Robinul-Neostigmine

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Robinul-Neostigmine soluzione iniettabile
  • Darreichungsform:
  • soluzione iniettabile
  • Zusammensetzung:
  • glycopyrronii bromidum 0.5 mg, neostigmini metilsulfas 2.5 mg, dinatrii phosphas dodecahydricus, acidum citricum anhydricum, aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem pro 1 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Robinul-Neostigmine soluzione iniettabile
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika human
  • Therapiebereich:
  • Anticolinergico + Inibitore della colinesterasi

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 49389
  • Berechtigungsdatum:
  • 09-04-1990
  • Letzte Änderung:
  • 02-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Robinul®-Neostigmine

SINTETICA

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Glycopyrroniumbromid 0,5 mg, Neostigminmethylsulfat BP

2,5 mg.

Hilfsstoffe: Natriumphosphat BP; Ac. citricum Ph. Eur., Natriumhydroxid,

Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstofmenge pro Einheit

1 Ampulle zu 1 ml Injektionslösung enthält 0,5 mg

Glycopyrroniumbromid und 2,5 mg Neostigminmethylsulfat BP.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Aufhebung der restlichen nicht-depolarisierenden (kompetitiven)

neuromuskulären Blockade.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene

1 ml intravenös über einen Zeitraum von 10–30 Sekunden. Es können

auch 0,02 ml/kg intravenös über einen Zeitraum von 10–30 Sekunden

verabreicht werden (äquivalent zu 50 µg/kg Neostigminmethylsulfat und

10 µg/kg Glycopyrroniumbromid).

Diese Dosierungen können bei ungenügender Wirkung wiederholt

werden; jedoch soll die Gesamtdosis von 2 ml (5 mg

Neostigminmethylsulfat und 1 mg Glycopyrroniumbromid) nicht

überschritten werden.

Kinder

Es können auch 0,02 ml/kg intravenös über einen Zeitraum von 10–30

Sekunden (äquivalent zu 50 µg/kg Neostigminmethylsulfat und 10 µg/kg

Glycopyrroniumbromid) verabreicht werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Niereninsuffizienz: Bei Patienten mit Niereninsufzienz ist die

Eliminationshalbwertszeit von Glycopyrrolat verlängert.

Hohe Dosen sollten bei diesen Patienten vermieden werden. Bei Urämie

sollte das Präparat nach Möglichkeit nicht angewendet werden.

Kontraindikationen

Patienten mit mechanischer Obstruktion des Magen-Darm-Traktes oder

der Harnwege sowie Patienten mit bekannter Überempfndlichkeit

gegenüber einem der Wirkstofe der Kombination oder einem der

anderen Bestandteile.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Patienten mit Bronchospasmen, schwerer Bradykardie, sowie

unmittelbar nach Intestinal- oder Blasenchirurgie ist besondere Vorsicht

indiziert.

Obwohl Robinul-Neostigmine Injektion erwiesenermassen wenig

Belastung des Herzkreislaufsystems aufweist, ist es trotzdem

empfehlenswert, bei Patienten mit koronaren Herzerkrankungen,

Arrhythmien, Hypertonie, kongestiver Herzinsufzienz oder

Thyreotoxikose, das Präparat vorsichtig anzuwenden.

Bei Patienten mit Epilepsie oder Parkinsonismus sowie bei Patienten mit

Fieber, bei körperlicher Anstrengung oder hoher Umgebungstemperatur

ist ebenfalls Vorsicht angezeigt.

Des Weiteren ist Vorsicht angezeigt bei Patienten mit Glaukom,

vegetativen Neuropathien, Hiatushernie im Zusammenhang mit

Refluxösophagitis, Prostatahypertrophie, obstruktiver Uropathie,

obstruktiven Störungen des Gastrointestinaltraktes, paralytischer Ileus,

intestinaler Atonie, instabilem kardiovaskulärem Status bei akuter

Hämorrhagie, Myasthenia gravis sowie bei Patienten mit schwerer Colitis

ulcerosa mit und ohne toxischem Megacolon.

Bei Patienten mit Nierenerkrankungen ist Vorsicht angezeigt, da die

Eliminationshalbwertszeit von Glycopyrrolat bei Patienten mit

Niereninsufzienz verlängert ist. Unter Umständen ist eine

Dosisanpassung notwendig (siehe Kapitel «Pharmakokinetik» und

«Dosierung/Anwendung»).

Die Anwendung von Glycopyrrolat bei älteren Patienten sollte mit

Vorsicht erfolgen. Die Clearance ist reduziert (s. «Pharmakokinetik»).

Interaktionen

Robinul-Neostigmine Injektion darf nicht zusammen mit Suxamethonium

verabreicht werden.

Die Wirkung von Neostigminmethylsulfat auf den Herzrhythmus kann

durch gleichzeitige Behandlung mit Betablockern verstärkt werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Glycopyrrolat und anderen

Medikamenten mit anticholinerger Wirkung kann zu einer Verstärkung

der anticholinergen Nebenwirkungen führen.

Die Absorption anderer Medikamente kann durch eine verminderte

Motilität des Magens und verlängerte Magen-Darm-Passage beeinflusst

werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine tierexperimentellen und kontrollierten klinischen Studien

zu diesem Präparat vor. Es sollte deshalb nur angewendet werden, wenn

es absolut notwendig ist. Mit Neostigmin sind nach intravenöser

Verabreichung einzelne Fälle von Frühgeburten berichtet worden. Nach

einer unerlässlichen Behandlung mit Neostigmin sind Neugeborene in

den ersten 10 Tagen nach Geburt auf Anzeichen einer Myasthenie zu

überwachen.

Wie alle Anticholinergika kann Glycopyrrolat die Milchproduktion

hemmen und das Präparat sollte deshalb während der Stillzeit nicht

angewendet werden. Ist dies jedoch absolut erforderlich, sollte abgestillt

werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Einige unerwünschte Wirkungen wie Schläfrigkeit, verschwommenes

Sehen und Schwindel, können die Fähigkeit, Auto zu fahren oder

Maschinen zu bedienen, nachteilig beeinflussen, was aber in Anbetracht

der Indikation irrelevant ist.

Unerwünschte Wirkungen

Neostigminmethylsulfat

Funktionsstörungen des Herzens

Bradykardie, Herzrhythmusstörungen.

Atmungsorgane

Erhöhte broncho-oropharyngeale Sekretionen.

Gastrointestinale Störungen

Steigerung der gastrointestinalen Tätigkeit.

Psychiatrische Störungen

Agitation.

Muskelskelettsystem

Krampfanfälle, Ataxie.

Störungen des Immunsystems

Sehr selten (<1/10’000): Anaphylaxie/anaphylaktoide Reaktionen.

Glycopyrroniumbromid

Störungen des Nervensystems

Schläfrigkeit, Schwindel, Verwirrtheit, epileptische Anfälle,

Kopfschmerzen.

Augenleiden

Verschwommenes Sehen, Zykloplegie, Photophobie, Mydriasis, erhöhter

Augendruck, Akkomodationsstörung.

Funktionsstörungen des Herzens

Tachykardie, Kammerflimmern, Arrhythmien, Bradykardie, Palpitationen,

Herzstillstand, Hypertonie, Hypotonie, Herzblock, verlängertes QTc

Intervall.

Atmungsorgane

Atemstillstand.

Gastrointestinale Störungen

Mundtrockenheit, Verstopfung, verändertes Geschmacksempfnden,

Übelkeit, Erbrechen.

Funktionsstörungen der Haut

Hemmung der Schweissbildung, Urtikaria, Hautrötungen, Pruritus,

Hautverletzungen, trockene Haut.

Funktionsstörungen der Nieren und Harnwege

Miktionsbeschwerden.

Schwangerschafts-, Wochenbett und Perinatalbeschwerden

Hemmung der Milchproduktion.

Störungen des Immunsystems

Hyperthermie, Anaphylaxie/anaphylaktoide Reaktionen,

Überempfndlichkeitsreaktionen.

Reaktionen an der Applikationsstelle

Selten (≥1/10’000 <1/1000): Reaktionen an der Injektionsstelle wie

Pruritus, Ödem, Erythem und Schmerzen.

Überdosierung

Die durch eine Überdosierung von Neostigminmethylsulfat auftretenden

muskarinartigen Nebenwirkungen wie Bradykardie, erhöhte

oropharyngeale Sekretionen, gesteigerte Magen-Darm-Tätigkeit sowie

Bronchospasmen können mit einer Gabe von 0,4–1,2 mg Atropin

behandelt werden.

Bei schweren Überdosierungen kann es zu einer Atemdepression

kommen. In solchen Fällen ist eine künstliche Beatmung indiziert.

Die Zeichen einer Überdosierung des Anticholinergikums

Glycopyrroniumbromid wie beispielsweise Hypotonie, Atemversagen

sowie einer Curare-ähnlichen Wirkung (z.B. neuromuskuläre Blockade bis

hin zur Muskelschwäche und eventueller Paralyse), Tachykardie,

Mundtrockenheit, Darm- und Blasenatonie lassen sich durch

Verabreichung von 1,0 mg Neostigminmethylsulfat pro 1,0 mg injiziertes

Glycopyrroniumbromid optimal beheben.

Eine Dialyse ist aufgrund geringer Glycopyrrolat-Plasmakonzentrationen

wenig sinnvoll.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N07AA51

Glycopyrroniumbromid ist ein Anticholinergikum mit quaternärer

Ammoniumstruktur. Der Wirkungsmechanismus beruht auf einer

kompetitiven Antagonisierung der muskarinartigen Wirkungen von

Acetylcholin.

Neostigminmethylsulfat ist ein Cholinesterasehemmer mit ebenfalls

quaternärer Ammoniumstruktur. Durch kompetitive Hemmung der

Cholinesterase-Enzyme verstärkt Neostigminmethylsulfat die Wirkung

von Acetylcholin an den cholinergischen Übertragungsstellen. Folglich

wird eine Erleichterung der Impulsübertragung über die myoneuralen

Verbindungen erzielt. Neostigmin wirkt nur gegen nicht-depolarisierende

Muskelrelaxantien antagonistisch.

Glycopyrroniumbromid besitzt – im Vergleich zu Atropin – einen

verzögerten Wirkungseintritt und eine verlängerte Wirkungsdauer.

Deshalb verursacht diese Kombination bei der Aufhebung der restlichen

nicht-depolarisierenden neuromuskulären Blockade eine geringere

initiale Tachykardie und bietet einen längeren Schutz gegen die

muskarinartigen Nebenwirkungen des Cholinesterasehemmers wie

Bradykardien, erhöhte oropharyngeale Sekretionen und

Bronchospasmen.

Dank der quaternären Ammoniumstruktur von Glycopyrroniumbromid

werden die zentralen anticholinergen Nebenwirkungen weitgehend

vermieden; dadurch kann das Aufwachen des Patienten günstig

beeinflusst werden.

Pharmakokinetik

Glycopyrroniumbromid

Distribution

Das Verteilungsvolumen liegt bei 12,6 ± 2,6 Liter/kg.

Patienten, denen vor einer Operation 8 µg/kg Glycopyrrolat

intramuskulär verabreicht wurden, wiesen mittlere Plasmaspiegel

zwischen 3,5 und 15,8 ng/ml auf.

Elimination

Glycopyrroniumbromid wird nach intravenöser Applikation rasch aus

dem Serum eliminiert. Die Serumkonzentration des Wirkstofs sinkt sehr

schnell; nach fünf Minuten verbleiben weniger als 10% der Dosis im

Serum und nach 30 Minuten ist der Wirkstof praktisch nicht mehr

vorhanden. Die mittlere Eliminationshalbwertszeit nach intravenöser

Gabe beträgt bei jungen gesunden Erwachsenen 18,6, bei älteren

Patienten jedoch 49,8 Minuten.

Die mittlere Eliminationshalbwertszeit bei Kleinkindern beträgt zwischen

21,6 und 129,5 Minuten und bei älteren Kindern zwischen 19,2 und 99,2

Minuten.

Die Glycopyrrolat-Halbwertszeit liegt bei Erwachsenen nach

intramuskulärer Gabe zwischen 33 und 75 Minuten.

Glycopyrroniumbromid weist eine Clearance von 890,7 ± 294,8 ml/Min.

auf.

Mehr als 80% des Wirkstofs werden unverändert über Galle und Urin

ausgeschieden. Etwa die Hälfte einer intramuskulär verabreichten

Einzeldosis wird innerhalb von 3 Stunden ausgeschieden.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen

In einer Studie wurde urämischen Patienten vor einer

Nierentransplantation Glycopyrrolat intravenös verabreicht. In dieser

Patientenpopulation war die mittlere Eliminationshalbwertszeit deutlich

länger (46,8 Minuten) als bei nicht urämischen Patienten (18,6 Minuten).

Die mittlere Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve (10,6 h µg/l), die

mittlere Plasmaclearance (0,43 l/h/kg) und die mittlere Glycopyrrolat-

Ausscheidung über den Urin innerhalb von 3 Stunden (0,7%)

unterschieden sich ebenfalls deutlich von den werten der Kontrollgruppe

(3,73 h µg/l, 1,14 l/h/kg und 50%). Das mittlere Verteilungsvolumen

während der Eliminationsphase betrug 0,41 l/kg (0,44 l/kg bei der

Kontrollgruppe). Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass die

Glycopyrrolat-Elimination bei Patienten mit einer Niereninsufzienz stark

beeinträchtigt ist.

Neostigminmethylsulfat

Distribution

Das Verteilungsvolumen von Neostigminmethylsulfat beträgt 1,4 ± 0,5

Liter/kg.

Elimination

Die Clearance beträgt 16,7 ± 5,4 ml/kg/Min. Die Plasma-Halbwertszeit

liegt bei etwa 1,33 ± 0,8 Stunden.

Neostigminmethylsulfat wird zu etwa 50% unverändert renal

ausgeschieden.

Präklinische Daten

Es liegen zur Anwendung des Präparates keine relevanten präklinischen

Daten vor.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Robinul-Neostigmine darf nicht verdünnt oder mit einem anderen

Präparat gemischt werden.

Haltbarkeit

Das Präparat darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP»

angegebenen Datum verwendet werden.

Obschon Stabilitätsdaten zeigen, dass die Robinul-Neostigmine-Lösung

in klarem Ampullenglas unter Tageslicht über einen längeren Zeitraum

stabil bleibt, wird empfohlen, die aus der Faltschachtel

herausgenommenen Ampullen innert spätestens 2 Wochen

aufzubrauchen.

Besondere Lagerungshinweise

Robinul-Neostigmine ist bei Raumtemperatur (15–25 °C) und vor Licht

geschützt zu lagern.

Zulassungsnummer

49389 (Swissmedic).

Packungen

Robinul-Neostigmine Inj Lös Amp 10 × 1 ml. (B)

Zulassungsinhaberin

Sintetica SA, 6850 Mendrisio.

Stand der Information

November 2009.

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