Reaktion und der jeweiligen Dosierung.

4.8.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen sind nach Systemorganklassen (MedDRA-Konvention) und ihrer Häufigkeit

gemäß folgender Einteilung geordnet:

Sehr häufig

≥1/10

Häufig

≥1/100, <1/10

Gelegentlich

≥1/1.000, <1/100

Selten

≥1/10.000, <1/1.000

Sehr selten

<1/10.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Infektionen

und

parasitäre

Erkrankungen

Selten

Vaginitis, vaginale Candidiasis, Superinfektion

mit resistenten Keimen

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

Selten

Panzytopenie

Thrombozytopenie,

Thrombozythämie,

Leukozytose,

Neutropenie,

Anämie, Eosinophilie

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt

Anaphylaktische

Reaktion,

Angioödem

(z.B.

Gesichtsödem,

Zungenschwellung,

Glottisödem)

Psychiatrische Erkrankungen

Selten

Verwirrtheitszustand, Schlaflosigkeit

Selten

Krampfanfälle

, Taubheitsgefühl und Kribbeln

in den Gliedmaßen, Schwindel, Kopfschmerz,

Schläfrigkeit

Erkrankungen des Nervensystems

Nicht bekannt

Dysgeusie;

Enzephalopathien

(Konfusion,

veränderter

Bewusstseinszustand,

Epilepsie,

Bewegungsstörungen)

Augenerkrankungen

Selten

Diplopie

Erkrankungen des Ohrs und des

Labyrinths

Selten

Vertigo, Tinnitus

Herzerkrankungen

Nicht bekannt

Tachykardie

Selten

Hypotonie, Blutungen

Gefäßerkrankungen

Nicht bekannt

Phlebitis, Thrombophlebitis, Hitzegefühl

Selten

Schnaufen,

Dyspnoe,

Niesen,

Nasenverstopfung, Giemen

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraums und Mediastinums

Nicht bekannt

Bronchospasmus

Selten

Gastro-intestinale

Blutungen,

pseudomembranöse Kolitis

, Halitosis

Erkrankungen

des

Gastrointestinaltrakts

Nicht bekannt

Abdominale

Schmerzen,

Aphthen,

Übelkeit,

Brechreiz und/oder Erbrechen, vereinzelte Fälle

C.

difficile-assoziierter

Diarrhoe,

Geschmacksstörung

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten

Hepatitis, Ikterus

Erkrankungen der Haut- und des

Unterhautzellgewebes

Nicht bekannt

Pruritus,

Toxische

epidermale

Nekrolyse

Erythema exsudativum multiforme, exfoliative

Dermatitis, Hyperhidrosis, Petechien, Purpura,

Urticaria, Hautrötung, Ausschlag, Juckreiz

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-

und Knochenerkrankungen

Selten

Myalgie

Erkrankungen

der

Geschlechtsorgane

und

der

Brustdrüse

Selten

Brustspannen

Selten

Brustschmerz, Fieber, Asthenie, Malaise

Allgemeine

Erkrankungen

und

Beschwerden

am

Verabreichungsort

Nicht bekannt

Bei schneller Injektion leichtes Brennen an der

i.v.-

bzw.

i.m.

Injektionsstelle,

Phlebitis

Thrombophlebitis

Gelegentlich

Anstieg des Serumkreatinins

Selten

EKG-Veränderungen,

Anstieg

Prothrombin-

partiellen

Thromboplastinzeit, positiver Coombs-Test

Untersuchungen

Nicht bekannt

Vorübergehender

Anstieg

Transaminasen

und alkalischen Phosphatase *

* Normalerweise während der Therapie reversibel und ohne sichtbare Anzeichen oder Symptome

einer hepatobiliären Dysfunktion

Siehe Abschnitt 4.4

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

Österreich

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9.

Überdosierung

Symptome

Gabe

sehr

hoher

Dosen

kann

zentralnervösen

Erregungszuständen,

Myoklonien

Krämpfen kommen. Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion, Epilepsie und Meningitis

ist das Risiko des Auftretens dieser unerwünschten Wirkungen erhöht.

Therapie

Beim

Auftreten

Krämpfen

empfiehlt

sich

eine

sedierende

Therapie,

anaphylaktischen

Reaktionen ist eine sofortige Notfalltherapie einzuleiten.

Aztreonam kann durch Hämodialyse und/oder Peritonealdialyse entfernt werden.

Es zeigte sich, dass Aztreonam durch kontinuierliche arteriovenöse Hämofiltration aus dem Serum

entfernt werden kann.

Eine

therapeutische

Anwendung

beta-Lactamantibiotika,

einschließlich

Aztreonam,

kann

Enzephalopathien

(z.B.

Konfusion,

Beeinträchtigung

Bewußtseins,

Epilepsie,

Bewegungsstörungen) auslösen. Diese können insbesondere bei Patienten mit einer eingeschränkten

Nierenfunktion als auch infolge einer Überdosierung auftreten.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1.

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antibiotika zur systemischen Anwendung, Andere beta-Lactam-

Antibiotika, Monobactame, ATC-Code: J01DF01

Aztreonam ist der erste Vertreter einer Gruppe von beta-Lactamantibiotika, der Monobactame. Es

besitzt

eine

hohe

Stabilität

gegenüber

beta-Lactamasen

nahezu

fehlender

Enzyminduktion.

Aztreonam wirkt bakterizid gegen klinisch relevante gramnegative Keime.

Wirkmechanismus

Wirkungsmechanismus

Aztreonam

beruht

einer

Hemmung

bakteriellen

Zellwandsynthese (in der Wachstumsphase) durch Blockade der Penicillin-bindenden Proteine (PBPs)

wie z. B. der Transpeptidasen. Hieraus resultiert eine bakterizide Wirkung. Die spezifische Affinität

von Aztreonam zum PBP 3 erklärt die ausschließliche Aktivität gegenüber Gram-negativen Bakterien.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von der Zeitdauer ab, während der der Wirkstoffspiegel

oberhalb der minimalen Hemmkonzentration (MHK) des Erregers liegt.

Resistenzmechanismen

Eine Resistenz gegenüber Aztreonam kann auf folgenden Mechanismen beruhen:

Inaktivierung

durch

Betalaktamasen:

Aztreonam

kann

durch

bestimmte

Betalaktamasen

hydrolysiert

werden,

insbesondere

durch

Betalaktamasen

erweitertem

Spektrum

(sog.

extended spectrum betalactamases, ESBLs), die z. B. bei Stämmen von Escherichia coli oder

Klebsiella pneumoniae vorkommen, oder durch konstitutiv gebildete Betalaktamasen vom AmpC-

Typ, die z. B. bei Enterobacter cloacae nachgewiesen wurden.

Infektionen

durch

Bakterien

induzierbarer

AmpC-Betalaktamase

In-vitro-

Empfindlichkeit gegenüber Aztreonam besteht die Gefahr, dass unter der Therapie Mutanten mit

konstitutiver (dereprimierter) AmpC-Betalaktamase-Bildung selektiert werden.

Aztreonam hat eine grosse Resistenz gegenüber Hydrolyse durch als Richmond Sykes Typen I, III

und V klassifizierte bakterielle beta-Lactamasen (sowohl von Plasmiden als auch Chromosomen).

Enzyme des Richmond Sykes Typ IV, welche beispielsweise von Klebsiella oxytoca produziert

werden, können Aztreonam hingegen hydrolysieren. Ebenfalls ein Enzym des Typs V, PSE 2,

produziert von Pseudomonas aeruginosa, ist in der Lage, Aztreonam zu hydrolysieren. Auch eine

beta-Lactamase, welche von Bacteroides produziert wird, kann Aztreonam langsam hydrolysieren.

wurde

diskutiert,

Aztreonam-Resistenz

einiger

beta-Lactamase-produzierender

gramnegativer Bakterien durch die Bindung des Enzyms an das Arzneimittel begründet ist, und so

eine Bindung an das Penicillin-Protein verhindert wird.

In vitro sind gewisse Stämme von E. cloacae, welche anfänglich empfindlich waren, gegenüber

Aztreonam resistent; nach langer Aztreonam-Behandlung konnten ebenfalls resistente E. cloacae-

Stämme isoliert werden. Diese Keime waren ebenfalls gegen Cephalosporine der 3. Generation

sowie Breitspektrum-Penicilline resistent, können aber empfindlich auf Imipenem reagieren.

Unzureichende Penetration von Aztreonam durch die äußere Zellwand kann bei Gram-negativen

Bakterien dazu führen, dass die PBPs nicht ausreichend gehemmt werden.

Durch Effluxpumpen kann Aztreonam aktiv aus der Zelle transportiert werden.

Eine partielle oder vollständige Kreuzresistenz von Aztreonam besteht mit Cephalosporinen wie

Cefotaxim, Ceftazidim oder Ceftriaxon.

Grenzwerte

Die Testung von Aztreonam erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe. Folgende

minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:

EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte

Erreger

Sensibel

Resistent

Enterobacteriaceae

1 mg/l

> 4 mg/l

Pseudomonas aeruginosa

1 mg/l

> 16 mg/l

Nicht

speziesspezifische

Grenzwerte*

4 mg/l

> 8 mg/l

* Basieren hauptsächlich auf der Serumpharmakokinetik

Prävalenz der erworbenen Resistenz:

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit

variieren. Deshalb sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen - lokale

Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation

die Wirksamkeit von Aztreonam in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten

angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine

mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber

Aztreonam anzustreben.

Prävalenz der erworbenen Resistenz auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus nationalen

Resistenzüberwachungsprojekten und –studien (Stand: Dezember 2012):

Üblicherweise empfindliche Spezies

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Haemophilus influenzae °

Morganella morganii

Neisseria gonorrhoeae °

Proteus mirabilis

Proteus vulgaris°

Serratia marcescens°

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen

können

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Citrobacter freundii

Enterobacter aerogenes

Enterobacter cloacae

Escherichia coli

Klebsiella oxytoca

Klebsiella pneumoniae

Pseudomonas aeruginosa

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Alle Gram-positiven Bakterien

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Acinetobacter baumannii

Burkholderia cepacia

Stenotrophomonas maltophilia

Anaerobe Mikroorganismen

Bacteroides spp.

Andere Mikroorganismen

Chlamydia spp.

Chlamydophila spp.

Legionella pneumophila

Mycoplasma spp.

Ureaplasma urealyticum

° Bei Veröffentlichung der Tabelle lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur,

Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

Die natürliche Empfindlichkeit der meisten Isolate liegt im intermediären Bereich.

Extended Spectrum Beta-Laktamase (ESBL) bildende Stämme sind immer resistent.

Eine

synergistische

Wirkung

Aminoglykosidantibiotika

gegen

zahlreiche

Stämme

Pseudomonas-Spezies,

Enterobakterien

andere

Gram-negative

aerobe

Bacilli

in

vitro

nachgewiesen.

Einige

Antibiotika

(u.a.

Cefoxitin

Imipenem)

können

durch

beta-Lactamase-Induktion

eine

antagonistische Wirkung zu AZACTAM und anderen beta-Lactamantibiotika gegen bestimmte Gram-

negative Erreger wie Enterobacter- und Pseudomonas-Spezies ausüben.

5.2.

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption und Verteilung

Aztreonam

auch

nach

intramuskulärer

Gabe

vollständig

verfügbar

penetriert

rasch

Körperflüssigkeiten und Gewebe. Der maximale Plasmaspiegel wird bei intravenöser Infusion sofort

nach Verabreichung, bei intramuskulärer Injektion nach etwa einer Stunde erreicht.

Die Serumeiweißbindung liegt bei 56% und ist dosisunabhängig.

Biotransformation und Elimination

Die Serumhalbwertzeit von Aztreonam liegt bei Personen mit normaler Nierenfunktion zwischen

1,5 und 2,0 Stunden (durchschnittlich 1,7 Stunden). Aztreonam wird zu 60-70% unverändert über die

Nieren ausgeschieden, mit entsprechend hohen und lang anhaltenden wirksamen Konzentrationen im

Urin. Der Rest wird zum Teil als inaktive Metaboliten über den Urin oder unverändert als Metaboliten

im Stuhl ausgeschieden.

eingeschränkter

Nierenfunktion

unreifen

Neugeborenen

Serumhalbwertzeit

verlängert (siehe 4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung: „Dosierung bei eingeschränkter

Nierenfunktion“ und „Kinder und Jugendliche“).

Die Pharmakokinetik von Aztreonam bei Kindern variiert mit dem Alter.

Achtung: Eine Anwendung in der Patientengruppe von Neugeborenen unter einer Woche muss genau

geprüft

werden,

Daten

hinsichtlich

Sicherheit

Wirksamkeit

limitiert

sind

(siehe

Abschnitt 4.2 Dosierung und Art der Anwendung: „Kinder und Jugendliche“).

Untersuchungen an gesunden Probanden, denen 500 mg bzw. 1 g Aztreonam im Intervall von

8 Stunden über 7 Tage verabreicht wurden, ergaben keinen Hinweis auf Kumulation der Substanz.

In folgenden Körperflüssigkeiten und Geweben erreicht Aztreonam messbare Konzentrationen:

Körperflüssigkeiten:

Galle,

Blasenflüssigkeit,

Bronchialsekret,

Liquor

cerebrospinalis

(entzündete

Meningen),

Perikardialflüssigkeit, Pleuraflüssigkeit, Peritonealflüssigkeit und Synovia.

Gewebe:

Herzohren,

Endometrium,

Eileiter,

Fett,

Femur,

Gallenblase,

Niere,

Dickdarm,

Leber,

Lunge,

Myometrium, Ovar, Prostata, Skelettmuskel, Haut und Brustbein.

5.3.

Präklinische Daten zur Sicherheit

Präklinische Genotoxizitässtudien mit Aztreonam an trächtigen Ratten und Hasen ergaben keinen

Hinweis auf embryo- oder fetotoxische sowie teratogene Effekte. Reproduktionsstudien an Ratten

ergaben keinen Hinweis auf Fertilitätsstörungen. Präklinische Studien zur Kanzerogenität liegen nicht

vor.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1.

Liste der sonstigen Bestandteile

Arginin

6.2.

Inkompatibilitäten

Mit Nafcillin-Natrium, Cefradin und Metronidazol sind Aztreonamlösungen nicht kompatibel. Daten

zur Kompatibilität mit anderen Arzneimitteln liegen nicht vor.

0,9%-iger

Natriumchlorid-Lösung

oder

5%-iger

Glukoselösung

können

AZACTAM-

Infusionslösungen (nicht über 2% w/v) mit Clindamycin-Phosphat, Gentamycin-Sulfat, Cefazolin-

Natrium in den üblichen klinisch verwendeten Konzentrationen gemischt werden.

Mischungen mit anderen Arzneistoffen oder Mischungen mit den oben genannten Arzneistoffen in

Konzentrationen außerhalb der Spezifikation sind nicht empfohlen, da keine Daten zur Kompatibilität

vorliegen.

6.3.

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Nach Rekonstitution:

Injektionslösungen

AZACTAM

oder

-Trockensubstanz

für

i.m.-Injektionen

Infusionslösungen (maximal 2% w/v) können 24 Stunden bei Raumtemperatur aufbewahrt werden.

Mischungen mit den in Punkt 6.2 empfohlenen Antibiotika sind bei Raumtemperatur für 48 Stunden

oder gekühlt 7 Tage stabil.

Aztreonam-Infusionslösungen

Ampicillin-Zusatz

0,9%

Natriumchlorid

sind

gekühlt

für

48 Stunden, und bei Raumtemperatur 24 Stunden haltbar; die Stabilität in 5%-iger Glukoselösung

beträgt gekühlt 8 Stunden, und bei Raumtemperatur 2 Stunden.

Injektionslösungen, die konzentrierter als 2% w/v sind und intravenös verabreicht werden sollen,

müssen unmittelbar nach Herstellung verwendet werden.

6.4.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.

Nicht über 25°C lagern. Durchstechflaschen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu

schützen.

6.5.

Art und Inhalt des Behältnisses

Durchstechflasche (15 ml) aus farblosem Glas (Typ III Ph.Eur.) mit Chlorbutylkautschukstopfen und

Aluminium-Bördelkappe

Packungsgrößen: 1 Durchstechflasche

6.6.

Besondere

Vorsichtsmaßnahmen

für

die

Beseitigung

und

sonstige

Hinweise

zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.

Sonstige Hinweise zur Handhabung:

Nach Zusetzen des Lösungsmittels soll die Durchstechflasche sofort kräftig geschüttelt werden.

Abhängig von der Aztreonam-Konzentration und dem Lösungsmittel ist die zubereitete Injektions-

bzw. Infusionslösung farblos bis leicht gelblich; sie kann beim Stehenlassen leicht rosa werden (die

Wirksamkeit wird dadurch nicht beeinträchtigt). Sämtliche Parenteralia sollten generell vor der

Verabreichung visuell auf Partikel und Verfärbung geprüft werden, wenn dies Lösung bzw. Behälter

zulassen.

Fertige Lösungen dürfen nur einmal verwendet, etwaige Reste müssen vernichtet werden.

Intramuskuläre Injektion:

1 g Trockensubstanz soll in wenigstens 3 ml Wasser für Injektionszwecke, bakteriostatischem Wasser

für

Injektionszwecke

(mit

Benzylalkohol

oder

Methyl-

oder

Propylparabenen),

isotoner

Kochsalzlösung

oder

bakteriostatischer

Kochsalzlösung

(mit

Benzylalkohol)

gelöst

werden

(Gesamtvolumen ca. 4 ml). Die verschiedenen Stärken (1 g oder 2 g) von AZACTAM sind in der

entsprechenden Menge Wasser für Injektionszwecke oder isotoner Kochsalzlösung aufzulösen.

Bitte beachten: Lösungsmittel, die Benzylalkohol beinhalten, sind nicht für die Anwendung bei

Neugeborenen geeignet.

Intravenöse Injektion:

Der Inhalt einer Durchstechflasche wird in 6-10 ml Wasser für Injektionszwecke gelöst.

Intravenöse Kurzinfusion und Infusion:

Die verschiedenen Stärken (1 g oder 2 g) von AZACTAM sind in der entsprechenden Menge Wasser

für Injektionszwecke aufzulösen:

z.B. 1 g Aztreonam wird in mindestens 3 ml Wasser gelöst.

Diese Lösung kann (mit Ausnahme von Natriumhydrogencarbonatlösungen) mit folgenden Elektrolyt-

, Glukose- und Mannitol-Lösungen zur Infusion weiter verdünnt werden, wie z.B.:

Natriumchloridlösung 0,9%

Ringerlösung (mit Milchsäure)

Glukose-Lösung 5%

Glukose-Lösung 10%

Glukose-Lösung 5% mit Natriumchloridlösung 0,9%, 0,45% oder 0,2%

Natriumlactatlösung (M/6 Natriumlactat)

Mannitollösung 5%

Mannitollösung 10%

Die Endkonzentration von Aztreonam soll 2% w/v nicht übersteigen.

Nach Auflösen in Wasser für Injektionszwecke sind pro Gramm Aztreonam mindestens 50 ml der

geeigneten Infusionslösung erforderlich (z.B. mindestens 50 ml AZACTAM 1 g-Trockensubstanz).

Aztreonam-Infusionslösungen sollen nicht mit anderen Arzneimitteln außer mit den nachfolgend

angeführten Antibiotika gemischt werden (siehe auch Punkt 6.2. Inkompatibilitäten):

Clindamycin-Phosphat, Gentamycin-Sulfat, Cefazolin-Natrium.

Soll eine Lösung von AZACTAM abwechselnd mit einem anderen, nicht kompatiblen, Arzneimittel

über den gleichen Infusionsschlauch infundiert werden, muss der Infusionsschlauch vor und nach

Verabreichung mit einer geeigneten Infusionslösung, welche mit beiden Arzneimitteln kompatibel ist

(siehe auch Punkt 6.2), durchgespült werden. Die beiden Arzneimittel sollten nicht gleichzeitig

verabreicht werden.

Damit

komplette

Dosis

infundiert

wird,

muss

Anwendung

eines

3-Wege-Hahn

Infusionsbestecks darauf geachtet werden, dass das notwendige berechnete Volumen Aztreonam-

Lösung verabreicht wird. Es kann auch während der Verabreichung einer kompatiblen Infusionslösung

mittels

eines

Infusionsbestecks

Volumenkontrolle

AZACTAM

initialen

Verdünnung

beigefügt

werden.

diesem

Fall

sollte

Endkonzentration

Aztreonam

nicht

übersteigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Bristol-Myers Squibb GesmbH, 1200 Wien

8.

ZULASSUNGSNUMMER

AZACTAM 1 g – Trockenstechampulle: 1-18328

AZACTAM 2 g – Trockenstechampulle: 1-18329

9.

DATUM

DER

ERTEILUNG

DER

ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG

DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 04. September 1987

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 23. Mai 2014

10.

STAND DER INFORMATION

Februar 2019

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

NR, apothekenpflichtig

Für diese Arzneispezialität steht kein NPAR zur Verfügung. Alle relevanten

Änderungen seit 01.07.2011 finden sich in der Life – Cycle Tabelle.

Relevante Änderungen

Art der Änderung

Genehmigungs

-Datum

Fachinformation

Gebrauchsinformation

Kennzeichnung

betroffen

Zusammenfassung der

Änderung bzw.

wissenschaftliche

Information

Änderung der

Anschrift des

Zulassungsinhabers

03.04.2012

FI, GI, KE

Änderung der Anschrift

des Zulassungsinhabers

auf Bristol-Myers Squibb

GesmbH 1200 Wien

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