Xenazine

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Xenazine Tabletten
  • Darreichungsform:
  • Tabletten
  • Zusammensetzung:
  • tetrabenazinum 25 mg, excipiens pro Kompression.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Xenazine Tabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Mit Huntington-Chorea assoziierte hyperkinetische Bewegungsstörungen, Spätdyskinesie

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 58375
  • Berechtigungsdatum:
  • 18-12-2008
  • Letzte Änderung:
  • 25-10-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Wann ist bei der Anwendung von Xenazine Vorsicht geboten

Patienteninformation

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Xenazine®

Was ist Xenazine und wann wird es angewendet?

Xenazine sind Tabletten zum Einnehmen. Der Wirkstoff ist Tetrabenazin.

Xenazine wird zur Behandlung von hyperkinetischen Bewegungsstörungen bei Chorea Huntington

eingesetzt.

Tetrabenazin hemmt die Speicherung spezieller Botenstoffe im Gehirn. Dadurch wird in den

Nervenzellen bestimmter Gehirnregionen die Übertragung von Reizen vermindert, die an der

Regulation einzelner Bewegungsabläufe beteiligt sind. Als Folge können hyperkinetische, d.h.

übermässige, ungewollte und ruckartige Bewegungen besser kontrolliert werden. Solche motorischen

Überbewegungen können organischen Ursprungs sein, wie z.B. bei der Erbkrankheit Chorea

Huntington.

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Wann darf Xenazine nicht eingenommen werden?

Xenazine darf bei Überempfindlichkeit auf einen der Inhaltsstoffe der Tabletten, bei depressiven

Verstimmungszuständen, wenn Sie am Parkinson-Syndrom und Bewegungsarmut und Muskelsteife

(hypokinetisch-rigidem Syndrom) leiden, bei mittlerer und stark eingeschränkter Leberfunktion,

wenn Sie schwanger sind, während der Stillzeit, bei gleichzeitiger Therapie mit einem

blutdrucksenkenden Arzneimittel (Reserpin), bei gleichzeitiger Therapie mit sog.

Monoaminoxidasehemmern (bestimmte Arzneimittel gegen Depressionen) nicht eingenommen

werden.

Xenazine enthält Laktose. Daher sollte Xenazine bei Galaktose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder

Glucose-Galactose-Malabsorption nicht eingenommen werden.

Wann ist bei der Anwendung von Xenazine Vorsicht geboten?

Während der Behandlung mit Xenazine kann in seltenen Fällen ein sog. neuroleptisches malignes

Syndrom auftreten. Dabei handelt es sich um einen potentiell lebensbedrohlichen Zustand, bei dem

es zu psychischen Veränderungen, Steifheit, Fieber, Schwitzen und Blutdruckschwankungen kommt.

Wenn solche Symptome auftreten, muss umgehend Ihr Arzt / Ihre Ärztin informiert werden.

Instruieren Sie diesbezüglich auch Ihre Angehörigen.

Xenazine kann zu Benommenheit führen und daher die Aufmerksamkeit, die Reaktionsfähigkeit, die

Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen. Deshalb sollten Sie Ihre

Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin

abklären lassen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin, bevor Sie Tetrabenazin einnehmen, wenn Sie wissen,

dass Sie ein langsamer oder mittelschneller Metabolisierer eines Enzyms, das CYP2D6 genannt

wird, sind. In diesem Fall, kann eine andere Dosis für Sie erforderlich sein.

Informieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin, wenn Sie andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!)

einnehmen. Die folgenden Arzneimittel verändern die Wirkung von Xenazine oder können in

Kombination mit Xenazine vermehrt Nebenwirkungen verursachen: Levodopa (Mittel gegen die

Parkinson-Krankheit); Arzneimittel, die im Gehirn dämpfend wirken (z.B. Schlafmittel und starke

Schmerzmittel); MAO-Hemmer (siehe Abschnitt "Wann darf Xenazine nicht eingenommen

werden?"); Arzneimittel, die das seelische Empfinden beeinflussen (z. B. Haloperidol,

Chlorpromazin); Metoclopramid (ein Arzneimittel gegen Erbrechen); Arzneimittel gegen

Depressionen (z.B. Fluoxetin, Paroxetin, Sertalin, Duloxetin); blutdrucksenkende Arzneimittel und

Betablocker (Arzneimittel, die Herzfrequenz und Blutdruck senken); Arzneimittel gegen

Herzrhythmusstörungen (z.B. Amiodaron); Terbinafin (ein Arzneimittel gegen Pilze) und gewisse

Antibiotika.

Die dämpfende Wirkung von Xenazine kann bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol verstärkt

werden. Deshalb sollte während der Behandlung mit Xenazine auf Alkohol verzichtet werden.

Informieren Sie ferner Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an

anderen Krankheiten leiden oder Allergien haben.

Darf Xenazine während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, informieren Sie Ihren Arzt / Ihre Ärztin. Er/sie

wird über die Anwendung von Xenazine entscheiden.

Wenn Sie stillen, darf Xenazine nicht eingenommen werden.

Wie verwenden Sie Xenazine?

Nehmen Sie Xenazine immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Die Dosierung hängt vom

Ansprechen des Patienten auf die Behandlung ab.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Anfangsdosis 3x täglich ½ Tablette Xenazine.

Diese Dosis kann alle 3 - 4 Tage um ½ Tablette bis zur Verträglichkeitsgrenze gesteigert werden.

Die maximale Tagesdosis von 4 Tabletten Xenazine soll nicht überschritten werden.

Zeigt sich nach 7 Tagen Einnahme der Höchstdosis keine Besserung, ist es unwahrscheinlich, dass

das Arzneimittel für Sie von Nutzen ist, auch wenn die Dosis erhöht oder die Behandlungsdauer

verlängert wird. Wenden Sie sich in diesem Fall an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, um über einen

Abbruch der Behandlung zu diskutieren.

Ältere Patienten erhalten in der Regel die Dosis wie oben angegeben.

Bei Kindern und Jugendlichen stehen keine Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit zur Verfügung.

Xenazine soll daher in dieser Altersgruppe nicht eingenommen werden.

Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein (Wasser oder alkoholfreies

Getränk).

Wenn Sie die Einnahme von Xenazine einmal vergessen haben, nehmen Sie nicht die doppelte

Dosis, sondern führen Sie die Einnahme wie gewohnt fort.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin. Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, bevor Sie die

Therapie mit Xenazine nach einem Behandlungsunterbruch wieder aufnehmen möchten.

Welche Nebenwirkungen kann Xenazine haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Xenazine auftreten:

Sehr häufig: Depression, Benommenheit, Schläfrigkeit, Parkinson-Symptome

(Gleichgewichtsstörungen, Zittern oder vermehrter Speichelfluss), Unfähigkeit ruhig sitzen zu

bleiben, Ängstlichkeit, erhöhte Prolaktinwerte im Blut.

Häufig: Erregung, Verwirrung, Angstgefühl, Schlaflosigkeit, Schluckstörung, Übelkeit, Erbrechen,

Schmerzen im Oberbauch, Durchfall, Verstopfung, Mundtrockenheit, vermehrter Speichelfluss,

unregelmässige Menstruation, Brustschmerzen, verminderte Libido.

Sehr selten: Neuroleptisches malignes Syndrom (siehe Abschnitt "Wann ist bei der Anwendung von

Xenazine Vorsicht geboten?"), Leukopenie (Verminderung der Zahl der weissen Blutkörperchen),

zwanghaftes Blickverharren, Lichtempfindlichkeit.

Weitere mögliche Nebenwirkungen: Desorientiertheit, Nervosität, Unruhe, Schlafstörungen, Ataxie

oder Dystonie (spezielle Formen von Bewegungsstörung), Gedächtnisstörungen, Schwindel,

verlangsamter Herzschlag, Schwindelgefühl beim Aufstehen, Schwitzen, Müdigkeit, Schwäche, tiefe

Körpertemperatur, erhöhte Leberwerte im Blut.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren, ebenso, wenn irgendein anderes

Krankheitszeichen auftritt, bei dem Sie einen Zusammenhang mit der Anwendung von Xenazine

vermuten.

Überdosierung: Symptome einer Überdosierung sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall,

Schweissausbruch, tiefer Blutdruck, Verwirrung, Halluzinationen, tiefe Körpertemperatur und

Benommenheit.

Was ist ferner zu beachten?

Xenazine sollte bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahrt

werden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Xenazine enthalten?

1 Tablette Xenazine enthält 25 mg Tetrabenazin, Laktose und weitere Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

58'375 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Xenazine? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen zu 112 Tabletten mit Bruchrille (teilbar).

Zulassungsinhaberin

Curatis AG, 4410 Liestal

Diese Packungsbeilage wurde im März 2016 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.