Orfadin

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Orfadin
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Orfadin
    Europäische Union
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Andere Nahrungsmittel- und Stoffwechselprodukte
  • Therapiebereich:
  • Tyrosinämien
  • Anwendungsgebiete:
  • Behandlung von Erwachsenen und Kindern (in jeder Altersgruppe) Patienten mit bestätigter Diagnose einer erblichen Tyrosinemia Typ 1 (HT 1) in Kombination mit diätetische Einschränkung von Tyrosin und Phenylalanin.

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • EMA - European Medicines Agency
  • Berechtigungsstatus:
  • Autorisiert
  • Zulassungsnummer:
  • EMEA/H/C/000555
  • Berechtigungsdatum:
  • 21-02-2005
  • EMEA-Code:
  • EMEA/H/C/000555
  • Letzte Änderung:
  • 02-03-2018

Öffentlichen Beurteilungsberichts

30 Churchill Place ● Canary Wharf ● London E14 5EU ● United Kingdom

An agency of the European

Union

Send a question via our website www.ema.europa.eu/contact

© European Medicines Agency, 2015. Reproduction is authorised provided the source is acknowledged.

EMA/474485/2015

EMEA/H/C/000555

Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit

Orfadin

Nitisinon

Dies ist eine Zusammenfassung des Europäischen Öffentlichen Beurteilungsberichts (EPAR) für Orfadin.

Hierin wird erläutert, wie der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) das Arzneimittel beurteilt hat,

um zu seinem befürwortenden Gutachten zur Erteilung der Genehmigung für das Inverkehrbringen und

seinen Empfehlungen zu den Anwendungsbedingungen für Orfadin zu gelangen.

Was ist Orfadin?

Orfadin ist ein Arzneimittel, das den Wirkstoff Nitisinon enthält. Es ist als Kapseln (2 mg, 5 mg, 10 mg

und 20 mg) und als Suspension (4 mg/ml) zum Einnehmen erhältlich.

Wofür wird Orfadin angewendet?

Orfadin wird zur Behandlung der angeborenen Tyrosinämie Typ 1 (HT-1) angewendet. Hierbei handelt

es sich um eine seltene Erkrankung, bei der der Körper die Aminosäure Tyrosin nicht vollständig

abbauen kann. Dadurch bilden sich schädliche Stoffe, was schwere Leberprobleme und Leberkrebs

verursacht. Orfadin wird zusammen mit einer Ernährung angewendet, bei der die Aufnahme der

Aminosäuren Tyrosin und Phenylalanin eingeschränkt ist. Diese Aminosäuren sind normalerweise in

den Eiweißen von Lebensmitteln und Getränken enthalten.

Da es nur wenige Patienten mit HT-1 gibt, gilt die Krankheit als selten, und Orfadin wurde am

29. Dezember 2000 als Arzneimittel für seltene Leiden („Orphan-Arzneimittel“) ausgewiesen.

Das Arzneimittel ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich.

Wie wird Orfadin angewendet?

Die Behandlung mit Orfadin sollte von einem Arzt eingeleitet und überwacht werden, der über

Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit HT-1 verfügt. Die Behandlung sollte so früh wie

möglich eingeleitet werden, und die Dosis von Orfadin ist je nach Ansprechen und Körpergewicht des

Patienten anzupassen.

Orfadin

EMA/474485/2015

Seite 2/3

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 1 mg/kg Körpergewicht/Tag, aufgeteilt in zwei Dosen. Die

Kapseln werden normalerweise im Ganzen geschluckt, sie können jedoch geöffnet und der Inhalt kann

unmittelbar vor der Einnahme mit einer geringen Menge Wasser oder Diätflüssigkeit gemischt werden.

Die Suspension zum Einnehmen wird bei Kindern angewendet, die Schwierigkeiten haben, die Kapseln

zu schlucken.

Orfadin ist für eine Langzeitanwendung ausgelegt. Die Patienten müssen mindestens alle sechs Monate

untersucht werden.

Wie wirkt Orfadin?

Tyrosin wird im Körper durch eine Reihe von Enzymen abgebaut. Patienten mit HT-1 fehlt eines dieser

Enzyme, so dass das Tyrosin nicht richtig abgebaut, sondern in schädliche Stoffe umgewandelt wird.

Der Wirkstoff in Orfadin, Nitisinon, blockiert ein Enzym, das Tyrosin in schädliche Stoffe umwandelt. Da

Tyrosin jedoch während der Behandlung mit Orfadin im Körper verbleibt, müssen die Patienten eine

spezielle tyrosinarme Ernährung einhalten. Die Ernährung darf auch nur wenig Phenylalanin enthalten,

da dieses im Körper in Tyrosin umgewandelt wird.

Wie wurde Orfadin untersucht?

Die größte Studie zu Orfadin wurde mit 257 Patienten in 87 verschiedenen Krankenhäusern in

25 Ländern als Teil eines Compassionate-Use-Programms durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein

Programm, bei dem Ärzte ein Arzneimittel für einen ihrer Patienten beantragen können, bevor das

Arzneimittel vollständig zugelassen wird. In der Studie wurde die Wirkung von Orfadin hinsichtlich des

Überlebens untersucht, und das Ergebnis wurde mit Berichten in medizinischen Fachzeitschriften über

das Überleben von Patienten mit HT-1, die nur eine veränderte Ernährung erhielten, verglichen.

Welchen Nutzen hat Orfadin in diesen Studien gezeigt?

Der Hauptnutzen von Orfadin besteht darin, dass es die Lebenserwartung deutlich erhöht. So würde

beispielsweise ein Säugling mit HT-1 im Alter von weniger als zwei Monaten mit einer veränderten

Ernährung allein normalerweise nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 28 % ein Alter von fünf Jahren

erreichen. Bei zusätzlicher Behandlung mit Orfadin erhöht sich die Überlebensrate auf 82 %. Je früher

mit der Behandlung begonnen wird, desto höher sind die Überlebenschancen.

Welches Risiko ist mit Orfadin verbunden?

Die Behandlung mit Orfadin führt aufgrund der Wirkweise des Arzneimittels zu hohen Tyrosinspiegeln

im Blut; diese Nebenwirkung wird bei mehr als 1 von 10 Patienten beobachtet. Weitere häufige

Nebenwirkungen (beobachtet bei 1 bis 10 von 100 Patienten) sind Thrombozytopenie (verminderte

Blutplättchenzahl), Leukopenie (niedrige Zahl weißer Blutkörperchen), Granulozytopenie (niedrige Zahl

von Granulozyten, einer Art weißer Blutkörperchen), Konjunktivitis (Entzündung der Membran, die die

Augenlider auskleidet), Trübung der Hornhaut (der durchsichtigen Schicht vor der Pupille), Keratitis

(Entzündung der Augenhornhaut), Photophobie (verstärkte Lichtempfindlichkeit der Augen) und

Augenschmerzen. Viele dieser Nebenwirkungen können mit hohen Tyrosinspiegeln bei Patienten

einhergehen, die die richtige Ernährung nicht einhalten. Die vollständige Auflistung der im

Zusammenhang mit Orfadin berichteten Nebenwirkungen und Einschränkungen ist der

Packungsbeilage zu entnehmen.

Orfadin

EMA/474485/2015

Seite 3/3

Warum wurde Orfadin zugelassen?

Der CHMP stellte fest, dass Orfadin eine wirksame Behandlung von HT-1 darstellen kann,

insbesondere, wenn mit der Behandlung früh begonnen wird, d. h. bevor die Leber des Patienten zu

sehr geschädigt ist. Orfadin erzielt außerdem ein besseres Ergebnis bei Patienten als jenes, das aus

der Literatur über Patienten, die nur eine veränderte Ernährung erhielten, bekannt ist. Daher gelangte

der CHMP zu dem Schluss, dass der Nutzen von Orfadin gegenüber den Risiken überwiegt, und

empfahl, die Genehmigung für das Inverkehrbringen zu erteilen.

Orfadin wurde ursprünglich unter „außergewöhnlichen Umständen“ zugelassen, da aufgrund der

Seltenheit der Krankheit zum Zeitpunkt der Zulassung nur begrenzte Informationen vorlagen. Da das

Unternehmen die geforderten zusätzlichen Informationen vorgelegt hatte, wurden die

„außergewöhnlichen Umstände“ am 21. September 2009 aufgehoben.

Welche Maßnahmen werden zur Gewährleistung der sicheren und

wirksamen Anwendung von Orfadin ergriffen?

Es wurde ein Risikomanagementplan entwickelt, um sicherzustellen, dass Orfadin so sicher wie möglich

angewendet wird. Auf der Grundlage dieses Plans wurden Sicherheitsinformationen in die

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels und die Packungsbeilage für Orfadin aufgenommen,

einschließlich geeigneter Vorsichtsmaßnahmen für Angehörige der Heilberufe und Patienten.

Weitere Informationen über Orfadin

Am 21. Februar 2005 erteilte die Europäische Kommission eine Genehmigung für das Inverkehrbringen

von Orfadin in der gesamten Europäischen Union.

Den vollständigen Wortlaut des EPAR für Orfadin finden Sie auf der Website der Agentur:

ema.europa.eu/Find medicine/Human medicines/European public assessment reports. Wenn Sie

weitere Informationen zur Behandlung mit Orfadin benötigen, lesen Sie bitte die Packungsbeilage

(ebenfalls Teil des EPAR) oder wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Die Zusammenfassung des Gutachtens des Ausschusses für Arzneimittel für seltene Leiden zu Orfadin

finden Sie auf der Website der Agentur: ema.europa.eu/Find medicine/Human medicines/Rare disease

designation.

Diese Zusammenfassung wurde zuletzt im 05-2015 aktualisiert.

Packungsbeilage

B. PACKUNGSBEILAGE

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Orfadin 2 mg Hartkapseln

Orfadin 5 mg Hartkapseln

Orfadin 10 mg Hartkapseln

Orfadin 20 mg Hartkapseln

Nitisinon

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Orfadin und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Orfadin beachten?

Wie ist Orfadin einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Orfadin aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Orfadin und wofür wird es angewendet?

Der Wirkstoff von Orfadin ist Nitisinon. Dieses Arzneimittel wird zur Behandlung einer seltenen

Erkrankung eingesetzt, die bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern (alle Altersgruppen) als

angeborene Tyrosinämie Typ 1 bezeichnet wird.

Bei dieser Erkrankung kann Ihr Körper die Aminosäure Tyrosin (Aminosäuren sind die Bausteine

unserer Proteine) nicht vollständig abbauen. Dies führt zur Bildung von schädlichen Stoffen, die sich

in Ihrem Körper anreichern. Orfadin blockiert den Abbau von Tyrosin, und somit werden die

schädlichen Stoffe nicht gebildet.

Während der Behandlung mit diesem Arzneimittel müssen Sie eine spezielle Diät einhalten, da das

Tyrosin nun im Köper verbleibt. Diese spezielle Diät basiert auf einer eingeschränkten Zufuhr von

Tyrosin und Phenylalanin (einer weiteren Aminosäure).

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Orfadin beachten?

Orfadin darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Nitisinon oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Sie dürfen nicht stillen, während Sie dieses Arzneimittel einnehmen, siehe Abschnitt

„Schwangerschaft und Stillzeit“.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Orfadin einnehmen,

wenn Sie rote Augen oder andere Anzeichen von Wirkungen auf die Augen feststellen. Wenden

Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt, um eine Augenuntersuchung zu veranlassen.

Augenprobleme könnten darauf hindeuten, dass die Ernährungseinschränkungen nicht

ausreichend sind (siehe Abschnitt 4)

.

Während der Behandlung werden Blutproben entnommen, damit Ihr Arzt prüfen kann, ob die

Behandlung ausreichend ist, und um sicherzustellen, dass keine möglichen Nebenwirkungen auftreten,

die zu Bluterkrankungen führen können.

Ihre Leber wird in regelmäßigen Abständen untersucht werden, da die Erkrankung die Leber schädigt.

Alle 6 Monate ist eine Kontrolle durch Ihren Arzt erforderlich. Beim Auftreten etwaiger

Nebenwirkungen werden häufigere Kontrollen empfohlen.

Einnahme von Orfadin zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen.

Einnahme von Orfadin zusammen mit Nahrungsmitteln

Wird das Arzneimittel beim ersten Mal gemeinsam mit einer Mahlzeit eingenommen, so wird

empfohlen, dies beizubehalten.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Sicherheit dieses Arzneimittels wurde nicht an schwangeren und stillenden Frauen untersucht.

Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, wenn Sie eine Schwangerschaft planen. Sollten Sie schwanger

werden, müssen Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt wenden.

Sie dürfen nicht stillen, während Sie dieses Arzneimittel einnehmen (siehe Abschnitt „Orfadin darf

nicht eingenommen werden“).

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen. Wenn Sie allerdings Nebenwirkungen mit Beeinträchtigung der Sehkraft bemerken,

sollten Sie weder ein Fahrzeug führen, noch Maschinen bedienen, bis sich Ihre Sehkraft wieder

normalisiert hat (siehe Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

3.

Wie ist Orfadin einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Behandlung mit diesem Arzneimittel sollte von einem Arzt eingeleitet und überwacht werden, der

über Erfahrungen in der Behandlung der Erkrankung (hereditäre Tyrosinämie Typ 1) verfügt.

Die empfohlene Tagesdosis beträgt 1

mg pro kg Körpergewicht zum Einnehmen. Ihr Arzt wird die

Dosis individuell anpassen.

Es wird empfohlen, die Dosis einmal täglich anzuwenden. Da jedoch von Patienten mit einem

Körpergewicht < 20 kg nur begrenzt Daten vorliegen, wird empfohlen, die Tagesgesamtdosis bei

diesen Patienten auf zwei tägliche Gaben aufzuteilen.

Wenn Sie Probleme haben, die Kapseln zu schlucken, können Sie die Kapsel öffnen und das Pulver in

etwas Wasser oder Diätflüssigkeit unmittelbar vor dem Einnehmen auflösen.

Wenn Sie eine größere Menge von Orfadin eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine größere Menge dieses Arzneimittels eingenommen haben, als Sie sollten, wenden Sie

sich bitte umgehend an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie die Einnahme von Orfadin vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Sollten

Sie die Einnahme vergessen haben, so wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie die Einnahme von Orfadin abbrechen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass das Arzneimittel nicht richtig

wirkt. Ändern Sie die Dosis nicht oder brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne mit Ihrem Arzt

gesprochen zu haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt,

Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Sollten Sie irgendwelche Nebenwirkungen an Ihren Augen bemerken, wenden Sie sich unverzüglich

an Ihren Arzt, um eine Augenuntersuchung zu veranlassen. Die Nitisinonbehandlung geht mit

erhöhten Tyrosinkonzentrationen im Blut einher, die Augenbeschwerden verursachen können. Häufige

Nebenwirkungen des Auges (1 bis 10 Behandelte von 100) infolge erhöhter Tyrosinkonzentrationen

sind Augenentzündung (Konjunktivitis), Hornhauttrübungen und Hornhautentzündung (Keratitis),

Lichtempfindlichkeit (Photophobie) und Augenschmerzen. Eine Entzündung der Augenlider

(Blepharitis) tritt gelegentlich auf (1 bis 10 Behandelte von 1.000).

Sonstige häufige Nebenwirkungen

Verringerte Anzahl von Thrombozyten (Thrombozytopenie) und Leukozyten (Leukopenie),

Verminderung der Granulozyten (Granulozytopenie).

Sonstige gelegentliche Nebenwirkungen

Erhöhte Anzahl von weißen Blutkörperchen (Leukozytose)

Juckreiz (Pruritus), Hautentzündung (Dermatitis exfoliativa), Hautausschlag

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das in Anhang V aufgeführte nationale

Meldesystem anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Orfadin aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Flasche nach „EXP“ und dem Umkarton nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C).

Das Arzneimittel kann einmalig für 2 Monate bei einer Temperatur von nicht über 25°C gelagert

werden; danach muss es entsorgt werden.

Vergessen Sie nicht, das Datum der Entnahme aus dem Kühlschrank auf der Flasche zu notieren.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Orfadin enthält

Der Wirkstoff ist Nitisinon.

Orfadin 2 mg:

Jede Kapsel enthält 2 mg Nitisinon.

Orfadin 5 mg:

Jede Kapsel enthält 5 mg Nitisinon.

Orfadin 10 mg:

Jede Kapsel enthält 10 mg Nitisinon.

Orfadin 20 mg:

Jede Kapsel enthält 20 mg Nitisinon.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt:

Vorverkleisterte Stärke (Mais)

Kapselhülle:

Gelatine

Titandioxid (E 171)

Aufdruck:

Eisenoxid (E 172)

Schellack

Propylenglycol

Ammoniumhydroxid

Wie Orfadin aussieht und Inhalt der Packung

Die Hartkapseln sind weiß, undurchsichtig, bedruckt mit „NTBC“ und der Stärke „2 mg“, „5 mg“,

„10 mg“ oder „20 mg“ in Schwarz. Die Kapsel enthält ein weißes bis weißliches Pulver.

Die Kapseln sind in Kunstoffflaschen mit manipulationssicherem Verschluss verpackt. Jede Flasche

enthält 60 Kapseln.

Pharmazeutischer Unternehmer

Swedish Orphan Biovitrum International AB

SE-112 76 Stockholm

Schweden

Hersteller

Apotek Produktion & Laboratorier AB

Prismavägen 2

SE-141 75 Kungens Kurva

Schweden

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/

verfügbar. Sie finden dort auch Links zu anderen

Internetseiten über seltene Erkrankungen und Behandlungen.

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Orfadin 4 mg/ml Suspension zum Einnehmen

Nitisinon

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Orfadin und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Orfadin beachten?

Wie ist Orfadin einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Orfadin aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Orfadin und wofür wird es angewendet?

Der Wirkstoff von Orfadin ist Nitisinon. Dieses Arzneimittel wird zur Behandlung einer seltenen

Erkrankung eingesetzt, die bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern (alle Altersgruppen) als

angeborene Tyrosinämie Typ 1 bezeichnet wird.

Bei dieser Erkrankung kann Ihr Körper die Aminosäure Tyrosin (Aminosäuren sind die Bausteine

unserer Proteine) nicht vollständig abbauen. Dies führt zur Bildung von schädlichen Stoffen, die sich

in Ihrem Körper anreichern. Orfadin blockiert den Abbau von Tyrosin, und somit werden die

schädlichen Stoffe nicht gebildet.

Während der Behandlung mit diesem Arzneimittel müssen Sie eine spezielle Diät einhalten, da das

Tyrosin nun im Köper verbleibt. Diese spezielle Diät basiert auf einer eingeschränkten Zufuhr von

Tyrosin und Phenylalanin (einer weiteren Aminosäure).

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Orfadin beachten?

Orfadin darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Nitisinon oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Sie dürfen nicht stillen, während Sie dieses Arzneimittel einnehmen, siehe Abschnitt

„Schwangerschaft und Stillzeit“.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Orfadin einnehmen,

wenn Sie rote Augen oder andere Anzeichen von Wirkungen auf die Augen feststellen. Wenden

Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt, um eine Augenuntersuchung zu veranlassen.

Augenprobleme könnten darauf hindeuten, dass die Ernährungseinschränkungen nicht

ausreichend sind (siehe Abschnitt 4)

.

Während der Behandlung werden Blutproben entnommen, damit Ihr Arzt prüfen kann, ob die

Behandlung ausreichend ist, und um sicherzustellen, dass keine möglichen Nebenwirkungen auftreten,

die zu Bluterkrankungen führen können.

Ihre Leber wird in regelmäßigen Abständen untersucht werden, da die Erkrankung die Leber schädigt.

Alle 6 Monate ist eine Kontrolle durch Ihren Arzt erforderlich. Beim Auftreten etwaiger

Nebenwirkungen werden häufigere Kontrollen empfohlen.

Einnahme von Orfadin zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen.

Einnahme von Orfadin zusammen mit Nahrungsmitteln

Es wird empfohlen, die Suspension zum Einnehmen gemeinsam mit einer Mahlzeit einzunehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Sicherheit dieses Arzneimittels wurde nicht an schwangeren und stillenden Frauen untersucht.

Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, wenn Sie eine Schwangerschaft planen. Sollten Sie schwanger

werden, müssen Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt wenden.

Sie dürfen nicht stillen, während Sie dieses Arzneimittel einnehmen (siehe Abschnitt „Orfadin darf

nicht eingenommen werden“).

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen. Wenn Sie allerdings Nebenwirkungen mit Beeinträchtigung der Sehkraft bemerken,

sollten Sie weder ein Fahrzeug führen, noch Maschinen bedienen, bis sich Ihre Sehkraft wieder

normalisiert hat (siehe Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Orfadin enthält Natrium, Glycerol und Natriumbenzoat

Dieses Arzneimittel enthält 0,7 mg (0,03 mmol) Natrium pro ml.

Eine 20-ml-Dosis der Suspension zum Einnehmen (10 g Glycerol) oder mehr kann Kopfschmerzen,

Magenverstimmung und Durchfall hervorrufen.

Natriumbenzoat kann bei Neugeborenen, die zu früh oder nach einer normalen Schwangerschaftsdauer

geboren wurden und an einem Ikterus (Gelbfärbung der Haut und Augen) leiden, diesen Zustand

verschlimmern und zu einem Kernikterus (Hirnschäden aufgrund einer Ablagerung von Bilirubin im

Gehirn) führen. Bei Neugeborenen werden die Blutspiegel von Bilirubin (eine Substanz, die in hohen

Konzentrationen zur Gelbfärbung der Haut führt) sorgfältig überwacht. Wenn die Spiegel deutlich

höher als erwartet sind, wird vor allem bei zu früh geborenen Säuglingen mit Risikofaktoren wie einer

Azidose (zu niedriger pH-Wert im Blut) und einem niedrigen Albuminspiegel (ein Protein im Blut)

eine Behandlung mit Orfadin Kapseln anstelle der Suspension zum Einnehmen in Erwägung gezogen,

bis sich die Plasmaspiegel des Bilirubins normalisiert haben.

3.

Wie ist Orfadin einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Befolgen Sie sorgfältig die nachfolgend aufgeführten Anweisungen zur Zubereitung und

Anwendung der Dosis, um sicherzustellen, dass die richtige Dosis gegeben wird.

Die Behandlung mit diesem Arzneimittel sollte von einem Arzt eingeleitet und überwacht werden, der

über Erfahrungen in der Behandlung der Erkrankung (hereditäre Tyrosinämie Typ 1) verfügt.

Die empfohlene Tagesdosis beträgt 1

mg pro kg Körpergewicht zum Einnehmen. Ihr Arzt wird die

Dosis individuell anpassen.

Es wird empfohlen, die Dosis einmal täglich anzuwenden. Da jedoch von Patienten mit einem

Körpergewicht < 20 kg nur begrenzt Daten vorliegen, wird empfohlen, die Tagesgesamtdosis bei

diesen Patienten auf zwei tägliche Gaben aufzuteilen.

Die Suspension zum Einnehmen wird unverdünnt mit einer Applikationsspritze für Zubereitungen

zum Einnehmen direkt in den Mund gegeben.

Orfadin darf nicht injiziert werden. Bringen Sie keine Nadel an der Spritze an.

Zubereitung der einzunehmenden Dosis

Die von Ihrem Arzt verschriebene Dosis ist in

ml der Suspension

und nicht in mg angegeben, da die

Markierungen der Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen, die zur Entnahme der

richtigen Dosis aus der Flasche verwendet wird, in ml angegeben sind.

Bitte wenden Sie sich an

Ihren Apotheker oder Arzt, wenn Ihr Rezept Angaben in mg enthält

Die Packung enthält eine Flasche mit dem Arzneimittel mit einem Schnappdeckel, einen

Flaschenadapter und drei Applikationsspritzen für Zubereitungen zum Einnehmen (1 ml, 3 ml und

5 ml). Verwenden Sie stets eine der mitgelieferten Applikationsspritzen für Zubereitungen zum

Einnehmen zur Einnahme des Arzneimittels.

Die 1-ml-Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen (kleinste Applikationsspritze

für Zubereitungen zum Einnehmen) ist von 0,1 ml bis 1 ml in kleineren Schritten von 0,01 ml

markiert. Sie wird zur Abmessung von Dosierungen bis zu 1 ml verwendet.

Die 3-ml-Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen (mittlere Applikationsspritze

für Zubereitungen zum Einnehmen) ist von 1 ml bis 3 ml in kleineren Schritten von 0,1 ml

markiert. Sie wird zur Abmessung von Dosierungen über 1 ml bis zu 3 ml verwendet.

Die 5-ml-Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen (größte Applikationsspritze

für Zubereitungen zum Einnehmen) ist von 1 ml bis 5 ml in kleineren Schritten von 0,2 ml

markiert. Sie wird zur Abmessung von Dosierungen über 3 ml verwendet.

Achten Sie unbedingt darauf, die richtige Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen bei

der Einnahme des Arzneimittels zu verwenden. Ihr Arzt, Apotheker bzw. das medizinische

Fachpersonal wird Ihnen je nach verschriebener Dosis mitteilen, welche Applikationsspritze für

Zubereitungen zum Einnehmen Sie verwenden müssen.

Zubereitung einer neuen Flasche des Arzneimittels zum erstmaligen Gebrauch:

Vor Entnahme der ersten Dosis Flasche kräftig schütteln, da die Partikel während langfristiger

Lagerung auf dem Flaschenboden einen festen Kuchen bilden. Beachten Sie die nachfolgenden

Anweisungen:

Abbildung A.

Abbildung B.

Abbildung C.

Nehmen Sie die Flasche aus dem Kühlschrank. Vermerken Sie das Datum der Entnahme aus

dem Kühlschrank auf dem Flaschenetikett.

Schütteln Sie die Flasche

mindestens 20 Sekunden

lang kräftig, bis sich der feste Kuchen am

Flaschenboden vollständig aufgelöst hat

(Abbildung A).

Nehmen Sie den kindergesicherten Schraubdeckel ab, indem Sie fest darauf drücken und ihn

gegen den Uhrzeigersinn drehen (Abbildung B).

Stellen Sie die offene Flasche auf einen Tisch. Drücken Sie den Kunststoffadapter soweit wie

möglich in den Flaschenhals (Abbildung C) und verschließen Sie die Flasche mit dem

kindergesicherten Schraubdeckel.

Zur Dosierung siehe die Anweisungen unter „Zubereitung einer Arzneimitteldosis“.

Zubereitung einer Arzneimitteldosis

Abbildung D.

Abbildung E.

Abbildung F.

Schütteln Sie die Flasche

mindestens 5 Sekunden

kräftig (Abbildung D).

Öffnen Sie die Flasche unmittelbar danach, indem Sie den kindergesicherten Schraubdeckel

abnehmen.

Drücken Sie den Kolben im Spritzenkörper ganz nach unten.

Stellen Sie die Flasche aufrecht auf eine ebene Oberfläche. Führen Sie die Applikationsspritze

für Zubereitungen zum Einnehmen fest durch die Öffnung des Adapters auf dem Flaschenhals

ein (Abbildung E).

Drehen Sie die Flasche mit der eingeführten Applikationsspritze für Zubereitungen zum

Einnehmen vorsichtig um (Abbildung F).

Zur Entnahme der verschriebenen Dosis (ml) ziehen Sie den Kolben

langsam

abwärts, bis der

obere Rand des schwarzen Ringes genau mit der Markierung der Dosis übereinstimmt

(Abbildung F). Wenn Sie Luftblasen in der gefüllten Applikationsspritze für Zubereitungen zum

Einnehmen bemerken, drücken Sie den Kolben nach oben, bis die Luftblasen verschwunden

sind. Ziehen Sie den Kolben dann wieder abwärts, bis der obere Rand des schwarzen Ringes

genau mit der Markierung der Dosis übereinstimmt.

Stellen Sie die Flasche wieder in aufrechte Position. Nehmen Sie die Applikationsspritze für

Zubereitungen zum Einnehmen ab, indem Sie sie vorsichtig aus der Flasche drehen.

Die Dosis sollte sofort (unverdünnt) in den Mund gegeben werden, um eine Verklumpung in

der Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen zu vermeiden. Die

Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen

langsam

entleeren, um ein korrektes

Schlucken zu ermöglichen; ein zu schnelles Spritzen des Arzneimittels kann Verschlucken

verursachen.

Setzen Sie den kindergesicherten Schraubdeckel unmittelbar nach dem Gebrauch wieder auf.

Den Flaschenadapter nicht entfernen.

Lagern Sie die Flasche bei Raumtemperatur (nicht über 25 °C).

Reinigung

Reinigen Sie die Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen

sofort

mit Wasser.

Trennen Sie den Spritzenkörper vom Kolben und spülen Sie beide Teile unter Wasser ab. Schütteln

Sie überschüssiges Wasser ab und lassen Sie die beiden Teile der Applikationsspritze für

Zubereitungen zum Einnehmen trocknen. Vor der nächsten Dosiszubereitung fügen sie diese

wieder zusammen.

Wenn Sie eine größere Menge von Orfadin eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine größere Menge dieses Arzneimittels eingenommen haben, als Sie sollten, wenden Sie

sich bitte umgehend an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie die Einnahme von Orfadin vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Sollten

Sie die Einnahme vergessen haben, so wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie die Einnahme von Orfadin abbrechen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass das Arzneimittel nicht richtig

wirkt. Ändern Sie die Dosis nicht oder brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne mit Ihrem Arzt

gesprochen zu haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt,

Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Sollten Sie irgendwelche Nebenwirkungen an Ihren Augen bemerken, wenden Sie sich unverzüglich

an Ihren Arzt, um eine Augenuntersuchung zu veranlassen. Die Nitisinonbehandlung geht mit

erhöhten Tyrosinkonzentrationen im Blut einher, die Augenbeschwerden verursachen können. Häufige

Nebenwirkungen des Auges (1 bis 10 Behandelte von 100) infolge erhöhter Tyrosinkonzentrationen

sind Augenentzündung (Konjunktivitis), Hornhauttrübungen und Hornhautentzündung (Keratitis),

Lichtempfindlichkeit (Photophobie) und Augenschmerzen. Eine Entzündung der Augenlider

(Blepharitis) tritt gelegentlich auf (1 bis 10 Behandelte von 1.000).

Sonstige häufige Nebenwirkungen

Verringerte Anzahl von Thrombozyten (Thrombozytopenie) und Leukozyten (Leukopenie),

Verminderung der Granulozyten (Granulozytopenie).

Sonstige gelegentliche Nebenwirkungen

Erhöhte Anzahl von weißen Blutkörperchen (Leukozytose)

Juckreiz (Pruritus), Hautentzündung (Dermatitis exfoliativa), Hautausschlag

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das in Anhang V aufgeführte nationale

Meldesystem anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Orfadin aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Flasche nach „EXP“ und dem Umkarton nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C).

Nicht einfrieren.

Flasche aufrecht aufbewahren.

Nach dem Anbruch kann das Arzneimittel einmalig für 2 Monate bei einer Temperatur von nicht über

25°C gelagert werden; danach muss es entsorgt werden.

Vergessen Sie nicht, das Datum der Entnahme aus dem Kühlschrank auf der Flasche zu notieren.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Orfadin enthält

Der Wirkstoff ist: Nitisinon. Jeder ml enthält 4 mg Nitisinon.

Die sonstigen Bestandteile sind: Hypromellose, Glycerol (siehe Abschnitt 2), Polysorbat 80,

Natriumbenzoat (E211) (siehe Abschnitt 2), Citronensäure-Monohydrat, Natriumcitrat (siehe

Abschnitt 2), Erdbeer-Aroma (künstlich), gereinigtes Wasser.

Wie Orfadin aussieht und Inhalt der Packung

Die Suspension zum Einnehmen ist eine weiße, etwas dickere undurchsichtige Suspension. Vor dem

Schütteln der Flasche kann sie am Flaschenboden wie ein fester Kuchen und eine leicht opalisierende

Flüssigkeit aussehen.

Sie ist in einer 100-ml-Braunglasflasche mit einem weißen kindergesicherten Schraubschnappdeckel

erhältlich. Jede Flasche enthält 90 ml Suspension.

Jede Packung enthält eine Flasche, einen Flaschenadapter und drei Applikationsspritzen für

Zubereitungen zum Einnehmen.

Pharmazeutischer Unternehmer

Swedish Orphan Biovitrum International AB

SE-112 76 Stockholm

Schweden

Hersteller

Apotek Produktion & Laboratorier AB

Celsiusgatan 43

SE-212 14 Malmö

Schweden

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/

verfügbar. Sie finden dort auch Links zu anderen

Internetseiten über seltene Erkrankungen und Behandlungen.

1-6-2018

Pending EC decision:  Nityr, nitisinone, Opinion date: 31-May-2018

Pending EC decision: Nityr, nitisinone, Opinion date: 31-May-2018

Europe - EMA - European Medicines Agency

24-9-2018

Nitisinone MDK (MendeliKABS Europe Limited)

Nitisinone MDK (MendeliKABS Europe Limited)

Nitisinone MDK (Active substance: nitisinone) - Centralised - Yearly update - Commission Decision (2018)6241 of Mon, 24 Sep 2018

Europe -DG Health and Food Safety

30-7-2018

Nityr (Cycle Pharmaceuticals Ltd)

Nityr (Cycle Pharmaceuticals Ltd)

Nityr (Active substance: nitisinone) - Centralised - Authorisation - Commission Decision (2018)5446 of Mon, 30 Jul 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/4582

Europe -DG Health and Food Safety