Xenazine Tabletten

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
tetrabenazinum
Verfügbar ab:
Curatis AG
ATC-Code:
N07XX06
INN (Internationale Bezeichnung):
tetrabenazinum
Darreichungsform:
Tabletten
Zusammensetzung:
tetrabenazinum 25 mg, excipiens pro Kompression.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Mit Huntington-Chorea assoziierte hyperkinetische Bewegungsstörungen, Spätdyskinesie
Zulassungsnummer:
58375
Berechtigungsdatum:
2008-12-18

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Wann ist bei der Anwendung von Xenazine Vorsicht geboten

Patienteninformation

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Xenazine®

Was ist Xenazine und wann wird es angewendet?

Xenazine sind Tabletten zum Einnehmen. Der Wirkstoff ist Tetrabenazin.

Xenazine wird zur Behandlung von hyperkinetischen Bewegungsstörungen bei Chorea Huntington

eingesetzt.

Tetrabenazin hemmt die Speicherung spezieller Botenstoffe im Gehirn. Dadurch wird in den

Nervenzellen bestimmter Gehirnregionen die Übertragung von Reizen vermindert, die an der

Regulation einzelner Bewegungsabläufe beteiligt sind. Als Folge können hyperkinetische, d.h.

übermässige, ungewollte und ruckartige Bewegungen besser kontrolliert werden. Solche motorischen

Überbewegungen können organischen Ursprungs sein, wie z.B. bei der Erbkrankheit Chorea

Huntington.

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Wann darf Xenazine nicht eingenommen werden?

Xenazine darf bei Überempfindlichkeit auf einen der Inhaltsstoffe der Tabletten, bei depressiven

Verstimmungszuständen, wenn Sie am Parkinson-Syndrom und Bewegungsarmut und Muskelsteife

(hypokinetisch-rigidem Syndrom) leiden, bei mittlerer und stark eingeschränkter Leberfunktion,

wenn Sie schwanger sind, während der Stillzeit, bei gleichzeitiger Therapie mit einem

blutdrucksenkenden Arzneimittel (Reserpin), bei gleichzeitiger Therapie mit sog.

Monoaminoxidasehemmern (bestimmte Arzneimittel gegen Depressionen) nicht eingenommen

werden.

Xenazine enthält Laktose. Daher sollte Xenazine bei Galaktose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder

Glucose-Galactose-Malabsorption nicht eingenommen werden.

Wann ist bei der Anwendung von Xenazine Vorsicht geboten?

Während der Behandlung mit Xenazine kann in seltenen Fällen ein sog. neuroleptisches malignes

Syndrom auftreten. Dabei handelt es sich um einen potentiell lebensbedrohlichen Zustand, bei dem

es zu psychischen Veränderungen, Steifheit, Fieber, Schwitzen und Blutdruckschwankungen kommt.

Wenn solche Symptome auftreten, muss umgehend Ihr Arzt / Ihre Ärztin informiert werden.

Instruieren Sie diesbezüglich auch Ihre Angehörigen.

Xenazine kann zu Benommenheit führen und daher die Aufmerksamkeit, die Reaktionsfähigkeit, die

Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen. Deshalb sollten Sie Ihre

Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin

abklären lassen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin, bevor Sie Tetrabenazin einnehmen, wenn Sie wissen,

dass Sie ein langsamer oder mittelschneller Metabolisierer eines Enzyms, das CYP2D6 genannt

wird, sind. In diesem Fall, kann eine andere Dosis für Sie erforderlich sein.

Informieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin, wenn Sie andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!)

einnehmen. Die folgenden Arzneimittel verändern die Wirkung von Xenazine oder können in

Kombination mit Xenazine vermehrt Nebenwirkungen verursachen: Levodopa (Mittel gegen die

Parkinson-Krankheit); Arzneimittel, die im Gehirn dämpfend wirken (z.B. Schlafmittel und starke

Schmerzmittel); MAO-Hemmer (siehe Abschnitt "Wann darf Xenazine nicht eingenommen

werden?"); Arzneimittel, die das seelische Empfinden beeinflussen (z. B. Haloperidol,

Chlorpromazin); Metoclopramid (ein Arzneimittel gegen Erbrechen); Arzneimittel gegen

Depressionen (z.B. Fluoxetin, Paroxetin, Sertalin, Duloxetin); blutdrucksenkende Arzneimittel und

Betablocker (Arzneimittel, die Herzfrequenz und Blutdruck senken); Arzneimittel gegen

Herzrhythmusstörungen (z.B. Amiodaron); Terbinafin (ein Arzneimittel gegen Pilze) und gewisse

Antibiotika.

Die dämpfende Wirkung von Xenazine kann bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol verstärkt

werden. Deshalb sollte während der Behandlung mit Xenazine auf Alkohol verzichtet werden.

Informieren Sie ferner Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an

anderen Krankheiten leiden oder Allergien haben.

Darf Xenazine während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, informieren Sie Ihren Arzt / Ihre Ärztin. Er/sie

wird über die Anwendung von Xenazine entscheiden.

Wenn Sie stillen, darf Xenazine nicht eingenommen werden.

Wie verwenden Sie Xenazine?

Nehmen Sie Xenazine immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Die Dosierung hängt vom

Ansprechen des Patienten auf die Behandlung ab.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Anfangsdosis 3x täglich ½ Tablette Xenazine.

Diese Dosis kann alle 3 - 4 Tage um ½ Tablette bis zur Verträglichkeitsgrenze gesteigert werden.

Die maximale Tagesdosis von 4 Tabletten Xenazine soll nicht überschritten werden.

Zeigt sich nach 7 Tagen Einnahme der Höchstdosis keine Besserung, ist es unwahrscheinlich, dass

das Arzneimittel für Sie von Nutzen ist, auch wenn die Dosis erhöht oder die Behandlungsdauer

verlängert wird. Wenden Sie sich in diesem Fall an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, um über einen

Abbruch der Behandlung zu diskutieren.

Ältere Patienten erhalten in der Regel die Dosis wie oben angegeben.

Bei Kindern und Jugendlichen stehen keine Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit zur Verfügung.

Xenazine soll daher in dieser Altersgruppe nicht eingenommen werden.

Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein (Wasser oder alkoholfreies

Getränk).

Wenn Sie die Einnahme von Xenazine einmal vergessen haben, nehmen Sie nicht die doppelte

Dosis, sondern führen Sie die Einnahme wie gewohnt fort.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin. Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, bevor Sie die

Therapie mit Xenazine nach einem Behandlungsunterbruch wieder aufnehmen möchten.

Welche Nebenwirkungen kann Xenazine haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Xenazine auftreten:

Sehr häufig: Depression, Benommenheit, Schläfrigkeit, Parkinson-Symptome

(Gleichgewichtsstörungen, Zittern oder vermehrter Speichelfluss), Unfähigkeit ruhig sitzen zu

bleiben, Ängstlichkeit, erhöhte Prolaktinwerte im Blut.

Häufig: Erregung, Verwirrung, Angstgefühl, Schlaflosigkeit, Schluckstörung, Übelkeit, Erbrechen,

Schmerzen im Oberbauch, Durchfall, Verstopfung, Mundtrockenheit, vermehrter Speichelfluss,

unregelmässige Menstruation, Brustschmerzen, verminderte Libido.

Sehr selten: Neuroleptisches malignes Syndrom (siehe Abschnitt "Wann ist bei der Anwendung von

Xenazine Vorsicht geboten?"), Leukopenie (Verminderung der Zahl der weissen Blutkörperchen),

zwanghaftes Blickverharren, Lichtempfindlichkeit.

Weitere mögliche Nebenwirkungen: Desorientiertheit, Nervosität, Unruhe, Schlafstörungen, Ataxie

oder Dystonie (spezielle Formen von Bewegungsstörung), Gedächtnisstörungen, Schwindel,

verlangsamter Herzschlag, Schwindelgefühl beim Aufstehen, Schwitzen, Müdigkeit, Schwäche, tiefe

Körpertemperatur, erhöhte Leberwerte im Blut.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren, ebenso, wenn irgendein anderes

Krankheitszeichen auftritt, bei dem Sie einen Zusammenhang mit der Anwendung von Xenazine

vermuten.

Überdosierung: Symptome einer Überdosierung sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall,

Schweissausbruch, tiefer Blutdruck, Verwirrung, Halluzinationen, tiefe Körpertemperatur und

Benommenheit.

Was ist ferner zu beachten?

Xenazine sollte bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahrt

werden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Xenazine enthalten?

1 Tablette Xenazine enthält 25 mg Tetrabenazin, Laktose und weitere Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

58'375 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Xenazine? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen zu 112 Tabletten mit Bruchrille (teilbar).

Zulassungsinhaberin

Curatis AG, 4410 Liestal

Diese Packungsbeilage wurde im März 2016 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Xenazine®

Zusammensetzung

Wirkstoff: Tetrabenazinum.

Hilfsstoffe: Lactosum monohydricum, Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten mit Bruchrille (teilbar).

1 Tablette enthält 25 mg Tetrabenazin.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung von mit Huntington Chorea assoziierten hyperkinetischen Bewegungsstörungen.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene

Die Dosierung ist individuell. Empfohlen wird eine Anfangsdosis von 12,5 mg dreimal täglich. Diese

Dosis kann alle drei bis vier Tage um 12,5 mg pro Tag gesteigert werden, bis zu einer Tagesdosis

von 100 mg oder bis zur Verträglichkeitsgrenze.

Zeigt sich unter der Einnahme der Höchstdosis nach sieben Tagen keine Besserung, ist es

unwahrscheinlich, dass das Arzneimittel für den Patienten von Nutzen ist, auch wenn die Dosis

erhöht oder die Behandlungsdauer verlängert wird.

Unterbrechung der Therapie mit Tetrabenazin

Die Behandlung mit Tetrabenazin kann ohne vorherige Dosisreduktion unterbrochen werden. Chorea

Symptome können 12 bis 18 Stunden nach Einnahme der letzten Dosis wieder auftreten.

Wiederaufnahme der Therapie

Nach einer Unterbrechung der Behandlung von mehr als fünf (5) Tagen oder einer Unterbrechung

nach Veränderung des Gesundheitszustandes des Patienten oder neuer zusätzlicher Medikation, sollte

die Dosis von Tetrabenazin langsam wieder angepasst werden. Es soll mit einer Anfangsdosis von

zweimal täglich 12,5 mg begonnen werden. Nach 7 Tagen kann die Dosis täglich um 12,5 mg

gesteigert werden.

Bei Unterbrechungen von weniger als fünf (5) Tagen kann die Therapie mit der gleichen Dosis

fortgesetzt werden.

Ältere Patienten

Mit älteren Patienten wurden keine speziellen Studien durchgeführt.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen ist nicht untersucht. Xenazine soll in

dieser Altersgruppe nicht angewandt werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Bei Niereninsuffizienz wurden keine Studien durchgeführt. Bei Patienten mit leichtgradiger

Leberinsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei mittelgradiger Leberinsuffizienz muss

Xenazine vorsichtig dosiert werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber einem der Inhaltsstoffe, mittelschwere und schwere

Leberinsuffizienz (Child-Pugh 5 bis 9), Depression, Patienten mit Parkinson-Syndrom und

hypokinetisch-rigidem Syndrom, Stillzeit, gleichzeitige Therapie mit Reserpin, gleichzeitige

Therapie mit einem MAO-Hemmer (s. «Interaktionen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Generell:

Die adäquate Dosierung von Tetrabenazin sollte für jeden Patienten durch Titration ermittelt werden.

Studien (in vitro und in vivo) haben gezeigt, dass die Tetrabenazin-Metaboliten α-HTBZ und β-

HTBZ Substrate für CYP2D6 sind (siehe «Pharmakokinetische Eigenschaften»). Die für einen

Patienten erforderliche Dosis kann daher von seinem Metabolisierer-Status für CYP2D6 sowie von

gleichzeitig angewendeten Arzneistoffen, die als starke CYP2D6 Inhibitoren gelten, beeinflusst

werden (s. «Interaktionen»).

Bei Erstverordnung sollte die Dosis von Tetrabenazin langsam über mehrere Wochen auftitriert

werden, um eine Dosis zu finden, die sowohl die Chorea-Symptome vermindert als auch gut

vertragen wird. Falls unerwünschte Wirkungen nicht abklingen oder schwächer werden, sollte eine

Unterbrechung der Behandlung mit Tetrabenazin in Erwägung gezogen werden.

Nach Erreichung einer stabilen Erhaltungsdosis, sollte die Behandlung in regelmässigen Abständen

vor dem Hintergrund der zugrundeliegenden Krankheit und gleichzeitig eingenommener

Medikamente (siehe «Interaktionen») überprüft werden.

Die Behandlung sollte durch einen in der Therapie von Chorea Huntington erfahrenen Neurologen

erfolgen.

Depression: Xenazine kann Depressionen verursachen. Falls Depressionen auftreten, können sie

möglicherweise durch Reduzierung der Dosis kontrolliert werden, vielleicht muss aber auch ein

Abbruch der Behandlung erwogen werden. Falls die Depression nach Absetzen von Xenazine

bestehen bleibt, ist eine Behandlung mit Antidepressiva indiziert, es dürfen jedoch für mindestens

zwei Wochen nach Behandlungsabbruch keine MAO-Hemmer verabreicht werden (s.

«Kontraindikationen» und «Interaktionen»).

M. Parkinson: Xenazine kann Parkinson-Symptome auslösen und vorher bestehende Symptome einer

Parkinson-Krankheit verschlimmern. Die Xenazine-Dosis muss gemäss klinischer Indikation

angepasst werden, um diese unerwünschte Wirkung zu minimieren.

Neuroleptisches malignes Syndrom: ist eine seltene Komplikation bei der Behandlung mit Xenazine.

Es tritt meistens zu Beginn der Behandlung oder nach einem plötzlichen Dosiswechsel auf. Die

wichtigsten Symptome dieser Erkrankung sind psychische Veränderungen, Steifheit, Hyperthermie,

vegetative Dysfunktion (Schwitzen und Blutdruckschwankungen) und erhöhte Kreatin-

Phosphokinase-Spiegel. Sollte Verdacht auf ein neuroleptisches malignes Syndrom bestehen, muss

Xenazine sofort abgesetzt und eine entsprechende Therapie begonnen werden.

QT-Intervall-Verlängerung: Tetrabenazin verursacht dosisabhängig eine leichte Erhöhung (ca. 8

msec) des korrigierten QT-Intervalls. Bei kongenitalem QT-Syndrom und bei Komedikation mit QT-

Zeit verlängernden und CYP2D6-hemmenden Arzneimitteln ist daher Vorsicht geboten. Nach

Beginn einer solchen Komedikation sind EKG-Kontrollen zur Beobachtung des QT-Intervalls

obligatorisch. Diese sollten in den ersten 2 Wochen engmaschig erfolgen. Vor der Gabe von

Tagesdosen über 50 mg sollte ein Gentest zur CYP2D6-Metabolisierung durchgeführt werden, um

poor metabolizer mit erhöhter Gefährdung zu erkennen.

Prolaktin-Spiegel: Bei Behandlung mit Tetrabenazin kommt es zur Erhöhung der Prolaktinspiegel.

Die Auswirkungen auf die Brust bei der Frau und beim Mann sollten regelmässig kontrolliert

werden.

Patienten mit seltener hereditärer Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-

Malabsorption sollten Xenazine nicht einnehmen.

Interaktionen

Tetrabenazin hemmt die Wirkung von Levodopa und schwächt damit dessen Wirksamkeit ab.

Tetrabenazin darf wegen des Risikos von möglichen schweren unerwünschten Wirkungen nicht bei

gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmern verabreicht werden. Um das Risiko einer potentiellen

ernsten Wechselwirkung zu vermeiden, muss darauf geachtet werden, dass sowohl zwischen dem

Absetzen von Tetrabenazin und dem Beginn der Behandlung mit einem MAO-Hemmer, als auch

zwischen dem Absetzen des MAO-Hemmers und dem Beginn der Behandlung mit Tetrabenazin

mindestens 14 Tage verstreichen (s. «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Reserpin bindet irreversibel an den vesikulären Monoamin-Transporter (VMAT2). Dieser Effekt

kann bis zu mehrere Tage anhalten. Bei einem Wechsel von Reserpin zu Tetrabenazin ist besondere

Vorsicht geboten. Tetrabenazin soll erst bei einem Wiederauftreten von Chorea Symptomen

verabreicht werden, um eine Überdosierung und eine schwere Depletion von Serotonin und

Norepinephrin im ZNS zu verhindern. Tetrabenazin und Reserpin dürfen nicht gleichzeitig

verabreicht werden. Da die Wirkung von Reserpin verlängert sein kann, ist vor Therapiebeginn mit

Tetrabenazin eine klinische Beurteilung und Vorsicht bezüglich der Zeitdauer der Unterbrechung

nötig.

Die Möglichkeit einer zusätzlichen sedativen Wirkung sollte in Betracht gezogen werden, wenn

Tetrabenazin zusammen mit ZNS-Sedativa angewendet wird (wie z.B. Alkohol, Neuroleptika,

Hypnotika und Opioide).

Nebenwirkungen welche mit der Einnahme von Tetrabenazin zusammenhängen (z.B. QT-

Verlängerungen, neuroleptisches malignes Syndrom und extrapyramidale Störungen), können durch

die gleichzeitige Einnahme von Dopamin-Antagonisten verstärkt werden.

Es besteht ein Potenzial für signifikante Dopamindepletion, wenn Tetrabenazin zusammen mit

Neuroleptika (z.B. Haloperidol, Chlorpromazin usw.) oder Metoclopramid verabreicht wird. In

diesen Fällen müssen die Patienten klinisch auf die Entwicklung einer Parkinson-Krankheit

überwacht werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Tetrabenazin mit Antihypertonika und Betablockern kann das

Risiko einer orthostatischen Hypotonie erhöhen.

In vitro- und in vivo-Studien zeigen, dass die Tetrabenezin-Metaboliten α-DTBZ und β-DTBZ

Substrate für CYP2D6 sind. Daher ist Vorsicht geboten, wenn bei Patienten mit eingestellten

Xenazine-Dosen CYP2D6-Inhibitoren (wie Fluoxetin, Paroxetin, Chinidin, Duloxetin, Terbinafin,

Amiodaron oder Sertalin) erhalten. Eine Reduktion der Xenazine-Dosis muss in Betracht gezogen

werden. Diese PK-Interaktion verstärkt auch die Gefährdung durch folgende Problematik der QT-

Verlängerung (siehe auch Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Tetrabenazin ist nur mit Vorsicht zusammen mit Arzneimitteln zu verwenden, welche QTc

verlängern wie Antipsychotika (z.B. Chlorpromazin, Thioridazin), Antibiotika (z.B. Gatifloxacin,

Moxifloxacin) und Klasse IA- und III-Antiarrhythmika (z.B. Chinidin, Procainamid, Amiodaron,

Sotalol).

Tetrabenazin beeinträchtigt die Bioverfügbarkeit von Digoxin nicht.

Sonstige pharmakokinetische Interaktionen sind nicht untersucht.

Schwangerschaft/Stillzeit

Zur Beurteilung der Sicherheit von Tetrabenazin bei schwangeren Frauen existieren nur

unzulängliche Daten. In Tierversuchen sind embryotoxische Effekte nur bei maternal toxischen

Dosen aufgetreten; Missbildungen sind keine induziert worden (s. «Präklinische Daten»).

Tetrabenazin soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Tetrabenazin ist während der Stillzeit kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Tetrabenazin kann zu Benommenheit führen und daher einen geringen bis moderaten Einfluss auf die

Fähigkeit, ein Fahrzeug zu fahren oder eine Maschine zu bedienen, haben. Patienten sollen darauf

hingewiesen werden, dass bei Aktivitäten welche besondere Aufmerksamkeit verlangen, wie das

Bedienen eines Fahrzeuges oder einer Maschine, besondere Vorsicht geboten ist, bis sie ihre

Reaktion auf Tetrabenazin einschätzen können.

Unerwünschte Wirkungen

In klinischen Studien bei Erwachsenen wurden für Xenazine folgende unerwünschten Wirkungen

berichtet:

Häufigkeiten: Sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100, <1/10), gelegentlich (>1/1000, <1/100), selten

(>1/10’000, <1/1000), sehr selten (<1/10’000).

Erkrankungen von Blut und lymphatischem System:

Sehr selten: Leukopenie

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr häufig: Depression

Häufig: Erregung, Verwirrung, Angstgefühl, Schlaflosigkeit.

Ferner: Desorientiertheit, Nervosität, Unruhe, Schlafstörungen.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Benommenheit, Parkinsonismus, Akathisie, Ängstlichkeit

Sehr selten: Neuroleptisches malignes Syndrom. Dies kann bald nach Beginn der Therapie auftreten,

nach Änderung der Dosierung oder nach längerer Behandlung. Die wichtigsten Symptome sind

psychische Veränderungen, Steifheit, Hyperthermie, vegetative Dysfunktion und erhöhte Kreatin-

Phosphokinase-Spiegel. Wenn Verdacht auf NMS besteht, muss Xenazine sofort abgesetzt werden

und eine entsprechende Therapie begonnen werden (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Ferner: Ataxie, Dystonie, Gedächtnisstörungen, Schwindel.

Augenerkrankungen

Sehr selten: Crisis oculogyris, Photophobie.

Herzstörungen

Selten: Bradykardie.

Unbekannte Häufigkeit: QT-Intervall-Verlängerung.

Gefässerkrankungen

Selten: Orthostatische Hypotonie.

Erkrankungen des Gastrointestinalsystems

Häufig: Dysphagie, Übelkeit, Erbrechen, Epigastralgie, Diarrhö, Konstipation, Mundtrockenheit,

vermehrter Speichelfluss.

Leber

Selten: Transaminasenerhöhung, Bilirubinerhöhung.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Schwitzen.

Erkrankungen des Fortpflanzungssystems und der Brust

Sehr häufig: Prolaktinerhöhung.

Häufig: Unregelmässige Menstruation, Brustschmerzen, verminderte Libido.

Allgemeine Erkrankungen

Müdigkeit, Schwäche, Hypothermie.

Überdosierung

Symptome einer Überdosierung können sein: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schweissausbruch,

Hypotonie, Verwirrung, Halluzinationen, Hypothermie und Sedierung.

Die Behandlung mit Xenazine muss abgesetzt und etwaige Folgen müssen symptomatisch behandelt

werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N07XX06

Tetrabenazin führt zu Depletion von Dopamin und anderen Monoaminen im zentralen

Nervensystem. Tetrabenazin unterscheidet sich von Reserpin insofern, als es eine spezifischere

Wirkung auf das zentrale Nervensystem hat, weniger stark auf das periphere Nervensystem wirkt

und eine kürzere Wirkungszeit aufweist.

Es ist ein selektiver Inhibitor des Monoamintransports in die präsynaptischen neuronalen Vesikel

durch reversible Inhibition des VMAT2 (vesikulären Monamintransporters 2), der hauptsächlich im

zentralen Nervensystem auftritt. Diese pharmakologische Wirkung erklärt den therapeutischen

Nutzen von Tetrabenazin bei Patienten mit Chorea Huntington.

Pharmakokinetik

Absorption

Tetrabenazin wird nach oraler Aufnahme schnell resorbiert, unterliegt aber einem hohen First Pass.

Die Resorption wird durch die Einnahme von Nahrungsmitteln nicht beeinträchtigt.

Distribution

Das Verteilungsvolumen und die Liquorgängigkeit sind nicht untersucht

Metabolismus

Tetrabenazin wird schnell zu alpha- und beta-Dihydrotetrabenazin hydrolisiert. Alpha-

Dihydrotetrabenazin ist gleichermassen aktiv wie die Muttersubstanz. Weitere inaktive Metaboliten

entstehen durch O-Dealkylierung, Hydroxylierung und Konjugation.

Die primären Metaboliten von Tetrabenazin, α- und β- dihydrotetrabenazine, werden von Cytochrom

P450 2D6 (CYP2D6) metabolisiert. Bei schlechten CYP2D6 Metabolisierern wird die Exposition

gegenüber diesen Metaboliten deutlich höher sein. Zusätzlich führen starke Inhibitoren von CYP2D6

(wie z. Bsp. Paroxetin und Fluoxetin) zu deutlich erhöhter Exposition gegenüber diesen Metaboliten.

Somit kann eine Dosisreduktion von Tetrabenazin erforderlich sein, wenn bereits mit Tetrabenazin

behandelte Patienten zusätzlich starke CYP2D6-Inhibitoren erhalten.

Die Eliminationshalbwertszeit von Dihydrotetrabenazin beträgt ungefähr fünf Stunden.

Elimination

Tetrabenazin wird hauptsächlich in metabolisierter Form über den Urin eliminiert (weniger als 2%

Tetrabenazin wird unverändert ausgeschieden).

Präklinische Daten

In Toxizitätsstudien mit wiederholten Dosen wurde oral verabreichtes Tetrabenazin von allen

getesteten Tierspezies (Maus, Ratte, Hund, Rhesusaffe) im Allgemeinen gut vertragen. Die meisten

beobachteten Wirkungen stehen im Zusammenhang mit den pharmakologischen Parametern des

Arzneimittels und reflektieren eine zentrale Monoamindepletion. Zu diesen Symptomen zählen

normalerweise Hypoaktivität, Lethargie, Schielaugen oder geschlossene Augen. Sie halten sich

einige Stunden nach der Einnahme und beeinträchtigen bei manchen Spezies bei hoher Dosierung die

normale Nahrungsaufnahme, was zu verminderter oder unterdrückter Zunahme an Körpergewicht

führt. Bei allen getesteten Tierspezies erweist sich eine dosisabhängige Sedierung als

dosislimitierende Wirkung und als wichtigste unerwünschte Wirkung nach oraler Verabreichung von

Tetrabenazin.

Bei den weiblichen Ratten in der Gruppe mit der höchsten Dosierung wurden histopathologische

Veränderungen in den reproduktiven Geweben gefunden, was als Folge der erhöhten

Prolaktinspiegel gewertet wurde.

Genotoxizität: Es wurden keine mutagenen Wirkungen beim konventionellen bakteriellen

Mutagenitätstest ermittelt. Für den Chromosomenaberrationstest in Säugerzellen in vitro (CHO-

Zellen) wirkte Tetrabenazin in toxischen Konzentrationen zytotoxisch und klastogen. Die positive

Response wurde nur beim Vorliegen von S9 Mix bei Tetrabenazin-Konzentrationen beobachtet, die

toxisch auf die Zellen wirkten. Beim Erythrozytenmikronukleustest in Säugerzellen in vivo (Ratten)

wirkte Tetrabenazin allerdings bei der maximal tolerierten Dosis (100 mg/kg/Tag) nicht klastogen.

Bei den Tests zur Entwicklungstoxizität gab es keine Hinweise auf intrauterine Mortalität,

Wachstumsverzögerung oder Teratogenizität bei Ratten oder Kaninchen. Bei perinatalen und

postnatalen Studien an Ratten wurde mehrfach Neugeborenentod beobachtet. Aufgrund der bei den

Muttertieren beobachteten unzureichenden mütterlichen Pflege und dem Muster von Jungentod sind

die in dieser Studie beobachteten Auswirkungen allerdings eher auf die unzureichende mütterliche

Pflege bei der bzw. unmittelbar nach der Geburt zurückzuführen als auf eine direkte Wirkung auf

einen Entwicklungs- oder Reproduktionsparameter.

Eine 26-Wochenstudie an transgenen p53 (±) heterozygoten Mäusen und eine 94-Wochen Studie an

männlichen Ratten mit oralen Dosen bis zu 30 mg/kg/Tag beziehungsweise 12 mg/kg/zweimal

täglich zeigten kein karzinogenes Potential. Die Dosen entsprechen ungefähr dem 3- bis 4-Fachen

der klinischen Exposition basierend auf der Plasma-AUC oder einer Dosierung basierend auf der

Körperoberfläche. Brustdrüsenhyperplasie wurde in weiblichen Ratten beobachtet, welche zweimal

täglich orale Dosen von 7,5 mg/kg oder mehr während 6 Monaten erhielten, die einer Exposition

(Plasma-AUC) wie der klinischen Exposition ähnlich waren. Die Relevanz dieses Ergebnisses ist

nicht bekannt, da der Einfluss von Tetrabenazin auf die Prolaktinspiegel nicht bekannt ist.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «Exp» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

58375 (Swissmedic).

Packungen

112 Filmtabletten (teilbar). (B)

Zulassungsinhaberin

Curatis AG, 4410 Liestal.

Stand der Information

März 2016.

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